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1902
ALLE BBOHTS,
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Inhalt
des fünften Jahrgangs 1902.
AufB&tae.
Seite
Bremer, Otto, Politische Geschichte und Sprachgeschichte .... 316
Werner, H., üeber den Verfasser und den Qeist der sog. Reforma-
tion des Kaisers Sigmund . 467
Götze, Alfred, Die zwölf Artikel der Bauern 1626 kritisch hrsg.. . 1
Hüffer, Herrn., Der Feldzug der Engländer und Russen in Holland
im Herbst 1799 und die Stellung Preussens 161. 347. 628
Roloff, G., Zur Napoleonischen Politik von 1803—1806 487
Kaufmann, G., Beiträge zur Geschichte des Jahres 1848 604
Räch fahl, Felix, Zur Beurteilung König Friedrich Wilhelm IV.
und der Berliner Märzrevolution 196
PoBchinger, Heinr. v., Handschriften des Geh. Leg.-Rats Kupfer
fiber die deutsche Frage 1849 und 1860 hrsg 34
Ulmann, Heinr., Kritische Streifzüge in Bismarcks Memoiren ... 48
Kleine Mitteiliine^en,
Lippert, W. , Neue Archiv! itteratur 137
Bailleu, P , Das archivalische Provenienzprinzip 433
Schmidt, Ludw., Zur Germania des Ptolemäus und zur Frage nach
den Wohnsitzen der Cherusker und Hermunduren 79
Lohmeyer, Karl, Die Litteratur des Jahres 1901 zur Geschichte Alt-
preussens 443
Caro, G., Städtische Erbleihe zur E[arolingerzeit 387
Heydenreich, E., Eine Urkunde für Fulda vom 30. Aug. 834 .. . 390
Tangl, M., Urkunde für Fulda vom 80. Aug. 834 627
Caro, G., Zum ersten Strassburger Stadtrecht 230
Götz, Walter, Zur Franciscus-Litteratur 291
Caro, G., Eine venezianische Gesandteninstruktion vom J. 1270. . . 618
Kohfeldt, Die Vaterunser -Erklärung des Herzogs Albrecht von
Preussen 127
Hüffer, H., Nachträgliche Bemerkungen zum Feldzug der Engländer
und Russen in Holland 623
Fester, Richard, Zu Bismarcks Olmützrede 232
a*
rV Inhalt.
Bespreohungen. ^^^
Adlcrsfeld-Ballestrem, Eufemia y., Ahnentafeln zur Geschichte
europäischer Dynastien (Weckou) 661
Aktenstücke z. G. d. Koalition ▼. 1814 hrsg. v. Demelitsch (Ulmann) 181
Analecta Argentinensia (Kaiser) 160
An dl er, Le prince de Bismarck (Brandenburg) 488
Anthony yon Siegenfeld, Das Landeswappen der Steiermark
((iritzner) 664
Aulard, Histoire politique de la B^volution Fran9aise (Wahl). . . . 416
Bachmann, Geschichte Böhmens Bd. I (Spangenberg) 91
Bär, Geschichte des kgl. Staatsarchivs zu Hannover (Lipi>ert) .... 139
Bär, Uebersicht üb. d. Bestände des kgl. Staatsarchivs zu Hannover
(Lippert) 139
Bahrfeldt, Münzen- und Medaillensammlung in Marienburg (Lohmeyer) 464
Barine, St. Frangois d^Assise (Goetz) 298
Barthold, Zur Geschichte des Christentums in Mittelasien (Soerensen) 868
Bauch, Anfänge des Humanismus in Ingolstadt (Joachimsohn) .... 669
Bergmann, Geschichte der ostpreuss. Stände und Steuern 1688—1709
(Lohmeyer) 461
Beyerle, Belagerung von Eonstanz (Krebs) 276
Biedermann, Deutsche Volks- imd Kulturgeschichte (Buchholz) . . . 297
Binder, Hegemonie der Prager im Husitenkriege (Herro) 308
Birnbaum, Was hat die jüd. Gemeinde Königsbergs Friedrich I. zu
danken? (Lohmeyer) 462
Bitterauf, Kurbayrische Politik im siebenj. Kriege (KOntzel) .... 416
Bloch, L. , Die ständischen und sozialen Kämpfe in der römischen
Republik (Komemanu) 234
Bonolis, La giurisdizione della mercanzia in Firenze (Deren) .... 260
Brandt, v.. Droit et coutumes des populations rurales de la Franc«
en mati^re successorale (Holtzmann) 306
Briefwechsel König Friedrichs I. von Preussen und seiner Familie
hrsg. von Berner (Loewe) 682
Brunner, G., Geschichte der Reformation von Waldsassen (Maller) . 160
Brunner, H., Grundzüge der deutschen Rechtsgeschichte (Rosenthal). 88
Brunner, K., Inventare des Badischen Generallandesarchivs
(Lippert) 141
Brunner, K., Pflege der Heimatsgeschichte in Baden (Werminghoff) . 148
Burne, Essays in historical criticism (Salomon) 428
Gappelli, Dizionario di Abbreviature 267
Garo, Genua imd die Mächte am Mittelmeer 1267—1311 (Hampo) . . 398
Casabianca, Le mura di Brolio (Davidson) 430
Casabianca, Un' awenturiere a Brolio nel secolo XV (Davidson) . . 431
Chronique Artdsienne publ. p. Funck-Brentano (Fris) 636
Giemen, Beiträge zur Reformationsgeschichte (Berger) 671
Delbrück, Geschichte der Kriegskunst H, 1 (Fnchs) 628
Delgy, Legende von der hl. Ursula in der Kölner Malerschule (Becker) 301
Inhalt. V
Seite
Diehl, Justinien et la civilisation bjzantine aa VI® si^le (Strzygrowski) 245
Dahr, Jesuiten an deutschen Fürstenhöfen d. 16. Jhs. (Loserth) . . . 408
Egloffstein, v., Bayerns Friedenspolitik 1646 — 47. (Branner) .... 411
Ehrenberg, Die Schlosskirche zu Königsberg (Lohmeyer) 467
Fester, Beiträ.ge zur Greschichte der Universität Erlangen (Haakc) . . 153
Flach, Etudes sur les origines et les vicissitudes historiqnes de Thabi-
tation en France 88
Franciscus Bartholus, Tractatus de Indulgentia S. Mariae de
Portiuncula ed. Sabatier (Götz) 292
Frejstedt, Karoline ▼., Erinnerungen aus dem Hofleben hrsg. v.
Obser (Roloff) 304
Friedrich, Grossherzog von Baden, Reden und Kundgebungen
(Brandenburg) 277
Frost, Der Dom zu Königsberg (Lobmeyer) 466
Gamurrini, Alcuni versi volgari di S. Francesco (Ooetz) 298
Gebhardt, Handbuch der deutschen Geschichte. 2. Aufl. (Brandenburg) 460
Giannoni, Historischer Atlas der österr. Alpenländer (Seeliger) ... 267
Gmelin, Hällische Geschichte (Brunner) 269
Goldmann, Danziger Yerfassungskämpfe (Immich n. Lohmeyer). . 152. 448
Gritzner, Symbole und Wappen des alten deutschen Reiches
(Erben) 662
Haase, Die Königskrönungen in Oberitalien (Hollmann) 149
Hashagen, Otto von Freising als Geschichtsphilosoph (Mirbt). . . . 666
Hegler, Sebastian Francks Paraphrase (Giemen) 274
Hellmann, Die Grafen von Sayoyen und das Reich (Kiener) .... 395
Hertling, v., Augustin (Böhmer) 629
Heydenreich, Das Archiv der Stadt Mühlhausen i. Th. (Lippert) . . 144
Heydenreich, Die Bedeutung der Stadtarchive (Lippert) 144
Hille, Uebersicht üb. d. Bestände d. kgl. Staatsarchivs zu Schleswig
(Lippert) 140
Holzhauien, Der Urgrossväter Jahrhundertfeier (Witkowski) 572
Jansen Enikels Werke hrsg. v. Strauch (Schönbach) 95
Ilwof, Der Protestantismus in Steiermark (Müller) 308
Ilwof, Der provisorische Landtag von Steiermark 1848 (Weber) . . . 432
Johannis Codagnelli Annales Piacentini von Holder-Egger
(Caro) 271
Johannes de Geylnhusen, Collectarius perpetuarum formarum ed.
Kaiser (Lechner) 130
Kaindl, Studien zu den ungarischen Geschichtsquellen (Mangold) . . 247
Klaje, Einfall des Krockow in Hinterpommem (Schulz) 162
Kogler, Landesfürstliches Steuerwesen in Tirol (t. Voltelini) 566
Kos er, König Friedrich der Grosse Bd. I, 1 120
Kos er, Stand der archivalischen Forschung in Preussen (Lippert) . . 137
Krauel, Prinz Heinrich in Paris 1784 (Schmitt) 153
Kraus, Cavour (Götz) 154
Labruzzi, La monarchia di Savoia (Hellmann) 268
VI Inhalt.
Seit«
Landmann, Das Predigtwesen in Westfalen (Haupt) 114
Langer, Das K. und K. Kriegsarchiv (Lippert) 146
Lempp, Prfere filie de Cortone (Goeti) 293
Leo, Schlacht bei Nördlingen 1634 (Krebs) 262
L er seh, Einleitung in die Chronologie 2. Aufl. (Sello) 560
Lucanus, Preussens uralter und jetziger Zustand hrsg. v. Maczkowski
(Lohmeyer) 443
Loebell, v., Ehrendenkmal für die Verteidiger von Danzig 1807
(Lohmeyer) 462
Lübeck, Beichseinteilung und kirchliche Hierarchie des Orients
(Schnitze) 392
Manstein, v., Chronik des Geschlechtes von Manstein (Lohmeyer) . . 458
Mautouchet, Le Convcntionnel Philippeaux (Wnas) 420
M^langes de litt^rature et d'histoire religieuses pour le Mgr. de Ca-
bri^res (Böhmer) 147
Meli, Die Anfänge der Bauernbefreiung in Steiermark (Ludwig) ... 413
Mitzschke, Wegweiser durch die historischen Archive Thüringens
(Lippert) 143
Monte dei Paschi di Siena (Doren) 151
Mut her, Geschichte der ev. Burgkirchengemeinde zu Königsberg
(Lohmeyer) 466
Neu mann, Die Grundherrschaft der römischen Republik (Kornemann). 86
Osten, V. d., Geschichte des Landes Wursten (Reibstei») 297
Osten-Sacken, v. d.. Der Feldzug 1812 (PfiBter) 422
Paulus, Johann Tetzel der Ablassprediger (Borger) 256
Petersdorf f, ▼., König Friedrich Wilhelm IV. (Brandenburg) .... 573
Pfülf, Hermann von Mallinkrodt (Kauftuann) 424
Poggiolini, Ammiratori e giudici della Rivoluzione Francese (Wahl) 304
Postina, Eberhard Billick (MüUer) 274
Privilegiebref, Stockholms stads, hrsg. v. Hildebrand (Schybergson) . 463
Quellenbuch zur Schweizergeschichte hrsg. v. Oechsli (Thommen) . . 579
Babenlechner, Der Bauernkrieg in Steiermark (Stolze) 406
Bach fahl, Deutschland, König Friedrich Wilhelm IV. und die Ber-
liner Märzrevolution (Oncken) 539
Regula antiqua fratrum et sororum de Paenitentia ed. Sabatier
(Gootz) 292
Reinhard, Die wichtigsten deutschen Seehandelsstädte (Daenell) . . 583
Rendtorff, Die Schleswig-holsteinischen Schulordnungen (Müller) . . 571
Reuss, L'Alsace au XVU« siöcle (v. Borries) 269
Rohde, Das kgl. Waisenhaus in Königsberg (Lobmeyer) 458
Sahm, Geschichte der Stadt Creuzberg (Lohmeycr) 270
Sabatier, Description du Manuscrit Franciscain de Liegnitz (Goctz) . 292
Salvemini, Studi storici (Doren) 298
Schaer, Die altdeutschen Fechter und Spielleute (Brunner) 128
Schaff, Zur Geschichte der Königsberger Kriegsschuld (Lohmoyer) . . 453
Scheffer, Die preussische Publizistik 1859 (Kaafmann) 558
Inhalt. Vn
Seite
Schickert, Wasserwege und Deich wesen in der Memelniedenmg
(Lohmeyer) 668
Schlichting, v., Moltke und Benedek (Schmitt) 123
Schmid, 0., Musik am sächsischen Hofe (Lippert) 276
Schmidt, P., Die St. Trinitatiskirche zu Danzig (Lohmeyer) 467
Sebreuer, Untersuchungen zur Yerfassungsgeschichte der böhmischen
Sagenzeit (Spangenbergr) 679
Schütte, Der Apenninenpass des Monte Bardone und die deutschen
Kaiser (Caro) 461
Seignobos, Gh., La m^thode historique appliqu^e aux sciences
sociales (Bernheim) 236
Seraphim, Eine Schwester des grossen Kurfürsten (Haake) 131
Spangenberg, Beiti^ge zur älteren Yerfassungs- und Yerwaltungs-
geschichte des Fürstentums Osnabrück (Rietschel) 429
Stadtbücher, Züricher, hrsg. v. Zeller -Werdmüller (Keutgon) . . . 272
Statuts d'Hötels-Dieu et de L^proseries publ. p. LeGrand (Gratzmacher) 1 29
Steenstrup, Danemarks Sydgraense og Herredömmet over Holsten
(Daenell) 632
Steenstrup, Yendeme og de Danske f5r Yaldemar den Stores Tid
(Daenell) 632
Stouff, Les comtes de Bourgogne et leurs villes domaniales
(Pirenne) 481
Stouff, Les origines de Tannexion de la Haut-Alsace a la Bourgogne
1469 (v. Borries) 402
Ulbrichs, Die Wallfahrtskirche in Heiligelinde (Lohmeyer) 467
Urkunden, Yatikanische, und Regesten zur Geschichte Lothringens
bearb. v. Sauerland (Kaiser) 299
ürkundenbuch der Stadt Budweis bearb. v. Kögl (Bretholz) .... 272
Urkundenbuch, Hansisches, Bd. Y und YTH (Daenell) 263
ürkundenbuch der Stadt und Landschaft Zürich. Bd. Y bearb. ▼.
Escher und Schweizer (CartoUieri) 429
Yarenius, Gustav Adolfs schwedischer Nationalstaat (Schulz) .... 276
Yigener, Bezeichnungen für Yolk und Land der Deutschen vom
10—13. Jh. (Wretschko) 663
Wagen er, Studien zur Geschichte einer Königsberger Buchdruckerei
(Lohmeyer) 468
Weichardt, Das Schloss des Tiberius auf Capri (Schneider) 296
Weissenborn, Die Eibzölle und Eibstapelplätze (Daenell) 129
Wendland, Yersuche einer allgemeinen Yolksbewafinung in Süd-
deutschland 1791—94 (Oncken) 306
Werner, H., Die Flugschrift Onus Ecclesiae (Berger) 278
Wieg and, Zur Geschichte des Hohkönigsburg (v. Borries) 249
Wieland, Ausflug ins altchristliche Afrika (Boehmer) 661
Wittenborg, Herm. und Job., Handlungsbuch hrsg. v. Mollwo
(DaeneU) 300
Woltmann, Der historische Materialismus (Brandenhorgr) 239
Vin Inhalt.
Naohriohten imd Notiaen.
Historische Kommissionen, Gesellschaften, Vereine, Institute:
Centraldirektion der Monumenta Germaniae Historica 436. Hansischer
Geschichtsverein 438. Thüringisch -Sächsischer Geschichtsverein 584.
Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde 464. Int4?mationaler Histo-
rikerkongress 686. Badische Historische Kommission 166. Historische —
bei der K. Bayerischen Akademie d. W. 473. Historische — für Hessen
und Waldeck 437. Historische — für die Provinz Sachsen und das
Herzogtum Anhalt 437. Königlich Sächsische — für Geschichte 156.
Thüringische Historische — 466. Württembergische — für Landes -
geschichte 155 und 585. Internationaler Kunsthistorikerkongress 586.
Grossherzoglich Badnisches Landesarchiv 673. Soci($t<$ Internationale
d'fitudes Franciscaines 464. Versammlung deutscher Philologen und
Schulmänner 573.
Zeitschriften: Kirchenrechtliche Abhandlungen 584. Deutsche Arbeit
307. Bibliothek sächsischer Geschichte und Landeskunde 584. Ge-
schichtsblätter des Geschichtsvereins für Waldeck und Pyrmont 308.
Obwalder Geschichtsblätter 155. Hohenzollemjahrbuch 580. Nautikus
155. American Historical Review 434. English Historical Review 435.
Revue d'Histoire Moderne et Contemporaine 308. Politisch -Anthropo-
logische Revue 307. Deutsche Revue 132. Transactions of the Royal
Historical Society 436. Vierteljahrschrift für wissenschaftliche Philo-
sophie und Sociologie 307. Basler Zeitschrift für Geschichte imd Alter-
tumskunde 463.
Preisaufgaben: 157.
Personalien: 132. 158. 158. 278. 309. 439. 465. 574. 585.
Todesfälle: Abraham 158. Acton 577. Aegidi 133. Beer 440. Brandl
158. Büdinger 441. Bürcklein 440. Creighton 439. Dümmler 587.
Fiske 440 Flasch 159. Gardiner 575. Gengler 133. Germann 278.
Gritzner 466. Harless 466. Hegel 133. Jörg 133. Kaltenbrunner 578.
Keuffer 466. Kirchhoff 677. Köberiein 278. Köstlin 440. Kraus 159.
Martens 310. Maurer 589. Hugo von Meyer 440. Müntz 588. Paoli
278. Scheffer-Boichorst 280. Schiller 465. Stubbs 439. Svoboda 440.
Temple 810. Tiele 169. Tigerstedt 310. Tollin 440. Wanka Edler
von Rodlow 577. Wehofer 278. Zangemeister 465.
Bibliographie zur deutschen Geschichte bearb. von Mas slow.
Die zwölf Artikel der Bauern 1525.
Kritisch herausgegeben
von Alfired GStze.
Von den zwölf Artikeln der Bauern sind 1525 mindestens
dreiundzwanzig Drucke erschienen, ausserdem ist der Text in sieben,
z. T. allerdings unvoUständigen Abschriften auf uns gekommen. Eine
Ausgabe, die in diese Ueberlieferung Ordnung brächte und den
ursprünglichen Text feststellte, giebt es seltsamer Weise noch
nicht, obgleich der Text fOnfzehnmal abgedruckt worden ist. Und
doch ist eine Reihe auch rein historischer Fragen, wenn überhaupt,
so nur mit Hilfe einer kritischen Ausgabe der Artikel lösbar.
Durch die unten gegebene Vergleichung der verschiedenen
Texte wird der von Stern* sogenannte Text M als unmittelbare
oder mittelbare Vorlage aller bekannten Texte erkannt. Nach
Ausweis der Typen stammt dieser Druck von Benatus Beck in
Strassburg, damit vrird aber die Entstehung der zwölf Artikel
etwas früher angesetzt werden müssen, als man bisher that. Es
ist ja sicher, dass die zwölf Artikel in Oberschwaben, höchst
wahrscheinlich, dass sie in Memmingen entstanden sind. Hier
hätte man, wenn die Zeit knapp war, wenn z. B. die zwölf Artikel
als Programm für die christliche Vereinigung gebraucht wurden,
das entfernte Strassburg kaum zum Druckort gewählt, denn schon
der Transport des Manuskripts dahin und der Auflage zurück
dauerte eine Woche länger als etwa der Transport nach Ulm.
Wenn wir die Memminger Eingabe, die in der Woche nach
Freitag, dem 24. Februar 1523 entstanden ist, als früheste Be-
nutzung der zwölf Artikel betrachten, müssen sie mindestens in
der zweiten Februarwoche im Manuskript vollendet gewesen ißin.
^ lieber die zwölf Artikel der Bauern, Anhang.
HistoT. Vittrt«\j«linohrift 1902. 1. 1
2 Alfred Götze.
Die Drucke selbst sagen über die Zeit ihrer Entstehung so
gut wie nichts^ nur G'DIK tragen die Jahreszahl 1525 auf dem
Titel, ein anscheinend verschollener Text P am Ende den Eintrag:
Anno 1525. des Monadts Marcii. Am 19. März wurden die zwölf
Artikel auf dem Markte in Ulm feilgeboten. Am 24. März ver-
bot Herzog Wilhelm in München ihren Verkauf. Text M ist älter
als alle übrigen Drucke, Z älter als X, E älter als A, S älter
als T, F älter als G und R, N älter als 0, Y älter als B und 1
älter als K. Es ist durchaus unwahrscheinlich, dass einer der
Drucke später als im Mai 1525 entstanden ist, denn wer sollte
nach der Niederwerfung der Bauern ihre Artikel kaufen?
Die mühsame Arbeit, die an die Ermittlung der übrigen
Drucker der zwölf Artikel gewendet worden ist, wird nicht
umsonst gethan sein, denn daraus kann mannichfach, ich weise
namentlich auf die starke Beteiligung Nürnbergs und Strassburgs,
die Verbreitung bäuerlicher Sympathien, vielleicht auch ihre Ver-
knüpfung mit täuferischen Regungen, erkannt, mancher Drucker
imher charakterisiert werden, endlich ist auch sprachlich die Ver-
folgung eines kurzen Textes durch alle wichtigeren Druckstätten
Ober- und Mitteldeutschlands nicht ohne Interesse. Wo bei der
Aufführung der Texte eine Angabe über den Drucker fehlt, ist
dieser mit meinen Hilfsmitteln nicht festzustellen gewesen. Hierin
wie in den bibliographischen Angaben sind die letzterschienenen
Bände der kritischen Ausgabe von Luthers Werken^ Vorbild ge-
wesen, für die Fundorte der einzelnen Drucke sind dieselben Ab-
kürzungen wie dort gebraucht. Die Angabe der Fundorte beruht
auf einer Umfrage bei siebzig der mit Reformationslitteratur am
reichsten versehenen Bibliotheken, deren Verwaltungen an dieser
Stelle für ihre gütige Auskunft der wärmste Dank gesagt sei.
Durch die Umfrage wurde festgestellt, dass die in der Biblio-
graphie bei Stern ^ als selbständige Texte aufgeführten Drucke
BC, EQB'Y mit ADMC'Z zusammenfallen und dass ihre An-
nahme nur auf ungenauen Titelangaben bei Oechsle^, Panzer,
Strobel^, Gunitz und Bensen beruhte. Mit den damit frei werdenden
Buchstaben BEQY sind vier Drucke benannt worden, die Stern
^ vgl. namentlich die Einleitung zum elften Bande.
* Uel)er die zwölf Artikel der Bauern, Anbang.
' Beiträge zur Qeschichte des Bauernkriegs, Beilage 2.
* Beyträge zur Litteratur besonders des 16. Jb.s. 2, 71 f.
Die zwölf Artikel der Bauern 1625. 3
unbekannt waren, ein Breslauer, Nr. 332 im 1. Supplement zu
Wellers Repertorium, die Abschrift des Magisters Lorenz Fries ^
und ein Strassburger Druck. Sonst sind, um Verwirrung zu
vermeiden, Sterns Buchstaben beibehalten, auch wo sie die
Affiliation nicht deutlich werden lassen und ihre Reihenfolge bei
der Textaufzahlung nicht innegehalten werden konnte. Unbe-
antwortet muss ich trotz mehrfacher Bemühungen die Frage
lassen, ob Sterns F', H und P als selbsi»ndige Drucke existieren.
Für H möchte ich einen Lesefehler Wellers und Identität mit F
annehmen, P könnte ein Exemplar von M mit dem handschrift-
lichen Eintrag ^Anno 1525. des Monadts Marcii' sein.
Li den Lesartenverzeichnissen sind nur die Lesarten gebucht,
die L den Sinn des Textes beeinflussen (die Scheidung der
Besserungsversuche von den Druckfehlem soll das Urteil über
die Güte des einzelnen Druckes erleichtem), 11. ein bestimmtes
orthographisches Prinzip erkennen lassen, DI. ausserdem irgend
welches sprachliche Interesse haben. Dabei sind die Grenzen
möglichst weit gezogen. Dagegen sind die vielen unbedeutsamen
Aenderungen, deren Aufzählung den Umfang der Verzeichnisse
verdreifacht und den Blick von wichtigeren Dingen abgelenkt
hätte, ungebucht geblieben. Zur Rechtfertigung dieses Ver-
fahrens sei auf die unten vollständig verzeichneten Abweichungen
des Textes K von I hingewiesen. Es handelt sich hier um zwei
Texte desselben Druckers, ja zum grossen Teile um denselben
Text, denn nur auf drei von elf Seiten hat K ausser im Titel
neuen Satz. Die Abweichungen, die trotzdem K gegen I hat,
müssen dem Drucker als völlig bedeutungslos erschienen sein,
und dazu gehört u. a. der Wechsel zwischen p und b, u imd u,
ai imd ei, ganz zu schweigen von Nichtsnutzigkeiten wie nSten —
netten, ganzen — ganntzen, soUchs — solchs, von Abkürzungen,
Literpunktion und Anfangsbuchstaben.
In den Lesartenverzeichnissen werden Wörter, die auf eine
zweite Zeile übergreifen und Glossen, die zwischen zwei Zeilen
stehen, nach der ersten Zeile angeführt, jedes abweichende Wort
wird nur einmal gebucht, auch wenn es zwei Aenderungen enthält.
Es hat sich gefügt, dass als editio princeps gerade der Text
abermals abgedruckt werden musste, der schon vorher die korrekteste
1 Die Geschichte des Baaemkriegs in Ostfranken, 1, 192 ff., sonst auch
die Amorbacher Artikel genannt.
1*
4 Alfred Götze.
Widergabe^ gefanden hatte , es war trotzdem nötig, schon aus
äusseren Gründen, z. B. hätten unsere Lesartenverzeichnisse bei
dem Mangel eines Textes mit Zeilenzählung alle Uebersichtlichkeit
verloren, sodann hat Baumann, von seinem Standpunkt durchaus
mit Recht, eine Reihe von Aenderungen stillschweigend vorge-
nommen und so manche Eigentümlichkeit des Textes M verwischt,
die textkritisch nicht bedeutungslos war.
Bei der Feststellung des Verhältnisses der einzelnen Texte
zu einander ist die Erwägung massgebend gewesen, dass zwar ein
Fehler der Vorlage unter Umständen auch von zwei unabhängigen
Texten übereinstimmend gebessert werden kann, dass aber die
fehlerhafte Lesung die Besserung nicht wieder verdrängen kann.
Die Affiliation ist so durch ein kürzendes Ausschliessungsverfahren
festgestellt worden. Zwei Texte als gemeinsame Vorlage eines
dritten haben in keinem Falle ermittelt werden können. Von
Lehnert' musste oft abgewichen werden, ohne dass die Abweichung
jedesmal erwähnt wurde.
I. VoUstäDdige Drucke.
Von allen Texten stehen sich L und M am nächsten, nur an
fünf Stellen besteht eine grössere Differenz: Einl. 17; 20; 2, 2^
fehlen in L die zum Verständnis nötigen Wörter ist, in, im. Wenn
M ein Abdruck von L wäre, hätte es sie verständig und richtig
ergänzt, wahrscheinlicher ist, dass sie L irrtümlich ausgelassen
hat, zumal wo sie ans Zeilenende zu stehen gekommen wären,
wie 2, 2. Femer ist es wahrscheinlicher, dass aus dem richtigen
Roma. 1; Einl. 18 das falsche Rom. 2. 2. wird als umgekehrt.
Entscheidend wird unter diesen Umständen, dass in M zwischen
4, 15 und 16 die Seitengrenze liegt, also die Wiederholung der
Glosse ihren guten Sinn hat, in L nicht. Also ist L ein Ab-
druck von M.
Z. Ein dem von L nahestehender Drucker hat die Artikel aber-
mals gedruckt und ist dabei nicht L gefolgt, wie Einl. 15; 17; 20;
2,2; Glosse zu Einl. 18 beweisen. Z kann aber auch nicht Vorlage
von L gewesen sein, denn überall stehen sich L und M viel näher,
^ durch Strobel, BejtriLge zur Litteratur besonders des 16. Jh.s. 2, 7 ff.
und Baumann, die zwölf Artikel 129 ff.
' Studien zur Geschichte der zwölf Artikel vom Jahre 1526, Anhang.
' Zitiert wird nach Artikel und Zeile des unten folgenden Textes.
Die zwölf Artikel der Bauern 1526. 5
als Z einem von ihnen. Der Druckfehler Z 8, 6 am ist nur ver-
standlichy wenn Z einer Vorlage folgt, die nicht ein, eyn, sondern
ain liest, danach kommen nur MNOSTUY in Frage. U lässt
Einl. 31 das; 2, 3 als; Glosse zu 5, 9 ist aus, überall hat Z das
fehlende Wort, Y hat 4,3 gefligel; 7,8 gebrauchen, ST 3,9
leeret; 4, 6 yngemäsz; 7, 8 rülich; in NO fehlt 7, 8 rüeblich
brauchen ynd: alle diese Besonderheiten teilt Z nicht. Vorlage
von Z ist M.
X ist ein seitentreuer Abdruck von Z, teilt dessen samtliche
Besserungsversuche, von den übrigen Lesarten die unten bei Z
gesperrt gedruckten. Weil Einl. 31 das eine das; 11,6 den;
Glosse zu 2, 33 1 und die halbe Glosse zu Art. 11 fehlt, ist
X ein Abdruck von Z, nicht umgekehrt,
D hat 1, 12 geyt und stimmt darin zu AEIKLMSÜAVY,
4, 9 hat es vnuemüfiFtigen wie von den genannten Texten nur
AELMS. A und E lesen Einl. 9 geistliche, S 4, 6 vngemäsz,
dadurch sind diese Texte als Vorlage für D unmöglich, L durch
seine drei Lücken. Also ist D Abdruck von M.
E liest 1, 12 geyt; 4, 9 vnuemufftigen und stimmt darin nur
zu ADLMS. Ueber A s. u., S scheidet aus wegen 3,3 welchs,
L wegen seiner drei Lücken, D wegen Einl. 28 entsetze. Also
ist M die Vorlage von E.
A ist eng mit E verwant, vgl. 1, 12 gott vmb; 3, 5 vergossen;
8, 8 taglöner; 11, 6 beschütze. Wegen Einl. 18 verhoisznen;
7, 8 ryegiglich; 11, 3 abgethon; 4 witwen vnd weysen kann A
nicht Mittelglied zwischen M und E sein, vielmehr ist A Ab-
druck von E.
S. 4, 9 vemüfftige weist auf vnuemüflFfcigen, nicht vnuer-
nünfftigen der Vorlage. Dies neben 1, 12 geit bieten nur ADELM.
A und E sind als Vorlage filr S unmöglich wegen 1, 12 gott
vmb; 3, 5 vergossen; 8, 8 tagloner, D wegen EinL 28 entsetze;
L wegen seiner drei Lücken. Vorlage von S ist M.
T ist eng mit S verwant, mit dem es in allen unten bei S
gesperrt gedruckten Lesarten übereinstimmt. Es entfernt sich
EinL 28 laine; 2, 7 verkünt; 3, 4 blut vergy essen; 4, 3 willbrdt
weiter als S von M, kann also nicht zwischen M und S stehen,
sondern hat S zur Vorlage.
W stimmt in verheißne Einl. 18; got vn 1, 12; ablassen
2, 24 nur zu FLMNOSTU. Wegen 1, 12 geyt faUen FNOT
6 Alfred Götze.
weg, wegen seiner drei Lücken L, S wegen 12, 14 brauchen.
So bleiben allein M und U. W steht dem zweiten näher, denn
es teilt mit ihm alle seine unten gesperrt gedruckten Lesarten
gegen M. Es kann aber U nicht zur Vorlage haben, weil es
z. B. 3, 3; 5, 2; 11, 3. 6 der Lesung von M folgt, von der U ab-
weicht, noch kann U W folgen, denn das lässt die Glosse 4, 13
aus, die U hat. Somit folgen beide einem vielleicht verlorenen
Druck *UW, der die unten gesperrten Lesarten enthielt und
seinerseits M folgte.
F stimmt in verheyssne Einl. 18; got vnd 1, 12; ablassen
2,24 allein zu LMNOSTUW. Wegen 4,9 vnuemufiPtigen fallt
OUW weg, wegen 2, 9 eynseinlen; 8, 1 achtet fällt N, wegen
12, 14 brauchen ST, wegen seiner drei Lücken L hinweg: F ist
ein Abdruck von M. Bestätigt wird dieses Ergebnis durch den
Druckfehler vnd erhalten 2, 28, der sich am leichtesten dann
erklärt, wenn die Vorlage innerhalb des Wortes vnderhalten eine
Zeilengrenze hatte, wie eben M. — lieber G. s. u.
R stimmt in den bei F gesperrt gedruckten Lesarten zu
diesem, entfernt sich namentlich in den Besserungs versuchen des
vierten Artikels weiter von M, kann daher nicht Mittelglied
zwischen M und F, sondern nur eine zweite Auflage von
F sein.
N stimmt in verheissne Einl. 18; got vnd 1, 12; ablassen
2, 24 zu FLMOSTUW. Durch 4, 9 vnuemufftigen werden OUW
ausgeschlossen, L durch seine drei Lücken, ST durch 12, 14
brauchen, F durch Einl. 14 vngehorsamikait; 19 ainigkaiten.
N ist ein Abdruck von M.
0 stimmt in den unten bei N gesperrt gedruckten Lesarten
zu N, entfernt sich in seinen Besserungen weiter von M, schon
in vier Stellen des Titels, femer 4, 9 vnuemunfFtigen; 20 thÄn;
9, 3 grosser, ist also eine verbesserte Auflage von N.
Y hat 2, 9 ein semlen nur mit FILMSTU gemein, wegen
11,3 abthun fallen lU hinweg, L wegen seiner drei Lücken, F
wegen 1, 12 geyt, ST wegen 12, 14 brauchen. Y ist ein Ab-
druck von M.
B teilt alle Besserungsversuche und die unten gesperrt ge-
druckten Druckfehler von Y, entfernt sich Einl. 19 eynigkeit;
28 lehnen; 37 ruffet; 1, 10 menschen zusatz u. ö. weiter von M
und ist ein, übrigens Seiten- und zeilentreuer Abdruck von Y.
Die zwölf Artikel der Bauern 1686. 7
V hat 11, 3 abthon nur mit MNOSTW gemein, wegen 7, 10
für ander sein fallt W hinweg, wegen 11,7 handt NO, wegen
12, 14 brauchen ST. V ist ein Abdruck von M.
I hat 2, 9 einsenden mit FLMSUY gemein, wegen 1, 12
gejt fallt F hinweg, wegen 2, 24 ablassen Y, wegen 12, 14
brauchen ST, wegen 5, 2 beholtzung U, L wegen seiner drei
Lücken. I ist ein Abdruck von M. Ueber E s. u.
C kann seiner grösseren Aenderungen wegen keinem andern
Texte vorgelegen haben. Es teilt 11, 3 abthon mit MNOSTVW,
wegen 11, 7 band fallt NO weg, wegen 12, 14 brauchen ST,
wegen 4, 4 fliessenden V, wegen 1, 10 menschlichen W. E, mit
dem C einige Besserungen gemein hat, kann abgesehen von 11, 3
abthon wegen 12, 8 befend nicht seine Vorlage sein. C ist
eine Bearbeitung von M.
n. Die folgenden Texte können teils ihrer Unvollstandigkeit
teils der Art ihrer Ueberlieferung halber nicht die Vorlage anderer
Texte geworden sein, bei ihnen gilt es also bloss ihre Vorlagen
zu bestimmen.
A'^ teilt 2,9 semlen; 11,3 abthon nur mit MS, wegen 1,3
diemiedig fällt S weg. A' kann, weil es weder Einleitung noch
Glossen hat, nicht die Vorlage von M sein, dagegen hindert
weder ein textkritisches, noch ein chronologisches Bedenken, in
M die Vorlage von A' zu sehen. Demnach hat M am
22. März 1525 in Oberdorf bei Kauf beuren existiert.
Q hat 1, 3 dimutig; 3, 17 diemutigen; 1, 12 geyt mit DLMU Y
gemein. Wegen seiner Lücke 2, 2 fällt L hinweg, wegen 7, 8
brauchen Y, wegen 5, 2 beholzung U, wegen 7, 10 ander D.
Q ist eine bessernde Abschrift von M.
D'» teUt 2,24 abkssen mit EFIKLMNORSTUW, wegen
4, 3 Man nitt gwallt fallen FRST hinweg, wegen 2, 6 pfarrer so
klar IE, wegen 2, 2 ist imm L, wegen 12, 8 zu liesz NO, wegen
12,6 daruon UW, wegen 8,8 tagwercker E. D' ist eine Ab-
schrift von M.
D", wie Lehnert den modernisierten Text bei Franz Anselm
Deuber, Geschichte der Bauernkriege in Teutschland und der
^ Hg. von Stern , Forschungen zur deutschen Geschichte 12, 614 ff.
' Bullinger, Beformationsgeschichte hg. von Hottinger und YögeU
1, «41 ff.
8 Alfred Götze.
Schweiz^ Freiburg 1833 genannt hat, kann nach dem Titel nicht
von C'IKXZ stammen. Femer wird ausgeschlossen durch Ein!.
18 welches FG, 28 lehnen D, 29 schädlichste R, 2, 2 ist im alten
L, 3, 22 dass wirs seyen B, 5, 2 Beholzung U, 16 nochmals Y,
7, 10 vor jeden andern seyn W, 8, 8 Tagwerker AEV, 12, 8 zu-
liesse NO, 14 brauchen ST. Dagegen hindert nichts die An-
nahme, dass D" eine Modernisierung von M ist.
Dieselbe Beweisführung gilt fOr das Exemplar bei Zimmer-
mann, Geschichte des grossen Bauernkriegs 1, 407 S.
C"* teilt mit Z und X die unten bei Z gesperrt gedruckten
Druckfehler. 6,3 welcher; 7,5 dieses zeigen, dass Z die Vor-
lage von C" ist, wie es auch sonst im Wittenberger Kreise ge-
lesen wurde.
C'"- schreibt mit XZ u. a. 1, 11 und den selben; 2, 9 denen;
18 vberflusse; 4,16 wissentlich also; 7,6 dringen, noch zwingen;
8, 2 sitzen; 6 am Zinsse gelt erschaff. 11, 9 disz entscheidet für
Z als Vorlage, Lehnerts Bedenken dagegen scheinen unberech-
tigt: 2,8 Propheten; 4,6 eigenmütig; 11,0 nemmen vnnd beraube
sind als selbständige Aenderungen zu verstehen und dass (/''' in
der vierten Aenderung 2, 5 zu Gott mit A' übereinstimmt, ist ein
bei der graphischen Aehnlichkeit von jn und zu naheliegender Zufall.
Die niederdeutsche Abschrift, die Höhlbaum* aus dem Re-
valer Ratsarchiv mitteilt, weist mit den Fehlem 1, 12 geist; 3, o
blodevergaten auf geyt und blut vergossen der Vorlage, das bieten
nur ADEY. D wird ausgeschlossen durch Einl. 2H sich loven
und up boemen, gegen EY spricht 11, 3 afgedan hcbben. Der
nd. Übersetzung hat A vorgelegen.
Damit ist M, dessen Abdruck wir nun folgen lassen, als un-
mittelbare oder mittelbare Vorlage aller bekannten Texte der
zwölf Artikel nachgewiesen.
M. Panzer 2708.
Dye Grundtlichen Vnd rechten haupt || Artickel, aller Baur
schafft vnnd || Hyndersessen der Gaistlichen vn || Weltlichen ober-
kayten, von || wSlchen sy sich beschwert || 5#^ vermainen. ^#^
* SpalatiiiBche Abschrift bei Struve, hißt, polit. Archiv 1719. 3, 141 tt'.
• Jac. Schlusser von Suderburg, Der Peurisch vnd protestierende Kriej,'.
Basel 1573.
^ Forschungen zur deutschen Geschichte 17, 346 If.
Die zwölf Artikel der Bauern 1525. 9
ll dreiteiliges Blattstüek. || Sckmale Titelbordure. Sechs Blätter in
Quart; Titelrückseite und letzte Seite frei. Typen und Kolumnen-
breite stimmen zu Drucken Renatus Becks* in Strassburg.
Vorhanden in Augsburg. Berlin. Dresden. Frankfurt. Gotha.
Göttingen. Halle. Innsbruck. Ithaka. München ü. München H. St.
(3). Nürnberg G. M. (3). Strassburg. Stuttgart. Tübingen.
Weimar. Wolfenbüttel. Zürich St.
Di« wider
Christeo.
Des neuen
Euangeli
frücht.
Dem Christlichen leeser Fryd vnnd a ü
Gtmd goites durch Christum.
ES setfn vil wider christe, die yetzüd vö weg
en der versamleteti Baurscliafft, das E-
5 uangelion zu schmehn vrsach Giemen, sag-
est, das seyn die frikht, des neiven Em-
gdions? Nyemant geliorsam seyn, cm al-
len ortteil si4:h empor heben vn auff pomen, mit grossem
gewcdt zühauff lauffen vnd sieh rotten, GaisÜich vnnd
10 weltliche dberkaiten zureformieren, außzurcytten^ Ja
vüleücht gar zu erscldagen? Allen disen GoÜosen freuen
liehen viiailem, Äntwurte dise nachgeschribne Artick
H, Am ersten das sye dise schmach, des wort gotes auff
lieben, Zum andern die vngehorsamikait, Ja die Em-
15 porung aller Bauren Christelich endtschuMigen, Zum
ersten, ist das Euangelion nit ain vrsach der Emporüg
en oder auffrüren, Dye weyl es ain rede ist, von Christo
dem verhaissne Messia, Wdchs wort vnd leben, nichts
dan, liebe, Fride, Geduldt, vn ainigkaiten lernet, Also
20 dz alle die in disen Christü glaube, lieplich, Fridlich, Ge
dultig, vnd ainig werden. So dan der grund edler Ar-
ticket der Bauten (Wie dan klar gesehen wirt) dz E-
uangelion zuhören, vnd dem gemeß zu leben, dahin ge-
richt ist, Wie mügen dan die widerchristen das Ewan-
£5 gdion ain vrsach der Emborüg, vnd des vngehorsams
nennen? Das aber etÜich widerchristen vnd feynd deß
Euangelij, Wider soUiche anmuttung vn begerüg sieh
lofien vnd auffbomen, ist das Euangeliofi nit vrsach,
Sonder der teiifel der schedlicJist feynd deß Ewangelij,
r.o der solches durch den vnglauben in den seynen enveckt,
^ An seinen Tod im Jahre 1622 zu glauben verbietet WeUer 3810.
Antwurt
d' artickel.
Entsohnl-
digfig der
Artickell.
Koma. 1
10 Alfred Götze.
Hye mitte das, das, wort Gotes (liebe, fryd, vnd ainig
Icait lement) vndergetruckt vn wegkgemmen wurde,
[r] Zum andern dan klar lauter volget, das dye Bareren
in jren Artickeln solches Euangdion zur leer vnd leben
begerendt, nit müge vngehorsanij Auffrtirisdi, genmt 35
werden. Ob aber Got die Paaren (nach seynetn wort
zu leben angstlich rüffent) erhören will, Wer will den
Wille gotes Tadlen? Wer wiU in sein gericht greyffeti?
Roma. 8. Ja wcr wUl seiner mayestet u^jd' strebe? Hat er die kind-
▼nd^u' ^^ Isrähel eü jm schreyendt, erhöret, vnd auß der hand 40
Pharaonis erlediget. Mag er nit noch heut die seynen
erretten? Ja er wirts erretten! Vn in ainer kürtz! Der"
halben Christlicher leser. Solliche Nachuolgendt Ärt-
tickel lyse mit fleyß, Vnd nach nuds vrtml.
A iij Hye nachuolgent die Artickel.
Der erst Ärtickd,
Vm ersten ist vnser diemuttig bytt vh
Borna. 11
Esaie. 40
Luce. 18.
t ^ —
/ beger, auch vnser aller wiU vn maynüg,
*" das wir nun fürohin gewalt vnd niactit 5
wollen liaben, ain gantze gemmn sol ain
Pfa/rer sdbs Erwolen vnd kyesen. Auch gewalt haben
^Tito^i* ^^ selbigen wider züentsetzen, wan er sich vngepürlich
Actuü. 14 hieldt, Der selbig erwolt Pfarrer soll vns das hailig E-
uangdi lauter vh klar predigen one allen menschlicJie zu 10
Satz, leer vnd gebot, dan vns den waren glaube stetz ver-
E^^i^ b" A-ünrftV/e», geyt vns ain vrsach got vhi sein gnad zti bit-
Deutro. 10 tcn, vuns den selbygen waren glawben eiribylden vnd
in vns bestetten. Dann wann seyn genad in vnß nit ein
Johann. 6 gepyldct unrdt, so bleyben wir stetz fleysch vn blüt, das 15
Gaiiata. 2 duh nichts nut^s ist, wie klarlich in der geschrifft stat das
wir allain durch den waren glauben zu got konien kind
en, vnd allain durch seyn bannhertzigkait salig müssen
werden, Darumb ist vns ain sollicher vorgeer vh Pfar-
rer vj nbtten vh in diser gestalt in d*geschrifft gegrindt, 20
Der ander artickd.
Wie dann ^^^j andcm nach dem der recht Zehat auff gesetzt ist
die gannts " ^
Epiftei «ä im alten Testatnent und im Neuen als erfiädt, nichts
taget, destminder wollen ivir den redite kom zehat gern gebe.
Die zwölf Artikel der Bauern 1526.
11
5 Doch wie sich gebürti dem nach man sol in Got gebeti,
vn den seynen mitayU, gdmrt es ainem Pfarrer so klar
das wort gots verkindt, Seyen wir des mllen hinfiiro
disen zeluU, vnser kirch Bropst so dan ain gemain seiet,
Sollen einsemlen vnd eynnemen, daruon ainem Pfarr-
10 er so vö ainer gantzen gemain erwolt toirt, seyn zymlkh
gtiügsam auffenthait geben, jm vnd den segnen, nach
erkantnus ainer gantzen gmain, vnnd was über bleybt
sol man (armen dürfftigen, so im selbe dorff verhandn
seynd) mittaHen, nach gestalt der sach vn erkantnus ain
15 er gemain, was über bleybt soll man behaltten, ob man
Baysen mußt von lands not wegen. Darmit man kain
landts Steuer dürff auff den armen man legen, Sol manß
von disem Überschuß außrichten. Auch ob sach were daz
ains oder mer dorffer weren, die den zehenden selbs ver
to kaufft hettent auß etÜidier not halbe, die selbige so dar
umb zu zaigen, in der gestalt Jiaben von aynem gantzen
dorff der sol es nit entgdtn, Sond' wir wellen vns zym-
licher weyß nach gestalt der sach mit im vergleychen, jm
soUichs wider mit zymlicher zyl vnd zeyt ablossen, Aber
35 wer vö kainem dorff soUichs Erkaufft hat vn jre forfa-
ren jnen selbs solchs zugeaygent haben, wollen vnd soU
en vnd seynd jnen nichts weyters schuldig zügeben, al-
ain une obstat vnsem Erwolte Pfarrer darmit zu vnd-
erhalten, Nachmalen ablesen, oder den dürfftige mit-
30 fallen, une die hailig geschryfft innkolt, Sy seyen gaist-
lich, oder weUÜich. Den klaynen zehat wollen wir gar nit
geben, Dan Got der herr hat dz vich frey dem menschen be-
schaffen, das wir für ain vnzymlichn zehat schetzen, den
die menschen erdicht haben, Darumb wollen wir jn nit
35 weytier geben.
Der drit artickd.
Zum dritten, Ist der brauch byßher geivesen das man
vns für jr aigen leüt gehalten Jiaben, wolchs zu erbarm-
en ist, angesehen das vns Christus ail mitt seynem kost-
5 parlidien plutvergussen, erlaßt vnnd erkaufft hat. Den
Hyrtten gleych alls wd odls Den höchsten, kain außge-
nommen, Darumb erfindt sich mit der gesdiryfft das
wir frey seyen vnd wollen sein. Nit dz wir gar frey weil
Paal. 109
Oeneti. 14
W
De. IS. IS
Deatro. S6
1. Thim. 5
Math. 10
1. Chor. 9
Ein Christ
Hohe erpiet
tung
Luoe. ß
Math. 5
M& sol nie
mit niohs
nemen.
Genesis. 1
Esaio. 53.
1. Petil. 1.
1. Chor. 7.
LA ilij]
Koma. 18.
Sapien. 6.
1. Petri. 2.
12 Alfred Götze.
len setm, kain öberkait haben weUen, Lernet miß Gott
Deut. r> ^ '
nit Wir sollen in gepotten lebeti, nit yn freycm flnjsrhlieh i«
Luce 4 ^^ niüttmlepi, Sander got liehen, jn als vnserrn Herren
Luce. 6. jn vnsern nerhsten erketinen, vnnd alles das tJwn, so uijr niwlt
johan. 13 9^^^ hetten, das vnns Got am n/iehfmal gepotten hat
SU anier letz. Darumh sollen wir nach seinem ge})ot lehen:
zaigt nid weißt vns diß gepot an das wir der oberk- ir>
Jcait nit lorsam seyen? nit allain der öberkait, stmder wir
Koma. l.T ,, . - ^. e .. ~ -. . ,
sollen vns gegen jemrman dtemutfgn, das wir auch gc-
ren gegen vnser erweiten rnd gesetzten oberkayt (so vns
Actuü. 5 ran Got gesetzt) jn allen zimlichen vn Christliehen saeh-
Ain Christ ^j, gcrcn gcharsam sein, seyen auch onzweyfel jr wrrdendt io
liehe erbiet
tung. vnß der aigensehafft als war vnnd recht Christefi geren
endilassen oder vns jm Euafigeli des berichten dz wirß
seifen.
Der Viert Artickel.
Zum inerten ist Inßher jm brauch gewesen, dz kayn arm
er man nit gewalt gehabt halt, das willjyret gefigel oder
fisch jn fliessende wasser nit zu fachen, zu gelassen werde,
welchs vns gantz vnzymlich vn vnbriiderlieh dunekt, sun h
der aigennützig vn dem wort Götz nit genieß sein, Auch
in eÜicJien ortem die öberkait v^%s dz gewild zu trutz vnd
mechtigem schaden habe, wir vns dz v^nser (so Got dem
AoinVL 10 '^^^^^^ ^" '^wte wachsen hat lasseyi) die vnuemüfftigen
1 Timo 4 fhyer zu vnutz verfretzen mutwüigklicti, leydi mussetu lo
coioM. 2 dar zu stillschweigen, das tcider Gott vnd dem nechsten
uäe^'erhii ^^'' Wafi als Gott der herr den fnenschen crsehuff, hat er
tung jf^i gewalt gehen vber alle thier, vber den fogel im lufft
vnd vber den fisch jm wasser. Darumh ist unser begercn
wan ainer wasser hette dz ers mit gmigsamer schrifft br- i-,
i'] wcysen mag das man das wasser in wyssenlych also er-
•uiche er- kaufft hcttc, begcrcn wir jms nit mit gewalt zu nemen
etung f^^^y^^j^y ^j^^j must ain Christlich eynsechen darynneyi
habe vo wegen bruderlicher lieb, aber wer nit gnugsam
anzaigen darum kan thon, solß ainer gemayn zymlich- k»
er weyß mittailen.
Der Funfft artickel
Zum fünfften seyen tvir audi beschwert der holtzung
Jialb, dan vnscre herschafften habend jfienn die hoUzer
Die zwölf Artikel der Bauern 1626.
13
alle aUain geaiffnet, vn wan der ami man was hedarff
5 muß ers vmb eway gddt kauffen, ist vnnser maynung:
was für hoÜzer seyen^ Es hdbens geistlich oder weltlich
jnnen die es nit erkaufft haben, sollen ayner gantzen ge-
main wider ahhaim fallen, vn ainer gemayn zinilicJier
weiß frey sein, aim yeÜiche sein noturfft jnß hauß zu hre-
10 en vhl sunst lassen nemen, auch wan vö noten sein wurde
zu zymem auch vm sunst nemcy doch mit wissen der so vö
S gemain darzu erweit werdn. So aber kains verhandii
wer, dan das so redlich erkaufft ist wordenn, Sol man
sich mit den selbigen briederlich vn Christelich vergleidi-
15 en, Wan aber das giU am anfang auß jnen seJbs geay-
gnet wer worden vnd nachmals verkaufft worden, Sol
man sich vergleichen nach gestaU der sach vn erkantnuß
hriederlicher lieb vnd heiliger geschrifft
Der Sechst artickel.
Zum sechsten ist vnser hart beschwerung der dyenst hal-
ben welche von tag zu tag gemert werden vnd teglich zu
nemen, begeren tvir das man ain zimlich einsechen dar
5 ein ihu, vnß der massen nit so hart beschweren. Sonder
vns gnedig hier jnne ansechen wie vnser EUem gedient
haben ailain nach laut des wort gots.
Der sybent Artickel,
Zum sibende dz wir hinfüro vns ain herschafft nit wey
ter woüe lassen beschwere, sond" wieß ain herschafft zym-
licher weiß aim verleycht also sol erß besitzen laut der ver-
5 ainigüg des herren vn bauren. Der Jierr soll jn nit weiter
zwyngen noch dryngen, mer dyenst noch anders von jm
vmb sunst begeren, Darmit der Baur solych gutt onbe-
Schwert also rüeblich brauchen vnd niessen müg, ob aber
dem herre dienst von notten weren, sol jm der baur willig
10 vn gehorsam für ander sein, doch zu stund vnd zeyt, das
dem bauren nit zu nachtaü dyen, vnnd jme vnib aynen
zynüichen pffenning denst thün.
Der Achtet Artickel.
Zum achten sey wir beschwert, vn der vü, so guter jnnen
haben, das die selbigen guter die güU nit ertragen kinde
Wie oben
im ertteu
oap. des. 1
bSch Mo-
8i anjutigt
ist.
Uieraafd
nitt anfa-
rayttong
des holts
geschahen
Wirt, ange
sehen die
yerordnet
6 Ain orist
liehe erbiet
tong
Roma. 10
B
Lace. 3
1. Tessa. 4
14 Alfred Götze.
vnd die Bauren das jr darauff einbiessen vh verderben,
das die herschafft dieseUbigen guier, Erberleüt besichtig 5
en lassen, vn nach der biUiJcayt ain gyÜ erschopff, damit
der baur sein arbait nit vnib sunst Hiye, dan ain yeÜicher
tagwercker ist seyns hns tvirdig.
Der Neundt ÄrUckel.
B*h6ft^6 ^^ neunten seyen wyr beschwertt der grossen frefd, so
man stetz new sateung macht, nit dz man vnß strafft nach
j^ gestaU der sach, sunder zu zeyten auß grossem neyd, vnd
Tl. o« ^^ zeytten auß grossem gunst, Ist vnser maynung, vns 5
bey alter geschribner straff straffen^ darnach die sach ge-
handelt ist, vnd nit nach gunst.
[r] Der Zehent Artickd.
wye oben Zum zchcnden sey wir beschwert, das dlich haben jnen
Luce. 6 zugeaignd wisen, der gleiche ecker, die dah ainer gemain
zu geherendt, Diesdbigen werden wir wider zu vnsem
gemainen handen nemen. Es sey dann sach das mans 5
Swet^ rerfZicÄ erkaufft hob, wan mans aber vnbiUycJier weyß
erkaufft hd, Sol man sich guÜich vnnd briederlieh mit
ainander vergleychen nach gestalt der sach.
Der Äylfft Artickel
Zürn aüften wellen unr den brauch genant den todt fall
^*^ i* gontz vn gar abthün habn, Den nimer leide noch gestat
Math. 23 ten, das man wüwen waisen das jr urider Got vn eere,
also schenÜich nemen berauben sol, wie es an vü ortten ( s
menigerlay gestaU) gesdiehen ist, vh von de, so sy beschitz
en vnd beschirmen soUen, hand sy vns geschunden vnnd
geschahen, vnd wan sy wenig füg hettendl gehabt, hett-
endt siß gar genomen, dz Got nit mer leide u?yl, sunder
sol gantz absein, kain mensch nichts hinfiro schuldig sein 10
zu gd)en, weder wenig noch vyl,
Beschluß,
Zum zwdften ist unser beschluß vn endäyche maynüg,
wann ainer oder mer Artickd alhie gestddt (So dem
1^6 wSck ^^^ Gotes nit gemeß) weren, als wir dah nit vermain
ei im wort en, dic sdbigen artickd, wol man vns mit dem wort GoU 5
giyffBii ley fÜT vnzimluA anzaigcn, wdU ujyr daruon abston, wan
mans vns mit grundt der schrifft erklert. Ob man vfis
en.
Die zwölf Artikel der Bauern 1525. 15
schon etlich ariidcel yeiz zu lyeß, vn hernach sich hefendt chri.tiich«
das unrecht teeren, soüen sy ton stup^dan todt vn absein,
10 nichts mer gelten, der gleichen ob sich in der schrifft mit b u
der tcarhait mer artickd erfunden, die wider Oot vnd
besdiicemus des nad^teti wereti, will wir vnns auch
vorbehalten, vtmd beschlossen haben, vnnd ms in aller
Christlicher leer geben vnd brauchen, darumb wir Grott
15 den herren bitten wollen, der vns das selbig geben kan
vnnd sunst ngemant. Der frid Christi sey mit vns allen.
An dem Satze von M sind, wie schon Lehnert S. 79 beobachtet hatte,
während des Drockes einige Besserungen Torgenommen worden. So hat
das Dresdner Elzemplar Einl. 30 den, vnglauben; 42 Vn.; 1, 20; 2, 25; 8, 4;
12, 8. 9 vn; 2, 6 Pfarer; 7, 5 her; 8, 5 Erberleüe. Unser Abdruck folgt in
diesen Fällen dem Gothaer Exemplar. Der Abdruck ist buchstaben- und
zeilengetreu, verbessert sind ausser einigen falschen Interpunktionen folgende
Fehler: Einl. 28 Ionen; 32 lement(; 1, 12 got vnd; 17 anlegen; 23 gestalt
vn sach; 24 ablassen; 32 herr dz; 3, 3 w5lch; 7 dammb; 12 das so; 15 nit
an; 20 wedendt; 4, 4 fliessenden (offenbar falsche Auflösung eines hand-
schriftlichen fliessende); 8 wil; 10 )le7demfissen); 15 schriff; 16 ynwyssenlych
(mit Modifikation der Histor. Yierte^ahrsschrift 1901 , 1 , S. 15 f. vorge-
schlagenen Aenderung. Der Sinn der Stelle ist: dass der Herr das Wasser
mit Wissen der Bauern gekauft hätte); 19 brüderlicher; 5, 2 beholtzung
(was einen schiefen Sinn giebt, trotzdem Luther keinen Anstofs nimmt wie
Text ü); 9 des; 12 den; 11, 6 den; besitzen; 9 diß; 12, 3 alßhie; 7 gmndt;
Glosse zu Einl. 13 Antwurt. d'; 2, 12 Deutro. 25 (geht auf 5. Mos. 26, 12,
wie schon die Altenburger Ausgabe von Luthers Werken 3, 112 gesehen
hat); 2, 25 nieemät; 3, 12 Math. 5 (gemeint ist 7, 12); 7, 7 Tessa. 6.
L. Panzer 2707.
Dye Grundtlichen Vnd rech-|,ten haupt Artitkl, aller Baur-{ schafft vnd
Hjndersessen der | Gaistlichen vnd Weltli-| chen oberkayte , von | w6lchen
sy sich I beschwert ver-jmainen. || Holzschnitt 60:73 mm: 1. vier stehende, r. drei
sitzende Bauern lebhaft gestikulierend. Titelbordure aus vier, innen geradlinig
abgeschnittenen Stücken, 170 : 120 mm. Sechs Blätter in Quart, Titelriickseite
und letzte Seite frei. Stil der Bordüre, Typen, Wasserzeichen, Kolumnen-
höhe und -breite stimmen zu Drucken Hans Schönspergers in Augs-
burg. Vorhanden in Augsburg ^ Berlin, Dresden (2), Halle, Jena*, Königs-
berg, Leipzig, Wien (als Beilage zu Thomans Weissenhomer Historie.^)
^ Hiemach wohl der Auszug im Jahresbericht des bist. Vereins für
Schwaben und Neuburg 1842 f. S. 80—82 (sog. Roggenburger Exemplar).
' Aus dem Nachlass Wolfgangs v. Goethe.
' Baumann, oberschwäbische Quellen S. 65. 239.
16 Alfred Götze.
Einl. 4 versalmmleten; 15 Christelich; 17 rede, von; 20 die d sen; 3*2
lement); 42 erretten: Ja er wirts erretten. Vnnd; 1, 18 turch; 2, 2 it alten ;
3, 3 zfi; 5 vergiüssen; 15 oberkait; 4, 7 ortem; 16 vaascr; 19 brudelicher
liebe; 20 dorumb; 5, 4 bedarfit; 5 maygnung; 9 brennez: 18 liebe; (iloBse
zu Einl. 18 Rom. 2. 2; 4, 17 erpietimg; 6, 5 Rorm.
Z. Weller 3276.
BeBchwerung vnd freimtlich beigeren mit angehefflem Christlichem
erbie-jiten der gantzen Bawerschafft So || itzund versamlot tu zwelff hawbt
Artickel auffa kurtzist gefuget | darunter Holzschnitt : Bauer mit Schwert an
der Seite. Bordüre v. Dommer 395 Anm., danach Druck von Jörg
Gastel in Zwickau. 6 Blätter in Quart, Titelrückseite bedruckt, letzte
Seite frei. Vorhanden in Aschaffenburg, Breslau U, Dresden, Frankfurt,
Giessen, Göttingen, München U, Wernigerode, also vorwiegend in Mittel-
deutschland. 1525 kam dieser Text, wie die Existenz von X beweist, nach
Wittenberg, hier scheint ihn Luther benutzt zu haben (vgl. Einl. 20 lieblich;
40 Israel; 1, 6 eynen mit seiner Ermahnung zum Frieden), dann ist Z in
die Wittenberger Ausgabe von Luthers Schriften 2, 75 ff. übergegangen
(Einl. 31 das das wort; 39 wider streben; 11, 9 dis), von hier in die Jenaer
8, 111 ff. (Einl. 6 Evangelien; Glosse zu 12,4 dieweil alle die Artickel),
daraus wieder in die Altenburger 3, 111 ff. (Glosse zu Titel angehefftem:
Ja hinter sich; Einl. 39 Msy'estet; 1, 1 Folgen die XII. Artickel der Baur-
Bchafft), zu den Bibelglossen der ersten neun Artikel sind hier die Vers-
zahlen zugefügt. Das übernimmt die Leipziger Ausgabe 19, 250 ff., während
Walchs Ausgabe 16, 24 die Glossen weglässt. Diese fünf Abdrucke sind
modernisiert, treuer giebt den Text Z Waldau in den Materialien zur Ge-
schichte des Bauernkriegs 1, 16 ff., die Glossen lässt auch er weg.
L Besserungsversuche: Einl. 3. 6 sind; 8 orten entborung, Sich
heben; 14 vngehorsamkeyt; 16 entporung; 24 widerchristischen ; 34 die yn;
1, 6 eynen; 12 gibt; 17 mögen; 2, 10 Seynen zimlichen; 14; 5, 17 sachen;
18 vberflüsse; 24 ablosen; 26 wollen sollen; 27 wir yhnen; 3, 3 habe;
5 vergiessen; 18 vnserer; 4, 3 mann gewalt; 4 ym; fahen wilchs; 7 an;
16 wissenlich; 20 thun; 5, 12 worden; 7, 2 vns hynfurt; 6 dringen noch
zwingen; 10 andern; 8, 1 achte; 5 erbere leut; 9, 6 zu straffen; 12, 12 be-
schwerung; 16 Amen; Glosse zu 2, 20 erbitten.
Druckfehler: Einl. 1 Christlichem; 10 obirckeyt; 12 vrteylen
beschriebene; 17 auffrhuren; 18 verheyschen; 28 ist, ist
32 lernet; 38 gereicht; 39 mafs; 41 nach heute; 1, 2 ersten; 5 gewait
7 Pharrer; 10 alle; 13 vnd; 20 vnd diser; 2, 2 dene; 4 zu geben
6 so er; 7 verknndt; 9 denen; 20 der, vmb zu zeyge; 3, 6 keynem
8 wollen nach frey ausgefallen; 10 fleyschlichem; 20 gehorsame
22 erlassen; 4, 8 mechtigen; 5, 1 articktl^; 3 herschafft; 5 moynnng
14 selligen; 6, 3 welcher; 4 eynseher; 7, 3 weyfs; 4 er; 5 dises
8, 1 articktl; 2 sitzen; 6 nach; am zinse gelt erschaff; 7 eybeyt
Das Dresdner Exemplar hat Artickel.
Die zwölf Artikel der Bauern 1686. 17
D, 1 neuude; 10, 7 gfitlich brnderlich; 11, 8 abthun; 12, 6 wolten;
Glosse za Einl. 18 ff. 2,8; 3,12 weggefallen; 2,24 Math. 15 mann
soll niemants nehmen; 8, 8 11. Petr.^; 4, 12 Golosser; 5, 12 Für aas
an streyttung des solt geschehen; 12, 9 erbitüg.
n. Mhd. ei und ! ist durchweg mit ey gegeben ausser 2, 10 gemein,
j beseichnet nur auslautendes i, v nur anlautendes u, daher Einl. 14 u. 0.
ia; Einl. 83 u. ö. folget; doch 2, 25 vorfaren. y ist beseitigt ausser
Einl. 44 lyfs, es ist eingeführt in die Präposition yn, ym und das Pronomen
yhn, ym, yme, yhm, ynen, yhr, yhre, sowie in hyn; 2, 4 mynder; 2, 80;
6, 6 ynne; 8, 17 yderman; 4, 8 wyl; 10, 3 wysen; 11, 3 nymmer.
0 und u gelten in der Begel auch für den Umlaut, für die Diphthonge
aw, ew. Vor Konsonantgruppen wird aw durch au, ew durch eu ersetat.
Umgekehrte Schreibung ungerundeter Vokale ist beseitigt, die Entrundung
bis auf Titel ; 12, 2 zwelff.
In den Verbindungen Id, nd, rd steht d statt t, dt wird meist zu d
oder t vereinfacht, doch Einl. 42 erredten; 9, 4 neydt; 11, 7 handt. dd
steht regelmässig in widder und odder, gelegentlich in taddeln Einl. 88
und Widder r= weder 11, 11. Statt nit steht nicht ausser Einl. 41; 8, 10.
m, 1. SUtt da, dar hat Z Einl. 28 u. 0. do, dor, statt nach 3, 14 u. 5.
noch, statt dann und wann: denn, denne, wenne.
2. Häufig wird unbetontes e an- oder eingefügt: Einl. 9 hauffe;
geystliche; 11 villeychte; 23 deme; 26 feynde; 87 were; 1,3 vnsere
demutige u. s. f , Einl. 4 versammeleten; 85 genennet; 1, 9 er-
welete; 16 stehet; 20 gegründet; 2, 8 alles erfüllet; 12 gemeyn;
8, 16 gehorsam; 4, 15. 19 genügsamer; 6, 6 genedig.
8. Vereinzelt tritt i an Stelle des unbetonten e: Titel kurtzist; Einl.
2: 6, 7 Gottis; Einl. 10 obirckeyt; 3, 12; 4, 11; 12, 12 nehisten;
nechisten; Glosse zu 12, 5 Gotis.
4. Silbentrennendes h steht 1, 16 stehet; 19 furgeher; 3,10 freyhem,
fehlt Einl. 40 Israel.
5. Einzelheiten: Einl. 6 u. ö. Euangelium; 8 entb6rung, 14 u. ö.
entporung; 12 antwortten; 15 u. ö. Christlich; 20 lieblich; 27
Teuffei; 36 Bawern; 1, 9 bilde; 15 eyngebildet; 19 u. ö. für; 2, 7
Seynt. willens; 8 Probesten; 9 eynsameln; 15 u. ö sal; 20 u. ö.
hetten; 21 eynen; 28 oben stat; 82 viech; 3, 4 kostbarlichen blüt;
10 u. ö. geboten; 4, 3 gefogel; 18 u. ö. sehen; 5, 9 jglichem; not-
turft; 7, 6 änderst; 8, 2 ynne; 4 buesen; verterben; 7 thue; 10, 8
zugeeygent; 8 vorgleychen; 11, 6 mancherley; 12, 4 vormeynen.
X. Woller, Supplement 333.
Beschwervug vnd fru;,ntlich begeren mit || angehefitem Cristlichem er-
bieten der II gantzen Bawerschafft Soitzund | versamelt yn zwelff hawbt
Artjtickel auffs kurtzist gefuget || drei Blattstücke. Bordüre v. Dommer 87 A,
danach Druck von Nickel Schirlentz in Wittenberg. Sechs Blätter
in Quart. Vorhanden in Göttingen.
* Das Dresdner Exemplar hat 1. Petri. 2.
HistoT. Viertelijahnchrin. 1908. 1. 2
18 Alfred Götze.
I. X verbessert die oben nicht gesperrten Druckfehler von Z, damit es
trotzdem der schlechteste Text der zwölf Artikel bleibt, führt es folgende
neue Druckfehler ein: Einl. 1 lesee; 11 villichte; dissent; 15 entauldigen;
16 Euangilium; 17 Christi; 19 enjkeick; 22 Euanglium; 24 Euageljum; 30
▼nglaben; 31 fehlt das eine das; 32 weggenommen; 37 zn; 39 sterben;
41 mvg; 1, 1 artickel der; 7 keysen; 2, 7 hinfurr; 9 eynen; 10 v6; 13 durf-
fentigen; 18 auch; 26 zugeejtgent; 27 weyrters; 8, 2 bist; 3 erbarme, ist
ansehen; 4 kostbarlich; 6 vergissen; 4, 2 Zum virden; 4 fleiessenden
6 vnbruderllch; 8 mechtiget; 9 waschsen; 10 mutwilligch; 16 genusamer
5, 9 nottorfft; 13 erkanfft; 17 vorglychen; 18 heyliher; 6, 6 se; 6 gedinet
7, 8 weys eyn alt herkomen hat sol; 8, 6 lasen; 9, 1 nenude artitk; 6 strafft
11, 3 nochstaien; 5 berawb; 6 man mancherley; von, so; 8 geschuben
9 des; 12, 2 beslieslich; 6 GSttis; 9 daa; dodt; Glosse zu Einl. 3 widden
Christre; 7 Euangeli frgcht; 1, 15 John.; 2, 15 Thor.; 28 Luce. 9; 33 fehlt
1; 8, 2 Esaie. 88; 8, 8 11. Petr: 7; 3, 20 Am Chriistlich erbtuug; 4, 16 zu
tief; 7, 7 Thess 9.; 9, 2 Esai 0. Ephe; 9, 5 Ihre 29; 11, 4 fehlt; 12, 6 ge-
grifen. Ausserdem wird öfter d mit d' verwechselt, e und n mit e und n,
die Interpunktion ist höchst unregelmässig, die Trennungsstriche dienen
gelegentlich zur Zeilenfüllung , Klammem erscheinen in der Form (...(.
Besserungsversuche: 1, 3 begeren; 4 willen; 5 hinfurt; 20 schrift;
6, 5 der; 9, 7 gunst zu straffen domoch die sacht ist; 12, 17 Gottes wort
Ynd will Beschehe yn allen Enden.
IL In den Abweichungen ist wenig Absicht zu merken. Für i tritt
öfter j und y ein, also: dje; nyt; mensch^'chen; erkentzijs; wjr; wyr;
wyllens; wyrd. 5 A ü sind beseitigt bis auf 2, 29 ablSsen. Md. ist 5, G
bemnen für brennen.
D.
Die gründtlichen vn || rechten haupt Artickel, aller Bauer- schafft vnd
Hyndersessen der Geyst-j^chen vnnd Weltlichen oberkeyten, Q von welchen
sie sich beschwert veij^meynen. Auch die Handlung vn || Instruction so
fdrgenomen woi||den seynn von allen Botthen y vnd hauffen der Bauren, ||
Im XXY. lar. || Darunter Holzschnitt: ausschreitender Landsknecht, die
Hellebarde über die 1. Schulter, Schwert und Federhut, r. Seite und r. Bein
längsgestreift. Um das ganze Bordüre mit Arabesken auf schwarzem
Grunde, die schmälere Kopf- und Fussleiste aus je zwei Stücken zusammen-
gestellt, auf der Fussleiste r. jagen sich Hunde. Sechs Blätter in Quart,
Titelrückseite frei. Nach Bensen in Rothenburg, also wohl von Conrad
Kern gedruckt, der sich auch anderweit für die Revolution bethutigt hat.^
Vorhanden in Berlin*, Heidelberg, Wien, Wolfenbüttel.
D ist von Bensen' unter Weglassung der Glossen und Paragraphen-
zeichen und Auflösung der Abkürzungen abgedruckt, ü giebt er meist
^ Baumann, Rothenburger Quellen 58. 144. 366. 541. 581. 616.
' Lehnerts Sigel D ' konnte aufgegeben werden, da der Druck nirgends
von D abweicht.
' Geschichte des Bauernkrieges in Ostfranken, S. 514 ff.
Die zwölf Artikel der Bauern 1525. 19
durch ü, 6 dorch ö wider. Ausser im Titel weicht sein Abdruck in fol-
genden Stellen vom Original ab: Einl. 7 Euangelions?; 8 u. ö. vn; 11 er-
schlagen?; 16 u. ö. dz.; 26 nennen?; 2, 13 verbanden; 3, 11 u. ö. herren;
4, 2 vierte; 16 vn wissentlich ; 5, 9 war eine in einem, 7, 4 eyne in eynem
aufzulösen; 14 christenlich; 7, 8 gniessen; 9, 2 weschwert; 10, 2 seynn;
7 vnnd; 11, 2 den.
E. Weller Supplement 1,332.
Der grüntlith vnd || rechten haupt Artickel, aller Baur-{|schafft vnnd
hindersessen der || Geystlicben vnd Weltliche oberkeyten, vö || welchen sie||
sich I beschwert vermeinen. || Blatt, zwei Sterne, Kreuz. Bordüre aus einem
Stück: oben hängt in einem Ringe eine Guirlande, r. und 1. von Knaben
gehalten, die auf Blumenstöndem stehen. In der Mitte der Seitenleisten
Maskarons, darunter wieder Blumenständer, auf zwei liegenden Knaben
stehend, die je einen Ellenbogen auf einen Totenkopf in der Ecke stemmen.
Vier Blätter in Quart, Titelrückseite bedruckt. Vorhanden in Frankfurt.
München U., Nürnberg St. Vom demselben Drucker (in Nürnberg? v. Dommer
zu Bord. 144) und mit derselben Bordüre ist das Exemplar der Bundes-
ordnimg gedruckt, dessen Titel Baumann, Geschichte des Allgäus 3, 34 in
halber Grösse facsimiliert hat.
1. Besserungsversuche: Einl. 9 Geystliche; 14 vngehorsamkeyt;
19 einigkeit; 2, 5 sichs; 3, 5 blut vergossen; 20 werdent; 4, 20 anzeygung;
7, 12 Pfenning; 8, 2 seyen; 5 erber leüt; 7 tagl6ner; 10, 2 seyn; 12, 8 be-
findt; 12 w6llen; Glosse zu 2, 16; 3, 4 Cor.; 2, 26 nichts; 6, 8 buchs.
Druckfehler: Einl. 23 leb; 24 Euägelio; 32 lernet; 1, 12 verkündig;
16 klarlich; 3, 21 eygentschafiPt; Cristen; 4, 10 mutwillichklich; 6, 7 herinen;
7, 3 w6Ue; 11, 4 wesen; eheren; Glosse zu Einl. 40: Exo. 3 vn (14 fehlt
am Seitenende); 2, 9 Deut. 18 vü 12; 2, 26 nieman; 3, 7 Sapeiu; 11 Luce;
12 fehlt am Seitenende; 4, 16 fehlt.
n, 1. ai und ay werden durch ei und ey ersetzt, y wird beseitigt,
z. B. Einl. 7 Nieman; 12, 16 niemandt; 31 hiemit; 1, 3 bit; 2, 24 zill;
3, 6 hirten; 6, 11 zimern; 7, 1 sibendt; 8, 7 thie; Glosse zu 12, 6 begrifen.
2. ü ist durch u oder ü, A gleichfalls durch ü ersetzt (doch 1, 18; 4, 10
mfissen), daher bezeichnet ü nicht immer den Umlaut: Einl. 29 teüffel;
32 würde; 37 rüffend u. ö. Der Umlaut bleibt öfters unbezeichnet: vber;
für; Einl. 6 und Glosse irucht; 42 kurtz; 1, 6 furohin; 4, 9 vnuemunffbigen ;
8, 3 künden.
3. Die Entrundimg ist beseitigt ausser Einl. 10 außzureytten; 1, 17
kinden; 4, 3 gefigel; 8, 7 thie; 10, 6 beschitzen; 12, 2 zwelfften, also:
wollen; 1, 3 demüttig; 3, 17 demütigen; 1, 20 gegründ; 2, 24. 29 ablSßen;
8, 4 einbüssen u. s. f.
m, 1. Dehnungs-e ist eingeführt: Einl. 1; 12, 16 fried; Einl. 11 u. ö.
diesen, dießen; 12 nachgeschriebne ; 8, 2; 11, 11 viel.
2. Die Ausgabe ist enger gedruckt als die meisten andern. Wo der
Raum auf einer Zeile knapp wird und sich der Drucker mit Aendemngen
wie Gotes, Gots für Gottes, dz für das nicht helfen kann, greift er zu Ver-
2*
20 Alfred Qötie.
einfachungen wie Einl. 7 Nieman; orten; 19 dan, Frid, Gedult, vnd einig-
keit; 26 nene; 26 f. dz; eÜich; des.
Umgekehrt kommen aber auch Erweiterungen zur Füllung der Zeile
vor: Einl. 41 scjnnen; 1, 11 u. ö. vnne; 2, 28 vnnsere, 2, 6 f. soll; Gott;
vnnd; seynenn; 2, 7 wortt Gottes; 3, 14 f. gebott; vnnd; vnns; nitt.
3. Einzelheiten: Einl. 1 leser; 6 und Glosse neüwen; 11 \'illeicht;
18 verhyssne; Welches; 22 u. ö. würt; 25 cmpSrüg; 33 volgt; 36 baurö;
87 engstlich; 89 maiestet; Hatt; 40 Israel; erhört; 1, 1 nochuolgend; 3 de-
müttig; 7 u. ö. Pfarher; 14 gnad; 18 selig; 2, 3 u. o. Zehend; 6 mitteylen;
8 Zehendt; 9 einsamein; 12 erkentnuß; 18; 6, 12 vorhanden; 14; 5, 17 er-
kentnüß; 26 zu geeygnet; 28 erweiten; 30 inhelt; 35 weyther; 3, 6 als
8 syn; 18 gebotten; 14 gebott; 17 u. ö. gern; 20 onn; 4. 2 gewessen
8 gehapt; willprat; 4 fahen; 18 einsehen; 5,9 jeglichen; notturft; 10 notten
6f 7 ansehen; 7, 7 gut; 8, 2. 3 gütter; 6 billigkeyt; 9, 2 freuel; 11, 6 manigerley;
8 betten; bettend; 12, 12 beschwemüß; nechsten; GloRse zu Einl. 13 Ant-
wort; 2, 20 erpitüg.
A. Weller 3280. Panzer 2706.
Die gruntlicben vnd || Vnd rechten haupt artickel, | aller Baurschafft, ;
vnd hyndersessen || der Geyst-||lichen || 0„berkey-||ten, || von welchen sje sich \\
beschwert vermeynen. H
M. GCCG. quadratum, Iz. et duplicatü. || V. cü transibit, christiana
secta peribit. || Ein M. vier c. zwey 1 darbey. || Vnd ein x das zwifach scy. !;
Bald man ein ein v. dartzu ist schreyben. || Werde nit so uil sectö der
christe bleyben. ||
Nürnberger Druck? Vorhanden in Berlin. Der Neudruck bei Oechsle,
Beiträge zur Geschichte des Bauernkrieges, S. 246 ff. löst die Abkürzungen
auf, beseitigt das Paragraphenzeichen Einl. 13. 15. 33, ändert 6, ii in ö, \i
and bessert an folgenden Stellen: Einl. 11 zuerschlagen; 16 Enangelion;
23 zeleben; 41 erlediget; 1, 9 pfarrer; 2, 7 Gotts; 2, 17 durff; 2, 31 Den;
8, 10 nitt; 3, 14 darumb; 5, 13 wer; 7, 12 zuthon; 9, 2 iseyen; 10, 3 denn;
11, 11 noch; 12, 12 anch; 12, 14 Dammb; 12, 16 vus; Glosse zu 2, 2 gantz.
S. Weller 3278.
Di& grundtliche vnd || rechten haubt Arti-|ckel, aller Baur-{|schaift vnd
hinjldersässen der [ gaystlichen | vnd weit || liehen || ob- erkay-jten, von
weljchen sy sich beschwert || vermaynen. || tf* \\ Bordüre aus vier Stücken,
158 : 103 mm., Schriftfeld 120 : 70 mm. Arabesken aus stilisierten Drachen -
leibem, an den Mitten der Innenseiten schraffiert. Sechs Blätter in Quart,
Titelrückseite und letzte Seite frei. Vorhanden in Zürich St. und nach
Weiler in Frauenfeld. Druck wohl von Andreas Cratander in Basel.
I. Besserungsversuche: Einl. 28 nitt ain; 3, 3 wclchs; 9 leeret;
11 vnsern; 15 oberkait; 20 werdSd; 4, 3 nit ausgelassen; 6 vn-
gemäß; 20 thun; 5, 16 verkaufft wer wordn; 6, 6 vnsere; 7, 8 riilich;
8, 1 achtend; 2 seynn; 5 Erber leüt; 9, 3 newe; 10, 2 seyen; 5 hende;
11, 5 nemme vnd; 8 ain wenig; 9 sy es; 10 hinfür nichts; 11 vi!
Die zwOlf Artikel der Bauern 1625. 21
noch Ifltzel; 18, 6 wolten wir; 12 wSllen; 14 gebrauchen; Glosse zu
1, 7; 2, 13 Tim.; 2, 16; 8, 4 Cor.; 6, 8 bÄchs; 9, 6 Hiere.
Druckfehler: Einl. 81 liebesfHd; 82 lernet; 40 schrejenn; 1, lOmencfa-
lichen; 2, 9 sSllen ain gemain einsemlen; 24 zeil; 26 z. geaignent; 4, 5
fehlt: vn; 9 verntUStigg; 10 m&twillgklich; 13 allen; 6, 14 Christelich;
12, 7 man; grundt; Glosse zu 2, 5 Psal. 119; 6, 11 Hieruß nit; 15
wirdet. Angesehe.
n, 1 ai ist durchgeführt, auch wo es M nicht hat; anlautendes j der
Vorlage ist in i (im, ir, iren; hierinnen) oder y verwandelt: 3, 17 yederman;
3, 22 u. 0. ym; Einl. 40 jsrahel.
2 & statt e: Einl. 5 schm&he; 23 gem&O; 29 sch&dlich; 1, 11 u. 0.
flt&ts; 14 best&ten; 2, 18 wäre; 19 u. ö. w&ren; 6, 13 w&r; 33 sch&tzen;
S, 12; 4, 11 nächsten; 4, 3 willprät; 6, 2 beschw&rüg; 5 u. ö. be-
schworen; 7, 7 u. 6. beschw&rt; 12, 12 beschw&rnuO; 6, 3 tftglich;
6 gnädig; 9, 2 fr&ffel; 10, 3 &cker; 11, 6 geschähe; 8 h&tend, hättent;
12, 4 gemäß) w&re; 7 erklärt; 8 befand.
3. Die Entrundung ist beseitigt: EinL 10 Außreüten; 1, 17; 8, 8
künden; 1, 20 gegründt; 2, 7 verkündt; 22 wSllend; 4, 3 geffigel;
5, 14 u. ö. brüderlich; 8, 8 würdig; 10, 4 zu gehörend.
4. b steht für p: Einl. 8 enbor; bSme; 14. 16 embSrung; 20 lieblich;
36 Bauren; 1, 16 eingebildet; 3, 4 kostbarlichen blüt vergeüssen;
10 geboten, 13 gebotten, 14 f. gebot; Glosse zu 2, 20 erbiettung.
m. Einl. 8 synd; 22 dar; 28 Ionen; auffpSmen; 36 müggd; auff-
rfirisch; 37 rAffend; 1, 3 demAttig; 14 gnad; 16 nütz; 2, 6. 6 gepürt;
8 PrSpst; 13; 6, 12 vorhanden; 17 landssteür; 21; 11, 6 gstalt; 22
engelten; 27 sejen; 29 durfftigen; 30 innhelt; 3, 6 Hiertten gleich
7 gschrifft; 16 gehorsam; sonder; 17 gen; demütigen; 4, 4 fahen
7 gwild; 9 wachssen; 20 gmajnd; 5, 9 ietliche; 8, 6 gült; 7 thAe
8 seynes; 9, 7 gehandlet; 11, 6 schandtlich; 6 mangerlay; 7 hond
12, 14 äbe; Glosse zu Einl. 13 Antwort; 4, 12 Colloss.
T. Weller 3279.
Die grundtlichen vnd rechten || haubt Artickel, aller Baui^schafit, vnd
hindersessen || der gaistlichen vn welt||lichen oberkayten, 1 von welchen sy ||
sich beschwärt | vermaynen. | Ji» || Bordüre aus einem Stück, 149 : 99' nun,
Schriftfeld 71 : 62 mm. Oben Engelsköpfchen über einem Halbkreis, den
r. und 1. Engel halten, der 1. mit einem Bogen, der r. mit einem Spiesse
bewaffiiet, an den Seiten Säulchen auf hohen, viereckigen Postamenten,
uirten Elephantenköpfe r. und 1. von einem kurzen Gehänge. Horizontal
grob schraffiert. Das Aeussere stimmt durchaus zu S. Vorhanden in
Basel U. und nach Weller in Frauenfeld.
Einl. 3 seind; 4 vereandettg; 6 seynd; 8 embor; 15 Christlich; 18; 3,3
welchß; 20 lieplich; 22 klar; 28 laine; nit; 31 das liebe, frid, vnd ainigkait
lernet); 34 zA leer; 35 müget; auffrArisch ; 89 mayesteet; 40 erhArt? vnd;
1, 10 menschlich^; 11 stets vrekündige; 12 ^t; 2, 4 deßtermind'; 7 ver-
künt; 8 PrAbst; 9 einsamlen; 17 lands steür; 21; 11, 6 gestalt; 24 zeyt;
22 Alfred Götze.
26 z&geaignet; 29 dOrfftigen; 8, 4 vergyetsen; 6 Hierten; 7 geschriffl;
10 gebotten; 17 yderman; 22 im; 4, 3 willbr&t gefügel; 6 vngm&ß;
9 wachßen; YnuemüfiPtige ; 10 mütwilligklich ; 13 alle; 20 gemaynd; 5, 14
Christelich; 8, 2 sejen; 8 wirdig; 9, 3 nefiwe; 10, 4 zugehoren; 6 vnbillich
weyß; 11, 6 geschehS; beschitze; 8 bettend; betend; 12, 3 (aln hie gestelt
. . . gemftß); 7 man vnns mitt.
W. Weller 3287.
Die g^rundtlichen vnd rech|ten baupt Artickel aller | baurschafft vnd
hinderseBsen J der Geistlicben vnd Welt-| liehen oberkejten vonn (| welchen
sye sich be | schwert Yermei-|)nen. || Vier Blätter in Quart, Titelrückseite
bedruckt. Nach Typen und Druckeinrichtung von Jobst Gutknecht in
Nürnberg (vgl. Weller 3287)\ Facsimile bei von Bezold, Geschichte der
deutschen Reformation 470, verkleinert bei Baumann, Geschichte des
Allgäus 3, 49. Vorhanden in Frankfurt (Senckenbergische Bibl.). München HSt.
Weimar. Wolfenbüttel.
I. Besserungsversuche: Einl. 10 oberkeit; 13 die schmach
14 vngehorsamkeit; 1, 8 den selben zu; 10 menschen züsatz; 2, 8 auff-
setzt; 12 fehlt: landts; 3, 6 blütuergissen; 11 vnsem; 15 oberkeit
20 werden; 4, 9 vnuernünfftige; 5, 2 fehlt: auch; 7, 10 sein für and'
8, 1 acht; 2 sein; 6 erberleüt; Glosse zu 2, 15; 3, 4 Corin.; 4, 18 ausgelassen
Druckfehler: Einl. 20 leiplich; 1, 9 Enangelion; 16 nichs; 2, 2 ander;
der fehlt; 9 ein Pfarher; 38 zehe; 4, 4 flissenden; 6, 8 fehlt: wolche; 7, 11
baur; Glosse zu Einl. 6 — 18 zu tief; zu 2, 2 fehlt am Seitenende; 19 christ-
lihh; 3, 20 christsich; 4, 12 Colloss.; 12, 3 fehlt im Wolfenbüttler Exemplar,
nicht im Münchner.
n. y ist beseitigt ausser gelegentlich in ey, z. B. Einl. 19 eynikeiten;
40 Bchreyend; 44 vrteyle; ausserdem: Einl. 13; 2, 30 sye; 11, 7, 8; 12, 9 sy:
1, 7 kyesen; 2, 24 zyl; ai ist in ey verwandelt; ü ist beseitigt in zum, zur;
dt ist vereinfacht ausser Einl. 35 begerendt; 43 nachuolgendt; 8, 7
erfindt; 12, 2 endtlich; 7 grundt, dagegen eingeführt 4, 2 vierdten; 9, 2
neündten. Entrundung ist beseitigt Einl. 10 auDzüreüten; 1, 17 künde;
20 gegrünt; 2, 7 verkündet; 29 ablSsen; 5, 14. 18; 10, 7 brüderlich; 8, 3
künde; 10, 4 gehSrend; 11, 10 hinfür.
IQ. Einl. 1 leser; 8 orten; mitt; 11 villeicht; 12 Antworten; 25 Em-
pSrung; 26u. ö. etlich; des; 27 solche anmütung; 29 teüffel; 81 Hiemit;
82 weggenomen; 85 genennet; 86 Bauren; 87 rüffent; 89 u. ö. Hatt;
41 u. ö. nitt; 48 Solch; 44 ließ; 1, 1 Hienach volgen; 8 demütig; 5 fürhin.
7 u. ö. Pfarher; 9 hielte; 10 on; 12. 14 gnad; 14 besteten; eingebildet;
16 nütz; gschrifft staht; 18 barmhertzikeit; selig; 19 solcher; 20; 7, 9
n6t3; 20 gschrift; 2, 6 mitteilen; 7; 7, 2 hinfür; 8 PrSpst; 9 einsamlen;
12 n. 6. erkantniß; 14 sein; 15 behalten; 19 u. ö. meer; 25 solchs; 80
Inhalt; 81 weltlich; 8, 1 dritt; 8 welch; 6 hirte; als; 9 u. ö. wollen;
15 gepott; 16 ghorsam; 17 dem&tigen; 18 erwSlten; 4, 1 vierd; 8 wiltpred;
4 fahen; 5 u. ö. sonder; 7 orten; 9 wachßen; 10 mutwilliglich ; 13 vogel;
18 einsehen; 19 genügsam; 5, 1 fünfft; 2 sein; 8 u. ö. herrschaiften ;
Die zwölf Artikel der Bauern 1626. 23
5 ynser; 9 nottorfft; 10 u. ö. sonst; 10 vonn; wQrde; 12 vorhanden; 14
christlich; 16 g&tt; 18 heiiger; 6, 4 einsehen darin thA; 6 hierin an-
sehen; ^ter; 7, 1 Sihend; 6 hem; 7 Damit; solch gut; 8 rAblich; 11 nicht;
12 pfennig; 8, 7 thA; 9, 2 beschwert; freuel; 6 zeite; 10, 1 zehend;
d äcker; 11, 6 orten (mengerley; 6 geschee; 12, 6 dauon; 10 mitt; 12 be-
schwemiß; nechsten; 14 christenlicher; üben; Glosse zu 4, 16 Ein christlich
erpitüg; 11, 2 Deuter. 18. Mattx. 8.
U. Weller 3283.
Die 6rundtlich|{en vnd haupt Q Artickel : aller Baurschafft | vnnd Hynder-
s&ssen: der | Gaystlichen vnd welt-||lichen Oberkajten: vö || wSlchen sie sich ||
beschwert verj^majnen. || Bordüre. Druck von Johann Schott in Strass-
burg. Sechs Blätter in Quart, Titelrückseite und letzte Seite frei. Vor-
handen in Stuttgart.
1. Besserungsversuche: Einl. 10 weltlich; 1,14 nitinvns; 3, Swelchs;
4, 18 mäD; 6, 2 holtzung; 4 etwas; 9 notdurfft; 14 dem selben; 7, 3 wie
es; 9 der herren; 8, 6 Erber leüt; 9, 3 straff; 11, 8 abthan; 6 beschützen;
12, 12 der nächsten; wollen; Glosse zu 2, 9 Deü. 18. vnnd 12. (auf der
nächsten Seite oben wiederholt); 2, 26 nichts; 7, 7 Thessa.; 11, 2 Math. 8.
vnnd. 23.
Druckfehler: Einl. 1 Leser. Fryd; 12 Anworten; 81 Hiemitte: das:
wort; 39 Mayestat; 2, 3 als ausgelassen; 4 deistminder; 80 innhalt; 3, 10
flaischlische ; 4, 6 gemeßcsein; 6, 2 feünfften; 7, 1 Arctickel; 3 w6lle; 8, 4
drrauff; 9, 1 Nüendt; 10, 4 gehöret; 11, 6 m&niger gestalt; 12, 11 warhat;
Glosse zu 2, 32 zu hoch; 6, 10 fehlt: ist.
n. Vor Einl. 33 und Artickel 2 — 12 ist das Paragraphenzeichen einge-
führt, statt der Kommata stehen meist, aber nicht konsequent wie in N,
Poppelpunkte, die Entrundung des 5 und fi ist überall beseitigt, ai steht
auch 1, 16 flaysch; 6, 6 gaistlich; 18 hailiger; Glosse zu 2, 19; 4, 16 ain.
y ist eingeführt in ym, yn, ynen, yr.
m, 1. Seltsame Verdoppelung des n steht: Einl. 29 Euanngelij; 30 vnn-
glauben; 2, 11 auffennthalt; 9, ß gehanndelt; 7 gunnst.
2. Einzelheiten: Einl. 8 auff bomen; 16 Baum Christlich; 22 Baum;
38 lautter; 34 solchs; 41 heütt; 44 mitt; 1, 7 kysen; 18 aUein; sin; 9 ein-
samein; dauon; 11 noch; 12 gemain; 16 damit; 17 lands steür; 18 Über-
schuß; 26 vorfare; 26 u. ö. sSUen; 33 schätzen; 3, 6 plAt vergiessen; als;
10 fryem; 17 yeder: mä; 20 gern; 22 entlassen; 4, 1 vierdt; 8 wilpret;
7 gewilt; trotz; 10 vnutz; 11 nächsten; 12 hatt; 13 über; 16 vnwissentlich;
6, 3 habendt; 4 allein; 7 u. 0. nicht; 8 falen; 6, 3 welche; täglich; 6 hyer-
innen; altem; 8 nyssen; 10 seyen; 8, 6 billigkait; 7 thü; 8 tagwürcker;
wyrdig; 9, 6 allter; 11, 2 wolln; 8 hetten; bettend; 12, 1 Zw5lfften; 7 er-
klärt; 8 befündt; 9 sSllen; Glosse zu Einl. 6 neüwen.
F. Weller 3281.
Die Gnmdtlichen vnd rechte H haubt Artickell, aller Bawrschafft unnd
Hyndersessenn der || Geistlichen vnnd Weltlichen Oberkeyten, von welchen ||
24 Alfred Götse.
tie flieh beschwert vermeynen. H Zientück H Bawrschafft BlatUtflck || Holz-
schnitt mit dem bei Stern wiedergegebenen Zeichen: Tor einem Haufen
Landsknechte reitet ein b&rtiger Ritter mit langem Schwert, Federhut und
Fahne, auf der ein Kreuz steht ' Vier Bl&tter in Quart, Titelrückseite be-
druckt, letzte Seite frei. Nach der üebereinstinmiung mit Ausg. A von
Luthers Bapstesel und Munchkalb ist der Drucker Johann Grünenberg
in Wittenberg. Vorhanden in GOttingen, Kopenhagen, nach Weller 3281
auch in Nürnberg G. M. (Verwechslung mit G.?)
1. Besserungsversuche: Einl. 8 grosser; 26 ettliche; 44 liß sie;
I, 12 gibt; 16; 3, 7 schrifft; 2, 10 tzymlichen; 22 solt; 3, 16 oberkeit;
17 jederman demiltigen; 20 werdent; 5, 9 notturfft; 7, 3 wy eß;
8, 6 Erberleute; 11, 3 abthun; 5 nemen vnd; 12, 8 befind; Glosse zu 2, 15
1 Corin. 9; 25 nichts; 8, 4 Ck>rint.; 5, 8 büchs; angzeigt.
Druckfehler: Einl. 18 Welch; 1,6 gantz; 2, 4 rchten; 28 vnd er-
halten; 31 uit; 3, 16 allien; 5, 5 mayunge; 14 Christelich; 7, 3 woUe; 11, 2
genadt; 9 gemömen; Glosse zu 5, 6 ebenn.
n, 1. ai der Vorlage ist durch ei, öfter durch ey ersetzt. Das Verbum
sein nebst seind Einl. 3. 6 u. ö. ist von dem Pronomen seyn unterschieden,
y ist eingeführt in die FiAposition yn, ym und das Pronomen yhm, yr u. s. w.,
femer öfters neben n und m: 5, 7 ynnen; 6, 4 u. ö. tzymlich; 6 hierynnen;
II, 8 nymer; Glosse zu 2, 25 nymät. Anlautendes j ist beseitigt.
2. Meist ist ü beseitigt, ü durch i& ersetzt. Umlaut des u ist nicht
bezeichnet: Einl. 24 mugen; 42 kurtz; 1, 5 furthin; 8 vngepurlich;
12 verküdigen; 17 küden; 18 müssen; 2, 3 erfuldt; vber; für; 8, 7
thue u. 8. f. Entrundung und umgekehrte Schreibung ungerundeter Vocale
ist bis auf sechs Fälle beseitigt.
ni, 1. e ist eingesetzt: 2, 4 gerne; 12 gemein; 25 solliches; 3, 16
gehorsam; 7, 6 u. ö. meer; Glosse zu 2, 2 gantze, weggelassen: Einl. 22
Bawm; 1, 6 gantz; 10 on; 14 gnad; 3, 5 erlSst; Glosse zu 5, 11 Hirauß;
12, 5 sein.
2. Vor jeden Absatz sind Paragraphenzeichen gesetzt, zur Zeilenfüllung
dient häufig auslautendes nn.
3. Einzelheiten: Einl. 1 leßer; 10 u. ö. 5berkeyten; 12 und Glosse
antworten, Antwort; 15 Christlich; 17 u. ö. ader; 20 lieblich;
25 EmpSrung; 29 teuffei; 35 nicht; 36 Bawren; 37 engstlich; 1, 5
furthin, 10 tzusatz; 14 eyngebildet; 16 klerlich; steht; 18 selig; 2, 2 ff .
zehent, zehand, zehandt, tzehendeo; 7 hinfur; 12 u. ö. erkentniß; 19 selbst
25 vorfaren; 28 damit; 33 schätzen; 34 erticht; 3, 3 u. ö. tzu
5 blutt vergossen; 19 u. 0. tzimlichen; 4, 4 fahen; 6 eygennüzig
7 gewilt; 18 u. ö. sehen; 20 antzeygen; 5, 3 vnser; 11 tzimem; 17 er-
kandnus; 7, 2 hinfur; 8 rewlich; 10 tzeyt; 11, 6 manicherley; 7 haben;
lOhinfurder; 11 wedder; 12, 2 tzwelfften; endeliche; 6 vntz im lieh antzeygen;
12 nechsten; Glosse zu 2, 20 erbiettung.
^ Seidemann, Thomas Münzer S. 54 erwähnt einen sonst unbekannten
Druck, auf dessen Titelholzschnitt über dem Ritter das Bild eines Opfer-
lammes stehen soll, Stern bezeichnet ihn als F'.
Die zwölf Artikel der Bauern 1625. 25
G. Weller 3282.
Die Grundtlichen vnd rechte || haubt Artickell, aller BawrschafPb vnnd
Hyndersessenn der || geystlichen vnnd weltlichen || Oberkeyten, von welchen
sie sich beschwert vermeynen. 1 A G Bawrschafil Blattstück 1 Holzschnitt
wie in F, Druck gleichfalls von Joh. Grünenberg in Wittenberg. Vor-
handen in Augsburg. Nürnberg G. M. Bis auf die 3., 4. und 6. Zeile des
Titels, die wie eine Satzprobe aussehen, stimmt der Text genau zu F.
R. Weller 3277.
Die Grundlichen vnd rechte haubt || Artickel , aller Bawrschafft vnd
Hyndersessen der || (Geistlichen vnd Weltlichen Oberkeyten, | von welchen
sje sych beschwert 1 vormeynen. || Bawrschafft. | Darunter Holzschnitt 16
der Ausg. E von Luthers Passional Christi und Antichristi, doch nicht
Druck von Matthes Maler in Erfurt. Vier Blätter in Quart. Vor-
handen in Berlin. Frankfurt. Gotha.
I. Besserungsversuche: Einl. 18; 3, 3 Welchs; 20 die, so yn; 28
nit die; 29 schedlich; 35 odder auffrurisch; 36 dy . . . ruffen; 44 fehlt:
sie; 1, 11 stetz zu; 12 Got vmb; 13 ein zu bilden; 16 geschrifft; 20 schrifil;
2, 4 rechte; 6 sychs; 6 oder st. geburt es; der do st. so; 7 verkündiget.
So wolle wir hynfuro, das; 9 disen zehed einsamle vn einneme solle; 11
gebe erst nach gemein; 17 darff; 18 ob es sach; 19 ein oder; 22 sol; 28 zu
erhaltenn; 31 nit; 32 hat das; 3, 2 sye vns; 4 vnangesehen; 6 wol; 16
allein; 4,3. 4 nit ausgelassen; 3 geuSgel; 4 noch yhm zu gelassen ist;
8 genome habe, wille; 9 vnuemun£ftigen ; 10 mutwiUiklich , das müssen
wir leyde vn schweigen; 11 den; 13 die vSgel yn der; 14 die fysch; 19 wer
das nit gnugsam beweysen kan; 5, 6 meynüge; 7, 2 kein; 3 wollen; 7 be-
schwemns; 12 pfennig dienstlich seyn; 8, 1 acht; 6 billigkeit; 9, 2 mit dem
grossen freuel; 11, 2 genandt; 8 abgethan; 4 vnnd weysen; ehr; 9 ge-
nomen; 12, 6 anzeyget, wollen; 9 das sye; 12 wSlle; Glosse zu 4, 13 fehlt;
5, 8 angezeigt; 18 erbietung.
Druckfehler: Einl. 12 vrteylen; 32 lernet; 33 fehlt: dan; 1,10 vnv;
2, 1 fehlt Artickel; 4, 19 bruderlichet; ö, 9 brengen; 7, 6 yhm; 9 were;
8, 5 Erbleute; 9, 3 man straff; 10, 4 selbibe; 12, 7 man; Gloäse zu 1, 11
Deut. XV.; 2, 19 fehlt; 7, 8 Thessa. ij.
n. ü ist beseitigt. Der Umlaut des u ist nicht bezeichnet: Einl. 6
fracht; 17 auffruren; 35 mugen; 1, 3 demutig; 2, 16 mußt; 3, 17 demutige;
4, 6 vnbruderlich ; 6 eygennutzig; 18 must; 8, 3 gult; künde; 4 einbuessen;
10, 7 gütlich; 12, 8 befund; 14 vben.
ß ist vereinfacht, umgekehrt nur 3, 15 weyßt.
m. Einl. 3 fehlt das Paragraphenzeichen; 4 versandeten; 14 vngehor-
samkeit; 17 oder; 26 widderchristen ; 1, 8 vngeburlich; 11 gepot; 19 vor-
gehet; 2, 13; 5, 12 vorhanden; 34 erdicht; 3, 4 kSstbarlichen; 13 gebotten;
14 gebot; 4, 3 wilbret; 10 verfressen; 16 vnwissentlich; 5, 3 habe, 7, 8 Da-
mit; 8, 8 nicht; 8 lohns; 10, 5 hende; 11, 6 mancherley; 8 betten; 11 widder;
12, 6 abstan.
26 Alfred Götze.
N, Weller 3285.
Die Gnmdtlichen vn rechten haupt || Artickel, aller Baurschafft vnd j,
HyndersesBen der Geistli- || chen vn weltlichen ober || kayten, von welchen
aj sieb beschwert || vermainen. || 4 Blätter in Quart, Titelrückseite bedrackt,
am Ende: Gedruckt zu Regenfpurgk durch Paulum khol. Vorhanden
in Dresden.
1. Verbesserungsversuche: 1, 12 gibt, 3, 6 pluet vergiessen:
11 vnsern; 20 werdent; 7, 8 fehlt: rüeblich brauchen vnd; 7, 12
Pfenning; 8, 6 Erberleut; 9, 3 straff; 12, 9 das sy; Glosse zu 2, 25
nichts; 5, 18 Christliche.
Druckfehler: Einl. 7 Euangelion?; 32 lernet; 1, 13 fehlt:
waren; 4, 10 mutwilligklch ; 6, 2 beschweruug; 8, 6 besihtigen; 12, 8
fehlt: zu; 9 fehlt: todt vii; Glosse zu 4, 10 Thi.; Chor.; 12, S Christ-
lich erbietung.
n. 1. Die Majuskeln werden gegen Ende des Druckes seltener, von
Einl. 20 an werden Doppelpunkte statt der Kommata gebraucht, die Lettern
6, Ji, ü fehlen gänzlich, ö, ü stehen nur Einl. 14. 16 Empörung; 37 erhöre;
2, 8 kirchbröpst; 7, 9 nöten; 8, 6 erschöpfPt; 10, 4 zugehörende; 12, 15
wollen; 1, 5 fürohin; 2, 5 gebürt, sonst hat N z. B. Einl. 34 zuer; 37 rueffet;
2, 16 muest; 8, 3 wolch; 4, 5 vnbruederlich ; 12 erschueff; 15 gnuegsamer;
5, 14 bryederlich; 18 bryederlichr; 8,3 kunen; 4 einbuessen; 6 gult; 7 thue;
10, 7 bruederlich; 11, 10 hinfuro, daher auch vber; wellen; 12, 12 well;
1, 7 Erwelen; 9 erweit; 1, 19 solcher; 20 gegpimt; 2, 7 verkunt; 28 Erweiten;
30 innhelt; 6, 3 welche.
2. y ist meist beseitigt, stehen geblieben Einl. 13 sye; 17 Dye; 31 Hye
mite; &yd; 88 greyffen; 40 schreyendt; 44 lyse; fleyß u. ö.
3. ai ist in ei verwandelt: Einl. 9; 2, 80 Geistlich; 16; 1, 12; 19;
6, 4; 8, 7 ein; 18 verheissne; 1, 9; 2, SO heilig; 3, 9 oberkeit; 5, 4 allein.
4. tt ist vereinfacht: Einl. 8 orten; 26 etlich; 27 anmutung; 1, 3
diemutig; 2, 15 behalten; 31 weltlich; 3, 4 mit; 6 Hyrten; 4, 3 hat;
7, 7 guet; 9 nöten; 9, 2 beschwert; 5 zeyten; 11, 8 heten; Glosse zu
2, 20; 5, 18 erbietung; 5, 12 nit.
m. Einl. 6 und Glosse newen; auffpaumen; 10 zureformiren,
auOzureutten; 11 villeicht; 13 Antworten; 15; 5, 14 Christlich; 24
widr Christen; Euangelion; 25 Empörung; 26 feint; 27 solche; 28 laynen;
auffpaumen; 29 schedlichist; Euangelij; 32 vndergedruckt; wcck-
genomen; 35 genant; 39 seinr; 1, 16 klerlich; schrifft stet; 17 kunnen;
18 selig; 2, 2 u. ö. Zehet; 6 mittaylen; 9 einsamlen; 14 seinn; 3, 1
dritt; 4 kostbarlichn; 16 ghorsam; sonder; 22 entlassen; 4, 4 fahen;
7 orttern; 13 vogel; 18 eynsehen; 5, 9 ietzlichn; notdur£rt; 10 u, ö.
sonst; 12 erwelet; 15 wen; 17 erketnnß; 6,4 ein sehen; 6 ansehend
7, 6 ime; 7 Damit; 9 hem; 12 thon; 8, 8 seines; 11, 4 witben; 6 ma-
nicherlay gestalt; 7 Haben; 12, 1 Beschlus; 3 gestelt; 5 selbe; 6 ab-
stan; 8 artickl; 9 wern; 12 nechsten; Glosse zu 2, 4 Hebre sagt; 3, 20
Christlich erbietüg; 11,3 Math. 23. Math. 8.
Die zwölf Artikel der Bauern 1626. 27
0. Panzer 2709. Weller 3286.
Die gmntlichen vnd || rechten haubt Artickel, aller Baor || schafft vnd
Hjndersessen der || Geistlichen vn weltlichen || oberkajten, von wel- || chen
sj sich besch- || wert vermay- || -[ nen. '• || Blatttstück H Am Ende: Ge-
druckt zu Regenfpurg durch Paulum Ehol. Vier Blätter in Quart, Titel-
rückseite bedruckt. Vorhanden in München H. St. (2). Nürnberg St.
In seinen Abweichungen von N entfernt es sich weiter als dieses von
M, schon an vier Stellen des Titels. Entscheidend sind drei Stellen des
vierten Artikels: 9 vnuemunfftigen ; 20 thün; Glosse zu 16 Christlich er-
bietung; femer 9, 3 grosser; Glosse zu 12, 8 Ain christliche erbietung. 0
ist also eine verbesserte Auflage von N.
Abweichungen: 0 hat mehr Majuskeln als N (aber Einl. 14 em-
porung; 19 fride, geduldt; 31 gottes, 2, 6 got, 4, 6 gots u. s. f.; 38 tadlen;
43 nachuolgendt; 1, 7 erwelen; 9, 2 neundten; 11, 1 aylfft; 2 aylfften); es
fuhrt in jn, jm, jren anlautendes j wider ein; beseitigt j: Einl. 13
sie; 17 die; 30 seinen; 31 Hie u. s. f.; setzt es aber an anderen Stellen ein:
Einl. 12 vrtaylem; 17 weyl; 26 feynt u. s. f.; führt 6 und A wider ein, da-
her z. B. 1, 3 demfitig; 3, 17 demütigen; 2, 22 u. immer w6Uen; 26 zAge-
aygent; 29 ablosen; 3, 16 u. ö. oberkait; 4, 4 zugelassen; 7 6rttem; 10 müt-
willigklich; 6, 10 nodten; 14. u. ö. brüderlich; 16 aüO; 6, 3 zAnemen; 7, 8
mAg; 8, 7 thA; 11, 8 fAg; Glosse zu 6, 8 pAch; ersetzt die Doppelpunkte
der Vorlage durch Kommata und beginnt Artikel 2 — 12 mit §.
Im einzelnen: Einl. 8 ortten; 8 u. ö. vnnd; 12 Antwortten; 13 gottes
18 verhaissne; 19 u. immer dann; 21 gn^unt; 26 widr Christen; 29 teuffei
fejndt des; 33; 1, 10 lautter; 34 leer; 39 seiner; 42 erredten; 43 Solche
44 vleyß; 1, 3 pytt; 6 furohin; 7 Pfarrer; 8 u. immer wann; 9 vnd vnd
11 gepot; 12 ain; 13 u. ö. vns; 19 u. ö. vnns; 20 gegrundt; 2, 6 gepürt
8 dißn; kirchpr5bst; 12 erkentnuß; gemain; 14 sein; einer; 20 etlicher
halben; 28 vnnsere; 32 got; viech; 3, 9 oberkait; 16 gehorsam; 20 zweyffel
4, 4 fliessendem; 7 jnn; 9 lassen) die; 11 stil schweygen; 16 schrifk; 20 sols
6, 3 u. ö. herrschafften; 9 notturfft; 6, 2 vnser; beschwerung; 7, 2 weytter
3 wie es; 4 ers; 6 weytter; 9 herm; 12 thfin; 8, 3 kunnen; 6 besichtigen
7 arbeit; jetzlicher; 10, 3 wißen; einer; 8 enander; 11, 6 mancherlay ge-
stalt; 9 genommen; 12, 2 maynung; 3 als hie; 10 jn; 11 warheit; 12 be-
schwemuß; wel; Glosse zu Einl. 7 Euangelj; 1, 16 Galla. 2. und so sind
die Citate noch öfter abgekürzt; 2, 2 gantz; Hebreem; 3, 4 Corin; 4, 11 Cor.
Y.
Die grundt- || liehen vnd rechte haupt || Artikel, aller Baursch || äfft
vnd Hyndersessen || der Graistliche vn weit || liehen oberkeyten, von || welche
si sich beschwert || Vermainen. || Bordüre bei Dommer Nr. 132 Anm. , da-
nach Druck von Mathes Maler in Erfurt. Vier Blätter in Quart, Titel-
rückseite bedruckt, letzte Seite frei. Vorhanden in Strassburg.
L Besserungsversuche: 1, 9 gewolt; 2,24 ablossen; 8, 6 pliit ver-
gossen; 20 werdendt; 4, 3 gefligel; 9 vnuemunfftigen; 6, 9 notturfft; 14 dem;
7, 8 gebrauchen; 8, 6 Erberleute.
28 Alfred Götze.
Druckfehler: Einl. 7 Nyemüt; 8 enpor; 4, 7 trutzt; 6, 2 be-
Rchwerr; 5 gedlt; 14 Christelich; 7, 3 wSlle; 12, 5 die selbien; (tIobso zu 2, 8
Eenesis; 6, 13 außrayittüg.
II. 1. Anlautendes j ist durch y ersetzt im Pronomen yre, ym, ynen,
der Präposition ym, yn sowie ynnen; y ist femer eingeführt in wyr; Einl.
19 Fryde; 3, 16 dyß; 17 yederman; 6, 6 hierynnen; Glosse 5, 15 wyrt.
Viel öfter ist y beseitigt.
2. u ist durch u ersetzt, durch A öfters in zu; ferner Einl. 37 n^ffent;
1, 15 blüt; 4, 12 erschaff; 5, 5 miiß.
3. Oft ist der Umlaut nicht bezeichnet: Einl. 27 sollich; 1, 18 sollicher;
2, 8 Bropst; 19 dorffer; 34 wollen; 5, 6 holtzer; Einl. 6 und Glosse
frucht; 42 kurtz; 1, 5 furohyn; 8 vngepurlich; 11 verkundigen; 2, 6 f. ge-
hurt; 7 hinfuro; 13; 2,29 durflPtigen; 17 durfft; 6,2 funffiten; 7,2 hin-
furo; 8, 3 gult.
III, 1. Md. ist: 1, 17 zcu; 2, 24 zcyl; 5, 12 darzcu; 10, 4 zcu gehö-
rendt; 11, 11 tzu; Glosse zu 2, 2 gancz.
2. Zur Füllimg der Zeile ist nn eingeführt: Einl. 40 hannd; 1, 14;
3, 22 vnns; 18 vnnd allaynn; seynn; 19 werdenn; 2, 8 vnnser; 10; 9, 3
mann; 19 denn; 8, 7 seinn; 12, 9 vonn; Glosse zu 6, 16 angesehenn.
3. Im einzelnen: Einl. 4 versanielt^n ; 6 seynd; 7 gehorsaz; 11 er-
schlahen; 28 lainen; 36 ßaure; 39 maiestet; 1, 6; 7, 3 ein; 14 gnad; 15
eingebyldet; 20 gegrundt; 2, 7 verkundt; 8 diesen; 11 genugsam; 12 gc-
main; vber; 17 steiür; 31; 3,22 odder; 3,16 gehorsam; 4,4 fahen; 9
wachssen; 16 vnwyssentlich ; 18 eynsehen; 19 gnugsaz; 5, 12 vorhanden;
6, 4 einsahen; 6 ansehen; 7, 3 bschwerg; 8, 6 bilikayt; 7 thue; 10, 16
sonst; Glosse zu Einl. 3 wydder; 3, 20; 4, 13 erpiettung; 4, 12 Colloss.
B.
Die gmndtliche vnnd || rechtenn haupt Artickel aller Baurschafft ||
vnnd Hyndersesseun der Geystlichen H vnnd weltlichen oberkeyten von \\
welchen sie sich beschwert || Vermeinen. || Holzschnitt: stolzierender Ritter
mit Hellebarde, Schwert und Dolch, gefolgt von einem Pagen. Vier Blätter
in Quart, Titelrückseite bedruckt, letzte Seite frei. Nach den drei Schrift-
gattungen, Wasserzeichen und Anordnung des Drucks von AdamDyon in
Breslau. Vorhanden in Breslau St.
I. Besserungs versuche: Einl. 11 villeycht; 14 die vor Emp6rung
ausgelassen; 19 eynigkeit; 28 lehnen; 44 lyß; 1, 10 menschen züsatz; 12
gybt; 2, 2 ff. Zehedt; 17 auff weggelassen; 30 heylige; 32 den; 3, 23 das
wyrß seyen ausgelassen; 4, 11 den nechsten; 5, 9 ym hauß; 7, 4 ym; 8
ruhlich; 8,1 Achte; 12,6 selbenn; 14 Christlichen; Glosse zu 1,7 Tim.;
4, 11 Cor.
Druckfehler: Einl. 3 sey; 14 fehlt: die; 32 lernet) vndergedtruckt;
37 ruffet; 42 wires; 2, 8 diese; 25 erkanfft hatt; 27 nen st. ynen; eine
Zeile tiefer vnysere; 5, 8 enheim; 9 yetzlechen; 10 wurden; 13 So; 16 nacht-
mals; 18 geschriff; 6, 6 thn; 9, 2 newden; Glosse zu Einl. 42 Loc«. 18.;
1, 12 f fehlt; 6, 18 fehlt.
Die zwölf Artikel der Bauern 1586. 29
n. ei steht statt ai ausser EinL 9 Gaistlich; 10 oberkaite; 12 vrtaylem;
14 vngehorsamikait; Glosse zu 3, 20 Ain. & steht statt fi ausser Einl. 6 u. ö.
zu; 35 Auffrurisch; 2, 3 erfAlt; 16 mflOt; 8, 5 blut; 5, 5 muß; 7, 8 xnAg;
8, 2. 3 g&tter.
nL Einl. 10 zu reformire; 12 Antworten; 15 entschuldigen; 44 lyÜ
1, 1 nacbuolgen; 7 erwelen; 9 geweit; 10 on; 15 eingebyldt; 16 steht
17 künden; 2, 4 desteminder; 7; 11, 10 hinfurt; 8 Propst; 9 einsamein
10 erweit; 20 hetten; 24 solchs; 28 Erweiten; 29 Nach mals abläsen; 30 jn
helt; 31 wollen; 33 schätzen; 3, 1 dritte; 8 seyn; wollen; 10 gebotten;
17 wir; 17 ff. gern; 20 seyn; 21 wor; 4, 1 vierde; 5, 14 bräederlich; Christ-
lich; 17 erkentnuO bmederlicher; 6, 1 sechste; 7, 2 hin fürt; 8, 8 künde;
4 einbüessen; 6 gnlt; 10, 7 bruederlich; 12, 6 absten; 8 befundt; 13 vor-
behaldten, 14 vben.
V. Weller 3284.
Die grundtlihen vnd rechten || haupt Artickel, aller Baürschafft vnnd j;
hyndersessen der Oeystlichen vnnd || Weltlichen 6berkeyten vonn || welchen
sie sich beschwert || vermaynen. || Holzschnitt: Zwei diskutierende Bauern
mit Schwertern, der linke hat den linken Unterann erhoben, hält in der
rechten Hand einen Knüppel und trägt einen breitkrempigen Filzhut, der
rechte mit spitzer Nase hat beide Hände erhoben, trägt eine Kappe. Facsi-
mile in halber Grösse bei Baumann, Geschichte des Allgäus 3, 52. Sech»
Blätter in Quart, Titelrückseite und letzte Seite frei. Vorhanden in München
H. St. Stuttgart.
I. Besserungsversuche: Einl. 14 vngehorsamckeit; 18 verhey sseneu ;
33 vnd laüther; 1, 12 gibt; 2, 15 behalten; 17 arme man legen; 81 welt-
lich; 3, 4 plüt vergossen; 6 keynen; 7 schrifft; 15 das gebot; 18 vnserer
20 werdent; 4, 4 wassern; 8 mechtigen; 9 vnuemünfiPtigeu ; 11 den; 20 thün
5, 2; 10, 2 seind; 5, 14 mit dem; 7, 3 wie es; 8 rüwigklich; 8, 1 Achte
8, 2 u. 0. seindt; 8 taglSner; 9, 2 beschwert; 11, 6 beschützen; 12, 12 wollen
16 AMEN; Glosse zu 2, 15 Corl.; 3, 4 Cor.; 4, 16 ausgelassen: 5, 8 buchs
14 holtzes.
Druckfehler: Einl. 28 zu; 41 nitt nach; 1,9 fol; 2,6 klär; 3,21
eygentschafft; 4, 4 flyehenden; 18 müst; 6, 4 fehlt wir; 6 heijnnen; 7, 9
dinst; 8, 3 dieselbig; 5 Eberleut; 12, 4 vermeynung; 8 zu lyeß; Glosse zu
Einl. 15 Entschuldigen; 1, 11 Deut. 7; 2, 5 Pal.; 20 u. ö. herbietung: 9, 6
Hiere. 6.
n. 1. statt ai, au, ew steht ey, aü, eü. Die Entrundung ist be-
seitigt: Einl. 10 außzureütten ; 1, 17 u. ö. künden; 20 gegründet; 2, 7 ver-
kündt; 23 u. ö. wollen; 29 ablSsen; 4, 3 gefSgel; 5, 14 u. ö. brüderlich;
8, 4 einbüessen; 10, 4 zugeh6rendt; 11, 10 hinfüro; 12, 2 zwSlfiften, die um-
gekehrte Schreibung: Einl. 11 villeicht; 2, 80 jnnhelt; 6, 3 welche.
2 y ist beseitigt: Einl. 6 sein; 13 sie; 17 Dieweyl; 31 fried; 33 die;
39 Maiestet widerstreben.; 5, 11 zimern; 6, 2 dienst u. ö., 8, 6 gült; 7 thüe;
12, 14 üben.
3. dt ist eingeführt: Einl. 3 yetzundt; 21 grundt; 22 wirdt; 37 ruffendt;
40 handt; 42 erredten; 2, 10 erw5ldt wirdt; 27 seindt; 4, 7 gewildt; 9, 2
30 Alfred GOtze.
Ncundten; 3 stedU; 10, 1 zehendt; 11, 6 schendtlich; 7 handt, gelegentlich
aber auch beseitigt: 2, 3 erfült; 17 lands steüwer; 3, 22 entlasBen; 5, 6 gelt;
11, 8 hettent; 12, 3 geatelt.
4. V schreibt vber, vff, mehr, zehent, sonder, ettlich.
in. 1. Die mhd. Diphthonge sind monophthongiert: 1, 6 nun; 4, 9 zii-
nütz; 13 lüfPb; 9, 7 günst; 11, 10 schuldig; 12, 2 beschl&ß; Einl. 11 u. ö.
diesen; 12 nachgeschriebene; 19 friede; 20 friedlich; 1, 5 fürohicn; 2, 30 ge-
schriefft; 32 viech; 6, 18 schrieflft; 7, 1 Siebendt; 9, 6 geschriebener; 10, 3
wiesen; 12, 16 fried.
2. Der Umlaut ist häufiger bezeichnet als in M: 2, 14 erkantnuß;
Einl. 10 u. ö. 5berkeyten; 4, 7 ortem; Einl. 16 entschuldigen; 20 gedültig;
32 vndergetrückt; würde; 1, 16 nütz; 4, 6 dünckt; 6 eigen nützig; 5, 10
würdt; 12, 11 erfunden.
3. Einzelheiten; Einl. 12 und Glosse Antwortte; Antwort; 14 u. ö.
Zum; 23 zu h6ren; zu lebe; 36 Baüren; 44 lese; 1, 3 demüttig; 4 wil;
6 habenn; 10 on; 12 genade; 14 gnad; 16 eingebildet; 16 statt; 19 vor-
geher; Pfarher; 2, 4; 8, 13 gerne; 2, 6 u. ö. mittheylen; 9 samlen; 10 vonn;
11 u. ö. genugsam; 22 nicht; 24 zyll; 26 hatt; 26 selbest; 27 weytthers;
28 obsteet; 32 herre; 3, 4 alle mit; 10 u. ö. gebotten; freyhen; 12 nächsten;
16 gehorßam; 16 yederman demütige; 4, 4 fahen; 16 hett; 6, 3 haben;
7 nicht; 9 u. ö. yeglichen; notturffb; 12 erwelet; für hande; 13 were; 14
Christlich; 16 geeygent; 6, 3 täglich; 4 einsehen dar jnn; 6 ansehen; ge-
dienet; 7, 4 verleyht; 6 weytther; 7 u. ö. Baüwer; g&t; 11 nachtheyl; 8, 2
jnnhaben; 4 baüem; daruff; 3. 6 gütter; 6 billigkeyt; 9, 2 freuel; 10, 7 hett
11, 8 nymer; 4 wittwen; 6 mancherley; 12, 8 yetzt; befündt; 9 stunden
Glosse zu 2, 2 gantze Epistell; 26 nichts; 6, 9 angezeygt; 12 Hirauß nit
12, 8 Dweil.
J. Panzer 2704.
Die gründtlichen vn rech || ten hawpt Artickel, aller Pawr H schafft vnd
hyndersessen der || Geystlichen vn Weltliche || Oberkeyten, von wel- || chen
sy sich gätz hart || vnnd hoch be- || schwort ver- || maynen. || Anno. M. D.
XXV. II Bordüre aus vier Stücken, 149:119 mm, Schriftfeld 99 : 68 mm.,
rechts und links schaut je eine Knabe hinter einer Säule her\'or, von deren
Kapital Quasten herabhängen und auf denen stilisierte Halbfiguren stehen.
Oben zwei auseinanderstrebende Delphine, unten schauen sich zwei bärtige
Männerköpfe an, die auf Füllhörnern stehen. 6 Blätter in Quart, Titelrück-
seite bedruckt, letzte Seite frei. Nach der Übereinstimmung mit der Trac-
tica vber die grossen vnd ma- | nigf eltigen Coniunction der Planeten' etc.
1623 von HieronymuB Höltzel in Nürnberg, der auch den 'Vertrag
zwische dem löbliche | Bundt zu Schwaben, vnnd den | zwayen hauffen vnd
versam | lung der Pawem am | Bodensee vnnd | Algew' und die meisten
Schriften Diepold Peringers gedruckt hat. — Vorhanden in Dresden.
München H. St.
I. Besserungsversuche: Einl. 9 geistliche; 11 gar erschlagen?; 16
emp6rung; 19 ainigkeyt; 30 wircket, auf daß das wort Gottes, das liebe,
frid, vnd aynigkeyt lernet; 32 werde; 48 nachuolgende; 44 lyß; vrtayle;
Die zwölf Artikel der Bauern 1526. 31
1, 12 Got vmb; 2, 6 Pfarrer klar vn lautier dz Gotßwort züuerkündigen.
Sejen; 7 willens; 8 vnsere EircheprSbst; 15 Was darnach; 21 wie, vnd in
waßer gestalt sjeO vO eym gantzen dorff betten, die sSln; 23 der sacb;
24 zimlichem; 25 erkaufft, vnd; 26 betten; 3, 3 fOr aygen; hatt, welchs
dan; 5 plütuergiessen ; 8 wSUens; 15 oberkeyt; 17. 20 begeren; 20 zusein;
werdent; 22 wirs pflicbtig; 4, 4 wassern; 8 halten; 9 vnuemünfftigen ; 11
den nächsten; 20 thün; 5, 9 einem; 11 deren; 7, 4 einem; 12 dienen thä;
8, 1 Acht; 2 Seind; 5 erbar lewt; 6 laß; gilt darauff setz; 9, 2 freuel
halben; 5 vnd etlich auß gunst ledig auß geen; 6 straff lassen; 7 vnd nit
eÜich nach grünst, etlich auß neyd straff; 10, 2 Seind; 11, 3 abthan; 4 vnd
waisen; Got, eer, vnd recht; 5 nemen vnnd: 9 sieß; nit lenger; 12, 6 w6lten
wir als dan daruon absteen; 10 vnd nichts; 12 wSllen; 16 frid vnd gnad;
Amen; Glosse zu 2, 9 Deu. 12. 18; 5, 15 geschieht.
Druckfehler: Einl. 15 dem wort; 22 dem Euagelion; 2, 10 gantzer;
20 selbigen darumb; 3, 5 hat ausgefallen; 4, 18 thieer; 5, 1 füufft; 3 vnser;
7 soll; Glosse zu 2, 25 uiemät.
n. 1. ai, ay ändert J in ei, ey, doch ist das ursprüngliche öfters
stehen geblieben: Einl. 12 vrtailem; 21 aynig; 44 vrtayle; 2, 6 mittaylen;
10 u. ö. Gemayn; 21 züzaygen; 26; 10, 3 zügeaygent; 3, 3 aygen; 15 Zaigt;
16 aUayn; 21 aygenschafft; 4, 20; 12, 6 anzaygen; 5, 4. 15 geaygnet; 6, 4
ain; 7, 4 veraynigüg; 7, 11 nachtayl; 8, 7 arbayt; 9, 5; 12, 2 maynimg;
10, 5 gemaynen; 12, 4 vermaynen.
2. Statt au, eu hat J gern aber nicht regelmässig aw, ew (Einl. 20
glauben; 1, 11 glawben).
3. Der Umlaut ist häufiger bezeichnet als in M: Einl. 15 entschul-
digen; 37 rüffent; 1, 16 nütz; 2, 9 u. ö. sSUe; 11, 7 s6lten; 3, 4 kostpar-
iichen; 4, 7 örttem; 10 zuvnnütz; 5, 10 würd; 12, 11 erfOnde.
4. Entrundung ist beseitigt: Einl. 10 auß züreütten; 1, 20 gegründt;
2, 22 u. ö. wSUen; 29 ablösen; 4, 3 gefSgel; 5, 14 u. ö. brüderlich; 8, 3
kSnden; 10, 4 zügehSrendt; 11, 10 hynfüro; 12, 2 zw6lfften; umgekehrte
Schreibung: Einl. 11 villeicht; 1, 9 erweit; 2, 30 inhelt; 3, 3 welchs;
6, 3 welche; 8, 3; 8, 6 gilt.
5. p steht statt b: Einl. 4 Pawrschafft; immer in Pawr, pavnr, pawren,
25 empSmng; 28 auffp5men; 1, 15 pleibe; plüt; 2, 5 gepArt; 3, 2 u. ö.
prauch; 7, 8 u. ö. prauche; Glosse zu 8, 20 u. ö. erpietüg.
6. J schreibt dyse, vber, sonst, sonder; verbindet zfi mit dem folgenden
Worte, scheidet die Konjunktion daß vom Pronomen das.
ni. Einl. 3. 6; Glosse zu 12, 6 sind; Einl. 12 und Glosse: antworten,
Antwort; 14 vngehorsamkeit; 15; 5, 14 Christlich; Einl, 24. 85 mSgen; 28
leynen; 38 tadeln; 40 erhSrt; 41 erledigt; 42 Derhalb; 1, 3 demüttig; 14
gnad; 16 schriffi steet; 17 kSnden; 20 schrifil; 2, 2 u. ö. Zehendt, zehend;
12 Gemeyn; 23 weyße; 3, 4 alle mitt; 12 nächsten; 13 u. ö. hatt; 16 gehor-
sam; 17 yederman demütigen; 21 gern; 4, 3 wiltpret; 4 züfahen; 15. 17
hett; 18 u. ö. sehen; 19 liebe; 5, 2 Seind; 3 haben; 9 notturfft; 10 n6tten;
16 were; 6, 6 gedinnet; 7, 8 rwlich; mSg; 8, 7 thii; yegklicher; 8 tagwircker;
11, 8 wenn; betten; 12, 7 geschrifft; 9 stunden; 10 gschrifft.
32 Alfred Götze.
K.
Die grOndtlichen ynd rechten || haupt artickel, aller Pawerschafft || Tiid
hjnderBesaen, der Geist || liehen vnd Weltlichen || Oberkeyt^, vö wel || eben
ay sich gätz || hart besch- || wert yer || may- || nen || Anno. M. D. XXV.
Keine Bordüre. Vorhanden in Augsburg und Kopenhagen.
Dieser Druck ist ein Kuriosum. Neu gesetzt sind allein die erste,
▼ierte, fünfte und achte Seite, d. h. die Vorderseite des Bogens A, für die
Rückseite und den (halben) Bogen B ist der Satz von J benutzt, nur dass
in dem mir allein zugänglichen Augsburger Exemplar Einl. 34 die Silben-
trennung etwas in Unordnung gekommen und 6, 1 der Druckfehler füufft
in fünfit verbessert ist. Die letzte, jetzt verklebte Seite des Augsburger
Exemplars, das übrigens früher der Teil eines Sammelbandes gewesen ist,
zeigt den Text der vierten Seite von J noch einmal, seltsamer Weise ohne
Glossen.
In seinen Abweichungen von J entfernt sich K zugleich weiter von M,
nur das von J beseitigte ai, ay stellt es oft wieder her: 1, 17; 6, 7 allain;
2, 12 gemayn; 14. 28 mittayleu; 15 gemain; 16 Kaysen; 27 allein; 31
klaine; 5, 12 gemain. y wird beseitigt 1, 12 ein; 2, 6 seineu; 8 ein; 10
gemain; zimlich; 12; 5, 8 einer; vberbleibt; 19 eins; 21 eim; 22; 5, 8; 7, 3
zimlicher; 28; 6, 14. 17 vergleichen; 24 zeit; 26 keinem; 27 weitters; 6, 9
sein; 11 zimem; 12 keins; 7, 3 weiß; 4 verleicht; verainigüg; Glosse zu
1, 19 Ein. Statt zu hat K zu. p steht statt b: 1, 11 gepot; 12 züpitti^D;
13 einpilden; 2, 6 gepürt, b statt p 1, 16 bleibe; bli^t.
Einzelheiten: 1,8 vngepüirlichj vngepürlich; 9 sol vuHdz; 11 glauben;
verkhündigenj verkündigen; 16 stet, das; 17 künden; 18 sein] seyn; müessen;
20; 6, 10 nSten; 2, 1 Ander; 2 ^. Zum Andern; 6 gepürt; 6; 2, 8 pfarrer;
6 lauter das gots wort; 7 hynfüro] hynfuro; 8 vnnsere Kirehprobst; eyn
Gemeyn] ein gemein; 9 sollen einsamein; 10. 12 ganntzen; 11 gnilgsam; 12. 14;
5, 17 erkantnüß; 13 im] im; 13. 27 seind] sein; 16 Landts; 17 Lanndtßstewer;
18 vberschüß; das; 19 Zehende selbst; 20. 22 hetcn; 21 was er; sy es;
sollen; 23 weyß; 25 solichs verkaufft; 26 solichs; sollen; 28 vnusem; 29
dürftigen; 30 inhelt, sye sein; 32 dan Got] dan got; her; 33 zehendt
schitzen; 3, 1 dritt] Drit; 5, 9 ynß; 12 weren; 13; 7, 4 soll] sol; 15 gÄt;
17 mann] man; 18 hey liger; 6, 1 f 7, 1 f Artickel. ^', 3 taglich; 4 begem;
das; 5 thü; dermassen; 6 sonnder; 6 vnns gen/idig hyerinnen; vnser; ge-
dint; 7 lawt] laut; Glosse zu 1, 7 Timoth.; 15 Joannis.; 16 Gallath.; 2, 1
epistel; 9 Deut.; 15 Corinth.; 19 Christenlich ; 26 nyemand nichts; 6, 8 Moysi
anzeiget; 12 Hyerauß; 17 dye; 1, 6 Romano.; 7, 8 Tessal.
G\ Weller 3289.
Artickel so yetzund vorgewendt || von der gemeynen bauwerschafft, die
sich allen- Ijthalben zusammen rottet, vonn wegen der || warheit beystandt zu
thün, mitsampt || verantwort vnnd gütlichem be-|scheydt genanter bauwer-.
schafft {1 1626 1| Holzschnitt 86 : 68 mm; zwei diskutierende Bauern || 1. Petri. 4. ||
Die zeyt ist hie, das anfahe das gericht, || von dem hauß gottes. H Vier
Die zwölf Artikel der Bauern 1626. 38
Bl&tter in Quart, Titelrückseite bedrackt. Vorhanden in Freiburg St. und
im Stadtarchiv zur Colmar. Basier Druck?
1. Besserungs versuche: Einl. 9 Geystliche; 14 vngehorsamkeit;
18 verheyßnen; 19 eynigkeit; 31 (das . . . lernet^; 1, 6 das ein; 9 Euägeliü;
18 gibt; vmb; 2, 2 ff. zehend; 6 sichs; 6 mitteylen; 13 f. Klammer beseitigt;
16 Ob aber etwas we3rters überblyb, so sol man das; 17 armen legen;
20 an zu zeygen, vnnd das selbig dorff herför bringen, auch sol der selb
gleychermaO von vns gehalten vn verglichen, nach gestalt der sach, zA
zymlicher zeyt vnd zyl, jm solchen zehenden wider ablSsen; 3, 3 jr fehlt;
hat; 4 all fehlt; 6 vergflssen fehlt; 7 findt es sich; 8 — 16 vnd wSllen —
sunder fehlt nebst den Glossen; 16 Wir w5llen vns auch gern gegen yederman
demfittigen, vnd sunderlich gegen vnseren gesetzten obren, so vns von Gott
gesetzt sejn, den auch gehorchen in allen zymlichen sachen, so nit wider
Gott seind; 4, 2 gebrauch; der arm man kejm gewalt hat gehabt, über dz
wildbret, gefygels, oder fysch in fliessenden wassern, der keyns nit zu
fahe; 6 vns dan; bedunckt; 6 klaren wort gottes gantz entgegen; 9 vnuer-
nünfftige; 10 solchs wir auch leyde; 11 den nechste; 20 thüin; 6, 4 etwas;
10 würde; 16 erkaufft; 7, 3 w6lle; 10 sein für ander; 8, 1 acht; 2 seyen;
4 dar vff das jr; 10, 2 seyn; 11, 6 beschützen; 10 sol nichts; 12, 11 er-
funden; 12 w5llen; Glosse zu 1, 7 Timo.; 3, 4 Corin; 4, 16 fehlt.
Druckfehler: Einl. 31 fehlt das eine das; 1, 1 fehlt; 16 klarlich;
2, 14 fehlt: gestalt der sach vn; 2, 28 f darmit — ablesen fehlt; 33 vn-
zimlich; 3, 4 vnangesehen; 4, 2 bitzher; 7, 6 fehlt am Zeilenende: jn; 12, 4
wer, ne; Glosse zu Einl. 40 fehlt: vnd. 14.; 1, 9 Actuü. 4.; 16 Galla. 1.;
7, 7 Tessalo. 6.
n, 1. Majuskeln stehen ausser im Anfang der Einleitung nur zu Beginn
der Sätze und in heiligen Namen. Punkte stehen vom 6. Artikel an nur
noch zu Ende von Absätzen. Vor und Über jedem Artikel steht das
Paragraphenzeichen.
2. Der Monophthong ist in vff und yn erhalten, ai ist durch ey, ei
ersetzt, ee ist ausser 11, 4 eeren beseitigt, ebenso Entrundung und umge-
kehrte Schreibung ungerundeter Vokale.
3. & wird meist nach modemer Weise verwendet, also: 1, 18 selig
aber: 6, 3 t^lich; 10, 3 &cker.
4. b steht öfter statt p, z. B. Einl. 8 embor; 14 embSrung; 20 lieblich,
m. Einl. 4 versamelten; 6 und Glosse; 2, 8 neüwen; 7 Nieman; 8; 28
vff beümen; 12 Antworten; 18 Welches; 19 fryd; 22 u. 0. würt; 28 leynen;
29 Sunder; 32 hynweg genumen würde; 84 solchs; 40 erhört; 44 liese;
I, 3 demfittig; 6 nun; 7 u. ö. Pfarrherr; 8 vngebürlich; 14 gnad; 16 nütz;
stet; 17 kuinen; 2, 9 ynsamlen; 12 u. 0. erkantnüß; gemeyn; 13 selbigg;
13; 6, 12 vorhanden; 26 vorfaren; 26 geeygnet; s5llen; 27 synd; 3, 6 auß-
genumen; 4, 18 Christenlich; darin; 20 anzeygung; 6, 9 yeglichen; notdurfft;
14 Christlich; 18 schrifft; 6, 4 ynsehen daryn thfle; 6 ansehen; 7, 9 bauwer;
11 ein zimlichen pfennig; 8, 6 darmit; 7 thüe; yeglicher; 9, 2 freuel;
II, 8 betten; bettend; 9 genumen; 12, 4 nicht; 12 nechsten; 14 üben;
Glosse zu Einl. 13 Antwort; 6, 17 verordenten.
HUtor. YtortoUfthnehrift. 190S. L 3
34
Handschriften des Geh. Leg. Rats Ettpfer über die
deutsche Frage in den Jahren 1849 nnd 1850.
Mitgeteilt von
Heinrich von Poschinger.
,,In der auswärtigen Politik bleibt es eine Hauptsache, nicht
von den Ereignissen überrascht zu werden, sondern denselben
mit einem vorbereiteten Plane entgegentreten zu können/' Diese
Worte sind einer Denkschrift des Geh. Leg. Rats Kupfer, eines
preussischen Diplomaten aus der ersten Hälfte des vorigen Jahr-
hunders entnommen, dessen Name bisher nur wenig bekannt war,
und dessen Bedeutung erst durch die von mir herausgegebenen
„Denkwürdigkeiten des Ministers ManteuffeP erktinnt worden ist.
Es ist dem Oeh. Leg. Rat Kupfer gegangen wie manchem seiner
Kollegen im auswärtigen Dienst; er hatte nicht das Olück, auf
einen hervortretenden Posten gestellt zu werden, vielleicht auch
das Missgeschick, in seiner Auffassung mit der Politik seines
Chefs nicht stets im Einklang zu sein und deshalb über Bord
geworfen zu werden. Die Folge war bald eine völlige Ver-
schollenheit; und doch war er einer der feinsten Köpfe in
jener an tüchtigen preussischen Diplomaten so armen Zeit. Man
geht nicht zu weit, wenn man behauptet, dass die Entwickelung
Preussens eine ganz andere geworden wäre, wenn seinem Rate
eine ausschlaggebende Bedeutung beigemessen worden wäre.
Preussen hätte die Tage von Radowitz und Olmütz nicht erlebt
und das Ziel, welches Bismarck erst im Jahre 1867 erreicht, die
Herstellung eines norddeutschen Bundes wäre, in etwas anderer
Form, vermutlich schon 15 Jahre früher erreicht worden.
Kupfer war ein Realpolitiker vom reinsten Wasser; Sym-
pathien und Antipathien spielten bei seinen politischen Kombi-
nationen keine Rolle, umsomehr beachtete er die Lehren der Ge-
schichte. Was er sagte, war oft nicht angenehm zu hören; die
HandBchr. d. Geh. Leg. Rats Kupfer flb. d. deutsche Frage i. d. J. 1849 u. 1850. 35
in der Politik begangenen Fehler deckte er rückhaltslos auf.
Der Prinzipienreiterei war er abhold^ darum wechselte er auch
die Zielpunkte seiner Politik je nach dem Grange der politischen
Ereignisse. In den letzten Jahren seines Lebens, dem Dienste
schon längst fernstehend^ wurde er nicht müde, dem Minister
ManteuflFel seine Ansicht darüber mitzuteilen, was in den ver-
schiedenen Phasen der auswärtigen Politik dem Interesse Preussens
am meisten entsprach. Der Minister Manteuffel legte auf seine
Ratschläge hohen Wert, und wenn er nicht stets dementsprechend
handeln konnte, so lag das in dem Umstand, dass unter Friedrich
Wilhelm IV. die auswärtige Politik zwar einheitlich geleitet,
aber nicht einheitlich gemacht wurde. Jeder einzelne politische
Entschluss war das Ergebnis von so und so viel diametralen
Einflüssen auf den König, der selbst einen entschiedenen Willen
nicht bloss hatte, sondern auch geltend machte. Die Duplicität
feierte damals Orgien. Neben dem König liess der Thronfolger
seinen Willen recht deutlich vernehmen; im Auswärtigen Ministe-
rium arbeiteten zeitweilig an demselben Tische die Vertreter der
russischen und der westmächtigen Politik; den ordentlichen Ge-
sandten wurden Spezial-Gesandte von ganz entgegengesetzter
politischer Richtung beigegeben (so z. B. Usedom dem Grafen
BemstorflF in London während des Krimkrieges) und jeder poli-
tische Bericht wurde im Vorzimmer des Königs von der alles
besser wissenden Camarilla bekritelt und zum Ausgangspunkte
von selbständigen Anträgen gemacht. Quot capita tot sensus.
Man kann sich denken, welchen Wert in diesem Chaos die
Stimme Kupfers hatte, welcher die Politik aus einheitlichen^
grossen Gesichtspunkten auffasste, das Auge nicht getrübt durch
persönliche Interessen und lokale Einwirkungen.
Von der Hand Kupfers liegen mehrere, bisher unbekannte
Denkschriften aus der Zeit vor, da Preussens Politik den bedenk-
lichsten Schwankungen ausgesetzt war, ich meine die Jahre 1849
bis 1850, als die preussische Regierung nach dem Verfalle des
Frankfurter Parlaments daran ging, ihrerseits das Werk der
Einigung Deutschlands gemäss ihrer Zusi^e vom 28. April 1849
in die Hand zu nehmen.
Am 17. Mai 1849 begannen in Berlin die Konferenzen zur
Verständigung über die zukünftige Reichsverfassung unter Teil-
nahme des österreichischen Gesandten v. Prokesch-Osten und von
3*
36 Heinrich von Poschinger.
Berollmachtigten von Preussen (v. Radowitz), Bayern^ Sachsen
und Hannover. Als Preussen auf dem Bundesstaate beharrte,
trat der Vertreter Oesterreichs sogleich zurück, da Oesterreich in
einem engeren Bunde keinen Platz finden könne; ihm folgte
Bayern, das ein Direktorium verlangte, und eine einheitliche
preussische Spitze nicht dulden wollte. Dagegen kam am
26. Mai zwischen IVeossen, Sachsen und Hannover ein Bündnis
zu Stande, um den Entwurf der neuen vereinbarten Beichs-
verfassung und des Wahlgesetzes sogleich zu verwirklichen.
Gleichzeitig wurden sämtliche anderen deutschen Regierungen
zum Anschluss an den Verfassungsentwurf eingeladen. Dei
Eonig von Preussen hatte vor zwei Monaten die vom Frankfurter
Parlament angetragene Kaiserkrone zurückgewiesen, er hatte er-
klärt, die Reichsoberhauptswürde nur unter Zustimmung der
Fürsten annehmen zu wollen; mit dem Dreikönigsbündnis begann
er den Versuch, an die Spitze von Deutschland zu treten; sein
Streben ging jetzt auf einen preussischen Sonderbund, der aber
nur wenig Aussicht auf Erfolg hatte, denn das österreichische
Eabinet erklärte unter dem Beifall von Bayern und Württem-
bei^, es dulde keinen preussischen Bund in Deutschland, man
müsse wieder auf die alte Bundesverfassung zurückkommen.
Auf wie schwachen Füssen die Union stand, sollte sich bald
zeigen, als am 9. Oktober 1849 der Verwaltungsrat der deutschen
Union die Ausschreibung eines Reichstags der Unionsstaaten auf
den 15. Januar 1850 nach Erfurt beschloss. Hannover und
Sachsen protestierten gegen die Ausschreibung der Wahlen als
nicht zeitgemäss und erklärten, dass sie in diesem Falle aus der
Union austreten würden.
Angesichts dieses Misserfolges der Unionspolitik entwickelte
der Geh. Legationsrat Kupfer Mitte Nov. 1849 den Zielpunkt
der preussischen Politik in der nachfolgenden Denkschrift:
Wir glauben ims jeder Erörterung in Betreff des Granges, welchen die
Königliche Regierung bisher in der deutschen Angelegenheit befolgt hat,
enthalten und die deutsche Frage nur in der Lage^ worin selbige sich heute
befindet, aufnehmen zu müssen.
Es bietet sich hier zuvörderst die Vorfrage dar, welches muss in dieser
Angelegenheit heute und nach Lage der Umstände das Ziel der preussischen
Politik sein.
Dieses Ziel kann nicht die wesentliche Wiederherstellxuig des Bxmdes
von 1816 beiwecken. Derselbe hat seine Unzulänglichkeit fCbr den Zweck
Handflchr. d. Geh. Leg. Bats Kupfer üb. d. deutsche Frage i. d. J. 1849 u. 1860. 37
der Sicherung Ton Deutschland bewährt. Er wurde überdies von Preussen
1816 nur als ein Notbehelf angenommen, weil nichts Besseres zu erreichen
war. Man suchte ihn sp&ter thunlichst loee zu erhalten und betrachtete
ihn gewissermassen nur als ein Manövrierfteld, auf dem man, indem man
Deutschland gemeinschaftlich mit Oesterreich leitete, im Stillen diesem
letzteren den Boden abzugewinnen trachtete; in Erwartung der ersten all-
gemeinen exuropäischen Krise, die eine grössere oder geringere Umgestaltung
der deutschen Verhältnisse in Aussicht stellte. Ueberhaupt aber dürfte
jeder ganz Deutschland umfassende, das Mass eines blossen immerwährenden
A llianzverhältnisses gegen Aussen überschreitende Bund, dem Preussen und
Oesterreich als gleichberechtigte Theile angehörten, welches auch seine Ver-
fassung wäre, stets ein ähnliches Besultat liefern. Ganz abgesehen davon,
dass Preussen, welches mit seinem ganzen Gebiete dem deutschen Bunde
beigetreten ist, in einem solchen Falle im entschiedenen Nachtheile Oester-
reich gegenüber stehen würde, welches dem Bunde nur mit einem Theile
seiner Staaten angehört und also neben seiner Eigenschaft als Bundesglied,
diejenige einer europäischen Macht bewahrte.
Jenes Ziel kann aber wohl ebensowenig in der Bildung eines so-
genannten engeren Bimdesstaates bestehen, der mit Ausnahme von Oester-
reich, die übrigen deutschen Staaten umfasste, und die Ausdehnung, welche
der Vertrag vom 26. Mai d. J. ankündigte, hätte.
Die eigentliche Stimmung der süddeutschen Regierungen und Be-
TÖlkerungen, wenn man etwa diejenige des protestantischen Frankens aus-
nimmt, in Bezug auf Preussen gestattet wohl keine Täuschung mehr. Brächte
nun Preussen auch unter Begünstigung besonderer Umstände ein deutsches
Reich, wie es der Vertrag am 26. Mai d. J. skizzierte, augenblicklich zu
Stande, so würde darum weder der Unabhängigkeitssinn, noch die geheime
EQnneigung nach Frankreich, dem sie ihre jetzige Grösse verdanken, weder
bei Bajem, noch bei Württemberg noch auf die Dauer selbst bei Baden
aufhören. Oesterreichs Politik würde daneben stets mit scheelen Augen die
Ausdehnung der preussischen Hegemonie bis an den Fuss der Alpen be-
trachten. Welche Anstrengungen würde unter diesen Umständen Preussen,
dem der Besitz der militärischen Schlüssel von Süddeutschland, des Böhmer
Waldes, der Alpen, Vorarlbergs abginge, machen müssen, einmal, um die
süddeutschen Staaten bleibend im Bundesgehorsam zu erhalten imd dann,
um Süddeutschland seiner Zeit gegen Frankreich zu verteidigen. Es ist
bekannt, wie das mächtige Oesterreich durch die Anstrengungen , welche
es seit der Reformation machte, um Norddeutschland in der Reichsobedienz
zu erhalten, abgeschwächt und politisch gelähmt wurde. Ein solches ver-
jüngtes deutsches Reich würde also voraussichtlich bald die erneute traurige
Schwäche und Zerrissenheit des 1805 abgelebten darbieten.
Der heutige Ruf nach der Einheit Deutschlands kann in den Augen
des Staatsmannes nur als ein vorübergehender Volksenthusiasmus, wozu
bekanntlich die Deutschen insbesondere eine Anlage haben, betrachtet
werden, wenn man daneben die ganze lange Geschichte Deutschlands hält,
durch welche in dem Kampfe der Weifen und Ghibellinen in dem Wider-
streite des protestantischen und katholischen Deutschlands, endlich in dem
38 Heinrich von Poschinger.
Ringen Preussens gegen Oesterreich sich ein fortlaufender innerer Antagonist
mns, oder wenn man will, Dualismus zieht, an dessen Beseitigung krüftige
Kaiser, wie Karl V. und Ferdinand II sich vergeblich abmühten. — Es sei
noch darauf aufmerksam gemacht, wie bei der zu Frankfurt a. M. in diesem
Jahre beschlossenen Uebertragung der deutschen Kaiserkrone an Preussen,
der Widerwille der gesammten katholischen Partei und selbst mehrerer
protestantischen partikularistischen Elemente in Deutschland offen an den
Tag trat und wahrscheinlich noch mehr sich kund gegeben hätte, wenn die
deutsche Demokratie die sogenannte Keichsverfassung nicht als Schild für
die Durchführung ihrer republikanischen Pläne hätt« benutzen wollen.
Als einziges praktisches Ziel für diu Politik Preussens schiene sich
daher die Vereinigung der wesentlich nördlich des Mains be-
legenen Staaten, die Preussen bereits militiLrisch vollständig umfasst
und beherrscht, in einem Bund unter der Leitung Preussens dar-
zustellen. Diese Staaten enthalten eine wesentlich protestantische Be-
völkerung, die mit Preussen durch ein besonderes und engeres Bundesband
verbunden, sich voraussichtlich in einem nicht zu ausgedehnten Zeiträume
Preussen moralisch und völlig anschliessen würde. Sie bildete mit dem
preussischen Gebiete vereint ein ziemlich abgerundetes Ganze mit mili-
tärischen Grenzen und mit 24 Millionen Bewohnern, die im wesentlichen
den in Deutschland zurückgebliebenen Theil des sächsischen Stammes be-
griffen. Es würde so eine rein deutsche Macht hergestellt, die an innerer
Kraft Oesterreich nicht nachstände. Das Problem der möglichsten Ab-
grenzung im grossen Ganzen der beiden in Deutschland seit Jahrhunderten
sich entgegengesetzten Elemente, die in eine engere Vereinigung zusammen
gebracht, sich nur gegenseitig schwächen, wäre, soweit es überhaupt lösbar,
gelöst und damit diejenige politische Kombination erreicht, die praktisch
Deutschland die grösste politische Kraftentwicklung, deren es heute über-
haupt fähig sein dürfte, verspräche. Denn man setzt voraus, dass ein
dauerndes allgemeines Allianzband die beiden Theile oder Bünde Deutsch-
lands umschliesse. Wir wären daher zu glauben geneigt, dass ein solcher
norddeutscher Bund unter dem Protektorate Preussens, vorzugsweise die
Stimme jedes preussischen Staatsmannes, sowie jedes wirklichen praktischen
Freundes der deutschen Macht zu erhalten berechtigt wäre.
Es entstände nun die weitere Frage, wie, die Erreichung jenes Zieles
als die wahre Boussole der Politik Preussens angenommen, diese Politik
fortan die deutsche Angelegenheit zu leiten hätte?
Die Voraussetzung einer sofortigen Einverständigung mit Wien und mit
den deutschen Königen glauben wir dabei unerörtert lassen zu dürfen, da,
welches auch die Weise der schliesslichen Lösung der deutschen Angelegen-
heit sein dürfte, die Würde Preussens jedenfalls üebergänge und selbst
nicht zu rasche Üebergänge bedingt.
Es bliebe also Preussen übrig, auch nach dem Abspringen von Sachsen
und Hannover, den Weg des Vertrages vom 26. Mai rücksichtslos weiter
zu verfolgen; den Reichstag, oder welchen Namen man der Versammlung
geben wolle, zusammenzuberufen; die Bundesverfassung mit ihr zu verein-
baren, und den engeren Bundesstaat demzufolge in Wirksamkeit zu setzen
Handflchr. d. Geh. Leg. Rats Kupfer üb. d. deutsche Frage i. d. J. 18i9 n. 1850. 39
Dieser engere Bundesstaat würde, wenn man diejenigen Staaten die,
ohne den Beitritt Hannovers in territorialer Hinsicht völlig isoliert bleiben
würden, davon abzieht, dann aber doch wohl kaum ein mit den Gefahren
und Lasten, die seine Schöpfung Preussen auflegte, in Verhältnis stehendes
Resultat darbieten. Es würde also bei einem solchen Vorgehen wohl immer
der Rückgedanke zu Grunde liegen, durch den Druck der vermittelst des
Reichstages aufgeregten öffentlichen Meinung Hannover imd Sachsen schliess-
lich zum Beitritte zu nötigen. Das Gelingen dieser moralischen Nötigung
dürfte aber sehr zweifelhaft sein. Die Regierungen von Sachsen und
Hannover fänden bei ihrem Widerstreben wesentliche Bimdesgenossen in
der partikularistischen, sächsischen und hannoverischen Volksantipathie gegen
Preussen und ebenso in der Abneigung der demokratischen Partei gegen
letzteres. Die sächsische Regierung hätte übrigens einen direkten Anhalt
an dem österreichischen Observation skorps in Böhmen. Wer vermöchte
aber femer im voraus versichert zu sein, dass der moralische Druck blos
ein Nachgeben der gedachten beiden Königlichen Regierungen, nicht aber
vielmehr Aufstände im Innern ihres Gebietes zur Folge hätte. Würde aber
dann Preussen nicht direkt als die Ursache dieser Aufstände angeklagt
werden, und in welche Verlegenheit dürfte die Königliche Regierung ge-
raten, falls fremde bewaffnete Interventionen behufs der Niederdrückung
jener Aufstände stattfänden. Es ist bekannt, dass die deutsch-patriotische
Gesinnung, die Preussen bei seiner heutigen Verfolgung der Ausführung des
Vertrages vom 26. Mai d. J. leitet, an vielen gewichtigen Orten völlig ver-
kannt, und dass diese Ausführung, wenn auch mit Ungerechtigkeit, wo ein
wesentlich revolutionäres Gebahren mit dem Ziele der Durchsetzung eigen-
nütziger Zwecke betrachtet wird. Bei dieser Stimmung und bei dem
äussersten geheimen und Öffentlichen Widerstände der von seiten Oester-
reichs und der vier deutschen Königlichen Höfe, gegen die Ausführung des
Bündnisses vom 26 Mai d. J. vorher gesehen werden kann, schiene Preubsen,
wenn es rücksichtslos auf diese Ausführung zu beharren entschlossen ist,
schon jetzt den Fall einer darausherfliesäcnden grossen europäischen Ver-
wicklung bestimmt ins Auge fassen zu müssen. Es schiene ferner rätlich,
bei der Berechnung der, für einen solchen Fall Preussen zu Gebote stehenden
Klüfte, die revolutionäre Kraft Deutschlands als Bundesgenossen nicht zu
hoch anzuschlagen, da von Seiten der demokratidchen Partei, die vorzugs-
weise auf die Massen Einfluss hat, kaum auf einen aufrichtigen Anschluss
zu rechnen sein dürfte.
Aber nehmen wir einmal, ohne indess persönlich diese Hoffnung irgend
unbedingt zu teilen, an, dass alle diese Gefahren wie ernst und drohend
selbige auch erscheinen, sich nicht verwirklichen, dass der Reichstag ganz
ruhig verliefe, ja, dass Sachsen und Hannover sich dem engeren Bundes-
staate anschliessen, ja, dass dieser neue Bundesstaat (was ihm erdt seinen
eigentlichen Wert verliehe) die allgemeine europäische Anerkennung erhielte
— Preussen würde dann an der Spitze eines ansehnlichen Bundesstaates,
aber mit einer Bimdesverfassung stehen, die, wie es auszuführen nicht
schwer sein dürfte, nicht die günstigste für das besondere preussische
Interesse ist. Wenn ernste politische Beobachter schon mit Besorgnis auf
40 Heinrich von Poschinger.
die Schwierigkeiteii blicken, die daraus erwachsen dürften, um die Wirksam-
keit der preussischen Kammer mit gewissen Lebensbedingungen des Bestehens
der preussischen Macht in Einklang bu bringen, so dürften jene Schwierig-
keiten sich unendlich vermehren, wenn neben den preussischen Kammern
noch ein Bundesparlament best&nde, auf welches die Königliche Regierung
bei weitem nicht den nämlichen Einfluss, wie auf ihre eigenen Kammern
haben würde. Jenes Bundesparlament dürfte leicht sich sp&ter als un-
praktisch und schädlich erweisen, und eben so sich herausstellen, dass diese
Maschinerie zur Erreichung der moralischen Assimilierung der Berölkerungen
der norddeutschen Staaten mit Preussen eigentlich überflüssig wäre. Wenn
aber der Bundesstaat einmal völkerrechtlich anerkannt wäre, würde es sehr
schwer fallen, jene, als unpraktisch und schädlich erkannte Maschinerie
aus der Bundesverfassung wieder zu entfernen. Was um so beklagens-
werter erschiene, als ernste politische Beobachter unter allen den unprak-
tischen politischen Träumen, welche deutsche Schulweisheit im Jahre 1848
an den Tag förderte, einen der ersten Plätze der Idee anweisen, die Bundes-
formen der demokratischen-republikanischen, dabei infolge ihrer eigentüm-
lichen Verhältnisse keiner festen Militär -Organisation bedürftigen nord-
amerikanischen und schweizerischen Bundesstaaten unverändert auf einen
Bund monarchischer Staaten zu übertragen, die nach dem allgemeinen An-
erkenntniss sich verbinden, um eine grosse dem Gleichgewichte des euro-
päischen Kontinents als Unterlage zu dienen bestimmte Militärmacht zu
bilden.
Ein anderer Weg, der sich der Königlichen Regierung für den Zweck
der Lösung der heutigen deutschen Verwicklung darböte, bestände darin,
dass die Königliche Regierung von dem Nichtbeitritt Bayerns und Württem-
bergs, besonders aber von dem Abftdl Hannovers und Sachsens, sowie von
der Ablehnung jeder Mitwirkung seitens Oesterreichs Veranlassung nähme,
bei der ersten sich darbietenden Gelegenheit, den Bund vom 26. Mai völlig
fallen zu lassen. Hiermit verbände die Königliche Regierung zuvörderst
eine allgemeine Erklänmg im wesentlichen besagend, „dass Preussen,
nachdem sich unübersteigliche Hindemisse seinen Bestrebungen zur Förde-
rung der thunlichsten Einigung und Kräftigung Deutschlands, für jetzt
entgegensetzten es anderen und günstigeren Zeiten vorbehalten müsse,
jenen Bestrebungen, die es nie aufgeben werde, aufs Neue Folge zu geben/^
Dann aber richtete Preussen an sämmtliche norddeutsche Staaten, die sich
bisher dem Bündniss angeschlossen und ihm treu geblieben, noch die be-
sondere Erklärung: „wie es, in Erwartung künftig vielleicht in ein näheres
Bundesverhältnis zu ihnen treten zu können, vorerst und bis zum Zustande-
kommen jenes eogeren Bündnisses, selbiges seinerseits als schon bestehend
betrachte, und ihre innere und äussere Sicherheit g^gen Jedermann schützen
werde, auch sofort auf ihrem, ihm deswegen ausgedrückten Wuusche, bereit
sei, mit ihnen solche, auf vollständige Reziprozität begründete Einigungen
abzuschliessen , die ihren Staatsangehörigen die Vorteile, deren die An-
gehörigen Preussens geniessen, sicherten.*'
Während Preussen nun suchte, diese Staaten einzeln, insbesondere aber
Kurhessen, Braunschweig und Mecklenburg durch Militär-Konventionen oder
Handschr. d. Geh. Leg. Rate Kupfer üb. d. deutsche Frage i. d. J. 1849 o. 1860. 41
sonstige besondere Vereine ganz in sein System herüberzuziehen, n&hme es
dem Bande von 1815, dessen Fortbestand es formell anerkennte, gegenüber
gfenau diejenige Haltung an, die es Ton 1763 bis 1806 dem TerbÜchenen
heiligen römischen Reiche gegenüber eingenommen hatte. Es suchte ihn
möglichst lose zu erhalten, ignorierte thunlichst dessen Bestehen, g^be
seinen Beschlüssen, wenn selbige ihm nicht zusagten, gelegentlich keine
Folge, und schützte nötigenfalls auch die Staaten, die sich ihm angeschlossen,
gegen jeden Bundesdruck. Zugleich g^be es den europäischen M&chten
und den deutschen Königlichen Höfen indirekt zu Terstehen, dass seiner
innigen Ueberzeugung nach, sich nur in der Bildung eines besonderen süd-
deutschen Bundes, beide durch ein allgemeines und immerwährendes Allianz-
band, wozu die Ghrundlage sich schon in der Bandesakte von 1816 befinde,
verbunden, ein gesichertes Mittel zur dauernden Beruhigung Deutschlands
ergäbe, und dass es daher entschlossen sei, zu keiner, sich yon dieser
Basis entfernenden Modifikation des Bundes yon 1816 und zu keiner Er-
neuerung der bereits rechtlich abgestorbenen Institutionen desselben (des
Bundestages) mitzuwirken.
Preussen schöbe so Oesterreich und den Königlichen Höfen die Auf-
gabe der Ordnung der deutschen Angelegenheiten zu, an deren Lösung
selbige bei dem Entfemthalten Preussens und der ihm anhängenden Staaten,
voraussichtlich sofort scheitern und wahrscheinlich selbst ihre Ohnmacht
dazu von vornherein anerkennen müssten. Die daraus entstehende Ver-
wirrung gäbe Preussen einen gütigen Beweggrund an die Hand, nun seiner-
seits zur Bildung eines neuen norddeutschen Bundesstaates vor-
zuschreiten, das heisst in diesen Bund alle diejenigen norddeutschen
Staaten aufzunehmen, die sich zum Beitritt meldeten. Auch Sachsen und
Hannover dürften sich auf die Dauer dem Beitritte zu diesem Bundesstaate
nicht entziehen können, wenn einmal ein weniger fester Herrscher, wie der
greise Ernst August, die Zügel zu Hannover hielte, und Sachsen zu einer
ganz unbefangenen Würdigung seiner Lage gelangt wäre. Selbst Oester-
reich, sobald es sich einmal überzeugt hätte, dass es die ihm wichtige
europäische Allianz Preussens und eine gründliche Ordnung der deutschen
Angelegenheiten nur um den Preis einer Anerkennung des norddeutschen
Bundes erkaufen könnte, dürfte sich wahrscheinlich in nicht zu grosser
Feme zu dieser aufrichtigen Anerkennung entschliessen, wenn es die Bildung
des norddeutschen Bundes, frei von allen revolutionären Einflüssen, sich auf
einem rein staatlichen und rücksichtsvollen Wege bewerkstelligen sähe.
Diese Anerkennung seitens Oesterreichs dürfte aber voraussichtlich die der
ganzen Schöpfung erst das Siegel der Vollendung aufdrückende Anerkennung
Eurox^as zur Folge haben.
Die Vortheile, die dieser zweite Weg im Vergleiche mit dem ersteren,
darböte, schienen folgende zu sein.
1. Preussen löste sich so völlig vom revolutionären Boden ab, und ge-
langte sofort in eine richtige, seinen Interessen zusagende Stellung zum
allgemeinen konservativen eoiopäischen System. Was die europäische An-
erkennung seiner Bundesschöpfung wesentlich erleichtem würde. Es wickelte
gleichfalls sofort seine Politik völlig aus den Fesseln der gutgemeinten
42 Heinrich von Poschinger.
aber durch und durch unpraktischen Theorien der Paulskirche und der
Gothaischen Partei los, ohne darum die Sympathien der unitarischen Partei
in Deutschland zu Terlieren, för deren Erwerbung Preussen wahrlich bereits
genug gethan hat; da jene Partei sich doch nur an Preussen lehnen kann,
und in der Bildung eines engeren deutschen Bundesstaates mindestens einen
Schritt weiter zur Erreichung ihres Zieles erkennen würde.
2. Statt der Bundesyerfassung yom 26. Mai, in die die damalige
politische Lage Deutschlands Preussen die meisten leitenden Bestimmungen
der Frankfurter Reichsverfassung aufzunehmen nöthigen mochte, welche aber
jedenfalls in vielen Punkten der eigentlichen preussischen Staatspolitik
nicht zusagt, würde man nun eine andere setzen, welche die Form eines
streng doktrinären Ganzen beiseite lassend, scheinbar der Souveränetäts-
Eifersucht der mittleren Staaten weniger herbe Opfer auflegte, in der That
aber dabei den politischen Grundinteressen Preussens wesentlichere Vorteile
sicherte.
3. Die Grereiztheit, die nun einmal zu Hannover und Dresden hinsichtlich
der Bestimmungen des Bundesvertrages vom 26. Mai sich eingewurzelt hat,
und welche jede Transaktion mit beiden Höfen so sehr erschwert, würde
auf diese Weise abgeschnitten und dadurch der Eintritt dieser beiden
Staaten, die in den Bund zu ziehen, grade ein Hauptzweck desselben ist,
in das neue Bündniss wesentlich erleichtert.
4. Preussen zöge sich endlich so auf der Stelle gründlich aus der ganz
falschen Lage, in welche es zu Süddeutschland geraten ist. Indem es
formell auf jede direkte politische Einwirkimg auf Süddeutschland ver-
zichtete, würde es bald den natürlichen Einfluss des Vertrauens, der ihm
zu München, Stuttgart und Karlsruhe gebührt, wiedergewinnen. In dem
heutigen systematischen Aufregen aller Preussen feindlichen Elemente in
Deutschland von Seiten der vier Königlichen Höfe, würde ein Stillstand
eintreten. Die moralische Beruhigung Deutschlands würde wesentlich be-
schleunigt werden.
Der zweite Weg schiene daher entschiedene Vortheile über den an
erster Stelle vorgeschlagenen darzubieten. Während dieser letztere, in der
Mitte von Abgründen, unter steter Gefahr einer in ihren Folgen unabsehbar
werden mögenden europäischen Verwicklung, schliesslich doch nur einem in
Nebel gehüllten Ziele zuführt, leitete der erstere das Schiff der preussischen
Politik in der deutschen Angelegenheit durch verhältnissmässig ruhigere
Gewässer, in einen, wenn auch etwas entfernten, doch sicheren Hafen.
Denn der äusserste Termin des Beitritts Sachsens und Hannovers zum nord-
deutschen Bunde würde, in dieser Kombination, sich in der nächsten all-
gemeinen europäischen Krise finden, welche ihnen ihre Isolierung neben
der faktischen territorialen Stellung Preussens fühlbar machte. Es bedürfte
dazu von Seiten Preussens nur des ruhigen Ausharrens und des Kommen-
sehens.
Das preussische Kabinet befolgte den ihm von Kupfer ge-
gebenen Rat nicht, richtete vielmehr auf den Protest Oesterreichs
gegen die Errichtung der deutschen Union bezw. den aus-
Handschr. d. Geh. Leg. Rats Kupfer üb. d. deutsche Frage i. d. J. 1849 u. 1860. 43
geschriebenen Reichstag an dieses eine Note (12. Dezbr.)^ worin
es erklärte^ dass die 27 der Union beigetretenen Regierungen mit
ihren 25 Millionen Einwohnern sowohl nach dem Wortlaute der
Bundesakte vom 8. Juni 1815 und der Wiener Kongressakte als
nach dem ganzen Sinn und Zweck des alten Bundes vollkommen
befugt seien y sich zur Bildung eines engeren Bundesstaates zu
vereinigen. Am 13. Februar berief das Kabinet den Reichstag
der Union auf den 20. März in Erfurt ein.
Am folgenden Tage (14. Febr. 1850) wandte sich der Geh.
Leg. Rat Kupfer mit einer neuen Denkschrift an den Minister
Manteuffel, worin der Zielpunkt far die preussische Politik in
Deutschland insbesondere den Kleinstaaten gegenüber entwickelt
war. Kupfer schrieb:
„£w. Excel] enz wollen gütigst die Anlage mit besonderer Nachsicht auf-
nehmen. Der Kammerwirbel gestattet nicht die Geistesruhe, die zur strengen
Analyse verwickelter politischer Lagen erforderlich ist.
Die wesentlichsten Folgerungen die aus der Anlage herzufliessen
schienen, dürften folgende sein.
Das Bündniss vom 28. Mai ist eigentlich nur zum Yortheile der kleinen
deutschen Staaten die daran theilnehmen. Preussen zieht duraus keinen
anderen Nutzen, als dass dadurch der politischen Auflösung jener kleinen
Staaten vorgebeugt wird.
Die BeätimmuDgen des Bündnisses vom 28. Mai waren auf den so-
fortigen Eintritt Hannovers und Sachsens, sowie auf den eventuellen Bayerns
und Württembergs berechnet. Selbige sind durchaus unzulässig im preussi-
sehen Interesse, wenn die Königreiche, welche die einzige einen Werth
habende politische Erwerbung waren, sich davon fern halten.
Eine völlige ümschmelzung oder mindestens eine wesentliche Um-
gestaltung des Bündnisses dürfte also für die preussische Politik eine Not-
wendigkeit sein. Nur dadurch würden Hannover und Sachsen dem Bündniss
zugeführt, und die ernsteste politische Verwicklung den europäischen
Grossmächten gegenüber vermieden werden können.
Es schiene wünschenswerth, dass Preussen sich einmal frei und offen
den deutschen Kleinstaaten und der Gagernschen Partei gegenüber aus-
spräche; die Opfer die es beiden gebracht, spezifiziert, und klar die Linie
bezeichnet, über welche es fortan nicht herauszugehen gesonnen sei.
Die kleinen Staaten können nur durch Preussen ihre politische Existenz
fristen, und die Gagemsche Partei hat in der Welt keine andere Stütze als
Preussen. Die Frage dabei ist: soll Preussen sich zum Werkzeug der
Politik der Kleinstaaten und der Gagernschen Partei machen? Oder sollen
nicht vielmehr die Kleinstaaterei und die Gagemsche Partei von der
preuBsischen Politik ins Schlepptau genommen werden? Das letztere schiene
das natürliche.**
44 Heiniich von Poschinger.
Das im vorstehenden Schreiben erwähnte Promemoria des
Geh. Leg. Bat Kupfer lantet:
,,Da8 deutsche Reich erlosch Tor 4i Jahren an Altersschwäche, nachdem
es während des letzten Jahrhunderts seiner Dauer buchstäblich der Kinder-
spott gewesen war.
Während dieser Epoche der Schwäche des seligen, sogenannten römischen
Reiches, hatte sich in Nord- und Mitteldeutichland Preussen als neue Macht
herangebildet, mit dem Berufe, das verwesende Reich für diese Hälfte
Deutschlands zu ersetzen, und Europa gegenüber gewissermassen zu yer-
treten. Preussen erfüllte mit Ruhm diese Aufgabe in der fürchterlichen
Krise, die yon 1805 bis 181i ganz I)eutBchland umwälzte.
Die preussische Macht heute gewiisermassen auflösen zu wollen, um
ne in einer Art wiedererweckten deutschen Reiches neu darauf leben zu
lassen, könnte den Wünschen und den Eitelkeitsinteressen der BcTÖlkerung
der deutschen Kleinstaaten, die sich so gern als das deutsche Volk zu be-
trachten pflegt, zusagen, nicht aber den Interessen der Preussen, sowie
eines starken und selbständigen Deutschlands, welches nur durch ein kräftiges
Preussen, nicht aber yermittelst der doktrinären Zusammenkleisterung eines
engeren aus gleichberechtigten Staaten gebildeten Bundesstaates mit einer
gespaltenen und folglich schwachen Bundesregierung, hergestellt zu werden
vermag.
Von diesem Standpunkte aus dürfte der preussische Staatsmann bei
der Beurtheilung des durch den Vertrag vom 28. Mai v. J. geschafTenen
engeren Bundesstaates wesentlich auszugehen haben.*^
Die Opfer, mit denen Preussen den Eintritt von Bayern,
Württemberg, Sachsen und Hannover in das Bündnis vom 26. Mai
erkaufen zu können glaubte, hat der ehemalige Minister Camp-
hausen am 17. August in der ersten Kammer, getreu spezifiziert.
„Nun haben sich aber die vier Königreiche zurückgehalten, und dns,
was der Vertrug vom 26. Mai ein „Reich^* nennen zu dürfen glaubte, ist
in das Yerhältniss eines, jegliche territoriale Abrundungen entbehrenden
Bundesstaaten zusammengeschrumpfb, zu dem Preussen ungefähr drei Vier-
theile der Gesamtbevölkerung liefert.
Nimmt man Baden, welches gewissermassen nur ein Auswuchs des
Bundesstaates und politisch eine reine und sehr grosse Last für Preussen
ist, aus, so können die 26 Staaten, die ausser Preussen diesen Bundesstaat
bilden, auch ohne dem Bestehen desselben, nach ihrer territorialen Lage
sich nicht politisch von Preussen trennen, welches allein ihre Sicherheit
nach aussen und ihren Bestand nach innen hin verbürgt. Sie können
ebensowenig, und die Erfahrung der früheren Kriege ist hier massgebend,
in einem ernsten Kriege Preussen die Gestellung ihrer Kontingente ver-
weigern. Die Organisation und die Stärke dieser Kontingente sind aber
bereits durch die frühere Bundesmilitärverfassung so normiert, dass Preussen,
durch den Abschluss eines besonderen Bündnisses nicht ein wesentliches
Mehr in dieser Beziehung zu erreichen hoffen darf.
Handflchr. d. Geh. Leg. Bato Kupfer üb. d. deutoclie Frage i. d. J. 1849 u. 1860. 45
Bei jedem gemeiiiBchafblichen Verbände für die Förderang materieller
Interessen aber sind die überwiegenden Vortheile anf der Seite der kleinen
Staaten. Der einzige wirkliche Yortheil, der Prenssen ans einem solchen
Bündnisse erwächst, beschränkt sich also darauf, dass letzteres Preussen
mehr legale Mittel in die Hand giebt, um zu verhindem, dass jene kleinen
Staaten nicht der Revolution yerfallen, und so im Bereiche seiner Grenzen
revolutionäre Heerde bilden. Was Preussen schliesslich im Notfalle auch
auf anderem Wege nach der alten B«gel zu erreichen yermOchte, duss man
ohne Weiteres da löscht, wo das Feuer des Nachbarhauses das eigene Wohn-
haus zu ergreifen droht.
Preussen erreicht also eigentlich bei einem Bündnisse mit jenen Staaten
kein anderes Resultat als, dass während jeder einzelne dieser Staaten
isoliert, sich unbedingt dem preussischen Einflüsse fügen müsste, diese
Staaten zusammen in der Bundesverfassung, Mittel erhalten, als Körper
häufig sich dem preussischen Einflüsse entziehen zu können. Die Vortheile
eines solchen Bündnisses sind also ganz entschieden, ja man darf sagen,
ausschliesslich auf der Seite der daran theilnehmenden kleinen Staaten.
Aus dem Gesagten dürfte folgen, dass das Staatsinteresse Preussen ge-
bietet, das Bündniss vom 26. Mai nur mit den durchgreifendsten Modi-
fikationen schliesslich anzunehmen.
Wir glauben diese Modifikationen, die das preussische Interesse kate-
gorisch gebietet, hier nicht im Einzelnen ausführen, sondern nur die
wichtigsten derselben im Allgemeinen andeuten zu dürfen.
Preussen hat gta kein Interesse dabei, ob diese Staaten, die sich nun
doch einmal nicht von der preussischen Politik zu trennen vermögen, den
Schein von auswärtigen Verbindungen bewahren, oder nicht. Mögen selbige
immer das aktive und passive Gesandschafbsrecht, wenn ihre Stände ihnen
das Qeld dazu bewilligen wollen, behalten. Aber es kann jenen Staaten
keinerlei Einwirkung und Kontrolle auf die Führung seiner eigenen äusseren
Politik gestatten.
Preussen kann jenen Staaten einräumen, dass ihre Kontingente, je nach
deren Stärke, eigene Bataillone, Regimenter, Brigaden oder Divisionen bilden,
die von ihren eigenen Offizieren kommandiert werden. Es braucht ihnen
för die Unterhaltung seiner Festungen und des grossen Generalstabes der
Armee u. s. w keine Beiträge abzufordern. Aber es kann jenen Staaten
nie und unter keiner Bedingung einen Einfluss auf die Leitung seiner Militär-
angelegenheiten einräumen.
Preussen braucht in den meisten Punkten die Autonomie der kleinen
Staaten in ihrem Innern nicht zu beschränken. Aber es darf ihnen auch
keinerlei Einwirkung direkter Natur auf seine innere od^ Handelspolitik
gestatten.
Preussen kann nach seinem politischen Interesse die Wirkung der
Kammern in den kleinen Staaten nicht allein gestatten, sondern selbst ver-
bürgen, aber es kann zu keiner zentralen Bundes -Volksrepräsentation als
bleibender Institution jemals seine Einwilligung geben. Das Kammersystem
bietet ohnedies schon besondere Schwierigkeiten für seine Durchführung in
Preoasen dar, weil dieses selbst noch mehrere nicht ganz mit der Monarchie
46 Heinrich von Poschinger.
moralisch yerwachsene Provinzen hat, deren Vertreter in den Kammern
eine prinzipiell unprenssische Opposition bilden. Es kann bei Strafe seine
politische Existenz anfs Spiel zu setzen, nicht eine allgemeine Bnndes-
Yolksrepräsentation annehmen, wo durch den Beitritt der Abgeordneten der
übrigen Staaten jene eigene prinzipielle nnprenssische Opposition die Mehr-
heit werden könnte.
Allgemeine Kegel für Prenssen muss sein, im Bündniss nnr das Noth-
wendigste festzusetzen. Denn, was nicht schriftlich festgesetzt ist, föllt der
Regnliemng durch das Gewicht seiner Macht anheim.
Fassen wir das Gesagte zusammen, so kann Preussen nicht darin ein-
willigen, mit den kleinen Regierungen zusammen eine gemeinsame obere
Bundes -Zentral -Regierung zu bilden. Es muss vielmehr darauf bestehen,
in Betreff aller allgemeinen Regierungsfragen, völlig freie Hand zu bewahren,
wie es seinerseits den kleinen Staaten ilusserlich in dieser Beziehung auch
ihre volle Autonomie belUsst. Es muss die allgemeinen Beziehungen des
Bundes auf ein gegenseitiges Of- und Defensiv-Bündiiiss mit Feststellung der
respektiven Truppenkontingente beschränken. Keine förmliche Bundes-
Yorstandschaft aber auch kein Fürstenkollegium, kein Staatenhaus, kein
Yerwaltungs-Rath. Alle Jahre versammeln sich die Abgeordneten der einzelnen
Staaten während etlicher Monate, um sich über die Bundesangelegenheiten
zu besprechen. Am besten geschähe dies zu Berlin und durch die dort
akkreditierten Gesandten oder Geschäftsträger der einzelnen Staaten. Durch
diese bei ihr akkreditierten Gesandten und Geschäftsträger, sowie durch
ihre eigenen bei den einzelnen Bundesstaaten akkreditierten Agenten, suchte
Preussen diese Bundestaaten zu lenken. So bewahrte das preussische
Staatsschiff die volle Freiheit seiner Bewegung, und die übrigen Bundes-
staaten blieben ihm angehängte, seinen Laut theilende Schaluppen.
Dagegen kann Preussen den kleinen Staaten ihre Vertretung im Aus-
lande durch seine Gesandten und Konsuln unentgeltlich bewilligen, ihnen
die Aufrechterhaltung ihrer Verfassungen und der Ruhe im Innern ver-
bürgen; in materieller Beziehung zu gemeinsamen Verbänden aller Art,
welche den Angehörigen der kleinen Staaten alle Vortheile der Angehörigen
grosser Staatskompleze gewähren, die Hand bieten. Ja in der Errichtung
eines Schiedsgerichts für die Streitigkeiten unter den Bundesgliedem ein-
willigen, obgleich diese Einrichtung ihm die Hände bände. — Alles dies
wären eigentlich ohne Entschädigung gemachte Einräumungen von Preussen
blos für den Zweck die Lebensfähigkeit der kleinen Staaten zu er-
halten.
Es dürfte also, wenn nicht, was unbedingt das dem preussischen
Interesse am meisten Zusagende erschiene, die Ersetzung des Bündnisses
vom 26. Mai durch ein auf geeigneteren Grundlagen entworfenes neues be-
liebt würde, mindestens eine radikale Umgestaltung der Grundlagen jenes
Bündnisses unerlässlich werden. Nur auf diesem Wege würde ein Herüber-
ziehen Hannovers und Sachsens in das Bündniss zu hoffen sein, deren Er-
werbung eigentlich allein dem Bündniss einen politischen Wert für Preussen
^be. Ein Bündniss mit den kleinen Staaten allein legt ihm, wie oben ge-
zeigt wurde, nur Opfer auf und schwächt den Einfluss Preussens auf die
Handschr. d. Geh. Leg. Rats Kupfer üb. d. deutsche Frage i. d. J. 1849 u. 1850. 47
emzelnen kleinen Staaten, indem es sie in einem Körper vereint, Preussen
gegenüberstellt.
Nor auf dem Wege einer völligen Umgestaltung des Bündnisses vom
36. Mai kann Preussen hoffen, für das neue Bündniss das Anerkenntniss der
europäischen Mächte zu erhalten, ohne welche selbiges wenige Dauer ver-
spricht, und vielmehr Preussen nur in die gefährlichsten politischen Ver-
wickelungen zu verstricken droht.
Die Lage ist klar, sobald die preussische Regierung den reinpreussischen
Standpunkt in der Frage unverrückt festhält. Sie wird dunkel, und alles
verwickelt sich, sobald Preussen Doktrinen einen Einfluss gestattet, deren
praktischer Kern die Interessen der kleinen Staaten und ihrer Bewohner
gind; Interessen, die mit denen der wahren politischen Stärke Deutschlands
eigentlich im Widerspruche stehen.*^
Das preussische Kabinet befolgte auch diesen Rat nicht^ es
liess das System vom 26. Mai 1849 nicht fallen^ es geriet damit
in eine yerhängnisrolle Sackgasse, aus der es nur mit geschwächtem
Ansehen und durch den Oang nach Olmütz sich herausfand.
48
Kritische Streifzflge in Bismarcks Hemoiren.
Von
Heinrich Ulmann.
Nur einige schlichte Bemerkungen möchte ich den folgenden
Untersuchungen Yorausschicken. Ursprünglich waren sie, heraus-
gehoben aus einer grösseren Anzahl, bestimmt, Stützen einer Oe-
samtwürdigung, die ich nun bei Seite lasse, zu werden. Ich hoffe,
dass sie jede für sich und alle drei mit einander helfen werden,
das Verständnis des unwiderstehlich anziehenden Geisteswerkes zu
fordern, im Anschluss an die von verdienten Fachgenossen heraus-
gearbeiteten Ergebnisse. Mir ist die für Bismarcks ganzes Leben
entscheidende Aussprache mit König Wilhelm vom 22. September
1862 von Anfang an als ein dauernd für sein Bewusstsein cen-
traler Punkt erschienen. Sollte sich herausstellen, dass selbst
hierbei unrichtige VorsteUungen sich dem Erzähler untergeschoben
haben, so würde mir das als Wertmesser für die Sicherheit des
ßecßchtnisses von grösster Bedeutung sein. Die andern Fragen,
die ich prüfe, sind schätzenswert von anderem Gesichtspunkt aus.
Der blendende Farbenglanz der Erzählungen aus der Frühzeit be-
sticht als Beweis ursprünglich -frischer Erinnerungskraft. Aus
meiner Untersuchung über „Olmütz" dürfte sich aber ergeben,
wie stark sich im Erzähler das Bewusstsein seiner früheren Auf-
fassung der Verhältnisse verwischt hatte. Es fehlt ganz der
Pulsschlag des Junkers, der nicht bloss für Bayern die praktische
Weisheit gepredigt (I, 63): Je toller, je besser! Der partei-
politische Gesichtspunkt ist durch einen einheitlich -staatsmänni-
schen verdrängt.
Wieder eine andere Fehlerquelle, neben der, auch sonst her-
vorgehobenen, unerloschenen Kampfstimmung gegenüber Gegnern
und früheren Mitstreitern, dürfte die Untersuchung über den
Traum E^aiser Wilhelms i. J. 1881 biossiegen.
EritiBche Streifzüge in Bismareks Memoiren. 49
Hinsichtlich derjeDigen Klasse der Leser der Gedanken und
Erinnerungen^ die in jedem noch so begründeten Zweifel an der
Glaubwürdigkeit wenigstens der Erinnerungen eine Art Pietät-
losigkeit verurteilen, getröste ich mich des Vischerschen Wortes:
Das Moralische versteht sich immer von selbst.
I. Die OlmütB-Bede.
Wenn man etwa zehn Jahre nach 1850 dem kommenden
Mann, eben dem Ministerkandidaten Bismarck, in weiten Kreisen
weder Herz noch Verständnis für das deutsche Vaterland zutrauen
mochte, so hat sicherlich nichts mehr zu dieser festgewurzelten
Anschauimg Anlass gegeben, als sein Auftreten in der Sitzung
der zweiten preussischen Kammer vom 3. Dezember 1850. Da
hielt er jene berufene Rede für die nachgiebige Politik von
Olmütz, weil „Krieg ein Krieg sein würde mit allen Kontinental-
mächten und nicht geführt werden könnte ohne Bündnis mit der
Revolution^ d. h. mit den erbkaiserlichen Gothaem und deren
Anhang. Die Rede, die übrigens mit der vielleicht einzigen par-
lamentarischen Entgleisung Bismarcks begonnen hatte, zog im
Verlauf die Bestrebungen der Gegner so ins Groteske, dass der
nächste Redner, der konservative Abgeordnete für Greifswald-
Grimmen', es als seinem innem Gefühl widerstrebend nannte, auf
solchen Scherz ernsthaft zu antworten. So hatte er, um nur ein
Beispiel zu nennen, die ünionsverfassung als eine Mediatisierung
Preussens unter die Kammern der kleinen Staaten bezeichnet und
hinzugefügt, „ein Krieg für die Union von Preussen geführt
könnte mich nur lebhaft an jenen Engländer erinnern, der ein
si^reiches Gefecht mit einer Schild wache bestand, um sich in
dem Schilderhaus hängen zu können, ein Recht, welches er sich
und jedem freien Briten vindizieriie."«
Zunächst auffallend ist in den Memoiren (I, 68 ff.) das warme
Eintreten für den Kriegsminister v. Stockhausen, dessen Schuld an
der Zersplitterung der preussischen Cadres, dessen angebliche Mut-
losigkeit durchaus in Abrede gestellt wird. Bekanntlich hatte sich
gegen ihn der heftigste Angriff gerichtet (s. Duncker: Vier Monate
* Professor ürlichs. S. Stenograph. Berichte der Verhandlungen 1860/61.
1. Band. S. 69. Bismarcks Bede ebendas. 66.
• S. 68. Sp. 2.
Hifltor. VtortoUAhnclirift. 190S. 1. 4
50 Heinrich Ulmann.
»nswärtiger Politik 1851). Jenes ist nun merkwürdig bei der all-
g^emein adEÜEdlenden Schonungslosigkeit der Urteile über Personen.
Der Würdigung Stockhausens kann man im ganzen Werk nur etwa
die eines anderen Milit&rs, des Generals Gustav y. Alvensleben,
an die Seite stellen. Und nun ist das Auftreten Bismarcks in
seiner Erzählung aufs engste an seine ältere persönliche Bezie-
hung zu Stockhausen angeknüpft Bei ihm^ dem Kriegsminister,
Terschafft er sich^ als er im November 1850 infolge der Mobil-
machung vom 6. November, zu seinem Regiment einberufen,
Berlin passierte, zuerst und zwar unter Schwierigkeit Zutritt
Von ihm erhielt er die Aufforderung, in Berlin zu bleiben, um
kraft seiner Eigenschaft als Abgeordneter bei der bevorstehenden
Eröfihung des Landtags im Sinne des Friedens zu wirken. Was
ihm der Minister, zu dem er in erregter kriegerischer Stimmung
gekommen sei, zur Motivierung jenes Verlangens gesagt, hat er
ziemlich ähnlich schon in der Reichstagsrede vom 24. Januar 1882
vorgebracht^, damals um parlamentarischen Gegnern zu demon-
strieren, wie notwendig die Armeereorganisation gewesen. Durch
die Verzettelung der Stämme, die man nach dem Südwesten
Deutschlands und anderswohin in Friedensformation geschickt, sei
die schleunige Vollziehung der Mobilisation der Truppen er-
schwert. Vorwärts Berlin werde man erst in 14 Tagen 70000
Mann haben, welche nicht einmal hinreichen würden gegen die
schon bereiten österreichischen Streitkräfte. Man werde mit
Preisgebung von Berlin ah zwei Centren, etwa in Danzig und in
Westfalen, mobilisieren müssen. Es sei vor allem nötig, durch
Vermeidung des Bruchs Zeit zu gewinnen, wenn man schlagen
wollte. Ein andermal werden sechs Wochen als die nach Stock-
hausens Ansicht nötige Frist zur Gefechtsbereitschaft bezeichnet
(S. 76). Im Sinne dieser für ihn als Landwehrlieutenant über-
zeugenden Ausführungen des Generals habe er, B., wiederholt mit
dem Führer der der seinen zunächst stehenden parlamentarischen
Gruppe des rechten Centrums, dem Justizrat Geppert, verhandelt
und in derselben üeberzeugung am 3. Dezember gesprochen.
Zum Beweis dienen Auszüge aus der Rede. Und dann heisst es
nochmals: Mein leitender Gedanke bei meiner Rede war,
im Sinne der üeberzeugung des Kriegsministers für den
^ Politische Reden, her. von Horst Kohl IX, 234.
Kritische Strei&üge in Bismarcks Memoiren. 51
Aufschub des Kriegs zu wirken^ bis wir gerüstet sein
würden. Es ist also nicht Eriegsunlust, sondern nur reife Er-
wägung der umstände^ sorgfältigere Vorbereitung zum Losschlagen,
die er beim Eriegsminister gefunden haben will, vor allem aber
ist es lediglich der militärische Gesichtspunkt unter Nichtbeach-
tung jeder politischen Rücksicht, der in seiner Darstellung zum
Ausdruck kommt.
Man wird vielleicht schon zweifeln, ob das richtig, wenn
man auch nur die mitgeteilten Proben seiner Rede geniesst.
Aber diese Differenz mag zunächst beseitigt erscheinen durch die
ausdrückliche Erklärung, dass er jene leitenden Gedanken nicht
öffentlich und klar habe aussprechen, sondern nur andeuten
dürfen.
Treten wir den Dingen nun einmal näher, da ergiebt sich
zunächst mit Bestimmtheit, dass die erste Einwirkung auf den
schon am 14. November in Berlin eintreffenden Bismarck gar
nicht von dem Kriegsminister, sondern von dem stellvertretenden
Minister des Auswärtigen, von Manteuffel, ausgegangen war.
Allerdings hatte er gleich nach seiner Ankunft abends 10 Uhr
Stockhausen aufgesucht, aber nicht getroffen, sich dann sofort zu
Manteuffel begeben, der ihm empfohlen, nicht nach seiner Garni-
son zu reisen, sondern in Berlin zu bleiben, wo die „Kammer-
menschen^ nötig gebraucht würden.^ Er war infolge dessen ge-
blieben und hatte am folgenden Tag von allen gut unterrichteten
Seiten gehört, dass auf Krieg wahrscheinlich gar nicht, für den
Augenblick gewiss nicht zu rechnen sei. In Bismarcks Ge-
dächtnis hat sich anscheinend sein erster vergeblicher Versuch
vorzukommen, am Abend des 14ten, vermischt mit einer späteren
Audienz. Wann die letztere war, lässt sich nicht auf die Stunde
sagen. Da schon am 16. feststand, dass seine Stelle in der
Schwadron einem anderen übertragen würde, muss er den Befehl
des Kri^sministers vorher erhalten haben. ^ Nach seiner Angabe
in den Memoiren wäre sein Wirken eben durch Stockhausen zu-
vörderst in Anspruch genommen worden, um Justizrat Geppert
und das „zur Unterstützung der Regierung geneigte, aber für die
' Bismarcks Briefe an seine Braut und Frau vom 16. Nov. S. 212.
' Br. an seine Frau vom 16. XI. S. 218 f Gedanken nnd Erinne-
rungen 71.
52 Heinrich ülmann.
energische Wahmehmuug der nationalen Aufgabe Preussens auch
durch sofortige militärische Bethätigung eingenommene rechte
Centrum^' zu bearbeiten. Er sei dabei auf die ihm selber vor
der Unterredung mit Stockhausen eigentümliche Auffassung ^ das
natürliche Erzeugnis eines verletzten nationalen oder preussisch-
militärischen Ehrgefühls gestossen^ in erster Linie auf parlamen-
tarische Ansichten^ die mit dem Programm des Kriegsministers
nicht übereinstimmten.
Sein Versuch fällt auf den 17. November. Am 18. schreibt
er seiner Frau, dass er gestern mit ungehofftem Erfolg das Gen-
trum bearbeitet habe, weil er durch diplomatische Mittei-
lungen in den Stand gesetzt gewesen sei, dessen volle Unbe-
kanntschaft mit der Sachlage aufzuklären. Also keine militärischen,
sondern politisch -diplomatische Gesichtspunkte! Nun ist aber
bezeugt \ dass schon am 16. der Geh. Legationsrat Knüpfer namens
des Ministeriums Geppert zu der Ueberzeugung gebracht hatte,
dass der Krieg gegenwärtig, wenn irgend thunlich, vermieden
werden müsste, dass ManteujBTel und Stockhausen zu unterstützen
wären u. s. w. u. s. w. Geppert sei seiner Partei gewiss und hoffe
auf Majorität^ gegen die Gothaer; nur wünsche er in der hessi-
schen Frage die Aufrechthaltung und Wahrung der formalen
Rechtsformen in der Yerfassungssache.
Das ergiebt das Resultat, dass schwerlich die Notwendigkeit,
den Krieg im Sinne Stockhausens zu vermeiden, den Hauptinhalt
der schwierigen Unterredungen Bismarcks mit Geppert gebildet
haben kann. Wir hören, dass die konservativen Parteigenossen
Gepperts Bedenken hegten wegen Preisgebung der bisherigen Stel-
lung Preussens in der hessischen Frage, wo, wie bekannt, beider-
seitige Truppen einander schon gegenüberstanden. Es scheint mir
wenigstens wahrscheinlicher, dass Bismarck, der in seiner Rede am
3ten gerade hinsichtlich dieser Sache seinen stärksten Trumpf
ausspielt: „Die preussische Ehre besteht nach meiner Meinimg nicht
darin, dass Preussen überall in Deutschland den Don Quixote
spiele für gekränkte Kammer-Celebritäten, welche ihre lokale
^ Knüpf er an ManteuiFel 17. Nov. bei Poschinger, Denkwürdigkeiten
des Ministers von Manteuffel I, 823.
* Aehnlich Bismarck in dem Brief an seine Frau vom 18ten.
S. 215.
Kritische Streifzüge in Bismarcks Memoiren. 53
Verfassimg für gefährdet halten/^ dass Bismarck in dieser poli-
tischen Frage kitzlichster Art Geppert in Manteuffels Sinn be-
arbeitet hat. Denn hier war eine der Stellen, wo Manteuffel des
Königs, der gesi^kt war durch seinen Bruder, noch nicht
ganz sicher war. Kam es darüber zu leidenschaftlicher Aussprache
und zu einer Niederlage Manteuffels in der Kammer, so war
alles möglich. Das zu vermeiden, Manteuffel und Stockhausen zu
halten gegen Ladenberg, den zeitweiligen Ministerpräsidenten, der
nach dem 3. Dezember seinen Abschied nahm, oder gar gegen
die Wiederkehr des von der Partei Gerlach bitterlich gehassten
Radowitz, schien Bismarck Lebensfrage. Diese politische An-
schauung, nicht die militärische, war die massgebende, wie zahl-
reiche Aussprüche seiner Briefe beweisen. Zum tieferen Ver-
ständnis möchte ich aus ihnen vorher seine allgemeinpolitischen
Gesichtspunkte herausschälen: Krieg im gegenwärtigen Augenblick
und um die durch Radowitz hervorgerufenen Streitpunkte würde
Krieg mit allen monarchischen Staaten sein (18. XI. S. 214). Da-
bei ist neben Oesterreich besonders an Russland gedacht, auf
dessen Entgegenkommen man nach Bismarcks, sehr anfechtbarer,
Meinung würde rechnen können, wenn man in Holstein und hin-
sichtlich der parlamentarischen XJnionsverfassung sich fügte (22. XI.
S. 216). Der künftige Realpolitiker kündigt sich aber an, wenn
er in dem gleichen Brief es für unleidlich hält, dass 100000
Baiem und Oesterreicher sich zwischen Preussens östlichen und
westlichen Provinzen aufstellten. Es handelt sich dabei um den
Streit über die hessischen Etappenstrassen: im Fall zu grosser
österreichischer Impertinenz in dieser Beziehung trat Bismarck
auch Gerlach gegenüber entschieden für die Notwendigkeit des
Krieges ein.^ Leider hat der Realpolitiker gerade in dieser aus-
schlaggebenden Frage dem Parteipolitiker das Feld geräumt.
Denn am 3. Dezember ist er so weit gekommen, zu erklären^:
„Wir haben, ich will versuchen ganz deutlich zu sein, die Be-
nutzung der Etappenstrassen der Länge nach; in derselben be-
lastigt es uns durchaus nicht, wenn diese Strassen der Breite
nach" [also etwa wie von der Armee des Fürsten Taxis] „von
' Gerlachs Denkwürdigkeiten 1. 559, 8. Briefe an s. Frau S. 216.
' StenograpHische Berichte über die Yerbandlangen d. 2. Kammer, I.
S. 57. In den Gedanken und Erinnerungen ausgelassen.
54 Heinrich Ulmann.
irgend jemandem überschritten werden/^ Damit war der (bedanke
der Integritöt der Monarchie innerhalb ihrer Interessensphäre
weiter zurückgedrängt, als es dem von Parteileidenschaft freien
Bismarck zu einem andern Zeitpunkt zulässig erschienen sein
würde. Freilich stand er unter dem Bann der Gerlachschen
Doktrin über das Verhältnis zu Oesterreich. Er ist in seinen
Briefen während dieser ganzen Zeit (S. 212. 214) und bleibt
auch in seiner Rede vom 3. Dezember überzeugt, dass Oester-
reich, falls Preussen auf seine Unionsideen verzichte, sich zu
diesem auf den Fuss Yoller gegenseitiger Gleichberechtigung in
Deutschland stellen werde. In einem Briefe vom 18. November
bekennt er sich zu „den Forderungen unserer Partei, welche
wir augenblicklich Hoffnung haben, friedlich zu erreichen.'^ Sie
seien in Nr. 269 der Neuen Preussischen Zeitung aufgezählt. In
dieser Nummer vom Tag nach Bismarcks Brief, die er abo
vorher gekannt, vielleicht mitredigiert haben muss, ist aber ver-
langt neben anderen höchst wichtigen Punkten, Vereinbarung in
freien, nicht in Wien zu haltenden Konferenzen, auf dem Boden
vollster Gleichberechtigung zwischen Oesterreich und Preussen
und ihrer gleichmässigen Bevorrechtung in Deutschland
vor den minder mächtigen Staaten u. s. w. Erreiche man das
nicht, dann muss auch unsere Partei mit dem Spruch unserer
Vorfahren rufen „Dat walde Gott un kold Isen'^ Und am
3. Dezember hat er erklärt^: „Ich suche die preussische Ehre
darin, dass Preussen sich vor allem von jeder schmachvollen Ver-
bindimg mit der Demokratie entfernt hält, dass Preussen in der
vorliegenden, wie in allen Fragen nicht zugebe, dass in Deutsch-
land etwas geschehe ohne Prcussens Einwilligung, dass dasjenige^
was Preussen und Oesterreich nach gemeinschaftlicher unabhän-
giger Erwägung für vernünftig und politisch richtig halten, durch
die beiden gleichberechtigten Schutzmächte Deutsch-
lands gemeinschaftlich ausgeführt werde.''
Als der Redner so sprach, muss er auffallenderweise ^ nicht
gcwusst haben, dass Fürst Schwarzenberg in Olmütz wenige Tage
vorher gerade diesen preussischen Anspruch auf Parität abgelehnt
^ Stenogr. Berichte 1. 57. 8. Gedanken und Erinneningen S. 73.
' Er wusHte auch nichts von der in Olmütz ausgemachten Demobili-
sierung unter Prcussens Vorangehen.
Kritische Streifzuge in Bismarcks Memoiren. 55
und dass Manteoffel sich dem gefugt hatte! Noch in den Me-
moiren (76) yerlegt er ^^die auffallige Beschränkung^' der preus-
sischen Ziele in die Zeit der Dresdener Konferenzen.
Eine neuerdings angedeutete Auffassung nötigt, hier noch
einmal Halt zu machen. Fester^ hat darzuthun gesucht, dass
Bismarck in seiner Bede Ton konservatiTen und legitimistischen
Schranken der Manteuffel und Gerlach yöUig frei sich gezeigt
habe. Nicht den Krieg an sich habe er gescheut (und soweit
stimme ich bei), sondern den für die aus der ünionspolitik er*
wachsenen Schwierigkeiten. Wenn Fester aber aus den Erörte-
rungen des Bedners, dass die Integrität des Staats nicht bedroht
und Eroberungen nach der Thronrede nicht beabsichtigt seien und
femer dem Passus': Ich will hier nicht erörtern, inwiefern dies
zu bedauern ist und inwiefern jemand einen Krieg yielleicht gern
f&hren könnte, der keinen andern Grund hat, als dass sein König
und Kriegsherr sagt: dies Land gefällt mir, ich will es besitzen^'
den Schluss wagt, dass Bismarck wie im Traum dabei firidericia-
nische Annexionspolitik in Bezug auf Hessen Yorgeschwebt habe,
so ist das irrtümlich. Ich brauche auf die krassen Widersprüche',
die eine solche Auffassung in den Sinn der Rede hineintrüge,
nicht näher einzugehen. Ich denke yielmehr zu zeigen, wie die
Absicht der Unterstützung der yon Manteuffel und Stockhausen
zur Zeit allein im Ministerium yerfochtenen Ueberzeugungen
legitimistischer Politik die eigentliche Seele der Handlimgen
Bismarcks gewesen ist.
Nur flüchtig werden im ersten Briefe an seine Frau nach
seiner Ankunft in Berlin die Gefahren der Ueberrennung Preussens
durch die Oesterreicher, wie sie für die nächsten Wochen nach
der Mobilmachung bestanden, berührt. Alles glaubt an Frieden,
allerdings haben beim König und Prinzen von Preussen die
Minister schweren Stand. Aber wahrscheinlich ist der Krieg
' üeber den historiographischen Charakter der Ged. u. Erinnerungen.
Sybelfl Zeitschrift N. F. Band 49, S. 60.
* Stenograph. Berichte I. 57. In Ged. n. Erinner, ausgelassen.
' Er erinnert z. B. S. 59, Sp. 1 an seine Warnung, Preussen nicht in
die Rolle Piemonts in Italien zu drängen (s. auch Briefe an seine Frau
8. 218). Die Stelle des Briefes S. 214 über die österr.-preussische Gleich-
herechtigung auf Kosten der kleinen Staaten ist weiter unten so erklärt,
dass sie allein die Exekutivgewalt in Deutschland haben.
56 Heinrich Ulmann.
nicht, man scheine in Verlegenheit, wie man die Trappenmassen
mit gater Manier los werde. Man spreche yon Verwendung gegen
Frankreich.^ Die Friedenszuyersicht könnte aus Rücksicht auf
die Gemütsruhe der Frau vielleicht stark zum Ausdruck gebracht
sein. Aber Bismarck verhehlt im Fortgang keineswegs die Schwan-
kungen der Lage. Es ist keinerlei Grund an der Wahrhaftigkeit
der Versicherungen hinsichtlich des wahrscheinlichen Friedens zu
zweifeln. Der Nachgiebigkeit Oesterreichs in der deutschen Sache
hält sich Bismarck schon im ersten Briefe für sicher. Dann
heisst es': ,,Die Hessische und die Holsteinische Sache haben
übrigens für Preussen und namentlich für unsere Partei nicht das
Interesse, dass es deshalb lohnt, Menschen und gar Soldaten zu
opfern."
Zwei Tage* darauf: „Gotha, die Bürokratie, ja ... der Hof,
alles arbeitet vereint an Manteuffels Sturz, aber Gott hat mir
gegründete Hofihung gegeben, es wird ihnen nicht gelingen.
Manteuffels Sturz heisst in diesem Augenblick Rückkehr des
Radowitz'schen Prinzips, vertreten durch Strohmänner, die er
lenkt ^, Krieg mit allen monarchischen Staaten, im Hintergrund
revolutionäres Kaisertum, dessen Mantel jetzt, nach jahrelanger
Vorbereitung durch Radowitz, mehr blendet als früher. Bleibt
Manteuffel, so ist Aussicht zu einem baldigen ehrenvollen Frieden^
(auf dem Fuss der Parität nämlich). Am 19. November wieder-
holt er die letztere Hofihung. Auch am 22., wo er seiner Diffe-
renz mit Gerlach wegen der Etappenstrassen gedenkt, zweifelt er
nicht am Frieden, obwohl er dessen Notwendigkeit oft heftig ver-
teidigen müsse.
Am 24.: ,yDer Krieg wäre jetzt ein vollständiger Unsinn, der
von Haus aus die Folge haben würde, dass unsere Regienmg
noch zwei Meilen weit links rutschen würde.'' Er gedenkt dann
ähnlich wie in der Rede des vermeinten Einverständnisses über
die Zukunft Deutschlands, der Gefahr, dass „um solcher Lappa-
' Brief vom 16. XI. S. 212 f. Vgl. über das zuletzt Gesagte: Poschin-
ger, Manteuffels Denkwürdigkeiten I, 326 f. ,,Die Mobilisierung wächst hier
zu einem Gespenst heran. Man fürchtet sich vor sich selbst.*' Prokesch
16. XI an Fürst Schwarzenberg. Aus den Briefen des Grafen Prokesch 183.
» S. 212.
» S. 214.
* Ladenberg dürfte besonders gemeint sein.
Kritische Streifzüge in Bismarcks Memoiren. 57
lien willen'^ (Beginn der Umkehr in der EtappenfirageÜ) „kon-
servatiTe Armeen^ die einander lieben und achten, sich zer-
fleischen^'; dann, ähnlich wie in der Rede, der Gefahr, bei einem
Bruderkrieg in Abhängigkeit vom Ausland zu geraten imd der
ferneren der Bundesgenossenschaft mit il re traditore und der
Demokratie: „Jeder Demokrat wird seine Wunden dem König als
eine unbezahlte Rechnimg vorzeigen, wenn wir mit seiner Hülfe
gesiegt haben werden/' Und an ein Wort anknüpfend, das Stock-
hausen wohl dem Prinzen von Preussen gesagt: „ich kenne keine
Ehre, die darin besteht, dass man den Weg der Revolution mit
Worten verdammt und mit Thaten gehe."
Dann kommen die Schwankungen, veranlasst durch die ge-
wünschte Zusammenkunft Manteuffels mit Schwarzenberg, das
Abschiedsgesuch des ersteren und am 27.^ neue friedliche Aspekten:
„Manteuffels Gesuch ist abgelehnt, seine Politik oben auf, gebe
Gott, dass es dauert/' — Ich denke, alles das beweist, dass der
Kampf in erster Linie geftlhrt wurde für die Existenz des Mini-
steriums. Auch hatte B. keinen Ghnmd, seiner Frau gegenüber sich
ähnliche Zurückhaltungen hinsichtlich des Zustandes preussischer
Wehrhaftigkeit aufzulegen, wie er sie, seinen Memoiren zufolge,
bei seiner Rede geübt haben will. Es kann daher nicht be-
zweifelt werden, dass die „Gedanken und Erinnerungen" die Ge-
sinnung Bismarcks in der Olmützepoche höchst unvollständig
wiederspiegeln. Sie verhüllen das Ueberwiegen des parteipoliti-
schen Gesichtskreises, innerhalb dessen alles Heil von dem Ein-
vernehmen der konservativen Ostmächte abhängig schien, bis zum
völligen Verschwinden. Auch Bismarck hat 1850 die Kraftprobe
aus politischen Gründen gescheut, zu der er sich erst entschlossen
hat, als er über den Grad der Neigung Oesterreichs zu dualisti-
scher Leitung Deutschlands seine der Parteidoktrin entwachsenen,
ganz persönlichen Erfahrungen gemacht hatte. —
Da Bismarck auch in seinen vertraulichen Ergiessungen
nahezu schweigt über die militärische Lage, wird sich kaum
sicher feststellen lassen, wie stark in der That in seinem Innern
neben massgebend politischen auch militärisch -technische
Erwägungen damals Platz gegriffen hatten. Dennoch ist es auch
in dieser Beziehung von einigem Interesse, prüfend zu über-
* Brief vom 27. XI. S. 221.
58 Heinrich Ulmann.
schauen y wie viel sich von dem Erfolg der damaligen Rüstung,
Ton ihren Hemmnissen und Förderungen erkennen lässt.
Sachkundig und ehrliebend nennt Bismarck den Kriegs-
minister Stockhausen. Tadelnd den ihm gemachten Vorwurf des
Kleinmuts nennt er ihn vielmehr einen alten schneidigen Soldaten,
dessen moralischer und physischer Tapferkeit er sicher gewesen.
Nur der falschen Politik mit ihrer unrichtigen Verwendung der
militärischen Mittel schreibt er die Unterlassungssünden zu, die
durch plötzliche Leistungen Stockhausens nicht wieder hätten gut
gemacht werden können.
Bismarck ist dabei des inzwischen widerlegten Glaubens, dass
Graf Brandenburg als Opfer der ihm aufgezwungenen Friedens-
politik sterbend zusammengebrochen sei. Um so mehr föllt da-
für alle Schuld auf Radowitz, der nun einmal die b^te noire der
Partei war. Ich komme darauf zurück. Die Schuld an der mili-
tärischen Un Vorbereitung Preussens trugt er nicht.* Den Sommer
über, als die Verhältnisse sich zuspitzten, im Herbst, als in
Bregenz drohende Verabredungen stattfanden, als in Böhmen
Truppenzusammenziehungen erfolgten u. s. w., hat er auf Mobili-
sierung des Heeres gedrungen.
Stockhausen, der die am 1. Oktober ausgedienten Mann-
schaften entlassen, ja angesichts des stark rüstenden Gegners
Pferdeverkäufe angeordnet hatte, hat jene bekanntlich am 2. No-
vember verhindert. Gerade deshalb haben ihm ja die Gegner
vorgeworfen, dass er dadurch die Radowitzsche Politik und diesen
selbst habe unmöglich machen wollen.^ Man wird vorsichtig sein
müssen gegenüber einer solchen Behauptung. Aber unzweifelhaft
stimmte er ganz im Bann der Anschauung der äussersten Rechten.
Auch hatte er schon im April 1850 erklärt, dass Preussen nicht
in der Lage sei, einen Krieg für die Radowitzschen Ideen zu be-
stehen.^ Wenn der Brief vom IG. Januar 1851 (den Poschinger
in den Denkwürdigkeiten des Ministers v. Manteuffel I, 408 un-
begreiflicher Weise dem Prinzen von Preussen zugeschrieben hat)
^ Wie Bismarck nach Busch, Tagebuchblätter I, 138 ihm Schuld ge-
geben hat.
• M. Duncker: Vier Monate S. 8 u. 12. Vergl. Gerlachs Denkwürdig-
keiten I, 515 8. 503.
' Aus den Briefen des Grafen Prokesch S. 133.
Kritische Streifzflge in Bismarcks Memoiren. 59
wirklich von seinem Einsender Stockhausen ^ herrührt^ so bietet
er mit der Vorstellung, dass die ^^Reyclution^' Krieg wolle, um
die königstreuen Heere sich gegenseitig zerfleischen zu lassen und
dann leichter die Throne umzustürzen, höchst charakteristisches
Material für seine ganze Denkweise, üebrigens bietet Bismarck
in einem Brief an seine Frau vom 24. November gewisse Paral-
lelen dazu. Ob Stockhausen so weit gegangen, wie Frau von Roon
berichtet^, an jenem 2. November zu erklären: es ist auch noch
sehr die Frage, ob unsere Armee sich gegen die Oesterreicher
schlägt, ist nicht zu kontrolieren. Aber ihre Erzählung vom Ver-
halten des Prinzen Yon Preussen bei und nach jenem Gonseil
atimmt durchaus mit dem Bericht des beteiligten Generaladjutanten
V. Bojen.' Da wird es doch sehr schwer, an anderes als partei-
politische Verranntheit zu denken bei Stockhausens Verhalten in
der ofkgenannten Sitzung der 2ten Kammer am 3. Dezember 1850.
Unmittelbar vor ihm hatte der konservative Abgeordnete Geh.
Rat Stiehl dem Minister Manteuffel entgegnet, samt dem preussi-
sehen Volk habe er nicht an Ej-ieg geglaubt wegen dieser oder
jener einzelnen Frage, sondern deshalb, „weil es dahin gekommen,
dass Preussen seine welthistorische Aufgabe gefährdet zu sehen
im Begriff stehe^. Da eröffiiete der Eriegsminister seine Bede
mit den Worten, dass es ihn sehr betrübe in diesem Haus, von
welchem er gehofft, dass es nur Segnungen des Friedens über
dem Lande ausbreiten würde, den wiederholten Ruf zum Krieg
gehört zu haben. ^ Einen solchen Mann durfte mit Fug der alte
Natzmer^, dereinst militärischer Mentor des Prinzen von Preussen,
den wahren Friedensminister nennen. Stockhausen hat wenig
Glauben gefunden für seine Behauptung im Herrenhaus, dass er
aus militärischer Vernunft für den Frieden sei (Duncker a. a. 0.
S. 29). Nur Bismarck will durch seine für ihn überzeugenden
Darlegungen bestimmt worden sein zu seinem Auftreten am
3. Dezember.
Nach dem früher Dargelegten kann das in dem angegebenen
Grade nicht der Fall gewesen sein. Ich glaube, Bismarcks Er-
* Wie Stern, Histor. Zeitschr. N. F. Bd. 61, S. 76 darzuthun versucht hat.
' Denkwürdigkeiten aus dem Leben des Grafen Roon. 3. Auff. I, 242.
' Erinnerungen des . . . von Boyen. Her. von Tümpling 89.
* Stenograph. Berichte S. 62.
* Unter den HohenzoUem IV, 160.
60 Heinrich Ulmann.
innenmg hat sich hier an den äusseren Vorgang der Unterredung
mit Stockhausen am 15. oder 16. November geheftet. Wenn er
jedoch von dem Inhalt derselben sein Verhalten während voller
2 — 3 Wochen abhängig sein lässt, täuscht er sich ebenso über
sich selbst wie über den planmässig fortgeschrittenen Verlauf
der Mobilisierung. Als Bismarck am 3. Dezember sprach, konnte
nicht mehr, wie er angeblich nur habe andeuten können, die
Gefahr drohen, dass man den Oesterreichern nicht einmal 70000
Mann entgegenstellen könnte. Die Waffenrüstung war nahezu
vollendet, trotz aller Hemmungen, die das Geschäft unter einem
Eriegsminister wie Stockhausen erfahren mochte.
Hinsichtlich solcher Hemmungen sei hier nur auf einen
neuestens bekannt gewordenen Vorgang hingewiesen. Das unter
General v. Schreckenstein stehende preussische Korps in Baden
hatte am 1. November den Befehl zur Konzentration zwischen
Murg und Neckar und am 7. nach erfolgter Mobilmachung den
Befehl zum Rückmarsche erhalten. Aber noch am 20. November*
beklagte sich der Prinz von Preussen, seit dem 13. November
Kommandeur der mobilen Armee, beim Kriegsminister über die
unglaubliche Langsamkeit der Konzentration Schreckensteins,
dessen persönliche Schuld er jedoch (entgegen der Ansicht des
Kriegsministers) entschieden verneinte. Stockhausen hat auf diesen
Brief des Prinzen erst nach vollen 14 Tagen, am 4. Dez., als
der Entschluss zur Abrüstung fertig war, geantwortet und zwar
mit der Behauptung, dass eine Unterlassung des Prinzen, die
dieser durchaus in Abrede stellte, die Schuld trage an der Ver-
spätung von 10 Tagen.
Es mag mit diesem Hinweis genug sein, dass an der Maschine
nicht alles so klappte, wie es Soldaten in höchster Stellung er-
warteten. Die Organisation hatte schwere Mängel. Durch an-
fechtbare militärisch -politische Massnahmen seit 18 Monaten
konnten sie dem sorgenvollen Blick anfänglich bedrohlich er-
scheinen. Aber bald nach Anfang Dezember mussten sie als im
wesentlichen überwunden gelten. Das berichtete am 21. November
^ Dies Schreiben und der gesamte Schriftwechsel in: Militärische
Schriften Kaiser Wilhelms des Grossen. 11, S. 1 18-— 128. Hieraus versteht
sich die Erbitterung beider Männer, s. Poschinger: Denkwürdigkeiten des
Ministers y. Manteufel I 407.
Kritisclie Streifzüge in BismarckB Memoiren. 61
bereits der rassische Oesandte Baron Budberg. Und wenn er und
seine Schätzung der fertigen Kriegsstärke auf 375000 Mann mit
865 Geschützen verdächtig sein sollte, so bekrafkigt seine Aussage
der Prinz Yon Preossen am 22. November, dass man, zwar noch
nicht im Moment, aber binnen kurzem gerüstet sein werde. ^
Schon eine Woche nach dem Mobilmachungsbefehl schrieb aus
Liegnitz der Bregienmgspräsident Westphalen (der nachherige
Minister) an Manteuffel; „in wenig Tagen werden die Bataillone
und Schwadronen der Linie und Landwehr in der vollen Ej-iegs-
si^ke marschfertig dastehen'^^ Man darf annehmen, dass es
anderwärts nicht minder glatt verlaufen ist angesichts der schwung-
haften Begeisterung, mit der das Volk diesmal dem Ruf seines
Königs gefolgt war nach allgemeinem Zugeständnis. Und dass
im ganzen der Plan zur Mobilmachung ausreichend war, bestätigen
noch die Urteile einsichtsvoller Männer, wie des genannten Natzmer,
Moltkes (Schriften IV, 149), des Generaladjutanten Boyen u. a.
Letzterer gerade, der Stockhausens ,^abelhafber Seelenruhe oder
Dummheit" es zum Vorwurf macht, wenn man am 1. November
auf allen Punkten der Welt kaum 100 000 Mann zusammengehabt,
rechnet zuletzt mit einer Kriegsstärke von 500000 Mann. Und
darin triffi er zusammen mit dem ganz der Gegenpartei angehörigen
preussischen Gesandten in Petersburg, dem General von Rochow.*
Die Regimentsgeschichten ergeben, soweit ich sie benutzt^ habe,
das gleiche Resultat. Und endlich ist nicht zu vergessen, dass
die schwierigste Aufgabe der Mobilmachung für nicht wenige
Heeresteile erleichtert war dadurch, dass die Landwehrregimenter
schon längst in Baden, bei Wetzlar und sonst mit im Felde ge-
standen hatten. Wenn es hierbei Störungen gab, so werden sie
wieder dem Ungeschick Stockhausens beigemessen, der zur Unzeit
bei der Bekleidimg gespart und ganz gleichzeitig auch das (zu
' Härtens, Becenil des trait^s conclus par la Russie VTLI, 421 und
Aus meinem Leben von Ernst von Eoburg I, 605.
* 14. November, Poschinger, Denkwürdigkeiten Manteuffels I, 321.
' Erinnerungen aus d. Leben des . . . Bojen, von Tümpling 89. — Briefe
des Generals v. Bochow an einen Staatsbeamten 538. (Betrachtung an-
gestellt am 7. Dezember 1850.)
* um nur eine zu nennen: Die Geschichte des Iten Infanterieregiments
von Oelsnitz S. 87.
62 Heinrich ülmann.
Besatzungen bestimmte) zweite Aufgebot der Landwehr einbe-
rufen hatte. ^
Wer also beweisen wollte^ wie es nach Bismareks Auffassung
Stockhausen bis zuletzt gethan haben müsste, dass Preussen wegen
gewisser organisatorischer Schäden Ende 1850 nicht widerstands-
fähig hätte sein können, würde zu viel beweisen. Er würde be-
weisen, dass Preussen mit seiner allgemeinen Wehrpflicht und
schwachen Linienarmee, die nur in der Landwehr ihre Kriegs-
starke gleich in erster Linie hatte, mit seinem Mangel brauch-
barer Landwehroffiziere ^, überhaupt eines ernsthaften Kriegs nicht
fähig gewesen wäre. Aber das war gewiss nicht die damalige An-
sicht Bismareks: er will bloss der Thatsache Rechnung getragen
haben, dass infolge schwerer Versäumnisse Preussen so rasch
nicht seinen schon früher gerüsteten Gegnern sich gewachsen
zeigen könnte. Es ist schwer anzunehmen, dass ein Mann seiner
gesellschaftlichen Stellung und damaligen Verknüpfung in die sich
abspielenden „Intriguen'' die Augen so yerschlossen gehalten
haben sollte gegen das, was so viel andere sahen: die kraftvoUe
Entwickelimg der preussischen Rüstung. Seine Beurteilung Stock-
hausens, sein Auftreten gegen jede kriegerische Entschlüsse for-
dernde Adresse der 2ten Kammer, scheint mir nur erklärlich aus
zäh der Erinnerung eingeprägter poUtischer Parteiüberzeugung,
die sich ebenso bei Manteuffel, Stockhausen, Gerlach, Wrangel,
Rochow findet. Ln Dezember kann er die militärische Kraft
Preussens nicht so unterschätzt haben, dass er vor einem Waffen-
gang mit Oesterreich und den süddeutschen Königreichen (die
Sorge Yor einem künftigen Konflikt mit Russland, der wenn über-
haupt yor dem Frühjahr nicht zu fürchten war, bleibt für das
thema probandum aus dem Spiel) Scheu gehabt hätte.
Dies Resultat ergänzt wenigstens indlekt das unserer Kon-
frontation des Memoirenberichtes mit den gleichzeitigen Briefen.
Bismarck hat damals in erster Linie aus Unverständnis der
Politik Oesterreichs, aus allzustarker üeberschätzung der Allianz
der Ostmächtc, aus berserkerhaftem Abscheu gegen die mit der
,yRevolution" (thatsächlich den zahmen Gothaem) verquickte Sache
^ Spätere Aufzeichnung des Generals HoUeben. Beihefte zum Militär-
wochenblatt. 1892, S. 43.
• Die preussische Landwehr in ihrer Entwickelung von 1816 — 1869.
Nach amtlichen Quellen. 1867, S. 112.
Kritische Streifzüge in Bismarcks Memoiren. 63
deutsch- preussischer Einheit die Sache der Ereuzzeitungspartei
und der Minister Manteuffel und Stockhausen geführt gegen deren
Kollegen im Ministerium^ gegen eine Wiederkehr des gefürchteten
Radowitzschen Einflusses auf den schwankenden König, gegen
den zur Abwehr yermeinter Unbill entschlossenen Kreis des
Prinzen Yon Preussen und was mit diesem gleichfühlend zu-
sammenstand im Volk. Es kann hier nicht untersucht werden,
inwieweit er aus allgemein politischen Gründen, aus psycholo-
gischer Wertung der Handelnden Recht gehabt hat: er hat
diese Seite in seinen Erinnerungen nicht hervortreten kssen.
Die Ansicht, die in Bismarcks Memoiren über die Genesis
des Gangs nach Olmütz entwickelt wird, trifft eher zu für die
Zeit der Zusammenkunft in Warschau und dann noch für die
ersten vierzehn Tage nach der Mobilmachung. Für die entschei-
dende Phase selbst ist sie historisch nur insofern brauchbar, als
sie Bismarcks thätigen Anteil zeichnet, bei Leibe aber nicht hin-
sichtlich der Anschauung, aus der heraus er zugreifend ge-
wirkt hat.
In Anlehnimg an die Olmützfrage sei des Urteils über
Badowitz gedacht. Ihm wird in den Memoiren der Vorwurf ge-
macht, „als geschickter Garderobier der mittelalterlichen Phan-
tasie des Königs^' das „tempus utile'^ zur Einrichtung des „Drei-
königsbundes^^ mit nebensächlichen Formfragen versäumt zu haben.
Als offen noch bis heute wird die Frage bezeichnet, ob Radowitz
„aus katholisierenden Gründen'^, das evangelische Preussen an
Wahrnehmung der günstigen Gelegenheit habe hindern wollen,
oder ob er nur gestrebt habe, seine Stellung beim Könige zu
halten (I, 64). ^
Implicite liegt hier auch die falsche Vorstellung vor, als ob
Bismarck in jenen Jahren dem hegemonischen Gedanken nicht
ablehnend gegenüber gestanden hätte. Es soll hier darauf nicht
naher eingegangen werden. Aber es lässt sich zeigen, dass Bis-
marcks Anschauung von dem Manne damals eine andere ge-
wesen ist. Er hatte vor und nach Olmütz Radowitz gerade als
den Vertreter derjenigen Politik leidenschaftlich bekämpft, die
durch Betonung der deutschen Aufgabe Preussens den Bruch mit
> Das urteil über Badowitz berührt sich mit dem schon 1870 aus-
gesprochenen in: Tagebuchblätter von M. Busch I, 138.
64 Heinrich Ulmann.
Oesterreich notwendig macheu musste. Hinsichtlich seines Ver-
haltens bis in den Dezember 1850 kann auf das Ausgeführte hin-
gewiesen werden. Aber damit nicht genug. Als im Frühjahr
1851 bei dem für Preussen unbefriedigenden Verlauf der Ver-
handlungen über die Paritatsfrage und nach der Rückkehr von
Radowitz von seiner Sendung nach England der Verdacht in der
Manteuffel-Gerlachschen Partei aufkam^ dass der König insgeheim
wieder von Radowitz beeinflusst werde und sein Wiedereintritt
an die Spitze der Geschäfte sich vorbereite, hat sich Bismarck
zum Vorkämpfer der Oesterreich freundlichen Politik seiner Partei-
genossen gemacht.^ Es war die Zeit erbitterter Kammerdebatten
über die nach Ansicht der Opposition nutzlos verwendeten 18 Mil-
lionen zur Mobilmachung, sowie die angemeldeten Nachforde-
nmgen. Bismarck hatte sich, wie er selbst erzählt^, gerüstet, die
Gegner mit einer grossen Rede über die Radowitzsche Politik
„mit allen möglichen neuen, mühsam zusammengesuchten Mate-
rialien'^ zu vernichten, als am 10. April der Schluss der Debatte
zu seiner Wut ihn mundtot machte. Aber nur für den Augen-
blick. Aus Gerlachs Memoiren wissen wir durch eine Einzeich-
nung vom 23. April, dass ein Artikel der Kreuzzeitung über
Prokesch und Radowitz ein Fragment einer ungehaltenen Rede
Bismarcks sei. Es ist ein kleiner Leitartikel in Nr. 92 vom
20. April sichtlich gemeint. Hier verrät Bismarck ein Geheimnis,
das er wohl von Gerlach erfahren haben konnte.* Demnach trüge
Radowitz' Unfähigkeit die Schuld an der Verschlimmerung der
Lage, der sich Graf Brandenburg Ende Oktober 1850 in Warschau
gegenüber gesehen hatte. Radowitz hätte nämlich am 25. Oktober
dem österreichischen Gesandten Baron Prokesch in dem gleichen
Augenblick, wo sich Brandenburg alle Mühe gab, den Kaiser
Nikolaus von offener Parteinahme für Oesterreich abzuhalten,
amtlich erklärt, dass Preussen mobilisiere. Auf diese selbstver-
ständlich nach Warschau weitergegebene Meldung erst sei die
Abreise des Kaisers von Oesterreich, die beschleunigte Mobil-
machung und der Vormarsch der österreichisch-süddeutschen Armeen,
der Zorn des Kaisers Nikolaus über Preussen eingetreten u. s. w.
^ Gerlach I, 612. Bismarcks Briefe an seine Braut u. Frau S. 257.
« Briefe S. 262. Vergl. Gerlach I, 620.
» Gerlach, Denkwürd. I, 667. 601. 631.
Kritische Streifzüge in Biamarcks Memoiren. 65
Sicher war es ein bitterböser Hieb auf Radowitz^ wenn dieser
bisher unbelegbare^ im Dunkeln schleichende diplomatische Klatsch
jetzt öffentlich gemacht wurde. In den Augen der Parteigenossen
wenigstens erschien jetzt Manteuffel doppelt gerechtfertigt, inso-
fern die ganze Verwicklung sehr einfach auf eine ,^lunkerei"
des Ministers von Badowitz zurückgef&hrt wurde.
König Friedrich Wilhelm IV., der längst auf die Kreuzzeitung
nicht gut zu sprechen war, hat sich denn auch über diesen Artikel
sehr geärgert. Es wäre eine weltgeschichtliche Ironie, wenn
Gerlachs ^ Ansicht richtig wäre, dass Bismarcks Rede, deren Bastard
jener anonyme Artikel war, wenn gehalten, wahrscheinlich seine
Anstellung in Frankfurt, über die gerade damals verhandelt
wurde, unmöglich gemacht haben würde.
H. Bismarok und die Abdanknngspläne König WilhelznB
im September 1862.
Dass die endliche Berufung Bismarcks ins Ministerium im
September 1862 in allererster Linie Roons Verdienst ist, steht
zweifellos fest: leidlich gut ist man auch über das lange Wider-
streben des Königs und die Empfindungen, aus denen es heraus-
wuchs, orientiert. Dass Bismarck selbst schon seit Sommer 1861
„das Werk mit Freuden angreifen" wollte, mochte der Gegenzug
freien Sichselbstauslebens immerhin manchmal seine Augenblicks-
stimmung beherrschen, halte ich gleichfalls für ausgemacht.
Dass Roon die Situation herbeigeführt, in der der König
zum Entschluss kommen musste, ist klar. Aber die Einzelheiten
sind vielfach dunkel, wir kennen bei weitem nicht alle seine
Schritte und die wir kennen, sind mit nichten völlig abmessbar.
Zwei Fragen sind es vor allem, die durch die Memoiren
Bismarcks dabei in den Vordergrund gerückt erscheinen. Wie
hat sich Bismarcks Berufung nach Berlin vollzogen, und sodann
ist es zutreffend, dass Bismarck, wie er erzählt, erst in Babels-
berg am 22. September durch den König selbst von seiner Ab-
sicht zur Abdikation (mittelst einer bereits fertigen Urkunde)
unterrichtet worden ist?
Ich möchte zunächst feststellen, dass durch das im Wortlaut
^ Denkwürdigkeiten I, 620.
Hitlor. Vtorldjalmohrift. 190S. 1
66 HeiDrich Ulmann.
wiedergegebene, sicherlich nach dem Original verglichene Tele-
gramm der Gedanken und Erinnerungen vom 18. September eine
frühere telegraphische Herbeibescheidung ausgeschlossen erscheint.
Poschinger hat (Bismarck und die Parlamentarier II) anscheinend
zwei Zeugnisse beigebracht, dass bereits am 15. September Bis-
marck telegraphisch herbeigerufen €iei. Doch ist es einfach
Willkür, wenn zuerst S. 16 ein angebliches Telegramm Blancken-
burgs Yom 15. September eingeführt ist; denn Horst Kohl kennt
an der von Poschinger zitierten Stelle, anscheinend nach münd-
licher Erzählung Bismarcks, lediglich ein solches vom 18ten.
Bleibt also nur die von Poschinger rezipierte Erzählung eines
Frankfurter Ehepaares L. (a. a. 0. S. 18), das am 15. September
in Avignon an der Mittagstafel dabei gewesen sein will, als Bis-
marck die telegraphische Aufforderung des Königs zum Kommen
empfangen habe. Ich weiss nicht recht, ob es nach allem, was
uns mittlerweile bekannt geworden, noch erforderlich ist zu be-
weisen, dass die letzte Angabe unrichtig, ja unmöglich sei.^ Für
König Wilhelm blieb das Erscheinen seines Pariser Gesandten in
jenen Tagen ein unerwartetes Ereignis. Noch am 19ten hat der
König seinem Sohne erklärt, dass er nicht geneigt sei, Bismarck
ein Ministerium zu übertragen.^ Obendrein bestehen chronolo-
gische Schwierigkeiten, ob Bismarck am 15ten Mittags noch in
Avignon gewesen sein kann.
Bismarck hatte bekanntlich am 12. in Avignon sich ent-
schlossen, der XJngewissheit durch einen Aufenthalt in Berlin bei
der Durchreise nach Pommern ein Ende zu macheu, wie er an
seine Frau, an Roon und endlich an seinen Vorgesetzten Graf
Bemstorff geschrieben hat, an letzteren mit der Formel: ad au-
diendum verbum regis. Es ist bis heute unbekannt, ob er darauf
die Ermächtigung zur Reise von seinem Chef erhalten hat. Wenn
an den Nachrichten von Telegrammen vor dem 18ten überhaupt
etwas ist, so würden sie am ehesten mit einer Antwort auf sein
soi-disant Urlaubsgesuch zusammenzubringen sein. Man könnte
^ Obwohl noch Sybel II, 439 die Citation Bismarcks dem König direkt
zugeschrieben hat. Sybel konnte damals nur minderwertige Ueberliefemng
verwerten. Er hat sogar noch die Ankunft um 6 Tage zu früh (14.) an-
gesetzt. S. jetzt Marcks, Kaiser Wilhelm I. 4. Aufl. S. 217, vergl. 420.
• Amtliche Niederschrift Max Dunkers am 19. Septemb. bei Philipp-
8on: Das Leben Kaiser Friedrichs III. S. 422, vergl. 423
Kritische Streif züge iu Bismarcka Memoiren. 67
vielleicht hierauf die allerdings absichtlich verschleiernden Worte
Roons an Perthes vom 20. September^ beziehen^ Bismarck sei
heute eingetroffen; ,^cht berufen, sondern Urlaubs halber". Sie
würden allerdings eher dafmr sprechen, dass er an Ort und Stelle
sein Urlaubsgesuch, wenn noch erforderlich, in Erinnerung bringen
wollte.
Bismarck selbst weiss nur von dem Telegramme des Onkels
von Moritz Henning (Blankenburg), d. i. Roons, das am 18. Sep-
tember in Berlin aufgegeben war und seine unverzögerte Abreise
aus Paris zur Folge hatte. Es enthielt ausser der auf Verab-
redung beruhenden Unterschrift, die jede Durchdringung des In-
halts seitens eines dritten immoglich machen sollte, folgenden
Inhalt: Periculum in mora. Depechez-vous. Diese Worte ent-
halten, auch nach BiBmarcks Erinnerung, etwas IndiyidueUes,
kein verabredetes Stichwort. Richtig ist allerdings, dass Roon
jenes lateinische Sprichwort leicht in die Feder kam. Als Jahrs
^uvor anlässlich der vom König für erforderlich gehaltenen
Huldigung das liberale Ministerium in die Brüche zu gehen drohte,
hatte Roon, der längst in Bismarck seinen Mann erkannt, am
28. Juni 1861 ihn mit der gleichen Phrase zum schleunigen An-
tritt seiner Urlaubsreise telegraphisch angefeuert.^ Damals ver-
gebens, da die Erisis bekanntlich durch ein Kompromiss beigelegt
war, ehe Bismarck am 9. Juni in Lübeck landete.
War die Situation 1861 wie 1862 die wesentlich gleiche?
Im ersten Fall handelte es sich imi promptes Auftreten des er-
wünschten Nachfolgers für das ins Wanken gebrachte Ministerium
der neuen Aera. Auch 1862 bestand eine ministerielle Erisis, da
Hohenlohe besonders aber Heydt und Bemstorff ihren Abschied
wünschten. Aber die iLrisis war seit langen Monaten permanent,
da Graf Bemstorff insbesondere längst an Rückzug auf den
Londoner Botschafterposten gedacht hatte. Wegen dieser An-
gelegenheit kann keine Gefahr im Verzug bestanden haben, auch
nicht in dem Sinn, dass Bemstorff für das Auswärtige, oder
' Denkwürdigkeiten aus dem Leben Roons. 3. Aufl. 11, 107.
' Denkwürdigkeiten Boons ü, 50. Ob es abgegangen, scheint
zweifelhaft, da Bismarck am 2. Juli wohl auf einen inhaltlich überein-
stimmenden Brief Boons vom 27. Juni, aber nicht auf das Telegramm Bezug
nimmt. Ged. u. Erinner. I, 241 — 246.
6*
68 Heinrich Ulmann.
Hohenlohe für das Präsidium etwa durch andere als Bismarck er-
setzt werden könnte, falls dieser nicht rechtzeitig zur Stelle wäre.
Die Gefahr im Verzug, die Roon am 18. September 1862
f&rchtete, betraf nicht die Steuerleute, sondern den Kapitän des
Staatsschiffs: der König hatte nachdrücklich seine Absicht aus-
gesprochen, lieber abzudanken, als sein eigenstes Werk, die Militär-
reorganisation, verstümmeln zu lassen. Ich brauche nur ganz kurz
an Bekanntes zu erinnern. Eine Erklärung Roons in der zweiten
Kammer am 17. September über eyentuelle Möglichkeit einer
bloss zweijährigen Dienstzeit hatte zur Vertagung der Sitzung
imd Rückverweisung des Militärbudgets an die Kommission ge-
führt. Die genannte Konzession, über deren Notwendigkeit und
gemeinsame Vertretung dem König gegenüber Roon mit dem
Finanzminister yan der Hejdt sich verständigt gehabt hattet
hatte Roon für sich preisgegeben, als er am Abend desselben
Tages auf den entschiedenen Widerstand seines Kriegsherrn in
einem zur Entscheidung darüber berufenen Conseil gestossen war.
Der König hatte schroff jede Nachgiebigkeit in Sachen der drei-
jährigen Dienstzeit verweigert und den bestimmten Entschluss
gezeigt, abzudanken und als Nachfolger alsbald den Kronprinzen
herbeizubescheiden. Nur der energische Einspruch aUer Minister
hatte ihn zunächst von Ausführung dieser Absicht zurück-
gehalten.^ Der durchaus glaubwürdige Bericht eines Teilnehmers
des ganzen Auftritts', dessen Verstösse in Nebendingen unwesent-
lich, erhält die erwünschte Bestätigung durch den Umstand, dass
der Kronprinz wirklich, wie der Bericht angiebt, in der Ferne
weilte, im Süden, wenn auch, technisch ausgedrückt, nicht gerade
in Süddeutschland, wohin er erst reisen sollte. Das beweist das
^ Mitteilung Heydts an Max Duncker. Bericht Dunckera an den
Kronprinzen, Berlin 22. Sept. 1862. Konzept aus Dunckers Nachläse, der
mir durch zuvorkommende Grüte der Besitzer, durch Herrn Major v. Mühlen-
fels, Kommandeur des 2. schlesischen Jägerbataillons zugänglich gemacht
worden ist.
* Letzteres findet indirekt eine Stütze durch die Angabe Heydts in
dem eben erwähnten Dunckerschen Bericht vom 22., wonach am 21. ein
Ministerialbericht an S. M. diese Absicht als dem monarchischen Prinzip
und allen königlichen Pflichten widersprechend bezeichnet hatte.
' Des als Protokollführer anwesenden Geh. Rat Hegel in seinen: Er-
innerungen (1890) S. 18. Ueber die entscheidende Stellungnahme des Königs
s. auch: Aus dem Loben Theodor v. Bernhardts IV, 331. V, 29.
Eriüsche Streifzüge in Bismarcks Memoiren. 69
folgende^ bisher unbekannte Telegramm an den Privatsekretär des
Kronprinzen, den in Berlin verbliebenen Geheimrat Duncker, in
Reinhardsbnmn aufgegeben am 18. September 1862 12 Uhr
55 Minuten nachmittags: ^uf S. M. Befehl komme ich heute
Abend nach Berlin. Erwarte Sie in Jüterbock. Kronprinz."^
Also hatte der König seine Absicht, seinen Sohn herbeizu-
rufen, doch noch ausgeführt, sei es noch in der Nacht nach dem
Conseil oder am ISten früh. Es ist nicht zu bezweifeln, dass
diese Unterbrechung der bereits nach dem Süden angetretenen
Reise zusammenhängt mit der Absicht Wilhelms, die Bürde des
Entschlusses auf seinen Nachfolger zu legen. Er ist bei dieser
Absicht auch an den folgenden Tagen geblieben. Schon um
8 Uhr früh am 19. September hatte er^ sich genau im Sinne des
im Conseil yom 17. Geäusserten seinem Sohne gegenüber unter
Vorweisung der schon ausgefertigten Urkunde ausgesprochen und
am 21. noch hatte der Ministerrat eine motivierte Erklärung
gegen eine solche Entschliessung abgegeben (s. Anmerk. 2 auf
Yoriger Seite). Wir stehen also einer konstanten Absicht des
Königs gegenüber, die, am 17. zuerst verlautbart, bis zum 22. bei
den Beteiligten sich geltend macht.
Die unmittelbare Folge der erregenden Szene im Conseil war
der „Umfall^^ Roons und die Vereinbarung der seine Konzession
in der Landtags-Sitzung vom 17. nichtig machenden Erklärung
in der Budgetkommission yom 18. September.
Noch ist die Zeit nicht gekommen, in der es vielleicht mög-
lich sein wird, Herz und Nieren des Kriegsministers in jenem
zukunftsschwangeren Augenblick zu durchschauen. Roon wird
am 18. sicherlich gewusst haben, dass der Kronprinz wirklich
aus Reinhardsbrunn herbeibeschieden war. Er selber hatte, kurze
Zeit freilich nur, erschüttert durch die Energie des Widerstandes
seinem Herrn zur Nachgiebigkeit geraten.^ Jetzt, angesichts der
Gefahr, den Kriegsherrn einzubüssen, der seiner Welt- und Staats-
anschauung trotz mancher Verschiedenheiten unendlich näher
^ Chi£fnert mit darübergeschriebener AuflÖBong im Nachlass Donckers.
' Amtliche Niederschrift Dunckers am 19. bei Philippson: Das Leben
Kaiser Friedrichs XU. S. 422. Ebendas. die Angabe, dass am 19 Hey dt u.
Bemstorff ihre Entlassung für den Fall der Unbeugsamkeit des Königs er-
beten hatten.
* Ausser schon Angefahrtem s. auch Philippson a. a. 0. S. 96
70 Heinrich Ulmann.
stand als der Thronfolger; jetzt, aus dem Abdankungsgedanken
des Königs vielleicht zwar ein augenblickliches Verzagen, zugleich
aber doch die verzweifelte Entschlossenheit des aufs äusserste
gebrachten überzeugungstreuen Mannes lesend und deutend , ent-
schloss er sich zum Kampf auf jede Gefahr. Es mochte ihn
stärken y dass er unter den hohen Militärs, wie General Alvens-
lebeu; einflussreiche Mitkämpfer wusste, dass er des Beistandes
der Kreuzzeitungspartei gewiss war, als deren Organ, der „Rund-
schauer'^ Ludwig von Gerlach, schon über den unreinen Ton der
ministeriellen Posaune öffentlich geklagt hatte. ^ In den Mini-
sterialssitzungen hat Roon als guter Politiker sich zwar zurück-
gehalten: er nahm (wieder nach Heydts Angabe) eine Mittel-
stellung ein zwischen ihm und Bemstorff und den konfliktsbereiten
Ministem Itzenplitz uud Jagow. Er ging seine eigenen Wege,
die der Umgebung des Kronprinzen dunkel blieben. Ich möchte
für gewiss halten, dass er nicht mehr allein an die Heeres-
reorganisation dachte, sondern jetzt die Entscheidung herbeiführen
wollte im Kampf zwischen Königtum und Parlamentarismus, ähn-
lich wie sein Gesinnungsgenosse Hans von Kleist-Retzow, der den
Minister Heydt aufsuchte und zu diesem politischen Bekenntnis
zu nötigen unternommen hatte.' Darum ergriff er den letzten
Augenblick, um — mit Bismarck zu reden — ein neues Bataillon
in die ministerielle Schlachtordnung einschwenken zu lassen. Die
drohende Möglichkeit der Abdankung König Wilhelms stellte für
Roon das periculum in mora dar.
Nur — das ergiebt sich aus dem nachherigen Gespräch des
Herrschers mit Bismarck — wenn der König einen Minister von
Krafk und unbedingter Ergebenheit fand, war Hoffnung, ihn zur
Fortsetzung des Kampfes festzuhalten. Darum erging seitens des
streitbaren Kriegsministers jetzt an seinen diplomatischen Freund
und Gesinnungsgenossen jener Ruf, den sich dieser vielleicht
jetzt ebenso wie früher einmal, in das Kommando übersetzt haben
mag: „An die Pferde".
^ Heydts Eröffnung an Duncker in dessen Bericht vom 22. September.
* Heydts Mitteilung an Duncker am 22. in dem Bericht desselben
vom gleichen Tage. Unter diesen Umständen gewinnt ein Wort Bismarcks
Bedeutung in einem Brief an seine Frau, wonach am Morgen seiner An-
kunft in Berlin (20. Sept.) Hans (Kleist) bei ihm gewesen ,,voller politischer
Anschläge*'. Fürst Bismarcks Briefe an seine Braut und Frau S. 512.
EriÜBche Streifzüge in Bismarcks Memoiren. 71
Und Bismarck kam sofort. In der Nacht vom 18. zum 19.
muss er abgereist sein. Am 20. früh traf er in Berlin ein, er
ging, nach 2östündiger Fahrt noch ungewaschen, sofort zu Roon;
am gleichen Tag verbrachte er bei ihm die Zeit von 5 Uhr nach-
mittags bis zum Schlafengehen^ am folgenden Tag sprach er ihn,
nachdem Roon beim König gewesen, nochmals. Und dieser Bis-
marck, dieser unvergleichliche Unterhändler, der sich natürlich
beim ersten Wiedersehen sofort von Roon hatte sagen lassen „wie
die Dinge liegen"^, sollte zwei voUe Tage lang im Berliner Ver-
kehr, auch vom iLronprinzen befohlen und empfangen, nicht heraus-
gebracht oder nicht einmal geargwöhnt haben, dass die Situa-
tion, auf die er längst gerechnet, umzuklappen drohte durch die
Resignation des Königs! Dass er seiner Frau im Laufe des 21.
lediglich schreibt: „ich befinde mich hier genau in derselben Lage
wie im Monat Mai", d. h. in der Schwebe, ob der König die Ent-
lassungsgesuche annehmen wird, fällt nicht schwer ins Grewicht.
Denn er verschweigt seiner Frau auch seinen Empfang durch den
Kronprinzen. — Von diesem, dem auch er sich zugeknöpft zeigte,
wird er keinen Einblick in die grundstürzende Umwälzung der
Verhältnisse erhalten haben. Kann man sich dagegen vorstellen,
dass Roon absichtlich den Freund und Mitkämpfer im Dunkeln
gelassen habe? Er hatte ihm, nach meiner Auffassung wenigstens,
ja schon durch das Telegramm ein wenig den Schleier gelüftet.
Sollte er die Situation vom 18. bis zum 20. für so verändert an-
gesehen haben, dass er meinen konnte, es darauf ankonmien
lassen zu dürfen, wie Bismarck den König fände? Wir kennen
absolut keine Thatsachen, die eine solche Anschauung begreiflich
machen könnten. Oder hat er im Gegenteil deshalb Schweigen
für das bessere Teil gehalten, um den ersehnten Retter, der
zwischendurch wohl wieder Anwandlungen von Heimweh nach
ländlichem Glück hatte, nicht etwa im letzten Augenblick kopf-
scheu zu machen? Man braucht sich diese Auslegung nur recht
klar zu machen, um sie sofort als doppelt unmöglich zu ver-
werfen. Oder sollte es das Amtsgeheimnis gewesen sein, das
Roon den Mund verschlossen hätte? Hier wird man nicht von
Unmöglichkeit reden dürfen, aber äusserst unwahrscheinlich deucht
mir angesichts der Sachlage diese Annahme. Um nur eines zu
^ Bismarcks Brief an seine Frau vom 21. September S. 512.
72 Heinrich Ulmann.
sagen, Roon brauchte gar nicht Vorgänge aus jener Conseil-
Sitzung vom 17. zu enthüllen, um die auch ausserhalb des streng
ministeriellen Kreises schon durch das Zusammenprallen Wilhelms
mit seinem Sohne bekannte Kunde yon Abdankungsgelüsten des
Königs bloss thatsächlich anzudeuten. Er konnte doch gar nicht
dem auf sein Entbieten gehorsam herbeigeeilten Genossen, dem
die nur allzugut bekannte Wartezeit in Berliner Gasthöfen schon
langweilig wurde, Auskunft verweigern auf die Frage, wo denn
die Gefahr im Verzug gewesen sei, da doch äusserlich die Lage
der vom Mai so verzweifelt gleiche!
Und wenn man sich die Antwort auf eine solche Frage
konstruieren dürfte, so würde sie etwa haben lauten können:
der König habe geschwankt zwischen der Abdankung und der
Entscheidung für ein neues energisches Ministerium und es habe
Gefahr bestanden, dass durch die Wucht des auf ihn geübten
Einflusses und beim Mangel der Gegenwart des geeigneten Kan-
didaten der mutlosere Entschluss gefasst werden könne.
Bismarck hat dagegen in den Gedanken und Erinnerungen
jegliche Kenntnis etwaiger königlicher Abdankungsstimmungen
direkt in Abrede gestellt. Er geht so weit, dass er die von Boon
(wohl am 21.) ihm hinterbrachten Worte des Königs nicht ver-
standen haben will: „Mit dem (Bismarck) ist es auch nichts, er
ist ja schon bei meinem Sohn gewesen", eben weil er (Bismarck)
nicht habe ahnen können, dass der König bei ihm Kenntnis von
Abdankungsgedanken argwöhnisch voraussetze. Die letztere Ver-
sion tritt übrigens erst in den Gedanken und Erinnerungen als
schlagender Beweis absoluter Ahnungslosigkeit auf, während der
nach Bismarcks älterer Mitteilung, i. J. 1890 in die OeffentUch-
keit^ gekommene Parallel-Bericht über die Babelsberger Begeg-
nung, dem König selbst (am 22. also) die Worte leisen Vorwurfs
an Bismarck direkt in den Mund legt: „Auch Sie sind ja bereits
bei ihm (dem Kronprinzen) gewesen". In dieser älteren Form
ist also diese königliche Kundgebung in keinerlei Verbindung
gebracht mit einem Nichtwissen Bismarcks von Plänen der Ab-
dankimg. Der Besuch Bismarcks beim Kronprinzen erscheint
^ Münchener Allgem. Zeit. 1890, Oktober 7, daraus bei Oncken, Das
Zeitalter des Kaisers Wilhehn, Band II . S. 762 und jetzt auch bei Penzier:
Fürst Bismarck nach seiner Entlassung I, 266.
Kritische Streifzüge in Bismarcks Memoiren. 7S
dem König hier nur als Indicium seines Einverständnisses mit
den Wünschen der Minister und des Kronprinzen auf Nachgiebig-
keit im Streit um die Militarreorganisation. Ueberhaupt steht
diese hier im Vordei^pund des königlichen Bewusstseins und die
Vertiefung zu einem Gegensatz zwischen Prärogative der Krone
und Parlamentsherrschaft wird (abweichend von den Gedanken
und Erinnerungen) erst durch Bismarck in die Diskussion ge-
bracht. In der Hauptsache sind natürlich beide Erzählungen in
üebereinstimmungy in der üeberraschimg Bismarcks angesichts
der zur Vollziehung fertigen Abdankimgsurkunde. Und das ist
auch unzweifelhaft der zuverlässige Kern des Ganzen. Der Ein-
druck hat imvergesslich in der Seele des treuen Dieners gehaftet^
kein Mensch wird wagen, die Thatsächlichkeit in Zweifel zu
ziehen.
Aber diese Ueberraschung brauchte nur der unerwarteten
Entschlossenheit Wilhelms gegolten zu haben , die sich in der
beim ersten Zusammentreffen sofort entgegengehaltenen Urkunde
ausdrückte. Dass Bismarck von einem Schwanken des Königs, von
seiner Disposition zum Verzicht auf die Krone vorher nichts geahnt,
darüber weiss die ältere Version von 1890 noch nichts.
Erst die Gedanken und Erinnerungen bringen diesen Zug in das
Gemälde. Er ist da unlösbar hineingezeichnet in die Erzählung von
der Audienz Bismarcks beim Kronprinzen und sichtlich bestimmt,
einen etwaigen Hintergedanken, als ob dabei eine Annäherung an
den Nachfolger des regierungsmüden Königs vorgeschwebt habe,
als unmöglich auszuschliessen. In der That hatte ja Bismarck
völlig korrekt nur der Aufforderung^ genügt, die sich nicht ab-
weisen liess. Es lässt sich die durch zahlreiche andere Stellen
der Memoiren begründete Vermutung nicht einfach abweisen, dass
ihm allmählig die Erinnerung an das, was Roon ihm über könig-
liche Abdankungspläne erööhet haben wird, geschwunden sei.
Und da mag denn aus dem Bewusstsein völlig reiner Absichten
heraus in ihm die VorsteUung erwachsen sein, ganz ahnungslos
dem Kronprinzen und noch zwei Tage darauf dem König gegen-
übergetreten zu sein.
^ Der Kronprinz wird schon am 20. zurückgereist sein. Nach
einem Aktenvermerk hat Doncker am 21. wieder an ihn nachReinhards-
hrunn berichtet.
74 Heinrich Ulmann.
m. Sin Traum S^aiser Wilhelzns.
Nicht geringe Schwierigkeiten bietet dem Leser der Ge-
danken und Erinnerungen (11, 193) ein Briefchen des Kaisers Yom
18. Dezember 1881 an Bismarck samt der Antwort darauf vom
gleichen Tag. Es geht einem wie dem unberufenen Dritten, der
einen Teil eines Zwiegesprachs erhascht. ,,Enfin, ich musste
Ihnen diese Kuriosität erzählen/' so schliesst der Kaiser. Nun
was der für wichtig genug gehalten hat, um auf diesem Wege
dem grossen Ratgeber mitgeteilt zu werden, kann auch uns nicht
allzugering dünken. So mag ein Versuch, das Dunkel zu lichten,
gewagt werden.
Bismarck hat den Brief eingefügt in eine Erzählung über
seine Friktionen mit dem Minister des Innern, Grafen Botho von
Eulenburg, den er der Teilnahme an einer gegen ihn gerichteten
klerikal -liberalen Ministerkombination, einem von ihm so be-
zeichneten Ministerium Gladstone, für schuldig hielt. Vor wie
nach den Briefen ist die Rede von sehr bekannten Vor^^ngen
des Jahres 1878. Die Mitteilung der Briefe jedoch wird moti-
viert durch den Satz: ,,Es ist bekannt, unter welchen Umständen
Graf Eulenburg im Februar 1881 seinen Abschied nahm, imd
dass er im August desselben Jahres zum Oberpräsidenten in
Kassel ernannt wurde. An seinen Namen knüpft sich folgender
Briefwechsel zwischen Sr. Majestät und mir. Den Gegenstand meines
darin erwähnten Vortrags vom 17. Dezember 1881 habe ich nicht zu
ermitteln vermocht'^ In dem mitgeteilten Traum sah sich der
alte Kaiser aufs lebendigste in den Reichstag versetzt, der „nach
den jetzigen Ferien" (d. h. nach dem 17. Dezember) zum ersten
Mal wieder tagte. Graf Eulenburg tritt während der Diskussion
ein: vor ihm bricht die weitere Verhandlung ab. Aber nachdem
der Präsident die Sitzung aufgehoben, erhebt sich Tumult und
Geschrei, keinem Mitglied dürfe ein Orden während der Session
verliehen, der Name des Monarchen dürfe nicht in die Diskussion
gezogen werden (so sind die Worte wohl zu verstehen). Als
Eulenburg folgenden Tags wieder erscheint, wird er mit Lärm
und Zischen empfangen. Darüber erwacht der Kaiser aus seinem
Traum, aber nervös so erregt, dass er zwei Stunden lang „von
YjÖ — yj7 Uhr*' nicht wieder einschlafen kann.
Der Briefsteller fügt die Hoffnung hinzu, dass der Traum
EriÜBclie Streifzüge in Bismarcks Memoiren. 75
sich nicht realisieren werde^ der, weil er erst nach sechsstündigem
Schlaf eingetreten, doch keine unmittelbare Folge ihrer Unter-
redung sein könne.
Man wird annehmen dürfen, dass die traumhaften Vorstel-
lungen des Kaisers sich auf mögliche Folgen von Schritten be-
zogen, Yon denen für die Wiedereröffiiung des Reichstags nach
Neujahr die Rede gewesen war. Solche Schritte sind wohl in
Erwägung genommen worden, nachdem der Minister des Innern
Puttkamer dem Monarchen Bericht erstattet hatte über die Vor-
gänge der leidenschaftlichen Sitzung vom 15. Dezember. Da hatte
von allen Seiten aufs heftigste wegen der geübten Wahlbeein-
flussungen angegriffen, der Minister jene bekannte Erklärung ab-
gegeben über die Pflichten der Beamten bei den Wahlen und
hinzugefügt, dass die Beamten, die die Regierung bei den letzten
Wahlen mit treuer Hingebung unterstützt hätten, des Dankes und
der Anerkennung der Regierung und auch des Dankes ihres
kaiserlichen Herrn sicher seien. Gerade die letzten Worte
hatten selbst dem Führer der Nationalliberalen zu dem Vorwurf
Veranlassung gegeben, dass damit der Versuch gemacht worden
sei, der gefährdeten Regierung die Person des Monarchen als
Schild vorzuhalten.
Und nun ist das bekanntlich geschehen durch den berühmten
königlichen Erlass vom 4. Januar 1882 über das monarchische
Recht in Preussen und die Pflicht der Beamten zum Schutz des-
selben gegen Verdunkelimgsversuche auch bei den Wahlen. Bleibt
da ein Zweifel, dass sorgenvolle Erwägungen über die Ratsam-
keit eines solchen Schritts in der Nacht vom 17. zum 18. De-
zember das Gemüt des Kaisers ungewöhnlich stark aufgeregt
hatten? Auch Bismarcks Antwort leitet den Traum von der
Gesamtheit der Eindrücke der letzten Tage, den mündlichen Be-
richten Puttkanuners, den Zeitungsartikeln, seinem eigenen
Vortrag ab. Hinsichtlich des letzteren, über dessen Gegenstand
ja Bismarck selber keine Erinnenmg bewahrt hatte, kann man
nur unbestimmte Vermutungen hegen. Ob er sich auf eine
ostentative Auszeichnung Puttkammers bezogen hat (der in der
That noch vor Neujahr den Stern des Komthurkreuzes des Hohen-
zollemschen Hausordens erhielt), oder ob es vielleicht zuerst im
Plan Bismarcks gelegen hatte, dass der König statt eines Er-
lasses an das Ministerium durch eine Botschaft an den Reichstag
76 Heinrich Ulmann.
für sein Kronrecht und fQr die Verpflichtung der Beamten per-
sönlich eintreten sollte , sei dahingestellt. Für letzteres könnte
sprechen y dass den Monarchen im Traume die konstitutionelle
Bedenklichkeit beschäftigte, die das Hineinziehen des Monarchen
in die Debatte verbietet.
Wie dem auch sei, dass der Traum in seiner natui^nrnssen
Unklarheit Zukunftserwägungen widerspiegelte, scheint insoweit
gewiss. Aber was bedeutet in dieser Beziehung die Persönlich-
keit des Grafen (Botho) Eulenburg? Der war weder Minister,
noch Mitglied des Bundesrats, noch des Reichstags? Und so
lange er Minister gewesen, war er ja dem Reichskanzler zu liberal
gewesen, zu gefällig gegen die Majoritätsströmung I
Ich glaube, dass dem Fürsten Bismarck hier bei der Ab-
fassung seiner Memoiren ein Irrtum untergelaufen ist, wenn er
meint — offenbar verführt durch den Namen Eulenburg — dass
der Briefwechsel auf seinen vermeinten Rivalen (den späteren
Ministerpräsidenten unter Caprivi) sich bezöge. Vielmehr dürfte
sich die traumhafte Vorstellung des Kaisers beziehen auf dessen
Vorgänger im Ministerium des Innern, den 1877 abgetretenen, aber
gerade im Sommer 1881 verstorbenen Grafen Friedrich Eulen-
burg. Lag es in jenem Moment, wo aufs neue unerquickliche
Verfassungsfri^E^en zu unerhörten Stürmen im Reichstag Anlass
gaben, so fern, der dem kaiserlichen Gedächtnis festeingegrabenen
Konfliktszeit besorgt sich zu erinnern? Und nun hatte ja 1863
König Wilhelm mit dem treuen Ratgeber, dem Grafen Friedrich
Eulenburg, ähnliches erleben müssen, wie in den Dezembertagen
von 1881. Auch 1863 hatte die Beeinflussung der Beamten zur
Herbeiführung gouvemementaler Wahlen die Wut der Opposition
aufs äusserste gegen den Minister Eulenburg, ähnlich wie jetzt
gegen Puttkamer, gereizt gehabt. Die Analogie war den Mii-
lebenden in die Augen gesprungen. Auf eine Anklage der
Nationalzeitimg vom 16. Dezember 1881, dass ähnliche Behaup-
tungen wie die Puttkamers am 15. noch nie ein Minister gewagt,
hatte die offiziöse Norddeutsche Allgemeine Zeitung alsbald^ er-
innert an den Erlass des Ministers Friedrich Eulenburg an die
Regierungspräsidenten vom 24. September 1863 über die Pflicht
der Beamten bei den bevorstehenden Wahlen, der in der That zu
^ Schon am 19. Dezember in der Nationalzeitung Nr. 595 besprochen.
Kritische Streifzüge in Bismarcks Memoiren. 77
stürmischen Auseinandersetzungen des Ministers mit der Opposi-
tion im Abgeordnetenhause Anlass gegeben hatte. Bismarck er-
wähnt unter den Elementen der kaiserlichen Beunruhigung ja
auch ausdrücklich die Zeitungsartikel.
Kurz^ es spricht vieles dafür, dass in der Seele des alten
Kaisers 1881 frische Sorgen mit alten tiefschmerzlichen Erinne-
rungen sich verbunden hatten, als er jener ,,Kuriosität^ so viel
Gewicht beimass, um sie seinem ersten politischen Ratgeber um-
gehend in eigens abgesandtem Billet anzuvertrauen.
Und dieser? Hat er gleich 1881 die Grundlage des seelischen
Vorganges in Beziehungen zu Botho Eulenburg gesucht, als er jenes
Billet erhielt und am gleichen Tag mit einer ,,Ferienbetrachtung^
beantwortete? Er könnte auf diese, nach meiner Anschauung irrige,
Auffassung erst verfallen sein, als er zur Abfassung von Memoiren
seine Papiere ordnen liess und selbst durchsah. Wie er sich da
die Rolle des Grafen Botho zurechtgelegt hat, kann höchstens
aus seiner in unfreiwilliger Zurückgezogenheit verschärften Miss-
stimmung wider diesen mittlerweile wieder mit in die erste
Reihe getretenen ExkoUegen erklärt werden. Dürfte man solche
Träume buchstäblich fassen, so läge sogar eine Art Widerspruch
zwischen dem Auftreten des Grafen Botho als Mitglied eines
Ministeriums „Gladstone'^ und seinem üblen Empfang seitens einer
Bismarck abgeneigten Reichstagsmehrheit. Dies fällt alles fort,
wenn man in dem gespenstischen Minister des Traums den Eon-
fliktsminister von 1863 sieht. Und es spricht manches in Bis-
marcks Antwort, die allerdings den Namen des Ministers gar
nicht erwähnt, dafür, dass 1881 auch er durch die kaiser-
liche Schilderung zurück ins Jahr 1863 im Geist geführt
worden war, aus dem Reichstag in den Landtag, aber in eine
nichts weniger als unähnliche Situation. Seine Antwort beschränkt
sich nänüich in der Sache auf die Erinnerung, dass der Reichs-
tag, £alls Erscheinungen wie die im Traum, sich verwirklichten,
nur selbst sich schade, dass aber die Gegenwart Sr. Majestät da-
bei unmöglich sei. Diese ziemlich unbedeutende Erwägung bildet
nur, fast möchte ich meinen aus schuldiger Höflichkeit, den
Schluss für die in klassische Form gegossene Mitteilung eines
Bismarckschen Traumes, der zeigen soll, dass Gottvertrauen aus
scheinbar unentrinnbaren Gefahren einen Ausweg findet. Und
dieser Traum ist aus der Höhe der Eonfliktszeit im
78 Heinrich Ulmann. Kritische Stxeifzüge in Bismarcks Memoiren.
Frühjahr 1863! Man muss es seihst lesen, wie er sich im
Traum sieht auf abgrundbegrenztem, schmalem Pfad, auf scheuen-
dem Pferd weder vorwärts noch rückwärts könnend, imd wie er
da, Gott anrufend; mit der Gerte an den Felsen schlägt, der ein-
stürzt und einen Weg zeigt auf Hügel und Waldland wie in
Böhmen, auf preussische Truppen und Fahnen. Der Traum wird
unterbrochen durch den lebhaften und erfüllten Wunsch, das Ge-
schaute schleunig seinem Herrn melden zu können. Vielleicht
ist das letzte eine zarte adhortatio mit dem Zweck, auf den hinzu-
weisen, der schon einmal den mutlos gewordenen Herrscher durch
Anfassen an der Offiziersehre au&urichten verstanden hatte. Denn
das, das Heer und seine wehenden Fahnen, sind die Hauptsache
bei der Erscheinung. Die sonstigen Einzelheiten des gleich (1863)
wiedererzählten Traumes mögen sich, bis 1881, verschoben haben,
z. 6. die Bezeichnung des Terrains „wie in Böhmen'^ Doch ist
das ja keinesfalls unerlässlich.
Dass für Graf Botho eine Situation wie die im Traume
Wilhelms völlig unverständlich bleiben müsste, ist schon gesagt.
Inwiefern jene zusammenfallen kann mit dem Bilde, das in der
Seele des Herrschers vom Grafen Friedrich fortlebte, ist an-
gedeutet. Es wäre wie das Tüpfelchen über dem i, wenn sich
Graf Friedrich während des Jahres 1863 in einer völlig ent-
sprechenden Lage nachweisen Hesse. Welch' bittere E^ampfe er
gleich seinen Ministerkollegen damals bestanden, ist bekannt. Aber
einen Vorgang, dessen Abbild sein Auftreten im Traume sein
könnte, habe ich weder aus den stenographischen Berichten noch
sonst nachzuweisen vermocht.
Misslich bleibt endlich die neugierige Frage, wie Bismarck,
dessen Darstellung in dem ganzen Abschnitt von imfreundlicher
Gesinnung gegen Botho Eulenburg durchtränkt ist, dazu veran-
lasst worden sei, jene Traumerscheinung bei der Abfassung auf
ihn zu beziehen. Aber warum könnte es nicht blosse Flüchtig-
keit einmal gewesen sein? Interdum dormitat bonus Homerus.
79
Kleine Mitteilungen.
Zur Oermanla des PtolemSns und zur Frage nach den
Wohnsitzen der Cherusker und Hermunduren. Das Kapitel, das
Ptolemäus in seiner Geographie Deutschland gewidmet hat, steUt be-
kanntlich dem Forscher ganz besonders schwierige Aufgaben. Die
Versuche, die vielen darin enthaltenen Rätsel zu lösen und den reich-
haltigen Stoff nutzbar zu machen, sind daher ausserordentlich zahl-
reich gewesen, ohne jedoch im allgemeinen völlig zu befriedigen; auf
wie schwankendem Boden wir stehen, zeigen die starken Abweichungen
in den gewonnenen Resultaten. Mit einer Reduktion der Ptolemäischen
Gradeinteilung auf die moderne ist wenig gethan; es gilt namentlich
auch die durch die Benutzung verschiedener Quellen entstandenen
Fehler und Irrtümer nachzuweisen. Bekanntlich ruht die Arbeit des
Ptolemäus mit wenigen Ausnahmen ganz auf der duoQ^cDOig xoü
y{ttyyQa(pi,%oü nlvanoq des Marinus von Tyrus, der zu Anfang des
2. Jahrh. n. Chr. lebte. Marinus hatte im Laufe der Zeit ein ge-
waltiges Material zusammengebracht und von seinem Werke immer
wieder neue, berichtigte und ergänzte Editionen auch mit Karten ver-
öffentlicht; die Karten zur letzten Ausgabe konnte er dagegen nicht
mehr vollenden, sondern nur die textliche Grundlage dafür fertig-
stellen.^ Für Deutschland hat Marinus namentlich die Werke des
Plinios und Tacitus*, sowie Reiseberichte römischer Kauf loute benutzt.
Letztere konmien namentlich für den Osten in Betracht; die zahl-
reichen hier aufgeführten noXuq sind ohne Zweifel zum grössten Teil
Etappen auf den grossen, jene Gegenden durchziehenden Handels-
strassen, auf denen besonders Bernstein nach dem römischen Reiche
befördert wurde.' So sehr nun der Sammelfleiss des Marinus zu
^ Vgl. Berg er, Geschichte der wissenschaftlichen Erdkunde der
Griechen IV (1893) S. 126.
' Vgl. G. Holz, Beiträge zur Deutschen Altertumskunde I (1894)
8. 66 ff.
' Das früher so beliebte Verfahren, ptolemäische noUiq mit heutigen
Ortschaften auf Grund einer blossen Namensähnlichkeit zu identifizieren,
moBs auf das entschiedenste zurückgewiesen werden, vgl. Gnizs in den
80 Ludwig Schmidt.
rühmen ist, so verdient doch die kritiklose Art der Verarbeitong des
Stoffes den schärfsten Tadel. Berüchtigt ist der Ort Siatutanda,
dessen Ansetzung ans einer missverständlichen Benutzung von Tac.
ann. IV, 73 (ad sua tutanda) sich erklärt, und ähnliche Schnitzer sind
sicher noch öfter untergelaufen (piusßovgyioi. stammt wohl aus dem
tacei tischen Osi Buri). Eine besondere Fehlerquelle ist durch die
Kontamination älterer und jüngerer Berichte entstanden: Völker er-
scheinen hier noch in Wohnsitzen, die sie zur Zeit des Kompilators
längst aufgegeben hatten. Es liegen also hier ähnliche Verhältnisse
vor wie bei den späteren Redaktionen der röm. Weltkarte, die vielfach
ältere und neuere Elemente durcheinander gearbeitet enthalten. Die
Benutzung mehrerer Quellen tritt besonders deutlich darin hervor, dass
ein und derselbe Stanun, wenn nur sein Name in den Vorlagen in
etwas verschiedener Form erschien, mehrmals an ganz verschiedenen
Stellen aufgeführt wird (z.B. AaxuoßccQÖoi und Zovfjßot AayyoßoQÖoi u. a.).
Das was Ptolemäus über Deutschland bringt, ist ohne Zweifel
die Beschreibung einer Karte: diese aber ist, wie sich schon bei ober-
flächlicher Betrachtung ergiebt, auch wenn wir die Längen- und
Breitengrade auf das richtige Mass reduzieren^, wiederum aus zwei
ganz verschiedenen Kartenbildem zusammengesetzt worden. Ob diese
Kontamination auf Ptolemäus oder noch auf Marinus zurückgeht, muss
dahingestellt bleiben. Während die Breiten auf der westlichen Hälfte
zumeist so ziemlich richtig sind, weichen dieselben für den Osten
stark von der Wirklichkeit ab (man vergl. die Lage der Weichsel-
quelle mit den Städten am Rhein). Ptolemäus muss also allem An-
schein nach eine Karte des westlichen Deutschlands (A) mit einer
Karte des östlichen Gebietes (B), welch letztere aber in einem ganz
verschiedenen Massstab angefertigt war, willkürlich miteinander ver-
bunden haben. Die Beschaffenheit dieser beiden Elemente wird durch
die beiden nachstehenden Kartenskizzen veranschaulicht.
Nach A war der Ursprung der Elbe in den Sudeten, d. h. im Erz-
gebirge und dem daran anschliessenden Eibsandsteingebirge; nach älterer
Anschauung war die Eibquelle mit dem Austritt des Stromes ans dem
die Nordgrenze Böhmens bildenden Gebirgswalle identisch. So ist
auch die mit allen möglichen und unmöglichen Erklärungsversuchen
bedachte bekannte Stelle Tac. Germ. c. 41: in Hermunduris Albis
Prager Studien für Geschichtswissenschaft IV (1898) S. 6 ff.; aber noch kürz-
lich hat es E. Dement, Neue Jahrbücher f. d. klassische Altertum 1901
S. 61 fertig gebracht, Msgaomov als ,,unzweifelhaft^^ identisch mit Merseburg
hinzustellen.
^ Eine gute Skizze des Ptol. Germaniens nach den reduzierten Maisen
giebt Dement a. a. 0. S. 58.
Kleine Bütteilungen. gl
oritur zn deuten. Die früher von mir (Hist. Vierteljahrschrift 1900,
S. 314) vertretene, von A. Eirchhoff näher begründete Ansicht, dass
man zur Zeit des Tacitus und Ptolemäus die Quelle der thüringischen
Saale für die Elbquelle gehalten habe, halte ich nicht mehr aufrecht.
Allerdings giebt Tacitus an der gedachten Stelle nur einen älteren
Bericht wieder: als er die Germania schrieb, hatten die Hermunduren
das Königreich Sachsen zum grössten Teile aufgegeben. Der Melibocus
kann seiner geographischen Lage nach nur der Harz, der Semanus
der Thüringer Wald, die Gabreta der Böhmer- Wald sein, wie auch
früher angenommen worden ist. Die Ansetzung der Weserquelle am
Melibocus ist für die Annahme, derselbe sei der Thüringer Wald (so
Devrient S. 59), nicht beweisend. Es wäre auch auffallend, wenn
Ptolem&us ein Gebirge wie den Harz übergangen hätte. Durch die
falsche Ansetzung der Streichungsrichtung der Sudeten von West
nach Ost, statt von Südwest nach Nordost ist die Lage Böhmens
bestinmit worden.
Die in einem wesentlich kleineren Massstabe angefertigte Karte B,
die aus einer späteren Zeit stanmite, verzeichnete richtig den Lauf
der Moldau (damals noch für den der Elbe gehalten) und der Elbe,
die am Askiburgion, den heutigen Sudeten, entspringt. Die allzu-
grosse Längenausdehnung der Ostseeküste in B ist durch die doppelte
Ansetzung der Oder (Suebus und Viadua) entstanden. Durch die
Verbindung beider Karten, die Einzeichnung von B in das Gradnetz
von A, wobei die Moldauquelle mit dem Austritt der Elbe aus dem
sachsisch-böhmischen Grenzgebirge vereinigt wurde, ist Böhmen zwei-
mal in die Karte hineingekonmien: Batjiiot in A und Batoxaifujci in B.
Dass diese Namen keine Völkemamen, sondern missverstandene Land-
schaitsnamen sind, ist längst erwiesen: Devrient ignoriert dies völlig.
Ebenso ist TBvgto%aiiuti, = Durenheim, d. h. die ehemalige Heimat
der Hermunduren^, auf der Karte deutlich das heutige Thüringen.
Nach Devrient*, der die Karte des Ptolemäus wesentlich als
Stütze heranzieht, ist nun die Heimat der Cherusker, die nördlich
vom Melibocus angesetzt wird, im heutigen Thüringen zu suchen; die
Markomannen hatten ursprünglich das Land zwischen Frankenwald
und Elbe inne und zogen, von den Hermunduren, ihren Ostnachbam,
gedrängt, unter Marbod nach Böhmen. In den bisherigen Sitzen der
Markomannen wurden die Hermunduren durch Domitius Ahenobarbus
' Bojoheim ist das ehemalige Gebiet der Bojer, und in derselben Weise
sind auch die Namen Rngiland, Werenofeld u. a. gebraucht.
• Neue Jahrbb. 1900, S. 617flF.; 1901, S. 61 flF. Vgl. den soeben er-
schienenen Aufisatz el>enda 1901, S. 418 ff.
Histor Viert«]j*hzschrift. 1908. 1 6
82 Ludwig Schmidt.
angesiedelt. Die Hermunduren breiteten sich von hier aus in Böhmen
sowie nach dem Main und der Werra zu aus, wo sie mit den Chatten
zusammenstiessen. Die Ptolemäischen Kalukonen, Baiochaimen, Teu-
riochaimen und Turonen seien Teile des „unter dem Wellenschlag
der nordgermanischen Wanderung zerschellten Hermundurenstammes^.
Ich glaube indes, dass die Forscher durch Devrients Beweisführung
sich nicht von der Irrigkeit der bisherigen Annahme, wonach die
Hermunduren von Alters her Thüringen und das Königreich Sachsen
innegehabt haben, überzeugen lassen werden. Eine eingehende Kritik
einer späteren Darstellung vorbehaltend, will ich mich hier auf die
Betrachtung einiger besonders wichtiger Punkte beschränken. Dass
Ptolemäus nicht als Beweis für thüringische Wohnsitze der Cherusker
herangezogen werden kann, haben wir oben gesehen, ebenso dass die
Baiochaimai und Tcuriochaimai keine Völkerschaftsnamen sind. Was
die Sweben Cäsars betrifft, so können diese aus rein geographischen
Gründen nur von Thüringen ausgegangen sein; sie müssen mit den
dort ansässigen Sweben, den späteren Hermunduren, in engem Zu-
sammenhang gestanden haben. Denn sie waren ein mächtiges Volk,
das sich mehrere andere Stänune unterworfen hatte; das Gebiet am
unteren Main reicht aber für die Sitze einer zahlreichen Volksmenge
nicht aus. Vgl. auch die trefflichen Ausführungen 0. Bremers in
Pauls Grundriss der german. Phüologie m^ 796, 934 ff., 939. Die
Silva Bacenis Cäsars ist wahrscheinlich ein vom Vogelsberg bis zum
Harz reichender Waldgürtel. Den Namen, der wohl nichts anderes
bedeutet als Buchenwald, ohne weiteres auf das Gebiet der späteren
Buchonia zu beschränken, ist nicht angängig.
Eine vielerörterte wichtige QucUenstelle ist Strabo VII, p. 290,
291, wo es heisst: Die Sweben wohnten vom Rhein bis zur Elbe;
einige Stämme derselben sassen aber auch jenseits (niQccv) der Elbe,
wie die Hermunduren und Langobarden: jetzt aber sind diese (o-Srot)
gänzlich auf das jenseitige Ufer (elg xi}v TtsQctCav) hinübergeflohen.
Ich kann die Worte nicht anders als in der Weise verstehen, dass
die Hermunduren und Langobarden anfänglich auch^ auf der rechten
Seite des Stromes sich angesiedelt hatten, d. h. auf beiden Ufern
wohnten, später aber vöUig auf die jenseitige, d. h. von Strabos
Standpunkt aus die rechte Seite, geflohen waren.' Es ist jedoch
noch sehr zweifelhaft, ob oixoL sich auf beide erwähnte Völker be-
zieht, oder nur auf die zuletztgenannten Langobarden. Aller Wahr-
scheinlichkeit nach liegt der Angabe Strabos ein Bericht über den
* Dieses xal übersieht Devrient völlig.
' Vgl. dazu auch P. Meyer, Straboniana, Progr. Grimma 1890 S. 27.
Kleine Mitteilungen. 83
Feldzug des Tiberius 5 d. CSbr. zu Oninde: die Langobarden baben
damals nach ihrer Besiegung das Gebiet des nach ihnen benannten
spAteren Bardengaues geräumt und sich auf das rechte Eibufer ge-
flüchtet, tun der römischen Oberhoheit sich zu entziehen.^ Auch die
Semnonen haben damals die bisher von ihnen innegehabten Sitze in
der Altmark verlassen und sich vor den Römern über die Elbe
zurückgezogen; von den Hermunduren ist das Gleiche nicht anzu-
nehmen, da sie wahrscheinlich seit Drusus zu den Römern hielten.
Die Stelle Velleius Paterculus ü, 106 von der Elbe, qui Semnonum
Hermundurorumque fines praeterfluit, ist von linkselbischen Sitzen der
Senmonen und Hermunduren (vom Gebiet der Langobarden aus orien-
tiert) zu verstehen (vgl. Bremer a. a. 0. S. 927. 940).
Nach Devrient sollen damals die Markomannen ihr Gebiet zwischen
Frankenwald und Elbe, gedrängt von den Hermunduren, aufgegeben
haben; die letzteren seien von L. Domitius Ahenobarbus, Tiberius'
Nachfolger, in dem Besitz des bisherigen Markomannenlandes bestätigt
worden (Dio 55, 10 a). Es ist nur schade, dass die Expedition des
Ahenobarbus nachweislich in die Zeit zwischen 7 und 3 vor Chr.,
etwa ins Jahr 6 gehört^; es kann sich bei der Notiz Dios offenbar
nur tun die Ansiedelung eines flüchtigen Schwarmes, nicht des ganzen
Volkes der Hermunduren handeln. Bemerkt sei überdies, dass die
Markomannen in dem ihnen von Devrient zugewiesenen Gebiet un-
möglich gewohnt haben können: dieses war vornehmlich Gehirgaland,
und die archäologischen Fimde zeigen nicht die geringste Spur einer
ehemals dort ansässigen germanischen Bevölkerung.'
Ich habe mich der von R. Much vertretenen Theorie angeschlossen,
dass die Hermunduren mit den späteren Alamannen identisch sind;
nach Devrient sind jene von den Semnonen (die nach seiner Ansicht
die Väter der Alamannen sind) vernichtet worden. Aus den von
Holländer (Zeitschrift für Geschichte des Oberrheins 26, 273 ff.) an-
geführten Quellenstellen geht aber deutlich hervor, dass die von den
Alemannen bedrängten Völker, denen Caracalla 213 zu Hilfe zu
konunen vorgab, nicht freie Hermunduren gewesen sein können, da
sie in Rätien innerhalb des Umes angesessen waren. Die Semnonen
haben ihre Heimat wohl erst im Laufe des 3. Jahrhunderts verlassen;
* Aber sie müssen später den Bardengau wieder besetzt haben, wie
soUte sich sonst das spätere Auftreten der Bardi im Lüneburgischen er-
klären? Der abweichenden Ansicht Bremers kann ich nicht beistimmen.
' Vgl. Abraham, Zur Geschichte der pannonischen und germanischen
Kriege unter Augustus (Berlin 1875) S. 10. Mommsen, Römische Ge-
schichte V, 28.
* Vgl Deichmüller bei R.Wnttke, Sachs. Volkskunde, 2. Aufl., S. 42.
6*
sioher stuen sie noch um 177 dort, da es heiB«t, dose die QnftdeB
^■.«.■la tu ihnen flüchten wollten. Herrenloses Land ist das Senmoaen-
ai I* 38
gehiet in jener Zeit nicht gewesen, wie Bremer 8. 930 meint; Dio
(71, 20) wttrde sonst nicht die Worte «^ Sifivowt gebrandieii.
Kleine Mitteilungen.
85
Aus dem Vorkommen der Hermunduren in den späteren Ghoro-
graphien lassen sich durchaus keine sicheren Schlüsse ziehen. Diese
gehen auf Redak-
tionen der Weltkarte
des Augustus zurück
und mischen , wie
schon bemerkt, so
häufig Altes und
Neues durcheinander
— man liess beim
Bearbeiten die alten
Ansetzungen vielfach
stehen, ohne sie zu
korrigieren — , dass
sie als alleinige
Stütze für die Be-
stimmung der Wohn-
sitze germanischer
Völker nicht in Be-
tracht kommen kön-
nen. Dies gilt auch
Yon der Karte, die
Jordanes benutzte; dass dieselbe zum grossen Teil den Stand des
geographischen Wissens aus der Zeit vor Diocletian überliefert, hat
Mommsen (Einleitung zu seiner Ausgabe p. XXXI f.) gezeigt Die
Ansetzung der Wandalen südlich von den Hermunduren, östlich von
den Markomannen u. s. w. (Get. c. 22) weist offenbar auf den Status
vor dem Markomannenkrieg hin, auf eine Zeit, als die Hermunduren
noch in Sachsen, die Wandalen in Schlesien sassen. Jordanes hat
diese Verhältnisse einfach auf das 4. Jahrhundert übertragen. Auf
der Tabula Peutingeriana sind keine Hermunduren verzeichnet; die
neuesten Ausgaben lesen alle Bur d. h. offenbar Buri: Devrients Er-
gänzung (Hermun) Dur(i) ist also unzulässig.^
Dresden. L. Schmidt.
^ Etwas ganz Neues ist auch D.'s Ableitung des Thüringemamens
(Thoringia) von dem Gk>tte Thor; schade, dass dieser bei den Deutschen
Donar faiess und nur bei den Nordgermanen Thor.
86
Kritiken.
K« I. Nenmann. Die Grandherrschaft der Römischen Republik, die
Bauernbefreiung und die Entstebnng der seryianischen Verfassimg.
Rede zur Feier des Geburtstages 8r. Majestät des Kaisers am
27. Januar 1900 gehalten. Strassburg. I. H. Ed. Heitz. 1900.
38 S. 8<>.
Die Agrargeschichte ist der Schlüssel zum Verstftndnis der
römischen Geschichte. Wie im alten Griechenland hat es auch im
alten Rom bis in die Anftnge der Republik Gnindherrschafb und
Hörigkeit gegeben; in cliens, früher cluens (von cluere hören), hat
sich die Bezeichnung des Hörigen erhalten. Die Aufhebung der
Grundherrschaft und die römische Bauernbefreiung fHUt zusammen
mit der Begründung der 16 ländlichen Tribus: beides erfolgte 457 y. Chr.
Die servianische Centurienverfassung aber ist die unmittelbar darnach
auch noch im Jahre 457 erfolgende Neuordnung des römischen
Staates und Heeres. Der späteren Zeit gilt als servianisch alles, was
mit der Begründung des patrizisch- plebejischen Gesamtpopulus der
Republik zusammenhängt, der an die Stelle des alten Geschlechter-
staates tritt, von der Schaffung der vier servianischen Tribus der
Stadt bis hin zum servianischen Mauerbau. Der Servius Tullius der
Legende heisst in der Geschichte M. Valerius, der Urheber des Provo-
kationsgesetzes von 456: er ist der wirkliche Poplicola. Die Cen-
turienordnung ist die herrschende politische Ordnung von 456 — 287,
hat aber im Jahre 312 durch die Censur des Appius Claudius eine
durchgreifende Wandlung erfahren, insofern sie jetzt vom Grund-
eigentum gelöst vnirde, während der Tribusordnung durch den Censor
von 304 diese Grundlage in der Hauptsache erhalten blieb. Die
Folge ist bei der politischen Schwerkraft des römischen Grundeigentums
eine politische Schwächung der Centurienordnung und eine Hebung
der Tribusversanunlungen, deren Beschlüsse den leges der Centuriat-
comitien aber erst im Jahre 287 gleichgestellt wurden. Der erste,
der auf die Grundherrschaft wieder zurückgriff, war Ti. Gracchus:
er schuf die Grundherrschaft zum Zweck des Bauemschutzes, aber
mit dem Staat als Ghnmdherm. In der Eaiserzeit endlich hat sich
Kritiken. 87
die Gmndherrschait in der Form des Kolonats neubegründet. Mit
der Hörigkeit beginnt und endet die römische Geschichte.
Dies der Inhalt der hochinteressanten Skizze, die im zweiten
Teil über das gestellte Thema weit hinausgreift. Der Schwerpunkt
aber ruht auf dem, was der Titel auch hervorhebt, der Bauernbe-
freiung und der Entstehung der seryianischen Verfassung. Die
Hypothese, dass eine Bauernbefreiung bei der Begründung der 16
Iftndlichen Tribus stattgefunden hat, finde ich sehr beachtenswert;
den Satz, dass die Schaffung der ländlichen Tribus und die servianische
Centurienordnung zeitlich und ursächlich zusammenhängen, halte ich
för gänzlich unbewiesen. Warum kann die Centurienverfassung nicht
schon bei der Begründung der vier städtischen Tribus ins Leben
getreten sein? Dass diese vier Tribus aber erst im Jahre 471
geschaffen worden seien, wie der Verf. an Ed. Meyer anknüpfend,
jedoch im Gegensatz zu ihm, anninmit, glaube ich ihm auch nicht,
üeberhaupt ist meiner Ansicht nach der von N. sofort gemachte Versuch,
alles auf Zeit und Personen festzulegen, bei dem unsicheren Stand
der älteren üeberlieferung zurückzuweisen. Der Verf. hat eine Ent-
wicklung von Jahrhunderten auf 20 Jahre zusammengerückt und hat
damit dem vorzüglichen Grundgedanken, von dem er ausgegangen ist,
sehr geschadet. Die Begründung der 16 ländlichen Tribus (ob sie
nun mit einem Schlag oder allmählich vor sich gegangen ist) bedeutet
eine Epoche in der Geschichte der Stadt Rom. Das haben schon
Mommsen und Ed. Meyer gesehen, das betont jetzt wieder Neumann,
und das ist auch mir bei meinen römischen Städtestudien schon lange
klar geworden. Meyer hat aber einen ganz falschen Schluss daraus
gezogen: fOr ihn bezeichnet „die Schöpfung der Landtribus die üeber-
windung und Durchbrechung des Stadtstaats". Neumann konmit mit
seinem Gedanken einer gleichzeitigen Bauernbefreiung dem wahren
Sachverhalt schon ganz nahe. Die Begründung der 16 ländlichen
Tribus ist gerade der Beginn des Stadtstaates, aber eines römisch-
bäuerlichen, in welchem das Land (ager) und die Landbewohner
gleichberechtigt zu der durch das Pomerium abgegrenzten Stadt (urbs)
hinzutraten. Der grosse Fehler, der bei der Erforschung altrömischer
und altitaUscher Verhältnisse immer wieder gemacht wird, besteht
darin, dass unter dem Banne des alten Glaubens an die ähnliche
Entwicklung der beiden „klassischen Völker^^ bewusst oder unbewusst
die einzelnen Etappen der griechischen Stadtentwicklung zur Erklärung
der altitalischen herangezogen werden, die Entstehung der Stadt aus
dem Dorf (jMöfMj), womöglich mit ursprünglicher Feldgemeinschaft
(das letztere Märchen auch noch bei Neumann S. 16), der Synoikismos,
die griechische Polis als eine das Land beherschende Stadtgemeinde:
88 Kntiken.
lauter Dinge, von denen die altitalisch-römische Geschichte nichts weiss.
Ich komme demn&chst darauf zurück.
Giessen. Ernst Kornemann.
H* Brunner^ Grundzüge der deutschen Rechtsgeschichto. Lieipzig
1901. 298 S.
In diesen Grundzügon bietet Brunner eine neue Bearbeitung
seiner „Quellen und Geschichte des deutschen Rechtes^ aus y. Holtzen-
dorffs EncjklopUdio der Rechtswissenschaft. Diese „Gmndzüge^
sind ganz vortrefflich geeignet zur Benutzung neben Vorlesungen.
Klar und prägnant schildert der Verfasser die Entwickelang des
deutschen Rechts. In einem grösseren Teile (212 8.) wird die Ent-
wickelung bis zur Aufnahme der fremden Rechte vorgeführt; allgemeine
Rechtsgeschichte, bes. Rechtsbildung, Staatsrecht, Strafrecht, Rechts-
gang und Privatrecht erörtert. Ein zweites Buch behandelt sodann
die Rechtsentwickelung seit der Rezeption auf 60 S. Jedem Para-
graphen sind vorzüglich ausgewählte Litteraturangaben beigefügt, die
besonders auch die neuesten litterarischon Erscheinungen ftür alle
Spezialfragen hervorheben.
Es ist eine Freude für den Kenner, zu beobachten, wie in der
Formulierung einzelner Sätze die Resultate neuester Forschung ihren
scharfen Ausdruck finden, üeberall zeigt sich die Meisterhand, die
aus dem Vollen schöpft Zu bedauern ist, dass die Rechtsentwicke-
lung der neueren Zeit nicht in gleicher Ausitihrlichkeit wie die der
älteren Zeit dargestellt worden ist.
Im Ganzen ein vortreffliches Buch, das den jungen Juristen und
Historikern nicht warm genug empfohlen werden kann. Meisterhaft
hat der Verfasser es verstanden, das Wesentliche scharf hervorzuheben
und auf knappem Räume die Hauptgesichtspunkte der deutschen
Rechtsentwickelung zu zeichnen. Sicher wird die Lektüre des Buches
die Anregung zu eingehendem Studium geben und, wie der Verfasser
hofPt, dazu beitragen, „dass neben dem Studium des geltenden Rechts
das des vergangenen nicht ungebührlich vernachlässigt wird^S
Jena. Eduard Rosenthal.
Jacques Flach^ Etüde sur les Origines et les Vicissitudes
Historiques de l'Habitation en France, in der „Enquete
sur les Conditions de l'Habitation en France'^ t* 11. 4d. A. de
Foville. Paris, Emest Leroux, 1899. 97 S.
Welcher Art seit ürbeginn bis zur Gegenwart in Frankreich die
Siedelung war, untorsucht J. Flach in einer Studie, die als Einlei-
tung dem zweiten Bande der „Enquete sur les Conditions de THabi-
Kritiken. 89
taÜon en France^^ vorangeht. Die Untersuchung erweist aufs neue
die Meisterschaft Flachs, eine lange Entwicklung in ihren Haupt-
zügen zu erfassen und darzustellen. So wird der Lokalforschung die
Richtung gewiesen, in der sie zu arbeiten, der Rahmen geboten, in
den sie ihre Resultate einzuordnen hat.
Einzelsiedelung und Dorfsiedelung waren, so führt der Verfasser
aus, jeweilig in Frankreich verschieden geartet und verbreitet.
Denn die Ursachen, durch die ihr Entstehen und Vergehen bestimmt
werden, waren nicht immerfort dieselben, sondern sie lösten sich ab
und wirkten in mannigfachem Wechsel; mit ihnen zugleich aber
mussten sich auch die Formen menschlicher Niederlassung verändern.
Gewiss stellte sich die Tradition jeder Umbildung entgegen und hat
oft verhindert, dass jedem aufkauchenden Bedürfnis sich auch inmier
oder sogleich eine entsprechende Wohnungsweise anpasste; doch darf
man ihre Bedeutung nicht überschätzen.
An dieser Ueberschätzung dürfte das grossangelegte Werk
A. Meitzens über „Siedelung und Agrarwesen der Westgermanen und
Ostgermanen^' leiden, da in ihm die Ansicht vertreten wird, die heute
in Frankreich bestehenden Siedelungsarten seien ihrem Charakter und
ihrer Verteilung nach durch die Kelten und durch die Germanen der
Völkerwanderung endgültig geschaffen worden. Doch nicht nur über-
sieht M., dass das Siedelungswesen im Laufe der Jahrhunderte viele
Wandlungen durchgemacht hat, auch seine Darstellung des ursprüng-
lichen, nach seiner Auffassung grundlegenden Zustandes und ebenso
seine Schilderung der jetzigen Verhältnisse sind falsch, so dass seine
Theorie jedes Haltes entbehrt. Seine Ansicht, dass der Westen
Frankreichs, von einigen Strichen abgesehen, in Einzelhöfen, der
Osten in Dörfern bewohnt sei, und dass das eine System von den
Kelten, das andere von den Oermanen herrühre, ist in beiden Punk-
ten unrichtig: nicht nur zerstreut und von einander getrennt haben
sich die Kelten niedergelassen, sondern auch, wie nicht zu bestreiten,
dorf weise in zusanamenhängenden Gruppen; die behauptete Zweiteilimg
aber entspricht auch nicht der Wirklichkeit. In der That, die in
den Bänden der „Statistique Generale de la France^^ mitgeteilten
Tabellen belehren uns, dass M. für den Westen Frankreichs Zahl
und Verbreitung zusanunenhängender Dorfschaften viel zu gering an-
geschlagen hat.^
Ebensowenig befriedigt die von d'Arbois de Jubainville in seinen
„Recherches sur TOrigine de la propriete fonciere et des noms de
' In einer Besprechong von Flachs Arbeit hfilt Meitzen an seiner
Theorie fest. Deutsche Lit. Zeitg. 1900. Nr. 28.
90 Kritiken.
lieuz habites en France" geäusserte Ansicht über die Herkunft der
Dorfschaften. Sind die Dörfer nach Meitzen durch die Germanen
gegründet worden, so lässt sie de JubainviUe aus dem römischen
fundus und dem darauf gegründeten Herrenhof entstehen, weil sie die
Namen ehemaliger fundi trügen. De Jubainville verwechselt die Ent-
stehung der Dor&iamen mit der Entstehung der Dörfer selbst. Auch
wenn die vorgetragene Theorie der Ortsnamenbildimg lichtig wftre
und nicht den aufgeführten Einschränkungen unterläge, so wäre es
doch nicht zulässig, daraus einen Schluss auf die Herkunft der Ort-
schaften zu ziehen. Der fundus bildete in spätrömischer Zeit nicht
mehr eine wirkliche, sondern nur noch eine ideale, zu Steuerzweckoi
künstlich erhaltene Einheit, so dass kein neues Gebilde aus ihm her-
vorgehen konnte. Auch sind in Wirklichkeit auf der Fläche eines
fundus oft'mefhrere Dorfschaften entstanden oder von Anbeginn vor-
bändet g^esen, während nach de Jubainville sich immer nur eine
einzige, aus der Villa des Herrn hervorgegangene Ortschaft darauf
hätte bilden dürfen.^
Nachdem sich derart Flach zuvor gegen die Ansicht gewendet hat,
dass die menschliche Niederlassung in Frankreich von starrer Stetig-
keit gewesen sei, schildert er uns die Greschichte dieser Niederlassung.
Er teilt sie in mehrere Perioden.
In gallo-römischer Zeit finden wir, nach der Gunst des Terrains
angelegt, Städte, Dörfer und Einzelhöfe. Die Einzelhöfe verschwinden
sodann zum allergrössten Teil infolge der eintretenden Unsicherheit
— Anarchie im innem, feindliche Angriffe von aussen — , die zur
Zeit der Völkerwanderung und später im 10. Jahrhundert ihren
Höhepunkt erreicht. Besser erging es den Städten und Dörfern, die
vielfach erhalten blieben oder, wenn zerstört, zum Teil neu gegründet
wurden. Die Häuser möglichst eng zusammendrängend, dienten sie
mehr und mehr wehrhafter Verteidigung; zugleich wurden sie geist-
liche und wirtschaftliche Zentren und waren also dreifach, militärisch,
kirchlich und wirtschaftlich, bedeutsam. Die wenigen isolierten
Wohnstätten, die damals hie und da errichtet wurden, tragen das
Gepräge der Zeit; es sind Burgen oder durch einen Turm geschützte
Landhäuser.
Als die Not des 10. Jahrhunderts aufhörte und langsam grössere
Sicherheit zurückkehrte, da trat an Stelle des militärischen der wirt-
schaftliche Gesichtspunkt und entschied über den Charakter der Neu-
^ Vgl. die nachträglich noch zwischen Flach und de Jubainville ge-
führte KontroverBe. Nouvelle Rev. EList. de Droit Fran9ai8 et ^tranger.
1900. S. 212—216. 386—388.
Kritiken. 91
anlagen. Es galt, weite unbebaute Strecken zu kolonisieren. Dem
dienten die einzelstehenden Höfe, loges und grangiae, einerseits, die
Yilles-neuYes-^aut;e^ andererseits. Hinzu gesellten sich noch in der
Epoche, da die Territorialstaaten sich bildeten, zu ihrer Sicherung
gegründet, die YiILeS'neuYeS'bastides, in ihrer Anlage auf römisches
Vorbild zurückgreifend. Infolge der Privilegien, der Bevölkerungs-
zunahme imd des andauernden Friedens wurden die Neugründungen
so zahlreich, und so viele Weiler und Dörfer schlössen sich an Einzel-
niederlassungen an, dass im 14. Jahrhundert die Zahl der französischen
Ortschaften auf die fabelhafte Summe von 1 700 000 berechnet ward.
Flach teilt sie nach ihrer öffentlichen, kirchlichen, militärischen und
wirtschaftlichen Stellung in verschiedene Gruppen ein.
Der hundertjährige Krieg, der im 14. Jahrhundert ausbrach, hatte
dieselben Folgen, wie die Unruhen des frühen Mittelalters. Wiederum
verschwanden die Einzelsiedelungen mit Ausnahme weniger, die sich
in entlegenen Gegenden erhielten, dasselbe Los traf zum Teil die
Stftdte und Dörfer; befestigt wurden die Ortschaften, in denen sich
die dezimierte Bevölkerung zusammendrängte.
Zugleich mit dem Erstarken der königlichen Autorität und mit
den Fortschritten der militärischen Kunst bildeten sich aufs Neue die
offenen Ortschaften, dehnten sich die Städte aus und erstanden zahl-
reiche Meierhöfe, deren Gründung durch die aufkommenden freien
Gutsverpachtimgen verursacht wurde. Mehrmals, durch religiöse Ver-
folgungen und die Fronde, wurde die gedeihliche Entwicklung unter-
brochen. Die ganze Epoche weist eine weit grössere Zunahme der
Städte und der Einzelhöfe auf, als der Dorfschaften, deren Bewohner,
unter dem schlechten Zustande der Strassen und imter vielfachen
Bedrückungen leidend, nur geringe Expansionskraft zeigten. Seit der
grossen Revolution wächst, durch den allgemeinen Aufschwung be-
günstigt, die Zahl der Städte und der Streudörfer. — Dies sind die
Hauptzüge der vielfach anregenden, inhaltsreichen Arbeit, deren
Resultate im einzelnen zu vertiefen und hie und da wohl auch zu
modifizieren Aufgabe der Lokalforschung sein wird. F. Kien er.
Adolf Baehmailll. Geschichte Böhmens. Erster Band (bis 1400).
Gotha, Fr. Andreas Perthes. 1899. S. 911.
Während Beda Dudik und neuerdings Bretholz, der jenes Arbeiten
angenommen, die Landesgeschichte Mährens in gross angelegten Werken
bearbeitet haben, ist seit Palacky eine umfassende, allen wissenschaft-
lichen Ansprüchen genügende Darstellung der böhmischen (jeschichte
nicht wieder unternommen worden; denn L. Schlesingers Geschichte
Böhmens ist populär gehalten und W. Tomek beansprucht mit seinem
92 Kritiken.
Abriss nicht viel mehr als ein übersichtliches Lehrbuch anf Grund
der neuesten Forschungsergebnisse zu bieten. Palackys bedeutende
Leistung soll nun durch Bachmanns Geschichtswerk ersetzt werden.
Der erste 1899 erschienene Band reicht bis zum Jahre 1400; er ist
in vier grössere Abschnitte gegliedert: 1) Böhmen bis zur Aufrichtung
des Stammesherzogtums, 2) Böhmen unter Herzögen (900 — 1198),
3) das Erbkönigreich der Pfemysliden (1198—1306), 4) Böhmen
unter Königen aus verschiedenen Häusern (1306 — 1400).
Ob die Zeit för eine neue Gesamtdarstellung gekommen war^
mag dahingestellt bleiben. Die diplomatische Grundlage der böhmischen
Geschichte ist jedenfalls so lange nicht gesichert, bis Erbens Regesten
durch eine kritische ürkimdenpublikation ersetzt sind; die Edition
eines vollständigen Corpus diplomaticum ist gerade jetzt in Vor-
bereitung. Die Bereicherung des Quellenmaterials und die Fülle ge-
lehrter Untersuchungen bot freilich die Gewähr, im einzelnen weit
über Palackys Ergebnisse hinauszukonmien.
In Erfassung und künstlerischer Gestaltung des Ganzen dagegen
hätte B. unzweifelhaft weiter gelangen können. Die Entwicklungs-
geschichte des Landes ist nur wenig klarer geworden; und auch in
Würdigung der leitenden Persönlichkeiten, welche den einzelnen Ent-
wicklungsphasen ihr individuelles Gepräge gegeben, bedürfen B.s Er-
gebnisse, wie mir scheint, mehrfach der Vertiefung und Berichtigung.
Schon bei der Charakteristik des ersten Pfemysliden, über den wir
durch die Quellen etwas reichlicher unterrichtet sind, könnte der
Widerspruch einsetzen. „Sage und Dichtung'^, sagt B., „haben die
Einzelheiten seines christlichen Lebenswandels in reichem Detail be-
handelt und darüber den Fürsten Wenzel vergessen"; und doch bemht
B.s eigne Darstellung Herzog Wenzels fast ganz auf der Legende.
In ähnlich einseitiger Weise hat er sich bei Schilderung der Regierung
Boleslaws I. und II. durch Kosmas bestimmen lassen, dessen IJnzuver*
lässigkeit doch schon Loserth erwiesen. Dass derselbe Boleslaw II.,
welcher den Aufstand der Wenden gegen die deutsch-christliche Herr-
schaft unterstützte, Kirchengründungen Ottos I. zerstörte, im Bunde
mit den heidnischen Liutizen den Kommandanten einer polnischen
Stadt „unter Anrufung heidnischer Götter" (M. G. SS. HI, 771) ent-
haupten liess u. s. w., sein Volk „mit echt kirchlichem Sinn" erftdlt
haben soll, wird man B. nicht glauben können, selbst wenn er sich
auf Kosmas beruft. Unverkennbar herrschte zu Boleslaws II. Zeit
eine starke heidnisch -reaktionäre Strömung am Prager Hof, deren
richtige Würdigung um so notwendiger ist, als nur auf dem Hinter-
grunde der kirchlich-politischen Gegensätze jener Zeit das tragische
Wirken Bischof Adalberts verständlich wird. Wie weit B.s Worte
Kritiken. 93
der Eigenart dieses meriiiwürdigen Bischofs gerecht werden, würde
ein Vergleich mit Loserths scharfsinniger Untersuchung über das
Hans Slawnik und mit Uhlirzs Bemerkungen (Hist. Zeitschr. 85,
8. 80 ff.) lehren können.
Eine aufsteigende Entwicklung fClhrt von den kraftvollen Pfe*
mjBÜden des 10. Jahrhunderts zu Bfetislaw I. Mit Bekämpfung der
selbständigen patriarchalischen Gewalten des alten Volkslebens dringt
er weiter auf der von seinen Vorfahren gewiesenen Bahn zur Be-
gründung absoluter Staatsgewalt und erhebt sich durch den schon
Yon Mähren und Polen aus gewagten Versuch zur Gründung eines
kirchlich und politisch selbständigen Slawenreichs zu welthistorischer
Bedeutung. Die kirchlich -politischen Ziele des böhmischen „Achill*^
bildeten von jeher ein anziehendes Problem für die Historiker. B.s
Charakteristik beschränkt sich im wesentlichen auf die folgenden
Sätze: „Ihm galt es mit kühnem Wurf für sein Böhmen inmitten der
slavischen Welt die Stellung zu gevirinnen, die Polen nicht zu be-
haupten vermocht hatte. Zuvor galt es Bedingungen und Mittel fär
solches Streben zu schaffen^ (vgl. S. 215), nämlich Unabhängigkeit
Yom Reich und freies einheitliches Eirchenwesen. Und auf Seite 217
bemerkt er mit eigentümlicher Verdrehung des soeben angedeuteten
Verhältnisses: ,^e Klugheit riet Bfetislaw, seine Macht auf eine
breitere Grundlage zu stellen, ehe er den Abfall vom Reich wagte.
Daher sein Plan, erst das zerrüttete Polenreich niederzuwerfen.^^ Mit
Uebertragung der in Gnesen bestatteten Adalbertsreliquien nach Prag
bezweckte Bfetislaw gewiss nicht bloss „die Gemüter zu erheben und
XU erschüttern und den Boden zu schaffen für den heiligen Bund (?),
den er vor den Reliquien St. Adalberts mit seinem Volke in Waffen
schliessen wollte"; er beabsichtig^te vielmehr das böhmische Epis-
kopat auch zum Mittelpunkt Polens zu machen; der Prager Bischof
sollte als Metropolit an Stelle des Erzbischofs von Gnesen treten.
Dass in den Beziehungen Böhmens zum Reich unter Bfetislaw
eine entscheidende Wendung eintrat, ist von B. fast ganz ignoriert
worden.
Auch von der Entwicklung des 12. Jahrhunderts erhalten wir
teilweise kein recht deutliches Bild, weil die leitenden Gesichtspunkte
nicht genügend hei;ausgearbeitet worden sind. Der Bedeutung Bischof
Heinrichs von Olmütz z. B., welcher unter Wladislaw U. die Seele
der böhmischen Politik war, wird man mit allgemeinen Wendungen,
er habe „Geistesbildung*^ und „staatsmännische Klugheit", „die Vor-
sage seines berühmten Vaters und keine (?) seiner Schwächen be-
sessen", nicht gerecht Es verdiente vor allem ausgeführt zu werden,
dass erst mit Hilfe des ganz von den religiösen und hierarchischen
94 Kritiken.
Idealen seiner Zeit erftQlten Olmützer Bischofs Böhmen - Mähren der
päpstlichen Hierarchie, sein Klerus der Zucht der katholischen Kirche
unterworfen wurde, während man noch zu Gregors YII. Zeit die Ein-
mischung päpstlicher Legaten in Böhmens kirchliche Angelegenheiten
als anmassende Neuerung empfand. Das Hineinwachsen des Landes
in den Organismus der katholischen Kirche war naturgemäss für die
ganze Entwicklung Böhmens, auch fEbr das Eindringen deutscher Kultur
von grösster Bedeutung.
Fast noch auffallender ist die Vernachlässigung des Wesentlichen
in dem Abschnitt, der die zweite Hälfte der Regierung Wladislaws H.
behandelt. Wie sich Bischof Daniel von Prag, durch dessen Wirk-
samkeit der Charakter dieser Regierungsperiode bestunmt wurde, zum
päpstlichen Schisma verhalten, wird nur matt skizziert. Von seiner
Sendung zum Kanzler Roland (Nov. 1159) und zu Papst Victor FV.,
von der Teilnahme des Bischofs an den Synoden von Pavia (Febr. 1160)
und Lodi (Juni 1161), seiner Werbung am ungarischen Hof fOr den
kaiserlichen Kandidaten (März 1160) hören wir nichts. Das zur
Beseitigung der Kirchenspaltung vom Kaiser berufene Konzil zu
St. Jean-de-Losne an der Saonebrücke, bei dem vielleicht Wladislaw IL
persönlich (cf. Watterich vitae poni H, 391; M. G. XXII, 505),
jedenfalls aber sein Bruder Theobald und Bischof Daniel zugegen
waren, wird nicht erwähnt; ebensowenig König Wladislaws Teilnahme
an dem gegen Heinrich den Löwen gerichteten Komplott deutscher
Fürsten, obwohl sie höchst bezeichnend ist für die veränderte Stellung
der Pf emysliden zu den inneren Parteiungen und Kämpfen des Reichs.
Wenn auch die angedeuteten Thatsachen nur aus vereinzelten Notizen
entlegener Quellen bekannt sind, so verdienten sie doch wegen ihrer
sachlichen Bedeutung ebenso gut oder vielleicht noch mehr erwähnt
zu werden, als die böhmischen Kriegsthaten in Italien, die wieder-
holten, oft ermüdenden Kämpfe mit den Thronprätendenten, die Be-
ziehungen zu Ungarn, über welche uns die böhmischen Quellen aus-
führlich unterrichten.
Die Darstellung der politischen Entwicklung Böhmens unter
Herzögen ( — 1198) ist dreimal durch kleinere Abschnitte über die
inneren Verhältnisse des Landes unterbrochen. Buch 3 bringt ein
verhältnismässig kurzes Kapitel über die deutsche Kolonisation im
13. Jahrhundert. Dass die Geschichte der deutschen Einwanderung
während des 14. Jahrhunderts dem folgenden Bande vorbehalten
bleiben soll, während die politische Geschichte dieses Zeitraums bis
zum Jahre 1400 in Breite geschildert wird, ist um so unverslAnd-
lieber, als man von der deutschen Kolonisationsbewegung ohne Be-
rücksichtigung des 14. Jahrhunderts ein richtiges, abgerundetes Büd
Kritiken. 95
nicht gewinnen kann nnd gerade die Hussitenkriege mit voller Scbftrfe
den Beginn einer neuen Entwicklnngsphase bezeichnen.
Um dem Mangel einer übersichtlichen Zusammenstellung der
Idtteratur^^ abzuhelfen, hat B. zahli^iche Litteraturhin weise gegeben.
In einer zusammenfassenden Darstellung brauchte der gelehrte Apparat
wohl nicht in grossem Umfange gegeben zu werden. Da es aber einmal
geschehen, so vermisst man, dass manche beachtenswerte Abhandlung
nnerw&hnt geblieben, das Wichtige vom Unwichtigen auch in den
Quellenangaben nicht genügend geschieden ist. Viele Quellenzitate
aus Kosmas und seinen Fortsetzen! wären entbehrlich gewesen; da-
gegen fehlen solche, die trotz ihrer Wichtigkeit leicht übersehen
werden können. Bei Darstellung der Krönung Wratislaws I. z. B. ist
auf die ganz bekannte Stelle des Kosmas verwiesen, dagegen sind die
Berichte der Pegauer und Altenzeller Annalen (M. G. XYI, 41, 237)
unerwähnt gelassen. Die von Stumpf in Miklosichs slawischer Biblio-
thek (n, 301 ff.) edierten annales Bohemici sind von B. nicht zitiert
und, wie es scheint, auch nicht verwertet worden; sie überliefern die
älteste uns erhaltene annalistische Tradition der Böhmen und hätten
daher auch viel eher verdient, in die Mon. Germ, aufgenommen zu
werden, als die Prager Annalen (M. G. m, 119 ff.), die nach Köpke
und Tomek nur „ein magerer Auszug aus Kosmas u. a. bekannten
Quellen^* sind.
In der vielumstrittenen Schreibweise slawischer Namen zur Einigung
zu gelangen, scheint schwer erreichbar. Nichtsdestoweniger besteht
ffJüT den Einzelnen die Pflicht, möglichst konsequent zu verfahren. Es
sollte vermieden werden, für einen und denselben Laut verschiedene
Schreibweisen anzuwenden, z. B. „Mesko'^ (S. 196) und „SpitighnieV^
(S. 222), „Sobieslaw" (S. 295), „Czechen" und „Casta" (S. 310), „Gdec"
(S. 219). Von den drei neben einander stehenden Namen „Watizlaus,
Casta, Benesch" (S. 310) ist der erste in latinisierter Form, der
zweite in cechischer, der dritte (für Benes) in deutscher Schreibweise
wiedergegeben. „Bezprem" (S. 196) wird auch „Besprem" (S. 214)
geschrieben u. s. w.
Manche dieser minder wesentlichen Versehen sind wohl aus der
schnellen Entstehung des Werkes zu erklären. Anerkennung verdient
der grosse Fleiss, der auf die Arbeit verwendet worden ist.
H. Spangenberg.
Jansen Enikels Werke, herausgegeben von Philipp Strauch.
Vorwort, Einleitung S. I — C. Jansen Enikels Fürstenbuch
S. 697 — 686. — Das Landbuch von Oesterreich und Steier, herausg.
von Dr. Joseph Lampel S. 687 — 739. Nebst Glossaren und
96 Kritiken.
Registern S. 816. (= Monamenta Grermaniae Historica: Scriptomm
qui vernacula lingaa osi sunt Tomi JH. Pars 11.) Hannover und
Leipzig, Hahn 1900.
Nach nnd nach treten die grossen deutschen Reimchroniken des
Mittelalters ans Licht: 1892 erschien die Kaiserchronik, bearbeitet
durch Eduard Schröder; 1893 schloss mit dem zweiten Halbband
die Veröffentlichung des Riesenwerkes des steirischen Reimchronisten
durch Josef SeemtÜler, und jetzt liefert Philipp Strauch zu dem 1891
publizierten ersten Bande, der die Weltchronik Jansen Enikels ent-
hält, den zweiten mit dem Fürstenbuch. Alle diese Ausgaben haben
ihre langwierige und bisweilen schmerzenreiche Vorgeschichte, die sich
gleichmässig aus dem grossen Umfange der Denkmäler sowie der
Ueborlieferung in den Handschriften erklärt. Denn schon das blosse
Sammeln des Materials und die unentbehrlichen mechanischen Vor-
arbeiten stellen Anforderungen, denen die Kraft eines Einzelnen nicht
zu genügen vermag. Und so wächst der Apparat fär eine wissen-
schaftliche Edition allmählig heran, wird von einer Hand an die andere
gegeben, bis endlich der richtige Mann sich findet, der mit energischem
Griff die Sache abschliesst, die Untersuchungen erledigt, deren eine
philologisch korrekte Ausgabe bedarf, und den kritisch gestalteten
Text vorlegt. Ohne Zweifel gebührt daran, dass diese altdeutschen
Reim werke uns nunmehr vorgelegt werden, dem Unternehmen der
Monumenta Germaniae ein sehr wesentlicher Anteil, denn nur die da
verfügbaren Mittel ermöglichen es, Schwierigkeiten zu überwinden,
denen ein auf sich gestellter Forscher sonst erliegen müsste. Und
mag auch der Gewinn an gesicherten Thatsachen, den alle diese Reim-
chroniken mit einander erbringen, nicht so gross sein als ein einziger
Band Scriptores ihn liefert, so ist es doch nicht gering anzuschlagen,
dass wir aus ihnen erkennen, in welcher Weise die breiteren Massen
der Deutschen des Mittelalters die welthistorische Entwicklung an-
schauten. Zumal die Vertreter der deutschen Philologie, denen ja
diese Reimwerke noch von anderen Gesichtspunkten aus wichtig sind,
haben alle Ursache, das Erscheinen jedes neuen Bandes dankbar zu
begrüssen und z. B. den Wunsch aufrichtig zu teilen, den Strauch in
seinem, am 12. September 1900 unterzeichneten Vorworte ausspricht,
dass jetzt auch die Ausgabe der Weltchronik des Rudolf von Ems (und
ihrer Verzweigungen) nicht mehr lange auf sich warten lassen möchte:
dieses Werk, aus dem das spätere Mittelalter zum guten Teil seine
historische Kenntnis schöpfte, in lesbarem Druck bekannt zu machen,
scheint mir die bedeutendste unter den vielen, bisher unerledigten
Ehrenpflichten, die das Studium der altdeutschen Litteratur auferlegt
Bei der Ausgabe von Jansen Enikels Werken wird die Lücke be-
Kritiken. 97
sonders empfindlich, weil die Weltchronik dieses österreichischen Autors
ein später Nachfahre von Rudolfs Richtung ist, und weil seine Arbeit
gar nicht zutreffend eingeschätzt werden kann, so lange wir die
Schöpfung seiaes grösseren Vor^mgers nicht aus ihrem echten Bestände
beurteilen können.
Schon deshalb möge es uns gestattet sein, bei der Besprechung
des jetzt von Strauch publizierten „Fürstenbuches" auch die Welt-
chronik desselben Verfassers mit einzubegreifen. Aber auch darum,
weil die ungefähr 30 000 Verse der Weltchronik eine sichere Grund-
lage für die Kritik der etwa 4000 Verse des Fürstenbuches darbieten
und die Eigentümlichkeiten des Autors, seine Sprache und Technik
besser beobachten lassen.
Strauch beschreibt zunächst S. HI. — XL seiner „Einleitung" die
38 Handschriften der Weltchronik sehr sorgsam, untersucht dann
S. XLVli — LX ihr gegenseitiges Verhältnis und stellt dieses zuletzt
durch ein Diagramm dar. Diesem gemäss zerfallen sämtliche für die
Textkritik brauchbaren Hss. in zwei Klassen, deren jede aus einer
selbständigen Abschrift des Archetypus herzuleiten ist, welcher jedoch
seinerseits auch nur wieder eine mit Fehlem behaftete Kopie des
Originals war. Die erste Klasse A wird durch zwei Hss., eine Mün-
ebener und eine Regensburger, repräsentiert, indes zur zweiten Klasse
B alle übrigen Hss. gehören, zwischen denen nun freilich namhafte
Unterschiede der Qualität bestehen. Es ergiebt sich, dass ausser einer
Gruppe von Bruchstücken (3. 4) insbesondere ein Leipziger und
ein Berliner Codex den Text B am besten wiedergeben. Strauch hatte,
bevor er die Wcltchronik in Druck gab, aus seinen Abschriften und
Kollationen heraus, die Klasse A höher, die Klasse B niedriger ein-
geschätzt als später und vornehmlich alle Plusverse in B als Zusätze
angesehen und deshalb unter den kritisch bereinigten Text gestellt.
Während des Druckes, oder doch so kurz vorher, dass es nicht mehr
möglich war, die Druckeinrichtung zu ändern, war er zu anderer
Meinung gelangt, hielt eine grössere Anzahl von Plusversen in 6
für echt (also in A für ausgefallen) und liess überhaupt die Möglich-
keit häufiger zu, dass B gegen A das Echte enthalte. Jene Hss.
9 =" Leipziger Stadtbibliothek CX, und 10 = Berliner Papierhs. msc.
germ. fol. 927, kommen infolgedessen bei der Herstellung des Arche-
typus mehr in Betracht, als der Text von Strauch zu erkennen ge-
stattet; man muss überall die gewiss ungemein sorgfältig verzeichneten
Lesarten zu rate ziehen. Dergleichen begegnet ziemlich oft dort, wo
ein sehr umfangreicher Text aus einer wüsten Masse von Ueber-
lieferungen herausgeschält werden muss, leicht versagt die Schärfe
des Blickes gegenüber der schier unüberschaulichen Fülle der Einzeln-
Hittor. VierteUahnobrift. 1902. 1. 7
98 Kritiken.
heiten: so hat Eduard Schröder bei der Kaiserchronik erst ganz zu-
letzt die Wichtigkeit der Pommersfeldener Hs. als Ersatz für dia
verlorene Strassburger recht gewürdigt und war nur insofern glück-
licher als Strauch, indem er die notwendig gewordenen Umstelltingeo
im Vanantenapparat noch knapp vor der Drucklegung mit grosser
Mühe zu bewerkstelligen vermochte. Nun darf man freilich nicht
glauben, dass mit Ausnahme der Plusverse, der Text von Jansen Enikels
Weltchronik ein wesentlich anderes Antlitz tragen würde, wenn Strauch
seine jetzige Bearbeitung eher Hss. schon während des Druckes bitte
durchsetzen können, so tief greifen diese Unterschiede nicht ein. An
einer gewissen Anzahl von Stellen freilich wird der vorliegende Text
noch zu bessern sein, und zwar glaube ich, gestützt auf meine Be-
schäftigung mit dem Werke, hauptsächlich in zwei Richtimgen: einmal
wird man dem Archetypus mehr Fehler zumuten müssen, als von
Strauch geschehen ist; zweitens scheint mir die Hs. 9 noch in einer
ziemlichen Zahl von Fällen mehr, als Strauch ohne dies annimmt,
dem ältsten und besten Texte am nächsten zu stehen. Wenn ich
im Folgenden etliche Stellen dieser Art anführe, so möchte ich durch-
aus nicht den Eindruck hervorbringen, als ob Strauchs Text besonders
mangelhaft und verbesserungsbedürftig wäre — im Gegenteil, ich
halte ihn in anbetracht der Schwierigkeiten für einen sehr guten und
finde die Sorgfalt des Herausgebers ebenso rühmenswert wie den Seharf-
sinn von Johannes Franck preiswürdig, der eine Reihe vortrefflicher
Emendationen beigesteuert hat — ich will damit nur andeuten, dasft
ich die Arbeit am Enikel noch nicht als völlig abgeschlossen ansehe
und meinerseits ein dankbares, wenn gleich geringes Scherflein zur
Förderung der Textkritik beitragen möchte.
Weltchronik V. 3947 f.: doch han ich gehoert sagen
jsBmerlich bi minen tagen; Strauch beanstandet selbst in der An-
merkung jsemerlich als einen Fehler des Archetypus und schlägt
iemer vor mit Hinweis auf die Hs. 9: ie pey mer pey. Doch
glaube ich, wird man dieser Hs. noch weiter folgen müssen und ent-
weder lesen iemer ma?re oder ie bi maere. — 4097 f.: die engel
wuren sicherlich klar und dar zuo freudenrich scheint mir
trotz des reichlichen Auftretens von Flickworten im Reime der Aus-
druck sicherlich in diesem Zusammenhange hier ganz besonders un-
passend und ich ersetze ihn durch ein leicht verlesenes süberlich.
— 4238 diu alt sprach: du fürhtst dir ser passt nicht und
wird (vgl. 4401) in ze ser zu ändern sein. — 4243 und truoc in
vür ein Isegelin, 1. im — 5975 ff. ich sag iu reht waz er
(der Becher) wac: drizic marc von golde, als in der künic
wolde lese ich mit dcss Hs. 9, 10, 15 ez statt in und verstehe dar-
Kritiken. 99
unter das Goldgewicbt; auch es wäre niclit unmöglich. — 7476 da
solt dn hiut besehen bi! ist mir trotz der Anmerkung nicht wohl
yerst&ndlich ; ich schlage vor, statt hiut zu lesen bluot, womit der
Inhalt des Werkes ebenso voraus angedeutet würde, wie es gleich
darnach in 7483 ff. geschieht. — An der schwierigen Stelle 7799 ff.
lese ich: daz er des gewaltigen gotes kraft wolt fürhten
unde beten an, do sprach er wider den heiligen man; die
beiden folgenden Verse wiederholen dann mit einem bei Enikel nicht
seltenen Ungeschick und suchen die selbstverschuldete Undeutlichkeit
aufzuklären. — 8009 f. ob da nicht bloss die Striche über den Vo-
kalen weggefallen sind und der Reim wirklich gunst: kunst gelautet
hat, wie ihn die Hss. geben? — 8268 ff. bitet ir von herzen gründe
die almehtigen gotheit, da nimmer ze ende wirt von geseit
wird umschrieben sein für diu nimmer z'ende wirt geseit. —
8704 so lieht was sines schines dach genügt dach (was die
AnuL bezweifelt) als ein ganz verallgemeinernder Tropus, dem hier
vielleicht sogar wegen der Homer des Moses ein besonderer Sinn
unterzulegen ist. — 9233 ff. und fuort si nach des buoches sag
vierzic jär in siner klag in der wüesten als man sagt;
Strauch bezweifelt selbst die Ursprünglichkeit von siner; ich schlage
einer v(^, also in einer klag = „in einem fort klagend^^ was dann
zu dem nächsten Verse passt: ze allen ziten er daz klagt. —
9449 f. ist selbst dem leichtsinnigen Enikel nicht zuzutrauen, dass er
zwei Verse nebeneinander stellte, wie er gabz durch er und durch
got und achtet niht gotes gebot; ich lese mit 10, wo der
Passus freilich durch Konjektur berichtigt sein mag und niht durch
got. — 10023 f. sagt David zu Goliath: swie groz nü si din
Stange, ich gib mit miner slange dir vil würf an dinen nac;
dass slange als a^ta^ Xeyofutov bedeuten könne ,vBchlinge", glaube
ich nicht. Vielmehr denke ich an klänge von klanc, was noch
heute im Steirischen „Schlinge" bezeichnet (gesprochen klang) und
somit ein Wort der Volkssprache wäre, aus der Enikel so Vieles ent-
lehnt hat. Selbst das mange der Hs. 9, 10 schiene mir als eine
im Munde Davids begreifliche Uebertreibung brauchbar. — 10036 in
der Antwort Goliaths: din kempfen möht wol rat sin vermutet
Strauch kempfens, aber dins kempfen behebt die Schwierigkeit
besser. — 10284 heisst es, da Saul mit den Juden des nachts in das
Haus Davids eiadringt: ez was do vinster unde spät. Aber diese
Formel kommt beim Enikel trotz seines Beichtums an zweigliedrigen
Ausdrücken nicht vor, spät passt auch gar nicht. Ich vermute: ez
was do vinster als ein slät, vielleicht würde sogar unde ein
slät genügen. — Die Stelle 10865 f. da fuorte der beiden künic
7*
100 Kritiken.
zwar ein galdin deck so liehtgevar, daz man sie niht moht
an gesehen, von der liehten sannen brehen weder deck noch
heim schein möchte ich so emendieren: — gesehen: an der liehten
sunnen brehen beidiu decke und heim schein. — 11397 Diu
dritt gab was guot halte ich für ein blosses Versehen und lese
erst. — 12141 f. wie ich gesnid einen stein an meizel und
an isengewat wird wohl gemäss den Hss. isenwat genügen; an
meizels und an isens rät wäre zwar ganz korrekt, streitet jedoch
wider die Uebcrlieferung. — 12176 f. mit 9: daz wirt in ein spiL
— 12197 ff. daz düht ein grozez wunder die Hut da besunder,
daz die stein von dem bluot gelicht wurden an dem tempel
guot; liehen übersetzt Strauch im Glossar mit „glätten, polieren",
versieht diese Bedeutung jedoch mit einem Fragezeichen, weil sie nicht
belegt ist. Es scheint mir, dass diese Bedeutung nicht passt^ weil es
sich darum handelt, die Steine für den Bau durch Sprengen zuzurichten,
nicht aber zu polieren. Ich nehme an, dass gelicht aus geticht
verlesen worden ist; das gut österreichische Verbum tichen gewährt just
die nötige Bedeutung. — 12588 steckt vielleicht in der Hs. 9 etwas
von dem echten Text, der dann zu lesen wäre: als ich side ge-
spinne, so wil ich sie teilen drät, und einen wohlverständlichen
Sinn gäbe. — 14221 ff. daz diu küniginne drät sant nach
Paris spät daz er ir rede vernsBme und tougenlich dar quseme
wird wohl aus dem zcowelich der Hs. 9 mit Strauch zo uweliche
zu entnehmen, aber auch in den Text zu stellen sein, wohin es besser
passt als tougenlich. — 16577 ff. wir süln ze herberg gän,
und sol undcr uns ein icslich man trabten hin bi der naht,
ein ieslicher niunslaht, und süln daz legen morgen für dem
künig; Strauch hat aus den Verderbnissen der Hss. sein niunslaht
konjiziert, das „neunfaches neunmal, heisst, das mir aber ganz un-
verständlich ist: wie sollen die Leute denn das anfangen, dass sie
„neunfach^ nachdenken über eine List, um Troja zu gewinnen? Ich
lese niuwe slaht = „etwas neues" durch Nachdenken ersinnen, vgl
dann 16494, wo der Erfinder der ehernen Rosse sagt: beert niuwe
wunder, wie ich hint betraht hän. — 17526 schliesst die Rede
des Königs mit den Worten: des setz ich dir min wärheit,
welchem Versprechen das Volk zustinmito: daz selb gelobte (Strauch:
geloub, Franck: gelob) ouch gemein daz volc groz unde klein.
Damach wird auch 17592 ff. zu lesen sein: ich gap im min Sicher-
heit, daz im iht leides solt geschehen, des muostet (Text:
müezt) ir mir alle jehen. — 17816f. daz lieze er im war sin
= das verspräche er ihm sicher. — 186251. mit Hs. 9: wan ers
des morgens tet. — 22245 wird es statt der selb was siech
Kritiken. 101
Qiide frum heissen müssen der selb was sieht unde frum, wo-
mit das übliche Lob des frommen Kaisers Titus bezeichnet wird, der
hier in der Verwechselung gemeint ist. — Ebenso glaube ich, dass
22270 nur Vranken zu Swäben verschrieben ist. — 23069 ff. werden
kaum sicher herzustellen sein. Gerne läse ich: ez wsere wiplich
zuht und reht, 9 aber scheint eher auf unwiplich und unreht
zu weisen. Man könnte allerdings auch das weder-noch in Vers
23069 schieben, dann käme man mit den Versen der Hs. 9 aus und
brauchte keine Lücke anzunehmen. — 23906 möchte ich Francks
Vorschlag nur leise verändern: in aft dar an des wibes sin. —
27253 halte ich ze urkünd für einen deutlichen Fehler der üeber-
lieferuBg, schon mit Rücksicht auf den treffenden Gebrauch desselben
Ausdrucks 27245, weiss aber nicht zu bessern. — 27509 ff. Beiern
ist ein diutsch laut, daz ist mir wol bekant. daz sint giitig
linte. Strauch bezweifelt gütig mit Recht (es könnte höchstens
„wohlhabend, vermögend" bedeuten), vermutet geistig und weist auch
in der Anmerkung auf das geytig der Hs. 9. Ich glaube, dass
giudec zu schreiben ist = „prahlerisch", zimial der nächst.e Satz
lautet: swer niht hat wan der hiute, der giudet mer dann
ein man, der tüsent marc geleisten kan. — Die Interpunktion
möchte ich oftmals anders behandeln, als Strauch gethan hat, weil
ich meine, dass Enikels ganz lockere Redeweise (wahrscheinlich schrieb
er nicht selbst, sondern diktierte) es häufig zu grösseren Satzgebilden
bringt, die sich nicht ganz streng logisch in ihre Glieder sondern
lassen; die sachliche Auffassung wird aber dabei nur selten verschoben.
Wenigstens ein paar Beispiele will ich vorbringen. 731 ff. setze ich
schon 733 Punkt, nehme 737 dann in Klammer, gebe nach 738 Doppel-
punkt, nach 742 Strichpunkt, nach 743 Komma, worauf 744 noch
nicht den Satz zu schliessen braucht, sondern erst 746. Wo Enikel
Beden halten lässt, da wird seine Syntax noch mehr einesteils freier,
andersteils verschlungener als gewöhnlich, insbesondere gelingt ihm
eine begründende Argumentation nur durch allerlei Verschachtelungen,
bei denen es ohne Anakoluthe nicht abgeht. — 1041 ff. möchte ich
nach 1043 Doppelpunkt setzen, nach 1046 Komma. — 1139 setze
ich nach warheit Konuna, nach 1140 Doppelpunkt, so dass 1141
dann als der Inhalt der Predigt und Lehre erscheint, wo ich denn
allerdings schreiben möchte: den zwelven wurden ir siben ze wiz,
das heisst: den zwöK Stunden, welche für alle späteren Menschen
den Tag ausmachten, gereichten die sieben die von Adam und Eva im
Paradies verbracht wurden, zum Verderben; eine These, die oft genug
in der Predigtlitteratur vorkommt. — 3925 ff. schreibe ich: daz s wert
er bi dem heft vie, gegen dem kind er do gie, mit mangem
102 Kritiken.
zäher groz im wazzer üz sinon ougen vlöz. — Für die Inter-
pretation des Textes hat Strauch mit unermüdlichem Fleiss und grrösster
Mühe ein oft sehr entlegenes Material herheigebracht, dem ich wenig
beizufügen weiss. Nur im allgemeinen hätte es mir nützlicher ge-
schienen, wenn lieber die Erklärung in der Anmerkung unmittelbar
wäre ausgesprochen worden, anstatt eines Verweises auf Ausgaben
altdeutscher Texte (z. B. Haupt zum Erec, Roethe zu Reinmar von
Zweter u. dgl.), Bücher, die doch von den historischen Lesern Enikels
kaum einer nachsieht. Ein paar mal weiche ich von Strauchs Auf-
fassung ab, z. B. nehme ich 4847 da slief er (Jakob) al ein das
al ein = „ganz allein ^^ (auch wegen des Folgenden), indes Strauch
es „durchaus'^ also „fest" Übersetzt. — 9149 sagt Moses: tuot ir
des niht, ez wirt iu sour, über die sei get iu ein schonr;
dieser Passus erinnert an die litterarisch wohlbekannte Redensart:
duck dich, Seele, es kommt ein Platzregen! — 10432 ff. lässt Saul
an David sagen: du solt des gar an angst sin, ich hab in rebt
alsam min kint, oder mich mach got gowaltes blint, wo
Strauchs Deutung von gewaltes als absoluter Genetiv: ,4nit gewalt,
alsbald, sogleich" oder g. b. = ,,stockblind" schwerlich richtig ist
Bech im Glossar hat den Ausdruck durch imperio orbus besser
wiedergegeben ; ich fasse gewaltes blint = „unfähig zu herrschen*^
mit der ausserordentlichen Erweiterung und Verallgemeinerung des
Begriffes blint, für die Strauch selbst reichliche Beispiele aus Enikel
gesammelt hat. — 12189 enzwei geter niht anders wä, wan
als er ist gemälet da, bezeichnet gemalet nur die aufgerissene
Zeichnung. — 12222 uns swuoren all unser glider bedeutet
swern nur „wehe thun, schmerzen". — Auf Strauchs Amn. sni 13317
(vgl. 25183) hätte ich in meiner Note zu „Engel und Waldbruder*'
V. 251 (Wiener Sitzungsberichte 143. Band) verweisen sollen; der
Zug ist durch die Alexiuslegende populär geworden. — 14610 besteht
die rein zuht des Achilles wohl darin, dass er zuerst, vor allen
anderen Dingen, seinen Besuch auf der Burg macht. — 17134 von
discr kemnäte heisst wohl: von diesem Platze aus, auf der Stelle,
sofort. — 17418 und den liuten üz der siul las mit sinem
mund bedeutet las „vorsprach". — 18268 einen stein als dri
weck nämen si in dem eck üz, wozu das Glossar bemerkt: „in der
Grösse von drei Wecken". Das wäre doch zu wenig für ein Loch,
durch das die Baalspriester kriechen sollen. Weck ist hier ein Aus-
druck der Zimmermannssprache (Schmeller-Fronmiann 2,845): „Keile
aus Eisen oder Holz von bestimmter (ansehnlicher) Grösse". Vgl.
übrigens auch wacke, Schmeller 2,844 f. — 18511 ff. sollen die
Kräuter wohl eine Art Wiederherstellung der Jungfrauschaft bewirken^
Kritiken. 103
was man nach etlichen Rezepten, die ich aus Handschriften gesammelt
habe, fEbr sehr wohl möglich hielt, wenigstens dem Scheine nach. —
Gemftss 19094 reht als des menschen ougen was sin varb und
sin gestalt stellte sich Enikel den Wnnderstein aus dem Paradies
als ougstein = agstein vor. — Nach 21873 ff. war Kaiser Aagostas
ans Blutschande zwischen Vater und Tochter geboren, worauf es heisst:
daz was ketzerlichen gar, daz er was vater unde en von
siner tochter. nieman wsen, daz im iht geschsech als Augustin,
oder er müez ein ketzer sin. Strauch meint in der Anmerkung
(Octavius ist von siner tohter Vater und Grossvater zugleich ge-
worden): „will Enikel sagen, so unnatürliche Vergehen könnten nicht
auf Vergebung hoffen, wie diess doch beim h. Augustin der Fall ge-
wesen sei, der in seiner Jugend das ausschweifendste Leben geführt
hatte ?'^ Das halte ich für unmöglich, erstens, weil der h. Augustin
durch Enikel anders bezeichnet und erkennbar gemacht worden wäre,
als hier der Fall ist; zweitens, weil meines Wissens keine mittel-
alterliche Tradition die Jugend des h. Augustinus mit Blutschande
belastet hat. Augustin ist meines Erachtens nur eine Beimform
für Augusto. — 23025 — 23038 die Blendung des Unglücklichen
durch ein glühendes Metallbecken wird auf dieselbe Weise vollzogen,
wie sonst Jongleurs einen Bären zur Abrichtung zwingen; vgl. meine
Miscellen aus Grazer Handschriften 3, 67 (Jakob von Lausanne Nr. 69).
— Zu 23087 ff. ist zu bemerken, dass Kröten, überhaupt Ungeziefer,
nach dem Glauben des Mittelalters, durch Zauber hervorgebracht werden
können. — 23431 vielleicht beziehen sich die 72 Sprachen auf die
Konzilien, die im Lateran abgehalten wurden. — 24329 daz man
in (Vitellius) solt also gesunt lebendic begraben, daz wart
im kunt; die letzte Phrase heisst nur: „das geschah'\ — 24912 von
dem gesedel unz an die tür wird wohl heissen: „durchweg, alle
mit einander". — 25074 ez muoz wol halbes umb in sin ist
vielleicht nur verstellt und umb in halbes kann so gefasst werden
wie neuhd. „um seinethalben". — 25191 schemlerinne in dem hier
geforderten Sinne belegt die Grazer Hs. Nr. 840 aus dem Anfange
des 14. Jhs., eine Exempelsanunlung, der bisweilen recht wichtige
deutsche Erläuterungen eingestreut sind. — 27317 minen fuoz und
min haut betrachtet der König von Griechenland zugleich als Busse
für sein Vergehen. — 28038 des frümkeit was niht gelich heisst
frümkeit wohl nur „Tapferkeit, Tüchtigkeit", was mit dem Vorher-
gehenden noch zu vereinbaren wäre. — S. 576 V. 83 die zwen und
fünfzic zimerman sind in der Erzählung wohl so genannt, weil das
Jahr so viele Wochen hat.
Ganz Weniges ist zum Fürstenbuch zu bemerken, dessen sieben
104 Kritiken.
(genauer neun) Hss. Strauch S. XL — XLVII beschreibt, S. LX — LXIII
behandelt er ihr Verhältnis und ßndet auch hier zwei Klassen A nnd
B, die abwechselnd vorzuziehen sind. Die Beschaffenheit der Ueber-
lieferung ist im ganzen von der Art, dass ein guter Text leichter
gesichert werden kann als bei der Weltchronik. V. 1109 möchte ich
mit der Hs. 9 der gebür umb ein einigez ort schreiben. —
1175 hei wie die banier bluoten ist der Ausdruck, obgleich nicht
unmöglich, doch seltsam; etwa gluoten von glüejen in der Be-
deutung „glänzen"? — 1543 dar nach der bäbst da gebot durch
der kristenheit not, wan si in sündon waren bi den selben
jaren. Ich glaube, dass dieser Passus zu Enikels Zeit ebenso un-
verständlich war wie heute. Was hat der Papst geboten? daz
kriuz(e) und das muss in den ersten Vers statt da gestellt werden.
Die Auskunft, welche das Glossar zu dieser Stelle giebt: ,,prftgnant:
ein Gebot erlassen", reicht nicht aus, weil es sich hier um ein ganz
bestimmtes Gebot, den Aufruf zum Kreuzzug, handelt. und wenn
crux mittellateinisch einfach „expeditio sacra contra Saracenos" heisst
(Du Gange 2, 637), so kann auch mhd. kriuze diese Bedeutung
haben, zumal kriuzsere schlechtweg den Kreuzfahrer bezeichnet-. —
2174 er denkt sich gar ein galle. Die von Strauch in der An-
merkung angezogene Stelle aus Konrad von Megenberg scheint mir
nicht zu erlauben, dass dieser Vers bedeute: „er hält sich für einen
kühnen waghalsigen Gesellen", galle bedeutet ja an sich einen
„bösen menschen"; will man das hier annehmen, dann muss man mit
Hs. 4 si statt sich schreiben, was nicht in den Zusammenhang passt
Es soll verwundert das rätselhafte Verschwinden der Preussel hervor-
gehoben werden, etwa: er dunkt sich (mich?) gar ein trolle
(Schmeller-Fronunann 2, 661). Der R«im a: o wäre bei Enikel nicht
undenkbar (Strauch, Einl. S. LXXXVII), übrigens könnte die nicht
minder schwierige vorangehende Stelle geschrieben werden: der ver-
swant sam ein griuzel (Kömchen) tuot in einer volle. — 221M)
schliesst die Geschichte, wie sich Herzog Friedrich m. die Liste der
Erpressungen an den Wiener Bürgern mitteilen lässt: (also wurden
si geschriben) der Parauwer hat si nahen vertriben. Was ver-
triben hier heissen soll, weiss ich nicht, das Glossar schweigt; ich
vermute verriben: der Parauer hat die Leute durch seine Schätzungen
ruiniert (vgl. Schmeller-Frommann 2, 8). — 2311 die banier waten
vaste — vielleicht wacten von wagen? — 3943 ermuntert der
Babenberger seinen Gefangenen: wan ich in einem jär lieber
geste zwar gewan, edeler fürste rieh, von Kerntenlant her
üolrich. Das verstehe ich nicht, besonders zusammengehalten mit
der Aufforderung 3939 ff., und meine, der Passus laut-et« sachgem&sser
Kritiken. 105
wan ich in einem jär nie (Hs. 1, 3, 4) lieber geste zwar ge-
wan — .
Die wesentlichsten Dienste bei der Erklärung des Textes leistet
das von Strauch S. 740 — 807 mit mustergiltiger Sorgfalt ausgear-
beitete Glossar, das uns im allgemeinen für den Sprachgebrauch der
Zeit und Heimat Enikels erwünschte Nachweise liefert. Spilen
Weltchr. 1478 findet sich unter zuo spilen; vielleicht war zu schreiben:
si gie da si ir spindel vant und spien im zuo den roc zehant.
— vürsatz ist in dem Verse Weltchr. 2289 wan der fürsatz
(hiute) si: wir werden noch sorgen fri schwerlich: „Vorsatz,
Absicht*^, sondern: „die Erwartung, was man zu hoffen hat^ (Strauchs
Anm. zur Stelle scheint mir unrichtig). — Zum Fürstenb. 1836 sollte
bei dem Rate des Herzogs an die Wiener Kaufleute bezüglich ihrer
Schuldner: so mügen si dehein wort haben weder hie noch
dort die besondere Bedeutung von wort = „Ausrede, Ausflucht" im
Glossar aufgenommen werden.
S. LXX — C der Einleitung legt Strauch äusserst wertvolle Unter-
suchungen über Enikel und sein Werk vor, die darnach streben, die
persönliche Stellung des Autors sowohl als die seiner Dichtungen
innerhalb der litterarischen Entwicklung präzis zu bestimmen und
endgiltig zu umschreiben. Im folgenden lege ich einige Beobachtungen
nachträglich vor, die das von Strauch Gebotene ergänzen sollen. Im
7. Abschnitt der Einleitung wird über Namen, Stand und Lebenszeit
des Dichters gehandelt. Strauch geht dabei von den „Studien über
Jansen Enikel" aus, die er schon 1884 in der Zeitschrift für deutsches
Altertum 28, 35 — 64 veröffentlicht hatte, fasst aber jetzt manches
anders als früher. So hält er nunmehr die Namensform Jans, Jansen
gewiss mit besserem Recht für ein Zeichen slavischen Ursprungs als
vorher niederländischen (vgl. aber Ühlirz, Gesch. d. Stadt Wien 11,
1, 60): es hat viel fEb: sich, dass die Familie des Dichters in Böhmen
zu Hause gewesen sei. In der Anm. 4 meint Strauch, dass für Enikels
Abstammung die Charakteristik der Oesterreicher in seiner Völker-
beschreibung Weltchr. 27367 ff. „nach keiner Seite hin beweiskräftig"
sei, „weil Enikel hier nach Vorlagen arbeite". Das ist vielleicht nicht
anwahrscheinlich, aber die Vorlage ist bisher noch nicht nachge-
wiesen, und jedesfalls wird man doch die mit dem Vers verknüpfte
Ausdmcksweise Enikels im einzelnen FaUe für seine Auffassung ver-
werten dürfen. War Enikel selbst noch aus Böhmen (oder seine
Familie), dann hat seine Angabe über die Treulosigkeit der Oester-
reicher 27558 nichts so „sonderbares", wie Strauch es in der Anm.
findet. Kam Enikels Geschlecht aus Böhmen und hatte er dort Be-
ziehungen, was sicher ist, dann erklärt sich leicht seine genaue Be-
106 Kritiken.
kanntschaft mit den Mcissnern 27475 ff. Das Lob des biertnnkenden
Böhmen und ihrer Wirtschaften 27583 ff. klingt sehr nach eigener
Kenntnis und desgleichen, dass die Polen 27595 ff. als Barbaren be-
schrieben werden wie die Mohren 27617 ff. lieber die Ungarn, wo sich jeder
einen Grafen nennt, der einen engen Rock und langes Haar trägt
und knapp drei Pferde ernähren kann, urteilt der Kaufinann Enikel
ungefähr so, wie heute ein cisleithanischer Kaufmann über die trans-
leithanischen Kreditverhältnisse. Die Völkerbeschreibung enthält noch
eine recht beachtenswerte Stelle von den Russen 27561 ff.: da habent
die pfaffen sunder art: so si zuo der messvart Süllen gen und
got dienen, sobegent si ez anders dann ze Wienen: si lesent
anders dann die pfaffen (daz selb in got hat beschaffen),
si begent anders die wandelung — . Enikel hat also selbst
Grelegenheit gehabt, das Messceremoniell der griechischen Orthodoxie
kennen zu lernen, wahrscheinlich bei Reisen als Kaufmann oder in
Wien beim Gottesdienst inmitten russischer Kaufleute. Der Unter^
schied vom katholischen Messritus ist in der That sehr auffällig, be-
stehen ja schon zwischen der lateinisch-katholischen und der griechisch-
katholischen Messe solche Differenzen, dass ohne besondere Schulung
die Ministranten des einen Ritus nicht nach dem andern dienen können.
(Ganz anders spricht der zweite Anhang S. 584 von dem Haarsohopf
der Baiem als wir in noch hiut tragen, der dem polnischen
ähnlich ist).
Sehr richtig führt Strauch S. LXXI Enikels Voriiebe für Geschäft-
liches und Geldsachen an als ein Zeichen seiner Zugehörigkeit zum
Handelsstande: die vielen Stellen, wo tüsent marc formelhaft ge-
braucht werden, die das Glossar verzeichnet, beweisen freilich nichts,
wohl aber diejenigen, wo kleinere Beträge als Wert oder Kosten einer
Sache gewissenhaft angegeben werden: 10 Mark Weltchr. 3590, 28152;
20 Mark 11552; 100 Mark 20439; 200 Mark 21343; 7100 Mark
22730. Dahin gehören auch die gezählten Leinwandballen bei Delilas
Hochzeit, die Bekanntschaft mit den Bulgaren 25909 ff. (der Kriechen
golt 11192, 12520, 14336, 14755 passend und unpassend gebraucht),
die Vertrautheit mit den bäurischen Kaufleuten 27515 ff., aus welcher
Beziehung er auch 22237 f. die R^ichsunmittclbarkeit von Regensburg
rasch erfahren konnte, die für seine Geschäfte wichtig war. Für die
Wichtigkeit der miete, des Lohnes, um den man alles haben kann
(wie Strauch gut hervorhebt), ist Weltchr. 16629 ff. die klassisdie
Stelle. Die Kenntnis jüdischer Lebensgewohnheiten Weltchr. 5111,
11799 lässt sich hier nicht anführen, weil Enikel unmittelbar aus
der jüdischen Volksüberlieferung zu schöpfen vermochte (das zeigen
verschiedene Anmerkungen von Strauch und Einleit. S. LXX) tmd weil
Kritiken. 107
Verkehr uod Austausch mit gebildeten Juden im Mittelalter gar nicht
selten war (das lehren evident die Predigten Bertholds von Regens-
bürg, eines Zeitgenossen Enikels).
War Enikel ein Kaufmann, dann ist es auch nicht zu verwundern,
wenn seine Bildung unvollkommen und » ongleichmässig ist, die ele-
mentaren Schnitzer in der Kenntnis des Lateins, welche Strauch
S. LXXnf. aufzahlt, verlieren durchaus ihr Auffallendes. Zu ihn^i
schickt es sich, wenn man bei Enikel ein gewisses, ganz laienhaftes Inter-
esse an etymologischen Spielereien wahrnimmt, das gewiss durch seine
Quellen, z. B. Honorius, mit angeregt wurde. Das spricht sich ganz
offen aus, wenn es 20184 heisst: do wart daz wazzer nach im
da genant nach Tjberio, und ein paar Verse später: ze diutsch
heizt daz wazzer sus diu Tiver nach Tjberius; sehr bescheiden
ist der Anklang an den berc Swerus 21076: nach dem berg sint
si Swaben genant 21079, weshalb denn ein paar Hss. auch Swebas
schreiben; Augustus stiftete Ougsburc 21919 ff. und nach sinem
namen er sie hiez; auch bei Constantinus hat sich Enikel einen
etymologischen Bezug gedacht (vielleicht auf die Tugend constantia),
wenn er 26146 sagt: da von schribt man in niht umb sus.
Auf diese Zeugnisse für die etymologischen Neigungen des Dichters
hin wird man Spuren davon auch an Stellen beobachten können, die
sich sonst der Achtsamkeit entziehen. So ist es ziemlich sicher, dass
Enikel, der von dem Sohne Assurs 3489 sagt: der selb wart ge-
nant Bei. er wart ein degen harte snel und wart ein guot
urliugsman, als ich von im gehoert hän, dabei an lat. bellum
dachte , denn die Ueberlieferung der gelehrten kirchlichen Litteratur
bot ihm zu dieser Auslegung keinen Anlass. Eine Etymologie von
eritac versucht er 20298: den Roemern was er wol erkant.
welichen got si loben solden, ob si in eren wolden, den
rittern wart er üz genant und den Hüten wol bokant, die
harnasch geleisten mohten und zuo harnasch tobten: die
muosten loben einen got mit eren gar sunder spot. Herzog
Boymunt und die Boiarii ==Beiern hingen auch für Enikel zusammen
2109öff. vgl. S. 583. Wenn der durch Friedrich von Antfurt
herausgeforderte Ritter 28338 erwidert: so biet ich einen verzag-
ten muot, solt ich an füem und ir niht, daz wsBr ein zeg-
lich geschiht, so spielt er damit auf dessen Namen an. Aus dem
überlieferten Namen Morphea bildet er 20775 daz alt wip hiez
Romphea, mit Anschluss an das ihm wahrscheinlich aus der Vul-
gata bekannte romphaea; die einfache Kunst, die hier geübt wird,
erinnert an Gottfrieds Tantris aus Tristan. In der Weise scheint
mir auch der rätselhafte Racvan 14803, 14819 zu erklären. Bathuel
108 Kritiken.
4554, 4657 hat Enikel vielleicht mit patruelis zusammen gebracht.
Jedesfalls treibt er wiederholt eine Art Volksetymologie, indem er
einen ihm von seiner Quelle überlieferten, unverständlichen Namen
an einen bekannteren lehnt und diesem gemäss imiformt. Das zeigt
sich am deutlichsten in dem Papstkatalog S. 428 fif.: aus Telesphorus
wird Celesperus (celi phera); aus Hyginus Agnius (agnus) u. s. f.
Manchesmal wird Verlesen mit gewirkt haben. So wird die Um-
wandlung von Gapuam zu Capiam (capere) 24277 zu verstehen
sein, von Boudcaisus zu Gaucasus 25571, von Pippin zu Pippinc
25598, von Wilz zu Pils 25625, von Podewin zu Rodanus S. 543.
Vielleicht steckt auch hinter dem dunklen Ion == Gnade 17029 ein
Missverständnis aus lat. merces der Vorlage. So mag Enikel auch,
wenn er 2995 Noe sagen liess: Sem, lieber sun min, du solt
hiut und immer sin gewaltic und immer fri, dabei an den
Ausdruck sempervri des altdeutschen Bechtslebens gedacht haben.
Jedesfalls haben die zumeist durch die Autorität des ELieronymus be-
stimmten Auslegungen hebräischer Namen mit diesen Deutungen nichts
zu thun (vgl. aber Lia = laborans und 4614: Lya was an werk
vil kluoc). Rahel ist 22213 durch Anlehnung an Raguel Mas-
culinum geworden. Wenn es 4321 von Esau heisst: dar nach über
zwelf jär wart ez rüch an mäzen gar an allem sinem libe,
— so wird der nächste Vers zu lesen sein da von ich Esau
schribe.
Strauch lässt mit Recht S. LXXIII das Fürstenbuch nach der
Weltchronik abgefasst sein. Unter den Gründen scheint mir aber der
nicht massgebend, dass Enikel in der Weltchronik „wiederholt gegen
Missbräuche und Anschauungen der Kirche polemisiert, während er
sich im Fürstenbuch als durchaus strenggläubigen Christen zeigt. Der
umgekehrte Fall ist jedesfalls in mittelalterlicher Zeit unwahrschein-
licheres Ich meine, dass es im Fürstenbuch eben am Anlass fehlte,
solche Meinungen vorzutragen, denn Enikels Polemik in der Welt-
chronik gegen kirchliche Schäden deckt sich völlig mit der Volks-
ansicht seiner Zeit, und man konnte im Mittelalter ein sehr guter
Katholik sein und doch seine Unzufriedenheit mit kirchlichen Zuständen
sehr offen äussern; heute liegen diese Dinge wesentlich anders. Enikel
hat Weltchr. 28678 eine ziemlich geringschätzige Meinung über den
Wert des päpstlichen Bannes: dar umb gap er niht ein stro, das
war jedoch infolge des mit dem Banne getriebenen Missbrauches all-
gemeine Ansicht. Eine Volksmeinung stellt er auch 28681 ff. dar.
Enikel dichtete nach Strauch S. LXXDIf. im letzten Viertel des
13. Jahrhunderts, die Weltchronik sei nach 1277 verfasst. Karl
Uhlirz hat in einer Abhandlung (Geschichte der Stadt Wien 11 57 ff.\
Kritiken. 109
die Strauch im Vorwort seiner Ausgabe bespricht, die ich aber noch
nicht habe sehen können^, Einwände erhoben und setzt Weltchronik
und Fürstenbuch vor 1276. Ich menge mich nicht in diese Kontro-
verse, will aber doch die bekannte Stelle am Schluss der Weltchronik
28945 ff. über den Ausgang Kaiser Friedrich U. hervorheben, sie lautet:
Dar nach der kaiser wart verholn, den kristen allen vor
verstoln, wan nieman west diu maere wa er hin komen wsere.
ob er w8Br tot an der zit, da von ist warlich noch ein strit
in weihischen landen über al. die einen jehent mit grozem
schal, daz er si erstorben und in ein grap verborgen; so
habent sümlich disen strit, er leb noch in der werlt wit.
welhez under den beiden si, des mseres bin ich worden fri.
Enikel vermag sich nicht zu entscheiden und giebt keiner der beiden
Meinungen recht: Kaiser Friedrich sei gestorben, oder, er lebe noch.
In dieser Weise konnte er sich aber doch nur äussern, so lange es
nach menschlichem Ermessen eine Möglichkeit gab, dass Friedrich IL.
ein sehr hohes Alter erreicht habe und noch lebe. Sobald die natür-
liche Lebensgrenze überschritten war und nur durch ein Wunder
Friedrich hätte noch am Leben sein können, müsste Enikel sich doch
anders ausgedrückt haben. Demgemäss bin ich geneigt, einen etwas
früheren Ansatz der Abfassungszeit von Enikels Werken für wahr-
scheinlicher zu halten; entscheiden kann aber auch mein Argument
die Sache nicht.
Im 8. Abschnitt (S. LXXVH — XCVm) erörtert Strauch die
„Individualität des Dichters". Den wertvollen Beobachtungen, die
hier übersichtlich zusammengestellt sind, möchte ich noch einige Be-
merkungen beifügen. Strauch erklärt, Enikels Weltchronik und Fürsten-
^ Das ist mir inzwischen möglich g^orden. Unter den von ühlirz
geltend gemachten Gründen scheint mir der wichtigste der (S. 62), dass
Jansen Enikel, „wenn er im Jahre 1246 noch ein halbes Kind gewesen wäre*\
schwerlich mit so lebhafter Teilnahme und so eingehender Kenntnis die
unmittelbar vorhergehenden Ereignisse hätte beschreiben können. — Bei
dieser Gelegenheit vermag ich das Bedauern nicht zu unterdrücken, dass
die vom Wiener Altertumsverein herausgegebene Geschichte der Stadt Wien,
ein an sich ungemein kostspieliges Prachtwerk, in der kleinen Auflage von
300 gezählten Exemplaren ans Licht getreten ist. Niemand wird künftig-
hin irgendwie ernstlich etwas über die Geschichte von Wien erfahren wollen,
ohne dieses Werk zu befragen, das alle vorangegangene Litteratur so-
zusagen auslöscht: und schon jetzt, wo es noch im Erscheinen begriffen
ist, wird es Forschem, die nicht an einer grossen Bibliothek arbeiten können,
sowohl wegen des Preises (600 Mark) als wegen der geringen Anzahl der
Abzüge schwer benutzbar. Wie wird sich das erst später gestalten?
110 Kritiken.
buch seien keine Geschichtsbücher im engeren Sinne, sondern „6e-
sehichtenbücher, die lediglich unterhalten wollen^'. Das wird richtig
sein, aber man wird doch in Betracht ziehen Inüssen, wie Enikel
selbst seine Aufgabe aufgefasst hat. Strauch führt den Eingang der
Weltchronik an, wo der Autor sein Progranun „ernst genug** ent-
wickelt habe. S. LXIXf. hat Strauch femer alle SteUen beigebracht,
wo Enikel an seinen Quellen eine Art Kritik übt; aus ihnen allen
(besonders 24353) geht hervor, dass Enikel die Wahrheit sagen will
und, wo er Zweifel hegt, die Verantwortung für die Richtigkeit des
Erzählten auf seine Vordermänner ablädt. Trotzdem komponiert er
und es zeigen sich Spuren künstlerischer Ueberlegung. Freilich yer-
fährt er oft sehr ungeschickt, in seinen Anmerkungen hat Straudi
auf viele Stellen der Art hingewiesen. Z. B. erzählt er dieselbe
Sache zweimal 8743, 8841, so dass grosse Gruppen von Versen
ganz übereinstimmen. Mit der Aehnlichkeit der Situation kehren oft
ganze Partien der Darstellung wieder, vgl. S. 271 Anm. 1. Dagegen
verzichtet er ganz auf die zeitliche Folge des Berichtes, wenn er Davids
Tod statt 11981 erst 13103 erwähnt. Die Erzählung von Sampson
und Delila ist, glaube ich, schon vor Enikel selbständig gestaltet
und von ihm bearbeitet und eingeschaltet worden, vgl. 13080, 13089 f.
Die Form des Briefes schiebt sich bisweilen in die Erzählung 7029 ff.
(vgl. 12436 ff.) 12547, vielleicht haben, wenigstens mittelbar, Ovids
Heroiden mit eingewirkt. Ganz äusserliche Aehnlichkeiten führen zu
Uebergängen 22685 ff. S. 590, Fürstenb. 2697. Die poetischen Mittel
sind sehr beschränkt, das bezeugen Stellen wie 14946, wo es an jeder
Motivierung fehlt; ganz wirkungslose Ausläufe wie 13752, 18915;
die Art, wie ein Effekt verdorben wird 12346. Die Komposition
verfährt schematisch, wenn stets im Rat der alte Ritter gegen den
jungen gestellt wird 11455, 13533, 19945, Fürstenb. 405. Zwischen
Chams harmloser Rede und seiner Bestrafung waltet bei Enikels
Bericht 2859 ff. entschieden ein Miss Verhältnis ob. Hie und da merkt
man eine poetische Absicht, wenn z. B. Evilmerodachs Regiment kurz
angesetzt wird 18163: dar nach lebt er unlange zit, gewisser-
massen, um dem Bedürfnis nach Gerechtigkeit zu wiUfahren. Reali-
stische Ausführung 11610 ff. Die Neigung, novellistisch zu gestalten,
weist sich schon in der Erzählung von Noes Sohn und seinem Weibe
in der Arche (z. B. 2469 ff.\ Bei dieser Neigung zeigt sich Vorliebe
für gewisse Typen von Geschichten, weshalb denn Samson und Delila,
Paris und Helena, Achüles und Deidamia, Pilatus mannigfach über-
einstimmende Züge (der wildenaere als Schützer!) aufweisen. Diese
Typen gehören der Spielmannsepik an, das Gefallen an diesen Motiv-
gruppen dauert jedoch aus bis zu Wickrams Romanen.
Kritiken. 111
Ungemein reich ist der Apparat von Formeln, mittelst dessen
Enikel seine Darstellung in Scene setzt. Strauch hat nach ver-
schiedenen Gesichtspunkten hin das Charakteristische sauher verzeichnet.
Bei der Bedeutung der Formeln für Enikels Stil wäre freilich noch
eine hesondere Arbeit darüber möglich, die vielleicht einmal ein
jüngerer Germanist liefern könnte. Eine sehr grosse Rollo spielt bei
der Auswahl von Formeln natürlich der Beim, oder vielmehr die
Beimnot, welche den Dichter zwingt, die verschiedenen Kreisen von
poetischer Ueberlieferung entstammenden Formeln auch dort zu ver-
wenden, wo sie nicht gerade passen. Wenn es z. B. vom ägyptischen
Joseph zum ersten male 4925 heisst: eines tages er lac und
slief: ein troum im in sin herz lief, so freut man sich über
den hübschen Ausdruck, der jedesfalls der eigenen Auffassung des
Dichters entspricht, zumal er ihn 13515 ausführt, 12068 ihn auf den
„Gedanken^' anwendet, 20795 das Erwachen der Liebe damit be-
zeichnet; sieht man aber dann, dass einfach jeder Traum durch die
Bindung slief: lief erledigt wird (5319, 5535, 16955), dann ergiebt
sich^ dass der Beimzwang die Bildlichkeit zur Formel verflacht. Wenn
Glasfenster dem Zeitkostüm angehören (22734 fif,), so ist es doch nur
lose Formel, dass jeder palast: verglast ist. Ebenso verhält es
sich bei den Vergleichen mit diep (11202, 12424, 13556, 15160,
22504), müs u. dgl. Die ros ertrinken im mos, auch wenn gar
keines da ist. Am leersten sind Angaben, die durch die Negation er-
gänzt werden: si gie und niht lief 12287; der was gesunt und
niht siech 16576; die alten unde niht die jung 17566 u. s. w.
Diese Leerheit gereimter Formeln steigert sich bisweilen zur vollen
Sinnlosigkeit, z. B. bei den vielen, vielen Erwähnungen des Bin (aber
auch ausserhalb des Beimes: Saul — was so schon ze velde
körnen, daz im in diutschen riehen nieman moht geliehen
10838), und in Fällen wie 16984, 19036, 19174, 23374, 23752,
24234, also hauptsächlich in den späteren Teilen des Werkes.
Dadurch verlieren natürlich viele Stellen, an denen Enikel das
Erzählte verlebendigt, indem er es mit dem Kostüm seiner Zeit ver-
sieht (vgl. Strauch S. LXXVIIf.) sehr ihren Wert, weil man nicht
weiss, ob sie nicht auch schon zu einer Ueberlieferung von Formeln
gehören. Und doch wäre gerade hier manches Interessante zu er-
wähnen, z. B. 3659: Dar nach stuont ez unlanc, daz Abram
ein fenster üf dranc und sach in ein gertelin; Pharao macht
Joseph 5179 zum marschalc wie in Niederösterreich; Machmet ist
selbstverständlich inmier der Heiden Gott 9587; Paris lässt 13838 ff.
die Schrift auf dem Apfel diurch jemand lesen, weil die Anwesenden,
als vomehme Leute des 13. Jhs. das nicht können; die hosen, welche
112 Kritiken.
Helena dem Paris S. 303 Anm. an schuoht, sind von Kerlingen
wie im Fürstenbach 3104 einhalsberc (vgl. die Stelle im Pantheon
des Gotfried von Viterbo, Pars XVII: Tunc idem Carolas Martellos
perpetuo decreto constituit illam provinciam Gaadinam eo nomine non
nominari, sed Francigenam appellari; in lingua vero Theatonica jassit
eandem provinciam vocari nomine sao Carlingam, et eos homines
nomine suo vocari Carlingos, sicut Caesare Caesarea dicitor. quod
vocabalam onmes Theatonici asqae hodie servavenint, dicont enim:
vado in Carlingam, venio de Carlinga, homo ille Carlingas est [Kerlinc
beim Spervogel, Minnesangs Frühling 26, 15. 27, 1. 35] et lingaam
habet Carlingam); 16509 Achilles began venigen; der Prophet
Habakuk bringt, vom Engel getragen, dem Daniel in der Löwenhöhle
das Essen 17627: (vgl. 17651, 17677) einen haven vol fleisch
und krüt, brot kssse unde win, das er seinen Schnittern hatte
bringen wollen, just dasselbe Essen, welches zu Enikels Zeit und
lange darnach österreichische Bauern bei der Emterobot von der Herr-
schaft zu bekommen hatten, vgl. z. B. in den von Bischoff und mir
herausgegebenen Steirischen und Kämtischen Taidingen 313, 13: za
dem mall gibt man in zwai essen, kraut und prein, und
jedem sein stuckel fleisch in den kraut und zwai laibel
prot, Käse kommt zu Frühstück und Jause, Wein hat man nur in
dem reicheren Niederösterreich; 17881 ff., 17991 ff. schweben Enikel
nach seinen Ausdrücken bei der Beschreibung der Gewaltthaten Evil-
merodachs die Zustände seiner Zeit in Oesterreich vor, vielleicht noch
das Vorgehen des letzten Babenbergers; altman und teidinc 18658 ff.
bei der Erzählung von Susanna hören wir die Dorfverfassung des
13. Jhs.; 23747 ff. lehrt das Urteil von Enikels Zeitgenossen über
Zauberei, das Zaubern an missetat ist die weisse Magie; 24444
die Raine zwischen den Weingärten stanunen aus Niederösterreich;
ländliche Verhältnisse, oder wenigstens kleinstädtische, setzt 25925
voraus: des abents do daz vich in gie; aus Enikels Zeit heraus
heisst es 26400: do er az hüener unde visch als von reht ein
künic sol. Selbstverständlich fehlen dem Fürstenbuche solche naive
Anachronismen.
Den schönen Sanunlungen von Strauch über Enikels Syntax habe
ich nichts beizufügen (höchstens zum anb xotvo^ die Stelle 10948).
S. LXXXVI analysiert Strauch den Wortschatz Enikels und verzeichnet
die Ausdrücke, welche der bairisch- österreichischen Mundart „über-
wiegendf' angehören. Meines Erachtens müsste hier noch manches
erwähnt werden, und zwar nicht bloss einzelne Worte, sondern auch
mundartliche Bedeutungen von Worten, die sonst anderwärts vor-
kommen. Ich habe eine ausführliche Zusammenstellung gemacht, die
Kritiken. 113
aber hier fortbleiben soll, um die Besprechung nicht noch mehr anzu-
schwellen. Nur auf zwei Punkte möchte ich die Aufmerksamkeit
lenken: einmal, dass Enikels Wortformen gelegentlich die ganz grobe
Alltagsmundart voraussetzen; so ist gebütze 9999 (und S. 592
Anm. 1, wo aber gebot bleiben muss) besser geh ätze, das heutigem
batz entspricht; 25294 ist ganz ähnlich gewehst = heutigem
gwax; 24094 so beginnet der after lünden, heisst: „so wird er
geröstet" und lünden ist ^ dem steir. starken Verbum linden,
land, gelunden, das wir in Partizipialform (glundener grias)
noch lebend besitzen. Zweitens scheint beachtenswert, dass mehrmals
mundartliche Worte in kleinen Partien besonders häufig begegnen,
z. B. S. 341, dann S. 452 f. (geriht, kobel, komet = Kunmiet,
leiterboum); das hängt mit dem Stoff zusammen, vielleicht aber
auch mit der Vorlage. Von diesem Punkte aus werden auch die
mannigfachen Bezüge zwischen der Sprache Enikels und Neithards von
Beuental lehrreich.
Strauch hat S. XCV ff. mit grosser Umsicht das Verhältnis Enikels
zu anderen Dichtungen besprochen, vorher schon auf das Volkstümliche
(und Spielmannsmässige) bei seinem Autor aufmerksam gemacht. Diesel
wird auch sichtbar in der Verwandtschaft von Enikels Ausdrücken
bei der Teufelsbeschwörung 2545 ff. mit Beschwörungsformeln, so noch
14003, 14813; die Einwirkung des Tobiassegens ist unzweifelhaft
5942, 9927 f., 10048. Die Verse 241 f. im Fürstenbuch decken sich
wörtlich mit einer Segensformel, die mir in Thomas von Haselbachs
Traktat, De quinque Sensibus aus Grazer Hss. bekannt ist (Schmeller
hatte sie in einem Monacensis gelesen), auch die Predigten desselben
Autors enthalten sie. Einfluss des Volksepos darf man vielleicht
noch vermuten, wenn Weltchr. 11682 an Etzel in der Klage, Fürstenb.
3891 ff. an Wolfharts Tod in den Nibelungen erinnern, die Anrufung
des Todes 15625. Fürstenb. 449 gemahnt an Enitens Rede in Hart-
manns Erec, die Totenklagen 10999, Fürstenb. 2081 sind vielleicht
mit dieser in Oesterreich beliebten Gattung zu verknüpfen. — Ein
neuntes Kapitel: „Verbreitung und Nachwirken" schliesst die Einlei-
tung. —
Meine Adversarien dürfen den Eindruck nicht verwischen, dass
die Ausgabe von Jansen Enikels Werken durch Strauch eine sehr
tüchtige Leistung ist, die nicht bloss für unabsehbare Zeit der Be-
schäftigung mit dem Autor zu gründe liegen wird, sondern diese
dauernde Geltung auch verdient. —
Es wäre sehr ungerecht, wenn ich hier nicht auch der Ausgabe
des „Landbuches von Oesterreich und Wien", durch Joseph Lampel
gedenken wollte, welche diesem Bande einverleibt ist und den Ein-
Histor. Yierteljahnohrift. 190S. 1. 8
1 14 Kritiken.
druck macht, das sie mit ganz ungemeiner Sorgsamkeit hergestellt
wurde und unbedingte Zuverlässigkeit beanspruchen darf. Der Inhalt
des Denkmales sowohl wie die darauf gewandte Arbeit liegen jedoch
so ganz ausserhalb meiner Kompetenz, dass ich es einem besser Ge-
rfisteten überlassen muss, davon zu berichten.
Graz. Anton E. Schönbach.
Florenz Landmann. Das Predigtwesen in Westfalen in der
letzten Zeit des Mittelalters. Ein Beitrag zur Kirchen- und
Kulturgeschichte. Münster i. W. 1900. AschendorflTsche Bach-
handlung. A. u. d. T.: Vorreformationsgeschichtliche Forschungen. I.
herausgegeben von Heinrich Finke. XVI u. 253 S. 8^. Preis: 5.50 M.
Die „vorreformationsgeschichtlichen Forschungen", deren ersten
Band die vorliegende Veröffentlichung bildet, wollen nach den Worten
des Herausgebers H. Finke drei wesentliche Lücken in der bisher der
Vorgeschichte der Reformation zugewandten Forschungsarbeit ausfüllen.
Erstlich werden sie „durch gründliche Erforschung der Provinzial-
geschichte in die Tiefen der spfttmittelalterlichen Volksseele zu dringen
suchen", da nicht im zentralen leblosen Staatsgebilde, sondern im
Territorium das mittelalterliche Volksleben pulsierte. Zweitens gilt
es dem Herausgeber, das religiös -geistige Leben der Nachbarvölker
Deutschlands, namentlich der romanischen Welt, zu studieren, um
so die Frage zu beantworten, inwieweit das Christentum, aber auch
die humanistische Bewegung auf die einzelnen Nationen verschieden
eingewirkt hat. Daran soll sich endlich eine Erforschung der päpst-
lichen Finanzverwaltung schlicssen. Die Durchführung dieser Arbeiten
wird nach der Ansicht Finkes zwar das bisherige Bild der Vorrefor-
mationszeit nicht vollständig umgestalten, aber doch eine starke Retouche
nötig machen; „sie würde ein Bild schaffen helfen, dessen Treue man
nicht überall bezweifeln könnte". Dem Werke Landmanns soll u. A.
eine Behandlung der Reform traktate aus dem Anfange des 15. Jahr-
hunderts, eine Darstellung des Wesens der Klosterreformen und eine
solche der Entstehung des Gallikanismus folgen.
Mit der Behandlung des Predigtwesens in Westfalen im späteren
Mittelalter hat Landmann eine dankbare Aufgabe gewählt. Der Ge-
danke ist zweifellos richtig, dass die Sammlung und Sichtung des
gesamten innerhalb eines enger begrenzten deutschen Gebietes noch
vorhandenen Predigtstoffes mancherlei Aufschlüsse über den Einfluss
erwarten lässt, der von der Kanzel aus auf das religiöse Leben am
Vorabend der Reformation ausgeübt wurde. Ausser Frage steht auch
wohl, dass eine solchermassen vertiefte Erforschung der Geschichte
der mittelalterlichen Predigt uns zugleich auch am ehesten eine sichere
Kritiken. 115
Antwort auf die Frage nach den tieferen Gründen der religiösen
Umwftlzimg des 16. Jahrhunderts wird gehen können.
Im ersten Teile seiner Darstellung sucht der Verf. festzustellen,
welches die Tiilger des westfälischen Predigtwesens am Ausgang des
Mittelalters waren, sei es, dass sie seihst auf der Kanzel thätig waren,
sei es, dass sie sich mit Ahfassung oder dem Ahschreihen homile*
tischer Werke heschäftigten. Unter den für diesen Abschnitt ver-
wandten Quellen treten die zeitgenössischen Berichte weit zurück
hinter dem reichen Bestände von gedruckten und ungedruckten Predigten,
welchen der Sammeleifer des Verfassers, vorwiegend aus westfälischen
Bibliotheken, zusammengebracht hat, und den L. auf mindestens 10000
ausführliche Predigten berechnet. Wie sich erwarten lässt, gehören
die von L. nachgewiesenen westfälischen Prediger aus der Zeit von
1378 bis 1517 — über 70 Namen werden uns von dem Verf. ge-
nannt — zum weitaus überwiegenden Teile dem Ordensklerus an.
Von Predigern aus dem Minoriten-Orden treten Johann von Werden,
Johann von Minden, Johann Brugmann und Dietrich Coelde besonders
hervor, von den Angehörigen des Dominikanerordens Jakob von Soest
und Johann Schwarten (Nigri), von den Augustinern Gottschalk Hollen.
Von weit geringerer Bedeutung für die Volkspredigt waren offenbar
die Orden der Benediktiner, Cisterzienser und Kartäuser, und auch die
eifrige Predigtthätigkeit der Brüder des gemeinsamen Lebens und der
Windesheimer Regulär -Kanoniker hat sich doch fast ausschliesslich
nur an die Angehörigen ihrer Frater- und Schwesternhäuser gewandt.
Aus dem westfälischen Weltklerus des 15. Jahrhunderts hat L. nur
einige wenige Prediger namhaft zu machen vermocht. Der zweite
Teil des Buches, welcher die Beschaffenheit der westfälischen Predigt
des ausgehenden Mittelalters zum Gegenstande hat, zeigt, zu welcher
Zeit und Gelegenheit, mit welcher Vorbereitung imd welchen Hilfs-
mitteln gepredigt wurde, und sucht den homiletischen und künstle-
rischen Wert der Predigten festzustellen. Im dritten Teile endlich
wird die religiöse, sittliche und soziale Wirksamkeit der westfälischen
Prediger imd ihr Zusammenhang mit den Ideen, Ereignissen und Zu-
ständen ihrer Zeit und Umgebung geschildert und gezeigt, was sie in
religiöser und sozialer Hinsicht als Ideal anstrebten oder als dessen
Gegenteil bekämpften. Als Ergebnis seiner Arbeit stellt L. in einem
Schlusswort Folgendes fest: Am Vorabend der Reformation begegnet
man in Westfalen nicht einer homiletischen Oede, sondern einem Bilde
reichen, ja üppigen Lebens. In der Stadt macht sich geradezu ein
üeberflnss an Predigten bemerkbar, auf dem Lande „wurde sicherlich
immer so viel geboten, dass die Gläubigen die gewöhnlichen Uebungen
des christlichen Lebens vornehmen konnten". Die Form der Predigten
8*
116 Kritiken.
ist zweckmässig und ansprechend; die kirchliche Lehre wird in Uinen
genau und korrekt vorgetragen; die Auswüchse im Volksleben werden
ebenso schonungslos gcgcisselt wie die Missstände in der kirchlichen
Disciplin und Verwaltung. Wir sehen also die Predigt in Westfalen
durchaus auf der Höhe der Zeit. Wenn nun aber, so schliesst der
Verf. weiter, dem Volke am Ausgange des Mittelalters nicht Schlechteres
geboten wurde, als was auch nachher noch Jahrhunderte hindurch
dem religiösen Bedürfnisse vieler Tausende in Deutschland genügt
hat, dann konnte sich auch damals das religiöse Bedürfnis des Volkes
zufrieden geben, und die Annahme scheint berechtigt, dass nicht
eigentlich religiöse Gründe das Volk zu Luther hingetrieben haben.
In erster Linie wurde vielmehr der Abfall von der Kinrhe durch die
gegen den Klerus, die Klöster und die herrschenden Geschlechter be-
stehende soziale Spannung herbeigeführt, die dann unter dem Einflüsse
Luthers nach der religiösen Seite hin sich auslöste.
Mit grosser Entschiedenheit hat L. diese seine Ergebnisse den
abweichenden Urteilen über die Vorgeschichte der Reformation, wie
sie von Kawerau, Kolde, v. Bezold u. a. ausgesprochen wurden, gegen-
übergestellt und nicht ohne Selbstgefühl auf die Notwendigkeit hin-
gewiesen, nun auch für andere deutsche Landschaften, so wie es
durch ihn für Westfalen geschehen, „durch kritische Sammlung und
Sichtung der Quellen für die Geschichte des religiösen Lebens sichere
und uuifassende Grundlagen zu gewinnen^S Unter diesen Umständen
muss es ohne Umschweife gesagt werden, dass in L.'s Buch diese
kritische Arbeit nur in sehr unzureichender Weise geleistet worden
ist, und dass seine Darstellung des westfälischen Predigtwesens , bei
aller Anerkennung des Sammeleifers L/s, als nichts weniger als eine
abschliessende bezeichnet werden kann.
Ein grosser methodologischer Mangel von L.'s Buch liegt schon
darin, dass der Verf. im 1. Teile bei der Behandlung der Prediger
mit der Anführung von ganz knappen biographischen und littcrar-
geschichtlichen Daten sich begnügt und hier nirgends den Versuch
einer irgendwie eingehenden Schilderung der Eigenart auch nui* der
hervorragenderen Kanzelredner und ihrer Predigten gemacht hat.
Ueber den Wert oder Unwert der von L. angeführten Predigten von
weniger bekannten Verfassern und der zahlreichen anonymen Predigt-
werke, namentlich über die Frage, wieweit diese selbständige Leistungen
oder nur Bearbeitungen älterer Vorlagen waren, bleiben wir vollends
im Unklaren. Nun finden sich ja in den beiden folgenden Teüen
zahlreiche Auszüge aus gednickten und ungedruckten Predigtwerken
des 15. Jahrhunderts, hier aber in buntem Durcheinander unt«r dem
Gesichtspunkt zusammengestellt, durch diese Stellen die homiletische
Kritiken. 117
Theorie und Methode und die praktische Wirksamkeit der westfälischen
Prediger als einer geschlossenen Masse, aus der auch hier die be-
deutenderen Persönlichkeiten fast an keinem Punkte hervortreten, zu
beleuchten. Nicht einmal dazu hat sich der Verf. herbeigelassen, den
Leser mit der Disposition und den leitenden Gedanken einer Anzahl
von charakteristischen Predigten bekannt zu machen, sondern die von
ihm gegebenen Schilderungen setzen sich mosaikartig aus einzelnen
Sätzen und Gedankenreihen zusammen, die den verschiedenartigsten
Predigtwerken entnommen sind. Ein solches Verfahren würde auch
in dem Falle den gewichtigsten Bedenken begegnen, wenn des Ver-
fassers Objektivität hinsichtlich der von ihm behandelten Fragen ausser
allem Zweifel stünde. Umso misslicher ist die Sache hier, da in
Landmanns Werk die Neigung, die Zustände der mittelalterlichen
Kirche und namentlich des Predigtwesens in günstigem Lichte zu
sehen und zu schildern, so stark hervortritt, dass grossen Abschnitten
seines Buches ein durchaus apologetischer Charakter aufgeprägt ist.
Greifen wir z. B. den Abschnitt heraus, der der Behandlung des
Heiligenkults in der westfälischen Predigt gewidmet ist (S. 170),
so finden wir hier drei Aeusserungen zusammengestellt, die je einer
Predigt dreier verschiedener Kanzelredner entnommen sind, und die
Landmann als Beweis für die kirchliche Korrektheit der über jenen
Gegenstand im 15. Jahrhundert in Westfalen von der Kanzel vor-
getragenen Lehren gelten. Wäre es angesichts der nun doch einmal
offenkundigen Auswüchse der Heiligen Verehrung im Mittelalter nicht
angebracht gewesen, auf grund der Tausende von erhaltenen Predigten
diesen Gegensta,nd eingehender zu betrachten und auch den vom kirch-
lichen Standpimkte aus anfechtbareu Aeusserungen über die Anrufung
der Heüigen, namentlich der „sancti privilegiati" (vgl. z. B. Hollen,
Senn. II, 29 G) Beachtung zu schenken? Nicht einmal den von
Zeitgenossen (vgl. Landmann S. 154 Anm. 4) und u. a. auch von
einem so guten Kenner wie Jostes gegen die mittelalterliche Predigt-
art erhobenen Vorwurf, dass sie zu sehr in den Fesseln der schola-
stischen Philosophie liege und deshalb zu schulmässig und gelehrt
sei, lässt L. gelten. An diesem Punkte giebt er sein eigentliches
Beweismaterial, die gedruckten und ungedruckten Predigten, völlig
preis und macht den Einwurf: „Woher weiss man denn, dass die
Predigten in ebenso gelehrter und schablonenhafter Form auf der Kanzel
vorgetragen wurden, wie sie uns überliefert sind" (S. 105)? Wenn
aber nach L. ,4m praktischen Vortrag alles populärer und gemeinver-
ständlicher dargestellt wurde", als es in den niedergeschriebenen Predigt-
werken geschah, verlieren dann nicht auch die Schlüsse, die L. gerade
aus dem Wortlaut der niedergeschriebenen Predigten auf die kirchliche
118 Kritiken.
KoiTektheit der westtälischen Kauzelvorträge gezogen hat, zugleich ihre
Beweiskraft? Und auch mit dem Einwurf, dass auch in Niederschriften
deutscher Predigten des Mittelalters jene scholastische Schablone zu-
tagetrete, findet sich L. leichten Herzens ab: diese deutschen Predigten
sind dann eben nicht Nachschriften des mündlichen Vortrags, sondern
„einfach sklavische Uebersetzungen lateinischer Vorlagen su irgend
welchen Zwecken^' (S. 106). Nun sollte man aber doch glauben, dass
L. wenigstens denjenigen Abschnitten der niedergeschriebenen Predigten,
in denen jene von ihm vorausgesetzte „Popularität und Gemeinver-
ständlichkeit^^ so recht zu Tage tritt, namentlich den reichlich ein-
gestreuten lustigen Geschichten und Schwänken und derben Spftssen
und Vergleichen, eine Beweiskraft für die Beurteilung der westfälischen
Kanzelvorträge zugestehen würde. Aber auch hier finden wir uns
wieder getäuscht. Zunächst freilich weist L. alle etwaigen abschätzigen
Urteile über jene nun einmal doch überlieferten populären Predigt-
abschnitte damit zurück, dass „das Derb-Bealistische hier durch das
Streben des Predigers, die Volksseele für Höheres in Schwingung zu
setzen, aus der Sphäre des Gemeinen herausgehoben und veredelt sei"
(S. 156).^ Zur weiteren Sicherung fügt aber L. bei, dass in den
Sammlungen deutscher Predigten^ solche derb-realistische Ausführungen
sich nicht fänden (?), und dass dies darauf schliessen lasse, dass
jene Ausführungen „im Vortrag im allgemeinen wenigstens vermieden
wurden und nur in den lateinischen Hilfswerken in so auffälliger Form
vorkamen^^ An einem dritten Orte dagegen werden jene unterhaltenden
Einlagen zusammen mit den „seltsamsten Wundergeschichten und
Anekdoten" als Beweise dafür angeführt, dass die westfälische Predigt
„in der Praxis voll des mannigfaltigsten Lebens, nirgends vertrocknet
und verknöchert war", und dass nur „die streng scholastische Methode
und Geistesbildung die Prediger instandsetzte, unter der Masse ihres
Erzählungs- und Anekdoten Stoffes Ordnung zu schaffen" (S. 149 f.).
Man wird zugestehen, dass auf diese Art sich alles unschwer beweisen
und widerlegen lässt! Alle die Stellen von L.'s Werk, die einer
Richtigstellung bedürfen, hier vorzunehmen, müssen wir leider aas
Kaumrücksichten verzichten. Nur an zwei zu besonderem Wider-
^ Von dem nicht andere als gemein zu bezeichnenden Rate HoUens zur
Bekämpfung des Liebeszaubers (vgl. die unglaublich cjnische Stelle bei
J. Hansen, Quellen u. Unters, z. Gesch. des Hexenwahns S. 436) gilt dies
sicher nicht.
• Die Reste von deutschen Predigten des 16. Jahrhunderts aus West*
falen sind nach L. S. 108 A. 2 und S. 94 p^cradezu verschwindende gegen-
über den lateinischen Texten!
Kritiken. 119
Spruche herausfordernden Punkten möchten wir hier nicht vorübergehen.
In der von L. gerühmten Thätigkeit der westfälischen Prediger, „ihre
Zeit und Umgebung höher zu heben" (S. 184) nimmt die Behand-
lung des „Aberglaubens" eine bedeutsame Stelle ein. L. spricht von
dem „genau und scharf präcisierten Standpunkt, den die Prediger
dem abergläubischen Treiben ihrer Zeit gegenüber einnehmen"; „sie
stehen nicht etwa ratlos davor, sondern finden sich dabei mit ihrer
Weltanschauung durchaus zurecht"; zwar verfahren sie unklug, inso-
feme sie zu leicht jede Teufelsgeschichte glauben, die ihnen berichtet
wird, aber ,4n der Scheidung des reinen Gottesdienstes von aber-
gläubischen Grebr&uchen sind sie völlig sicher'^ Diese Darstellung
giebt ja zweifellos recht verschiedenartigen Deutungen Raum, lässt
aber doch kaum vermuten, dass z. B. der von L. als hauptsächlicher
Oegner des „Aberglaubens" genannte Augustiner Hollen dem Dämonen-,
Teufels- und Hexenglauben als Prediger kräftigen Vorschub leistete,
indem er von der Kanzel die inunerhin noch bestehenden Zweifel an
der Wirklichkeit der Unthaten der Hexen imd Zauberer, namentlich
des Wettermachens, des Hexenflugs und der Erregung von Krankheiten
nachdrücklich zurückwies und die öfifentlichen Gewalten zu ihrer Aus-
rottung aufrief (Hollen, praec. fol. XVHff. Senn, ü, 29; ü, 48).
Wie wir femer nach dem früher Gesagten bestreiten müssen, dass L.
den Beweis für die angebliche hohe Blüte des Predigtwesens in West-
falen am Ende des Mittelalters erbracht hat, so können wir nament-
lich seine Aufstellungen über die gewissenhafte Ausübung des Predigt-
amts seitens des Pfarrklerus (S. 68, 114 f., 219) keineswegs als
gesichert gelten lassen. Die Verdienste der Bettelorden um die Pflege
der Predigt im 15. Jahrhundert sind zweifellos recht bedeutend.
Dagegen stehen den überaus spärlichen Zeugnissen über die Predigt-
thätigkeit des städtischen und gar des ländlichen Pfarrklerus höchst
abschätzige zeitgenössische Urteile über die Predigten der westfälischen
Weltgeistlichen gegenüber, mit denen der Verf. sich doch gar zu leicht
abfindet (vgl. Landmann S. 115 A. 2; 117 A. 3; S. 162 A. 3.). Auch
der Augustiner Hollen weiss von sehr unerfreulichen Predigten des
Weltklerus zu berichten, in denen von der besten Art des Bierbrauens
und des Häuserbaus gehandelt wurde (Serm. I. 50). Aber auch den
Fall gesetzt, es liesse sich efwa an der Hand noch unerschlossener
Quellen in der That eine einigermassen regelmässige Ausübung des
Predigtamts seitens des spätmittelalterlichen Pfarrklerus in Westfalen
darlegen, so wäre damit doch noch keineswegs der Nachweis erbracht, dass
damit dem religiösen Bedürfnisse des Volkes in befriedigender Weise
Bechnung getragen wurde. Konnte denn angesichts der Unkirchlich-
keit und ünsittlichkeit, die die weitesten Kreise des westfälischen
120 Kritiken.
Weltklerus, aber auch der Ordensgeistlichkeit bei den Laien verhasst
und verächtlich machte (vgl. die Nachweise bei Landmann S. 194 ff.,
203 ff., femer die höchst bezeichnende Stelle bei Hollen Serm. II,
100 F), von einer irgendwie gedeihlichen Wirksamkeit solcher Seel-
sorger überhaupt die Bede sein? In schroffem Widerspruche mit der
vom Verf. gegebenen Schilderung der Blüte des westfälischen Predigt-
wesens stehen denn auch z. B. die Thatsachen, welche die von Herzog
Johann IH. von Cleve angeordnete Kirchen Visitation bezüglich der
sittlichen Beschaffenheit und der amtlichen Thätigkeit des katholischen
Klerus 1533 feststellte (vgl. C. A. Cornelius, Gesch. des Münsterisehen
Aufruhrs I. 216 ff.). Wenn damals schon mitten in der Zeit de«
Kampfes gegen die Reformation im Jülichischen noch so zahlreiche
Pfarrer und Kapläne zur Rechenschaft gezogen wurden, weil sie „nicht
ehrlich lebten", zum Predigen nicht geschickt waren, über die kirch-
lichen Grundlehren nicht Bescheid wusston, wenig oder keine Bücher
hatten — so werden die Zustände in den westfälischen Ländern des
Herzogs damals und am Vorabend der Reformation doch kaum viel
günstiger gewesen sein!
Wir scheiden von dem Buche Landmanns mit dem Ausdrucke
des Bedauerns, dass es ihm versagt geblieben ist, den von ihm ge-
sammelten und zum Teil recht geschickt verarbeiteten Quellenstoff zu
einer vorurteilslosen Darstellung des westfälischen Predigtwesens im
Mittelalter zu gestalten. Möge über den künftigen Bänden des so
dankenswerten Unternehmens der „Vorreformationsgeschichtlichen For-
schungen" ein günstigerer Stern walten!
Giessen. Herman Haupt.
Beinhold Eoser. König Friedrich der Grosse. Zweiter Band,
erste Hälfte. Friedrich der Grosse im siebenjährigen Kriege (Bib-
liothek Deutscher Geschichte, herausgegeben von H. von Zwiedi-
neck-Südenhorst. Stuttgart 1900. J. G. Cotta.)
Sieben Jahre sind seit dem Erscheinen des ersten, abgeschlossenen
Bandes verflossen. Der erste Teil des zweiten Bandes liegt vor uns.
Die gedrängte Kürze, in der darin die vielleicht wichtigste Periode
der Regierung Friedrichs H. — die Zeit des siebenjährigen Krieges
— behandelt wird, rechtfertigt die lange Verzögerung. Der Forscher
und Darsteller zeigt sich abermals als Meister, der sich zugleich die
vollständige Beherrschung des Stoffes zu eigen gemacht hat. Was
diesen betrifft, geben jedoch die Quellen, die iiir den siebenjährigen
Krieg reichlich fliessen, zu Deutungen Anlass, die je nach dem Stand-
punkt, den man vertritt, verschieden, ja oft entgegengesetzt sind.
Wir verweisen hierbei auf die vielumstrittene Frage des Feld-
Kritiken. 121
zugsplanes von 1756. Kosers Ausfühmngen decken sich im wesent-
lichen mit denen Naudes: Vordringen his Melnik und Beziehung der
Winterquartiere hinter der Eger; Annahme, dass sich die Österreicher
in Prag verschanzen würden — keine Schlacht, die eisernen Würfel
sollten erst das nächste Jahr fallen. Die Möglichkeit ahcr, den
Winter in Böhmen zu verhringen, ergah sich blos dann, wenn Sachsen
besetzt würde; die im Jahre 1744 gemachten Erfahrungen forderten
hierzu auf.
Es ist indes nicht zu leugnen, dass Friedrich 11. in der That
die Absicht hatte, den Österreichern eine Schlacht zu liefern; er hat
es selbst ganz ausdrücklich ausgesprochen.^
Seite 16 beruft sich Koser auf ein Schreiben Friedrichs an
Schwerin, worin dieser auf das künftige Jahr vertröstet wird: „Da
würden die guten Stösse geftlhrt werden.^^ Seite 37 hingegen lesen
wir: „Der Feldzug war beendet. Hat der preussische Aufmarsch die
kriegslustigen Gegner zu Umkehr und glimpflichem Vergleich bringen
sollen, so war der Zweck verfehlt." Hatte also Friedrich H. die Ab-
sicht, Österreich noch im Jahre 1756 zum Frieden zu zwingen, wie
Nande behauptet, oder nicht? Koser spricht sich darüber nicht klar
aus, wie aus den eben citierten Stellen hervorgeht. Dopsch jedoch
ist bereits mit stichhaltigem Beweise der Annahme Naudes entgegen-
getreten. *
Am 9. September rückten preussische Bataillone in Dresden ein;
eine „Deklaration" begründete den Einmarsch. Diese Erklärung
wurde in Wien als ein Manifest gegen die Kaiserin und als eine
Herausforderung angesehen. Die Sprache, die der wiener Hof bei
diesem Anlass führte, bestimmte Friedrich H., die von ihm selbst
entworfene ,J)arlegung der Ursachen" zu veröffentlichen, welche „S. M.
den König von Preussen bewogen haben, den Anschlägen des Hofes
zu Wien zuvorzukommen." Wir stehen vor der Frage, wer der eigent-
liche Angreifer war — Maria Theresia oder Friedrich H.? Koser
hilft sich darüber (Seite 24) in folgender Weise hinweg: „Enthüll-
ungen über die Verschwörung gegen Preussen unter scharfer Hervor-
hebung des Unterschiedes zwischen dem wahren und dem äusserlichen
Angreifer: ^ünter Angriff versteht man jeden Akt, der dem Sinn
eines Friedensvertrages diametral entgegengesetzt ist. Eine Offensiv-
Liga, das Aufreizen und Drängen zum Kriege gegen eine andere
' Alfons Dopsch: Das Treffen bei Lobositz (1. Oktober 1756). Sein
Ausgang und seine Folgen. (Graz 1892. ,,Styria'^) pag. 86, wo die Aeusse-
nmg Friedrichs wörtlich angeführt ist.
• Ibid. 87.
1 22 Kritiken.
Macht, Pläne zur Überziehung der Staaten eines anderem Fürsten,
ein plötzlicher Einbruch: alle diese verschiedenen Dinge sind ebenso-
yiel Angriffe, obgleich nur der plötzliche Einbruch den Fall der offenen
Feindseligkeiten darstellt. Wer diesen Angriffen zuvorkommt, kann
offene Feindseligkeiten begehen, aber er ist nicht der Angreifer/^
Es ist bekannt, welcher Ansicht sich Koser zuneiget. Uns jedodi
bestärkt seine neueste Darstellung nur noch mehr in der Annahme,
dass zwei Offensiven aneinander prallten, da Einer dem Anderen zu-
vorkommen wollte.
Die von dem Grafen Schwerin zum Zweck einer Aussöhnung er-
betene Zusammenkunft musste Fürst Piccolomini auf Befehl Maria
Theresias ablehnen. Mit nichten darf daraus zu gunsten Friedrichs
gefolgert werden. Dieser kannte seine Gegnerin und den Staatskanzler,
der sie beeinflusste, zu gut, als dass er sich einen anderen Bescheid
erwartet hätte. Sonst wäre jener Auftrag an Schwerin wohl unter-
blieben. Dass er erging, war blos ein Trick, um Friedrich 11. als
den herausgeforderten Teil erscheinen zu lassen.
Fälschlich spricht Friedrich 11. von einer „Schlacht^ bei Lobositi.
Dopsch bezeichnet sie mit K«cht als Treffen. Ebenso wenig haben
wir es mit einem „Siege"" der Preussen zu thun; denn die Österreicher
wurden keineswegs zurückgeworfen; sie behaupteten nach wie vor
die Egerlinie. Hingegen war Friedrich II. zur Unthätigkeit ver-
dammt; er musste aus Böhmen zurückkehren und darauf verzichten,
dort die Winterquartiere zu beziehen. Nur der Rückzug Browns war
Ursache, dass Friedrich 11. sich den Sieg zuschrieb.^
Klar und anschaulich ist die Darstellung der Schlachten, die im
weiteren Verlaufe des Krieges erfolgten. Plastischer als in dem
Werke des Grossen Generalstabs, dessen jüngst erschienener zweiter
Band den Feldzug in Böhmen bis Prag behandelt, tritt bei Koser die
Gestalt des Preussenkönigs hervor. Der Feldherr nicht blos, auch der
Staatsmann wird uns in seiner Bedeutung vorgeführt. Und diese
liegt darin, dass Friedrich II. der eigentliche Erreger eines preussischen
Selbstbewusstseins war. Aber auch menschlich näher wird uns Fried-
rich II. gerückt, so dass wir darüber vergessen, dass er der erbittertste
Gegner Maria Theresias war. — — —
Der lange und von beiden Seiten gleich erbittert geführte Kampf
ist vorüber, beruhigt sind die Leidenschaften und unauflöslich ist die
Freundschaft der einst feindlichen Brüder — zimi Heile Europas.
Wien. Hanns Schütter.
^ Vrgl. darüber Dopsch 226 und Richard Waddington: La guerre de
Sept Ans 28.
Kritiken. 123
T« Sehlichtiog^ General der Infanterie z. D.: Moltke und Benedek,
eine Studie über Truppenfdhrung. Berlin, E. S. Mittler und Sohn,
1900. S^. (V und 154 S.)
Durch die Arbeiten von Friec^ung und Schlichting ist neuerdings
das Interesse für die Person Benedeks wieder lebhaft erwacht. Die
gewandte Darstellungsweise Friedjungs hat seinem Werke einen grossen
Leserkreis verschafft. Dass die Spezialwerke vieles von dem, was dem
Leser der Friedjungschen Schriften ganz neu erscheint, schon längst
veröffentlicht hatten, ist freilich nur dem Spezialforscher bekannt.
Wer liest denn sonst die detaillierten Untersuchungen, von denen im
Laufe der letzten 35 Jahre eine grosse Menge erschienen ist. Weder
der Historiker, noch der Militärschriftsteller beherrscht diese überaus
reiche Litteratur, ausgenonunen wenn er selbst Spezialforscher auf
diesem Gebiete ist. Wenn nun aber Schlichting sich die schwierige
Au%abe stellt, die Strategie Moltkes und Benedeks zu vergleichen,
80 wird er hiermit Spezialforscher auf diesem Gebiete und muss die
einschlägige Litteratur gründlich benutzen, er darf sich nicht auf die
Friedjungschen Resultate in der Weise beschränken, wie er es gethan
hat. Dabei erklärt Schlichting wiederholt, dass Friedjung in mili-
tärischen Dingen ein Laie sei, Schlichting fühlt sich deshalb berufen,
ihn öfters zu korrigieren. Es ist wieder einmal die alte Erfahrung,
die wir im Laufe der letzten zwanzig Jahre so oft gemacht haben:
der Militärschriftsteller spricht ohne weiteres dem Nicht -Militär die
Fähigkeit ab, militärische Kritik zu üben und verlangt, ihm gegenüber
als Autorität zu gelten, selbst dann, wenn der Laie sich auf andere
militärische Autoritäten berufen kann. Andererseits ist der Militär-
schriftsteller nur zu oft geneigt, die historische Kritik zu vernach-
lässigen, er stützt sich leicht auf eine Grundlage, die falsch ist.
Wenn Schlichting zum Beispiel den Erzherzog Leopold beurteilen will,
so genügt es nicht, „bei dieser Behauptung nur Friedjungs Schilde-
rungen" zu folgen (S. 93). Nach Ansicht von Schlichting (S. 66) ge-
hörte der Erzherzog Leopold vor ein Kriegsgericht, denn er ganz allein
habe die verhängnisvollste Wendung des ganzen Krieges durch ein-
fachen Ungehorsam verschuldet. Das ist eine überaus schwere An-
klage, die man nicht ohne eingehendere Untersuchung der Vorgänge
erheben dürfte. Dass es dem Erzherzog wie eine Demütigung er-
schien, im Angesicht des Feindes kampflos zurückzuweichen, erscheint
Schlichting ungereimt (S. 66). Ich begreife sehr wohl, dass der Erz-
herzog nicht ohne weiteres den Kampfplatz räumen will. Er verfügte
über ein ganz intaktes Armeekorps, das 8. österreichische. Nicht weit
ab standen das 4. und das 6. Das 4. war ebenfalls noch nicht im
Feuer gewesen. Das 6. war allerdings am Tage vorher bei Nachod
124 Kritiken.
geschlagen worden, aber es war doch nicht völlig kampfunfähig.
Diesen drei österreichischen Korps stand Steinmetz mit dem 5. prenssi-
schen Korps und einem Viertel des 6. gegenüber, die 1. Garde-Kay al-
lerie-Brigade langte dann auch noch an. Steinmetz war also halb so
stark wie die Oesterreicher, wenn sie ihre Kräfte vereinigten, unter
diesen umständen ist es erklärlich, dass der Erzherzog nicht an-
gesichts der Preussen kampflos abmarschieren wollte. Man denke an
die preussischen Beispiele von Podol, Dermbach, Spicheren, Wörth,
Colombej-Nouilly! Hier haben preussische Generale ähnlich gehandelt^
wie dort der Erzherzog. Schlichting leugnet ganz entschieden, dass
am 28. Juni die Möglichkeit vorhanden war, die II. preussische Armee
zu schlagen, sie sei an dem Tage noch gar nicht da gewesen. In
voller Stärke war sie allerdings noch nicht da, sondern nur zur Hälfte,
aber desto leichter war sie darum anzugreifen. Dass Steinmetz mit
doppelter Macht angegriffen werden konnte, erwähnte ich eben. Gablenz
aber hätte ebenfalls verstärkt werden können. Wurde die Garde hei
Trautenau, Steinmetz aber bei Skalitz entscheidend geschlagen, so blieb
dem Kronprinzen nur noch das am 27. geschlagene 1. Korps (Bonin)
und das 6. (Mutius), das aber nicht vollzählig war. Ich pflichte voll-
ständig dem General Kuhn bei, der später zu Benedek sagte: Freund,
das war dein Fehler, dass du den preussischen Kronprinzen nicht am
28. Juni angegriffen hast (S. 33). Schlichting spricht freilich von der
Prophetengabe, die die Kuhnsche Kritik von Benedek verlangt, wie
habe man wissen können, dass Friedrich Karl am 28. nach München-
grätz abirren würde. Nun am 28. stand Glam Gallas bei München-
grätz, Friedrich Karl griff ihn an und schlug ihn. Warum nennt
Schlichting das „abirren", wenn Friedrich Karl den Feind angreift,
wo er ihn findet? Wenn aber die preussische I. Armee direkt auf
Gitschin marschiert wäre, so hätte sie doch am 28. noch nicht Benedek
gefährlich werden können, wenn dieser bei Skalitz und südlich von
Trautenau kämpfte. Am 28. hatte sich der Raum zwischen der L
und II. preussischen Armee noch nicht so weit verengt-, dass die innere
Operationslinie für Benedek zum taktischen Nachteil werden musste,
sie konnte noch zum strategischen Vorteil dienen.
Schlichting hält es dagegen für möglich, dass Benedeks Plan^
sich gegen Friedrich Karl zu wenden, am 28. durchführbar war. Das
gebe ich gern zu, ich halte nur die Kuhnsche Idee für leichter durch-
führbar. Friedrich Karl konnte der Hauptarmee Benedeks mit 47, Armee-
korps entgegentreten, der Kronprinz am 28. nur mit zwei, die vier
Meilen weit aus einander standen. Im übrigen gilt hier dasselbe, was
ich Histor. Vierteljahrschrift 1900, III. Jahrgang S. 447 von den ent-
gegenstehenden Plänen Moltkes und Falckensteins sagte, ein jeder Plan
Kritiken. 125
war gut, wenn er konsequent durchgeführt wurde. In der Strategie
ist aber ein inkonsequentes Hin- und Herschwanken, ein beständiges
Aendem des Operationsentwurfes, ein Verfahren, wie es Benedek am
27., 28. und 29. Juni geübt hat, fast immer schwer bestraft worden.
Dass die Niederlagen, welche die austrosächsiche Iser- Armee erlitt,
Folgen der groben Versäumnisse waren, welche im grossen Haupt-
quartier begangen wurden, erkennt Schlichting mit Recht an, er will
aber für die Fehler nicht Benedek, sondern den Chef der Operations-
Eanzlei, General Krismanic, verantwortlich machen. Gewiss kann der
Oberfeldherr sich nicht um alles kümmern, aber er muss doch die
Ausführung von Befehlen überwachen, wenn diese so wichtig sind,
dass hiervon der Ausgang des ganzen Feldzuges abhängt. Die Art
und Weise aber, wie die Befehlsübermittelimg gegenüber der Iser-
armee vernachlässigt wurde, ist haarsträubend. Schlichting sagt tref-
fend, „dass in Friedenszeit die Todesstrafe bei Vergehungen zur An-
wendung gelangt, deren unheilvolle Wirkung sich im Entferntesten
nicht so weit erstreckt, als diejenige einer solchen Versäumnis im
Kriege" (S. 43). Aber warum stützt sich hier Schlichting wieder nur
auf Friedjung? Die Vorgänge sind ja doch längst bekannt, das öster-
reichische und das sächsische Generalstabswerk haben schon 1868 und
1869 die näheren Angaben gemacht. Von einem genauen Studium
dieser beiden Werke ist leider bei Schlichting nicht viel zu merken.
Da zerbricht er sich zum Beispiel den Kopf, was Friedjung meint,
wenn er von einem Befehl spricht, den das Oberkommando am 28.
früh 5 Uhr an die Iserarmee erteilt habe. Hätte Schlichting die
beiden amtlichen Werke aufgeschlagen, so würde er den betreffenden
Befehl gefunden haben: Oesterreichs Kämpfe UI, 124 und im sächsi-
schen Generalstabswerk, zweite Auflage (Dresden 1869), S. 100. Statt
dessen schreibt Schlichting, er habe „trotz aller Forschimg^' nicht finden
können, welcher Befehl gemeint sei^ die Tageszeitangabe stimme nicht,
die Absicht sei im Hauptquartier erst am 28. abends 11 Uhr gefasst
worden, Friedjungs Satz führe völlig irre.
Nein, hier hat Friedjimg völlig Recht. Man sieht aber an diesem
Beispiel, was herauskommt, wenn die Herren, statt mit historischer
Kritik die Quellen eingehend zu untersuchen^ sich einfach auf ihre
militärische Autorität berufen.
Dagegen habe ich mit Freuden gelesen, dass Schlichting den
„hingebenden und denkenden Gehorsam^^ der austrosächsischen Armee
an der Iser lobt. Bekanntlich hat Benedek die Schuld auf den Kron-
prinzen von Sachsen und den Grafen Clam-Gallas gewälzt und der
Volksmund hat dann die Sache noch schlimmer gemacht. Gewiss war
Clam-Gallas kein hervorragender General, aber ungehorsam ist er nicht
126 Kritiken.
gewesen, im Gegenteil, er hat sich an Benedeks Befehle selbst dann
gehalten, wenn sie der Lage nicht entsprechend waren. Ich habe mich
über diese Angelegenheit bereits vor zehn Jahren geäussert, als ich
meinem Buche über die Gefechte von Trantenau den Anhang über
Moderne Sagenbildung beifügte (S. 224 — 232).
Gegen Gablenz erhebt Schlichting eine ganze Reihe von Anklagen.
Gablenz hätte das Eipeler Loch schliessen müssen. Das konnte er gar
nicht, denn er hatte schlechterdings gar keine Truppen mehr zur Ver-
fügung. Gablenz hatte die Gefahr sehr richtig erkannt, er hatte die
Brigade Knebel in Reserve gehalten, aber General Knebel hatte gegen
den Befehl von Gablenz den Sturm auf den Kapellenberg untemonunen
und dadurch den Sieg bei Trautenau entschieden. Damit war aber
die letzte Kraft verbraucht, Gablenz hatte keine Brigade mehr, die er
gegen Eipel schicken konnte. Wie das alles gekommen ist^ habe ich
in dem genannten Buche ausführlich geschildert. Ebendaselbst habe
ich weiter erzählt, wie Gablonz sich bemüht hat, sich bei Praussnitz-
Kaile zu sichern, und wie auch hier Benedek mit unglücklicher Hand
eingegriffen hat. Die Vorwürfe, die Schlichting gegen Gablenz erhebt,
sind grösstenteils ungerechtfertigt. Ungerechtfertigt ist auch die Be-
hauptung, Gablenz hätte bei ausreichender eigener Umsieht geordnet
an die Elbe zurückkommen müssen (Schlichting S. 93). Gablenz hatte
am 27. gesiegt, war am 28. geschlagen worden, sein Korps hatte am
27. und 28. schwer gelitten, war an beiden Tagen durch grosse Märsche
sehr angestrengt worden, die Hitze war gross, der direkte Rückzugsweg
über Praussnitz- Kaile war von den Preussen abgeschnitten worden,
Gablenz musste einen Umweg machen^ und trotzdem langte er am 29.
noch vor den Preussen bei Königinhof an. Ist das nicht eine an-
erkennenswerte Leistung?
So führt der Versuch, Benedek zu „retten", dahin, dass andere
Generale unverdient herabgesetzt werden. Alles, was menschlich Benedek
entschuldigen kann, wollen wir gern als Milderungsgrund anerkennen,
aber offenkundige Fehler, die er selbst begangen, anderen aufbürden,
das verstösst gegen die historische Wahrheit und Gerechtigkeit. Wenn
Benedek in vielen Fällen darum schuldlos ist, weil in der öster-
reichischen Armee manche verrotteten ZustHnde herrschten, die nicht
mit kurzer Hand zu beseitigen waren, so muss dieselbe Entschuldigung
auch für seine Untergenerale gelten. Die Behandlung, die der öster-
reichische Staat nach 1866 dem imglücklichen Feldherm widerfiEihren
Hess, war eine unwürdige und unverdiente, die „Rettungen^' aber, die
jetzt vorsucht werden, fördern die historische Kenntnis nur selten, sie
richten eher Verwirrung an.
Berlin. Richard Schmitt.
127
Nachrichten nnd Notizen I.
DieVaterunser-Erklärung desHerzogsAlbrecht vonPreussen
▼om Jahre 1530. Um einem angelegentlichen Wunsche seiner Gemahlin
Dorothea nachzukommen, hatte sich Herzog Albrecht entschlossen, ihr zur
täglichen: üebnng und Erbauung eine Vaterunser -Erklärung zu schreiben.
Der WorÜaut dieser Gebetsbetrachtung war bisher, wie es scheint, nur aus
einer in dem Königlichen Staats- Archiv in Königsberg aufbewahrten Hand-
schrift, einem eigenhändigen Konzept des Herzogs, bekannt. Auf Grund
dieses Konsepts hat auch Tschackert in seinem Urkundenbuch zur Re-
formationsgeschichte des Herzogtums Preussen (Bd. H, Nr. 694) das kleine
Werk kun skizziert, er war indessen nicht in der Lage, nach dieser Hand-
schrift die Abfassungszeit genau zu bestimmen, und musste sich damit be-
gnd^n, aus dem Umstände, dass Albrecht bereits den „Catechismum Lutheri'^
erwähnt, auf eine Entstehungszeit „nach 1529^^ zu schliessen. Mehr Licht
bringt nan eine Handschrift der Rostocker Universitäts-Bibliothek in die
Sache. Das dort vorhandene Manuskript nämlich, das jedenfalls aus der
Bttchersammlung des mecklenburgischen Herzogs Johann Albrecht, des
Scliwie^rsohnes Herzog Albrechts von Preussen stammt, ist oifenbar die
endgültige, von dem herzoglichen Verfasser selbt angefertigte und ffilr die
Oemi^ilin bestimmte Niederschrift, und enthält als solche auch die voll-
8tän<iige, genau datierte Widmung, deren Schluss lautet: „Datis Kunigs-
piorgk Simonis und Jude das ist den 28. octobris Anno 1530. E. L. gantz
sngeeigender Albrecht marggraff zu Brandenpurgk etc. in preussen hertzog
etc." Im ganzen umfasst das mit Goldrand versehene Rostocker Exemplar
48 beschriebene und 3 leere Blätter in klein 8» (16 x 10 cm); der Einband
ist neu. Auf die eigentliche Vaterunser-Erklärung kommen 29 Blätter und
1 Seite, auf die Widmung 6 Blätter und 1 Seite; angefügt sind noch:
1) ,JEin gar ser hübsche betrachtimg von der treieinigkeit so der mensch
amb morgen aufstehet"; 2) „Ein bekentnus und gepete so ein mensch zu
pette wil gehen"; 8) Die mosaische Segensformel; 4) Ein Gebet beim
Empfang des hl. Abendmahls. — Sollte die bisher noch nicht gedruckte
Gebettf- Auslegung Herzog Albrechts, die mit grosser Innigkeit und in echt
erbaulicher Tonart geschrieben ist, einmal eine Veröffentlichung verdienen,
so wäre jedenfalls das Exemplu der Rostocker Universitäts-Bibliothek zu
berficksichtigen. Dr. G. Kohfeldt.
Auf S. 80 meiner Schrift „Deutschland, König Friedrich Wilhelm IV.
und die Berliner Märzrevolution" (Halle a/S. 1901) verweise ich auf eine
SteUe aus den Denkwürdigkeiten Gerlachs (I 130), in der bemerkt wird, die
eiorige Möglichkeit für Preussen, der Revolution zu widerstehen, habe darin
128 Nachrichten und Notizen I.
bestanden, , jedwede Eonzession zu vermeiden, statt Landtage eine Armee
zu versammeln, den Bund aufzufordern, sich anzaechliesBen , dem Prinzen
von Preussen das Kommando am Mittelrhein, einem Erzherzoge das einer
Reserve in Franken zu geben'^; Gerlach fügt hinzu, er habe geraten, dem
Kommando des Prinzen von Preussen das 8. und 10., dem des Erzherzogs
das 7. und 9. Armeekorps zu unterstellen. Sowohl aus den erwähnten
Ziffern der Armeekorps, wie auch aus der Bemerkung, der Bundestag soll
aufgefordert werden, sich Preussen anzuschliessen, geht hervor, dass Gerlach
dabei nicht an die Armeekorps des preussischen, sondern des Bundesheeres
denkt. Es kann also nicht im geringsten davon die Rede sein, dass Gerlach,
wie ich irrtümlich behauptet habe, einen österreichischen Erzherzog mit
dem Kommando über zwei preussische Armeekorps betraut wissen wollte.
F. Rachfahl.
Schaer, Alfred, Die altdeutschen Fechter und Spielleute. Eün Beitrag
zur deutschen Culturgeschicht«. Strassburger Dissertation. Strassburg,
K. I. Trübner. 1901. 207 S. 8'\
Lange Zeit war die Forscherthätigkeit der Germanisten fast ausschliess-
lich auf die sprachliche und litterargeschichtliche Seite ihres Gebietes ge-
richtet. Die Untersuchung der deutschen Altertümer dagegen wurde nur
wenig gepflegt und, obgleich gerade dazu der deutsche Philologe häufig
vor andern berufen sein musste, den Vertretern anderer Disziplinen über-
lassen. Neuerdings aber ist darin ein erfreulicher Wandel eingetreten:
man erkennt mehr und mehr, welche kostbaren Schätze hier noch zu heben
sind; und namentlich die jüngeren Kräfte der germanistischen Wissenschaft
fangen an mit frischer L^ntemehmungslust das dankbare Feld zu bebauen.
Als einen willkommenen Beitrag in dieser Richtung begrüssen wir die
vorliegende Untersuchung eines jungen Gelehrten aus der Schule dei
Strassburger Germanisten Ernst Martin über einen den Kulturhistoriker
in hohem Mass interessierenden Gegenstand, auf den wohl da und dort
vereinzelt hingewiesen worden war, ohne dass er aber bislang eine um-
fassende wissenschaftliche Behandlung erfahren hätte.
Es handelt sich um die eigenartigen Zusammenhänge und Wechsel-
beziehungen, die zwischen den altdeutschen Fechtern und Kämpen einer-
seits, den Spielleuten, fahrenden Dichtem und Sängern andrerseits in
ihren Kunstausdrücken wie in ihren Lebensverhältnissen bestehen. Der
Verfasser, der sich mit Umsicht und Sorgfalt über die weitverzweigten
Hilfsmittel und Quellenmaterialien gut unterrichtet hat, giebt zunächst
eine kurze Vorgeschichte der beiden Berufsarten und einen üeberblick über
ihre historische Entwicklung bis zum Ausgang des Mittelalters, beschreibt
ihre Lebensweise und ihre Einrichtungen und erörtert schliesslich eingehend
die gegenseitigen Beziehungen der beiden Gruppen nach den verschiedensten
Seiten, im Hinblick auf ihre Standes- und Lebensverhältnisse, auf ihre
soziale und rechtliche Stellung, auf ihre Berufs- und Kunstsprache. Zahl-
reiche, meist recht gut ausgewählte litterarische Belege bilden für die mit
klarem Urteil vorgetragenen Darstellungen die wissenschaftliche Grundlage
oder Erläuterung.
Die vorliegende geschickte Verwertung eines an sich sprGden und
Nachrichten und Notizen I. 129
schwierigen Stoffes verpflichtet den Historiker wie den Germanisten zu auf-
richtiger Anerkennung. Möge der Verfasser daraus die Aufmunterung ent-
nehmen zu rüstigem Fortschreiten auf dem betretenen Oebiet.
Karlsruhe. Karl Brunner.
Statuts d*Hotels-Dieu et de L^proseries, recueil de teztes du
XU* au XIV* si^cle, publik par L^on le Grand Paris, A. Picard et fils,
CoUection de textes pour servir k T^tude et k Tenseignement de Thistoire,
1901, 286 S. — Der Archivar aux archives nationales, L. le Grand, giebt
im Torli^enden Bande die Statuten der Hotels -Dieu und der L^proseries
aus dem 12. bis 14. Jahrhundert zum Teil nach vorhandenen Editionen zum
Teil erstmalig auf Grund der Manuskripte heraus. Wir besitzen jetzt in
dieser Dokumentensammlung, die in trefflicher und übersichtlicher Weise
publiziert sind, die Quellen, die uns einen Einblick in die Thätigkeit der
mittelalterlichen Eärche Frankreichs für die Kranken- und Aussätzigenpflege,
das bedeutsamste Stück christlicher Liebesthätigkeit, gewinnen lassen.
In der beigegebenen Einleitung wird die Organisation der Kranken- und
Aussätzigenhäuser behandelt. Neben der Begel Augustins, die die (Grund-
lage aller dieser Genossenschaften war, hatten sie besondere Statuten. Seit
Anfang des 11. Jahrhunderts wurden diese kodifiziert, und zwar hatten den
Anstoss die Statuten des Johanniterhospitals zu Jerusalem von Raimund
Ton PuiB gegeben. Am Anfang des 14. Jahrhunderts hatten die meisten
einflussreichen Institute ihre definitive Organisation empfangen, und in der
Folgezeit ging die Krackenpflegerorganisation rasch ihrer Auflösung ent-
gegen. Während die Statuten der Krankenhäuser sich in verschiedene
Gruppen sondern und auf verschiedene Quellen zurückgehen, sind die
Statuten der Aussätzigenhäuser, deren berühmtestes St. Lazare in Paris
war, viel gleichartiger.
Heidelberg. Grützmacher.
B. Weissenborn. Die ElbzOlle und Eibstapelplätze im Mittelalter. Halle
a. d. S. C. A. Kämmerer & Co. 1901. 246 S. M. 3.60. gr. 8^
Der Verfasser behandelt zwei Fragen: „welche Zölle und Stapelplätze
sind in gewissen Zeitrilumen nachweisbar, in wessen Besitz befinden sie
sich und welche Rolle spielen sie in der Finanz- und Handelsgeschichte^S
und ^welche Nachrichten haben wir in Betreff der Zollerhebung und Zoll-
politik aus dem im vorigen behandelten Gebietes Er erklärt seine Arbeit
für „die erste zusammenhängende Darstellung der mittelalterlichen ZoD-
und Stapelverhältnisse an der Elbe und in deren nächster Umgebung*\ so-
dass „nunmehr zollgeschichtliche Untersuchungen allgemeinem Charakters
auch das Eibgebiet mit in Verwendung ziehen können*^ Das wäre allerdings
eine sehr erfreuliche Leistung, denn ein dringendes Bedürfnis nach einer
derartigen Arbeit ist seit langer Zeit unbestreitbar. Aber das vorliegende
Buch kann als eine Befriedigung desselben nicht angesehen werden, es ist
auch weder zusammenhängend noch Darstellung.
Der Verfasser erschwert die Benutzung seines Buches aufs äusserste,
denn kein einziger der 120 Abschnitte des ersten und der 12 Abschnitte des
zweiten Teils ist im Inhaltsverzeichnis mit Seitenzahlen versehen. Das
ginge noch, wenn die Kapitel wenigstens forüaufend gezählt wären. Aber
Hittor. YicTtaljAbxvehrüt. 190S. 1. 9
130 Nachrichten und Nottsen I.
da mufls man z. B. über die Zollverhältnisse in Magdeburg im enteä Teile
heromsuchen unter den Signaturen A. o. 2. ß, B. 1. b. ^, B. 8. b. 1, B. S. b. a,
C. b. ß, je nachdem, ob eine Nachricht über dieselben aus der Zeit tot liOO,
1300, 1400, 1500 oder später stammt. Hieraus ergiebt sich das Weitere,
dass er über ein ganz äusserliches Einteilungsschema nicht hinansgekommen
ist. Innerhalb jedes Jhs. wird für den ganzen Elblauf von der Quelle bis
zur Mündung ZoUst&tte bei Zollstätte das Material dargeboten. Eine zu-
sammenhängende Darstellung ist dadurch von selbst ausgeschlossen. Wert-
volles und Unwesentlichstes mit vielen Druckfehlem g^t im Text bunt dureh
einander und wird als gleichwertig erörtert. Der Nutzen teztenÜaflieiider
Anmerkungen ist unbekannt und der Stil mindestens unbeholfen. Manch-
mal ist der Verfasser nicht in der Lage, viel zu sagen, so für das 15. Jh.
vom Oberlauf der Elbe, „wegen des Hussitenkrieges und der mangelnden
Publikation ist von den Zollverhältnissen dieses Jhs. in diesem Teile der
Elbe wenig bekannt^ (S. 141). Manchmal durchbricht eine Vorliebe für
Freihandel und Wasserstrassen etwas überflüssig die trockene Erörterung
(S. 141. 246). Die Bezeichnung des toten Erzbischofs von Magdeburg:
„eine so hohe Leiche^^ (S. 8) ist ungewöhnlich und der „wilde dentsehe
Osten zur Zeit der Slavenkämpfe*^ (S. 7) (er war übrigens damals garmcht
deutsch) erinnert an den ungleich bekanntem „wilden Westen^\
W. hat es sich gewiss viel Mühe kosten lassen, aus den versehiedenen
Publikationen das Material zusammenzutragen. Aber er ist leider selum
bei der allerersten Vorarbeit, der Sichtung des Materials und der Eommen-
tierung der von ihm gesammelten Nachrichten stehen geblieben. Als
Materialsammlung zu einer Oeschichte der mittelalterlichen Zollverhältniise
an der Elbe mag seine Arbeit brauchbar sein und sie leistet auch in der
Weise Dienste, dass sie aufmerksam macht auf wichtige Nachrichten mr
Geschichte des Elbhandels und dass sie die zahlreichen Zollstätten an der
Elbe und die Zeiten ihrer Benutzung für das Mittelalter zusammenstdli
Kiel. Daenell.
Hans Kaiser, Collectarius perpetuarum formarum Johannis
de Qejlnhusen, Innsbruck 1900, bietet eine Neuausgabe dieses von einem
ehemaligen Registrator der Kanzlei Karls FV. angelegten Formelbuches. Der
Herausgeber zeigt sich mit der heutigen Editionstechnik vertraut: dem bis
auf kleine Versehen imd wenige Druckfehler zuverlässigen Text ist die beste,
aber unvollständige Giessener Hs. zugpnindegelegt, in zweiter Linie werden
Cod. Vat. 8995 imd für die in der Giessener Hb. jetzt fehlenden Teile der
Druck Hoffinanns (1787) herangezogen. Beigegeben sind eine Konkordans-
tabelle der beiden Ausgaben und Verzeichnisse der Eingangsworte und
Eigennamen. Leider wird die Benützung dadurch erschwert, dass die
für jede Ausgabe eines Formelbuches unentbehrlichen kritischen Bemcv-
kungen über Charakter und Ausstellungszeit der einzelnen Formulare zwei
Jahre zuvor in einer eigenen Schrift, der Dissertation des Herausgebers^
publiziert worden sind. Die dort (Kaiser, Der Coli. perp. form, des Johann
von G^elnhausen S. 10 Nr. 1) als zweifellos hingestellte Identität Johanns
von Gelnhausen mit Johann von Gumpolcz muss K. nach den Einwänden
Burdachs und Tlulras fallen lassen (Vorwort VH f.); dadurch erfahren
Naehnchten und Notizen I. 131
Anaföhnmgen über Oelnhaosens Lebensgang (Kap. 1 der ersten SchriÜ)
«ine wesentliche Modifikation. Die in der Diaeertation sra n^ 8 und 944 ge-
gebenen Erkl&ningen werden berichtigt. Ueber die Persönlichkeit und
anderweitige Th&tigkeit G^elnhaosens ist jetzt auch zu vergleichen A. Zycha,
Dm b^Ounische Bergrecht des Mittelalters (Berlin 1900) S. 106.
Wien. J. Lechner.
August Seraphim, Eine Schwester des grossen Kurfürsten, Luise Clharlotte,
Markgräfin von Brandenburg, Herzogin von Kurland (1617 — 1676). Quellen
und Untersuchungen zur Geschichte des Hauses Hohenzollem. Heraus-
gegeben von Ernst Bemer. Zweite Reihe: Biographien L Berlin, Ver-
lag von Alexander Duncker 1901. 8^. 162 S.
Eine ergebene Dulderin ist es, deren Biographie die zweite Beihe der
neuen Bemerschen Publikation erO&et, keine besonders stark ausgeprägte
Individualität, interessant nur um der allgemeinen Verhältnisse willen, mit
denen ihr Dasein verknüpft gewesen ist. Nach dem Tode ihres ersten
Bräutigams, des Markgrafen Ernst, vermählte sich Luise Charlotte mit dem
Herzog Jakob von Kurland: eine brandenburgische Prinzessin konnte 1646
noch keine grossen Ansprüche machen, auch war sie damals über die erste
Jugendblüte bereits hinaus. In der neuen Heimat wurde sie die Gründerin
einer kleinen reformierten Gemeinde; ihr um die Aussöhnung der Evange-
lischen bedachter Gemahl legte ihrem Bekenntnis kein Hindernis in den
Weg. Der schwedisch -polnische Krieg brachte dann schweres Herzeleid
über beide; in der Nacht von 9. zum 10. Oktober 1668 in Mitau aufgehoben,
blieben sie bis zum Frülijahr 1660 die Gefangenen Karls X. Gustavs: zur
Strafe für den Eifer, mit dem Luise Charlotte die Bemühungen des kaiser-
lichen Gesandten, Brandenburg wieder auf Polens Seite zu ziehen, unter-
stützt hatte. Die letzten 16 Jahre waren erfüllt von der Sorge um die Er-
ziehung der Söhne und die Vermählung der Töchter, wobei sich die Leere
der herzoglichen Kasse arg fühlbar machte. Der Grosse Kurfürst, der bei
der Verheiratung der älteren Nichte mit dem Prinzen Friedrich von Hom-
burg den Vermittler spielte, hat es ungemein peinlich empfanden, dass sein
Schwager so saumselig in der Auszahlung der Mitgift war: ,J)iese8 mag
der Gebrauch in Churlandt zwischen den Bauern sein,*' schreibt er einmal,
„aber in Deutschland Unter den fürstlichen Persohnen ist es nicht Her-
kommen noch erheret." Wie herzlich der brave Reiterführer gleichwohl
seine „Engelsdicke" geliebt hat, ist bekannt; auch die jüngere Schwester
Marie Amalie fand in Landgraf Karl von Hessen einen treuen (hatten; ihr
Glflck hat der Mutter noch etwas den Lebensabend verschönert.
Fünf Briefe Luise Charlottens aus Iwangorod, wohin sie 1669 verbannt
, teilt Seraphim im Anhang mit, einige charakteristische Stellen aus
Korrespondenz mit dem Bruder im Text. Die gemeinsame religiöse
Atmosphäre, in der beide aufgewachsen sind, ist unverkennbar; im Tem-
perament dagegen lässt diese sanfte Frau schwerlich die Schwester des
Groaeen Kurfürsten erkennen. Paul Haake.
F. V. Demelitsch hat in den Fontes rerum Austriacamm, Diplomata
Bd. 49 auB dem Geh. Haus-, Hof- und Staatsarchiv zu Wien: „Akten-
stücke z. G. der Koalition v. J. 1814*' publiziert, deren Vorwort vom
9»
132 Nachrichten und Notizen I.
Juli 1899 ist. Diese an eich dankenswerte Veröffentlichung ist durch die
nur wenig spätere Arbeit Foumiers: Der Eongress von Chatillon (vergL
Historische Yierteljahrschrift 1900, S. 588) selbstverständlich hinsichtlich
der Durchdringung des Gegenstandes, aber auch an Reichhaltigkeit der
Stoffsammlung bedeutend überholt. Nur hier und da wird sich noch eine
Einzelheit gewinnen lassen. So ergiebt Nr. 60 vom 9. März einen neuen
Gesichtspunkt för die vorher beliebte Einschränkung der Vollmacht der in
Chatillon vereinten Gesandten. Das auch bei Foumier abgedruckte Tage-
buch Florets ist bei Demelitsch (S. 488 f.) vermehrt um eine nicht un-
interessante Eintragung vom 9. März über ein Gespräch mit de la Beanardi^re,
wobei dieser Oesterreich argrwöhnisch zu machen suchte gegen die drohende
Hegemonie Preussens über Deutschland. H. U.
Die von Richard Fleischer herausgegebene Monatsschrift Deutsche
Revue, welche sich immer durch die Veröffentlichung wichtigen biogra-
phischen Materials von Politikern und Staatsmännern des 19. Jahrhunderts
ausgezeichnet hat, bringt im Januarheft ihres 27. Jahrganges (1902) ausser
der Fortsetzung der „Erinnerungen aus meinem Berufsleben^* des General-
obersten Freiherrn v. Loe unter anderen auch den Anfang der ,^enk-
Würdigkeiten des Generals und Admirals Albrecht von Stosch^S Briefe
und Tagebücher, die sehr interessant zu werden versprechen.
Von Otto Hübners rühmlichst bekannten Geographisch-statis-
tischen Tabellen aller Länder der Erde ist kürzlich die 50. (Jubiläums-)
Ausgabe f^ das Jahr 1901 erschienen. Die Herausgabe besorgte Prof. von
Juraschek. Verlag von H. Keller in Frankfurt a. M.
Deutsches Historisches Institut in Rom. Die Eingrabe der Mar-
burger Historiker an den Reichskanzler, die von zahlreichen deutschen
Historikern unterstützt worden ist (vgl. Hist. Viertelj. 1901. S. 272 f.) und
die ein deutsches historisches Institut an Stelle des preussischen wünschte,
hat nicht vollen Erfolg erlangt. In der That stehen gegenwärtig der Er-
richtung eines reichsdeutschen Instituts gewichtige Bedenken entgegen. Doch
soll das fortbestehende preussische Institut mit reicheren materiellen Mitteln
ausgestattet und damit in die Lage gesetzt werden, grössere Angaben zu
lösen. Zum Leiter wurde, nachdem der Marburger v. d. Ropp den an ihn
ergangenen Ruf abgelehnt hat, Prof. Alois Schulte aus Breslau bestinuni
Personalien. Ernennungen und Beförderungen. Akcukmien und
Gesellschaften. Der o. Prof. der Geschichte in Freiburg Dove wurde als
Nachfolger Erdmannsdörffers zum Vorstand der Grossh. Badischen Historischen
Kommission gewählt. — Die Gesellschaft der Wissenschaften in Göttingen
wählte bei Gelegenheit der Feier ihres hundertfünfzigjährigen Bestehens den
o. Prof. der Rechtswissenschaft in Göttingen Planck zum Ehrenmitglied
und ernannte zu auswärtigen Mitgliedern: den Präfekten der Vatikanischen
Bibliothek P. Ehrle in Rom, Dr. Imhoof-Blumer in Winterthur, Prof
Dr. Wilma n ns in Bonn. Desgleichen zu korrespondierenden Mitgliedern der
phil.-hist. Klasse: die Prof. Löschcke und v. Bezold in Bonn, Niese in
Marburg, Robert in Halle, J. Wackernagel in Basel, Windelband in
Strassburg, Partsch in Breslau, Berger in Leipzig, Homolle, Monod
Nachrichten und Notizen L 133
und Sorel in Paris, R. de Hinojosa in Madrid, Jonsson in Kopenhagen.
— Der 0. Prof. des Staats-, Völker- und Eirchenrechts in Bonn Hüffer,
wurde von der Akademie des sciences morales et politiques zum korr. Mitglied
gew&hlt. Der Gymnasialprofessor Theodor Knapp ist zum Doktor der
Philosophie in Tübingen honoris causa promoviert worden.
ünipersitäten. Der o. Prof. der Geschichte Prutz in Königsberg wird
mit Schluss des Wintersemesters wegen eines Augenübels seine Vorlesungen
an^ben. Der a. o. Prof. Seckel in Berlin ist zum o. Prof. für römisches
Recht ernannt worden. Der a. o. Prof. Giemen in Bonn übernimmt den durch
den Rücktritt Justis erledigten Lehrstuhl für Kunstgeschichte.
Der Privatdozent für alte Geschichte Lehmann in Berlin ist zum
a. o. Prof. ernannt worden.
Es habilitierten sich in Berlin W. von Sommerfeld für Geschichte
und H. Dade für Nationalökonomie, in Leipzig E. Friedrich für Geographie.
Am 18. Nov. 1901 starb auf Schloss Trausnitz bei Landshut im Alter
von 81 Jahren der Historiker und Kreis -Archivar a. D. Edmund Jörg,
langjähriger Herausgeber der Historisch -politischen Blätter, einer der be-
kanntesten bayerischen Ultramontanen, die geschichtswissenschafllich und
publizistisch wirken.
Am 20. Nov. 1901 starb im 77. Lebensjahre der o. Hon. Prof. des Kirchen-
ond deutschen Staatsrechts Geh. Legationsrat Dr. Karl Ludwig Aegidi
in Berlin, dem wir eine Reihe von wertvollen staatsrechtlichen Beiträgen
zur Geschichte des 19. Jahrhunderts verdanken.
Am 29. Nov. 1901 starb im Alter von 84 Jahren der o. Prof. des deutschen
Rechts Geheimrat Dr. Gottfried Heinrich Gengier in Erlangen. Er
war geboren am 26. Juli 1817 in Bamberg und hatte in Würzburg und
Heidelberg Rechtswissenschaft studiert. Im Jahre 1848 habilitierte er sich
in Erlangen, 1847 wurde er dort zum a. o., 1861 zum o. Professor der
Rechte ernannt. Sein Hauptarbeitsgebiet war die städtische Rechts- und
Verfaasungsgeschichte. Wir verdanken ihm die Ausgabe deutscher Stadt-
rechte des Mittelalters (1852) und den Codex iuris municipalis Germanici
medii aevi, von dem leider nur der 1. Band (1868 — 67) erschienen ist. Im
Jahre 1882 veröfiTentlichte er sein Werk über Deutsche Stadtrechtsaltertümer
and noch vor wenig Jahren (1889 — 92) eine Reihe scharfsinniger Einzel-
ontersuchungen in 8 Heften als Beiträge zur Rechtsgeschichte Bayerns.
Am 6. Dez. 1901 starb im 88. Lebensjahr der o. Prof. der Geschichte
in Erlangen Geheimrat Dr. Karl von Hegel. Er war am 7. Juni 1813 in
Nürnberg geboren als der erste Sohn des berühmten Philosophen. Auf den
CTniversitäten Berlin und Heidelberg studierte er Philosophie, Phüologie,
Fheologie und Geschichte. Dann war er eine Zeit lang als Hilfslehrer
un KöUnischen G^ymnasium in Berlin thätig, bis er 1841 einen Ruf als
I. o. Prof. der Geschichte nach Rostock erhielt. Im Jahre 1849 wurde er
nun 0. Prof. ernannt, 1866 nach Erlangen berufen, wo er bis an sein Lebens-
snde blieb, während der letzten Jahre allerg^ngs nicht mehr im Lehr-
unt. Hegel hat neben wertvollen Arbeiten über Dante und florentiner
beschichte, neben Beiträgen zur Geschichte der mecklenburgischen Land-
(tände vornehmlich, mit grossem Eifer und mit grossem Erfolge, städte-
134 Nachrichten und Notisen I.
geeehichÜiche Forschungen veröffentlicht. Seine (beschichte der St&dterap-
verfassong von Italien (1847 f.) hat grundlegende Bedeutung. Als Leiter
des grossartigen Unternehmens der Münchener Historischen Kommiüioa;
der Herausgabe der deutschen Städtechroniken, stand er im Mittelpunkt
der städtegeschichtlichen Studien in Deutschland. In seinen vortrefflichoi
Verfassungsgeschichten von Köln und von Mainz (1877, 1882) hat er Wege
gewiesen, die die damals irregeleitete allgemeine Städteforschnng Ter-
schmähte und die erst später als richtig erkannt wurden. Noch 1891 erschieB
das grosse zweibändige Werk „Städte und (bilden der germanischen Yölkeif ^
eine erstaunlich stoffreiche Arbeit, die jedenfalls das Verdienst beansprudiai
darf, die fast herrschende Qildetheorie gründlich widerlegt zu haben. Un-
ermüdlich blieb Hegel auch während der folgenden Jahre litteraiisck
thätig. 1887 hatte er Briefe von und an 6. W. I. Hegel veröffentlicht
1900 erschienen „Erinnerungen*^ die manche interessante Beiträge zur Zeil-
geschichte lieferten. Aber auch Städteforschungen trieb Hegel noch in
letzter Zeit eifrig. Sein Buch „Entstehung des deutschen StädteweaiDt»
1898'* zeigt freilich manche Schwächen, die auf das hohe Alter def Ver-
fassers zurückzuführen sind. Noch die letzte kurz vor seinem Tode in te
Festschrift der Universität Erlangen zur Feier des 80. Greburtstogee des
bayr. Prinzregenten erschienene Abhandlung war dem deutschen 8iftdte-
wesen gewidmet. In Hegel haben die deutschen Geschichtsfoncfaer ihm
Nestor verehrt.
Entgegnung*
Auf die Ausführungen des Herrn Prof. Rietschel in seinem SchhM-
wort, Jg. rV dieser Zeitschrift S. 428, erwidere ich das folgende:
1. Die Behauptungen Rietschels bezüglich des Ducangeschen OloMart
und meiner Verwendung desselben beruhen in aUen Teilen auf UnwmhrheÜ
Die Ducangesche Erklärung — es handelt sich um die Bedeutung des
Hauban — ist von mir von Anfang an (s. Mag. und Frat. S. 12) nur tb
die eigene Auffassung von Ducange angeführt worden. Die hieran ge-
knüpfte Behauptung Rietschels dagegen (Hist. Viert. 1901 S. 184) — die be-
treffende Urkunde lasse vollständig offen, ob der Hauban in Diensten odff
in Naturalleistungen bestand, von operae sei nicht die Rede — ist voll-
ständig unwahr. Die Leistungen für den Hauban werden in der betreffenden
Urkunde wörtlich als Fronfuhren (Quarra) bezeichnet' (vgl. mein (Jewerbe-
recht S. 78/79). Wie Rietschel seine Behauptungen aufstellen konnte, iit
mir unerfindlich.
2. Es ist weiter unwahr, dass ich eine von R. angegriffene Behauptonf
über den Gewerbekauf unter absichtlicher Weglassung der entscheidendea
Stelle wiedergegeben habe. Die angebliche, mir indess von R. hei miter-
geschobene Behauptung — weil der Gewerbekauf an einen auaserhalb des
Handwerks stehenden Empfänger zu zahlen ist, soU er eine hofrechtüdie
Abgabe sein — habe ich niemals aufgestellt; vielmehr ging meine Be-
hauptung Mag. und Frat. S. 18/14 dahin, dass der G^werbekauf, den ick
' Hierzu treten noch die Handdienste der Kleinbauern.
136 Nachrichten und NoÜsen L
späteren zünftlerischen Meistergeld als einer genossenschaftlichen Oebühr
unterscheidet.*^
Da Herr £. als sein Problem auf S. 11 die Erforschung des Charakters
des Gewerbekaufs bezeichnet, da er über den Gewerbekauf nur den eben
angefahrten Passus und seine Begründung im einzelnen bringt (S. 18 — 16),
diese Ausführungen auf S. 16 aber mit den Worten schliesst: ^^Der (bewerbe-
kauf ist, wie wir nach den verschiedensten Richtungen gesehen haben, eine
rein grundherrliche Abgabe", so musste jeder Leser annehmen, dass die
unter Ziffer 1 bis S angeführten Eigenheiten zum Beweise des gprundherr-
liehen Ursprungs des Gewerbekaufs dienen sollten. Von dieser Annahme
bin auch ich in meiner Besprechung Hist. Vierteljahrschrifl I S. 120
ausgegangen.
Herr E. erhob darauf (ürsp. d. Zunftw. S. 168 f) gegen mich den Vor-
wurf, ihm eine Behauptung, die er nie aufgestellt habe, „untergeschoben^
zu haben, und reproduzierte zur n&heren Begründung dieses Vorwurfs seinen
oben angeführten Satz über den Unterschied Ton Grewerbekauf und
Meistergeld, aber unter Weglassung der entscheidenden Worte
„als grundherrliche Abgabe^S Wer also nicht noch einmal in Eber-
stadts Mag. und Frat. nachschlug, musste glauben, E. habe thatsftchlich an
der betreffenden Stelle nur von den Unterschieden von Gewerbekauf und
Meistergeld, nicht aber von der grundherrlichen Natur des ersteren gesproehen,
und konnte mir den Vorwurf der Unterschiebung einer unrichtigen Be-
hauptung nicht ersparen. Dass ein Verfahren, wie das E.*8che, schSiftts
Zurückweisung verdient, liegt auf der Hand; wenn ich in meiner Entgegnung
von einer Verschiebung des Thatbestandes gesprochen habe, so habe ich
mich noch milde ausgedrückt. Gerade zu komisch aber wirkt Herrn E.*s Be-
hauptung, er habe den Vorwurf der Weglassung einer entscheidenden Stelle
bereits in seinem Urspr. des Zunftwesens S. 168 f. zurückgewiesen; denn
gerade die an der genannten Stelle aufgestellten Behauptungen veranlassten
mich ja erst, diesen Vorwurf zu erheben.
Nach alledem kann ich von den beiden gegen Herrn E. erhobenen
Vorwürfen nichts zurücknehmen und nur hinzufügen, dass die Art, wie
Herr £. jetzt den Thatbestand des Streites unter Verschweignng der wich-
tigsten streitigen Punkte darstellt, den ungünstigen Eindruck seiner Arbeitt-
und Kampfweise bei mir nur verstärkt hat.
Tübingen, d. 28. Okt. 1901. Siegfried Bietschel.
Nachrichten und Notizen II. 137
Nachricliten nnd Notizen n.
Neue ArehiTlltteratnr«
1. Beinhold Eoser, Ueber den gegenwärtigen Stand der archivalischen
Forschung in Preussen (Mitteilungen der K. Preussischen Archivverwaltung,
Heft 1). Leipzig, S. Hirzel, 1900. 40 S. gr. 8^
2. Max Bär, Geschichte des Königlichen Staatsarchivs zu Hannover (Mitt.
d. E. Preuss. Archiyverwaltung, Heft 2). Leipzig, S. Hirzel, 1900. 83 S.
g. 8«.
3. Max Bär, üebersicht über die Bestände des Eöniglichen Staatsarchivs
SU Hannover (Mitt. d. E. Preuss. Archiwerwaltung, Heft 3). Leipzig,
S. Hirzel, 1900. VHI und 129 S. gr. 8«.
4. GeorgHille, Üebersicht über die Bestände des Eöniglichen Staatsarchivs
zu Schleswig (Mitt. d. E. Preuss. Archiwerwaltung, Heft 4). Leipzig,
S. Hirzel, 1900. IV und 64 S. gr. 8®.
6. Inventare des Grossherzoglich Badischen Generallandes-
archivs. Herausgegeben von der Grossherzoglichen Archivdirektion.
L Bd. Earlsruhe, Chr. Fr. Müller'sche Hofbuchhandlung, 1901. Vin
und 820 S. gr. 8<^
6. PaulMitzschke, Weg^weiser durch die Historischen Archive Thüringens.
Im Namen und Auftrag des Thüringer Archivtages bearbeitet und her-
ausgegeben. Gotha, F. A. Perthes, 1900. XH und 86 S. S^.
7. EduardHeydenreich, Die Bedeutung der Stadtarchive, ihre Einrichtung
und Verwaltung. Vortrag gehalten auf Anregung des Thüringer Archiv-
tages auf der Hauptversammlung des Thüringer Städteverbandes in Weimar
am 30. Juni 1900. Erfurt, Eejser'sche Buchhandlung, 1901. 70 S. 8^
8. Eduard Heydenr eich. Das Archiv der Stadt Mühlhausen in Thüringen.
Der Hauptversanmüung des Thüringer Archivtages am 12. Mai 1891 dar-
gebracht vom Mühlhäuser Geschichtsverein. Mühlhausen i. Th., C. Albrecht,
1901. n und 66 S. gr. 8.<» Mit 1 Lichtdrucktafel, 1 lithogr. Beig.,
1 Tondruck uud 40 Holzschnitten.
9. Johann Langer, Das E. und E. Eriegs-Archiv von seiner Gründung
bis zum Jahre 1900. 2. Auflage, umgearbeitet und bis auf die Gegen-
wart ergänzt. Wien, E. und E. Eriegs- Archiv, 1900. VI und 206 S. 8^
In archivalischen Dingen ist während des letzten Viertels des
19. Jahrhunderts ein höchst bemerkenswerter Umschwung zu verzeichnen.
Während noch vor einem Menschenalter die Archive als etwas Schwer-
HUtor.Yitrtf^alinclirift. 190S. 1. 10
138 Nachrichten und Notizen II.
zugängliches, fast GeheimnisvolleH galten und oft von ihren Beamten selbst
80 behandelt wurden, versteht es sich heute — last möchte man schon sagen,
leider! — sogar für jede halbwegs anständig sein wollende Dissertation von
selbst, dass sie „auf archivalischer Grundlage aufgebaut ist/' oder wenig-
stens „archivalisches Material mit zuzieht/' obwohl andererseits soviel Ur-
kunden, Rechnungen, Akten, Briefe etc. ediert worden sind und werden, dass
für Anfängerarbeiten Stoffe genug sich aus der Verwertung der viel-
fach brachliegenden gedruckten Quellen ergeben könnten.* Vor einem
Menschenalter hielt die Mehrzahl der deutschen Archive, wenn sie auch ihre
Schätze selbst zugänglich machten, von ihren Registranden und Repertorien
die Blicke der Benutzer peinlich fem; nur wenige — unter den grossen,
vielbenutzten deutschen Archiven vor allem das Dresdner — waren ver-
trauensvoll und einsichtig genug, dem Benutzer selbst die Möglichkeit zn
bieten, die Titel der Aktenbestände zu durchmustern und sich auszusuchen,
was für ihn in Betracht kam. Heute ist fast überall die Benutzungserlaubnis
nicht mehr an umständliche Genehmigungseinholung bei Ministerien oder
Oberpräsidien geknüpft, die Zeitgrenzen für freie Zugänglichkeit sind weiter
in die neuste Zeit hinein vorgerückt, die Registranden nicht bloss ganz
oder doch zum Teil zugänglich geworden, sondern man geht noch weiter:
Handbücher, Uebersichten, genaue luven tare erscheinen und bestreben sich,
die historischen Fachgenossen oder alle sonstigen Interessenten über die
Archivalien eines bestimmten Gebietes oder bestimmter Kategorien zn unter-
richten, ihnen die Entstehung, Einrichtung und Bestände der Archive mehr
oder minder eingehend vorzuführen.
Unter diesen Unternehmungen ist, schon wegen ihrer Erstreckung über
den grössten Teil Deutschlands, von allgemeinstem Interesse die Serie von
kleinen Einzelveröffentlichungen, von der unter dem Namen „Mitteilungen
der Kgl. Preussischen Archivverwaltung" bisher vier Hefte erschienen
sind. Der Generaldirektor der Staatsarchive selbst, Reinhold Eoser, er-
öffnet die Reihe mit dem ersten Hefte: „Ueber den gegenwärtigen
Stand der archivalischen Forschung in Preussen." Er führt hierin
einzeln auf die Publikationen aus den preussischen Staatsarchiven, die
Urkunden und Aktenstücke zur Geschichte des grossen Kurfürsten, die
Publikationen der Akademie der Wissenschaften (Politische Korrespondenx
Friedrichs des Grossen, Acta Borussica, Staatsschriften etc.) und die Pubb'-
kationen wissenschaftlicher Vereinigungen in den Provinzen; er behandelt
die in jüngster Zeit besonders eifrig besprochene und betriebene Erschliessung
der nicht staatlichen Archive (Repertorisierung ihrer Bestände, staatlicher
Schutz derselben) und macht einige Angaben über Umfang und Bedingungen
^ Damit soll keineswegs gesagt sein, dass ein Befähigter nicht auch an
archivalisch zu bearbeitende Themen herangehen dürfe. Aber wie oft wächst
die Arbeit schon ganz äusserlich dem Neuling über den Kopf! wie oft muss
die innerliche Durchdringung und Verarbeitung des archivalischen Rohmaterials
darunter leiden, dass schon die blosse Zusammenbringung desselben zu viel
Arbeitszeit und -kraft absorbiert, Schvrierigkeiten, die bei Arbeiten auf Grund
gedruckten Materials guten Teils wegfallen!
Nachrichten und Notizen II. 139
far die Benutzung der Staatsarchive zu Forschungszwecken. Zusammen-
stellungen über die amtliche und private wissenschaftliche Thätigkeit der
Archivbeamten im Jahre 1899 und über den Personalbestand der Kgl.
Prenssischen Archiwerwaltung beschliessen das Heft. Sind es auch meist
nüchterne Zusammenstellungen, so sprechen sie doch beredter, als das jede
Lobesspende vermöchte, gerade in ihrer Trockenheit für sich selbst und
zeigen, welche Bedeutung die Archive heute im wissenschaftlichen Leben
einnehmen und mit Hecht einzunehmen berufen sind.
2. Max Bär behandelt die Geschichte des Egl. Staatsarchivs zu
Hannover. Dasselbe erwuchs aus dem Calenbergischen Archiv (die
Fürstentümer Calenberg, Göttingen, Hannover, Grubenhagen, die obere
Grafschaft Hoya umfassend), das seit 1640 seinen Sitz in Hannover hatte,
und dem Celleschen Archiv (Lüneburg -Celle, Harburg, Hoya, Diepholz,
Lauenburg), das seit dem 16. Jahrh. in Celle sich befand, 1714—22 nach
Hannover übergeführt wiirde und mit dem Calenbergischen Archive dasselbe
Gebäude, seit 1765 auch denselben Vorstand besass, aber erst 1775 mit ihm
vollständig vereinigt wurde zum Kurfürstlichen, später Egl. Hannoverschen,
seit 1866 Kgl. Prenssischen Staatsarchiv. Wir lernen die Schwierigkeiten
kennen, die sich der Bildung eines geordneten Archivs entgegenstellten, die
unablässigen Landesteilungen und Besitzverschiebungen, die mit dem Wechsel
der Residenzen auch einen fortwährenden Platzwechsel der Archive oder
einzelner ihrer Teile bedingten, wodurch nicht bloss direkte materielle Ver-
luste, Schäden am Bestände verursacht, sondern auch eine systematische
Ordnung und Repertorisierung verhindert wurde. Bär schildert anschaulich
diese äusseren Schicksale, Wohnungsnöte, Kriegsgefahren, Umzüge u. s. w.,
die dienstliche Thätigkeit der einzelnen Beamten, fär die leider ihre Archiv-
thätigkeit vielfach nur ein Nebenamt war; unter ihnen sind zahlreiche
Träger in der historischen Wissenschaft berühmter und bekannter Namen,
so von Meiern, der Herausgeber der Acta pacis Westfalicae, Georg Heinrich
Pertz, Karl Ludwig Grotefend und Hans Sudendorf; ein Name ist auch in
nichthistorischen Kreisen bekannt, der Johann Christian Kestners, des Gemahls
der Charlotte BuflF, der 1773 — 1800 als Registrator, Sekretär, Vicearchivar
erspriesslich wirkte. Rühmend gedenkt Bär der Anregungen Stüves, der im
Gegensatz zu der bisherigen Geheimthuerei als hannoverscher Märzminister
für stärkere Betonung des wissenchaftlichen Charakters des Staatsarchivs,
fOr die Oeffnung seiner Schätze * zum Besten der Landesgeschichte, für Be-
lassung lokaler Archivalien an den Orten ihrer Entstehung, wo sie der
heimischen Forschung am förderlichsten sein könnten, eintrat.
8. Bei Bars üebersicht über die Bestände des Staatsarchivs
Hannover ist eine eingehende Besprechung und Wiedergabe seines Inhalts
selbstverständlich hier unmöglich. Sehr nützlich zur Orientierung über die
* Gustav Stüve gedenkt zwar in seinem Buche „Johann Karl Bertram
Stüve" (Hannover und Leipzig 1900) mehrfach der Bemühungen seines Oheims
um Oeffentlichkeit nicht nur bei den ständischen Verhandlungen und der
Rechtspflege, sondern auch in der Verwaltung (so H 69, 67), ohne aber seine
besonderen Verdienste um das Archivwesen zu erwähnen.
10*
140 Nachrichten und Notizen Ü.
Entstehung und Zusanunensetzung der einzelnen Abteilungen sind die ein-
leitend vorausgeschickte f^Historisch-topographische Uebersicht über die zum
Sprengel des Egl. Staatsarchivs zu Hannover gehörigen Landesteile^* und
die ,,Uebersicht über die Gliederung der Behörden des vormaligen Kurfürsten-
tums und Königreichs Hannover''. Die Bestände selbst gliedern sich in
das ürkundenarchiv (Abteilungen Calenberg, Celle, Bremen — Verden, Hildes-
heim) und das Aktenarchiv (Abteilungen Calenberg, Celle, Hannover, Hildes-
heim); angeschlossen sind dann noch Bemerkungen, die leider besonders
dürftig ausgefallen sind, über die Kopialbücher, Karten und Deposita. Wie
schon aus diesen Abteilungen ersichtlich, herrscht in der Anordnung das
Provenienzprinzip, für das Koser in einigen Vorbemerkungen einisritt, d. L
der Grundsatz, dass die Bestände so bei einander zu bleiben haben, oder,
wenn sie zersprengt waren, so wieder zu vereinigen sind, wie sie organisch
entstanden, wie die einzelnen Stücke im Geschäftsgänge der Verwaltung zu
den Akten gekommen sind, sodass sich in der Gliederung des Archivs die
Geschichte der einzelnen Behörden, der Landesverwaltung wiederspiegelt
Uebersichten, wie die über Hannover, desgl. die Hilles über Schleswig, sollen
ja nicht Kataloge oder Inventare über die einzelnen in den Urkunden und
Akten behandelten Gegenstände und Vorgänge zum bequemen Nachschlagen
für alle möglichen Interessenten sein, denn halbwegs hierfür brauchbare
Kataloge würden Hunderte von Bänden füllen! sie sollen vielmehr in erster
Linie dienstliche Hilfsmittel für die Beamten selbst sein, weiterhin aber auch
dem Benutzer eine Handhabe zur Keimtnisnahme der gesamten Bestände bieten
und anzeigen, an welchen Stellen er für sein Arbeitsgebiet nachzuforschen hat.
4. Hillegiebt eine Uebersicht über dieBestände desKgL Staats-
archivs zu Schleswig, das erst von ihm selbst 1871 gebildet und seitdem
geleitet worden ist. Es handelt sich hierbei nicht, wie bei andern Staats-
archiven, um eine alte, einheitliche Sanmilung, bei der nur im Laufe der
Zeiten das oder jenes hinzu- oder abgekommen ist, sondern um eine völlige
Neuschöpfung, da die drei heute die Provinz bildenden Herzogtümer
Schleswig, Holstein, Lauenburg kein als selbständige Behörde organisiertes
Archiv besassen, denn die einzige Archivbehörde für die ganze dänische
Monarchie, das Geheimarchiv zu Kopenhagen, nahm auch die Akten ans
deutschen Landesteilen auf. Es ist allmählich aus den aufgeteilten Beständen
des Wetzlarer Reichskammergerichts, abgegebenen Akten oberer königlicher
und herzoglicher Landesbehörden und einzelner Distriktsbehörden (Aemter,
Klöster, Güter, Städte) und den 1874—1876 von Dänemark ausgelieferten
Kopenhagener Akten entstanden. Beträchtliche Teile auch älterer Akten
sind noch bei den heutigen Behörden; selbst solche, die aus Kopenhagen
eingingen, sind nicht insgesamt dem Staatsarchiv zugewachsen, sondern zum
Teil aus praktischen Gründen oder imi den Zusammenhang der Registraturen
nicht zu stören, imgeteilt den Verwaltungsbehörden (besonders der Regierung
in Schleswig) überlassen worden. So weit als möglich ist auch bei der
Neubildimg dieses Archivs der Provenienzgrundsatz zur Geltung gebracht
worden, wenn schon bei dem wirren Zustand, in welchem viele Aktengruppen
ins Archiv gelangten, eine Rekonstruktion der ehemaligen Registraturen
schwierig bez. unmöglich war.
Nachrichten und Notizen n. 141
Diese neuen Veröffentlichungen der Kgl. Preussischen Archiwerwaltung
werden (wenn sie auch in Bezug auf ihre praktische Verwendbarkeit als
Nachschlagebuch manchen Historiker, besonders solche, die nicht selbst
grössere archivalische Erfahrung besitzen, enttäuschen mögen) von allen
Sachverständigen willkonmien geheissen werden.
5. Wesentlich anders geartet ist die amtliche Publikation des Karls-
ruher Archivs, der vom Archivassessor Dr. Brunner bearbeitete erste
Band der Inventare des Badischen Generallandesarchivs. Sie hat
als Leser weniger die Fachgenossen, als die grosse Schar der Archivbenutzer
im Auge. Es wird uns hier kein Abriss der Archivgeschichte geboten, weil
diese einen eigenen Band der künftigen Veröffentlichungen bilden soll.
Allerdings ist sie zur Orientierung in den Beständen nicht so wichtig und
notwendig, wie z. B. bei Hannover, dessen Zusammensetzung und Gliederung
wesentlich erst durch sein allmähliches Entstehen und Zusammenkommen
versi&ndlich wird; denn das Karlsruher Archiv ist nicht nach dem Pro-
venienzsystem geordnet, sondern 1801 bez. 1803 einer Umordnung nach ein-
heitlich durchgeführten, sachlichen und topographischen Rubriken unter-
zogen worden, in die auch die später hinzukommenden Archive eingearbeitet
wurden. So wenig diese Sachlage von der jetzigen Direktion gebilligt wird,
so sehr ist es andererseits im Interesse der praktischen Benutzbarkeit an-
zuerkennen, dass man von dem Versuch einer Rekonstruktion der Sonder-
archive der einzelnen alten Behörden oder Gebiete wegen des zu grossen
Umfangs der Arbeit abgesehen hat; eine solche ist ja nur bei kleineren
Archiven oder, falls das Prinzip im Allgemeinen bereits durchgeführt ist,
bei einzelnen Zugängen zu ermöglichen. Nichts ist aber unheilvoller in
einem grösseren Archive, als die Auflösung einer alten Ordnung, die — so
unvollkommen, so theoretisch verwerflich sie auch sein mag — doch immer
eine Ordnung ist, während durch eine allgemeine, umfassende Umordnung
günstigsten Falls lange, schwierige Interimszustände herbeigeführt werden,
bis die neue Ordnung notdürftig eingerichtet ist. Womöglich bleibt aber
schliesslich bei eventuellem Personenwechsel die Umbildung viertelsfertig
liegen, statt einer ungenügenden Ordnung gäbe es dann gar keine mehr,
die Umordnung würde zur Unordnung. Quieta non movere ist da ein sehr
zu beherzigender Grundsatz; die Hauptsache für ein Archiv ist ja doch
seine möglichst sichere, vollständige und bequeme Benutzbarkeit ^ Band I.
* Eine Gruppe von Archivalien sei beispielsweise hier besprochen: die
Korrespondenzen neuerer Jahrhunderte. Bei der Anwendung des Provenienz-
prinzips auf Briefschaften muss mit besonderer Vorsicht verfahren werden.
Unrichtig wäre es z. B. , wenn man bei der Ordnung und Zusammen-
stellung der Korrespondenz eines Fürsten alle Schreiben von ihm, die
sich sonstwo in Spezialakten, zu denen sie gehören, finden mögen, aus
diesem ihrem organischen Zusammenhange lösen und in eine grosse, rein
chronologisch oder bloss alphabetisch nach Adressaten geordnete Samm-
lung bringen wollte. Eine derartige Auslegung des Begriffes Provenienz,
die schliesslich — folgerichtig bis zu Ende durchgedacht und in allen
ihren Konsequenzen ausgeführt — jedes Schriftstück in das Portefeuille
142 Nachrichten und Notizen II.
liefert die Verzeichnißse der Urkunden, Kopialbücher, Anniversarien und
Handschriften. Bei den Urkunden sind drei Sondergruppen ausgeschieden:
I. Die ältesten Urkunden bis 1200, darin wieder als Unterabteilungen:
A. Eaiserurkunden , B. Papsturkunden, C. Privaturkunden, ü. Das Selekt
der Kaiser- und Eönigsurkunden von 1200 — 1518. III. das der Papsturkunden
von 1198—1302. Bis 1518 sind insgesamt 1845 Kaiser- und Königsurkunden
und bis 1302 364 Papsturkunden vorhanden. Von den älteren Eönigsurkunden
bis gegen das Ende des 13. Jahrh. sind fast alle gedruckt oder wenigstens
im Regest bekannt, erst seit Eönig Adolf, wo noch keine Neubearbeitung
von Böhmers Regesten vorliegt, setzen unveröffentlichte Stücke in immer
grösser werdender Zahl ein bis mit Wenzel, Siegmunds Urkunden sind da-
gegen bis auf wenige Stücke (Nr. 646*, 735% 736, 744) alle bei Altmann
aufgenommen. Auf Verzeichnung der Privaturkunden über 1200 hinaus
wurde mit Recht wegen ihrer grossen Zahl (1200 — 1803 sind es in 43 Unter-
abteilungen ohne die Urkunden des Lehnsarchivs circa 100000 Stück) ver-
zichtet; auch sind ja gerade von ihnen beträchtliche Gruppen in lokalen
oder territorialen Publikationen veröffentlicht oder in der Veröffentlichung
begriffen (z. 6. die Regesten der Markgrafen von Baden und Haehberg, der
Pfalzgrafen bei Rhein, der Bischöfe von Eonstanz). In der grossen Abteilung
der Eopialbücher, bei der eine durchgehende Neuzählung stattfand, sind,
wie dies auch anderwärts (z. B. in Dresden) der Fall ist, nicht bloss eigentliche
Eopien enthalten, sondern zahlreiche Originalstücke an Urkunden und Akten,
Protokollen, Zeugenverhören etc., besonders Eonzepten und Eanzleimanualen,
auch historische Bearbeitungen (Eollektaneen, Exzerpte statistischer, chroni-
kalischer Art, Indices etc.) Die Ordnung des Inventars ist alphabetisch
Grössere Abteilungen sind in Unterabteilungen geschieden, so z. B. Baden
in Haus- und Familiensachen, Landesangelegenheiten, Lehnbücher, Aus-
wärtiges. Innerhalb der Abteilungen ist vielfach eine bestimmte, sachliche
seines Urhebers zunickführen müsste, würde ja zu ganz unglaublichen
Zuständen führen. Die Schreiben haben \ielmehr in ihrem sachlichen Zu-
sammenhang durchaus zu verbleiben und in der Eorrespondenzsammlung
ist lediglich ein Hinweis auf diese ausserhalb beruhenden Stücke zu geben.
Anders ist es bei ungeordneten oder nur nach äusserlichen Gesichtspunkten
provisorisch zusammengefassten Briefkonvoluten, z. B. wenn allerlei Brief-
schaften aus je einem Jahre zusammengepackt sind oder in einem Packet
Briefe von Kardinälen, in einem andern solche von kleineren deutschen
Fürsten, in einem dritten von polnischen Grossen, u. s. w. vereinigt sind,
ohne Rücksicht darauf, dass in ihnen Gegenstände heterogensten Charakters
behandelt werden. In diesen Fällen wird es kaum Bedenken begegnen, so
willkürlich zusammengeballte Massen auseinander zu nehmen und nach
einem bestimmten Prinzip — sei es nach sachlichen Rubriken, wenn sich
das ohne Eünstelei und Zwang durchführen lässt, sei es nach den Eorres-
])ondenten — neu zu ordnen, sofern nur durch genügende Vermerke in den
bisherigen Registranden Sorge getragen ist, dass die Schriftstücke in ihren
neuen Verzeichnissen und Lageorten auch für jemanden, der sie nach
früherer Zitierweise sucht, zu finden sind.
Nachrichten irnd Notizen II. 143
oder chronologische Ordnung nicht ersichtlich. An die Eopiale schliesst
sich die kleine Abteilung der Anniversarien und Nekrologien und daran die
in ihrem Bestände sich vielfach mit den Kopialen berührende Abteilung der
Handschriften (eigentlich Bearbeitungen und Aufzeichnungen zum Zwecke
historischer Ueberlieferung) an, die in Einzelhandschriften (d. h. solche, die
sich auf einzelne L&nder, Orte, Familien, Personen oder bestinmite Sach-
rubriken beziehen) und Sammelhandschriften (darunter besonders die Eollek-
taneen zahlreicher Gelehrten und Beamten, vor allen die Eremer-Lamejsche
Sammlung) zerfallen. Das Register (vorwiegend Register der Eigennamen,
in das aber die Sachstichworte mit eingereiht sind) macht einen sorgfältigen,
zuverlässigen Eindruck und erweist sich, soweit sich dies durch Stichproben
feststellen liess, als vollständig, wenn auch darauf verzichtet ist, z. B. alle
Namen der bei Lameys reichhaltigem Briefwechsel aufgezählten einzelnen
Korrespondenten aufzunehmen. Dem ersten Bande der Badischen Inventare
darf die Anerkennung nicht versagt werden, dass er die sehr beti^htlichen
Schwierigkeiten der Aufgabe mit Geschick zu überwinden gewusst hat; mit
Spannung wird daher der Fortführung entgegengesehen werden, die bei ein-
seinen Kategorien noch höhere Anforderungen an den Bearbeiter stellen
wird, wenn er nicht zu viel mit Rücksicht auf den umfang, nicht zu wenig,
um nicht unklar zu werden, geben soll; jedenfalls wird, wenn die Akten
auch in gleicher oder wenigstens ähnlicher Weise verzeichnet werden sollen,
auf eine stattliche Bändereihe noch zu rechnen sein.
6. Schon mancher Archivar und Archivbenutzer mag beim Gebrauch
von Burkhardts Hand- und Adressbuch der deutschen Archive (1875, zweite
Auflage 1887) den Wimsch gehabt haben, dass bald eine neue Bearbeitung
den praktischen Bedürfnissen der Gegenwart Rechnung tragen möge. Dieser
Wunsch ist jetzt wenigstens für ein Gebiet, das reich an Archiven ist,
erfüllt. Mitzschkes Wegweiser verfolgt rein praktische Zwecke: in
knapper Form soll das Wichtigste, was zur vorläufigen Kenntnisnahme
gebraucht wird, zusammengestellt werden : kurze Skizzierung der Geschichte
und der Hauptteile des Archives, Einrichtung, Inhaltsübersicht, Litteratur
über das Archiv, Beamtenbestand. Bedauerlich ist es, dass eine beträchtliche
Zahl von Behörden gar keine oder nichtssagende Antwort auf die Frage-
bogen erteilte; für das Sachverständnis mancher Befragten ist charakte-
ristisch der Bescheid des Oberlandesgerichts zu Jena, sein Archiv enthalte
ausschliesslich juristische Akten! Ausser diesen unverschuldeten Lücken
und Mängeln finden sich aber manche vermeidbare, so fehlen z. B. voll-
ständig das Gemeindearchiv zu Lobeda, das Ephoral- und Kirchenarchiv
zu Jena, das Gemeinde- und Pfarrarchiv zu Kunitz und Laasan, obwohl
G. Mentz in der Zeitschrift des Vereins für Thüringische Geschichte XVm
(N. F. X.) 622 — 627 ziemlich ausführliche Inventare ihrer zum Teil reich-
haltigen Bestände veröffentlicht hat; ob die Hungersche Sammlung in
Jena (wichtig für Jenas Innungsgeschichte des 17. und 18. Jahrhunderts)
aufzunehmen war, ist ja fraglich, da nach dem Vorwort nur die eigent-
lichen historischen Archive (im Gegensatz zu litterarischen Sammlungen)
berücksichtiget werden sollten. Jene obigen waren aber sicher aufzunehmen
(da nicht bloss geordnete und ordentlich verwaltete Archive Aufnahme
X44 Nachrichten und Notizen n.
fanden, sondern alle, auch solche, die kaum mit dem Terminus technicus
„Archiv**, sondern nur als eine Kammer voll alter Papiere zu bezeichnen
sind), desgl. das Rittergutsarchiv zu Markvippach, über das Zeitschr. d.
Ver. f. Thür. Gesch. XIX, 427—429 zu vergleichen war; die Mitteilungen
darüber lagen schon vor, als die Redaktion der Einzelartikel im Februar
1900 abgeschlossen wurde. Ueber das Gräflich Werthemsche Archiv auf
Beichlingen sei berichtigend nachgetragen, dass es nicht erst mit dem Ende
des 17. Jahrhunderts beginnt, sondern bereits für die erste Hälfte, besonders
ffir den 30jährigen Krieg, nicht unwichtige Akten und besonders Korre-
spondenzen des kursächsischen Geh. Rats Georg von Werthem (vgl. Allg.
Deutsche Biogr. 42, 122—124) enthält. Solche kleine Ergänzungen werden
jedenfalls noch gar manche zu machen sein ; doch auch so kommt Mitzschkes
geschickt angeordnete Zusammenstellung einem dringenden Bedür&is in
sehr brauchbarer Weise entgegen und es wäre zu wünschen, dass ähnliche
Arbeiten auch für andere Gebiete geliefert würden, die neben der Pub-
likation ausführlicher Inventarien (wie sie in Baden, der Rheinprovinz,
Steiermark etc. veröffentlicht werden) ihre gute Berechtigung haben.
7. Aehnlich, wie z. B. 1882 Ermisch auf dem sächsischen Gemeinde-
tage zu Freiberg, 1892 Jung auf dem nassauischen Städtetag zu Diez, hat
Heydenreich auf der Versammlung zu Weimar 1900 den Vertretern des
Thüringer Städteverbandes die Bedeutung städtischer Archive ein-
gehend dargelegt und neben ihrem historischen Werte besonders auch ihre
praktische Bedeutung für rechtliche und finanzielle Fragen hervorhebt, die
in nichthistorischen Kreisen meist viel zu wenig erkannt ist. Indem er ihnen
die Vorteile zeig^, die ihnen erwachsen, den Ehrenpunkt betont, der besonders
für eine Stadt mit rühmlicher historischer Vergangenheit^ in der Pflege
ihres Archivwesens besteht, stellt er verschiedene Angaben über deutsche
Stadtarchive, ihre Einrichtung, Unterbringung, Etats, wissenschafÜichen Pub-
likationen, Benutzungsordnung, Interessierung weiterer Kreise durch regel-
mässige Berichterstattung zusammen und giebt allgemeine Winke für die
Ordnung und Repertorisierung von Archiven. Den Schluss bildet eine
üebersicht über archivalische Litteratur, die aber nicht beansprucht, voll-
ständig zu sein. Das Schriftchen, obwohl nicht für Fachgenossen bestimmt,
ist durch einige Zusammenstellungen auch für diese brauchbar; Kenntnis-
nahme und Beherzigung ist ihm aber besonders seitens der Gemeinde-
verwaltungen sowie der Privatarchivbesitzer zu wünschen, dann kann es
recht nützlich wirken.
8. Konnte der Schrift über die Stadtarchive gern ein freundliches
Geleitswort mitgegeben werden, so ist das leider bei der zweiten, scheinbar
viel stattlicheren Veröffentlichung Heydenreichs über das Mühlhäuser
Archiv in geringerem Masse der Fall. Nach dem Titel erwartet man —
zumal sie den thüringischen Archivkollegen gewidmet ist — eine wissen-
schaftliche Arbeit über Geschichte, Entwicklung, Zustand, Einteilung des
^ Gerade manche kleinere Stadt spielte in früheren Jahrhunderten eine
weit wichtigere Rolle, als das ihre heutigen bescheidenen Verhältnisse er-
kennen lassen.
Nachrichten und Notizen n. 145
Archivs, eventuell auch eine üebersicht über die Bestände oder ein Inventar.
Der erste Teil entspricht auch in der Hauptsache einem Abriss der Geschichte
und gegenwärtigen Verhältnisse des Archivs; alles Folgende aber ist fast
ausschliesslich eine Beschreibung der Archivausstellung oder des historischen
Museums in den Archivräumen, stellt jedoch keinen vollständigen, plan-
mäflsigen Katalog dar, sondern nur eine Art belehrenden Führers.
Heydenreich zählt nicht der Reihe nach die einzelnen Nummern auf und
erläutert sie, sondern bespricht bald dies, bald jenes Stück, wie man es
wohl mündlich macht, wenn man Jemandem in 1 — 2 Stunden alles Mögliche
vorzeigt, ein paar Paradepferde (besonders alte oder schön aussehende
Stücke) zuerst, dann, wie es gerade sich darbietet, noch dies und das. Er
gruppiert seinen Stoff in zwölf Abteilungen; 1. Urkunden und Siegel von
Kaisern und Königen, 2. von Päpsten und ausserdeutschen Kirchenfürsten,
3. von weltlichen Fürsten, 4. von deutschen Kirchenfürsten und Klöstern,
5. von deutschen Stödten, 6. Archivalien über Innungswesen, deutsche
Städtebilder, 7. Notariatssignete, 8. Klosterhandschrifken, Chroniken, 9. Hand-
schriften berühmter Männer, 10. Abbildungen von Mühlhausen, 11. Münzen,
Medaillen, 12. Vorgeschichtliche Altertümer. Wie schon diese Gruppierung
zeigt, kamen nicht sachliche, den speziellen Verhältnissen der Stadt und
ihres Archivs angepasste Gesichtspunkte bei der Anlegimg des Archiv-
museums und der vorliegenden Schrift in Betracht, sondern äusserliche,
vorwiegend hilfswissenschaftliche Gründe ohne Rücksicht auf Inhalt und
innem Wert. Dadurch wird die Benutzbarkeit der an den verschiedenen
Stellen verstreuten ürkundenregesten, die trotz ihrer Knappheit willkommen
sind, sehr erschwert. Ganz eigentümlich ist aber H.^s Verfahren bei dem
Bilderschmuck. Zuerst ist man freudig erstaunt über dessen Reichhaltigkeit,
bei genauerer Prüfung aber ergeben sich die meisten Bilder als aus andern
Werken und Sammlungen durch fremdes Entgegenkommen entlehnt. Doch
auch so möchten sie mit in Kauf genommen werden; es wäre ja für ge-
bildete Laien (für welche die Schrift trotz der Widmung vorwiegend bestimmt
zu sein scheint) ganz nützlich, wo im Text von einem kaiserlichen Thron-
siegel, einem landgräflichen Reitersiegel, einer päpstlichen Bleibulle u. a.
die Rede ist, Abbildungen desselben Stempels (mag das Siegel auch einer
andern Urkunde entnommen sein) daneben zu haben. Welchen Zweck aber
hat es, wenn Siegel^ bloss zu Schauzwecken beigegeben werden, ohne dass
eine Beziehung auf Urkunden des Mühlhäuser Archivs stattfindet, oder
wenn ans Leists graphisch schöner, textlich ungenügender (wie in den Mitt.
des Instituts f. Oesterreichische Geschichtsforschung XVIH 635 — 640 gezeigt
ist) Publikation allgemeine Bemerkungen über Notariatssignete und nicht
weniger als zehn Zeichenbilder selbst entlehnt sind, gleichfalls ohne Bezug
auf Mühlhäuser Notariatsinstrumente? Es thut Ref., der bei seinem eigenen
Interesse für thüringisch -sächsische Geschichte Hejdenreichs Bemühungen
^ Gerade bei einem Buche für Nichtheraldiker und Nichtsphragistiker
war es übrigens doppelt notwendig, die Begriffe Siegel und Wappen richtig
auseinander zu halten und nicht, wie auf S. 31, die Städtewappen direkt
als Städtesi^^l zu bezeichnen.
146 Nachrichten und Notizen II.
zur Hebung des historischen Sinnes in der alten Reichsstadt mit grösster
Freude begrüsst und ihm besten Erfolg wünscht, leid, über diese in lobens-
werter Absicht unternommene Arbeit nicht günstiger urteilen zu können.
Heydenreich wollte zweien Herren dienen: der Wissenschaft durch die
Archivgeschichte und Mitteilung von Kegesten, und den breiteren Schichten
des Volkes, die für geschichtliche Dinge heute erfreulicher Weise mehr
Sinn haben als früher, durch geschichtlichen und hilfswissenschafÜichen
Anschauungsunterricht; die Interessen beider Kreise sind aber sehr schwer
vereinbar.
9. Langer, K. und K. Kriegsarchiv. Die Schaffung einer dauernden
militärischen Zentralstelle am Hoflager, des beständigen Kriegsrats, später
Hofkriegsrats 1536, ermöglichte die Bildung einer militärischen Akten-
sammlung; doch erst die 1705 — 1708 erfolgte Unterordnung des gesamten
habsburgischen Kriegswesens unter den Wiener Hofkriegsrat veranlasste
den Prinzen Eugen 1711 zur Anstellung eines Archivars behufs Ordnung
und Verzeichnung der nicht mehr kurrenten Akten und damit zur Ein-
richtung des Hofkriegsrätlichen Archivs. Unter Lacy 1766 und Hadick 1776
als Hofkriegsratspräsidenten wurde der militärische Charakter des Archivs
durch Ausscheidung heterogener Bestandteile schärfer zum Ausdruck ge-
bracht, und auf Josephs H. persönliche Anregung hin seit 1779 der Anfang
gemacht mit der kriegswissenschaftlichen Thätigkeit durch Bearbeitung des
Erbfolgekrieges 1740 — 1748 und anderer Feldzüge. Doch waren diese
Studien nicht zur Veröffentlichung, sondern für den Kaiser selbst bestimmt.
Neben dem Hofkriegsrätlichen oder Hofkriegskanzlei- Archiv, dessen Leiter
ein archivalisch gebildeter Beamter war und das fernerhin die Akten über
Administration, Jurisdiktion und Personalien behielt, erstand 1801 auf
Veranlassung des Erzherzogs Karl für die reinmilitärischen Schriften das
Kriegsarchiv unter Leitung eines höheren Offiziers. 1818 wurde die kriegs-
geschichtliche Abteilung einer besonderen Abteilung des Generalquartier-
meisterstabs zugewiesen; erst 1876 wurde sie wieder mit dem Kriegsarchiv
vereint. Bis 1876 bestanden drei Abteilungen: 1. die Registratur- oder
Schriftenabteilung, die die Urkunden und Akten enthält, 2. die topographische
oder Kartenabteilung, im wesentlichen eine Schöpfung Josephs H. („um
Länder gut zu regieren, müsse man sie erst genau kennen^^), der 1766 — 1786
die gesamten eis- und transleithanischen Länder und die Niederlande militär-
ökonomisch aufnehmen Hess. Die topographische Abteilimg umfasste die
Wirkungskreise des heutigen Wiener Militärgeographischen Instituts und
des Landesbeschreibungsbureaus und diente zugleich als Kartendepositorium
der Armee. 3. Die Kriegsbibliothek erwuchs seit 1776 zu einer reichhaltigen
Sammlung von Militärlitteratur, Austriacis und den wichtigsten Werken
anderer einschlägiger Gebiete; beachtenswert ist eine stattliche Reihe von
Zeitungen seit dem Anfange des 19. Jahrhunderts. Seit 1876 traten ver-
schiedene Reformen zur Hebung des wissenschaftlichen Charakters und der
Leistungsfähigkeit des Archivs und zugleich eine Neuorganisation in
vier Abteilungen ins Leben: 1. Kriegsgeschichtliche Abteilung (mit ihren
rühmlichen Werken über die Feldzüge des Prinzen Eugen 21 Bände,
Erbfolgekrieg 4 Bände, Schriften Montecuculie 4 Bände, Mitt. des K. K.
Nachrichten und Notizen II. 147
Kriegs- Archivs 22 Jahrgänge und zahlreichen Monographien), 2. Schriften-
abteilung (die neue Repertorien, Nachschlagelisten u. a. anlegte) , 3. Karten-
abteilung (die nicht mehr Kartendepot und Yerteilungsstelle für die Armee ist,
sondern eine nach bibliothekswissenschaftlichen Grundsätzen angelegte Samm-
lang von Karten aller Zeiten und Länder, Schlachtplänen u. s. w.), 4. Bibliotheks-
abteilung (die nun nach sachlicher Einteilung neu geordnet und katalogisiert
wurde und deren Katalog in zwei Bänden 1896 erschien). Mit Freude ver-
folgt man bei Langer ^ die seit zwei Jahrhunderten fast stetig aufsteigende
Entwicklung des unter der verdienstvollen Leitung des Feldmarschall-
Lieutenants von Wetzer so geachtet dastehenden Instituts. Bei den für den
Historiker wichtigsten Leistungen des Archivs, den kriegsgeschichtlichen
Publikationen, ist anzuerkennen, dass es nicht bloss Arbeiten von Militärs
für Militärs sind, sondern dass neben dem reinmilitärischen auch der historische
Standpimkt thunlichst zur Geltung kommt. Wetzer war nicht der Meinung,
dass ein Ofßzier durch seine Befehligung zu einer wissenschaftlichen Arbeit
auch gleich die Befähigung mit zukommandiert erhielte; er ordnete deshalb
für die anzustellenden Offiziere einen zweijährigen Kursus im Institut für
Oesterreichische Geschichtsforschung an, um an dieser bewährtesten Pflege-
stätte des Geschichtsstudiums und seiner Hilfsdisziplinen sich die für archi-
valische Forschungen unentbehrliche historisch -kritische Vorbildung zu
erwerben. Nicht angenehm berührt bei Langer vielfach die Anwendung
unschöner Fremdwörter, die allerdings zum Teil nicht ihm, sondern dem
amtlichen Sprachgebrauch zur Last fällt, der sich schwer entschliessen
kann, mit veralteten Bezeichnungen aufzuräumen (ich will nur S. 101 Ubi-
cationen, S. 124 Manipulationsoffizier erwähnen). Neben der Geschichte
und Organisation des Archivs würde man gern die Abschnitte über die
Bestände der vier Abteilungen („das Materiale^^) etwas eingehender gehalten
wünschen, besonders bei der Schriften abteilung, um, wenn auch kein Inventar,
80 doch einen gewissen Ersatz desselben zu erhalten; vielleicht entschliesst
sich die Archivleitung zur Herausgabe von Uebersichten nach preussischem
oder Inventarien nach badischem Muster.
Dresden. W. Lippert.
Mälanges de litt^rature et d'histoire religieuses, publies il
Toccasion du jubil^ ^piscopal de Mgr. de Cabridres, dveque de Mont-
pellier. Paris. 1899. Bd. H. 455 Seiten.
Monseigneur de Cabrieres muss sich eines ungewöhnlichen Ansehens
erfreuen, dass man sich gedrungen fühlte, sein Jubiläum durch eine, 2 starke
Bände in Anspruch nehmende, Festschrift zu feiern. Die Mitarbeiter des
vorliegenden Bandes sind meist Weltgeistliche, aber auch ein Karthäuser
und ein Jesuit und sogar ein französischer Militär haben ihn füllen helfen.
Inhalt und Wert der Aufsätze entsprechen dem Titel Mdlanges. Der Stand-
* Das Werk ist eine Neubearbeitung des 1878 erschienenen Buches
des Majors Rechberger von Rechcron; bereits 1871 gab G. Wolf in seiner
„Gesch. der K. K. Archive in Wien" S. 160 folg. einen kurzen Abriss über
das Archiv des Reichskriegsministeriums , der aber mangels genügender
Vorarbeiten nur knapp und ungenügend ausfallen konnte.
148 Nachrichten und Notizen II.
punkt der Mehrzahl der Autoren wird uns wiedergegeben in dem Satze
S. 307 : la plus haute mission de Thistorien est d'^crire ou de recneillir les
vies des hommes qui ont illustr^ ou simplement ^difi^ TEglise — man
beachte das grosse £ — par leur saintet^, und in der Bemerkung S. 816:
TEglise, apte ä enseigner les barbares, n'est pas inapte k enseigner leurs
fils civilis^ — les universitäs en gardant pour chanceliers les äydqnes
n'euBsent rien perdu de leur vraie science. — Der umfänglichste der Auf-
sätze clause Teccl^sastiques Languedoriens ist zugleich der wenigst belang-
reiche. Von aUgemeinem Interesse sind die Forschungen und Urkunden
zur Einföhrung der Jesuiten in die Hugenottenstadt Montpellier S. 2X1 — 271,
der urkundliche Bericht über die ünthaten der Camisards in Satnrargnes
(1702) S. 867 ff., der Aufsatz über die Verhandlungen des MarschaUs Villare
mit den Ständen von Languedoc 1704 über den von Ludwig XIV. geforderten
don gratuit und die capitation S. 351 ff. und vor allem die Notiz Dom
Mongels über die litterarische Thätigkeit des Earthäusers Dionys Bockel.
Dom Mongel teilt ein von Dionys selbst 1466 angelegtes Verzeichnis der
Werke mit und kündigt an, dass die von der Grande-Chartreuse veranstaltete
Gesamtausgabe „dieses letzten grossen mittelalterlichen Schriftstellers^, der
in der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts so eifrig studiert wurde, nicht weniger
als 50 starke Quartbände umfassen wird; 11 erst sind seit 1896 erschienen,
darunter leider noch nicht die für die Kulturgeschichte so wichtigen oeuvres
de circonstance oder sozialethischen Schriften, die Mongel etwas zu sehr
hinter den oeuvres de fonds, den Schriften zu dem gesamten Cyclus der
scholastischen Wissenschaften, in denen Dionys keinerlei Originalität an
den Tag legt, zurücktreten lässt.
Leipzig. H. Böhmer.
Für die Freunde der badischen Geschichte hat K. Brunn er einen
kleinen Wegweiser (die Pflege der Heimatgeschichte in Baden) veröffent-
licht, der sie ebenso mit den wissenschaftlichen Anstalten, Sanmilungen
und Vereinen wie mit den wichtigsten Erzeugnissen der badischen
Historiographie vertraut machen soll. Keine erschöpfende Bibliographie
ist beabsichtiget, sondern nur die Hervorhebung der hauptsächlichsten
Hilfsmittel, bei deren schier übergrosser Zahl sich der Verfasser manche
Beschränkung auferlegen musste. Er fürchtet, seine Auswahl und die
Würdigung einzelner Werke möchte ein persönliches Gtepi^ge nicht ver-
leugnen: eben die Ruhe und Sicherheit des Urteils verdient Anerkennung,
während ich einzelne Abschnitte wie z. B. denjenigen über Recht und
Verfassung (S. 88 f., 86) etwas umfangreicher gewünscht hätte. Es fällt
auf, dass der Abdruck der badischen Verfassungsurkunde vom Jahre
1818 in K. Bindings Sammlung, der zugleich alle Veränderungen bis
zum Jahre 1888 erkennen lässt, nicht erwähnt ist. Auch der Beitrag von
G. Meyer in der Heidelberger Festschrift vom Jahre 1896, die Arbeiten
von C. Stroebe über die gesetzgeberische Entwicklung der badischen Ge-
meindeverfassung (1894) und Fr. Wielandt über das Staatsrecht des Gross-
herzogtums Baden (1894) hätten vielleicht verzeichnet werden können. Der
vorzüglichste Wert der Schrift aber dürfte in der Beigabe der sorgfältigen
Uebersichten über Darstellungen mehr lokalhistorischen Charakters zu er-
Nachrichten und Notizen n. 149
blicken sein. Man freut sich des Taktes bei Anordnung und Auswahl der
einschlägigen Litteratur. Gerade diese Paragraphen werden sicher Vielen
zugute kommen und dann werden auch Fragen unmöglich sein wie die
jenes „Chronikers^*, der sich einmal im Karlsruher Generallandesarchiv nach
der Urkunde über die Einfuhrung des Christentums in Emmendingen er-
kundigte (Die Pflege der Heimatsgeschichte in Baden. Im Auftrage des
Earkroher Altertumsvereins herausgegeben. Karlsruhe, Reiff 1901. YIII,
153 S. 8^.
Friedenau bei Berlin. A. Werminghoff.
Haase, Gurt, Die Königskrönungen in Oberitalien und die „eiseme^^
Krone. (Strassburg, Schlesier und Schweikhardt, 1901, 143 S.)
Haase setzt es sich zur Aufgabe, unter Benützung der neueren kunst-
historischen Forschungen die Schicksale der sogenannten eisernen Krone
und die Entwickelung der sich daran knüpfenden Tradition zu verfolgen.
Zu diesem Zwecke prüft er zunächst die Geschichte der Königskrönimgen
in Oberitalien und gelangt, grossenteils in Uebereinstimmung mit der bis-
herigen Forschung, zu dem Resultat, dass bis zum Interregnum Krönungen
nur bei Gregenkönigen und solchen, die sich ihnen gegenüberstellen, sowie
gelegentlich als sogenannte Festkrönungen nachweisbar sind; erst Hein-
richs yn. Beispiel macht die Krönung bis auf Karl V. zur Regel. Dabei
gelangt nicht die heute sogenannte eiserne Krone zur Anwendung. Der
Krönungsort ist anfangs Pavia, später ordnungsmässig Mailand; in Monza
hat, abgesehen von der als Festkrönung zu betrachtenden Krönung Fried-
richs I. im Jahre 1158, nur eine wirkliche Krönung stattgefunden, diejenige
des Staufers Konrad 1128. Gleichwohl bildet sich hier eine Tradition, die
Monza als rechtmässigen Krönungsort bezeichnet und ausserhalb Monzas
mit der Sage von einer bei der Krönung zu verwendenden eisernen Krone
verknüpft wird. Zuerst bringt diese Theorie, worauf Haase durch Kroeners
kurz vorher erschienene Dissertation, „Wahl imd Krönung der deutschen
Kaiser und Könige in Italien^' au&ierksam gemacht worden ist. Rolandin
von Padua, nach ihm Tolomeo von Lucca. Haase untersucht ihre Berichte
und weist geschickt nach, dass Tolomeo aus der damals blühenden Karls-
sage geschöpft habe, wobei er an die bekannte Erzählimg vom eisernen
Karl denkt, die Tolomeo die nächste Anregimg gegeben haben könnte ; weniger
glücklich ist der Versuch, auch für Rolandin dieselbe Quelle in Anspruch
zu nehmen. In Monza selbst ist, wie die Schatzinventare erweisen, diese
Sage noch bis zur Mitte des 14. Jahrhimderts unbekannt oder zum min-
desten nicht mit der heute als der eisernen bezeichneten Krone in Yer-
bindimg gebracht. Dies geschieht erst etwa seit der Krönung Sigismimds
(1431), mit dem Erfolg, dass die Krone unter Karl V. zum ersten und letzten
Male zur Anwendung kommt (1530) ; seitdem ist sie nur noch von Napoleon I.
und Kaiser Ferdinand von Oesterreich benützt worden. Seiner ursprüng-
lichen Bestimmung nach ist das Kleinod überhaupt keine Krone, was
schon sein geringer umfang ausschliesst, sondern ein im 9. Jahrhundert
verfertigter, über dem Gewände getragener Armreif, ähnlich den beiden
1730 zu Kasan gefundenen. Wann es nach Monza kam, ist ungewiss. Be-
kanntlich wird die Krone im Innern durch einen Eisenreif zusammen-
150 Nachrichten und Notizen 11.
gehalten, der aus einem Nagel vom Kreuze Chriäti geschmiedet sein solL
DaH Mittelalter kennt diese Sage noch nicht; sie ist erst in der 2. Hälfte
des 16. Jahrhunderts aufgekommen und wird seit Muratori von der Wissen-
schaft, trotz des entgenstehenden Entscheides der Rituskongregation (1717),
nicht anerkannt. —
Die Arbeit, welche in geschickter Weise neben den Resultaten der
älteren historischen Forschung die Ergebnisse der neueren kunsthistorischen
Untersuchungen von Bock und Barbier de Montault zu verwerten weiss und
da und dort aus Eigenem unsere Kenntnis bereichert, zeugt von der sorg-
fältigen und gewissenhaften Schulung des Bresslauschen Seminars, aus
welchem H. hervorgangen ist.
In einem Anhang behandelt H. drei mit seinem Thema in loserem Zu-
sammenhang stehende Fragen : den dies consecrationis in Karls m. Urkunden
Böhmer-Mühlbacher Nr. 1667, 1670, 1684, 1694, die Entstehung von Ottos in.
angeblicher Urkunde für Monza St. 1298, von der er nachweist, dass Zucchi
(Breve historia della corona ferrea, 1613) sie unter Zuhilfenahme einer
Stelle von Morigias Monzaer Chronik fälschte, endlich den MG. LL. ü. ab-
gedruckten Mailänder Ordo coronationis , den er unter glücklicher Polemik
gegen Meinhold (Forschungen zur Geschichte der lombardischen Krönung
der deutschen Kaiser und Könige, Diss. Halle 1883) mit Pertz wieder Hein-
rich VU. zuweist. S. Hellmann.
Analecta Argentinensia. Vatikanische Akten und Regesten zur Ge-
schichte des Bistums Strassburg im XIV. Jahrhundert (Johann XXII,
1316 — 1334) und Beiträge zur Reichs- und Bistumsgeschichte von
Dr. Ernst Hau vi 11 er. I. Band. Strassburg, van Hauten 1900.
CLXXXn, 369 S.
Als erste Frucht der Nachforschungen, die Hauviller im Vatikanischen
Archiv zur elsüssischen Geschichte angestellt hat, erhalten wir einen aus
Darstellung und Quellenabdruck bestehenden Band, der dem Zeitalter
Johanns XXII. und des Gegenpapstes Nikolaus gewidmet ist. Von Wert
sind die mannigfachen neuen Aufschlüsse, die aus dem gesammelten Material
heraus zur Lebensgeschichte der Bischöfe Johann von Dürbheim und Berthold
von Buchegg gegeben werden; das Gleiche gilt von den im grossen und
ganzen zutreffenden Ausführungen über die innere Geschichte des Bistums,
wie denn schliesslich auch für die allgemeine Geschichte manch frucht-
bringendes Kömlein abfällt. Der eigentliche Hauptteil der Arbeit, der
328 grösstenteils unbekannte Urkunden in Abdruck oder in Auszug bringt,
steht dagegen nicht auf der Höhe: über seine Mängel habe ich mich in
der Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins N. F. 16, Heft 3 aus-
gesprochen.
Strassburg i. E. Hans Kaiser.
Brunner, Georg, Geschieht« der Reformation des Klosters und Stiftlandes
Waldsassen. Erlangen 1901, in Kommission bei Fritz Junge. 214 S.
gr. 8. Mit einer Karte.
„Es ist zugleich eine Geschichte des Cistercionäerordens , seiner Blüte
und seines Verfalls, die sich uns mit der Waldsassens auflhut.^* Dieses
Wort Döberls gilt auch für die Reformationszeit, die hier auf Grund aus-
Nachrichten and Notizen IT. 151
giebiger Stadien im Königlichen Reichsarchive zn München, im Königlichen
Kreisarchive za Amberg and im Stadtarchive zu Eger zur Darstellung ge-
langt. Aus dem ersten Kapitel, das die vorreformatorische Zeit behandelt,
ist von besonderem Interesse § 4, wo der Verfasser ausführt, wie die reiche
und mächtige Cistercienserabtei, die über 400 Jahre als ein unmittelbarer
Reichsfltaat geglänzt und 137 Jahre lang den Zankapfel zwischen der Pfalz
und Böhmen gebildet hatte, im Kampfe um ihre Selbständigkeit der ziel-
bewussten Politik des pfälzischen Hauses erliegt. Nicht wenig trug dazu
die Haltung der Mönche bei. Die ehemalige strenge Ordensdisziplin war
verfallen. „Die alten Mönchsgelübde der Armut, der Keuschheit und des Ge-
horsams hatten ihre Bedeutung fast gänzlich verloren. Ueppigkeit, Wohl-
leben und Verschwendung, Sittenlosigkeit und Ungehorsam waren an ihre
Stelle getreten'' (S. 38). Nicht besser als im Kloster waren die sittlichen
Zustände im eigentlichen Stiftslande. Nachdem im 2. Kapitel (S. 48—87)
die Einführung des lutherischen Bekenntnisses vom Jahre 1556 geschildert
worden ist, wird im 3. Kapital in vielseitigen Mitteilungen über die drei
Visitationen von 1557, 1579 und 1583 wertvolles Material über den Einfluss
der Reformation auf die kirchlichen, sittlichen, geistigen und sozialen Zu-
stände des Stiftlandes dargeboten. Auch hier befinden sich wertvolle Beiträge
zur Geschichte der Pfalz. Der Text ist fesselnd geschrieben. Die Belege für
die Darstellung werden in 15 zum Teil umfangreichen Beilagen abgedruckt.
Leipzig. Georg Müller.
11 monte dei Paschi di Siena, Sommario die Notizie storiche e
statistische 4^ VI u. 264 S. Siena 1900.
Ursprünglich für die Pariser Weltausstellung bestimmt, giebt das vor-
nehm und reich ausgestattete Werk einen historisch-statistischen Ueberblick
über eine Reihe von Sieneser Kreditinstituten, den Monte Pio, den Monte
dei Paschi, die Cassa di Risparmio, den Credito Fondiario, und den Credito
agricolo, die, alle aus einem Stamm erwachsen, sich im Laufe von mehr
als vier Jahrhunderten zu ebenso umfassender wie gedeihlicher Wirksamkeit
entfaltet haben. Ist der Monte Pio, das städtische Leihamt, das älteste
dieser Institute, kommt in ihm der ursprüngliche Zweck aller dieser Grün-
dungen, billigen Kredit zu verschaffen, am reinsten und deutlichsten zum
Ausdruck, so verdient doch der Monte dei Paschi unsre besondere Beachtung;
nicht sowohl weil seine Entwickelung an Macht und Bedeutung die der
anderen Banken bei weitem überstrahlt, sondern vor allem weil hier
eines der schwierigsten Probleme der modernen Kreditwirtschaft in fast
mustergiltiger Weise, wenn auch in relativ kleinem Massstabe, gelöst erscheint.
Denn wenn wir sehen, dass hier auch die schlimmsten ökonomischen Krisen,
die der italienische Staat in den letzten Jahrhunderten durchzumachen hatte,
relativ leicht und schnell überwunden wurden, wenn der Gewinn des Instituts
nur in der Differenz zwischen den den Obligationären zu zahlenden Passiv-
zinsen und den Aktivzinsen bestand, die es selber seinen Schuldnern ab-
nahm, wenn diese Differenz im allgemeinen %yo nicht überstieg, wenn
endlich der Gewinn zum kleineren Teil zur Bildung eines Stammkapitals und
Reservefonds, zum grösseren Teil zu wohlthätigen Stiftungen und zur Unter-
stützung gemeinnütziger Unternehmungen verwandt wurde — so scheint mir
152 Nachrichten und Notizen n.
hier eine Organisation des öffentlichen Kredits gegeben, die in anbetracht
des Femseins jedes spekulativen Moments gerade in der Krise, die wir
momentan durchzumachen haben, besonderer Beachtung wert ist. Auch die
eigentümliche Sicherstellung des Gläubigerkapitals durch die Einkünfte der
Staatsdomänen — daher Monte dei Paschi — , die erst später durch hypothe-
karische Sicherheit abgelöst wird, verdiente wohl aus der Feder eines sach-
verstöndigen Nationalökonomen eine genauere Schilderung, als sie hier ge-
geben werden kann. A. Doren.
Die Danziger Yerfassimgskämpfe unter polnischer Herrschaft behandelt
eine sehr gute Arbeit von Salka Goldmann, die als zweites Heft des
7. Bandes der „Leipziger Studien" erschienen ist (Leipzig 1901). Der Wert
dieser Schrift ruht vor allem in der breiten Unterlage, auf der sich die
Darstellung aufbaut, und in der anschaulichen Schilderung des Einflusses,
den die allgemeinen politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse auf die
Verfassungsentwicklung in Danzig ausgeübt haben. Den Kern aller inneren
Kämpfe bildete das Streben der Bürgerschaft nach Teilnahme am Regiment,
das in den Händen eines Patriziats lag. Dieses Drängen der dritten Ord-
nung blieb bedeutungslos, solange die Stadt sich hoher wirtschaftlicher
Blüte erfreute, solange der aristokratische Bat sich die Förderung der
kommerziellen Interessen in erster Linie angelegen sein liess und mit Hufe
seines Reichtums die Einmischung der geldarmen Polenkönige zu verhüten
wusste. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts begann, wesentlich
infolge der Verschiebungen im europäischen Staatensystem, der Rückgang
des Handels, und im 18. Jahrhundert büsste Danzig sein Prestige als Ge-
treideezportplatz ein. Die Bürgerschaft machte den Rat für diese Wandlung
verantwortlich, der den Schwerpunkt seiner Wirksamkeit mehr in bureau-
kratisch-juristischer als in kommerzieller Thätigkeit sah und zweifellos
nicht mehr jene Ueberlegenheit an staatsmännischer Einsicht und prak-
tischer Erfahrung besass, die in früherer Zeit seiner Alleinherrschaft ein
gewisses Recht verliehen hatte. Die schweren Geldopfer, welche die Be-
lagerung Danzigs durch die Russen 173S/S4 der Stadt auferlegte, raubten
dem Rat den letzten Rest von Popularität; seine Rolle war ausgespielt, als
kurz danach der finanziell unabhängiger dastehende August HI. von Polen
mit der Opposition in der Stadt gemeinsame Sache machte. I mm ich.
Hermann Klaje, Der Einfall des kais. General -Wachtmeisters Joachim
Ernst V. Krockow in Hinterpommem vom Jahre 1643. Greifs wald 1901.
Gegenüber der Anschauung, die Meinardus in seiner Ausgabe der
Protokolle und Relationen des brandenburgischen Geheimen Rats aus-
gesprochen hat, zeigt Klaje auf Grund umfänglicher archivalischer Studien,
besonders eines wichtigen Fundes im k. k. Kriegsarchiv in Wien, dass der
Zug Krockows keine Probe auf das Wohlverhalten des brandenburgischen
Kurfürsten, keine Warnung vor engerer Verbindung mit Schweden sein
sollte, dass vielmehr strategische Ziele allein die Entschliessungen des
Wiener Kabinets beherrschten. Es galt, das schwedische Hauptheer unter
Torstenson aus den kaiserlichen Erblanden wegzuziehen und den Schwer-
punkt des Krieges nach Pommern zu verlegen. Ersteres wurde auch er^
Nachrichten nnd Notizen II. 153
reicht. Den Brandenburger wollte der Kaiser dadurch von Schweden ab
und zu sich herüberziehen, dass er Pommern, angeblich für ihn, eroberte.
Wenn es der Kurfürst dann wirklich von ihm verlangen wollte, mochte er
sich die kaiserliche Gnade verdienen. — Die militärische und lokalgeschicht-
liche Seite und die Schicksale des Zuges werden sehr ausführlich behandelt.
Die Schrift bildet einen angemessenen ersten Ergänzungsband der Pommer-
schen Jahrbücher. Warum aber ist im Text auf die hinten abgedruckten
Beilagen nicht verwiesen? Hans Schulz.
In den „Beiträgen zur Geschichte der Universität Erlangen'^
die auch als Sonderabdruck aus der Festschrift der Universität Erlangen
zur Feier des 80. Geburtstages Sr. Königlichen Hoheit des Prinzregenteu
Luitpold von Bayern (Erlangen und Leipzig, A. Deichert'sche Verlagsbuch-
handlung Nachf. Georg Böhme 1901. gr. 8^ 26 S.) erschienen sind, hat
Richard Fester drei kleine Studien vereinigt. Die erste „Das Porträt
des Stifters'^ bezieht sich auf ein in Heliogravüre beigegebenes Pastell des
Markgrafen Friedrich von Bayreuth, vielleicht ein Werk Pavonas, welches
die Universität vermutlich 1817 als Vermächtnis von seiner ihn überleben-
den zweiten Gemahlin Sophie Caroline Marie von Braunschweig -Wolfen-
büttel erhielt. Sodann berichtet er über „Die Bibliothek der Markgräfin
Wilhelmine", Friedrichs erster Gemahlin, welche 1769 in den Besitz der
Universität gelangte, und knüpft daran interessante Bemerkungen über das
durch sie repräsentierte Bildimgsideal der Aufklärungszeit In dem Schluss-
artikel „Die Universität beim Tode Friedrichs des Grossen" frischt Fester
die Erinnerung an die Gedächtnisrede des Theologen Hufnagel wieder auf,
welche die deutsche Litteratur gegen die Voryrürfe der Abhandlung de la
littärature allemande in Schutz nimmt, aber auch von feinem Verständnis
für die Persönlichkeit des Königs zeugt. Paul Haake.
R. Erauel: Prinz Heinrich von Preussen in Paris während der Jahre 1784
und 1788 bis 1789. Berlin, 1901, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, 72 S.
Es ist bekannt, dass Friedrich der Grosse seinem jüngeren Bruder Hein-
rich grosses Vertrauen schenkte und ihm nicht bloss militärische, sondern
auch diplomatische Aufgaben übertrug. So wirkte Prinz Heinrich im Sinne
der preussischen Politik, als er Petersburg besuchte. Weniger war bisher
Über seine Thätigkeit in Paris bekannt. Der kaiserlich deutsche Gesandte
s. D. Krauel hat auf Grund von ungedruckten Materialien eine treffliche
Darstellung der beiden Reisen gegeben, welche Prinz Heinrich nach Paris
unternommen. Die Briefe des Prinzen an den König und an den Prinzen
Ferdinand und die Berichte des österreichischen Gesandten Grafen Marcy
sind eingehend benutzt worden. Wir sehen hieraus, dass die politische
RoUe, welche Prinz Heinrich 1784 in Paris spielte, recht unbedeutend war,
der Hauptzweck der Reise war, Paris kennen zu lernen, für welches der
Prinz eine grosse Vorliebe fasste. Seiner Bildung, seinen politischen wie
schöngeistigen Anschauungen folgend verehrte Prinz Heinrich die Franzosen
noch weit mehr, als sein königlicher Bruder. Wie Friedrich aber, so ver-
stand es auch Heinrich^ das nützliche mit dem angenehmen zu verbinden.
So knüpfte er auf Wunsch des Königs auch politische Verhandlungen an,
Hittor. Tierta^fthrtchrift. 1908. 1. 11
154 Nachrichten und Notizen II.
die 80 geheim gehalten blieben, dass selbst der preussische Gesandte in
Paris nicht eingeweiht wurde.
Gänzlich unpolitisch war dagegen die zweite Reise, die der Prinz 1788
bis 1789 unternahm. Sein Einfluss am Berliner Hofe war vOllig gebrochen,
damals herrschten die WöUner und BischofiFwerder. So konnte der Prinz
ganz sich seinen privaten Neigungen hingeben. Froh, auf einige Monate
dem Vaterlande, dessen äussere wie innere Politik er missbilligte, entronnen
zu sein, fühlte er sich glücklich in der Pariser Gesellschaft, liess sich durch
ihren Glanz blenden und ahnte nicht, dass sie unmittelbar vor dem Zu-
sammenbruche stand.
Berlin. Richard Schmitt.
Kurz nach dem Erscheinen dieses Büchleins ist F. X. Kraus auf
italienischem Boden, wo er Erholung suchte, mitten aus eifrigster Thätig-
keit und leider vor der Vollendung grosser Pläne von einem frühzeitigen
Tode ereilt worden. Die Schrift über Cavour sollte eine Episode seines
Schaffens sein — nun liegt sie mit den geistesverwandten Aufsätzen über
Pellegrino Rossi (Beil. z. Allg. Ztg.) vor uns als sein Testament. Der Mass-
stab würde zu kurz ausfallen, wenn man diese Schrift lediglich als einen
Beitrag zur Geschichte des 19. Jahrhunderts betrachten wollte, obwohl sie
das Werden der italienischen Einheitsbewegung und die Wirksamkeit
Cavours mit voller Beherrschung des ganzen Stoffes in grossen, sichern
Linien zeichnet. Denn die Arbeit des Heimgegangenen erschöpfte sich nicht
in seiner wissenschaftlichen Thätigkeit, sondern warf sich immer stärker
auf die religiösen Probleme unserer Zeit. Von seinem „Dante^* bis zu diesen
letzten litterarischen Leistungen ist alles, was aus seiner Feder floss, ein
Bekenntnis seines Innern geworden, das in inmier stärkere Konflikte mit
den heute im Katholizismus vorherrschenden Tendenzen geriet. In Dante
glaubte er den wahren Gehalt der katholischen Kirche verkörpert zu sehen,
in den berühmten „Kirchenpolitischen Briefen^^ der Allg. Zeitung kämpfte
er — wenn auch längere Zeit anonym — für den „religiösen Katholizismus^'
gegen den Ultramontanismus und im „Cavour^^ erkennt er gerade im Namen
dieses religiösen Katholizismus die geschichtlichen Thatsachen und die Ab-
sichten Cavours an — er ist weit davon entfernt, gegen den Untergang
der weltlichen Herrschaft des Papsttums Einspruch zu erheben. Wie einst
Döllinger hat er sich zu einer vorurteilsfreien Würdigung der Vergangen-
heit durchgearbeitet. — Viele sahen dem von Kraus geführten Kampfe nur
mit Achselzucken zu; das Vertrauen auf den Charakter des Streiters war
erschüttert, seit er sich einmal in früheren Jahren (1887) mit seinem Lehr-
buch der Kirchengeschichte einem römischen Machtspruch unterworfen hatte.
Und selbst wo man sein Streben und seinen Mut anerkannte, regten sich
die stärksten Zweifel, ob der „Idealkatholizismus^^ irgendwelche Znkonfl
haben könnte. Kraus bleibt dennoch eine bedeutsame Erscheinung, wenn
er auch nicht zum siegreichen Führer, zum Märtyrer grosser Ueber-
zeugungen geboren war. Seine Gedanken werden weiter wirken und Stärkeren
vielleicht die Wege zeigen. Dafür wird auch diese letzte Gabe, das Büch-
lein über Cavour, wirken. Walter Goetz.
Nachrichten und Notizen II. 155
Nautik U8 1901, Jahrbuch für Deutschlands Seeinteressen (Nautikus-Schriften
Band VI), BerUn 1901, E. 8. Mittler u. Sohn. 461 S. 8^
In dem vorliegenden dritten Jahrgange dieses Werks nimmt zunächst
die Behandlung der kriegsmaritimen Fachwissenschaft erheblich breitem
Raum ein wie im vorhergehenden Bande. Im zweiten, dem wirtschaftlichen
und technischen Teil des Buches finden an erster Stelle die neuesten Fort-
schritte der deutschen Handelsmarine S. 213 ff. eingehende Würdigung,
wozu im dritten Teile reiches statistisches Material S. 424 ff. u. S. 430 ge-
boten wird. Ebenso wird die im zweiten Teil gegebene Darstellung der
deutschen Ostseerhederei S. 265 ff. im dritten ergänzt durch mannigfache
statistische Nachweise S. 424 ff., besonders S. 430, 431 ff. über Betriebsver-
hältnisse in einer grossen Anzahl deutscher Rhedereien sowie über den
Seeschiffsverkehr in den wichtigen deutschen Hafenplätzen im Jahre 1900.
Die Aufsätze historischer Natur über die koloniale und maritime Ver-
gangenheit anderer Nationen treten in diesem Bande mehr zurück. Der
Blüte und dem Verfall der spanischen Seemacht ist S. 183 ff. ein Artikel
gewidmet, in welchem jedoch dem Verfall und seinen Gründen allzu geringe
Beachtung geschenkt wird. Ein anderer Aufsatz behandelt Frankreichs
Blütezeit als See- und Kolonialmacht S. 164 ff. Eine Studie S. 71 ff. über
überseeische Expeditionen seit der französischen Expedition nach Aegypten
1798 ist recht interessant auch durch die beigegebene tabellarische Ueber-
sicht, während eine Betrachtung des Erstarkens der Völker zur See S. 114 ff.
in die grossen weltpolitischen Fragen der Gregenwart, die mit dem Streben
nach Seegewalt und wirtschaftlich -kommerzieller Expansion zusammen-
hängen, einführt.
Auch dieser neue Band des Jahrbuchs dürfte durchaus geeignet sein, seinen
grossen Zweck zu erfüllen, das in weiten Kreisen unseres Volks rege gewor-
dene Interesse an den maritimen Fragen weiter zu beleben und zu vertiefen.
Säel. Daenell.
Der seit 1877 bestehende „Historisch -antiquarische Verein in Ob-
walden*' giebt seit 1901 „Obwaldner Geschichtsblätter** (Verlag von
Schulthess & Co., Zürich) heraus. Aus dem kürzlich erschienenen ersten
Heft heben wir den umfangreichen Aufsatz von F. Niderberger über „Die
Entwickelung der Gerichtsverfassung in Obwalden" hervor.
Am 2. Mai 1901 fand in Stuttgart die 10. Sitzung der Wfirttem-
bergisehen Kommission fQr Landesgeschichte statt. Wir entnehmen
dem Bericht derselben über den Stand der Arbeiten Folgendes: Von dem
Briefwechsel des Herzogs Christoph (Ernst) ist Bd. 2 erschienen,
Bd. 3 wird hauptsächlich den Reichstag von 1555 behandeln, von Bd. 4 ab
soll statt der bisherigen Ausführlichkeit eine kürzere Behandlung einsetzen.
Vom Heilbronner ürkundenbuch ist Bd. I (E. Knupfer) in Druck,
Bd. n (v. Bauch) wird in Arbeit genommen. Von den geschicht-
lichen Liedern und Sprüchen Württembergs ist Heft H im Druck
vollendet. Archivassessor Dr. Wintterlin hat den I. Teil der Geschichte
der Behördenorganisation in Württemberg, welcher die Zeit bis
zum 30 jährigen Kriege umfasst, fertiggestellt. Privatdozent Dr. Käser in
11*
156 Nachrichten und Notia^n 11.
Wien ist auf seinen Wunsch des AuilragH, die Akten des Schwäbischen
Bundes zu bearbeiten, enthoben worden.
Am 16. und 16. November 1901 fand in Karlsruhe die 20. Plenar-
sitzung der Badischen Historischen KommiHsiom statt, lieber den
Stand der Arbeiten wird berichtet: Von den Begesten der Bischöfe
von Konstanz (Cartellieri) wurde Bd. II Lfrg. 4 ausgegeben, Lfg. 6 (Schluss)
wird im nächsten Jahre folgen. Von den Regesten der Markgrafen
von Baden und Hachberg ist Bd. II Lfrg. 1 — 2 erschienen und Bd. m
Lfrg. 1—2 von Prof. Dr. Witte im Manuskript fertiggestellt. Die Regesten
der Pfalzgrafen am Rhein werden unter Leitung des Prof. Dr. Wille
vqn Dr. Sillib weitergeführt. Von der unter Leitung des Prof. Dr. SchrGder
stehenden Herausgabe der Oberrheinischen Stadtrechtc wird aus der
Abteilung der fränkischen Stadtrechte Heft 6, bearbeitet von Dr. Koehne,
voraussichtlich 1902 erscheinen und aus der Abteilung der elsässischen
Stadtrechte Schlettstadt, bearbeitet von Dr. Gdnj, denmächst ausgegeben
werden. Von der Politischen Korrespondenz Karl Friedrichs von
Baden ist der (Schluss-)Bd. V (Archivrat Obser) erschienen und ein Nach-
tragsband in Aussicht genommen. Mit der Herausgabe der Korrespon*
denz des Fürstabtes Martin Gerbert von St. Blasien waren Archiv-
direktor Dr. Weech und Archivassessor Dr. Brunner beschäftigt. Von der
2. Aufl. des Topographischen Wörterbuchs hofil Archivrat Dr. Krieger
übers Jahr den 1. Halbband druckfertig vorzulegen. Von der Wirtschafts-
geschichte des Schwarzwaldes hofft Prof. Dr. Gothein den IL Bd.
gleichfalls in Jahresfrist fertigzustellen. Vom Oberbadischen Ge-
schlcchterbuch (Kindler von Knobloch) ist Bd. 11 Lfrg. 3 erschienen,
Lfrg. 4 ist unter der Presse. Der Druck des 5. Bandes der Badischen
Biographien (v. Weech und Ejieger) soll im Laufe dieses Jahres be-
ginnen. Von den Siegeln der Badischen Städte ist Heft H in Druck.
Die Arbeiten an der Ordnung und Verzeichnung der Archive von
Gemeinden, Pfarreien und Grundherrschaften u. s. w. nähern sich
dem Abschluss. Das Neujahrsblatt tür 1901 enthielt: „Baden zwischen
Neckar und Main 1803—1806'* von Dr. P. Albert, und bringt für 1902:
„Ausgewählte Gedichte des badischen Dichters Samuel Friedrich Sauter*',
bearb. von Dr. £. Kilian. Von den vom Statistischen Landesamt be-
arbeiteten Grundkarten sind bereits 2 Sektionen erschienen und der Ab-
schluss des ganzen Kartenwerkes ist für 1903 zu erwarten. Mit der
Bearbeitung des alphabetischen Wort- und Sachregisters zu Bd. 1 — 39 der
Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins ist Dr. F. Frank-
hauser und Dr. 0. Roller beauftragt worden. — Steatsminister a. D. Dr. Nokk
wurde wegen seiner Verdienste um die Kommission zum Ehrenpräsidenten
ernannt.
Am 14. Dezember 1901 fand in Leipzig die 6. Jahresversammlung
der Königlich Sächsischen Kommission fftr Geschichte statt. Der Stand
der wissenschaftlichen Unternehmungen ist der folgende: Im Druck be-
finden sich das Lehnbuch Friedrichs des Strengen von 1349 (Lippert und
Beschorner), Bd. I der Akten und Briefe Herzog Georgs (Gefs), Bd. U der
Politischen Korrespondenz des Herzogs und Kurfürsten Moritz (Brandenbmg)
Nachrichten und Notizen II. 157
und die Dresdener BUderhandschrift des Sachsenspiegels (v. Amira), deren
erster Teil in den letzten Tagen des Jahres 1901 zur Ausgabe gelangt ist.
Mit der Drucklegung des Briefwechsels der Kurfürstin Maria Antonia mit
der Kaiserin Maria Theresia (Lippert) und der Hauptwerke der sächsischen
Bildnerei und Malerei des 15. und 16. Jahrhunderts (£. Flechsig in Braun-
Bchweig) soll demnächst begonnen werden. Die Vorlegung des Manuskriptes
erwartet man im laufenden Jahr von den Akten zur Geschichte des Bauern-
krieges (0. Merx), der Instruktion eines Vorwerksverwalters des Kurfürsten
August von 1670 (Wuttke und Ermisch), der Geschichte des Heilbronner
Bundes 1633 (Joh. Kretzschmar) , der Briefe König Augusts des Starken
(P. Haake) und der Beschreibung der Bistümer Teil I Meissen (Becker in
Waidenburg). Von der Geschichte des geistigen Lebens der Stadt Leipzig
ist noch keine Abteilung dem Abschluss nahe, doch will Dr. Armin Tille
im Laufe des Jahres als Vorstudie für die Sozial- und Wirtschaftsgeschichte
eine Arbeit über die wirtschaftliche Stellung Leipzigs in Deutschland bis
gegen Ausgang des 16. Jahrhunderts einreichen. Als besondere Veröffent-
lichung ist die Herausgabe eines Tagebuches des Jakob Thomasius, des
Vaters des bekannten Christian Thomasius, beschlossen worden. Die Be-
arbeitung der Ständeakten vornehmlich des 16. Jahrhunderts wurde
Dr. W. Görlitz übertragen. Die Ausgabe der Grundkarten hofft man im
Jahre 1902 zum Abschluss zu bringen.
Die 7« Yersammlimg Dentscher Historiker, die unter dem Vor-
sitz Dietrich Schäfers im Frühjahr 1902 zu Heidelberg stattfinden sollte,
ist mit Rücksicht auf den im April d. J. in Rom geplanten Internationalen
Historikertag auf das nächste Jahr verschoben worden. Die Versammlung
Deutscher Historiker soll Mitte April 1903 gehalten werden, der Beginn
ward auf den 14. April festgesetzt.
Die Rubenow-Stiftung in Greifs wald stellt folgende Preisanf gaben :
1. Ernst Moritz Arndt in den Jahren 1806 — 1815. Es wird ge-
wünscht nähere Aufklärung der äusseren Lebensumstände des Mannes, ins-
besondere seiner Beziehungen zu bestimmten politischen Kreisen, z. B.
während seines Berliner Aufenthalts Anfang 1810, sowie seiner patriotischen
Schriftstellerei nach Plan und Wirkung während der französischen Herrschaft
in Deutschland. Vorausgesetzt wird Aufspürung und Verwertung neuer
Materialien. 2. Eine kritische Ausgabe der deutschen Pomerania
im Anschluss an die Edition der Pommerschen Chroniken Kantzows von
G. GaebeL (Stettin 1897/98.) 3. Entwicklung der Landwirtschaft
in Pommern nach der Bauernbefreiung. Es sind die wirtschaftlichen
Folgen der verschiedenen Massregeln der Bauernbefreiung von 1811 bis
1857, insbesondere der veränderten Grrundbesitzverteilung, für die landwirt-
schaftliche Produktion, Verschuldung, Arbeiterfrage etc. in der Provinz
Pommern an einer genügenden Anzahl einzelner Güter und Bauernhöfe ein-
gehend zu untersuchen und dabei namentlich die Wirkungen für die bäuer-
lichen Wirtschaften einer- und die grossen Güter andererseits auseinander-
zuhalten. Die vorhergegangene Entwicklung auf den Domänen soll wenigstens
einleitungsweise behandelt und die ganze Untersuchung zeitlich so weit
ausgedehnt werden, dass auch die Wirkungen der letzten Massregeln von
158 Nachrichten und Notizen II.
1850—1857 erkenntlich werden, also ungefähr bis zum Ende der sechziger
Jahre, bis zum Beginn der modernen Agrarkrisis. Die Lehren, welche sich
für letztere etwa aus der betrachteten Entwicklung ergeben, würden dann
den naturgemässen Schluss bilden. — Die Bewerbungsschriften sind in
deutscher Sprache abzufassen. Sie dürfen den Namen des Verfassers nicht
enthalten, sondern sind mit einem Wahlspruche zu versehen. Der Name
des Verfassers ist in einem versiegelten Zettel zu verzeichnen, der aussen
denselben Wahlspruch trägt. Die Einsendung der Bewerbungsschriften
muss spätestens bis zum 1. März 1906 an uns geschehen. Die Zuerkennung
der Preise erfolgt am 17. Oktober 1906. Als Preise für jede der drei Auf-
gaben sind 1800 M. festgesetzt.
Der Hugo-Preis für die beste in französischer Sprache auf dem Grebiet
der Geschichte der Medizin erschienene Schrift der letzten fünf Jahre ist
von der Medizinischen Akademie in Paris Frl. Dr. Melanie Lipinska
aus Warschau für ihre Geschichte der Aerztinnen seit dem Altertum bis
auf unsere Tage verliehen worden.
F. X. Er aus hat testamentarisch sein BaarvermGgen für die Gründung eines
Lehrstuhls für christliche Archäologie an der Universität Freiburg i. B. bestinunt.
Personalien« Emennnngen nnd Beförderungen. Ak^utemkn und
Gesellschaften, Die Kaiserl. Akademie der Wissenschaften in St. Petersburg
wählte den o. Professor der Staatswissenschaften Dr. Gustav Schmoller
in Berlin zum Ehrenmitglied. — Die EOnigl. Akademie der Wissenschaften
in München ernannte den o. Professor der Germanistik in Erlangen
Dr. Emil Elias Steinmeyer zum Mitgliede der Zentraldirektion der
Monumenta Germaniae Historica.
Universitäten, Der o. Professor des Deutschen Rechts und der Rechts-
geschichte Karl Gareis in Königsberg hat einen Ruf nach München ange-
nommen. — Der Regierungsassessor Dr. Anton Dyroff wurde zum o. Pro-
fessor des bayrischen Staatrechts und des Kirchenrechts an der üniversit&t
München ernannt. — Der o. Professor der Nationalökonomie an der Technischen
Hochschule in Karlsruhe Dr. W. Tröltsch wurde nach Marburg berufen.
Museen und Sammlungen. Der Heraldiker Privatdozent Dr. Ganz wurde
zum Konservator der öffentlichen Kunstsammlungen in Zürich und der Direktor
der herzoglichen Kunstsammlungen auf der Veste Koburg Dr. K. Eötschau
zum Direktor des kgl. Museums und der kgl. Gewehrgalerie in Dresden ernannt.
Todesfälle. Im November 1901 starb in Berlin Prof. Dr. Fritz Abra-
ham, einer der Begründer der Jahresberichte für Geschichtswissenschaften.
Auf seine Anregung hin trat 1877 die Berliner Historische Gesellschaft
diesem Unternehmen näher. Für die ersten 3 Jahrgänge redigierte er
die Abteilung ,, Altertum" und war auch als Mitarbeiter beteiligt. Prof.
Abraham war 1841 zu Berlin geboren und wirkte seit 1880 als Oberlehrer
am Falk-Realgymnasium.
Am 25. Dezember 1901 starb in Brunn der mährische Landesarchivar
i. P. Vincenz Brandl im 67. Lebensjahr. Als Geschichtsforscher und Ge-
schichtschreiber des Landes Mähren hat er sich grofse Verdienste erworben.
Wertvoll sind besonders die von ihm bearbeiteten fünf Bände (Bd. 8 — 12)
des Codex diplomaticus Moraviae.
Nachrichten und Notizen IF. 159
Am 29. Dezember 1901 starb der katholische Theolog und Archäologe
der o. Professor der Kirchengeschichte in Freiburg i. B., Franz Xaver
Kraus, im 62. Lebensjahre. Er war am 18. September 1840 in Trier ge-
boren, hatte in Freiburg, Bonn und Paris studiert, empfing 1864 die Priester-
weihe xmd wurde 1868 Benefiziat in Pfalzel bei Trier. Im Jahre 1872
wurde er als ao. Professor der Geschichte und christlichen Archäologie an
die neubegtündete Universität Strassburg berufen und 1878 siedelte er als
0. Professor der Kirchengeschichte nach Freiburg über. In den letzten
Jahren widmete er sich fast ausschliesslich kimstgeschichtlichen und ar-
chäologischen Studien, wir erinnern nur an sein Buch über Dante (1897)
und an seine Geschichte der christlichen Kirnst, ein gross angelegtes Werk,
dessen erster Teil 1895 erschien, und das nun leider ein Torso geblieben
ist. Unter den katholischen Gelehrten, die einen inneren Fortschritt des
Katholizismus anstrebten, nahm er eine führende Stellung ein. Wir ver-
weisen auf die Bemerkungen oben S. 154.
Am 11. Januar starb im Alter von 71 Jahren der frühere Professor
der Religionsgeschichte und Religionsphilosophie an der Universität Leiden
Dr. Cornelius Petrus Tiele, einer der bedeutendsten Vertreter der ver-
gleichenden Religionswissenschaft.
Am 11. Januar starb der o. Professor der klassischen Archäologie
Dr. Adam Flasch in Erlangen.
Erklftnmg«
Es scheint mir zwecklos, meinerseits nochmals die Anschauungen
sachlich zu widerlegen, die Bachmann in dieser Zeitschrift Jahrgang 1901,
S. 453 ff., gegen meine Auffassung der Haltung Kaiser Friedrichs m.
in der Wahlsache seines Sohnes Maximilian entwickelt hat. Deshalb
verzichte ich im Speziellen auch auf Beleuchtung neuer Missverständ-
nisse, wie der S. 468^ mit ausdrücklichem Vorwurf gegen mich, aufgestellten
Theorie von der Sinnesänderung des Kaisers hinsichtlich des Innsbrucker
Ratschlags.
Aber ein Zweifaches muss ich um meiner selbst willen hervorheben:
Einmal hat Bachmann das bevorstehende Erscheinen seines Angriffs in der
Historischen Zeitschrift, 86. Bd., S. 568 unter anderem damit begründet,
dass ich neues seit 1890 zum Vorschein gekommenes Material durchweg
unbeachtet gelassen habe. Ich stelle hiermit fest, dass Bachmann in seinem
neuesten Aufsatz keinerlei Quellen herangezogen hat, die mir unbekannt
wären oder die von mir nicht bei meiner Untersuchung nach Gebühr ge-
würdigt worden wären.
Sodann hat Bachmann (S. 453) ohne weiteres unterstellt, dass meine
Auffassung Maximilians überhaupt aus politischer, gerade herausgesagt,
bomssischer Parteisucht hergeflossen sei. Nicht für meine wissenschaft-
lichen Freunde in und ausser Oesterreich, wohl aber für alle, die meinem
historischen Schaffen femer stehen, erkläre ich diesen mir unerwartetsten
aller Vorwürfe für gänzlich grundlos.
Gieifswald. Heinrich Ulmann.
160 Nachrichten und Notizen II.
Erwidemng.
Nicht nm alte oder „neue MiBsyerständnisse^* handelt es sich bei der
in Frage stehenden Diskussion, sondern um Versehen und Irrtümer , die,
wie ich nachgewiesen zu haben glaube, Ulmann sich zu Schulden kommen liess.
Im übrigen machte ich 1. bereits in dieser Zeitschrift 1901, Heft 4,
S. 456, darauf aufmerksam, dass es gelte, „das in der Eorrespondenz des
Kurfürsten Albrecht Achilles mm vorliegende neue Material zuerst, was
Ulmann xmterlassen hat, in seiner Gesamtheit zu verwerten^^ Auf unbenutzte
wenn auch wohl Ulmann nicht unbekannte Quellen ist ebendort S. 460—461,
464 ff., 471 ff. (die Konzepte Markgraf Albrechts für den Frankfurter Reichs-
tag 1486), 473 (Instruktion desselben für seine am Reichstage zurück-
bleibenden Räte), 476, 477, 478, 479, 480 (Maximilians Korrespondenz mit
S. Prueschenk) hingewiesen. 2. Was die, gewiss unwillkürliche, Haltung
Ulmanns zu der Art und Bethätigung K. Maximilians I. betrifft, so achrieb
A. Huber darüber (Gtesch. Oest. m, 846 Anm.) im Jahre 1888: „Ueber den
Feldzug Maximilians nach Italien — 1496 — u. s. w. s. Ulmann I, 404 — 521,
der freilich in seiner Beurteilung des Königs hier fast noch schwarzgalliger
ist als gewöhnlich.^* Und ich selbst bemerkte diesbezüglich schon 1886:
„So sehr hochangesehene Männer in den letzten Jahren und teilweiae früher
jene fast traditionelle Animosität einer Klasse deutsch -preussischer und
kirchlich -evangelischer Geschichtschreiber gegen die Habsburger nndOester-
reich in Wort und That verurteilt haben, so sehr die heutigen politischen
Verhältnisse, der hocherfreuliche Anschluss beider Kaiserreiche in ihrer
äusseren Politik, darnach waren, auch dem eifrigsten deutschen Parteimann
ruhige Objektivität und Beurteilung österreichischer Herrscher gewinnen zu
lassen: jene unschöne und sicher auch unnützliche Heulmeierei gegen
Gestenreich selbst bei Beurteilung von Personen und Verhältnissen, die der
Zeit vor der unseligen religiösen und politischen Spaltung des alten Reiches
angehören, will nicht aussterben. Der Verfasser (es ist die Rede von Ul-
manns „Maximilian I.^*, Bd. 1) ist von dieser Einseitigkeit so wenig frei
in der einen wie in der anderen Richtung." Mitt. d. Ver. f. Geech. der
Deutschen in Böhmen XXIV, Litt. -Beil. S. 4, wo auch die weitere Be-
gründung nicht fehlt.
Prag. A. Bachmann.
161
Der Feldzüg der Engländer nnd Rnssen in Holland
im Herbst 1799 nnd die Stellung Prenssens.
Von
Hermann Hfiffer.
Wie kein anderer zuvor hat der Krieg des Jahres 1799
die Völker Europas zu den Waffen gerufen. Vom Texel längs
des Rheines über den Kamm der höchsten Gebirge reichte die
Linie der Kämpfenden bis in die südliche Spitze Italiens. Zwei
Begebenheiten treten dabei gesondert^ wie Episoden eines grofsen
Dramas herror: Der Untergang der neapolitanischen Republik
und der Feldzug der Russen und Engländer gegen die batavische.
Auf die grossen Entscheidungen in der Schweiz und in Ober-
italien hatten beide nur mittelbaren EinflusS; aber sie gewinnen
ein selbständiges und durch den Boden, auf dem sie sich ab-
spielten, eigentümliches Interesse. Die Schicksale Neapels haben
in Italien wie in anderen Ländern immer neue Forscher und
Erzähler angezogen; das Unternehmen gegen die batarische
Republik fand in Deutschland noch keine eingehende Darstellung.
Schon darin könnten die folgenden Blätter ihre Berechtigung
suchen. Man wird es auch, wie ich hoffe, nicht als einen Fehler
betrachten, dass die Verhandlungen, welche die Stellung Preussens
zu jenen Vorzügen bestimmten, mit einiger Vollständigkeit mit-
geteilt werden« Wenn sie ohne den gewünschten Erfolg blieben,
so liegt gerade darin ein Ergebnis von grosser Bedeutung. Die
Wege Preussens werden dadurch auch für die folgenden Jahre
Yorgezeichnet; es sind die Wege, welche dann zu der Katastrophe
von 1806 und 1807 führten.
Schon im Herbst 1798, bei der ersten Aussicht, Russland
für die Koalition zu gewinnen, tritt in den englischen Depeschen
der Oedanke an die Be&eiung Hollands in den Vordergrund.
Hittor. Yiorteljalinohrift. 190S. 2. 12
162 Hermann Hüffer.
Durch ihre Lage, ihren Handel, ihre Kolonien waren die unter
der Leitung der Oranier vereinigten Provinzen seit dem unver-
gleichlichen Aufschwung im 17. Jahrhundert für England von
vorwiegender Bedeutung; man wollte sie weder fremdem Einfluss
überlassen noch in einer gefahrlichen Nebenbuhlerschaft erstarken
sehen. Eifrig hatte England in dem grossen Streite zwischen
den Oraniem und der Volkspartei in den achtziger Jahren die
Sache des verwandten, durch viele Beziehungen befreundeten
Hauses gefördert; das bewaffnete Einschreiten Friedrich Wilhelms IL
hatte dabei den Ausschlag gegeben, die Stellung des Erbstatt-
halters Wilhelms V. befestigt und zur Freude der Engländer den
französischen Einfluss zurückgedrängt. Aber die unterlegene
Partei besass noch zahlreiche Anhänger in Holland und ausser-
halb der Grenzen. Viele — man sagte 42 000 — „Patrioten"
hatten sich nach Frankreich gewendet, darunter der Major Daendels
und der spätere Admiral de Winter. Sie blieben mit ihren
Gesinnungsgenossen in der Heimat in lebhaftem Verkehr; und von
der revolutionären Regierung begünstigt, schlössen sie sich, als
der Krieg im Herbst 1794 der holländischen Grenze näher kam,
den französischen Heeren an, um mit ihnen zu Anfang des
nächsten Jahres als Befreier in das Vaterland einzuziehen. Der
grossen Mehrheit der Bevölkerung gegenüber auf den Schutz der
Franzosen angewiesen, mussten sie willenlos jedem Belieben der
fremden Unterdrücker sich fügen; und es war vor allem der
innere Gegensatz der Parteien, der den Franzosen die Eroberung
erleichterte und in den vier nächsten Jahren das Scheinbild der
batavischen Republik in derselben Weise wie die cisalpinische
und helvetische der grossen Mutterrepublik überantwortete.^
Während dieser Zeit war der Sitz des oranischen Hauses
nach England verlegt. Am 18. Januar 1795 beim Herannahen
der Franzosen hatte der Erbstatthalter Wilhelm V. von den
fremden Gesandten im Haag Abschied genommen und sich dann
in einem Fischerboot über die sturmbewegte See nach England
begeben. Seine Gemahlin mit der Erbprinzessin war ihm einige
Tage vorangegangen.^ Bei dem verwandten Eönigshause — Wil-
^ Vgl. H. HüflFer, Diplomatische Verhandlungen ans der Zeit der fran-
zösischen Revolution IT, 66 ff., 313 ff., Bonn 1878.
* F. De Bas, Prins Frederik der Nederlanden en zijn Tijd. Met Por-
tretten, Platen, Kaarten en Plans, 2 Bände, Schiedam 1887, 1891, I, 420. —
Der Feldzug d. Engländer u. Russen im Herbst 1799 u. die Stellung Preussens. 163
heim V. war durch seine Mutter Enkel Georgs U. — wurden
die Vertriebenen freundlich aufgenommen und erhielten zunächst
in Kew, dann in Hampton Court eine fürstliche Wohnung, wo
sie auch mit einer Art von Hofstaat und einigen für die nächsten
Bedür&isse ausreichenden Beamten sich umgeben konnten. Wenn
schon die plötzliche Flucht über das Meer an das erinnert, was
yier Jahre später in Neapel geschah, so zeigt auch das Verhältnis
des fürstlichen Paares eine auffallende Aehnlichkeit mit dem
Verhältnis zwischen Ferdinand und Karoline von Neapel. Der
Statthalter, in Geschäften wenig erfahren, trägen Geistes, konnte
im Genüsse hauptstädtischer Freuden den Verlust seiner Herr-
schaft verschmerzen. Beinahe wörtlich wie die Königin von
Neapel schreibt auch Friederike Wilhelmine von ihrem Gemahle:
ffier Philosoph Wilhelm ergötzt sich nach Herzenslust und tanzt
viel."' Erst am 15. Mai 1795 raffte er sich auf zu einer öflFent-
lichen Verwahrung seiner Rechte und einem Protest gegen die
batavische Regierung.
Ganz im Gegenteil zeigt sich seine Gemahlin, die Schwester
Friedrich Wilhelms H., lebhaft, ehrgeizig, von rascher Auffassung;
es sind Briefe und Denkschriften von ihr vorhanden, die eine
seltene Schärfe des Ausdruckes wie des Verstandes bezeugen.^
Eine nie rastende, an Vielgeschäftigkeit grenzende Thätigkeit war
ihr Bedürfnis, und bei der Unbesonnenheit, mit der sie ihren
Gefühlen Worte lieh, konnte es nicht fehlen, dafs sie mancherlei,
oft recht nachteilige Gegensätze hervorrief. Man begreift danach,
dass sie den schwachen Gemahl beherrschte und die Seele alles
dessen war, was von Seiten des oranischen Hauses unternommen
wurde, um seine Rückkehr nach Holland und die Wiedererwerbung
seiner politischen Stellung herbeizuführen. Zwei Strömungen
kamen von Anfang an in Hampton Court zum Ausdruck. Der
Erbstatthalter und seine Gemahlin setzten alle Hoffiiung auf
England, in welchem sie den unversöhnlichen, mächtigen Gegner
Der Verfasser, Oberst und Vorstand des Königlichen Haasarchivs im Haag,
hat aus den Schätzen des ihm unterstellten Archivs ein reiches Material zu
einer lebendigen Darstellung der batavischen Revolution und des englisch-
russischen Kriegszuges verwerten können.
1 De Bas a. a. 0. I, 501, 540.
• Man vgl. z. B. die Denkschrift vom 23. Juli 1797 bei De Bas H,
93, 659 ff.
12*
164 Hermann HüflFer.
der französischen Revolution und ihrer Schöpfungen^ insbesondere
der batavischen Republik^ erkannten. Das Verhältnis zu Schwager
und Bruder war mehr und mehr gespannt^ seitdem Preussen am
Kriege gegen die Revolution nur so lässigen Anteil nahm, vor
allem den Verpflichtungen des Haager Vertrags nur unvollkommen
nachkam, sogar im Herbst 1794 die Maaslinie und die Grenze
von Holland dem Anfall der französischen Scharen preisgab.
Umsonst bestürmte die Erbstatthalterin den preussischen Ge-
sandten Grafen Keller; um der lästigen Bedrängung sich zu ent-
ledigen, liefs man sogar den Gesandten sich eine Zeitlang aus
dem Haag entfernen^. Auch nach der Katastrophe in Holland
bezeigte der König seiner unglücklichen Schwester nicht die ge-
ringste Teilnahme.
Anders war das Verhältnis zum Erbprinzen Wilhelm Friedrich.
Der Prinz hatte sich im Oktober 1791 mit der Prinzessin Friede-
rike Luise Wilhelmine von Preussen, der Lieblingstochter des
Königs, vermählt und stets zu seinem Onkel, und Schwiegervater
sowie zu dem Thronfolger freundliche Beziehungen aufrecht er-
halten. Er setzte auch jetzt seine Hoffnungen vor allem auf
Preussen und im Sinne der Baseler Verhandlungen auf eine
preussische Vermittlung; ja er wäre nicht abgeneigt gewesen, mit
den französischen Machthabern anzuknüpfen, was seiner Mutter und
seinem Bruder, dem Prinzen Friedrich, als eine Thorheit erschien.
Bald nach der Ankunft in Hampton Court hatte die Erb-
statthalterin ihrem Bruder in Berlin die bedrängte Lage geschildert;
ebenso hatte die Erbprinzessin ihren Vater heimlich um Gewährung
einer Zuflucht ersucht. Der Schwester antwortete der König
nicht, lud aber Tochter und Schwiegersohn dringend ein, sich in
Berlin niederzulassen — zum grossen Verdruss der Erbstatthalterin,
die zum erstenmal auch über die Schwiegertochter sich bitter
beklagt. Der Erbprinz reiste infolgedessen im September über
Braunschweig nach Berlin, liess im April des folgenden Jahres
auch seine Familie nachkommen und nahm für eine Reihe von
Jahren in der preussischen Hauptstadt einen Aufenthalt, der nur
durch einzelne Reisen nach England unterbrochen wurde.*
Prinz Friedrich hatte sich unterdessen mit Bevollmächtigung
seines Vaters nach Hannover begeben, wo er, unterstützt von dem
» De Bas I, 299. * De Bas I, 519 f., 520, 531, 536, 643; ü, 98.
Der Feldzug d. Engländern. Russen im Herbst 1 799 u. die Stellung Preussens. 1 65
englischen General Dundas und beraten von einem Vertrauten
seiner Mutter, dem Obersten Stamford, für eiuen möglichen Ein-
fall in die batavische Republik ein Truppencorps sammeln sollte.
Es hatte sich bereits eine beträchtliche Zahl von Emigranten
zusammengefunden, gegen 1200 Soldaten und 600 Offiziere. Aber
schon auf der Reise musste der Prinz von dem Herzog Yon
Braunschweig erfahren, der König könne ein Unternehmen, das
er für nutzlos, gefährlich und mit den Bestimmungen des
Baseler Friedens für unvereinbar halte, nicht dulden. Am
4. August kam dieser Entschluss in einer Kabinettsordre zum
Ausdruck und am 15. August wurde in Osnabrück öffentlich
verkündet, dass alle holländischen Emigranten, Offiziere und
Soldaten die Stadt binnen zwei Stunden zu verlassen hätten.^
Der Prinz musste das Corps weiter rückwärss, südlich von Bremen
an die Hunte verlegen und, als auch die englischen Truppen im
Herbst Hannover verliessen, ganz auflösen. Missmutig kehrte er
im Oktober nach England zurück und trat im nächsten Frühjahr
als Generalmajor in österreichische Dienste, wo ihm eine ebenso
rühmliche als kurze Laufbahn beschieden war.^
Nach der Auflösung der Truppen in Hannover gab der
Erbstatthalter zunächst den Gedanken an kriegerische Unter-
nehmungen auf. Er wäre vielleicht nicht abgeneigt gewesen,
seinen Söhnen alle seine Rechte abzutreten, hätte ihn nicht seine
Gemahlin fort und fort an die Pflichten seiner Stellung erinnert.
Der englische Hof bot bereitwillig Geldunterstützungen, während
man zugleich der batavischen Republik am 15. September 1795
den Krieg erklärte und mit Vergnügen die Gelegenheit ergriff,
ihre Seemacht, ihren Handel und ihre Kolonien zu schädigen.
Als die Präliminarien von Leoben wieder einige Aussicht auf
geordnete Verhältnisse boten, wurde Prinz Friedrich angewiesen,
seinen Einfluss in Wien zu Gunsten der oranischen Ansprüche
geltend zu machen. Der Erbstatthalter selbst wandte sich an den
Deutschen Kaiser und den König von England. Aber die zwischen
England und Frankreich im Sommer angeknüpften Verhandlungen
scheiterten nicht zum wenigsten an der Weigerung der Engländer,
1 De Bas I, 622, 627, 629, 680 f. Hardenberg berichtet am 13. August
aus Basel, dass Barth^lemy sich über die feindlichen Massnahmen der
Oranier in Osnabrück und Hannover beklagt habe.
* De Bas I, 631, 636, 643.
166 Hermann HufTer.
die holländischen Kolonien zurückzugeben ^ und in dem Frieden
von Campo Formio waren die oranischen Interessen so wenig
berücksichtigt^ dass der Erbstatthalter in London dagegen pro-
testierte. Gleichzeitig ersuchte er den König von England und
als Graf von Nassau den Deutschen Kaiser, seine Vertreter in
Kastatt zu unterstützen.^
Der Erbprinz suchte mittlerweile sein Verhältnis zu dem
preussischen Hofe, zu den Schwiegereltern und dem Schwager zu
festigen. Friedrich Wilhelm II. zeigte sich fortdauernd gnädig
gesinnt, erstattete die Reisekosten^ als die Erbprinzessin im April
1796 Yon England nach Berlin gekommen war, gewährte eine
Wohnung in Berlin oder für den Sommer das Schloss zu Schön-
hausen, machte zuweilen Geldgeschenke, die zum Ankauf von
Gütern in Schlesien oder Polen verwendet wurden^; aber zu einem
wirksamen Schritt für die Wiedereinsetzung der Oranier Hess sich
die preussische Politik nicht bewegen.
Man darf nicht sagen, Friedrich Wilhelm II. habe für das
oranische Haus gar kein Interesse gezeigt. Freilich in dem
Baseler Frieden war es nicht erwähnt; Preussen liess sich sogar
zur Verpflichtung herbei, gegen die vereinigten Provinzen nichts
Feindseliges zu unternehmen. Aber damals lag die Entwicklung
der Verhältnisse noch im Ungewissen, und als mit der Gründung
der batavischen Republik die Ausschliessung des oranischen Hauses
ausgesprochen war, verweigerte Preussen dem neuen Staatswesen
die Anerkennung, bis die Entschädigung der Oranier erfolgt sei.^
Deutlich genug erkennt man in den Verhandlungen der nächsten
Jahre die Wünsche des preussischen Hofes, aber zugleich den
Mangel an Thatkraft, um sie zur Ausführung zu bringen. Der
wenig rühmliche geheime Vertrag, welchen Preussen am 5. August
1796 mit Frankreich abschloss, zieht auch das Loos der Oranier
in Betracht, verspricht aber nur eine von dem französischen Ge-
sandten Caillard schon am 20. April vorgeschlagene Entschädigung
» De Bas I, 646; II, 73, 94 f., 104.
* De Bas I, 642; II, 27, 99.
' Der König an Sandoz 9. September 1790; vgl. Diplomatische Yer-
handlnngen I, 314. lieber eine Verwendung Hardenbergs zu Gunsten der
Oranier in Basel vgl. seinen „Pr^cis des demandes du ministre d'etat baron
de Hardenberg a Bäle aupres da Gouvernement Fran9aiB en faveur de la
Maison d'Orange et des r^ponses de celui-ci", De Bas T, 634 f.
DerFelilzngd. Engländer u. Rnssen imHerbst 1799 u. die Stellung Preussens. 1 (57
von sehr zweifelhafter Sicherheit. Im Eingänge der geheimen
Artikel wird hervorgehoben, wie der König — er fühlt, wie es
scheint, das Bedürfnis, sich zu rechtfertigen — alle Gründe und
freundschaftlichen Vorstellungen erschöpft habe, um das Haus
Oranien in seine Aemter und Würden unter billigen Verände-
rungen (sous des modifications equitables) wieder einzusetzen;
nur weil die französische Republik unter den jetzigen Verhält-
nissen die Ausführung des Wunsches für ganz unmöglich erkläre,
sei er geneigt, im Verein mit Frankreich ein Abkommen zwischen
dem Prinzen von Oranien und der batavischen Regierung zu
vermitteln. Demgemäss sollte der Prinz für seinen gesamten
Ghrundbesitz eine Geldentschädigung und vermittelst der Säkula-
risationen Würzburg und Bamberg mit der kurfürstlichen Würde
erhalten. Nach dem Abschluss der Präliminarien von Leoben
musste die Angelegenheit noch einmal zur Sprache kommen;
Frankreich verlangte jetzt die unbedingte Anerkennung der bata-
vischen Republik und machte doch zugleich die Entschädigung
Oraniens von unbestimmten, willkürlichen Bedingungen abhängig.
In scharfen Ausdrücken rügt das Ministerium diese Wortbrüchig-
keit, aber statt den Franzosen ernstlich entgegenzutreten, thut
man ihnen den Willen. Der Legationssekretär Bielefeld wird als
preussischer Vertreter in den Haag geschickt, so dafs wenigstens
thatsächlich die neue Republik nunmehr anerkannt war.^
In Hampton Court wurde dieser Schritt durch den preussischen
Geschäftsträger BaUan angezeigt mit dem für einen Staat wie
Preussen, man könnte sagen, schmachvollen Zusätze, die Sendung
sei nur unter dem Drucke Frankreichs erfolgt. Die Erbstatt-
halterin wurde durch das Benehmen des Bruders, von dem sie
seit ihrer Ankunft in England noch keinen Brief erhalten hatte,
auf das peinlichste berührt; in bitteren Worten äussert sie sich
am 9. Juli 1797 dem Prinzen Friedrich gegenüber.^ Der andere
Sohn, der Erbprinz, setzte dagegen noch immer seine Hoffiiungen
auf Preussen; sie mochten sich noch steigern, als nach dem Tode
Friedrich Wilhelms H. ein jugendlicher Nachfolger den Thron
bestieg. Aber es blieb beim alten; Förderung der Privatangelegen-
heiten — mehr war nicht zu erreichen, geigte sich doch Friedrich
Wilhelm HL noch weniger als sein Vater geneigt, in die poli-
1 Diplomatische Verhandlungen I, 303, 310, 322, 366.
* De Bas II, 81 f., 656.
168 Hermann Hüffer.
tischen Verwicklungen thatkräftig anf die Ge&hr eines Krieges
einzugreifen. Auf dem Rastatter Kongress hatte der Prinz von
Oranien als deutscher Reichsfürst einen Vertreter, den Professor
Tollius, einen geschickten, thätigen Mann, früheren Erzieher des
Erbprinzen. Tollius stand im freundlichen Verkehr mit den
preussischen Gesandten, welche angewiesen waren, die Entschädi-
gung der Oranier durch Bamberg und Würzburg zu betreiben.
Aber allem, was für diesen und ähnliche Zwecke geschah, fehlte
es zu sehr an Nachdruck, um ' erfolgreich zu sein. Bessere Hoff-
nungen schienen sich erst zu eröffnen, als der Kongress sich
auflöste, und mit der Bildung einer neuen Koalition zugleich die
Frage hervortrat: Wird Preussen sich anschliessen? Wird es zu
Gunsten der Oranier sein Schwert in die Wagschale werfen?
U.
Man weiss, wie eifrig die yerbündeten Mächte, besonders
Russland, sich bemühten, Preussen gegen die immer drohender
anwachsende Macht Frankreichs zu den Waffen zu rufen. Immer
vergebens; auch die ausserordentliche Gesandtschaft des Fürsten
Repnin und die Berliner Verhandlungen im Mai 1798 waren ohne
Ergebnis verlaufen. Der ständige Gesandte Russlands, Graf Nikita
Panin, jung, ehrgeizig, überaus befähigt, Personen und Verhält-
nisse zu benutzen, dabei voU glühenden Hasses gegen die Revo-
lution, setzte aber seine Bemühungen fort. Der Bündnisvertrag
zwischen England und Russland vom 29. Dezember war wesent-
lich auf den Beitritt Preussens berechnet, und Lord Grenville
hatte sich — angeregt durch eine Denkschrift, die von dem
Herzog von Braunschweig dem Erbstatthalter und durch ihn dem
englischen Ministerium mitgeteilt war^ — entschlossen, durch
seinen Bruder, Sir Thomas Grenville, noch einen Versuch in Berlin
zu machen. Mitte Januar trat Panin in Berlin mit bestimmten
^ Graf Simon Woronzow, der ruBsische Gesandte in London, an Panin,
22. Januar 1799; MaiepiajiBi am zusHeonHcaHiji rpa<{)a Hhkbtbi nerpoBH^a
naHHHa(1770 — 1837) HSAasie A. EpHKHepa. Materialien zur Lebensbeschreibung
des Grafen Nikita Petrowitsch Panin (1770 — 1887). Herausgegeben von
A. Brückner, IV, 267, Petersburg 1890. Diese wichtige Veröffentlichung
bildet die willkommene Ergänzung zu dem, was sich dem Archiv des
Fürsten Woronzow und dem Preussischen Geheimen Staats -Archiv ent-
nehmen lässt.
Der Feldzug d. Engländer u. Russen im Herbst 1799 n. die Stellung Prenssens. 169
Antragen hervor; er bot die Hülfe von 45000 Russen^ wenn der
König die Befreiung Hollands übernehmen wolle. ^ Panin war
voll der besten Hoffnungen; alles ^ schreibt er^ sei für den Krieg
mit Ausnahme des Generals Köckritz und des jakobinisch ge-
sinnten Ministers Struensee. Auch der Herzog von Braunschweig^
der am 17. Januar in Berlin eintraf^ sprach sich in diesem Süme
aus; vor allem war es Haugwitz, der nach den Ereignissen^ die
vorangegangen waren und bevorstanden , die neutrale Stellung
Preussens nicht mehr für eine ausreichende Schutzwehr hielt.
Schon am 15. Januar hatte er die Gefahren der Lage^ die Not-
wendigkeit einer Entscheidung mit klarem Ueberblick auseinander-
gesetzt. Er preist zwar die Vorteile, die aus dem Baseler Frieden
und der preussischen Neutralität hervorgegangen seien; wenn aber
die Demarkationslinie zeitweilig Norddeutschland gegen die An-
griffspläne der Franzosen geschützt habe, so erscheine die Lage
jetzt verändert. Preussen habe das Schicksal Hollands von dem
künftigen Frieden abhängen lassen. Offenbar hege jetzt das
Direktorium die Absicht, Holland mit Frankreich zu vereinigen;
dazu habe Preussen seine Zustimmung nicht gegeben, es werde
sich, wenn jener Plan gelänge, in seinen Grundfesten erschüttert
finden. Die Scheide, die Maas, der Waal, die Yssel und sogar
der Rhein, die natürlichen Bollwerke Deutschlands, beständen
nicht mehr. Der Zeitpunkt, sich mit England und Russland zum
Schutze Europas zu vereinigen, sei erschienen; für den Fall, dass
Oesterreich sich mit Frankreich verständige, sei jene Verbindung
nur um so nötiger.^
Anders war freilich die Stimmung in der nächsten Umgebung
des Königs, besonders unter den Generalen. Panin hatte die Lage
doch zu günstig aufgefasst. Eine Denkschrift, gleichfalls aus dem
Januar 1799, spricht die Ansicht aus, Oesterreich sei der natür-
liche Feind Preussens, Russland unzuverlässig, England für den
Handel gefährlich; Frankreichs Untergang dürfe man nicht einmal
wünschen, weil man alsdann gegen den Uebermut Russlands und
Englands jedes Rückhaltes entbehre.^ Die Denkschrift ist gewiss
^ Panin an Finckenstein, 20. Januar; Brückner a. a. 0. lY, 24.
• Bailleu, Preussen und Frankreich von 1796—1807, Leipzig 1881, 1, 265 ff.
» Sybel, Geschichte der Revolutionszeit, V, 261, Stuttgart 1879. — Die
Denkschrift entstammt dem Nachlass Friedrich Wilhelms IQ., in dem sie jetzt
als ein besonderes Aktenstack aufbewahrt wird. Gütige Mitteilung P. Bailleus.
170 Hermann Hüifer.
nicht allein auf Köckritzens Einfiuss zurückzufüliren, sondern Tor
allem auf die eigentlichen Wünsche des Königs^ der sich am
27. Januar in ihrem Sinne entschied. Er meint, die Nation
würde einen auswärtigen Krieg rmr mit Widerwillen unternehmen,
und, wenn er dazu seine Einwilligung gäbe, dieses nur der Furcht
Yor Russland zuschreiben. Am besten sei es, die damals an-
gekündigte Verhandlung mit Thomas Grrenville nicht gleich
abzubrechen, aber durch diplomatische Kunst soviel als möglich
in die Länge zu ziehen; vielleicht würden die Franzosen HoUand
freiwillig herausgeben, um sich nicht einen neuen Feind in
Preussen auf den Hals zu ziehen.^ Mit dem grössten Bedauern
erfuhr der russische Gesandte, dass von Preussen vorerst nichts
zu erlangen sei; am meisten beklagt er sich über den Herzog
von Braunschweig, der — es scheint, unter dem Eindruck der
Ereignisse in Neapel — von der guten Sache abgefallen sei. Um
endlich, wie es ihm aufgetragen war, eine baldige bestimmte
Antwort zu erhalten, bat er um eine formliche Audienz; aber sie
wurde ihm — er meinte: ein unerhörter Fall — zweimal, am
30. Januar und 2. Februar, abgeschlagen. In einer Gesellschaft
bemerkte ihm der König, er sehe noch nicht klar genug, müsse
erst überlegen und die Entschlüsse Oesterreichs erwarten. -
' Sybel a. a. 0. S. 262. Die Aufzeichnung^ ist jedoch nicht von Haug-
witzens sondern yon Köckritzens Hand; sie ist nicht unterzeichnet und
nicht datiert, findet sich aber zwischen einigen vom 28. Januar datierten
Stücken. Ein besonderes Aktenheft über die Verhandlung mit Thomas
Grenville giebt es nicht. Gütige Mitteilung Paul Bailleus.
• Panin an Besborodko, 29. Januar, Panin an Paul, 7. Februar,
Brückner IV, 31 ff., 46 ff. Panin an Finckenstein, 28. Januar: Bitte um eine
Audienz. Der König an die Minister, 30. Januar: er schlägt die Audienz
ab, will die Sache erst überlegen. Panin am 31. Jan. beklagt sich; in Peters-
burg schlage man niemals eine Audienz ab; er bittet abermals. Fincken-
stein^ 31. Januar, möchte den König bitten, die Audienz zu gewähren.
Alvensleben erklärt sich für die Verweigerung, auch in Petersburg habe
man Tauenzien und Groeben öfters eine Audienz abgeschlagen. Der König
am 2. Februar verweigert abermals. Der Geheime Kat Renfner verfasst am
9. Februar eine Denkschrift über Verweigerung von Audienzen in Peters-
burg. — Die in dieser Anmerkung und den folgenden bezeichneten Akten-
stücke sind, sofern sie nicht von Bailleu bereits veröffentlicht wurden, dem
Preussischen Geheimen Staats-Archiv entnommen, nämlich der Korrespondenz
Berlin- Wien, Berlin-Paris, Berlin-Petersburg und den Actes de la Nägrociation
de Berlin avec les deux cours Imperiales 1798—99, Rep. XI, 89 (Frankreich).
Der Feldzug d. Engländern. Russen im Herbst 1 799 u. die Stellung Prenssens. 171
Freilich wenn der König auf eine gutwillige Räumung Hol-
lands hoffte^ so war das Direktorium dazu am wenigsten geneigt.
Man dachte im Gegenteil noch immer, Preussen ganz auf die
Seite Frankreichs zu ziehen, und liefs es, besonders im Februar,
als GrenvUle unterdessen in Berlin angekommen war, nicht an
Mahnungen fehlen. In einer Unterredung mit dem preussischen
Gesandten Sandoz-RoUin am 15. Februar setzte Rewbel den Vorteil
auseinander, dass Preussen von Frankreich als eine gleichberech-
tigte Macht ersten Ranges angesehen werde, während es bei der
Koalition nur als ein untergeordnetes Staatswesen gelte. Auch
die Möglichkeit eines Friedens mit Oesterreich trat wieder in den
Vordergrund nebst der Mahnung, Preussen möge sich freimütig
gegen den Kaiser erklären.^ Dazwischen wurde wohl von Talley-
rand den Verhandlungen mit dem Wiener Hofe jede Bedeutung
abgesprochen, so dass Sandoz nicht mehr wusste, was er eigent-
lich glauben solle.* In Berlin war freilich der französische Ge-
sandte Si^yes keineswegs der Mann, freundliche Beziehungen zu
verstärken; aber die üngewissheit der Lage, insbesondere der
Tod des Kurfürsten Karl Theodor von Pfalz-Baiem am 16. Februar
1799 und der Gedanke, dass Oesterreich die alten Pläne, etwa
mit Hülfe Russlands, wieder aufnehmen könne, liess für Preussen
das Verhältnis zu Frankreich wieder wertvoll erscheinen. Der
Gesandte der batavischen Republik, Bourdeaux, berichtet aus
Berlin gerade am 23. Februar, Siejes sei an den beiden letzten
Hofti^en von dem Könige imd der Königin durch auffallende
Freundlichkeit ausgezeichnet worden. Im März, also nach Aus-
bruch des Krieges, meldet er, Haugwitz und Sieyes, obgleich seit
längerer Zeit veruneinigt, hätten wieder eine lange, freundliche
Unterredung miteinander gehabt.^ Damals wurden die geheimen
Artikel von Campo Formio mitgeteilt, deren Inhalt nicht gerade
die freundlichen Gesinnungen Frankreichs, aber doch am ent-
schiedensten den Gegensatz zwischen Oesterreich und Preussen
hervortreten liess.
Alles dies konnte den König nicht im entferntesten be-
stimmen, sich etwa mit Frankreich gegen die Koalition zu ver-
» Sandoz, 16., 22., 28. Februar, Bailleu I, 274 f
« Sandoz, 19. Februar, Pr. St.-A.
• G. W. Vreede, Geschiedenis der Diplomatie van de bataafsche Re-
pubUek U, 1. mifke, S. 42, 43, Utrecht 1864.
172 Hermann Hüffer.
einigen; aber es bestärkte den Entschluss, sich nach keiner Seite
zu binden. Grenville fand demgemäss^ als er nach einer langen^
gefahrlichen Reise am 17. Februar in Berlin eintraf; für seine
Anträge nicht mehr Gehör als Panin. ^ Zunächst beschränkte er
sich auf die Erklärung^ dass England mit den Absichten des
Zaren durchaus einverstanden sei, und Preussen bei der Befreiung
Hollands durch Hülfsgelder unterstützen werde; ihre Höhe wollte
er noch nicht bestimmen. Erst am 22. Februar wurde er dem
König vorgestellt und erst am 7. März erhielten der russische
Antrag vom 20. Januar und die Vorschläge Grenvilles eine Be-
antwortung. In einer ausführlichen Note müssen die Minister
auseinandersetzen^ der König werde fortfahren, durch den Schutz
Norddeutschlands der Flut der Revolution einen Damm entgegeu-
zuwerfen, könne sich jedoch zu einem AngrifiFskriege nicht ent-
schliessen. Nur bei neuen üebergrifiFen der Franzosen werde er
die Defensive in eine OfiFensive verwandeln. Immerhin könne
man schon jetzt über diesen Fall sich besprechen^ die Leistungen
und Gegenleistungen und die gemeinschaftlichen Gesichtspunkte
feststellen; nur müsse man dabei von dem Grundsatz ausgehen,
die Ruhe im Norden Europas möglichst lange zu erhalten.^
Grenville wollte darauf abbrechen und sich beschränken, die
preussische Antwort in London zur Kenntnis zu bringen; Panin
bat in einer Note vom 10. März, Preussen möge doch die Fälle
angeben, in welchen es zum Kriege sich entschliessen würde.'
Am 11. März fand dann zwischen Haugwitz, dem russischen und
englischen Gesandten eine neue Konferenz statt. Vier Stunden
wogte das Gespräch hin und her; Panin knüpfte an die preussische
Note, die er vorlas, seine Widerlegung. Aber vergebens; Haug*
* Grenvilles Beglaubigung ist schon vom ü. Dezember datiert; sie wird
von Finckenstein am 20. Februar dem Eabinettsministerium überschickt mit
dem Bemerken, Grenville komme ohne caractäre public nur mit einer com-
mission extraordinaire. Pr. St.-A.
• Panin an Paul, 24. Februar, Brückner IV, 76 ff. — Finckenstein be-
richtet ausführlich am 25. Februar über seine Unterredung mit Grenville,
welcher Anschluss Preussens an England und Russland und eine Unter-
nehmung gegen Holland vorschlägt; Alvensleben will nicht einmal darüber
verhandeln. Pr. St.-A. — Die preussischen Minister an Panin am 7. Mars,
Brückner IV, 86 ff.
' Finckenstein an das Eabinettsministerium, 7. März; das Kabinetts-
ministerium an den König, 10. März. Pr. St.-A.
DerFelding d. Russen n. Engländer im Herbst 1 799 u. die Stellung Preussens. 173
witz wollte die Fälle, ia denen der König zu den Waffen greifen
würde, nicht bestimmen. Er verlor sich, wie Panin behauptet,
in ein Labyrinth absurder Ausflüchte. Eine blos eventuelle
Offensive war zudem den beiden Gesandten wenig genehm. Panin
erbot sich jedoch, den Entwurf einer Konvention anzunehmen
und nach Petersburg zu schicken.^
Thugut, wenn er auch dem Beitritt Preussens nur bedingten
Wert beilegte, wollte doch und konnte schon um Russlands
willen diesen Verhandlungen nicht ganz fem bleiben. . Da Fürst
Reuss, der langjährige Gesandte, am 12. Februar plötzlich aus
dem Leben geschieden und der Geschäftsträger Josef von Hudelist
so wichtigen Angelegenheiten nicht gewachsen war, traf der Graf
Franz Dietrichstein am 19. März in ausserordentlicher Sendung
in Berlin ein. Aber schon die Wahl des Gesandten zeugte nicht
gerade von dem Wunsche, sich zu einigen, und über seine Thätig-
keit ist wenig zu sagen. Immerhin mochte seine Ankunft zu
neuen Versuchen anregen, (rrenville hatte sich am 18. März
bereit erklärt, auch über den eventuellen Beitritt Preussens zu
unterhandeln, und Haugwitz schlug dem König eine Erklärung
vor, dass man in fünf Fällen die Offensive ergreifen würde, wenn
nämlich die Franzosen gegen Hannover, gegen die Mündungen
der Elbe, gegen Hamburg, gegen die fränkischen Herzogtümer
und gegen Sachsen vorgingen. In einer Konferenz am 26. März
wurde darüber verhandelt, und das Kabinettsministerium — d. h.
die drei Minister des Auswärtigen, Finckenstein, Alvensleben und
Haugwitz — erbitten dann vom König eine Anweisung über die
Zahl der aufzustellenden Truppen und die Höhe der dafür zu
fordernden Subsidien. Aber schon dies war der Sorge und dem
Argwohn des Königs jetzt zu viel. Am 30. März erklärt er den
Ministem sehr bestimmt, er könne nur seiner defensiven Stellung
gegen die Bewilligung hinreichender Subsidien eine grössere Aus-
dehnung geben. ^ Demgemäss machte Finckenstein in einer Kon-
ferenz am 2. April das Anerbieten, die preussische Armee an der
Demarkationslinie solle um 35000 Mann vermehrt werden; zum
» Panin an Paul, 11. März, Brückner lY, 89. Der Bericht und die
preussische Note vom 7. März sind auch einer Depesche Cobenzls an
Thugut vom 25. März beigelegt. Wiener St.-A.
* Die Minister am 27. März an den König; der König an die Minister
am 30. März. Pr. St.-A.
174 Hennann Hüifer.
Entgelt verlangte er für die Vorbereitung 130000 Pfand, für die
Unterhaltung monatlich 80000 Pfund und im Kriegsfalle fOr
eine Erhöhung auf 100000 Mann monatlich 200000 Pfund.
Aber wieder war das Hindernis, dass Orenville über eine blosse
Defensive nicht verhandeln wollte, und nicht mehr erreichte man
in einer Konferenz am 6. April, an welcher zum erstenmal auch
Dietrichstein teilnahm, freilich nur um eine Verbalnote zu ver-
lesen, welche eine rasche Entscheidung Preussens forderte. Als
er sich entfernt hatte, wiederholte Grenville auf Grund neuer
Anweisungen, dass er Subsidieu für eine blosse Defensive nicht
bewilligen könnte; Panin schloss sich dieser Erklärung an, und
dadurch war auch die Stellung Preussens entschieden. Dietrich-
stein erhielt am 15. April die bestimmte Antwort, der König
würde aus der Neutralitat vorerst nicht herausgehen, am 27. April
hatte er seine Abschiedsaudienz, und die Unterhandlung schien
beendigt. ^
Beinahe hätte sie eine der beabsichtigten ganz entg^en-
gesetzte Wirkung zur Folge gehabt. Der Bericht Panins vom
11. März hatte den Zorn Pauls aufs heftigste erregt. Seit zwei
Monaten stockte alles, weil er nicht wusste, wie Preussen sich
stellen würde. Dazu kam die Sorge, Preussen möge Baiem, das
ihm damals so verhasst war, in die Demarkationslinie einbegreifen.
Am 22. März musste Besborodko den preussischen Gesandten,
General von Groeben, auffordern, unverzüglich durch Kurier in
Berlin das preussische Ultimatum zu erfragen. Der russische
Kanzler, schon seit Monaten leidend, geriet bei der Heftigkeit
seines Herrn, bei der drohenden Gefahr eines ernsten Zwistes mit
Preussen in solche Aufregung, dass er in der Nacht von einem
Schlaganfall gerührt wurde, der am 17. April seinem Leben ein
Ziel setzte.^ Aber in Berlin blieb man gerade im Gegenteil bei
dem Bestreben, die Verhandlung in die Länge zu ziehen. Erst
am G. April, nicht durch Kurier, sondern durch die gewöhnliche
Post wurde erwidert, dass der König vor allem Nachrichten aus
^ Die Minister an den König, 7. April; der König an die Minister,
18. April; Verbalnote an Dietrichstein, 15. April; der König an die Minister,
17. April: Dietrichstein soll am 27. April Audienz und eine Dose im
Werte von 1200 Thalem erhalten. Pr. St.-A.
' Kotschubey an Woronzow, 19./30. April 1799, Archiv des Fürsten
Woronzow X\'T]J, 202, Moskau 1880.
Der Feldzugd. Engländern. Russen im Herbst 1799 n. die Stellung Preussens. 1 75
London erwarten müsse; das Gerücht von einer Ausdehnung der
Demarkationslinie sei eine Fabel. ^
Man hätte doch wohl in einem anderen Tone geschrieben,
wäre man mit dem ganzen Ernst der Lage bekannt gewesen.
Paul in seinem rücksichtslosen Eifer war nahe daran, g^g^u
Preussen feindlich vorzugehen. Ein Korps von 48 000 Mann
unter dem General Lascy wurde in Lithauen gegen die preussische
Grenze vorgeschoben; eine russische Flotte unter dem Admiral
Kruse sollte an der preussischen und pommerschen Küste kreuzen
und gelegentlich auf der Rhede von Danzig sich einstellen.
Groeben, und was noch mehr zu verwundern ist, sein Sekretär
Scholz, der Überbringer der Depesche, hatten den preussischen
Ministem von diesen Gefahren keine Ahnung gegeben. Erst als
der englische Gesandte Sir Charles Whitworth in grosser Auf-
regung einen Kurier nach Berlin abgehen liess, erfuhr Haugwitz
von Grenville, was die Annäherung der Truppen und manches
andere zu bedeuten habe. Bedenklich erschien es nun auch, dass
die Deutsche Petersburger Zeitung, ein halboffizielles Blatt, am
2. April einen Artikel brachte, demgemäss die russische Flotte,
„bei vorfallenden Trennungen" ihren Sammelplatz vor Danzig
nehmen solle. In Berlin wurde man unruhig; am 30. April
schicken die Minister im Auftrage des Königs den erwähnten
Artikel an Panin; sie heben den sonderbaren Ausdruck hervor
und bemerken, es widerspreche dem völkerrechtlichen Brauch, dass
man dem Admiral Kruse ohne vorgängige Anzeige eine der
preussischen Souveränetät unterstehende Rhede als Sammelplatz
anweise; vermutlich sei die Anzeige nur vergessen und werde
bald nachgeholt werden.
Man muss dem russischen Gesandten das Zeugnis geben,
dass er mit richtigem Verständnis nichts unterliess, dem drohen-
den Zerwürfnis vorzubeugen. Er war, wohl infolge der Ver-
wirrung, die Besborodkos Krankheit hervorrief, lange Zeit ohne
Nachricht. Sobald er aber durch Grenville von dem, was in
Petersburg vorging, Kenntnis erhielt, richtete er an den Vize-
kanzler Kotschubey die dringende Mahnung, man möge nicht
durch den Bruch mit Preussen dem gemeinsamen Feinde einen
neuen Bundesgenossen zuführen; und als dann die Besorgnis der
* Vgl. Diplomatische Verhandlungen lU, 267.
176 Hermann Haffer.
preussischen Minister durch jenen Artikel der Petersburger Zeitung
und feindselige Massnahmen des Zaren gegen Hamburg sich
steigerte ; wagte Panin am 28. April ^ auch dem Zaren die ein-
dringlichsten Vorstellungen zu machen. Der junge König, schreibt
er, sei nicht aus bösem Willen, sondern nur infolge seiner
Schwäche und Unentschlossenheit der Koalition nicht beigetreten
und wünsche nichts sehnlicher als ein gutes Einvernehmen mit
Russland und England; mit Ausnahme von Siey^s und Struensee,
gebe es in Berlin keinen Menschen, der nicht einen Bruch mit
Russland als ein Unglück betrachte. Der König erhöhe seine
Streitmacht und könne mit Hülfe der Verbündeten 230 000 Mami
aufstellen. Haugwitz, der mit Eifer für die gute Sache thatig
sei, halte den Augenblick fclr nahe, dass Preussen sich am Kriege
beteilige, aber Zwang und Drohungen würden das gerade Gegen-
teil bewirken und nur dem Direktorium zu gute kommen.
Panin hat sich später gerühmt, er habe durch diese Depesche
einen Krieg verhütet. Zu statten kam ihm, da(s auch die erste
Aufwallung des Zaren sich gelegt hatte. Auf die preussische
Mitteilung vom 6. April hatte er in unfreundlichem Tone dem
Gesandten von Groeben erklären lassen, Russland nehme von
der preussischen Antwort Akt, werde aber jeden Schritt, der eine
Hinneigung zu Frankreich verrate oder die Franzosen begünstige,
als eine Verletzimg der Neutralität und eine Feindseligkeit be-
trachten. ^ Kotschubej schreibt jedoch zu derselben Zeit an
Woronzow, der Sturm habe sich gelegt, und als einige Tage
später die Depesche Panins anlangte, antwortete Paul am 10. Mai
in ungewöhnlich gnädigen Ausdrücken. Panin, schreibt er, könne
in Berlin versichern, dass die Ansammlung der Truppen nicht in
feindlicher Absicht geschehen sei; zum Teil seien sie schon
zurückgezogen, Kruse werde in Bomholm Stellung nehmen, um
von da den Verkehr zwischen Hamburg und Frankreich zu über-
wachen. Selbst dem sonst so verhassten Haugwitz soll Panin in
* Groeben, 30. April, Pr. St.-A.: „Kotachubey a re9u l'ordre de me
r^pondre verbalement : qu'on s'entiendrait au sens litt^ral de la r^ponse
donn^e que chaque d^marche qui montrerait de la pr^dilection ou favori-
serait les Fran9ai8 serait regard^e comme une violation de la neutralit^
annonc^e et que dans ce cas on se verrait oblig^ d'en agir comme on
agirait vis -ä- vis de ceux, qui prendraient part ä. la cause des Fran9ai8
contre la bonne.** Vgl. auch Paul an Panin, 27. April, Brückner IV, 172 f.
Der Feldzag d. Engländer u. Rassen im Herbst 1 799 u. die Stellang Prenssene. 177
Pauls Auftrage aussprechen, wie sehr sein gegenwärtiges Be-
nehmen ihm das Wohlgefallen und die Zuneigung des Zaren er-
worben habe; Paul hoffe, dass die kluge und löbliche Denkungsart
eines so weisen Ministers auch auf die Gesinnung des Königs
mehr und mehr Einfluss gewinnen werde. Zum Schluss wird
Panin, dessen Eifer und Klugheit niemals glänzender als bei
dieser Verhandlung hervorgetreten seien, zu verdoppelten An-
strengungen ermuntert. Bald darauf suchte der Zar durch be-
sondere Handschreiben an den Herzog von Braunschweig und
den Landgrafen von Hessen die Mitwirkung dieser Fürsten zu
gewinnen. ^
m.
Auf das Treiben der in Berlin so zahlreich versammelten
Diplomaten, nicht weniger auf die Stimmung in den Kreisen des
Hofes und der einflussreichen Staatsmänner werfen ein scharfes
Licht die Aufzeichnungen des holländischen Generals Kinkel, eines
militärischen Diplomaten, der in dieser doppelten Eigenschaft seit
dem Anfange des Revolutionskrieges öfters genannt wird. Schon
im Sommer 1794 war er als Bevollmächtigter des Erbstatthalters
bei den Verhandlungen zwischen Haugwitz, Malmesbury und den
verbündeten Generalen in Maastricht und während des Feldzuges
im preussischen Hauptquartier thätig gewesen; nach der Er-
oberung Hollands durch die Franzosen verweilte er als Agent
des englischen Ministeriums meistens in Deutschland. Zu Anfang
1799, als auf die Entscheidung des Berliner Hofes alles ankam,
wurde er mit einer Sendung nach Berlin betraut, um über die
Lage zu berichten und dem Erbprinzen von Oranien mit seinem
Rate beizustehen.* Auf der Durchreise in Braunschweig sprach
er den Herzog, über den er nicht günstig urteilt. Er meint,
umsonst habe die Natur alle Gaben an ihn verschwendet, da sie
^ Panin an Eotschabey, 15. April, an Paul, 28. April, 3. Mai; die
preussischen Minister an Panin, SO. April, Panin an die Minister, 3. Mai;
Paol an Panin, 10. Mai; Panin, 3. Juni an den Landgrafen von Hessen
and den Herzog von Braanschweig: Brückner IV, 162 ff., 173ff., 186 ff., 180,
182, 193 ff., 226, 260.
* Das Tagebach Kinkels vom 2. März bis zum 26. Oktober 1799 be-
findet sich in 4 Heften — etwa 40 Folio-Bogen — im Haager Staatsarchiv.
Ich denke die wichtigeren Teile in meiner Quellensammlang für das Zeit-
alter der fransöflischen Revolution zu veröffentlichen.
Histor. Viertoljahnehrift 1908. 8. 13
178 Hermann Hüffer.
ihn zugleich jeder Energie beraubt habe. Am 8. Iförz kam
Kinkel nach Berlin. Pi*inz Georg yon Hessen , der Oheim der
Königin^ gab eine Schilderung von dem Charakter des Königs
und seiner Umgebung, die nicht ermutigte; seine nächsten Ver-
wandten durften über Politik nicht mit ihm reden. Mit Ver-
gnügen bemerkte Kinkel, dass Siey^s wieder mit äusserster Kälte
behandelt wurde, und dass ein Bündnis mit Frankreich nicht ssu
befürchten sei. Aber nicht weniger heftig war die Erbitterung
gegen Oesterreich. Am 20. März, bei einem Mittagessen im
Hause des Ministers Schulenburg, hörte Kinkel von der Niedei>
läge des Generals Auffenberg in Graubünden. „Es war merk-
würdig^', schreibt er, „zu sehen, wie das Gefühl gegen Oesterreich
sichtbar das andere überwoir, dass aus jenen Niederlagen auch
für PreuBsen eine Gefahr he;vorginge« Die Königin hatte ge-
äussert: „Nach den Oesterreichem wird die Reihe an uns kommen.^
„Ich muss sagen'', fährt Kinkel fort, „dass alle vernünftigen
Leute dieser letzteren Auffassung zustinmiten, aber ohne sich
enthalten zu können, heimlich schadenfroh zu lachen. So macht
man der B^yolution gutes Spiel!" Im April, als das Glück sich
den Oesterreichem zuwandte, äusserte Schulenburg: Bei dem
ersten Kanonenschuss Preussens würde Frankreich von Oester-
reich den Frieden erkaufen für Bedingungen, die Oesterreich vor-
teilhaft, Preussen aber verderblich wären; deshalb müsse der
König neutral bleiben, beiden Mächten die Grenzen setzen, sollen,
dass Oesterreich höchstens in Italien noch etwas erhielte. Wandte
sich Kinkel dann an Dietrichstein, so zeigte sich, dass dieser
gegen Preussen gerade so gesinnt war, wie Schulenburg gegen
Oesterreich. „Er will Preussen das Messer an die Kehle setzen'',
bemerkt Kinkel, „und der eigentliche Zweck seiner Reise scheint
zu sein, Grenville auszuhorchen und den Beitritt Preussens zur
Koalition zu verhindern." Ueber Haugwitz heisst es: Alle
Stimmen sind einig, dass er den Krieg will, den der König nicht
will. Und wenn Kinkel anfangs noch den Verdacht hegte, der
Minister spiele ein falsches Spiel, so überzeugte er sich bald von
dem Gegenteil. In einer Unterredung vom 21. April suchte
Haugwitz noch das von Preussen angebotene Defensivbündnis zu
rechtfertigen, welches möglicherweise in die Offensive übergehen
könne; als aber fiankel ihm zeigte, dass ein Bündnis unter solchen
Bedingungen wertlos sei, stimmte er selbst beinahe zu, zuckte
Der FeldsQg d. En^^änder u. Bussen im Herbst 1 799 n. die Stellung Prenssens. 1 79
die Achseln and bedauerte^ dass er nicht mehr habe thun können.
Uehrigena sei das letzte Wort Preussens noch nicht gesprochen,
wenn England gegen einen Geniestreich des wahnwitzigen Paul
and einen plötzlichen Friedensschlass Oesterreichs (Garantien
gebe.^
Solche Aeuaserongen genügten , um eine neue Verhandlung
anzuregen; zudem waren Grenville auf den Bericht, den er Anfang
April nach London gesandt hatte, neue Anweisungen zugekommen.
Noch Yor Ende des Monats trat er mit seinen Anträgen hervor,
und Panin achloss sich ihm an, als er den richtigen Zeitpunkt
für gekommen hielt. Die Gesandten beriefen sich zunächst wie-
der auf die Vertrage von 1788, in denen Preussen fQr die da-
malige Verfassung Hollands Garantie geleistet hatte. Deshalb,
meinten sie, sei der König nicht allein berechtigt^ sondern sogar
verpflichtet, die Franzosen zur Räumung Hollands aufzufordern
und ihnen, wenn sie sich weigerten, den Krieg zu erklären. Ob-
gleich England den Russen bereits Subsidien versprochen hatte,
bot Grenville jetzt auch Preussen noch eine Million Pfund
Sterling für das laufende Jahr; er beantr^e eine gegenseitige
Gkunntie der Besitzungen, Wiedereinsetzung des Erbstatthalters
und Bestimmung des Zeitpunktes, an welchem Preussen zu den
Waffen greifen würde. Panin überreichte dann Anfang Mai
einen Vertragsentwurf, demgemäss 60000 Preussen innerhalb
zweier Monate nach Holland aufbrechen sollten.' Die Lage war
damals in Folge der kriegerischen Ereignisse der Art, dass, wenn
Preussen der Koalition beitrat, ein günstiger Erfolg ausser Zweifel
stand. Es schien so naheliegend, dass der König fQr seine Ver-
wandten, für so wichtige Interessen seines Staates nunmehr ein-
trete! Kinkel beriet schon mit dem Erbprinzen, wie die Gegen-
revolution in Holland sich am leichtesten durchführen lasse; er
besprach die Proklamationen, die man veröffentlichen und die
Verfassung, die man dem Lande geben werde. Auch die drei
Minister des Auswärtigen, Finckenstein, Alvensleben und Haugwitz
reichten dem Könige am 3. Mai eine Denkschrift ein und wurden
auf Gh-und derselben ermächtigt, in Unterhandlungen einzutreten.
Als Haugwitz am 4. Mai dem Könige die englischen Anträge
mündlich empfahl, erhielt er den Auftrag, sich schriftlich darüber
1 Kinkels Tagebnch vom 3., 8., 18., 20., 27. März, 11., 21. April.
' Panin an Paul, 8., 16. Mai, Brückner lY, 189 f., 196 ff.
1»»
180 Uermann Hüffer.
zu äussern. Schon am folgenden Tage setzt er in warmen
Worten auseinander , dass man durchaus zu einer festen Ent-
schliessung kommen und eine bestinmite Antwort geben müsse;
er schildert die Gefahren der Lage, welche die Besetzung Hollands
durch französische Truppen mit sich führe^ und rät^ den günstigen
Zeitpunkt nicht zu versäumen. Freilich alles nur bedii^. Der
König sollte seine Truppen an der Demarkationslinie yersammeln,
aber erst^ wenn ihm der richtige Zeitpunkt gekommen schiene,
gegen Holland vorgehen lassen und nach der Erobenuig des
Landes zu keinem weiteren Schritt verpflichtet sein, Russland
sollte durch Truppen, die durch Böhmen gegen den Rhein ziehen
würden, das preussische Unternehmen unterstützen, England die
Fortsetzung der Subsidien, falls sie nötig würden, auch für das
folgende Jahr versprechen.
Es ist zweifelhaft, ob England imter solchen Bedingungen
zu der Zahlung von Hülfsgeldem sich bequemt hätte; aber fftr
den bedenklichen Sinn des Königs war Haugwitz schon zu weit
gegangen. Friedrich Wilhelm forderte auch von seinem Kabinetts-
sekretär Lombard, der eben um diese Zeit zu steigendem Ansehen
gelangte, und von dem einflussreichen General Rüchel Gutachtra
über die Lage. Beide, die den eigentlichen Wunsch ihres Herrn
wohl ahnten, sprachen nicht für den Krieg. Lombard stellt
unter heftigen Klagen über die Eroberungssucht des französische
Kolosses alles der eigenen Entscheidung des Königs anheim.
Rüchel, der insbesondere die Unzuverlässigkeit einer Verbindung
mit Oesterreich hervorhebt, empflehlt in dem sonderbaren Kauder-
welsch, das man in seinen Denkschriften gewohnt ist, eine
Politik des „Friedens, Ueberraschens, Entscheidens*^, wobei man
dann zunächst die Hände in den Schoss legte. So entschied auch
Friedrich Wilhelm. Durch Köckritz und persönlich in einer
Unterredung in Charlottenburg am 12. Mai gab er Haugwitz den
Auftrag, den Engländern jede Hoffiiung auf ein unmittelbares
Eingreifen Preussens zu nehmen; er behalte sich vor, nach 2^it
und Umständen zu handeln, ohne auf irgend eine Art gebunden
zu sein. Nur über eine Garantie der beiderseitigen Besitzungen
und die Bedingungen des künftigen Friedens, der die Unabhängig-
keit Hollands festsetzen müsse, wollte er allenfalls eine Verab-
redung treffen; femer den Engländern nicht alle Hoffnung nehmen,
dass er die Defensive einmal zu Gunsten Hollands in eine Offen-
DerFeldzngd. Engländern. Rnssen im Herbst 1799 u. die Stellung Prenssens. 181
sive verwandeln könnte.^ Mit dem äussersten Bedauern gab
Hangwitz den beiden Gesandten am 14. Mai von dieser Ent-
scheidung Kenntnis. Verlegenheit und Demütigung malten sich,
wie Panin schreibt, auf seinem Gesichte; war es doch ein un-
zweifelhaftes Geständnis seiner Yollkommenen Nichtigkeit.^ Auch
an seiner Mittagstafel, wo er an diesem Tage eine Gesellschaft
yersammelt hatte, schien er untröstlich; Hardenberg meinte, es
bleibe ihm nichts übrig, als seinen Abschied zu nehmen. Aber
dagegen berief sich Haugwitz auf seine patriotischen Gesinnungen ;
ein anderer, sagte er, würde das Schlechte thun, er könne nur
das Gute nicht durchsetzen.^ Zwei Tage später hatte er selbst
dazu wieder Hoffiiung. Der Minister Alvensleben, bis dahin
einem Vorgehen gegen Frankreich am wenigsten geneigt, war
jetzt anderer Ansicht und brachte sie am 13. Mai in einer aus-
führlichen Denkschrift zum Ausdruck. Er berief sich auf den
5. Artikel des Baseler Friedens, der den Franzosen nur den mili-
tärischen, nicht den Civilbesitz der linksrheinischen Provinzen
zugestanden habe, und wies auf die Uebergriffe und Gewaltthätig-
keiten hin, die schon in früheren Jahren so bittere Klagen ver-
anlasst hatten.^ Jetzt, meinte er, sei die Zeit gekommen, dem
Direktorium zu erklären, dass das „Depot" nicht länger in ihren
Händen bleiben dürfe. Der König möge innerhalb vierzehn
Tagen den realen Besitz der Provinzen zurückfordern und für
den angerichteten Schaden innerhalb acht Wochen Ersatz ver-
langen, femer eine Armee zusammenziehen, um nötigenfalls mit
Gewalt diesen Anspruch geltend zu machen; die Hülfe der Koa-
lition werde dabei nicht fehlen. Alle drei Minister hatten sich
dann am 18. Mai zu einer erneuten Eingabe vereinigt, imd man
mochte hoffen, dass gerade der Hinweis auf die treuen, so schwerer
Bedrückung preisgegebenen Unterthanen in den rheinischen
Provinzen zu dem Herzen des Königs den Weg finden würde.
Aber wieder umsonst, Alvensleben erhielt am 18. die Antwort,
der König müsse der Neutralität vor dem Kriege den Vorzug
> Die im Text erwähnten Aktenstücke bei Bailleu 1 , 288—299, vgl
auch H. Hüffer, Die Eabinetsregierung in Preussen und J. W. Lombard,
Leipzig 1891, S. 96 ff.
«'Panin an Paul, 16. Mai, Brückner IV, 196 ff.
' Kinkels Tagebuch, 14. Mai.
* Vgl. Diplomatische Verhandlungen I, 314 f.
182 Hennann Hüffer.
geben; weil sie den andern Weg nicht amwchlifwae, wogegen,
wenn man sie einmal Terlassen habe^ der Bückweg onmoglich
sei; und an Haugwitz erging der trockene Bescheid, der König
finde keinen Grund, seine frühere Ansicht zu ändern.^ JE^'ürwahi^,
ruft Kinkel aus, „man begreift nicht, wie drei Minister des Aus-
wärtigen so etwas einstecken können!^'
Aber auch dem König war bei seiner Weigerung nicht wohl
zu Mute. Er musste bemerken, dass die öffentliche Meinung,
die meisten Personen in seiner Umgebung, alle Minister die Zeit
für Preussen gekommen hielten. Die Fortschritte der Oester-
reicher in der Schweiz und in Italien legten den Gedanken nahe,
der deutsche Nebenbuhler könne sich bei dem Frieden mit Frank-
reich ohne Bücksicht auf das vereinsamte Preussen grosse Vor-
teile ausbedingen; Torzubeugen war nur möglich, wenn Preussei
an der Koalition und dem Kriege sich beteiligte. Dieser Gedanke
war es, der, wie Kinkel gewiss mit Becht behauptet, in Berlin
einen Umschwung der Stimmung herrorrief. Dazu kam das
Schreiben Pauls vom 10. Mai, von dessen Inhalt Panin am 21.
dem Grafen Haugwitz Kenntnis gab; der Minister dankte, wie
Panin schreibt, mit Thranen in den Augen für die Lobsprüche,
die der 2^ ihm erteilte. Wichtiger war ftlr ihn und gewiss
auch für den König, dass man nun der Besorgnisse, die ygh
Seiten Busslands gedroht hatten, ledig war, dass der Zar den et-
neuten Wunsch aussprach, sich mit Preussen zu einigen, und sich
bereit erklarte, ausser dem für die Schweiz bestimmten Hülftheer
von 45000 Mann die gleiche Truppenzahl für ein Unternehmen
Preussens gegen Holland zu bewilligen. Der König, im Begril^
eine Beise in die westlichen Provinzen anzutreten, gelangte zwar
noch nicht zu einer Entscheidung, entschloss sich aber, auf der
Beise in Minden mit dem Herzog von Braunschweig noch einmal
die Sache zu überlegen. Vielleicht hat er niemals einer kriege-
rischen Wendung näher gestanden. Einem von Panin gehegten
Wunsche kam er zuvor, indem er am 23., dem Tage vor seiner
Abreise, Haugwitz auffordern liess, ihm nach Minden zu folgen.
Gross war die Erwartung in Berlin. Als günstiges Zeichen galt
schon, dass der König mit dem Herzog von Braunschweig sich
* Baillea I. S XLIXf. und 399— 303. Denkschrift der Miniitier vom
IS Mai; der König an die Minister, 31. Mai. Pr. St.-A.
* Kinkels Tagebuch. 33. Mai.
DerFel(lzagd.EngIändern.Rn88enimHerbBtl799u. die Stellung Prenssens. 183
besprechen wollte^ und noch bedeutsamer erschien die Berufung
des Grafen Haugwitz. ^^Es war klar^', schreibt Kinkel am 24. Mai,
^dass der König und seine Ratgeber wenigstens zweifelten, und
dass dieser Fürst seinen Minister nicht kommen Hess, um Er-
örterungen zu vermeiden/' ,,Haugwitz", setzt Kinkel hinzu,
^«schöpfte die grössten Hoffiiungen^; wir haben ihn wie eine
Kanone mit Energie geladen, und er scheint selbst zu fühlen,
dass er seinen Platz nicht würde behaupten können, wenn diese
letzte Anstrengung wieder fehlschlüge. Er schickt eine Estaffette,
um den Herzog vorzubereiten.'' Drei Tage später nach einem
Mittagessen bei Hardenberg machte Haugwitz sich auf den Weg,
von Hardenberg, der gleich&Us von Berlin abreiste, während
einiger Stationen begleitet. „Das giebt Gelegenheit", meint
Kinkel, „ihn zu bearbeiten, dass er sich als Mann zeigen müsse;
seine Gesinnungen sind gut, aber sein Kleinmut geht bis zum
Aeussersten." Man begreift, dass unter solchen Verhältnissen der
Erbprinz von Oranien eine Reise nach Polen wieder aufgab. PriD;^
Geoi^ von Hessen versicherte, der König sei für den Krieg, und
sobald der Herzog sähe, dass er nicht allein die Verantwortung
trage, werde er mit ihm übereinstimmen. Auch Schulenburg und
der alte Moellendor£F hielten mit ihrer Ansicht nicht mehr zurück.
Die Regimenter, sagte der Marschall, seien schon bestimmt*, der
König behalte nur die Ernennung der Anführer noch in petto,
um Eifersucht und Kabalen zu vermeiden. Selbst der „Erz-
jakobiner Struensee", schreibt Kinkel, „nähert sich jetzt der
Kriegspartei. Er hat gesagt, der Krieg werde einen oder zwei
Feldzüge erfordern; er sehe nicht, warum Preussen nicht die
Hülfsmittel finden solle. Die öffentliche Meinung ist immer ent-
schiedener für den Krieg. Die Umstimmung ist dadurch herbei-
geführt, dass man nicht mehr die Seite anschlägt: Einigt euch
mit Oesterreich! Jetzt gilt es die Revolution zu bekämpfen, die
Stimme im Kapitel Europas zu führen, Oesterreichs Anschwellung
zu hindern; jeder österreichische Sieg verstärkt diese Argumente."
In Wesel, hörte man, solle neben Haugwitz und dem Herzog
auch der Landgraf von Hessen sich einfinden und dann an das
Werk die letzte Hand gelegt werden. *
' Vgl. anch die Aensserongen Haugwitzens in Ottos Depesche vom
29. Mai bei Baillea I, 501.
« Kinkel*» Tagebuch vom 24., 27., 29. Mai, 3., 6. Juni. Wie vor-
184 Hermann fiüffer.
Aoch in Paris hatte sich infolge des Aufsehens ^ das die
englisch-russische Unterhandlung erregte, das Gerücht yerbreitety
der König sei der Koalition beigetreten. Sieyes, der am 23. Mai
Berlin verliess, um seinen Platz im Direktorium einzunehmen,
wollte oder sollte zwar von dem Konige das Versprechen erhalten
haben, Preussen werde aus der Neutralität nicht heraustreten,
aber er kam sich in der Berliner Gesellschaft wie ein Geachteter
Tor. Am Abend vor der Abreise des Königs erhielt er auf
einem Ballfest in wenig förmlicher Weise seine Abschiedsaudienz,
und auch darin, obgleich die Ursache in der Eile des Königs wie
des Gesandten lag, wollte man ein Zeichen der Kälte und un-
freundlicher Stimmimg gegen Frankreich bemerken. Auch
Thomas Grenville hatte hoffnungsvoll nach London geschrieben.*
Nur der russische Gesandte liess seine Bedenken nicht &hren.
Ebenso klug als eifrig hatte er in Berlin imd wo sich sonst Gre-
legenheit bot, für die neuen Anträge des Zaren gewirkt. Am
25. Mai giebt er seinem Herrn Ton dem Erfolge Kenntnis, aber
mit dem Zusätze: „Ich würde eine wesentliche Pflicht versäumen,
wenn ich Eurer Majestät verhehlte, dass trotz dieser schmeichel-
haften Anzeichen die Lage der Dinge sich nicht verbessert hat
Immer ist es ein König, schwach, ohne Charakter und ohne
Urteil, wenn Sie, Sire, mir diesen Ausdruck gestatten, immer
sind es Leute ohne Einsicht, ohne Grundsätze und ohne Geschäfts-
kenntnis, die ihn umgeben und einen undurchdringlichen Wall
um ihn bilden. Und der Fürst, dessen Rat die Frage entscheiden
soll, ist ebenso zaghaft vor einem königlichen Adjudanten ds
furchtbar vor dem Feinde. Auf dem Schlachtfelde bringt ihn
nichts aus der Fassung, bei Hofe lässt ein blosser Wink ihn
schweigen." „Gott weiss, ob etwas dabei herauskommt" heisst
es etwas später in einem Briefe an Woronzow.*
Bald genug wurden diese Besorgnisse zur Wahrheit. Am
2. Juni fand in Petershagen bei Minden die Konferenz zwischen
trefflich Kinkel unterrichtet war, zeigt die Yergleichung seiner An&eich-
nungen mit den Berichten Panins.
* Sandoz 2. Juni, Pr. St.-A.; Panin an Paul, 25. Mai, Brückner IV,
217 f.; Kinkel, 27. Mai, 10. Juni; Woronzow an Panin, 4., 8. Juni, Brückner
IV, 311 ff.
' Panin an Paul, 25. Mai, Brückner lY, 217; Panin an Woronzow,
8. Juni, Woronzows Archiv XI, 79.
Der Feldzag d. Engländer u. Russen im Herbst 1799 a. die Stellang Preassens. 185
dem Könige y dem Herzog von Braiinschweig, Haugwitz und
Kockritz statt. Die eingehendste Mitteilung über ihren Verlauf
▼erdankt man einem bairischen Diplomaten, dem Grafen Bray,
der fänf Jahre später seiner Regierung über den eben damals
erfolgten Rücktritt des Grafen Haugwitz Bericht erstattet. Da-
nach vertrat Haugwitz mit grosser Wärme seine Ansichten; der
Herzog unterstützte ihn, freilich nicht so kräftig, wie er ver-
Bprochen hatte, sondern nur schwach, mehr durch Gebärden als
durch Worte. Endlich rief der König in grosser Aufregung:
,,Nun gut, da Sie sie es beide wollen, werde ich Krieg führen!",
and entliess sie. Aber er hatte seitdem keinen Augenblick Ruhe,
and als Haugwitz ihn am andern Morgen fragte, ob er die ent-
sprechenden Befehle ausfertigen solle, sagte ihm der König, er
möge sie yerschieben. Nun soll Lombard, der gerade bei ihm
war, ihm zugeredet haben, er brauche nichts zu thun, was seiner
Vernunft und seinem Gewissen widerstrebe. Noch sei nichts ent-
schieden; er könne ja Zeit gewinnen und mit Haugwitz und dem
Herzog abermals die Sache in Ueberlegung nehmen. „Was
wollen Sie, dass ich thue?", antwortete der König, „wie kann
ich in meinem Alter und noch neu in den Geschäften zwei so
▼ollendeten, erfahrenen Staatsmännern entgegen treten 7^' Lombard
entgegnete, da der König alles leiten müsse, sei es doch ganz un-
möglich, einen Krieg, den er nicht billige, gut zu fuhren; es sei
besser, durch einen weisen Widerruf dem Unglück zuvorzukommen.
Der König atmete auf und erwiderte, er werde noch keine Ent-
scheidung treffen, sondern dem Grafen Haugwitz in Kassel seine
Absichten zu erkennen geben.^
Einer inneren Wahrscheinlichkeit entbehrt diese Erzählung
nicht. Auch Haugwitz schreibt am 2. und 3. Juni seinen Kollegen,
er habe am ersten Tage die Ermächtigung erhalten, mit Panin
and Grenville zu unterhandeln; der König verlange nur, dass die
Russen die Stellung der Oesterreicher vor dem Frieden von
Gampo Formio wieder besetzt hätten, eine Bedingung, welche die
Minister selbst in einem Bericht vom 22. Mai schon vorgeschlagen
hatten. Als Haugwitz am 3. Jimi die von ihm formulierte Er-
mächtigung mit einer Denkschrift dem Könige vorlegte, war der
Herzog von Braunschweig einverstanden; auch der König las sie
' Vgl. Denkschrift Brays aus Berlin vom 17. Oktober 1804 bei Bailleu
ü, 682.
186 Hermanu Hüffer.
sogleich, liess aber wenig später den Minister wissen, er wolle
sich Torher des Beistandes von Hessen und Sachsen versicheni;
Hangwitz möge ihn nach Kassel begleiten. Alles, schliesst der
Brief, liege daher noch sehr im Ungewissen.^ In der Hauptsache
werden also die Angaben Brays bestätigt; dagegen scheint er den
Einfiuss Lombards zu überschätzen. Ein Vertrauter des Herzogs
giebt dem russischen Gesandten am 7. Juni von der Konferenz
eine erste Nachricht. Haugwitz, heisst es darin, habe sich wie
ein Held benommen und deshalb in Gegenwart des Herzogs arge
Vorwürfe hören müssen, wodurch dieser natürlich nicht ermutigt
worden sei. Oleichwohl habe er nach seiner Versicherung dem
König starke Dinge gesagt. Auch mit Köckritz sei man diesmal
nicht eben imzufrieden gewesen. Nur der König sei persönlich
ganz unerschütterlich geblieben; vielleicht werde er noch handeln,
aber nicht schnell genug. Für Holland hoffe er, ohne den Degen
zu ziehen, durch Unterhandlungen mit dem Direktorium etwas
zu gewinnen, und durchaus bestehe er auf der Torgängigen An-
kunft der Russen am Rheine.' Von einer Sinnesänderung unter
dem Eingreifen Lombards ist in diesem Briefe keine Rede. Dazu
kommt, dass Lombard von Panin ausdrücklich der Kriegspartei
zugezählt wird und dass er selbst später in einer ausführlichen
Rechtfertigungsschrift) an die Königin Luise sich zum Verdienst
anrechnet, in Petershagen mit Haugwitz für den Krieg ge-
sprochen zu haben.' Sicher ist, dass der Herzog missmutig
nach Braunschweig zurückkehrte, und dass die Konferenz, an
die so grosse Hoffiiungen geknüpft wurden, zu keinem Ergebnis
fahrte.
Selbst darüber blieb man in Berlin länger als billig im
Dunkeln; es scheint, dass Haugwitz, in allen Hoffnungen getäuscht,
sich schwer entschliessen konnte, offen zu reden. Am 10. Juni
beklagte sich Finckenstein nicht ohne Orund, dass Haugwitz ihn
^ Haugwitz an die Minister, 2. Juni, an Finckenstein, 3. Juni. Pr. Si-A.
* Vgl. das Schreiben eines ungenannten, wahrscheinlich OallatinB,
aus welchem Panin einen Auszug giebt in seinem Berichte an Paul vom
11. Juni, Brückner IV, 280.
' Vgl. Lombards Schreiben an die Königin Luise aus Eolbeig yom
26. Oktober 1806, d. h. kurz nachdem er aus der Haft entlassen war, bei
Bogdan Krieger: „Königin Luise und der geheime Kabinetsrat Lombard",
Deutsche Revue, August 1901, S. 206—210.
DerFeldzugd. Engländern. Russen im Herbst 1799 a. die Stellung Preossens. 187
länger als eine Woche im Ungewissen lasse.^ In Kassel wurde
nichts entschieden; die sorgenyolle Miene des Königs fiel sogar
im Theater auf. Panin^ erbittert, dass auch er keine Auskunft
erhielt; konnte dem Schweigen des Ministers und jenem ver-
traulichen Schreiben aus Braunschweig entnehmen, dass man zu-
nächst nicht zum Abschluss gelangen würde. In dieser Ueber-
zeugung gab er einer Anweisung Folge, die er schon im Januar
beim Beginn und mehrmals im Laufe der Verhandlungen für
einen solchen Fall erhalten hatte; er beschloss seinen Wohnsitz
nach Karlsbad zu verlegen und gab am 17. Jimi Finckenstein da-
von Kenntnis, nicht in diplomatischer Umhüllung, sondern in
Ausdrücken, die über den wahren Grund seiner Abreise keinen
Zweifel liessen. Gerade an diesem Tage trafen aber die lange
erwarteten Nachrichten des Grafen Haugwitz ein; es waren zwei
Briefe an Finckenstein, am 14. Juni in Meiningen auf dem Wege
von Kassel nach Franken zu Papier gebracht, der eine vertraulich,
der andere für die offizielle Verhandlung bestimmt. Die beiden
Gesandten wurden gleich auf den 18. Juni von Finckenstein zu
einer Konferenz eingeladen, und aus dem Schreiben, das zur Ver-
lesung kam, erhielten sie nun zum erstenmal von den Absichten
Friedrich Wilhelms III. genaue Kenntnis. Die wichtigste Ver-
änderung seit der Konferenz vom 2. Juni bestand darin, dass der
König jetzt jedenfalls eine Verhandlung mit dem Direktorium
anknüpfen wollte. Erst wenn sie fruchtlos bliebe, wollte er zu
einer Sommation und allenfalls zur Gewalt schreiten; für den
Zeitpunkt steUte er die schon erwähnte Bedingung, dass die
Bussen diejenigen Stellungen am Rheine wiedereingenommen
hätten, welche die Oesterreicher bis zum Frieden von Campo
Formio besetzt hielten. Nach diesem Wortlaut hätte man, ob-
gleich es bei der Erörterung in Zweifel gezogen wurde, die
Wiedereinnahme von Mainz und Ehrenbreitstein verlangen
können; dazu kam noch die Forderung, die russischen Truppen
dürften, da Preussen bis zum Bruche als neutral gelte, auf ihrem
Marsch nach dem Rheine das preussische Gebiet und die Demar-
kationslinie nicht berühren. Mit Recht wendeten die Gesandten
ein, eine Verhandlung mit dem Direktorium werde nur frucht-
^ Kinkels Tagebuch, 10. Juni; Panin an Paul, 7. Juni; Panin an Kot-
«chubey, 18. Juni, an PauL 18. Juni, Brückner IV, 227, 2S6f , 246f .
188 Hermann Hüffer.
losen Zeitverlust herbeiführen; die zweite Forderung sei unerfüllbar
und setze den Zeitpunkt der preussischen Aktion ganz und gar
ins Ungewisse. Bei der Erörterung des dritten Punktes bat
Panin die Konferenz zu schliessen; er fürchtete, ^^diesem absurden
Ansinnen'^ gegenüber sein kaltes Blut nicht bewahren zu können.
Am nächsten Tage bei der Fortsetzung der Konferenz verwarfen
die beiden Gesandten bestimmt die preussischen Antrage; eine
Verhandlung mit dem Direktorium, erklarten sie, schliesse f&r
England und Russland jede Vereinbarung aus. Drei Tage später
befand sich Panin auf dem Wege nach Karlsbad; den Kollegien-
rat Sievers liess er als Geschäftsträger zurück; nur für den Fall,
dass Haugwitz neue Eröffnungen zu machen habe, stellte er seine
Rückkehr in Aussicht.^
Daran war aber zunächst nicht zu denken. Am 17. Juni
hatte Haugwitz ein paar nichtssagende Worte an Panin gerichtet;
er begleitete den König auch nach Ansbach. Hier stellte sich
am Tage ihrer Ankunft, am 18. Juni, der neue Kurfürst Max
Josef von Baiem mit seinem Minister Montgelas ein. Mit dem
Zaren versöhnt, war er vor kurzem der Koalition beigetreten und
hätte nichts mehr gewünscht, als in dem König von Preussen
einen Schicksalsgefährten und zugleich einen Bürgen für den
guten Ausgang zu finden. Die Aeusserungen des Königs waren
nicht ungünstig, hielten sich aber von bindenden Zusagen fem';
und nicht einmal soviel erlangte der Markgraf von Baden, der
dem Könige die Rolle eines mächtigen, nach beiden Seiten Halt
gebietenden Friedensvermittlers zugedacht hatte. Bei einer Zu-
sammenkunft in Wilhelmsbad am 27. Juni kam es zwischen den
beiden Fürsten nicht einmal zu einer deutlichen Aussprache.^
Und so gelangte Friedrich Wilhelm nach so vielen Konferenzen
unschlüssig wie er abgereist war, am 4. Juli wieder nach Berlin.
* Protokoll der Konferenz vom 18. Juni; Panin an Paul, 18. Juni,
Brückner lY, 239, 246; Finckenstein an Haugwitz, 17., 20. Juni, Fincken-
stein an den König, 26. Juni. Pr. St.-A.
* Denkwürdigkeiten des bayerischen Staatsministers Maximilian Grafen
von Montgelas, Stuttgart 1887, S. 48 f.; die sehr unklare Fassung verlegt aber
offenbar Vorgänge aus Petershagen nach Ansbach; vgl. auch Du Moulin
Eckart, Baiem unter dem Ministerium Montgelas, München 1895, S. 160.
' Obser, Politische Correspondenz Karl Friedrichs von Baden, HI,
256 f., HlOf , Heidelberg 1893. — Talleyrand bemerkt in einem Rapport sur la
Situation extärieure de la rdpublique aus dem Juni 1799: „LeRoi de FruBse,
Der Feldzag d. Engländer u. Russen im Herbst 1 799 u. die Stellung Preussens. 1 89
IV.
Die Kriegsereignisse hatten unterdessen ihren Lauf ge-
nommen^ alle Gründe, welche Preussen schon einige Monate
früher zum Vorgehen drangten, erhielten verstärktes Gewicht, die
öffentliche Meinung sprach sich immer entschiedener aus. Haug-
witz hatte während der Reise sich fort und fort bemüht, den
König zu einem Entschlüsse zu bringen. Wenigstens nicht ganz
ohne Erfolg; er erhielt jetzt die Erlaubnis, mit Grenville eine
neue Unterhandlung anzuknüpfen. In einer Zusammenkunft am
7. Juli kam man einander näher; Haugwitz gab dem Herzog von
Braunschweig Schuld, in Petershagen durch übergrosse Bedenklich-
keiten die Einigung erschwert zu haben, und versprach, fiir den fol-
genden Tag einen Entwurf auszuarbeiten. In den sieben Artikeln
dieses Entwurfes war die Verhandlung mit dem Direktorium nicht
mehr erwähnt; man ging von dem Grundsatz aus, dass Preussen
zu den Waffen greifen werde, sobald die russische Hilfsarmee am
Rhein eine Stellung eingenommen habe, welche der linken Flanke
der preussischen Truppen Deckung gewähre. Dieser Zeitpunkt
sollte jetzt mit der Einschliessung, nicht erst mit der Einnahme
von Mainz und Ehrenbreitstein gekommen sein (Artikel 3).
Grenville wollte dagegen die Ankunft der Russen im ober-
rheinischen Kreise als genügend erklären, auch die von Haugwitz
(Art. 4) geforderte Million Pfund nicht auf einmal sondern
nur ratenweise, der preussischen Truppenzahl entsprechend, be-
willigen. Der preussische Minister nahm demgemäss eine Um-
arbeitung seines Entwurfes vor, und am 10. Juli gelangt/C man
zur Einigung. Es fragte sich nur, ob auch der König genehmigen
werde. Haugwitz begleitete die Vorlegung des Entwurfes mit
einer Denkschrift, in welcher er noch einmal, jetzt zum letzten-
male, die Gründe für einen festen und ungesäumten Entschluss
zusammenfasst. Er hebt die Gefahren hervor, wenn die Koalition
Frankreich besiege oder Frieden schliesse und sich dann gegen
^ecteur de Brandebourg, le landgrave de Hesse - Cassel , le margrave de
Baden, en vertu des trait^s particuliers qui les lient ä la France, ne cessent
point d'etre regard^s par eile comme puissances pacifiäes et neutres ....
n est connu que les Cours coalis^es ont accumul^ leurs efforts pour en-
trainer la Prusse dans leur Systeme; mais on a re9u Tassarance la plus
positive et dont on ne peut pas douter, qu^elle persäv^rera dans le sien'^
(Pallain, Le minist^re de Talleyrand sous le directoire, Paris 1891, S. 430 f.)
190 Hermann Hüffer.
Preussen wende. Frankreich selbst habe durch den Frieden Ton
Campo Formio den Baseler Frieden und die Uebereinkunft vom
5. August 1796 gebrochen; der Konig habe das Recht, seine
linksrheinischen Provinzen zurückzufordern , ja er sei durch die
(Garantie der hollandischen Verfassung im Jahre 1788 yerpflichtet,
die Befreiung dieses Landes zu verlangen; 60000 Preussen in
Verbindung mit etwa 30000 Hessen^ Hannoveranern und Sachsen
würden nach allen Seiten den Ausschlag geben. Selten hat ein
Minister bessere Gründe in kraftigerer Sprache dargelegt; er über-
zeugte auch den König, und Grenville kann in freudiger Erregung
am 12. seinem russischen Kollegen in Karlsbad das glückliche
Ergebnis melden. Nachdem er Tag für Tag den Verlauf der Ver-
handlungen aufgezeichnet hat, schliesst er mit den Worten: ,^ommen
Sie zurück, mein lieber Graf, und zwar so schnell wie möglich. Der
König billigt die Skizze des Entwurfes in der zweiten Bearbei-
tung, und Graf Haugwitz mit den beiden andern Ministem
schreibt Ihnen einen förmlichen Brief.'' Dieser Brief sprach demi
auch aufs neue die Hofihung einer Einigung aus; Panin werde
nach der Mitteilung Grenvilles ermessen, ob er seine Bückkehr
nach Berlin beschleunigen könne. ^
Zum erstenmal glaubte nun auch Panin auf sicherem Boden
zu stehen. Noch aus Karlsbad giebt er am 16. Juli dem Zaren
Nachricht und in eiliger Fahrt — in drei Tagen und drei Nächten
hatte er sich nur drei Stunden Ruhe gegönnt — gelangte er am
20. Juli mittags nach Berlin.'
Aber wie wenig entsprach das, was er hier fand, seinen
Erwartungen. Der König war, sobald er dem Entwurf seine
Zustimmung gegeben hatte, wieder in Sorgen und Zweifel ver-
fallen. Ein Schreiben des Herzogs von Braunschweig an Zastrow,
das zu einem festen Entschlüsse mahnte, konnte ihn nicht be-
ruhigen.' Am 17. Juli musste Lombard ein Schreiben an Haug-
witz entwerfen, in welchem der König die Gründe des Mimsters
in ihrer Bedeutung anerkennt, seinen Gesinnungen volle Gerechtig-
* Grenville an Panin 7. — 12. Juli; die preussischen Minister an Panin
12. Juli; Panin an die Minister 16. Juli; Panin an Paul, 16. Juli, Brückner
IV, 329 ff., 842—844.
' Panin an seine Gemahlin, 22. Juli, Brückner lY, 849.
^ Kinkels Tagebuch, 16. Juli; vgl. auch Panin an Paul, 12. August,
Brückner IV, 878.
Der Feldzng d. Engländer u. Russen im Herbst 1 799 u. die Stellung Preussens. 191
keit widerfahren lässt^ aber zuletzt doch erklärt^ er könne sich
nicht entschliessen^ die Rohe seines Volkes durch einen Krieg
auf das Spiel zu setzen. Deshalb wende er sich einem System
zu, das ihm wenigstens den Vorteil biete ^ die Ereignisse abzu-
warten und erst dann zur Gewalt zu greifen, wenn es ihm selbst
erforderlich scheine. Lombard hatte die ganze Kunst seiner Feder
aufgeboten, um dem Grafen persönlich die Unannehmlichkeit der
abschlägigen Antwort zu yersüssen. Er suchte auch in einem
PriTatbriefe den Minister von der unveränderten Freundschaft
seines Herrn zu überzeugen.^ Aber die Lage wurde dadurch
nicht verändert Als die Minister eine schriftliche Vollmacht für
die Verhandlungen erbaten, antwortete der König sehr bestimmt,
er werde nicht zum Kriege greifen, bis die Mittel der Verhand-
lung erschöpft seien; die üble Lage der Republik lasse hoffen,
dass das Direktorium zur Zurückgabe der linksrheinischen Pro-
vinzen und zur Räumung HoUands sich gutwillig verstehen werde.'
Für den russischen Gesandten, der, ohne sich Rast zu gönnen,
(^ieh nach seiner Anktuift sich an Haugwitz wandte, war es
wenig ermunternd, dass er erst f&r den Abend des folgenden
Tages mit Grenville zu einer vertraulichen Zusammenkunft ein-
geladen wurde. Hier musste nun Haugwitz, so schwer es ihm
sein mochte, von dem Willen des Königs Kenntnis geben; man
be£and sich also auf dem Standpunkte, auf dem einen Monat
früher die Verhandlungen abgebrochen waren. „Es giebt keinen
Ausdruck^, meldet Panin, „um die Ueberraschung und Entrüstimg
zu schildern, die ich und Herr Grenville empfanden, als wir sahen,
dass alle vorläufigen Abmachungen wieder zurückgezogen wurden.^^
Beide beriefen sie sich auf die Einwilligung des Königs, auf das
Schreiben der Minister an Panin; für alles Unheil machten sie
Preassen verantwortlich, in Ausdrücken, welche sich nicht mehr
in den Grenzen diplomatischer Gelassenheit hielten. Panin ver«
langte eine Audienz beim Könige und eine förmliche Konferenz.
Aber der einen entzog sich der König durch eine Unpässlichkeit,
' Der König an Hangwitz, 17. Juli; Lombard an Hangwitz, 17. Jnli,
Bailleu I, 816 ff.
' Bailleu 1, LU, nach einer Au£Keichnung im Nachlasee Alvenslebens;
der König an Haugwitz, 21. Juli, Pr. St.-A.; bei Bailleu I, 819, ist der
kahng des Briefes, den Panin in seinem Schreiben an Paul vom 24. Juli
ftoi dem (Gedächtnis mitteilt, nicht abgedruckt.
192 Hermann Hüffer.
und die andere fand erst auf erneuerte Mahnung am 24. Juli
statt. Das Ergebnis lässt sich* denken: Wiederholung der Klagen
und Beschwerden, denen Haugwitz nur die Willensausserung des
Königs entgegensetzen konnte. Die Gesandten erklärten auf dieser
Grundlage jede Vereinbarung für unmöglich; Panin setzte hinzu,
Ehre und Wahrheitsliebe erlaubten ihm nicht mehr, das Benehmen
des preussischen Hofes in seinen Berichten zu entschuldigen; wolle
man den ungünstigen Eindruck verwischen, so möge es durch
eine Instruktion für Groeben oder durch einen eigenhändigen Brief
des Königs geschehen. Auch am folgenden Tage in der Abschieds-
audienz verhehlte er nicht, dass das Vertrauen des Za,ren zu dem
Könige einen bedenklichen Stoss erleiden würde. Noch am Abend
wandte er der preussischen Hauptstadt den Rücken; die Ve^
handlung war unfreundlicher als jemals, und jetzt für immer
abgebrochen. ^
Wenn aber Friedrich Wilhelm III. auf einen Krieg und
gewaltsame Mittel gegen Frankreich sich nicht einlassen wollte,
so war er doch noch weniger geneigt, sich mit England oder
Russland zu veruneinigen. Niemals ist ein Fürst aufrichtiger
von dem Wunsche beseelt gewesen, sich mit seinen Nachbarn got
zu stellen und die Segnungen des Friedens seinem eigenen und
den befreundeten Staaten zu erhalten. Gleich am 25. Juli sprach er
in eigenhändigen Schreiben an den König von England und an den
Zaren die Hoffaung aus, durch Verhandlungen mit dem Direktorimn
die Räumung Hollands herbeizuführen; sollte die preussische Fo^
derung in Paris keine Berücksichtigung finden, so werde er
bezüglich weiterer Massregeln sich mit England und Russland
ins Einvernehmen setzen.^ Aber der Unmut des Zaren, schon
* Panin an Paul, 24. Juli, Brückner IV, 863.
* Das Schreiben an den König von England im Pr. St.-A.; der Inhftlt
ist auch erkennbar aus dem Briefe Haugwitzens an das Ministerium vom
8. August. Haugwitz schreibt, der König habe dem Könige von England
von den Verhandlungen mit dem Direktorium Kenntnis gegeben und in dem
autographen Briefe erklärt: „Que les ouvertures auzquelles son ministöre
allait se porter envers lui [le Directoire], ^claircirait incessamment Ift
chose; mais quel qu^en puisse ^tre Tissue, c^^tait le concert avec S. M.
Britannique qu'EUe d^sirait avant tout, en cas de refus, pour continoer i
s'entendre avec eile sur les grands intär^ts de rEtirope et concerter oe que
sa Position lui perscrirait ult^rieurement, en cas de sncc^s, pour consnlter
les voeux de S. M. Britannique et pour remplir sa juste attente non seule-
ment sur la chose meme, mais sur son mode et ses d^tails.^^ Pr. 8i-A.
Der Feldzag d. Engländern. Rnssen im Herbst 1 799 n. die Stellung Prenssens. 193
lange gereizt , kam jetzt zum üeberfliessen. Er beschloss, nicht
bloss den Gesandten ^ sondern die Gesandtschaft von Berlin
«bznbemfen; und am 5, August erging an Sievers der Befehl,
mit den Archiven und dem gesamten Personal nach Russland
zurückzukehren. Panin, der in Karlsbad und Teplitz seine neue
Bestimmung erwartete^ wurde an Eotschubeys Stelle am 19. August
zum Vizekanzler ernannt ' Den eigenhändigen Brief des Königs
würdigte Paul nicht einmal einer Antwort, und hätte man auf
eine Yermittelung Oroebens sich Hoffuungen gemacht, so wären
sie dadurch yereitelt worden, dass der Gesandte, im Begriff,
einen Urlaub anzutreten, erkrankte und am 5. September nicht
Mos von seinem Posten, sondern aus dem Leben abgerufen
wurde. Der Geschäftsträger Wegelin blieb für längere Zeit der
einzige diplomatische Vertreter zwischen den beiden Höfen.'
Auch Thomas Grenyille zeigte am 27. August dem Ministerium
an^ nach der ebenso verderblichen wie unerwarteten Erklärung,
Preussen werde mit dem Direktorium in Unterhandlung treten,
sei seine Mission beendigt; der Geschäftsträger Garlike werde die
Geschäfte weiter führen. Garlike hatte dann am 14. September einen
Brief des Königs Ton England vom 27. August zu überreichen,
der in kurzen Worten das Bedauern ausspricht, dass der König
Ton Preussen auf die englischen Wünsche nicht eingegangen sei.*
Konnte die Verhandlung mit dem Direktorium für so üble
Erfahrungen entschädigen? Schon am 20. Juli hatte Haugwitz
mit Berufung auf die Bestimmungen von Basel und Campo
Formio dem französischen Geschäftsträger Otto den Wunsch aus-
gesprochen, dass die linksrheinischen Provinzen zurückgegeben
würden, und dass femer Holland durch den Abzug der Franzosen
die alte Unabhängigkeit wiedererhalte. Nur dann sei ein wünschens-
wertes Verhältnis zwischen Preussen und Frankreich möglich,
wenn der König nicht femer genötigt wäre, sich der Republik
gegenüber beständig in Verteidigungszustand zu halten. Otto
nahm, um Haugwitz auszuforschen, den Schein an, als ob man
die preussischen Wünsche in Erwägung ziehen könne, und brachte
den Minister weiter zu der Erklärung, dass man, wenn Holland
geräumt und in die Demarkationslinie einbegriffen würde, bei der
^ Panin an Eotschubej, 18. August; Panin an Paul, 2. September,
Brückner IV, 381, 386.
• Berichte Wegelins vom27. August, 3., 6. September. Pr. St.-A. * Pr. St.-A.
mttor. Yierte^ahnohrift. 190S. 8. 14
194 Hermazm Hüffer.
Stimmung der Beyölkerung die Wiedereinsetzung des Erbstatt-
halters schwerlich würde hindern können. Aber wenn Otto
wirklich daran gedacht hatte, man könne auf die prenssischen
Absichten eingehen, so würden ihn doch Unterredungen mit
Zastrow und mit dem den Franzosen seit lange freundlich ge*
sinnten Minister Struensee auf andere Gedanken gebracht habea4
Beide wiederholten zwar den Wunsch des Königs, dass Holland
bald oder wenigstens im Frieden seine Unabhängigkeit zorück-
erlange; aber Zastrow erklärte offen, der König lege auf die
linksrheinischen Provinzen keinen Wert, er würde sie gera gegen
eine Abrundung seiner westfälischen Besitzungen in Zütphen und
Over-Yssel yertauschen. Der Minister behauptete sogar, aus
eigensten Aeusserungen des Königs zu wissen, dass demselben an
der Wiedereinsetzung des Erbstatthalters nichts gelegen sei^ und
dass er zu einem Kriege mit Frankreich durchaus keine Lust
habe.^ Es lässt sich denken, wie Ottos Berichte in Paris wirkten.
Wochen vergingen, ohne dass mit dem prenssischen Gesandten
die Sache auch nur zur Sprache kam; denn man hatte Sandes
zwar von der Unterredung zwischen Otto und Haugwitz Kenntnis
gegeben, aber mit der Weisung, zu warten, bis das Direktorium
die Sache anrege.' In Berlin erklärte Otto am 22. August dem
ungeduldig wartenden Grafen Haugwitz, das Direktorium habe
mit grösstem Interesse von ihrer Unterredung Kenntnis genommen;
die Angelegenheit sei so wichtig, dass es nicht sofort eine Ant-
wort geben könne; sie solle aber in acht Tagen eintreffen.' Und
was enthielt diese, es scheint, vom 14. August datierte Antwort,
als sie endlich am 26. August nach Berlin gelangte? Das Direk-
torium liess erklären, es sei mit seiner Würde nicht vereinbar —
und man muss diesen Grund als berechtigt anerkennen — , die
batavische Republik in einem Augenblick, wo sie von Bussen
und Engländern bedroht werde, zu verlassen. Die Büc^abe der
prenssischen Provinzen war nicht einmal erwähnt. Haugwito.
verhehlte nicht seinen Unwillen; in starken Ausdrücken rät er
dem Könige, den Herzog von Braunschweig mit einer ausreichen-
den Heeresmacht über den Rhein vorgehen zu lassen, um skk
selbst Recht zu verschaffen. Im Besitz der prenssischen Pro-
^ Otto an Talleyrand, 20., 24. Juli, 18. August, Bailleu I, 502, 504f.
• Erlass an Sandoz, 22. Juli, Bailleu I, 319 f. und Fr. St.-A.
' Haugwitz an das Ministerium, 22. August, Fr. St.-A.
Der Feldzug d. Es gl&nder u. Knssen im Herbst 1 7 99 n . die Stellung Prenssens . 1 95
Tinzen könne man dann den Engländern bei ihrem voraussichtlich
glücklichen Unternehmen gegen Holland die Hand reichen; einzig
dieser Weg entspreche der Würde des Staates und den dem
Konige von England gegebenen Yerheissungen.^ Unzweifelhaft
wäre der Herzog von Braunschweig mit diesem Plane einver-
standen gewesen^ denn in einer ausfiihrlichen Denkschrift weiss
er gerade die persönlichen Einwendungen des Königs gegen ein
militärisches Vorgehen mit den triftigsten Gründen zu wider-
l^en.* Aber alles war vergebens. Gleich nach der Unterredung
mit Haugwitz erhielt Otto von Zastrow die beruhigende Mitteilung^
man denke nicht daran^ das Jülicher Land mit Gewalt in Besitz
zu nehmen; der König förchte nur, die preussischen Provinzen
konnten von Russen und Engländern den Franzosen abgenommen
und dann als erobertes Land betrachtet werden; er wünsche des-
halb eine Vereinbarung, dass die Provinzen nötigenfalls von einer
bestimmten Truppenzahl besetzt werden könnten. Demgemäss
entischied der König, man könne ohne gewaltsames Vorgehen und
ohne weitere Verständigung mit den Engländern die Unterhand-
lungen mit dem Direktorium in Berlin und in Paris fortsetzen
ein erstes Hindernis sei noch kein Grund zum Bruche. Die
Verhandlung biete den erwünschten Anlass, das Ergebnis des
englisch-russischen Unternehmens abzuwarten; allenfalls könne
man ein Truppenkommando an den Rhein beordern, um für
I
mögliche Fälle gerüstet zu sein. In der That erhielt der Herzog
von Braimschweig am 31. August den Befehl, ein Corps von
10 000 Mann unter dem General Schiaden in Bewegung zu setzen.
Davon machte Haugwitz dem französischen Geschäftsträger An-
zeige, aber mit dem ausdrücklichen Bemerken, dass dabei an kein&
Art von Feindseligkeit gedacht werde.*
Alles hing also in der That von den Erfolgen der Russen
und Englander ab. (Fortsetzung folgt.)
^ Haugwitz an den König, 28. August, Otto an Talleyrand, 27. August,
Bailleu I, 331, 507.
' Denkschrifb des Herzogs von Braunschweig vom 25. August 1799
aufl dem Archiv zu Weimar. Herzog Karl August macht dazu die Be-
merkung, dasd diä in der Denkschrifb widerlegten Ghründe gegdir den KHeg
„ipinsmma verba^^ des Königs enthielten; Bailleu I, 322 ff. Vgl. auch Panin
an Paul aus Teplitz, 12., 18. August, Brückner IV, 373, 376.
' Der König an Haugwitz, 29. August; Haugwitz an das Ministerium,
1. September, Bailleu I, 333, 335.
U*
196
Zur Beurteilung König Friedrich Wilhelms IV.
und der Berliner Märzrevolution.
Von
Felix Rachfahl.
Als ich vor einigen Monaten mein Buch ^Deutschland, König
Friedrich Wilhelm IV. und die Berliner Märzrevolution"* heraus-
gab, war ich darauf gefasst, dass die darin vorgetragenen Auf-
ÜEkSsungen und Behauptungen auf Widerspruch stossen könnten.
Ich gab mich der Hoffiiung hin, dass sich an die Schrift eine
Diskussion knüpfen werde, die zu einer endgültigen Lösung des
ihr zugrunde liegenden Problemes beitragen könnte. Es war
meine Absicht, abzuwarten, welche Beurteilung sie von mass-
gebender Seite finden würde, um dann gleichsam in einem Schluss-
worte das Für und Wider bezüglich meiner Ansichten zu erörtern
und also gewissermassen das Fazit aus der Diskussion zu ziehen.
Wenn ich diesem Vorhaben untreu werde und mich schon jetzt
von neuem mit demselben Gegenstände litterarisch beschäftige^
so hat mich dazu der Umstand bewogen, dass mein Bnch einen
Angriff erfahren hat, dem ich seiner Schärfe halber mit sofortiger
Antwort zu dienen mich verpflichtet halte. Es handelt sich um eine
ziemlich eingehende Besprechung, die Georg Kaufmann im Litte-
rarischen Centralblatte veröffentlicht hat.^ Kaufmann ist der
Verfasser einer zusammenfassenden Geschichte Deutschlands im
19. Jahrhundert; es könnte somit den Anschein haben, als ob er
besonders kompetent sei, ein Urteil über eine Monographie zur
deutschen Geschichte in diesem Zeiträume zu fällen. Die Haltung,
die Kaufmann meiner Schrifk gegenüber einnimmt, ist eine fast
durchweg ablehnende; es bleibt nicht viel von ihr, zumal im
ersten Hauptteile, bestehen, was vor seinen Augen Gnade fände,
und zwar meines Erachtens zu Unrecht, sodass ich schon deshalb
^ Halle a. S., Niemeyer, 1901.
* Litt. Centralblatt 1902, Nr. 10, Spalte 321—825.
Zur Beurteilmig König Friedrich Wilhelms IV. u. der Berl. Märzrevolution. 197
einer Entgegnung mich nicht enthalten zu dürfen glaube. Da
Kaufinann die Ergebnisse meiner Untersuchungen zum weitaus
grössten Teile bezweifelt oder geradezu zurückweist^ so wäre es
mir freilich lieber gewesen, wenn er sich im Litterarischen
Centralblatte auf eine kürzere Darlegung seines Standpunktes
beschrankt und daf&r (was sich im Litterarischen Centralblatte
schon aus Mangel an Raum verbot) an anderem Orte seine Ein-
wendungen gegen meine Untersuchungen in zusammenhängender
Ausführung und unter eingehender Begründung vorgebracht hätte.
So begnügt er sich damit, eine Reihe einzelner Punkte heraus-
zugreifen, gegen die er polemisiert, und nicht immer mit ge-
höriger Motivierung, indem er etwa einfach bemerkt, hier scheine
ihm meine Beweisführung nicht überzeugend, das sei eine schwache
Stelle meiner Schrift u. s. w. Ohne Zweifel würde eine Auseinander-
setzung meinerseits mit den Ausstellungen, die er macht, viel frucht-
barer sein, wenn er, anstatt allgemeinhin zu bemerken, meine Argumen-
tation sei hie und da lückenhaft imd imgenügend, in jedem einzelnen
Falle bestimmt angegeben hätte, inwiefern meine Beweisführung im-
▼oUständig oder unrichtig ist. Es ist wohl zuzugeben, dass dies in
der genannten Wochenschrift nicht gut möglich war; andererseits
können Kaufinanns Einwürfe, insofern sie der näheren Begründung
noch entbehren, vorderhand keinen anderen Anspruch auf Geltung
erheben, als lediglich auf die subjektiver Eindrücke und Meinungs-
äusserungen.
Lisoweit die Ausführungen Kaufinanns hinlänglich substan-
tiiert sind, sollen sie im Folgenden Erwiderung finden. Wie die
von ihm angegriffene Schrift in zwei Hauptteile zerfällt, von
denen der eine der deutschen Politik Friedrich Wilhelms IV. von
1840 bis zum 18. März 1848, der andere der quellenkritischen
Erörterung der Berliner Märzrevolution gewidmet ist, so auch
zerfällt Kaufmanns Kritik in zwei entsprechende Abschnitte; ich
schliesse mich in meiner Replik derselben Einteilung an.
L
Li dem ersten Hauptteile meines Buches erörterte ich den
Stand der deutschen Frage beim Regierungsantritte Friedrich
Wilhelms IV., sowie das Problem, ob und unter welchen Be-
dingungen Oesterreich und Preussen beim Charakter ihres Staats-
wesens das Einlenken in die Bahnen der nationalen und der
198 Felix Bachffthl.
damit aufs engste zusammenhängenden Verf^ssungsbewegong
möglich war; mit diesem Passus meiner Schrift, der für m^ine
Auffassung von grundlegender Bedeutung ist, setzt sich Kaufmann
nicht auseinander. Ich stellte des weiteren die deutsche Politik
Friedrich Wilhelms IV. von 1840 bis zum März des Jahres 1848
dar. Ich untjemahm es dabei nachzuweisen, dass die harten
Urteile ungerecht seien, die bisher über den König in diesem
Punkte traditipneller Gewöhnung zufolge gefallt worden sind.^
^ In den über den Stand der Litteratur orientierenden Vorbemerkungen
auf S. 4 meines Buches hatte ich gesagt, dass sich das Problem des
Verhaltens des Königs gegenüber der Märzrevolution von dem Pro-
bleme der Gesamtbeorteilnng Friedrich Wilhelms IV. und seiner Politik
nicht trennen lasse (ich hatte dabei natürlich des Königs deutsche Politik
im Auge), und verwies für die Politik des Königs bis 1B48 auf die
Auffassung, die Ranke in seinem Artikel in der Allgemeinen Biogi^bie
über Friedrich Wilhelm IV. niedergelegt hat. Dazu bemerkt Kaufmann,
dieser Artikel enthalte nur Beiträge zur Kenntnis der Erziehungsgeschichte
des Königs und des Vereinigten Landtages: ,,alles andere ist jedoch nor
kurz oder gar nicht behandelt, sodass man von der Begründung eines Urteili
i^ber des Königs Begierung nicht wohl sprechen kann/* Wie Kaofinann
selbst angiebt, behandelt Bänke in seiner Abhandlung den Vereinigten
Landtag und im Zusammenhange damit in grofser Ausführlichkeit (S. W.
Bd. 51 u. 52, S. 425 — 463) die gesamte Entwicklung der Verfassungsfrage
im Zeiträume von 1840 — 1848. Gerade die Verfassungsfrage aber war die
wichtigste Aufgabe, vor die sich der Preussische Staat damals geteilt sah,
und von deren Lösung auch die der deutschen Frage abhing. Der Haupt-
vorwurf, den man gegen die Regierung König Friedrich Wilhelms IV. vor
1848 richtet, besteht darin, dass er es unterlassen habe, solange es noch
ging, freiwillig in die Bahnen des Konstitutionalismus und Liberalismus
einzulenken, da er dadurch den Ausbruch der Revolution verhindert haben
würde. Dem gegenüber erörtert Ranke gründlich und unbefangen die
Stellung des Königs zur Verfassungsfrage; er weist auf die gxofsen
Schwierigkeiten hin, die sich ihrer Lösung im Innern und von aussen her
entgegenstellten, sodass die Verzögerung keineswegs unbedingt auf die
Rechnung der Schwäche und des Mangels an gutem Willen beim Könige
zu setzen ist. In diesem Sinne und bei der zentralen Stellung der Ver-
fasBungsfrage innerhalb der preussischen Politik dieses Zeitraumes darf
man sehr wohl behaupten, dass Ranke für die Regierung des Königs von
1840—1848 eine mildere und mehr anerkennende Auffassung begründet hat
— Kaufmann rügt es bei dieser Gelegenheit, dass ich mir nicht die Auf-
gabe gestellt habe, „die urteile, die Ranke hier und sonst über den l^önig
fällt, im Zusammenhange zu prüfen und mit den urteilen der bestunter-
richteten Zeugen zu vergleichen'', dass ich fernerhin die Thatsache der
romantischen Grundanschauungen des Königs in meiner Darstellung zu sehr
Zur Benrieilimg König Friedrich Wilhelms IV. u. der Berl. Märzrevolntion. 199
Es fehlte dem Könige; so fährte ich aus, keineswegs an gutem
Willen; er war von dem Gedanken der deutschen Einheit auf-
richtig begeistert und suchte Oesterreich zu einer Bundesreform
zu bewegen. Die durch die politische Notwendigkeit diktierte
Ablehnende H^tung Oesterreichs, die Lage der internationalen
Machtrerhältnisee; sowie die Schwierigkeiten bei der Regelung
der Yerfassungsfrage in Preussen banden dem Könige in den
ersten Jahren seiner Regierung die Hände. Erst die Einwirkungen
der Februarrevolution auf Deutschland gewährten dem Herrscher
^e Möglichkeit^ Oesterreich die Zustimmung zur Mitwirkung bei
einer Bundesreform abzutrotzen; er ging noch darüber hinaus,
indem er das Projekt einer Bundesreform auf konstitutioneller
Grundlage in Gemeinschaft mit den Bundesfürsten, aber ohne
Teilnahme Oesterreichs, d. h. die Errichtung eines Deutschen
Bundesstaates unter preussischer Hegemonie und mit Ausschliessung
Oesterreichs, acceptierte und betrieb: Es sind also einerseits die
gegen Friedrich Wilhelm IV. erhobenen Anklagen wegen Ver-
«cUepptmg der Bnndesreform vmgerechtfertigt, wie man andewt^
eeitfi die antiösterreichische Tendenz der Wendung seiner deutschen
Politik um die Mitte des März 1848 xmterschätzt hat.^
Eine systematische Widerlegung oder Bekämpfung dieser
zurücktreten lasse. Zu einer solchen Prüfunf^ hatte ich durchaus keine
Veranlassung. Auf Urteile Rankes bezog ich mich in meiner Darstellung
nur, wenn sie mit den Ergebnissen meiner Untersuchungen übereinstimmten ;
im übrigen war es einfach mein Bestreben, die Bemühungen Friedrich
Wilhelms IV. in der deutschen und in der Verfassungsfrage in that-
sächlicher Darlegung zu schildern. Selbst an dem von Kaufmann geforderten
Vergleiche mit den Urteilen bestunterrichteter Zeugen habe ich es nicht
f^en lassen ; indem ich das Urteil Rankes übernahm, dass sich hinter den
deutschen Fl&sen Friedrich Wilhelms IV. trotz ihrer romantischen Färbung
höchst reale, gegen Oesterreich gerichtete Machttendenzen verbargen,
motivierte ich (S. 292 — 301) meinen Anschluss an die Auffassung Rankes
auf das eingehendste durch eine ausführliche Analyse seiner Korrespondenz
mit Dahlmann, sowie durch den Vergleich mit dem Urteile eines Zeugen,
der unzweifelhaft zu den „bestunterrichteten** gehörte, nämlich des Feld-
marschallB v. MantenfiTel, des ehemaligen Adjutanten des Königs. Möge
doch Kaufinuin erst das Zeugnis Manteuffels entkräfben!
^ Auf S. 58 ff. habe ich allerdings ausdrücklich darauf aufmerksam
gemacht, daas die deutsche Politik Friedrich Wilhelms IV. vot 1848 an
einem schweren Fehler krankte, nämlich an einer ungenügenden Einsicht
in die Unmöglichkeit für Oesterreich, auf eine ernstliche Bundesreform ein-
zugehen.
200 Felix RachfahU
Auffassung hat Kaufioiaun nicht gegeben. Er befasst sich näher
nur mit drei Punkten, einmal mit meinen Darlegungen betreffend
die Stellung des Königs in der Verfassungsfrage, sodann mit
meinen Ausführungen über die Haltung des Bundestages in der
ersten Hälfte des März, sowie endlich mit meinen Angaben über
die Motive, die den König zur Unterzeichnung des Patentes yom
18. März 1848 bestimmten.^
Was den ersten dieser drei Punkte betrifft^ so lesen wir bei
Kaufmann: ,,S. 24 [sc. meines Buches] wird der König vor die
Wahl gestellt, entweder in seiner Weise zu experimentieren, oder
sich kopfüber in den Strudel der Volkssouveränität und der kon-
stitutionellen Doktrin hineinzustürzen: allein zwischen diesen
beiden Extremen lagen doch viele Wege. Wenn der König den
Bodelschwingh und Arnim gefolgt wäre, oder selbst wenn er
Hansemanns Programm zum Ziel genommen hätte, so wäre er
dem Strudel der Volkssouveränität noch sehr fem geblieben.''
Zunächst hat Kaufmann meine Ausführungen auf S. 24 miss-
verstanden. Ich sage daselbst: „War es dem Könige möglich,
sich einfach den populären Tendenzen zu fügen? Krankten auch
seine eigenen Lösungsversuche [sc. des Yerfassungsproblemes] an
einer romantischen üeberschätzimg seines ständischen Staatsideales,
so wird man doch nicht verkennen dürfen, dass hier ein gewisses
Experimentieren geboten war, wenn man sich nicht kopfQber in
den Strudel der Volkssouveränität und der konstitutionellen
Doktrin hineinstürzen wollte, und davor den preussischen Staat
zu behüten, um nicht sein Selbst zu vernichten, war die wohl-
* Im allgemeinen bemerkt Kaufmann nur noch, es werde bei mir
nicht deutlich, ,,da88 der König vielfach einander entgegengesetzte Plftiie
gleichzeitig im Herzen trug und deshalb überhaupt nicht zur Aasfühniiig
schritt oder angefangene Aktionen durch andere Massregeln kreuzte und
lähmte*\ Diese Charakteristik trifft weder für die deutsche noch auch fOr
die Verfassungspolitik Friedrich Wilhelms IV. bis 1848 zu, — zum minde-
sten nicht in dem Grade, dass die genannten von Kaufmann dem Könige
zugeschriebenen Eigenschaften für die Erfolglosigkeit der preussischen
Politik auf dem Gebiete der deutschen und der Verfassungsfrage ent-
scheidend gewesen wären. Was den schon oben (S. 198 Anm. 1) erwähnten
Vorwurf Kaufmanns betrifft, auch die romantischen Anschauungen des
Königs träten in meiner Darstellung „zu sehr zurück**, so vergleiche man
meine Kritik und Analyse der romantischen Pläne Friedrich Wilhelms IT.
S. ly, 21 und 292 ff.
Zur Beurteilung König Friedrich Wilhelms IV. n. der Berl. Märzrevolution. 201
▼erstandene Pflicht der Krone « Ich habe den König also durch-
aus nicht vor die Wahl gestellt^ in seiner Weise zu experimen-
tieren oder sich in den Strudel der Yolkssouveränität zu stürzen;
ich habe yielmehr nur „ein gewisses Experimentieren" für not-
wendig erklärt und ausdrücklich hervorgehoben; dass des Königs
eigene Versuche zur Lösung des Yerfassungsproblemes (d. h. das
Experimentieren in seiner Weise) unzulänglich waren, und zwar
wegen ihres romantisch-ständischen Grundcharakters. Allerdings
lagen zwischen den Extremen der Yolkssouverilnität und des
sföndischen Staatsideales ,, viele Wege"; aber sie mussten erst
gefunden werden. Arnim und Hansemann kommen für die Zeit,
▼on der ich hier spreche, nämlich für die Jahre vor 1848, gar
nicht in Betracht; Bodelschwingh hat, soviel wir wissen, erst seit
dem Oktober 1847 das konstitutionelle Prinzip beim Könige ver-
treten, und er stand (vgl. Deutschland u. s. w. S. 85) unter dem
Einflüsse der konstitutionellen Doktrin, der sich der Monarch
nicht beugen wollte. Dass das Programm der liberalen Bewegung
damals in der Forderung der konstitutionellen Doktrin gipfelte,
und dass die Grundlage dieser letzteren hinwiederum die Theorie
der Yolkssouveränität, dass also die Yolkssouveränität das Ferment
der liberalen Ideen war, wird jedermann zugeben, der mit der
Geschichte der politischen Theorien einigermassen vertraut ist.
Dass selbst die Gemässigten im Frankfurter Parlamente, die An-
hanger Preussens imd die Erbkaiserpartei, in der nationalen
Souveränität den Rechtsgrund ihrer politischen Stellung und An-
sprüche erblickten, hat Lenz in überzeugender Weise dargelegt.^
Der moderne deutsche Yerfassimgsstaat ist ein Kompromiss
zwischen den Ansprüchen des Konstitutionalismus und der histo-
risch überkommenen Monarchie, und zwar im Sinne einer Aus-
merzung der Theorie der Yolkssouveränität und der auf sie auf-
gebauten konstitutionellen Doktrin im engeren Sinne. Alsbald
mit der Rezeption des Konstitutionalismus setzten diese Kom-
promissversuche in Preussen ein, und ich habe gezeigt (S. 86flF
und 304), wie gerade Friedrich Wilhelm lY. im Gegensatze zu
Bodelschwingh in dieser Richtung thätig war, diejenige Lösung
anbahnend und vorbereitend, die das Yerfassimgsproblem in
Preussen später thatsächlich gefunden hat.
1 Lenz „1848^ Preuss. Jahrbücher, Jahig. 1898. Bd. 91. S. 641.
202 Felix Rach£ahl.
Die Yerpflanzimg der revolutionären Bewegung aus Frank-
reich nach Deutschland gab Friedrich Wilhelm lY. die Gelegen-
heit, Yon neuem dem österreichischen Hofe seine Reformplane
vorzulegen und nunmehr auf deren Genehmigung mit allem Nach-
drucke zu bestehen. Ich hatte diese Phase der deutscheu PoUtik
des Königs (DeutscUand u. s. w. S. 6ö) mit den Worten gekenn-
zeichnet: ;J)er König war fest entschlossen, sich jetzt nicht
wieder wie 1848 durch ausweichende Zusicherungen hinhält»
und die Angelegenheit verschleppen zu lassen.^' Kaufmann be-
merkt dazu: y,Für diese Festigkeit fehlt es aber an jeder Bfli^
schaff Der beste Beweis für die ^estigkeit^, welche die
preussische Politik damals in Wien entwickelte, ist der schnelle
und durchschlagende Erfolg, den Radowitz damals in der Hof-
burg erzielte; er trat mit solcher Entschiedenheit auf, dass der
durch die Bewegungen im Kaiserstaate eingeschüchterte, seine
Stellung am Hofe erschüttert fühlende Metternich die preussischen
Forderungen durchweg bewilligte; die österreichisch-preussische
Konvention vom 10. März ist das Ergebnis der durch Radowiti
erzielten österreichisch-preussischen Verständigung; es wurde in
ihr festgesetzt, dass Oesterreich und Preussen gemeinsam einen
Kongress der deutschen Fürsten nach Dresden zur Beratung einer
Bundesreform einberufen sollten. Freilich als dieses Abkommen
in Wien geschlossen war, da bereute man es in Berlin bereite^
sich überhaupt erst mit Oesterreich eingelassen zu haben; mm
war bereits zum Plane der Errichtung eines deutschen Bundes-
staates ohne Mitwirkung Oesterreichs, d. h. zur Hinausdrangnng
Oesterreichs aus Deutschland, übergegangen. Die Anregung za
dieser neuen Wendung der deutschen Politik Preussens war von
dem preussischen Bundestagsgesandten in Frankfurt, dem Grafen
Dönhoff, ausgegangen. Mit meiner Schilderung des Auftretois
des Grafen Dönhoff imd unter seinem Einflüsse des Bundesti^;e8
ist Kaufinann aUerdings keineswegs einverstenden. Hatte ieh
behauptet, dass sich Dönhoff zum Vertreter der nationalen Ten-
denzen aufwarf, imd dass es ihm gelang, sowohl seine Kollegen
vom Bundestage als auch das Berliner Kabinet auf dieser Bahn
mit sich „fortzureissen^ so macht Kaufinann dagegen geltend,
Dönhoff habe „teilweise ohne Instruktion und üebereinstimmung
mit seiner Regierung*^ gehandelt, die Furcht vor der Revolution
sei ganz allein die Ursache der liberalen Bundesbeschlüsse in den
Zur Beurteilung König Friedrich Wilhehns IV. n. der Berl. Märzrevolution . 20S
eraten Tagen des März. Allerdings hat Dönhoff seine Rationale
Aktionqpolitik^^ ohne Instmktion seitens seiner Begierung nnter-
]K>nunen, doch nicht schlechthin ^^ohne üebereinstimmung^' mit
«einer Begierung. & ist nicht nur in seinem Treiben durch
aie durchaus nicht gestört worden; man hat ihn vielmehr ruhig
gewahren lassen und schliesslich eben dieselbe Politik ein-
geschlagen; zu der er unablässig und stürmisch mahnte und
4wigt€. Gewiss ist es richtig, dass die Furcht Tor der revolu-
tionären Bewegung die Bundestagsmitglieder bestimmte, den An-
tragen Dönhoffis Gehör zu geben, und dass er von dem Streben be-
«eelt war, der Revolution den Yorsprung abzugewinnen: ab^
besteht wohl die Wahrscheinlichkeit, dass der Bundestag die-
selben Beschlüsse gdfasst hätte, wenn damals der österreichische
Pcasidialgesandte anwesend war und die Leitung der Bundestags-
▼erhandlungen fahrte, oder wenn der seine Stelle vertretende
prenssische Bevollmächtigte nickt ein Dönhoff, sondern etwa ein
Allgehöriger des Gerlachschen Kreises war? Sehr wohl darf man
daher von einer „nationalen Aktionspolitik^' des Bundestages
sprechen, „deren Träger der Graf Dönhoff war'^
In dem Patente vom 18. März, durch das Preussens Wen-
dimg zum Konstitutionalismus und seine Bereitwilligkeit, an die
Spitze der nationalen Bew^ung zu treten, öffentlich kund gethan
wurden, gipfelte di^ deutsche Politik Preussens in den Märztagen.
Welches nun sind die Motive, aus denen diese bedeutsame Kund-
gebung der preussischen Krone hervorgegangen ist? Ich fasse
das Patent vom 18. März „im wesentlichen'^ auf als einen „Akt
der Aggressive gegen Oesterreich'' im Bingen um die Yorherr-
sehaft in Deutschland. Kaufinann fasst es lediglich unter dem
Qesichtspunkte auf, dass man dadurch in Berlin dem Radikalis-
mus den Vorrang abzugewinnen trachtete: unter dem Einflüsse
der erwarteten Emeute sei das Patent verfasst, dem Könige vor-
gelegt und eilig verkündigt worden. Kaufmann leugnet nicht,
dass die „deutschen Reformpläne und der Wunsch, von Oester-
reich nicht überflügelt zu werden, in allen diesen Jahren^ den
' £b ist durchaus unrichtig, dass vor dem 15. März [,,in allen diesen
Jahren"], Preussen den Wunsch hegte, in der Bundesreform nicht von
Oesterreich überflügelt zu werden. Man konnte diesen Wunsch gar nicht
hegen; denn von Oesterreich war eine solche Politik überhaupt nicht, sei
ee EU erwarten, sei es zu befürchten.
210 Felix Hachfahl.
ftuffassty entsprungen dem Verlangen^ die augenblickliche Notlage
Oesterreichs auszunutzen, um den Bau des deutschen Einheits-
staates ohne Beteiligung Oesterreichs auszuführen: und darin
sollte man nicht einen^, Akt der Aggressive g^en Oesterreich^ zu
erblicken haben?
Dass das Patent vom 18. März von Friedrich Wilhelm IV.
und den massgebenden Ministem, Bodelschwingh und Canitz, als
wesentliches Moment einer nationalen Aktionspolitik intentionieit
worden ist, kann niemandem entgehen, der seinen Wortlaa^
sowie die politische Korrespondenz kennt, die seinem Erlasse
Yoraufgeht. So hat man es in der That alsbald allgemein auf-
gefasst; man hat nur an der Aufrichtigkeit der Gesinnung ge-
zweifelt, die die preussische Regierung darin an den Tag legte^
und es als ein Produkt der Angst vor dem revolutionären Schrecken
erklart, und diese letztere Meinung ist, wie aus Kaufrnanns Aus-
führungen erhellt, bis zum heutigen Tage noch nicht beseitigt
Und doch ist an der Aufrichtigkeit der Gesinnungen des Königi
und seiner Staatsmänner kein Zweifel erlaubt, wohl aber an des
Herrschers unbeugsamer Starrheit und an seinem Wagemut
Damit komme ich zu dem Punkte, an dem ich mich mit Kauf-
mann mehr berühre, als er es erkannt und ausgesprochen hat
Es ist der Mangel an Thatkraft bei Friedrich Wilhelm lY., der
in den entscheidenden Märztagen Preussen das Spiel um die Vor-
herrschaft in Deutschland verlieren liess. Man nahm in der
deutschen Frage eine Haltung gegen Oesterreich ein, die man in
Wien als Aggressive empfinden musste und auch sehr woU
empfand; dabei gab man sich allerdings dem Wahne hin, Oester-
reich würde im Drange seiner Nöte nicht umhin können, die
Herstellung des Einheitsstaates zu dulden, und würde sich auf
diese Weise aus Deutschland ausschliessen lassen, ohne dass et
zum Kampfe zu kommen brauche. Als dieser Glaube zusammen-
brach, als es sich herausstellte, dass ohne Kampf doch nichts su
erreichen war, da scheute man sich in Preussen, die erforderlichen
kriegerischen Konsequenzen aus der bisherigen antiösterreichischen
Tendenz seiner Politik zu ziehen. Gewiss schien Friedrich
Wilhelm IV. „ein Konflikt Preussens mit Oesterreich als das
grösste aller üebeF. Aber damit sagt Kaufrnann nichts, als was
auch ich vollkommen anerkenne und ausdrücklich (z. B. Deutsch-
land u. s. w. S. 299 in noch schärferer Formulierung) betont habe,
Zur Beurteilung König Friedrich Wilhelms lY. n. der Berl. MärzreTolntion. 21 1
und es enthalt auch diese Ansicht nichts , was mit meiner Dar-
stellnng der deutschen Politik Friedrich Wilhelms IV. unverein-
bar wäre. Denn das eben war der innere Widerspruch, an dem
diese letztere krankte: dem brennenden Wunsche, Oesterreich aus
Deatschland zu verdiungen und die preussische Hegemonie in
Deutschland zu statuieren, entsprach doch nicht der feste Wille,
dieses Ziel um jeden Preis, selbst um den Preis eines deutschen
Bruderkrieges, zu erreichen. Man hoffte, durch Benutzung der
Berolution und der durch sie geschaffenen Lage der Dinge, durch
die üebereinstimmung mit den Fürsten und mit dem Volke den
eroehnten Bundesstaat schaffen imd so den Waffengang mit Oester-
reich yermeiden zu können; im GFegenteile glaubte man es zu
W^e bringen zu können, dass der neue Einheitsstaat mit Oester-
reich in Freundschaft und im Bundesverhaltnisse (im Sinne eines
weiteren Bundes) verbleibe. Bundesstaat und Staatenbund sollten
einander nicht aufheben, sondern jener in diesem bestehen^: das
war f&r jene Zeit eine Utopie.
Diesen Grundirrtum der deutschenPolitikFriedrichWUhelmsIV.
habe ich keineswegs verkannt; zu wiederholten Malen habe ich
Tielmehr darauf hingewiesen. Darauf kam es mir freilich zugleich
an, den bisherigen Ansichten gegenüber nachzuweisen, dass die
dentsehe Politik Friedrich Wilhelms IV. keineswegs in Wahrheit
so Österreich-freundlich und Oesterreich gegenüber entsagungsvoll
war, wie man für gewöhnlich annehmen zu dürfen glaubt, sondern
dasB ihr eine stark antiösterreichische Tendenz anhaftete, der sich
freilich erst im März des Jahres 1848 die Möglichkeit zu offenem
Hervortreten bot. Ich wollte fernerhin zeigen, wie Friedrich
Wilhelms IV. deutsche Politik alsbald diese Gelegenheit benutzte,
welehes im einzelnen ihre Aeusserungen waren, und woran sie
aehliesslich scheiterte. Nicht eine Rettung oder Rechtfertigung
des Königs habe ich versucht, sondern eine unbefangene, durch
persönliche und politische Vorurteile nicht getrübte Erörterung
und Darl^^ong seiner deutschen Politik, ihres Verhältnisses zur
Berliner Märzrevolution, sowie der Ursachen, die zu ihrem Zu-
sammenbruche führten. Unzweifelhaft trägt der König daran die
Schuld; aber man hat diese Schuld teils übertrieben, teils an
^ Darauf laufen des Königs Pläne im Frühjahre 1848, denen zufolge
Oesterreich die rOmisch-deutsche Kaiserkrone, Preussen das Reichsfeldherrn-
unt znfiallen sollte, offensichtlich hinaus. Vgl. Deutschland u. i. w. S. 292 ff.
16*
212 Felix Bachfahl.
Stellen gesucht, wo sie nicht yorhanden ist; dabei hat man den
Punkt übersehen, dem, wie ich meine, die entscheidende Bedeu-
tung beikommt, nämlich den aus des Königs Mangel an Energie
und Konsequenz entsprungenen Verzicht auf das Projekt des
Fürstenkongresses zu Potsdam. Preussen hatte — selbst nach
dem unseligen Ausgange der Berliner Erhebung — sehr wohl
die Macht gehabt, die deutschen Fürsten an die Erfüllung ihrer
in der ersten Hälfte des März gemachten Erbietungen zu mahnen;
wenn sie sich diesem (Gebote nicht fügten, wenn sie bei Oester-
reich einen Rückhalt suchten, den ihnen der Kaiserstaat damals
kaum emsÜich gewähren konnte, so kam es darauf an, sie zu
zwingen, ihnen mit dem Schwerte zu drohen. Das wäre eine
Politik im grossen Stile gewesen, und dazu luden die Macht-
verhältnisse ein; dadurch hätte selbst die Schmach der Märatage
getilgt werden können. Aber was die deutschen Fürsten ihm
nicht gutwillig boten, mit Gewalt zu fordern, das war nicht
Friedrich Wilhelms IV. Art. Ah der erste Schrecken vor der
Revolution und die erste Furcht vor der Qefahr einer französischen
Invasion vorüber waren, zogen sie ihre Erbietungen zurück, und
Friedrich Wilhelm IV. wollte nicht die preussische Macht in die
Wagschale werfen, um sie zu nötigen, daran festzuhalten; er lien
vielmehr die Dinge ihren Lauf gehen. Er war eben, um lüodt
Manteuffel zu sprechen, nicht der Mann, den Knoten zu durch-
hauen, sondern er wollte ihn behutsam lösen: darüber ent-
schlüpfte ihm die Gelegenheit. Er war kein Friedrich der Grosse,
der unter solchen Verhältnissen unbedenklich zugegriffen hätte;
man sieht aus diesem Falle so recht deutlich, welche Bedeutung
der Persönlichkeit für die historische Entwicklung zukommt
Die geltenden Vorstellungen von der deutschen Politik
Friedrich Wilhelms IV. bis zum Frühjahre 1848 zu präzisiere
und richtigzustellen, dabei des Königs Verhalten zu prüfen und
zu untersuchen, worin seine eigentliche Verfehlimg bestand, war
der Zweck meines Buches. Die Ergebnisse, zu denen ich gelangt
bin, sind durch Kaufmanns Kritik, die der Tiefe des Problems
durchaus nicht gerecht wird, in keiner Weise erschüttert worden.
Vollständig hat er die Frage ignoriert, von der alles abhängt:
wann war die europäische Machtkonstellation derart, dass ein
Vorstoss Preussens zur Erlangung der Vorherrschaft in Deutsch-
land möglich und von Aussicht auf Erfolg begleitet war? Und
Zur Betuteiluiig König Friedrich Wilhelms IV . u. der Berl. Märzrevolation. 213
Tor allem ist es Eaufinann nicht geglückt, meine Behauptung
zu widerlegen ; dass das Patent Friedrich Wilhelms IV. yom
18. März nicht sowohl im wesentlichen als eine Konzession an
die Revolution, wie yielmehr als ein Glied seiner deutschen
Politik mit antiösterreichischer Tendenz aufzufassen ist.
n.
Hat sich Kaufmaim dem ersten Teile meiner Schrift gegenüber,
insoweit er sich damit beschäftigt, ganz ablehnend verhalten, so
giebt er bei dem zweiten zu, dass ich da „manchen Irrtum meiner
Yor^nger beleuchtet^' habe; immerhin sieht er sich veranlasst,
auch hier eine Reihe von Ausstellungen zu machen. Da er sich
freilich vielfach damit begnügt, einfach Zustimmung oder Wider-
spruch zu registrieren, ohne dafür eine nähere Begründung zu geben,
80 habe ich den Eindruck gewonnen, dass sein Urteil nicht frei von
Willkür ist. Wir wollen auf diejenigen seiner Einwendungen,
f&r die er Belege beibringt, des Näheren eingehen; es sind ihrer
nicht aUzuviele, und insoweit es sich nicht um Missverständnisse
handelt, zum Teile von untergeordneter Bedeutung.
Kaufmann stimmt meinem Versuche, die Chronologie der
Vorgänge am Morgen des 19. März genau festzustellen, „in der
Hauptsache bei,'' ist aber „nicht immer mit der Art meiner Be-
weisführung einverstanden". So hält er meine Behauptung
(S. 191, Anm. 1), dass nur mit der Deputation 11 über die Er-
richtung einer Bürgerwehr verhandelt worden sei, für „unsicher",
indem er erklärt: „Unsere Berichte reichen doch in keiner Weise
aus, zu sagen, dass dieser damals besonders wichtige Gegenstand
von den anderen Deputationen nicht erwähnt sei." Wir wollen
keineswegs bestreiten, dass das wohl möglich ist; aber dazu
reichen unsere Berichte aus, um festzustellen (worauf es mir in
meiner Argumentation ankonmit), dass nur bei der zweiten Depu-
tation die Frage der Bürgerbewaffiiung der Hauptgegenstand der
Verhandlungen war, „imd zwar in der Weise" (wie ich S. 191,
Anm. 1 hervorhob), dass sich nur an diese Deputation dem ganzen
Zusammenhange nach die Konferenz des Königs mit den Generälen
Neomann, Natzmer und Krauseneck geschlossen haben kann, da
für deren Stattfinden sonst ein passender Zeitpunkt nicht zu er-
mitteln wäre. Was eben diese Konferenz selbst anbelangt, so
bezweifelt Kau&iann, dass der Bericht, den wir dem General
214 Fe^z Rachfahl.
Yon Natzmer darüber in seinen Denkwürdigkeiten verdanken, ^
jedem Punkte richtiger sein^ müsse^ als der Bericht, den der
General Mutius auf Grund einer Mitteilung desselben Natzmers
an Perthes erstattet hat, und den wir aus den Perthes'schen Auf-
zeichnungen kennen. Kaufioiann stellt die Frage: „Ist es denn
unmöglich, dass Natzmer in dem Gesprach sich über einen Punkt
glücklicher imd genauer äusserte, als es ihm in seiner schrift-
lichen Aufzeichnung gelang?^; er verweist zugleich darauf, dass
ich selbst (S. 202 Anm.) festgestellt habe, dass Natzmers Auf-
zeichnungen nicht immer ganz genau sind. Allerdings habe ich
an dieser Stelle (S. 202 Anm. 1) gezeigt, dass die Relation
Natzmers für die Stunde von 9^^ bis 10 V, Uhr als Quelle un-
brauchbar ist, und zwar höchst wahrscheinlich deshalb, weil
er in dieser Zeit abwesend war. Für die erwähnte Konferem
jedoch, die vor 97, Uhr stattfand, ist Natzmer unsere einzige
Quelle, und zwar erzählt er hier als Augenzeuge und Teilnehmer.
Nach allen Regeln methodischer Quellenforschung werden wir
aber dem unmittelbaren schriftlichen Berichte eines Augenzeugen
höheren Glauben beizumessen haben, als einer schwer kontrollie^
baren mündlichen Aeusserung, die eben derselbe gethan haben
soll, und die erst noch einige Zwischeninstanzen (Mutius und
Perthes) passiert hat. Jedermann weiss, wie sehr durch solche
Uebertragung von Mund zu Mund Bemerkungen entsteUt in
werden pflegen. Dazu kommt hier, dass innere Momente gegen
die Glaubwürdigkeit der Mutius-Perthesschen Version sprechen.
In ihr wird Natzmer als ein unbedingter Gegner des Abzuges
der Truppen aus den Stellungen vor den Barrikaden hingestellt^
während er nach seinen eigenen Denkwürdigkeiten für bedingten
Rückzug eingetreten ist. Wenn man erwägt, wie sehr später der
Abmarsch der Truppen getadelt, und welch heftige Vorwürfe
allen denen, die dazu rieten, gemacht worden sind, so erscheint
es ganz undenkbar, dass sich Natzmer selbst als Befürworier
dieser Massregel ausgegeben haben sollte, wenn er ihr thai-
sächlich auf das entschiedenste widersprochen hätte. Die Mutine-
Perthessche Version verfolgt fernerhin den Zweck, Bodelschwingb
zu verdächtigen, indem sie ihn als den intellektuellen Urheber
jenes Rückzugsbefehls hinstellt. Natzmer hat diesen Vorwarf
gegen Bodelschwingb sonst nie erhoben; auch Kaufinann ist nicht
der Ansicht, dass der Rückzugsbefehl das Werk Bodelschwinglie
Zur Beurteilung König Friedrich Wilhelms IV . n. der Berl. Märzrevolution. 215
ist: abo mosste auch ihm eine Nachricht verdächtig erscheinen,
die darauf hinauslanft, die Schuld daran Bodelschwingh aufzu-
bürden. Man wird mir beipflichten, wenn ich der Ansicht Aus-
druck gebe, dass Kaufmann bei diesem Widerspruche gegen meine
Beweisführung unmethodisch zu Werke gegangen ist.
Eine Reihe Ton Einwendungen erhebt Eaufinann gegen
meine Ausfährungen betreffend das Verhalten des Generals von
Prittwitz; er bemüht sich hier nach Möglichkeit, die Sjbelsche
Auffassung zu retten. Gerade hier lässt es sich freilich darthun,
dass seine Kritik auf schwachen Füssen steht und sogar auf
groben Missyerstandnissen beruht. Kaufmann notiert zunächst
meine „Widerlegung'* von Onckens Hypothese, Prittwitz habe dem
Konige die militärische Lage ungünstiger dargestellt, um eine
Art von militärischer Diktatur zu politisch-reaktionären Zwecken
herau&ubeschwören. Allerdings habe ich mich gegen diese An-
sicht Onckens ausgesprochen, indem ich den Nachweis zu er-
bringen versuchte, dass Prittwitz' nächstes und quellenmässig
allein feststellbares Motiv darin bestand, den König zu be-
stimmen, behufs leichterer Bekämpfung der Revolution mit der
Armee Berlin zu verlassen und die Einschliessung der Hauptstadt
zu gestatten. Ich muss auch heute noch dabei verharren, dass
diese rein militärische Intention das einzig quellenmässig nach-
weisbare Motiv ist, das Prittwitz zu seiner pessimistischen
Schilderung des Standes des Strassenkampfes bewog. Möglich ist
es allerdings, dass dabei auch politische Gesichtspunkte für Pritt-
witz und seine Gesinnungsgenossen massgebend waren, indem sie
ein möglichst scharfes Vorgehen gegen die Stadt auch deshalb
wünschten, um jede Aniuiherung der Krone an die populäre Be-
w^ung von vornherein zu vereiteln und unmöglich zu machen.
um nicht dem Schicksale der ünpopularität zu verfallen, die ihm
für seine deutschen Pläne gefährlich erschien, wollte der König
den Konflikt mit seinen Bürgern, wenn es irgend anging, gütlich
beigelegt, die schärfsten Massregeln vermieden sehen. Für Pritt-
witz und seine Freunde existierte diese Erwägung nicht; sie miss-
billigten die neue Wendung der Politik des Königs nach der
liberalen Seite hin und konnten sich wohl auch der Einsicht
nicht verschliessen, dass eine Verschärfung des Konfliktes
zwischen der Krone und der Hauptstadt dem neuen Kurse der
Regierung henmiend entgegentreten, vielleicht sogar Einhalt ge-
216 Felix Rachfahl.
bieten würde. So sprechen manche Anzeichen gewiss dafür, daai
beim Verhalten des Generals von Prittwitz aoch politische Rück-
sichten im Spiele waren; es fehlt uns aber an positiven QueUen*
Zeugnissen, um diese Vermutung zur Gewissheit zu erhebend
Wenngleich Kaufmann meine Abweichung Ton Oncken bil-
ligt, so findet er doch das Motiv militärischer Natur, das ich
Prittwitz unterstelle, für noch bei weitem unwahrscheinlicher, als
die Annahme Onckens. Auf eine Widerlegung meiner auf diesen
Punkt bezüglichen Argumentation (S. 171 ff.) lasst er sich jedoch
nicht ein, sondern er begnügt sich meine These damit abzuthnn,
dass er ihren Ausgangspunkt bestreitet , dass nämlich Prittwiii
absichtlich dem Könige den Stand des Kampfes allzu ungünstig
geschildert habe. Von einer eigentlichen Widerlegung ist freilich
auch hier nicht einmal die Rede. Kaufmann erklärt einfach, ihm
„scheine dafür der Beweis nicht erbracht Durch Quellenzeugnisse
aus den verschiedensten Lagern habe ich (S. 164 bis 167) dargelegt^
dass das Gutachten, das Prittwitz in der Nacht vom 18. zum
19. März dem Könige erstattete, der thatsächlichen Lage der
Dinge nicht entsprach. Im Schlosse war man der Ansicht, dses
die Truppen vollständig gesiegt hätten ^ und selbst der von Pritt-
witz inspirierte Oberst v. Schulz sagt in seiner Darstellung der
Märztage ausdrücklich, „man'' (d. h. Prittwitz) sei nirgends anf
wirklich hartnäckigen Widerstand gestossen und habe die Tapfe^
keit der Gegner nicht eben hoch angeschlagen. Man würde nun
erwarten, dass Kaufmann es unternehmen würde, im einzelnen
darzuthun, dass die von mir beigebrachten Zeugnisse nicht glaub-
würdig seien, oder dass in ihnen die vom Militär errungenen Er-
folge und die müitärische Schwäche der Insurgenten übertrieben
würden. Nichts von allem dem; er beschränkt sich wiederum da^
auf, zu dekretieren: „Was R. dafür (S. 164 — 167) sagt, reicht
durchaus nicht hin; auch haben wir keinen Grund, Prittwitz eine
so grobe Intrigue zuzutrauen.^' Es ist überflüssig, darauf anf-
^ Vgl. auch Deutschland S. 174 f., wo ich die Möglichkeit der Elziateni
politischer Motive für Prittwitz und seine Gesinnungsgenossen gleichfiüli
offen liess.
' Vgl. die f^Deutechland** usw. 173 Anm. 1 verzeichnete Aeussenuig
des Grafen Alvenslehen, eines Gesinnungsgenossen von Prittwitz, duich
dessen Vermittlung dieser letztere zum Kommando unter Yerdr&ngang
Pfnels gelangt war.
Zur Beurteilung König Friedrich Wilhelms IV. u . der Berl. Märzrevolution. 217
merksam zn machen^ dass ein so allgemeines psychologisches
Argument nicht geeignet ist, ein Ergebnis zu entkräften, das auf
Grund eingehender Prüfung des Quellenmaterials festgestellt
worden ist. Prittwitz und seine Gesinnungsgenossen betrachteten
die Anwesenheit des Königs in der Stadt als das grösste Uebel
und seine Entfernung, sowie die Einschliessung Berlins als die
richtigste Methode zur Niederwerfung des Aufstandes. In der
That konnten sich, falls sich der Strassenkampf unerwarteterweise
in die Länge zog (und man konnte immerhin mit dieser freilich
■ehr schwachen Möglichkeit rechnen), die Chancen des Militärs
Torschlimmem. Man braucht also noch nicht einmal von einer
iggroben Intrigue" zu reden, wenn sich Prittwitz Mühe gab, den
Konig aus Berlin zu entfernen, und so steht die Sache auch
keineswegs, dass man „keinen Grund'' hätte, Prittwitz eine der-
ixtige Handlungsweise „zuzutrauen''. Prittwitz war ein heftiger,
leidenschaftlicher Mann, eigenwillig und zu Eigenmächtigkeit ge-
neigt, der in zorniger Aufwallung weder Grenzen noch auch
Bücksichten kannte; seine Bemühungen, die Schuld zu verdecken,
die ihm an der Katastrophe des 19. März zukommt, werfen auf
■einen Charakter kein günstiges Licht.
Dass Prittwitz es ist, durch dessen falsche Massregeln der
Konig in die Gewalt der Revolution geriet und die widerwärtigen
Szenen herbeigeführt wurden, die sich am Nachmittage des 19. März
im Schlosshofe abspielten, kann auch Kaufmann nicht in Abrede
■teilen; wenn er aber im Anschlüsse an dieses Zugeständnis bemerkt,
ich hätte „Prittwitz beschuldigt, dies gethan zu haben, um den
König zu zwingen, Berlin zu verlassen", und dagegen einwendet,
diese Anklage gegen Prittwitz gehe „wieder viel zu weit, und ich
■igomentiere mit unbegründeten Vermutungen," so polemisiert
Kaufmann gegen Behauptungen, die ich niemals angestellt habe.
leh habe einen derartigen Vorwurf gegen Prittwitz nie aus-
gesprochen; es ist mir auch nie in den Sinn gekommen, eine
■olch ungeheuerliche Anklage gegen Prittwitz zu erheben, für die
■ich nicht der geringste Anhaltspunkt bietet. Die Auseinander-
■etzongen auf S. 248 meines Buches, auf die sich Kaufmann hier
kruft, beziehen sich nicht auf diejenigen Handlungen des Generals
Ton Prittwitz, die den König in die Gewalt der Insurgenten
gaben, sondern auf die „Erlaubnis", Berlin zu verlassen, die er am
80. März den Regimentskommandeuren erteilte. Es beweist dieeer
218 ^'olix Rachfahl.
Passus in seiner Rezension eben nur von neuem, wie wenig genau
Kaufinann mein Buch gelesen hat.
Zwar nicht zur „Stütze^^ der von mir niemals ausge-
sprochenen Beschuldigung, Prittwitz habe den Konig absichtlieh
den Insurgenten preisgegeben, um ihn zur Abreise aus Berlin zu
nötigen, wohl aber als Ausgangspunkt für meine AufiFassung des
Verhaltens von Prittwitz habe ich eine Aeusserung G^rlachs aus
dem Jahre 1852 (I, 729) herangezogen, auf die Qncken zuerst
aufmerksam gemacht hat. Des besseren Verständnisses halber
will ich diese Aeusserung hier einfügen; sie lautet:
„Wenn ich auch sehr betrübt bin über die Stimmung des
Königs, so befestigt mich in meiner Unterwerfung doch die klare
Anschauung, dass Prittwitz und Brandenburg durch ihre innen
und daher auch äussere Opposition gegen die Person des Königi
nicht allein innerlich in Sünde, sondern auch äusserlich in grobe
Fehler gefallen sind. Prittwitz hätte den Skandal des 19. Man,
den er jetzt stark mitverschuldet hat, ohne diese Opposition Ton
uns abgewandt; er hatte hinreichende Eigenschaften hierzu: Auf
dieser Opposition sprach er von Mangel an Truppen, 7on der
Möglichkeit, die Stadt verlassen zu müssen; aus derselben Oppo-
sition gehorchte er Bodelschwingh, liess die Truppen sich unter
der Hand verkrümeln, schickte die auswärtigen Truppen nach
ihren Kantonnements und gab den anderen die Erlaubnis nach
den Umständen ebenfalls fortzugehen.^
Kaufmaim greift die Beweiskraft dieser Stelle an. Er m^t,
sie sei „zu allgemein und femer eine Reflektion aus dem Jakre
1852, also ein Produkt der mannigfaltigen Einflüsse von yo^
würfen und Entschuldigungen, die unter den beteiligten Kreises
über diesen Abmarsch gewechselt waren. Wäre sie aber aach
älter, gelänge es aus den Märztagen selbst eine ähnliche Be-
schuldigung nachzuweisen, so würde es ein Akt der Willkftr
bleiben, wollte man sie nun ohne weiteres zum Eckstein to
Kritik machen. Mit gleichem Recht könnte man sie zu dem
S^latsch werfen, dem wir so manche sicher auftretende Nachricht
zuweisen müssen.^'
In allen seinen Punkten lässt sich dieses Raisonnement
widerlegen. Die Aeusserung Gerlachs ist zimächst durchanfl
nicht „zu allgemein.^' Sie spricht Beschuldigungen gegen Pritt-
witz in ganz genau bezeichneten Punkten aus, und iwv
Zur Beorteilang König Friedrich Wilhelms IV. u. der Berl. Märzrevolution. 219
handelt es sich dabei um B^ebenheiten, deren Thatsächlicfakeit
ansaer Zweifel steht: Prittwitz sprach vom Mangel an Truppen
und Yon der Möglichkeit, die Stadt verlassen zu müssen; er hat
den durch Bodelschwingh erhaltenen Befehl, nachdem er zuerst
entgegengesetzte Ordres erlassen hatte, schliesslich vollzogen; er
liess die Truppen „sich unter der Hand verkrümeln/^ sodass dann
das Schloss nicht mehr verteidigungsfähig und der Monarch den
Insulten des Pöbels blossgestellt ward : er schickte die auswärtigen
Truppen noch am 19. März nach ihren Kantonnements und gab
am folgenden Tage den ihm aus dem Schlosse zugegangenen
Weisungen zum Trotze den übrigen Truppen die ,,Erlaubnis'',
nach den Umständen gleichfalls wegzugehen. Alle diese Fakta
sind über jede Anfechtung erhaben; es ist schlechterdings nicht
zu bereifen, wie man gerade diese Angaben Gerlachs „zu all-
gemein^ nennen kann; sie sind doch wahrlich zur Genüge spezi-
fiziert. Wenn sie nun auch aus dem Jahre 1852 stammen, so
handelt es sich doch bei ihnen keineswegs um eine blosse „Re-
flektion^, sondern sie sind, wenngleich in kurz gedrängter, aber
um so wuchtiger wirkender Fassung vorgetragen, so positiver
Natur und so substantiiert, wie man nur irgendwie wünschen
mochte. Sie sind auch kein „Produkt^' des Hin- und Herredens
in den beteiligten Kreisen über die Märzrevolution, sondern tragen
den Stempel vollkommenster Orientierung und absoluter üeber-
zeugung des Gewährsmannes von ihrer Richtigkeit; reiflich war
dieser mit seinem Gewissen zu Rate gegangen, bis er endlich zu
,yklarer Anschauung^' gelangt war.
Wir dürfen eine Nachricht zum „Klatsche^ nur dann werfen,
wenn ihr Autor entweder eine unglaubwürdige oder scharfer
Beobachtung unfähige Person ist, wenn es sich zeigen lässt,
dass er den Ereignissen allzufem steht, als dass er etwas
Sicheres wissen könnte, dass er die Wahrheit nicht sagen
konnte, durfte oder wollte, wenn die Mitteilung selbst äussere
oder innere Kriterien der Unwahrscheinlichkeit, ja sogar der
Unmöglichkeit in sich trägt. Keine dieser Voraussetzungen
trifft für Gerlach und seine Angabe zu; unsere ganze historische
Methode wäre keinen Heller wert, wenn wir hier Gerlach nicht
Glauben schenken dürften. Wenn wir weiterhin erwägen, dass
Gerlach im März 1848 selbst zu den Gesinnungsgenossen von
Prittwitz gehörte, dass er damals dessen Handlungsweise bis zu
220 Felix Räch fahl.
einem gewissen Grade billigte und teil daran hatte, so werden
wir die Unbefangenheit und Gerechtigkeit seines späteren urteilt
über Prittwitz um so höher anschlagen müssen. Der eigentliche
Reiz der Aufzeichnungen Gerlachs besteht in ihrer Intimität, in
der Abwesenheit jeder Pose, in ihrer rücksichtslosen Offenheit
und Wahrhaftigkeit. Als Gerlach 1852 die Stelle niederachrieb,
die uns hier beschäftigt, bestanden kirchenpolitische Differenzen
zwischen ihm und dem Könige. Es kostete ihm keine geringe
Selbstüberwindung, seine Meinung der des Königs unterzuordnen;
da führte er sich selbst an dem Beispiele Ton Prittwitz zu Ge-
müte, wohin er gelangen könnte, wenn er seine Opposition gegen
den König nicht von innen heraus überwinde: innerlich in Sünde
und äusserlich zu groben Fehlem. Sich selbst zum warnenden
Exempel frischte er das Gedächtnis an die Fronde seines Freundes
Prittwitz auf, auf dessen Seite er damals gestanden hatte. Wo ei
sich um eine so ernste Gewissensfrage für ihn handelte, sollte er
fälschlich oder leichtfertig , ohne sich einer Yollkommenen
Kenntnis der Sachlage bewusst zu sein, ein so schwerwiegendes
Urteil über den dereinstigen Gesinnungsgenossen gefällt habra?
Mochten andere Leute für ^^Klatsch^' empfänglich sein. Gerlach
war es sicher nicht; er brauchte es auch nicht: denn alle jene
Szenen hatten sich vor seinen Augen abgespielt; er war von den
geheimsten Intentionen sowohl des Königs wie auch jener Rich-
tung in den Kreisen der hohen Militärs unterrichtet, zu der Pritt-
witz imd er selber gehörten. Er brauchte bei seinen Informa-
tionen und bei der geistigen Selbständigkeit , die ihm unzweifel-
haffc zu eigen war, den von Kaufmann bezeichneten „mannig-
faltigen Einflüssen von Vorwürfen und Entschuldigungen'^ durch-
aus nicht zu unterliegen, und dass selbst der Zeitraum von vier
Jahren y der seit den Ereignissen yerflossen war, (xerlachs Ge-
dächtnis nicht getrübt hatte, das beweist der Umstand, dass er
sich aller Einzelheiten, in denen die Opposition des Generals Ton
Prittwitz am 18. und 19. März zum Ausdrucke gelangt war, aaf
das genaueste erinnerte. Bei vorurteilsloser und sachkundiger
Betrachtung des Quellenmaterials wird man sich der Erkeuntus
nicht yerschliessen können, dass die Aeusserung Gerlachs in allen
ihren Bestandteilen dem Thatbestande durchaus entspricht, und
dass auch das Motiy zutrifft, das Gerlach Prittwitz zuschreibt;
die Art und Weise aber, wie Kaufinann mit den Quellen am-
Zur Beorteilong König Friedrich Wilhelms lY . u. der Berl. Märzrevoliition. 22 1
springt^ ist vom Standpunkte methodischer Forschung aus schwer-
lich zu billigen.
Zum Schlüsse auch dieses Abschnittes müssen wir auf die
Beurteilung König Friedrich Wilhelms IV. zurückkommen, und
zwar hier in Bezug auf seine persönliche Haltung an den Tagen
des 18. und 19. März. Abermals dekretiert hier Kaufmann: ^^die
Kritik, die R. an den Zeitgenossen Roons und anderer übt,
welche den König in grosser Aufregung und Fassungslosigkeit
zeigen, gehört zu den schwachen Stellen seiner Arbeit'^ Es kann
sich dabei nur um meine Ausführungen S. 145 bis 152, sowie
S. 236 Anm. 2 handeln, die Kaufmann beanstandet. Ich hatte
dort die Perthesschen Aufzeichnungen, deren Urheber Roon u. a.
sind, auf ihre Stichhaltigkeit hin geprüft und die darin ent-
haltenen Mitteilungen über des Königs vollständige Rat- und
Hülflosigkeit, über seine erbärmliche und charakterlose Haltimg,
dass er aus memmenhafter Verzagtheit in den Gang des Kampfes
störend eingegriffen habe u. s. w., in das Reich des Klatsches ver-
wiesen. Wenn Kaufmann gerade diese Partieen zu den „schwachen
Stellen meiner Arbeit'^ rechnet, so darf ich darauf hinweisen, dass
es Kritiker giebt, die hier meine Argumentation als einleuchtend
anerkannt haben. Uebrigens habe ich mich nur gegen die an-
gedeuteten Uebertreibungen der Legende gewandt, die den
schlimmen Ausgang der Märzrevolution der persönlichen Schwäche
des Monarchen zuschieben und der politischen Natur seiner Be-
w^gründe nicht gerecht werden. Niemals habe ich geleugnet,
dass des Königs sowohl politisches wie auch persönliches Ver-
halten in den kritischen Märztagen keineswegs einwandsfrei war.
Ich habe selbst darauf aufmerksam gemacht, dass der Befehl zum
bedingungslosen Abmärsche der Truppen aus den Stellungen vor
den Barrikaden höchst wahrscheinlich des Königs eigenstes Werk
war, „entsprungen aus nervöser Gereiztheit und momentanem
Mangel an Ueberlegung^^ Auf die Halbheit und die Inkonsequenz
der deutschen Politik Friedrich Wilhelms IV. in jenen Tagen
haben wir bereits oben hingewiesen; dazu kam noch ein anderes:
um für die populäre Bewegung bündnisfähig zu werden, musste
man den Sprung in das Lager des Konstitutionalismus wagen;
Friedrich Wilhelm that das nicht, ohne ein gewisses Widerstreben
im Grunde des Herzens zu fühlen. Wenn der König eben
damals so gedrückt und bekümmert aussah, so war das ohne
222 Felix Bachfahl.
Zweifel die Wirkung des inneren Widerstreites, der sich in seiner
Seele zwischen seinem deutschen Ehrgeize und seinem Abschea
vor der Revolution, sowie vor dem KonstitutionalismuB abspielt«^
von welch beiden er die erstere als Bundesgenossin benutzen, den
zweiten als das neue Ghiindgesetz seines Staatswesens annehmen
musste, und gewiss um nichts leichter wurde ihm der Entschlusi
zum Bruche der soeben erst abgeschlossenen Wiener Eonyentioii
vom 10. März. Indem er sein Abkommen mit der populären Be-
wegung schloss, wollte er sich doch weder von ihr allzu weit
fortreissen lassen, noch auch die altpreussisch gesinnten Elemente
sich allzusehr entfremden. Es war sein Bestreben, die Steliong
der Krone über den Parteien zu behaupten, und so machte er
Konzessionen nach hüben und drüben, die sich gegenseitig per»-
lysierten und am Scheitern seines Unternehmens nicht ohne
Schuld waren. Dahin gehört es, wenn er einem entschiedenen
Gegner der neuen Tendenzen, dem Grafen Alvensleben, die Nadi-
folge Bodelschwinghs anbot. An sich war es ja ganz löblich,
wenn er darnach trachtete, auf diese Art und Weise der foit-
schreitenden Bewegung ein Gegengewicht zu bieten; zuniclut
aber kam es doch darauf an, erst die konstitutionellen Einrich-
tungen zu schaffen, deren Einführung sich als notwendig zeigte, nnd
dazu war ein Mann von der Richtung Alvenslebens unbrauchbar,
wenngleich dieser später, wenn sie erst einmal bestanden, sehr
wohl als leitender Minister am Platze sein konnte. Auf demselbeD
Blatte steht, worauf Delbrück mit vollem Rechte aufinerkssm
gemacht hat^, die Ersetzung Pfiiels im Truppenkommando anf
Vorschlag desselben Alyenslebens durch Prittwitz. Durch diesen
Wechsel im Oberbefehle ist im letzten Grunde der ui^lficUicIie
Ausgang des Kampfes gegen die Berliner Erhebung bewiritt
worden, und daran fällt die Schuld dem Könige zu. Prittwiti
wird dadurch allerdings in dem, was er verfehlt hat, durchaus
nicht entlastet; der König konnte sich auch, wie anzuerkennen
ist, von einem preussischen Generale dessen nicht versehen, daie
er seine Intentionen in solch unbotmässiger Weise kreuzen und
zu nichte machen würde. Immerhin ist es für die Autoritil>
die der König in seiner nächsten Umgebung besass, charakte-
ristisch, dass ein General unter Rückhalt bei des Königs eigenem
* PreuBB. Jahrbb. Bd. 107.
Zur Benrteüung König Friedrich Wilhelms lY . u. der Berl. M&nreToiution. 223
Bruder ein derartiges Spiel wagte. Irgend ein zwingender Grund
f&r die Entfernung Pfuels Tom Kommando li^ nicht vor; der
Konig hatte vielmehr alles daran setzen müssen, einen Mann in
dieser verantwortungSTollen Stellung zu halten, der bisher seine
An^be, das Schloss und die Person des Monarchen zu bewachen,
taktvoll und erfolgreich durchgefOhrt hatte, ohne irgendwelche
tadelnswerte Schwäche und Nachgiebigkeit zu zeigen. Aber Pfüel
war dem Kreise des Prinzen von Preussen nicht schneidig genug
und als Liberaler verdächtig; dass der König, von dieser Seite
gedrangt, Pfuel fallen liess und Prittwitz mit seiner Nachfolge
betraute, war einmal eine unmotivierte Nachgiebigkeit und gerade
in diesem Momente doppelt gefährlich, da alles davon abhing,
dass des Königs Politik durch eine verständnisvolle Mitwirkung
seitens der militärischen Oberleitung sekundiert würde. Man
sieht: wie hinsichtlich der deutschen Politik Friedrich Wilhelms lY.,
so bin ich auch in der Frage seines Verhaltens am 18, und
19. März weit davon entfernt, als Apologet des Königs auf-
zutreten; nur ist die Schuldfrage auch hier eine viel tiefere und
kompliziertere, als sie in der traditionellen Auffassung mit ihren
grotesken Uebertreibungen erscheint, und der Versuch Kaufmanns,
diese gegen meine Kritik zu retten, ist als entschieden missglückt
zu bezeichnen.^
^ Auch Kaufmann muss trotz seines Widerspruchs gegen meine £[ritik
der Perthesschen Mitteilungen schliesslich zugeben, dass der König „äusser-
lich die Haltung bewahrte und manche G^ch&fte ruhig besorgte'*; d. h. er
erkennt indirekt die Berechtigung meiner £[ritik an. Er meint freilich,
wir wfissten (gegenüber meiner Behauptung, der König habe am 19. die
wichtigsten Begierungsgeschäfte, wie die Bildung eines neuen Ministeriums
in stundenlanger Beratung erledigt) „von seiner Th&tigkeit hierbei nichts
weiter, als dass er die Yorschlftge Arnims genehmigte*^ Der Genehmigung
der Yorschlftge Arnims ging jedoch eine Konferenz von der Dauer von
c. ly. Stunden vorauf, in der Arnim seinen Vortrag hielt. Wenn ein
Regent den Vortrag seines leitenden Ministers, und zwar in der Frage der
Kabinetsbildung, anhört, so erledigt er doch gewiss Regierungsgeschäfte.
Dafls Friedrich Wilhelm IV. um Mittemacht des 18. und 19. März den Vor-
trag von Prittwitz entgegennahm, ohne sich auf die Vorschläge des Generals
(nämlich Berlin zu verlassen) zu äussern, beweist doch gleichfalls nichts
gegen unsere Kritik der Boonschen „Zeugnisse**. Ausdrücklich wird in
Prittwitz* eigenem Berichte (bei Nobiling) erwähnt, dass ihn der Monarch
in überaus freundlicher tmd gnädiger Weise entliess ; das spricht doch nicht
gerade für die absolute Verzweiflung und die jämmerlichen Thiftnenergüsse,
224 Felix Rachfkhl.
Auf der ganzen Linie habe ich somit den Angriff Eaufmaniu
zurückgewiesen. Er erörtert nicht, wie ich zeigte, meine Auf-
fassung im Zusammenhange, sondern er greift eine Reihe Ton
Punkten heraus, indem er das Ganze als solches unberücksichtigt
lässt. Viele seiner Einwendungen sind wenig substantiiert; wo
er auf das Nähere eingeht, sind sie nicht haltbar, und er ist
jedenfalls nicht imstande gewesen, meine Oesamtaufhssung oder
meine Beweisführung im einzelnen umzustossen. Es wäre thörichiy
wenn ich der Ansicht wäre, dass meine Schrift keinerlei Angrifi-
punkte bietet. Sie ist im wesentlichen nicht Darstellung, Bondera
Untersuchung; sie will die bisherige Auf&ssung, sowie eine Beilie
von Quellenzeugnissen prüfen, die man bisher unbeanstandet gdten
Hess. Indem sie daher hauptsächlich negativ-kritisch zu Werke
geht, mag es der Fall sein, dass, um mich dieses Ausdmckei
einmal zu bedienen, bei der BeurteUung des Königs und seiner
die dem Könige von Roon u. a. gerade für diese Nacht zugeschrieboB
werden. Dass der König dem Generale auf seine Yorschl&ge keinen B^
scheid erteilte und ihn von seiner Absicht, eine Proklamation an die Beriiner
Bürgerschaft zu erlassen, nicht in Kenntnis setzte, geschah wohl eben daher,
dass er bereits mit seinem Entschlüsse im Reinen war und jede Diskunoo
darüber als unnütz und zwecklos vermeiden wollte. Ein „willkürlicher
Eingriff^^ in die Wirkungssphäre des Kommandierenden ist darin nicht fo
erblicken; auch stand die Proklamation durchaus nicht im Widerspräche
mit dem Befehle, den der König Prittwitz erteilte, einen bestimmten Bayon
der innern Stadt zu halten und darüber hinaus keine Eroberungen zu Ter-
suchen. Wie Prittwitz in der Ausführung der militärischen Massregehi,
die zur Vollziehung dieser Weisung erforderlich waren, irgendwie aus des
Erlasse der Proklamation Schwierigkeiten erwachsen konnten, ist nidit
einzusehen. Eine Kritik der Proklamation durch den Oeneral anter den
Verwände, dass er dadurch in seinen militärischen Operationen gehenunt
würde, war eben bereits eine Auflehnung gegen die Entschliessungen dei
Monarchen, und es begann damit die Auflösung der Ordnung. — Et sei
bei dieser Gelegenheit erwähnt, da€s ich die Nobilingschen Exzerpte aoi
dem Prittwitzschen Buche aus ihrer Anführung bei Sybel (Yortrilge und
Abh. S. 245) kenne. Eine Heranziehung ungedruckten Materials lag nicht
in meiner Absicht, da ich das gedruckt vorliegende Material für am-
reichend erachtete, um bei methodischer Forschung zu neuen und iradit-
baren Ergebnissen zu gelangen. Niemand wird leugnen wollen, dass flidi
auch auf Grund der bekaimten Quellen Fortschritte in der Behandlung
eines Problems erzielen lassen. Hinsichtlich der Nobilingschen Exzerpte
habe ich übrigens zu einem Forscher, wie Sybel, das Vertrauen, dass er
das Wichtigste erkannt und mitgeteilt hat.
Zur Beurteilung König Friedrich Wilhelms IV. u. der Berl. Märzrevolntion. 225
Politik die entlastenden Gesichtspunkte yielleicht schärfer hervor-
treten^ als es eigentlich in meiner Absicht gelegen hat. Aber
anch die entgegengesetzten Momente sind in meiner Schrift zum
Ausdrucke gelangt-, um keinen Zweifel über meine wahre Auf-
fassung bestehen zu lassen ^ habe ich sie hier noch einmal zum
Schlüsse der beiden Abschnitte, in die meine Erörterungen zer-
fallen, scharf und bestimmt zusammengefasst. Es ist weiterhin
zu erwägen, dass das Material nicht überall so lückenlos vorliegt,
dass man der ergänzenden Hypothesen entbehren könnte, und
wenn die Quellen verschiedener Auslegung fähig sind, können
Meinungsverschiedenheiten entstehen, in denen Irrtümer oder Fehl-
griffe leicht möglich sind. Durch Kaufmanns Besprechung bin ich
freilich auf solche nicht aufmerksam gemacht worden; ich finde
überhaupt nicht, dass sie zur Klärung und Förderung der Frage
beigetragen hat. Gevnss bedarf, um mit Kaufmann zu sprechen,
„gerade das 19. Jahrhundert der Arbeiter". Aber gerade bei der
Arbeit über das 19. Jahrhundert muss man es vermeiden, immer
wieder die alten Pfade zu wandeln und zu Dogmen gewordene
Ansichten zu reproduzieren; es gilt hier vielmehr, sich von
politischen und anderen Traditionen zu befreien, vorurteilslos und
methodisch die Quellen prüfend, nach unbefangener, rein histo-
rischer Auffassung zu streben.
Nachschrift zu S. 217.
In den vorstehenden Ausführungen habe ich des Umstandes
gedacht, dass Kaufmann mir fälschlich die Behauptung unterstellt,
Prittwitz habe den König am 19. März absichtlich in die Hände
der Revolution gegeben, um ihn zur Abreise aus Berlin zu zwingen.
Ich hatte inzwischen diesen Irrtum der Kaufmännischen Besprechung
zum Gegenstande einer sachlichen Berichtigung in Nr. 12 des
Litterarischen Centralblattes vom 22. März gemacht. Kaufinann
hat dieser Richtigstellung noch in derselben Nummer eine Er-
widerung folgen lassen, die ich hier wiedergeben und analysieren
vrill. Die Erklärung Kaufmanns beginnt mit einem Zitate aus
meiner Schrift;, das wohl als Beleg dafür dienen soll, dass ich die
eben gekennzeichnete Behauptung in der That ausgesprochen habe,
und lautet folgendermassen:
>S. 248 [sc. meines Buches] „was war es denn, was Prittwitz
erreichen wollte, indem er die Stadt vom Militär gänzlich ent-
Hiitor. TierteUfthnchrift. 190S. t. 16
226 Felix lUchfahl.
blösste? Nichts anderes als das, was Prittwitz schon durch die
pessimistische Färbung seines Ghitachtens zu bewirken gehofft
hatte, die Abreise des Königs/^
Also: Prittwitz ist nach Rachfahl durch diese Tendenz be-
stimmt worden, den Rückzugsbefehl des Königs in einer Weise
auszuführen, die den König schliesslich in die Oewalt der Re-
volution gab. Wenn R. die Befehle des Generals, welche am 19.
das Schloss preisgaben, S. 231, aus Grimm „über dee Königs
ganzes Verhalten'^ herleitet, oder S. 239 aus Opposition gegen
den König, dagegen die vorhergehende pessimistische Färbung
seines Berichtes, sowie die folgenden Befehle aus jener Tendenz:
so sind das Spaltungen der Motive, die weder hinreichend be-
gründet, noch hinreichend erheblich sind, um sie in meiner Be-
zension besonders hervorzuheben. Ich trage dies indessen gern
nach; aber haben die Befehle vom 20. März nicht dazu beige-
tragen, den König in die Gewalt der Revolution zu geben?«
Jedermann, der die von Kaufmann selbst zitierten Sätze auf
S. 248 meiner Schrift mit einiger Aufmerksamkeit liest, wird
daraus entnehmen, dass ich dem Generale v. Prittwitz in zwei
bestimmten Fällen das Motiv zuschreibe, den König zum Verlassen
der Stadt bewegen zu woUen, nämlich bei seinem Gutachten, das
er um Mittemacht des 18./19. März über den Stand des Kampfee
abgab und am Morgen des 19. wiederholte, sowie bei der von
ihm am 20. den Truppen zum Ausmarsche aus Berlin erteilten
Erlaubnis. Von denjenigen Massregeln, durch die Prittwitz am
die Mittagszeit des 19. das Schloss in die Hände der Insurgenten
fallen liess^, habe ich auf S. 248 meiner Schrift, wie aus dem
* Diese MassregelB beziehen sich, um das hier kurz zu wiederiiolen,
auf die Art und Weise, wie Prittwitz den Befehl ausführte, dass die Truppen
die Strassen und Plätze der Stadt zu verlassen hätten, indem er nämlich
die dabei zugleich erteilte Anordnung übersah und nicht vollzog, dass dis
Schloss und die benachbarten Paläste und öffentlichen Gebäude mit ge-
nügender Besatzung zu yersehen seien. Das vrar ein Akt des UngehonamB,
zu dem Prittwitz dadurch geführt wurde, dass er in seinem Grimme über
des Königs ganzes Verhalten und in der oppositionellen Stimmung, die ihn
durchdrang, den Befehlen des Königs nicht mehr die gebührende Aufineri[-
samkeit und Beachtung schenkte. Er hat auch nicht den geringsten Ver-
such gemacht, dem Befehle des Königs betr. die Besetzmig des Schlosses
u. s. w. nachzukommen; von dieser Schuld vermag ihn nichts zu reinigen.
Ygl. meine Ausführungen in „Deutschland u. s. w." S. 263 f.
Zar Beorteilimg König Friedrich Wilhelms IV. u. der Berl. MärzreTolution. 227
Ton Kaufoiann angefahrten Passus zu ersehen ist, überhaupt nicht
gesprochen. Trotzdem liest Kaufmann (wie das Wörtchen ^^also'^
zeigt^ mit dem er seine Entgegnung beginnt) aus eben diesem
Passus^ den er selbst wiedergiebt, von neuem heraus, dass ich
gerade hier, d. h. in dem zitierten Passus, die Behauptung aus-
gesprochen habe, Prittwitz habe den König in die Hände der
Berolution fiedlen lassen, um ihn zur Abreise aus Berlin zu zwingen.
Ich habe dagegen protestiert, an der bezeichneten Stelle eine
derartige Anschuldigung gegen Prittwitz erhoben zu haben;
Kaufmann antwortet auf diesen Protest, indem er eben jene Sätze
abdruckt, die diese Anklage seiner Ansicht nach enthalten sollen,
aber in Wirklichkeit gar nicht enthalten, und bleibt doch dabei,
dass darin die von mir abgeleugnete Behauptung Torkommeü
Im Grunde genommen giebt aber Kaufmann selbst zu, dass ich
in jenem Passus auf S. 248 meiner Schritt die Tendenz des Generals,
den König zur Abreise aus Berlin zu bestimmen, durchaus nicht
oof diejenigen seiner Handlimgen beziehe, die dazu beitrugen, den
König am Nachmittag des 19. in die Gewalt der Insurgenten zu
bringen. Fahrt er doch fort: „Wenn R. die Befehle des Generals,
welche am 19. das Schloss preisgaben, S. 231 aus Grimm „über
des Königs Verhalten^ herleitet, oder S. 239 aus Opposition gegen
den König, dagegen die vorhergehende pessimistische Färbung
seines Berichtes, sowie die folgenden Befehle [sc. vom 20. März|
aus jener Tendenz: so sind das Spaltungen der Motive, die weder
hinreichend begründet noch hinreichend erheblich sind, um sie in
meiner Rezension besonders hervorzuheben.^' Er giebt also hier
zu, dass ich die Motive, die Prittwitz bei der pessimistischen
Färbung seines Gutachtens und bei den Befehlen vom 20. leiteten,
nicht auch auf diejenigen Befehle erstrecke, die am 19. das Schloss
preisgaben: d. h. er hebt in dem zweiten Satze seiner Erklärung
das auf, was er in dem ersten behauptet hatte. Freilich meint
er, ich hätte mir dadurch „Spaltungen der Motive" zu Schulden
kommen lassen. Wenn man konstatiert, dass Jemand von drei
Handlungen, die wir nach ihrer chronologischen Reihenfolge a,
b, c nennen wollen, für a und c ein bestimmtes Motiv, für h
jedoch eben dasselbe nicht gehabt hat, so macht man sich
also einer „Spaltung der Motive'^ schuldig. An sich ist nun
eine solche „Spaltung der Motive" „weder hinreichend begründet
noch auch hinreichend erheblich", um in einer Rezension be-
228 FeJix Rachfahl.
sonders erwähnt zu werden; aber Kaufmann ist konziliant, in-
dem er bemerkt: ,Jch trage dies indessen gern nach.^ Bei
Kaufmann erscheint hier die Sachlage in falschem Lichte. Er
erklärt, es handele sich hier um etwas, was ich gesagt hatte, wu
aber weder begründet noch auch erheblich genug sei, um in
einer Rezension angeführt zu werden; in Wirklichkeit handelt ei
sich darum, dass er mich behaupten lässt, was ich nie gräussert
habe. Nicht war es hier Kaufmanns Aufgabe, „etwas nachzutragen^,
sondern einen thatsächlichen Irrtum richtig zu stellen.
Wenn Kaufmann zum Schlüsse seiner Replik die Frage stellt,
ob nicht auch die Befehle vom 20. März dazu beitrugen, den
König in die Gewalt der Reyolution zu geben, so muss man
daraiif mit einem glatten „Nein" antworten. Die Reyolution hatte
sich am 19. bereits ausgetobt Das Bürgertum war zur Yemnnft
zurückgekehrt und hatte sich Ton den Radikalen getrennt. Die
neu gebildete Bürgerwehr hatte schon am Nachmittage des 19.
den Schutz des Schlosses und des Königs übernommen und erwiei
sich dafür nach Gerlachs Zeugnisse als durchaus brauchbar und
als zuverlässig.^ Die Befehle, die Prittwitz am 20. März gab^
haben in keinem Punkte dazu beigetragen, den König in die
Gewalt der Revolution fallen zu lassen; für seine personhche
Sicherheit war gesorgt. Er hätte Berlin verlassen können, wenn
er gewollt hätte; aber aus politischen Erwägungen wollte er in
Berlin bleiben. Indem Prittwitz das Militär aus Berlin entfernte
oder sich entfernen liess, rechnete er darauf, dass der König dem
Schutze der Bürgerwehr allein nicht vertrauen und daher Berlin
verlassen würde; sein und seiner Gesinnungsgenossen Hofhung
bestand ohne Zweifel darin, dass der König, aus Berlin entfernt
und unter dem Einflüsse des Militärs stehend, seine Zustimmung
zur Erneuerung des Kampfes durch Angriff auf die Stadt tos
aussen geben würde. Friedrich Wilhelm wollte jedoch jetzt^ irie
früher, aus politischen Gründen von einer Fortsetzung des Kampf«
nichts wissen, und so blieb er aus freien Stücken in Berlin; das»
das sein eigener freier Entschluss sei, hat er ja selbst in d^r
bekannten Rede vom 25. März zu Potsdam ausdrücklich betont
Auf meine sachliche Berichtigung hin hätte Kaufmaim, wenn
er darauf überhaupt erwidern wollte, mit dem strikten Nachweiie
* Vgl. ebendaselbst S. 245 und 251.
Zur Beorteilimg EOnig Friedrich Wilhelms lY. n. der Berl. Märzrevolution. 229
antworten müssen, dass sich die von mir abgeleugnete Aeassenmg
doch in meiner Schrift finde. Ich konstatiere, dass ihm das nicht
gelungen ist; es bleibt dabei, dass er mir eine Behauptung
unterstellt hat, die keineswegs so wenig „erheblich^ ist, wie
er meint. Denn hatte ich den General von Prittwitz beschul-
digt^ er habe den König absichtlich in die Hände der Insurgenten
fallen lassen, so wäre das eine Anklage, bezüglich deren ich es
dem urteil der Leser überlassen muss, ob sie wirklich so wenig
„erheblich** ist.
Halle a. S., 25. März 1902.
230
Kleine Mitteilnngen.
Zam ereten Strassburger Stadtrecht. Die vielfach in-
gestellten Erörterungen über die Entstehnngszeit des fOr die Er
kenntnis der älteren städtischen Zustände sehr wichtigen Bechtsdenk-
mals haben zu einem allseitig anerkannten Ergebnis nicht geführt.
Das lag ganz augenscheinlich am Mangel der äusseren, ans dem
Handschrifbenbefund sich ergebenden Merkmale für die Zeitbe-
stimmung. Die geringfügigen Anhaltspunkte, welche der Inlialt
bot, waren eben mancherlei Deutung fähig. Wohl schien es fiber
allen Zweifel erhaben, dass altertümliche Verhältnisse, wie sie
das erste Strassburger Stadtrecht darstellt, auf das 12. Jahrhun-
dert, wenn nicht gar höher, verweisen; aber in welchem Abschnitt
des 12. Jahrhunderts die Aufzeichnung erfolgte, darüber gingen und
gehen die Ansichten auseinander. (Gegen Rietschel, D. Zschr. f.
Oesch.-wiss. N. F. 1, 24 ff., jetzt wieder Hegel, N. A. 25, 694ff.).
So dürfte es doch nicht unangebracht gewesen sein, wenn ich die
Frage nach der Überlieferungsform wiederum in Erörterung zog
(Hist. Vierteljahrschr. 1899, S. 72 ff.). Der rezipierte Text warder
Edition Grandidiers entnommen, eines Geschichtsforschers, dessen Un-
zuverlässigkeit anerkannt ist (ZGORh. N. F. 12, 459 ff.; 13, 543 £;
14, 1 ff.). Unter Berücksichtigimg der übrigen, ausschliesslich im
Druck vorliegenden Texte gelangte ich zu dem Ergebnis, dass das
ci*ste Strassburger Stadtrecht kaum noch als originales Rechtsdenk-
mal aus dem 12. Jahrhundert angesehen werden dürfe. Was uns
heute davon vorliegt^, ist jüngeren Datums. In wie weit der vor-
handene Text auf ältere Aufzeichnungen zurückgeht, bedarf noch
weiterer Untersuchungen.
Die Ausführungen haben Widerspruch von verschiedenen Seitra
hervorgerufen (Bloch, ZGORh. N. F. 14, 271 ff.; Keutgen, Bist
Vierteljahrschr. 1900, S. 78 ff.; femer die Notizen Hisi Zschr. 82,
542 f.; 83, 364; 84, 542; N. A. 24, 761; 25, 238, 848). Der
Frage eine nochmalige, eingehendere Untersuchung zu widmen, ist
augenblicklich nicht der geeignete Zeitpunkt. In einer Entgegnung
auf die Ausführungen Keutgens teilt Bloch soeben mit (ZGORh. N.
F. B. 16, Heft 3, S. 464 ff.), dass Herr Archivassistent Dr. Kaiser im
Strassburger Bezirksarchiv handschriftliche Ueberlieferungen vom An-
Kleine Mitteilungen. 231
fang des Stadtrechts in Abschriften des 16. und 17. Jahrhunderts
entdeckt habe. Es ist wahrscheinlich genug, dass zwei derselben auf
den gleichen Kodex zurückgehen, den Grandidier benutzt haben will.
Die Angaben des letzteren über die Herkunft seines Textes gewinnen
dadurch an Glaubwürdigkeit. Der Einfluss des Fundes auf die Text-
gestaltung bleibt abzuwarten. Auf einen Umstand muss ich jedoch
schon jetzt hinweisen.
Ein ungenannter Referent in der Hist. Zschr. 84, 542, hatte
das Stadtrecht und seinen Text bei Grandidier bereits als gerettet
angesehen. So liegt die Sache doch nicht. Ich war seiner Zeit da*
▼on ausgegangen, dass der lateinische Text (jrandidiers (LG.) nicht,
wie bisher angenommen wurde, eine ältere Recension darbietet als
der von Schilter mitgeteilte (LS.). Grandidier hat Worte seiner Vor-
lage, die auf jüngeren Ursprung deuten, in Anmerkimgen versteckt
oder weggelassen. Das giebt Bloch schliesslich zu (ZGORh. N. P.
14, 292), während es Keutgen in Abrede stellt. Der Eingang des
Stadtrechts, auf den ich schon früher hinwies, lautet:
LS. (S. 715) LG. (S. 42)
Ad formam aliarum dvitatum Ad formam aliarum civitatum
in eo honore condita est hec ci- in eo honore condita est Argen-
yitas, et ut libera sit, ita quod tina, ut (in Note libera civitas
omnis homo . . . (pacem in ea sit, eo quod) omnis homo . . .
habeat) (pacem in ea habeat).
Die auf die Freiheit Strassburgs bezüglichen Worte stehen ge-
nau so, wie sie nach meiner Auffassung der zweideutigen Ausdrucks-
weise Grandidiers in seiner Vorlage gelautet haben müssen, in dem
neu gefundenen Textl Ein „verhängnisvoller Irrtum^^ war es dem-
nach wohl nicht, wenn ich den „Bann^' zu brechen suchte, den die
zurechtgemachte Ausgabe Grandidiers um die Interpretation des Stadt-
rechts gelegt hatte. Scheidet man die obige und andere für die
späte Abfassungszeit beweisende Stellen im Anschluss an Grandidier
als Interpolationen aus, so kann man allerdings das übrige gleich
ihm recht hoch hinaufrücken. Ein solches Verfahren halte ich aber
nicht für zulässig, ehe die Beziehungen des Stadtrechts zu den Ur-
kunden aus der Zeit des grossen Kampfes zwischen Stadt und Bischof
(nach 1260) unbefangen geprüft sind. Selbst dann jedoch, wenn man
mit Bloch einen Redaktor aus dem Ende des 12. Jahrhunderts von
einem jüngeren Interpolator scheiden wollte (wozu schwerlich ge-
nügender Anhalt vorliegt), bliebe inuner noch die Thatsache bestehen,
dass nicht der ursprüngliche Text uns vorliegt, sondern eine mehr
oder weniger entstellte Fassung.
Zürich. G. Caro.
232 Richard Fester.
Zu Bismarcks Olmfitzrede. H. Ulmann hat in einer Studie
über Bismarcks Rede vom 3. Dezember 1850 in dieser Zeitschrifk
(S. 55) meine Deutung des in den „Gedanken und Erinnerungen^ weg-
gelassenen Annexion spassus verworfen, weil sie in den Sinn der Rede
„krasse Widersprüche^ hineintrage. So ungern ich sonst schon
einmal Gesagtes, wenn auch in anderer Form wiederhole, scheint ei
mir doch in diesem Falle unerlässlich , eine offenbare Missdeutong
meiner nur „angedeuteten Auffassung*^ nicht unwidersprochen zu lassen.
Friedrich der Grosse bezeichnet in seinem politischen Testamente
von 1752 u. a. Westpreussen als eine fOr Preussen wünschenswerte
Erwerbung. Würde ich nun sagen, er hat 1752 nach Westpreussen
gestrebt, so wäre das ungenau und würde in seine Politik krane
Widersprüche hineintragen. Die Annexionslust im allgemeinen aber
wird nach jenem Zeugnisse niemand hinweg disputieren können.
Ebenso falsch wäre es, aus dem Annezionspassus der Olmütxrede
schliessen zu wollen, dass Bismarck 1850 an die Annexion Kmhessens
gedacht habe. Er hatte sich damals nur im aUg^emeinen über eine
Revision der Karte des Deutschen Bundes Gedanken gemacht, sonst
würde ihm jener Satz überhaupt nicht über die Lippen gekommen
sein. Ich sagte, „Bismarck hätte sich an Stelle Friedrich Wilhelms IV. *
nicht so weit vorgewagt, es sei denn, um einen Vorwand zur Annexion
Kurhessens zu haben*\ aber ich hatte schon vorher ausdrücklich be-
merkt, dass er 1850 nicht kriegslustig war. ülmann giebt meinen
Worten eine Deutung, als ob es mir lediglich um die Beleuchtung der
Situation des 3. Dezember 1850, um einen Kommentar zu einem
Bismarckregest zu thun gewesen sei, während ich in Wahrheit die
Frage aufwarf, wann sich Bismarck zum ersten Male theoretisch mit
der Abrundimg des preussischen Staatsgrebiets durch Annexionen be-
schäftigt hat. Es wäre wunderbar, wenn sich in den Briefen an seine
Frau und an seine politischen Freunde gerade aus der Epoche von
Olmütz etwas darüber fände. Noch sass er ja nicht an dem längeren
Hebelarme, um so wertvoller also sind jene beiläufigen Worte, weil
sie eben nur Bismarck, kein Legitimist wie Gerlach oder Mantenffd
sprechen konnte. Ulmann nenne mir doch den Parteipolitiker Gerladi-
scher Richtung, der 1850 an wünschenswerte Annexionen auch nur
zu denken gewagt hätte. Alles was auch nur von Feme einer poli-
tischen Revolution ähnlich sah, war diesen in antin apoleonischen An-
schauTmgen aufgewachsenen Legitimisten ein GräueL Niemals ist der
preussische Staat von einer robusten, territorialpolitischen Begehrlichkeit
entfernter gewesen als unter Friedrich Wilhelm IV. Die Annexions-
initiative ist auch später ganz auf Seiten Bismarcks gewesen. Die
Wiederbelebung des kriegerischen Geistes in Preussen kam ihm zu
Kleine Mitteilungen. 233
Hilfe, aber doch auch erst, nachdem für König und Vaterland Blut
geflossen war. 1850 stand er auch mit seinen stillen Gedanken über
das Wünschenswerte ganz allein. Zu den Annexionen der Napoleonischen
Aera ist der Anstoss von aussen gekommen. Das Direktorium, der
erste Konsul und das Kaiserreich sorgten für die Sättigung ihrer Tra-
banten, unter denen doch auch die entschlossenen folgerichtigen An-
nexionspolitiker wie Montgelas und der Badener Reitzenstein sehr dünn
ges&t waren. Zu der Veränderung von 1866 hat ein Wille gehört,
der nicht erst in Frankfurt am Bundestage, sondern schon früher er-
wacht war, der sich trotz konservativer Parteidoktrin weder vor Hölle
noch Teufel fürchtete, der, wenn Preussens Machtstellung in Frage
kam, keine Skrupel und Zweifel hineinreden Hess.
Damit ist selbstverständlich nicht gesagt, dass Bismarck auch 1850
nicht noch sehr viel zu lernen gehabt hätte. Die Notwendigkeit einer
kriegerischen Lösung des deutschen Dualismus hat er erst in Frank-
furt eingesehen, wohlverstanden auch diese zunächst nur im allgemeinen.
Den casus belli nötigenfalls zu schaffen, konnte ihm ja erst in den
Sinn kommen, als er die Macht dazu besass. Was 1850 an Bismarck
noch parteipolitisch war, hatte ich gleichfalls „angedeutete^ als ich
von seiner junkerlichen Beurteilung des Kampfes der Kurhessen um
ihr Recht sprach, obwohl doch auch darin der Unterschied zwischen
ihm und seinen Parteigenossen gar nicht zu verkennen ist. Denn
wer hätte sonst sich über alle nichtpreussischen Interessen so souverän
hinweggesetzt. Von einer Verwandlung des Parteipolitikers in den
über den Parteien stehenden Staatsmann wird man bei ihm nur bis
zu einem gewissen Grade reden dürfen. Epoche machend war in
seinem Leben einzig und allein die Verwandlung des Preussen in den
Deutschen, der grosse Sprung von Friedrich dem Grossen zu dem
Reichskanzler, von dem preussischen Helden zum Nationalhelden.
Was ülmann über Bismarcks Verhältnis zu dem Kriegsminister
V. Stockhausen beibringt, berührt also den Kern meiner Ausführungen
in keiner Weise. Li der Rede vom 3. Dezember war der Annexions-
passus gewiss überflüssig; er erscheint darin wie eine übermütige
Arabeske, die der Zeitgenosse übersehen konnte, während sie dem späterGe-
borenen als ein Vorzeichen konunender Dinge von unschätzbarem Werte
ist Ob ülmanns übrige Bemerkungen zutreffen, will ich nicht unter-
suchen, doch möchte ich nicht veischweigen, dass sie mir wenig Ein-
druck machten, weil die Erklärung der Olmützrede in erster Linie darin
zu suchen ist, dass Bismark am 3. Dezember von dem Abrüstungs-
paragraphen von Olmütz keine Ahnung hatte. Mochte er mit Man-
teuffel für den Rückzug sein, den schwachen, ja feigen Rückzug hätte
er nie gebilligt und am wenigsten öffentlich verteidigt
234 Richard Fester. Kleiue Mitteilungen.
Und da nus der Verteidigung nun doch einmal ein Angriff ge-
worden ist, möchte ich zum Schlüsse gegen die ,^emoireiikritik"
Protest erheben. Welchem Goetheforscher möchte es wohl einfallen, u
Goethes „Memoiren^ Kritik zu üben. Es mag ja bequemer sein,
kurzweg von Bismarcks ,,Memoiren^^ zu reden, aber da er sein Ver-
mächtnis selbst „Gedanken und Erinnerungen^ genannt hat, so kriti-
siere man seine Erinnerungen, ohne die Gedanken zu übersehen, so
wie der Leser „von Dichtung und Wahrheit^^ durch des Dichten
Lande seinen Einzug in das Land der Wahrheit hält. Friedrich der
Grosse war Staatsmann und Historiker. Sein Testamentsvollstrecker
ist lediglich Politiker gewesen. Litterarische Absichten, Friedrichs
Wunsch, mit Cäsar auch als Geschichtschreiber zu wetteifern, dürfen
wir bei Bismarck nicht suchen. Wäre er bis zu seinem Tode im
Amte geblieben, so wäre die Welt heute um ein Werk ärmer, das in
keine der geläufigen Kategorien hineinpasst. Die Kritik der JSr
innerungen^ ist unentbehrlich, insofern man ermitteln will, wie viel
oder wie wenig darin dem wirklichen Verlaufe der Dinge entspridii
Niu* darf man nie dabei vergessen, dass die Erinnerung einen Ge-
danken weckt, dass der Gedanke, um konkret zu wirken, der ErinneniBg
bedarf. Bichard Fester.
f
235
Eritikeii.
h« Seignobos: La methode historiqae appliquee aux
Sciences sociales (Bibliotheque generale des sciences sociales).
Paris, Felix Alcan. 1901. IT und 322 Seiten in Oktav.
Der bekannte Historiker an der Pariser Universität, der mit
b. y. Langlois zusammen im Jahre 1898 eine „Introduction aux
tades bistoriques^ veröffentlicbt bat, stellt in dem vorliegenden
nche dar, wie die bistoriscbe Arbeitsweise bei den Sozial wissen-
^haften zur Anwendung kommt und im einzelnen zu handhaben ist.
'nter „Sozialwissenschaften" versteht er nach einer neuerdings auf-
ommenden Einschränkung des Begriffes und Sprachgebrauches: Sta-
stik nebst Bevölkerungskunde, Volkswirtschaftslehre, Lehre der na-
onalökonomischen Systeme und entsprechenden systematischen Ver-
liebe, also vorwiegend die Erscheinungen des Gesellschaftslebens von
irer materiellen Seite. Um so lebhafter ist hervorzuheben, dass ihm
igtorische Erkenntnis auch auf diesen Gebieten durchaus als psycho-
3gi8che Erkenntnis gilt, ihm historische Methode gilt als methode
'interpretation psychologique par analogie, und dass er in der be-
nssten Durchführung dieser Grundanschauung überall die Theorien
nd ihre Konsequenzen abweist, welche an Stelle des einheitlichen
'aktors aller sozialen Bethätigungen und Zustände, nämlich der
sychophysischen Einheit des Menschenwesens, abstrakte Wesenheiten
der einzelne Bedingungen des menschlichen Thuns setzen. Mehr und
lehr dringt gerade in Frankreich neuerdings die Reaktion gegen den
iologischen und ökonomischen Materialismus bei den Theoretikern
or, und es ist höchst verdienstlich, dass Scignobos nun auch einmal
ie Unzulänglichkeit jener Doktrinen speziell auf den ihnen nächst-
egenden Gebieten im Detail der praktischen Forschung darlegt,
enn er sich auch auf tiefer dringende prinzipielle Auseinander^
»tsungen nicht einlässt. Er ist kein Freund solcher Ausoinander-
)tiungen, wie ich schon in meiner Besprechung der vorhin erwähnten
[ntroduction" (Historische Vierteljahrschrift 1899, Heft 1, S. 78 ff.)
smerkt habe; die philosophische Begründung und Formulierung der
randbegriffe ist nicht seine Sache, er neigt zu einem gewissen skep-
schen Realismus, der sich gegen die Synthese kehrt; seine starke
236 Kritiken.
Seite ist die Analyse der historischen Prozesse und Forschangsarb^t
Er wendet sich daher auch (S. 214 f.) gegen die vorschnelle Zu.
sammenfassung der sozialen Forschung in Gestalt allgemeiner Sozio-
logie, Nationalökonomie u. s. w. und dringt auf den konkreten Anf-
hau der einzelnen Teile von unten auf; er betont immer wieder, das
eine soziale Gemeinschaft nicht ohne weiteres als ein einheitlicfaes
Ganzes aufgefasst werden dürfe, sondern ans verschiedenen Gmppei
bestehe und diese wiederum aus Einzelpersonen, deren Wesen und
Aktionen nicht unbedingt solidarisch seien und daher in ihren Ver-
schiedenheiten möglichst berücksichtigt werden müssen. Aber w&hrend
ihn diese und ähnliche analytische Erwägungen in dem frühem
Werke nahe dazu führten, die Erkenntnis einer Solidarität, eines Zu-
sammenhanges historischer Entwickelungen überhaupt in Zweifel n
ziehen, hat er sich jetzt entschiedener auf die synthetischen Momesto
besonnen (s. S. 144 ff., 246 ff.; vgl. z. B. S. 254 mit S. 246 der
Introduction).
Auch seine Methodik zeiget einen stark skeptischen Zug, md
dieser ist in dem vorliegenden Buche noch schärfer ausgeprtlgt ah ii
der „Introduction^S Der Widerspruch gegen die so viel&ch fiblidts
üeberschätzung der statistischen Daten, als seien sie der Inbegrif
objektiver Zeugnisse, hat Seignobos offenbar zu weit geführt, so be-
rechtigt dieser Widerspruch an sich ist und so beherzigenswert die
Anweisungen sind, die er zur Kritik der statistischen Zeugnisse giebt
Er behauptet im allgemeinen geradezu, dass die Beobachtungen der
Thatsachen in den historischen Berichten, auf denen unsere Kenntnii
vorwiegend beruhe, immer schlechte Beobachtungen seien (S. 29:
Un document, meme le meilleur, n'est que le demier terme d'nse
Serie d'operations intellectuelles a partir d'une Observation mal &ite,
S. 83: Les conditions d'une Observation correcte ne sont jamais ret-
lisees par les auteurs de documents, S. 163: le document est u
proces-verbal mal fait, c'est-a-dire sans methode u. s. w.). Das ond
keine gelegentlich hingeworfenen Worte, sondern S. fusst daranf all
Ausgangspunkt der Kritik, und es ist begreifllich, dass er von da
aus zu der Ansicht kommt, die Kritik habe lediglich negative Besolr
täte (S. 30, 63, 78: Les seuls r^sultats fermes sont negati£s, ili
avertissent qu'on ne peut rien tirer du document, ils d^tmisent de
pseudo- documents, ils empechent de puiser a une source contaminde»
mais ils foumissent rien; tous les resultats positifs restent relatift
u. s. w.). Wozu dann alle Mühe und Arbeit, wenn man nirgendi
zu gesicherten positiven Resultaten gelangen kann? und welchen
wissenschaftlichen Wert hätte dann die Geschichte überhaupt? Zu
solchen Fragen muss diese Skepsis Freunde wie Yerftchter unserer
Kritiken. 237
Wissenschaft veranlassen, jene entmutigend, diesen Wasser auf ihre
Mühlen führend.^
Doch ist leicht zu zeigen, dass, wie alle Skepsis, so auch diese
teils auf üebertreibung, teils auf Uebersehen von Thatsachen beruht,
üebertrieben ist die Behauptung, selbst die besten Berichte gingen
von schlechten Beobachtungen aus, wenn das auch für viele zutrifft:
es hat doch zu allen Zeiten EListoriker gegeben, welche mit dem
Bewnsstsein der Verantwortung die Begebenheiten beobachteten, sich
fortlanfende Notizen machten, Materialien sammelten u. s. w. Aller-
dings kann der Forscher späterer Zeit selber diese Beobachtungen
nicht direkt machen und ist insofern in nicht so günstiger Lage
gegenüber seinem Material wie der Naturforscher, aber auch das
übertreibt Seignobos zu gunsten des letzteren, als ob alle natur-
wissenschaftlichen Beobachtungen unfehlbar und absolut objektiv seien,
und er übersieht zugleich den Vorzug des historischen Forschers, auf
Grund der psychischen Analogie die von anderen beobachteten That-
sachen unmittelbar in sich reproduzieren und begreifen zu können,
obwohl doch, wie gesagt, diese Eigenart der Geschichtserkenntnis an
sich von S. nicht verkannt ist. Vielleicht rühren diese unzutreffenden
AufjBtellungen zum Teil daher, dass S. die Begriffe „psychologisch"
und „subjektiv" ohne weiteres identifiziert. Viel gewichtiger ist in-
dess, dass S. bei seinem skeptischen Gesammturteil über die Kritik
zweierlei völlig ausser Acht lässt: erstens die Bedeutung, welche die
üebereinstinmiung von einander unabhängiger Nachrichten hat, und
zweitens die Bedeutung der ganzen mächtigen Quellengattung der
„Ueberreste".
Merkwürdig genug, er hat S. 87 ff. sehr schön auseinandergesetzt,
dass und wie man durch übereinstimmende Beobachtungen, die uns
von gegeneinander unabhängigen Beobachtern mitgeteilt werden, zu
sicheren Schlüssen kommt, aber er bringt bei seinen Gesamturteilen
durchaus nicht in Anschlag, welche ungeheuere Menge kritisch ge-
sicherter positiver Resultate wir dadurch gewinnen, als ob er diese
seine Auseinandersetzung ganz vergessen hätte. Noch auffallender ist
die Vernachlässigung jener unmittelbaren Ueberreste und Zeugnisse,
die wir von den Begebenheiten selbst haben: S. erwähnt ihre Existenz
(8. 4); er bemerkt (S. 175) sehr richtig, dass diese „objektiv" stu-
* In der That beruft sich bereits A. Fouilläe, La r^forme de Tenseigne-
ment par la philosophie, Paris 1901, S. 23/24, darauf, da er die Minder-
wertigkeit historischer Erkenntnis nachweisen will: a quoi aboutit le
savant livre de deuz excellents historiens, mm. Langlois et Seignobos (In-
troduction u. 8. w.)? ä cette conclusion, que les questions pos^es par
rhistoire restent insolubles par les proc^däs historiques!
238 Kritiken.
diert werden können, aber er rechnet dazu im Bereiche der SouaI-
wissenschafben nur die Gegenstände, welche für die Geschichte der
Technik in Betracht konunen, und redet nicht weiter davon. Idi
habe schon in meiner oben erwähnten Rezension der ,^trodnctioB'*
auf diese grosse Lücke in der Methodik S.s hingewiesen, die um so
anflUliiLder ist, da ich in meinem „Lehrbuch der historischen Methode",
das S. se^ wsid kennt, die Arten, den Charakter und die Bedeatong
dieser Quellengatto^g ausführlichst behandelt habe. Auch für die
Geschichte der Sozialwissemduiften im Sinne S.s kommen die üebe^
reste weitgehend in Betracht. Oder liill S. nicht gelten lassen, dis
z. B. die nationalökonomischen Systeme, wdfihe nach ihm ja eiset
Teil der sozialen Wissenschaften ausmachen, ein IMhendes objektivei
Material für die direkte Kenntnis der betreffenden Doktriaen dtf-
stellcn, das der Forscher aller späteren Zeiten studieren kann, gam
wie der Naturforscher eines seiner Objekte? Ist nicht aus MfinKi
und Gewichten der Vergangenheit durch Wägen, Messen und Ve^
gleichen unmittelbare objektive Auskunft über die wirtschafUichei
Thatsachen früherer Münz- und Gewichtsverhältnisse zu gewinnen?
Geben nicht unzählige Urkunden über Kauf, Tausch, Schenkung toi
Grundstücken, Quittungen, Schuldverschreibungen u. dgl. onmittelbtn
Kunde, abgesehen von dem einzelnen Geschäft, über die allgemeii
Formen, in welchen sich diese wirtschaftlichen Akte einst
objektiv vollzogen haben? u. s. w. Auch schriftliche Dokumente halM
eben bei einer derartigen Verwertung als „Ueberreste" nicht dtt
subjektiven Charakter der Schriftstücke, aus denen wir Berichte vm
Beobachtungen entnehmen; das übersieht S. durchaus, indem er 8. 175
sagt: on ne fait guere Thistoire sociale qu' avec des docnmentli
tigures ou ecrits, qui ont pour caractere fondamental d'etre subjecfife
. . ce sont les interpretations qu' un auteur a donnees de chosee ei-
terieures.
Man sieht, wie S. zu seiner Skepsis kommt: das wichtiglti
kritische Hilfsmittel zur Erlangung gesicherter Thatsachen , die n-
abhängige Uebereinstimmung berichteter Beobachtungen , l&sst er atf
der Wagschale fort, und die Quellengattung, welche uns objektiftt
unmittelbares Material zur Beobachtung bietet, die „Uebeneet^i
ignoriert er grösstenteils.
Wenn ich diese Ausstellungen eingehender begründet habe, mii0
ich um so mehr betonen, dass S. in der Analyse der einzelnen Fink'
tionen sozialgeschichtlicher Forschung Vorzügliches leistet, nameotlkk
in der Zergliederung der Zusammenfassung (Gonstruction) und Qid'
nung (Groupement) der Thatsachen. Auch über das Verhältnis dv
allgemeinen Geschichte zu der der sozialen Wissenschaften handelt 9
Kntiken. 239
ntrefflich. Mit Recht hebt er hervor, dass letztere ohne methodisek
ftorische Durchbildnng nicht erfolgreich zu betreiben sind; jeder,
r sich mit ihnen beschäftigt, wird ans diesem Buche viel lernen
Snnen.
Greifswald. Ernst Bern heim.
■dwig Woltmann, Dr. med. et phil., Der historische Materia-
lismus. Darstellung und Kritik der marxistischen Weltanschauung.
Düsseldorf, H. Michels 1900.
Die Absicht dieses Buches ist, die Vereinbarkeit der wichtigsten
•danken von Immanuel Kant und Karl Marx in den Fragen der
nnalphilosophie nachzuweisen; ein Gedanke, der in mehr oder minder
■ter Gestalt schon bei einer Beihe von Vertretern der sogenannten
•okantischen Schule aufgetaucht ist. Freilich geht das niemals ab,
hBit entweder dem einen oder dem andern der von grundverschiedenen
Voraussetzungen ausgehenden Denker Gewalt anzuthun. W. giebt zu-
Idist eine Uebersicht der philosophischen Hauptlehren von Kant,
lihte, Schelling, Hegel und Feuerbach; er polemisiert dabei gelegen t-
■h mit Recht gegen die geringschätzige Behandlung und miss-
■rstftndliche Auslegung dieser Lehren durch die Marxisten, die schon
■ Marx selbst, besonders aber bei £ngels und den jüngeren An-
bgem der Schule sich zeigt. Andererseits bahnt er sich den
jRig zur Lösung seiner Aufgabe, indem er (S. 69 Anm.) die „mora-
llriie Metaphysik*' Kants als „durchaus sophistisch und alles eher
b kiitisch^' verwirft; ein ebenso bequemes wie unzulässiges Ver-
ftren, denn es wird damit aus Kants Weltanschauung ein fCb* diese
IMist wesentliches Stück herausgebrochen, natürlich mit der Be-
Itaiptang, dass das Uebrigbleibende der eigentliche und wahre Kant
ri. Dagegen will er das teleologische Element der kantischen Lehre
JMibehalten und sucht unter Berufung auf den Darwinismus dar-
HAun, dass auch die moderne Naturwissenschaft ohne Teleologie
idit aoskonmien könne.
Verdienstlicher ist der zweite Abschnitt des Buches, der es
imimmt, eine Entwickelungsgeschichte des Marxismus zu geben.
betont mit Recht, dass eine chronologische Sonderung der ein-
m Aussprüche und Darlegungen von Marx und Engels vor-
len werden muss, bevor man ihre Grundgedanken darstellen
dass sie erst allmählich zur festen Formulierung der ihnen an-
nur unklar vorschwebenden Anschauungen fortgeschritten . sind,
will hier nicht erörtern, ob W. bei der Darstellung dieser inneren
twickelung der marxischen Lehren inmier das Rechte getroffen hat;
W Versuch, den er macht, ist jedenfalls verdienstlich. Er unter-
240 Kritiken.
sucht auch den Anteil von Engels an der Theorie und findet, dus
Marx der wesentlich gebende, Engels der wesentlich empfangende T«l
gewesen sei; später sei Engels in manchen Einzelheiten von Marx ab-
gewichen, habe vor allen Dingen in seinen letzten Briefen die Not-
wendigkeit eines weiteren Ausbaues der Theorie zugegeben. Es
findet sich in allen diesen Ausführungen manches Gate; doch tritt,
noch stärker als früher Kant gegenüber, das Bestreben herYor, die
nach W.s Meinung unhaltbaren Teile des Systems als anweeentlich
erscheinen zu lassen. Der Sinn des historischen Materialismus als
einer eigenartigen Theorie der Geschichte und des sozialen Lebens
überhaupt ist ohne jeden Zweifel der, dass alle Veränderungen im
Zusammenleben der Menschen im letzten Grunde auf das Wachsei
der „Produktivkräfte^^ zurückzuführen sind. Eine historische £^
scheinung ist für Marx erst dann erklärt, wenn sie auf eine Ver
änderung des Wirtschaftslebens und speziell der Technik des Prodv-
zierens und Austauschens der Güter zurückgeführt ist. Die Oiga-
nisation der Gesellschaft, das Recht, die Religion, die Kunst und die
Wissenschaft erscheinen vom jeweiligen Stande der „Produktivkrlftfl^
eindeutig abhängig. In der konsequenten Durchführung dieses SatM
besteht die Eigenart, und besteht der Reiz dieser Theorie; sie e^
scheint so einheitlich, fassbar und leicht zu handhaben, dass sie anck
dem ungeschultesten Verstände einleuchtend zu machen ist Wd
das Wachstum der „Produktivkräfte^^ gesetzmässig vor sich geht ud
annähernd berechenbar ist, nur deshalb ist fQr Marx auch die Zu-
kunft der Gesellschaft und der Kultur annähernd berechenbar. Auf
diesem Grundsatze des Marxismus beruht die Vorstellung, dass si^
das unausbleibliche Kommen einer sozialistischen Gesellschaft vbA
Kultur wissenschaftlich beweisen lasse. W. hält, wie seine Kritik d«
Marxismus zeigt, gerade diesen Satz für falsch; er glaubt an eitf
selbständige Entwicklung der geistigen Faktoren, wie sie auch Engds
in seinen letzten Briefen zugesteht. Beide glauben, den Marxisnai
als Ganzes trotzdem aufrecht erhalten zu können. Sie sehen mMt
dass sie damit dem Systeme von Marx die Klanuner zerbrechen, die
es allein zusammenhält. Und das ist der Grundfehler dieses Budiai,
wie mancher mit ähnlicher Tendenz. Für die Anhänger des revidierte!
Marxismus im Sinne des alten Engels, im Sinne etwa Bernsteins and
auch W.s, reduziert sich der „historische Materialismus^^ auf die Be-
hauptung, dass wirtschaftliche und speziell technische Faktoren in dff
Geschichte einen bald grösseren, bald geringeren Einfluss ausgdM
haben, dass sie, in steter Wechselwirkung mit anderen Faktoren, Ä
Entwickelung der Menschheit mit bestinunt haben, dass diese ohM
ihre Kenntnis nicht voll verständlich ist. Giebt es überhaupt
Kritiken. 241
jemaDden, der das bestreitet? Arbeiten nicht auch in der von den
Marxist-en mit souveräner Verachtung behandelten „bürgerliehen
Wissenschaft'' viele Köpfe und Federn gerade an der Klarstellung des
Masses von Einfiuss, der den wirtschaftlichen Faktoren in den ein-
zelnen Zeiten zukomme? Denn höchstens noch um den Grad dieses
Einflusses könnte es sich zwischen ihnen und den Marxisten handeln,
oder um die Zahl und Art der sonst mitwirkenden Faktoren. Aber
beides begründet keinen prinzipiellen Gegensatz der Auffassung. Wenn
es überhaupt andere selbständige Faktoren giebt, so lässt sich ans
den „Produktivkräften" allein weder die Geschichte verstehen, noch
die Zukunft deuten. Wer nicht an diese alleinige Wirksamkeit des
einen Faktors glaubt, sondern die jedesmal wirksamen Kräfte em-
pirisch festgestellt sehen will, der steht auf dem Boden der ver-
achteten „bürgerlichen Wissenschaft", der hat auch nicht einen
Schatten von Becht, sich als Vertreter einer besonderen „materia-
listischen" Theorie hinzustellen. Und wenn Marx selbst, wie jetzt so
manche seiner Jünger behaupten, nicht diese alleinige Wirksamkeit
der „Produktivkräfte" gelehrt hätte, so wäre er gar nicht der Be-
gründer einer neuen Auffassung gewesen, sondern nur einer von den
vielen, die wirtschaftlichen Einflüssen eine besonders grosse Wirksam-
keit in der Geschichte beigemessen haben und noch beimessen. In
dieser von W. als unwesentlich ausgeschalteten Lehre liegt die
Originalität von Marx, liegt seine „Entdeckung'S
Wenn man Kant seine Morallehre und Marx seinen „Materia-
lismus" fortschneidet, dann mag es ja immerhin möglich sein, sie zu
versöhnen; aber es ist ein untergeschobener Marx, der hier einem
verstümmelten Kant die Hand reicht.
Wenn W. den wahren Marxismus hätte kritisch behandeln
wollen, dann hätte er — wozu er einmal einen Ansatz macht (S. 420)
— den mysteriösen Begriff der „Produktivkräfte" zergliedern müssen.
Dann würde er gefunden haben, dass schon der ganze Mensch —
sein Körper und sein Geist — darin steckt. Denn der menschliche
Arm, der Axt und Hammer schwingt, der menschliche Geist, der neue
Arbeitsmethoden ersinnt, neue Bedürfnisse erkennt, und innerhalb
eines Betriebes die vielen Willen auf ein einheitliches Ziel lenkt —
das sind ebenso gewaltige „Produktivkräfte" wie der Zugstier, der
Dampf und die Elektrizität; ja diese werden erst „produktive Kräfte",
wenn sie vom menschlichen Geiste benutzt werden. Sobald man er-
kennt, dass die Beschaffenheit der „Produktivkraft", die wir den
menschlichen Geist nennen, von der Beschaffenheit der geistigen und
f materiellen Kultur seiner Zeit niemals zu trennen ist, — hat man
das dialektische Kunststück des Marxismus durchschaut. Von dem
Histor. YierteljAhnGlurift. 1903. 8 17
242 Kritiken.
Anwachsen der ,^rodaktiykräfbe^^ ist alles andere Geschehen abhftngig,
auch das geistige Leben; dieser Beg^riff selbst aber nmspannt schon
die treibenden Kräfte des geistigen und alles kulturellen Lebens mit
Daher sieht die marxistische Geschichtsauffassung so einfach aus, weil
sie an die Stelle eines schwer entwirrbaren Knäuels der ye^
schiedensten Ursachen einen scheinbar einfachen, unter der einfarbigen
Hülle den ganzen bunten Reichtum verbergenden Begriff setzt, und
diesem eine inmianente, aus sich selbst begreifliche, unaufhaltsame
und gesetzmässig fortschreitende Entwickelung andichtet. Wenn man
aber einer komplizierten Sache einen einfachen Namen giebt, hat man
sie noch lange nicht verstanden, viel weniger erklärt. Marx ist im
Grunde ein scholastischer Denker; Begriffe sind ihm alles; die hand-
habt er mit Meisterschaft, spaltet sie, setzt sie einander entgegen,
lässt sie ineinander umschlagen, wie er es bei Hegel gelernt hat;
mit ihnen glaubt er die Welt umspannen, aus ihnen einen durch-
sichtigen, verstandesmässig fassbaren Zusanmienhang der Dinge er-
rechnen zu können, und daran setzt er seinen ganzen ungewöhnlichen
Scharfsinn. Aber die Dinge und Menschen ftlgen sich dem Begriffe
nicht; sie bleiben in ihrer individuellen Lebendigkeit und Bestimmt-
heit solcher blossen Begriffsmechanik unfassbar. Darum ist es auch
Marx stets verborgen geblieben, wie stark sein scheinbar rein ver-
standesmässig konstruiertes Weltbild von seiner eigenen individuellen
Natur, von seinen Wünschen, von seiner Vorstellung dessen, was sein
solle, was recht, gut und menschenwürdig sei, beeinflusst gewesen ist
Dass dies der Fall war, erkennt auch W. im Anschlüsse an frühere
Kritiker der marxischen Lehren an.
Im letzten Teile seines Buches, der „systematiachen Kritik des
Marxismus^ entwickelte W. seine eigene Geschichtsphilosophie, die er
trotz einzelner Abweichungen als übereinstimmend mit den eigentlichen
Grundgedanken von Marx und Kant nachzuweisen sucht. Auf diese
Seite der Arbeit kann hier nicht näher eingegangen werden; auch
hat W. seine eigenen Meinungen schon in anderen ausführlicheren
Arbeiten niedergelegt Nur das sei nochmals betont, dass seine Ge-
schichtsphilosophie („der psjcho-technische Parallelismus^^ S. 406) in
Wahrheit mit dem Marxismus ganz unvereinbar ist, da sie die Selbst'-
ständigkeit der ideellen Triebkräfte im Menschen gegenüber den ökono-
mischen Verhältnissen voraussetzt. W. selbst sagt zwar (S. 384):
„An diesem Punkte scheiden sich freilich die unvereinbaren Wege des
Idealisten und Materialisten^^; aber trotzdem sucht er sie rastlos
weiter zu vereinigen.
Wenn W. auch in diesem Buche weder seine eigentliche These
bewiesen noch den entscheidenden Punkt für das Verständnis und
Kritiken. 243
die Kritik des historischen Materialismus gefunden hat, so hat er
doch manche Anregung gegeben, und besonders dafür gebührt ihm
Dank, dass er die Anhänger des Marxismus wieder und wieder auf
die Fehler hinweist, die aus ihrer groben Unkenntnis der Philosophie
erwachsen. Ob das etwas nützen wird, ist freilich eine andere Frage.
Leipzig. Erich Brandenburg.
Leo Bloch. Die ständischen und sozialen Kämpfe in der römischen
Bepublik. Aus Natur und Geisteswelt, 22. Bändchen. Leipzig,
B. G. Teubner 1900. 156 S. kl. 8^.
Das flott geschriebene Büchlein ist aus einer Anzahl von Vor-
trägen hervorgegangen, die im Jahre 1898 vor jungen Handelsangestellten
im kaufinännischen Verein zu Zürich gehalten wurden. Obwohl es
wie die Vorträge für den Gebrauch des Laien im weitesten Sinn des
Wortes bestimmt ist, hat der Verf. doch nicht ausschliesslich die
Vulgata zur Darstellung gebracht, sondern mehrfach seinen ab-
weichenden persönlichen Standpunkt, „welcher vielfach die Mitte zu
halten sucht zwischen dem neuesten Skeptizismus und eben jener
Vulgata^, vertreten. Die wissenschaftliche Begründung der neuen
Aufstellimgen soll denmächst folgen; so lange wird man mit einem
abschliessenden urteil noch zurückhalten müssen. Das aber glaube
ich schon jetzt aussprechen zu dürfen: der Verf. wird bei seinem
einseitig demokratischen Standpimkt der aristokratisch-bäuerlichen
Entwicklung des römischen Staates nie ganz gerecht werden können.
Sr redet sich z. B. ein, dass mit dem Sieg der Plebs in Rom die
Demokratie geschaffen worden sei, und dass diese die römische Gross-
machtspolitik eingeleitet habe, obwohl er S. 2 ganz richtig festgestellt
hat, dass die Römer überhaupt keine Grossmachtspolitik getrieben,
sondern ,4hre Weltmacht, wie widerspruchsvoll es auch klingen mag,
wider Willen enimgen^^ haben. Ausserdem ist nicht, wie der Verf.
S. 64 sich ausdrückt, „die Grossmachtspolitik im Altertume eine
nahezu notwendige Begleiterscheinung der Demokratie^. Eher das
Gegenteil ist der Fall. Die gracchische Agrarpolitik bezeichnet Bl.
als rückschrittlich, während er andererseits die dadurch eingeleitete
kolonisatorische Arbeit und die daraus folgende Dezentralisation als
einen Fortschritt preist. Das eine ist ohne das andere, zumal bei
einem Bauemvolk, nicht denkbar. Wenn man fragt, was die Gracchen
und ihre Nachfolger, statt Agrarpolitik zu treiben, hätten thun sollen,
so hören wir (S. 100): sie hätten „nach der höheren, die neuen
Mittel ausnutzenden Kulturform streben, eine neue Gesellschaftsordnung
auf die Mannigfaltigkeit der produktiven und rezeptiven Fähigkeiten
hin begründen^ sollen! Dementsprechend wird S. 110 den ihnen
17*
244 Kritiken.
Nahestehenden vorgeworfen: .,Wie überhaupt ein Weltreich ohne
Freizügigkeit sich zu seiner Kultur höhe (!) entwickeln sollte, dar-
nach fragte man auf dieser Seite schon gamicht/^ Dass man eine
„höhere Kulturform", eine „neue Gesellschaftsordnung", „seine Kultur-
hohe" nicht von heute auf morgen erreicht, weiss der Verf. aber sehr
wohl; doch sagt er, wie das mehrfach bei ihm zu beobachten ist, die
höhere Weisheit erst an einer späteren Stelle, wo dann in der Regel
die früher gescholtenen in einem viel besseren Lichte erscheinen, so
wenn es S. 155 heifst: „Was die grossen (!) Tribunen zu früh an-
gestrebt hatten und trotz aller krampfhaften Anstrengungen nicht
hatten durchsetzen können, ging nunmehr, da es reif war (in der
Kaiserzeit), wie von selbst in Erfüllung." Die besten YolksfÜhrer vor
Sulla sind noch die, welche schon die monarchische Idee in ihren
ursprünglichen Plan aufgenonmien hatten, und das war nicht nur
C. Gracchus, sondern auch Marius, Satuminus, Livius Drusus! Sülls
hat „diese rein zerstörende Demokratie" beseitigt, ein „Glück für die
menschliche Kultur im allgemeinen und für die Demokratie im be-
sonderen" (S. 136). Tot war indessen nach Sulla „die wahre Demokratie,
die soziale", noch nicht (S. 144). Die Hauptführer dieser sozialen
Demokratie aber, die vor allem bei dem Landproletariat Rückhalt
suchte, waren Servilius Rullus und Catilina, ihr Hauptgegner war
Cicero, „der Vertreter des Ordnungskartells". Das einzig Ueble an
Rullus und Catilina war, „dass sie die Sozialreform für vereinbar mit
einem republikanischen Weltreich hielten"! Ich stehe auf dem Stand-
punkt Poehlmanns (Antiker Konununismus und Sozialismus IE S. 524 A. 1),
dass man sich hüten müsse, „an Stelle der antiken Catilinalegende
nur eine moderne zu setzen". Auch die Lobpreisung „der monarchischen
Lösung", wovon das Schlusskapitel handelt, schiesst weit über das
Ziel hinaus. Das römische Reich wäre wohl nicht, oder wenigstens
nicht so schnell untergegangen, wenn die Kaiser, wie S. 155 behauptet
wird, „Italien zur Gesundung" geführt hätten, und der Gedanke der
menschlichen Brüderlichkeit hat nicht in der Kaiserzeit zuerst seinen
Ausdruck gefunden, sicher nicht zuerst „in dem schliesslich den ganzen
Erdkreis umspannenden Bürgerrecht und in der ebenso umfassenden
römischen Religion, die schon lange vor Constantin dem Grossen
das Christentum gewesen ist." Mit diesem Satz, in dem eigent-
lich jedes Wort falsch ist, schliesst die Arbeit.
Als der Modernsten einer hält sich der Verf. möglichst fem von
der „Personalgeschichte", wie er im Vorwort sagt, und stellt „nur das
allgemein Interessante, d. h. die Sozialgeschichte" dar. Wo er sich
ausnahmsweise oder andeutungsweise auf jenes Gebiet wagt, strauchelt
er tüchtig. Sulla ist nichts als eine soldatische Natur, er rangiert
Kritiken. 245
auf einer Stufe mit Pompejus. Marius ist im Anfang seiner Laufbahn
ein „besonnener Politiker" (S. 123), nachher aber wird er immer dümmer
nnd eitler, in seinem 6. Konsulat endlich erbringt er „den Nachweis
gänzlicher politischer Unfähigkeit" (S. 134). Motiviert wird dieser
Umschlag mit einem jener mehrfach begegnenden phrasenhaften and
absolut nichtssagenden Sätze: „Es scheint, als hätte der starke Dnft
der Kriegslorbem seinen nüchternen Verstand umnebelt" (S. 123).
Phrasen gehören auch nicht in ein populär geschriebenes Bnch.
Giessen. Ernst Kornemann.
Charles Diehl^ Justinien et la civilisation bjzantine an
yp siecle. Monuments de Tart byzantin publies sous les au-
spices du ministere de Tinstruction publique et des beaux-arts.
Paris, E. Leroux 1901. XL, 696 S. 8® mit 8 Tafebi und 209 Ab-
bildungen im Texte.
Zu meiner kurzen Anzeige dieses vorzüglichen Buches in der
Deutschen Litteraturzeitung 1901, Sp. 2975 möchte ich einiges, das
sich dort nicht ausf[lhren liefs, an dieser Stelle nachtragen. Der Typus
Justinians und Theodoras, wie ihn Diehl in seinem Buche geradezu
meisterhaft geprägt hat, wird wohl dauernd in Geltung bleiben. Nicht
80 — soweit meine Erfahrungen reichen — das Gesamtbild der byz.
Zivilisation, das Diehl gleichzeitig entworfen hat. Für Diehl ist die
byz. Zivilisation im Wesen doch noch eine römische; am deutlichsten
tritt das hervor in der Stellung, die er bei Schilderung der religiösen
Streitigkeiten einnimmt: Er steht auf römischem Standpunkt. Darin
dürfte eine von seinen Studien über das byz. Afrika und das Exarchat
von Ravenna her gewohnheitsmassig gewordene Art der Anschauung
zur Geltung kommen. Dort war das gewiss am Platze. Sobald aber
Diehl auf das Zentrum der byz. Macht, auf Konstantinopel selbst
überging, musste er vollständig umsatteln. Die byz. Zivilisation der
Zeit Justinians ist eine durch und durch orientalische. Der Umschwung
vollzieht sich seit Diokletian und früher, die beiden Jahrhunderte,
denen man den Namen nach Konstantin und Theodosius geben kann,
das 4. und 5. führen im Osten ein vollständiges Verblassen der römischen
Tünche mit sich; das was darunter hervortritt, ist nicht so sehr der
griechische Hellenismus, als eine viel ältere Schicht, die voralexandri-
nische, mit ihren, den Hauptteilen des Orients, Kleinasien, Syrien und
Aegypten, eigenen Völkercharakteren. Gerade im Zeitalter Justinians
ist diese Wandlung vollzogen und eine neue Einheit, die byzantinische
voll ins Leben getreten. Wenn ich diese Zivilisation zu schildern
hfitte — auf meinem beschränkten Gebiete, dem der bildenden Kimst,
wird das über kurz oder lang geschehen müssen, — dann würde ich
246 Kritiken.
von den vorgriechischen Verhältnissen des Orients ausgehen, die helle-
nistische und römische Zeit als eine Torühergehende behandeln und
die Wurzeln jener eigentümlichen Kulturerscheinung, die wir die
byzantinische nennen, in dem Wiedererstarken der alten nationalen
Individualitäten snchen. Und ich meine fast, der Leser des Diebischen
Buches muss das deutlich empfinden, wenn er sich die Männer und
Frauen ansieht, die in dem grossen Drama handelnd auftreten; es sind
Kleinasiaten, Syrer imd Aegypter, an ihrer Spitze Theodora. Ein gut
Teil des Wankelmutes im Charakter Justinians erklärt sich eben daraus,
dass Justinian selbst kein vollwertiger Orientale ist, zwischen B/om.
und dem Orient hin und her laviert. Mit seiner religiösen Haltung hat
er die besten Kräfte seiner Macht ausgemerzt und die eigentlichen
Träger des Staates, an dessen Spitze er gestellt war, vernichtet. Was
die Hugenotten -Kriege für Frankreich, der dreissigjährige Krieg f&r
Deutschland waren, das bedeuten die Religionswirren auch f&r Byxanz.
Es heisst m. E. das, was Justinian und dem Reiche Not tat, vollständig
verkennen, wenn man davon spricht, die römische Kirche sei beleidigt
und erniedrigt und die Häresien des Orients, voran der Monophysitis-
mus nicht ausgetilgt worden. Jemand, der sich in die Volksseele des
Orients hineindenkt und der byz. Zivilisation gerecht werden will, musi
bedauern, dass Justinian eine Zeit lang auf den römischen Papst hörte
und nicht von vornherein die richtige Einsicht Theodoras, die zeitlebens
auf Seite der Monophysiten stand, mit aller Entschiedenheit ange-
nommen hat. Diehl misst mit ungleichem Mass: Rom findet ihn als
Streiter für sich, der Orient als Gegner. Das dürfte in einem Buche,
das dem Wesen der byz. Zivilisation gerecht werden will, nicht sein.
In der Missachtung, besser Unkenntnis der durchschlagenden Be-
deutung des orientalischen Elementes im altbyzantinischen Wesen steht
Diehl nicht allein. Man lese Krumbachers Einleitung zur zweiten
Auflage seiner Litteraturgeschichte: er geht so gut wie ahnungslos
an diesem wichtigsten Phänomen vorüber, die Byzantiner sind fttr
ihn Griechen — weil sie griechisch sprechen? Dann ist das öste^
reichische Parlament reichsdeutsch. Die Byzantiner brauchen, als 640
die orientalischen Kemprovinzen, Syrien und Aegypten ausschieden,
zwei volle Jahrhunderte um sich auf ihr Griechentum zu besinnen.
Doch davon an anderer Stelle. Hier möchte ich nur meine, auf Orond
des Studiums der bildenden Kunst gewonnene Erkenntnis vertreten,
dass gerade das Zeitalter Justinians am deutlichsten den orientalischen
Kern der altbyzantinischen Zivilisation widerspiegelt Diehl möge
daher verzeihen, wenn ich an seinem Standard work in dieser Richtung
Kritik übe.
Graz. Josef StrzygowskL
Kritiken. 247
Dr. Raimund Friedr. Kalndl, Studien zu den ungarischen
Geschiclitsqu eilen. Archiv für österr. Geschichte. Bd. 81
(1894), 82 (1895), 84—85 (1898), 88 (1899) und 89 (1900).
Auch im Sonder- Abdruck (Wien, Gerold) erschienen.
Im Anschluss an seine 1893 erschienenen „Beiträge zur älteren
ungarischen Geschichte", in denen sich Prof. Kaindl über die
Einführung des Christentums und über die Anfänge der christlichen
Organisation in Ungarn verbreitete, zog er neuestens eine Reihe von
quellenkritischen Fragen heran. In Studie I — 11 besprach er das
Verhältnis der Hartvici Vita S. Stephani zu der Vita maior und
Vita minor. Im Gegensatz zu anderen neueren Forschem hält er an
der Autorschaft Hartwichs fest und setzt die Entstehung seiner Vita
in den Anfang des XIL Jahrhunderts, ursprünglich hatte Hartwichs
Legende keine Berührung mit den zwei andern Vitae, von welchen
übrigens die Vita maior älter sein dürfte, als das Opus Hartwichs.
— In Studie HL behandelt Kaindl die ungar.-polnische Chronik,
welche ein Kleriker slavischer Abkimft ca. 1200 in Gran verfasste;
gegen Ende des XIY. Jahrhunderts wurde sie in Polen mit polen-
freundlichen Nachrichten interpoliert Im Anhang bespricht der Ver-
^BLSser die von Ketrzyriski besorgte Ausgabe eines Auszuges dieser
Chronik. — In Studie FV erklärt er die Stiftungsurkunde Stefans I.
für Martinsberg (Pannonhalma) für eine bald nach Stefan angefertigte,
echte Kopie; nur das Datum (1002) und die Notiz unter der Datums-
zeile sei interpoliert. — In Studie V verfolgt er die Schicksale der
sog. Annales Albenses (od. Posonienses), deren älteste Teile zwischen
997 — 1127 in Stuhlweissenburg entstanden. Selbe wurden im Kloster
Sz^plak bei Kaschau bis 1177 und im Kloster Jdszo bis 12ü3 fort-
gesetzt. Eine Hd. der Annalen gelangte ins Kloster Taxen (?) und
von dort in den Besitz des Pressburger Kapitels. Als Gesamtbezeich-
nnng schlägt Kaindl die Benennung: „Annales veteres Hungarici^^
vor. Diese Annalen haben selbständigen Wert, beruhen nicht auf
der sogenannten nationalen Grundchronik und enthalten auch das
erste (beigegebene) Königsverzeichnis nach Begierungsjahren. — In
Studie VI verfolgt Kaindl die Spuren der schon im XI. Jahrhundert
begonnenen und bis Ladislaus L herabgeführten Graner Aufzeich-
nungen. — In Studie VH beginnt er die systematische Untersuchung
jener 15 alten ungarischen Chroniken, welche sämtlich auf der
Ofher Minoriten-Chronik beruhen. Er weist nach, dass der Grund-
stock dieser Chroniken kein einheitlicher gewesen sein kann und dass
der Mönch Alberich von Trois-Fontaines und die genannten Chroniken
bis zum Ende des XL Jahrhunderts aus einer gemeinsamen alten
ungarischen Quelle schöpften, die wir nicht mehr besitzen. Der
248 Kritiken.
Inhalt dieser älteren, um 1235 schon vorhandenen, als Gesta Hnnga-
rorum (vetera) bezeichneten Aufzeichnungen mag Nachrichten, über
den ürspnmg, die Urheimat und Wanderung der Magyaren, ihre
Niederlassung in Pannonien und die Königsgeschichte bis Ende des
XI. Jahrhunderts umfasst haben. Ausser Albench und den Mönch
Richard schöpften um 1275 auch Keza und der anonyme Notar ans
diesen Gesta. — Um das Jahr 1300 entstand dann die Nationale
Grundchronik des Ofener Minoritenklosters, welche gleich&Us
die Gesta, femer Kezas Hunnengeschichte ausschrieb und auch ein
chronologisches Königs Verzeichnis benutzte, von der Zeit Ladislaus IV.
angefangen aber selbständige Nachrichten enthält. Dieser Grand-
chronik entsprossen nun eine Reihe Redaktionen, welche fast samtiidi
mit dem Jahre 1333 abbrechen. — In Studie Vni würdigt Kaindl
die Gesta vetera einer noch eingehenderen Untersuchung. Sie ent-
standen zur Zeit Colomannus oder bald darauf und zwar in Grao,
und benützten ausser den oben erwähnten Graner Au&eichnungen
Regino und bis 1046 die Annales Altahenses; im übrigen schöpfte
der Verfasser aus der Ueberlieferung. Ihr Wert ist ein geringer. —
Studie IX ist den Gesta Hungarorum des Anonymus ge-
widmet, dem Kaindl auch die Benutzung einiger noch nicht nach-
gewiesener Quellen nachweist. Den Notar hält er för einen Zeit-
genossen Bela des IV., die Entstehung der Chronik setzt er ums Jahr
1275 an; über ihren Wert urteilt er milder, als Rössler und Dümmler
es gethan. Von Wichtigkeit seien die Mitteilungen über Siebenbüi^
und die Angaben über Besitz- und Familienverhältnisse. — Studie
X hat die Gesta Hungarorum von Keza zum Vorwurf, der seiner
ungarischen Chronik die erste ausführlichere Hunnengeschichte voran-
stellte. Nach Nachweis seiner Quellen betont Kaindl, dass der Haupt-
wert Kezas auf der Benützung der alten Gesta Hungarorum vetera
beruhe; für die Zeiten Ladislaus IV. ist er zwar Zeitgenosse, bietet
aber auffälliger Weise wenig Wertvolles. Studie XI handelt gleidi
Studie Vn, doch eingehender über die Ofner Minoritenchronik,
welche ca. 1300 aufgezeichnet und bis 1342 fortgeführt wurde. So-
dann untersucht Kaindl das Verhältnis der erwähnten 15 Chroniken
unter einander und zu ihrer gemeinsamen Vorlage und stellt die
gewonnenen Resultate in Stanmibaumform übersichtlich zusanmien.
In Nr. Xn beschäftigt sich Kaindl mit einigen kleineren Geschichti-
quellen, deren Spuren in diesen Chroniken (so auch bei Muglin und
in der sog. Bilderchronik) nachweisbar sind. Mit einer Betrachtimg
der Chronik des Johannes von Kükkülö und der letzten AuslSnfef
der wenigstens teilweise auf der Grundchronik beruhenden übrigen
Quellen schliessen die „Studien". Rühmend darf hervorgehoben werdeoi
Kritiken. 249
dass Prof. Kaindl den schwer zugänglichen und spröden Stoff völlig
beherrscht und dass ihm Ton der neueren ungarischen Fachlitterator
nur wenig entging. Die Beweisführung ist klar und streng kritisch,
die gewonnenen Resultate zumeist überzeugend und auch wo sie zum
Widerspruch reizen, beherzigenswert. Sonder Zweifel hat sich Prof.
Kaindl um die Aufklärung der alten ungarischen Geschichtsquellen
wirkliche Verdienste erworben. Baummangels halber wird der Unter-
zeichnete einige Bemerkungen dem Verfasser brieflich übermitteln.
Budapest. Ludw. Mangold.
Prof. Dr. Wiegand, Kais. Archivdirektor, Zur Geschichte der Hoh-
königsbiu-g. Eine historische Denkschrift mit ausgewählten urkimd-
lichen Beilagen. Als Manuskript gedruckt. Strassburg, Heitz
u. Mündel, 1901. XV und 115 S. gr. 4®.
Die vorliegende Arbeit ist durch die elsass-lothringische Regierung
veranlasst worden. Sie giebt in 95 Nummern ausser 3 Quellenaus-
zügen über 100 meist ungedruckte Urkunden aus elsässischen, schwei-
zerischen, österreichischen und französischen Archiven teils vollständig,
teils im Regest; die bei weitem grösste Zahl stammt aus den Bezirks-
archiven zu Kolmar und Strassburg und aus dem Statthaltereiarchiv zu
Innsbruck. Die ersten 32 Nunmiem reichen vom Jahre 774 bis zum
Jahre 1521, in dem die Verwaltung der kurz vorher in unmittelbaren
kaiserlichen Besitz übergegangenen Burg neu geregelt wurde; sie sind
im wesentlichen für die äusseren Schicksale und Besitzverhältnisse
wichtig. Dann beginnen die Inventare, die Baubesichtigungsprotokolle,
die Baurechnungen und die Korrespondenz über die Erhaltungs- und
Ausbesserungsarbeiten, welche über die Raum Verteilung und die Aus-
möblierung, über die Armierung und die Garnison, die Wassergewinnung
und die Befestigung reichlichen Aufschluss geben. Sodann folgen
einige Urkunden über die Einnahme und Zerstörung der Burg durch
die Schweden (1633) und über den Uebergang der Herrschaft gleichen
Namens an Henri de Boug (1770). Den Beschluss macht ein Ab-
druck aus den auf der Strassburger Landesbibliothek befindlichen
handschriftlichen Notizen PfefQngers über die Hohkönigsburg aus der
Zeit um 1800.
Dem Abdruck der Urkunden geht in Form einer kurzen Ein-
leitung die eigentliche Denkschrift voraus, die als Vorarbeit für eine
umfassendere Geschichte der Burg anzusehen ist, für die Wiegand^
wie verlautet, inzwischen noch sehr bedeutendes Urkundenmaterial zu
finden das Glück gehabt hat. Sie baut sich streng sachlich auf den
Akten auf. Für die ältere Zeit bis zur Belehnung der Grafen von
Thierstein mit der Burg bleibt bei dem bisher vorhandenen dürftigen
250 Kritiken.
Nachrichtenmaterial noch manches dunkel; auch wird durch die im
Mittelalter unzweifelhaft beträchtliche Häufigkeit des BurgnameBi
„Königsbergs^ (naturlich in verschiedenen dialektischen Formen) die
Einsicht erschwert. Wenn nicht alles täuscht, so beziehen sich die
die Rathsamhauseu und die Hohenstein betreffenden Urkunden (No. 5
von 1267, No. 6 von 1276, No. 11 von 1398, No. 12 von 1417 mid
No. 13 von 1442) überhaupt nicht auf die Hohkönigsburg. Darüber
werden wohl Wiegands weitere Forschungen Klarheit bringen. Der
in den Urkunden No. 4 von 1250 und No. 7 von 1316, auch Seite IV
und y neben St. Pilt erwähnte Ort heisst nicht EnSheim, sondan
Enzheim; gemeint ist das Dorf dieses Namens unweit Strassburg; in
No. 30 von 1521 ist statt „Schloss und Stadtgemeinde^ jedesmal n
lesen „Schloss und Stadt Gemünd^^; der Zusatz ,4m Westlich"^ leigt,
dass Saargemünd gemeint ist. Im übrigen fasst Wiegand das ge-
samte Ergebnis der Akten in knapper inhaltreicher Darstellung n-
sammen und hebt absichtsvoller Herabsetzung gegenüber namentlidh
hervor, dass, wie ein Bericht der vorderösterreichischen Regierung be-
tont, die Burg „nit ain gemain siecht haus, sonnder ain treiflidH
ortsloss, daran Kn Majestät unnd den vordem erblannden vil gelegen",
gewesen ist, und dass sie als ein Besitztum dreier grosser Königi'
geschlechter, der Hohenstaufen, der Habsburger und der HohenzoUen,
ein Anrecht auf besondere Berücksichtigung seitens des deutsdioi
Volkes hat. Ob allerdings für die Wiederherstellung die Angäbet
der Urkimden bis ins Einzelne hinreichen, ist fraglich; darum ist n
wünschen, dass der leitende Baumeister sich nicht zu Ängstlich be-
mühe, das Kleinste aus den Akten heraus- oder in sie hineinzuleso,
sondern dass er aus dem Geist der Zeit heraus, der die Anlage dar
Hauptsache nach angehört, auf jenem weitschauenden, hochragendei
Felskegel ein möglichst bedeutendes Bauwerk schaffe.
Strassburg, August 1901. E. v. Borries.
j
Guido Bonolis: La giurisdizione della Mercanzia in Firenze ad t
secolo XIV. Saggio storico-giuridico. Firenze (Seeber) 1901; ;
131 S.
Vor einiger Zeit habe ich in diesen Blättern darauf hingewieses,
wie notwendig es sei, einmal im Zusammenhang die Erscheinung der
italienischen Zimftbünde in den mittelalterlichen Städten als eigeor
tümlicher Formen ihres politisch -wirtschaftlichen Lebens zu unter
suchen und dem merkwürdigen Parallelismus derselben mit genuur
bekannten Institutionen der germanischen Kultur, den Kaufinannt-
gilden, nachzugehen. — Ohne an die letztgenannte Aufgabe heran-
zutreten, hat Bonolis in einer kleinen Schrift über die JorisdiktioB
Kritiken. 251
der Mercanzia in Florenz, die als erster Teil einer grösseren dieser
Institation gewidmeten Abhandlung erscheint, einleitend diese Zunft-
bünde kurz dargestellt, um sich so das Gesichtsfeld für die florentiner
Mercanzia abzustecken, die, wenn auch mit dem gleichen Namen be-
zeichnet wie jene Zunftvereine, dennoch von diesen wesentlich ver-
achiedenen Charakters ist. Gern hätte man diesem ersten Kapitel
etwas grössere Ausdehnung und mehr Vertiefung in die Kausalität
der Entwickelung gewünscht; weder ist bei der Aufzählung der Zunft-
blinde Vollzähligkeit auch nur auf Grund des gedruckten Materials
erreicht — auf die überaus charakteristischen Formen der Mercadanzia
bi Parma, der societas paraticorum in Novara, der societas mercatorum
in Como, der consules utriusque mercanzie in Siena, der mercanzia
in Born, der societas Santi Stephani in Vercellae, hätte wenigstens
mit einem Worte hingewiesen werden sollen — , noch ist auf die von
Qoldschmidt angeregte Frage eingegangen, ob es sich bei diesen Er-
■eheinungen nicht um üeberbleibsel alter Gesamtgilden germanischen
Ursprungs handelt. — Auf sein eigentliches Thema übergehend hebt
dann der Verfasser im Anschluss an die Forschungen des Referenten
ndt Recht die tiefe Kluft hervor, die die berühmte Florentiner Mer-
eanada von allen diesen Institutionen scheidet: Dort ein Bund von
mehr oder minder selbständigen Einzelkorporationen, die den grössten
Teil ihrer Souveränität an diesen abtreten, hier — das hätte vielleicht
noch schärfer betont werden können — weniger ein Bund der Kor-
porationen, mit eignem korporativen Leben, eigner Rechtspersönlich-
keit, als eine genossenschaftliche Behörde, die, je länger je mehr eine
gegenüber den Zünften, aus denen sie hervorgeht, selbständige Stellung
erhält: ein unterschied, den man etwa mit dem zwischen Staaten-
bund und Bimdesstaat in Parallele setzen könnte. — Man kennt ja
Mit Lastigs Untersuchungen die Anfänge der Florentiner Mercanzia;
ihr Hervorgehen aus dem Bestreben der Zünfte gegenüber dem über-
wuchernden handelsfeindlichen Unwesen der Repressalien einen wirk-
sameren Schutz zu schaffen, als ihn die einzelne Handelszunft, als ihn
die allgemein -staatlichen Organe zu bieten vermochten; dann die
Verleihung staatlicher Exekutive, die dem Bund der Zünfte fast un-
mittelbar nach seiner Begründung zu teil wurde. Bonolis Verdienst
ist es nun, nicht nur diese Anfänge in helleres Licht gesetzt, sondern
anch die glückliche und energische Weiterentwickelung der Institution
im 14. Jahrhundert an der Hand des überaus reichlich fliessenden
ürkundenmaterials zuerst eingehend dargestellt zu haben; zunächst
allerdings nur, soweit ihre Jurisdiktion in Betracht konmit. Schälen
wir die Grundzüge der Entwickelung aus der Fülle des umrankenden
Beiwerks heraus, so ergiebt sich eine langsame Konsolidierung aller
252 Kritiken.
Verhältnisse: Verstärkung der Exekutive; Ausdehnung der Kompeten
in sachlicher Hinsicht durch Einbeziehung aUer auf den interlokalea
Handel bezüglichen Streitfragen, vor allem des Konkursrechts, da
Rechts der SozictUten und der kaufmännischen Angestellten in den
Wirkungskreis des Gerichts; in personaler Beziehung durch Ausdeh-
nung seiner Gewalt über die 20 Zünfte des kaufmännischen und ge-
werblichen Lebens; femer die Ausbildung handelsrechtlicher NomuB;
endlich verstärkte Polizeigewalt über Wege und Zölle, über Fuhrleuti
und Münzer: überall in siegreicher Konkurrenz mit den staatlidin
und zünftlerischen Organen. — Nicht auf gerade ansteigendem Wege siii
diese Resultate erreicht worden: vielmehr können wir ein mehrfacfatt
Auf und Ab beobachten, einen ersten Höhepunkt ihrer Macht fäm
die Zünfte schon um 1318, worauf dann aber sofort eine rückströ-
mende, restriktive Bewegung einsetzt — Parallel mit dieser Ent-
wickelung geht die Umwandlung der Mercanzia aus einem vorwiegen!
genossenschaftlichen, mit staatlicher Autorität ausgestatteten zu eiim
rein staatlichen Organ: ein Vorgang, der erst in der monarchisdMt
Zeit seine Vollendung findet und erst in den späteren Teilen von Bj
Arbeit seine schärfere Beleuchtung erhalten kann. Im einzelnen iit
die Bereicherung unserer Kenntnisse, da das von B. benatzte Materiil
bisher nur zum kleinsten Teile bekannt war, eine überaus reiche; dii
Florentinische Rechts- und Verfassungsgeschichte werden daraus ebei-
soviel Belehrung schöpfen können, wie die allgemeine Geschichte da
Handelsrechts. Eine ausgiebigere Heranziehung der einzelnen Zimft-
urkimden, sowie der Ratsprovisionen und Stadtstatuten wäre daneba
allerdings zu wünschen gewesen. So ist Referent an manchen Punkts
zu etwas abweichenden Resultaten gekommen, deren Begründung u
dieser Stelle aber den Rahmen einer Kritik weit überschreiten wflrdBi
Auch gegen den zum Abschluss der Arbeit gewählten Termin voi
1394 lassen sich Bedenken geltend machen: wenn, wie der Ver&nff
richtig betont, das damals neu erlassene Statut der Mercanzia kehici-
wegs eine neue Periode des Instituts inauguriert, sondern nur die fli
Laufe von 76 Jahren neu hinzugekonmienen verstreuten und unübv*
sichtlichen Gesetze zu geordneter Einheit sanmielt, so ist es wenig ge-
eignet, einer entwickelungsgeschichtlichen Periode zum Abschluss n
dienen: wenigstens bis zum Jahre 1434 hätte die Darstellung fort-
geführt werden sollen. — Indes können uns diese Ausstellungen nidik
abhalten, das Büchlein als wertvolle Bereicherung unserer bisher M
spärlichen Kenntnisse des wirtschaftlichen und rechtlichen Lebens ii
den italienischen Städten des Mittelalters willkonmien zn heisaen vad
der Weiterführung dieser Studien mit Spannung entgegenzusehen.
Berlin. Alfred Doren.
Kritiken. 253
Umsisehes Urkundenbuch, herausgegeben vom Verein für hansische
Geschichte, Bd. V (1392— 1414J bearbeitet von K. Kunze, 639 S.
M. 21.80, Bd. Vm (1451—1463) bearbeitet von W. Stein, XH
u. 857 S. M. 29.40. Leipzig, Duncker u. Humblot. 1899. 4^
Von den letzterschienenen zwei Bänden des Hansischen Urkunden-
achs bringt der fünfte mit 1130 Nummern (dem Jahre 1400 sind
9ch 29 nicht datierbare Dokumente aus dem Ende des 14. und Anfang
98 15. Jahrh. angehängt), welche die Jahre 1392 — 1414 umfassen,
ir zum kleinem Teile bisher ungedrucktes Material, der achte da-
fgeUy welcher 1262 Nummern für den Zeitraum von 1451 bis Mitte
i63 darbietet, ganz überwiegend bislang weder durch wörtlichen Ab-
nck noch auch durch Regest bekanntes Material zur hansischen Ge-
hichte. Beide Bearbeiter haben sich durch die wachsende Fülle des
boffs genötigt gesehen, die Herübemahme von Stücken aus den Hanse-
sessen mehr und mehr zu beschränken auf die Registrierung nur
>ch von Verträgen, während Privilegien selbstredend nach wie vor
)llinlialtlich im Urkundenbuche zum Abdrucke konmien. In mannig-
tchen grossen Vorbemerkungen, Anmerkungen und Zusätzen zu einer
eihe wichtiger Urkunden und Akten hat namentlich Stein ausserdem
Üutemdes Material der verschiedensten Art bezw. bestimmte Gruppen
IT üeberlieferung, überdies auch reichliche Litteraturnachweise hinzu-
»f>.
Auch diese Bände zeigen, dass der erreichbare urkundliche Stoff
IT hansischen Geschichte von den Bearbeitern mit Gründlichkeit und
ritischem Geschick zusammengetragen ist. Aber jener Reiz, den der
Benutzer etwa des von K. Höhlbaum bearbeiteten dritten Bandes des
rkundenbuchs empfindet, eignet nicht in gleichem Masse jedem dieser
aiden Bände. Höhlbaum hat durch eine Fülle feiner Hinweise und
uregender Mitteilungen aus Stoffgebieten, die teils unmittelbar, be-
Miders aber mittelbar der Vertiefung des Verständnisses der hansischen
feschichte dienen und ihre Probleme der Lösung entgegenzuführen
ostimmt sind, seiner Publikation eine besonders intime Färbung zu
erleihen gewusst. Diesem Vorbilde eifert W. Stein auch durchaus
nd mit Erfolg nach, während K. Kunze sich wie übrigens schon im
. Bande des Urkundenbuchs in diesen Richtungen leider Beschränkungen
oÜBrlegt hat. So hätte er z. B., wie es jener gethan hat, bei
ichtigen Urkunden auf die vorhandene Litteratur in ausgiebigerer
7mse Bezug nehmen sollen. Mit Recht hat femer Stein die
oUftndisch-seeländische Üeberlieferung in ähnlicher Weise eingehend
erangezogen wie die Üeberlieferung der flandrischen Leden, mit der
asselbe zum Teil auch sonst schon für die hansischen Publikationen
eschehen ist. Aber nicht erst seit 1441, seit dem wendisch-hollän-
254 Kritiken.
dischen Kriege scheint jenes gerechtfertigt und notwendig, sonden
bereits seit den 60er und 70er Jahren des 14. Jahrh., seitdem die
Holländer die ersten nachhaltigen Versuche machen, längs den grossen
Linien des hansischen Verkehrs und an seinen Hauptstfttten sich ein-
zunisten. Bei dem Stande der hoUändisch-seeländischen üeberliefenmg
handelt es sich leider nur um dürftige Spuren, die lange Jahrzehnte
hindurch die Fingerzeige zum Verständnis für das Emporkommen dieeer
gefllhrlichsten und rücksichtslosesten Konkurrenten der Hanse zu geben
vermögen. Hoffentlich schenkt Kunze den Zeugnissen für die Am-
breitung des holländisch-seeländischen Verkehrs in hansischen Handels-
gebieten in den von ihm noch zu bearbeitenden zwei Bänden des ü^
kundenbuchs bis 1450 mehr Berücksichtigung wie bisher.
Bei dem so reichen und vielseitigen Inhalt der beiden Bande
kann hier nur auf einige Gruppen hingewiesen werden. Die Buhe
im Verhältnisse der Hanse zu Flandern erklärt sich aus dem den
fünften Band einleitenden Friedensschlüsse Flanderns mit der Hanse,
der 1392 die hansische Stellung in Flandern wiederherstellt und 4h
hansischen Wünsche befriedigt. Etwa gleichzeitig wurde das Ve^
hältnis der Hanse zu Nowgorod durch einen Vertrag geregelt, dar
als „Nieburs Kreuzküssung*^ während des 15. Jahrh. die Grundlage
ihrer Handelsbeziehungen nach dieser Seite hin gebildet hat. Ihre Be*
Ziehungen zu England und den skandinavischen Völkern erscheinen für
Jahrzehnte durchaus bedingt durch die Errungenschaften der 70er Jahie,
doch bietet der fünfte Band sowohl für die hansisch -englischen wie
für die hansisch - flandrischen Verhältnisse wertvolle Beitrage, die mr
mentlich auch die inneren Verhältnisse dos hansischen Kontors n
Brügge beleuchten. Vornehmlich aber treten vier Stoffgruppen dunh
eine üeberlieferung von bemerkenswerter Reichhaltigkeit hervor. Sie
betreffen die Regelung der hansischen Stellung in Antwerpen imd
Mecheln, den hansischen Dünahandel, der sich um das Verh<nit
Rigas zum deutschen Kontor in Polocz gruppiert, femer den Krakvi-
Thomer Stapelstreit und die Landfriedensbedürfnisse der Städte ii
engem und weitem Rahmen, die seit den Angriffen des niederdeutscfaen
Fürstentums auf Lüneburg und Dortmund 1388/89 in der Lünebiii]ger
Säte 1392 und dem in manchen Richtungen bedeutsamen Bünd-
nisse der wendischen Städte vom Februar 1399 wichtige Erschei-
nungen zeigen.
In kurzen Zügen entwirft Stein als Einführung in die von ilm
bearbeitete Abteilung des Urkundenbuchs ein Bild von der politiischei
Stellung der Hanse in ihren verschiedenen Handelsgebieten ums Jahr
1450. Dies Jahr bedeutet zwar keinen Abschnitt in der hansischen
Geschichte, doch tritt während des voraufgegangenen und des folgen-
Kritiken. 255
den Jahrzehnts eine Anzahl wichtiger Ereignisse ein, deren Wirkungen
teils allerdings nur vorühergehend, teils jedoch dauernd die Gestaltung
der hansischen Geschichte beeinflusst haben. Wenn der fünfte Band
noch die Zeit, und zwar den letzten Abschnitt derselben, umfasst, wo
Ton der Hanse innerhalb ihres Verkehrsgebiets noch neue Privilegien
erworben oder Erweiterungen älterer durchgesetzt werden, so führt
uns der achte Band schon mitten in eine Zeit, wo die Hanse im
wesentlichen nur noch um die Erhaltung ihrer Errungenschaften, um
die Verlängerung der Giltigkeit ihrer Freibriefe, um den Frieden auf
den alten Grundlagen des Verkehrs kämpft. Nur in West- und Süd-
westeuropa, also jenseits ihrer eigentlichen Verkehrszone, gelingt es
der Hanse, auch nach Mitte des 15. Jahrh. Privilegien zu erwerben.
Ein reiches Material findet sich in diesem Bande vereinigt für die
Greschichte der hansisch -niederländischen Beziehungen, die mit dem
Abbrache der hansischen Beziehungen zu Brügge 1451 und der Ver-
legung des hansischen Stapels nach Utrecht zusammenhängen. Gute
Einblicke in den Ostseehandel gewähren die Dokumente, die über das
Treiben der Danziger Auslieger während des Ejiegs zwischen dem
Orden und Polen Auskunft geben. (Wertvolle Ergänzungen zu jenen
Zeugnissen enthalten die von Stein in den Hans. G. Bll. Jg. 1898 ver-
öffentlichten Handelsbriefe aus Riga und Königsberg 1458 und 1461.)
Der Kampf um den Markt zwischen dem schonischen und dem seit
Ausgang des 14. Jahrh. als Handelsartikel in Aufnahme kommenden
flämisch -holländischen Tonnenhering erfährt durch eine Reihe inter-
essanter Nummern Beleuchtung und zeigt erste Spuren bereits in
einigen Dokumenten des fünften Bandes. Des weiteren bietet der
achte Band eine Reihe wichtiger Ergänzungen zu dem in den Hanse-
rezessen gedruckten Material, die sich durch wertvolle neue Funde in
Terschiedenen hansestädtischen Archiven ergaben. Andrerseits versagten
jedoch gerade für diesen Zeitraum Archive, die sonst reiche Beisteuern
xnr hansischen Ueberlieferung bieten, Reval und Kampen. Durch die
Lücke, die das Archiv der erstgenannten Stadt für diese Zeit hat,
wird die Ueberlieferung über den Handelsverkehr der Hanse mit Russ-
land in empfindlicher Weise unterbrochen.
Einzelne kleine üngenauigkeiten und Unterlassungen sind bei so
überreichen Stoffinengen unvermeidlich. Doch haben beide Bearbeiter
so gründlich und peinlich ihre Aufgabe gelöst, dass etwas Wichtigeres
kaum zu berichtigen oder hinzuzufügen ist. Die Anordnung der
Register, deren jeder Band ein Orts- und Personen- sowie ein
Sachregister enthält, entspricht den im vierten Bande befolgten Grund-
sätzen.
Kiel. Daenell.
256 Kritiken
Nikolaus Paulus, Johann Tetzel der Ablassprediger. Mainz,
Verlag von iVanz Kirchheim. 1899. VH! u. 187 S. 8®.
Tetzels Verhängnis war die schmähliche Doppelrolle, zn der er
sich nach dem Auftreten Luthers ebenso unerwartet wie unbedingt
verurteilt sah. Von protestantischer Polemik als typischer Vertreter
eines entarteten Vulgärkatholizismus mit ehrlicher Verachtung und
dem Fluche der Lächerlichkeit belegt, von katholischer Seite kaltblittig
abgeschüttelt und als Sündenbock preisgegeben musste er eine lange,
ziemlich angesehene und einträgliche Wirksamkeit plötzlich gegen eine
heillos exponierte Stellung eintauschen, die ihm nicht nur in ihrer
inneren Unmöglichkeit die Lebenskraft brach, sondern auch nach seinem
Tode noch fortwirkte in den zahlreichen missgünstigen, oft schwank-
haften Sagenbildungen, welche sich ihm anhefteten und in beides
Lagern unbesehen geglaubt wurden. Nur langsam konnte unter soldien
legendarischen Uebermalungen das echte geschichtliche Bild des Abli»
Predigers wieder hervortreten. Die dahin zielenden Bemühungen mit
sachkundiger Umsicht zusammengefasst und durch selbständige Quellen-
forschung beträchtlich gefördert zu haben, ist das Verdienst des vor-
liegenden Buches, mit dessen Erscheinen die seitherige Tetzellitterator
für abgethan gelten darf. Nach den dreisten Geschichtsverdrehungn
des Gröne'schen Pamphlets (1852 und 1862) einerseits und der stof-
reichen, doch unzulänglich verarbeiteten Darstellung des Kirchenrtil
Kömer (1880) mit ihrem unerquicklichen Aufgebot an Salbung anda^
seits wirkt die durchweg leidenschaftslose Kritik, die knappe xaA
nüchterne Sachlichkeit des Paulus'schen Buches belehrend und erholend
zugleich. Allerdings darf der ruhige und würdige Ton der Unt«^
suchung nicht darüber hinwegtäuschen, dass die letzte Absicht andi
dieses Schriftstellers eine apologetische ist: es handelt sich um eioB
Rettung Tetzels. Aber so erfolgreich Paulus alle Ueberlieferungeo,
die seinen Helden in ungünstigem Lichte zeigen, mit eindringlidim
Scharfsinn zu beseitigen oder doch zu entwerten weiss, die Absidit
als solche ist ihm nicht vollkommen geglückt und hat ihn hie und
da in allzu künstliche Beweisführungen verleitet.
Drei Anklagen sind von altersher gegen Tetzel erhoben wordwi:
dass er einen unsittlichen Wandel geführt habe, dass er wissenschaft-
lich ein Ignorant gewesen sei und den Ablass keineswegs korrekt
gepredigt, sondern lediglich zu gewissenloser Ausbeutung benutzt habe.
Was die erste Anklage angeht, so hat Paulus die berüchtigte Ehe-
bruchsanekdote endgiltig beseitigt (S. 62 — 69), niemand wird mehr
auf sie zurückkommen dürfen. Aber das belastende Schreiben des
Miltitz an Pfeffinger, dessen Glaubwürdigkeit er zwar weit v<nr'
sichtiger, aber nicht wesentlich erfolgreicher als Gröne anzufechten
Kritiken. 257
«ncht (8. 71 ff.), vermag er nicht zu entkräften, denn als Miltitz diesen
Brief schrieb, war er noch ein Vermittler ohne zweideutige Absichten
und genoss das volle Vertrauen des päpstlichen Hofes (vgl. z. B. Kömer
S. 124). Und ergänzend tritt das Zeugnis des Katholiken Johann Hass
aur Seite (S. 16 f., 166), von dessen entschiedener Geringschätzung
auch der sittlichen Führung Tetzels sich nichts abdingen lässt. Dass
<üe theologische Gelehrsamkeit des geistlichen Geschäftsmannes hinter
dem damaligen Durchschnittsmass nicht gerade zurückbleiben mochte,
beweist sein — allerdings wohl nicht an der Universität (S. 55) er-
worbener — Doktortitel und seine nicht ganz unverächtliche litterarische
Thatigkeit, die selten unbefangen gewürdigt worden ist. Seine erste
Thesenreihe gegen Luther ist zwar nicht von ihm selbst, sondern von
Wimpina verfasst worden, und es geht kaum an, diesen Vorgang, wie
es Paulus (S. 51 f.) thut, durch einen Hinweis auf bekannte aka-
demische Gepflogenheiten der Zeit zu rechtfertigen, denn die Lage
Tetzels, der als der Angegriffene für sich selbst einzustehen hatte,
kann mit der eines Bewerbers um einen akademischen Grad füglich
nicht verglichen werden; und wenn er die Thesen an der Universität
Frankfurt verteidigt und damit allerdings die Verantwortung für sie
tlbemonmien hat (S. 52), so ist damit doch noch nicht erwiesen, dass
er sich selbst ihre sachgemässe Abfassung zutrauen durfte. Dagegen
röhrt die „Vorlegung" des Lutherischen Sermons von Ablass imd Gnade
sowie die zweite Thesenreihe (S. 53 ff.) allem Anschein nach von Tetzel
selbst her, und beide sind nicht imgeschickt abgefasst, „ziemlich ge-
lehrt," wie man mit Johann Hass urteilen darf. Dass Luther übrigens
erklärt habe, er halte „das mehrer teyl" der 50 Thesen „vor warheyt"
{8. 55), beruht auf einem gründlichen Missverständnis: Paulus hat den
ironischen Vorbehalt, den Luther seiner scheinbaren Zustimmung bei-
fügt (Weim. Ausg. I, 393, Z. 18 — 20), leider ganz übersehen.
Hinsichtlich des dritten Vorwurfs muss auch Paulus einräumen,
dass Tetzel „bei seiner Thatigkeit als Ablasskommissar die Geldfrage
allzu sehr in den Vordergrund stellte" (S. 120), ein merkwürdig milder
Ausdruck angesichts des schwerwiegenden Zeugnisses des Pimaer Do-
minikaners Johann Lindner, das auch Paulus nicht antastet, so sehr
er auch ähnliche Anschuldigungen sonst unschädlich zu machen bemüht
ist (S. 76 ff.). Die unvermeidliche Folgenmg, dass eine Predigt, die
unter dem Gesichtspunkt des Geldgewinns betrieben wurde, in Schwä-
chung des religiösen Verantwortlichkeitsgefühls und skrupellose Ueber-
redungskunst ausarten musste, wagt Paulus gleichwohl nicht zu ziehen.
Er gesteht wohl Missbräuche und Auswüchse des Ablasswesens zu,
aber die wenigen Worte, die er dafür hat (S. 116 ff.), geben auch
uicht von ferne ein zureichendes Bild von der Erbitterung, mit der
Hiator. Vierteljahnchiift. 1902. 8. 18
258 Kritikeo.
man diese verderbliche Einrichtnag schon im 15. Jahrhundert betraditei
hatte; and mögen die anstössigen Nachreden, zu denen Tetzels Bedtn
und Gebahren reichlich Anlass gab, sich immerhin vielfach als haltlot
oder übertrieben erweisen lassen (vgl. namentlich die Nachwuse
S. 11—13. 19—22. 40—42. 56—62. 124. 181—184.), die innei«
Wahrheit, welche ihnen zu Grunde liegt, ist damit jeden&Us nkU
aus der Welt zu schaffen. Wie sehr aber gerade Tetzels Propaganda
da^EU beigetragen hat, die Ablässe vollends in Verruf zu bringen, iii
selbst von guten Katholiken wie Hass und Lindner, Heraog George
Emser, Cochläus u. a. sattsam bezeugt. Dass Tetzel in der Fraot
seines Ablassgeschäfts die Richtlinien seiner Instruktionen und dsr
offiziellen Ablasslehre überschritten hat, kann hiemach schlechterdin^
nidit bestritten^ aber auch nicht mit Hilfe der in seinen Schriften vor*
getragenen Sätze widerlegt werden, denn in diesen Schriften bewegt
er sich eben in der Defensive und deckt sich natürlich mit der kirck-
Uchen Theorie. Wie einwandfrei er sich dabei im ganzen yerhält, ist
namentlich auch auf protestantischer Seite, von Dieckhoff, betont
worden, und diesem Gelehrten haben wir weiterhin den grundlegesdfli
Nachweis zu verdanken, dafs es sich in Luthers Ablassbekämpfaiy
nicht bloss um einzelne, wenn auch noch so verbreitete Missbrftachi
handelte, sondern um den Wert oder Unwert einer für das christUeh*
Leben ausserordentlich folgenreichen kirchlichen Institution, insofect
diese dergleichen unerträgliche Missbräche nicht nur zuliess, sondeia
geradezu herausforderte. Die Auseinandersetzung mit den diesbezQg-
lichen Teilen des Paulus'schen Buches, welche wesentlich gegen Dieck-
hoff, Hamack und Brieger gerichtet sind, muss den Dogmenhistoriken
überlassen werden, es darf aber auch an dieser Stelle nicht unerwfthii
bleiben, was die betreffenden Abschnitte auch für jeden anderen Be-
trachter der Beformationsgeschichte besonders lesenswert macht: sie
lassen nämlich — allerdings den Absichten des Verfassers entgegen
— lehrreicher als die sonst bekannten Darstellungen erkennen, wi»
reich die römische Ablasslehre an Fallstricken ist und wie nahen
unmöglich es dem theologisch und dialektisch ungeschulten Verstand«
sein musste, sie nicht misszuverstehen (vgl. z. B. S. 94. 96. 99. 113.
125 f. 134—137. 148. 151 f. 159. 161—165.). Die von Dieckhoff fest-
gestellte Erkenntnis, dass der Grundschaden der römischen Ablasslehre ii
der laxen Auffassung der Busse, in dem Zurückweichen der 'contritio'
hinter die 'attritio' zu suchen ist, lässt sich durch so spitzainnige doktri-
näre Vermittelungen, wie sie Paulus vorbringt, weder erschüttern aocb
verdecken. Sollten sich indessen auch etliche Protestanten finden^ die
hiemach ihre Ueberzeugung zu berichtigen vermöchten in dem Simia»
dass Luther zwar ein Recht gehabt habe, die Ausschreitungen dar
Kritiken. 259
A.blassprediger, nicht aber die römische Ablasslehre als solche zu be«
kimpfen, so würde Panltis dämm doch nicht die Genugthnong erleben,
die er zu erwarten scheint, wenn er S. 106 die Worte Dieckho&
anfthrt, es stände „mit dem Recht der Reformation sehr schlimm^',
fidle es nicht gelänge, ,Jiuther8 Recht im Ablassstreit*^ zu erweisen.
Panfais giebt nämlich diese Worte im Sperrdruck und möchte im Hin-
blick auf sie vermutlich fOr sich die Leistung in Anspruch nehmen,.
nü dem „Recht Luthers im Ablassstreit*' auch das „Recht der Re-
Bosmation'^ widerlegt zu haben. Dies ktOme Vertrauen in die zwingende
Eraft scholastischer Beweisführungen wird allerdings nur derjenige ver-
ileken und teilen können, der mit dem Herzen ohnedies auf römischer
Stalte steht. Die protestantische Forschung indessen ist heute über
Ue lediglich dogmengeschichtliche Beurteilung der Reformation, wie
de noch Dieckhoff vertrat, längst hinausgeschritten: der Ablassstreit
st ihr nur insofern der entscheidende Ausgangspunkt der Reförmations-
Mtweg^ung, als die in sich geschlossene Logik der Ereignisse, welche
tnr Aufrichtung einer evangelischen Kirche führten, mit ihm recht
ngentlich einsetzt, aber weder war gerade dieser Ausgangspunkt der
nnzig denkmögliche, noch lässt sich an ihm das Ganze der reforma-
Borischen Tendenzen erschöpfend dariegen. So verfehlt denn Paulus
nit seiner vermeintlichen Widerlegung Dieckho£& zweimal das Ziel:
inr dttrfen nicht nur mit Dieckhoff nach wie vor daran festhalten,
iaes Luther im Ablassstreit die Wahrheit für sich hatte, wir dürfen
Mute über Dieckhoff hinaus dem auch noch ausdrücklich hinzufügen:
» stünde übrigens schlimm um das Recht der Reformation, wenn
Uesee von dem Recht Luthers im Ablassstreit ausschliesslich oder
loch nur überwiegend abhängig gedacht werden müsste.
Kiel. Arnold £. Berger.
K0d. Keuss, L'Alsace au dix-septieme siecle au point de vue geo-
graphique, historique, administratif, economique, social, intellectuel
et religieuz. Tome deuxieme. Paris. Librairie Emile BouiUon^
editeur. 1898. XU und 638 Seiten.
Der zweite Band des gross angelegten Werkes von Reuss zer-
lllt in drei Bücher: 6. Buch, die elsässische Gesellschaft; 7. Buch,
tie geistige Thätigkeit im Ilsass; 8. Buch, die religiöse Lage im
Slsass. Die ausführliche Besprechung des ersten Teils in dieser Zeit-
chrift (1899, S. 126 — 132) macht eine ins Einzelne gehende Kritik
es zweiten Bandes überflüssig. Die in jener Anzeige ausgesprochene
Erwartung, dass der zweite Teil weniger Anlass zu Ausstellungen
eben werde, hat sich erfüllt: es liegt hier eine ausgezeichnete Dar-
beiiimg der Sitten-, Litteratur-, Kunst-, Schul- und Kirehengeschichte
18*
260 Kritiken.
vor, die auf keiner Seite ermüdend wirkt , sondern durch eine auf
ausserordentlicher Beherrschung der gedruckten Quellen beruhende
Kenntnis der Thatsachen stets wieder aufs neue fesselt. Allerdings
hat man bisweilen wohl den Eindruck einer mehr ftusserlichen An-
einanderreihung der Thatsachen — Reuss gebraucht in der Vorrede
des ersten Bandes (S. ü) von seiner Arbeit einmal den Ausdruck
^'uxta-position des materiaux^; doch bemüht er sich in kurzen, den
einzelnen Abschnitten angehängten Schlussbemerkungen, die Summe
aus den Thatsachen zu ziehen und macht dabei gelegentlich recht
feine Bemerkungen. So wenn er S. 368 als ein Merkmal des höheren
Unterrichts im 17. Jahrhundert eine stärkere Betonung des Beligiösen
und Konfessionellen hervorhebt und dies dann näher ausführt, indem
er sagt, dass es sich nicht eigentlich um das religiöse Element
handelt, das die Seele erhebt und reinigt, sondern um das dogmatische,
das den Sauerteig des konfessionellen Hasses nährt, das die Geister
verbittert und trennt und die Neigung zu den schlunmsten Gewalt-
thaten fördert.
So zuverlässig nun auch Reuss in der Anfuhrung der einzelnen
Thatsachen ist, so wenig liegt ihm scheinbar daran, in Staats- und
kirchenrechtlichen Sachen ganz genau zu sein. Treten staatsrechtlich«
bezw. rechtsgeschichtliche Irrtümer mehr im ersten Bande hervor, so
kirchenrechtliche im zweiten. So heisst es U, S. 397/8, die geistliche
Verwaltung der Strassburger Diözese sei in der Begel einem „coad-
juteur d'origine bourgeoise^^ anvertraut gewesen. Koa^utoren, die
meist mit der Aussicht auf die Nachfolge im Bistum ernannt wurden,
konnten jedoch vor der französischen Revolution in Strassburg durchaus
nicht bürgerlichen Ursprungs sein. Die von Reuss in der Anmerkung
genannten Männer waren mit Ausnahme des Prinzen Rohan sämÜich
nicht Koadjutoren, sondern Weihbischöfe, französisch suffragants. —
Die Seite 398 Anm. 3 angeführte angebliche Bulle des Papstes HadrianL,
durch die die Einteilung des Bistums in Archidiakonate bestätigt
werden sollte, ist gefälscht, was Reuss leicht aus dem ersten Band
des Strassburger ürkundenbuchs (erschienen 1879) hätte ersehen
können. Die Einteilung in Archidiakonate ist überhaupt — nicht
nur in Strassburg — viel späteren Ursprungs. Reuss ist hier, wie
aus der von Grandidier übernommenen Datierungsänderung der Bulle
(4. April 774 statt 19. April 773) hervorgeht, diesem gefolgt; audi
hier hat wieder einmal der übergrosse Respekt vor Grandidiers For
schungsergebnissen, wie so oft in der elsässischen Geschichtsschreibung,
schädlich gewirkt. — Ueberhaupt leidet die Schilderung der Strass-
burger Diözesanhierarchie an einer gewissen Unklarheit. Nachdem
bei Gelegenheit der Einteilung der Diözese der Propst, der Decbant,
Kritiken. 261
der Kustos u. s. w. des Hohen Stifts genannt sind, beginnt ein nener
Abschnitt: „A cote de l'eveqne se trouvait le Grand -Chapitre^^, und
man erf&hrt mit keinem Worte, dass jene Würdenträger zu diesem
gehören. — Es folgt sodann S. 398/9 die Einteilung der Strassburger
Domherrn in 12 eigentliche Kapitulare und 12 nicht stimmfähige
Expektanten, die übrigens, was hätte erwähnt werden müssen, erst
1650 erfolgte. Die letzteren 12 werden von Reuss domiciliaires
statt domicellaires genannt; das Wort hängt nicht mit domiciünm,
sondern mit domicellus «= dominicellus (französisch damoisean, Junker)
zusammen. Allerdings fand Reuss den Fehler schon bei dem Heraus-
geber des Memoires, auf das er sich bezieht (S. 400'), und auch bei
Grandidier in seinen Essais sur la cath^drale de Strasbourg (S. 133
und 314), bei dem dieser Fehler wohl wirklich nur Druckfehler ist,
da er über diesen Gegenstand als Mitglied der Münstergeistlichkeit
natürlich ausgezeichnet Bescheid wusste.
Doch wenn diese Einzelnheiten dem Werke im ganzen wenig
Eintrag thun, so muss doch ein anderer Punkt noch etwas näher be-
leuchtet werden. Der Verfasser hebt es als ein besonderes Verdienst
Ludwigs XIV. hervor, dass er sich nicht der Schule bemächtigt habe,
um zu französieren. Es ist ihm von verschiedenen Seiten dargelegt
worden, dass es ein sehr erheblicher Anachronismus ist, erstens im
17. Jahrhundert einen Nationalitätensinn zu suchen, der jener Zeit
völlig fremd ist, und femer dem Staate damals eine Sorge für das
Schulwesen überhaupt zuzumuten. Das ist freilich ganz richtig; und
dennoch kann man mit Sicherheit behaupten, dass die umsichtige
Verwaltung Ludwigs XIV. die Schulen mit im Auge gehabt hat, als
sie so energisch die religiöse Bekehrung des Elsasses in die Hand
nahm und dafür zu sorgen sich bemühte, dass überall in die geist-
lichen Stellen kämen „eccl^siastiques . . . bien intentdonnes pour le
Service du Roy, afin d'inspirer aux peuples, qui sont sous leur con-
duite, les devoirs d'amour, de fidelite et d'obeissance, qu'ils sont obliges
de rendre a Sa Majest6 et qui sont inseparables de ceux, qu'ils doi-
vent a Dieu". (S. 459/60.)
Und schliesslich möchte ich noch auf einen Widerspruch hin-
weisen. Wenn der Verfasser S. 190 nach Bünger (Matthias Ber-
negger. 1893. S. 10, Anm.), jedenfalls als voUgiltigen Beleg für einen
thatsächlichen Zustand, eine Aeussemng Bemeggers, in der Strass-
burg 1625 eine halbfranzösische Stadt genannt wird, anführt, so ent-
behrt das bei der politischen Stellung des Verfassers nicht einer ge-
wissen Bedeutung. Dass diese Aeusserung Bemeggers nicht den
Thatsachen entsprechen kann, sondern eine nur auf einer vorüber-
gehenden Stimmung beruhende üebertreibung ist, geht aus spätem
262 Kritiken.
AusfELhnmgen von Reuss selbst hervor. S. 479 erz&hlt er, dass nack
der 1576 erfolgten Schliessung des von Ealvin 1538 b6grftiidiU&
französischen Gottesdienstes, erst anfangs des 17. JahrhnndertB wieAv
eine fi»nzösische ,,hom4lie dominicale^^ eingerichtet wnrde, die ,,coMMiti
oansa^ 1622 einging, dass dann 1661 ein französischer AugutoMc,
der zum Luthertum übergetreten war, ermächtigt wurde, franiHwiA
zn predigra, dass aber auch das nicht lange dauerte, Boodem das
erst 1680 dauernd ein französischer lutherischer Gottesdieiist «ih
gerichtet wurde. Andererseits -erfahren wir S. 499, dass gegen die
Mitte des 17. Jahrhunderts nur noch etwa dmssig kalvimfltiiohB
Familien — jedenfalls französischer Zunge — in Strassburg wann,
«ond vorher müssen es, wenigstens seit dem Jahre 1576, noA wmigs
gewesen sein. Da nun Franzosen anderer Konfession erst recht muM
in der Stadt gewesen sein körnten, so hat sich die Zahl der fimniösisbk
sprechenden Einwohner Strassburgs vor 1680 wohl kaum jemals Ute
«xnige Hundert erhoben.
Trotz dieser Ausstellungen im Einzelnen, deren sich wokl nodi
manche machen Hessen, xmd trotz der namentlich im ersten Bande
bisweilen deutlich hervortretenden politischen Stellungnahme des Tw-
&88ers ist man berechtigt und verpflichtet, das Beuassche Weik sh
eine der bedeutendsten Leistungen der elsässischen und der landsehift-
Hohen Geschichtschreibung überhaupt zu bezeichnen.
Strassburg, August 1901. K v. Borries.
Srlcil Leo, Die Schlacht bei Nördlingen im Jahre 1684.
Mit 1 Karte. Hallesche Abhandlungen zur Neueren Geschickte.
Heft XXXIX. Halle, Max Niemejer 1900. 96 S. gr. 8.
Trotz ihrer Wichtigkeit hat die Schlacht bei Nördlingen «it
spSt Bearbeiter gefunden. Nach den wissenschaftlich nicht voll-
wertigen Monographieen von Fraas imd Fuchs widmete Ihr G. Drojm
in seinem „Bernhard von Weimar^ eine ausführliche Darstefimg.
<3^egen Drojsens Quellenbeurteilung wandte sich in scharfer Won
die Schlachtbeschreibung von W. Struck, imd mit ihm ftthrt wiedor
die vorliegende Arbeit Leos, die als eine Verteidigung seines Lehren
Drojsen anzusehen ist, eine erbitterte Polemik. Als Kern änr
Differenz kann man das verschiedene Mass ven Glaubwtb^digksit he-
zeidinen, das beide dem ausführlichen Berichte des FeldmactohaUs
Hom zugestehen. Strucks Darstellung ist eine Eatlastaig Homg, dift
Leos eine Rettung Bernhards von Weimar. Struck spricht ein wif
hartes Urteil über die von Weinitz herausgegebenen Av&eichKiBgn
des Spaniers Diego aus, Leo tflfteH und deutelt misatranisch a& jeden
Worte Homs herum. Strucks Bearbeitung ist kurz, knapp, xa an«
Kritikern. 263
Polgwsigen mitunter allzu bestmont; Leo ergeht sich mehr in
hifiliaglieher Breite und wiederholt bigweilen (45 Note 2, ^ etc.),
wir sehom aus Strack wissen. Kritik und Auffindung der Quellen
Leo nacih der Vorlage Strucks wesentlich erleichtert; seine Unter-
sadra&g ist jedoch durchaus sdibstftndig, sachgemftss insd yerstftndig.
Seiff richtig weist er auf die Aehnlichkeit zwischen den Entsatz-
▼ersochem roa Begensburg und Nördlingen bin, «nd mit Recht betont
«r tdie Wichtigkeit des von Struck ganz "filbergaaigenen Kriegsrats Ton
Oieagen; ebenso macht er (51) die Erzähltmg Griesheims dem Leser
walirsckdiitich «nd glaubhaft «nd erörtert gewisse bedeutsame Fragen
wie die, warum der in Aussicht genommene Vormarsch gegen die
flyinier i^&ter yon den Protestanten unterlassen wurde. Struck hatte
ü einem Exkurs bewiesen, dass unter der Homschen rtttselhafben
Beseichmuig ^yArasberg'^ der Obrengipfel und obere Kampf zu ver^
«tehen sei; als Ergänzung dazu hebt Leo scharfsinnig die geringe
JL«8dehnung des Ländle- Plateaus und die dort für Bernhards Flügel
Mi «gering ausfallende Frontausdehnung hervor. Er hat femer sehr
wahrsdieinlich mit seiner Annahme recht, dass am Abende des 5.
keine g^rOssere kaiserliche Truppenmacht nach Süden hin auf der
Wad9it srtand; darüber stimmen die katholischen Berichte überein,
und Strucks Kritik erscheint hier gar m spitzfindig: Hom, der nicht
eimial genau wusste, ob Oberstleutnant Oehm tot oder verwundet
war^ soll bei seinem Hin- und Hersprengen sorgf<ig auf die am
Wege hemmliegenden feindlichen Kürassiere oder Dragoner acht
gegeben hd[>en? Leo weist fiom femer eine ^nze Reihe absichtlicher
Amriassvngen, Widerspruche und ütildarheiten nach^ der FeldmarschaTl
stellt manchmal, z. B. mit «einer Behatq>tung dass er am Abend des
6. die gesamte kaiseriioke Reiterei vor «ich zu sehem geglaubt habe,
staike ^nmntungen im ^ie Gutmütigkeit des Lesiers, und Leos Unter-
MKtong mtzi^ dem Berichte 4es «chwedisdien Feldherm doch ^nen
MM>liche& Teil des Vertrauens^ das ibm ibisher entgegengebracht
iNude. Besonnen noad einkuc^tend tKnd schliesslich auch des Ver-
tes«rs AmAhrungen über <dfte Folgen der Schlacht, wii&imgleich man
tmter den £i*wag«ngen Bernhards die vermisst, dass der Verinst des
Vertruiens der oberdeutGPchen protestantischen Stidte weniger schlimm
ab «ine verloreme Schlacht sein musffte. Von einzehnen anfälligen
StaÜMi und Versehen der Schrift werden folgende angeführt: Die
Ang«ibe der Daten nach dem alton Kaleider ist veraltet und ganz
ungewütmlich. Einmal (S. ä) wiid die kürzlich in Schweden erfolgte
VeröitetlBlehnng der &iefe Bemhaids aussetzt bedeutsam genannt,
dann (6) erfahren wir, dass nur d>er vom 19. Angust wichtig, aber
(7) grösstenteils schon 1634 g^ednuskt worden ist. Kann man, wie
264 Kritiken.
es der Verfasser (26) thnt, den Bewohnern Südenropas wirklich so
ganz allgemein einen „charakteristischen Mangel an Sorgfalt und
Gewissenhaftigkeit^^ Torwerfen? Zu Leos ebenda gegebener Beurteilong
Diegos bemerke ich: Hom war Soldat, Diego Hofinann; Homs LrrtSmer
sind daher auch nie so grob wie die des Spaniers, dessen Bescbreibaiig
durchaus panegyrisch und sehr tendenziös ausgefallen ist. WShrend
Hom verschweigt und eigenes Unrecht gern auf firemde Schultn
abwälzt, erscheint Diego den vielen militlLrischen Einzelheiten seiner
Gewährsmänner gegenüber völlig ratlos und gerät in arge EonfosioxL
Andererseits treten viele seiner Nachrichten so bestimmt und genau an^
dass man an ihrer Wahrheit gar nicht zweifeln, die Notizen aber
dennoch nur benutzen kann, wenn anderen zuverlässigen Quellen sicher
zu entnehmen ist, was er meint Leo behauptet, ein allgemeines
Urteil über Diegos Glaubwürdigkeit lasse sich nicht fUlen, jade
einzelne Partie seiner langen Relation müsse för sich betrachtet werden;
dem ist entgegenzuhalten, dass dann die Gefahr, sich trotz „ziemliiA
feinen Instinkts^* zu irren, sehr nahe liegt. Auch Leo ist ihr niclit
entgangen, denn er glaubt (74), noch dazu wo es sich um einen
Ausfall aus Nördlingen handelt, Diego mehr als den zuverlässigei
Nördlinger Tagebüchern. Wenn er femer (28, 70) von n^mg
wichtigen, nebensächlichen Episoden*^, von ,4ächerlich geringfügigen
Differenzen^' zwischen Drojsen und Struck spricht, so möchte dock
betont werden, dass in dem Verlaufe einer Schlacht alle Vorgänge
annähernd von gleicher Wichtigkeit sind und dann auch mit gleich«
Gewissenhaftigkeit untersucht werden müssen. Die „entsetzlichste
Verschiebung der Himmelsrichtungen^' (30) ist auf fast allen Karten
jener Zeit üblich. Da die Truppen Bernhards Mitte Mai „in ziemlidi
traurigem Zustande'' waren (33), so können sie sich bis Ende deft
folgenden Monats schwerlich in „ein Eemvolk voller Courage" (34)
verwandelt haben. General Hofkirchen machte in Augsburg gewiv
von selber Halt (37), von einem Befehle Homs ist in dessen BericUe
keine Bede. Die Nördlinger hätte man thatsächlich von einem Anf-
bruche der Protestanten gegen die Spanier (53) rechtzeitig vorher
verständigen können; wenn der Vormarsch doch unterblieb, so wer
wohl die Furcht, zwischen zwei Feuer zu geraten, daran schuld. An
eine Verfolgung der kaiserlichen Beiter durch Bernhard „bis weit in
die Ebene hinein" (62), wie sie Diego fOr den Abend des 5. angiebt,
ist ebensowenig zu glauben wie an den von einer schlechten Quelle
für dieselbe Zeit gemeldeten (67) angeblichen Zwist zwischen Bemludi
und Hom. Die Antwort auf die Frage (64)*, warum Bernhard des
Häselberg angegriffen habe, ergiebt sich aus der Sachlage; selbst Hon
würde damals an seiner Stelle kaum anders gehandelt haben. Vitztom
Kriidken. 265
liat sich unmöglich in fOnfstündigem nächtlichen Kampfe um den
Häselberg abgemüht (70), sonst wüssten wir aus den Quellen mehr
darüber, auch schreibt Hom ausdrücklich, dass die Schweden vor dem
Mittemachtskampfe einen vergeblichen Versuch auf den Berg gemacht
h&tten. Nicht Gallas (79) sondern Piccolomini führte die kaiserliche
Kavallerie am 6. gegen die vordere Schanze des Allbuch. Ganz un-
militftrisch sind die Annahmen, dass Witzleben (76) mit dem Leib-
regimente Homs dessen Person habe decken wollen und dass die Spanier
(78) in der vordersten Schanze eine Mine gelegt haben sollen. Wie-
viel Zeit hätten sie wohl dazu gebraucht? Für Griesheims militärisches
Verständnis ist es bezeichnend, dass er die Ziffer 1000 fiir die Opfer
der Explosion anführt (ähnlich nebenbei Struck 45 über das Schar-
mützel bei Aalen.) Bei 90: „die Beiterei entbehrte die Unterstützung
der Infanterie'^ erinnere ich daran, dass umgekehrt die Infanterie fCLr
verloren galt, wenn sich die Reiter zur Flucht wandten. Ob die
nördliche Schanze von Toralto oder Leslie besetzt war, steht fELr mich
noch nicht fest; Leo setzt (85) in Homs Bericht eigenmächtig
„Toralto^ statt ,Jjeslie'' ein. Obgleich nun der wirkliche Sachverhalt
aus der Note hervorgeht, so empfiehlt sich eine Nachahmung dieses
Brauchs doch wohl kaum. Wie es scheint, ist eine erschöpfende
Behandlung unseres Themas bei dem gegenwärtigen Stande unserer
Quellenkenntnis noch nicht möglich; wir wissen über Namen, Stärke-
liffer, Aufstellung und Verwendung der am Kampfe beteiligten
Regimenter sehr wenig, und jedem Bearbeiter dieser Zeit drängen
sich vorläufig noch schwer zu beantwortende Fragen auf: Warum
trennten sich Hom und Bernhard in Augsburg? Warum warfen sie
sich nach Ferdinands Abmarsch nach Osten nicht vereinigt auf die
Spanier oder Ligisten? Ein Zweifel, dass diese beiden sich ver-
einigen würden (Struck 43), war doch im Ernste ausgeschlossen.
Warum nimmt die evangelische Armee bei ihrem ersten Entsatz-
versuche vom 14. August keine Lebensmittel mit? Warum besetzten
die Kaiserlichen die wichtige vordere Allbuch-Schanze mit zwei
Rekmtenregimentem, die noch kein Pulver gerochen hatten? Warum
beginnt Bernhard am 6. den Kampf erst gegen acht ühr und auch
dann nur mit Reiterangriffen und Geschützfeuer? Hatte er etwa seine
besten oder alle seine Fusstruppen unter Vitztum und Thum dem
rechten Flügel zu Hülfe geschickt etc.? üebrigens haben weder Stmck
noch Leo das vorhandene Material ganz herangezogen. Schreiber
nennt für das Münchener Archiv noch drei und für das Bamberger
zwei Aktenfaszikel mit Korrespondenzen und einer „Relation" über
den Verlauf der Schlacht. Ein Flugschriftenband der Breslauer Stadt-
bibliothek enthält neben einzelnen bisher nicht benutzten Zeitungs-
266 EritUran.
machrichtea ans den Tagen Tor mnd nach «der Sdüadit awei xinbekaiarti
ScfaildeniBgen des Kampfes; beide bringen braudUimre £mxelheiten,
besonders die eine, die als Seitenstftck zn Walmerodes und Viadien
Beriditen noch am Tage der ScfalacAit Terftisst worde. Von demaettMa
Hofkriegasdcretlr Johann Friedrich Yisdier banden sich im fOnÜiflli
Hatzfeldtschen Archive vier z. T. recht interessante Schreiben ans dei
letaten Augosttagen nnd zwei Briefe Pater Lamonuins und dsi
Obersten Martin Maadmilian yon der Ooltt, die über Stftrice «ad
Terloste der Schweden Auskonft geben.
Bkvslaxi. J. Krebs.
267
Nachricliten und Notizen I
Der histoTische Atlas der österreichischen Alpenl&nder nn-d
ieOr und karten frage ist ein sehr beachtenswerter AnlMtz betitelt, den
^iannoni in den Viert^ahrsheften för den geographischen Unterricht I
. 17 — 30 veröffentlicfate. Die „GivinG&artenbewegung'' ging bekanntlich
Ott der Voraassetenng aus, dass die Ortsgemeindefloren im wesentlichen
b stabil SU gelten haben und daes daher die heutigen Ortsgrenzen ohne
«tores fOr historische Karten zu verwenden seien. Diese Voraussetzung
it als irrig und damit die ganze Grundkartenbewegung als ungesund er-
iesen worden. Sehr richtig sagt Giannoni : „wo man yon einer Yerwertong
er Qemeindegrenzen absehen muss, fällt jede Berechtigung eigener Grund-
arten weg." Vereinzelte Versuche, die wissenschaftliche Bedeutung der
Irandkarten zu retten, missglückten durchaus. ' Von welch naiven und
Bwissenschaftlichen Chnndanschauungen die ganze Bewegung ausgegangen
mr, das z^gen wiederum besonders schlagend jene Bemerkungen Giannonis,
le den Wechsel und die Verschiedenartigkeit des Gemeindebegriffes betreffen.
ber G. hebt gleich seinem Lehrer E. Richter (vgl. Eist. Vierte^j. 1901
. 986 f.) mit Nachdruck hervor, dass überhaupt die -Grundkarten als
rbeitakarten wenig brauchbar seien. „Wenden wir die Grundkartenfi«ge
if Osterreich an und teilen sie in die zwei verschiedenen Fragen, die unter
iawm Schlagworte behandelt werden, in die historische nach der Ver-
endung der modernen Ortsgemeindegrenzen und in die geographische,
le Frage, ob im Falle einer solchen spezielle Grundkarten zweck-
enlich sind, so müssen beide Fragen verneint werden." G. S.
Von C appellis Dizionario di Abbreviatnre (vgl. Bist. Vieit. 1^99 p. 660)
fe bei J. J. Weber in Leipzig eine deutsche Ausgabe 1901 erschienen:
exicon abbreviaturarum. Wörterbuch lateinischer und itaUeixischer
bkftrznngen. Preis JC 7,50. Die wertlosen Auifühmngen über Monogramme
)d die vier beigegebenen Sehrifttafeln der italienischen Ausgabe sind fert-
damen, dafür bringt das deutsche Budi einen Nachtrag zum Lezioon
»fareviaturarum — übrigens nicht faksimiliert — und eine Bibliogn^hie.
^ Zu diesen im Lager der „Grundkartenforscher*^ unternommenen Ver-
teilen muss ich auch den Vortrag rechnen, den der Metzer Archivdirektor
r. Wolfram am 8i. Sept. 1901 gehalten hat, der im „Eorreapondenzblatt
SS Gesammtvereins der deutschen Geschichts- und Alteitumsvereine 1902"
■cldeDen und mir soeben zugegangen ist Auf die allerdings nur im
NM überaus enecgisohen Ausführungen werde ich m angemessener Weise
rfiekkomman.
272 Nachrichten und Notiien I.
gäbe mit mustergültiger Sorgfalt gelöst hat. Aufs peinlichste scheidet er
die Eigentümlichkeiten im Sprachgebrauch des Godagnellns von den Schreib-
fehlem. Nur äusserst selten lassen sich geg^n die Yerbesseningen Eis-
wände erheben, wie etwa S. 68 Z. 18 legumina fOjr legnaniina nicht imbe-
dingt erforderlich sein mag. Besonders dankenswert ist die auf Herstellmig
der Ortsnamen verwandte Sorgfalt, und die Erläuterung der Ortsnamen im
Index hilft einem Mangel ab, der bei Benutzung italienischer Quellen in
der Folioausgabe der M. G. sich empfindlich fühlbar macht. Den Annaiso
▼orangestellt ist eine von ihnen in der Handschrift getrennt überliefexte
Relation über einen Bürgerzwist zu Piacenza im Jahre 10^, die Pertz ndt
Unrecht in den Text der Annalen eingefügt hatte. Holder -Egger betrachtet
die Erzählung als Erfindung des Codagnellus, deren echter Kern nicht mehr
zu erkennen sei.
Zürich. G. Caro.
Die Zürcher Stadtbücher des 14. imd 15. Jahrhunderts. Auf Xer-
anlassung der Antiquarischen Oesellschafb zu Zürich herausgegeben mil
geschichtlichen Anmerkungen von H. Zeller-Werdmüller. H. Leipzig,
S. Hirzel 1901. VI und 427 S.
Dieser zweite Band bringt die Stadtbücher HI, Beschlüsse des Grossen,
und Va, Beschlüsse des Kleinen Rates, die sich beide über den Zeitranm
von 1412—1428 erstrecken. Ein durchgreifender sachlicher Unterschied
im Inhalt besteht zwischen den beiden Büchern nicht: innere und aussen
Angelegenheiten fielen in beider Behörden Wirkungskreis. Wohl aber
nehmen die politischen Fragen in den Beschlüssen des Grossen Rates eines
viel ausgedehnteren Raum ein als in denen des Kleinen: Beziehungen n
König und Reich, die Beteiligung an dem Kriege gegen den geächtetes
Herzog Friedrich IV von Oesterreich, die zur Eroberung des Aargaus duidi
die Eidgenossen führte, die Züge zum Schutz des Eschenthals und der
benachbarten Thäler gegen Savoyen und Mailand (vgl. Schulte, G. d. mittel-
alterlichen Handels I, S. 474 fif.) spielen eine grosse Rolle, und auch die
Hussitenkriege kommen zur Sprache. Im übrigen enthält auch dieser Band
eine schier unerschöpfliche Fülle von Beiträgen zur Beleuchtung der Te^
schiedensten Seiten des städtischen und kantonalen Lebens: AbnmdoBg
und Festigung des Gebietes der Stadt, Münzordnungen und MünzvertrSge,
Markt- und Preisordnungen, Aufsicht über die Zünfte und über den ehrbaren
Lebenswandel der Bürger — um nur einige zu nennen. Vielleicht findei
sich nach Vollendung des Werkes eine Gelegenheit näher auf das Allel
einzugehen. Was dem allgemeinen Charakter der Publikation betrifft, to
verweise ich auf meine Anzeige des I. Bandes in dieser Vierte\jahrschrifti
Bd. IV, S. 268 f. Eine ausführlichere Analyse des Inhalts hat auch diesnttl
G. Meyer von Knonau geliefert in den Gott. Gel. Anzeigen, 1901, S. 687— 6W.
Jena. F. Keutgen.
Den 4. Band der vom „Verein für Geschichte der Deutschen in Böhmen'^
herausgegebeneu „Städte- und Urkundenbücher aus Böhmen^^ bildet dai
Urkuudenbuch der Stadt Budweis in Böhmen, bearbeitet tos
Nachrichten und Notizen I. 273
Karl EOpl. Dieser Band soll das Material bis zum Jahre 1419 in sich
fassen, doch ist vorläufig nur die erste Hälfte, reichend bis zum Jahre 1390
erschienen. Der Bearbeiter bietet gedruckte und ungedruckte Urkunden in
gleich genauer Wiedergabe, verzeichnet alle in Budweis ausgestellten
Königsurkunden Karls IV., alle ihm bekannt gewordenen Personen mit dem
Prädikat „von Budweis", ob sie nun als Schreiber von Handschriften,
Kanzleibeamte, Urkundenzeugen, als (immatrikulierte Hörer der Prager
Universität oder in sonst welcher Eigenschaft handschriftlich oder in Druck-
werken genannt erscheinen. Dadurch erklärt sich die verhältnismässig
grosse Zahl von 543 Nummern in diesem Halbbande. Die Bearbeitung der
Urkunden ist zuverlässig, die Beschreibung derselben und insbesondere der
Siegel sehr genau. Ein Endurteil über das Werk ist wohl erst nach dem
Erscheinen der zweiten Hälfte, die auch die Vorrede und die Indices ent-
halten wird, möglich. Bretholz.
Heinrich Werner, Dr. phil.. Die Flugschrift „onus ecclesiae" (1619) mit
einem Anhang über sozial- und kirchenpolitische Prophetien. Ein Bei-
trag zur Sitten- und Kulturgeschichte des ausgehenden Mittelalters.
8^ Giessen, J. Ricker 1901. 106 S.
Eine der merkwürdigsten kirchenpolitischen Schriften der vorreforma-
torischen Zeit findet in dieser dankenswerten Studie ihre erste eingehende
Würdigung. Der lateinische Traktat ^Onus ecclesiae' ist gegen die Mitte
des Jahres 1519 entstanden. Der erste rechtmässige, vom Verfasser ver-
anstaltete Druck ist 1531 in Augsburg erschienen, drei andere waren diesem
vorausgegangen: 2 in Landshut 1524 (vom Herausgeber mit lutherfeind-
lichen Interpolationen versehen) und einer in Köln 1531. Eine spätere
Ausgabe von 1620 beruht auf dem rechtmässigen Druck von 1531. Nach
dieser bibliographischen Darlegung wird die Autorschaft des Bischofs
Berthold von Chiemsee durch einleuchtende Erwägungen gestützt (S. 11 — 13),
dann folgt eine kritische Analyse des Inhalts (S. 13 — 50) und der Nachweis
der von Berthold benutzten Quellen (S. 51 — 59): Gerson, Thomas, Augustini
Pico, das ius canonicum, Luthers 'Resolutiones' ; die Offenbarungen der
hh. Brigitta, Hildegard und Katharina, Vincentius Ferrerius, Methodius
nebst Aytingers Kommentar (1496), und der 1516 in Venedig erschienene
Sanunelband 'Abbas Joachim magnus propheta'. Die zusammenfassende
Beurteilung von Bertholds Schrift (S. 59—69) gipfelt in dem Nachweis,
dass die aus den Elementen mittelalterlicher Prophetie erbaute, ihrer
Stimmung nach mystisch • quietistische , ihrer Orientierung nach durchaus
eschatologisch- fatalistische Geschichtsphilosophie des Autors seine kirchen-
politischen Ausfühnmgen durchweg bestimmt, insofern sie einerseits die
schonungslose Schärfe ihres Tons als die eines abstrakten Doktrinarismus
erklärt, anderseits ihre lediglich anklagende und protestierende, aber
nirgends zu positiv aufbauenden Gedanken hinlenkende Haltung verschuldet.
Berthold ist „weder Refonnator noch Prophet, weil er die Zeichen der Zeit
nicht versteht: anstatt mit historisch geschultem Thatsachensinn in die Zu-
kunft zu schauen, malt er sich die Vergangenheit phantastisch aus und
rekonstruiert aus ihr ein bereits unfruchtbar gewordenes Ideal" (S. 63).
Histor. Yiertaljahrschrift 190S. 2. 19
274 Nachrichten und Notizen I.
Unter einem ähnlichen Gesichtspunkt betrachtet der ,,Anhang^^ (S. 70—106)
die wichti^ten sozial- und kirchenpolitischen Prophetien des ausgehenden
Mittelalters: die sog. Reformation des Kaisers Sigmund, Lichtenbergen
Praktik, Grünpeck's 'Spiegel', den 'Oberrheinischen Revolutionär' und
'Teutscher Nation Notdurft'. Dieser Anhang enthält eine Reihe treffender
Bemerkungen, doch wurde auf die lehrreiche Analogie, die zwischen der
sozialpolitischen Litteratur des ausgehenden Mittelalters und der der Auf-
klärung besteht, schon andernorts mehrfach hingewiesen, und die Auffassung
des Verfassers ist weniger neu, als er selbst anzunehmen scheint. Im
übrigen könnte man an seiner fleissigen, klaren und sachkundigen Arbeit
grössere Freude haben, wenn sie nicht durch zahlreiche ärgerliche Druck-
fehler sowie durch Nachlässigkeiten des Ausdrucks entstellt wäre, die die
Grenzen des Erlaubten nicht selten überschreiten; der nachstehende Sati
ist leider nicht das einzige Beispiel dieser Art: „Nicht weniger mit-
bestimmend auf (!) denselben Charakter der Prophetie sind die beeonderen
Zeitumstände, aus der(!) sie erwächst.^*
Kiel. A. E. Berger.
Postina, Alois, Der Karmelit Eberhard Billick. Ein Lebensbild aus dem
16. Jahrhundert. Freiburg i. B., Herdersche Yerlagshandlung 1901. HI
und 244 S. gr. 8. M. 3,40.
Der unermüdliche Dr. Nikolaus Paulus hat die Entstehung der Schzift
angeregt, die auf gründlichen Studien im Provinzialarchiv der niede^
deutschen Karmelitenprovinz , jetzt im Frankfurter Stadtarchiv, im Kölner
Stadtarchiv, das Billicks handschriftliche Reden und Predigten aufbewiht,
im Staatsarchiv zu Düsseldorf, im Vatikanischen Archiv und im Kloitcr
S. Maria in Traspontina in Rom beruht. Die vielseitig^ Thätigkeit Billicb,
der als Provinzial der niederdeutschen Karmelitenprovinz, als Professor ai
der Kölner Hochschule, als Gegner des Kölner Kurfürsten und Elnbiscbofii
Hermann von Wied, als Vertreter katholischer Anschauung auf den
Religionsgesprächen zu Regensburg 1545 und Augsburg 1547/8, wie auf den
Konzil zu Trient in die Bewegung der Zeit eingriff, erfährt in der MV-
giebigen Darstellung eine eingehende Beleuchtung. Das VerseichniB der
Schriften weist 5 Nummern, der Anhang 219 Stücke Briefe und Begesten vd.
Leipzig. Georg Müller.
Hegler, Alfred, Sebastian Francks Lateinische Paiaphrate der
deutschen Theologie und seine holländisch erhaltenen Traktate. Tfibingcn,
G. Schnürlen, 1901. 122 S. 3.20 .^
Hegler, dem wir schon die schöne Abhandlung „Geist und Schrift bei
Sebastian Franck" (1892) und den Artikel in der 3. Auflage der Beaten^-
clopädie für Theologie und Kirche VI, 142 - 60 verdanken, hat einen nen»
sehr wertvollen Beitrag zur Kenntnis des bedeutenden, wenn auch nicÜ
originalen Mannes geliefert. Aus der einzigen bekannten Es. der Bibliothek
der Vereenigten Doopsgezinden Gemeente zu Amsterdam verOffentlicbt er
unter Abdruck charakteristischer Proben den Inhalt einer Paraphiaie der
„deutschen Theologie", in der Franck dieses Schriftchen in humamitiste
Nachrichten und Notizen I. 275
Latein übertragen hat, alles in die Breite ziehend und die einfachsten
Gredanken mit einem Wust von Sentenzen, Sprichwörtern, klassischen Reminis-
cenzen behängend. Sehr gehaltvoll und durch Klarheit und edles Mass im
Ausdrucke ausgezeichnet ist die Einleitung, in der H. über die Verbreitung
und Beurteilung, die der Traktat im Reformationszeitalter gefunden hat,
sofern sich darin die ganze Geschichte der Mystik im 16. Jhrh. spiegelt,
ferner über die von der Mystik der Reformation geleistete Vorarbeit und
die Ueberwindung dieser eigentümlichen religiösen Stinmiung durch Luthers
Theologie handelt. Während Francks Paraphrase nur handschriftlich be-
fchränkte Verbreitung fand, erschien eine andere lateinische Uebersetzung
von dem geistesverwandten Castellio im Druck: Basel, Januar 1557; sie
rückte die „deutsche Theologie^* in den Gesichtskreis der französischen
Reformatoren imd veranlasste sie (Farel, Calvin, Beza) zu charakteristisch-
absprechenden Urteilen. In die letzten Lebensjahre Francks fallen auch die
nur in sehr seltenen holländischen Drucken erhaltenen Traktate, über
die bisher nur wenige dunkle Bemerkungen durchgesickert waren und über
die nun H. zum ersten Male ausführlich berichtet: Vom Reiche Gottes
(1611 und 1617), dazu das Pendant: Von der Welt, des Teufels Reich, dazu
der Anhang: eine Beschreibung des Pöbels, und dazu wieder das Gegen-
stück: Von der Gemeinschaft der Heiligen (1618). Es ist anzunehmen, dafs
der Tod Franck an der Drucklegung dieser Schriften hinderte und dass
sie aus seinem Nachlass nach Holland gekommen sind. H. spricht hier
(S. 118 f.) die beachtenswerte Vermutung aus, dass Franck zuletzt selbst
nach Holland übergesiedelt und dort gestorben sein könnte.
Zwickau i/8. Otto Giemen.
Li den „Neujahrsblättern der Badischen Historischen Kom-
mission'' für das Jahr 1900 (Heidelberg, C. Winters Universitätsbuch-
bftndlung) schildert Konrad Beyerle auf 84 S. gr. 8^ die vom 7. September
bis 1. Oktober 1683 unternommene Belagerung von Konstanz durch
den schwedischen Feldmarschall Hom auf Grund z. T. entlegener ge-
druckter Quellen, wie nach den Akten des Konstanzer Stadtarchives und
der im Gr. Generallandesarchive zu Karlsruhe verwahrten Protokolle des
Konstanzer Domkapitels. Drei Wochen lang verteidigten sich die Bürger
mit den kaiserlichen Regimentern Waldburg, Mercy und Ems tapfer und mit
^Brfolg gegen die fünfmal stärkeren Feinde. Gegen Ende der Belagerung
▼ersuchte französische und eidgenössische Vermittelung, die beinahe zum
Eingreifen der Schweiz in den Kampf und zum Zusammenstosse zwischen
den katholischen und protestantischen Kantonen geführt hätte, die Stadt
Tergeblich vom Reiche loszureissen. Der Verfasser führt in einer gewandt
und mit Fachkenntnis geschriebenen Einleitung geschickt in die Verhältnisse
der Stadt am Anfange des 17. Jahrhunderts ein und weiss den Leser sowohl
in der Vorgeschichte der Belagerung, wie in der Beschreibung ihres eigent-
lichen Verlaufs durch Klarheit und verständige Behandlung des Stoffes
dauernd zu fesseln. Unparteiisch stellt er neben seinen Ausspruch, dass
^die schwedischen Horden alles Katholische verwüsteten^^ die Aeusserung
des Salemer Mönchs Bflrster, wonach der katholische Freund ärger als der
.nM
276 Nachrichten und Notuen I.
Feind hauste. Mitunter stören einige stüistische und grammatikalische
Flüchtigkeiten oder speziell süddeutsche Wendungen (Fatierung, Vesenu. a.);
,,Schäfifenberg** heisst richtiger (Johann Ernst Ton) Scherffenberg, zu „Pappen-
heim" hätte Heinrich Ludwig hinzugefügt werden sollen. Warum der Ver-
fasser den Obersten Waldburg -Wolfegg, der seine Schuldigkeit doch bii
zum letzten Tage der Einschliessung gethan hat, „wenig fähige* nennt, ist
nicht ersichtlich,* und zwei seiner Behauptungen müssen unbedingt in da«
Gebiet der Fabel erwiesen werden: Dass General Hom in die hölzernen
Wasserleitungsröhren, die einer Anzahl öffentlicher Brunnen in Konstanz
das Wasser aus dem Thurgau zuführten , Gift habe einmischen lassen nnd
dass 38 Bürger der Stadt den Auftrag gehabt hätten, die Soldaten zur
Tapferkeit anzuspornen. Unbenutzt geblieben sind einige Notizen bei
Hallwich, Wallensteins Ende, besonders II, 622 der Auszug aus einem
Briefe Mercys über den Sturmlauf der Schweden am 18. September.
Breslau. J. Krebs.
Otto Schmid, Musik am sächsischen Hofe. Das sächsische Königshaiu io
selbstschöpferischer, musikalischer Bethätigung. Leipzig, Breitkopf k
Härtel 1900. IV, 81 S. gr. 8^
Den Veröfifentlichungen , die Georg Thouret unter dem Gesamtnamen
„Musik am preussischen Hofe^' herausgegeben hat, lässt der Verlag von
Breitkopf & Härtel anerkennenswerterweise eine neue Reihe „Musik am
sächsischen Hofe^' folgen. Den erschienenen drei Heften musikalischer
Publikationen, von denen das dritte Kompositionen sächsischer Fürsten und
Fürstinnen enthält, hat der Herausgeber ein besonderes, darstellendes Bei-
heft zugesellt. Schmid giebt hierin einen warm gehaltenen Ueberblick über
die Stellung der Wettiner zur Musik, besonders über die von ihnen ge-
fT^rderten Richtungen und ihre eigene musikalische Bethätigung. Aus dem
Mittelalter erwähnt er nur die bekannte Approbation einer vom Markgrafen
Heinrich dem Erlauchten komponierten Messe durch Papst Innocenz IT.
1254. In der Reformationszeit setzt er mit Moritz ein, ohne die Verdienste
der Ernestiner zu berücksichtigen, und durcheilt rasch die Jahrhunderte,
nur einzelne Personen etwas eingehender würdigend, so die KurfÜrstin
Maria Antonia. Die Wandlung in den musikalischen Neigungen, die Auf-
einanderfolge der von der Reformation ins Leben gerufenen, von protestan-
tischem Geiste getragenen Musik des 16. und 17. Jahrhunderts, der mnii-
kalischen Renaissance des 17. und 18. Jahrhunderts mit ihrer Vorhemchifk
der italienischen Oper u. s. w., die Zusammenhänge dieser reinmusikaliBcheD
Erscheinungen mit den allgemeinen kulturellen Verhältnissen werden in
gedrängter, klarer Weise hervorgehoben.
Dresden. W. Lippert
Otto Varenius, Gustav Adolfs schwedischer Nationalstaat. Autorisierte
Übersetzung von Fritz Arnheim. Leipzig 1901.
In den kurzen, inhaltschweren Sätzen einer Gedächtnisrede feiert der
Verf. Gustav Adolfs Einfluss auf die innere Entwickelung Schwedens. Aim-
bau des überkommenen Regierungsystems, Sanmilung aller arbeitstflchtigfln
Nachrichten und Notizen. I. 277
Kräfte, Ausbildung der Werkzeuge, das begonnene Werk in seinem Sinne
weiterzufahren , das sind die Grundlinien seines Handelns. Er schuf den
beständig Terjüngten Adel zum Beamtenstand um, der Rat wurde zu einer
festen Behörde, das Land administrativ eingeteilt, ein über lokale Interessen
erhabener Gerichtshof gebildet. Die Möglichkeit einer individuellen Ent-
wickelung seiner Unterthanen förderte er durch Errichtung von Gymnasien
mit unentgeltlichem Unterrichte und durch die grossartigen Zuwendungen,
die er aus seinem Privatvermögen der Universität Upsala machte. Materiell
suchte er sein Land durch Anlage und Bevorzugung der Städte, Begünstigung
des Bergbaus, Besserung der Land- und Wasserstrassen zu fördern. Wie
weit dies gelang, zeigt der Umstand, dass sein Heer die gesamte Aus-
rüstung aus dem eigenen Lande bezog. Sein Heerwesen war die Weiter-
bildung des altschwedischen Grundsatzes der allgemeinen Verpflichtung zur
Landesverteidigung. Der Reichstag wurde eine gesetzliche Institution,
ständige Fühlung des Könige mit Vertretern seines Volkes vereinigte die
von allen Seiten herlaufenden Fäden in einem Punkte. Dass die Opfer, die
vom Volke verlangt wurden, bisweilen gross waren, lässt die Opferwilligkeit
in schönstem Liebte erscheinen. Mit diesem Volke hinter sich konnte
Gustav Adolf handeln, als er die Notwendigkeit erkannte, Schweden
das Recht zu sichern, über seine Geschicke selbst zu bestimmen.
Hans Schulz.
Grossherzog Friedrich von Baden: Reden und Kundgebungen 1852 — 96.
Herausgeg. von Dr. Rudolf Krone. Freiburg i. B. Waetzel 1901.
Es sind keine bisher unbekannten Dokumente, die uns in dieser Samm-
lung dargeboten werden, und nur wenige von ihnen haben eine allgemeine
geschichtliche Bedeutung, wie die Osterproklamation von 1860, die der
Stimmung des badischen Landes gegenüber dem von der Regierung mit der
Kurie vereinbarten Konkordat Rechnung trug, oder die Schlusserklärung auf
dem Frankfurter Fürstenkongress (1. Sept. 1863). Aber aus allen diesen
Reden, Schreiben und Trinksprüchen tritt uns, soweit es in solchen offiziellen
tär die Oeffentlichkeit bestimmten Kundgebimgen möglich ist, die tüchtige
und liebenswürdige Persönlichkeit eines Fürsten entgegen, der stets für die
nationalen Wünsche des deutschen Volkes und die besonderen Interessen
des eigenen Landes ein offenes Auge gehabt hat. Grossherzog Friedrich
hat an der Begründung und dem Ausbau des deutschen Reiches sowohl wie
an der Entwickelung des badischen Verfassungslebens einen so bedeutenden
Anteil gehabt, dass man Ymr wünschen kann, es möchte bald aus den noch
unbekannten Zeugnissen seines Wirkens mehr ans Tageslicht kommen; vor-
läufig aber müssen wir dem Herausgeber für die fleissige Sammlung wenig-
stens dieser öffentlichen Aeusserungen des greisen Fürsten dankbar sein.
E. Brandenburg.
Yenaminlimgeii. Ende April sollte in Rom ein Internationaler
Historiker-Kongress stattfinden. Uns ist zwar niemals unmittelbare
Nachricht über dies Unternehmen zugekommen, doch scheinen die Vor-
bereitongen nicht eben mit Sachkenntnis und Umsicht getroffen worden
278 Nachrichten und Notixen L
za sein. Jetzt verlautet, dass die Abhaltung des Kongresses ▼erschoben, ji
überhaupt in Frage gestellt sei. Die deutschen Historiker werden dai
kaum besonders tief beklagen, sie werden sich hoffentlich in Zoknnft nicht
mehr durch solche pomphaft inszenierten internationalen Veranstaltungen ii
der Abhaltung der eigenen wissenschaftlichen Zusammenkünfte stören lassen.
Personalien. Emennungen und Bef5rdemiigeii. Universüäten %mi
technische Hochschulen. Der o. Prof. der Naüonalökonomik a. d. Tech-
nischen Hochschule in Karlsruhe Dr. W. Troeltsch wurde als o. Prot
nach Marburg berufen. — In Tübingen wird eine ao. Professur für alte
Geschichte errichtet. — Der Privatdozent Sommer in Leipzig wurde all
o. Prof. für vergleichende Sprachwissenschaft nach Basel bemfen. — Der
ao. Prof. Dr. Hranilovics in Agram wurde zum o. Prof. der Greographie
ernannt.
Das Ordinariat für neuere Geschichte in Leipzig, seit E. Marks* Fortgang
verwaist, bleibt zunächst unbesetzt. Der a. o. Professor Erich Branden-
burg wiu-de zum etatsmässigen Extraordinarius ernannt, mit der aUseitiges
Vertretung der Professur und mit der Leitung der 3. Abteilung des histo-
rischen Seminars (für neuere politische Geschichte) betraut. — Der ao. Prof
Hassert für Geographie in Tübingen wurde als Prof. an die Handels-
hochschule nach Frankfurt a. M. berufen ; zu seinem Nachfolger in Tübingen
wurde der Privatdozent Sapper in Leipzig ernannt.
Zu ao. Professoren wurden ernannt die Privatdozenten H. Bloch
in Strassburg für elsässische Geschichte, L. Wenger in Graz (RGmiscli«
Recht), P. Betz (Französische Litteratur) und K. Brun (Kunstgeschichte)
in Zürich, Gottl (Volkswirtschaftslehre) und A. Cartellieri (Mittelalter-
liche Geschichte) in Heidelberg, E. Kornemann (Alte Geschichte) in GiesKn.
Es habilitirtcn sich: Dr. L. Justi für neuere Kunstgeschichte und
Dr. M. Huber für Staatsrecht, Völkerrecht und Wirtschaftspolitik in Berlin,
Dr. Robert Holtzmann für mittlere und neuere Geschichte in Strassbnxg
und Dr. A. Werminghoff für mittelalterliche Geschichte in Greifswald.
TodesfäUe. Am 6. Febr. starb in Neustadt a. d. Hardt im Alter von
40 Jahren der Gjmnasialprofessor Dr. Alfred Köberlin, der sich als No-
mismatiker und als Kulturhistoriker einen Namen gemacht hatte.
Am 8. Febr. starb in Meiningen im Alter von 62 Jahren der Kirchen-
rat D. Wilhelm Germann, auch als Historiker bekannt.
Am 5. März starb in Wien im Alter von Sl Jahren der Privatdoxent
für byzantinische Geschichte und Litteratur Dr. Thomas Wehofer.
Cesare Paoli,
der am 20. Januar d. J. im 62. Lebensjahre verstorben ist, hat nicht nnr
in seinem Vaterlande in den Kreisen der ernsten Geschichtsforscher dei
grössten Ansehens genossen, sondern seinen Namen weit über die Grenzen
Italiens hinaus bekannt gemacht. Ein Florentiner Kind, geboren am
16. November 1840, trat er schon 1869 in den toscanischen Archivdienst und
erwarb sich unter der einsichtigen Leitung Francesco Bonainis, der die
Archive Toscana's zu Musteranstalten für ganz Europa auszubilden wusste,
nicht bloss eine gründliche praktische Schulung, sondern auch umfassende,
Nachrichten und Notizen I. 279
auf den ernstesten wissenschaftlichen Studien ruhende Kenntnisse auf allen
Gebieten der historischen Hilfswissenschaften und in der mittelalterlichen
Greschichte Italiens. 1865 ward er an das Staatsarchiv zu Siena versetzt,
kehrte aber schon 1870 in die Arnostadt zurück, der er bis zu seinem Tode
treu geblieben ist. Wer immer in den siebziger und achtziger Jahren in
den reichen Schätzen des Florentiner Archivs Belehrung gesucht hat, wird
sich des liebenswürdigen und zuvorkommenden Mannes, an dessen vielseitige
Gelehrsamkeit man selten, an dessen Freundlichkeit und Gefälligkeit man
niemals vergeblich appellierte, in aufrichtigster Dankbarkeit erinnern.
1887 wurde ihm die Professur für historische Hilfswissenschaften am Istituto
di studi superiori übertragen, einer der wenigen Lehrstühle, die für diese
Disziplinen in Italien bestehen, und nun erst war es ihm vergönnt, seine
ganze Kraft der akademischen Thätigkeit und der wissenschaftlichen Arbeit
zn widmen. Er war ein ausgezeichneter Lehrer, dem die Verehrung und
Liebe seiner zahlreichen Schüler alle Zeit gesichert war; und es ist sein
Verdienst, wenn die mit der Florentiner Hochschule verbundene Scuola di
paleografia der Mittelpunkt dieser Studien für ganz Italien geworden ist.
Auch die Thätigkeit Paolis für die Deputazione Toscana sugli studi di storia
patria, deren Mitglied er seit 1878, deren Sekretär er seit 1888 war und in
deren Auftrage er seit diesem Jahre das Archivio storico Italiano redigierte,
war sehr erfolgreich. Dem Archivio wusste er die ihm von seinem Begründer
G. Vieusseux erworbene, von dessen Nachfolgern aufrecht erhaltene führende
Stellung unter den italienischen Fachzeitschriften zu bewahren. An den
Arbeiten der Deputazione hat er sich selbst durch die musterhafte Edition
des Libro di Montaperti (1889) beteiligt, der eine sorgfältige Untersuchung
Über die einen wichtigen Wendepunkt der Florentiner Geschichte bildende
Schlacht vom Jahre 1260 schon 1869 vorangegangen war. Um andere
Publikationen der Deputazione, wie namentlich diejenigen von Santini und
Paaqoi hat Paoli sich durch Rat und Beistand wesentliche Verdienste
erworben.
Auch im übrigen beschäftigten sich die zahlreichen kleineren Abhand-
lungen Paolis, beginnend mit einer Jugendschrift über die Signorie des
Herzogs von Athen in Florenz, vorzugsweise mit der Geschichte des Heimat-
landes und der Vaterstadt, daneben dann in immer zunehmendem Masse
mit Fragen aus dem Gebiete der Chronologie, der Palaeographie und der
Diplomatik. Sein Hauptwerk aber ist das auch in Deutschland durch die ge-
schickte Uebersetzung Karl Lohmeyers weit verbreitete Programma scolastico
di Paleografia Latina e di Diplomatica, dessen zweite Bearbeitung er im
Jahre 1899 vollendete und von dessen erstem Bande er in seinen letzten
Lebensjahren eine Neuauflage vorbereitete. Man kann nicht sagen, dass
das Werk die Wissenschaft selbst durch neue und grundlegende Ent-
deckungen wesentlich gefördert hätte; fehlt es ihm auch nicht an eigenen
Beobachtungen, so sind doch seine hauptsächlichen Vorzüge vielmehr Klar-
heit und Präcision der Darstellung, eingehende Berücksichtigung auch der aus-
ländischen Litteratur (die freilich mehr in der Diplomatik als in der
Palaeographie hervortritt) und ein ausgesprochenes pädagogisches Talent,
das Wichtiges und minder Wichtiges sicher und bestimmt zu scheiden weiss.
280 Nachrichten und Notizen I.
So wird das Werk in der Reihe unserer hilf^wi^senschaftlichen Lehrbücher
seinen Platz ehrenvoll behaupten.
Als ich Paoli vor zwei Jahren in Florenz zum letzten Male sah, wir
er nicht mehr der kräftige, blühende Mann, den ich früher gekannt hatte.
Er hatte sich langsam und schwer von einem ersten Schlaganfalle erholt;
seine Augen hatten ihren strahlenden Glanz verloren, sein Gredächtnis hatte
gelitten, die sonst so lebendige Sprache war schwerfWig und schleppend
geworden. Er selbst erkannte die Schwere der Gefahr, die ihn bedrohte,
noch nicht; aber die Anfälle wiederholten sich immer häufiger, er moiite
der Arbeit, die sein Lebensatem war, entsagen, und so war der Tod der
ihn am 20. Januar ereilte, eine Erlösung für ihn selbst, wie schwer aeii
Verlust die italienische Wissenschaft auch getroffen hat.
H. Bresslau.
Paul Sclieffer - Boichont«
Am 17. Januar starb in Berlin Paul Scheffer-Boichorst. Indem ich die
Feder ansetze, um zu seinem Andenken diese Zeilen zu schreiben, ist mir'i,
als stünde der Verstorbene selbst mit dem durchdringend forschenden Blick
und dem feinen sarkastischen Lächeln hinter meinem Stuhle und schaute
mir über die Schulter auf das Blatt, und ich fühle diesem Richter gegen-
über die ganze Schwere der Aufgabe. Nicht nach seinem Lobe, nur nach
Wahrheit darf ich streben.
In Elberfeld ist Scheffer-Boichorst am 26. Mai 1843 als Spross einer
alten westfälischen, katholischen Familie geboren. In der ehemals schlanken
Erscheinung mit dem aristokratisch feinen Kopfe, der kühn vorspringenden
Stirn, der schmalen, steil abwärts gerichteten Nase und dem von reichem,
wohlgepflegtem Barte umgebenen strengen und ausdrucksvoUen Munde hätte
man nicht eben den Westfalen erkannt. Aber wie mannigfach er sich
auch den Verhältnissen der Kindheit in Glauben und Denken entfiremdet
hat, Anhänglichkeit an die engere Heimat hat er sich stets bewahrt, and
westfälische Art war es gerade, die in der Eigenständigkeit seines Weseni
hervortrat. Seine reichen geistigen KiUfte sammelte er früh in einer be-
stimmten Richtung, da wollte er Meister sein. Auf benachbarten Gebieten
traf sein kluges Urteil wohl auch das Richtige, aber er zeigte da stets den
Mut des Nichtwissens; nie hätte er eine fremde Meinung als eigene nach-
gesprochen. So ist er auch niemals ausserhalb der Schranken seines Berufet
öffentlich hervorgetreten. Persönliche Schicksale haben stark auf seine
Entwickelung gewirkt. Als einsames Kind, früh dem Eltemhause fem, iit
er aufgewachsen, und die Wohlthaten eines innigen Familienlebens hat er
auch als Mann nie kennen gelernt, denn un vermählt und ohne sich je
einem geschlossenen Verwandtenkreise eingefügt zu haben, ist er gestorben.
So blieb er auf sich gestellt und war damit zufrieden; um so unbehinderter
konnte er die Eigenart seines Wesens entfalten, und in einer demokratisch
abschleifenden Zeit gewann nun jeder, der mit ihm zusammentraf, gar bald
den herzerfreuenden Eindruck einer Persönlichkeit, in der keine Spur von
Phrase lebte, bei der jedes Wort und jede Handlung echt, ursprünglich,
durch und durch individuell waren. „Streben nach dem Wahren und Hast
Nachrichten und Notizen I. 281
ge^n Falsches*^ — die Worte Dantes bezeichnen auch das Leitmotiv von
Scheffers Leben, sie erschienen ihm als die höchste sittliche Forderung,
und unerbittlich gegen sich und andere, hat er damit Ernst gemacht. Das
Terlieh seinem Auftreten oftmals Schärfe und erweckte ihm manche Gegner-
schaft, aber es sicherte ihm ein stets unabhängiges, unbestechliches Urteil,
erwarb ihm die Achtung weiter Kreise und schuf ihm einen starken sitt-
lichen Einfluss auf die studierende Jugend. Mit dem alles beherrschenden
Wahrheitsdrang verband sich ein gutes Stück Eünstlertum. Nicht die
Wissenschaft allein war es, die ihn später Jahr für Jahr nach Italien lockte,
ea waren auch „die heiteren Kreise südlichen Empfindens'*, in denen er sich
wohl fühlte, nach denen er sich im Norden sehnte. Neben Dante stand ihm
Groethe als der am meisten geliebte Dichter. Wenn er auch dem eigenen künst-
lerischen Dilettantismus nur ganz im Stillen oder zum Scherze Raum gab —
aich etwa in einem dichterischen Ergüsse an seinen Hauswirt erfolgreich gegen
eine Steigerung des Mietspreises sträubte, — künstlerische Phantasie xmd
kfinstlerischer Geschmack spielen in seinem Leben doch eine bedeutsame
Bolle, Hinneigung zu feinfühligen Naturen, Widersinn gegen krause und
Terworrene Schriftstellerei, Ablehnung jeglichen Philistertums und jeglicher
Pedanterie, Empfindlichkeit gegen Taktverletzungen. Als kleiner Knabe,
•o erzählte er wohl, bekam er einst einen schönen Sammetanzug geschenkt.
Als seine Hand über dessen Fläche glitt, fiel er in Ohnmacht; es war un-
echter Sammet, dessen Berührung er auch später nie zu ertragen vermochte.
Mftn könnte dem kleinen Vorfall fast eine symbolische Bedeutung unter-
legen. Wo er im Leben auf Halbheit, Unechtheit, Unehrlichkeit zu stossen
meinte, da ertrug er es nicht, konventionell freundschaftliche Beziehungen
weiter zu unterhalten, da zog er mit vollster Rücksichtslosigkeit seine
Folgerungen. Ich glaube, dass er sich gelegentlich getäuscht, wie bei Dino
Compagni den echten Kern verkannt hat, aber verdient nicht das Streben
nach offenen, ehrlichen Verhältnissen auch da Achtung? Der Anteil, den
er am Ergehen seiner Freunde nahm, war um so herzlicher. Mochte er
einmal über die Liebe spötteln und sich selbst unbeständig nennen, — er
wäre sehr ernst geworden, wenn man dasselbe auch von seiner Freundschaft
hätte sagen wollen. Denn mit kühlem Verstände vereinigte er ein warmes
Hers, die schlichte, liebenswürdige Art seines Verkehrs gewann ihm ehrliche
Freunde, denen auch er treu und zuverlässig war, und sass man des Abends
beim Glase zusammen, so gaben sein glücklicher Humor und sein treffender
Witz der Unterhaltung erst die rechte Würze.
Das sind nur einige, wie mir scheint, die wesentlichsten Charakterzüge
des Menschen Scheffer-Boichorst; in seinem Wirken als Forscher und Lehrer
spiegeln sie sich deutlich wieder. Julius Ficker in Innsbruck, der nun den
Schüler überlebt, war es, der den Erkenntnisdrang des jungen Studenten
zuerst imd damit für inuner auf das Grebiet der mittelalterlichen Geschichte
lenkte. Der Einfluss dieses grossen westfälischen Landsmannes, des bahn-
brechenden, tiefdringenden, leidenschaftslosen Forschers war für Scheffer
▼on der nachhaltigsten Wirkung und blieb auch massgebend, als er in
Gottingen unter Waitz seine Studien fortsetzte und sie in Berlin zum Ab-
schluss brachte. Was ihn selbst zum Historiker so hervorragend befähig^
286 Nachrichten und Notizen L
Interessen hinaus ins Vertrauen gezogen wurde und ratend und helfend
eintrat. Und wie schlicht und menschlich, wie frei von allem Professoren-
dunkel wusste er sich in dem jugendlichen Kreise zu geben! Gewiss war
er zu klarblickend, um sich seines Wertes nicht toU bewnsst zu sein, aber
nichts war ihm widerwärtiger als Schmeichelei, und den Weihrauch schätzte
er nur , wenn er einmal auf seinen italienischen Reisen wieder eine Kirche
betrat. Ks schien ihm selbstverständlich, dass seine Schüler ihn in ihren
Arbeiten sachlich angriffen und berichtigten, wo sich etwa Gelegenheit bot
So mochte er ruhig als Gleicher und Mitstrebender mit ihnen verkehren,
seine geistige Ueberlegenheit und sein feines Taktgef&hl sicherten ihm doch
immer das nötige Ansehen. Viele von denen, die ihm als Schüler nahe
traten, durften im späteren Leben, auch wenn sie iftumlich von ihm getrennt
waren, wahrhaft freundschaftliche Beziehungen zu ihm aufrecht erhalten.
Der Kreis der Anregungen zu eigener Produktion, die er gab, umspannte
nahezu das gesamte Gebiet der europäischen Geschichte des Mittelalten,
politische Darstellungen, verfassungsgeschichtliche Abhandlungen und quelloi-
kritische Untersuchungen gingen in buntem Wechsel aus seinem Seminar
hervor, unter ihnen kaum eine, die nicht in irgend einer Weise die Forschung
i^-irklich gefördert hätt«. Der Individualität der fähigeren Schüler liess er
völlig freien Spielraum, nur mit gelegentlichen Winken und litterariachen
Hinweisen ihre Arbeit begleitend, und soweit sein Vorbild nicht unwillkä^
lieh wirkte, dachte er nicht daran, sie nach seinem (leiste umzu|brmen.
Manche von denen, die so unter seiner Leitung einen tiefen Einblick in die
wahre Wissenschaft thun durften, haben sich später im Drange ihrer prak-
tischen Lehrthätigkeit mit der gewonnenen Anregung begnügen müsaen,
und sie ist für ihren Unterricht gewiss nicht ohne Frucht geblieben. Andere
konnten auf der gewiesenen Bahn weiterschreiten, und mochten ihre fernem
Leistungen ungleichwertig sein, es war für den einstigen Lehrer vielleicht
doch ein beruhigender Gedanke, dass kein einziger von ihnen sich zu einem
öden Vielschreiber entwickelt hat.
Auch auf Scheffers eigenes Schaffen gewann seine Art, die Semina^
Übungen zu leiten, Einfluss. Die Form kurzer, zu einem kleinen Kunst-
werk abgerundeter Untersuchungen, von denen fast jede als ein metho-
disches Muster angehenden Historikern nicht warm genug zur Lekt&e
empfohlen werden kann, wurde nun immer charakteristischer fOr seine
Forschungen. Mit der Zeit wuchs auch seine Abneigung gegen jede übo-
fliissigo Schreiberei und allzu vieles Lesen, gefördert durch die Rücklicht
auf sein wiederholt krankes Auge, von früh auf das einzige, über deeeen
Sehkraft er gebot. Nur die unentbehrlichsten Belege pflegte er sich anfin-
zeichnen, die Hauptarbeit aber, bis zur sauberen Niederschrift für den
Drucker, im Kopfe zu machen. Sein merkwürdiger Spürsinn verhalf ihm
dazu, dass er kaum etwas Ueberflüssiges las, aber nichts Notwendige!
übersah. Selbst bei seinen einsamen Mahlzeiten, oder wenn er einmal kzaoh
im Bette lag, konnte man ihn finden, wie er an der Hand einer ürknnden-
abschrift über seine Probleme nachsann. So zeigen die nun folgenden
Untersuchungen die Eigenart seiner historischen Forschung und Kamt
vieUeicht am schärfsten ausgeprägt. Wie er auch früher schon seine Meiflte^
Nachrichten und Notizen I. 287
Bchafb als Kritiker in lehrreichen Anzeigen bewährt ):atte, so bilden auch
in seinen Untersuchungen die polemischen Abschnitte den nicht am wenigsten
reizyollen Teil. Scheflfer fahrte eine schneidige, schart' geschliffene Waffe,
gelegentlich glaubt man den Einfluss der Lektüre Lessings zu spüren; die
Gegner, die er vor seine Klinge forderte, waren nicht zu beneiden, von
Beiner sachlich unangreifbaren Stellung aus wusste er sie mit den glänzend
gehandhabten Mitteln feinster Ironie und beissenden Spottes zu vernichten.
Aus der langen Reihe verdienstvoller Abhandlungen, von denen die
meisten in den Mitteilungen des Instituts für österreichische Geschichts-
forschung erschienen sind, hebe ich nur wenige bedeutendere hervor. Der
Katholik, der sich zwar seiner Kirche entfremdet hatte und Priesterhochmut
in jeglicher Form verabscheute, der sich aber zu der kirchlichen Lehre des
Protestantismus doch noch weniger hingezogen fühlte, besass ein feines
Yerstlindnis für die kirchenpolitischen Kämpfe, welche das Mittelalter be-
wegten, und bewährte auch hier seinen unparteiischen Wahrheitssinn.
Seinen Standpunkt, der demjenigen Döllingers nahe kommt, kann ujan nicht
feiner kennzeichnen, als er selbst es gethan hat, indem er der Hoffnung
Ansdrack gab, „dass eine Gemütsstimmung, wie die der Magdeburger Cen-
tnriatoren, allseitig überwunden werde, zugleich aber auch die entgegen-
gesetzte, die in der römischen Kirchenannalistik herrscht". Fast in allen
diesen kirchenpolitischen Forschungen behandelte er ebenso wichtige, wie
Terwickelte Probleme, über die viel hin und her gestritten war, Fragen
nach Echtheit oder Fälschung, die bald positiv, bald negativ beantwortet
waren, so dass man an einer allseitig anerkannten Lösung fast verzweifelte.
Da hat er allenthalben Entscheidung oder doch wesentliche Klärung gebracht.
In der umfangreichsten Studie, die unter dem Titel „Die Neuordnung der
Papstwahl durch Nikolaus IL" 1879 in Buchform erschien, schloss er die
Kontroverse über die beiden Fassungen, in denen die für die Anfänge des
Investiturstreites so bedeutsame Papstwahlordnung vorlag, endgültig zu
Gunsten der päpstlichen. Wenn es dann auch nicht in seiner Absicht lag,
die verwickelte Frage der karolingischen Schenkungen an die römischen
Päpste zu einer allseitigen Lösung zu führen, so gewann er doch durch
•eine Kritik jener bedeutsamen Stelle in der Lebensbeschreibung Hadrians I.
festen Grund für alle weiteren Forschungen. Die Schenkung der Gräfin
Mathilde von Tuszien an den heil. Stuhl vom Jahre 1102 erwies er als
glaubwürdig, dagegen die bereits von französischen Forschem preisgegebene
pragmatische Sanktion Ludwigs des Heiligen von 1269 ebenso unzweifelhaft
als eine Fälschung des 15. Jahrhunderts nicht ohne ein leises Bedauern, dass
er diese Grundlage der gallikanischen Freiheit beseitigen musste. Im
Anschluss an neuere, sich widersprechende Forschungen über die konstan-
tinische Schenkung bildete er sich eine eigene Meinung über die Ent-
stehungszeit und den ursprünglichen Zweck dieser Fälschung und setzte sie
mit hoher Wahrscheinlichkeit in die 60er Jahre des 8. Jahrhunderts, den
Pontifikat Pauls I. Mit zwei überaus feinsinnigen Untersuchungen zur
Geschichte der päpstlichen Territorial- und Finanzpolitik schloss er 1893
diese Beihe von Forschungen einstweilen ab. Wer immer sich ein Urteil
über den Charakter und die politischen Grundsätze Gregors VE. verschaffen
288 Nachrichten und Notizen I.
will, dem wird der zwingende Nachweis wertvoll sein, dass dieser leiden-
schaftliche Papst ,,in m assloser Leichtgläubigkeit und hastiger Begierde^
seine Ansprüche auf Sachsen als Eigentum der Kirche lediglich auf falsch
verstandene Angaben stützte, die ihm zugetragen waren, dass er aber die
Zinspflicht Galliens auf eine ihm vorliegende falsche Urkunde Karls dei
Grossen gründete, aus der er für seine Zwecke völlig Anderes herauslas, ab
wirklich ihr Inhalt besagte. Und auch die weitere hier festgestellte Thai-
sache, dass Papst Hadrian IV. willens war, auf Grund der konstantinischen
Schenkung Irland dem Könige von England als Lehen zu übertragen, ist
interessant genug.
Aus dem Rahmen der hier genannten und der zahlreichen anderen
Untersuchungen, die in den achtziger Jahren entstanden, fällt der Auftatz
„Zur Geschichte der Syrer im Abendlande" (1886) als die einzige rein kultur-
historische Arbeit Scheffers und die einzige, die in das Altertum zurück-
greift, heraus. Auch die Mosaikarbeit aus vielen Hunderten gesammelter
Quellenstellen ist sonst nicht seine Art. Es ist, als habe er nur zeigen
wollen, dass er sich auch darauf verstehe; denn auch hier stützt sich die
Verwertung der Belege auf feinsinnige sprachliche und kulturhistoiisdie
Kritik, und namentlich für die Handelsgeschichte ist der Aufsatz höchst
wertvoll.
Im Jahre 1890 nahm Scheffer von dem geliebten Strassburg Abschied,
um einem Rufe nach Berlin zu folgen. Es ist wohl keine Frage, dass für
sein Wohlbefinden der Wechsel nicht glücklich war. Seine Art pzBste
schlecht zu dem hastenden Treiben der Grossstadt, seine Gemütsstimmung
nicht sonderlich zu dem Charakter ihrer Bewohner; so oft es ihm seine
Berufspflichten gestatteten, flog er davon nach dem heiteren Süden. Aber
es wäre doch verkehrt, wollte man die Berliner Zeit in einen Gegensatz txa
Strassburger bringen oder gar von einem Nachlassen seiner Bedeutong and
seines Einflusses reden. Was seine Lehrthätigkeit etwa an Intimität verlor,
gewann sie an mächtiger Ausdehnung, und er verstand es, selbst unter den
ungünstigsten Grossstadtverhältnissen den viel zahlreicheren Schülerkreifl in
gewohnter Weise um sich zu vereinigen. Und wenn die gehäufteren Be-
rufsgeschäfte und weiten Entfernungen vielleicht einen grösseren Teil seiner
freien Zeit in Anspruch nahmen, so blieb seine Produktion noch immer
reich genug und trat eben damals in eine neue Phase.
Schon während der Strassburger Zeit hatte manche Veröffentlidinng
gezeigt, dass Scheffer die einst zurückgestellte Regestenarbeit nebenher
wieder aufnahm und an der Vervollständigung seines Materials arbeitete.
Jetzt in Berlin dachte er alles Ernstes an die Fertigstellung, aber was er
vor mehr als zwanzig Jahren geleistet und erstrebt hatte, genügte ihm non
begreiflicherweise nicht mehr. Seitdem hatten sich in der Urkundenlehre
bedeutsame Wandlungen vollzogen, deren Ergebnisse auf die Regesten an-
gewandt werden mussten. Andererseits schien es jetzt nicht mehr aus-
reichend, nur das gedruckte Material heranzuziehen, um so weniger, alfl
Scheffer allenthalben auf Spuren unedierter Urkunden stiess. Die speaelle
Urkundenforschung der Stauferzeit trat so für seine letzten Berliner Jahre
in den Mittelpunkt seiner Thätigkeit. Sein Spürsinn zeitigte auch hier
Nachrichten und Notizen I. 289
Überraschende Ergebnisse. Erw> man, dass die europäischen Archive
durch zahlreiche Reisen der Gelehrten in dieser Hinsicht för nahezn aus-
geschöpft galten, so ist die Zahl von mindestens anderthalbhundert un-
gedruckten staufischen Eönigsurkunden, die er — wenn auch unter thäiiger
Beihilfe seiner Freunde — zum Teil aus den entlegensten Archiven, auf
Grund von Hinweisen in den obskursten italienischen Druckwerken im
Laufe weniger Jahre zusammenbrachte und mustergültig veröfiPentlichte,
gewiss erstaunlich zu nennen. Nur ungern druckte er Urkunden ab, an die
sich nicht wenigstens die eine oder andere lehrreiche Bemerkung anknüpfen
liess, denn antiquarisches Interesse hat ihm jederzeit femgelegen; viele aber
der neuen Funde gaben Stoff zu eingehenderen historischen und diploma-
tischen Untersuchungen, und Scheffer, der noch 1887 schreiben konnte: ,Jch
bin kein Diplomatiker, weder von Erziehung noch durch Neigung* \ erwarb
■ich auch auf diesem Gebiete immer vollendetere Meisterschaft. Aeltere
und neue Untersuchungen dieser Ari; vereinig^ er in seinem Buche „Zur
Geschichte des 12. und 18. Jahrhunderts**, das er 1897 seinen Strassburger
Freunden zur Feier des 25jährigen Bestehens ihrer Universität darbrachte.
In der Urkumdenforschung bewegte er sich auf den Bahnen, die sein Lehrer
Julius Ficker gewiesen hatte; wie dieser überliess er die äussere Kritik,
wenn er sie auch nicht ganz vernachlässigte, meist doch den speziellen
Diplomatikem. Schon mit den Mitteln der inneren Kritik erzielte er in
der Begel sichere Resultate, und ich wüsste nicht, dass er sich hier in
■einem Urteil über echt oder unecht jemals getäuscht hätte. Ablehnung
alles mechanischen Verfahrens, sorgsamste Erwägung der Verhältnisse des
Einzelfedles, Nachweis der Echtheit auf Grund einer Singularität, die bisher
gerade das Verdikt der Fälschung zu rechtfertigen schien. Ausschälung
eines echten Kernes selbst aus gefälschten Stücken, strenge Scheidung
swischen echten Dokumenten und Stilübungen, das dürften die charakte-
ristischen Vorzüge dieser urkundlich enUntersuchungen sein. Aber nur selten
begnügt sich Scheffer mit einem methodisch interessanten diplomatischen
Ergebnis, meist zieht er aus den kritischen Feststellungen bedeutsame
Folgerungen für die deutsche und italienische Verfassungsg^chichte oder
geht wohl gar in die politische Darstellung eines Abschnittes der Reichs-
oder Lokalgeschichte über, und gerade dies beständige Ineinandergreifen
Ton diplomatischer Ejritik, verfassungsrechtlichen Kenntnissen und politischen
Erwägungen ist ebenso fesselnd wie ergebnisreich und verleiht den Studien
Tiel höhere Allgemeinbedeutung, als den meisten gewöhnlichen Urkunden-
forschungen. Wenn er so den zeitlichen Umfang seiner Arbeiten einstweilen
beschränkte, so verdient doch hervorgehoben zu werden, dass er das Gebiet
der Geschichte Kaiser Friedrichs II. sich erst jetzt produktiv erobert hat.
Es liegt zum Teil in der Natur der behandelten Stoffe, dass die Anmut der
Form gegen frühere Arbeiten mehr zurücktrat; offenbar ging aber auch
Scheffers bewusstes Streben immer mehr dahin, für den Inhalt den knapp-
sten Aasdruck zu finden und seine Untersuchungen in einen eng begrenzten
Baum znsammenzupressen. So mochte er etwa, gleichsam nur im Vorbei-
gehen, in einem Zusätze von wenigen Seiten die Spuren eines völlig vergessenen)
idtgenOssiflchen, bestonterrichteten Geschichtschreibers Friedrichs H. auf-
mnor. YiartoljAhnoluift. 1902. 2. 20
390 Nachrichten und NoÜien L
decken, ein Stoff, ans dem andere ein kleines Bach gemacht hfttten. Die
letzten Schriften lesen sich daher schwerer und stellen an die beständige
Aufmerksamkeit höhere Anforderungen.
Seit einigen Jahren begannen seine körperlichen Kräfte zu sinken; das
schwere Leberleiden, das ihn dann in kurzer Zeit dahingerafft hat, mochte
sich im stillen vorbereiten. Darunter litt dann gelegentlich auch seine
geistige Frische und Spannkraft. In seiner Produktion freilich spürt man
von irgendwelchem Nachlassen nicht das mindeste. Gerade die letzten in
den Sitzungsberichten der Berliner Akademie, der er wie Heinrich von
Treitschke leider nur kurze Zeit angehören sollte, veröffentlichten Unter-
suchungen zur Geschichte Friedrichs 11. zeigen ihn auf der vollen wissen-
schaftlichen und künstlerischen Höhe. Durch einen vorzeitigen Tod ist er
nun jäh aus seinem Schaffen gerissen. Hätte er einen tüchtigen jüngeren
Mitarbeiter gefunden, der die mehr mechanische Arbeit auf sich genommen
hätte, so würde er sein Regestenwerk wohl in einigen Jahren zum Abschluii
gebracht haben. Nun ist es unvollendet geblieben, ein anderer muss die
letzten Ergänzungen hinzuthun und die endgültige Redaktion übernehmen,
aber der Weg ist geebnet, die Hauptschwierigkeiten sind bewältigt, und
noch in seinen letzten Verfügungen hat Scheffer der Regeeta Imperii und
ihrer Fortführung gedacht. Und auch sein eigenes Lebenswerk, so reich
seine Produktion gewesen ist, war noch unvollendet. Er selbst sprach die
Absicht aus, seine kirchengeschichtlichen Studien wieder vorzunehmen, -*
er hätte sich nicht mit der Sammlung seiner früheren Aufsätze begnügt,
noch um manche schöne Frucht hätte er sie bereichert.
Die deutsche Geschichtswissenschaft drängt seit einer Reihe von Jahren
auf neue Bahnen, es geht durch sie ein Zug nach Zusammenfassung und
Darstellung. Ich bin von einer ablehnenden Haltung dieser Entwickelong
gegenüber weit entfernt, aber reife Frucht kann sie doch nur dann zeitigen,
wenn es nie an Gelehrten fehlt, die mit scharfer Kritik die Fundamente
der mehr oder weniger kunstvollen Gebäude auf ihre Haltbarkeit prüfen.
Scheffer gehörte zu diesen Historikern der nun schon älteren Greneration,
und er stand an ihrer Spitze. Der Tod hat während des letzten Jahrzehnti
bedenkliche Lücken in ihren Kreis gerissen, und der Nachwuchs genfigt
nicht immer, sie befriedigend auszufüllen. Völlig ratlos aber fraget man,
wo sich ein hinlänglicher Ersatz für Scheffer -Boichorst als Forscher md
Lehrer finden werde? Uns, seinen Schülern, bedeutet sein HiTigomg freiUcli
noch mehr, als nur den wissenschaftlichen Verlust, und wir wollen in treoer
Brust die dankbare Erinnerung an alles das bewahren, was er als gamer
Mensch für unser Leben gewesen ist.
Bonn. K. Hampe.
Nachrichten nnd Notizen 11. 291
Nachricliten und Notizen n.
Zur Franelgeug-Lltteratur.
1. Paul Sabatier, Fratris Francisci Bariholi de Assisio Tractatus de
IndulgenÜa S. Mariae de Portiiincula. Nnnc primum integre edidit P. S.
Paris 1900. CLXXXIV u. 204 S. (— CoUection d'ätudes et de docu-
ments sur Thistoire religieuse et litt^raire du Moyen äge T. n.)
2. Ders., Regula antiqua fratrum et sororum de Paenitentia seu tertii Or-
dinis Sancti Francisci. Nunc primum edidit P. S. Paris 1901 (30 S.).
(Opnscules de critique historique, fasc. I.)
S. Ders., Description du Manuscrit Franciscain de Liegnitz (Antiqua Le-
genda S. Francisci). Paris 1901 (83 S.). (Opusc. de crit. bist., fasc. n.)
I. A. Bar ine, Saint Fran9ois d'Assise et la L%ende des trois Compagnons.
Paris, Hachette 1901. (264 S.)
S. Gamurrini, Alcuni versi volgari di S. Francesco d'Assisi, scoperti e
pubblicati per la prima volta. Cortona 1901. (18 S.)
S. £. lienipp, Fr^re £lie de Cortone. £tude Biograpbique. (Collection
d*&tudes et de documents sur lliistoire religieuse et litteraire du Moyen-
ftge T. m.) Paris 1901.
1. Der Ablass, den der h. Franz fdr die Portiunculakircbe bei Assisi vom
PiqMte erhalten haben soll (vollkommener Nachlass aller seit der Taufe
begangenen Sünden für jeden, der am 2. August die Kirche besucht, dort
beichtet und kommuniziert), ist ein so auffallend grosses Zugeständnis, dass
bei dem Mangel einer einwandfreien Beglaubigung alle kritisch prüfenden
Betnu^hter früher stets zur Verwerfung desselben gelangt sind. Auch Sa-
batier verwies ihn 1894 in der Vie de S. Fran9ois in das Reich der Fabel.
iber bei erneuten Studien über die Frage glaubte Sabatier doch einen
irahren Kern in der Ueberlieferung zu finden; schon 1896 sprach er diese
Heinuxig in der Bevne historique aus und in dem vorliegenden Bande hat
ar sie nochmals mit breiter Untersuchung des Für und Wider begründet,
»hne — nach einer Bemerkung der Einleitung — die Frage endgiltig ent-
icheiden zu wollen. Der stärkste Grund gegen den Ablass war das Schweigen
klier Quellen der ersten Jahrzehnte ; da jetzt das 49. Kap. der rekonstruier-
en Legenda trium Sociorum von dem Ablass berichtet, so hält Sabatier
lieeen Einwand für beseitigt. Ob sich jedoch daraus nicht viel mehr ein
bedenken gegen dieses Kapitel der Leg. tr. Soc. ergiebt? Denn es bleibt
roiz mancherlei Erklärungsversuchen rätselhaft, warum das Speculum Per-
Mitionis, Thomas von Celano in seinen beiden Lebensbeschreibungen und
Hlitor. Timrto^Abnehzift. 190». 2. 21
292 Nachrichten und Notizen IL
Bonaventura kein Wort von dem Abläse sagen. Das Speculum Perf. spricht
wiederholt ausführlich von der Portiuncula — ein so ausserordentlicheB
Ereignis zur Erhöhung der Kirche hätte erwähnt werden müssen. Die
Vermutung, dass Thomas von Celano auf Befehl Gregors IX. über den Ab-
lass geschwiegen habe, ist eine doch kaum zu belegende Vermutung.
Aber es ist zuzugeben, dass Sabatier die scheinbar entschiedene Frage
wieder in Fluss gebracht hat und dass die Franzforschung um eine neue
Schwierigkeit reicher ist. Auch sie wird nur zu lösen sein, wenn auf die
strittigen Quellenfragen erst ein volleres Licht gefallen ist.
Der Traktat des Franciscus Bartholus über den Portiuncnlaablass ist
nicht allzuwichtig, denn er stammt aus einer Zeit, in der die Legende den
geschichtlichen Kern oder die älteste, sehr viel einfachere Ueberlieferong
der Fabel schon ganz überwuchert hatte. Der Wert des SabatierschäB
Buches ruht in den Untersuchungen über alle Zeugnisse, die sich zu Gunsten
des Ablasses anführen lassen, und in der Feststellung des Entwicklungs-
ganges der üeberlieferung. Sabatier versteht es unübertrefiFlich, eine gprosse
Menge von Material zusammenzutragen und es doch durch übersichtliche
Gruppierung, durch klar abgegrenzte Untersuchungen höchst anschaulich
und verwendbar zu machen. Dieses Buch ist aber nicht nur eine voll-
kommene Durchforschung der Ablassfrage, sondern es bringt auch noch
vieles andere zur Franzforschung überhaupt: Auskunft über wichtige Hand-
schriften, Untersuchungen über Briefe und noch unbekannte kleinere Auf-
zeichnungen des h. Franz und über Fra Mariano von Florenz und seine
Werke. Das Register ist hier wie beim Speculum Perfectionis in seiner
Ausführlichkeit und Zuverlässigkeit ein arbeitersparender treuer Ratgeber.
2. Von einer Sammlung kleiner kritischer Abhandlungen zur Franziskaner-
geschichte legt Sabatier kurz nacheinander die ersten zwei Hefte vor.
Das erste giebt eine Tertiarierregel wieder, die der unermüdliche Sucher
und Finder in Capistrano in den Abruzzen aufgespürt hat. Dem Text der
Regel schickt er eine kurze Einleitung voraus; sie erläutert, dass die vor-
liegende Regel weit älter sein müsse als die bisher bekannte älteste von
1289. Sabatier glaubt in ihr nicht die von Franz selber herrührende Regel
sehen zu können, setzt aber ihre Entstehung in die Zeit von 1228 — 1234.
Da ich in der Ztschr. f. Kirchengesch. XXTIT S. 97 — 107 meine Bedenken
gegen diese Schlüsse Sabatiers und gegen den Wert des Fundes ausfuhzlicher
begründet habe, so begnüge ich mich hier mit dem blossen Hinweis daraof.
3. Das zweite Heft der Opuscules beschreibt eingehend das wichtige
Manuskript der Legenda antiqua in der Petro-Paulinischen Kirchenbiblio-
thek zu Liegnitz. Zu der Beschreibung des Inhalts fügt Sabatier bei jedem
Kapitel die mutmassliche oder sichere Quelle hinzu, aus der der Kompilaior
der Handschrift schöpfte. Es geht daraus hervor, dass diese Legendi
antiqua fast das gesamte Speculum Perfectionis und grosse Teile der Actoi
S. Francisci in valle Reatina enthält, femer Bruchstücke aus andern QuelleUf
mancherlei selbständige Bestandteile und die auf Franz zurückgeführte
Schriften. Die genaue Beschreibung dieser Handschrift giebt mit den von
Sabatier beigefügten Bemerkungen für jeden, der sich mit der Quellen-
frage beschäftigt, die wertvollsten Hinweise.
Nachrichten und Notizen ü. 293
4. Das Bnch ist für ein weiteres Publikum bestimmt. In starker An-
lehnung an Sabatiers Anschauungen giebt der Verf. eine Lebensbeschreibung
des Heiligen und dann eine Uebersetzung der (alten) Legenda trium so-
ciorum. Dass es seit drei Jahren eine zweite Fassung dieser Legenda giebt,
dass sich ein Streit über die Echtheit der alten wie der neuen Fassung
erhoben hat, ist dem Verf. dieses Buches vollkommen unbekannt. Und
80 gehört diese Schrift zu den Popularisierungen, wie sie nicht sein
sollen.
5. In einem Franciskanerkodex der Nationalbibliothek zu Neapel fand
G. neben der Regel von 1223, Kommentaren über dieselbe, verschiednen
Ordenskonstitutionen und einschlägigen päpstlichen Bullen drei Strophen
in altitalienisch zum Preise des Gehorsams, der Armut und der Keuschheit,
denen lateinische Kommentare beigegeben sind. Obwohl in diesen Kom-
mentaren und auch sonst nicht das geringste von der Autorschaft des
h. Franz gesagt wird, schreibt G. diese Verse mit naiver Gewissheit dem
Heiligen zu. Zum Beweise dafür zieht er die — von Wadding zusanmien-
gestellten! — Collationes monasticae herbei und eine Bemerkung des Spe-
culum Perfectionis, dass Franz ausser dem Sonnengesang auch noch andres
gedichtet habe. Und da die „umbro-toscanische*^ Sprache der Verse ins
13. Jahrhundert gehöre und da man dieselben eines Kommentars für würdig
gehalten habe (?), so sei Franz „unzweifelhaft^^ der Verfasser. Wie ein jedes
Kruzifix aus dem Anfang des 14. Jahrhunderts in den Gedanken italie-
nischer Eärchendiener von Giotto sein muss, so soll auch jedes Verslein
irgend eines dichtenden Minderbruders von Franz von Assisi sein!
6. Auf Veranlassung Paul Sabatiers ist dieses französisch geschriebene
Buch des deutschen Gelehrten, der sich schon früher durch Forschungen
auf diesem Gebiete verdient gemacht hat, entstanden. Die letzte Mono-
graphie über Elias ist 1874 von Rjbka geschrieben worden; sie verfolgte
das Ziel, Elias gegenüber den Vorwürfen der späteren, ihm feindlichen
Ueberliefenmg zu retten. Aber Rjbkas Arbeit, so gut sie angelegt war, ent-
behrte einer sicheren quellenkritischen Unterlage. Lempp stellt sich ganz
auf den von Sabatier geschaffenen Boden: so viel heute die Einsicht in
die Quellen klarer und das zur Verfügrung stehende Material reicher ist,
so weit ist er von Anfang an über Rjbka hinausgekommen. Aber auf
YollBtändig sicherem Grunde steht auch Lempp noch nicht; so lange der
Streit um den Wert des Speculum Perfectionis, der Legenda trium Sociorum
nnd der beiden Lebensbeschreibungen des Thomas von Celano noch nicht
%a klaren Ergebnissen gekommen ist, scheint es mir doch gewagt, eine
Darstellung über Franz von Assisi oder über irgend einen seiner Jünger zu
unternehmen. Lempp hat sich den Anschauungen Sabatiers über die
Echtheit und die Abfassung des Speculum Perfectionis durch Bruder Leo
im Jahre 1227 angeschlossen — der Vorbehalt, den er anfangs einmal
gegen Sabatier macht (S. 16 A. 2), tritt in seiner Darstellung nicht hervor
— und so fasst er das Verhältnis des Bruder Elias zu Franz genau so auf
wie Sabatier: Elias ist der Führer jener Richtung des Ordens, die gegen
Franzens Ideale im Bunde mit der Kurie ankämpfte, obwohl das persön-
liche Verhältnis zwischen Franz und Elias immer bestehen blieb. Die erste
Ol *
294 Nachrichten und Noiisen 11.
Vita dcR Thomas von Celano wird infolgedessen als eine zn Gunsten des
Elias gefärbte Quelle abgelehnt.
Mit dieser Anschauung ist in der Quellenfrage von vomherein ein ge-
bundner Standpunkt eingenommen, während man doch zunächst ein jedes
Kapitel des Speculum Perfectionis auf seinen Quellenwert untersudien
müsste. Aber selbst bei weitgehender Annahme des Speculum Perf. könnte
man doch vielleicht zu etwas anderen, gemässigteren Ergebnissen über die
Konflikte in den letzten Lebensjahren Franzens kommen. Ueberzengend
ist mir in diesem Punkte die Beweisführung Sabatiers und Lempps noch
nicht; je mehr man den Gegensatz zwischen Franz und Elias zuspitzt, um
80 rätselhafter werden eine ganze Reihe von beglaubigten Thatsachen.
Z. B. die Deutung des Briefes, den Franz an Elias schrieb, erscheint mir bd
Sabatier und Lempp etwas gewaltsam; ich habe vielmehr den Eindruck,
dass er ein inniges Verhältnis zvnschen Franz und Elias wiedergiebt, was
ich in der Zeitschrift für Kirchengeschichte XXll S. 516 ff. weiter ausge-
filhrt habe. Wenn man diesen Brief zusammenhält mit den Aensserangea
des Elias — den einzigen, die wir von ihm haben — wo er sich als Sünder
bezeichnet, so könnte man den Kernpunkt des Konfliktes im Innern des
Elias suchen, in einer zugleich bedeutenden und unausgeglichenen Nater,
deren Disharmonien besonders stark hervortraten, seitdem ihr der treae
Führer fehlte. Franz und Elias waren in ihrem Wesen verschieden — in
dieser Hinsicht ist die von Lempp (S. 155 und z. T. S. 157) gegebene
Charakteristik des Elias sehr richtig — nur dass man doch auch andre
Folgerungen für die so schwankend überlieferten Ereignisse der Jahre
1220 — 1226 daraus ziehen könnte. Denn es bleibt eben doch — wie Lempp
selber sagt — bestehen, dass Franz sich den angeblichen Gegner zam
Freunde wählte und bis zum Schluss behielt. Sieht man aber auch tob
dem bisher noch nicht endgiltig geklärten Verhältnis zwischen Franz und
Elias ab, so bleiben noch genug andre Bedenken übrig. Elias soll, unter-
stützt oder getrieben vom Kardinal Hugolin, geholfen haben, den Orden
von den Wegen des Heiligen abzuführen; er soll deshalb von den treuesten
Jüngern nach Franzens Tode bekämpft worden sein — und trotzdem steht
er später noch in hohem Vertrauen bei den Klarissen, die das Erbe dei
Heiligen doch gewiss treu hüteten? Vgl. Lempp S. 108 ff. Femer liegen
mehrfache Zeugnisse vor, dass Elias später noch im strengen Sinne Franzens
gehandelt hat und gerade dadurch den Gelehrten und Klerikern des Ordeni
missfällig wurde: er bevorzugte die Laienbrüder im Orden und gab dadurefa
zu erkennen, dass er weder die Gelehrsamkeit — obwohl er selbst ein be-
rühmter Gelehrter war — noch den geistlichen Stand als besonders wesent-
lich für den Orden ansah. Auch stellte Lempp fest, dass Elias als Gtoeral-
minister nicht auf päpstliche Privilegien ausging — hütete er nicht auch
damit das Andenken des Meisters? Er bekämpfte die Ketzer nicht so, wie
die Kurie es wünschte, obwohl er doch sonst der Mann der Kurie war?
Nicht als Gegner der Observanten und als Vertreter einer laxeren Richtung
im Orden ist Elias abgesetzt worden; nur sein immer stärker hervor-
tretender Eigenwille hat die Ordensmitglieder — gleichviel welcher Rich-
tung — gegen ihn aufgebracht; aber seine Verdienste um den Orden
Nachrichten und Notizen n. 295
waren im besten Sinne dennoch nicht gering. Als später zum ersten Mal
ein Mitglied der Obserrantenpartei, Johannes von Parma, Generalminister
geworden war, nahm gerade dieser sich des abgesetzten und exkommuni-
zierten Elias an und suchte ihn mit dem Orden wieder auszusöhnen. Ent-
weder ist keine Einheit in dem Elias von 1220 — 1226 und dem von
1232—1239, oder er kann in jener ersten Periode nicht der Führer einer
Franz absichtlich entgegenarbeitenden Richtung im Orden gewesen sein.
Nur späte Quellen stehen zur Lösung dieser Zweifel zur Verfügung; man
muss bedenken, wie leicht es später war, alle Vorwürfe auf den gefallenen
Elias zu häufen.
Lempp hat auf diese Schwierigkeiten teilweise selber hingewiesen —
etwas stärker als Sabatier — und er ist bei seinen gründlichen Unter-
suchungen weit davon entfernt, vorschnell Ergebnisse zu ziehen. Ich will
Lempp auch keineswegs tadeln — jede breit und ernsthaft begründete
Meinungsäusserung ist auf diesem Gebiete gerade jetzt ein Fortschritt.
Aber das Lebensbild des Elias hat unter Lempps Händen schliesslich doch
dne Bestinmitheit bekommen, die mir nach dem heutigen Stand der Quellen-
forschung in mancher Hinsicht anfechtbar erscheint. Der Charakter des
Elias iflt ein sehr schwieriges seelisches Problem — vielleicht werden wir
ihn auch dann noch nicht völlig zu erklären vermögen, wenn vrir mit
einem ganz gesicherten Quellenbestand zu arbeiten haben. Aber die nächste,
notwendigste Aufgabe ist doch die Klärung der Quellenfrage.
Lempp hat alles über Elias vorhandene Material zusammengestellt; in
einer Einleitung und in einem eingeflochtenen Exkurs bespricht er die
Quellen und als Anhang giebt er den Brief des h. Franz an Elias, den
Abschnitt aus dem Speculum Vitae über Elias, und acht verschiedne, Elias
betreffende Urkunden von 1228 — 1253, die zwar alle schon gedruckt sind,
aber doch hier zum ersten Male leicht zugänglich gemacht werden. Und so
bedeutet Lempps Buch in jedem Fall eine sehr erfreuliche Förderung der
Fianzforschung. Walter Goetz.
C. Weichardt, Das Schloss des Tiberius und andre Eömerbauten
auf Gapri. Verlag von E. F. Köhler, Leipzig. Preis 10 M.
Wenn schon jeder Besucher Capris, der dem Leben und der Kunst der
Alten nicht fem steht, geneigt ist, sich vergangene Zeiten in der Phantasie
wieder heraufzuführen, so ist es um so begreiflicher, dass ein Architekt,
dem der Zufall eine längere Mussezeit auf dieser herrlichen Insel vergönnt,
sich in Träume des einstigen, architektonisch belebten und geschmückten
Landschafbsbüdes versenkt und die dürftigen, erhaltenen Spuren zum Aus-
gangspunkte seiner Nachschöpfungen macht. Namentlich versteht sich das
bei dem Verfasser, W., der ausführliche, langjährige Studien in Pompeji
gemacht hat. Offenbar hat es ihn gereizt, die kleinen Verhältnisse der
Campanischen Landstadt, deren Architektur häufig nur durch Bemalung
das andentet, was in echtem Materiale wiederzugeben, in plastischen Formen
dnrchzufähren die unzulänglichen Mittel verboten, zu übersetzen in den
durch Nichts eingeengten Luxus eines Cäsarenhofes, das Bürgerhaus zu
ftogecn in die Riesenverhältiiisse einer Kaiserburg. So will er denn „ein
296 Nachrichten und Notizen IL
Bild der Insel im Altertum, nicht eigentliche Rekonstruktionen** bieten,
,,ein Bild schaffen, das sich zu dem einstigen, wirklichen Palast ungefähr
verhält, wie ein historischer Roman zur wirklichen Historie". Unter Ab-
lehnung einer rein wissenschaftlich archäologischen Kritik wird also die
Fixierung eines künstlerisch und architektonisch geläuterten Phantasiebildes
angestrebt, in engem Anschlüsse an das Terrain, wobei zuweilen freilich
(bes. Fig. 14) den Träumereien wol zuweit nachgegeben wird. — Um im
Bilde des „historischen Romans** zu bleiben, so wird bei einem so gearteten
Werke die künstlerische Ausgestaltung des Stoffes mindestens ebensoviel
Aufmerksamkeit beanspruchen, wie das gelehrte Element, zumal dies nicht
in Begründungen und Anmerkungen hervortritt, sondern nur in der An-
lehnung an analoge antike Architekturschöpfungen und pompeianisehe
Wandgemälde beruht, aus denen die Berechtigung des Wiederaufbaues
abzuleiten gesucht wird.
Dies tritt denn auch in der äusseren Erscheinung des reich ausgestat-
teten Werkes hervor. Von den 63 Seiten sind 28 ausschliesslicb, 10 weitere
überwiegend bildlicher Darstellung eingeräumt. 17 Bilder, z. T. 18:28 cm
gross ausgeführt, geben, mit für Schönheit geschultem Blicke ausgewählt,
eine Vorstellung von der Insel von heute, 10 weitere suchen durch Re-
konstruktionszeichnungen das Einst zurückzuzaubem.
Im Stile der Glanzzeit der Insel sind in Anregung campanischer Vor-
bilder die zahlreichen Titelköpfe und Leisten vom Autor entworfen, ?on
Schülern der Kunstakademie in Leipzig ausgeführt, in Autotypien von Prof.
Aarland und Meisenbach, Riffart u. Co. wiedergegeben. Namentlich er-
weisen sich die breiten Leisten, welche die Seiten teilen, als vorteilhaft, dt
das Auge durch die langen Zeilen des Querfoliowerkes ermüdet werden
würde. — Der Stil des Buches ist ein gehobener, der ebensowohl der Land-
schaft, wie der sie einst belebenden Menschen gedenkt, namentlich des
Haupthelden, des Tiberius. Drei Abbildungen aus verschiedenen Lebens-
altern sind beigegeben. Es hätte vielleicht erwähnt werden können, dass
die erste von der aus Vei stammenden, jetzt im Museo Chiaramonti im
Vatikan befindlichen Statue, die zweite von der im Theater von Cervetri
gefundenen frgmt. Eolossalstatue des Lateran, die dritte von dem auf
weissem und rotem Alabastertorso aufgesetzten Kopfe im capitolinischen
Museum genommen ist. Die Ergänzungen (namentlich der zweiten) sind
nicht hinlänglich ersichtlich. — Weim W. die Skylla und Charybdis „be-
kanntlich** auf Capri sucht, so dürfte er ebenso auf Widerspruch stossen,
wie mit „dem molus** des kleinen Hafens.
Wissenschaftliche Beachtung beansprucht der mit Eintragung der er-
haltenen monumentalen Ueberreste in ausreichendem Massstabe gezeichnete
Plan der Insel und die Grundrisse S. 54, die das thatsächlich Erhaltene und
das Rekonstruierte durch Farbenwechsel scheiden. Zur Erläuterung werden
auch frühere Zeichnungen (des Alvino von 1835) herangezogen, die noch
mehr des Erhaltenen darbieten, um für das eigentliche „Schloss des Tiberiiu**
die „Villa lovis** eine festere architektonische Grundlage zu schaffen. Eine
Nachkontrolle war dem Ref. noch nicht möglich; übrigens sind die Masse
der Säulen u. dgl. nicht ausschliesslich nach eigenen Messungen W.s gegeben.
Nachrichten und Notizen II. 297
Hinsichtlich der Datierung dieser und anderer Bauten der Insel neigt W.
zu der wol durch die Erkenntnis, dass die sog. domus Tiberiana in Rom
auf Augustus zurückzuführen sei, gewonnenen Meinung, dass sie dem
Augustus bereits zuzuschreiben seien. Wenn er dem Tiberius Bauunlust
zuschreibt, so muss doch daran erinnert werden, dass dieser noch unter der
Regierung des Augustus den Castortempel (6 n. Chr.) wiederherstellte, dann
das gewaltige Erbe des grGssten Bauherrn Roms antrat, den Tempel der
Ceres, des Liber und der Libera zu Ende führte, den Concordientempel neu
erbaute, aber auch selbständig schuf, so den Augustustempel am Palatin,
den 16 n. Chr. errichteten und zwei weitere zu Ehren des Drusus und Ger-
manicus auf dem Forum Augustum stehende Triumphbögen (Tac. ann. II, 64).
Dass er aber auch neue, in seinem Charakter und seiner Politik begründete
Baugedanken besass, zeig^ die grossartige, eigenartige Anlage des Prä-
torianerlagers in Rom. Da wir weiter durch Sueton erfahren, dass Tiberius
die Einweihung des Capitolium in Capua und des Augustustempels in Nola
als Yorwand für seine Reise nach Campanien nahm, so ist doch wol auf
eine dort entfaltete Bauthätigkeit des Kaisers zu schliessen. Besonders be-
fremdlich wirkt es daher, dass W. einerseits nachzuweisen sucht, dass die
Villa lovis mit ihren erschwerten Zugängen — und für eine absichtliche
Erschwerung des Zuganges spricht in der That die von Sueton 60 vor-
getragene Anekdote, auf die sich W. hätte beziehen können — und ihren
schon aus den Grundmauern erschlossenen abgeschiedenen Wohn- und
Gartenanlagen des Kaisers ganz zu dessen, namentlich im zunehmenden
Alter sich steigerndem Misstrauen und Einsamkeitsbedürfnisse stimme,
andrerseits aber ihm die Bauherrlichkeit ab-, dem Augustus sie zuspricht,
der doch gerade seiner Zug^nglichkeit halber bekannt war. Dass sich
allgemeine Aehnlichkeiten mit dem Grundrisse des seiner Anlage nach dem
Augustus angehörigen palatinischen Palastes zeigen, ist nur natürlich, da
das römische Haus seit der Verbindung des alten Atriumhauses mit dem
hellenischen Hofhause auch für den Palast den Typus abgegeben hat und
die Zeit zwischen der Entstehung beider Bauten nicht beträchtlich, Tiberius
durchaus in Augusteischen Baugewohnheiten aufgewachsen ist. Das „modi-
cos privatis aedificationibus*^ des Tacitus (ann. VI, 46) bliebe dabei noch
immer gewahrt, wenn dieser Lieblingspalast des Herrschers nur % <^^b
Augusteischen Palatinbaues in den Abmessungen zeigte. Doch genug der
abgelehnten „wissenschaftlichen Kritik^M Wem die Erinnerung an Capri
lieb ist, dem wird das künstlerisch reiche Werk W.s gewiss eine will-
kommene Gabe sein. A. Schneider.
Von Karl Biedermanns populärem Abriss der „deutschen Volks- und
Kulturgeschichte von der Urzeit bis zum Schlüsse des neunzehnten Jahr-
hunderts** (Wiesbaden, J. F. Bergmann) ist kürzlich (1901) eine 4. Auflage
erschienen, die der bis zu seinem Ende unermüdlich thätige Verfasser noch
selbst vorbereitet hatte. Sie ist bis auf die unmittelbarste Gegenwart
(Herbst 1900) geführt. G. B.
298 Nachrichten und Notizen 11.
G. V. d. Osten, Geschichte des Landes Wursten. L Teil: Bis zu den Eroberungs-
kriegen. Hrsg. im Auftrage des Bundes der Männer vom MorgensteziL
Bremerhaven, Verlag von G. Schipper. 1900.
Die mit unverkennbarem Heimatsstolz geschriebene Geschichte des
Landes Wursten von G. v. d. Osten fiihrt uns in das eigenartige Leben einer
der Bauemrepubliken an der unteren Weser und Elbe. Unterstützt besonders
durch die genaue Kenntnis des Landes schildert der Verfasser, wie das Land
Wursten allmählig bis zur Errichtung des Seedeiches gegen 1100 der ^wild^
szee^^ abgerungen wurde. Die Darstellung der politischen Geschichte, deren
Quellen erst spät fliessen, setzt etwa ein Jahrhundert nachher ein, sie
zeichnet das Bild des trotzigen Friesenstanunes, der dank gegenseitig sich
bekämpfender dynastischer Bestrebungen bis zum Ende des Mittelalters eine
thats'ächliche Unabhängigkeit sich bewahrt. Interessant im einzelnen sind
frühe Beziehungen zur Hanse, mit der die Wurster als Seefahrer und See-
räuber, vor allem aber durch Ausübung des Strandrechts in Berühmng
kamen. Das vierte Kapitel behandelt einzelne Seiten des wirtschaftliche
und verfassungsrechtlichen Lebens, f^ dessen Erforschung in den £lb> und
Wesermarschen überhaupt noch ein reiches Feld brach liegt. Als Anlagen
sind einige Bauerschaftsordnungen etc. abgedruckt, der Anhang enthält eine
Abhandlung über Wurster Flurnamen. E. Reib stein.
G. Salvemini: Studi storici. Florenz, Bemardo Seeber, 1901. 168 S.
gr. 8^
Der Verfasser dieser Studien hat sich bereits durch eine Anzahl grösserer
und kleinerer Schriften eine geachtete Stellung unter den jüngeren italie-
nischen Verfassungshistorikem errungen: ich wüsste kaum einen zu nennen,
der die Vorzüge der italienischen Schule: einfache Sachlichkeit der An-
ordnung, Klarheit und Präzision des Ausdrucks, mit den Errungenschaften
deutscher Forschung und Methode: vertieftem Eindringen in den inneren
Zusammenhang der Erscheinungen, Kenntnis und Beherrschung der
Forschung anderer Länder — in gleicher Weise vereinigte. In einem
Bändchen von geringem Umfange hat er jetzt vier kürzere Aufsätze ver-
einigt, die, jeder für sich ein kleines Kunstwerk, eine ganze Reihe zum
Teil neuer und bedeutsamer Forschungsergebnisse bringen. Der erste giebt,
gestützt vor allem auf einige von Zdekauer publizierte Urkunden, ein
überaus lebendiges Bild von den Schicksalen einer toskanischen Land-
gemeinde^ im 13. Jahrhundert: er schildert zunächst den AllTna.yilig sich
vollziehenden Uebergang der Bewohner von der Hörigkeit zum Zinsbanem-
tum, von da zur Freiheit; die Umwandlung der ungemessenen Dienste in
gemessene Zinsen, bewirkt durch den Fortschritt zu intensiver Kultur,
durch die rasche Zunahme der Bevölkerung; die fortschreitende Gemeinde-
bildung und Verselbständigung in Gericht und Verwaltung; das Sinken
der Grundrenten — ganz wie in Deutschland — durch das Fixieren der
Zinse und die Entwertung des Geldes. Von kurzer Daner war allerdings die
neugewonnene Freiheit der toskanischen Bauern: bald tauschen sie die
^ Des Kastells Tintinnano.
Nachrichten und Notizen, n. 299
milde Hörigkeit des Feudalismus gegen das strenge, unbarmherzige Regiment
des Stadtstaates ein: harte Steuern, ungleiches Recht, Ausbeutung des
Bodens; Ausschluss der Landbewohner von der aktiven Teilnahme an der
Staatsverwaltung; Kollektiwerantwortlichkeit der Kommunen für alle Ver-
gehen und für ausfallende Steuern; als Folge von all dem wirtschaftliche
und staatliche Misäre. Daran wurde durch den Uebergang des Kastells
an die Salimbeni, ein sienesisches Bankiersgeschlecht, nur wenig geändert:
der Niedergang des toskanischen Bauernstandes war nicht mehr aufzuhalten.
— Der zweite Aufsatz behandelt die zahlreichen Konflikte zwischen Staat
und Kirche in den italienischen Kommunen des 13. Jahrhunderts. Er
weist nach, dass keineswegs eine antireligiöse oder antikirchliche Gesinnung
diese Kämpfe verursacht habe. Ob es sich nun um die Verteidigung der
Kommunal- Autonomie gegen Bischöfe und Aebte als Stadtherren, oder um
den Gerichtsstand geistlicher Personen, oder um die materielle Ausdehnung
der geistlichen Gerichtsbarkeit handelte; ob das Vorgehen gegen die Schein-
kleiiker, die sich dem bürgerlichen Gericht entzogen, oder gegen das
Wachstum des kirchlichen exemten Besitzes oder gegen die Steuerimmunität
der Kleriker den unmittelbaren Anlass zum Konflikte bot — im Grunde
handelte es sich immer um das gleiche Motiv: den Gegensatz des auto-
nomen, zum Bewusstsein seiner selbst gekommenen modernen Staates gegen
die kirchliche über dem Staate stehen wollende und deshalb an sich staats-
feindliche Autorität. An einer Reihe lebensvoller Detailschilderungen wird
das dann von dem Verfasser im einzelnen klargelegt. — In einem dritten,
schon früher einmal publizierten Aufsatz lässt er die verschiedenen Ansichten
über den Untergang des Templerordens von Dante, ViUani und Dino
Compagni bis zu den Neusten (Schottmüller, Prutz, Lea, Gmelin, Langlois)
Beme passieren, um sich am Schlüsse zu der Meinung Lea-Gmelins zu
bekennen: dass zwar moralisch der Orden ebenso korrumpiert gewesen sei,
wie die meisten Bitterorden seiner Zeit, dass die Beschuldigung der Häresie
aber wissentlich falsch war — ein politischer Akt, bei dem Philipp der
Schöne und sein Kanzler Wilhelm von Nogaret die treibenden Kräfte,
Clemens V. ein schwaches, willenloses Werkzeug war, die öffentliche
Meinung den hingerissenen, mitwirkenden Chor bildete. — Ein letzter
kürzerer Artikel lenkt endlich die Aufinerksamkeit auf den halbvergessenen
politischen Denker Bartolo da Sassoferrato, der in der ersten Hälfte des
14. Jahrhunderts im Anschluss an Aristoteles zum ersten Mal im Mittel-
alter eine realistische Theorie der politischen Formen gab, die er aus den
ihn unmittelbar umgebenden Verhältnissen der Staatenwelt des mittelalter-
lichen Italiens abstrahierte. Sehr interessant ist dabei der Nachweis des
engen Zusammenhanges zwischen den Aufstellungen des mittelalterlichen
Philosophen und denen Montesquieus , Rousseaus, Tocquevilles , ohne dass
indes eine direkte Beeinflussung sich erweisen Hesse. Mit den staatsrecht-
lichen Erörterungen, die den Schluss dieses Aufsatzes bilden, wird man sich
allerdings schwerlich befreunden können; doch würde ein näheres Eingehen
auf dieselben nicht im Rahmen dieser Besprechung liegen.
Berlin. Alfred Doren.
300 Nachrichten und Notizen IL
Va tikanis che Urkunden und Rege sten zur Geschichte Lothringern.
Gesammelt und bearbeitet von Heinrich Velbert Sauerland. Erste Ab-
teilung. (Quellen zur Lothr. Gesch. Band L) Metz, Scriba. Xu, 441 8.
Die Kommission zur Herausgabe Lothringischer G^schichtsquellen leitet
die Reihe ihrer Veröffentlichungen mit dem vorliegenden stattlichen Bande
ein, der die Zeit von Bonifaz VHL bis Benedikt XHI. umfasst. Ihre und
des Bearbeiters Absicht geht dahin, alle jenen Zeitraum betreffenden Nach-
richten über Personen und Rechtssubjekte Dentschlothringens, dessen Grenien
sich im allgemeinen mit denen des alten Bistums Metz decken, der Forschnng
zugänglich zu machen. Dass im Interesse der Abrundung des Stoffes ein-
zelne Stücke mitgeteilt sind\ die streng genommen über diese Schranken
hinausgehen, ist durchaus zu billigen, auch kann man mit der hier vorge-
nommenen Scheidung zwischen wesentlichen und minder wichtigen Materialien,
die in völliger Wiedergabe oder Regest ihren Ausdruck findet, sich einverstan-
den erklären, lieber einige Einzelheiten vgl. Historische Zeitschrift, Band 88,
Heft 3. Das von Fr. Grimme bearbeitete Register ist eine tüchtige Leistung.
Strassburg i. £. Hans Kaiser.
Das Handlungsbuch von Hermann u. Johann Wittenberg, henuu-
gegeben von C. Mo 11 wo. Leipzig, Dyksche Buchhandlung 1901. LXXIX
+ 103 S.
Das hier abgedruckte Handlungsbuch umfasst die Thätigkeit des Her-
mann Wittenberg, der Anfang 1338 starb, und seines Sohnes (vgl. daia
S. TU) Johann, des bekannten lübischen Bürgermeisters, der 1863 in Lübeck
enthauptet wurde. Das Handlungsbuch gewährt also einen Einblick in
über dreissig Jahre der Geschäftsführung und Geschäftsformen einer an-
gesehenen hansischen Kaufmannsfamilie. Der Zeit nach ist es übeihanpt
das älteste der bis jetzt bekannt gewordenen Handlungsbücher Deutsdi-
lands. Hinzugefügt sind vom Herausgeber drei Privatbriefe in Angelegen-
heiten Johann Wittenbergs; Beiträge zur Familien- und Besitzgeschichte der
Wittenborgs für die Jahre 1310 — 1400 aus dem reichen Material der Lü-
becker Stadtbücher, 119 Eintragungen; fünf Testamente Wittenborgscber
Familienmitglieder, darunter auch das des Bürgermeisters Johann und seiner
Wittwe, sowie noch einige andere Dokumente. Ohne weiteres wird die
Wissenschaft dem Herausgeber Dank wissen für die endlich erfolgte Ve^
öffentlichung dieses in mancher Hinsicht auch neue Aufschlüsse über dss
Erwerbsleben eines Hansischen Kaufmanns bietenden Handlungsbncliei.
Auf dieses Neue hinzuweisen bezw. es auszuführen nimmt der Heraoi-
geber Gelegenheit in der vorausgeschickten Einleitung. Dass dieselbe ausser-
dem dem biographischen Detail eingehende Aufinerksamkeit widmet und
Neues besonders zur Geschichte Johann Wittenborgs bietet, versteht sieb
von selbst. Aber dem ungeheuerlichen Erklärungsversuch für sein tragisches
Ende, den M. in längerer Erörterung S. XV ff. vorträgt, kann ich nicht bei-
stimmen. Die paar Stück Tuch, die er angeblich laut seines Handlnngs-
buches in Uebertretung der hansischen Handelssperre gegen Flandern (1368)
gekauft hat, werden doch im übrigen durch das Handlungsbuch selbst *^
völlig erlaubte Käufe erwiesen! Die von Mantels s. Z. geäusserte Yermutasg
Nachrichten nnd Notizen IT. 301
über die Gründe seiner Hinrichtung dürfte, allerdings wohl in etwas modi-
fizierter Form, doch das Richtige getroffen haben.
Zwischen dem Geschäfte Hermanns und seines Sohnes besteht nach
dem Handlungsbuche ein grosser Unterschied. Erst unter Johann hat es
bedeutende Ausdehnung gewonnen. Wie M. hervorhebt, giebt das Buch
nur von den Geschäften Kunde, die auf Kredit abgeschlossen waren, nicht
von den gegen volle Barzahlung gemachten. Doch dürfte diese letztere
Form überhaupt selten gewesen sein. Malz, Getreide, Pelzwerk und Wachs
des Ostens im Umsatz gegen das Tuch des Westens waren die Hauptartikel,
mit denen er auch en gros handelte. Ihn darum „im vollsten Umfange de«
Begriffs" als Grosshändler zu bezeichnen, wie M. thut, ist nicht angängig.
Sein Geschäftsbetrieb ist doch nicht unähnlich denjenigen des Vicko von
Geldersen oder des Johann Tölner, d. h. eine Mischung von Gross- und
Kleinhandel, wie sie von Below treffend als typisch für den mittelalterlichen
Handel charakterisiert hat. Allerdings scheint der grosshändlerische Zug l>ei
Wittenborg stärker zu sein. Gerade in Lübeck mögen Kauf leute von diesem
Typus am zahlreichsten innerhalb der Hansestädte anzutreffen gewesen sein.
Längere wichtige Ausführungen widmet M. der Zurückweisung der
Ansichten Paulis u. A. über die Natur des Handels jener Zeit. Wie er
darlegt, fuhrt das HandlungsVjuch der Wittenborgs fast in allen Punkten
XU gänzlich andern Schlüssen sowohl hinsichtlich der Bedeutung und Ver-
breitung des Speditions- und Kommissionshandels wie der Inanspruchnahme
des Kredits. M. beschäftigt sich des weitem in dem Kapitel: Gesell-
schaften und S€ndeve eingehend in kritischer Sichtung der Ausführungen
Früherer, namentlich Rehmers mit der Frage: Wie ein Grosskaufmann
sein Geschäft betrieb. Er giebt hier eine scharfsinnige Untersuchung über
HandelsgeseUschaft, Arten und Einrichtung derselben, sowie über Charakter
nnd Bedeutung der Sendeve, in der er die deutschrechtliche Wurzel des
Kommissionsgeschäft» erblickt. Mit der aus Pauli geschöpften Angalie,
dass hansische Verbote der Vergesellschaftung mit Nichthansen erst seit
1426 bekannt seien« ist er im Iixtum 'vgl. bereits zu 1405 Hanserezesse ed.
Koppmann V n. 235 § 8. d. woza zu 1402 das. n. 89 § 3, 99 § 7 und die
Ordonnanz de« grossen Han&etag« von 1418 das. VI n. 657 § 32;.
Hinsichtlich der Ifängel im Sachregister verweise ich auf die vielen
Berichtigungen, die E. Koppmann in seiner Besprechung dieses Buches in
den Hans. 6. BIL Jg. IdOO f?. 189 giebt.
Bedmaem inii»s ich ichlie»lich die grosse UnViequemlichkeit, die der
Hg. fOr den Benutzer dadurch (reschaffen hat, dai»s er die Anmerkungen
jedem Handlum^bnche hinten angfrhängt hat. Da dieselben durchjschnittlich
ganz korz sind, so hätten «ie ohne Schaden für den T«xt unter dies^^m
immer nnr ein kleinec Plätzchen eingenommen, während »m ^ich empfohlen
hätte, die aa%el&sten Dauen am Bande direkt neben dem Text zo vermerken.
Daenell.
Egbert Delpj. I>ie I>!vez;de von der heiligen Ursola in der Kölner Maler*
schale. K^ln ISKfl 8* Mit Vf IHufftr.
Es iat kein fmdiakbarer Stof . den sdb der Verfasser za seiner fai-
302 Nachrichten und Notizen 11.
storischen und ikonographiachen Darstellung erwählt hat Denn die ürsula-
legende ist eine der phantasievollsten Erzählungen des ganzen christlichen
Legendenschatzes und nicht nur in ihrem ürsprungsorte Köln, sondern
namentlich gegen Ende des Mittelalters weithin in germanischen und ro-
manischen Ländern populär geworden. Aber sie gewinnt noch ein be-
sonderes historisches Interesse dadurch, dass ihre Entwicklung einen ty-
pischen Fall von Legendenbildung darstellt und femer dadurch, dass sie
ein Lieblingsthema für Darstellungen in der altkölnischen Malerschule
bildete und auch Anlass zu hervorragenden Meisterwerken der altnieder-
ländischen und venezianischen Kunst wurde. Der Verfasser giebt im eisten
Kapitel auf Grund der verhältnismässig reichen Litteratur eine klare Ueber-
sicht über die einzelnen Etappen dieser Legendenbildung von ihrem hi-
storischen Kern — der Lapidarinschrifb in der Ursulakirche in Köln —
bis zu ihrer endgiltigen Festlegung im 12. Jahrhundert. Dann beginnt 6r
im zweiten Kapitel die ältesten künstlerischen Darstellungen in chrono-
logischer Folge abzuhandeln. Aber seltsamerweise verläAst er dann wieder
die chronologische Reihenfolge, um in den nächsten drei Kapiteln die Summe
der erhaltenen Bilder nach dem Inhalt in: historische Einzeldarstellungen,
Repräsentations- und cyklische Darstellungen zu ordnen. Dadurch ist er
gezwungen, den gleichen Weg durch die Geschichte der kölnischen Malerei
dreimal zu nehmen. Das war gewiss nicht praktisch, aber der Verfasser
hat sich wenigstens vor naheliegenden Wiederholungen gehütet und die
wiederholten Spaziergänge durch die Geschichte der kölnischen Malerschule
benutzt, eingehende Kenntnisse und allerhand feine Beobachtungen auf
diesem Gebiete darzulegen. Durch die sorgföltige Zusammenstellung aller
dieser auf die ürsulalegende bezüglichen Bilder wird es durchans klar, dase
die Kölner Malerschule im ganzen Verlaufe ihrer Entwicklung zur Ver-
herrlichung dieser Lokaltradition immer neue Kräfte eingesetzt und glück-
liche Lösungen gefunden hat. Und so wird man dem Verfasser gern zu-
geben, dass diese Darstellungen ein Spiegelbild und in nuce eine Geschichte
der älteren kölnischen Malerei darbieten. — Das granze Buch liest sich auch
gut und wirkt durch die Begeisterung des Verfassers für seinen Stoff. Indes
darf auch nicht verschwiegen werden, dass man recht oft durch allerhand
Kleinigkeiten chokiert wird. So stören die Sätze ohne Zeitwort (z. B. p. 170
imten gleich zwei), femer die geradezu verschwenderisch gebrauchten Aas-
rufzeichen, die überschwenglichen Superlative auch bei harmlosen AnläsaeB
imd gewaltsame Wortbildungen, wie z. B. das fürchterliche Adverb „un-
severinermässig". Ein irreführender Dmckfehler ist 1478 statt 1378 auf
p. 40. Das sind nur Aeusserlichkeiten; schwerer ins Gewicht f&llt die ein-
seitige Vorliebe des Verfassers für seinen Stoff. Die kölnische Malerei er-
scheint bei ihm wie ein Idyll, in das dann der niederländische Realismus
wie ein zerstörender Nordwind hineinfuhr. Aber in Wirklichkeit war doch
dieser Gang der Dinge ein gesunder und der niederländische Realismus
nur die Offenbarung dessen, wonach auch Stephan Lochner sichtlich ge-
rungen hat. In dem Exkurs über den Ursulaschrein MemUngs scheini
mir keiner von den Punkten, welche beweisen sollen, dass Memling den
GjkluB der van Schejven in der Ursulakirche in EBibi studiert hat, izgend-
Nachrichten und Notizen II. 303
wie stichhaltig, und über Jan nnd Jürgen van Scheyven selbst bleibt die
üngewissheit, ob sie Stifter oder Maler waren, und der Verfasser hat nur
einen weiteren Schritt ins Ungewisse gethan, als er sie noch zu Dichtem
der auf den Bildern stehenden Verse machte.
Mit solchen wenig begründeten Vermutungen ist nichts anzufangen.
Ueberhaupt bietet das Buch keine wesentlichen Forschungsergebnisse, und
wo der Verfasser Probleme berührt — wie in der Zuweisung des Ante-
pendium im Kölner Kunstgewerbemuseum an Meister Wjnrich oder in der
Charakteristik Meister Wilhelms und Wynrichs — bleiben seine Aus-
f&hnmgen zu subjektiv. Der Wert des Buches liegt in der sorgfältigen
Aufstellong des Bildermaterials und in den eingehenden ikonographischen
Erklärungen. Wer sich über Ursula und ihre Verherrlichung durch die
Kölner Malerschule orientieren will, findet hier den bequemsten Aufschluss.
und man möchte noch ein solches Buch wünschen mit dem Nachweis über
die Bolle der .Ursula in der Kunst des übrigen Deutschlands und der
anderen Länder und zwar nicht nur in der Malerei, sondern auch in der
Skulptur und Goldschmiedekunst und in den Miniaturen und Stichen. Da
würden Memling und Carpaccio und Grünewald den Ehrenpreis erhalten
nnd neben vielen anderen Werke wie die kostbaren Reliquiarien der Pinnosa
und der Ursula in Notre Dame in Tongres zur Sprache kommen.
F. Becker.
Das 8. Heft der von Ad. Bachmann herausgegebenen Prager Studien
auB dem Gebiete der Geschichtswissenschaft bringt die erste Hälfte einer
Abhandlung des Duppauer Gjmnasialprofessors P. Simon Binder über
J^ie Hegemonie der Prager im Hussitenkriege^^ (^^^gt Rohli6ek und Sievers
1W)1 , 163 S.). Der Verfasser setzt mit dem Tode K. Wenzels (16. Aug.
1419) ein und schildert ziendich eingehend, doch nicht erschöpfend die
innere nnd äassere Entwicklimg der gemässigten hussitischen Partei in Prag,
ihr Verhältnis zu den anderen Parteien, besonders den Taboriten, und die
kriegerischen Ereignisse bis Mitte Juni 1421 (im Inhaltsverzeichnis ist irre-
fOhrend der 10. Januar 1422 angegeben). Er stützt sich dabei in der
Haupteache auf die von Palacky und Höfler veröffentlichten Quellen, vor
9ilen auf Lorenz von Bfezowa. Da aber diese Quellen zum grossen Teil
auch schon in Palackys Böhmischer Geschichte verwertet sind, so macht
•eine Schrift als Ganzes genommen den Eindruck einer blossen Umarbeitung
des Palack^schen Buches (IE, 2 S. 47 — 221) unter dem im Titel angedeu-
teten Gesichtsponkte. Doch wäre es unbillig, darüber zu verkennen, dass
er vielfach mit Erfolg bemüht gewesen ist, Palack^s Darstellung auf Grund
■einer eigenen Quellenstudien zu erweitem und zu berichtigen.
H. Herre.
Ilwof, Franz, Der Protestantismus in Steiermark, Kärnten und Krain
vom XVL Jahrhundert bis in die Gegenwart. Graz 1900. Druck und
Vorlag ,J[ieykam". m und 300 S. gr. 8«.
Die vorstehende Darstellung beruht wesentlich auf den gründlichen und
vielseitigen Stadien zur Greschichte der Refonnationszeit, als deren Haupt-
vertreter J. Loserth, G. Lösche und die Mitarbeiter an dem Jahrbuch der
304 Nachrichten und Notizen IL
Gesellschaft für die Geschichte des Protestantismus genannt seien. Ein-
gehend ist das XVI. Jahrhundert behandelt, beinahe % des Buches sind
ihm gewidmet in den 4 Abschnitten: I. Reformation 1520 — 1578, ü. Gegen-
reformation unter Karl II , III. die Regentschaft der Erzherzöge Ernst und
Maximilian 1590 — 1595 und IV. Gegenreformation imter Ferdinand n. 1595
bis 1629. Die folgenden 3 Jahrhunderte sind in den 3 Kapiteln vertreten:
Verfolgung der Kryptoprotestanten 1629-1781, Duldung 1781—1848 und
Gleichberechtigung seit 1848. In dem Vorwort erklärt der Verfasser, um
jedem Missverständnisse von vornherein zu begegnen, dass der Stoff fSr
diese Schrift zum grössten Teile gesammelt und ihre Abfassung im Zuge
war, ehe die sogenannte „Los von Rom -Bewegung" in den österreichischen
Ländern begonnen hatte und dass diese auf die Entstehung der Schrift
nicht den geringsten Einfluss gehabt hat.
Leipzig. Georg Müller.
Freiin Karoline von Freystedt, Erinnerungen aus dem Hofleben.
Herausgeg. von Karl Obser. Heidelberg 1902. Carl Winter. Pr. 6 Mk.
8^ XVI u. 234 S.
Das Buch enthält Aufzeichnungen einer ehemaligen Hofdame der Mark-
gräfin Amalie von Baden, der Schwiegertochter des Markgrafen Karl Friedrich,
die im Jahre 1774 den Erbprinzen von Baden heiratete und im Jahre 1882
starb. Im Vordergrunde der Erzählimg steht die Markgräfin Amalie und
ihre nächste Familie, aber da die Heldin keine Rolle im öffentlichen Leben
gespielt hat, so bringt das Buch für die Kenntnis der Zeitgeschichte nichti
Neues von Belang. Wer sich indessen für die Interna eines mittleren
deutschen Hofes gegen Ende des 18. Jahrhunderts und zu Beginn des 19.
interessiert, dem kann es lebhaft empfohlen werden. Es giebt eine an-
ziehende Schilderung des badischen Hofes, der bei seinen weitverrweigten
verwandtschaftlichen Beziehungen — die Markgräfin war die Schwieger-
mutter der Monarchen von Russland, Schweden, Bayern und einer Napoleo-
nischen Prinzessin — eine gewisse europäische Wichtigkeit besaas. Die
vornehmsten Persönlichkeiten am Karlsruher Hofe, insbesondere der alte
Markgraf Karl Friedrich, sein Enkel und Nachfolger Grossherzog Kari,
König Gustav von Schweden, werden anschaulich charakterisiert, aber
immer sind es nur die alltäglichen Beziehungen, in denen sie auftreten;
über die Empfindungen, die die besprochenen Personen den grossen Zeit-
ereignissen gegenüber hegten, erfährt man so gut wie nichts.
G. Roloff.
Alfredo Poggiolini, Anmiiratori e Giudici della Rivoluzione Francese
(Thiers, Michelet, Blanc, Sybel, Taine, Tocqueville, Sorel). Firenze 1901.
Lire 3,50.
Der Verfasser giebt von den bekannten Werken der sieben Historiker,
welche er behandelt und von denen er die drei zuerst Genannten als
Bewunderer, Sybel und Taine als Verurteiler, Tocqueville und Sorel als
ruhige Beobachter kennzeichnet, eingehende Referate, welche von au88e^
ordentlich fleissigem Studium und einem erfreulichen Blicke fSr das
Wesentliche zeugen. In ihnen liegt der Hauptwert der Schrift. In den
Nachrichten und Notizen ü. 305
geannden und gemässigten aber nicht immer sehr tiefen eigenen Bemerkungen
des Verfassers (S. 182—213) würden wir gern etwas mehr über die persön-
lichen Verhältnisse, die Ideenkreise und die Zwecke der sieben Historiker
hören. Ihre Auffassung von der Revolution ist doch von diesen Dingen
ganz wesentlich beeinflusst worden. — Der Verfasser kommt zu dem Schlüsse
(S. 212 f.), dass es zwar nicht angängig sei, mit Bonfadini zu sagen, die
französische Revolution sei „der Sache der Freiheit verderblich" gewesen,
aber er billigt doch folgenden Ausspruch Mazzinis: „der Fortschritt der
Völker beruht heutzutage darauf, dass sie sich von Frankreich emanzipieren ;
der Fortachritt Frankreichs darauf, dass es sich vom 18. Jahrhundert und
seiner ersten Revolution emanzipiert.^^ — In manchem kann man dem Ver-
fasser nicht beipflichten, so z. B. wenn er Sybel zu den einseitigen Ver-
urteilem der Revolution rechnet (s. o.) und wenn er den naiven Glauben
hat, „die Apotheose der Revolution sei auf immer abgethan'^ (S. 207).
Freiburg i. B. Adalbert Wahl.
Wilhelm Wendland, Dr. phil.. Versuche einer allgemeinen Volks-
bewaffnung in Süddeutschland während der Jahre 1791 bis
1794. (Historische Studien veröffentlicht von E. Ehering, Dr. phil. Heft
XXIV.) Berlin, E. Ehering, 1801. VIII, 224 Seiten.
In der Hauptsache beschränkt sich der Verf. dieser von Max Lehmann
angeregten trefflichen Arbeit darauf, die Volksbewaffnungsversuche, die man
am Oberrhein, in Baden und im österreichischen Breisgau, zur Begegnung
der firanzösischen Kriegsgefahr machte, vornehmlich nach den Akten des
Badischen General-Landes-Archives darzustellen. Die voraufgeschickte Ein-
leitung („üeberblick über die Geschichte der allgemeinen Wehrpflicht in
Deutschland bis gegen das Ende des 18. Jahrhunderts^^, S. 1 — 21) vermag
freilich nicht viel mehr zu geben als eine Zusammenstellung vereinzelter
Notizen; man möchte die Volksbewaffnung in feste Beziehung gesetzt sehen
SU den grossen kriegsgeschichtlichen Wandlungen, den Fragen der Waffen-
technik und der nötigen Ausbildung der Mannschaften; femer vermisst
man Angaben darüber, in welchem Masse die gesetzlichen Vorschriften der
forstlichen Landesordnungen der späteren Jahrhunderte wirkliche An-
wendung in der Praxis gefunden haben; wie z. B. im 16. Jahrhundert
neben dem wichtigsten Teile, dem Soldheer, auch das Lehnsaufgebot einer-
seits und das Landesaufgebot anderseits noch zu kriegerischen Zwecken
verwandt werden, hat G. Paetel, die Organisation des hessischen Heeres
unter Philipp d. Grossmütigen (Berlin 1897) gezeigt. Auch in der mit
grossem Fleiss und umsichtigem Urteil, zuweilen etwas breit, gegebenen Be-
handlung des eigentlichen Themas würde man ein tieferes Eingehen auf
die militärische Leistungsfähigkeit des bewaffneten badischen Landvolkes
gern gesehen haben; wir leben statt dessen mehr in der Sphäre der akten-
mässigen Vorbereitungen und Verhandlungen. Interessant ist es zu sehen,
wie die Ideen der Volksbewaffnung, die auch die militärisch -politische
Widerstandskraft der Territorien zweiten und dritten Ranges eventuell hätten
verstärken können, einen entschiedenen Gegner an der Militärmacht Preussen
finden; hier hätte man es vorgezogen, den wehrlosen Territorien durch
306 Nachrichten und Notizen ü.
die Verteidigung gegen Frankreich nnentbehrlich zu werden und, indem
man ihnen durch den Verpflegungsantrag die Kosten aufbürdete, auf Kosten
des Reiches, also hauptsächlich der Kleinen, grosse Politik zu machen; für
diese schon in Rankes Hardenberg I, 134—150 behandelten Dinge, überhaupt
für die Vorgeschichte des Baseler Friedens erhalten wir sehr dankenswerte
Ergänzungen durch das Buch Ws. Die vielen Anläufe zur Volksbewaffinung
werden von ihm etwas optimistisch beurteilt; so S. 194: „es war ein letztes
gewaltiges (!) Aufflammen des Gedankens der allgemeinen Wehrpflicht.^
Wir sehen eigentlich eher, dass das absolute Fürstentum in der Not sich
ent-schliesst, aus Gebrauch gekommene oberliche Anforderungen wieder antzbar
zu machen, allerdings mit vorsichtigem Appell an die populären Tendenzen,
aber mit der notgedrungenen Beschränkung auf die allernächsten Interessen
eines kleinen Territoriums, auf die blosse Defension im Falle der Gefahr.
Es lag nicht allein an der innem Abneigung der Berufssoldaten, dass diese
„zukunftsreiche Bewegung^ ^ ohne einen andauernden Erfolg geblieben ist,
sondern mehr noch an den politischen Voraussetzungen, an die trotz alles
löblichen Enthusiasmus die militärische Leistung dauernd gebunden sein
musste.
Berlin. Hermann Oncken.
Die interessante Untersuchung von Alexander v. Brandt in den
Landwirtschaftlichen Jahrbüchern XXIX, 101 ff. ist nimmehr unter dem Titel
Droit et coutumes des populations rurales de la France eo
mati^re successorale auch in französischer Uebersetzung von Engine
R^gnier erschienen (Paris, Librairie de la soci^tä du recneil g^n^ral des
lois et des arrets, 1901, IV u. XVI u. 871 S. und zwei Karten; 8»; 7,60 Fr.).
Brandt giebt einen historischen Ueberblick über Grundbesitz und Erbrecht
in Frankreich vor und nach der Revolution, in dem er zeigt, wie ursprüng-
lich im ganzen Norden (und an der Küste des mittelländischen Meeres) das
Prinzip der Teilung der Landgüter unter alle Söhne, im Süden (und in der
Bretagne) dagegen das der ungeteilten Uebertragung an einen der Söhne
vorgeherrscht habe, wie dann die Aufhebung der die Landbevölkerong
schwer bedrückenden übermässigen Steuerbelastung zur Zeit der Revolution
den kleinen Grundbesitz vermehrte, der Code Napoleon aber, der die Teilung
des liegenden Besitzes ujiter die gleichberechtigten Erben allgemein an-
ordnete, zwar gleichfalls den Grossen schaden wollte, thatsächlich jedoch
sich gegen die Mittleren und Kleinen richtete, denen durch die immer
schlimmer werdende Zerstückelung schliesslich die Lebensfähigkeit geraubt
wurde. In ausführlicher Darlegimg über die sechs Teile, in die v. Brandt
Frankreich nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten zerlegt, wird das im
einzelnen verfolgt. Das allgemeine Interesse, das diese Darlegungen
haben, zeigt sich am markantesten darin, dass vnr nach ihnen in dem £ib-
teilungsgesetz des Code Napoleon den hauptsächlichsten Grund für die Ent-
völkerung des Landes in Frankreich, für die ausserordentlich geringe Zu-
nahme der französischen Bevölkerung überhaupt zu sehen haben; dieBaoen
beugen der Zerstückelung ihrer Güter durch die Beschränkung ihrer Nach-
konmien zumeist auf einen Sohn vor. Georges Blondel, der die firanzOnsche
Nachrichten und Notizen IT. 307
Ausgabe mit einer Einleitung versehen hat, schliesst sich diesen Aus-
fuhrungen und den daraus entspringenden Mahnungen, die auf eine Aende-
rong der Bestimmungen des Code Napoleon in der durch das Gesetz vom
30. November 1894 bereits eingeschlagenen Richtung abzielen, durchaus an.
„Die deutsche Verwaltung*^, sagt er, „hat uns eine Lehre gegeben, als sie
bei der Besitzergreifung von Elsass- Lothringen sofort unser Erbgesetz
modifizierte. Das Gesetz der Teilung herrscht nirgends mehr so absolut
als bei uns.^* Blondel ist ein begeisterter Agrarier und hofft von einem
Aufschwung der Landwirtschaft nach Abänderung des Code Napoleon zu-
gleich einen Aufschwung der französischen Industrie, des Anteils Frank-
reichs am Weltmarkt, des nationalen Lebens in jeder Hinsicht. Man wird
gut thun, diese Erörterungen immerhin mit einiger Reserve aufzunehmen.
Ebenso möchte ich bezweifeln, dass hinsichtlich der Bestimmungen des
Code Napoleon über die Landvnrtschaft durch die, manches Richtige ja
gewiss enthaltenden Brandtschen Ausführungen das letzte Wort gesprochen
sei. Auch ist die Anschauung, dass die Beseitigung des übermässigen
Steuerdrucks in Frankreich das Verdienst der grossen Revolution sei, nach
den Untersuchungen von A. Wahl in seinen Studien zur Vorgeschichte der
französischen Revolution unhaltbar: diese Beseitigung war schon vor dem
Ausbruch der Revolution gesichert. R. Holtzmann.
Zeitflchriften. Die bekannte Zeitschrift für wissenschaftliche Philo-
sophie, die vor 16 Jahren Richard Avenarius begründet hat und die zuletzt
Paul Barth (in Verbindung mit Ernst Mach und Alois Riehl) redigierte,
erscheint in Neuer Folge als „Vierteljahrschrift für wissenschaft-
liche Philosophie und Sociologie" (Leipzig, 0. R. Reisland). Damit
ist die Richtung zum Ausdruck gelangt, die der Herausgeber Barth seinen
wissenschaftlichen Neigungen gemüss der Zeitschrift schon während der
letzten Jahre mehr und mehr gegeben hat. Das erste Heft, dem Barth ein
Geleitswort mitgab, bringt neben anderem den für Historiker beachtens-
werten Aufsatz von Steinmetz: Der erbliche Rassen- und Volkscharakter.
Deutsche Arbeit heisst eine neue Zeitschrift für das geistige Leben
der Deutschen in Böhmen, herausgegeben im Auftrage der Gesellschaft zur
Förderung deutscher Wissenschaft, Kunst und Litteratur in Böhmen. Aus
dem uns vorliegenden 4. Heft des 1. Jahrgangs eitleren wir einen Aufsatz
von 0. Weber „Benedek und der Krieg von 1866" und die Rede, die
Frhr. v. Wieser bei der Einführung in das Rektorat der dt. Universität
gehalten hat „Über die gesellschaftlichen Gewalten^S
Eine neue Monatsschrift für das soziale und geistige Leben der Völker
„Politisch-anthropologische Revue", herausgeg. von L. Woltmann
und Hans Buhmann (Eisenach, Thüringische Verlags-Anstalt), verfolgt auch
historische Ziele, „nämlich die soziale und geistige Geschichte des Menschen-
geschlechts vom Standpunkt der organischen Naturgeschichte zu erforschen,
und zu diesem Zwecke die biologischen und anthropologischen Grundlagen
in der Entwickelung der wirtschaftlichen, politischen und juristischen Ver-
hältnisse, wie auch der Moral, Philosophie, Kunst und Religion nach-
zuweisen*^
HUtor. Yierta^jalixiohrin. 190i. 8.
22
308 Nachrichten und Notizen 11.
Im Herbst vorigen Jahres ist in AnknQpfung an einen älteren, aber
seit Jahren unthätigen Verein ein ,,6eBchicht8yerein für Waldeck
und Pyrmont'^ mit dem Sitze in Arolsen ins Leben gemfen. Der erste
Band der von demselben herausgegebenen ««Geschichtsblätter^* (EommissionB-
Verlag der WeigeF sehen Hof buchdruckerei in Mengeringhausen) enthält:
+ Prof. Bosch, Geschichte des Klosters Arolsen; Freih. v. Hadeln, Die
Fürstlichen Sammlungen im Residenzschlosse zu Arolsen; Prof. Victor
Schultze, Die „christliche Unterweisung^^ der Gräfin Anna Katharina zu
Waldeck v. J. 1655; Die waldeckischen Archive, mitgeteilt aus dem Kgl.
Staatsarchiv in Marburg; Kleinere Mitteilungen. Landesgeschichtliche
Litteratur.
Zu den bereits in Frankreich bestehenden Zeitschriften, die sich vor-
wiegend oder ausschliesslich mit der neueren Geschichte beschäftigen
(Revue d'histoire diplomatique, La r^volution fran^aise . . .) hat sich seit
einigen Jahren eine neue gesellt — ein charakteristisches Symptom dafür,
wie sehr in Frankreich (noch mehr als bei uns) das historische Interesse
allmählig von der neueren Geschichte aufgesogen wird: Revue d'histoire
moderne et contemporaine. T. I — IH. Paris, Georges Bellais 1899 — 1902.
(Bd. in noch im Erscheinen.) Repertoire m^thodique de l'histoire
moderne et contemporaine de la France r^dig^ sous la direction de
G. Briere et P. Caron et publitS par la Revue d*histoire moderne et con-
temporaine. P— n« Ann^e (1898—1899). Paris, Georges Bellais 1899—1901.
Die neue Zeitschrift, auf deren Mitarbeiterliste man vorwiegend jüngeren
aufstrebenden Talenten begegnet, verdient die Aufmerksamkeit auch der
deutschen Fachkreise. Beschränkt sie sich auch im wesentlichen wie die
französische Forschung überhaupt auf französische Geschichte, so hat sie
sich im übrigen doch ihre Aufgabe sachlich wie chronologisch erheblich
weiter gesteckt als die eben genannten Zeitschriften. Bourilly behandelt
die politischen Ideen Commines' (Bd. 1), Haus er die Stellung der unteren
Klassen zur reformatorischen Bewegung des 16. Jahrhunderts (Bd. 1),
Lichtenberger die Arbeiterfrage im 18. Jahrh. in ihrem Zusammenhange
mit der Philosophie des Zeitalters (Bd. 3), Sagnac den bäuerlichen Grund-
besitz in derselben Epoche (Bd. 3). Die Stellung eines Intendanten in der
ersten Hälfte des 17. Jahrh. bringt ein lehrreicher Artikel von Gh. Schmidt
an dem Beispiel Sublet de Noyers* zur Anschauung (Bd. 2). Demselben
Verf. verdanken wir wertvolle Mitteilungen aus den Briefen des Baseler
Kanzlers Peter Ochs, der 1701 in einer Angelegenheit seiner Vaterstadt
nach Paris kam und dessen Urteile über Verhältnisse und Menschen von
scharfer Beobachtung und richtigem Urteil zeugen (Bd. 3). ^ Hingewiesen
sei schliesslich noch auf zwei sehr brauchbare Aufsätze von Caron (Bd. 2)
und Driault (Bd. 3), von denen der eine in bibliographischer Uebersicht
^ Von allgemeinerem Interesse ist u. a. seine Bemerkung vom 8. Mai
1791 über den fortdauernden Einfluss der vom alten Reg^e überkonmienen
Beamten und der unbedeutenden Rolle des Ministers, während die Ent-
scheidung (le pouvoir effectif) in den Händen von ungefähr 20 iiervor-
ragenden und fleissigen Gliedern der National -Versammlung liege.
Nachrichten und Notizen 11. 309
den augenblicklichen Stand und die Lücken unserer Kenntnis der Kriegs-
geschichte von 1792—1816 darlegt, der andere in ähnlicher Weise die aus-
wärtige Politik Napoleons behandelt.
Was der neuen Zeitschrift ihren Eingang gerade auch in unsere
Bibliotheken und historischen Institute sichern wird, ist ihre Verbindung
mit einer trefflichen Bibliographie zur französischen Geschichte,
die sie ihren Lesern offenbar nach dem Vorgang dieser Zeitschrift und der
Masslowschen Bibliographie als Beigabe liefert. Dass dies nicht heftweise
sondern in jährlicher Zusammenfassung geschieht und dass die Bibliographie
separat zu haben ist (10 fr., Preis des Jahrgangs mit der Bibliographie
20 fr.), dürfte manchem Forscher nicht unwillkommen sein. Die Einteilung
ist klar und übersichtlich. Neben der französischen ist speziell die deutsche
Litteratur in einer Vollständigkeit herangezogen, die die weitestgehenden
Ansprüche befriedigt. In der Zeitschriftenliste des Jahrgangs 1899 zählte
ich allein 58 deutsche Zeitschriften (darunter so wenig die Nationalzeitung,
die Beilage der Allgemeinen (Münchener) und der Leipziger Zeitung wie
die sozialistischen Monatshefte vergessen). Was diese Bibliographie ganz
besonders wertvoll macht, ist der Umstand, dass sie den Titelangaben, wo
es im Interesse des Benutzers wünschenswert erscheint, erläuternde (nicht
etwa kritische) Bemerkungen beifügt. Dies geschieht besonders häufig bei
Zeitschriftenaufsätzen , deren Titel ja so oft unbestimmt und dunkel sind.
Auf diese Weise wird dem Benutzer viel vergebliche Mühe erspart und die
Arbeit des Bibliographen für ihn erst recht nutzbar gemacht. Nur ein
Beispiel für viele. Jahrgang 1899, 1149 heisst es: £d. Dowden, un pri-
sonnier soub Napoleon. Diese Angabe würde ein toter Ballast bleiben, mit
dem niemand etwas anfangen könnte, fehlte der erläuternde Zusatz: „Rdcit
^erit en 1822 par nn lieutenant de marine anglaise, fait prisonnier en 1804^^
Die gleiche gesunde Ausführlichkeit zeigt sich auch in dem Umstände,
dass dem Autorenregister ein Register der in den Titeln vorkommenden
Personennamen und ein entsprechendes Ortsregister beigegeben ist.
Alles in allem: wir begrüssen die neue Zeitschrift und ganz besonders
die ihr beigegebene Bibliographie als eine sehr willkommene Erscheinung.
G. Buchholz.
Personalien« Ernennungen und Beförderungen. Universitäten. Zum
Nachfolger von H. Prutz wurde als ord. Professor der neueren Geschichte
in Königsberg der ao. Professor Otto Krauske aus Göttingen berufen; als
o. Prof. der Geschichte nach Göttingen der ao. Prof der histor. Hilfs-
wisaenschaften in Marburg K. Brandi. Der ao. Prof der österr. Geschichte
H. v. Voltelini in Linsbruck wurde zum Ordinarius befördert. Der o. Prof
der Kirchengeschichte A. Ehrhard übersiedelt als Nachfolger F. X. Kraus'
von Wien nach Freiburg i. B. Prof Röthe in Göttingen geht als Nach-
folger Weinholds nach Berlin, der Germanist K. Burdach in Halle an die
Berliner Akademie der Wissenschaften. Der ao. Prof der deutschen Rechts-
geschichte in Graz Puntschart ward zum Ordinarius ernannt.
Als Ordinarien der neu errichteten juristischen Fakultät der Akademie
Münster wurden berufen: Sa vigny- Göttingen für Staats- und Verwaltungs-
recht; Jacobi-Breslau für deutsches Recht, Handelsrecht und Zivilprozess ;
22*
310 Nachrichten and Notizen n.
Erm an -Lausanne für römisches und bürgerliches Recht; Erückmann
Greifswald für deutsches, römisches und bürgerliches Recht und Schreuer-
Prag für deutsches Recht und Strafrecht.
Zum o. Professor der Nationalökonomie an der Technischen Hochschule
in Karlsruhe ist der Wiener Privatdozent Frhr. ▼. Zwiedineck-Süden-
horst bestellt worden.
Der ao. Professor Kornemann in Giessen wurde auf den neu errich-
teten ausserordentlichen Lehrstuhl für alte Geschichte in Tübingen, der
Privatdozent H. Bulle in München als ao. Prof. der Archäologie nach Er-
langen berufen.
Es habilitierten sich: Dr. Jansen und Dr. G. Beckmann in München
far Geschichte, Dr. J. Le ebner in Wien für Geschichte des Mittelalters,
Dr. 0. Wulff in Berlin für Kunstgeschichte, Dr. J. Wolf in Bonn für
Musikgeschichte und Dr. Rubizjnski in Lemberg für Geschichte der
Philosophie.
Todesfälle. Am 14. März starb in Tübingen im Alter von 56 Jahren
der Gjmnasialprofessor Dr. Oskar Treuber, ein bekannter Forscher auf
dem Gebiet der Lykischen Geschichte.
Am 15. März starb in Hampstead Sir Richard Temple im Alter von
74 Jahren.
In EUosterwalde bei Ottobeuren starb kürzlich der bekannte Kirchen-
historiker Dr. jur. Wilhelm Martens.
Professor Lektor Karl Konstantin Tigerstedt ist am 5. März zu
Abo gestorben. Er war am 7. Mai 1822 geboren, wurde 1846 Dozent an
der Universität zu Helsingfors, bekam 1858 eine Stellung als Lektor am
Gymnasium, nachmals Lyceum, zu Abo. Als Forscher beschäftigte sich T.
hauptsächlich mit der Geschichte Finnlands in der Zeit der Königin Kri-
stina, welche er durch akademische Dissertationen und Aktenpublikationen
beleuchtete. In den Programmen des Lyceums zu Abo (1876 — 87) gab er
Beiträge zur Geschichte der Provinz Kexholm in der Zeit der schwedischen
Grossmachtstellung heraus. In der Revue Finek Tidskrift (1877 — 88) schrieb
er mehrere bemerkenswerte Aufsätze über den bekannten Göran Magnus
Sprengtporten. M. G. S.
Erwiderung.
S. 579 ff. des letzten Jahrgangs hat Archivar Trefflz den zweiten Band
meiner Ausgabe des ,,Briefwechsels des Herzogs Christoph von Wirtembeig**
einer Kritik unterworfen, die in vielen Punkten zum Widerspruch reizi
Hier möchte ich nur Einen herausgreifen, nämlich die Stellang, welche Tr.
zu meinem Urteil über den von Brandi herausgegebenen 4. Band des
Dmffelschen Werkes einnimmt.
1) Tr. erklärt, er habe gefunden, dass mein Urteil „in einer Keihe von
Fällen unbegründet*' sei. Ich bitte hierfür Belege beizubringen. *
2) Tr. ist der Ansicht, dass ich mich zu meinem Urteil habe „hinreissen
* Ich bemerke, dass die drei Nummern, Druffel 18, 19, 456, für welche
Brandi das Prädikat „fehlerhaft" zurückgewiesen hat, etwa 14 teilweise
sehr grobe Fehler enthalten; leider darf ich sie hier nicht spedfizieren.
Nachrichten und Notizen ü. 311
lassen^*. Darauf erwidere ich, dass ich das Buch seit seinem Erscheinen
fast täglich benütze, dass ich hunderte von Stücken in yerschiedenen
Archiven und aus verschiedenen Gebieten nachgeprüft und überall die
gleiche Arbeitsweise gefunden habe. Wie diese ist, sollen ein paar Bei-
spiele zeigen; sie sind nicht schlechter als zahllose andere und ich verwahre
mich gegen den Vorwurf, einer Edition von solchem Umfang durch Auf-
zählung einzelner, da und dort sich findender Fehler entgegengetreten zu sein.
I. Die Annäherung zwischen Eurf. Moriz und den Neutralen des Jahres
1552 gehört zum wichtigsten in den Monaten nach dem Passauer Vertrag.
Anfang April 1553 fand eine Zusammenkunft beider in Neuschloss statt,
und wir haben darüber zwei gut geschriebene Aktenstücke, welche bei
Dr. rV, 93 wiedergegeben sind. Das eine zählt die Irrungen auf, in welche
man vermittelnd eingreifen will. Punkt 4 redet von „misverstand und
irrung^^ zwischen Hessen und Nassau; bei den folgenden Punkten werden
ohne neues Substantiv die Parteien einfach mit „item zwischen^^ . . . aufge-
zählt; ganz willkürlich sagt Dr. IV. einmal „Verhältnis**, dann „Spannung**
und endlich ganz falsch „Befürchtungen* ' ; denn auch hier handelt es sich
Tielmehr um einen Streit; der Punkt lautet: item zwischen etlichen stiften
und grafen in Westphalen; diese Grafen werden in Dr. IV. ohne jede Spur
von Anlass in „Städte** verwandelt. Punkt 5 lautet: item zwischen herzog
Hainrichen von Braunschweig und dem landgrafen, auch herzog Hans
Fridrichen von Sachsen; Dr. IV. sagt nur: Hessen und Braunschweig, ändert
ohne jeden Grund die Reihenfolge und lässt Sachsen ganz weg.
Das zweite Stück trägt die Aufschrift: abschied der chur- und fursten,
80 zum Neuenschloss selbst personlich beisamen gewesen seien. Das ist
deutlich. Dr. IV. sagt aber statt dessen: „Hz. Moriz' Bericht. Gemeinsame
Beschlüsse**, woraus niemand sieht, dass es sich um den offiziellen Abschied
handelt. Was berechtigt zu dieser willkürlichen Aenderung? Weshalb
wird das Stück am Schluss völlig falsch für eine „protokollar. Aufzeich-
nung** ausgegeben? Beim 9. Punkt wird ohne jeden Grund nach der Er-
klärung des Eurf. Moriz weggelassen: „weitere Irrungen zwischen Stiften
und Grafen in Westphalen kenne er nicht. Trier und Jülich sollen sich
erkundigen, und wenn die Parteien es zulassen, gütliche Unterhandlung
vornehmen.** Dies ist nicht weniger wichtig als alles andere. Das Auf-
fallendste ist der Schluss; hier ist die Jahreszahl ganz schön und deutlich
ausgeschrieben: im funfzehenhundertunddreiundfünfzigstenjam. Dr. IV. sagt
„1552 [!]*'. Nun hat dieses ! üblicherweise den Zweck, dem Benutzer zu
sagen, dass die Vorlage trotz aller Bedenken wirklich so schreibe; kann
also vernünftigerweise nur angesichts der Vorlage gesetzt werden. In un-
serem Falle dagegen kann es sich nur um einen groben Missbrauch dieses
Editionsmittels handeln.
n. Dr. IV, 551 giebt ein sehr wichtiges, bisher nicht gedrucktes Pro-
tokoll über die ersten Beratungen des Fürstenrates auf dem Reichstag von
1565. Die Vorlage habe ich nicht gesehen^; sie scheint schlecht geschrieben
^ Ich wähle absichtlich ein solches Stück, um zu zeigen, dass sich
wenigstens einige der gröbsten Fehler vermeiden lassen.
312 Nachrichten und Notizen n.
zu sein, weshalb der Text von Dr. lY. zu zahllosen Bedenken Anlass giebt.
Umsomehr Grund zur Sorgfalt für den Herausgeber. Allein schon die
Daten, Febr. 20 und 22, sind falsch. Im ersten Votum Salzburgs ist von
dem ,,auf Invokavit nach Frankfurt anberaumten Tag'* die Rede; eine
geringe Kenntnis jener Zeit genügt, um mit Bestimmtheit sagen zu können,
dass es sich um den in Frankfurt im Nov. 1554 festgesetzten Kreistag
handelt, welcher an Invokavit stattfinden sollte. — Ganz neu ist der Ab-
stimmungsmodus bei Dr. IV. In der ersten Umfrage stellt Oesterreich zu-
nächst den Antrag, durch Ausschuss zu verhandeln, ob man vorgehen solle;
nachher erscheint Oesterreich noch einmal, um sein placet zu eben diesem
Antrag auszusprechen, in ein und derselben Umfrage, an einem Platze, wo
Oesterreich gar nichts zu sagen hat. Offenbar ist das augsburgische Placet
zum österreichischen Antrag als neues österreichisches Votmn aufgefasst
worden. In der zweiten Umfrage hat Wirtemberg die Ehre, zweimal zu
stimmen, macht aber schlechten Gebrauch davon; denn es stimmt in ein
und derselben Umfrage ganz entgegengesetzt, zudem an ganz ungehöriger
Stelle, dazu zwischen zwei Weltlichen, sodass deren drei nebeneinander
sind; und es wird doch alternierend abgestimmt. Alles das genügt nicht,
um den Herausgeber zu einer Note zu veranlassen, vielweniger zu der Er-
kenntnis, dass er hier offenbar Wirtemberg das zweite Mal mit Würzbuig
verwechselt hat. — Schliesslich folgt ein Stück Protokoll, das vom Heraus-
geber als das des 4. März bezeichnet wird. Man müht sich ab, um damit
zurecht zu kommen; allein die Präsenzliste stimmt nicht, der Inhalt der
Beratungen noch viel weniger, die ganze Situation ist nicht die des März;
da geht ein Licht auf: es ist das Protokoll des 7. Februar, das fälschlich
in den März verpflanzt ist. — Nur bei völliger Unkenntnis eines Reichstages
überhaupt und des Reichstages von 1555 im besonderen ist es möglich,
ein solches Stück in so ganz unbrauchbarer Weise herauszugeben.
m. Dr. IV, 598 giebt den Entwurf des Fürstenrates zum Religions-
frieden im Wortlaut; das Stück ist nur einmal, 1631, schlecht gedruckt,
und doch ist es für die Verhandlungen in Augsburg von grösster Wich-
tigkeit. Der Entwurf hat bis zu seinem Austausch mit dem kurfl. Rate
am 24. April 5 innerhalb des Fürstenrates ausgetauschte Vorentwürfe hinter
sich, erst der 6. wird den Kff. übergeben; von diesen sechs Entwürfen
kennt Dr. IV. nur zwei; gedruckt wird nicht etwa der letzte, zum Austausch
gelangte, sondern der Entwurf des 5. April, dieser aber dann irrtümlich
als „Schlussredaktion" bezeichnet. Bei einem der Entwürfe wird behauptet,
er sei vom Kardl. Augsburg an Kg. Ferdinand geschickt worden, die doch
zunächst beide in Augsburg beisammen sind; offenbar sind wieder einmal
Kaiser und König verwechselt, was ein Lieblingsfehler des Buches ist. Nach
einer solchen Einleitung ist es nicht verwunderlich, wenn auch der Ent-
wurf selbst mit ungefähr 13 zum Teil sehr schweren Fehlem zum Abdruck
gelangt; es sind folgende: 1) § 1 Z. 6; als uf jungst zu Passau anno 52
gehaltenen tagen, statt: als auch auf jungst zu P. anno 52 gehaltenem tage.
2) § 8 Z. 8 fehlt nach bestellen: oder zu versehen und zu bestellen gestatten.
3) § 10 Z. 3 lehenschaften und kirchensatz statt lehenschaften oder kirchensats.
4) Ebenda Z. 14 ist zu lesen: so mögen dieselben stand, solche Unrichtigkeit
Nachrichten und Notizen 11. 313
zu furkommen. 6) Z. 15: um die kirchliche Einheit ihres Gebietes trotz § 10
zu wahren, werden die Stände unt. and. auf den Weg der transaction ver-
wiesen; Dr. rV macht daraus: translation, was etwas ganz anderes ist.
6) § 12 Abs. 3 Z. 1 : Jurisdiction und was der von rechtswegen anhängig ist,
statt: Jurisdiction und chrisam, auch was denen ... 7) Ebenda Z. 4 fiF.
dergleichen auch die klöster, pfarren, spital, andere pfründen, heiigen und
sonst gestiften geistlichen gefeilen, statt: dergleichen auch der klöster,
pfarren, spital, anderer pfründen heiigen . . . gefellen. 8) Abs. 4 Z. 1 auch
statt aber. 9) S. 640 Z. 1 f . ist völlig sinnlos; und die hauptsach (das ist
umb eigentumb, wem solche Jurisdiction) anders nit dan sampt und neben
der strittigen religion . . . ausgetragen werden; statt: und die hauptsach
(das ist umb das eigentumb, wem solche Jurisdiction von rechtz wegen ge-
büre und wie weit sich die erstrecke) sampt und neben der strittigen re-
ligion . . . ausgetragen werden. 10) Ebenda Z. 6 f.: streit oder irrung statt:
streit, irrung oder gebrechen. 11) § 16 Z. 3: schütz und schirm statt: schütz
oder schirm. 12) S. 641 Z. 8 irer religionen wegen, statt : irer religion wegen.
13) § 17 Z. 4: die Bischöfe verwahren ihr Gewissen, wollen aber in dem
andern kai. mt. und uns kein mas oder Ordnung gegeben haben, (sondern
dem kais. und kgl. Befehl gehorchen). In Wirklichkeit heisst es : sie wollen
aber in demselben kai. mt. und uns . . . (gehorchen). — In diesen Ab-
weichungen stimmen die Passauer, die Mainzer und mehrere wirtembergiscbe
Abschriften des Entwurfs überein. Ich weise darauf hin, dass der 13. Fehler
allein genügt, um den ganzen Inhalt des Religionsfriedens über den Haufen
zu werfen; dass auch der 2., 5., 6., 7. und 9. Fehler den Sinn wesentlich
beeinflussen. Und nun stelle man sich vor, ein solcher Abdruck soll die
Grundlage bilden für Verhandlungen, in welchen man sich Tage lang um
kleine Worte, wie um die Setzung von „oder" statt „und* , und um die
Verstärkung der Präposition „samt^^ zu „samt und mit" herumgestritteu
hat. Eine solche Edition soll am Ende des 19. Jahrhunderts (1896) noch
einen wissenschaftlichen Wert beanspruchen können? Ich wiederhole: die
soeben gezeigte Arbeitsweise zieht sich durch das ganze Buch und ich
habe nie eine Aktenbüschel gefunden, die wesentlich anders behandelt
wäre. Ueberall reiht sich Fehler an Fehler; manchmal sind sie leicht zu
erkennen, so wenn z. B. (nr. 688) zu einem Konvent der Protestanten auch
die Stadt Straubing (!) eingeladen wird; die meisten aber, besonders die
vielen Datierungsfehler, sind ohne Zurückgreifen in die Archive nicht mit
Sicherheit zu verbessern. Eben deswegen ist das Buch nicht bloss wertlos,
sondern eine schwere Schädigung unserer Wissenschaft. ^
Tübingen. Viktor Ernst.
Antwort des Beferenten.
Auf Vorstehendes entgegnet Ref. in Kürze, darin dem Wunsche der
Redaktion nachkommend, folgendes:
E.s Urteil über Dr. IV. vnirde in der Besprechung im vorigen Jahr-
gang S. 680 wiedergegeben. Zur Vergleichung beider Werke seien einige
' Vgl. jetzt auch Württembergische Vierteljahrshefte N. F. XI, S. 249 tf.
314 Nachrichten und Notizen II.
Nummern her&uBgegriSen^ wobei aber aundrücklich hervorgehoben werden
soll, dasB diese Liste sich noch vermehren läset.
1) E. 3 = Dr. 8, 1. Teil. E. bemerkt dazu: fehlerhafter Auszug bei Dr.
Das dort Gegebene genügt aber recht wohl, ja es ist insofern besser als
es grösstenteils wörtlich wiedergegeben ist.
2) E. 19 = Dr. 18. E. sagt: vgl. Dr. 18; dieser ist mit Ausnahme
eines Wortes vollkommen genügend, er bietet sogar mehr als E.
3) E. 21 » Dr. 19. E. bezeichnet Dr. als fehlerhaft. Ref. kann Brandi
nur beistimmen, wenn er sich dagegen verwahrt. Der Lapsus mit „Kai.
Mt.^^ konnte doch keinem denkenden Benutzer entgehen, sonst liest £.
noch (wohl richtiger) thetlichs statt schetlichs, was aber sachlich wenig
ausmacht; dagegen hat Dr. noch einen Satz mehr. Jedenfalls genügt das
nicht, um einen nochmaligen Abdruck in aller Breite zu rechtfertigen.
4) E. 31 = Dr. 25. E., der nach dem Concept arbeitet, sagt nur: vgl.
Dr. 26. Die Dr.sche Wiedergabe nach dem Originale ist genügend.
5) E. 41 = Dr. 37. Letzterer erhält das Prädikat „fehlerhaft"', dem
Ref. erscheint der Auszug als hinlänglich.
6) E. 317 = Dr. 239; E. 386 = Dr. 300; E. 730 = Dr. 467. E. sagt
dazu: vgl. Dr. oder Auszug bei Dr.; die Nrn. sind aber ganz genügend u. s. w.
Was die von E. oben angeführten Beispiele anlangt, so hätten die Ver-
besserungen zu 1) einfach ruhig abgedruckt werden sollen, Ref. vermag
nicht einzusehen, warum das mit solchem Lärm und grossem Geschrei
gerade geschehen musste! Bei 2) und 3) übersieht E. in seinem Eifer,
dem Gegner etwas am Zeuge zu flicken, dass Brandi selbst schon (vgl.
Vorrede S. VIII) implicite dessen Verbesserungsfahigkeit anerkannt hat
Brandi wird sich also gewiss nur freuen, wenn das geschieht; die AusfäUe
hätte E. sich biUig sparen können.
Zum Schluss verweist Ref. noch auf die neueste Besprechung hin,
welche E.s Buch und sein Vorgehen gegen Dr. gefunden haben. Sie steht
in den G. G. A. Jahrg. 1902, nr. 1 und entstammt der Feder des Münchner
Privatdozenten Dr. Goetz. Ref. möchte es bezweifeln, ob E. nach der
Lektüre dieser eingehenden und sachlichen Rezension noch immer von der
Ueberzeugung durchdrungen sein wird, dass sein Werk so turmhoch über
dem steht, was Dr.-Br., letzterer unter erschwerten Umständen, geleistet
haben; jedenfalls vermag er E.s Ansicht, dass deren „Buch nicht bloss
wertlos, sondern eine schwere Schädigung unserer Wissenschaft"' sei, nicht
zu teilen.
Weimar. Treffti.
315
Politisclie Geschichte und Sprachgeschichte
von
Otto Bremer.
Unter dem Titel ^^Ethnographie und Dialektwissenschaft'^ hat
Ferdinand Wrede in der Hist. Zeitschrift 88^ 22 ff. einen Aufsatz
veröffentlicht; in welchem er Stellung nimmt zu der in meiner
^^Ethnographie der germanischen Stämme^^ gelegentlich gestreiften
Frage; wie weit die gegenwärtige Ausbreitung mundartlicher Er-
scheinungen ältere politische Grenzen wiederspiegelt. Nach Wredes
Ausführungen könnte es scheinen ^ als hätte ich mich bei der
Beurteilung der älteren ethnographischen Verhältnisse wesentlich
durch diesen Gesichtspunkt leiten lassen: in Wirklichkeit betrifft
Wredes Polemik noch nicht drei von den XTT, 216 Seiten meines
Buches^ und zwar ausschliesslich Einzelheiten^ welche meine Dar-
stellung in keiner Weise beeinfiusst haben; wie ich denn überhaupt
stets die Sprache nur zur Ergänzung der historischen Zeugnisse
herbeigezogen habe.' Die Beschränkung Wredes auf jene wenigen
» S. 871 6 Zeilen, S. 872 11 Zeilen, S. 896/897 4 Zeilen, % von S. 898
und 7 Zeilen von S. 899, S. 916 die ersten 6 Zeilen, S. 925 2 Zeilen, S. 926
und y, von S. 927 — ich citiere nach den Seiten von Panls Grundriss,
nicht nach denen der Sonderansgabe meiner Ethnographie. Anf Grund einer
Kritik dieser 8 Seiten glaubt Wrede sich herausnehmen zu dürfen, ja es
als die Pflicht des Mitarbeiters an Wenkers Sprachatlas hinstellen zu sollen,
vor meiner Ethnographie „speciell fOr die Historiker eine Warnungstafel
zu errichten"! — Zu der Kritik R. Muchs, Dt. Littztg. 1902, 482 ff., Stellung
zu nehmen, habe ich keinen Anlass: eine Anzeige, die sich lediglich auf
das Herausgreifen von drei Hypothesen beschränkt, ist keine Kritik eines
Buches, welches Much selbst (Deutsche Stammeskunde, S. 6) als „die einzig
neuere, den ganzen Stoff systematisch behandelnde Arbeit** bezeichnet hat.
' Das gUt auch fOr die ethnographische Stellung, die ich den Lango*
barden zuweise. Wrede S. 83 f: „Es ist interessant und führt zu neuen
üeberraachungen, hierüber bei Bremer nachzuschlagen." n^^^^&g^ °^fti^ Bremer
nach dem Gkunde jener Gruppierung, dann liegt er in der den Schwaben-
Alemannen, Thüringern, Baiem, Langobarden gemeinsamen hochdeutschen
Hirtor. Yierte^alineliiift IMS. 8. 23
316 Otto Bremer.
Einzelheiten ist um so mehr zu bedauern^ als ich meine Aoffassung
sowohl der heutigen wie der älteren Mundarten als Ergebnisse der
früheren politischen Verhältnisse in meinem Buche eingehender dar-
gelegt und begründet habe.^
I.
Ich will vorerst auf die von Wrede gegen mich ins Feld
geführten mundartlichen Einzelfälle näher eingehen und will mich
bemühen^ diese rein sprachlichen Dinge in einer auch für Histo-
riker verständlichen Weise darzustellen.
1. Ich glaube in meinem Buche nachgewiesen zu haben, dass
Westfalen zu Beginn unserer Zeitrechnung von istraiwischen
Stämmen bewohnt war, d. h. von Stämmen, die, soweit sie ihre
politische Selbständigkeit bewahrten, nachmals unter dem Namen
der Franken auftreten. Diejenigen, welche in Westfalen sitzen
blieben, sind von den Sachsen unterworfen worden. Ich habe
zum Schluss der Behandlung dieses Gegenstandes S. 872 die
Lantverschiebmig/* Diese unrichtige Angabe erklärt sich folgendermassen:
Wrede hat in meinem Buche unter , J/angobarden** nachgeBchlagen und bei
mir auf S. 949 gefanden : ,,Über die Zugehörigkeit der Langobarden su den
swebischen Stämmen s. oben § 217/' In § 217 ist allerdings von der Laut-
verschiebung die Rede. Aber 217 ist ein Druckfehler für 214. l^tte Wrede
sich nicht damit begnügt eine Einzelheit ,,nachzu8chlagen", sondern meine
Darstellung im Zusammenhang gelesen , so würde es ihm schwerlich ent-
gangen sein, dass ich vorher in § 214 die ethnographische SteUnng der
Langobarden nicht auf Grund der Lautverschiebung bestünmt habe sondefn
auf Grund der Zeugnisse des Strabon, Tacitus und Ptolemaios. Wenn Wrede
a. a. 0. sagt, ,,dass Müllenhoff*' die Zugehörigkeit der Langobarden zu
den Ingwäonen ,,schon vor mehr als fCUifzig Jahren erkannt haV^ so be-
merke ich: Müllenhoff hat, was er 1844 ,,erkannt*' hat, ULngst zurückge-
nommen und zählte bereits 1847 die Langobarden wahrscheinlich zu den
Herminonen, wie Wrede in dem Register zu Müllenhoffs Deutscher Altertomft-
künde IV leicht hätte nachschlagen können — fireilich bei Brückner, den
er allein nachgeschlagen, steht nur das Citat von 1844. — Ebenso ist es
falsch, wenn Wrede S. 24 es so darstellt, als hätte ich eine besondere
Gruppe Moselfranken auf Grund der Mundart konstruiert. Bei mir steht
auf S. 908: „Es ist geboten unter diesem Namen diejenigen fifänkischen
Stämme zusammenzufassen, welche . . . zwar mit den ripwarisohen Franken
von Alters her auft engste zusammengehören und zum Teil von ihnen am-
gegangen sind, aber dennoch nicht an der Konstituierung der ripwarischen
civitas beteiligt waren.*^ Erst dann, also in zweiter Instanz reditfeiÜge
ich die Sonderstellung der Moselfranken auch durch ihre Si^racke.
» Vgl. S. 749f., 763, 811f., 816, 821 f., 828—880, 887, 840—848, 861—866,
871 f., 876, 887, 890f, 894, 896—901, 908f, 916—918, 926—927 und 944.
Politische Geschichte und Sprachgeschichte. 317
Frage aufgeworfen^ ob sich yielleicht in den westfälischen Mund-
arten noch Spuren von Eigentümlichkeiten finden^ die in jenem
Sinne als frankisch anzusprechen wären. Die Fragestellung an
sich ist, auch wenn die Antwort negativ ausfallen sollte, gewiss
berechtigt; denn wir kennen ähnliche Fälle. So sind z. B. die
niederdeutschen Wörter Süden und Gos (Gans) Reste einer anglo-
friesischen Mundart, die früher in Niederdeutschland heimisch
war^; oder die pfälzische Mundart weist Eigentümlichkeiten auf,
welche auf die Alamannen, also auf die Zeit vor dem Jahre 506
zurückweisen. So habe ich denn zwei Eigentümlichkeiten west-
fälischer Mundarten namhaft gemacht, die vielleicht als fränkisch
in jenem Sinne aufgefjBiSst werden können. Die Diphthongierung
von i und ü za ei und ou vor Vokal und ebenso 6- für unbe-
tontes iv- findet sich sonst im Niederdeutschen nicht ausser in
West&len, und beide Eigentümlichkeiten kommen in fränkischen
Mundarten vor, die erste allgemein, die zweite nur strichweise.
Es folgt daraus zwar nicht die Notwendigkeit, wohl aber die
Möglichkeit einer ErMärung in meinem Sinne.
Der erste FaU, bemerkt Wrede S. 28, finde sich auch im
Alamannischen. Ich füge hinzu, auch im Friesischen, Nieder-
hessischen und Thüringischen und (für die Zeit vor der neuhoch-
deutschen Diphthongierung) im Hochdeutschen überhaupt. Die
Diphthoniriemnir vor Vokal ist also den Franken und den hoch-
de;tsch^StZien gemeinsam. Die Annahme liegt müie, dass
diese letztere Diphthongierung in Westfalen nicht von der frän-
kisch-hochdeutschen zu trennen ist, und da eine alamannische
Urbevölkerung Westfalens nicht in Frage kommt, auf jene frän-
kische zurückzuführen ist. Wrede hält diese Annahme nicht für
unmöglich: „es bleibt sehr die Frage, ob solche westfälischen
Ä, ou mit den frunkischen überhaupt etwas zu thun haben'^ Er
weiss dag^en nur einzuwenden: a) die Erscheinung komme auch
im Alamannischen vor; b) sie sei „im Niederdeutschen recht jung
und noch nicht einmal mittelniederdeutsch'^ — Wrede scheint
nicht viele mndd. Texte gelesen zu haben: ei und ou ist bekannt-
lich zur Genüge belegt'; c) „endlich ist das Problem überhaupt
noch nicht spruchreif^!
^ Bei mir S. 866.
' In Lübbens lOttelndd. Gramm, steht aUerdings nichts von diesen
Diphthongen.
23*
318 Otto Bremer.
Zum zweiten Fall sagt Wrede a. a. 0.: y,6remer yerschweigt,
dass es sich um das w- im Fragepronomen handelt, das bekanni-
lich auf altes hw- zurückgeht/' Wredes Hypothese , dass der in
Frage stehende Übergang von tr zu 6 an altes hw gebunden sei,
habe ich in meinen Wrede wohlbekannten ,,6eiträgen zur Geo-
graphie der deutschen Mundarten^' S. 45 abgelehnt, unter Berufung
auf Wachholder.^ Wrede „verschweigt*' das.
2. Ich habe S. 895 ff. den historischen Belegen für die Be-
teiligung Yon Niederfranken an der Kolonisation von Nordost-
deutschland mundartliche Belege hinzugefügt, zunächst für Meck-
lenburg-Vorpommern. Hier „weist die für Ostniederdeutschland
charakteristische Pluralendung des Verbums auf -n (gegenüber
sächsischem -t), die Erhaltung des n in uns, das sporadische
j- < g- und der früher weiter verbreitete Lautwandel des inter-
Yokalischen d zu j auf jene sporadischen niederländischen Ele-
mente hin." — Wrede wendet S. 29 ein:
a) Die Pluralendung auf -n sei auch hochdeutsch und deshalb
bleibe meine ZurückfÜhrung „gerade auf niederfninkische Kolo-
nisten nichts als eine petitio principii". In Mecklenburg -Vor-
pommern wird plattdeutsch gesprochen, und von hochdeutschen
Kolonisten wissen wir nichts. Ich glaube Wrede recht zu yer-
stehen: wenn etwa in den Indianersprachen eine Pluralendung
auf -n vorkäme, so würde es an sich auch möglich sein, dass
die Mecklenburger diese Endung Ton den Indianern hätten, ge-
setzt, dass wir über die Geschichte gar nichts wüssten. Es ist
richtig, wenn sich in zwei Sprachen oder Mundarten die gleiche
Erscheinung findet, so können wir, wenn wir ausschliesslich diese
Einzelheit für sich betrachten, keinerlei historische Folgerungen
ziehen. Die Endimg auf -n ist hochdeutsch, niederländisch und
z. T. plattdeutsch. Ich erkläre sie für Mecklenburg -Vorpommern
als niederländischer Herkunft', weil wir historische Zeugnisse für
niederländische Kolonisten haben und weil es sich um nieder-
^ Ich füge das Wort wM (got. toaüa) hinzu.
' So will ich es der Kürze halber bezeichnen. In Wirklichkeit geht
im Altmecklenborgischen -et neben -en her, und der Sieg letzterer Endung
würde sich auch innersprachlich erklären lassen. Wenn ich glaube, dass
die niederländischen Kolonisten einen Anteil an dem Durchdringen dieser
Endung haben, so geschieht das aus der Erwägung, dass das -n eine Eigen-
tümlichkeit der niederdeutschen Mundarten des kolonisierten Ostens ist.
Politische Geschichte und Sprachgeschichte. 319
deutsche Sprache handelt. Gesetzt ^ es würde hier hochdeutsch
gesprochen, so würde ich zweifellos jene Endung für hochdeutschen
Ursprungs halten. An sich besagt die Endung nichts, darin hat
Wrede ganz recht.
b) ,,Direkt bestreite ich ihm die niederfränkische Herkunft
des n im mecklenburgischen u. s. w. uns, wo die kartographische
Kombination weiterer Paradigmen yielmehr auf schriftdeutschen
EinfluBS deutet'', weil nämlich die andern Wörter mit ns, welche
Wenkers Sprachatlas verzeichnet, Ausfall des n aufweisen.
Die „weiteren Paradigmen" sind die Wörter Gänse und unser, von
denen letzteres wie uns behandelt wird. Das ist die ganze „karto-
graphische Kombination''! Wredes Deutung auf schriffcdeutschen
Einfluss verbieten die Wrede offenbar nicht gegenwärtigen mittel-
niederdeutschen Belege uns, unse.^
c) „Das sporadische j statt g kann von dem südlicheren, in
der Mark Brandenburg herrschenden, kaum getrennt werden und
ist dann ganz anders zu erklären." Wie, das sagt Wrede leider
nicht.* Ich habe S. 898 auch das brandenburgische j- als nieder-
rheinisch erklärt.
d) „Eher, aber auch nicht zwingend, ist bei dem intervoka-
lischen j statt d an den Niederrhein zu denken."
Und da behauptet Wrede S. 27 leichthin: „Auch nicht ein
einziges" meiner dialektischen Kriterien „hält unbefangener Be-
urteilung Stand! Die Anklage ist schwer, der Beweis um so
leichter".
3. Noch leichter hat sich Wrede den Beweis seiner schweren
Anklage gemacht für meine 13 niederfränkischen Kriterien der
brandenburger Mundart. Wredes Beweis S. 30 lautet: „nun folgt
wieder eine ganze Liste angeblicher Kriterien, die samt und son-
ders von gleichem Gewicht sind wie die oben fiir die Küsten-
mundarten charakterisierten, die vielmehr auf ganz andere Deu-
tung hinweisen', ohne dass ich hier mit ihrer Aufzählung ermüden
* Vgl. z. B. Nerger, Grammatik des meklenb. Dialektes, § 67. 144. 146;
Tümpel, Niederdeutsche Studien, S. 96 ff. — Übrigens hat Wrede selbst
(Anz. f. deutsches Alt. 18, 406) für die Erhaltung von ns in dem Worte
G^mse „die zahlreichen holländischen Colonisten*' herbeigezogen.
' Doch vgl. die folgende Note.
* „Vgl. z. B. Zeitschr. f. deutsch. Altert. 43, 341''. — Daselbst ist von
meinen Kriterien auch nicht ein einziges behandelt. Dafür aber erklärt
Wrede hier das brandenburgische (übrigens auch niederrheinische) det (das)
320 ^*^o Bremer.
will. Was Bremer dort „über die Herkunft dieser Flaminger^
j^instweilen" ausführt, ist vom Standpunkte unserer heutigen
nüchternen Forschung einfach unerträglich." Weshalb, darüber
schweigt sich Wrede völlig aus. Und nun folgt „ein kleines
Gegenmanöver^' Wredes: im nördlichen Niederdeutschen ist -e
abgefallen, im südlichen erhalten; Abfall des -e findet sich auch
am Niederrhein — „also vice versa!'' Weiss denn Wrede wirklich
weder, dass jener ndd. Abfall des -e eine ganz moderne Erschei-
nung ist, noch, dass die niederländischen Mundarten — freilich,
darüber sagt Wenkers Sprachatlas nichts aus — zum Teil das -e
erhalten haben?
4. Das ist alles, was Wrede gegen meine dialektischen Kri-
terien anzuführen weiss, dass „auch nicht ein einziges" Stand
halte.' Für die von ihm nicht besprochenen begnügt er sich
willkürlich via Anhalt aus dem Friesischen! Offenbar meint Wrede,
auch meine 13 Kriterien seien aus dem Friesischen zn deuten. Der Ber-
liner Tonfall, MO für germ. au, j- far g-^ Schwund des intervokaliscben g
und 6, Erhaltung des n vor s, ng für nd friesisch ! — Übrigens ist Wredes
Erklärung des brandenburgischen det aus dem Friesischen eine Master-
leistung. Der Sachverhalt ist der: Im Fries, erscheint jedes kurze a in
geschlossener Silbe normalerweise als e: nicht nur det (das), sondern auch
gles (Glas), gref (Grab), sek (Sack) u. s. w. In der Mark Brandenburg er-
scheint e für a nur in dem einen Worte det, sonst ist stets a erhalten.
Das Gleiche gilt für den Niederrhein. Daraus folgt, dass das brandenbg.
det vom Niederrhein stammt und nicht aus Friesland. Wredes FehUchlofls
ist entweder ein methodischer, oder er beruht auf seiner Unkenntnis der
friesischen Mundart: die Karte des Sprachatlas war zur Zeit vielleicht noch
nicht fertig gestellt, und Wredes mundartliche Kenntnisse reichen über das
Material des Sprachatlas nicht hinaus.
^ Im übrigen giebt er nur noch S. 31 „ein Beispiel*^ für meine Un-
kenntnis „dialektgeographischer Thatsachen'S Ich habe S. 916 gesagt: „Die
niederhessische Mundart hebt sich von den nassauisch -wetteranisch- ober-
hessischen Mundarten scharf ab, besonders durch^^ — es folgen 6 bezeich-
nende Merkmale. Meine Angabe ist durchaus richtig. Es besteht in der
That ein derartiger scharf ausgeprägter Gegensatz. Wrede, dessen Gesichts-
kreis auf Wenkers Sprachatlas beschränkt ist, kann sich unter „scharf ab-
heben^^ nichts anderes vorstellen als eine haarscharfe Atlas-Linie. Obgleich
ich selbst in meinen „Beiträgen zur Geographie der deutschen Mundarten'*
S. 60 f. und 196 f. die betreffenden Linien zum Teil dargestellt habe, belehrt
er mich, dass die Linien für jene Merkmale nach den Sprachatlas-Karten
nicht genau zusammenfallen, sondern einen breiten Grenzgürtel bilden. Als
ob die scharf ausgeprägte Gegensätzlichkeit der gesamten hetsiseh-
nassauischen und der niederhessischen Mundarten liegend etwas damit sa
Politische Geschichte und Sprachgeschichte. 321
mit der Schlussbemerkung: ^^Man wird es mir hiernach erlassen;
nun auch jene Fälle bei Bremer noch zu beleuchten."
Wrede hat sich den Beweis seiner schweren Anklage in der
That unerlaubt leicht gemacht.
n.
Ich wende mich nun zu der Hauptfrage: Wie weit darf die
heutige Mundart als eine historische Quelle gelten? In dieser
Beziehung sind die Meinungsäusserungen Wredes widerspruchs-
Toll genug: S. 42 erkennt er einen ^^Zusammenhang zwischen
<Te8chichte und Sprachforschung" an, S. 43 bezeichnet er die
Karten des Sprachatlas als ^^historische Quellen par excellence" und
glaubt sich bezw. dem Sprachatlas ;,das Verdienst zuschreiben zu
dürfen, auf den engen Zusammenhang von Geschichts- und Sprach-
forschung immer wieder hingewiesen zu haben". Dagegen er-
kennt er S. 26 „die Dialektergebnisse als völkerkundliche Fund-
grube" nicht an, will er S. 28 „die Unzulänglichkeit des angeb-
lichen Quellenwertes der modernen Dialekte für alte Ethnographie
biossiegen", spricht er S. 30 von dem „vermeintlichen Wert solcher
Dialectica" und warnt S. 33 davor, bei mundartlichen Lauterschei-
nungen, auch bei älteren, „mit ethnographischen oder stamm-
heiÜichen Gründen zu operieren".^ In pru:i: Meine „dialekt-
eÜmographischen Kombinationen" halten „unbefangener Beurteilung
nicht Stand" (S. 27); meine Zurückführung des mecklenburgischen
und vorpommerschen -n gerade auf niederfränkische Kolonisten
bleibt nichts als eine petitio principii" (S. 29); meine Herleitung
des ndd. ns aus den Niederlanden „bestreitet er direkt" (S. 29), während
er deine Herleitung von „den zahlreichen holländischen Colonisten"
(oben S. 319 Note 1) wohl schwerlich bestreiten wird; was ich
über die Herkunft der Fläminger ausführe, „ist vom Standpunkte
unserer heutigen nüchternen Forschung einfach unerträglich" (S. 30) ;
meine „ethnographischen Ergebnisse der modernen Mundarten-
forschung^' beweisen eine ,^nt£remdung'^ der Sprachwissenschaft
than hätte, ob die Qrenae zwischen beiden durch eine einzige Linie oder
durch einen Übergangfgtreifen gebildet wird!
* Mit den Worten Ethnographie und Stamm verbinden sich bei Wrede
die aken romantischen Vorstellungen. In Wirklichkeit sind die altgerma-
niflohen Stftmme nichts anderes als politische Verbände, Staaten, gerade se
gut wie die modernen Staaten.
322 Otto Bremer.
Yon der Oeschichtsforschung (S. 43). Und Wrede?: ^Gewiss habe
ich selbst gelegentlich in den Atlasberichten z. B. von mittelbar
friesischen Besiedlem Anhalts ^ von dem einst niederdeutschen
Charakter der Niederlausitz^ von niederländischen Eolonistensporen
in Preussen gesprochen: imd doch sind das lediglich Ausnahmen^
die nur die Regel bestätigen^, die Regel nämlich, dass die
Dialekte des Ostens nicht in erster Linie alte Erbstücke dea
Westens, sondern neue Grössen sind" (S. 30f.). Da haben wir
also den Schlüssel gefanden: was bei mir prinzipiell zu verwerfen
ist^ das sind bei Wrede ,4ediglich Ausnahmen, die nur die R^el
bestätigen". Solche famosen Ausnahmen hat Wrede nicht gerade
selten angenommen. Ich citiere mit Vergnügen aus einem Auf-
satze Wredes in der Zeitschr. f. deutsches Altert. 43 (1899), 333 ff.
folgende Ausnahmen: „vielfache Ingwäonismen innerhalb des
Dänischen bis heute" (S. 338); „Spuren dieser Dialektbesonder-
heit'^, die auf ein „Mischungsverhältnis zwischen Sachsen und
Ingwäonen" hinweisen, „sind noch heute vorhanden" (S. 340); es
„verraten die Dialektkarten noch Einzelreste des sonst hier ab-
gestorbenen Sprachcharakters, des Nd. sowol als auch speciell des
Ingwäonischen" (ebd.); „von den untern Saalegegenden sind dann
solche Erscheinungen mit der Golonisation über die Elbe ge-
zogen, und besonders die alte Mittelmark zeigt sie noch heute
viel häufiger, als jene jetzt hd. Teile der Provinz Sachsen und
Anhalts" (S. 341); „so ist mir auch für das zumeist rechtselbische
(und berlinische) det die Erklärung aus jener Besiedlung und
mittelbar damit aus dem Fries, die plausibelste" (ebd.)'; das
,/echtssaalische Anhalt" „hat Reste des alten Südostsächsischen
bewahrt" (S. 343); „die heutige Grenze" der Diminutiva „entspricht
sehr schön noch der alten Gbiugrenze bei Spruner" (S. 346).^
» Von mir geaperrt.
» Vgl. hierzu S. 819 Note 3.
* Ans Wredes Berichten über die Karten des Sprachatlas im Anzeiger
f. dentsches Alt. citiere ich femer: Für die Erhaltung des n in Gänse „werden
ausserdem die zahlreichen holländischen Colonisten in der Mark Branden-
burg und in Ost- und Westpreussen zu berücksichtigen sein'^ (18, 406).
„Gutturalisiemng und Vocalisierung des l werden sich hier als Nach-
würkungen ursprünglichen Slaventums erklären*^ (19, 100). „Wenn die firflher
wendischen Gegenden der Lausitz denselben Aspirationswechsel kennen,
nicht aber das gutturale ?, und wenn . . ., so wird der historische Schluss
daraus berechtigt sein, dass wir es im Slavenwinkel mit den Nachkommen
Politische Geschichte und Sprachgeschichte. 323
Also in praxi verfährt Wrede genau so wie ich. Doch mit einem
kleinen Unterschiede. Während ich die Sprache zur Ergänzung
nicht eines, sondern zweier slavischer Stämme zu thun haben, welche von
Alters her durch die noch heute vorhandene Grenze zwischen Hannover
und Altmark geschieden waren'* (19, 106). „Die zahlreichen palatalisierten
-njt- Ostlicher in Schlesien werden eine Nachwürkung des früheren Slaven-
tums daselbst sein, ebenso wie die . . . überlieferten -^j in Mecklenburg*^
(19, 108). „Wenkers Beobachtung, dass . . . und dass die nordfriesischen
Dialekte z. T. denselben Lautwandel ü > ü aufweisen , gibt für die Ur-
geschichte jener braunschweigischen Nachbarorte einen interessanten Finger-
zeig" (20, 211). „Diese ganze Westgrenze" der Pluralendung auf -t „von
Isselburg bis Eckenhagen stimmt ausgezeichnet zu der alten Scheide zwischen
westfälischen und niederrheinischen Gauen" (22, 334). Durch die Überein-
stimmung zweier Sprachlinien „wird meine Vermutung bestätigt, dass es
mit dieser Grenze eine uralte Bewantnis habe. Sie wird demnächst von
Prof. K Wenck auf ihre historischen Gründe zurückgeführt werden, die auf
die Zeit Karls d. Gr. hinweisen" (24, 116). „Die restierenden e- an der
mittleren Spree werden dereinst für den Nachweis des ursprünglich nd.
Charakters der Niederlausitz wichtig sein" (ebd.). — In einem Aufsatze
Zeitschr. f. dt. Alt. 37, 288 ff. sagt Wrede: „Diese rhfr.-alem. Grenze
stimmt bis zur Mündung der Lauter in den BJiein genau zur alten Gau-
grenze" (^S. 296). „Sie sprechen eben bei dieser ^inen Erscheinung für
überwiegen der &. Elemente, wie die oben benutzten Kriterien für solche»
der alemannischen" (S. 296 f.). „Dieser Zusammenfall der einzelnen Para-
digmenlinien beweist, dass hier eine scharfe und alte Grenze vorliegt. Und
diese h&.-thür. Dialectgrenze stimmt wenigstens vom Schnitt mit der Werra
an mit der alten ost&.-thür. Gaugrenze überein. Westlich von der Werra
sind übereinstimmend nach der Gau- und nach der heutigen Diminutivkarte
Salzungen, Breitungen thüringisch und Fladungen, Wasungen, Schmalkalden
fränkisch" (S. 298). „Vergleicht man mit dieser enk-Linie die Grenze zwi-
schen den bair. und fränk. Gauen bei Spruner-Menke, so wird ihre Be-
deutung durch schöne Übereinstimmungen bestätigt: die enÄ:-Grenze zieht
heute gerade so zwischen . . ., wie die politische Grenze damals" (S. 301).
Die Linie der dentalen Fortis ist „von der Lechmündung bis etwa zur
Tauberquelle ziemlich fest, . . ., übereinstimmend mit der alten Gau-
geographie" (S. 803). — In seiner und Wenkers Streitschrift „Der Sprach-
atlas des Deutschen Beichs" sagt Wrede S. 61 f.: „Diese Abhängigkeit der
Sprachgeschichte von der Besiedlungsgeschichte schimmert selbst heute im
alten deutschen Westen . . . vielfach noch durch. Ein kleines, aus der
Kftrte heraus besonders lehrreiches Beispiel darf ich . . . erwähnen. Die
dialektische Ausbreitung des pf . , . ist im Westen ziemlich gleichmässig.
Immerhin giebt es Ausweichungen . . . Die Erklärung hierfür fand sich"
in den Spruner-Menkeschen Gaukarten. , innerhalb der Grenzzone, in
welcher heute p und pf nebeneinander herrschen , lag von den alten Orten
bei Spruner-Menke nur ein einziger . . . Alle die andern heute innerhalb
324 Otto Bremer.
der historlBchen Zeugnisse herbeiziehe; schlägt Wrede den ent-
gegengesetzten Weg ein.
In der That liegen absolut unbezweifelbare Beispiele für den
historischen Quellen wert der heutigen Mundarten in Hülle und
Fülle vor. Wenn in Pennsylvania pfälzisch gesprochen wird, wenn
es bei Cleve eine kleine pfälzische Sprachinsel giebt^ im Kulmer
Lande ein schwäbische, so wird die gegebene ethnographische
Schlussfolgerung durch historische Zeugnisse bestätigt. Wenn im
Oberharz eine Mundart gesprochen wird, die der erzgebirgischen
gleicht, so halten wir auch ohne historische Zeugnisse den Be-
weis für die Herkunft jener Bergleute aus dem Erzgebirge für
erbracht. Wenn im Weichseldelta eine holländische Mundart ge-
sprochen wird, so wird niemand ernstlich ihre Zurückführung auf
holländische Kolonisten als eine petitio principii ansehen. Wenn
die Siebenbürger Sachsen eine Sprache sprechen, wie sie an der
Mosel gesprochen wird, so ist damit die Herkunft des Grund-
stockes dieses Volksstammes bewiesen. Wenn die meissnische
Mundart als eine Abart der thüringischen bezeichnet werden darf,
die vogtländische aber der des bayrischen Oberfrankens gleicht,
so darf und muss der Historiker schliessen, dass die Hauptmasse
der Kolonisten hier vom oberen Main, dort aus Thüringen ge-
kommen ist. Wenn in der Lausitz eine Sprache gesprochen wird,
welche mit dem Czechischen, Polnischen u. s. w. eng verwandt ist,
80 folgert der Ethnograph, dass diese Leute zur slawischen Völker-
gruppe gehören. Nicht anders liegt der Fall für den Rückschluss
auf eine ältere Zeit. Die Mundart der Pfalz hält etwa die Mitte
zwischen der schwäbischen und der in der Bheinprovinz gespro-
chenen, d. h. teilt eine Reihe von Eigentümlichkeiten mit dieser,
andere mit jener. Wir müssen schliessen, dass die Pfälzer teils
alamannischer, teils fränkischer Herkunft sind. Wir schliessen
hiermit auf eine Zeit vor ly^ Jahrtausenden. Und bis auf 2 Jahr-
tausende schliessen wir, wenn wir aus der noch heute unverkenn-
jener Mischzone liegenden Ortschaften fehlen auf jener Karte noch . . .
Für die alten Orte würden daher die Linien der einzelnen j?/"- Paradigmen
zu einer einheitlichen Grenze zusammenfallen, für die jüngeren Orte diver-
gieren sie: und so erklärt sich eine heutige auffällige Unregelmftsngkeit
aufs schönste aus der Besiedlungsgeschichte ihres Gebietes. Solohe und
ähnliche Resultate sind allerorten zu erhoffen, wo diese Beeiedlmigs-
geschichte Hand in Hand geht mit Sprachstatistik."
Politische Geschichte und Sprachgeschichte. 325
baren näheren Verwandtschaft der friesischen Mundarten mit den
englischen die Folgerung ziehen, dass einmal die Friesen mit den
Angelsachsen eine politische Gruppe gebildet haben. Auf einen
Zeitraum, der mehr als 4 Jahrtausende zurückliegt, schliessen
wir, wenn wir auf Grund der Vergleichung der indogermanischen
Sprachen die praehistorische Existenz eines indogermanischen
Yolksstammes behaupten.
Die Differenz zwischen dem Wrede von 1901 einerseits und
dem Wrede bis 1899 und mir andrerseits betrifft erstens das Alter
und zweitens die Grenzen der Mundarten. Wrede erkennt an,
dass „die politische Grenze unbestreitbar ein dialektbildendes
Moment ist^ (S. 36). Nur meint er jetzt, wenn sich bei fort-
währender Verschiebung der politischen Grenzen immer entspre-
chend neue Dialektgrenzen bilden, dass dann die älteren politischen
Grenzen, die vor einem Jahrtausend oder gar vor zwei Jahr-
tausenden bestanden haben, aus der heutigen Mundart nicht mehr
erkennbar sind, es sei eben, dass jene Grenzen bis in die Neuzeit
fortbestanden haben. „Von urgeschichtlichen und ethnologischen
Reflexen in den heutigen Mundartenlinien darf im allgemeinen'
nicht mehr die Rede sein, sie dürfen wohl als territorial- und
lokalpolitische, aber nicht ohne weiteres als stammesgeschichtliche
Quellen gelten'* (S. 38).* „Gerade die empirischen Arbeiten der
Neuzeit, voran die Dialektgeographie, zeigen immer deutlicher,
wie von hier aus ein Aufsteigen zu den Problemen ältester Ethno-
graphie gar nicht oder doch nur in etlichen grösste Vor-
sicht erfordernden Fällen' möglich ist'' (S. 43).
Lassen wir jene von Wrede zugegebenen Ausnahmen, „die
nur die Regel bestätigen", auf sich beruhen, und fragen wir:
Spiegeln die modernen Mundarten lediglich jüngere territorial-
> Von mir gesperrt.
' Vgl. aach die folgenden Aussprüche : „Lokal- and Territorialgeschichte
erklären uns in zahlreichen Fällen sprachliche Eigenheiten und sprachliche
Grenzen" (8. 42). „Und so wird auch der Historiker, vorweg der Territorial-
historiker, in den Kaarten des Sprachatlas eine Fundgrube erblicken dürfen,
indem politische, administrative, kirchliche und sonstige Verschiebungen
auf der Landkarte oft einen mundartlichen Reflex gefunden haben. Diesen
Zusammenhang zwischen Geschichte und Sprachforschung herzustellen, sehe
ich als eins der schönsten Ziele des Sprachatlas an^' (ebd.). „Sind die
Eartenblätter des ^rachaÜas auch keine ethnologischen, so sind sie doch
historische Quellen par excellence" (S. 43).
326 Otto Bremer.
historische Verhältnisse wieder oder daneben auch ältere stammes-
geschichtliche? Und wird das letztere zugegeben , dann fragen
wir weiter: Sind auch die Grenzen jener älteren politischen Bil-
dungen noch heute von den Mimdarten bewahrt?
Über diese beiden Fragen entscheidet allein der That-
bestand. Und nur wer diesen nicht kennt ^ kann diese Fragen
verneinend beantworten. Wie weit es der Forschung gelingen
mag, aus Wenkers Sprachatlas den Thatbestand unserer Mund-
arten zu ermitteln, bleibe dahingestellt. Auf alle Fälle reprodu-
ziert der Sprachatlas doch nur einen kleinen Teil der mimdart-
lichen Eigentümlichkeiten. Man vergegenwärtige sich einmal,
wir würden von einer Sprache nur einen Text kennen von dem
Umfange des Materials des Sprachatlas, also nur eine einzige
Druckseite. Mag dieser Text auch noch so geschickt für die
Zwecke des Sprachforschers zusammengestellt sein, er vermag
auch nicht annähernd ein Bild von dem Reichtum der Sprache
zu geben. Die einzelnen Karten des Sprachatlas können aber ein
Bild der gesprochenen Sprache nicht einmal fQr die einzelnen
dargestellten Wörter geben. Es sind, um mit Wredes eigenen
Worten zu sprechen^, „nicht Karten mit den definitiven Dialekt-
formen, sondern mit den Originalwiedergaben der Formulare, und
erst eine besondere philologische Thätigkeit muss hieraus die ge-
naue Dialektform zu abstrahieren suchen. Eine unrichtige Inter-
pretation kann die grösste Verwirrung anrichten* Aus
den Karten unseres Sprachatlas müssen die Karten eines Sprach-
atlas an sich erst abgeleitet werden".* Wie will man sich also
vermessen, unmittelbar aus diesen provisorischen Karten, die
lediglich das in den Fragebogen niedergelegte Material, nicht die
gesprochene Dialektform reproduzieren, den Bestand der Mund-
arten abzulesen? Der Sprachatlas wird, sollte er einmal der
* Wenker und Wrede, Der Sprachatlas des dentschen Reichs, S. 37.
* Keiner hat wie Wrede dnrch seine phantasievollen Interpretationen
den Sprachatlas diskreditiert.
* Vgl. auch Wredes Ausspruch Anzeiger f deutsches Altert. 24, 264,
dass „bei Wenker jede einzelne Schreibung Ort för Ort notiert wird und
seine Linien öfters nur als technische Abkürzungsmittel zu gelten haben,
die bei höherer Verarbeitung hier und da modificiert werden, ja ganz ver-
schwinden können. Bei Wenker also vorläufig nichts weiter als karto-
graphische Darstellung des Fragebogeninhalts^^ nicht eine „wissenschaftlich-
kritische Sichtung".
Politische Geschichte und Sprachgeschichte. 327
Forschung zugänglicl: gemacht werden^, zweifellos für die Mund-
artengeographie im einzelnen von unschätzbarem Werte sein. Aber
seine Karten, die einstweilen noch kein Bild des mundartlichen
Thatbestandes geben, kann der Historiker weder für Territorial-
geschichte noch für sonstige politische Geographie verwerten; er
muss warten, bis diese Karten zu einem definitiven Sprachatlas
kritisch verarbeitet sind, und erst dieser künftige, nicht Wenkers
bisheriger Sprachatlas wird einen historischen Quellenwert besitzen.
Wenn wir den mundartlichen Thatbestand ermitteln wollen,
so dürfen wir vorläufig mit Wenkers Sprachatlas nicht operieren.
Glücklicherweise macht die Erforschung unserer Mundarten immer
weitere Fortschritte, und ist gleich unsere Kenntnis für einzelne
Landschaften noch gänzlich unzureichend, wir vermögen doch
den Gesamtbestand der deutschen Mundarten einigermassen zu
überschauen. Auch wenn jener künftige Sprachatlas je einmal
vorliegen sollte, wird der Forscher in demselben nur eine, wenn
auch noch so wichtige Quelle sehen; er wird im übrigen mit der
reichen wissenschaftlichen Dialektlitteratur arbeiten, und nie wird
er auf die eigene Beobachtung der lebenden Rede verzichten
können, an der der Sprachforscher in erster Linie sowohl Schu-
lung gewinnen muss — die philologische Methode allein reicht
hierfür nicht aus — als auch Verständnis für das Leben der
Sprache, für die Erfassung der Sprachgeschichte als eines Aus-
schnittes aus der Geschichte der Menschheit.
Wrede weiss von alledem nichts. Er redet und urteilt über
mundartliche Dinge, ohne die Mimdarten selbst zu kennen. Seine
Kenntnisse sind beschränkt auf das Material des Sprachatlas.
Ich wüsste keinen deutschen Sprachforscher, der über unsere
Mundarten schreibt, zu nennen, dem in gleichem Masse jede An-
schauung der lebendigen gesprochenen Bede und jedes Verständ-
nis für sprachliche Entwicklungsgeschichte abginge. Wrede ar-
beitet ausschliosslich mit dem philologisch bebrillten Auge, nicht
mit dem Ohr. Als fassbar erscheint ihm nur das, was er schwarz
auf weiss hat, was buchstabengemäss beglaubigt ist. Die „dia-
lektischen Unterschiede in der Sprechmodulation, in Tonfall und
Tempo der Bede, im eigenartigen Singen'^ (S. 36), die selbst der
einfache Mann aus dem Volke heraushört, existieren für seine
* Vgl. Paal a. Braunes Beitr. z. Gesch. d. deutschen Spr. u. Lit. 21, 61.
328 Otto Bremer.
„Dialektwissenschafk" nicht. Das, urteilt er, meint das Volk nur
so „herauszufühlen". Und wenn sogar Sprachforscher das Gleiche
beobachtet haben wie das Volk und demgemass mit Verschieden-
heit der „Artikulationsbasis", mit „konstitutiven Sprachfaktoren",
„accentueller Gliederung, Silbentrennung und ähnlichen BegriflFen"
operieren, so sind das für Wrede „gelehrte Begriffe", zu denen die
Wissenschaft „vor dem empirischen Thatsachenbestand" „flüchtet",
das ist für ihn „gelehrte Doktrin", das sind ihm „schwer fassbare
und in frühere Zeit nicht verfolgbare Momente" (ebd.).
Und doch sind diese für Wrede „schwer fassbaren" Dinge
die wichtigsten für den besonderen Charakter der einzelnen Mund-
arten und Mundartengruppen, wichtiger als jede lautliche Einzel-
heit, sie gehören zum „empirischen Thatsachenbestand" in aller-
erster Reihe. ^ Das wird jeder bestätigen, der die grossen land-
schaftlichen Verschiedenheiten der lebenden Sprache mit eigenem
Ohr beobachtet hat. Wie käme es denn sonst, dass man einen
Schwaben, einen Österreicher, einen Ostpreussen an seiner Sprache
sofort erkennt, selbst wenn er keine Mundart, wenn er das so-
genannte dialektfreie Hochdeutsch spricht? Gesetzt, unsere ge-
samten Mundarten wären einer deutschen xoct^ gewichen, wir
würden dennoch am Tonfall, an der Silbentrennung, an der Arti-
kulationsbasis „und ähnlichen gelehrten Begriffen" die charakte-
ristischen Unterschiede der einstigen Mundarten erkennen. Nähert
man sich von Neuvorpommem der uckermärkischen Grenze, so
hört man von Stralsund bis Borkeniriede dieselben Laute; von
Ferdinandshof, der nächsten Eisenbahnstation, ab fühlt man sich
plötzlich in eine andere Sprachwelt versetzt, und dies neue Laut-
system verfolgt einen bis Berlin. Den veränderten Lauten ent-
^ Schon 1868 hat Scherer, Zur Geschichte der dentschen Sprache, S. 25,
an die Philologen ,,die Forderung*^ gestellt, ,,nicht an einem wüsten Gerolle
von Lautbeobachtungen sich genügen zu lassen, sondern einheitliche Ge-
sichtspunkte aufzusuchen, unter welchen die Fülle der Erscheinungen sich
vereinigen und sich auf eine geringe Anzahl von Grundneigungen der Ar-
ticulation zurückfahren lassen. Eben diese Grundneigungen auf dem ge-
sammten Gebiete der vocalischen und consonantischen Aiticulation machen
das aus, was ich den sprachlichen Normabsustand der Organe genannt
habe/* Ebd. S. 23: „der sprachliche oder active Normalstand der Organe'*^
„ist für alle Sprachen, ja für jeden besonderen Dialekt einer Sprache ver-
schieden." Vgl. auch KauflFmann, Ztschr. f. dt. Philol. 28, 640: „Dieser
Normalstand bildet die Einheit der Sprachgenossenschaft. ^*
Politische Geschichte und Sprachgeschichte. 329
spricht ein anderer Menschenschlag mit anderem Temperament^
anderem Humor. Wir haben also eine ethnographische Grenz-
scheide überschritten. Fragt man aber nach dem grammatischen
Bau der Sprache, vergleicht man etwa zwei entsprechende mund-
artliche Texte, so wird man zu seinem Erstaunen nur eine gering-
fügige Diflferenz wahrnehmen. Wer also lediglich mit Buchstaben
statt mit Lauten arbeitet, wird gar nicht in der Lage sein, jene
fundamentale Verschiedenheit zwischen der mecklenburgisch -vor-
pommerschen Mundart und den nördlichen Mundarten der Mark
Brandenburg wahrzunehmen, obgleich in Wirklichkeit fast jeder
einzebie Laut um eine merkliche Nuance anders klingt. Ich ver-
kenne nicht, dass es zumeist wohl auch möglich sein wird, bei
einem reichen Material auf Grrund schriftlicher Texte zu einem
dem mundartlichen Thatbestand entsprechenden Ergebnis zu ge-
langen. Eine völlige Sicherheit wird aber nie auf diesem Wege
erreicht^, und bei einer Charakteristik der mundartlichen Typen
wird gerade das Wichtigste, das Entscheidende ausfallen müssen.
Der gegebene Weg für einen Mundartenforscher ist der, zunächst
jene grundlegenden landschaftlichen Unterschiede festzustellen und
die Mundarten auf Grund ihres lautlichen Gesamtcharakters zu
gruppieren (so wie es jeder Laie thut), imd dann erst zu fragen,
worin bestehen die Unterschiede im einzelnen? Bisher liegen
nur sehr bescheidene Anfänge für eine Charakteristik der grossen
deutschen Mundartengmppen vor. Aber von jeher erkannt
hat man gleichwohl jene Typen einer bairischen, thüringischen,
niederländischen u. s. w. Sprechweise. Es ist dem Wenkerschen
Sprachatlas oder vielmehr seiner Interpretation vorbehalten ge-
blieben, unter Negierung des Selbstgehörten, auf Grund des
schriftlich Fixierten die Existenz solcher grossen, mit eigener In-
dividualität ausgestatteten Mundarten zu leugnen. Ich wiU im
folgenden den Beweis führen, dass unsere alte Anschauung, wie
ich sie in meiner Ethnographie vertreten habe, zu Recht besteht.
Ich will die Frage beantworten: Weist der gegenwärtige
mundartliche Thatbestand lediglich auf jüngere territorialhisto-
rische Verhältnisse zurück, oder spiegelt er auch die ältere Stammes-
geschichte wieder? Den Nachweis für den ersten Teil dieser Frage
hat, auch hinsichtlich der Grenzbestimmung, Carl Haag geführt
» Vgl. z. B. unten 8. 843, Note 2.
330 Otto Bremer.
in seiner bahnbrechenden Arbeit ^^Die Mundarten des oberen
Neckar- und Donaulandes'^ ^ Es handelt sich also lediglich um
den zweiten Teil der Frage.
Die altgermanischen Stämme^ aus denen das deutsche Volk
erwachsen ist, sind erstens die Friesen, zweitens die Sachsen,
drittens die Franken und viertens die zu Beginn unserer Zeit-
rechnung unter dem Namen Sweben (Erminen) zusammengefassten
und Ton einem einzigen swebischen ürvolk (den Semnen) aus-
gegangenen Thüringer, Alamannen und Baiem. Die schwierige
Frage, ob sich jene ursprüngliche, in eine vorchristliche Zeit
zurückreichende Stammeseinheit der Sweben noch aus den heu-
tigen Mundarten erkennen lässt, bleibe hier unerörtert.* Ich
rechne nur mit den seit Beginn unserer Zeitrechnung historisch
bekannten sechs Völkern.
1. Die Friesen.
Die Friesen sprechen noch heutigen Tages eine Sprache, die
sie aufs schärfste von den andern Stämmen scheidet. Belege
brauche ich nicht zu geben, denn es handelt sich um eine be-
kannte und von niemand bestrittene Thatsache. Ich will nur
bemerken, da^s der Unterschied zwischen den friesischen Mund-
arten und den benachbarten niedersächsischen und holländischen
so gross ist, dass der Friese von seinem Nachbar absolut nicht
verstanden wird. Der Abstand ist grösser als der jeder deutschen
Mmidart von einer anderen, so gross, dass wir nicht von einem
friesischen Dialekt, sondern von einer eigenen friesischen Sprache
sprechen. Es ist also nicht nur die Existenz eines besonderen
Friesenvolkes, das seine politische Selbständigkeit seit länger als
einem Jahrtausend eingebüsst hat, noch heute aus der Sprache
erweisbar ^, sondern sogar die Sonderstellung dieses Volkes gegen-
' Progr. Reutlingen 1898. Vgl. auch Haags Aufsätze ,,Ueber Mund-
artengeographie*^ Alemannia 29, 2 ff. und ,,yerkelir8- und Schriftsprache auf
dem Boden der örtlichen Mundart^^ Die neueren Sprachen 9, 267 ff. und 381 ff.
* Doch vgl. unten S. 389 f
* Man wende nicht in Wredes Sinne (S. 37 f.) ein, dass die friesischen
Territorien noch im ganzen Mittelalter fortbestanden haben. Das, worauf
es hier ankommt, ist die relative Einheit sämtlicher, noch so stark unter
einander differierenden friesischen Mundarten gegenüber sämtlichen deutschen
Mundarten, und diese Spracheinheit reflektiert politische Verhältnisse aus
einer Zeit vor 689.
PoliÜBche Geschichte und Sprachgeschichte. 331
über sämtlichen anderen deutschen Stämmen ^ und des weiteren
lehrt eine Oegenüberstellung der friesischen Mundarten mit den
deutschen einerseits und mit den englischen andererseits^ dass zwischen
Friesen und Engländern eine uralte verwandtschaftliche Beziehung
besteht. Die Sprachgeschichte weist also auf eine ältere Zeit
zurück als unsere historischen Quellen.
Diese sprachgeschichtliche Thatsache ist für den Historiker
Yon Wichtigkeit^ weil sie beweist^ dass der Name Inguiaeyones,
der für die Nordseevölker zu Beginn unserer Zeitrechnung über-
liefert ist, eine ethnographische Bedeutung gehabt hat, was aus
unseren historischen Quellen nicht unmittelbar hervorgeht. Wenn
aber Inguiaevones ein historischer Name ist, so liegt der wei-
tere Schluss nicht fem, dass auch die mit jenem zusammen ge-
nannten Namen Istraevones und Herminones alte, in vorchrist-
liche Zeit zurückreichende Volksstämme bedeuten.
Die alte Grenze der Friesen gegen ihre südlichen Nachbarn
hat die heutige Sprache bekanntlich nicht bewahrt; denn das
Friesische ist grösstenteils ausgestorben, die Mehrzahl der Friesen
hat die holländische oder niederdeutsche Sprache angenommen.
Ob es möglich ist, aus der Verbreitung von Frisonismen der
gegenwärtigen holländischen imd niederdeutschen Mundarten auf
dem alten Friesenboden noch die alte Stammesgrenze zu bestim-
men, sei dahingestellt. Wenker hat in dem Einleitungsheft zu
seinem Sprachatlas fiir Nordfriesland ein solches noch Norder-
dithmarschen mit umfassendes Gebiet abgegrenzt, innerhalb dessen
die niederdeutsche Sprache friesische Eigentümlichkeiten aufweist.
Ähnlich haben andere für Nordholland nördlich von Amsterdam
auf friesische Spuren in den dortigen Mundarten hingewiesen.
2. Die Sachsen.
Die Sachsen haben gleichfalls seit länger als einem Jahr-
tausend ihre politische Selbständigkeit aufgeben müssen. Das
Stammesherzogtum Sachsen hat dann von 880 — 919 bestanden.
Seit 1180 ist diese politische Einheit endgültig verloren gegangen.
Die Sprache der Nachkommen dieser Sachsen unterscheidet sich
von der ihrer südlichen und westlichen Nachbarn noch heute
ebenso scharf wie im 9. Jahrhundert. Wie gross auch die Unter-
schiede zwischen den einzelnen plattdeutschen Mundarten sind,
sie bilden noch heute eine relative Spracheinheit gegenüber den
Hitlox. YlOTt^^ahnchrift. 1909. S. 24
332 Otto Bremer.
anderen deutschen Mundarten, und erst östlich der alten Slawen-
grenze nimmt das Plattdeutsche eine abweichende Färbung an.
Am grössten ist der Abstand gegen das südliche Thüringische,
Hessische und Siegerländische. Es ist nicht etwa die hochdeutsche
Lautverschiebung allein, welche hier eine schroffe Sprachgrenze
errichtet hat, eine Sprachgrenze, welche — von modernen Ver-
kehrsbeziehungen abgesehen — eine Verständigung hinüber und
herüber ausschliesst \ sondern der gesamte Bau der Sprache, die
Aussprache fast jedes einzelnen Lautes, der Wortschatz weicht so
stark von der hochdeutschen Sprache ab, dass wir auch hier,
ähnlich wie beim Friesischen, von einer niederdeutschen Sprache,
nicht Mimdart, im Gegensatz zur hochdeutschen sprechen. Auch
hier handelt es sich um bekannte Dinge, die besonderer Belege
nicht bedürfen, und auch diejenigen Leser, welche nie plattdeutsch
haben sprechen hören, werden aus der Lektüre eines Groth oder
Reuter den Eindruck gewonnen haben, dass das Plattdeutsche von
dem ihnen bekannten Hochdeutsch ungleich stärker abweicht als
etwa die Mundart eines Hebel oder Grübel oder Holtei.
Erheblich geringer sind die Abweichungen der Sprache der
Sachsen von den rheinischen und niederländischen Mundarten.
Das gilt in gleicher Weise für die Sprache des flehen Mittel-
alters wie für die Sprache der Gegenwart. Verhältnismässig am
grössten ist der Unterschied gegen das Kölnische, weil dieses
die hochdeutsche Lautverschiebung grösstenteils mitgemacht hat.
Weiter nach Norden zu aber, von Essen bis zur Zuider See,
handelt es sich um geringere mundartliche DiflFerenzen, derart,
dass es eines Beweises für die relative Einheit der Mundarten
des alten Sachsenlandes gegenüber den niederländischen Mund-
arten bedarf.
Bevor ich diesen Beweis antrete, frage ich: Darf der Histo-
riker politische Rückschlüsse aus der Thatsache ziehen, dass die
Sprache der Sachsen von der südlichen Sprache so ausserordent-
lich stark abweicht, von der westlichen in ungleich geringerem
Maasse? Die niederländische Kolonisation der Weser- und Eib-
marschen, die Verkehrsbeziehungen der Hansa, die etwa eine An-
näherung der beiden niederdeutschen Sprachen bewirkt haben
* So z. B. können sich im südlichen Westfalen die Hilchenbacber nicht
mit dem nördlichen Nachbardorf verständigen.
Politische Geschichte und Sprachgeschichte. 333
könnten, müssen ausser Betracht bleiben; denn jene sprachliche
Differenz gilt bereits für das 9. Jahrhundert, muss also aus den
Verhältnissen, wie sie vor dem 9. Jahrhundert bestanden, erklärt
werden. Eine Möglichkeit der Erklärung würde sein, dass die
Sachsen seit altgermanischer Zeit den fränkischen, insbesondere
den niederfmnkischen Stämmen näher gestanden haben als den
swebischen Stämmen, derart etwa, um es konkreter auszudrücken,
dass es ursprünglich neben einem swebischen (hochdeutschen)
Stamme einen anderen (niederdeutschen) gegeben hätte, der sich
später in Franken und Sachsen geteilt hätte. Eine andere Möglich-
keit der Erklärung würde sein, dass die Deportationen von Sachsen
durch Karl d. Gr. und andererseits die Ansiedelungen von Franken
im Sachsenlande durch denselben einen so bedeutenden Teil der
Bevölkerung betroffen hätten, dass die Besonderheiten der beiden
Sprachen bis zu einem gewissen Grade ausgeglichen worden wären.
Es sind auch noch andere Möglichkeiten denkbar. Kurz: eine
positive historische Schlussfolgerung ist, gesetzt dass andere
Quellen fehlen, allein auf Grund der Formel, dass ein Dialekt A
dem Dialekt B näher steht als dem Dialekt C, nicht mögUch,
und zwar deshalb nicht, weil an sich in dieser Formel ebenso-
wohl die älteren politischen Verhältnisse zwischen den Sprach-
stämmen A, B und C unmittelbar zum Ausdruck kommen können
als auch jüngere Mischungen (etwa Unterwerfung des Stammes
B durch A oder freiwilliger Zusammenschluss der Stämme A und
B).^ Ich habe in meiner Ethnographie eine historische Erklärung
* Man könnte einwerfen, mit welchem Rechte ich dann oben
S. 331 anB der näheren Verwandtschaft des Friesischen mit dem Englischen
(A -\- B) eine einstige politische Einheit der Friesen und Angelsachsen ge-
folgert habe, während doch der sprachliche Abstand gegen die deutschen
Mundarten (C) sich auch durch eine jüngere politische Verbindung jener
Nordseevölker erklären Hesse. Der Einwand würde richtig sein, wenn nicht
die letztere Annahme durch die historischen Verhältnisse ausgeschlossen
wäre. Wir kennen seit Beginn unserer Zeitrechnung die Friesen als ein
Volk für sich und es fehlt jeder historische Anhalt für die Annahme von
näheren Beziehungen derselben zu den räumlich weit entfernten Angeln
und Sachsen in Schleswig-Holstein. Folglich muss jener durch die Sprache
geforderte Zusammenhang in einer vorgeschichtlichen Zeit bestanden haben.
Welcher Art dieser Zusammenhang gewesen, ob etwa die Friesen von den
Angeln unterworfen wurden oder umgekehrt, oder ob etwa beide Stämme
sich zu einem vereint haben, oder ob es ein einziges anglo&iesisches Urvolk
24*
334 Otto Bremer.
für jene merkwürdige Thatsache gegeben dnrch den Nachweis
S. 866 S.y dass die eingeborene Beyölkerung des yon den Sachsen
beherrschten Landes grösstenteils istraiwischer Herkunft war, also
eines Stammes mit den Franken, sowie durch den ferneren Nach-
weis S. 861 ff., dass die Sprache der Sachsen ein Mischprodukt
ans istraiwischen (deutschen) und ingwiaiwischen (anglofriesischen)
Elementen ist.
So erklärt sich der yerhältnismässig geringe Abstand der
sächsischen yon der niederfränkischen Sprache. Immerhin aber
besteht selbst dem Niederländischen gegenüber ein so grosser
Abstand, dass zwischen einem Niederländer und einem Nieder-
sachsen nur zur Not eine kümmerliche Verständigung in der
Muttersprache möglich ist, und beide es yorziehen, sich in hoch-
deutscher Sprache zu unterhalten. Die beiden Mundartengruppen,
um die es sich handelt, sind noch nicht annähernd in dem Masse
erforscht^ dass wir im stände wären, sämtliche wichtigeren unter-
scheidenden Merkmale namhaft zu machen. Man begnügt sich
gewöhnlich mit der Berufung auf die yerschiedene Behandlung
des germ. ö und der Endung des Plur. Praes. Fast sämtliche
Unterschiede zwischen dem Niedersächsischen und Niederfranki-
sehen sind derart, dass die Sachsen den altgermanischen Laut-
bestand yerhältnismässig treu bewahrt, die Franken ihn stärker
yerändert haben. Aus diesem Grunde bespreche ich diese Unter-
schiede richtiger in dem folgenden Abschnitt unter „Franken''
und nenne an dieser Stelle nur zwei charakteristische Unter-
schiede: 1. Seit Beginn unserer Überlieferung bis auf den heu-
tigen Tag lassen die Sachsen den Plural Lid. Praes. nach anglo-
friesischer Weise auf Dental endigen (altsächs. -tf, -rf, -<, heute -^);
die Franken hielten ursprünglich mit den übrigen deutschen
Stämmen die 1., 2. und 3. Pers. PI. durch besondere Endungen
auseinander, um dann dafür die eine Endung -n einzusetzen.
2. Das Pronomen der dritten Person hat in den obliquen Kasus
seit ältester Zeit im Sächsischen Formen ohne h (altsächs. imo,
gegeben hat, von dem ein Teil ausgewandert, mn sich zu einem neuen
Volke der Friesen zu konstituieren, darüber lässt sich wiederum an und
for sich nichts ausmachen. Die letztere Möglichkeit wird wegen der (wenn
auch durch die Chauker Yermittelten) räumlichen Trennung der beiden
Völker zu einer an Oewiasheit grenzenden Wahrscheinlichkeit.
Politische Greschichte und Sprachgeschichte. 335
heute ew), im Niederländischen Ä-Formen (mndld. him u. ä., heute
hem, hom, hum).^
Die ehemalige politische Grenze der Sachsen lebt grössten-
teils in den heutigen Mundartengrenzen fort. Lassen wir den
Osten einstweilen ausser Spiel und yerfolgen die niederdeutsche
Sprachgrenze yom Harz ab westlich, so deckt sich dieselbe bis
zur niederländisch/deutschen Reichsgrenze fast Ort für Ort mit
der historisch bekannten Grenze. Es yerschlägt nichts, dass im
einzelnen kleinere, nur wenige Ortschaften betreffende Verschie-
bungen stattgefunden haben — so scheinen die jetzt ndd. Dörfer
südlich Yon Münden ursprünglich nicht sächsisch gewesen zu
sein, wie umgekehrt Ihringshausen und Vellmar nördlich yon
Kassel ursprünglich sächsisch waren, jetzt aber hochdeutsch sind — ,
das Wesentliche bleibt, dass die Grenze in ihrem Gesamtyerlauf
erhalten ist. Diese Thatsache ist auch Wrede nicht unbekannt
geblieben. Aber er legt sie sich in seiner Weise zurecht. „Die
Scheide zwischen den niederrheinischen und sächsischen Gauen
taucht stückweise immer wieder unter anderer Benennung auf
und ist yielfach noch heute die rheinisch-westfälische: daher ist
sie auch sprachlich bestehen geblieben.'^ „Immer also ist nicht
die alte „Stammesgrenze'' als solche der Grund für die heutige
Mundartenlinie, sondern ihr Fortbestehen unter irgendwelchem
Titel über die Epoche der alten Herzogtümer hinaus bis in die
neue Zeit'' (S. 38 f.). Also deshalb habe die Sprache die alte
sachsisch/fränkische Stammesgrenze am Ostrande der Rheinpro-
vinz bewahrt, weil zufällig die späteren kleinen Territorien diese
Grenze innegehalten haben. Das ist nun freilich eine yon den
sorglosen Behauptungen Wredes, die nicht wahr ist: die Ostgrenze
des Herzogtums Berg umfasst yom 14. bis 19. Jahrhundert noch
einen Streifen westfälischen Sprachgebietes, wie die heutige Rhein-
provinz, fällt also keineswegs mit jener Stammesgrenze zusammen.
Aber selbst gesetzt, es wäre wahr: die Hauptsache bleibt doch,
dass jene Stammesgrenze in ihrem ganzen Verlauf erhalten ist.
^ DiejeDigen ndld. Mundarten, welche anlautendes h haben schwinden
lassen, haben natürlich em, am, um. Da letztere Formen eben genau auf
jene Mundarten beschränkt sind, ist die Annahme, dass wir es mit ur-
sprünglich j^-losen Formen zu thun hätten, ausgeschlossen, zumal das
Mndld. nur die ^-Formen kennt. — imo in der Psalmenübersetzung erklärt
sieh aus der südlicheren Heimat dieses Denkmals.
33i> Otto Bremer.
Wrede, der immer nur eine Einzelheit ins Auge fasst, ohne die
grösseren Zusammenhänge zu sehen , hat das Problem gar nicht
erkannt. Nicht darum handelt es sich; dass auf eine kürzere
Strecke eine Sprachgrenze einer älteren politischen entspricht,
sondern darum, dass wir eine Mundartengruppe haben, deren
Grenzen in ihrem ganzen Verlauf (yon der Nord- und der Ost-
grenze selbstverständlich abgesehen) denen des sächsischen
Stammes entsprechen, dass innerhalb dieser Grenzen z. B. der
Westfale östlich von Barmen eine Mundart spricht, die der
25 Meilen entfernten Göttingischen ungleich ähnlicher ist als
etwa der kaum 2 Meilen entfernten rheinischen westlich von
Elberfeld, dass wir in Deutschland nicht zahllose kleinere (etwa
den Territorien entsprechende) Sprachscheiden haben, sondern
wenige grosse, umfassende, und dass diese Sprachscheiden keinen
anderen älteren politischen oder kirchlichen Grenzen entsprechen
als denen der altgermanischen Stämme, aus denen das deutsche
Volk erwachsen ist. Wenn vom Harz bis zum Münsterlande
eine scharfe Sprachscheide den Norden von dem Süden und
Westen trennt und diese Sprachscheide sich mit der alten säch-
sischen Stammesgrenze deckt, dann ist es keine Hypothese, son-
dern eine Thatsache, dass die Sachsen bis auf den heutigen Tag
ihre sprachliche Eigenart innerhalb der alten Grenzen bewahrt
haben, und der Historiker muss mit der Sprachgrenze rechnen.
Der Historiker muss aus diesem Grunde auch die nieder-
ländischen Landschafben östlich der Zuider See den Sachsen und
nicht den Franken zuweisen, obgleich das alte Lothringen noch
Twenthe und Drenthe mit umfasst hat. Denn die Sprachgrenze
zieht sich vom Nordosten der Rheinprovinz ungefähr längs der
Ijssel zur Zuider See fort. In diesem Falle erweisen sich unsere
historischen Zeugnisse als nicht ausreichend, es entscheidet die
Sprache.
Über den Osten kann ich mich kurz fassen. Die Ostgrenze
der Sachsen gegen die Slawen ist deshalb als Sprachgrenze nicht
erhalten, weil die Sachsen, im Verein mit Niederfranken, das
Ostland besiedelt haben. Die heutige niederdeutsche Sprach-
grenze entspricht nicht mehr der alten Südgrenze der nieder-
deutschen Kolonisten, weil hier in neuerer Zeit die niederdeutsche
Mundart immer mehr vor dem Hochdeutschen zurückweicht.
Spuren, die auf früher gesprochenes Niederdeutsch zurückweisen,
Politische Geschichte und Sprachgeschichte. 337
finden sich freilich noch, so dass der Versuch vielleicht nicht
aussichtslos ist, auf Grund der Mundart jene ältere Grenze wenig-
stens annähernd zu bestimmen. Die Aussprache des anlautenden
g wie j und die Erhaltung des anlautenden ndd. pl dürften als
Führer dienen. Ich schätze, dass jene Grenze etwa von Halle
nach Torgau lief. Auch zwischen Harz und Saale hat sich die
sächsische Südgrenze beträchtlich zu Gunsten des Hochdeutschen
verschoben. Aber in West- und Ostpreussen existiert heute eine
hochdeutsche, schlesische Sprachinsel von grösserer Ausdehnung^,
deren Grenzen der schlesischen Besiedelung ziemlich genau zu
entsprechen scheinen.
Von einer Abgrenzung des sächsischen gegen das nieder-
fränkische Kolonisationsgebiet sehe ich ab, teils weil ich zu sehr
auf mundartliche Einzelheiten eingehen müsste, teils weil ich mich
auf den Nachweis des Fortlebens der sechs deutschen Stämme
in den heutigen Mundarten beschränken will.
3. Die Franken.
Wenn von einer fränkischen Spracheinheit von der Rhein-
mündung bis zum Fichtelgebirge keine Rede sein kann, vielmehr
die Mundarten südlich der Mainlinie den oberdeutschen näher
stehen als die niederländischen, so hat das seine guten historischen
Gründe. Das alte Stammland der Franken umfasste nach Süden
zu nur etwa die Rheinprovinz. Auf die südlicheren Landschaften
wurde der Frankenname erst ausgedehnt, nachdem Chlodwig im
Jahre 506 die Alamannen zur Abtretung jener Gebiete gezwungen
hatte. Mit der unterworfenen alamannischen Bevölkerung, der
sich in Ostfranken thüringische und bairische Elemente zugesellt
hatten, mischten sich nun die fränkischen Eroberer, und es fand
ein sprachlicher Ausgleich statt, so dass sich von den für die
Sprache der Franken charakteristischen Eigentümlichkeiten nur
ein bescheidener Teil erhielt. Wollen wir also die sprachliche
Eigenart der Franken feststellen, so müssen wir uns auf die
Niederlande und die Rheinprovinz beschränken. Eine solche
sprachliche Eigenart existiert nun, ungeachtet der beträchtlichen
Unterschiede, welche zwischen den niederrheinischen und den
* Vgl. Stohrmann, Das Mitteldeutsche in Ostpreussen I, Progr., Deutsch-
Krone 1896.
340 Otto Bremer.
7. Auslautendes h (z. B. in Weih, Korb) ist frank, und sächs.
zu f geworden, hd. aber zu b (p).
8. Anlautendes j (z. B. in ffuty gross) ist im Frank, (und
grossenteils im Sachs.) als velare oder palatale Spirans erhalten,
hd. aber zu g geworden.
9. Anlautendes wr (z. B. in wringen) ist hd. seit Beginn
unserer Überlieferung zu r geworden.
10. Die Neuerung ist auf Seiten der Franken und Sachsen
hinsichtlich der bereits zu Beginn unserer Überlieferung vor-
handenen Monophthongierung von ei und axi zu e und ö (z. B. in
Stein, Aiige),^
Die Sprachgrenze der Franken ist im Osten wie im Westen
erhalten. Über die Orenze gegen die Sachsen s. oben S. 335 £
Im Westen hatte die Sprachgrenze im frühen Mittelalter etwa
das Aussehen der heutigen deutsch/polnischen Sprachgrenze, d. h.
es schied nicht eine scharfe Linie, sondern es bestand ein Grenz-
gürtel mit gemischt germanischer und romanischer Bevölkerung,
und jenseits dieses Gürtels gab es hüben wie drüben kleinere
Sprachinseln. Die geographische Arrondierung beider Sprach-
gebiete hat zu der heutigen Sprachgrenze geführt, welche ab
ungefähre Durchschnittslinie auch für die ältere Zeit zu Recht
besteht. Hier haben wir ein besonders schlagendes Beispiel fBr
das hohe Alter von modernen Sprachgrenzen. Flandern bezw.
Westflandem ist vom 8. bis 16. Jahrh. von dem übrigen nieder-
ländischen Sprachgebiet getrennt gewesen — auch die kirchliche
Einteilung respektierte die Scheide-Grenze — , und ebenso wenig
haben die späteren politischen Grenzen auf die Sprachgrenze Rück-
sicht genommen: und doch hat die alte Sprachgrenze alle poh-
tischen Grenzverschiebungen seit länger als einem Jahrtausend
überlebt. Von einer Südgrenze des Fränkischen kann nach dem
oben S. 337 Gesagten keine Rede sein. Südlich der Eifel be-
ginnen bereits hochdeutsche Spracheigentümlichkeiten und je
weiter nach Süden und Osten, um so mehr verschwindet die
fränkische Sprache vor der hochdeutschen.
Auch innerhalb des Frankenlandes sind die Grenzen der
salischen und rip warischen Franken, die Südgrenze der letzteren
sowie die erst seit dem 10. Jahrh. gebildete Grenze zwischen
^ Es thut nichts zur Sache, dass die Monophthonge sporadisch auch
in oberdeutschen Mundarten vorkommen, wo sie jüngeren Datums sind.
Politische Geschichte und Sprachgeschichte. 341
Rhein- und Ostfranken heute noch als Sprachgrenzen bewahrt,
und es giebt eine niederländische (salische), eine ripwarische, eine
rheinfränkische und eine ostfränkische Mundartengruppe.
Die niederländisch/rip warische Sprachgrenze läuft yon Duisburg
nördlich yon Krefeld und südlich von Venlo westwärts, um sich,
nachdem sie die belgische Grenze westlich von Weert erreicht hat,
nach Südwesten zu wenden und Diest und Tienen auf die ripwa-
rische, Leuven auf die niederländische Seite zu weisen. Diese
Grenze ist streckenweise eine scharfe, westlich der Maas nur an-
nähernd bestimmbar. Ich nenne die folgenden spezifisch nieder-
ländischen Eigentümlichkeiten:
1. Das Fehlen des Umlauts des ä.
2. Die seit Beginn unserer Überlieferung bezeugte Diphthon-
gierung des germ. ö zu wo (z. B. in Biwh, Ftiss, zu), welche
heute ü ergeben hat, im Gegensatz zum sächs. ö, eo, auy au und
zum ripw. ö. Ebenso erscheint der Umlaut des ö (z. B. in Bücher,
süss) in Ndld. als ü (l).^
3. Germ, eo (z. B. in giessen, lieb) erscheint in Ndld. schon
seit Beginn unserer Überlieferung als ie, heute ie oder l ge-
sprochen, im Gegensatz zum sächs. e oder ei (altsächs. io, ia) und
ripw. c.^
4. Ebenso erscheint umgelautetes germ. ai (z. B. in rein, heil)
in Ndld. schon seit Beginn unserer Überlieferung als ie, heute
ie oder I gesprochen.
5. Germ, ü (z. B. in Haus, saufen) ist im Ndld. zu ü * (l) ge-
worden oder zu ui, eu, ÖU diphthongiert, während ü im Sächs.
und Ripw. erhalten oder zu tu, ou diphthongiert ist.
6. Germ, au (z. B. in Äuge und hoch) ist im Ndld. (und Sächs.)
zu ö geworden, ripw. aber, wie im Hochdeutschen, je nach den
folgenden Konsonanten diphthongisch oder monophthongisch be-
handelt.
^ Wenn das ripw. ö und e sekundär aus älterem uo und ie entstanden
ist, dann würden beide Fälle zu den oben S. 338 f. besprochenen Eigentüm-
lichkeiten gehören, welche den fränk. und hochdeutschen Mundarten im
Gegensatz zu den sächsischen gemeinsam sind.
' Diese Aussprache des Buchstaben u gilt bereits für das Mittelalter
(vgl. Franck, Mndld. Gramm., § 6, 2 und Pauls Grdr.» I 826) imd beruht,
ebenso wie das ü des Elsass und der Westschweiz, wahrscheinlich auf der
Aussprache der unterworfenen gallischen Urbevölkerung.
342 Otto Bremer.
7. Ndld. (und zum Teil sächsisch) ist die Aussprache des
anlautenden g als ch (z. B. in gut, gross) gegenüber ripw. j.
8. Ndld. (und zum Teil sächsisch) heisst es ook auch, ik ich,
mij mich, dij dich, ebenso „euch'' mit yokalischem Auslaut, ripw.
hingegen atichy ich, mich, dich, euch.^
9. Ndld. (und sächs.) hi „er'' entspricht ripw. her oder er.
Für die sprachlichen Unterschiede zwischen rhein- und ost-
fränkisch verweise ich auf Heilig, Gramm, d. ostfrk. Mundart des
Taubergrundes, S. 150 — 154. Die heutige Sprachgrenze weicht
am Neckar yon der auf unseren historischen Karten angegebenem
politischen Grenze bemerkenswert ab und folgt yielmehr dem
Laufe der Brettach.*
4. Die Thüringer.
Über die Sprachgrenze der Thüringer sowohl geographisdi
als hinsichtlich ihrer sprachlichen Charakteristika yerweise idi
auf Hertel, Thüringer Sprachschatz, S. 8 — 22. Ich bemerke nur,
dass die Nordgrenze yom Harz bis zur Werra und ebenso die
Wesi^renze eine ganz scharfe ist und sich fast Ort für Ort, mit
nur ganz geringfügigen Abweichungen, mit der historischen Grenze
deckt. Nach Osten zu, längs der Saale, geht die thüringische
Mundart allmählich, ohne dass eine Sprachscheide existiert, in
die nahe verwandte osterländische und meissnische Mundairt über
— sehr begreiflich; denn vorzugsweise Thüringer sind es gewesen,
die das Land östlich der Saale kolonisiert haben. Nur im Vogt-
lande und östlicher im Erzgebirge sind die Kolonisten nach
Ausweis der Sprache Ostfeinken gewesen.' Die vogtlandisck/
thüringische Sprachgrenze ist keine so feste, wie man nach der
Karte bei Hertel meinen möchte. Der ganze Streifen zwischen
Ziegenrück-Saalfeld und Gera-Weida vermittelt ostfränkische und
thüringische Sprechweise.
5. Die Alamannen.
Nach dem oben S. 337 AusgefUirten sind die alamannisch^
Spracheigentümlichkeiten nicht auf das alamannische Herzogtum
beschränkt, sondern erstrecken sich zum Teil bis zum Main.
' Den Vokalismufl berücksichtige ich bei diesen Angaben nicht.
' Vgl. H. Halm, Skizzen aus dem Frankenland, Hall 1SS4, S. 86 u. 89.
' Vgl. Gerbet, Mimdart des Yogtlandes, S. 12 ff.
Politiflche Greschichte und Sprachgeschichte. 343
Gleichwohl ist die politische Grenze des Jahres 506 eine scharfe
Sprachgrenze geworden, die in ihrem ganzen Verlauf yon Dinkels-
bühl bis zur Nordgrenze des Elsass ziemlich getreu erhalten ist
und nur an einzelnen Stellen, so besonders am Neckar, sich heute
etwas verschoben hat oder verwischt ist. Die Sprachgrenze lauft
von dem schwäb. Dinkelsbühl zwischen Wildenstein und Deuf-
stetten, Stimpfach und JagstzeU, Ober-Sontheim und Bühlerthann,
Fischbach und Geifertshofen, Unter-Roth und Sulzbach ^ hindurch,
dann nördlich von Murrhardt, Rietenau und Mundeisheim, west-
lich des Neckar nördlich von Bissingen und östlich imd südlich
von Calw zur Homisgrinde und über Baden-Baden zur Nordgrenze
des Elsass. Über die Beschaffenheit dieser Sprachgrenze als
einer wirklichen Stammesgrenze, die noch heute als solche ge-
fühlt wird, hat sich ein Kenner des Landes und der Menschen,
Halm, so unzweideutig ausgesprochen, dass ich nur auf seine
Worte verweisen kann, die ich in meiner Ethnographie S. 807
wiedergegeben habe. Die alamannische Nordgrenze lässt sich an
der Hand von H. Fischers Schwäb. Sprachatlas ziemlich genau
ermitteln. Wenn man sich die Linien sämtlicher Karten auf ein
Blatt einträgt, so ergeben sich wohl streckenweise, so von Calw
bis zum Neckar, Grenzstreifen; anderwärts aber fallen die Linien
so massenhaft genau zusammen, dass der Beweis einer scharfen
Sprachscheide geliefert ist.*
Hinsichtlich der sprachlichen Charakteristika, die das Ala-
mannische vom Rheinfi^nkischen scheiden, verweise ich auf Halm,
auf Kauffmanns Gesch. d. schwäb. Mundart S. 33 f. und auf Fischers
Sprachatlas.
Für die Unterschiede gegen das Bairische verweise ich auf
Kauffinann S. 36 und auf die 24 Falle, die ich im Arch. f. d. Stud.
d. neueren Sprachen 103, S. 172 f. angeführt habe. Die LechUnie
ist nicht, wie Wrede S. 38 f. sagt, „an der Begrenzung dieser oder
» Vgl. für dieflen Teil Halm a. a. 0., S. 28 und 86—38.
' Wie wenig verlässlich diese Karten unter umständen sein können,
wenn es darauf ankommt, für einen bestimmten Grenzort zu ermittehi, ob
er dies- oder jenseits der Sprachgrenze liege, dafür ein Beispiel. Stimpfach,
welches nach den Angaben Hahns zweifellos ostfränkisch und nicht schwäbisch
spricht, wird nur von 6 unter 23 Linien Fischers dem Frank, zugeteilt,
von 17 dem Schwäbischen. Geifertshofen, das schwäbisch spricht, wird von
10 unter 23 Linien dem Schwäbischen zugeteilt, von 13 dem FiAnkischen.
344 Otto Bremer.
jener grammatischen Einzelheit noch erkennbar'', sondern sie ist
in voller Schärfe noch heute vorhanden. Ich zahle nach Fischers
Sprachatlas, dem Lech von seiner Mündung ab flussaufwärts
folgend, zwischen Mündling und Bertholdsheim nicht weniger
als 17 Sprachlinien, weiter längs des Lechs bis Augsburg und
östlich von Augsburg* mehr als 20, die genau zusammenfallen.
Südlich von Augsburg teilt sich diese Sammellinie: dem Lech
folgen bis Schongau 13 bis 20 Linien; westlich von Mittelstetten
zähle ich 9, östlich 12; östlich von Wessobrunn 20; zwischen
Hohen-Peissenberg und Uffing 15, westlich von Hohen-Peissenbeig
mindestens 20; westlich von Bichlbachle 12, zwischen Bichlbachle
und Ober -Ammergau 21.^ Man muss auf Grund dieses That-
bestandes schliessen, dass die Sprachgrenze von der Lechmündung
bis Augsburg eine haarscharfe Linie ist^, dass aber von Augs-
burg bis zur tirolischen Grenze ein Übergangsstreifen existiert,
innerhalb dessen schwäbische und bairische Sprechweise gemischt
sind. Diese Übergangszone reicht vom Lech bis einschliesslich
Mittelstetten, Türkenfeld, Ammer See, Hohen-Peissenberg und
Bichlbachle. Mitten durch diese Zone hindurch läuft die Grenze
bei Spruner-Menke.
Die Sprachgrenze in den Vogesen ist, von kleineren neueren
Verschiebungen abgesehen, dieselbe geblieben wie zu der Zeit,
als die Alamannen zuerst das Elsass besiedelt haben.
6. Baiern.
Über die Sprachgrenze gegen die Alamannen habe ich eben
gehandelt. Für die Grenze gegen Ostfranken ist zu beachten,
dass ähnlich wie in Rhein- und dem westlichen Ostfranken ein
Teil der Bevölkerung alamannischer Herkimft ist, so in dem öst-
lichen Ostfranken ein Teil der Bevölkerung bairischer Herkunft
ist. Gleichwohl giebt es auch hier eine ausgesprochene Sprach-
^ Diese Zahlen sind deshalb nicht zuverlässig, weil ich auf meiner
Karte keinen Platz mehr für weitere Linien hatte und etliche Linien daher
nicht mitgezählt habe. Die Zahlen sind nur als Minimalzahlen richtig.
Ich schätze, dass die Zahlen bis 15 richtig sein werden, während diejenigen
über 20 zum Teil etwa bis 25 zu erhöhen sein mögen. Es kommt an dieser
Stelle ja nicht auf die absoluten Zahlen an. Deshalb glaubte ich von der
zeitraubenden Arbeit, eine neue Karte anzufertigen, absehen au dürfen.
■ Selbstverständlich nur nach Massgabe der bei Fischer verzeichneten
Ortschafben.
Politische Geschichte und Sprachgeschichte. 34&
scheide, entsprechend der früheren politischen Grenze. Ich befinde
mich hier in erfreulicher Übereinstimmung mit Wrede, Zeitschr.
f. dt. Alt. 37, 301 f. Hingegen beruht es auf Unkenntnis, wenn
Wrede jetzt S. 39 Anm. 1 sagt: „Andere Stücke der alten Baiern-
grenze zeigen heute kaum noch einen dialektischen Wiederschein;
Nürnberg z. B., das im Mittelalter bairisch sprach, spricht heute
fränkisch." Schon die Lektüre von Grübel und von Frommanns
grammatischer Skizze kann keinen Mundartenkenner über den
bairischen Charakter der Nürnberger Mundart im Zweifel lassen.
Im übrigen verweise ich auf das Urteil des gegenwärtig besten
Kenners der Nürnberger Mundart, auf das Urteil des Nümbergers
A. Gebhardt, der seine Mundart als bairisch bezeichnet und die
Sprachgrenze gegen das Ostfränkische westlich von Nürnberg zieht.
Der Beweis für die bairische Spracheinheit ist bisher im
einzelnen noch nicht geliefert. Aber an der Existenz einer solchen
wird niemand zweifeln, der Leute aus verschiedenen Landschaften
bairischen Sprachgebietes hat sprechen hören. Die Entfernung
von Wien bis zum Voralbergtünnel beträgt rund 60 Meilen: der
Gesamtcharakter der Sprache bleibt im westlichen Tirol der gleiche
wie in Wien. Sobald man aber Vorarlberg betritt, ertönen völlig^
neue Laute. Diese Wahrnehmung eines Kenners von Land und
Leuten wird wohl mancher meiner Leser bestätigen; es bedarf
dazu keinerlei grammatischer Kenntnis. Obgleich Osterreich seit
länger als einem halben Jahrtausend von Bayern politisch ge-
trennt ist, giebt es zwischen beiden Ländern keine Sprachscheide ^
die Volkssprache ist hüben und drüben die gleiche.
Ich fasse zusammen: Die altgermanischen Stämme, aus denen
sich das deutsche Volk zusammensetzt, haben ihre sprachliche
Eigenart innerhalb der alten Grenzen im wesentlichen bis auf
den heutigen Tag bewahrt, obgleich sie ihre politische Selbst-
ständigkeit seit länger als einem Jahrtausend eingebüsst haben.
Je länger und je fester ein politischer Verband besteht, um so
mehr verschmelzen die dialektischen Verschiedenheiten innerhalb
desselben zu einer sprachlichen Einheit. Das ist zu allen Zeiten
so gewesen. Zerfällt dann ein solcher politischer Verband, um
Neubildungen Platz zu machen, so bedarf es um so längerer Zeit,
die ursprünglichen Sprachgrenzen zu verwischen, je ausgeprägter
sich jene alte Spracheinheit ausgebildet hat. Für die Frage nach
346 Otto Bremer, Politische Geschichte and Sprachgeschichte.
dem Verhältnis der Spracheinheit zu den Mundarten genügt nicht
die eine Formel ,^überall zuerst Vielheit und Buntheit, erst nach-
träglich Ausgleich und Einheit'* (Wrede S. 40), sondern wie für
die politische Geschichte, so gilt auch für die Geschichte der
Sprachen der Satz, dass auf die Einheit wieder eine Vielheit folgt,
auf diese wieder eine Einheit und so fort. Ich erinnere an die
römische Welt. Die Provinzialsprachen sind einer (wenn auch
mundartlich gefärbten) lateinischen Einheitssprache gewichen.
Als das staatliche Band sich löste, differenzierte sich dies Latein
zu yerschiedenen Mundarten und Sprachen. Auf die Neubildung
der einzelnen romanischen Staaten folgte die Tendenz einer mund-
artlichen Nivellierung innerhalb eines jeden dieser Staaten und
zu einer neuen französischen, portugiesischen u. s. w. Einheits-
sprache. Ebenso hat sich in früherer Zeit die indogermanische
Einheitssprache in zahlreiche Mundarten aufgelöst, aus denen
selbständige Sprachen erwuchsen, nachdem entsprechende Staaten-
gründungen stattgefunden hatten. Auch die urgermanische Sprache,
welche, wie wir wissen, eine ziemlich einheitliche gewesen ist^
werden wir in diesem Sinne zu verstehen haben. Ihre mundart-
liche Differenzierung beginnt mit der Gründung der einzelnen ger-
manischen Völker. In England sind die spracUichen Eigenheiten der
Stämme der Sachsen, Juten und Angeln, wie sie vor 1000 Jahren
bestanden haben, längst verwischt. In Deutschland, dessen poli-
tische Entwicklung eine weniger einheitliche gewesen ist, sind
die alten politischen Grenzen der Sachsen, Franken, Thüiing^,
Alamannen und Baiem heute noch an der Sprache erkennbar.
Aber in der Gegenwart vollzieht sich unaufhaltsam der Prozess
einer sprachlichen Nivellierung: die alten Mundartengrenzen werden
immer mehr verwischt, die jüngere Generation nähert ihre Mund-
art mehr und mehr der ideellen deutschen Einheitssprache an,
die Tage der Mundart sind gezählt.
347
Der Feldzng der Engländer nnd Rassen in Holland
im Herbst 1799 nnd die Stellnng Prenssens.
Von
Hermann Httffer.
V.
Während man in Berlin unterhandelte, hatte man in Peters-
burg und London gehandelt. In dem Vertrage mit England yom
29. Dezember 1798 hatte Paul ein Hilfscorps yon 45000 Mann
für den Fall yersprochen, dass Preussen die Franzosen in Holland
oder Belgien angreifen woUe. Infolgedessen wurden dann in
Berlin die Verhandlungen angeknüpft, über welche die vorher-
gehenden Abschnitte Auskunft geben. Der Eifer Pauls war aber
so gross, dass er selbst für den Fall, dass Preussen nicht zu
gewinnen sei, der Sendung des Hilfscorps sich nicht abgeneigt
zeigte. ^ Mit Vergnügen übersendet Lord Grenyille am 15. März die
Ratifikation. Als er dann aus Berlin die Nachricht erhielt, Preussen
wolle nur über einen eyentueUen Verteidigungskrieg unterhandeln,
schrieb er unter dem ersten Eindruck an Whitworth, yon Preussen
sei nichts zu erwarten; man müsse den Plan gegen Holland auf-
geben und den Vertrag yom 29. Dezember den veränderten
Umständen anpassen, in der Weise, dass das Hilfscorps in die
Schweiz ziehe.* Auch damit war Paul einverstanden. Am 26. März
meldet Whitworth, der Kaiser sei durch die Ablehnung von Seiten
Preussens mehr verletzt als überrascht, und sein Eifer nicht ge-
mindert. Nachdem der englische Gesandte am 19. April die
Ratifikation des vorläufigen Vertrages erhalten hatte, machte
^ Artikel IX des Vertrages bei Martens, Becueil des trait^s, VII, 318.
Göttingen 1801. — Der Vertrag wurde im Herbst 1799 von der Begierong
dem englischen Parlament mitgeteilt nnd in der Oazette de Lejde vom
6. November abgedrackt; vgl. auch Sir Charles Whitworth, der englische
Gesandte in Petersburg, an Lord Grenville, 26. Februar, Becord Office London.
• Grenville an Whitworth, 22., 27. März, R. 0. L.
Hiitor. Viorte^ahrtohrift. 1908. 8. 26
348 Hermann HOfifer.
er schon am 20. Kotschubey und Rostoptschin, welche nach
Besborodkos Tode die Geschäfte ausschliesslich leiteten, davon
Mitteilung; sie fand die freundlichste Aufnahme, und bald wurde
man darüber einig, dass das russische Hilfscorps in der Schweiz
zu verwenden sei.
Nicht lange und es kam noch ein neuer Vertrag hinzu.
Am 24. April hatte Thomas Ghrenville seinem Bruder von dem
Abbruch der Berliner Verhandlungen Nachricht gegeben. Gleich-
zeitig übersendet er eine Denkschrift des Erbprinzen von Oranien,
welche in lebhaften Farben die Zustande Hollands schildert. Der
Druck der Franzosen sei unerträglich; alle Parteien sehnten sich,
das Joch abzuschütteln, Heer und Flotte, selbst Mitglieder der
B^gierung seien dem rechtmässigen Herrscher zugethan. Jetzt, da
die Aufständischen in Belgien sich noch hielten, und Holland in-
folge der österreichisch-russischen Siege von französischen Trappen
entblösst sei, solle man den günstigen Augenblick benutzen.
Fremde Truppen brauchten nur an der Ghrenze sich zu zeigen,
um den Aufstand zum Ausbruch zu bringen; der Erfolg sei un-
zweifelhaft, wenn nur etwa 3000 Englander in Friesland Unter-
stützung leisteten. Wie jene vereitelte Ho&ung, so sind auch
diese Vorstellungen auf das englische Ministerium offenbar nicht
ohne Einfluss geblieben. Zwei Tage nachdem sie eingetrofiiBn
waren, am 3. Mai, schreibt Lord Orenville an Whitworth, der
rasche Fortschritt der österreichisch-russischen Armee habe das
Direktorium bewogen, aus den Niederlanden einen grossen Teil
der dort aufgestellten Streitkiäfte wegzuziehen; Whitworth soU
den Vorschlag machen, dass eine Anzahl russischer Truppen, und
zwar nicht weniger als 20000 und nicht mehr als 45 000 , nach
Holland geführt werde. Dabei hält er aber fest an dem Plane
gegen die Schweiz. Thugut wünsche zwar, dass die schon früher
bewilligten 45000 Russen statt in der Schweiz am Rheine operieren
möchten, aber darauf könne man nicht eingehen.' Daneben be-
auftragte er den General Stamford, der als Vertreter des Erbstatt-
halters und als Vertrauensmann der englischen Regierung in Berlin
verweilte, einen Plan für das Unternehmen auszuarbeiten, liess
auch einen besonderen Bevollmächtigten, den Kapitän Popham,
nach Petersburg abgehen, um den Angriffsplan, die Beihilfe Eng-
1 Grenville an Whitworth, 8., 1 Mai, R. 0. L.
Der Feldzug d. Engländern. Rnssen im Herbst 1799 u. die StellnngPrenssens. 349
lands und das für die Seefahrt Erforderliche zu besprechen.^ Wie
enge dieser und die folgenden Schritte mit den Berliner Verhand-
lungen zusammenhängen, tritt in dem Schriftwechsel augenscheinlich
hervor. Als Thomas GrenviUe am 28. April wieder in Aussicht
stellt, dass in zwei Monaten etwa 60000 Preußsen gegen Holland
ausrücken würden, ermässigt Grenyille sogleich am 7. Mai seine
Bitte auf die Absendung yon höchstens 20000 Russen, erhöht sie
aber am 23. Mai wieder auf 40 — 45000 Mann, als ihm Tags
vorher die Nachricht zugekommen ist, Haugwitz habe den König
nicht für seine Ansicht gewinnen können.*
In Petersburg herrschte noch immer die beste Stimmung.
Bereits am 3. Juni kann Whitwortb melden, dass der Zar die
neuen Vorschläge in der Hauptsache annehme. Am 13. Juni
berichtet er: er hoffe 20000 Mann für die Unternehmung gegen
HoDand zu erhalten; mehr sei nach dem von Stamford aus-
gearbeiteten Plane nicht erforderlich; 17000 habe der Kaiser
bereits bewilligt. Schon am 23. Juni übersendet er den Tags
vorher unterzeichneten Vertrag. Russland verpflichtete sich,
17 593 Mann zu stellen; da man 30000 Mann für erforderlich
hielt^ sollte England 13 000 oder, wenn die kleine Zahl ausreiche,
» Vgl. Panin an Panl, 16. März, Brückner IV, 204. Der Plan wird
am 16. Mai durch einen englischen Enrier von Berlin nach Petersburg
geechickt. Panin berichtet zu gleicher Zeit unter den höchsten Lobsprüchen
für den Charakter und die Fähigkeiten des holländischen Generals: Stam-
ford wolle trotz seines Alters die Reise nach Petersburg nicht scheuen;
Panin hat sich erlaubt, ihm einen Pass auszustellen; als diplomatische
Persönlichkeit scheine er nicht wie ein Privatmann der in dem Reskript
vom 26. April (6. Mai) geforderten besonderen, vom Zaren unterzeichneten
Erlaubnis zu bedürfen. Stamford scheint an der Grenze doch noch aller-
hand Aufenthalt gehabt zu haben, so dass er erst drei Wochen nach Popham
in Petersburg anlangte; vgl. Whitworth an Simon Woronzow, 23. Juni,
Woronzows Archiv 29, 382, Moskau 1883
' Vgl. oben S. 180 f. Der Zusammenhang der Berliner und Lon-
doner Vorgänge wird überzeugend nachgewiesen von G. J. W. Eoolemans
Beynen, Engelands bedoelingen bij het werkdadig optreden op het vaste-
land gedurende den tweeden coalitie-orlog, Leiden 1898; derselbe, Nieuwe
gegevens betreffende de bedoelingen van Engeland enz., Leiden 1899. (Over-
gedrukt uit de Handelingen en Mededeelingen van de Maatschapp^j der
Nederl. letterkunde te Leiden, 1897—1898, 1898—1899). Dort werden die
bezüglichen Depeschen aus dem Record OfQce im Auszuge mitgeteilt, am
Schlüsse der Nieuwe gegevens auch die Denkschrift des Prinzen von Oranien
vom 24. April.
26 •
350 Hermann Hüffer.
8000 Mann hinzufügen (Artikel 1). Sobald die russischen Trappen
in Reval versammelt und zur Abfahrt bereit sind^ zahlt England
als Vergütung für die Ausrüstung 44000 Pfund und nach drei
Monaten dieselbe Summe, ausserdem für den Unterhalt monatlich
44000 Pfund (Art 4), liefert auch die Schiffe zur Ueberfahrt mit
Ausnahme von sechs russischen Linienschiffen^ für welche nach
dem 3. Zusatzartikel eine besondere Vergütung geleistet wird.^
Der Zar war auf die englischen Vorschläge bereitwillig ein-
gegangen. Nur die Mitwirkung eines englischen Corps, schreibt
Whitworth, habe er zugestehen müssen, denn Paul wolle nur als
Hilfsmacht auftreten und die Wohlfahrt sowie den Ruf seiner
Truppen nicht aufs Spiel setzen, wenn sie nicht durch eine hin-
reichende Zahl britischer Truppen unterstützt würden.* Diese
Forderung war aber den Absichten des englischen Kabinetts nicht
entgegen. Es lag schon in den Verhältnissen, und Thomas Gben-
yille macht es einmal von Berlin eindringlich geltend, dass man
eine fremde Macht nicht nach Belieben in Holland dürfe schalten
lassen.' Schon in dem Schreiben vom 7. Mai nimmt Lord Gren-
ville für den Fall, dass die Russen in Friesland einfielen, eine
englische Landung auf Walcheren in Aussicht. Als dann Ende
Mai eine Mitwirlnmg Preussens wieder in Frage kam, wollte
England um so weniger zurückbleiben. Man sah sich bereits
nach einem Oberbefehlshaber um, und die Wahl fiel auf Sir
Ralph Abercromby, einen der ausgezeichnetsten Offiziere der eng-
lischen Armee. Am 8. Juni schreibt ihm der Kriegsminister
Dimdas: wenn auch auf Preussen kein Verlass sei, so bestehe
doch nach den neuesten Nachrichten die Möglichkeit, dass es
Frankreich zur Räumung Hollands auffordern, andernfalls Gewalt
brauchen werde; für diesen Fall müsse England bereit sein,
Walcheren zu besetzen; Dundas hat mit dem Herzog von York
über Truppen disponiert. Wenn Abercromby das Unternehmen
befehligen wolle, möge er sogleich nach London kommen.^ Zur
selben Zeit richtet der Herzog von York an Abercromby ein
' MartenB, Becueil des traitäs VlI, 323.
' Whitworth an Grenville, 23. Juni, R. 0. L.; vgl. auch Koolemans
Beynen, Engeland» bedoelingen S. 42 f.
* Thomas Grenville, 21. Mai, Eoolemans Beynen, Nieuwe gegevens S. 9.
* Lieutenant-Qeneral Sir Ralph Abercromby K. B. (1798—1801), a
memoir by his son James Lord Dunfermline, Edinburgh 1861, S. 144.
DerFeldzng d. Engländer u. Russen im Herbst 1 799 u. die Stellung Preussens. 35 1
Schreiben über Formierung des Stabes. Schon die Art, wie der
erate Artikel des Vertrages vom 22, Juni die geringe Stärke des
englischen Hülfscorps feststellt, lässt aber erkennen, wie schwer
es wurde, damals in England eine Heeresmacht aufzubringen. Die
englischen Truppen hatten in den belgischen Feldzügen von
1793 — 94 schwer gelitten, waren dann teils in den Kolonien, teils
in Irland noch immer unentbehrlich. In dieser Verl^enheit griff
man zu einem aussergewöhnlichen Mittel. Am 10. Jimi wurde
im Unterhause eine Bill eingebracht, dergemäss die nur in Eng-
land zu verwendenden Milizen um 20000 Mann vermindert, das
stehende Heer durch freiwillig Uebertretende um die gleiche Zahl
vermehrt werden sollte. Der Erfolg übertraf alle Erwartungen;
die öffentliche Meinung und das Parlament waren zu jeder Förde-
rung bereit. Geldmittel wurden reichlich bewilligt; die Meldungen
für das stehende Heer erreichten bald die Zahl von 15 712. So
griff der Gedanke Platz, dass man noch vor der Ankunft der
Russen selbständig vorgehen könne. Er tritt deutlich hervor in
der Depesche vom 15. Juli, in welcher Lord Grenville freudig
und hofihungsvoll die Anzeige des Vertrages vom 22. Juni be-
antwortet. Der König, heisst es, sei nicht in Zweifel, dass man
20—25000 Mann Infanterie und 6000 Mann Kavallerie für die
Unternehmung liefern könne. Das Vertrauen zu seinem Ver-
bündeten sei so gross, dass er seine Truppen ohne Bedenken der
Gefahr des ersten Angriffs aussetze. 10000 Mann könnten schon
in den ersten Tagen des August absegeln.^
Mit der veränderten Stellung Englands verband sich eine
Veränderung des Oberbefehls. Freilich, man muss sich fragen, ob
sie dem Unternehmen zum Vorteil gereichte. Der Herzog von
York hatte seine Begabung während der belgischen Feldzüge
nicht in glänzendem Lichte gezeigt; in dem Briefe an Abercromby
vom 8. Juni denkt er offenbar noch nicht daran, den Oberbefehl
in Holland zu übernehmen, der zudem bei der geringen Truppen-
macht, die England anfangs zu stellen beabsichtigte, dem Range
eines Feldmarschalls nicht entsprach. Beim Abschluss des Ver-
trages in Petersburg war man, wie Whitworth schrieb, von der
Ansicht ausgegangen, dass der älteste General des verbündeten
^ Grenville an Whitworth, 2. Jtdi, 12. Juli, Eoolemans Beynen,
Nieuwe gegevens S. 9f ; Grenville an Whitworth, 16. Juli, R. 0. L.
352 Hermann HOffer.
Heeres den Oberbefehl übernehmen würde, und Paul hatte den
Wunsch geäussert, dass kein älterer dem von ihm bestimmten
russischen General Herman vorgesetzt werde, es sei denn ein
Prinz von Geblüt. Jetzt, da England als hauptbeteiligte Macht
auftrat, wollte es auch die Leitung in der Hand behalten. Die
Verwendung Georgs UL für seinen Lieblingssohn msLg hinzu-
gekommen sein; so benutzte man den Ausweg, den auch Whit-
worth schon angedeutet hatte. Am 15. Juli antwortet Lord
Grenville, der Befehl über die erste englische Diyision sei Aber-
cromby übertragen; nach Ankunft der Russen solle der Herzog
von York den Oberbefehl über das Ganze führen. Da England
die meisten Truppen stelle und für das ganze Unternehmen
Zahlung leiste, werde man dagegen keine Beschwerde erheben.^
Auch der Angriffsplan tritt jetzt in neuer imd fester Form
hervor. In früheren Entwürfen, insbesondere denen des Generals
Stamford und des Kapitäns Popham, war man davon ausgegangen,
dass die russischen Truppen in Friesland einfallen und durch eine
Landung der Engländer in Seeland bei Walcheren unterstützt
werden sollten. Noch am 22. Juni zeichnet Lord Grenville infolge
einer Unterredung mit dem vormab'gen (Jreffier Fagel dieselben
Grundzüge für die Erbstatthalterin auf.^ Jetzt, am 15. Juli, schreibt
er, es sei vorteilhafter, die Kräfte zu konzentrieren. Seeland sei
von dem Sitze der batavi sehen Regienmg zu weit entfernt; der
englische Einfall werde sich besser gegen die Mündungen der
Maas, d. h. gegen die Insel Voome, gegen Goeree, Brielle und
Hellevoetsluis richten. Wenn dann die beiden russischen Divi-
sionen Ende August oder Anfang September im Kanal anlangten,
würden sie ohne Mühe sich ausschiffen; man könne den Aufstand
der oranischen Partei in Ameland unterstützen, hoffentlich noch
vor dem Winter die rechtmässige Regierung in Holland herstellen
und auch ohne preussische Hülfe in Flandern eindringen.*
Dabei mag dem Minister der schmerzliche Gedanke gekommen
sein, wie viel kostbare Zeit man durch die Verhandlungen in
Berlin und durch die späte Vorbereitung des russisch-englischen
* Koolemanfl, Nieuwe gegevens S. 16; Whitworth meldet am 3. August
die Zustimmung des Zaren.
* Fagel an die Erbstatthalterin, 26. Juni, Koolemans, Engelands be-
doelingen S. 20.
' Grenville an Whitworth, 16. Juli, Kolemans, Nieuwe gegevens S. 10 f.
Der Feldzag d. Engländer u. Russen im Herbst 1 799 n. die Stellung Preussens. 353
Zuges bereits verloren habe^ und wie dringend notwendig es sei,
jetzt so rasch als irgend möglich vorzugehen. Dieser Gedanke
wurde noch verstärkt, als man am 31. Juli vorläufig, und ver-
mutlich in den nächsten Tagen noch bestimmter, aus Berlin die
Nachricht erhielt, Friedrich Wilhelm IQ. habe die gehegten Er-
wartungen nochmals vereitelt und stehe mm im Begriff, mit dem
französischen Direktorium über die Räumung Hollands zu unter-
handeln. Nichts war dem englischen Ministerium weniger genehm.
Denn kam die Verhandlung in Gang, so musste man sich auf
den Widerstand Preussens gegen den Einmarsch fremder Truppen
gefasst halten, und von einer freiwilligen Räumung liess sich
wenigstens unmittelbar die Herstellung der Oranier nicht erwarten.
So antwortet denn auch Grenville am 6. August dem Bruder,
infolge seiner Depesche habe man alle Kräfte angestrengt, um
den Plänen der Preussen zuvorzukommen.^ Dadurch erklärt
sich die auffallende, oft und besonders von Napoleon bitter ge-
tadelte Massnahme, dass man nicht mit gesammelten Kräften,
sondern ohne die Russen zu erwarten, vorging, nicht einmal die
englischen Divisionen zu gleicher Zeit sich einschiffen liess, wobei
allerdings in Anschlag zu bringen ist, dass es auch an Transport-
schiffen fehlte, da infolge des Vertrages vom 22. Juni die Ueber-
fahrt der russischen Truppen von den Engländern zu bewerk-
stelligen war. Schon am 3. August erhält Abercromby eine
vorläufige Anweisung flir den Angriff der Maasmündungen, und
am 10. August, da, wie Grenville schreibt, Nachrichten vom Fest-
lande die ungesäumte Abfahrt dringend notwendig machten,
erfolgt eine zweite endgültige Instruktion. Der Einschiffung un-
mittelbar vorausgehend sollte sie erst auf der See eröflhet werden.*
Als der vorteilhafteste Angriffspunkt werden auch hier Voome
und Goeree bezeichnet. Sollte dies imausführbar oder zu gefährlich
erscheinen, so soll man versuchen, sich des Helder und des Texel
zu bemächtigen, „mit der Wahrscheinlichkeit, dadurch die Ver-
fügung über die batavische Flotte zu erhalten'' (with the proba-
bility of obtaining the disposal of the Dutch fieet). Gelingt die
Besetzung von Voome und des Helder, so wird man, heisst es
weiter, auch leicht die Einfahrt in die Ems gewinnen und die
^ Koolemans, Nieuwe gegevens S. 13.
' Donfermline S. 149, 155. Eine besondere Instruktion vom 5. August
bespricht die Proklamationen und politischen Massregeln.
354 Hermann Hüffer.
Provinzen Groningen und Friesland besetzen. Schliesslicli bleibt
es jedoch Abercromby und dem Admiral überlassen, die Aus-
führung dieser Pläne zu bestimmen oder einen anderen Plan zu
befolgen. Die Regierung wird zufrieden sein, wenn die Operationen
die Richtung erhalten, die am meisten dem Dienste des Königs
und dem Geiste der Instruktionen entspricht. Man sieht, den
Befehlshabern wird beinahe freie Wahl gelassen. Merkwürdig ist,
dass hier zum erstenmale in einer englischen Instruktion die
batavische Flotte erwähnt wird. Dieser Umstand sowie der Inhalt
der früheren Instruktionen widerlegt den oft erhobenen Vorwurf
das ganze Unternehmen sei von Anfang an auf dieses Ziel be-
rechnet gewesen. Andererseits lässt gerade das Hervortreten
dieses Gesichtspunktes deutlich genug erkennen, dass er in den
letzten Tagen der Entscheidung in vorzüglichem Masse in Betracht
kam. Und wer weiss, was schon früher besprochen wurde? Man
sagt eben nicht alles, was man denkt, in amtlichen Aktenstücken.
Mittlerweile hatten in Russland schon seit dem 13. Juni, als
der Wille des Zaren bestimmt hervortrat, die Rüstungen b^onnen.
Truppen und Schiffe sammelten sich bei Reval; aber es dauerte
bis zum 31. Juli, ehe die erste Division unter Segel ging,
welcher erst am 17. August die zweite folgte. Auch die Oranier
konnten bei solchen Yor^^gen nicht unberücksichtigt und nicht
müssig bleiben. In der That traten Pitt, Grenville und Woronzow
mit dem Erbstatthalter und noch mehr mit seiner Gemahlin in
Verhandlung, ohne dass bei den Unterredimgen, mit denen meisten-
teils Fagel beauftragt wurde, ein bedeutendes Ergebnis sich ge-
winnen liess.^ Mehr und mehr tritt der Erbprinz in Berlin in
den Vordergrund. Es war ihm, wie wir gesehen haben, nicht
möglich, den König zu einem wirksamen Eingreifen zu bewegen,
aber er hörte nicht auf, mit den Freunden seines Hauses und
nahestehenden Diplomaten zu besprechen, wie die Absichten
der Mächte durch die eigenen Mittel der oranischen Partei sich
fordern liessen. Am 19. Dezember 1798, als die Vereinbarung
zwischen England und Russland in Aussicht stand, hatte er von
seinem Vater Vollmacht erhalten, für den Fall einer Landung in
Holland vorläufige Anordnungen zu treffen; zugleich wurde ihm
der Auftrag gegeben, in Deutschland ein Korps zur Unterstützung
» De Bas a. a. 0. n, 183.
Der Feldzng d. Rnssen u. Engländer im Herbst 1 799 a. die Stellung PrenssenB. 355
der Engländer und Russen anzuwerben. Es lässt sich denken,
und wir ersehen aus Kinkels Tagebuch, mit wie grossem Interesse
der Prinz die Verhandlungen der Koalition mit Preussen verfolgte;
seine Denkschrift vom 24. April blieb, wie erwähnt, auf die Ent-
schliessungen Grenvilles nicht ohne Einfluss. Im Mai, als die
Hoffnung auf den Beitritt des Königs der Erfüllung nahe schien,
zog der Prinz mit Bentinck, Kinkel und dem Baron Rheede die
Mittel zur Befreiung Hollands in eifrige Beratuug. Wenn nach
seiner Ansicht eine Insurrektion im Innern Hollands vorangehen
sollte, damit der Staat später auf eigenen Füssen stände, so hielten
seine Ratgeber eine ungesäumte Unterstützung durch fremde Truppen
für unumgänglich. Auch die neue Verfassung des Landes kam
schon in Frage; der Erbprinz entwarf sogar einen Plan, den er
am 24. Mai seinen Eltern mitteilt. Wenn die Niederlande die-
selbe Ausdehnung wie früher erhalten, so soll das alte Regiment
gemäss der Utrechter Union von 1579 wieder eintreten, nur dass
Finanzen, Heer und Flotte unter eine gemeinsame Verwaltung
und Leitung gestellt werden, Flotte und Heer imter den Erb-
statthalter. Die Beschlüsse der Generalstaaten sollen für alle
bindend sein; auch die mögliche Vereinigung Belgiens mit Holland
wurde in Aussicht genommen. Daneben imterliess man nicht,
besonders nach dem Vertrage vom 22. Juni, den Gesinnungs-
genossen in Holland von der Wendung der Dinge Kenutnis zu
geben. Ein Herr van de PoU sollte Amsterdam, ein Baron van
Heeckeren die Grafschaft Zütphen, in der er grossen Einfluss
besass, für die Oranier gewinnen, des Prinzen Adjutant Robert
Fagel, der Bruder des Greffiers, trat mit mehreren oranisch ge-
sinnten Kapitänen in Texel in Verbindung.^ Zugleich nahm man
die Entwürfe des Jahres 1795 wieder auf. Am 22. Mai ersuchte
der Erbprinz seinen königlichen Schwager, er möge in seinen
westfälischen Besitzungen den Aufenthalt von HoUändem gestatten,
welche sich dem batavischen Kriegsdienste zu entziehen wünschten.
General Bentinck und andere Offiziere erhielten den Auftrag, sich
nach Lingen zu begeben, um zur Befreiung der östlichen Pro-
vinzen mitzuwirken, deren Bevölkerung, wie man glaubte, den
Oraniem vor allem ergeben sei. Man rechnete dabei noch auf
' Koolemans Beynen, Nieuwe gegevens S. 6; De Bas U, 171, 668,
173, 176, 673, 691—693, 174f.
356 Hermann Hüffer.
die Mitwirkung Preussens und einer russisch-englischen Expedition.
Der Erbprinz selbst dachte die Führung zu übernehmen; er ging
auch von diesem Plane nicht ab, als Friedrich Wilhelm III. im
Juli die bereits so lebhaften Hoflhungen wieder vereitelte. Als
der Erbprinz dieser Wendimg entsprechend seine Entlassung aus
dem preussischen Heere verlangte, erhielt er sie mit der spöttischen
Bemerkung, er treibe die Bescheidenheit zu weit, da er ja nur
einen titulären Rang einnehme. Immerhin war es ein Zugeständnis
von Seiten Preussens, dass der Erbprinz, nachdem er Berlin am
29. Juli verlassen hatte und am 1. August in Lingen eingetroffen
war, sich ungestört dort aufhalten konnte. Zahlreiche Offiziere
imd einige Hundert treue Anhänger hatte er dort vorgefunden,
die sich fort und fort vermehrten und zu den englisch -russischen
Streitkräften eine nicht imwesentliche Ergänzung bilden konnten.*
VI.
Was hatte man in Batavien so beträchtlichen Mitteln des
Angriffs entgegenzusetzen?
An Zeit zur Vorbereitung hatte es nicht gefehlt; denn es
war nicht möglich gewesen, für die Pläne der Verbündeten das
Geheimnis zu bewahren. Schon am 26. Januar macht Talleyrand
dem französischen Gesandten im Haag, Lombard de Langres, die
Mitteilung, dass die Engländer eine Invasion gegen die batavische
Republik, wahrscheinlich zunächst gegen Walcheren im Schilde
führten.^ Die batavische Republik besass damals in Paris eine
vorzügliche Vertretung in Jan Rüdiger van Schimmelpenninck.
Scharfsinnig, thatkräftig und mutvoll, wusste er sich bei den
französischen Machthabem Achtung zu verschaffen und nicht
selten von seinem bedrängten Vaterlande drohendes Unheil ab-
zuwenden.^ Auch er warnt in einem Briefe an den General
Daendels vom 15. März vor den Anschlägen der Engländer.* Am
^ De Bas 11, 174 f., 184, 185.
* G. W. Vreede, Geschiedenis der Diplomatie van de bataafsche Re-
publiek n, 1. Abteilung, Utrecht 1864, S. 25 und Beilage I.
' Vgl. über ihn: Rutger Jan Schimmelpenninck en eenige gebeurte-
nifisen van zijnen tijd, beschreven door zijnen zoon G. Graaf Schimmel-
penninck. s'Gravenhage und Amsterdam, 1845.
* J. Mendels, Hermann Willem Daendels, vöör zijne benoeming tot
Gouverneur-General van Ost-Indi6 (1762 — 1807). Met bijlagen. s'Graven-
hage 1890, Beilagen S. 99.
Der Feldzugd. Engländern. Rnssen im Herbst 1799 n. die StellnngPrenssens. 357
11. Mai schreibt Lafayette^ der sich damals als Verbannter in
Holland aufhielt, einem Freunde, englische Truppen ständen zum
Angriff bereit, und der Zar lasse 35000 Russen sich einschiffen.^
Es ergingen denn auch von Zeit zu Zeit Erlasse der Regierung,
in denen auf die bevorstehende Gefahr hingewiesen und Mass-
regeln zur Abwehr anbefohlen wurden.* Am 24. April setzt das
batavische Direktorium dem gesetzgebenden Körper die Not-
wendigkeit Yon Rüstungen auseinander. Es fordert Geldmittel
zur Verstärkung der festen Plätze und zur Vermehrung der
regulären Truppen, die man auf Eriegsfuss setzen will; daneben
wird eine allgemeine Volksbewafl&iimg eindringlich empfohlen.'
Aber der Erfolg blieb hinter den Erwartungen oder wenigstens
den Anforderungen zurück. Das Haupthindernis war die in der Be-
TÖlkerung immer tiefer greifende Unzufriedenheit. Welches Ueber-
mass von Unheil war seit dem Einfall der Franzosen über das
Land gekommen! Die Macht lag in den Händen der Fremden, ein
Gewaltakt folgte dem anderen, die Finanzen waren zerrüttet, der
Handel lag danieder und, was am meisten schmerzte, der Stolz
des Landes, die Hauptquelle seines Reichtums, die Kolonien waren
ein Raub der Engländer, ohne dass zur Wiedererwerbung etwas
geschehen konnte. Dagegen musste man nach dem erzwungenen
Bündnisvertrage vom 12. April 1798 25000 Franzosen besolden,
die zudem bei den Wechselfällen des Krieges nicht einmal in
dem Lande, das sie schützen sollten, geblieben waren. Selbst die
Berichte der französischen Gesandten sind denn auch voll von
Klagen über die Unzufriedenheit, die Abneigung der Bevölkerung
und den wachsenden Einfluss der Gegner. Neun Zehntel der
Einwohner, heisst es einmal, seien oranisch gesinnt, 25000 Fran-
zosen erforderlich, um das Volk in Augenblicken der Gefahr im
Zaume zu halten.* Dem französischen Direktorium war diese
Stimmimg nicht unbekannt, und die Pariser Blätter hörten nicht
auf, Volk und Regierung zu verdächtigen und des geheimen Ein-
' M^moires, Correspondance de Lafajette V, 44, Paris und Leipzig, 1838.
« Erlaßse vom 7. Mai, 26. Juni, 17. Juli, Vreede n, 1, 37 f.
' Gazette de Leyde, 80. April, Supplement. Das Gesetz kam nur zu-
stande durch den Druck, den der französische Gesandte auf die Repräsen-
tanten ausübte; vgl. Lombard de Langres, 20. April, an das Direktorium,
L. Sciout, Le directoire IV, 447, Paris 1897.
* Zeugnisse aus französischen Berichten bei Sciout IV, 442 ff. ; vgl. auch
Florent Gujot an Reinhard, 15. Oktober 1799, Mendels, Beilagen S. 182.
358 Hermann Hüffer.
yerstandnisses mit dem Feinde zu beschuldigen. Man behauptete^
das batavische Direktorium habe den König von Preossen durch
zwei Abgeordnete ersucht; Holland mit 25000 Mann zu besetzen,
und der Eonig habe die Rückberufung der Oranier zur Bedingung
gemacht. Talleyrand hielt die Sache für wichtig genug, um
Schimmelpenninck am 4. Juli zu einer öffentlichen Widerl^ung
aufzufordern, die auch zwei Tage später erfolgte. Die fortgesetzten
Angriffe der Pariser Tagesblätter veranlassten das batavische
Direktorium ; den Gesandten zu beaufbragen, in einer besonderen
Note gegen die Leichtfertigkeit solcher Verleumdungen zu pro-
testieren; diese Note, vom 21. Juli datiert, lässt imter allen Ver-
sicherungen der Treue imd AnMnglichkeit die innere Erbitterung
hervortreten. Das Direktorium, heisst es, werde seinen Agenten
in Holland zu Gemüte führen, dass die batavische Republik keine
Eroberung sei, dass man die französischen Truppen nicht als
Sieger und Unterdrücker, sondern als Brüder und Freunde auf-
genommen habe; es werde seine Agenten fühlen lassen, was sie
bisher nicht genug gefühlt hätten: dass der Handel für Holland
dasselbe sei, was der Ackerbau für Frankreich. Der Präsident
des batavischen Direktoriums schickt diese Note am 31. Juli zur
Kenntnisnahme dem gesetzgebenden Körper, der am 2. August
seine volle Befriedigung ausspricht.^
Eine solche Stimmung war um so gefährlicher, als um eben
diese Zeit in Belgien ein erbitterter Aufstand ausgebrochen war,
der nur durch die schärfsten imd grausamsten Mittel unterdrückt
werden konnte. Ein Beweis, wie ernst man in Paris die Lage
ansah, lag darin, dass man Anfang Juli an Stelle Lombards de
Langres einen der berufensten imd rücksichtslosesten Revolations-
männer, Fouch^, als Botschafter nach Batavien sandte, wo er,
wie im Okteber des vorigen Jahres in Mailand, mit dem General
Brune zusammentraf.' Nötigenfalls würde es den beiden Männern
nicht an Befähigung gefehlt haben, wie in Mailand so jetzt im
Haag die Wünsche des Direktoriums durch einen Staatsstreich
zur Geltimg zu bringen. Aber Fouche, der sich am 14. Juli bei
dem batavischen Direktorium eingeführt hatte, wurde schon nadi
vierzehn Tagen als Polizeiminister nach Paris zurückberufen, und
^ Gazette de Leyde vom 6. August, 2. Supplement.
' Diplomatische Verhandlungen lU, 346; vgl. auch M^moires de Barras
publi^s par George Duruy ü, 380, Paris 1896.
Der Feldzag d. Engländer u. Russen im Herbst 1 799 u. die Stellung Preussens. 359
an seiner Stelle Florent Guyot in den Haag geschickt. In einer
überlangen^ historisch aufgeputzten Rede am 31. Juli zählt er die
Unbilden auf^ die England seit dem 16. Jahrhundert den Bataviem
zugefugt habe. ,^ber^', schliesst er, „vergebens hat es jetzt dem
Herrscher des Nordens sich zugesellt; die Söldner und Sklaven
werden verschwinden vor den freien Männern, die entschlossen
sind, ihren letzten Blutstropfen f^ das Vaterland zu vergiessen.^^^
Es war um diese Zeit an dem bevorstehenden Einfall nicht
mehr zu zweifeln. Die Gazette de Leyde enthält schon am
2. August eine aus London vom 19. Juli datierte genaue Angabe
über ein englisches Korps, das in zwei Divisionen unter Aber-
cromby und Pulteney zur Einschi£Pung bereit stehe, sich dem-
nächst mit 16000 Russen vereinigen und die Siärke von
40000 Mann erhalten werde. An einheimischen Streitkräften be-
sass man demgegenüber imgefähr 25 000 Mann reguläre Truppen :
die erste Division unter Daendels 11908 Mann in Nord-Holland
vom Helder bis nach Amsterdam aufgestellt, die zweite Division
unter dem General Dumonceau 11653 Mann in den östlichen
Provinzen bei Groningen, Amheim, Nymwegen; dazu kamen noch
einzelne besonders befehligte Truppenteile in der Stärke von
1721 Mann.' Eine allgemeine Yolksbewaffiiimg hatte man schon
in den Verfassungsentwürfen von 1795 ins Auge gefasst; sie
war am 6. Mai 1796 durch den gesetzgebenden Körper beschlossen
und am 11. November endgültig festgestellt worden. Man hoffte
25000 bis 30000 Mann unter Waffen zu bringen. Aber mit
der Ausrüstung ging es langsam, und die Gesinnung der Einge-
reihten war zweifelhaft.
^ Vgl. die Antrittsreden Fouch^s und Florent Gayots in der Gazette
de Leyde vom 19. Jnli, 6. August (Supplement) und 9. August. Ueber die
Massregeln, durch welche die Gazette de Leyde, eine wichtige Quelle filr
die Zeitgeschichte, in den Dienst der französischen Interessen gezwungen
wurde, vgl. die merkwürdigen Berichte Lombards de Langres bei Sciout,
Le directoire IV, 446 f
' Vgl. die offizielle Liste des Agent van Orlog Pijman Yom 4. Juli
bei Eoolemans Beynen, Erijgsgeschiedkundige studie over de verdediging
der bataafsche Bepubliek in 1799 (Sonderabdruck aus De militaire Spec-
tator, 1891—1895) S. 143, 597f. Durch die Güte des Verfassers mir zuge-
kommen. Andere Zahlen bei Miliutin, Geschichte des Krieges Russlands
mit Frankreich im Jahre 1799, übersetzt von Chr. Schmitt, München 1858,
V, 8, 261, 267 f.
360 Hermann Hüffer.
Die Flotte war noch immer bedeutend genug, um die Sorge
und den Neid der Englander zu erregen, obwohl sie nach der
unglücklichen Schlacht bei Kamperduin (11. Oktober 1797) sich
nicht mehr in die offene See hinauswagte. Der grossere Teil,
darunter 10 Linienschiffe, lag am Texel, andere wurden in yer-
schiedenen Häfen der Westküste von den Engländern und dem
Geschwader des russischen Admirals Makarow überwacht.* Die
Bemannimg wurde auf 14000 Mann geschätzt, war aber der
neuen Ordnung der Dinge am wenigsten geneigt und durch die
Unglücksfälle der letzten Jahre verstimmt, dem oranischen Hause
so sehr wie jemals ergeben.
Den eigentlichen Kern der militärischen Gewalt bildeten also
die französischen Truppen unter dem General Guillaume Marie
Anne Brune, der im Jahre 1799 den Oberbefehl erhalten hatte.
Nicht ein Jahr war vergangen seit er durch raschen üeberbll
die Bemische Aristokratie gestürzt und die helvetische Bepublik
proklamiert hatte. Dann fiel ihm die Aufgabe zu, die Cisalpiner
unter das schwere Joch eines Bündnisvertrages zu beugen. Dabei
hatte er mehr durch ein politisches Intriguenspiel als durch eine
militärische Befähigung sich hervorgethan und seine Taschen ge-
füllt, ohne jedoch durch Rohheit und Rücksichtslosigkeit zu ver-
letzen.' Bei dem Feste des 21. Januar zeigte er sich zum ersten
Male öffentlich. Von dem batavischen Direktorium freundlich
empfangen, machte er in der Gesellschaft guten Eindruck durch
seine männliche, soldatische Gestalt, wenn man auch hervor-
ragende Eigenschaften an ihm nicht wahrnahm. In der Erfüllung
der Dienstpflichten eher lässig als strenge, mit Land und Leuten
ganz imbekannt, konnte er auf die innere Entwicklung keinen
durchgreifenden Einfluss ausüben; in einem Briefe an Talleyrand
vom 19. Juni klagt er, dass man Frankreich die schuldige Ach-
tung weigere.' Begreiflicherweise lag es in seinen Wünschen
imd im Interesse der Franzosen, dass er, wenn der feindliche
Einfall wirklich erfolge, sowohl die batavischen als die französi-
schen Truppen befehlige. Lombard de Langres schreibt bereits
am 9. Juni, er bemühe sich in diesem Sinne, imd obgleich manche
^ Koolemans Beynen a. a. 0. S. 199; Miliutin V, 8, 269.
* Diplomatische Verhandlimgen ü, 181 ff., 337.
3 De Bas n, 190; Mendels, Beilagen S. 95.
DerFeldzngd. Engländern. Rnssen im Herbst 1799 n. die Stellung Prenssens. 361
Gegensätze laut wurden, stellte das batavische Direktorium am
9. Juli bei dem gesetzgebenden Körper den Antrag, Brune mit
dem Oberbefehl zu betrauen. Am 13. giebt der gesetzgebende
Körper seine Zustimmung, weil die Vorbereitungen der Engländer
im Kanal Einheit des Oberbefehls nötig machten, und am 27.
yersichert Brune in einer Proklamation an die französische und
batavische Armee, dass die von England besoldeten Barbaren-
horden niemals den geheiligten Boden Bataviens, einer der wunder-
barsten Schöpfungen der Freiheit, verwüsten würden.^
Die Stärke der französischen Truppen betrug in dieser Zeit
der Erwartung etwa 17 000 Mann; gegen 6000 waren im Laufe
des Jahres aus Frankreich angelangt, meistens junge Konskri-
bierte, in den Departements zusammengerafiFt, nicht eben guten
WUlens. Aber die übrigen 11 000 Mann, seit Jahren in Holland
auf Kosten des Landes bekleidet und verpflegt, bildeten einen
trefflichen Kern, der auch den Konskribierten die Festigkeit be-
wahrter Krieger verlieh.«
vn.
Bald genug wurden die Befürchtungen zur Wirklichkeit.
Am 13. August ging die erste Abteilung der englischen Truppen,
12 000 Mann auf 180 Transportschiffen, unter dem Befehl Aber-
crombys in See, begleitet von einer Flotte unter dem Yiceadmiral
Mitchell
Als man am folgenden Tag die versiegelten Instruktionen
öf&iete, scheint ein Kriegsrat am Morgen noch fttr die Landung
in Yoome und Goeree sich entschieden zu haben. Aber Mit-
teilungen, die ein Offizier des Admirals Duncan überbrachte,
liessen das Unternehmen als gefahrlich erscheinen; denn eine
Landung auf Yoome konnte durch die Flotte nicht gedeckt
^ Mendels, Beilagen S. 96; Fouch^ an Talleyrand, 16. Juli, Mendels,
Beilagen S. 116; Gazette de Lejde, 2. August.
' Vgl. die offizielle Liste des Agent van Orlog Pijman f^r das Direk-
torium vom 3. Juli und das Schreiben des G^eraladjudanten Dardenne
an Florent Guyot nach dem Angriff vom 10. September, bei Eoolemans
Beynen, Verdedig^ng der bataafsche Republiek S. 71 f. Zu hoch oder zu
tief gegriffene Angaben des französischen Eriegsministers Dubois Cranc^,
Mac Carthys, Jominis, Dumas^ und anderer französischer Schriftsteller findet
man zusammengestellt bei Miliutin V, 8 und Beilage 2, S. 269 ff. Nach
Sciout, Le Directoire lY, 447 erweisen die Listen für den 21. März
11868 Mann.
362 Hermann Hüffer.
werden^ uDd die Besitznahme von Hellevoetsluis würde das Opfer
mehrerer LinienschiflFe erfordert haben. So richtete Abercromby
im Einverständnis mit Mitchell schon am Nachnuttag seinen Plan
auf den Helder und die Wegnahme der batayischen Flotte. Ja,
man thut ihm schwerlich Unrecht durch die Annahme, dass sein
Wunsch schon lange kein anderer gewesen sei. Bereits im Juni
spricht er sich einmal in diesem Sinne aus, und ein Brief, den er
am 13. August an den General Goote richtete, lässt deutlich er-
kennen, dass er schon bei der Abfahrt so gut wie entschlossen
war. In dem, was Mitchell am 14. in sein Tagebuch einzeichnet
und Abercromby an Dundas berichtet, tritt denn auch die wahre
Gesimmng unverhohlen hervor.^ In Anbetracht der Schwierig-
keiten des Unternehmens gegen Voome und Hellevoetsluis halt
er sich durch die Instruktion für ermächtigt, den Angriff gegen
den Helder zu richten. Früher sei in Betracht gekommen, dass
man den anrückenden Preussen von Voome aus die Hand reichen
wolle; dieser Grund habe jetzt keine Geltung mehr. Der Hafen
von Nieuwe Diep auf dem Texel werde die Möglichkeit einer
leichten Verbindung mit England eröfl&ien, und vor allem komme
es darauf an, die batavische Flotte zu zerstören oder untangUch
zu machen. Denn im Falle die Expedition misslinge, so bleibe
doch immer der Vorteil, dass man diese Flotte nicht weiter zu
beobachten brauche und die englische Nordseeflotte anderweitig
verwenden könne.^
Geraden Weges steuerte man demnach dem Helder zu. Aber
ein heftiger Sturm trieb die Schiffe auseinander; erst am 19.
konnte man sich mit dem Geschwader des Admirals Duncan ver-
einigen, der in Verbindung mit den russischen Schiffen unter
Makarow schon seit längerer Zeit die holländische Küste über-
wachte. Zwei Tage später, bei günstigem Wetter, näherte man
sich dem Helder, und für den folgenden Morgen wurden die
Vorbereitungen zur Landung getroffen. Schon im Voraus schickte
Duncan an den Vice-Admiral Story, der die batavische Flotte am
Helder befehligte, einen Parlamentär mit der Aufforderung, sich
seinem rechtmässigen Herrn, dem Prinzen von Oranien anzu-
schliessen^; 20000 Mann seien bereits ausgeschifft, viele andere
» Dimfermline a. a. 0. S. 163. • Dunfennline S. 148, 168f
" „Souverain lägitime^^ heisBt es in dem französischen Origrinal; der
Ausdruck erregte grossen Anstoss nicht bloss bei den Gegnern, sondern
Der Feldzngd. Engländer u. Russen im Herbst 1799 u. die Stellung Preussens. 363
würden bald folgen. Jedes holländische Schiff, das der Auf-
fordemng nachkomme, werde als befreundet und verbündet ange-
sehen werden imd könne die holländische Flagge führen. Eine
ähnliche Aufforderung, begleitet von einer Proklamation des Erb-
statthalters, richtete Abercromby an den Befehlshaber der bata-
vischen Truppen auf dem Helder. ^
Story und an Daendels Stelle Oberst Gilquin, der Komman-
dant des Forts auf dem Helder, antworteten ablehnend. „Ich
würde", schreibt Story, „die Achtimg Lord Duncans und jedes
Ehrenmannes verlieren, wenn ich Ihrem Vorschlage folgte"; er
versprach nur, von Duncans Schreiben seiner Regierung Kenntnis
zu geben. Das batavische Direktorium beauftragt Story sogleich
mit einer neuen Antwort, welche die frühere Ablehnung wieder-
holt imd mit Recht darüber Klage führt, dass der englische Par-
lamentär einem batavischen Offizier, der ihm auf dem Wege be-
gegnet war, aufwieglerische Proklamationen in holländischer und
englischer Sprache in die Hand gedrückt habe.^
Nicht leicht konnte eine prahlerische Behauptung gründ-
licher widerlegt werden als die voreilige Angabe Duncans, es
seien bereits 20 000 Mann ausgeschifft. Denn als die Engländer
am Morgen des 22. sich zur Landung anschickten, erhob sich
ein Sturm, der sie nötigte, die hohe See zu suchen. Erst am
26., als der Wind sich legte, konnte man sich aufs neue der
Küste nähern.
Wäre die Landung der Engländer am 22. gelungen, so hätten
sie beinahe ohne Widerstand zu finden, weit in Nord -Holland
eindringen können; denn die feindlichen Kräfte waren, da der
Angriffspunkt zweifelhaft blieb, nicht vereinigt und zum Teil in
weiter Feme. Nur Daendels mit dem Hauptquartier in Alkmaar
stand in Nord-HoUand, die Franzosen meistens in Seeland, Du-
auch bei den Freunden der Oranier. Aergerlich schreibt auch die Erbstatt-
halterin an den Erbprinzen über Duncans Proklamation: „cette pi^ce
n'avait pas 6t4 donn^ k Duncan d'ici, et eile ^tait de mauvais goüt. Vous
ferez bien de saisir toutes les occasions de dire et de montrer que Nous ne
yisons pas ä la Souverainetä/*
^ Gazette de Leyde, 27. Au^st, 2. Supplement; Mendels, Beilagen S. 119.
' Das Schreiben Duncans vom 20., die Antwort Storys vom 22., des
Direktoriums vom 28. in der Gazette de Leyde vom 27. August, 1. Supple-
ment. Die Proklamation des Prinzen von Oranien vom 28. Juli im Auszug
bei Vreede IL 1, 34f
Histor. Vierteljahnchrifl. 190S. 8. 26
364 Hermann Hüffer.
monceaa, weil auch diese Proyinz bedroht schien, in FrieslandL
Aber das Erscheinen der Englander hatte seit dem 22. die Auf-
merksamkeit auf den Helder gelenkt; freilich noch immer nicht
in ausreichenden Masse. Der gesetzgebende Körper ermahnte in
einer hochtonenden Proklamation am 23. August zu mutvoller
Ausdauer. Besonders richtet sie sich gegen die Verbreiter
falscher Gerüchte , g^S^^ ^^ Feinde der Verfassung , die heim-
lichen Anhanger des Statthalters; die bisher gezeigte Milde müsse
jetzt der Strenge weichen. Das gesamte Bürgerkorps wird zur
Verfügung des Direktoriums gesteUt, die Verhaftung Verdachtiger
gestattet y die Emigration mit Strafen bedroht; Emigranten ^ mit
den Waffen in der Hand ergriffen , sollen mit dem Tode bestraft
werden.^ Das ganze Aktenstück zeugt von dem Misstrauen und
der Unsicherheit der regierenden Partei imd hatte, wie es scheint^
nur geringen Erfolg. Vergeblich blieben auch die dringenden
Bitten Daendels', ihm Verstärkungen zu schicken und die gesamte
Kriegsmacht zu vereinigen'; immerhin führte er den grössten
Teil seiner Division an den Helder und besetzte das an der
Spitze befindliche Fort mit drei Bataillonen.
Oleichwohl ging die Landung der Englander gedeckt durch
das Feuer der SchifBsgeschütze in der Frühe des 27. rasch und
glücklieh von statten; nur die hochgehende Brandung war ein
Hindernis. 7000 Engländer unter Pulteney drangen in die Dünen
ein. Hier warf sich Daendels ihnen entgegen; aber die Englander
hielten stand, imd gegen Abend musste er den Rückzug antreten.
Das hitzige Gefecht, das nach dem Dorfe Galantsoog genannt
wird, kostete ihn 1500, seine Gegner nur gegen 500 Mann.' Tags
darauf besetzten die Englander den Helder; in dem Fort fanden
sie 100 vernagelte Kanonen; die Besatzimg hatte nur unter dem
Schutze der Nacht mit grossen Gefahren die Sümpfe an der Ost-
seite des Helder durchwaten imd sich mit Daendels weiter rück-
wärts an der Zjrpe vereinigen können. Daendels selbst erklart
' Gazette de Leyde Tom 27. August, Supplement.
* Vgl. Daendels an Pijman aus Schermerhorn , 30. August, Mendeli
S. 121 f.
* Vgl. Miliutin V, 268. In einem angeblich of&dellen Bericht der
Gazette de Leyde vom 10. September Supplement, werden die Verluste der
Engländer auf 1800, die der Batavier auf 950 Verwundete und 187 Tote
angegeben.
DerFeldzagd. Engländer u. Russen im Herbst 1 799 u. dieStellnngPreussens. 365
es für einen grossen Fehler der Engländer, dass sie ihn vier
Tage unbehelligt Hessen; aber auch so hielt er seine Lage für
gefährlich; am 30. August führte er seine Truppen auf Alkmaar
zurück.^
Der Hauptvorteil der Engländer bestand aber zunächst darin,
dass sie vom Helder ^us den Weg durch die Meerenge am
Texel, das Mars-Diep, beherrschten; die holländische Flotte
musste sich rückwärts in das enge Fahrwasser des Vlieter zurück-
ziehen. Vergebens hatte Daendels wiederholt darauf gedrungen,
dass man in dem Zugang zum Mars-Diep Schiffe versenken und
ihn dadurch unfahrbar machen solle.*
Vizeadmiral Mitchell — Duncan war nach England abgegangen
— konnte am 28. mit seinem Geschwader einlaufen; tags darauf
erbeutete er in dem Hafen von Nieuwe Diep ein Arsenal, auf
der Werft 3 Linienschiffe und 5 Fregatten; um 7 Uhr morgens
am 30. lag er vor dem Vlieter mit 11 Linienschiffen den 8 Linieh-
schiffen und einigen Fregatten Storys gegenüber. Mittlerweile
hatten die Proklamationen des Prinzen von Oranien und Duncans
ihre Wirkung gethan; die Mannschaften von jeher den Oraniem
zugethan, hielten mit ihrem Verlangen nicht mehr zurück; als
sie von den Türmen des Helder und Texel die oranischen Farben
wehen sahen, weigerten sie sich, dagegen zu kämpfen. Um Zeit
zu gewinnen, schickte Story zwei Kapitäne an Mitchell mit der
Bitte, Halt zu machen, damit er Anweisungen von seiner
Regierung erwarten könne; gleichzeitig gab er Befehl, sich zum
Kampfe zu bereiten. Aber jetzt brach der Aufstand offen aus:
die Matrosen des Admiralschiffes entluden unter meuterischem
Geschrei die Geschütze, warfen die Ladung ins Meer, und Story,
der die übrigen Kapitäne zu sich berufen hatte, hörte, dass es
auf ihren Schiffen nicht besser stände. Unterdessen kamen die
Parlamentäre zurück, begleitet von zwei englischen Offizieren.
Mitchell liess fordern, dass man die oranische Flagge aufziehe,
und bewilligte nur eine Stunde Bedenkzeit. Widerstand war un-
möglich; nach einstimmigem Beschluss der Kapitäne antwortete
^ Daendels an Pijman, 30. August, an Brune aus Schermerhom
29. August, Mendels, Beilagen S. 121 f, 138f
' Daendels an Brune, 25. und 26. August, Mendels, Beilagen S. 132 f;
Daendels an Spoors, Agent van Marine, 26. August, Mendels S. 256;
vgl. Miliutin V, 22, 269.
26*
366 Hermann Hüffer.
Story: er erkenne keinen Souverän als das batavische Volk, aber
die Verräter, die er das Unglück gehabt habe, zu befehligen,
weigerten sich zu kämpfen; er überlasse dem englischen Admiral
die Flotte und erkläre sich mit allen seinen Offizieren kriegs-
gefangen.^ Die beiden Engländer Hessen darauf die oranische
Flagge aufziehen, und Mitchell, mit grossem Jubel emr
pfangen, begrüsste die Meuterer als Verbündete. Aber wie
gross waren Erstaunen und Verdruss, als bald darauf die hollan-
dischen Seeleute genötigt wurden, ans Land zu gehen, wo man
sie den englischen Truppen anzureihen suchte; die erbeuteten
Schiflfe wurden von englischen Matrosen besetzt.
Unbeschreiblich waren Freude und Jubel in London über
den ersten glücklichen Erfolg, vor allem über die Wegnahme
der Flotte. Man zweifelte nicht mehr an dem günstigen Ausgang,
aber schon der eine grosse Gewinn, meinte man, sei für das
Unternehmen, auch wenn es nichts anderes eintrüge, ein hin-
reichender Lohn. Aufdringliche Qlückwünsche, auch die Fla^^n
der erbeuteten batavischen Schiffe wurden dem Erbstatthalter
dargebracht; die Strassen Londons prangten im Schmuck orani-
scher Farben. Wandte man aber den Blick auf Holland, so
konnte nichts der Sache der Oranier sich nachteiliger erweisen,
als die Befleckung der nationalen Ehre imd die Vergewaltigung,
welche das kostbarste Besitztum des Landes dem englischen
Neider überlieferte. Der Eindruck blieb, wenn auch spatere
Förmlichkeiten ein Anrecht Wilhelms V. scheinbar anerkannten.
Immerhin mochte Abercromby hoffen, was der Flotte gegenüber
gelungen sei, möge auch bei dem Landheere sich erreichen lassen.
Er schickte am 31. August den General Don als Parlamentär an
Daendels mit dem Ersuchen um Pässe nach dem Haag, wo Don
einen besonderen Auftrag an das Direktorium auszurichten habe.
Vermutlich war es nicht weniger auf eine Verhandlung mit
Daendels abgesehen. Aber auch von anderer Seite hielt man
diesen Oeneral des Abfalls von der Sache, die er verteidigen
sollte, für fähig. Die üblen Nachrichten von der Flotte hatten
das Direktorium imd den gesetzgebenden Körper in die äusserste
' Bericht des Admirals Story an seine Regierung vom 31. Aogiui,
Gazette de Lejde, 13. September; dazu die Mitteilungen des Ejipit&ns
Winthrop und das Schreiben Mitchells mit der Antwort Storys, beide vom
30. ebendort; vgl. auch De Bas ü, 206 f
DerFeldzngd. Engländern. Russen im Herbst 1 799 u. die Stellung Prenssens. 367
Bestürzung versetzt; man fürchtete; Daendels könne dem bösen
Beispiele folgen. In dem Rückzug von der Zjpe nach Alkmaar
witterte man Verrat; die albernsten Gerüchte gelangten in Umlauf:
Daendels wolle Nord-Holland dem Feinde preisgeben, Amsterdam
plündern und der Schätze der Bank sich bemächtigen. Es kam
so weit, dass man Verteidigungsmassregeln gegen seine Truppen
anordnete, und dass das Direktorium in Verabredung mit dem
französischen Gesandten Florent Guyot für Brune eine Vollmacht
ausstellte, Daendels nötigenfalls abzusetzen und zu verhaften.^ In
der That war die Stimmung in Amsterdam drohend genug; Brune
sah sich veranlasst, einen besonderen Aufruf an den Magistrat
zu richten. „Halten Sie die Emigranten im Zaum'', mahnt er,
„widerstehen Sie den Orangisten, dann werde ich die Engländer
auf mich nehmen''; auch dem Direktorium schrieb er, es gebe
offenbar eine Partei, welche Aufruhr anstiften und durch Plün-
derungen Erbitterung erregen wolle. Mit Daendels' Rückzuge
war er unzufrieden; schleunigst begab er sich am 1. September
von Haarlem nach Alkmaar; dahin sollten auch die französischen
Truppen und die batavischen unter Dumonceau in Eilmärschen
aufbrechen. Von der Grundlosigkeit des Verdachtes gegen den
batavischen General konnte er sich leicht überzeugen. Daendels
hatte den Brief Abercrombys, ohne ihn zu beantworten, an Brune
geschickt; dieser brachte ihn zur Kenntnis des Direktoriums, und
Daendels erhielt den Befehl, die englischen Abgesandten sogleich
aus Alkmaar auszuweisen.'
Abercromby hatte nach Daendels' Rückzuge eine feste Stel-
lung an der Zype eingenommen; er verweilte darin, obgleich
schon am 28. August eine zweite Division von 5000 Mann bei
' Vgl. Mendels S. 269 f. und Florent Gnyot an den französischen
Minister Reinhard 2. September, Beilagen S. 171 f. Der Rückzug wie
überhaupt die Beurteilung des Generals Daendels erregte in späterer Zeit
heftige litterarische Gegensätze, besonders in den Jahren 1864 und 1855,
zwischen dem General Enoop und J. W. van Sypestein im Nieuwe Spectator
und Militaire Spectator. Man vgl. darüber Mendels S. 261, 264 f., der
auch ungedruckte Aufzeichnungen Enoops benutzen konnte.
' Der Aufruf Brunes an den Magistrat von Amsterdam, sein Schreiben
an das Direktorium vom 1. September und der Brief Abercrombys an
Daendels vom 31. August in der Gazette de Leyde vom 6. September,
Supplement; vgl. auch Vreede IT. 1, 82.
368 Hermazm Hüffer.
ihm eingetroffen war.^ Von jeher hatte er dem unternehmen
einen üblen Ausgang vorhergesagt und nur mit grossen Bedenken
die Führung übernommen. Eine solche Stimmung des Generals
konnte bei aller militärischen Tüchtigkeit für seine Bewegungen
nicht ohne Nachteil bleiben. Auch die Gelegenheit, nach der
Wegnahme der Flotte in die Zuidersee einzulaufen und Amster-
dam zu bedrohen, war von den Engländern nicht so, wie es
geschehen konnte, benutzt worden. Mitchell begnügte sich,
einige wenig bedeutende Ortschaften in Holland, Medemblik,
Enkhuizen, und an der friesischen Küste Stavoren und Lemmer
zu besetzen. So blieb dem Gegner Zeit, alle Vorkehrungen zu
treffen. Am 8. September waren 7000 Franzosen und das Korps
Dumonceau in ungefähr gleicher Stärke in Alkmaar angelangt,
so dass mit Einschluss der Division Daendels' ungefähr 21 000 Mann
dort vereinigt waren. Ungesäumt, ehe die Engländer neue Ver-
stärkungen empfingen, befahl Brune den Vormarsch gegen die
Zype, welche Abercromby mit ungefähr 17 000 Mann besetzt
hielt. Die Stellimg war einem Feinde, der von Süden kam, schwer
zugänglich imd jetzt von den Engländern durch Graben und
Schanzen noch stärker befestigt. Drei Kolonnen unter Vandamme,
Dumonceau imd Daendels gingen in der Frühe des 10. gegen
die englischen Linien vor, die von der Nordsee bis zur Zuidersee
sich erstreckten. Nach einigen Erfolgen hielt ein breiter Kanal
die Anstürmenden auf. Alle weiteren Bemühungen blieben ver-
geblich; um 6 Uhr musste der Rückzug angetreten werden; der
Verlust betrug gegen 1000 Mann. Im Korps Daendels war —
wie es scheint, von Böswilligen — ein panischer Schrecken
hervorgerufen; bis nach Haarlem eilten die Flüchtigen zurück;
nur die strengsten Strafen — ein Sergeant wurde erschossen —
konnten die Ordnung wiederherstellen. Die Engländer, in ge-
deckter Stellung, nur mit Qeschützen gegen Infanterie kämpfend,
berechneten ihren Verlust auf 187 Mann, darunter 37 Tote.*
* Miliutiii V, 28, 270.
' Brune am 11. und 12. und der Generaladjutant Dardenne am
10. September an das Direktorium, Gazette de Leyde 17. September,
Supplement, und 12., Supplement; Daendels an Brune am 10. und 11^
Mendels, Beilagen S. 144 ff.; Abercromby an Dundas am 11. September,
Gazette de Leyde, 1. Oktober.
Der Feldzugd. Engländern. Russen im Herbst 1799u. die Stellung Prenssens. 369
vm.
Abercromby nutzte auch die Vorteile dieses Tages nicht
aus; er wollte vorerst die Ankunft des Herzogs von York und
der Russen erwarten. Immerhin konnte aber die Lage der bata-
vischen Republik als bedroht erscheinen. Das Eintreffen bedeu-
tender feindlicher Streitkräfte stand in sicherer Aussicht; die
Treue der eigenen Truppen war zweifelhaft, unter der Bevöl-
kerung die oranische Partei noch immer beträchtlich. Der
französische Verbündete war zugleich der Unterdrücker des Landes.
Brunes Anmassungen steigerten sich — nach der Uebergabe der
Flotte hatte er den Marineminister Spoors „wie einen Hund be-
handelt'* — , und in Paris blieb die Stimmung gereizt und miss-
trauisch. Nach der Landung der Engländer erneuerte zwar
Florent Guyot im Namen seiner Regierung das Versprechen
wirksamsten Beistandes^; aber die Nachricht von dem Verlust
der Flotte rief zu Paris im gesetzgebenden Körper einen Sturm
des Unwillens hervor. Man erschöpfte sich in heftigen Reden
gegen Story. „Ich begreife nicht", rief der Abgeordnete Briot,
„warum ein Admiral, der eine Lunte imd ein Fass Pulver be-
sass, sich nicht lieber in die Luft sprengte!" Auch den bata-
vischen Landtruppen wurde Ungeschick und Feigheit imd die
Schuld an den Unglücksfällen zugeschrieben. Schimmelpenninck
meint, die Gerüchte von Einverleibung tauchen wieder auf; wenn
der Krieg nicht bald eine günstige Wendung nehme, werde auch
die politische Existenz der batavischen Republik bald zu Ende
gehen.
Während man aber die Anstrengungen der Holländer miss-
achtete und imaufhörlich zu neuen Rüstungen drängte, blieben
die eigenen Leistungen weit hinter dem, was der Verbündete
erwarten und sogar fordern konnte, zurück. Lafayette, damals
in Utrecht, schreibt am 16. September seiner Frau, es sei ein
grosser Uebelstand, dass die Truppen, welche die braven Bataver
bezahlen müssten, nicht im Laude wären.* Von den 25000 Mann,
deren Unterhaltung nach dem Vertrag vom 12. April 1798 den
^ Gazette de Leyde, 30. August, Supplement. Man vgl. auch das Hilfe-
gesuch des stellvertretenden Gesandten in Paris van Grasveld vom 28. August,
Vreede H. 1, Beüage Vü.
• Lafayette, M^moires V, 82.
370 Hermann Hüffer.
Holländern zur Last fiel, war der grösste Teil zur Unterdrückung
der belgischen Unruhen und für den Krieg am Rhein verwendet
— allerdings bot der Artikel 10 des Vertrages eine gewisse
Rechtfertigung — und konnte nur langsam herangezogen werden;
ja die Nachricht von den Unglücksfällen in Italien machte es
zweifelhaft, ob Frankreich dem bedrängten Bmidesgenossen nur
einige Hülfe leisten könne.^
Ratlos und machtlos stand das batavische Direktorium in-
mitten der inneren und äusseren Bedrängnisse, von Franzosen
und Engländern bedroht und beiden beinahe in gleichem Masse
abgeneigt. In den Reden und Proklamationen jener Tage fehlt
es zwar nicht an Ausdrücken todesmutiger batayischer Begeisterung.
Aber ein nahe beteiligter Zeuge verzeichnet in seinen Erinne-
rungen, er habe niemals deutlicher bemerkt, wie wenig man aus
den offiziellen Erlassen auf die wirklichen Oesinnungen einer
Regierung schliessen dürfe. Die Direktoren mit Ausnahme eines
einzigen hätten nichts Besseres gewünscht, als unter der Huid
mit den Verbündeten zu kapitulieren. Dieser Zeuge war der
Prediger der wallonischen Gemeinde im Haag, Daniel Delprat,
ein kluger, wohldenkender Mann, der wegen seiner Fertigkeit^
sich französisch auszudrücken im Herbst 1798 von dem Minister
des Aeussem van der 6oes ohne feste Anstellung oder Besoldung
als Vertrauensperson in das Ministerium berufen war. Seine Auf-
zeichnungen bieten eine überaus interessante Charakteristik der
Direktoren und der Minister. Durchgängig erscheinen sie als
rechtliche, verständige Männer, aber ohne hervorragende Ge-
schäftskenntnis und kaum befähigt, imter so schwierigen Ver-
hältnissen eine andere als eine duldende oder höchstens abwehrende
Rolle zu übernehmen. Als den begabtesten nennt Delprat seinen
Freimd Maarten van der Goes; ohne „ein Adler zu sein, war er
doch von Natur für sein Amt begabt und mit dem Qeschäfts-
betriebe vertraut; er allein konnte einen Posten ausfüllen, der
Formen und einen Ton erforderte, den man nicht leicht bei
anderen gefunden hätte." Er war auch beinahe der einzige, der
bei den ersten Unglücksfällen Mut und Fassung nicht verlor,
und nicht wie seine Kollegen für den Fall einer schleunigen
* Gazette de Leyde, 24. September; Vreede IT. 1, 64, 69, 68.
Der Feldzug d. Engländer u. Russen im Herbst 1799 u. die Stellung Preussens. 371
Flucht das wertvollste Gerät schon einpacken liess.^ In früherer
Zeit ein Gegner der Oranier, war er jetzt der Fremdherrschaft
nicht weniger abhold. So kam er in dieser Notlage^ als die Ent-
scheidung noch ausstand und Engländer wie Franzosen sich in
ihren Verschanzungen hielten, auf den Gedanken, oh es nicht
möglich sei, heide Teile für eine Neutralitätserklärung zu ge-
winnen und dadurch das Land von fremder Gewalt wie Yon den
Schrecken des Krieges zu befreien. In einer ausführlichen Denk-
schrift befürwortet er den Entwurf einer Vereinbarung zwischen
den französischen und englischen Generalen und der batayischen
Regierung. Demgemäss sollten die französischen Truppen die
Linie der Maas besetzen, der Helder, der Texel und die benach-
barten Inseln in der Gewalt der Engländer bleiben, das dazwischen-
liegende Gebiet für neutral erklärt werden. Um die Ruhe zu
Terbürgen, sollten Anhänger des Statthalters denFranzosen, Anhänger
der gegenwärtigen Regierung den Engländern als Geiseln dienen,
in den einzelnen Gemeinden Mitglieder früherer Behörden an der
Verwaltung teilnehmen. Der Friede würde dann definitiv über
das Schicksal des Landes entscheiden. Van der Goes sucht nach-
zuweisen, dass sowohl Engländer wie Franzosen sich in gefähr-
licher Lage befänden, also durch die Neutralitöt nur gewinnen
konnten. Aber er musste fühlen, dass es schwer sein würde,
die kriegführenden Mächte, besonders die Koalition zur Annahme
seiner Vorschläge zu y ermögen; dazu bedurfte man fremden Bei-
standes. Diesen hoffte der Minister in Preussen zu finden.
Preussen hatte die batavische Republik wenigstens thatsächlich
anerkannt, es hatte sich stets geweigert, der Koalition beizutreten,
und nach allen seinen Interessen musste es wünschen, die Unab-
hängigkeit Hollands wiederhergestellt zu sehen. Im Einvertändnis
mit zwei Mitgliedern des Direktoriums wandte sich deshalb van
der Goes — bezeichnend genug — an den vormaligen Staats-
sekretär Baron Johann Hendrik MoUerus mit dem Ersuchen, eine
Sendung nach Berlin zu übernehmen und die Fürsprache sowie
den Beistand des Königs zu erwirken. Mollerus erwiderte, ein
Mitglied der früheren Regierung könne auf eine solche Sendung
^ Journal concemant les ^v^nemente politiques de notre patrie depuis
1798 — 1807 redig^ par Daniel Delprat, medegedeeld door Mr. D. H. Delprat
[den Enkel] in den Bijdragen en Mededeelingen van het historisch genoot-
Bchap te Utrecht, dertende deel, 's Orayenhage 1892, S. 174 — 842.
372 HfnEAiLB Hafer.
ohne Genehmigung des ErbsUtthalten oder wenigstens ohne
Buckspnche mit dem Erbprinzen nicht wohl eingehen. Einige
Tige später, am 11. September ^ als gerade der Angriff auf die
Stellang der Englander misalongen war. eridirte er sich nach
dem Wunsche des Ministers bereit, den Erbprinzen in Lingen auf-
zusachen, trat alsbald die Reise an und setzte sie, da er den
Erbprinzen am 14. September in Lingen nicht mehr antraf nach
dem Helder fort. Er fand dort freundliche Aufnahme; als er
aber den Plan des Ministers am IS. September vorlegte, erwiderte
der Erbprinz, seine Stellung liesse nicht zu, etwas ohne Geneh-
migung seines Vaters zu thun. Darauf unternahm MoUerus sogv
eine Reise nach En^and. Aber zu spat: als er nach einer be-
schwerlichen Fahrt dort anlangte, war der Zweck seiner Sendung
durch die kriegerischen Ereignisse bereits überholt.^
Die Sendung nach Berlin wurde am 8. September einem
Herrn Wilhelm Quejsen aus Zwolle, Tormaligem Xationalrepn-
sentanten, angetragen. Er sollte den König um seine Yennittlung
bei den kriegführenden Mächten angehen, damit Batayien die
Neutralitat erlange und Tor TöUigem Ruin bewahrt werde. Daf&r
wurden Preussen alle Vorteile Tersprochen, die die batavische
Bepublik, besonders in Beziehung auf den Handel, gewähren könne.'
Quejsen als brarer Hausrater bat jedoch, ihn zu entschuldigen,
da er den Bitten seiner Ehegenossin, die ihrer Niederkunft ent-
gegensehe, sich nicht entziehen könne.' Statt seiner wurde nun
sein Landsmann Vos Tan Steenwijk mit der Sendung betraut.
Verkleidet, unter dem strengsten Geheinmis — nicht einmal der
batavische Gesandte in Berlin, Bourdeaux, und der erste Beamte
des auswärtigen Amtes im Haag, Tinne, waren eingeweiht — kam
er nach sechstägiger Reise am 23. September nach Berlin. Dt
er Haugwitz, der auf seinen Gütern in Schlesien weilte, nicht
' Vreede II. 1, 70 — 84, 93 f.; Denkschrift von van der Goes Tom Sep-
tember nnd Promemoria vom Dezember 1799, Vreede Ü. 1, Beilage XYII
nnd X; Promemoria von Johann Hendrik Mollems an den Erbprinzen vom
20. September bei De Bas II, 704 (Beilage Vni); von De Bas wird es aber
8. 675, wie auch S. 671 die Sendung an den Erbprinzen, dem damals ervt
nennzehnjährigen Sohne Hendrik MeUo Mollems zugeschrieben. Der Vater,
nach der Rückkehr der Oranier zu den höchsten Staatswürden erhoben,
starb 83-jährig am 22. Juni 1S34 zu Utrecht.
• Vreede H. 1, 86 f.
' Queysen an van der Goes aus Z wolle 9. September, Vreede U. 1, 86.
DerFeldnigd. Englftnderu. Russen im Herbst 1799 u. die StellongPreussens. 373
antraf, entwarf er zunächst eine Denkschrifb für den König. Van
der Goes riet^ als er davon Kenntnis erhielt^ am 1. Oktober von
offiziellen Schritten ab, da Yos gar keinen offiziellen Charakter
besitze. Er solle nur, wie es eben angehe, den König günstig
zu stimmen suchen. Die Hoffiiung auf guten Erfolg wurde ver-
stärkt durch eine Wiener Depesche des Barons von Haefben vom
11. September: man wisse zuverlässig, dass Preussen in Paris die
Räumung Hollands und seiner linksrheinischen Provinzen verlangt
habe.^ Am 28. September muss Vos aber berichten, Haugwitz
habe tags vorher in einem zweistündigen Gespräche erklärt, der
König könne für die batavische Republik nichts Wirksames thun,
wenn nicht das oranische Haus wieder eingesetzt würde. Und
während van der Goes noch in wiederholten, freilich verspätet
eintreffenden Schreiben den Eifer des Abgesandten anzufeuern
suchte, erfuhr er, Yos habe die preussische Hauptstadt bereits
wieder verlassen. Am 1. Oktober hatte Haugwitz ihn zu sich
beschieden und ihm mitgeteilt, der französische Geschäftsträger
habe von seiner Anwesenheit Kenntnis erhalten; es sei am vor-
teilhaftesten für ihn und die Republik, seinen Aufenthalt in Berlin
soviel als möglich abzukürzen. „Infolge dieser Insinuation^',
schliesst Yos seinen Bericht, „werde ich übermorgen am 3. Oktober
Berlin verlassen.^' Man sieht, dass auch nach dieser Seite der
König zu einem entscheidenden Schritt sich nicht bewegen liess.'
* Vgl. Yreede ü. 1, 89. Baron von Haeften, der langjährige Gesandte
des Erbstatthalters, war anch im Aoftrage der batavischen Republik in
einer halboffiziellen Stellung in Wien verblieben. Seine letzte Depesche im
Haager Staatsarchiv ist vom 22. Februar 1800. Der preussische Gesandte
C^raf Keller berichtet am 22. März: „Le Sieur de Haeften, ministre tolär^
mais non re9u de la B^publique Batave ä. Vienne, oü avant la demi^re
r^volution il fut longtemps accr^ditä par Tancien gouvemement, mourut ici
avant-hier matin äg^ de 75 ans. II commen9a sa carri^re diplomatique
comme Envoy^ Eztraordinaire de Portugal, passa ensuite dans la m§me
qualit^ en SuMe, apr^s quoi il fut Ambassadeur k la Porte. L'envoj^ de
Saxe dans la maison duquel le Sieur de Haeften occupait un ^tage a ^t^
la veille de sa mort nomm^ par lui son ex^cuteur testamentaire et tuteur
de ses enfants. Le comte de Schönfeld et la l^gation Danoise ont mis
conjointement les scell^s chez le defunt.^^ Pr. St.-A.
' Yreede H. 1, 86 ff. und Beilage X. Man vgl. das Journal Delprats
a. a. 0. S. 190; dass Delprat in diese geheimsten Angelegenheiten eingeweiht
war, ist ein Beweis, wie xmbedingtes Vertrauen man ihm schenkte. — In
ganz ähnlicher Lage wie das batavische befand sich das helvetische Direk-
374 Hermann Hüffer.
Die Verhandlung mit Frankreich war seit einem Monat um
keinen Schritt weiter gerücki Otto hatte von Taliejrand unter
dem 26. August den Auftrag erhalten^ die Rafunnng Hollands
bei der bevorstehenden Invasion als unmöglich hinznstelleiiy
Zastrow durch Freund Schaftsversicherungen und glanzende Yet-
sprechungen hinzuhalten^ aber nichts genau zu bestinmien und
nichts schriftlich zu geben. Mit Befriedigung kann Otto am
4. September antworten, es seien nunmehr, den Wünschen des
Direktoriums gemäss, schon fünf Dekaden ohne irgend eine Ent-
scheidung vergangen. ^ Wenn Haugwitz gerade jetzt die iÜLninuig
der linksrheinischen preussischen Provinzen forderte und von dem
Anmarsch der preussischen Truppen Meldung machte, so war Otto
durch die Mitteilungen Eöckritzens und Zastrows, vielleicht andi
Lombards versichert, dass der König nur im äussersten Falle bei
der Annäherung der Engländer und Russen Ernst machen wfirda*
In Paris beklagte sich Siey^s Sandoz gegenüber, dass Preuasco
gerade in so bedrängten Zeiten die Republik mit derartige
Forderungen behellige; bezüglich Cleves habe man bisher nodi
gar keine offizielle Forderung erhalten.' Am 13. September
machte dann Sandoz die preussischen Wünsche zum (Jegensluii
einer offiziellen Note. Aber Reinhard, der neue Minister, wieda^
holte, man könne Batavien in der Gefahr nicht verlassen xopi,
was Cleve angehe, hätten gerade die Drohungen Preussens d«
Direktorium Nachgiebigkeit unmöglich gemacht. Umsonst schln
Sandoz den Ausweg vor, die französischen Truppen möcht«
sofort Cleve räumen, der Einzug solle dann erst nach einiger Zeit
erfolgen, also jeder Schein des Zwanges vermieden werden.* Di»
französische Antwort, welche vom 17. September datiert, aber ^
torium , als im Sommer FranzoeeD , Oesterreicher und Rnssen untUUlg v
der Limmat sich gegenüberstanden. Merkwürdig, dass gerade wie im Ht^
auch in Bern der Versuch gemacht wurde, die in dem Bflndnisvertnge *•
18. August 1798 so ungern aufgegebene Neutralität wieder zu eriiog»
Freilich mit demselben Ergebnis wie in Holland; denn das fnsaßBi^
Direktorium war wenig geneigt, ja nicht einmal im stände, den Wüaifk»
der helvetischen Regierung zu willfahren.
* Vgl. Bailleu I, 606. 509.
* Otto, 4. September, Bailleu I, 608; vgl. auch den Bericht «■
20. September über die Unterredung mit Lombard.
^ Sandoz, 8. September, Bailleu I, 386.
* Sandoz, 22. September, Bailleu I, 388.
Peldzngd. Engländern. Russen im Herbst 1799 u. die StellungPrenssens. 375
icheint durch Sandoz' Schuld, erst am 22. September über-
Bn wurde, lautete demgemäss durchaus ablehnend. Es klang
Hohn, wenn über Cleve bemerkt wurde, die Republik werde
Gebiet, das ihre Heere kraft eines feierlichen und geheiligten
träges besetzt hätten, mit allen Mitteln, die in ihrer Macht
iden, verteidigen; sollten aber die Kriegsereignisse eine wirk-
e Gefahr für die linksrheinischen Provinzen herbeiführen, so
de das Direktorium nicht säumen, die Dazwischenkunft des
kigs anzurufen, um das bedrohte Gebiet in Verbindung mit
preussischen Truppen gegen jeden AngrifiF zu sichern. ^ Natür-
konnte eine solche Antwort das preussische Ministerium nicht
iedigen. Aber was blieb zu thun? Die Kriegsereignisse in
land hatten bereits eine Wendung genommen, welche die Grund-
» und den Ausgangspunkt der preussischen Verhandlung zer-
te. Infolgedessen schreiben die Minister dem Könige am
)ktober: da die preussischen Truppen den Rhein bei Wesel
in dem Falle überschreiten sollten, dass die englisch-russische
nee bis auf dieselbe Linie vorgerückt sei, und da dieser Fall
it eingetreten, auch bei der vorgeschrittenen Jahreszeit nicht
Bud wahrscheinlich sei, so bleibe nichts übrig, als Zeit zu
rimien imd den Schein zu vermeiden, als wiche man vor den
bistischen Gründen der französischen Regierung zurück. ' Dem-
Biss wird am selbigen Tage Sandoz beauftragt, scheinbar in
r kraftigen Worten die preussischen Ansprüche zu erneuern:
Bestimmungen in Artikel 5 des Baseler Friedens, heisst es,
im nur Gültigkeit für die Dauer des Krieges, der durch den
•den von Campo Formio beendigt ist. Da dieser Friede durch
i 9. der geheimen Artikel die Rückgabe der linksrheinischen
yrinzen an Preussen aussprach und dadurch die geheimen
ükel von Basel und den Vertrag vom 5. August 1796 unmög-
k machte, hört für Preussen jede Verbindlichkeit auf. Nichts
ht im Wege, eine Restitution zu fordern, in welcher die fran-
piche Republik, wie sie Oesterreich gegenüber erklärte, gar
be Schwierigkeit findet. Sandoz soll also die preussischen
tdenmgen in Bezug auf Cleve und auf Holland erneuern, jeden-
ll auf der Uebertragung des Civilbesitzes bestehen. Aber wenn
r die preussische Theorie noch einmal in grosser Bestimmtheit
^ Note vom 17. September, Bailleu I, 389. * Baillea I, 889 f.
376 Hermann Hüffer.
hervortrat; so wurde sie auch deutlich genug als blosse Theorie
bezeichnet, denn Sandoz erhielt die Anweisung, weitere Vor-
stellungen nicht mehr schriftlich, sondern nur mündlich zu machen.^
Es war in der That yorauszusehen^ dass die Franzosen nicht anders
als im äussersten Notfall ein noch immer so ei^iebiges Gebiet
wie Holland räumen und in Cleye, das bereits dem Departement
der Roer eingeordnet war, preussische Verwaltung wieder ein-
fahren würden. Sandoz* Vorstellungen und eine am 20. Oktober
von ihm eingereichte Note, in welcher er — wie er behauptet,
auf den Rat Reinhards — nochmals wenigstens den Civilbesitz
verlangte, fanden denn auch eine durchaus ablehnende Antwort',
und die Ereignisse in Holland gestalteten sich bald derart, dass
selbst Haugwitz in einem Bericht vom 28. Oktober sich dahin
aussprechen musste, es bleibe jetzt nichts übrig, als zur einfachen
Neutralität zurückzukehren.'
IX.
Dass für die Politik des Berliner Hofes kein anderer Ausweg
offen war, ergiebt sich, wenn man auf den Verlauf der Ereignisse
seit dem 10. September einen Blick wirft. Abercromby hatte,
wie erwähnt, auch nach dem glücklichen Treffen seine Ver-
schanzungen an der Zjpe nicht verlassen. In den nächsten Tagen
traf in verschiedenen Abteilungen der Rest der englischen Truppen
am Helder ein, am 12. September der Herzog von York. Er fend
hier bereits den Erbprinzen von Oranien, welchen Abercromby
gleich nach der Landung eingeladen hatte, sich nach dem Helder
zu begeben. Ohne den Fortgang der Ereignisse in den östlichen
Provinzen abzuwarten, war der Erbprinz auf einer Fregatte, die
man ihm nach Emden entgegen geschickt hatte, am 7. September
am Helder angelangt. Von den englischen Generalen wurde er
mit allen Ehren empfangen; man liess ihn sogar die geraubten,
nunmehr mit englischen Matrosen bemannten Schiffe in Besitz
nehmen, und er versuchte dann, aus holländischen Seeleuten und
Ueberläufem ein eigenes Korps zu bilden. Aber auf die kriege-
rischen Ereignisse hatte er keinen Einfluss, und auch bei der
Bevölkenmg traten die Wirkungen nicht hervor, die man sich
^ Das Ministerium an Sandoz, 4. Oktober, Pr. St.-A.; vgl. Baülen I, 840.
' Sandoz, 17., 24. Oktober; Note Reinhards vom 8. November,
Bailleu I, 842 f., 349.
» Bailleu I, 348 f.
Der Feldzag d. Engländern. Russen im Herbst 1799 n. die Stellung Prenssens. 377
von seiner Anwesenheit versprochen hatte. Es war ihm nicht
gegeben, durch sein persönliches Erscheinen Eindruck zu machen.
Abercromby nennt ihn, wohl im Aerger mit einiger Uebertreibung,
den wenigst anziehenden, schwächsten Prinzen von Europa; nur
ein einziger Mann aus Hoom habe sich ihm angeschlossen, vom
Lande kenne er so wenig, als Ware er in Schweden geboren.»
Um so wichtiger war die Ankunft der Russen am 13. imd
14. September, 8800 Mann unter Scherebzow, 6700 Mann unter
Essen, unter dem gemeinsamen Oberbefehl des Generals Herman.
Die AusschiflFung erforderte aber drei Tage; am 18. September
waren nicht viel mehr als 33000 Engländer und Russen an der
Zype vereinigt.* Alle Verhältnisse, insbesondere die vorgerückte
Jahreszeit, die durch herbstliche Stürme und anhaltende Regen-
güsse sich ankündigte, geboten, nicht zu säumen; so wurde der
Angriff gleich auf den folgenden Tag festgesetzt. Man stand
23 000 Republikanern gegenüber, die in der Gegend vor Alkmaar
eine durch Dämme imd Schanzen befestigte Stellung eingenommen
hatten. Links in den Dünen und bei der kleinen Stadt Bergen
gegen 10 000 Franzosen, zu ihrer Rechten das Korps Dumonceaus,
noch weiter östlich gegen die Zuidersee die Division Daendels'.
Die Ueberzahl war auf Seiten der Verbündeten, aber sie ging
beinahe verloren, weil man 10000 Engländer unter Abercromby
auf dem äussersten linken Flügel zu einem Umgehungsversuch
nutzlos verwendete. Den Hauptangriff sollten 8000 Russen imd
2000 Engländer unter Herman gegen Bergen richten und im
Centrum von dem Herzog von York unterstützt werden. Aber
die Russen brachen — man weiss nicht, aus welcher Ver-
anlassung — zwei Stunden vor der bestimmten Zeit und vor
den Engländern schon um drei Uhr morgens auf, trieben die
' De Bas U, 213 f.; Abercromby an Dnndas, 26. Oktober, Dnniennline
a. a. 0. S. 201 ff.
* Milintin Y, 276, 278 f. stellt die verschiedenen Angaben über die
Stärke der Verbündeten aus Mac Carthj, Jomini, Mathieu Dumas und den
russischen Ausweisen zusammen und berechnet die Gesamtstärke auf
28 000 Engländer, 15 600 Bussen, 3000 englische Marinetruppen, im Ganzen
46 500 Mann, zu denen noch 3000 holländische Matrosen kommen, die aber
im Feldzug nicht verwendet wurden. Man begreift nicht, warum in diesem
Falle am 19. September nur 33 000 Mann zum Angriff verwendet wurden.
Allerdings soll der Herzog von York später behauptet haben, es hätten
15 000 Mann an der Schlacht nicht teilgenommen.
378 Hermann Hüffer.
überraschten Franzosen aus den Dörfern Kamp und Groet und
drangen im wilden Ansturm über Schorl gegen Bergen vor. Eine
vor der Stadt aufgestellte Brigade des Generals Gouvion wurde
geworfen, und Bergen um 8 Ubr besetzt, unterdessen hatte sich
der Herzog von York mit dem Korps des Generals Dundas gegen
das feindliche Centrum unter Dumonceau in Bewegung gesetzt^
das verschanzte Dorf Warmenhuisen genommen, 700 Mann mit
3 Geschützen zu Gefangenen gemacht und wollte nun, behutsam
und methodisch vorgehend, nach rechts sich über Schorldamm
gegen Bergen wenden. Aber bis eine Brücke über den grossen
Kanal von Alkmaar sich schlagen Hess, war es 10 Uhr geworden,
und um diese Zeit das Unglück auf dem rechten Flügel bereits
geschehen. Die Russen fanden sich, als sie aus Beiden weiter
vorgehen wollten, den gesammelten französischen Truppen unter
Vandamme und Rostolant gegenüber. Brune führte auch seine
Reserven heran und ging nun selbst zum AngriflF vor. Ein furcht-
bares Geschützfeuer richtete sich gegen die in den Strassen des
Städtchens zusammengedrängten Russen, die durch lange An-
strengung geschwächt, der Wege unkundig, Fassung und Haltung
völlig verloren. Herman selbst, der die Ordnimg wieder herzu-
stellen suchte, wurde mit mehreren Stabsoffizieren gefangen, der
Nächstkommandierende, General Scherebzow, tödlich verwundet.
Unter schweren Verlusten, rasch wie sie gekommen, eilten die
Russen in ihre frühere Stellung zurück. Bei der Nachricht von
diesen Vorgängen konnte der Herzog von York seine Vorteile
nicht mehr verfolgen. Auch Pulteney, der gegen Daendels auf
dem linken Flügel nicht ohne Glück gefochten hatte, und Aber-
cromby, der ohne Widerstand an der Zuidersee nach Hoom und
etwas weiter gelangt war, mussten den Rückzug antreten. Gegen
vier Uhr nachmittags standen die beiden Heere in derselben
Stellung wie am Morgen sich gegenüber. Die Verbündeten hatten
gegen 4000 — die Russen allein gegen 3000 — , ihre Gegner
etwa 1000 Mann weniger verloren.^
Aber die Bedeutung der Schlacht lag nicht in den Ziffern
der Verluste; weit schwerer fielen für die Verbündeten andere
Nachteile ins Gewicht. Man befand sich auf einem Gebiet, das
^ Brune an das Direktorium, 19. September und Daendels an Bnine,
20. September, Gazette de Leyde, 27. September und Supplement; MUintin
V, 45, 282 ff.
Der Feldzug d. Engländer u. Russen im Herbst 1799 u. die Stellung Preussens. 379
nach seiner eigentümlichen Beschaffenheit von Dämmen und
Kanälen durchzogen, die Verteidigung gegen den Angriff in un-
verhältnismässigen Vorteil setzte. Das hatten, wie die Franzosen
am 10. September, so jetzt die Verbündeten erfahren und mussten
es auch fernerhin erwarten. Die Hoffnung, durch einen grossen
Schlag eine rasche Entscheidung herbeizufUhren, war vereitelt.
Die Schwierigkeiten des Unternehmens traten jetzt in voller
Deutlichkeit hervor. Unwetter und grundlose Wege erschwerten
jeden Schritt. Die Gesundheit der Soldaten begann zu leiden,
und wie es gewöhnlich nach solchen Unfällen zu geschehen pflegt:
man beschuldigte sich gegenseitig. Die Engländer klagten, und
gewiss mit Recht, dass die Russen zu früh und ohne Vorsicht
und Ordnung vorgegangen seien, die Russen, dass die Engländer
sie nicht unterstützt hätten.^ Natürlich wurde die militärisch
unentschiedene Schlacht in Batavien als ein grosser Sieg gefeiert.
Mut imd Begeisterung der Republikaner belebten sich in dem
Masse, wie die Hoffnungen ihrer Gegner sich herabstimmten; an
eine wirksame Erhebung der oranischen Partei war nicht mehr
zu denken. Schwache Versuche in Geldern und Overyssel wurden
leicht unterdrückt*; selbst in den von den Engländern besetzten
Orten in Holland und an der Zuidersee gelang es nur mit Mühe,
eine oranische Verwaltung einzurichten. Dagegen sind die Zeitungen
jener Tage erfüllt mit Belobigungen republikanischer Opferwillig-
keit, und es Hess sich voraussehen, dass dem Heere Brunes Ver-
stärkungen und Proviant in reichem Masse zugeführt würden.
Gerade dieser Umstand musste aber trotz aller Ungunst der Ver-
hältnisse die Verbündeten zu einem neuen Angriff mahnen, der
nur wegen eines Unwetters am 29. September und 1. Oktober
verschoben wurde und am 2. Oktober die zweite Schlacht bei
Bergen zur Folge hatte.
Diesmal sollte Abercromby auf dem rechten Flügel von dem
^ Bielefeld schreibt am 23. September, der russische General Herman
beklage sich bitter , dass er von den Engländern im Stiche gelassen sei.
(Interzept im Haager Staatsarchiv.)
* Vgl. De Bas 11, 212 f. Ein beklagenswertes Nachspiel erhielten diese
Vorgänge durch die Hinrichtung des Fräuleins Judith van Dorth, die nach
längerer Haft am 22. November auf Veranlassung eines französischen Be-
fehlshabers vor ein sogenanntes Kriegsgericht gestellt imd wenige Stunden
später erschossen wurde.
HUtor. Viertoljahnchrift. liH)2. S. 27
380 Hermann Hüffer.
Dorfe Petten gegen das Städtchen Torgehen^ das die Russen,
welche jetzt unter dem General Essen das Centrum bildeten, von
der anderen Seite bedrohen würden. 7000 Engländer unter Pulteney
sollten unterdessen die batayischen Divisionen beschäftigen; man
ho£Pte; wenn der Angriff Ton Erfolg war^ die Hauptmacht des
Feindes von der Rückzugslinie nach Haarlem abzuschneiden. Den
Russen gelang es in der That^ Franzosen und Batavier aas den
Torgeschobenen Stellungen am Vormittag gegen Koedyk und
Bergen zurückzuwerfen; dann befahl der Herzog^ der von einem
Angriff in der Front zu grosse Verluste besorgte ^ den Seiten-
angriff der Engländer zu erwarten. Abercromby, durch den
langen^ schwierigen Weg und feindlichen Widerstand aufgehalten,
konnte jedoch erst gegen 3 Uhr auf den Höhen bei Bergen er-
scheinen und wagte, da die Geschütze noch fehlten, vorerst nicht
hinabzusteigen. Durch das Zögern der Gegner ermutigt, ging
nun Brune zum Angriff über, und es kam, ehe der Tag sich
neigte, noch zu einer Reihe von Gefechten mit wechselndem
Erfolg. Die Republikaner hatten im Wesentlichen ihre Stellungen
behauptet und gegen 2000 Mann, d. h. nicht viel mehr als die
Verbündeten, verloren. Aber Brune fühlte sich gefährdet. „Die
Ermüdung der Soldaten", schreibt er am 4. Oktober an den
Kriegsminister nach Paris, „und eine gewisse Herabstimmung des
militärischen Geistes, die ich bisher nicht bemerkt hatte, liessen
mich, wenn der an Zahl überlegene Feind uns am nächsten Tage
angriffe, ein wirkliches Unglück befürchten. Ich befahl deshalb,
dass im Falle eines erneuten kräftigen Angriffes, der Rückzug
langsam und in guter Ordnung nach Bewerwick angetreten würde."*
Der Rückzug war in der That noch vor Tagesanbruch erfolgt;
die Russen konnten zum zweitenmal in Bergen einziehen, und der
Herzog sein Hauptquartier nach Alkmaar verlegen. Ait) Nach-
mittag des 4. Oktober hielt der Erbprinz seinen Einzug. Er
übernahm sogar die obrigkeitliche Gewalt und verstärkte seine
kleine Schar durch Ueberläufer. Am folgenden Sonntag mnsste
der Gottesdienst wieder in den vorrevolutionären Formen abgehalten
werden. In dem von der Republik verpönten Talar sprach der
Prediger eine Danksagung för die Rückkehr des Prinzen.*
^ Miliutin V, 298, Beilage 47; vgl. auch die Berichte in der Gkizette
de Leyde, 8. Oktober, Supplement.
• De Bas ü, 286.
Der Feldzug d. Engländer u. Russen im Herbst 1799 u. die Stellung Preussens. 381
Aber es war deutlich genug, dass die Schlacht keine Ent-
scheidung gebracht habe, und dass der Feind noch unbezwungen
in der neuen festen Stellung sich von Tag zu Tag verstarken
würde, während die eigenen Kräfte zusammenschmolzen. Nur ein
entscheidender Erfolg konnte den Weg in eine bevölkerte, an
Hilfsmitteln reiche Gegend eröffnen und den Mut der oranischen
Partei wieder beleben. Der Versuch musste gemacht werden.
Am 6. Oktober gegen sieben Uhr morgens setzten sich mehrere
Kolonnen gegen die der feindlichen Stellung vorliegenden Dörfer
Bakum, Limmen und Akersloot in Bewegung. In den Dünen die
Engländer unter Abercromby, zu ihrer Linken, aber in beträcht-
licher Entfernung, die Russen gegen Bakum, das Abercromby
von den Dünen aus bedrohen sollte, während zwei englische
Brigaden etwas mehr östlich gegen Limmen und Akersloot vor-
gingen. In seinem Bericht sagt der Herzog, man habe nur eine
Rekognoszierung vornehmen wollen.* Dasselbe schreibt auch der
Erbprinz seinem Vater, als die angenehme Nachricht eingelaufen war,
dass Akersloot und Limmen ohne grossen Widerstand genommen
seien. Es war am Sonntag vormittag, der Erbprinz kehrte gerade
aus der Kirche zurück. Aber bald trat eine Wendung ein. Die
russische Vorhut unter dem General Sedmorazki hatte mit grosser
Tapferkeit sich des Dorfes Bakum bemächtigt. Im Gefühle des
Sieges Hessen sich die Truppen zu demselben Fehler verleiten,
der am 19. September so verderblich geworden war; vereinzelt,
ohne Rückhalt setzten sie den weichenden Franzosen nach bis
nach Castricum und bis auf die andere Seite des Dorfes. Hier
sahen sie sich bald von weit überlegenen Kräften angegriffen; in
blutigem Kampfe, nachdem das Dorf nochmals genommen und
verloren war, mussten sie mit grossem Verlust sich zurückziehen.
Verstärkungen, die der weit zurückgebliebene General Essen ver-
spätet absandte, gaben keinen Halt, erst als die Hauptmacht der
Russen Bakum erreicht hatte, konnte dort eine neue Stellung
gewonnen werden. Vergebens hatte Essen mehrmals von den
Engländern Unterstützung erbeten; erst am Nachmittag und gegen
Abend griff Abercromby, der selbst ein Gefecht in den Dünen zu
bestehen hatte, in den Kampf bei Bakum ein, und die Franzosen
* Der Herzog von York an den Kriegsminister Dundas, 7. Oktober,
Gazette de Leyde, 1. November.
27 •
382 Hermann Hüffer.
gingen nach Castricum zurück.^ Drei Dörfer waren in den Händen
der Verbündeten geblieben; aber wie tener war der Vorteil er-
kauft! Die Russen hatten gegen 1100, die Engländer gegen
1400 Mann verloren, und wenn auch die Republikaner mehr als
2000 Mann einbüssten, so konnten sie doch in eine gesicherte
Stellung zurückkehren und in aller Ruhe Verstärkungen und
Proviant ei-warten. Jeder Tag war ihnen ein Gewinn, während
er Russen und Engländer dem Verderben näher brachte. Man
zählte nicht mehr 20 000 Mann unter WaflPen; wie die Reihen
sich lichteten, so füUten sich die Spitäler; Lebensmittel waren in
dem ausgesogenen Lande nicht zu finden und vom Helder nur
verspätet und unzureichend herbeizuschaffen. Schon am 6. Oktober
hatte der Herzog in einem Bericht über die Schlacht vom 2. Oktober
beifügen müssen, dass die gänzliche Erschöpfung der Truppen ihn
gehindert habe, die emmgenen Vorteile auszunutzen. Jetzt wurde
er bedenklich; am Mittagstisch hatte er noch dem Erbprinzen die
Absicht kundgegeben, einen neuen Versuch zu wagen; aber am
Abend berief er die Generale Abercromby, Pulteney und Dundas
zu einem Kriegsrat. Man hatte von den Gefangenen erfahren, dass
die Republikaner 6000 Mann Verstärkungen erwarteten; jede Hoff-
nung auf eine Erhebung der oranischen Partei war geschwunden.
York hatte noch am 6. Oktober einen letzten Versuch gemacht; den
General Don als Parlamentär an Daendels und mit einer Prokla-
mation des Erbprinzen an das Direktorium zu senden; aber
Daendels hatte den General gar nicht angehört, sondern als Kriegs-
gefangenen behandelt und in Brunes Hauptquartier geschickt
Wohl bei dieser Gelegenheit hatte man auch Genaueres über den
Sieg Massenas bei Zürich, die Flucht der Oesterreicher und Kor-
sakows über den Rhein und die Rückkehr des Erzherzogs Karl
an die Schweizer Grenze erfahren, wodurch die französischen
Truppen am Niederrhein und in Belgien freie Hand erhielten.
Einstimmig erklärten die Befragten, vor allem Abercromby, den
Rückzug an die Zype für unerlässlich. Schweigend hatte York
zugehört; er entliess die Generale, behielt nur den Erbprinzen
imd die Obersten Ansti-uther und Hope zurück und erklärte dann,
es bleibe nichts übrig, als dem Rate, den man vernommen, sich
zu fügen. Gleich am folgenden Tage, aber im tiefsten Geheimnis,
1 Miliutin V, 60 ff.; De Bas U, 238 ff.
Der Feldzug d. Engländern. Russen im Herbst 1799u. die Stellung Preussens. 383
wurde der Rückzug Torbereitet und in der Nacht vom 7. auf den
8. Oktober angetreten, trotz aller Hindemisse so rasch, dass den
verfolgenden Reitern nur etwa 200 Gefangene in die Hände fielen. ^
Am 9. hatte das Heer die früheren Stellungen an der Zype
wieder bezogen; gleichzeitig kehrte auch Mitchell aus der Zuider-
see an den Helder zurück. Vierhundert Weiber und Kinder, die in
Alkmaar und der Umgegend zurückgeblieben waren, Hess Brune
am 12. Oktober den englischen Vorposten übergeben.*
Der Rückzug erfolgte, wie der Herzog am 9. Oktober
schreibt, unter dem Vorbehalt, an der Zype weitere Anweisungen
des Königs einzuholen. Aber die Lage war für die verbündeten
Truppen so bedenklich geworden, dass man die Befehle aus London
nicht erst abwartete. Die Hoffnung auf die Fortsetzung des Feld-
zuges war aufgegeben, und nur darauf kam es an, dass der Feind
die ohnehin so schwierige Einschiffung nicht gefährde und die
auf dem Lande am längsten verbleibenden Truppenteile nicht mit
Uebermacht anfalle. Dons Verhaftung bot Gelegenheit, eine Unter-
handlung anzuknüpfen. Das erste offizielle Aktenstück, das darüber
bekannt wurde, ist ein Brief des Herzogs vom 15. Oktober an
Brune aus dem Hauptquartier von Schagerbrug. Der Brief Brunes^
heisst es, sei ihm erst gestern am späten Abend zugekommen; er
habe deshalb den Generalmajor Knox, auf den er schon in seinem
Briefe vom gestrigen Tage hingedeutet habe, nicht eher nacK
Alkmaar abschicken können; dieser Offizier besitze die nötigen
Vollmachten zum Unterhandeln. Im Auftrage des Herzogs schreibt
am selben Tage der Sekretär H. Taylor, Knox werde Brune aus-
einandersetzen, dass in der gut gewählten Stellung der Verbündeten
es nur von ihnen abhänge, eine bessere Jahreszeit zu erwarten
oder sich langsam zurückzuziehen und einige der vorteilhaftesten
Punkte besetzt zu halten. Ln letzteren Falle müsse man zum
Bedauern des Herzogs von den wirksamsten Mitteln Gebrauch
machen, durch Aufreissen der Dämme NordhoUand unter Wasser
setzen, die Schiffahrt auf der Zuidersee unmöglich machen und
den Hafen von Nieuwe Diep zerstören. Aber dem Herzog und
gewiss auch Brune würden solche Massregeln widerstreben; er
schlage deshalb einen Waffenstillstand bis Ende November vor.
Die Linie der Vorposten sollte dieselbe bleiben.^ Brune läset
> De Bas II, 246. « Müiutin V, 801.
■ Gazette de Leyde, 17. Dezember, Supplement.
384 Hermann Hüffer.
noch am 15. Oktober durch seinen Sekretär Vevry antworten,
die Stellung der Verbündeten sei so übel, dass für den freien
Abzug entsprechende Vorteile bewilligt werden müssten. Er
fordert Rückgabe der batavischen Flotte oder ein Aequivalent,
Befreiung von 15 000 französischen und batavischen BÜegs-
gefangenen, Herstellung des Forts auf dem Helder nnd Räumung
des Gebiets bis zum 20. November, ohne dass die Schiffahrt ge-
schädigt würde. ^
Der eigentliche Verlauf der Verhandlungen schwebt noch
immer im Dunkeln. Pijman, der damalige Kriegsminister, be-
hauptet, alles Wesentliche sei bereits vor dem 15. Oktober zwischen
den Parteien verabredet worden, die spätere Unterhan dlimg und
der Briefwechsel seien nur zum Scheine geführt. Nach Pijmans
Erzählung war man schon in der Nacht auf den 14. Oktober
soweit gekommen, dass der Abschluss als unzweifelhaft erschien.
Unmittelbar darauf, am 15. Oktober, schickte Brune einen Ver-
trauten nach Paris, der von dem Inhalt vollkommen unterrichtet
war und bei der Durchreise durch den Haag dem Kriegsminister
in tiefem Geheimnis mitteilen durfte, die Kapitulation würde in
wenigen Tagen bekannt werden.^ Die Kapitulation, welche am
18. Oktober von dem Brigadegeneral Rostolant imd Knox unter-
zeichnet imd von York, Mitchell und Brune bestätigt wurde, hielt
zwischen den beiderseitigen Anerbietimgen die Mitte. Von der
Rückgabe der Flotte war nicht mehr die Rede; die Räumungsfirist
war bis zum 30. November ausgedehnt; dagegen sollten 8000
französische und batavische Kriegsgefangene, welche schon vor
dem gegenwärtigen Feldzug sich in England befanden, nach Aus-
wahl der beiden Republiken und in dem Verhältnis, das sie
bestimmen würden, frei werden, ausserdem der 1797 bei Kamperduin
gefangene Admiral de Winter, der im November 1798 auf Ehren-
wort zurückgekehrt, aber noch nicht ausgewechselt war.®
Der Abschluss der Kapitulation erweckte in Holland und
Frankreich zuerst die lautesten Aeusserungen der Freude. Brune
erhielt einen goldenen Degen, zudem, wie es heisst, eine Tonne
^ Gazette de Leyde, 20. Dezember, Supplement.
* Pijman, Bijdragen tot de Geschiedenis van het Vaderland, Utrecht
1826, S. 92-95; Yreede ü, 1, 107 f.
' De Bas 11, 153, 248. Die Konvention in der Gazette de Leyde,
22. Oktober, Supplement; auch bei Miliutin V, 302.
DerFeldzugd. Engländeru. Russen imHerbst 1799 u. die Stellung Preussens. 385
Goldes.^ Aber Schimmelpenninck schreibt schon am 28. Oktober,
die Mitglieder der Regierung seien mit den Bedingungen der
Kapitulation nicht sehr zufrieden; am meisten tadelte man, dass
die abziehenden feindlichen Truppen nicht yerpflichtet worden
seien, während des Krieges nicht auf dem Festlande zu dienen.*
Das batavische Direktorium fühlte sich besonders dadurch ge-
kränkt, dass es bei den Verhandlungen Ton Brune gar nicht zu
Rate gezogen war. Desforgues, der neue französische Gesandte,
hatte am 17. Oktober im Auftrage Brunes nur mitgeteilt, der
General stehe in Unterhandlung; er fordere die Freiheit Ton
15 000 Gefangenen und die Rückgabe der Flotte. Dass diese
Rückgabe nicht erlangt wurde, empfand man besonders schmerz-
lich und machte es Brune später vielfach zum Vorwurf. Selbst
der Argwohn, dass er in geheimen Artikeln sich persönliche
Vorteile ausbedungen habe, kam zum Ausdruck.* Freudig begrüsste
man, dass 8000 Kriegsgefangene befreit werden sollten; aber auch
dies Gefühl wurde nur zu sehr verbittert. Schon im September,
als Brune die bei Bergen erbeuteten Fahnen zum Aerger der von
ihm belobten Bataver nach Paris schickte und auch die Kriegs-
gefangenen dahin senden wollte, hatte Schimmelpenninck nicht
ohne Grund geltend gemacht, nach allen Regeln des Völkerrechts
gehöre das, was von Hilfstruppen erbeutet werde, dem Staate,
der sie unterhalte und besolde.^ Er mochte glauben, dass dieser
Grundsatz erst recht Anwendung finden müsse, wenn neben den
* Vreede n. 1, 105; De Bae n, 254. Bielefeld bemerkt am 28. November:
f^Brune ist heute nach Paris gereist, um sich mit den französischen Kon-
suln ins Verhältnis zu setzen, aber man hofft, ihn los zu werden und an
Desforgues' Stelle Bourgoing zu erhalten. Talleyrands Rückkehr in das
Ministerium hört man nicht mit Vergnügen. Man fürchtet seine Geldgier.
Brune hat sich sehr in Holland bereichert. Für seinen Sieg hatte ihm der
gesetzgebende Körper eine Vergütung (r^compense) bewilligt, er erklärte
öffentlich, er würde nur ein Ehrengeschenk (cadeau honorifique) annehmen,
forderte aber heimlich eine Million Livres; man begnügte sich, ihm
200 000 Gulden in holländischen Papieren zu geben , die ein Ejipital von
80 000 repräsentieren.'* (Interzept im Haager Staatsarchiv). — üeber die
gesteigerten Anmassungen Brunes, seine Streitigkeiten mit der batavischen
Regierung vgl. Miot, M^moires I, 237 ff., Paris 1873.
* Schimmelpenninck an van der Goes, Vreede H. 1, 106.
* Erinnerungen des Generals Krayenhoff, Vreede H. 1, 109.
* Schimmelpenninck an Reinhard, 27. September, Vreede H. 1, 110.
Die festliche üeberreichung der Fahnen in Paris schildert ein Bericht in
der Gazette de Leyde vom 8. Oktober, Supplement.
386 Hennann Hüffer, Der Feldzug der Engländer und Russen etc.
Hilfstmppen auch die eigenen Krieger des Staates den Erfolg
herbeigeführt hätten. Aber mit einigem Verdruss musste er sieh
Ton Reinhard am 13. November belehren lassen, das in der
Kapitulation ausgesprochene Verhältnis könne nnr darin bestehen,
dass die Zahl der in England zurückgehaltenen Franzosen mit
der der Bataver verglichen werde. Die ersteren schätzte Schimmel-
penninck auf 30000, die anderen auf 8000; den Batavern wären
demnach wenig mehr als 2000 zu gute gekommen, und sogar
diese Zahl wurde noch verkürzt. Schimmelpenninck vernahm
wenige Tage später von dem englischen Kommissär in Paris,
Knox, dass nur 1500 Bataver die Freiheit erhalten sollten.^
Um diese Zeit waren die übrigen Punkte der Kapitulation
der Ausführung nahe. Die EinschiflFimg der Weiber, Kranken
und Verwundeten und des für den Erbprinzen geworbenen Korps
begann schon am 14. Oktober; der Herzog von York blieb bis
zum 31. Am 20. November konnte Pulteney, dem die Leitung
übertragen war, mitteilen, dass Tags vorher die letzten eng-
lischen und russischen Truppen sich eingeschiflPt hätten.' Der
Erbprinz war am 21. Oktober nach England abgegangen; er
weilte dort vorerst bis zum März 1800 und auch in den folgenden
Jahren, sofern nicht häusliche und politische Angelegenheiten ihn
nach Berlin beriefen. Seine Thätigkeit galt besonders der Aus-
bildung seines Korps, das allmählich bis auf 5000 Mann verstärkt
und von England besoldet wurde.' Nach einem Vertrage, unter-
zeichnet von dem Erbstatthalter und Lord Grenville am 11. März
1800, wurde auch die vom Texel weggeführte Flotte für die
Dauer des gegenwärtigen Krieges in englischen Sold genommen;
nach der Wiederherstellung der rechtmässigen Regierung durfte
sie zurückverlangt werden.* Durch den Tod seines Vaters wurde
der Erbprinz am 9. April 1806 das Haupt des oranischen Hauses.
Aber es dauerte noch sieben Jahre, bis er unter dem Jubel des
Volkes in das Land wieder einzog, das vierzehn Jahre früher die
Waffen seiner Verbündeten ihm nicht wiedergewinnen konnten.
* Schimmelpennincks Depeschen an van der Goes vom lö. und
18. November, Vreede U, 1, 112.
* Gazette de Leyde 17. Dezember, Supplement: „Lettre . . . adress^e par
le Lieutenant-G^n^ral Sir James Pulteney au Lieutenant-Colonel Alexandre
Hope, Adjndant-Genäral-Adjoint de l'Armöe en Hollande, et adress^e par lui,
d'ajjres les ordres du commandant en chef Duc d'York, au Secr^taire-d'fitat
Dundas.^' « De Bas II, 269. * De Bas II, 261 f., 706 f.
387
Kleine Mitteilnngen.
Städtische Erbleihe zur Karolingerzeit.
In dem unlängst erschienenen Bande der Zeitschrift der Savigny-
Stiftung für Bechtsgeschichte , Germanistische Abteilung (B. 22,
S. 181 ff.), behandelt Bietschel mit gewohnter Gründlichkeit und Ge-
lehrsamkeit die Frage nach Entstehung der freien und der städtischen
Erbleihe. Sein Ergebnis, die Ablehnung des hofrechtlichen Ursprungs,
kann Anspruch auf allgemeine Zustimmung erheben. Da indessen die
Frage wohl noch nicht ganz erledigt ist, möchte ich vorläufig nur
auf Quellenzeugnisse hinweisen, die wegen ihres hohen Alters auch
für die Betrachtung städtischer Grundbesitzverhältnisse herangezogen
zu werden verdienen.
Eine Formel (Formulae Turonenses uro. 42, M. G. Form.
S. 158), die in einer Handschrift des 9. Jahrhunderts überliefert
ist (vgl. ibid. 131 f.), führt die Ueberschrift „vinditio de area vel
de casa infra civitate". Der Verkäufer veräussert „casa mea
cum ipsa area, ubi posita est, infra civitatem vel burgum iUum'S
Das Haus war aus Holz gezimmert, Angabe des ümfangs und der
Nachbarhäuser- oder Grundstücke wird erfordert. Der Käufer zahlt
den Preis und empfängt „ipsam casam vel aream . . . perpetualiter ad
possidendum, ita ut ab hodiema die, quicquid exinde facere volueris,
liberam et firmissimam in omnibus habeas potestatem'^ So weit gleicht
die Formel dem Bechtsinhalt nach der „vinditio de area infra civi-
tate" bei Marculf 1. 2 uro. 20 (M. G. Form. S. 90). Dass der Ver-
käufer in der form. Turon. das Objekt selbst erst erworben zu haben
scheint, darf als ein zufalliger Nebenumstand angesehen werden. Ein
sehr wesentlicher Unterschied besteht aber darin, dass in der form.
Turon. nicht das Eigentumsrecht an der area übertragen wird, wie
das bei Marculf der Fall ist. Der Verkäufer giebt nicht „area iuris
mei infra muros civitatis illius", sondern es folgt auf die oben ange-
führten Worte „casa" bis „burgum illum", „in ratione illius", und das
Becht des Eigentümers der area wird durch die an den Schluss der
Formel gesetzte Klausel „scüvo iu/re ipsius terrae" vorbehalten. Dem
Verkäufer gehörte also nur das Haus, nicht aber zugleich der Boden;
auf letzteren besass er nur ein dingliches Becht, das er jedoch ver-
388 G. Caro.
äussern konnte, und das sein Standesverhältnis nicht beeinflusste.
Als Käufer erscheint ein (yir) magnificus.
Das freie Erbleiherecht, nach dem die area vergabt gewesen sein muss,
ist von Brunner (Forsch, z. Gesch. d. deutschen und franz. Rechts S. 661 ff.)
als Erbpacht bezeichnet und auf römischen Ursprung zurückgeführt worden.
Es findet sich noch in einer der formulae Turonenses (nro. 8) und
mehrfach in den formulae Andecavenses (M. G. Form. S. 4 ff.) in An-
wendung auf ländliche Grundstücke. Als Eigentümer des Bodens
erscheinen geistliche oder weltliche Grundherren; dass der Pächter
einen Zins entrichtete, ist höchst wahrscheinlich (Brunner S. 662, 664).
Demnach hat in der KarolLngerzeit ein auf städtische Grundstücke
bezügliches freies Leiherecht bestanden, das aber freilich seiner Geltung
nach lokal beschränkt gewesen sein könnte. Rechtsformen römischen
Ursprungs, die an der Loire üblich waren, brauchen deswegen noch
nicht in deutschen Landen, am Rhein, Anwendung gefunden zu haben.
Immerhin bliebe beachtenswert, dass eine wesentliche Eigentümlich-
keit der städischen Leihe, die Trennung der Besitzrechte am Hause und
am Boden, eben doch schon in Form. Turon. nro. 42 erkennbar ist.
Das ius terrae erstreckt sich offenbar auf die area, nicht auf die casa;
nur der Boden ist geliehen, nicht das Haus. Auch bei der Formel
Marculf 1. 2 nro. 20 erscheint es auffällig, dass nicht mit der area
zugleich die casa verkauft wird, da doch das Grundstück in der Stadt
nur durch das auf ihm errichtete Gebäude wirtschaftliche Nutzbarkeit
erhält. Es ist kaum anzunehmen, dass Marculf die area als unbebaut
voraussetzte. Durch den betreffenden Kauf geht eben nur das Eigen-
tum am Boden in andere Hand über, das Rechtsverhältnis des Hauses
bleibt davon unberührt.
Urkunden der Karolingerzeit aus einer deutschen Stadt kennen
bereits eine Trennung der Besitzrechte an area und casa. Das
Kloster Fulda hat in Mainz mehrfach Grundstücke mit darauf
errichteten Gebäuden durch Kauf oder Tradition erworben (Dronke,
Cod. dipl. Fuld. nro. 18. 758, 43. 773, 90. 788); aber auch
Grundstücke ohne Haus sind an Fulda vergabt worden, sogar
mehrere gleichzeitig von demselben Tradenten (ibid. nro. 27. 765,
86. 788, IGO. 800). Ebenso wurde in Mainz an Kloster Lorsch
tradiert: area mit casa (Cod. Laur. nro. 1985, 1993) und area ohne
casa (ibid. nro. 1979, 1984). Es liegen endlich Verfügungen über
das Haus allein vor. Atacho tradierte an Lorsch „in Maguntia civi-
tate casam 1 et 9 mancipia" (ibid. nro. 1418). Ata vergabte an
Fulda „quicquid iure proprietatis mihi contingit in Mogontia civitate,
id est aedificium una cum casa (?)" und fünf Unfreie (Cod. dipl.
Fuld. nro. 210. 803). Verschiedenes Besitzrecht an Haus und Boden
Kleine Mitteilungen. 389
ergiebt sich ganz einwandsfrei aus der Urkunde ibid. nro. 478. 828.
Irmina tradiert an Fulda einen Weinberg „in terminis Avarinesheim"
und zusammen mit ihrem Sohne Theotfidd „partes nostras aedificii
huius, quod constructum est super illam ariolam s. Bonifatii, quam
in Maguntia civitate per beneficium Hrabani abbatis habemus". Der
Weinberg fällt sofort ans Kloster, das Haus erst nach dem Tode der
Tradenten, die es auf Lebenszeit als benefici\mi behalten.
Rietschel (1. c. S. 212) hat gerade für Mainz eine freie Erbleihe
aus dem Jahre 1056 nachgewiesen. In der Urkunde (Guden, Cod.
dipl. 1, 370, nro. 136) handelt es sich allerdings um landwirtschaft-
lich nutzbaren Boden, eine Wiese ausserhalb der Stadtmauern und ein
dabei liegendes s\mipfiges Stück Land. Der Empfänger erhält „ius
hereditarium" auf die Objekte; gegen jährliche Entrichtung des Zinses
gehen sie auf seine Nachkommen über. Schon im 9. Jahrhundert
waren Precarien sehr häufig, welche den Uebergang des geliehenen
Guts auf die gesamte Nachkonmienschaft des Tradenten zugestanden
(vgl. meine Studien zu den älteren S. Galler Urkunden, Jahrb. f.
Schweiz. Gesch. 26, 224 f.). Die vorhandenen Zeugnisse stehen also
mit der von Rietschel angenommenen Entwicklung der freien Erb-
leihe aus der Precarie in Einklang. Das ius hereditari\mi wird in
anderer Form beurkundet wie das Precariengeschäft, unterscheidet sich
aber seinem Inhalt nach nicht wesentlich von demselben.
Ln Lorscher Codex (M. G. SS. 21, 342 f. = Cod. Laur. 1, 5 nro. 2
und nro. 1976) findet sich ein Verzeichnis der dem Kloster in der
Stadt Mainz gehörigen aree, das nicht gerade aus der Karolingerzeit
stammen muss, weil es unter die Urkunden aus dieser Epoche gesetzt
ist, das jedoch gewiss vom Kompilator des Codex im 12. Jahrhundert
schon als sehr alt angesehen wurde. Die hier nach der Lage an
Strassen und Plätzen aufgezählten 45 aree waren sicher bebaut. Die
Besitzer der Häuser entrichteten den Zins, dessen Betrag jeweils an-
gegeben ist. Ln Hinblick auf die Fuldenser Urkunde von 828 liesse
sich wohl annehmen, dass die aree (erblich) zu beneficium vergabt
waren. Areal- und Precarienzins würden identisch sein. Die Precarie
hat sich überhaupt auf deutschem Boden sehr entwicklungsfähig ge-
zeigt. Auch Veräusserungen des Leiheguts durch den (erblichen)
Inhaber konnte in ihren Rahmen eingefügt werden (vgl. die Urkk.
bei Wartmann, U. B. S. Gallen B. 2 u. 3, nro. 710. 897, 759. 909,
780. 920, 810. 965). Das städtische Zinseigen und Zinslehen lassen
sich gleichmässig aus der Precarie ableiten. Lnmerhin bleibt die
Frage offen, ob wirklich zur Karolingerzeit in Mainz die Verleihung
von aree zu beneficium die ausschliesslich gebräuchliche war. Ich
möchte die Möglichkeit nicht ganz von der Hand weisen, dass in den
390 Eduard Heydenreich.
Römerstädten Deutschlands ein besonderes Leiherecht für Grundstücke
sich erhalten hat, welches später wegen seiner Eignung für städtische
Verhältnisse auf die neu gegründeten Städte übertragen wurde. Die
städtische Emphyteuse (Burg-, Weichbildrecht) und die Erbpacht der
Formel von Tours sehen doch einander sehr ähnlich.
Zürich. G. Caro.
Eine Urkunde fttr Fulda vom 30. August 834. Die ür
künde vom 30. August 834, durch welche Graf Gunthramm
dem Kloster Fulda Güter in villula Hova (Hof heim) schenkt*, ist in
zwei Ausfertigungen des ältesten Fuldaer Cartulars erhalten, welches
als eines der kostbarsten Archivalien Deutschlands im Königlich
Preussischen Staatsarchiv zu Marburg aufbewahrt wird.* Der Wort-
laut beider Ausfertigungen ist völlig verschieden, nur der Inhalt der
Schenkung ist der gleiche.' Die Neuausfertigung, welche in jenem
Fuldaer Cartular unter der Nummer 110 eingetragen ist, gewährt ein
besonderes diplomatisches Interesse, weil sie in Anschluss an das For-
mular der Königsurkunde gearbeitet ist. Dies wird schon durch die
Invokation erwiesen, welche mit der Ludwigs des Frommen identisch
ist.* Wie das Faksimile dieser Neuausfertigung zeigt, welches ich
meiner Schrift über jenes Fuldaer Cai-tular beigegeben habe, befinden
sich rechts unter der letzten Zeile hruodolfus indignus presbiter et
monachus* iussu domni habani [für hrabani] abbatis sui scripsit der
Urkunde tironische Noten. In der alten römischen Weise ist nur
das letzte Zeichen geschrieben. Es gehört zu den häufigsten
tironischen Noten und ist von Kopp^ und Schmitz® mit scripsit, von
Sickel' mit scripsi aufgelöst. Es ist femer ganz gewiss, dass ein
1 Schannat, Corp. trad. Fuld. No. 407. 412; Dronke, Corp. dipl.
Fuld. No. 487; Scriba, Regesten zur Landes- und Ortsgeschichte des
Grossherz. Hessen I, S. 14, No. 161; meine Schrift, „Das älteste Fuldaer
Cartnlar im Staatsarchiv zu Marburg*' 1899, S. 59.
* Herr Prof. Traube hat die Freundlichkeit gehabt, mir mitzuteüen,
dass das Fuldaer Cartular nicht das umfangreichste Denkmal angelsächsischer
Schrift auf deutschem Boden ist.
^ Vgl. meine Schrift ,,Das älteste Fuldaer Cartular im Staatsarchiv zu
Marburg*' 1899, S. .^0.
* Weiteres über das hier einschlagende Formelwesen in meiner
Schrift „Das älteste Fuldaer Cartular im Staatsarchiv zu Marburg** 1899,
S. 61, 52.
<* Kopp, Tachygr. vet. U. p. 329.
® Schmitz, Commentarii not. Tiron. VI, No. 97.
' Sickel, Kaiserurkunden in Abbildungen, Lieferung L Tafel 13,
Text S. 10.
Kleine Mitteilungen. 391
karolingischer Eigenname in tironischen Noten nur syllabatim ge-
schrieben werden konnte. Denn für die Fülle fränkischer Namen gab
es in dem überlieferten Schatz der Noten keine entsprechenden Wort-
bilder. Man setzte daher diese Namen aus den in einigen Kapiteln
der tironischen corpora vorkommenden Silbenbildem zusammen, die
ihrerseits auf alter Ueberlieferung oder auf einer eben für diesen
Zweck vorgenommenen Neuschöpfong und Interpolation beruhten. Nach
Traube sind die vier ersten Zeichen jener Eintragimg als El-ti-ri-
cus zu lesen. ^ In Pipers Ausgabe der Confratemitätsbücher begegnet
ein späterer Fuldaer Altirich. Dieser Name Alti-rich bleibt in den
oberdeutschen Dialekten, dem alemannischen und bayrischen, unum-
gelautet. Mit der Urkunde aber vom 30. August 834 sind wir auf
mitteldeutschem (rheinfränkischem?) Boden, — und hier wirkt die
Lautgruppe It nicht umlauthenmaend wie im Oberdeutschen; hier
haben wir im 9. Jahrhundert die Form Eltiricus, wie Herr Univ.-
Prof. Dr. Edward Schröder in Marburg die Güte gehabt hat mit-
zuteilen, durchaus zu erwarten. Bei Tatian und Otfried heisst latein.
„tenet" „er heltit", in bayrischer und alemannischer Quelle heisst es
„er haltit". Das ist die genaue Parallele. Jener Eltiricus war also
der, welcher die vom Schreiber Hruodolfus geschriebene Original-
urkunde in das Cartular eintrug.
Mühlhausen in Thüringen. Eduard Heydenreich.
' üeber jene Silbenstenographie vgl. Kopp, Palaeogr. erit. I, 1817;
Schmitz, Verhandlgn. der Wiener Philologenversammlg. , Leipzig 1880,
S. 63 und Beiträge zur latein. Sprach- und Litteraturkunde, Leipzig 1877,
S. 218; Wattenbach, Jahresber. der Geschichtswissenschaft X (2. Abtlg.),
290 und Xm (4. Abtlg.) 84, XV (4. Abtlg.) 77; Havet, Oeuvres 11 , Paris
1896; Cipolla in M^langes Julien Havet, Paris 1895, p. 87.
392
Kritiken.
Lübeck, Konrad, Reichseinteilung und kirchliche Hierarchie
des Orients bis zum Ausgange des 4. Jahrhunderts. Ein
Beitrag zur Rechts- und Verfassungsgeschichte der Kirche. Mün-
ster i. W. 1901. Heinrich Schöningh (239 S.). 5,60 M. (Kirchen-
geschichtliche Studien, herausgeg. von Knöpfler, Schrörs, Sdralek.
V4).
Die erst in neuerer Zeit in umfassender Weise geübte Verwer-
tung der Anschauungen, Sitten und Einrichtungen des griechisch-
römischen Altertums für das Verständnis der ersten Jahrhundert« des
Christentums und der Kirche ist ohne Zweifel in mancher Beziehung
gewinnreich gewesen und kann nicht entbehrt werden, hat aber auch
mehrfach eine so einseitige Anwendung erfahren, dass die geschicht-
liche Wirklichkeit dadurch nur verdunkelt wurde.
Der Verf. des vorliegenden Buches geht in der Frage der Ent-
stehung und schliesslichen Gestaltung der altkirchlichen Organisation
im Orient denselben Weg und zwar bis zum äussersten Piuikte. Diese
ganze Entwicklung sieht er von dem erfolgreichen Streben beherrscht,
den kirchlichen Organismus konform dem politischen zu gestalten.
Schon in apostolischer Zeit tritt diese Tendenz hervor. Die Apostel
„betrachteten instinktiv die Reichsverwaltung der Römer als das selbst-
verständliche Fundament für die kirchliche Organisation. Weltliche
Provinzen bildeten nämlich in ihren Augen auch ein kirchliches Ganzes,
weltliche Hauptstädte genossen nach ihrer Handlungsweise auch einen
kirchlichen Vorrang" (S. 12). Als Belege dafür sollen dienen die
Adressen des 1. Petrusbriefes und des Galaterbriefes, als ob e^ sich
hier um etwas anderes handeln könnte als um eine allgemeine be-
queme Ausdrucksweise, die sich die Aufzählung einzelner Ortsnamen
spart! Ja es soll damals, also im 1. Jahrhimdert, schon das Institut
der Oberbischöfe bestanden haben. Es ist aber nicht angängig, mit
dem Verf. Titus als Oberbischof von Kreta zu bezeichnen, er ist viel-
mehr nur ein von Paulus delegierter Apostel, der vorübergehend auf
der Insel bestimmte Funktionen in Vertretung des Paulus auszuüben
beauftragt ist. Wenn femer Philippus als „Oberbischof der Provinz
Phiygien" aufgeführt wird, so kennt ihn in dieser Eigenschaft keine
Kritiken. 393
ältere Quelle, auch nicht Eusebius, auf den sich Lübeck beruft. Mit
derselben Willkür wird dann Kolossä sofort als untergeordnetes Bis-
tum und Epaphras als subordinierter Bischof angeschlossen, während
Kol. 4, 13 dieser Epaphras im Gegenteil als einer gerühmt wird, der
um die Gemeinden von Hierapolis (dem angeblichen Sitze des Ober-
bischofs von Phrygien!) und Laodicea sich verdient gemacht habe, so
dass Theodor Zahn in ihm wahrscheinlich nicht mit Unrecht den Mis-
sionar jenes Gebietes sieht. Sogar die „Residenz des Oberbischofs"
soll sich nach dem Verf. aus der hl. Schrift erschliessen lassen. Dort-
hin nämlich „hauptsächlich" richteten die Apostel ihre Schriften; so
schreibe Paulus an die Gemeinden in Hom, Korinth, Thessalonich, d. h.
an Metropolen. Aber Paulus schrieb auch nach Philippi und Kolossä,
die keine Metropolen waren, und wieviele in demselben Kreise liegende
Briefe mögen verloren gegangen sein. Dieser in keiner Weise zu be-
gründenden Hypothese stehen andererseits grundsätzliche Schwierig-
keiten entgegen: der eschatologische Charakter der apostolischen Ge-
meinden, der den Gedanken an eine feste, praktische Ansiedelung in
der Welt nicht aufkommen liess, und die geringere oder grössere reli-
giöse Spannung zu dieser Welt. Der ganze Unterbau bricht vor der
geschichtlichen Betrachtung rettungslos zusammen.
Das gilt nicht minder von einer ergänzenden, noch kühneren Kon-
struktion. Gegenüber der hierarchischen, planmässigen Organisation
des Kaiserkultus durch das ganze Reich hindurch soll die Kirche be-
wusst und unbewusst ihre Verfassung an den Centren des Kaiserkultus
verstärkt und damit ihre eigene Zentralisation gefördert haben. So
brachte Paulus, der in Ephesus die Bedeutung dieses Kultus kennen
gelernt hatte, hier den Timotheus als Oberbischof der Provinz Asia
unter. Auch die sieben Gemeinden, an welche die Sendschreiben der
Apokalypse ergehen, sind als besondere Stätten des Kaiserkultus aus-
gewählt. In Anlehnung an die politische und die religiöse Organisation
des Staates konnte dann die kirchliche Verfassung eine so musterhafte
Ausprägung gewinnen, dass Maximus Daja umgekehrt den Kaiserkultus
nach dem Vorbilde der Hierarchie neugestaltete, um ihn wirkungs-
fähiger zu machen, ein glänzendes Zeugnis „für die Trefflichkeit und
Brauchbarkeit der christlichen Organisation". Die Folge davon war
nun nicht etwa, dass das Christentum diese Organisation „aus Aerger
und Ingrimm verliess", sondern „dass es sich nunmehr nur noch enger
und rascher an die Institutionen des neuorganisierten Reiches anschloss".
Das alles wird uns zu glauben zugemutet. Richtig ist, dass, wie Zahn
vor Jahren in einem Vortrage ausgeführt hat, das Christent\mi der
ersten Jahrhunderte ein vorwaltend grossstädtisches, besser städtisches
Gepräge hat. Das beruht aber nicht auf umfassenden Verfassungs-
394 Kritiken.
planen, sondern folgt aus den Verkehrswegen, auf denen die Mission
naturgemäss ging.
Eine grosse Bedeutung wird in dieser Frage mit Recht dem
Konzil von Nicäa (325) beigelegt. Da für den Verf. die Konformitftt
politischer und kirchlicher Organisation schon vorher feststand, so sind
ihm für die Interpretation die Wege vorgezeichnet. Kan. 4, der die
Bestätigung der Bischofs wähl dem Metropoliten übertragt, stellt för
Lübeck nur schon Bestehendes fest. Zweifellos ist aber Sohm im
Recht, welcher darin die Verleihung einer neuen Gerechtsame findet,
wenigstens in der Verallgemeinerung. Es beruht überhaupt auf einem
grossen Missverständnisse der Kanones, wenn man ihnen jede neu-
ordnende Tendenz abstreitet (ygh z. B. Kan. 5. 8. 17. 19. 20). Die
Unterschriften des Konzils von Nicäa werden scharfsinnig für die Be-
gründung der Hypothese verwertet, aber sie leisten thatsächlich nicht,
was sie leisten sollen, auch wenn die Diskreditierung des Veroneser
Pro vinzial Verzeichnisses v. J. 297 gerechtfertigt wäre. Auch muss
der Verf. selbst in Nordafrika und Spanien Ausnahmen zugeben; er
hätte auch Italien hinzufügen können. Der Satz, „dass thatsftchlich
allseitige und ausnahmslose Identität zwischen kirchlichen und weit*
liehen Eparchien zur Zeit der nicäischen Synode herrschte und jeder
weltlichen Provinz eine hierarchische entsprach" (S. 91), ist nicht be-
wiesen. Gleichheiten und Ungleichheiten liegen offensichtlich noch
durcheinander; erst eine spätere Entwicklung hat, und zwar wesentlich
unter staatlichem Drucke, die Konformität durchgefEQirt. Denn es lag
im Interesse des Staates, den kirchlichen Organismus in seinen eigenen
Organismus hineinzuziehen. Es kann nicht zugegeben werden, dass
die Kirche unter dem tiefen Eindrucke der von ihr als vortrefflich
erkannten Reichseinteilung sich beeilt habe, „sich von jetzt an nur
noch enger an den Staat anzuschliessen und all dessen bewährte Or-
ganisationen auf ihr Gebiet herüberzunehmen" (S. 167). Wo war
denn der einheitliche Wille, der diese grossen, durch verschiedene
Interessen geschiedenen, ja oft in Gegensatz stehenden Gebiete zu-
sammenschliessen konnte? Wir hören nirgends von festen allgemeinen
Abmachungen, sondern nur von kleinen Korrekturen.
Konsequent muss der Verf. zu einer Auffassung des vielgedeuteten
6. Kanons der Synode von Nicäa gelangen, die mir nicht minder un-
annehmbar scheint. Darin soll die Obermetropolitangewalt im Sinne
des späteren Patriarchats bereits vorausgesetzt sein. Ohne Zweifel
handelt es sich hier um eine höhere Machtstellung einzelner Metro-
politen, aber diese auf die Linie des ausgebildeten Patriarchats zu
erheben, ist auch den grössten Anstrengungen des Verf. nicht ge-
lungen. Zu diesem Punkte ist die Entwicklung erst gegen Ausgang
Kritiken. 395
des 4. Jahrhunderts gelangt. Dafür ist das Konzil von Konstantinopel
(381), sei es bestätigend, sei es anordnend, bedeutsam gewesen.
Richtig ist, wenn Lübke betont, dass bei der Ordnung des Stuhles
von Konstantinopel auf dem zweiten ökumenischen Konzil auch der
Gegensatz gegen das übermächtig gewordene Alexandrien mitgewirkt
hat, aber es ist wiederum eine Uebertreibung, wenn dies als der
Hauptzweck angegeben wird. Dass „Neu-Rom", die kaiserliche Haupt-
stadt, aus sich heraus einen Obermetropoliten fordern musste, war
selbstverständlich.
Der Grundfehler der Vorstellungen imd Ausführungen des Verf.
liegt m. E. hauptsächlich darin, dass er die Dinge vorwiegend von
aussen betrachtet und dabei übersieht, dass auch die Verfassungsformen
durch religiöse und kir^'.hliche Stinmiungen bedingt sind. Die Organi-
sation wird zu sehr losgelöst von der Gemeinschaft angeschaut, welche
sie sich geschaffen hat. Diese Abstraktion von der geschichtlichen
Wirklichkeit tritt am schärfsten in der Beurteilung der apostolischen
Zeit hervor und ist daher gerade hier von verhängnisvoller Wirkung.
Aber es würde unbillig sein, nur den Widerspruch hervortreten zu
lassen. Man kann aus dem fleissigen, mit grosser Hingabe an den
Gegenstand gearbeiteten Buche viel lernen; es zeigt nicht nur über-
sehene Probleme an, sondern erreicht auch f[ir die nachnicanische Zeit
in manchen Einzelheiten eine wirkliche Förderung unseres Wissens.
In den Schlussabschnitten gelingt es dem Verf. auch, sich aus dem
Schema mehr zu befreien und eine lebendige Auffassimg der Geschichte
wirken zu lassen. Es muss auch anerkannt werden, dass das Impri-
matur auf dem Titelblatte in dem Buche sich nicht geltend macht,
obwohl Rom mit einer gewissen Vorsicht behandelt wird. Für die in
Aussicht gestellte Fortsetzung möchte ich den Wunsch aussprechen,
dass die Belastung mit Litteratur in einem verständigeren Masse ge-
halten werde; der Verf. schleppt zu viel Nutzloses mit.
Greifswald. Victor Schnitze.
8. Hellmann, Die Grafen von Savoyen und das Reich bis zum Ende
der Staufischen Periode. Innsbruck, Wagner, 1900. 227 S. 5 JL,
Mehr als der Titel vermuten lässt, eine Geschichte der ersten
Grafen von Savoyen bietet die vorliegende Arbeit. Nur wenn auch
das Werden des savojischen Staates und die Entwickelung der all-
gemeinen politischen Lage, Faktoren, die durchweg die Beziehungen
der Grafen zum Reich bestimmt haben, berücksichtigt wurden, liess
sich die Aufgabe, welche das Thema sich stellt, lösen. Soweit er-
forderlich, werden zugleich die inneren Verhältnisse des Territoriums,
die nicht ohne Einfluss waren, herangezogen. So deckt sich der In-
Hiitor. Vierteljahnchrifl. 190S. S. 28
396 Kritiken.
halt dieses Buches vielfach mit den „Studi Storici snl Contado di
Savoia" von de Gerbaix Sonnaz, zu deren Resultaten der Verf. viel-
leicht häufiger, als es geschehen, hätte Stellung nehmen sollen. Be-
dauerlich aber ist, dass er sich mit der gleichzeitig erschienenen
Arbeit von F. Labruzzi: La Monarchia di Savoia dalle origini all'
anno 1103, nicht mehr hat auseinandersetzen können. Labmzzi ent-
wickelt über die Entstehung Savoyens mit Scharfsinn und Geschick
neue Ansichten und vindiziert den Grafen eine italienische Herkunft,
während Hellmann den Ausgangspunkt ihrer Macht in die burgnn-
dische Maurienne verlegt.
Am Ende des 11. Jahrhunderts besassen die Grafen ein ge-
schlossenes Gebiet, dessen Rücken der Alpengrat vom Mont Cenis bis
zum Grossen Bernhard bildete, und das nördlich in das Bugej und
Chablais, südlich in die Thäler von Aosta und Susa auslief. Fest im
Sattel der Alpen sitzend, durch das Erstgeburtsrecht fortan den Be-
stand des Territoriums und die Einheit der Unternehmungen sichernd,
sind sie mm bestrebt, ihr Land nach Nord und Süd zu erweitem.
Insbesondere lockte sie die piemontesische Ebene, zunächst Turin, einst
der Stanunsitz der Arduinenser, deren Hinterlassenschaft die Savojer
beanspruchten, jetzt aber eine selbständige Kommune, die im Bunde
mit den geborenen Feinden der Grafen, dem kleinen Adel der (regend,
dem Lombardenbund und dem Dauphin von Vienne hartnäckig ihre
Unabhängigkeit verteidigte. Dagegen unterhielten die Savoyer tradi-
tionelle Beziehungen zu den Herren von Montferrat und wnssten je
nach der augenblicklichen Lage noch andere Bundesgenossen hinzn-
zuwerben; am bedeutsamsten war ihre 1224 mit Asti und 1225 mit
Genua geschlossene mächtige Koalition, deren sich übrigens Turin er-
wehrt hat. — Da der Wunsch nach Gebietserweiterung ihrer Politik
Ziel und Richtung wies, so war das Verhältnis, in welchem sie zum
Reich standen, nicht ein für allemal gegeben, sondern variierte. Trotz
ihres formell zu Recht bestehenden Lehnsverhältnisses waren sie doch dem
Reiche meistens feind, da, gestützt auf die kleinen Lehensleute und
die savoyischen Bischöfe, das Streben der deutschen Könige dahin
ging, in der oberen Poebene das Reichsgebiet zu erweitem, die Alpen-
pässe zu gewinnen und überhaupt die Macht der Grafen zu brechen.
Nur selten führte eine dem Könige anderwärts drohende Gefahr oder
der gemeinsame Gegensatz zum Lombardenbunde die beiden Gegner
zusammen, wie dies 1226 und die folgenden Jahre der Fall war, wo
Thomas I. sogar das oberitalische Generallegatenamt, allerdings mehr
zu seinem, als des Reiches Vorteil, versah.
Die nach dem Tode Thomas' I. (1233) zum erstenmale wieder
vorgenommene Teilung des Gebietes ermöglichte den Savoyem, mit
Kritiken. 397
grösserer Beweglichk^t und an mehreren Punkten zugleich vor-
zugehen, ohne dass, bei dem stark ausgeprägten Familiensinne des
Hauses und der Oberlehnshwrschaft, die der Erstgeborene sich wahrte^
die Einheit der Leitung gelitten hätte. Das burgundische Gebiet und
die Thäler von Susa und Aosta behielt der Aelteste der Bruder
Amadeus lY.; über die übrigen Teile des italienischen Besitzes gebot
Thomas; den Nordabhang der Alpen aber empfing Aimo imd* nach
seinem Tode Peter, der, mit Agnes von Faucigny vermählt, die ganze
Schweiz zu erobern suchte. Sehr energisch griffen sie in die Welt-
politik ein; sie thaten dies, nicht, um einer der Grossmächte in die
Hände zu arbeiten, sondern weil sie einsahen, dass sie so ihrem
eigenen Interesse am besten dienten. Sie sind die vielgewandten
Herren eines dominierenden Grenzlandes, die zu allen Höfen Be-
ziehungen haben, geschickte Diplomaten, die es verstehen, durch ihre
Persönlichkeit zu wirken, berechnende Realpolitiker, die skrupellos
von der einen zur anderen Seite überschwenken, manchmal sogar
sich teilen und verschiedenen Parteien angehören, doch auch da noch
einträchtigen Sinnes, nie das gemeinsame Ziel, die Erweiterung ihres
Territoriums und die Macht ihrer Dynastie, aus dem Auge verlierend.
Zunächst stand das savojische Haus zum Reich, bis die Herr-
schaftsgelüste Friedrichs H. in Piemont und das geringe Wohlwollen,
das er Thomas' flandrischen Plänen entgegenbrachte, zum Bruche
führten. Als dann Friedrich daran dachte, zum Konzil nach Lyon zu
ziehen, und daher die westlichen Alpenpässe sich sichern wollte, ge-
wann er den Amadeus durch lockende Heiratsaussichten und den
Thomas durch freigebige Belehnungen und Uebertragung des Vikariats
von Pavia aufwärts. Nach des Kaisers Tode fiel es den beiden
leicht, sich wieder mit der Kurie auszusöhnen, weil ihr Bruder Peter
aus Rücksicht auf seinen Schwiegervater treu dem Papste anhing,
und zwei weitere Brüder, Philipp imd Bonifaz, Erzbischöfe von Lyon
und von Canterbury waren. Während sie mit Kaiser und Papst
Verbindungen knüpften und lösten, unterhielten sie zugleich nicht
minder rege imd wechselvolle Beziehungen zu den Grafen der Pro-
vence sowie den Königen von England und von Frankreich, ihren
Verwandten. Am englischen Hofe spielten die Grafen eine grosse
Rolle und beteiligten sich, Amadeus sogar als Vassall des Königs an
den gegen Frankreich gerichteten Unternehmungen, wie dies bereits
im verflossenen Jahrhundert ihr Vorfahre Humbert HI. gethan hatte.
Als in den fünfziger Jahren Thomas mit verstärkter Energie, aber
entschiedenem Misserfolg einen Krieg gegen Turin imd Asti begann,
da wurde die drohende Niederlage nur durch den Papst und noch
mehr durch die Könige von England imd Frankreich abgewendet,
28*
398 Kritiken.
welche reiche Subsidien gewährten und die in ihren Ländern an-
gelegten Kapitalien der Astigianer beschlagnahmten. Endlich er-
reichte die savojische Politik ihr in jahrhundertelangem Ringen tradi-
tionell gewordenes Ziel: im Jahre 1280 fiel Turin, das in dem all-
mählich ringsum sich schliessenden Gebiete der Grafen wie in einer
Falle sass. Damit war die feste Stellung am Ostabhange der Alpen
gewonnen. — Nachdem A. Schulte in überzeugender Weise dargelegt
hat, dass die Bodenbildung und die wirtschaftlichen Verhältnisse auf
die Entstehung der Schweiz einen hervorragenden Einfloss hatten,
war es hinwiederum interessant zu sehen, in welchem Masse an der
Schöpfung des westlich angrenzenden Passstaates die politischen
Momente mitgewirkt haben. F. Kiener.
Georg Caro, Genua und die Mächte am Mittelmeer 1257
bis 1311. Ein Beitrag zur Geschichte des XITT. Jahrhunderts.
Bd. n. Halle a. d. S., Niemeyer, 1899. XI und 471 S.
Soviel ich sehe, ist der Verf. von der Kritik durch schnelle Be-
sprechung des vorliegenden Werkes nicht eben verwöhnt worden.
Auch diese Anzeige kommt verspätet. Einen Teil der Schuld daran
trägt vielleicht das Buch selbst, denn nicht immer verfügt man über
das Mass von Geduld und geistiger Frische, das zu seiner Lesung er-
forderlich ist. Das darf nicht ungerecht machen gegen seine Vor-
züge, denn es bleibt immer eine tüchtige imd achtungswerte Leistung.
Der zweite Band, den ich hier allein anzuzeigen habe, führt uns in
die Zeit der höchsten Blüte genuesischer Macht um die Wende des
14. Jahrhunderts. Durch die Ueberlegenheit seiner Flotte und den
Bund mit den tuszischen Gegnern Pisas demütigte Genua seine Rivalin
im Westen. Es ist ein Ringen voll dramatischer Momente; freilich
heftet sich das rein menschliche Interesse dank Dantes Göttlicher
Komödie vorwiegend an zwei Persönlichkeiten in dem feindlichen pisa-
nischen Lager, an den Grafen ügolino, dessen Politik hier in neuer
Beleuchtung erscheint^ und an den Grafen Guido von Montefeltro, der
Pisa noch einmal vor dem gänzlichen Untergang rettet. Noch ehe
diese Kämpfe ihren Abschluss erreicht haben, gerät Genua mit der
gefährlicheren östlichen Rivalin, mit Venedig, in kriegerischen Kon-
flikt. Noch einmal entfaltet es seine ganze imposante Seemacht, ver-
nichtet die feindliche Flotte und erringt einen ehrenvollen Frieden.
Immerhin entspricht das Ergebnis beider Feldzüge nicht ganz den
kriegerischen Erfolgen. Durch die innere Parteizerklüftung wird
immer stärker auch die äussere Politik beeinflusst. Innerhalb der leitenden
ghibellinischen Partei beginnt bereits die Spaltung. Seit dem Beginn
des neuen Jahrhunderts treten diese inneren Gegensätze inouner be-
Kritiken. 399
herrschender hervor. Ein friedlicher Ausgleich ist nicht abzusehen,
und doch hat die Stadt Ruhe dringend nötig. So wächst das Be-
dürfnis nach einem monarchischen Regiment. Noch scheitert der Ver-
such eines einheimischen Adligen, des Opicinus Spinula, sich, auf den
Popolo gestützt, zur Herrschaft über Genua emporzuschwingen. Da
man aber eines Gegengewichtes gegen die Parteiungen bedarf, so be-
ginnen von jetzt ab die Uebertragungen der Signorie an fremde
Herrscher, zuerst 1311 an König Heinrich Vll. Damit begiebt sich
die Stadt zum erstenmale ihrer politischen Unabhängigkeit und mit
diesem Moment bricht der Verf. seine Darstellung ab.
Die Einteilung in drei Abschnitte ergiebt sich durch den Stoff
von selbst, um diese Hauptereignisse aber gruppiert sich ein reicher
Kranz von Unternehmungen und Beziehungen von sekundärer Be-
deutung, lun nur die bemerkenswertesten hervorzuheben: die Haltung
der Genuesen in den aragonesisch-sizilianisch-neapolitanischen Kämpfen
die nicht uninteressante Einmischung des Papstes Bonifazius Vlll. in
die genuesischen Parteiverhältnisse, der Anteil Genuas an den Ereig-
nissen , die zum Verlust der letzten christlichen Besitzungen im
heiligen Lande führten, seine Beziehungen zu dem griechischen Kaiser
Andronikus und der katalanischen Kompagnie, sein Gegensatz zu dem
Markgrafen Wilhelm von Montferrat und sein Eingreifen in die Erb-
folge nach dessen Tode, üeber diese und andere Dinge verdankt
man dem Verf. vielfältige imd zuverlässige Belehrung, imd der Ge-
schichtsforscher des 13. Jahrhunderts, wo er die Mittelmeerpolitik
Genuas streift, wird um so lieber und muss um so notwendiger zu
dem Buche Caros greifen, als ein reiches ungedrucktes Material aus
den Archiven und Bibliotheken Genuas, das in den Beilagen kurz
verzeichnet wird, verarbeitet ist, für dessen sorgsame Benutzung dem
Verf. besonderer Dank gebührt. Ein gutes Orts- und Personen-
verzeichnis hebt den Wert des Buches als eines Nachschlagewerkes.
In diesem letzten Worte ist die Stärke, aber auch die Schwäche
der Arbeit angedeutet: ein lesbares Buch ist nicht entstanden. Ver-
schuldet haben das vor allem die folgenden Mängel: Es kann doch
als sehr fraglich erscheinen, ob Grundsätze, deren Anwendung auf die
Jahrbücher der deutschen Geschichte man zur Not dulden mag, auch
für einen Stoff wie den vorliegenden angebracht sind. Nach ihnen
aber ist hier verfahren. Streng chronologisch, mit der ganzen bunten
Mannigfaltigkeit des wirklichen Geschehens werden uns die Ereignisse
vorgeführt. Es fehlt an jeder feineren künstlerischen Komposition, die
historischen Zusammenhänge sind unnötig zerrissen. So erfahren wir
z. B. von den gewiss nicht unwichtigen Beziehungen Genuas zu Mont-
ferrat auf S. 117 ff., 134 ff., 158 und 348 ff. Mühsam muss man
400 Kritiken.
sich die fortlaufende Entwickelung klar machen. — Sodann fehlt es
an einer klaren Scheidung zwischen Bedeutendem und Nebensäch-
lichem. Je massenhafter von Jahr zu Jahr die historische Produktion
wird, um so dringender muss die Kritik von jedem ernsthaften Gre-
schichtschreiber verlangen, dass er sein Werk nicht mit überflüssigem
Ballast beschwert. Das vorliegende Buch hätte nur gewonnen, wenn
es etwa um die Hälfte seines Umfanges gekürzt wäre. Mochten anch
den gleichzeitigen genuesischen Chronisten die geringfügigsten kriege-
rischen Vorfälle der Aufzeichnung würdig erscheinen, so haben sie
darum doch für uns kaum noch Interesse, ebensowenig, wie etwa die
wechselnden Kleinkämpfe des jüngsten Burenkrieges für unsere Nach-
kommen nach sechs Jahrhimderten. Und wenn wir ans einer zn-
fällig erhaltenen Urkunde über irgendwelche bedeutungslosen Ueber-
griffe und Repressalien Näheres erfahren, so mag man ja ein Begest
davon veröffentlichen, da die Vorgänge in anderem Zusammenhange
oder auf Grund neuer Funde möglicherweise einmal eine vorher nicht
zu übersehende Bedeutung gewinnen könnten; aber die Darstellung
der politischen Geschichte sollte man nicht damit belasten. Gkm
stinmit der Leser dem Verf. zu, wenn er S. 30 über Strei&üge der
Korsaren urteUt: „So mannigfach die Ereignisse sein mögen, im
Ganzen ist das Bild von entsetzlicher Eintönigkeit'', aber unwillkür-
lich bezieht man dies Urteil auf die vorliegende Erzählung der kriege-
rischen Ereignisse selbst, in der die Hauptzüge allzusehr durch un-
bedeutenden Kleinkram verwischt sind. Eher erträgt man das Detail
bei der Schilderung der Verfassungskämpfe im letzten Abschnitte des
Buches, weil hier auch unwichtigere Einzelheiten im Hinblick auf
ähnliche städtische Ent Wickelungen allgemeinere Bedeutung gewinnen.
Nur sind solche Parallelen allzu selten gezogen, die Darstellung
erweckt dadurch zu sehr den Eindruck des Zufälligen und bleibt ge-
legentlich wohl auch an der Oberfläche.
Allenthalben in Oberitalien drängt die Entwickelung seit dem
Sturze des Imperiums mit unerbittlicher Notwendigkeit zur Signorie.
Eine Annäherung an dies Ziel darf man nicht vom rein republika-
nischen Standpunkt aus schlechthin als einen Verfall bezeichnen, auch
für Genua nicht, wenn auch ein aristokratisches Regiment für eine
grosse Handelsstadt in der Regel die wünschenswerteste Herrschafts-
form darstellen mag. Dass Genua in der That seit dem Beginn des
14. Jahrhunderts mehr und mehr an Bedeutung hinter Venedig zu-
rücktritt, liegt gewiss in erster Linie an handelspolitischen Wand-
lungen, so z. B., worauf Sieveking hinweist, an dem Rückgang der
Beziehungen zu Frankreich infolge des Verfalls der Gbampagner-
messen und der Zerstörungen im englisch-französischen Kriege,
Kritiken. 401
während gleichzeitig die süddeutschen Stftdte emporkommen und ihrer
Lage nach naturgemäss meist Venedig bevorzugen.
Im Hinblick aber auf die sich widerstreitenden Interessen der
inneren Parteien und die politische Gestaltung des Hinterlandes war
Genua um das Jahr 1300 nur vor die Frage gestellt, ob es wie die
meisten östlichen Städte Oberitaliens auf der Grundlage der Demo-
kratie eine einheimische Tyrannis entwickeln würde, der es gelingen
mochte, die Stadt auch nach der Landseite hin zu sichern, oder ob
es nach dem Vorgang der westlichen Städte sich bei leidlicher
Wahrung der kommunalen Freiheit der wesentlich militärischen Ober-
herrschaft eines fremden Machthabers anheimgeben würde. Das erste
Ziel wurde offenbar von Opicinus Spinula ins Auge gefasst, und
selbst wenn in der That „persönlicher Ehrgeiz imd Machtbegier^^ seine
leitenden Motive waren, so wird man doch fragen dürfen, ob sein
Streben, Montferrat unter seinen Einfluss zu bringen und in Genua
die Alleinherrschaft zu erlangen, wirklich ganz und gar gegen das
Interesse seiner Vaterstadt lief, oder ob nicht ein Gelingen seines
Planes Genua die andere Alternative, die Fremdherrschaft, erspart hätte.
Dass diese schon mit der üebertragung der Signorie an Heinrich VIL
einsetzt, kann man eigentlich nicht sagen, und über die Opportunität
eines Einschnittes an dieser Stelle lässt sich streiten; sie ist mehr ein
reaktionärer Versuch, die alten Rechte des Imperiums herzustellen,
tmd bleibt eine kurze, romantische Episode; aber sie lässt allerdings
das Bedürfnis nach einer dauernden Oberherrschaft über die Stadt
klar hervortreten, und wenn der Verf. aus praktischen Gründen dies
Ereignis als Abschluss seines Werkes gewählt hat, so möchte ich dar-
über nicht mit ihm rechten.
Falls er aber die Absicht haben sollte, die Geschichte Genuas
über diesen Zeitpunkt hinaus auch femer zum Gegenstand seiner
Studien zu machen, so wird man ihm den Wunsch aussprechen
dürfen, er möge von der einseitig politischen Behandlung, die er sich
bisher zur Aufgabe gestellt hat, abgehen. Soweit sind wir nachgerade
doch alle von der Bedeutung wirtschaftlicher und sozialer Vorgänge
für die Beurteilung der Politik überzeugt, dass ims die Geschichte
schon eines gewöhnlichen Staates, die diesen Dingen nicht gebührende
Beachtung schenkt, nicht voll befriedigen kann; um wieviel mehr die
einer Handelsstadt, bei deren politischen Massnahmen doch immer in
erster Linie gefragt werden muss: sind sie darauf berechnet, dem
wirtschaftlichen Interesse zu dienen? Die sozialen Zustände hat der
Verf. denn auch ursprünglich in den Kreis seiner Betrachtung ziehen
wollen, aber er hat den Plan vorläufig fallen gelassen, weil sich fttr
eine zusanmienfassende Behandlung ,^m Rahmen dieser Arbeit kein
402
Baum mehr^ bc't. Am liebsten wfiide mmn es sehen, wenn in eineai
etwiigen künftigen Werke nicht ein besonderer Platx dafÜbr reserriert,
sondern die gmnie pcliüsehe Auf£usnng, mehr als es sonst der Fall
war. davon dnrrhtrinkt würde. Wenn der Yerfl sich za einer
solchen Erweitening seiner Aufgabe entschlösse, so würde das Gesamt*
bild lebensToUer nnd fesselnder weiden, und er könnte sicher sein, der
rei:en Anteilnahme weiter Kreise zu begegnen, wihrend für die bisherige
Behandlungsweise die Zahl der Interessenten immerhin nur gering ist
Bonn. K. Hampe.
Lonis Stoair, Docteur en droit et Doctenr es lettres, Professeor
d*histoire a ITnirersite de Dijon, Les origines de rannexion
de la Haate-Alsace a la Bourgogne en 1469. Etüde snr
les terres engagees par rAatriche en Alsace depnis le 14® sieele,
specialement la seigneurie de Florimont. Paris, Ldbrairie do
Recaeil general des lois et des arrets. Larose, editenr, 1901.
— XXV, 111 und 197 Seiten.
Die vorliegende Arbeit behandelt die Vorgeschichte der von 1469
bis 1474 dauernden Vereinigung der habsbnrgischen Besitzungen im
Elsass mit dem Herzogtum Burgund. Indem der Verfasser dieses
vorübergehende Vordringen in das Rheinthal unter den Gesichtspunkt
des schon im Mittelalter wirksamen Strebens der kapetingischeo
Herrscher nach Ausbreitung ihrer Herrschaft im Osten stellt, zeigt er
einerseits, wie die dem genannten Hause entstammenden bm^gandischeD
Herzöge sofort nach Erwerbung der Freigrafschaft (1385) bestrebt
sind, im Oberelsass Fuss zu ÜEissen, andererseits, wie die Habsbnrger
durch ihren chronischen Geldmangel zu weitgebenden Verpfandungen
in den Gegenden zwischen Rhein, Jura und Vogesen gezwungen und
allmählich gegen ihren dortigen Besitz gleichgiltiger werden. Die
im Jahre 1393 geschlossene Ehe zwischen Leopold FV. dem Dicken
— Stouff nennt irrtümlicherweise Leopold le Süperbe — und Katha-
rina, der Tochter Philipps des Kühnen, verschaffte dem Hanse Bur-
gund Einlass im Elsass, indem diese zunächst fOr ihren znr Yormnnd-
schaftlichen Regienmg nach Oesterreich berufenen Gemahl die ober-
rheinischen Gebiete bis zu dessen Tode (1411) verwaltete, sodann in
den Genuss der fOr die Zahlung ihres Wittums verpfändeten Herrschaftien
eintrat, und indem schliesslich, da Katharina 1426 ohne Nachkommen
starb, das Haus Burgund ein Recht auf die Herrschaften erhielt, die für
die niemals ausgezahlte Morgengabe bis zu der voraussichtlich auch
nie erfolgenden Rückzahlung der Mitgift Katharinens verpfändet waren.
Das Ergebnis eines Jahrzehnte dauernden kleinen Krieges, die
imunterbrochene Beunruhigung dieser Besitzungen durch die Schweicer
Kritiken. 403
und die unverbesserliche Verschwendungssucht der österreichischen
Fürsten veranlasste endlich Erzherzog Sigismund im Vertrage von
St. Omer 1469 den ganzen vorderösterreichischen Besitz Karl dem
Kühnen von Burgund zu verpfänden und ihm sogar das Recht ein-
zuräumen, die zu diesem Gebiete gehörigen, von Oesterreich anderweit
verpfändeten Herrschaften einzulösen. Von diesem Rechte machte Karl
der Kühne sofort nach dem Vertrag in weitgehender und wohlüberleg-
ter Weise Gebrauch, was die durch die Einlösung geschädigten Pfand-
gläubiger in die Arme der Habsburger zurücktrieb und den schnellen
Sturz der burgundischen Herrschaft am Oberrhein herbeiführte.
Dies ist der grössere Rahmen, in dem Stouff auf Grund eines
reichen Aktenmaterials eine Darstellung der Zustände und Schicksale
der Herrschaft Florimont (Blumenberg) giebt, die den Kern seines
Buches ausmacht. Das kleine Territoriiun, dem der Verfasser, der
Liebe und Sorgfalt seiner Schilderung nach zu schliessen, durch die
Geburt angehört, liegt in den nordwestlichen Vorbergen des Schweizer
Jura und bildet, abgesehen von einer Ortschaft (Pfetterhausen), einen
Teil des von dem Departement Haut-Rhin nach 1871 bei Frankreich
verbliebenen Gebietes, des heutigen Territoire de Beifort. Es gehörte
ursprünglich zur Grafschaft Pfirt und kam mit dieser 1324 in die
Hände der Habsburger, die es 40 Jahre später verpfändeten imd
kaum jemals wieder in die Hand bekamen. Ausführlich und klar
werden die Verhältnisse der Herrschaft dargestellt, ihre Ausdehnung
genau umschrieben, die Gliederung der Bevölkerung angegeben, die
Rechte der Herzöge von Oesterreich in der Herrschaft aufgezählt und
deren Bedeutung festgestellt, sodann vor allem die Natur des Pfand-
Schaftsverhältnisses, wie es insonderheit von etwa 1390 bis 1457
\mter den Grafen von Thierstein, deren Name augenblicklich wegen
ihrer Beziehungen zur Hochkönigsburg viel genannt wird, bestand,
mit allen sich daraus ergebenden Konsequenzen scharfsinnig und ge-
wandt erörtert
Im Anhang sind auf 162 Seiten 64 Urkunden aus den Archiven
zu Paris, Kolmar, Dijon, Besan9on, Florimont u. s. w. abgedruckt,
diejenigen in deutscher Sprache im ganzen korrekter, als es sonst in
französischen Werken üblich ist. Das Register ist leider imübersichtlich
imd in der Erklärung der Ortsnamen oft unvollständig und ungenau.
Abgesehen von diesem Mangel ist in der geschmackvoll und durch-
sichtig geschriebenen Arbeit der Zweck, an einem Beispiel die Be-
deutung und den Charakter einer der wichtigsten Institutionen des
späteren Mittelalters — ,4e triomphe de la feodalit^" nennt sie der
Verfasser — darzulegen, vollkommen erreicht.
Strassburg. E. v. Borries.
404 Kritiken.
Hessische Landtagsakten Bd. I (1508—1521) hrsg. von Hans
Glagau (Veröffentlichungen der histor. Kommission für Hessea
und Waldeck). Marburg 1901, Elwerts Verlag. (XV, 593 S.) 14 M.
Wie in anderen deutschen Staaten, so hat sich vor wenigen
Jahren auch fOr Hessen und Waldeck eine historische Kommission
gebildet, welche den Zweck verfolgt, Quellen und Darstellnngen der
Geschichte beider L&nder in einer den Forderungen der WissenBchaft
entsprechenden Weise herauszugeben. Der Bericht, welcher al^jahi^
lieh erstattet zu werden pflegt, weist eine stattliche Fülle von wissen-
schaftlichen Unternehmungen auf, welche bereits in Angriff genommen
sind oder der Inangriffnahme harren. Irren wir nicht, so ist der
vorliegende Band die erste Frucht dieser Bestrebungen, und fügen
wir gleich hinzu, eine reiche Frodit, zu deren Vollendung Kommission
und Herausgeber gleichmässig beglückwünscht werden können; denn
Glagau hat es in trefflicher Weise verstanden, die ihm gestellte Auf-
gabe zu lösen. Gewiss mit Recht hat er davon abgesehen, mit der
älteren Zeit zu beginnen, für welche, wie anderw&rts auch, ein nur
überaus spärlicher und unzusammenh&ngender Quellenstoff vorliegt;
diese Periode soll in darstellender Form in einem Einleitungsbande
später behandelt werden. Glagau setzt vielmehr da ein, wo nach
seiner Angabe eine zusammenhängende Reihe von Landtagsakten vor-
handen ist, und das ist die Zeit vom Ende der Regierung Landgraf
Wilhelms d. M. ab; das zweite Testament dieses Fürsten vom
29. Januar 1508, welches die Ursache der Irrungen and K&mpfe
der Folgezeit gewesen ist, bildet den gegebenen Ausgangspunkt. Es
ist ein charakteristischer und überaus interessanter Kampf, welcher
sich damals zwischen der Witwe des Landgrafen, Anna von Hessen,
einer mecklenburgischen Prinzessin, und den Ständen des Landes ab-
gespielt hat, wichtig auch insofern für die allgemeine Beichsgeschichte,
als die Wettiner beider Linien, Emestiner wie Albertiner, aufis tieftte
in denselben hineingezogen und verwickelt worden sind; andererseits
hat auch Kaiser Maximilian wiederholt in den Streit eingegriffen und
die Gelegenheit benutzt, diesem Hause, dessen Nebenbuhlerschaft er
fiirchteto, Schaden zuzufügen. Die unter den Wettinem herrschende
Zwietracht, welche bei diesem Kampf deutlich zu Tage trat, ist von
ganz erheblichem Gewichte für dessen Ausgang gewesen; mit infolge
derselben verloren die sächsischen Fürsten die Vormundschaft über
den jungen Philipp, allerdings konmit hinzu, dass speziell die
emestinische Politik sich als ungewöhnlich schwächlich und den
Gegnern keineswegs gewachsen zeigte. Der Kampf endete bekanntlich
mit dem Siege Annas, der „Frau Venus^\ wie sie am kaiserlichen
Hofe wohl genannt worden ist: es gelang der skrupellosen,
Kritiken. 405
«nergischen Frau, ihren Gegnern die Vormundschaft zu entwinden
und sich in der Herrschaft zu behaupten. Die Sickingische Fehde
bedeutete dann allerdings nochmals eine höchst gefährliche Krisis f[ir
Hessen, dennoch überdauerten die Landgräfin und ihr inzwischen für
mündig erklärter Sohn auch diesen schweren Sturm leidlich. — Für
diese ganze Zeit nun, also für die Jahre 1508 — 1521, hat Glagau
ein reichhaltiges und interessantes Material yerfassungsgeschichtlichen,
wie politischen Charakters zusammengebracht; abgesehen von zahl-
reichen, in den Noten angeführten Aktanstücken enthält der Band
über 230, zum Teil sehr umfangreiche Nnmmem, welche den
Archiven von Darmstadt, Dresden, Marburg, Schwerin, Weimar und
Wien entstammen. Dabei hat sich der Herausgeber noch Reserve
auferlegt, mancherlei (vgl. S. 124, Note 2) ist absichtlich unberück-
sichtigt geblieben. In zweckentsprechender Weise sind die Akten-
stücke in 13 grössere Gruppen gegliedert, deren jede mit einer Ein-
leitung versehen ist, welche den Sachverhalt in knapper Form dar-
bietet, natürlich berühren sich diese Partien aufs engste mit des-
selben Verfassers Schrift über Anna von Hessen, welche als Vorarbeit
im Jahre 1899 erschienen ist. Die dortigen Resultate Glagaus finden
durch die neue Publikation ihre Bestätigung; Anna von Hessen ist
thatsächlich als eine glückliche nnd kraftvolle Vorkämpferin landes-
herrlicher Macht zu betrachten. Die Wiedergabe der Texte ist, soweit
Ref. das kontrollieren konnte, zuverlässig, mit Sorgfalt wird ver-
merkt, wenn ein Aktenstück bereits anderweit gedruckt oder verwertet
ist, ein allerdings seltener Fall; denn Glagau befindet sich in der an-
genehmen Lage, so gut wie noch nicht benutztes Material veröffent-
lichen zu können. Bezüglich der undatierten Stücke verfährt der
Herausgeber mit Umsicht, man wird mit seinen Ansetzungen ein-
verstanden sein können. Weit sparsamer hätte in den Texten von
den Ausrufern Gebrauch gemacht werden müssen, sie finden sich in
schwerer Menge, vielfach oft recht überflüssigerweise; Ref. hat häufig
vergeblich zu ergründen gesucht, was es mit dem Anbringen eines
solchen für eine Bewandnis haben solle. Von besonders wichtigen
Stücken sei die kulturhistorisch hochinteressante, freilich sehr
tendenziöse Klageschrift Landgraf Wilhelms gegen seine Räte aus dem
Jahre 1508 (No. 2) hervorgehoben, femer die grosse Rede der Land-
gräfin-Witwe auf dem Landtage zu Felsberg 1514 (No. 65), „ein fein
berechnetes politisches Meisterstück^, wie sie mit Recht genannt
worden ist; übrigens hat sie auch schon Ronunel gekannt imd teil-
weise verwertet. Nicht minder bedeutsam ist No. 164; obgleich diese
Rede nach dem Vermerk des Kanzlers Feige schliesslich in Berka nicht
gehalten worden ist, so verdient sie doch ihre Aufnahme in die
406 Kritiken.
Publikation durch die Wichtigkeit ihres Inhalts vollauf. Endlich ent-
hält die im Anhange gegebene No. 227a ein nicht uninteressantes,
politisches Lied gegen die Landgräfin Anna und ihre Räte Balthasar
Schrautenbach und Hermann Riedesel aus dem Jahre 1519, das eine
willkommene Ergänzung zu den beiden in von Lilienkrons historischen
Volksliedern abgedruckten Stücken bildet, welche vom hessisdien
Kriege handeln. Dagegen hat Ref. ungern den Abdruck jenes wich-
tigen Vertrags yermisst, welcher am 24. März 1501 zwischen Ebrz-
bischof Hermann von Köln und den Wettinem über die Teilung der
Vormundschaft zu Nürnberg insgeheim geschlossen wurde. Obschon
derselbe allerdings ausserhalb des in diesem Bande behandelten Zeit-
raumes fällt, so steht er doch sachlich mit dem Inhalte in engem
Zusammenhange; im Hinblick auf seine Wichtigkeit und Neuheit
(vgl. Anna von Hessen S. 19) wäre ein wörtlicher Abdruck vielleicht
im Anhang angebracht gewesen. Zu sonstigen Ausstellungen hat Ref.
keine Veranlassung gefunden; ein gut und sorgsam gearbeitetes
Register beschliesst das Ganze, zahlreiche Stichproben ergaben seine
Zuverlässigkeit imd Genauigkeit.
Vergleicht man Glagaus Publikation mit dem, was sich über die
fragliche Zeit bei Rommel findet, auf den man in der Hauptsache bis-
her angewiesen war, so wird man gewahr, welch bedeutenden Fort-
schritt die vorliegende Arbeit bedeutet, und wie lebhafter Dank dem
Herausgeber fOr seine tüchtige und solide Leistung gebührt Hoffent-
lich reihen sich bald die weiteren Bände der Landtagsakten dieser
ersten schönen Probe an, gewiss werden sie noch manchen wertvollen
Beitrag zur hessischen Landes-, wie zur Reichsgeschichte bringen.
Weimar. Trefftz.
Michael Maria Babenlechner^ Der Bauernkrieg in Steier-
mark (1525). Eine historische Studie. IV und 56 S. Frei-
burg i. B. 1901. A. u. d. T.r Erläuterungen und Ergänzungen
zu Janssens Geschichte des deutschen Volkes. Herausgegeben von
Ludw. Pastor. H. 5.
Für die Geschichte des Bauernkrieges in Steiermark waren wir
bisher auf die in verschiedenen Zeitschriften gedruckten, übrigens
spärlichen Quellen angewiesen; eine Darstellung derselben besassen
wir nicht. Rabenlechner hat versucht, diese Lücke in der Litteratur
auszufüllen. Aber man kann nicht sagen, dass ihm das in dankens-
werter Weise geglückt ist.
Einmal lassen sich auf Grund jenes gedruckten Quellenmaterials
die zahlreichen Probleme, die die Forschung über den Bauernkrieg zu
Tage gefördert hat und noch zu Tage fördert, nicht lösen; um auch
Kritiken. 407
nur ganz geringen Ansprüchen zu genügen, hätte sich Rabenlechner
an die Hebung von gewiss noch vorhandenen archiyalischen Schätzen
machen und diese in die Darstellung verarbeiten müssen. Und so-
dann ist R. als ein, wie man nicht leugnen kann, sehr gelehriger
Schüler Janssens nicht der Mann, tiefer eindringende kritische Studien
über jene Bewegung anzustellen: alle Erscheinungen jener Epoche
sieht er in dem ultramontan-demokratisch gefärbten Dämmerlichte,
in dem natürlich nur gewisse Konturen sichtbar werden. Luther und
die Prädikanten wollten die Vernichtung der geistlichen Fürsten und
Herren in Deutschland und eine nötigenfalls auch gewaltsame Um-
gestaltung der bestehenden sozialen Verhältnisse — so lesen wir
unter anderem: es ist für B. selbstverständlich, als ob das noch nie-
mand geleugnet hätte, dass dem Landmanne infolge der aufreizenden
Predigt „mit wenigen Ausnahmen" die Umkehrung aller Ordnung und
die Vernichtung aller Herrschaft vorschwebte. Nur schade, dass
wieder Rabenlechner das nicht nachweisen kann!
Es sei mir gestattet, kurz die Bewegung in Steiermark so zu
schildern, wie sie mir erscheint; ich räume dabei ein, dass mir viel-
fach Analogieschlüsse aushelfen müssen, deren Richtigkeit erst archi-
valische Forschung ergeben kann.
Es kann keinem Zweifel unterliegen, dass die Bauemerhebung in
Steiermark nur im Zusammenhang mit der im Erzstift Salzburg zu
verstehen ist. Nach dem, was ich in Südwestdeutschland beobachtet
habe — ich hoffe, es demnächst zu erweisen — , ist es sicher, dass
der Anlass zu der Erhebung das Bestreben war, die der Grenze nahe
liegenden Klöster vor den Salzburgem zu schützen: es erheben sich zu-
nächst die Grenzorte, Aussee und Schladming. Immer ist es zuerst dieses
Bewusstsein, eigene Rechte gegen Uebergriffe der Nachbarn wahren
zu müssen, das zu Zusamimenrottungen führt. Gewaltthätigkeiten ge-
hören erst einer späteren Phase an, die gewöhnlich mit dem Augen-
blick der Gefahr von aussen eintritt oder dann, wenn dem Volke
klar wird, dass man in den politisch- führenden Kreisen nicht daran
denkt, die brennenden Fragen der Zeit in seinem Sinne zu lösen, wenn
das conservative Element sich bemüht, die Klöster zu erhalten, und
sich sträubt, diese oder jene Abgaben und Lasten zu mildem oder
abzuschaffen. Denn das ist das Agens, der Wunsch, diese Fragen
bei dieser Gelegenheit befriedigend zu erledigen; er ist der Antrieb
zur Haufenbildung. Aber erst, wenn der einzelne vor die Alternative
gezwungen ist, ob Gehorsam gegen die Obrigkeit oder Reform auf
eigene Faust, ist den radikalen Elementen die Führerrolle gesichert.
So wird auch hier in Steiermark nicht sofort mit der Plünderung
der drei Klöster, um die sich die Bauern scharen, begonnen worden
408 Kritiken.
sein, — wie R. behauptet, allerdings im Anarlilnaii an die Quellen;
wahrscheinlich, dass hier bald nach Beginn die Klöster inventarisiert
wurden: — sondern das wird erst spiter der FaU gewesen adn,
ohne dass man sich den zeitlichen Abstand gross zu denken
braucht. Denn die Thatsache, dass Ferdinand sehr bald Truppen in
das Land senden konnte, deren Bestimmung sehr deutlich war, und
dass diese Trappen zum Teil aus den veriiassten Hussaren und
Böhmen bestanden, leitete schnell die zweite Epoche ein. Es kommt
zu Zusammenstössen, bei denen auch hier wieder die deutschen
Knechte versagen, da ihre Sympathien viel mehr auf Seiten der
Gegner als auf der ihrer Führer sind; dabei ist bemerkenswert,
dass die Steiermärker sich sehr schnell beruhigen lassen; die eigent*
liehen Feinde sind die Salzburger, mit denen wohl vereinselte steirische
Bergknappen verbunden sind. Von diesen geht denn auch der ent-
scheidende Schlag aus: am 3. Juli wird das Aufgebot des Adels und
der Knechte in Schladming überfidlen, die Einheimischen werden ge-
schont, die Fremden müssen über die Klinge springen. Wie die Er-
hebung schliesslich ausl&ufl, bietet wenig Interesse; ihr Schicksal ist
mit dem der Salzburger aufs engste verknüpfL
Es kann nach alledem zweifelhaft sein, ob man von einem
Bauernkrieg in Steiermark überhaupt sprechen kann. Wer die Ge-
schichte jener Wochen des Jahres 1525 schreiben wollte, hat jeden-
falls darauf sein Augenmerk zu richten, ob und inwieweit Steier-
m&rker an den kriegerischen Ereignissen überhaupt beteiligt waren.
und dann, um darauf noch hinzuweisen, muss er es sich zur Auf-
gabe machen, die politischen und wirtschaftlichen Veriiältnisse dieses
Landes so klar zu legen, dass man weitgehende Beschwerden der
Bauern verstehen kann: vorerst kennen wir solche nicht; Rabenlechner
behauptet es zwar; aber seine Beweisstücke datieren aus dem dritten
Viertel des 15. Jahrhunderts!
Berlin. W. Stolxe.
Bernhard Duhr^ Die Jesuiten an den deutschen Fürsten-
hüfen des 16. Jahrhunderts. Auf Gund ungedruckter Quellen.
Freiburg i. B. 1901, Herder'sche Buchhandlung. IX und 155 8.
8®. (A. u. d. T. Erläuterungen und Ergänzungen zu Janssens
Geschichte des deutschen Volkes. Herausgegeben von Pastor, 11. Bd.
4. Heft.
Der Veif. untern inmit den dankenswerten Versuch, „beglaubigte
Einzelheiten über die Wirklichkeit des Einflusses der Jesuiten an den
katholischen Fürstenhöfen in Deutschland und über die Art und
Weise, wie derselbe geltend gemacht wurde^\ aus „vertraulichen^
Kritiken. 409
Quellen, nämlich den Briefen, die „den zerstreuten üeberresten der
früheren Ordensarchive entnommen sind^^, und die somit „die grösste
Gewähr für die Wahrheit bieten", zusammenzustellen. Wir haben im
Ganzen sechs Abschnitte, von denen der erste die uns jüngst noch
Yon Gothein vorgetragenen Ansichten des hl. Ignatius und seines
Ordens über die Hofbeichtväter zusammenstellt, die folgenden sich
über die Wirksamkeit der Jesuiten an den Höfen von Wien, Graz,
Innsbruck und München verbreiten; in einem kurzen Schlusskapitel
wird betont, dass auch hier Doktrin und Praxis oft in Widerstreit
gerieten, „die Stellung der Jesuiten als Beichtväter eine sehr ex-
ponierte und gefährdete, viele Hofbeichtväter den Schwierigkeiten ihrer
Stellung nicht gewachsen waren," ^,andere sich zu sehr an den Glanz
der Höfe und die Gunst der Fürsten gewöhnten und allmählich auf
dem glatten Boden ausglitten, so dass sie mehr auf ihre Fürsten als
auf ihre Oberen schauten, mehr auf höfische Gewohnheiten als auf
strenge Ordenszucht hielten, ja im Widerstreit zuweilen sogar mehr
für die wirklichen oder vermeintlichen Vorrechte ihrer Fürsten, als
für die Freiheiten der Kirche und den Orden sich einsetzten." Wir
können die Wahrheit dessen, soweit uns Quellen aus Grazer, Wiener,
Münchner xmd Innsbrucker Archiven vorliegen, nur vollinhaltlich be-
stätigen. Die eigentliche politische Thätigkeit jenes Ordens, von dem
der Stifter wollte, dass er kein politischer sein sollte, tritt freilich
später und in seinen Erfolgen deutlicher in Deutschland erst im
17. Jahrhundert als im 16. in die Erscheinung. Doch auch da ist
der Orden von Anfang an ein politischer, so sehr sich auch einige
Mitglieder gegen eine politische Thätigkeit sträuben. Politik Hess
sich im 16. Jahrhundert nun einmal von Religion nicht völlig
scheiden. Die Auszüge, die der Verfasser aus bisher un-
bekannten Quellen bietet, sind eine wertvolle Ergänzimg zu den zahl-
reichen Materialien, die in jüngster Zeit zum Teil von mir selbst über
die Geschichte der Gegenreformation beigebracht worden sind. Da
mir hier zu wenig Kaum geboten ist, um auf alle Abschnitte genauer
einzugehen, will ich bei dem dritten: „Graz" etwas näher verweilen.
Wer mein Buch über die Gegenreformation gelesen hat, wird in den
meisten Punkten, die hier besprochen werden, eine Bestätigung meiner
dort vorgetragenen Sätze finden: dass die Jesuiten das treibende
Element am Grazer Hofe waren, dass sie bei vielen Gelegenheiten
über die Schnur hieben und daher hier und da von ihren Ordens-
oberen Verweise erhielten, dass das Zentrum des Angriffs in München
lag xmd die Erzherzogin Maria das Hauptverdienst an der Durch-
führung der „katholischen Reformation*' habe. In nebensächlichen
Punkten weicht er von meiner Darstellung ab. S. 59 sagt er: „die
410 Kritiken.
Korrespondenzen des Jahres 1581 zeigen des Näheren, daas die katho-
lische Reformation wesentlich auf dem Betreiben des Papstes und des
Nuntius beruhte.^' Das mag für dieses und die unmittelbar folgenden
Jahre ganz zutreffen, es gab aber Zeiten, wo die Gegenreformation
schon im Gange war, ein Nuntius aber, der den Spiritus rector hStte
abgeben können, noch nicht in Graz weilte. Ich glaube, in dem
Kapitel meines Buches ,J)er erste Sturm gegen die Jesuiten^ hin-
reichendes Material zur Beantwortung dieser Frage zusammengestellt
zu haben. Nun fehlt es aber auch in dem vorliegenden Buche nicht
an Stellen, die meine Angaben durchaus bestätigen. Ich will hierin
nur einen Fall zum Jahre 1572 vorlegen: ,Jn ausführlicher nnd nach
seiner Art breiter Weise ermuntert P. Maggio den Erzherxog stand-
haft zu bleiben und den Forderungen der Häretiker Widerstand in
leisten. Die zur Schau getragene Liebe der Häretiker gegen den
Fürsten sei nur Schein . . . Dass die Jesuiten in Graz aber auch
später nicht im Hintertreffen standen, findet auch hier seine Be-
stätigung imd zwar sogar aus Briefen Bljssems. Ich gebe zu, dass
Bljssem, getreu seinen Ordensstatuten, sich oft gegen eine Thätigkmt
in politischen Dingen ausspricht. Aber gerade in dem Briefe (S. 61),
den er an den General schreibt und wo diese Stelle vorkommt, liest
man: „Bei dem Erzherzog glaube ich erreicht zu haben, dass er
dem Nuntius und den katholischen Räten folgen wird. Er hat dies
ernstlich versprochen.^ „Die Hauptschwierigkeit liegt darin, ob, wann
und in welcher Anzahl er eine Besatzung auf die Burg nnd in die
Stadt legen soll. Thut er es nicht, wird er seine rebellischen (man
sieht, woher der Vorwurf illoyalen Benehmens der Unterthanen
stanmit) Unterthanen nicht zum Gehorsam zurückführen etc. . . . .^
Auch am 20. März 1584 schreibt Blyssem: „Ich enthalte mich tob
allen politischen und militärischen Ratschlägen'^ (S. 65), die er aber
doch am 17. November 1583, als eine etwas mildere Strömung gegen
die Protestanten platzgreifen will, gern erteilt. Von der bissigen Art
einzelner Jesuiten zu predigen, hatte ich oft genug Gelegenheit xn
sprechen. Hier findet man einen neuen — wohl den sichersten Beleg
in einem Brief Bljssems an den Ordensgeneral, „worin jener sich be-
klagt, dass der Grazer Prediger P. Job. Beinel zu lang und zu heftig
predige. In Bezug auf den ersteren Fehler hat er sich gebessert,
aber von den beissenden Angriffen lässt er noch nicht ab.
Ew. Paternität möge ihn ermahnen, dass er grössere Bescheidenheit
und den Geist der Sanftmut an den Tag lege, und wenn er von
den Häretikern spricht, möge er dieselben nicht so hart
und zornig durchhecheln, sondern in christlicher Erbarmung be-
lehren. . . . Seine bissige und weitläufige Art zu predigen stosse
Kritiken. 411
nicht allein die Lutheraner, sondern auch die Katholiken ab/^ Reinel
erhielt Weisungen aus München: „Nur keine Nachsicht gegen die
Bürger von Graz, nur nicht schläfrig sein etc. Hinweg mit dem
Kleinmut, muss ja nicht alles mit einem Ruck abgestellt sein. Thut
doch Eure Pflicht als getreuer Seelsorger und Beichtvater. Nur soll's
nicht aussehen, als wollten wir dort alles regieren, wo anderen die
Verantwortung zukommt". (S. mein Ref. u. Gegenref. S. 406 ff.) Es
war mir eine grosse Genugthuung, gegen einige völlig ungerecht-
fertigte Vorwürfe meine Darstellung des Sachverhalts hier nach dieser
Seite aus Quellen, die die „grösste Gewahr" für die Wahrheit
bieten, bestätigt zu sehen. Noch viele Punkte des Buches böten An-
lass zu längeren Auseinandersetzungen, wir müssen indes, da wir den
uns zur Verfügung gestellten Raum ohnedies schon überschritten,
schliessen, können hierbei aber nicht umhin, den ruhigen und mass-
vollen Ton zu loben, von dem das Buch erfüllt ist. Der Verf. hat
nicht unterlassen, selbst die Schattenseiten im Wirken einzelner
Jesuiten, vor allem die unglaubliche Unverträglichkeit, ja den Hass
einiger gegen andere ausführlich zu schildern.
Graz. J. Loserth.
Hermann Freiherr YOn Egloffstein^ Baiems Friedenspolitik von
1645 bis 1647. Ein Beitrag zur Geschichte der westfälischen
Friedensverhandlungen. Leipzig, S. Hirzel, 1898. VDI und
192 S. 8«.
Einer Anregung Felix Stieves verdankt die vorliegende Arbeit
ihre Entstehung. Sie ist die Frucht mehrjähriger, eindringlicher Be-
schäftigung mit einer überaus schwierigen Materie, die, trotzdem sie
neuerdings von verschiedenen Seiten in den Kreis exakter quellen-
mässiger Forschung gezogen wurde, doch noch in vielen Punkten der
Aufklärung bedarf. Die Politik des Kaisers und mehr noch die der
hervorragenden Reichsfürsten in den letzten Jahren des dreissig-
jährigen Krieges ist für die weitere äussere und innere Entwickelung
Deutschlands von entscheidender Bedeutung geworden. Und jener
Politik auf ihren vielverschlungenen Pfaden nachgehen, heisst den
SchltLssel suchen zum Verständnis des auf den Ergebnissen der west-
fälischen Friedensverhandlungen und ihrer Präliminarien ruhenden
deutschen Staatenlebens bis zum Ausgang des alten Reichs.
Die Politik der Reichsfürsten, soweit sie massgebenden Einfluss
dem Kaiser wie dem Ausland gegenüber gewann und als eine dritte
nicht zu verachtende Grossmacht zwischen diesen beiden Faktoren sich
geltend machte, ist vornehmlich vertreten durch die Kurfürsten
Maximilian von Bayern und Johann Philipp von Mainz.
Hiitor. Vierteljahnchrift. 1902. 8. 29
412 Kritiken.
Letzterer griff allerdings erst gegen Ende des Krieges in den Gang
der Ereignisse und Verhandlungen ein, aber auch da noch mit so
nachhaltigem Erfolg, dass ihm, wie neuerdings die Untersuchangen
von Wild und Mentz dargethan, ein HauptTerdienst um das endliche
Zustandekommen des Friedens gebührt. Korforst Maximilian dagegen
steht von Anfang an im Vordergrund des gewaltigen Kriegsdramas,
das er in allen seinen Akten als eine der Hauptpersonen mit voll-
thätigem Anteil durchführt. Die Behandlung seiner Friedenspolitik
in den Jahren 1645 bis 1647, die von Egloffstein unternimmt,
giebt nur einen Ausschnitt aus dem reichen Bild, das seine gewaltige
militärische und diplomatische Thatigkeit in den langen Kriegsjahren
darstellt, eine Thatigkeit, die Bayern und sein Fürstenhaos vorüber-
gehend zu europäischer Machtstellung mehr als irgendwann vorher
oder nachher erhob.
Die allgemeine Charakteristik Maximilians ist im Sinn des
gründlichsten Kenners der Personen und Verhältnisse des dreissig-
jährigen Krieges, Felix Stieves, gegeben. Die eigenartige SteUnng,
die der Kurfürst in den letzten Kriegsjahren Frankreich wie dem
Kaiser gegenüber einnahm, und die v. £. in seiner scharfsinnigen, auf
sorgfältiger Quellenforschung gegründeten Studie eingehend klar legt,
ergänzt das schon früher gezeichnete Bild des bedeutenden Mannes
nach manchen Seiten in willkonmiener Weise.
Für die Reichsgeschichte allerdings sind die positiven Er-
gebnisse der Untersuchung äusserst gering, und der Gewinn des
Nachweises, dass Maximilian „vergeblich acht Jahre hindurch in
rastloser Thatigkeit und mit eiserner Ausdauer für den Frieden ge-
arbeitet", steht gewiss in keinem Verhältnis zu der aufgewandten
Forschungsarbeit. Trotzdem hat die gründliche Erörterung der
Friedensbestrebungen des Kurfürsten, der interessanten diplomatischen
Wechselbeziehungen zwischjen ihm und Frankreich bei der Eigenart
der ganzen Kriegslage und der durch die Absage Maxinailians an den
Kaiser geschaffenen politischen Situation ihren Wert. Dieser liegt
m. E. vornehmlich darin, dass die dem Bajemfürsten so oft zuteil
gewordene ungerechte Beurteilimg seiner Stellungnahme zur Ab-
tretung des Elsass an Frankreich endgiltig einer objektiven Wür-
digung des Anteils Maximilians an diesem Vorgang gewichen ist, die
die von ihm gemachten Zugeständnisse nicht als Schwachheit oder
Verrat an der Sache des Vaterlandes darstellen, wohl aber als Kon-
sequenz einer zielbewussten Friedenspolitik, die auch vor schweren
Opfern nicht zurückschreckte. Die Absicht des Kurfürsten, die Gefahr des
ferneren französischen üebergewichts für Deutschland abzuBchwachen
durch rechtzeitige Befriedigung der Wünsche Frankreichs zum Zweck oiner
Kritdken. 413
Ausscheidung aus dem Krieg, verdient auch trotz des Misserfolges
volle Anerkennung. Das £ndurteil v. Egloffsteins freilich, das dahin-
geht, Maximilians Versuch, zwischen den Grossmächten eine selb-
ständige Stellung einzunehmen, indem er sich von Oesterreich los-
sagte, habe nur dazu geführt, dass er den Zwecken der Gegner des-
selben dienstbar wurde, ist nicht ohne weiteres zutreffend. In dieser
Hinsicht bietet eine grösstenteils auf neues Quellenmaterial aus dem
Münchener Geh. Staatsarchiv gegründete Untersuchung Riezlers über
„Bayern und Frankreich während des Waffenstillstandes von 1647^^
(Sitzungs-Berichte der philos.-philoL und der bist. Klasse der k. bayr.
Akademie der Wissensch. zu München, 1898. IL S. 493 ff.) dankens-
werte Ergänzung und Berichtigung. B. traut Maximilian zuviel Ein-
sicht zu, um nicht die Gefahr einer solch isolierten Stellung zu
durchschauen und ihr rechtzeitig vorzubeugen.
Karlsruhe. Karl Brunner.
A. Moll^ Die Anfänge der Bauernbefreiung in Steiermark
unter Maria Theresia und Joseph 11. (Forsch, zur Verfass.-
u. Verwaltungsgesch. der Steiermark. V, 1), Graz, Styria 1901.
Diese auf reichem Aktenmaterial beruhende, äusserst fleissige
Arbeit macht zum erstenmal den Versuch, die Auflösung der Unter-
thänigkeitsverfassung nach den von Grünberg fübr Böhmen aufgestellten
Gesichtspunkten auch in einem der sog. Erbländer zu verfolgen. Zu
bedauern ist jedoch dabei, dass die Darstellung sich nicht auf eine
hinreichend klare Schilderung des von der Beform betroffenen Zu-
standes gründet. Man erfährt nirgends exakt, welche Verfassung in
Steiermark eigentlich herrschte (vielleicht weil Meli darüber in seinen
anderen mir nicht vorliegenden Schriften gehandelt hat?), ob eine
gnts- oder eine gnmdherrliche. Besonders die zerstreuten Angaben
über den geringen Umfang der herrschaftlichen Eigenbetriebe scheinen
mehr auf den letzteren Typus hinzudeuten. Die Verhältnisse werden
vielleicht den von Hausmann in Bayern geschilderten einigermassen
geglichen haben, wo die Fronen ebenfalls sehr hoch waren und doch
keine landwirtschaftliche Produktion für den Verkauf stattfand. Frei-
lich wird man in Steiermark wohl an herrschaftliche Vieh- und Forst-
wirtschaft, besonders aber an den Betrieb von Eisenwerken und dar-
aus entspringende Transportdienste denken müssen. Uebrigens dürfte
das Land überhaupt keine völlige Einheit gebildet haben, denn
Obersteiermark zeigt mit wenig Bobot und überwiegend erblichem Be-
aitzrecht ein viel günstigeres Bild als der südliche an die Slaven*
grenze stossende Landesteil.
Immerhin steht um 1740 überall auf den Dominien der Herr-
29*
414 KritikeD.
scbaft das Obereigentum am Banemland zu, der Bauer ist entweder
Pächter oder Emphjteat oder sitzt zu Freistift, wobei auch hier der
tiefgreifende steuerrechtliche Unterschied zwischen Rustikalisten und
Dominikalisten nicht fehlt. Ebenso hat jeder Patrimonialherr min-
destens die niedere Jurisdiktion — ob nur über seine Gnindholdea
oder in einem rftumlich begrenzten, nicht notwendig von ihm auch
grundherrlich ausschliesslich beherrschten Bezirk, hören wir nicht niher.
Der Bauer ist femer persönlich unfrei, ohne dass auf diesem Verhältnis
grosser Nachdruck zu liegen scheint Er schuldet der Herrschaft ft&r sein
Land Güten, und ist Tor allem zu starken Fronen verpflichtet — ob grund-
oder gerichtsherrlicher Art oder beides zusammen, wird nicht gesagt
Die Umgestaltung dieser seit dem 16. Jahrhundert ausgebildeten
und bis 1740 völlig imerschütterten Verfassung verläuft nun im
Ganzen genau wie in Böhmen, also konservativ unter Maria Theresia,
radikal unter Joseph IT., fast stets aber von den Ständen, d. h. eben
den Inhabern der Dominien, bekämpft. Die Einleitung bildet die
Vcrwaltungsreform, den Ausgangspunkt das steuerpolitische Interesse
(in relativer Abschwächung, wie in Schlesien) und die populatio-
n istischen Theorien. Immer handelt es sich nur um üebertragung
schon anderwärts getroffener Massregeln, keine der Beformen hat
ihren Ursprung unmittelbar in Steiermark selbst. Im Vordergrund
steht die Robot. Maria Theresia vermag aber, wegen der Unmög-
lichkeit, einen festen Massstab der Leistungsfähigkeit zu finden, nur
eine Fixierung der Mazimalhöhe auf drei Tage wöchentlich 1778 zu
erreichen. Die von ihr noch 1780 angeordnete Probe mit dem
Raabsohcn System führt dann unter Joseph U. auf den Kameral-
giltem '/u dessen allgemeiner Anwendung; auf den Privatdominien
zieht sie zahlreiche freie Reluitionsverträge nach sich. Die letzte Ent-
scheidung bringt Josephs allgemeine Urbarialregulierung. Auch die
Umwandlung des Besitzrechts von unerblichem Freistift in £m-
phyteuse beginnt noch unter Maria Theresia, allein sie beschränkt
sich nur auf die Bef5rderung freiwilliger Verträge. Darüber geht
dann auch Joseph 11. hier, abweichend von Böhmen, nicht hinaus.
Dagegen dehnt er die Aufhebung der Leibeigenschaft auch auf Steier-
mark aus und betritt damit schliesslich das von Maria Theresia fast
un1>erührte Gebiet der persönlichen Abhängigkeit; im Zusanmienhang
damit ergehen seine Patente über den Unterthansschutz und die Be-
seitigung der Zwangsrechte.
Diese ganze Umgestaltung, welche nach ihrem Abschluss für einen
Augenblick hier so wenig von der alten Verfassung übrig Hess, wie
in Böhmen, schildert Meli in allen Einzelheiten aufs gewissenhafteste.
Aber da er den Leser mit dem eigentlichen wirtschaftlichen Sinn der
Kritiken. 416
alten Einrichtung nur unzureichend bekannt gemacht hat, vermag er
ihm auch die ganze Tragweite der Ereignisse nicht recht zum Be-
wusstsein zu bringen.
Strassburg. Th. Ludwig.
Theodor Bitterauf^ Die Kurbajerische Politik im Sieben-
jährigen Kriege. München 1901. BecVsche Verlagsbuchhand-
lung. 222 S.
In den weltgeschichtlichen Kämpfen des Siebenjährigen Krieges
hat Bayern nur eine durchaus untergeordnete Bolle gespielt. Die
Kläglichkeit des souveränen Territorialfärstentums in einer Epoche
der Grossmächte zeigt sich eben auch an Bayerns Haltung. Der Kur-
fürst ist viel zu schwach, um eine selbständige Stellung einnehmen
zu können. Die Furcht vor einem Risiko und das lebhafte Subsidien-
bedürfiiis oder wenigstens der dringende Wunsch nach fremder finan-
zieller Hülfe halten sich die Wage. So möchte Bayern am liebsten
neutral bleiben. Da es dann aber, ohne entsprechende Leistungen,
keine genügenden Subsidien erhalten kann, so verschreibt es sich mit
heimlicher Sorge an Frankreich und Oesterreich, nicht ohne mimosen-
haft in sich zusammenzusinken und in der eingenonmienen Stellung
wankend zu werden, wenn die Gegner erhebliche Erfolge erringen
oder ein preussischer Freischarenführer das Land einmal anzapft.
Eine ausführliche Darstellimg der kurbayerischen Politik hat also zu-
nächst eine überwiegend landesgeschichtliche Bedeutung, erringt aber
grösseres Interesse dadurch, dass wir hier gleichsam ein fortlaufendes
Echo der grossen Begebenheiten mitanhören. Nach beiden Richtungen
hin hat der Verf. seinen Stoff geschickt behandelt. Er hilft dem Leser
mit liebenswürdiger Gewandtheit über die sachliche Oede der erzählten
Vorgänge hinweg und hat aus seinem archivalischen Material manch
hübschen Beitrag zur Erkenntnis der Stimmxmgen in Bayern bei-
gebracht. Nicht iminteressant ist z. B., wie sich der Sieger von Ross-
bach und Leuthen halb widerwillige Anerkennung auch in Bayern
erringt und allmählich an Popularität gewinnt. Reizend ist die mit-
geteilte Anekdote, die immerhin für die Auffassimg von Friedrich in
Sachsen und Bayern spricht, wie Friedrich den sächsischen Kanzel-
redner Dietrich in Dresden zu Beginn des Siebenjährigen Krieges ab-
trumpft. Um sich die protestantischen Gefühle zu gewinnen, besucht
der König zweimal die Kirche, wird daselbst von Dietrich mit den
Worten begrüsst: „Halber Gott, grosser Friedrich", worauf Friedrich
schlagfertig antwortet: „Ganzer Narr, kleiner Dietrich". Wenn der
Verf. freilich, wohl in dem Gefühl der Geringwertigkeit des Stoffes,
sich bemüht, grössere Gesichtspunkte hineinzubringen, so ist das ebenso
416 Kritiken.
begreiflich als sachlich in nnserm Fmlle bedenklich. Nach dem llberini
kläglichen Subsidiens^hacher, den der Verf. spiter selbst vor uns auf-
rollt, wird man doch zweifeln, ob wirklich bei dem Schwanken 1754
zwischen Paris und Wien so hohe Gegens&tze in Mfinchen sich entg^en-
standen, wie sie der Verf. (S. 20) zeichnet: y^Es war im Oninde der
Widerstreit zwischen den Mächten des konservatiTen Beharrens mA
des rüstigen Yorwärtsstrebens, zwischen dem enghendgen SichTerschliessen
gegen alle Neaerungen und dem bereitwilligen Sichleitenlassen Ton der
Stimme der Intelligenz, zwischen der ängstlichen Sehen Yor gewalt-
samen Schritten nnd dem übermütigen Spott selbstbewusster Auf-
klärer, die dem alten Schlendrian am jeden Preis abhelfen waUten.*^
Der Verf. erklärt es femer auf Grund seines Materials flür einen po-
litischen Fehler, dass Friedrich 1756 Sachsen besetzt und sich dadnrdi
die Sympathien in Bayern verscherzt habe, ohne sn bedenken, da»
für den König, im Falle es wirklich Krieg gab, der Besits Sachsens
von erheblichster, die Stinunung in Bayern von riemlich nebensäch-
licher Bedeutung sein mnsste. Ebenso habe Friedrich unklug gehan-
delt, so wenig gethan zu haben, um die ReichsflLrsten f&r sich günstig
zu stimmen, und deshalb deren Zustinmiang za der Beichsacht tarn
Teil selbst verschuldet Und doch hebt der Verf. wenige Seiten später
selbst und mit sehr viel grösserem Recht die viel massiveren Orfinde
hervor, die es diesen Kleinen wünschenswert erscheinen liessen, hier
an dem österreichischen Strange mitzuziehen. Auch Kaunits wird
wiederholt imrichtig auf Grund des sachlich eben unbedeutenden Ma-
terials beurteilt: So wenn B. glaubt, dass der östeireichische Hof
über die Westminsterkonvention bestürzt gewesen sei, deren Ahsohloss
Kaunitz vielmehr als das grösste Glück für Oesterreich angesehen hat,
oder wenn B. den österreichischen Staatskanzler ernstlich an eine Ge-
fährdung der katholischen Religion glauben liess, wo in Wahrheit der
schlaue Fuchs nur, so gut wie Friedrich die protestantischen, so er
die katholischen Sympathien für seine Zwecke aufzurufen -bestrebt
war. Doch treten solche Ueberschätzungen des eigenen Materials und
der Stellung Bayerns räumlich nicht allzustark in der Arbeit hervor,
die nirgends den wohlthuenden Eindruck des Fleisses, der Sorg<
und der Freude am Stoff verleugnet.
Bonn. Georg Küntzel.
A« Aulard^ Histoire Politique de la Revolution Fran9aise.
Origines et Developpement de la Democratie et de la B^publiqus
(1789—1804). Paris 1901. Xu u. 805 S. Frcs. 12.
Aulard ist zweifellos der bedeutendste derjenigen französischen
Historiker der Revolution, welche seit etwa zwanzig Jahren, radikal
Kritiken. 417
nnd zum Teil sozialistisch angehaucht, wie sie sind, ihre Aufgabe
darin suchen, nicht nur die Errungenschaften der Bevolution samt
und sonders zu preisen, sondern auch ihren ganzen Verlauf zu recht-
fertigen einschliesslich der Schreckensherrschaft. Diese Schule ragt
hervor hauptsächlich durch Fleiss, der sich vor allem im Akten-
sammeln kund thut: und gerade hierin ist Aulard facile princeps.
£ine erstaunliche Menge urkundlichen Materials hat er beigebracht
und in zahlreichen bekannten Werken imd beinahe zahllosen Aufsätzen
(vor allem in der Zeitschrift jener Schule, der seit 1887 von ihm
herausgegebenen „Revolution Fran9aise'^) verwertet, meist mit schönem
Erfolge. In dem vorliegenden Werke, das Aulard selbst als resume
seiner früheren Schriften bezeichnet, treten neue Forschungsresultate
durchaus zurück gegenüber dem Versuch, eine zusammenhängende Dar-
stellung der politischen Entwickelung der Bevolution zu geben, die
indes nur von einem Gesichtspunkte aus imtemonunen wird, den der
Untertitel (Origines etc.) angiebt. Denn den Anforderungen, die man
an eine „Politische Geschichte^^ ohne Einschränkung des Themas stellen
dürfte, wird nicht entsprochen. Dazu fehlt allzusehr die ernstere Be-
schäftigung mit allem, was nicht Demokratie und Bepublik ist. —
Vieles ist an dem Buche durchaus zu loben. Erfreulicherweise wird
ein breiter Baum der Behandlung der kirchlichen Angelegenheiten vor-
behalten. Was an neuen Besultaten sich findet, ist meist wohl be-
gründet, trotz der fast unglaublichen Einseitigkeit der Litteratur-
benützung (Tocqueville wird nicht erwähnt; von nicht französischen
Werken finde ich nur eines citiert, auch Jellineks „Menschenrechte^^
nicht, deren Lektüre wir Aulard dringend empfehlen möchten). Hier
nnd da mangelt die Quellenkritik, so wenn er von einer früheren
Arbeit abweichend für die Moral der Zeit des Direktoriums eine Lanze
bricht: die Argpimente, die er S. 684 benützt, sind doch allzu schwach!
Optimistische Polizeiberichte können nicht ins Gewicht fallen gegenüber
der Einstimmigkeit von Memoiren und Beiseberichten, welche für solche
Dinge unsere besten Quellen sind. Im ersten Teil der Arbeit folgt er
zu oft der radikalen Zeitung „B^volutions de Paris" (für deren Ton
8. z. B. S. 172. 174. 185. 205. 261/2), im letzten Teil Boederer.
Doch genug von den neuen Thatsachen. Was für Aulard selbst
und seine Leser an diesem Werke das Wesentliche bleiben wird, das
ist einerseits seine „Methode" (seine Fragestellung), vor allem aber
andererseits die Urteile über Erscheinungen und Personen, über
deren Ursprung Aulards kühler, objektiv sein sollender Ton^ nicht
* Mit Bezug auf Bänke möchte man ihm, wie übrigens auch dem einen
oder andern deutschen Historiker zurufen: „Wie er sich räuspert und wie
er spuckt"!
418 Kritiken.
t&uschen kann. Für die — echt demokrmtisGlie — Fragestellung nnr
ein Beispiel: oft kehrt die manchmal groasen Fleiss erfordernde Unter-
suchung wieder üher die Aeussemngen ^dea Yolkesf^, tot allem clei
Volkes von Paris üher diese oder jene Erscheinmig (a. B. 8. 81. 231)l
Und diese Untersuchung wird geführt, als ob das Volk eine Akadwnie
TOD Gelehrten wäre, und nicht eine verwilderte, hungernde, snm Tal
bezahlte Rotte, deren Worte neben ihren Thaten nichts bedentea
(Nebenbei bemerkt: alle revolutions freundlichen Bewegungen dci
Volkes sind ,,spontan^, alle anderen das Resultat ron Verhetnmg.)
Was die Urteile angeht, so sei vorausgeschickt, dass Aulaid sidi
durchaus als Kämpfer für die Sache der Demokratie ansieht Die
Revolution ist für ihn noch im Gange (S. Vll). Alles demnach, wis
,,revolutionär^ und „demokratisch*^ ist, vor allem immer das allge-
meine Wahlrecht, ist schlechthin gut Alles andere — Königtum,
Adel, Geistlichkeit, Bourgeoisie — vom Uebel. Von diesem Stand-
punkt aus, aber auch nur von diesem, erscheinen seine sonst nn-
begreif lieben Urteile erklärlich. Sie sind sehr sahireich. Ludwig XVL
wird wegen der Verhandlungen, durch die er sich xu retten sodite,
als ,/ourbe^^^ bezeichnet (S. 116, allerdings indirekt). Es ist kittr
nicht der Ort, auf den „Verrat^ des Königs einzugehen; aber so vid
ist klar, dass ein Historiker, der nicht die tiefe Tragik der Lage dss
Unglücklichen einsieht und ein Schimpfwort auf ihn anwendet, weil
er sich zu wehren suchte, sich dadurch selbst richtet. — Zur Schreckens-
herrschaft — einem durchaus diskutabeln System — wird die rero-
lutionäre Regierung gezwungen (S. 359). Was in Wirklichkeit nur
ein Mittel der Demagogen war, um selbst die Herrschaft zu behalteD,
wird hier zur patriotischen Notwendigkeit Hierzu ist zu bemerken:
wäre der Schrecken „auf die Tagesordnung gesetzte worden wirkHch,
um das Vaterland zu retten — was nicht der Fall war — so müsst»
das gesunde Urteil dieses System dennoch yerdanmien, weil es Hand-
lungen giebt, zu denen auch die Politik unter keinen Umständet
greifen darf. Das kann mit Bestimmtheit behauptet werden, trotiden
das Verhältnis von Politik und Moral theoretisch noch ungelöst ist
Zu solchen Handlungen gehören in erster Linie Meuchelmord und
Justizmord von vielen Tausenden. — Die seit der Verfassung des
Jahres III bestehende „republique bourgeoise^ wird getadelt, weil sie
Frankreich an Napoleon auslieferte (S. 140. 572): seil, die demo-
kratische Republik hätte das nicht gethan. Einen Beweis hierfOr
sucht man vergebens, ebenso wie in diesem Zusanmienhang eine Er-
wähnung der Tyrannis Robespierres. — Bei solchen, stark yermehr-
* So schon Santhonax in der Ztschr. Rev. Fran9. 12, 962.
Kritiken. 419
baren, verkehrten und vielfach empörenden Urteilen, die man weg-
wünschte, fehlt auf der andern Seite manches, was wir schmerzlich
vermissen. Von dem Gegensatz Bourgeoisie — Demokratie ist Aulard
so sehr erfüllt, dass er uns von den entscheidenden Gegensätzen
innerhalb der „bürgerlichen" Partei viel zu wenig sagt. Wir dächten
fem er, folgende Betrachtung sei zum Verständnis der politischen Ge-
schichte der französischen Revolution unerlässlich. Das Wesentliche
der „Principien von 1789" wurde schon 1792 endgültig oder doch
auf lange Jahre wieder aufgegeben. Von der Gleichheit konnte, als
nur der Demagog noch seines Lebens sicher war, überhaupt keine
Bede mehr sein. Uebrigens ist ja die Gleichheit der weitaus geringere
Teil jener Errungenschaften. Was die so viel wichtigere „Freiheit"
angeht, so war zweierlei durchgesetzt worden: eine weitgehende Be-
freiung des Individuums vom Staat, und eine stärkere Mitwirkung
des Individuums am Staat \md an der Gemeinde. 1792 nun wurde,
wie schon Tocqueville imd Taine abschliessend nachwiesen, die Mit-
wirkung an der Verwaltung in Kreis und Gemeinde, welche noch die
Monarchie 1787 gewährt hatte, gänzlich beseitigt (auf drei Menschen-
alter); die Teilnahme an der Regierung durch die Volksvertretung
vmrde für alle, welche sich nicht der herrschenden Partei anschlössen,
absolut illusorich (bis 1815); die Befreiung vom Staat schliesslich
wurde in ihren wichtigsten Teilen rückgängig gemacht, und eine
Unterwerfung des Individuums \mter den Staat mit Gut und Blut
eingeführt^, wie sie Frankreich seit Richelieu nicht mehr gekannt.
Mit diesen Mitteln des früheren Ancien Regime, einer grossartigen
Erhöhimg der Kraft des Staates, im Gegensatz zu den „Principien
von 1789" hat die Revolution ihre gewaltigen, für inmier denkwürdigen
Erfolge nach Aussen erzielt. Statt dessen sieht Aulard im Jahre 1792
überall nur Weiterentwickelung oder höchstens zeitweilige Aufhebung
jener Principien, wie sie die Erklärung der Rechte vom Jahre 1789*
enthält. Eine zeitweilige Auf hebimg kann er wenigstens nicht umhin
in den Morden der Schreckensherrschaft zu sehn, die er, wie schon in
einer früheren Arbeit (s. Baüleus Besprechung, Eist. Ztschr. 71, 527)
die Septembermorde, mit sinnloser Verlasterung „dignes de Fancien
regime" nennt (S. 363). Aber diese zeitweilige Aufhebung geschah,
wir wiederholen es, aus Patriotismus und — widerwillig. ,Jje gou-
vemement essaye de faire prevaloir une politique humaine et mod^ree,
* Die Erklärung der Rechte vom Jahre 1796 enthält zum erstenmal
Pflichten des Bürgers.
* Diese Entwickelung ist noch nicht beendet; denn (S. 47) diese Rechte
enthalten implicite auch sozialistische Forderungen — eine merkwürdige
Verkennung, da sie so energisch die Heiligkeit des Eigentums betonen.
420 Kritiken.
mais avec des paroles parfois violentes" (S. 359). Mit diesem Sati,
für den natürlich nicht der geringste Beweis erbracht wird, seien die
Mitteilungen aus dem Buche des offiziellen Veriierrlichers der Revo-
lution beendet: sie dürften dem Leser genügen. — Alles in allem ein
Werk, welches, wie das Janssens und wie Hoensbroiehs ^JPapsttnm",
mit vielfach wissenschaftlichen Mitteln einem in der Hauptsache nicht
wissenschaftlichen Zwecke dient.
Freiburg i. B. Adalbert Wahl.
Paul MautOUChet^ Le Conventionnel Philippeaox. (Bibl. d'Hist
moderne et contemporaine). Paris. Soci^t^ nouveUe de Librairie
et d'Edition. 1900. 8® XLH und 408 S.
Mit grossem Fleiss und aller Sorgfalt geschrieben, behandelt diese
Biographie, die Aulard gewidmet ist, das Leben eines bisher wenig
beachteten Konventsmitgliedes, des zugleich mit Danton hingerichteten
Philippeauz. Seine Jugendzeit liegt so sehr im Dunkel, dass es dem
Verf. erst in einem Nachtrag (S. 363) unter Berichtigimg sema
früheren Angabe (S. 4) gelingt, Jahr und Tag der €lebtirt dieses
Mannes zu ermitteln (5. März 1756). So sehr es auch alle An-
erkennung verdient, die Thätigkeit dieses zweifellos ehrlichen und
durchaus edlen Menschen bis in alle Einzelheiten aufgedeckt zu haben,
so erscheint doch der Gewinn für die Revolutionsgeschichte etwas
dürftig in Anbetracht der aufgewendeten Arbeit. Philippeanx ist kein
St«m erster Grösse; seine Wirksamkeit in den ersten Revolntions-
jähren, die er zimieist fem von dem Mittelpunkt des politischen Lebens,
in Le Maus verlebte, erhebt sich kaum über die jener vei^gessenoi
Klub-Advokaten der Provinzialstftdte. Nur kurz ist seine eigentlidie
politische Laufbahn: sie beginnt mit der Eröffiiung des Konvents und
findet ihren Abschluss im Sturze Dantons; sie umfasst also kaum
anderthalb Jahre.
Im Konvent zeigt sich Philippeaux anfangs bestrebt, den Parteien
gegenüber neutral zu bleiben und die Versanmilung, die von Yorn-
herein in inneren Fehden aufzugehen schien, inmier wieder zu va>
nünftigerer Arbeit zurückzurufen. Der Kampf auf Leben und Tod
zwischen den Jakobinern und der Gironde, den der schwache Mann
trotz des besten Willens nicht zu verhindern vermochte, zwang auch
ihn, Partei zu nehmen. So schloss er sich denn, nach anflü[i^cher
Zuneigung zu den Girondisten, der Bergpartei an, ohne damit aber
zu Bobespierre in ein freundschaftlicheres Verh<nis zu konunen.
Entscheidend für sein Schicksal wurde seine Sendung als Konvents-
konunissär auf den Kriegsschauplatz in der Vendee (Ende Juni bis
Mitte Oktober 1793). Hier trat er mutvoll gegen die entsetzliche
Kritikeii. 421
Wirtschafb der ganz unfähigen Jakobinergenerale (Rossignol, Ronsin)
auf. Daneben scheute er sieb nicht, fär die früher adligen Generale,
wie Canclaux und Aubert-Dubayet, die der Konvent ja selber ab-
geschickt hatte, mannhaft einzutreten, da er ihre militärische Tüchtig-
keit kennen gelernt hatte. Das genügte, ihn selber zum Aristokraten
zu stempeln. Zum Verhängnis wurde ihm, dass er auch nach seiner
Rückkehr in den Konvent nicht schwieg und besonders, dass er es
wagte, dem Wohlfahrtsausschuss, der das alles geschehen liess, die
Schuld an den Niederlagen der Revolutionsarmee und damit an der
Yerlängenmg des grauenhaften Krieges aufzubürden und ihn für das
Treiben seiner Kreaturen verantwortlich zu machen. Damit hatte er
indirekt Robespierre selbst angegriffen und sich dessen persönliche
Feindschaft zugezogen, der nun nur noch auf eine Gelegenheit wartete,
ihn aufs Schaffet zu bringen. Auch der Sturz der Hebertisten (März
1794) brachte keine Versöhnung mit Robespierre, obwohl Philippeaox
gerade von Hebert und Ronsin als bezahlter Verläumder der guten
Patrioten am heftigsten angegriffen worden war. Robespierre konnte
ihm die freimütige Sprache dem Wohlfahrtsausschuss gegenüber nie
verzeihen; und so musste denn der Sturz Dantons die ersehnte Gelegen-
heit bringen, auch den unbequemen Mahner in den Tod zu schicken
(5. April 1794).
Philippeaux wird gewöhnlich als Dantonist bezeichnet. Dieser
Ausdruck setzt das Vorhandensein einer Partei unter der Führung
Dantons voraus. Man müsste also annehmen, dass die Thätigkeit von
Danton, Camille Desmoulius, Fahre d'Eglantine, Philippeaux u. a.,
die alle in Opposition zu Robespierre standen und gemeinsam fielen,
planmässig geleitet war, wie das zumeist auch behauptet wird, üeber
diese Frage aber, ob hinter den unermüdlichen Angriffen von Phi-
lippeaux, die sich aber nur gegen die militärischen Missgriffe des
Wohlfahrtsausschusses richteten, ein mit Danton und seiner Gruppe
verabredeter Plan zu suchen ist, ob, kurz gesagt, Philippeaux wirklich
Dantonist war, grade Über diese so wichtige Frage lässt uns die
Biographie im Stich. Nach einigen Andeutungen in der Einleitung
(p. IX f.) scheint auch Mautouchet eine besondere Partei Dantons
nicht anzunehmen und die freundschaftlichen Beziehungen von Phi-
lippeaux zu Danton, die von vornherein zu erkennen sind, für nicht-
politisch zu halten, doch ist er später auf diese Frage gar nicht
wieder zurückgekommen. Er behandelt das Vorgehen Robespierres
gegen Philippeaux ganz für sich allein. Kaum erfahren wir, dass
auch Danton und die anderen gleichzeitig verfolgt und gerichtet
wurden. Damit kommen wir auf den Grundfehler in der Anlage des
Werkes, der darin besteht, dass die persönlichen Beziehungen des
422 Kritiken.
Mannes zu den Parteihäaptern kamn obenhin gestreift werden. Gerade
da Philippeaux im Grunde nur der persönlichen Bache Bobespierres
zum Opfer fiel, hätte auch seine Stellung zu ihm und den anderen
Revolutionsmännem mehr herausgearbeitet werden müssen. In dem
Schlussurteil aber, in dem der Verf. den ehrlichen und furchtlosoi
Charakter seines Helden kennzeichnet, wird ihm jeder Leser des
Buches zustimmen (S. 340) und auch gerne die Worte Aulards unter-
schreiben (Etudes et le^ons sur la B^v.-fran^. 1'* s^rie p. 280): ^S'il
y eut un honnete honmie dans la B^Tolution, ce fut Philippeaux*^.
Nidda i. H. Chr. Waas.
Freiherr Yon der Osten-Sacken und Ton Rhein. Der Feld-
zug von 1812. Mit einer Uebersichtskarte des Kriegsschauplatzes
und 5 Skizzen. Berlin, Yossische Buchhandlung. 1901.
Niemals wird aus dem Gedächtnis der europäischen Völker der
Zug Napoleons gegen Russland verschwinden. Jedes Jahr bringt die
eine oder andere neue Darstellung, eine Betrachtung von der, von
jener Seite. Die Massenhaftigkeit der verwendeten Streitmittel, die
ünverzagtheit des Vaterlandsverteidigers, das Entsetzliche des Gottes-
gerichts, das alles spricht mächtig zu den Gemütern und zur Phan-
tasie der Völker. Und noch ein Weiteres ahnt die Volksseele bei
diesen blutigen, mit herrischem Willen herbeigeführten Ereignissen:
Mit Verblendung und argem Frevelmute umhiUlen die Götter das
Haupt des übermächtig und übermütig Gewordenen, wenn die Zeit
seines Verderbens gekommen ist.
Allen diesen Gesichtspunkten sucht die vorliegende Arbeit geredit
zu werden. Sie will namentlich auch ein gleichmässig verteiltes Licht
auf beide Seiten, auf die russische und auf die französische, fiallen
lassen. — Der Verfasser teilt seinen Stoff in 18 nebeneinanderstehende
Kapitel oder Abschnitte von der Einleitung bis zum Rückblick. Ein
derartiger Längenschnitt durch den gesamten Stoff ist natürlich eine
Hauptsache, aber gerade hier erscheint eine innere Gruppierung durch
Querschnitte durchaus geboten; gerade bei diesem Stoff ist es not-
wendig, Einleitung, Krisis, Zusammenbruch deutlich in der Anordnung
hervortreten zu lassen und zu scheiden von dem Nebensächlichen^
dessen gleichwertige Behandlung verwirrend wirkt. Kurz: der Mass-
stab für die Darstellung darf gerade hier kein gleichmässiger sein. —
Einmal dabei, will ich mit meinen Ausstellungen sofort auch zu Ende
kommen. Einzelne Perioden und Sätze lassen straffen Gedankengang
imd klaren, durchsichtigen Ausdruck vermissen; es trifft das oftmals
gerade bei solchen Sätzen zu, die bestimmt sind, einen besonderen
Eindruck auf den Leser zu machen. Wo eigenes Urteil wie hier,
Kritiken. 423
meist recht zutreffend, sich geltend macht, wo eine Beseitigung oder
Berichtigung seitheriger Auffassung angestrebt ist, da darf Quellen-
angabe in Fussnoten nicht fehlen.
Im Vorwort ist versprochen, dass auf die inneren Verhältnisse
der beiden Armeen näher eingegangen werden soll. Im 2. und 3. Ab-
schnitt geschieht das in dankenswerter und erschöpfender Weise.
S. 20 ist besonders darauf hingewiesen, wie Napoleon seine Truppen-
führer systematisch zur Unselbständigkeit erzogen hat. Mit ausser-
ordentlichem Fleiss sind überall die Stärkeverhältnisse auf beiden
Seiten, soweit das irgend möglich ist, nachgewiesen. So detailliert
ist das meines Wissens noch nirgends geschehen. AUzuviele Zahlen
stören und verwirren den Text; deshalb ist es zu loben, dass für
Stärkenachweise zumeist die Fussnote gewählt ist. Der Text enthält
ohnehin noch zu viel taktisches Detail, so dass das, worauf es an-
kommt, oftmals nur durch einen dichten Schleier von wirbelig machen-
den Einzelereignissen zu erkennen ist. Vortrefflich ist dargestellt, wie
auf der russischen Seite die Not des Augenblicks es gewesen ist, die
den Plan schuf, nach welchem der Feind zu verderben war durch die
Weite des Baums. Weder Phull, noch Clausewitz oder sonst ein
Busse oder Preusse hatte einen Plan aufgestellt für das Zurückweichen
ins Weite; das wuchs erst aus dem Zwang heraus, den Napoleon
hervorrief durch seine Vorstösse ins innere Land hinein. Jetzt erst
erhielt der vaterländische Krieg in Bussland seinen eigentlichen
Charakter durch Ausnutzung des Baumes, Vereinigung der beiden
russischen Westarmeen, Aufflammen des Nationalkriegs, Heranziehung
der Donauarmee in die rechte Flanke und in den Bücken der Fran-
zosen. Trotz aller Verluste, trotz des Umfallens von fast einem Dritt-
teil der Armee steigern sich die Selbsttäuschungen Napoleons, welche
von da ab fortgehen im Kabinet wie im Felde, bis sie bei Ligny und
Waterloo ihren Höhepunkt erreichen. — „Die Tage von Smolensk
bezeichnen auf russischer Seite die Krisis des ganzen Feldzugs^^
Bichtig: von da ab wurden die Stärkeverhältnisse mehr und mehr
gleich, bis endlich die Bussen in der Ueberzahl standen und alle
Vorteile voraus hatten. Wie endlich nur die Scheu vor dem Namen
Napoleon die Trümmer der französischen Armee rettete, das ist vor-
trefflich gezeichnet. Ganz besonders interessant ist auch (S. 275 ff.)
der Nachweis der russischen Verlust« während des verderblichen
Winterfeldzugs. Dadurch ist wiederum der Nachweis geliefert, dass
es von Preussen zu Anfang des Jahres 1813 eine Kühnheit ohne
Gleichen war, seine Streitkräfte mit denen des geschwächten Bussland
zu vereinigen; wer damals Bussland rettete, war Preussen.
In dem letzten seiner Kapitel, im Bückblick, kommt der Verfasser
424 Kritiken.
zu dem Resultat, das8 die Natur des EjriegascbauplatKes einen danen-
den Erfolg sehr erschwerte, dass aber der Aasschlag gegeben wnrde
von anderen verhängnisvollen Umstftnden, die in der französisdien
Armee und in Napoleon selbst lagen. 80 ist wiederum ¥om Verfasser
das völkerpsychologische Moment in den Yordergnind gestellt, das
gerade diesem Feldzug seine besondere Bedeutung für alle Zeiten giebt
So zutreffend wie hier sind die inneren Verhältnisse der beiden
Armeen noch selten gekennzeichnet worden, und darin liegt der be-
sondere Reiz und Wert des vorliegenden Buches.
Albert Pfister.
Otto Pfülf^ S. J. Hermann von Mallinkrodt Die Geschichte
seines Lebens. Zweite, inhaltlich bereicherte Auflage. Mit y. Mal-
linkrodts Bildnis in Lichtdruck und zehn anderen Abbildungea.
Freiburg L B., Herder'sche Verlagshandlung, 1901. Xu u. 571 S. 8*.
In dem Vorwort heisst es: „Der Hauptgesichtspunkt bei Herstellung
dieser Neu-Auflage musste dahin gehen, auf kürzerem Baume, unter
Beiseitelassung des Nebensächlichen, den wesentlichen Inhalt des ur-
sprünglichen Werkes zusammenzufassen. Dies hat nicht abgehalten,
neben formellen Verbesserungen auch vieles Neue in das Werk aa&u-
nehmen. Teils Druckschriften, die seit dem ersten Erscheinen de»-
selben hervorgetreten, teils Briefe und Aufzeichnungen, die sai-
dem verfügbar geworden sind, haben schätzenswerte Zusätze ergeben.^
Weiter wird daran erinnert, „dass als Hauptquelle dieses W^es
Mallinkrodts vertraute Briefe gedient haben, und mit Vorliebe auch
da zu Grunde gelegt wurden, wo dies nicht durch besondere Zeichea
kenntlich gemacht ist''. Dazu habe er Winke und Mitteilungen von
den Freunden und Fraktionsgenossen empfangen, und als „Siegel
der Bestätigung für das, was das Werk enthält'^, druckt Pfülf ein«
Brief August Reichenspergers vom 12. Dezember 1892 ab, der ihm
für den Empfang der ersten Auflage dankt, und ihm zunächst seina
Bewunderung ausdrückt, dass es ihm möglich geworden sei, den ler-
streuten, mitunter nur in der Erinnerung Einzelner aufbewahrten Stoff
zu sammeln. Reichensperger fährt dann fort: „Nicht weniger bewun-
dere ich die Beherrschung desselben, die Art, wie Sie die Bitnatioüen,
die Vorgänge zeichnen, worin Ihr Held sich bewegte, zumeist in die-
selbe eingreifend, endlich die Charakterisierung der neben ihm hervor-
tretenden Personen. Die Biographie gestaltet sich zu einer förmlichen
Geschichte einer bedeutungsschweren Periode unseres parlamentarischen
Lebens und zwar zufolge ihrer Form zu einer recht spannenden und
ansprechenden zugleich.^^ Reichensperger versichert dann, dass er dies
Urteil „in altgewohnter richterlicher Parteilosigkeit spreche^^ nioht be-
Kritiken. 425
stochen durch das Lob, das ihm in dem Buche gespendet sei. Das
wird man dem tüchtigen Manne gern glauben, aber stark beeinfiusst
ist er sicher gewesen durch die Freude, in dieser Biographie eine
Waffe für die Partei zu gewinnen. Denn das ist sie, aber als histo-
rische Darstellung ist das Buch nicht hoch zu werten.
Es fehlt einmal jede ruhige Erwägung der Verhältnisse. Was
der Held und seine Freunde thun und sagen, ist immer gross und
gerecht, auch wenn sie so handgreifliche Unwahrheiten behaupten wie
Mallinkrodt, als er sagte, dass Staat und Kirche bis zu der Behaup-
tung, dass die Dogmatisierung der Lehre von der Unfehlbarkeit den
Frieden der Staaten gefährde, Jahrhunderte hindurch mit einander in
Frieden gelebt hätten.
Je schroffer die Wendungen waren, zu denen sich Mallinkrodt
bei seinen Angriffen auf Preussens Politik im Jahre 1866, bei seinen
Klagen über die angebliche Zurücksetzung der Katholiken und endlich
in den Debatten des Kulturkampfs verstieg, je grösser ist der Beifall
Pfülfs. Aber damit kann man sich abfinden, man weiss, dass hier eine
extreme Parteischrift vorliegt. Womit man sich aber nicht abfinden
kann, das ist die Unfähigkeit des Verfassers, das historisch Bedeut-
same von dem Alltäglichen und Unwesentlichen zu sondern. Das Be-
streben, das der Verf. in der Vorrede ankündigt, ist hinter dem Ziele
weit zurückgeblieben. Femer fehlt es in hohem Grade an der Kunst,
die Situation zu schildern, die Umrisse des Kreises zu ziehen, in dem
sein Held auftritt Auch die Biographie von Mallinkrodts Freunde
und Kampfgenossen August Beichensperger, die Pastor geschrieben
hat, leidet an solchem Ungeschick, aber doch nicht in so hohem Grade.
Dieser Mangel ist sehr zu bedauern. Denn die Entwicklung der ka-
tholischen Fraktion zu dem nun seit Jahrzehnten imter den politischen
Parteien des deutschen Reichs durch straffe Organisation und grosse
Erfolge einen so hervorragenden Platz einnehmenden Zentrum und die
Erkenntnis seines Wesens ist eins der wichtigsten Probleme der deutschen
Geschichte der letzten 50 Jahre. Fast möchte ich sagen, es ist
wieder ein interessantes Problem, wie es kommt, dass diese Bio-
graphien nicht gelingen wollen. Es lie^ doch wohl nicht bloss an
dem Ungeschick der Verfasser, sondern zum Teil auch daran, dass die
Vorkämpfer der Zentrumspolitik nicht ausschliesslich und nicht vor-
zugsweise in dem Boden des nationalen Staats wurzeln, sondern zu-
nächst und in letzter Listanz entscheidend von den Literessen der
internationalen römischen Kirche bestinunt werden. Das aber wagen
die Biographien nicht oder doch nicht hinreichend zu betonen, unter
diesem Gesichtspunkte wagen sie die Aktionen ihrer Helden nicht zu-
sanunenzufassen. Sie sind vielmehr bemüht, die Dinge so darzustellen,
426 Kritiken.
als erwachse dem Manne daraus kein Konflikt mit seinem Patriotismus,
wenn er die Ansprüche der internationalen Edrche als höchstes Gebot
betrachtet. Bei Männern, die in der Erfüllung der bürgerlichen
Pflichten so eifrig und erfolgreich waren wie Beichensperger und
Mallinkrodt, ist es auch leicht, den Konflikt, der ihnen aus dieser
Stellung erwuchs, zu verhüllen — aber der Anteil Reichenspergers an
dem berüchtigten Pamphlet De la Prusse et de sa domination von
1842, Jarckes üebertritt in die Dienste Oesterreichs und sein weiteres
Verhalten, die Stellung Mallinkrodts und Reichenspergers in der Krisis
von 1866 und mancher ihrer Fraktionsgenossen sogar in der Krisis
von 1870, sowie ähnliche Thatsachen zeigen, dass jener Konflikt
oft sehr gross war. Der Historiker weiss, wie mannigfaltige Gegen-
sätze der Mensch in sich vereinen und praktisch überwinden kann.
Er wird auch um dieses Gegensatzes willen die Aufrichtigkeit des
Patriotismus eines Mallinkrodt nicht in Zweifel ziehen — aber
der Biograph darf den Gegensatz nicht verschweigen, nicht zurück-
drängen.
Mallinkrodt war der geborene Parlamentsredner, der glückliche,
aber auch in der Wahl der Argumente und in der Formolienmg der
Fragen nie verlegene Debatter, und in seinen kirchlichen üeberzeugungen
hatte er einen allezeit bereiten Massstab, an dem er sich zu orientieren,
und zugleich einen Hafen, in dem er auszuruhen vermochte. Er war
kein grosser Politiker, aber ein geschickter, und er fiand Aufgaben,
in denen er seine Gaben voll entfalten konnte. Wer unbefangen ist,
wird an ihm seine Freude haben, auch wenn man seine Ansichten
nicht teilt — aber die vorliegende Biographie ist nicht dazu angethani
uns diese Freude zu bereiten. Am wenigsten durch ihre Ueber-
schwenglichkeit. Historisch wertvoll ist sie nur durch das Material,
das sie bietet, das eine Ergänzung bildet zu dem ähnlichen, aber weit
reicheren Material, das Pastor in der Biographie Reichenspergers ver-
einigt hat.
Die nachlässige Art der Arbeit mag der üeberblick über die
politische Lage Ende April 1859 kennzeichnen, der S. 175 f. steht:
„Am 20. April hatte Erzherzog Albrecht Berlin wieder verlassen, er
war gekommen, um Preussens Bundesgenossenschaft anzurufen;
22. April wurde das französisch-russische Schutz- imd Trutz-
bündnis bekannt. England, ganz im Dienste der russisch-französischen
Intrigue, machte noch einmal letzte vergebliche Vermittelungsversuche.**
Dies russisch-französische Schutz- und Trutzbündnis, das am
22. April bekannt geworden sein soll, hat nie bestanden. Es liefen
wohl Gerüchte der Art um, ähnlich auch über ein Bündnis zwischen
Belgien und Holland (vgl. das „Preussische Wochenblatt" 1859, April 23).
Kritiken. 427
Vermutlich hat Mallinkrodt in einem Briefe ein solches Gerücht
als Thatsache erwähnt und sein Biograph schreibt das heute als
historische Nachricht nieder.
Ebenso falsch ist die Charakteristik Englands als Werkzeug der
russisch-französischen Intrigue. Auch hier mag eine Aeusserung Mallin-
krodts zu Grunde liegen, wie denn seine Gruppe in den Gegnern
Oesterreichs nur Bosheit und Gewalt sah. „Oesterreich — sagte Mallin-
krodt bei den Verhandlungen über die 40-Millionen- Anleihe, die das
Ministerium für die notwendigen Rüstungen forderte — verteidigt seinen
Hausfrieden gegen die Agitation, seinen Territorialbesitz gegen die
Vergrösserungssucht seiner Nachbarn, es verteidigt die Verträge, auf
denen der gesamte völkerrechtliche Besitzstand Europas ruht und die
besiegelt sind durch die Abführung Kaiser Napoleons nach Helena,
gegen den neuerwachten Bonapartismus. Es verteidigt das historische
Recht gegen falsche, in ihren Konsequenzen unhaltbare Prätensionen
des Nationalitätsprinzips. Es verteidigt endlich das Recht der Obrig-
keit von Gottes Gnaden gegen die nackte Revolution.^^ Mit so leiden-
schaftlichem Pathos verwirrte Mallinkrodt die Thatsachen, die einen
betonend, die anderen bei Seite lassend, und da Oesterreich und seinen
Freunden die Vermittelungsversuche Englands und Russlands unbequem
waren, so lag es ihnen nahe, sie als Intriguen zu bezeichnen: aber
was ist das für eine Geschieht Schreibung, wenn auf Grund solcher
Aeusserungen die Stellung der Grossmächte jener Tage charakterisiert
wird! Der wirkliche Biograph muss solche Stellen erwägen, wenn er
untersucht, wie weit Mallinkrodt trotz seiner äusserlich ruhigen Sprech-
weise doch zu den durch Pathos und Rhetorik wirkenden Rednern zu
zählen ist — aber niemals solche Aeusserungen als Quelle historischer
Kunde behandeln.
So liegt denn der wissenschaftliche Wert des Buches nur in dem
Material, das es mitteilt.
Breslau. G. Kaufmann.
Histor. Vierteljahnchiift. 1902. 3. 30
428
Nachrichten nnd Notizen I.
Die ,,Tale Uniyersity^^ in den Vereinigten Staaten hat zur Feier der
200jährigen Wiederkehr des Gründangstages „Bicentennial Publications^
yeranstaltet, welche weiteren Kreisen Kunde geben sollen, in welchem Geiste
die Studien auf diesem Institute geleitet werden. Die (}abe des Vertreteri
des Lehrfachs der Geschichte ist der yorliegende Band: Eduard Gaylord
Bourne, Essays in Historical Criticism. New York: Charles ScribDer's
sons. London: Eduard Arnold 1901. XU, 299. Der Band enth< 18 Essays
folgenden Inhalts: 1. The legend of Marcus Whitman. 2. The autorship of
the Federalist. 8. Mr. Paul Leicester Ford on the autorship of the Federalisi
4. The Federalist abroad. 5. Madison's Studies in the Histoiy of Fedend
govemment. 6. Prince Heniy the navigator. 7. The demarcation Line of
Pope Alezander VI. 8. Seneca and the discovery of America. 9. The
proposed absorption of Mexico in 1847—1848. 10. Leopold von Bänke.
11. Ranke and the beginning of the seminary method in teaching History.
12. Francis Parkman. 18. James Anthony Fronde. Dem Leser f&llt zunächst
ausser) ich die Verschiedenheit auf, nicht nur in Bezug auf die bunte
Mannigfaltigkeit des Inhalts, sondern auch in Bezug auf Umfang und Cha-
rakter der Essays. Der erste umfasst 108 Seiten, also mehr als y, des
Gesamtinhalts ; die übrigen sind höchstens 80 Seiten lang. Nur die ersten
vier tragen, dem Titel des Bandes entsprechend, allenfalls den Charakter
kritischer Untersuchungen; die übrigen erzählen nur. Der 10^ und 18^ Essay
sind bereits früher veröffentlichte Gelegenheitsschrifben. Doch aber finden
wir, dass ein einheitlicher Geist durch das Ganze weht und diesen Geist
begrüssen wir mit Freuden: es ist der Geist deutscher WissenschafUich-
keit. ßoume erscheint als Lehrer und Vertreter der kritischen Methode
Rankes; darum hat er den 100jährigen Geburtstag des deutschen Meisters
feierlich zu begehen, den Essay über Ranke geschrieben. In Bankescher
Art zerstört er die Legende, welche dem Dr. Marcus Whitman, einem ein-
fachen Missionar, den unverdienten Nachruhm des Retters des Gebietes
von Oregon für die Vereinigten Staaten geschaffen hat. Mit Rankeschen
Mitteln gelingt es ihm als bisher unbekannten Autor des Föderalisten
Madison zu entdecken. So bedeutet das Jubiläum des alten amerikanischen
Instituts zugleich einen schönen Triumph deutschen Geistes. Die Ergebnisse
im einzelnen vermögen grösseres Interesse für uns nicht zu erwecken. Der
Essay über die seminaristische Methode bringt nicht Beobachtungen ans
der Praxis unseres Unterrichts, sondern schöpft auch aus Büchern. Für
den Fortgang der Studien auf der Tale University bliebe nur noch su
NachrichteD und Notizen I. 429
wünschen, dass neben Rankescher Methode auch Rankesche Geschichts-
auffassung verstanden werden möchte. Möchte Boume, der sich uns hier
nur als Kritiker und Erzähler von Thatsachen vorstellt, sich auch auf
diesem höheren Gebiete als Führer bewähren. F. Salomon.
Hans Spangenberg, Beiträge zur älteren Verfassungs- und Verwaltungs-
geschichte des Fürstentums Osnabrück. Osnabrück 1900 (Sonderabdruck
aus Band XXV der Mitteilungen des Vereins für Geschichte imd Landes-
kunde zu Osnabrück). 8^ 143 S.
Eine von gründlicher Beherrschung des gedruckten und vor allem auch
des archivalischen Materials, von verfassungsgeschichtlichem wie historischem
Sinn und achtbarem Gestaltungsvermögen zeugende Arbeit, die uns einen
trefflichen Einblick in das Verfassungsrecht des Bistums Osnabrück bis ins
15. Jahrhundert hinein vermittelt. Nach einander werden der wichtigste
Stiftsstand, das Domkapitel, femer die Ministerialität und Ritterschaft,
endlich das Drostenamt und vor allem der sehr interessante „geschworene
Rat" des Bischofs erörtert, durchweg mit gutem Verständnis. Nur in dem
über die Ministerialität Gesagten halte ich manches für entschieden un-
richtig, so das über die Bedeutung von milites (S. 86 f., 69) oder feodum
(S. 40 f.) Vorgetragene. Solche Untersuchungen des Sprachgebrauchs lassen
sich eben nicht mit dem dürftigen Quellenmaterial eines kleineren Terri-
toriums machen. Auch die Annahme, dass Kinder von Ministerialen dadurch,
dass sie dem ireien Stand der Mutter folgten, ihre Erbgüter dem Dienstherm
des Vaters entfremden konnten (S. 49), ist nicht begründet. Eine dankenswerte
Beigabe sind die siebzehn im Anhang gedruckten Urkunden von 1349 bis 1456.
Tübingen. S. Rietschel.
Urkundenbuch der Stadt und Landschaft Zürich, herausgegeben
von einer Kommission der antiquarischen Gesellschaft in Zürich, be-
arbeitet von Dr. J. Escher und Dr. P. Schweizer. V. Band. Mit
zwei Faksimile-Tafeln. 1277—1288. Zürich (Fäsi & Beer) 1900 u. 1901.
4*». 398 S.
Ueber den vierten Band des bedeutenden, mit tadelloser Regelmässig-
keit fortgeführten Werkes hatte ich Gelegenheit, in der Deutschen Zeitschr.
für Gesch.-Wiss. 1897/98, Monatsblatt 3/4 S. 79, und in der Histor. Viertel-
jahrschrift 2 (1899) S. 250, Bericht zu erstatten. An der äusseren Ein-
richtung, die sich bewährt hatte, ist seitdem nichts geändert worden. Das
Register verdanken wir wieder H. Zeller- Werdmüller. Das erste mitgeteilte
Stück, Nr. 1646, gehört dem Anfang des Jahres 1277 an, das letzte,
Nr. 2008, dem Ende von 1287. Auf 11 Jahre kommen demnach 363 Ur-
kunden, ebenso viele wie im vierten Bande auf 12 Jahre. Auch der Um-
fang im Druck zeigt kaum einen Unterschied, jetzt 398, früher 400 Seiten.
Man darf daraus entnehmen, dass das Material, auf dessen gewaltiges An-
schwellen mit dem Beginn des 13. Jahrhunderts hingewiesen wurde (vgl.
die Tabelle der ersten Besprechung), nunmehr zum Stehen gekommen ist.
Es sei gestattet, auf einige Einzelheiten aufmerksam zu machen; zu-
nächst im allgemeinen auf die Urkunden König Rudolfs und seiner Söhne,
des späteren Königs Albrecht, des 1281 ertrunkenen Hartmann und des 1277,
30*
430 Nachrichten und NofciMB I.
28. März, als nicht mannbar (impabe«) erw&hnten Rudolf. — Bei Nr. 1689,
auflgestellt von dem Strassburger Dominikaner Cnno, ist nicht au eneheOf
ob die neueren YerOffentlichungen Reichert« über den Orden keine Ansbente
lieferten. — Wenn, wie in Nr. 1756, nnr Anfangs- and Schlnsssfttae einei
VidimuB abgedruckt werden, da die vidimierte Urkunde ihrem Datum nach
an anderem Orte ihre Stelle fand, würde es sich empfehlen, die Lücke auch
äuHserlich leicht kenntlich zu machen. — Die lehrreichen Aufschlüsse, die
wir aus Nr. 1759 gewinnen, haben die Bearbeiter hervorgehoben. Es ift
ein 10 Seiten füllendes Zeugen verhör über die Abhängigkeit der Kirche in
Regensburg von der in Höngg. Der Propst von £mbrach und der Kustos
des Züricher Chorherreustiftes teilen dem Konstanzer Offizial die beschworenen
Aussagen am 16. Februar 12S0 mit. Die Urkunde unterrichtet nicht nur
über HOrigkeits-, Herrschafts- und Yogtei Verhältnisse , sondern bleibt auch
„das deutlichste Beispiel für die Mannigfaltigkeit der Herrschaften in ein
und demselben Dorf, welche jede kartographische Darstellung ausschliesst
und die noch so viel verbreitete Vorstellung von einheitlichen Herrschaften
über ganze Dörfer und Landschaften widerlegt". Leider müssen wir es uns
versagen, die folgenden sehr bezeichnenden Zahlenangaben hier zu wieder-
holen. — In Nr. 1679 und 1927, wo die Sitze auswärtiger Bischöfe, vor-
nehmlich solcher, die an der Kurie weilten und die bekannten Ablassbriefe
ausstellten, bestimmt werden, vermisst man jede Erwähnung von Eubels
Hierarchia. Und doch ist der erste Band — der zweite konnte noch nicht
benutzt werden — schon 1898 erschienen. Sich mit derartigen Fragen be-
fassen, ohne Eubel zu Rate zu ziehen, heisst doch über Zürich arbeiten,
ohne sich des Urkundenbuches zu bedienen.
Möchte (las Unternehmen auch fernerhin zum Nutzen der Geschichts-
wissenschaft sicher und rasch fortschreiten!
Heidelberg. A. Cartellieri.
Die im Chiantithale gelegene Burg Brolio, die man von Sieni
aus zu erblicken vermag, spielt in der Florentiner, in der Toskanischen
Geschichte eine nicht unbedeutende Rolle. Seit 1141 ist sie im Besitze
eines Geschlechtes von langobardischem Ursprung, der Firidolfi, nachweis-
bar und später ging sie an einen Zweig desselben, an die Familie Ricasoli,
über. Der bedeutende Staatsmann Bettino Ricasoli imd nach ihm sein
jüngst verstorbener Enkel, Baron Giov. Ricasoli-Firidolfi haben das Kastell
in der Gestalt wiederherstellen lassen, die es Ende des 15. Jahrhunderts
hatte und bereits mehrfach ist das schöne, ein weinberühmtes Thal be-
herrschende Schloss Gegenstand von Abhandlungen gewesen. Die 1882 e^
schienene Schrift des Generals Cadoma beschäftigte sich mit Brolio vom
militärisch-architektonischen Gesichtspunkt aus, doch war der General nicht
genügend für historische Forschung geschult, um zu verlässlichen Ergeb-
nissen zu gelangen. Prof. Antonio Casabianca in Siena hat neuerdings in
seiner Schrift „Le mura di Brolio'', Siena 1900 (68 S. nebst Karte) mit
grossem Fleiss die Entstehung der jetzigen Verteidigungswerke von Brolio
im Jahre 1484 aktenmässig nachgewiesen, so dass sie fortan als ein Typus
des damaligen Festungsbaues gelten dürfen. — In einer anderen Schrift
Nachrichten und Notizen I. 431
„ün' awentoriere a Brolio nel secolo XV (Siena 1901, 89 u. XX S.) be-
handelt Casabianca eine merkwürdige Episode der Toskanischen Geschichte
aus dem Jahre 1438. Er erzählt, wie der Sienese Antonio Petrucci ohne
jeden Schein von Recht, selbst ohne einen fiktiven Anspruch auf die Burg
geltend zu machen, sich mit wenigen Spiessgesellen eines Tages Brolios
bemächtigte und die rechtmässigen Eigentümer in ihrem eigenen Kastell
ins Gefängnis warf. Es bedurfte nachdrücklicher Anstrengung und des
Aufgebotes einer kleinen Heeresabteilung, ehe die Republik Florenz den
Petrucei zur Ergebung veranlassen konnte, wofür man ihm und seinen we-
nigen Leuten aber freien Abzug zusichern musste. Die beiden fesselnd
geschriebenen Büchlein haben ein mehr als nur lokalgeschichtliches Inter-
esse. Vor allem ist es erfreulich, dass in Italien auch in Arbeiten solcher
Art, die allzuoft Leistungen eines wahrhaft kindlichen Dilettantismus waren,
dieser jetzt durch sorgsame, wissenschaftliche Forschung abgelöst wird
Davidson.
Louis Stouff, Les comtes de Bourgogne et leurs villes domaniales. Etüde
sur le regime commimal forme de Texploitation seigneuriale d'apr^s
le cartulaire de la ville d'Arbois, suivie du texte de ce cartulaire, de
pi^ces annexes, de notes et de tables. Paris, Larose et Forcel, 1899.
In - 8<* (102 et 819 pages).
Der Titel dieses Buches ist schlecht gewählt. Es ist in Wirklichkeit
eine Sammltmg von Dokumenten aus dem 13. und 14. Jahrhundert für die
im Juradepartement gelegene Stadt Arbois, versehen mit einer Einleitung.
Die Dokumente zerfallen in zwei Gruppen, erstens in ein Eartular der
Stadt von 1884 und zweitens in eine Sammlung verschiedenartiger Stücke
aus dem Archiv der Stadt selbst und den Archiven von Cöte d'Or. Der
Heraasgeber hätte sicher besser gethan, die Stücke ungetrennt und in zeit-
licher Reihenfolge geordnet zu bringen. Man muss aber anerkennen, dass
ein Teil von ihnen von grosser Wichtigkeit ist für die Beurteilung der
wirtschaftlichen Lage des Landes und seiner Bewohner. Wertvolle Auf-
schlüsse erhält man auch über die Rolle, welche die Lombarden in
dieser Gegend spielten. Der Abdruck der Texte ist allem Anscheine
nach sorgfältig, und Stouff hat mit seinem Unternehmen der landes-
geschichtlichen Forschung von Burgund einen wirklichen Dienst erwiesen.
Leider kann man das nicht in solchem Umfange auch von seiner Ein-
leitung behaupten. Sie verriet eine ungenügende Kenntnis der mittelalter-
lichen Einrichtungen imd einen auch nur wenig entwickelten kritischen
Sinn. Der Verfasser hat sich fast auf keine der Fragen eingelassen, welche
•ich bei der Organisation des Grossgrundbesitzes und der Lage der Ge-
meinden und ihrer Bewohnerschaft erheben. Er begnügt sich, alles auf eine
sogenannte Ausbeutung durch die Landesherren zurückzuführen, und unter-
scheidet bei der Verwaltung des Grafen nicht, was öffentlich rechtlichen
und was grundherrlichen Ursprunges ist. Er spricht sonst überhaupt nicht
von „grandherrlichen Städten der Grafschaft Burgund", sondern ausschliess-
lich nur von der Stadt Arbois.
Gent. H. Pirenne.
432 Nachrichten und Notizen I.
Franz Ilwof, Der provisorische Landtag des Herzogtums Steiermark im
J. 1848. Forschungen zur Verfassungs- und Yerwaltungsgeschichte der
Steiermark. IV. Band 2. Heft. Graz 1901. Styria. 163 S. 8*
Der durch seine vorzüglichen Arbeiten über die Geschichte Steiermarks
rühmlich bekannte Verfasser widmet zunächst der Zusammensetzung und
der Thätigkeit der steirischen ständischen Landtage vor 1848 einige Worte
und kommt sodann auf die seit dem 3. März d. J. geschehenen Ver-
änderungen zu sprechen. Nach kurzen Vorberatungen finden Anfang Juni
die Wahlen zu dem neunziggliedrigen provisorischen Landtag statt, der
am 18. Juni imter Vorsitz des Landeshauptmanns Grafen Ignaz Attems
zusammentritt, bis zum 17. August und dann vom 6. — 8. November des-
selben Jahres tagt. Verf. giebt an der Hand der Sitzungsprotokolle über
die Verhandlungen des Landtags, die bisher nur im Auszuge (so bei Springer,
Geschichte Oesterreichs, H., Oesterr. Jahrbuch 1892) bekannt geworden sind,
von jeder Sitzung ein anschauliches Bild. Gegenstand derselben waren die
neue Gemeindeordnung, die Ablösung der Grundlasten, die künftige Zu-
sammensetzung des Landtags, wobei Vorschläge über die politische Ge-
staltung der ganzen Monarchie nicht ausblieben. Wenn Verf. in seinem
Schlussworte auch bekennen muss, dass diese hier beschlossenen Entwürfe
nie in ihrer Totalität Gesetze geworden sind, ja vom Reichstage gar nicht
mehr beraten werden konnten, so kann er doch mit Recht hervorheben,
dass viele darin festgelegte Meinungen und Prinzipien später durchgeführt
worden sind und dass diese Landtagstagung eine ausgezeichnete politische
Schule für Männer war, die dann im öffentlichen Leben Oesterreichs eine
Rolle gespielt haben. Sehr wertvoll sind die Anmerkungen des Buches, in
denen biographische Daten über die vorkommenden Persönlichkeiten un-
verdienter Vergessenheit entrissen werden. Es könnte wohl die Ansicht
vertreten werden, dass eine zusammenhängende Darstellung der Beratungen
über die verhandelten Gegenstände vorteilhafter gewesen wäre, als die
pragmatische Schilderung der einzelnen Sitzungen, man wird aber dem Verf.
das Recht einräumen müssen diese methodische Frage nach seiner besten
Meinung zu entscheiden. Ein Register beschliesst das Buch. '
Prag. 0. Weber.
^ Zu Anm. 1 S. 75 habe ich zu bemerken, dass im 1. Bande der Steno-
graph. Berichte der Frankftirter Versammlung, herausg. v. Wigard, S. 628 — 38,
die Namen der Abstimmenden bei der Wahl des Reichs Verwesers angeführt
sind. Von den steirischen Abgeordneten werden als abwesend bezeichnet:
Bouvier, Eymuth, Kalchberg, Marek, Schreiner; für Gagern hat gestimmt
Dr. Pattai. Von diesen „Abwesenden", war Eymuth bereits am 8. Juni aus
der National- Versammlung ausgeschieden, Bouvier hatte am 23. Juni einen
dreiwöchentlichen Urlaub erhalten, Kalchberg war am Grazer Landtage
anwesend, so bliebe als Gegner der Wahl Erzh. Johanns neben Marek und
Pattai, wie Verf. vermutete, nur Dr. F. G. Schreiner aus Graz übrig, der
damals in Frankfurt anwesend gewesen sein dürfte, da er am 6. Juli einen
Antrag auf Einsetzung eines Finanzausschusses einbringt. (S. die Ver-
handlungen der Frankft. Vers., herausg. von Hassler, passim.)
Nachrichten und Notizen I. 433
Ch. Andler, Le prince de Bismarek. Paris, Georges Bellais 1899.
Wir begprüssen in diesem kleinen Buche einen der Versuche, die neuer-
dings mehrfach jenseits der Vogesen gemacht worden sind, auch vom
Standpunkte des Franzosen aus die Eigenart des grossen deutschen Staats-
mannes zu erfassen imd seine Bedeutung zu würdigen. A. fusst dabei
natürlich auf dem veröffentlichten Materiale und den deutschen Arbeiten
über Bismarek und seine Zeit. Neue Aufschlüsse darf man von seiner Dar-
stellung nicht erwarten; auch wird der deutsche Forscher vielen Formu-
lierungen A.*8 deshalb widersprechen müssen, weil sie auf Verkennung der
eigenartigen deutschen Verhältnisse und Anschauungen beruhen, und in
Einzelheiten sind häufig Unrichtigkeiten nachzuweisen, die sich bei ge-
nauerem Studium der deutschen Litteratur über diese Zeit hätten vermeiden
lassen; so bei seinen Ausfahrungen über den Ursprung des deutsch-franzö-
sischen Krieges. A. sieht viel zu viel französische Einflüsse in Bismarcks
Wirken und der neueren Gestaltung Deutschlands überhaupt; soll doch
Bismarek nach ihm sogar den Gedanken der Arbeiterversicherung von Colbert
entlehnt haben! Aber das Streben nach unparteiischer Beurteilung des
grossen Feindes ist überall erkennbar und verdient linsere Anerkennung.
E. Brandenburg.
Das archivalische Provenienzprinzip.
In dem letzten Hefte dieser Zeitschrift (Jahrgang 1902, Notizen und
Nachrichten 11, S. 141) erörtert Archivrat Dr. Lippert bei einer Besprechung
der kürzlich veröffentlichten Inventare des Badischen Generallandesarchivs
das Provenienzprinzip als Grundlage der archivalischen Ordnung in einigen
Bemerkungen, die teilweise zu Missverständnissen führen können und deshalb
nicht unwidersprochen bleiben dürfen. Er definiert zunächst im Anschluss an
Kosers Veröffentlichung „über den gegenwärtigen Stand der archivalischen
Forschung in Preussen^' das Provenienzprinzip ganz richtig als den Grund-
satz, nach welchem „die Bestände so bei einander zu bleiben haben, oder,
wenn sie zersprengt waren, so wieder zu vereinigen sind, wie sie organisch
entstanden, wie die einzelnen Stücke im Geschäftsgange der Verwaltung
zo den Akten gekommen sind, sodass sich in der Gliederung des Archivs
die Geschichte der einzelnen Behörden, der Landesverwaltung wiederspiegelt^^
Dann aber billigt er es, dass man im Badischen Generallandesarchiv —
aus Zweckmässigkeitsgründen übrigens — von der Durchführung dieses
Prinzips durch Rekonstruktion der Sonderarchive abgesehen habe, „da eine
solche ja nur bei kleineren Archiven oder, falls das Prinzip im allgemeinen
bereits durchgeführt ist, bei einzelnen Zugängen zu ermöglichen sei*^
Ohne selbstverständlich hier über die Möglichkeit oder Unmöglichkeit der
Durchführung des Provenienzprinzips im Karlsruher Archiv urteilen zu
wollen, möchte ich doch nicht unbemerkt lassen, dass im Geheimen Staats- .
archive zu Berlin, das man wohl nicht gerade unter die „kleineren Archive"
rechnen wird, die Ordnung nach dem Provenienzprinzip im grossen und
ganzen innerhalb kaum eines Jahres hat durchgeführt werden können.
Ganz missverständlich aber erscheint ein anderes Bedenken Lipperts. Er
sagt: „Eine Gruppe von Archivalien sei beispielsweise hier besprochen: die
434 Nadmclitni und KotfMn 1
Korrespondenzen neuerer Jahrhunderte. Bei der AnweBdimg des Proreuem-
prinzips auf Briefschaften mnss mit bewmdera' Vorncht Terflahreii werden.
Unrichtig wäre es x. B., wenn man bei der Ordnung und ZaMmmenttelhisg
der Korrespondenz eines Fürsten alle Schreiben Ton ihm, die sieh sonstwo
in Spezialakten, zn denen sie gehören, finden mOgen, nos diesem ihrem
organischen Zusammenhange lösen und in eine grosse rein chronologisch
oder bloss alphabetisch nach Adressaten geordnete Sammlung btingen
wollte. Eine derartige Auslegung des Begriffes ProTeniens, die sehliesslich
— folgerichtig bis zu Ende durchgedacht und in allen ihren Konseqoeasen
ausgeführt — jedes SchriftstBck in das Portefeuille seines Urhebers surfick-
führen müsste, würde ja zu ganz unglaublichen Zust&nden führen.^* Leti-
teres ist vollkommen zutreffend, nur wlre an diesen „ganz unglaublichen
Zuständen*^ das Provenienzprinzip ebenso unschuldig wie etwa das Monroe-
prinzip an der Eroberung der I^iilippinen. Wie Hesse denn eine soldie
„Auslegung** des Provenienzprinzips sich mit der Ton Lippert selbst gs-
gebenen Definition in Einklang bringen? Dies Ordnungsprinsip Teriaagt
ja gerade die Belassung der ^^Korrespondenz eines Fürsten** in ,4^hrem or-
ganischen Zusammenhang**, und so findet man z. B. in Berlin die Bride
Friedrichs des Grossen an seinen Minister Finckenstein in den Ministerial-
akten, die Briefe an Prinz Heinrich in dessen Nachlass, weil sie eben in
und mit diesem Nachlass zum ArchiT gekommen sind u. s. f.
Ich weiss nicht, ob eine derartige „Auslegung^ des Prorenieniprinsips,
wie Archivrat Lippert sie warnend und tadelnd erwUint hat, in iigend
einem Archive der Welt schon vorgekommen ist, oder ob er nur die Mög-
lichkeit einer solchen Auslegung theoretisch sich konstruiert hat Wie dem
auch sei, das von ihm gekennzeichnete Verfahren w&re weder eine Msche
Anwendung noch eine Uebertreibung: es wftre das strikte Oegtateü des
Provenienzprinzips. P. Bailleu.
Band VI der „American Historical Review** (Oktober 1900 bis
Oktober 1901) zeigt dieselben Vorzüge, welche diese Zeitschrift trotz der
kurzen Dauer ihres bisherigen Bestehens schon unentbehrlich gemacht
haben werden. In erster Reihe ist sie zu dem uns sichtbaren Sammelidatse
der besten Kräfte unter den amerikanischen Historikern geworden, so dasi
wir Gang und Richtung der Interessen im Betriebe der amerikanischen Ge-
schichtsforschung gut zu verfolgen vermögen. Sodann giebt sie durch eine
gut organisierte Berichterstattung und durch die Auswahl der Bücher-
besprechungen zu erkennen, mit welch reger Aufmerksamkeit die geschichts-
wissenschaftlichen Studien ausserhalb Amerikas und besonders auch Deutseh-
lands verfolgt werden. Die schöpferische Arbeitskraft wird, wie die Mehnahl
der Beiträge erweist, auf die Erforschung der eigenen Geschichte verwandt
Soweit hierbei die koloniale Periode in Betracht kommt, profitiert die englische
Wissenschaft; so z. B. durch die Artikel ,,The english and dutch towns of
New Netherland** von A. £. Mc Kinlej; n'^^® transition from Dutch to
English Rule in Newjork** von demselben. Die Artikel über europ&isdie
Verhältnisse tragen einen vornehmlich referierenden Charakter; so Johnstone
Essay über „Mirabeau's Secret mission to Berlin**; wir erhalten, abgesehen
Nachrichten und Notizen I. 435
▼on einigen kritischen Winken, ein Referat über die Publikation Welschingers.
Ton selbständiger Bedeutnng sind die Ausföhrongen yon C. Gross über
„Political inflnence of the University of Paris in theMiddle Ages*'. Besonders
aufmerksam gemacht sei auf die Skizze zu einer Bibliographie, welche
unserem wachsenden Interesse an der amerikanischen Politik entgegen-
kommt; sie soll der Geschichte der auswärtigen Beziehungen Amerikas
dienen: A Trial Bibliography of American diplomacy by Albert Bushnell
Hart (S. 848—867).
Der Jahrgang 1901 der „English Historical Review^^ bringt als
Beiträge von allgemeinem Interesse:
Basil Williams „The foreign Policy of England under Walpole^* (Januar-
heft — Juliheft.) Die lehrreichen , auf reichem archivalischen Material ge-
gründeten Untersuchungen zur europäischen Politik in der Epoche Wal-
poles werden bis 1781 weitergeführt. Von Walpole ist allerdings weniger
die Rede als von französichen, spanischen und sonstigen Staatsmännern;
geringer als bisher werden Fleurys Verdienste um Frankreich angeschlagen.
Yor anderem tritt deutlich hervor — und das ist die wichtigste Lehre
dieser Artikelreihe — dass die englisch-französische Allianz die grösseren
Vorteile für England gebracht hat.
J. Holland Rose, der jüngste Biograph Napoleons bringt in einem Auf-
satze ^Sir Hudson Lowe and the beginnings of the Campagne of 1815'^
(S. 617 — 628) Material aus bisher ungedruckten Privatpapieren der Familie
Lowe, welches sich auf Lowes Thätigkeit als brittischer Kommissar in den
Niederlanden bezieht. Damach hatte Lowe Einfluss auf die militärischen
Operationen der Verbündeten im Frühjahr 1816; da er sich über diese mit
unseren preussischen Generälen in Einvernehmen zu setzen hatte, so kommen
wir auf diesem Wege in den Besitz von Schreiben Gneisenaus, Müfflings,
Kleists. Ein Brief Blüchers an Lowe, Berlin 6. Jan. 1816 zeugt von Blüchers
hoher Wertschätzung der englischen Truppen und der Persönlichkeit Lowes.
Weitere Artikel erinnern an die schweren Verluste der englischen Ge-
schichtswissenschaft: Gamett hat den Nekrolog von „Mandell Creighton,
Bishop of London*^ geschrieben (S. 211 — 219). Sein Hinscheiden bedeutet
einen besonderen Verlust für die „English Historical Review^\ da
Creighton von 1886 — 91 zu deren Mitherausgebern gehört hat. Gamett
hebt als des Verstorbenen Hauptwerk seine „History of the Papacy during
the Reformation*^ hervor, als dessen charakteristisches Verdienst er „die
Tugend der Unparteilichkeit** preist. Er bringt diese mit der Rankeschen
Objektivität in Vergleich, und führt auch sonst die Parallele mit Ranke
weiter. Ein schönes und tiefempfundenes Nachwort hat Maitland „William
Stubbs, Bishop of Oxford" (S. 417—427) gewidmet. Maitland erörtert die
Vorzüge der „Constitutional History", erinnert aber auch daran, dass Stubbs
abgesehen von diesem Meisterwerke sonst noch sich unvergessliche Ver-
dienste um die Förderung der Studien des englischen Mittelalters er-
worben hat.
Jedes Heft der „Review" schliesst wie üblich mit Bücherbesprechungen.
Auf Ewei sei besonders verwiesen: auf die Kritik, welche Firth von dem
436 Nachrichten und Notiien I.
nun leider letzten Bande Gardiners geliefert hat (S. 58S — 586), und auf die
Würdigung von Stieves Abhandlungen seitens Professor Ward (8. 166 — 165);
sie zeugt von der Anerkennung Stieves in England.
Der letzterschienene Band der «^Transactions of the Royal Histo-
rical Society'' (New Series. Vol. XY. 1901) enth< folgende Beiträge
zur allgemeinen und deutschen Geschichte:
Miss L. M. Boberts, The negotiations preceding the Peace of Lnn^-
ville, 1801 hat aus den im Londoner Record Office befindlichen Akten des
englischen Auswärtigen Amtes geschöpft, besonders aus Lord Mintos Be-
richten aus Wien, Nutzen gezogen. Mit kritischer ErOrtemng der einzelnen
Phasen der Verhandlungen, insbesondere der Sendung des Grafen St. Julien
yerbindet sie einen klaren Hinweis auf die Hauptstreitfragen und auf die
historisch wichtigsten Ergebnisse.
W. F. Reddaway, The advent of the Great Elector giebt ein Kapitel
zur Geschichte der Anfänge der preussisch-englischen Beziehungen. Auch
dieser Beitrag erhält Wert durch neu herangezogenes archivalischea Material:
es sind Aktenstücke, welche mit der Gesandtschaft von Sir ThonouM Roe
nach Deutschland im Zusammenhang stehen; sie umspannen den Zeitraum
von Ende 1640 bis Ende 1642. Das treibende Moment der englischen Politik
ist, den Kurforsten für die pfälzischen Interessen der Stuarts zu gewinnen;
derentwegen tritt England der Vormacht Oesterreichs in Deutschland ent-
gegen. Roe schwebt der Gedanke einer grossen Allianz der protestantischen
Mächte Norddeutschlands vor Augen oder auch die Herstellung eines macht-
yollen Ostseestaates durch Vermählung des Kurfürsten mit Christine von
Schweden.
Allgemeineres Interesse darf auch die Untersuchung von Firt^, The
later History of the Jronsides beanspruchen. Firth verfolgt deren Schick-
sale bis in die Anfänge der Restauration Carls II. — Die seit längerem
angezeigte, yon der Historical Society übernommene Edition der „Despatchei
relating to the second and Third Coalitions against Napoleon edited
from the Foreign office Correspondence*^ befindet sich in den Händen Ton
J. W. Headlam in weiterer Vorbereitung. Sonstige Veröffentlichangen
dienen nur speziell der englischen Geschichte. (Vgl. hierüber „Jahresbe-
richt für Geschichtswissenschaft^' § 49 B.)
Die 28. Jahresyersammlung der Centraldirektion der Momunentt
Germaniae historica fand unter dem Vorsitze von Geheimrat Dümmler
am 14.— 16. April in Berlin statt. Im Laufe des Jahres 1901/1902 erschienen:
Hro 1 8 vi th ae operaomnia ed. P. de Winterfeld. Neues Archiv. Bd. XXVH
unter der Presse befinden sich 8 Quartbände, nämlich: in der Abteilung
Scriptores: der von Holder-Egger bearbeitete Bd. XXXI Hälfte 1, enthaltend
die Annalen von Cremona und Bergamo, die Chronik Sicards von Cremona
etc., und Bd. IV der Merovingischen Geschichtsquellen bearb. von Krusch,
umfassend die Heiligenleben von 615 bis 660; beide Bände sollen noch im
Sommer ausgegeben werden. In der Abteilung Leges: Leges Visigothorum
bearb. von Zeumer sollen im Herbst erscheinen, Diplomata Bd. UI soll noch
vor Ablauf des Jahres erscheinen, und Bd. I der Karolingerurkunden bearb.
Kachrichten und Notizen I. 437
Ton Mühlbacher. In der Abteilung ÄtUiquitates : Bd. IT der Necrologiae
Oermaniae (Salzbarg) bearb. von Herzberg - Fränkel. Druckfertig eind:
Auctores antiquisdini Bd. XIV (Gedichte des Merobandus, Dracontius und
EugeniuB von Toledo) bearb. von Vollmer. Deutsche Chroniken Bd. VI, 1
(Hagenchronik) bearb. von SeemüUer. Oonstitutiones Imperii Bd. IQ bearb.
von Schwalm. Epistolae (Papst Nicolaus I.) ein Drittelband bearb. von
A. V. Müller. Necrologia Grermaniae Bd. HI, 1 (Brixen u. Freising) bearb.
von Baumann, doch soll erst noch die Bearbeitung von Regensburg abge-
wartet werden. In Vorbereitung befinden sich u. a. : Werke Aldhelms von
Sherbome (R. Ehwald), Merovingische Geschichtsquellen Bd. V und VI
(Krusch und Levison), Scriptores Bd. XXXI, 2 mit Doppelchronik von Reggio
und Berichte über den Ereuzzug von Damiette (Holder-Egger), Cosmas von
Prag (Bretholz), Widukind (Kehr), Cremoneser Chronik des Abtes Albert
de Bezanis (Holder-Eggcr und Wenck), Chronik des Johannes von Victring
(Schneider), Annales Austriae (Uhlirz), Vita Bennonis Osnabruggensis in der
echten Gestalt nach einer neugefundenen modernen Abschrift (Bresslau),
Lex Baiuvariorum (E. v. Schwind), Westfränkische Gerichtssitzungen (Tangl),
Concilien des karolingischen Reiches Bd. I bis 848 (Werminghofif) , Con-
stitutiones Imperii Bd. UI (Schwalm), Diplomata Konrads ü. (Bresslau) und
die Necrologia der Diöcese Passau (Fastlinger).
Die 6. Jahresversammlung der Historischen Kommission für
Hessen und Waldeck fand am 10. Mai in Marburg statt. Der Druck des
1. Bandes vom Fuldaer Urkundenbuch musste leider im Herbst unterbrochen
werden, weil Prof. Tangl durch seine Arbeiten für die MG verhindert war.
Von den (Toniken von Hessen und Waldeck hat Dr. Diemar die beiden
Chroniken von Gerstenberg im Manuskript abgeschlossen, sodass der Druck
beginnen kann. In Vorbereitung befinden sich die Landgrafenregesten
(Könnecke), doch fehlt es hier noch an einer geeigneten Hilfskraft, das Orts-
lezikon (Reimer), Urkundenbuch von Friedberg Bd. I (Foltz), Hessisches
Trachtenbuch Liefg. 8, die Münzen des brabantischen Hauses 1247 — 1567
(Buchenau) und für die Centenarfeier das Bild Philipps des Grossmütigen
(v. Drach und Könnecke). Eine Unterbrechung erfuhr die Bearbeitung der
Urkundlichen Quellen zur Geschichte Landgraf Philipps des Grossmütigen
<Brandi). Gefördert wurde die Herstellung von Grundkarten, dagegen
konnte die Herausgabe des historischen Kartenwerkes für Hessen-Nassau,
Waldeck, Grossherzogtum Hessen und Aschafienburg noch nicht in Angriff
genommen werden.
Die 28. ordentliche Sitzung der Historischen Kommission fttr
die Prorinz Sachsen und das Herzogtum Anhalt fand am 10. und 11. Mai
in Wernigerode statt. Im vergangenen Jahre erschienen: Die Grabdenk-
mäler der Bergkirche zu Langensalza; Kawerau, Rückkehr Luthers von der
Wartburg (Neujahrsblatt) und von den Bau- und Kunstdenkmälem die
Kreise Ziegenrück und Schleusingen (Bergner in Nischwitz). Es werden
demnächst erscheinen: Von den Bau- und Kunstdenkmälem Halberstadt,
Stadt und Land (Döring in Magdeburg), das Wüstungsverzeichnis der Kreise
Heiligenstadt, Worbis, Mühlhausen und Duderstadt (v. Witzingerode-Knorr),
438 Nachrichten und KoUmh L
ein nenes Heft der YorgeschichÜichen Altertfimer (Zsehiesche) und Bd. I
der Jahresschrift für die Vorgeschichte der sächtiach-thflringiBchen Lftnder.
Dnickfertig sind: Bau- und Kunstdenkm&ler Stadtkreis Aschenleben (Brink-
mann in Zeitz) und Kreis Naumburg (Bergner) und im Druck selber ist das
Urkundenbuch für Pforta bis 1350 (Böhme). In Vorbereitung befinden sich:
Urkundenbuch der Stadt Goslar Bd. IV— VI (Bode), dee Klosters U. L. Frauen
in Halberstadt, der Stadt Halle, der Erfurter Varietatum Vaziloquus und
die Quedlinburger Paurgedinge, Rats- und Kirchenordnungen, das Urkunden-
buch des Enstifts Magdeburg, das der Hochstifte Zeits und Naumburg
und die Kirchenrisitationsprotokolle des Kurkreises. Oef^Vrdert wurde auch
die Ausgabe der Grundkarten.
Die 81. JahresTcrsammlung des hansischen Geschichtsyereins
tagte in Verbindung mit der 27. des Vereins für niederdeutsche
Sprachforschung in der Pfingstwoche am 20. und 21. Mai 1902 in Emden.
Es sprachen in den gemeinschaftlichen Sitsungen beider Vereine Ober-
bürgermeister Fürbringer-Emden „über die Veränderung des Stadtbildes
von Emden seit der hamburger Zeit und die Sehenswürdigkeiten der StadV\
Geheimrat Frensdorff-Göttingen über „Carl Hegel und die Geschichte des
deutschen Städtewesens^^ und Professor GaU^-Utrecht über ^das nieder-
ländische Bauernhaus^', in den Sitzungen des Hansischen GreschichtsrereinB
Privatdozent Dr. Daenell-Kiel über „den Ostseeverkehr und die HansestiUite
in der ersten Hälfte des 15. Jhs.** und Archivrat Dr. Wachter-Aurich
über „Ostfrieslands Beziehungen zu den Niederlanden**, in den Sitiungen
des niederdeutschen Sprachvereins Oberlehrer Dr. Kück-Friedenau „über
die alte Frauentracht der Lüneburger Heide" und Dr. Borchling-Qüttingen
über „die niederdeutsche Litteratur Ostfrieslands."
Der Jahresbericht des Hansischen Geschichtsvereins stellt das baldige
Erscheinen verschiedener Bände seiner Publikationen in Aussicht Der
Druck des 7. Bandes der von D. Schäfer bearbeiteten Hanserezesse wird
noch in diesem Jahre beginnen. Den 6. Band des hansischen Urkunden-
buchs, der die Jahre 1415 — 34 umfasst, wird der Bearbeiter Dr. Kunze, da
das Manuskript fast vollendet ist, im Sommer zum Druck geben, der 9. von
Dr. Stein bearbeitete Band (1468—70) befindet sich bereits im Druck und
wird bis zum Ende des Jahres erschienen sein können. Das Manuskript
des 2. Bandes der kölner Inventare (1572—91) hat Prof. Höhlbaum voll-
endet, der Druck hat begonnen; die Drucklegung des 8. Bandes, in welchem
Dr. Mack die braunschweiger Inventare bearbeitet hat, wird sich nach
Fertigstellung jenes schnell anschliessen können. Ein neues Heft der Han-
sischen Geschichtsblätter befindet sich im Druck und wird Mitte des Jahres
zur Ausgabe gelangen.
Als Ort der nächstjährigen Pfingstversammlung der beiden Vereine
wurde Magdeburg gewählt.
Unter den Festgaben sei erwähnt: Archivrat Dr. Sello, das Stadtwappen
von Emden (Abdruck a. d. Jahrbuch der Gesellsch. f. b. Kunst u. vaterL
Altertümer zu Emden Bd. XIV, 1902).
Kiel. Daenell.
Nachrichten und Notizen I. 439
PerflOBAÜen. Emeuiiuigeii and BefÖrdemngen« Akademien. Der
Vorsitzende der Centraldirektion der Mon. Germ. hist. E. Dümmler in
Berlin wnrde znm Ehrenmitglied der philologiBch-historischen Klasse der
k. k. Akademie der Wissenschaften in Wien ernannt, zu wirklichen Mit-
gliedern wurden Finanzminister Böhm von Bawerk und der o. Prof.
E. Richter in Graz, zu korrespondierenden Mitgliedern die o. Prof.
A. Riegl (Kunstgeschichte) in Wien, Kretschmar (Vergleichende Sprach-
wissenschaft) in Wien und ▼. Ottenthai in Innsbruck gewählt.
Universitäten. Der o. Prof. fOr alte Geschichte Dr. Eduard Meyer
in Halle wurde nach Berlin auf den Lehrstuhl Köhlers, der zurücktritt, berufen.
Der ao. Prof. der Geschichte Dr. Koch in Heidelberg wurde zum
Honorar-Profeäsor ernannt; der Privatdozent der Geschichte in Strassburg
Th. Ludwig zum ao. Professor.
Es habilitierte sich Dr. Karl Brunner an der Technischen Hochschule
in Karlsruhe für Geschichte; Dr. jur. et phil. C. Köhne für Wirt^jchafts-
geschichte an der T. H. in Charlottenburg; Dr. Svambera in Wien für
Geographie.
TodesflUle» Einen schweren Verlust hat die englische Geschicht-swissen-
Bchaft durch den Tod von Dr. Mandell Creighton, Bischof von London
erlitten. Er ist am 14. Januar 1901 im 68. Lebensjahre gestorben. Als
sein Hauptwerk wird seine fünf bändige „History of the Papacy during the
Reformation'* in England geschätzt (1882 — 1894;. Auch seine sonstige
wissenschaftliche Thätigkeit ist vornehmlich dem 15. und 16. Jahrhundert
zu g^te gekommen. Litterarhistorischen Charakter trägt seine „Rede-
Lecture** über die englische Frührenaissance. Werthvoll ist seine Mono-
graphie des Kardinal Wolsey, welche er für die Serie der „Twelve engli^Ii
statesmen** geschrieben hat. Sein letztes Werk hat der Königin Elisabeth
gegolten; ihr persönliches Verhalten wünschte er darzulegen, nicht eine
Geschichte ihrer Politik und ihres Zeitalters zu geben. Ein englisches Ur-
teil stellt Creighton neben und in mancher Hinsicht über Ranke. Wir sehen
hierin eine Ueberschätzung, die wir aber aus den Gefühlen frischer Trauer
heraus wohl verzeihlich finden.
Am 22. April lüOl ist Dr. William Stubbs, Bischof von Oxford im
Alter von 75 Jahren, kurz vor vollendetewi 76**", gestorben. Mit seinem
Heimgange hat die wissenschaftliche Welt den Verlust von Englands grösstem
mittelalterlichen Historiker zu beklagen. Als Motto für sein Wirken im
Dienste unserer Wissenschaft mag die einmal von ihm gegebene Definition
des historischen Genius angesehen werden; historial genius meinte er, be-
stände in „an unlimited capacity for taking pains^^ Seine unverwüstliche
Arbeitskraft hat Früchte getragen, deren Reichtum um so höher anzu-
schlagen ist, als neben der wissenschaftlichen Thätigkeit die geistlichen
Berufspflichten zu erfüllen waren. In dreifacher Hinsicht hat er das
Studium des Mittelalters gefördert: als Textkritiker, als Herausgeber mittel-
alterlicher Chroniken und als darstellender EListoriker. Die Serie der von
ihm besorgten Editionen in der „Rolls Series" umfasat 19 Bände. Hierunter
befinden sich: die „Chronicles of Eduard I and Eduard II", William of
Malmesbury's „de Gestis regum" und „Historiae novellae" u. a. m. Seinen
440 NachrichteD und Notisen L
Weltrahm yerdankt er seiner ,,ConBtitutional Hifitory of England in iU
origin and development*\ in erster Auflage 1874 — 1876 erschienen; die
vorangehende Forscherthfttigkeit ist hier insbesondere der Selbständigkeit
in der Darstellung des 12. Jahrhunderts zu gute gekommen. Den tief-
greifenden Einfluss im eigenen Lande aber hat Stubbs als Lehrer und
Meister der historischen Methode gewonnen; in dieser Hinsicht sind seine
f^Sel^t Charters and other illustraÜons of english Consütutional Historj,
from the earliest Times to the reign of Eduard T', welche fOr den Ge-
schichtsunterricht bestimmt wurden, für England epochemachend geworden.
Für das Interesse, das sie fanden, spricht, dass sie seit 1870 in 8 Auflagen
erschienen sind. An weitere Kreise des gebildeten Publikums hat er sich
in seinen „Oxford Lectures" gewandt. In welchem Ghrade er als Mensch
schätzenswert gewesen ist, beweisen die englischen Nekrologe. Hinsichtlich
des Platzes, welcher ihm in der Geschichte unserer Wissenschaft zuzuweisen
sein wird, bemerkt Professor Maitland: „ich meine, dass solche, welche ihn
hoch unter den höchsten bestimmen, diejenigen sein werden, welche durdi
ihre eigenen Arbeiten das beste Recht zu urteilen, erworben haben/^
Einer der populärsten amerikanischen Historiker ist mit John Fiske
heimgegangen. Er ist 1842 in Hartford, Connecticut geboren, am 4. Juli
1901 in East Gloucester, Mass. gestorben. Sein Arbeitsfeld hat sich von
der Periode der Entdeckung Amerikas bis zur Annahme der Bundesver-
fassung erstreckt. Aus der Reihe seiner Schriften, welche auch ausserhalb
Amerikas einen reichen Leserkreis gefunden haben, sind zu erwähnen:
The critical Period of American History, 1888; The Beginnings of New
England, 1889; The american Revolution, 1891; The discovery of America,
1892. Unvollendet geblieben ist ein Werk über „New England and
New France."
Am 7. Mai starb in Wien im Alter von 71 Jahren der Professor an
der Technischen Hochschule, Ministerialrat Dr. Adolf Beer, der sich
durch seine Forschungen auf dem Gebiet der Osterreichischen Geschichte
in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts einen Namen gemacht hatte.
Am 9. Mai starb in Berlin der Realgynmasial- Oberlehrer Dr. A. Bürck-
1 ein im Alter von 49 Jahren, bekannt als Mitarbeiter am Corpus Inscriptio-
num Latinarum.
Am 11. Mai starb nach kaum vollendeten 69. Lebensjahr der unermüd-
liche Forscher auf dem Gebiet der deutschen Hugenottenkolonien Dr. med.
Henri Tollin, Prediger der Hugenottengemeinde in Magdeburg.
Am 13. Mai verschied 76 Jahr alt der o. Prof. der neutestamentlichen
Exegese und Dogmatik in Halle, Oberkonsistorialrat Dr. jur. et phil. Julius
Eöstlin, dem wir zahlreiche Arbeiten zur Geschichte der deutschen Refor-
mation und vor allen die bekannte Lebensbeschreibung Luthers zu ver-
danken haben.
In München starb kürzlich der Aesthetiker und Eulturhistoriker Prof. a. D.
Dr. Adalbert Svoboda, Redakteur der Neuen Musikzeitung, im Alter
von 74 Jahren.
Am 29. Mai ist in Tübingen 65 Jahr alt der o. Prof des Strafrechts
Hugo von Meyer gestorben.
Nachzicbten and Notizen I. 441
Max BftdiAger
der Schüler Rankes ist tot! Ein arbeik^iches Leben ist abgeschlossen ; eine
Fülle des Wissens ist ausgelöscht — and ein trener, gater Lehrer lebt nar
mehr im Andenken seiner Schüler. Blitzt anch in den letzten Jahren die
Schärfe des Urteils nicht mehr so messerscharf aaf, wie in der Osterreichischen
Greschichte, oder wie in seiner üntersachang der Königinhoferhandschrift, so
erinnern wir ans doch mit tiefer Dankbarkeit all dessen, was Büdinger der
Wissenschaft der (reschichtforschong gegeben. In drei dentschen Staaten
thätig — die lebendige Verkörperong des Znsammenhanges aller deutschen
Wissenschaft ist mein verehrter Lehrer den Sparen Bankes nachgegangen
and darzustellen bestrebt gewesen, wie „die Dinge eigentlich waren". Stärker
noch als bei Bänke tritt bei Büdinger klar aasgesprochen hen'or, dass —
so sehr alle menschheitliche Entwicklang an staatliche Entwicklang ge-
knüpft ist — mit dieser politischen Seite der Inhalt des menschheitlichen
Lebens bei weitem nicht erschöpft ist. Die Fülle der Ideen, wie sie von
einem (Schlechte dem nächsten, yon einem Volke dem anderen über-
geben werden, wie sie yon Stamm and Volk and Einzelwesen verändert
werden, das zu erforschen ist nach ihm eine Aufgabe der allgemeinen Ge-
schichte, mögen diese Ideen Zeit, Baum, Schicksal oder den Begriff der
Universalhistorie als eines einheitlichen Forschungsgebietes enthalten. Wenn
Büdinger seiner üniversalhistorie das Wort von Helmholtz über den Forächer
voranstellt: „Gleichzeitig tritt ihm die Gredankenwelt der civilisierten Mensch-
heit als ein fortlebendes und sich weiter entwickelndes Ganzes entgegen,
dessen Lebensdauer der kurzen des Einzelindividuums als ewig erscheint" —
so ist mit diesem Leitwort auch Büdingers Auffassung gekennzeichnet.
So erscheinen die vielumstrittenen Rankeschen Ideen nicht als transcen-
dentale, in ihrem zeitweiligen Eingreifen unverständliche, über den Volks-
seelen thronende Mächte, sondern als die g^ze positive Arbeitserrungen-
schaft, die stets vermehrt weitergegeben werden soll. Wir haben nicht zu
fragen, welchen Nutzen die Geschichte stiftet: sie ist die Wahrheit und
wir ihre Bekenner — aber freuen können wir uns, wenn wir empfinden,
dass ihre Wahrheit auch nützt, dass das Bewusstsein der Abhängigkeit
die ethische Erziehung fc)rdert, dass sie jenes rohe Eolonialbewusstsein des
alten Siciliens und des neuen Nordamerikas verhindert, nach dem der
Mensch die Wurzeln seiner Kraft allein iu sich trägt. Und ahnungsvolle
Deutung weist auf den Zusammenhang der Eantischen Lehre mit der Auf-
fassung von Zeit und Raum bei den Indogermanen hin. Wem die unge-
heueren Ideenketten, die über Jahrtausende sich spannen, so sichtbar sind,
wer die Erneuerung alter grosser Gedanken in späten Jahrhunderten so
deutlich übersieht, für den liegt die Gefahr nahe, zu viel Analogien, zu
viel Anspielungen zu vernehmen — eine Gefahr, der Büdinger mit zu-
nehmendem Alter nicht entgangen ist.
In seiner östeneichischen Geschichte hat Büdinger in feiner Darstellung
gezeigt, wie stammhafte Eigenart unter römischer Herrschaft fortlebt, wie
das Werden rmd Wachsen eigener Kultur auf unserem Boden vor sich ge-
gangen, zum Teil hervorgebracht durch die unermüdliche Arbeit deutscher
Mönche, die manuum propriarum apprehensione deutschen Boden schaffen,
442 Nachrichten und Notixen L
wie in stetem Schwanken zwischen Gewalt und Demut gegenüber dem
deutachen Reiche sich die slavischen Reiche zusammenadilossen , und am
dem Stürmen des Ostens die Grundlagen einer Vorhut deutschen Wesens
sich in unseren Grenzmarken bildeten.
Die Persönlichkeiten versuchte Büdinger scharf zu erfataen, Ererbtet
und Erworbenes zu scheiden und auch in den eigensten individueUen
Geistesbereich dort einzudringen, wo psjchopatiiische Zuatftnde wie bei
Don Carlos der einfachen psychologischen Erkl&rung Schranken setzen.
Gestalten, die an grossen Wendepunkten stehen und den Geist der
Zeit janusartig widerspiegeln, hat Büdinger mit Vorliebe behandelt, ApoUi-
naris Sidonius, den Bischof, der zur Zeit des Unterganges des westrSmischen
Reiches trotz seinem Aufwachsen in den Ueberliefemngen des römischen
Beamtentums und in der Abneigung gegen den Arianismus die Bedeutung
der Germanen voll erkennt ~ und Otto von Freising, den gelehrten Baben-
berger, der in der zitternden Gährung der Geister vor dem 2. Krenzsuge
schreibt. In die Werkstätte der Forscher sieht Büdinger mit onablftasigem
Bemühen. Wie Thukydides mit dem reichen Urkundenschatz des Alkibiades
frei und gross arbeitet und der Bischof Frechulf am Hofe der Kaiserin
Judith ad historiae veritatem vorzudringen sucht, zieht seinen Geist lebendig an.
Varietäten der Menschennatur und ihrer gesellschaftlichen Ordnungen vor-
zuführen, ist ihm eine Hauptaufgabe der geschichtlichen Forschung: die
römische und die englische Verfassung scheint ihm von diesem Gesichts-
punkte unendlich wichtig — die englische Verfassung behandelt er in einem
eigenen Werke, zur römischen Verfassung kehrt er immer wieder zurück,
zum Teil in den Bahnen seines Lehrers Rubino wandelnd, die Ton der Zeit
der hellgeschichtlichen Kenntnisse der Römer über ihre eigene Verfassung
nach rückwärts in dunkle Zeiten führen. Das Verhältnis des Dichters
CatuU zum Patriciat dient zur Aufhellung der alten Clanstellung des rö-
mischen Patriciates; und von dem Fehderecht der Indogermanen ergiebt
sich ein Einblick in das senatus consultum ultimum — in den „gesets-
massigen Staatsstreich" des römischen Patriciates.
Das Bewusstsein der von Büdinger so schön dargestellten Eulturüber-
tragung erfüllt uns voll, das Bewusstsein, dass die Fackel des Wissens der
Geschlechter vor uns hell leuchtend uns von diesen übergeben wurde, auf
dass sie wärme zum Heile und Nutzen unserer Zeit. Jeder einzelne von
uns fühlt so nach dem Beispiele Büdingers die Pflicht, nach seinen Kräften
beizutragen, dass er noch leuchtender die Flamme dem nachfolgenden Ge-
schlechte übergebe, jeder in seinem Kreise ein Hüter des errungenen Geistes-
Bchatzes, jeder ein Vermittler der Vergangenheit für die Kommenden.
Innsbruck. v. Scala.
Berichtigung. Oben S. 337 Z. 21 ist 'den' statt 'die' zu les^.
443
Nachrichten nnd Notizen n.
Die Lltteratiir des Jalires 1901 mr Geschichte Altpreaggens.
Den nachfolgenden Bericht, den zweiten, den ich für diese Zeitschrift
liefern darf, habe ich mit der Anerkennung und Abthuung einer bösen
Yergesslichkeit zn beginnen, deren ich mich leider in dem ersten Bericht
schuldig gemacht habe. Seit dem Jahre 1898 l&sst der Verein für die
Geschichte von Ost- und Westpreussen aUj ährlich eine Altpreussische
Bibliographie erscheinen, welche trotz ihres allgemeinen Titels nur die zur
altpreossischen G^eschichte (dieses Wort im umfassendsten Sinne genommen)
erschienenen Schriften yerzeichnet; diese höchst dankenswerte Zusammen-
stellung, die bisher immer von dem königl. Bibliothekar Dr. Walter
Me jer verfasst ist und zunächst in der Altpreussischen Monatsschrift ver-
Gffentlicht wird, in Sonderabdrücken aber auch den Mitgliedern des Vereins
angeht und in den Buchhandel kommt, liegt wie aus dem hier behandel-
ten Berichtsjahr fOr 1900 (48 S.), so natürlich auch ans dem Jahre 1900
fSr 1899 (68 S.) vor. — Neue zusammenfassende Darstellungen altpreusaischer
G^eschichte von irgendwelcher Bedeutung hat das Jahr 1901 nicht gebracht,
weder eine Gesamtgeschichte des Landes, noch auch Darstellungen der-
selben für grössere Zeiträume, und ebenso wenig Quellenverö£fentlichungen
allgemeinerer Art, so dass, was an darstellenden Arbeiten und an neuem
Qnellenmaterial erschienen ist, erst weiterhin, jedes an seiner Stelle, zu
erwähnen und zu behandeln sein wird. So darf ich sagen, obwohl an einer
Stelle mit dem erstmaligen Abdruck eines schon vor mehr als anderthalb
Jahrhunderten ver&ssten, aber bisher nur handschriftlich vorhandenen Werkes,
dessen erstes Drittel eine Gesamtgeschichte Preussens bis zum J. 1742 ent-
hält, begonnen ist, des in jener Zeit nach langen, sorgfältigen Vorarbeiten
niedergeschriebenen umfangreichen Werkes des preussischen Hofgerichts-
rats August Hermann Lucanus, welches den Titel fahrt: Preussens
uralter und heutiger Zustand oder historisch-geographische und politische
Abbildung des Königreichs Preussen; das davon jetzt vorliegende erste Heft,
von Bechtsanwalt Maczkowski im Auftrage der Litterarischen Gesell-
schaft Masovia (in Lötzen) besorgt, (Lötzen, S. 1—124) bringt eben die acht
ersten Kapitel mit jener Gesamtgeschichte und noch einige Seiten des
nächstfolgenden Kapitels über das Verhältnis Preussens zum römischen
Reiche. Von diesem mit vollster Gewissenhaftigkeit ausgearbeiteten Biesen-
werke ist der ganze weitere Rest, welcher den damaligen Zustand Preussens
eingehend beschreibt, nicht bloss für jene Zeit von grösster Bedeutung ge-
wesen, sondern dürfte auch dem heutigen Leser und Benutzer gewiss noch
mannigfaltige Belehrung bringen, so dass sein Abdruck, allenfalls mit einigen
Histor. YiertaUahnchrift. 1902. 8. 31
444 Nachrichten und Notizen 11.
Einschränkungen, ganz dankenswert sein wird. Aber gerade die Dmck-
legong jener ersten Kapitel entbehrt doch alles Nutzens und ist darum der
grossen Kosten nicht wert, denn für die Urgeschichte und das ganze übrige
Mittelalter hat der Verfasser nichts Anderes gegeben, nach seinen Vorlagen
nichts Anderes geben können, als was heutzutage als ganz und gar un-
brauchbar zu bezeichnen ist, und auch für die weiteren zwei Jahrhunderte
erfahren wir darin nichts Neues, selbst nicht fOr des Verfassers eigene Zeit.
Eine Einleitung über diesen selbst und über sein Werk wird hoffentlich
mit dem Schlussheft erscheinen; der Abdruck ist offenbar (leider!) ganz
und gar buchstäblich erfolgt, aber eine ganze Reihe von Stellen kann doch
so, wie sie da gedruckt sind, in dem mir augenblicklich unzugänglichen
Original unmöglich gestanden haben.
Ueber die für Altpreussen erst mit dem Anfange des 18. Jahrhunderts
voll abschliessende vorgeschichtliche Zeit liegen zunächst für die Archäologie
und die Anthropologie namhafte Untersuchungen nicht vor: ein Jahres-
bericht der Königsberger Altertumsgesellschaft Prussia ist nicht erschienen,
in den Schriften der Physikalisch - ökonomischen (Gesellschaft zu Königs-
berg (42. Jahrgang, S. 88—95) giebt H. Kemke ein Fundverzeichnis zu
den die Zeit der grossen nachchristlichen Gräberfelder Ostpreussens be-
treffenden Tafeln (7 — 15) des Albums der Berliner anthropologfischen Aus-
stellung vom Jahre 1880 — das Ergebnis höchst mühevollen Suchens, und
in den Schriften einiger Lokalgesellsch ften finden sich höchstens verein-
zelte Fundberichte. Nur der XXI. Amtliche Bericht über die verschiedenen
Sammlungen des Westpreussischen Provinzial-Museums (zu Danzig) für das
Jahr 1900, den wieder Professor Conwentz, der Direktor des Museums,
verfasst hat, enthält (S. 80 — 50) die überaus reichen Eingänge für die
vorgeschichtliche Sammlung nebst den Fundberichten dazu, und zwar ge-
ordnet nach den archäologischen Perioden; wenn aber neben der letzten,
der Eisenzeit, noch eine römische und eine arabisch-nordische Zeit ausge-
sondert werden, so glaube ich dagegen auch hier Widerspruch einlegen zu
müssen, denn in welcher Periode kommen wohl Funde römischen, (byzan-
tinischen,) arabischen oder nordischen Ursprungs allein oder vorherrschend
zum Vorschein? Die Eingänge des Museums für die ethnologische Samm-
lung (S. 50 f.) gehören sämtlich der geschichtlichen Zeit an. Zwar ist eine
zum Teil aus Rentierhom bestehende und mit der eingeritzten ein^M^en
Zeichnung eines Ren geschmückte kleine Dose im Jahre 1900 im Kreise
Kulm gefunden, aber als ein Beweis für das Zusammenleben jenes nordi-
schen Tieres mit dem Menschen in unseren Gegenden darf sie doch nicht
gelten, da Conwentz in einer Sitzung der Danziger Naturforschenden Ge-
sellschaft hat nachweisen können, dass die Dose selbst ein Machwerk der
letzten Zeit und die Zeichnung eine „neuere Arbeit aus norwegisch Läpp-
land^^ ist. An derselben Stelle hat Prof. Dorr (Elbing) einen Vortrag über
die prähistorische Bevölkerung in Altpreussen gehalten, aber so sehr auch
wegen des vöUigen Mangels an unmittelbaren und zuverlässigen Quellen
die Ansichten über den Völkerwechsel auf „dem Gebiete zwischen Weichsel
und Pregel bezw. Memel" noch heute auseinandergehen, so darf man hier
doch auf keinen Fall mehr hintereinander Finnen, Teutonen, Goten, Wenden
Nachrichten and Notizen 11. 445
nnd zuletzt endlich die Frozen (die Aestier — nur .^wahrscheinlich" dem
lettischen Volksstamme angehörig?) sitzen lassen, und ebenso wenig ist es
heute noch gestattet den „weitgereisten*' Pjtheas bis zu unserm Samland
zu fuhren und seine Bemsteininsel Abalus als Samland anzusprechen oder
gar das l&ngst als eine Schulübung erwiesene Schreiben des Ostgoten-
kOnigs Theodorich an die Hästuer als eine historische Quelle heranzuziehen,
(üeber beide Vorträge, von Conwentz und von Dorr, s. die Schriften der
genannten (Gesellschaft.) Eine Abhandlung endlich von W. v. Landau
über Die Phönizier (Der alte Orient, 2. Jahrg. Heft 4; 30 S.) berührt die
nordischen PhOnizierfahrten gar nicht. — Hier darf ich mir vielleicht die
mahnende Frage erlauben, ob es nicht endlich auch bei uns, wie es ja
anderwärts (in Livland, Finnland, Schweden u. s. w.) längst mit gutem Erfolg
geschehen ist, möglich und an der Zeit wäre den überreichen Fundvorrat
zu einer zusammenfusenden wissenschaftlichen Untersuchung über unsere
Archäologfie zu verwerten.
Für die weitere Vorgeschichte sind im vorigen Jahre nur zwei den
h. Adalbert, den ersten Preussenapostel, betre£fende Arbeiten erschienen,
jede von berufenster Seite, die eine über die Quellen, die andere haupt-
sächlich über die (Gegend des Auftretens und des Martyriums des Heiligen.
üeber die Verfasser der drei gleichzeitigen und glaubwürdigen Lebens-
beschreibungen Adalberts sind bekanntlich von den verschiedensten Seiten
die verschiedensten Meinungen ausgesprochen und rmter Beweis gestellt.
So hat z. B. der Lemberger Gelehrte W. E^trzynski mehrmals als Verfasser
der jetzt sogenannten Vita I wieder, der alten Meinung Joh. Voigts folgend,
des Märtyrers Stiefbruder Gaudentius, den spätem ersten Bischof von
Posen, nachzuweisen versucht, die Vita n aber dem Nachfolger Adalberts
im Martyrium, dem Erzbischof Brun, abgesprochen und einem andern
röchsischen Geistlichen zuschreiben wollen. Wenn nun auch wohl bei un-
befangener Betrachtung die Auffassung, mit welcher Pertz (gegen Voigt) bei
der Herausgabe der beiden damals aUein bekannten Viten im 4. Bande der
Monumenta Germaniae hervorgetreten ist, die Vita 1 rühre von Johannes
Canaparius, dem Abte desjenigen römischen Klosters, in welchem Adalbert
selbst eine Weile als Mönch zugebracht hat, die Vita n dagegen von
Brun her, als die richtigere erscheinen muss, so hat doch Max Perlbach
mit Bücksicht auf die Stellung, die Eftrzynski nun einmal einnimmt, die
dankenswerte grosse Mühe nicht gescheut die Sache noch einmal ernstlich
und gründlich anzufassen. Eine kritische Untersuchung über eine mittel-
alterliche Quelle als das letzte Wort in der Sache anzusprechen ist gewiss
höchst misslich, aber der ebenso tief eindringenden, wie weit ausgreifenden
und gewiss alles Vorhandene umfassenden Forschungsmethode Perlbachs
gegenüber dari man ein solches Urteil schon einmal wagen, und ich bin
auch hier fest überzeugt, dass P. in seiner Abhandlung Zu den ältesten
Lebensbeschreibungen des h. Adalbert (Neues Archiv d. Ges. f. ältere
deutsche Geschichtskunde, Bd. 27, S. 37 — 70) auch ohne neue Quellen die
Pertzsche Ansicht endgiltig als die richtigere erwiesen hat. Den Streit
über das Verhältnis der beiden Gestalten der Brunschen Lebensbeschreibung
will P. — gewiss auch mit Becht — dahin entscheiden, dass die kürzere
81»
446 Nachrichten und Notizen IL
Form jünger igt, aber doch auch Bnin selbst zum Verfasser hat; über die
Passio 8. Adalperti endlich, die P. doch vielleicht etwas zu gering ein-
schätzt, wird nur nebenbei, ohne neue Ergebnisse gehandelt. — Den Mis-
sionsversuch Adalberts von Prag in Preussen selbst hat der Verfasser der
letzten wissenschaftlichen Lebensbeschreibung des Heiligen (1898), Prof
H. G. Voigt, einer neuen Untersuchung unterzogen (Altpreuss. Monats-
schrift, S. 317 — 397; auch in Sonderausgabe erschienen). Der Hauptwert
dieser neuen Untersuchung liegt darin, dass in höchst scharfsinniger Weise
und offenbar mit gutem Erfolg der Versuch gemacht wird, die zahlreichen
Zeitangaben der Viten durch Vergleichung mit dem mönchischen Ritus,
mit der von ihm bedingten Tageseinteilung und den kirchlichen Tageszeit-
bezeichnungen in Einklang zu bringen imd dadurch auch die von Adalbert
und seinen Begleitern zurückgelegten Entfemimgen einigermassen festzu-
stellen. Die Landung der Missionare lässt V. jetzt nicht mehr auf dem
südlichen Teile der Westküste Samlands erfolgen, sondern im Haff, an
der Pregelmündung, dann seien sie auf einem Kahn bis zur Stelle des
heutigen Königsberg gelangt und endlich wieder zurück (teils zu Wasser,
teils zu Lande) mehrere Meilen weit westwärts über die Landimgsstelle
hinaus, bis sie Ton feindlichen Eingeborenen eingeholt wurden und Adalbert
selbst sein Ende fand, also wenigstens nicht unmittelbar bei Tenkitten.
In längerer Auseinandersetzung weist er dann noch darauf hin, daas auch
die östlichste Ecke der Nordküste Samlands, der Fuss der karischen
Nehrung, zu den Ortsbeschreibungen der Viten nicht ganz schlecht za
stimmen scheine, aber das Martyrium ernstlich dorthin zu verlegen h< er
doch auch für ausgeschlossen. In einer zweiten Abteilung sucht V. nach-
zuweisen, warum Adalberts Missionsversuch hat scheitern müssen. Weiter
auf die vielfachen und wertvollen Einzelheiten der Abhandlung selbst und
ihrer reichen Anmerkungen einzugehen, muss ich mir hier leider versagen.
(S. meinen Bericht in den Monatsblättem f. d. Qesch. von Posen.)
Für die historische Zeit des Mittelalters ist das Jahr 1901 nur wenig
fruchtbar gewesen. In einem polnisch geschriebenen grossem Au&atse hat
St. Zakrzewski wieder einmal die in den Jahren 1217 — 1224 erlassenen
Schenkungsurkunden polnischer Herzöge und Grundherren für den preussi-
sehen Missionsbischof Christian ausführlich behandelt, und nach einem
kurzen Berichte darüber im Anzeiger der Akademie der Wissenschaften
zu Erakau (S. 180 — 185) wird man der Arbeit die Bezeichnung als geist-
reich, vielleicht „zu geistreich" nicht gerade absprechen können, aber
für die weitere Entwickelung der kulmisch-preussischen Verhältnisse, fSr
die Auffassung derselben dürfte dabei kaum etwas Neues von Bedeutung
herausgekommen sein; dass der grössere Teil der in jenen Urkunden ge-
schenkten Orte im Kulmerlande selbst gelegen habe, dürfte zuzugeben sein.
— In der kleinen Abhandlung Perlbachs Zur Vorgeschichte des Bischofs
Johannes I. Cläre von Samland, der 1310 vom Kapitel gewählt, aber erst
1819 vom Papste bestätigt wurde, wird für diese Zeit das Verhältnis der
preussischen Bistümer zu ihrem Metropoliten, dem Erzbischof von Biga,
und zur päpstlichen Kurie scharf und gut beleuchtet. — Von der wahrhaft
grossartig angelegten Arbeit über Die Kolonisation des Ermlandes giebt der
Nachrichten und Notizen II. 447
Brannsberger Professor V. Röhrich in der Zeitschr. f. d. Gesch. u. s. w.
Ermlands wieder eine neue Fortsetzung, das vierte Kapitel, in welchem er
auf nicht weniger als 16 Druckbogen (Heft 41, S. 742—980) allein die Be-
siedelung und Besetzung der südlichen Hälfte des Kreises Braunsberg zur
Darstellung bringt, jenes ursprünglich die Wewa genannten Gebietes mit
der kleinen Stadt Mehlsack, das bei der ersten Aufteilung zwischen Bischof
und Kapitel dem letztem zugefallen war, und dessen Besiedelung infolge
der regen Bethätigung seiner Landesherrschaft bereits im zweiten Viertel
des 14. Jahrhunderts als „im Grossen und Ganzen zu Ende geführt^^ er-
scheinen darf. Aber der Verfasser hat sich nicht bloss auf diese Zeit der
ersten und eigentlichen Kolonisation beschränkt, sondern, wie auch schon
in den früheren Kapiteln, den ganzen irgend erreichbaren Urkundenvorrat
herangezogen und die Geschichte der Besitzverhältnisse der einzelnen Ort-
schaften auch viel weiter hinaus, bisweilen bis in die neueste Zeit hinein
verfolgt. Untersuchungen dieser Art bieten aber natürlich auch nach ver-
schiedenen anderen Richtungen hin reiche und dankenswerte Aufklärungen,
80 ganz besonders zur Beantwortung der Frage, woher die deutschen Be-
siedler Altpreussens stammen, einer Frage, welche infolge der bunten
Mannigfaltigkeit der bei uns gesprochenen deutschen Dialekte leicht hervor-
gerufen wird und oft auch bereits ernstlich in Untersuchung genommen
ist, ohne dass man bisher, vollends in Bezug auf das Ganze, zu einem auch
nur einigermassen abschliessendem Ergebnis gekommen wäre. Auf die
grossen Schwierigkeiten, die sich da entgegenstellen, hat H. Tümpel in
einem auf der Jahresversammlung des Vereins für niederdeutsche Sprach-
forschung gehaltenen Vortrage über Die Herkunft der Besiedler des Deutsch-
ordenslandes (Jahrbuch des Vereins, XXVII, S. 43—57) sehr gut hinge-
wiesen. Er kommt dabei weiter zu dem Schlüsse, dass „schon im Mittel-
alter die Masse der Bevölkerung [Preussens] in Stadt und Land niederdeutsch
redete und also aus niederdeutschem Gebiet eingewandert" sein müsse,
dass dagegen die hochdeutsche Sprachinsel, d. i. der grösste Teil des Ober-
landes und das südliche Ermland, ihre Bewohner wohl meist aus Schlesien
bezogen haben dürfte; den mitteldeutschen Charakter aber der in den amt-
lichen Urkunden und in den litterarischen Erzeugnissen zur Anwendung
gekommenen Schriftsprache erklärt er mit Recht daraus, dass sich der
Orden selbst sowie zum mindesten drei von den vier Domkapiteln so gut
wie aosschliesslich aus Mittel- und Oberdeutschland ergänzten. Die aus
Simon Ghrünau entlehnte einschlagende Stelle der Chronik Lukas Davids
durfte hier aber selbst unter Anerkennung dieses Verhältnisses auf keinen
Fall herangezogen werden. — Dr. Liedtke bringt in den Mitteilungen der
Litterarischen Gesellschaft Masovia (S. 235—249) aus dem ihm unterstehen-
den bischöflichen Archiv zu Frauenburg — ohne Einleitung, aber mit er-
klärenden Anmerkungen — 18 Urkunden über kirchliche Orte und Geistliche
in Masuren vor der Reformation (zwischen 1481 und 1610) in wörtlichem
Abdruck. Weit überwiegend dem 14. und dem 16. Jahrhundert gehören (nur
einzelne auch dem 16.) femer diejenigen Urkunden an, welche v. Mülver-
stedt aus den Handfestenbüchem der Hauptämter Masurens (im weitern
Sinne) entnommen hat und ebenda (S. 14—38) in Auszügen und mit einer
448 Nachrichten und Koüxen IL
sehr belehrenden Einleitung als Beiträge nur Mararischen Orts- und Adels-
knnde mitteilt. Vom spätem Mittelalter bis weit in das 18. Jahrhnndert
hinein reichen dagegen die Mitteilungen, welche der inswifl<^en yerstorbene
jüngere Toeppen unter dem Titel Quellenbeitrige zur Geschichte des Rats
und Gerichts der Stadt Marienburg in der Altpreuss. Monatsschrift (S. 192—249)
yeröffentlicht hat: bis zum Jahre 1769 hinab die Namen der Bürgermeister
der Stadt sowie die Anzahl und je nach ihrer Bedeutung die Namen der
neu eingetragenen Bürger, weiter die SchOppenordnung Tom Januar 1670
nebst späteren Aenderungen und Zusätzen, endlich die Mitglieder des Rates
von 1731 — 1771. Hier mag dann endlich auch noch ein Buch Erwähnung
finden, dessen Kern selbst zwar nur bis auf den Beginn der zweiten Hälfte
des 15. Jahrhunderts zurückgeht, dessen Einleitung aber die Entwickelung
des behandelten Gegenstandes noch ein Tolles Jahrhundert weiter hinauf
Terfolgt: Dr. Salka Goldmann, Danziger Yerfassungskämpfe unter pol-
nischer Herrschaft (Leipziger Studien aus dem Gebiet der Greschichto, Yü 2,
121 S.). Diese inhaltreiche Arbeit, die um so achtbarer und anerkennens-
werter ist, als der Verfasserin vollends für den Hauptteil ausser des alten
Lengnich vor fast anderthalb Jahrhunderten verfasstem Werke ^J^^ Stadt
Danzig Verfassung und Recht^* keine neuere Bearbeitung Torgelegcn hat,
vielmehr alles erst aus archivalischem Material (Danzig und Dresden)
herausgearbeitet werden musste, wirft in ihrem ersten Teile einen Bück-
blick auf die Verfassung Danzigs unter dem Orden und auf die städtischen
Verhältnisse im ersten Jahrhundert der Vereinigung mit Polen und bringt
dann in dem zwei Drittel des Ganzen umfassenden Hauptteile die Ver-
fassungsrevisionen des 17. und des 18. Jahrhunderts, bis zum Uebergange
Danzigs an Preussen, zur Darstellung. Wenn ich mich unter Berufung auf
die schon oben (S. 152) von anderer Seite gegebene Besprechung des Buches
darauf beschränke zu sagen, dass die beiden Abschnitte des zweiten Teiles
die Erweiterung der Kompetenzen der m. Ordnung und den Kampf der-
selben gegen den Rat behandeln, so dürfte das Ziel, dem das beinahe zwei
Jahrhunderte währende Ringen gegolten hat, hier zur Grenüge bezeichnet
sein. Ausser denen, die durch eigene Arbeit mitten in der Sache selbst
stehen, dürfte wohl kaum jemand sein, dem hier nicht auf jeder Seite, in
fast jedem Satze Neues in reichem Masse geboten würde. Je mehr und so
gern ich aber den hohen Wert dieser mühevollen Arbeit dankbar aner-
kenne, um so mehr muss ich es bedauern nicht ganz verschweigen zn
können, dass doch so manche unangenehme Entgleisungen stilistischer und
auch sachlicher Art untergelaufen sind, die sich bei einiger AufiooLerksamkeit
leicht hätten vermeiden lassen und wohl auf dieselbe Ursache zurückzu-
führen sind wie die nur zu häufigen Verdrehungen von Namen.
Aus der die neuere Zeit Altpreussens behandelnden, wieder etwas reich-
licher bedachten vorjährigen Litteratur dieser Gruppe liegen zunächst für
den ersten Herzog von Preussen, Albrecht von Brandenburg, zwei Abhand-
lungen vor: Professor Tschackerts Dorothea, die erste preussische Her-
zogin (gest. 1547), und des Rechtsanwalts Maczkowski Der Abenteurer
Paul Skalich rmd seine Besitzungen in Preussen, speziell in Masuren. In
der ersten Abhandlung (HohenzoUem- Jahrbuch , 5. Jahrg., S. 87 — 98) wird,
:*xt =&i y:«LiÄ Z 449
imd zwar ftOMdilietclieli unter BenstEzs^ W£iTxiicc.^r VJL^Zec. nmeiss
Ton Briefen, ein w<dilgeliingen<4 Bild der «rftec «irscJÜLliz. Hen«.-^ Albr^^h:«^
der dänischen Könignochter. «exeic^Bee v^cl«? *« ihr^= «j^ncn ti« 1:1 i*in»s
letzten Augenblick in aafiriciixigf<«r -zad. i&ni^fSK- Z-zn'iizzx^ nsd Liel^
anhing und sich auch ron seiner Seite di^ t-I-IÜ^ srlr-i-rhr »jesiniTiag. ir^f::^*te
Anhänglichkeit und ToUstes Tertra^ien «h*-*!! i - er^*rt*rn zzLd daaeind n
erhalten vervtanden hat. In der rveiten Ar^-eit Mineilunf^n d^r . . . IIa*
sovia, 7. Heft, S. 1*5 — 2*4 geht dem Haspoeile eise „Vorl-emerfcxng- mit
einer kurzen^ auf gedmckten Vorlagen hinter desen d>:h manche neaexe
vergessen ist beruhende Biographie jecc« ci?rrv-lrdi^n Mannes voraus,
der die bösen und TerhängnirroIIen Wirren der Irtzten Leihen«- und Re-
giemngsjahre Albrechts ganz unsägiich T^rmehrt :ind rerschlimmert hat:
Neues erfahren wir hierbei nicht, das« ac-er Skalich nicht erst im Augun
1666, eben als die polnische Untersuch'^ngskommission hereinkam, auf und
davonging, sondern bereits genau ein Jahr vorher, war «chon aus dem an-
gefahrten Aufsatze von Joh. Voigt zu entnehmen Im zweiten Abschnitt
werden die überreichen Landscbenkungen. mit denen der greise und kör-
perlich und geistig schon ganz fchwache Fürst «einen vertrautesten Rat
überschüttet hat, bis auf einen mir doch etwas fraglichen Punkt einwandfrei
behandelt. Der dritte Abschnitt endlich enthält alle auf den merkwürdigen
Mann bezüglichen preussischen Urkunden in wörtlichem Abdruck. — Zur
Reformationsgeschichte der Stadt Danzig hat Dr. G. KOtz auf Grund
umfassender litterarischen und archivali^chen Studien Die Dauziger Kon-
kordienformel über das Heilige AbendmahL Notel genannt, und ihre Apo-
logie (1561 — 1567) eingehend behandelt und den ersten Teil seines Werkes
als KOnigsberger Doktorarbeit 65 S. veröffentlicht, dann aber no«:h unter
dem Titel Beiträge zur Quellenkunde der Dauziger Kirchengeschichte eine
Programmabhandlung Keumark Westpr.. 34 S. 8. nachfolgen lassen,
welche die Litteratur zu jener Schrift enthält. Letztere dürfte aber auch,
weil in ihr eine grosse Anzahl in Danzig vorhandener Handschriften und
alten Drucke, darunter manche gute Ergänzung zu den Sammlungen Bert-
lings, beigebracht wird, einen gewissen allgemeinem Wert beanspruchen
können. Für die Geschichte Westpreussens im spätem 16. Jahrhundert
setzt Professor W. Behring Elbingy seine archivalischen Studien fort
(s. den vorigen Bericht und hat jetzt Zeitschrift des Westpreuss. Ge-
schichtsvereins, 43. Heft, S. 163—218 von seinen auf zwei Aufsätze be-
rechneten Beiträgen zur Geschichte des Jahres 1577 den ersten unter dem
Titel Danzig und Dänemark im J. 1577 erscheinen lassen, und zwar
wieder in der Weise, dass der Darstellung selbst die den Archiven zu
Danzig, Königsberg, Berlin und Kopenhagen entnommenen Akten beigegeben
sind. Danzig hatte sich bekanntlich nach der zwiespältigen polnischen
KönigBwahl vom Dezember 1575 für Maximilian von Oesterreich (den Kaiser)
erklärt imd hielt an ihm so fest, dass der Gegenkönig Stephan Bathory
zur Belagerung der Stadt schritt ; was nun während derselben in der Stadt
geschah, und namentlich die doch nicht so ganz aussichtslos erscheinenden
Bemühungen der populären Partei der IE. Ordnung es zum offenen Anschluss
an Dänemark zu bringen, bilden den Gegenstand des vorliegenden Aufsatzes.
450 Nachrichten nnd Notizen IL
Fast zwei volle Menschenalter sjAter, im zweiten Viertel des folgenden
Jahrhunderts, spielt der ebenfalls die westpreussische nnd besonders die
Danziger Qeschichte dieser Zeit behandelnde Inhalt einer Arbeit, welche
Dr G. Sommer feldt, dessen Fleiss und Spürsinn, dessen grosse Geschick-
lichkeit sich schon mehrfach, zumal auf dem Gebiete der Familiengeschichte,
bewährt hat, unter dem Titel Zur Geschichte des Pommerellischen Woi-
woden Grafen Gerhard von Dönhoff (f 23. Dezember 1648) in der Zeit-
schrift des Westpreuss. Geschichtsvereins (43. Heft, S. 221 — 266) veröffent-
licht. Wesentlich auf Grund von Danziger und Königsberger Arehivalien
wird da die heimische Wirksamkeit jenes Mannes geschildert, der, zugleich
polnischer und herzoglich preussischer Unterthan, im polnischen Dienste
bis zu den höchten Aemtem und Würden aufgestiegen war, wobei eine
grosse Rolle die Beziehungen zu Danzig spielen. Um das Lesen seiner
Arbeit angenehmer zu machen, hätte aber der Verf., statt die unverkürzten
Akten durch kurze Verbindungen einfach aneinanderzureihen, sie lieber zu
einer leichter verständlichen und übersichtlichen Darstellung verarbeiten
sollen. Die Geschichte des durch den nächsten schwedisch-polnischen Krieg
veranlassten, furchtbar verheerenden Einfalles der Tartaren in das östliche
Preussen vom Jahre 1656 hatte schon der bekannte preussische Litterar-
historiker Pisanski in seiner Nachricht von dem . . . Einfalle der Tartaren
in Preussen „aus zuverlässigen Urkunden zusammengetragen^* und 1764 zu
Königsberg erscheinen lassen; jetzt hat man dasselbe in den Mitteilungen
der . . . Masovia (S. 85 — 122) ohne irgendwelche Einleitung oder sonstige
Bemerkung von neuem zum Abdruck gebracht. Im engsten Zusammenhange
mit denselben Kriegen steht bekanntlich die Errungenschaft des Grossen
Kurfürsten, durch welche der zweite Grundstein zum Aufbau des preussi-
sehen Staates gelegt ist, die Erwerbung der Souveränetät für das Herzog-
tum Preussen; es ist aber auch bekannt, dass die Anerkennung dieses Ge-
winnes den schärfsten Widerstand gerade in Preussen selbst gefunden hat;
Führer der städtischen Opposition war dabei der Vorsteher des kneip-
höfischen Stadtgerichtes, der vielgenannte Schöppenmeister Hieron jmus Roth
(so hat er und ebenso haben seine nächsten Verwandten den Namen stets
geschrieben). Ein Fremder, Dr. Otto Nugel, ist es dieses Mal gewesen,
der sich die Mühe, den Familien- und Privatverhältnissen, dem öffentlichen
Wirken und dem tragischen Ende dieses Mannes an der Hand des reichen
Aktenvorrats auf das gewissenhafteste nachzugehen, nicht hat verdriessen
lassen und dann seine Ergebnisse in einer umfangreichen, angenehm les-
baren Abhandlung veröffentlicht hat (Forschungen z. brandenburg. u. preuss.
Gesch., 14. Band S. 893—478). Gegen den sachlichen Inhalt dürften Ein-
wendungen, vollends von Belang, kaum zu erheben sein, und was die Auf-
fassung betrifft, so hat der Verf. redlich darnach gestrebt, nicht bloss seinem
Helden, dem „Märtyrer des alten ständischen Wesens*^ ohne seine Schwächen
und Fehler zu übersehen, gerecht zu werden, sondern auch allen seinen
Gegnern. — Die fast genau ein Jahrhundert nach der kurz vorher erwähnten
polnischen Königswahl fallende Wahl Johann Sobieskis (1674), die ja aller-
dings mit der westpreussischen Geschichte nicht gleich unmittelbar zu-
sammenhängt, hat dem verdienten Berliner Professor Ferdinand Hirsch
Nachrichten imd yotüen IL 45]^
TO Ewei weitrolleii Ahhmndlimg^ii Tenuilassniig gegeben: Zur Geschichte
der poliiifli^en KOnigswahl von 1674 (Zeitschr. des Westprenss. Geschichts-
Tereins, 43. Heft S. 3 — 160; und Die Wahl Johann Sobieskis zum König von
Polen 1674 (Histor. Zeitschrilt Bd. 87 S. 224—269). Die letztere, auf Dan-
nger und Berliner Archivalien beruhende Arbeit berührt uns kaum, in der
andern aber giebt H., nachdem er in der Einleitung (bis S. 25) hauptsächlich
die polnisch -preassiBchen Verhältnisse und die Teilnahme der westpreussi-
Bchen Stände and besonders Danzigs an dem Hauptakte selbst und an den
vorangehenden Komitialversammlungen sowie die dabei zur Sprache ge-
kommenen preussiachen Landesrechte und Landesbeschwerden behandelt
hat, die dem Danziger Archiv entnommenen Schriftstücke i^die Rezesse über
jene Terhandlnngen, die Relationen der Bevollmächtigten Danzigs u. s. w.)
som Abdruck. Eine ganz hervorragende Stellung in der vorjährigen Litte-
ratur nnaerer Provinzialgeschichte nimmt dann die wieder von einem
Fremden, Bob. Bergmann, herrührende Greschichte der ostpreussischen
St&nde nnd Steuern von 1688 bis 1709 ein (Staats- und sozial wiss. For-
achnngen, hrag. von Schmoller, XIX 1, 216 S.). Da dem reichen Inhalt
dieser mit vollster Sachkenntnis und schärfstem Eindringen verfassten
aktenmftssigen Arbeit über die letzten 16 Jahre der „zum Zwecke einer
Willigong^* berufenen ständischen Tagungen in allen seinen Einzelheiten
hier nachzugehen unmöglich ist, so seien, um von der durch sie gebotenen
vielseitigen Vermehrung unserer Kenntnis einen annähernden Begriff zu
geben, wenigstens die einzelnen Kapitelüberschriften aufgeführt. Das erste
Bach, die Organisation der Landtage, handelt auf das gründlichste über
Herrenstand und Landräte, Ritterschaft und Adel, die Städte, den Verlauf
der Landtagshandlung, das Kollegium der zum preussischen Landkasten
verordneten Oberkastenherren; im zweiten Buch (die Gegenstände der Ver-
handlungen, besonders der Kampf um die Finanzen) kommen zur Dar-
steUnng: die Forderungen des Fürsten, die Auffassung der Stände von der
'Steuer, die wirtschaftlichen Verbältnisse (in kurzer Darlegung), die Ober-
st&nde und ihre Besteuerung, die kleinen Städte und deren Accise, die
Einbeziehung der Schatullsassen, Jagd- und Forstbedienten, endlich die
K&mpfe der Oberstände mit den Städten Königsberg und deren Steuer-
wesen. Ein voller Einblick würde erst gewährt werden, wenn auch noch
die Ueberschriften der 66 Abschnitte, in welche diese Kapitel zerfallen,
wiedergegeben werden dürften. In einer Einleitung wird in gedrängter
Kfirze die Entwickelung von ., Landstandschaft und Landeshoheit in Ost-
preussen bis 1688*^ geschildert (S. 1 — 12), doch kann ich für meine Person
der Auffassung, welche der Verfasser den ständischen Verhältnissen d^r
Ordensseit entgegenbringt, nicht durchweg beistimmen. Aus der von dem
gleichzeitigen Marienburger Bürgermeister Samuel Wilhelmi, einem
studierten und gebildeten Manne, verfassten grossen Weltchronik für 1696
Ins 1786 hat Bich. Toeppen die Marienburg selbst und Westpreussen
betreffenden Stficke herausgezogen, sie mit einer kurzen Einleitung ver-
sehen nnd seit 1897 in Programmen des dortigen Gynmasiums zum Ab-
druck gebracht. Das dieses Mal vorliegende 4. Heft (S. 239—316) umfasst
die Jahre 1717 — 1721. — Die Jubelfeier der preussischen KOnigskrOnung
452 Nachrichten und Notizen IL
hatte die VeranlasBung dazu abgegeben, dass in der Festsitzung der Alter-
tumsgesellschaft Insterborg der Rektor Borgutzki einen Vortrag über den
dort geborenen and erzogenen Geistlichen hielt, der in zweiter Stelle bei
der Krönung selbst thätig gewesen und ebenfalls mit dem Bischofstitel aus-
gezeichnet worden ist, über den Oberhofprediger Bernhard v. Sauden.
Dieser Vortrag ist dann sehr beträchtlich erweitert, auch auf die Vorfahren
und auf die Kinder des Bischofs ausgedehnt und in dieser Grestalt in
der Zeitschrift der Gesellschaft (Heft 7 S. 1 — 99) zum Abdruck gebracht;
zu Grunde liegen demselben neben gedruckten auch reichliche handschrift-
liche Quellen yerschiedenster Art. Ebenfalls eine Jubiläumsschrift ist der
im Druck erschienene Vortrag (16 S.), in welchem der Oberkantor Birn-
baum die Frage beantwortet: Was hat die jüdische Gemeinde Königsbergs
König Friedrich I. im besondem zu verdanken? Dem König, welcher neben
manchem recht harten Edikt gegen die Juden seiner Lande ihnen doch
auch die Erlaubnis, den Talmud drucken zu lassen, gegeben hatte, musste
sich die Königsberger Judenschaft stets zu höchstem Danke verpflichtet
fühlen, da er ihr endlich die Anlegung eines eigenen Friedhofes gestattet
hat, denn damit sahen die Juden sich von der schweren Last befreit, ihre
Leichen zur Bestattung bis über die polnische Grenze, also über 80 Meilen
weit, fortzuschaffen. Die Zeit des letzten Herzogs und ersten Königs von
Preussen Friedrich (m.) I. betrifft weiter die von dem fälligen Jahrgange
der Zeitschrift für die Geschichte Emilands (S. 493 — 741) gebrachte Fort-
setzung, das vierte Kapitel, von des Braunsberger Professors Dittrich Ge-
schichte des Katholizismus in Altpreussen von 1525 bis zum Ausgange des
18. Jahrhunderts, die in grösster Ausführlichkeit und, wenn auch nicht in
vollständiger, so doch immerhin in höchst anerkennenswerter Objektivität
gehalten ist. (Die vier Kapitel sind auch zusammen selbständig in einem
Bande von 539 S. erschienen.) Gerade drittehalb Jahrhunderte der ost-
preussischen Geschichte hindurch laufen die Beiträge zur Agrargeschichte
Ostpreussens von Arthur Kern (Forschungen z. brandenburg. u. preuss.
Gesch., 14. Bd. S. 151—258), welche die Entwickelung der Verhältnisse der
preussischen Bauern und der im Laufe der Zeit ebenfalls zu Leibeigenen
herabgedrückten deutschen Dorfbewohner und weiter den Beginn ihrer Be-
freiung, ihrer Erhebung zu erblichen Besitzern und ebenso die Umwand-
lungen der ländlichen Gesindeverhältnisse auf Grund der Vorarbeiten von
Haxthausen, Knapp, Brünneck u. a., sowie an der Hand eines reichen archi-
valischen Materials zur Darstellung bringen. In Betreff seiner beiden Haupt-
punkte, der Bauern wie des Gesindes, bringt der Verfasser zuerst ein-
leitungsweise das Wenige bei, was ihm darüber aus der Ordenszeit bekannt
geworden ist, beginnt dann für die Bauern mit der Landesordnung von 1540
und für das Gesinde mit der von 1577, vollen Siegen des Adels, und fCLhrt
seine Darstellung mit ihren beachtenswerten Ergebnissen bis in den Anfang
der grossen innem Reform des preussischen Staates, bis zum J. 1804, hinab.
Mit einer Arbeit über die Belagerung von Danzig (1806/7) beschäftigt,
erhielt der Oberst A. v. Loebell das Tagebuch des Kommandeurs des
Eegiments Courbi^re, E. F. v. Loebell, für jene Zeit. Die Auszüge, die er
daraus unter dem Titel Ein Ehrendenkmal für die Verteidiger von Danzig
Nachrichten imd Notizen II. 453
1807, Ter5flent]icht (141 S.; 1 Plan u. 1 Karte), bieten zwar, wie er selbst
zngiebt, ftr die Kriegsgeschichte nnd för jene Episode selbst „nicht viel
Nenes**, aber sie gew&hien ein lebensfrisches Bild f&r die Stimmung, welche
bei einem guten Teile des preussischen Heeres trotz der im ersten Augen-
blick mehr als niederschmetternden Nachrichten Ton Jena, Stettin, Küstrin
u. 8. w. bald wieder aufkam und weiter herrschend blieb. Man wird die
Au&eichnungen gewiss gern lesen. — Drei hübsche Miszellen Aus dem
Franzoeeigahre 1807 teilt „auf Grund archivalischen Materials^ (Oeh. Staats-
archiT und Archiv des Kriegsministeriums zu Berlin) 6. Sommerfeldt in
der Altpreuss. Monatsschrift (S. 6M — 603) mit: das Treffen bei Heilsberg
am 22. Februar 1807, die zweite preussische Dragonerbrigade, genannt Bri-
gade von Langen, und Truppenbewegungen bei Willenberg, Soldau und
Neidenburg in der Zeit nach dem Tilsiter Frieden. Während der ersten
beiden Monate des Jahres 1818 hat Graf August Friedr. Phil. DOnhoff-
Friedrichstein, der tou 1798 — 1809 als Flügeladjutant zu der allernächsten
und vertrautesten Umgebung der beiden Könige gehört hatte, dann aber,
aus dem militärischen Dienste geschieden, an den so wichtigen öffent-
lichen Angelegenheiten seiner Heimat als Kreisstand und Landstand stets
den thätigsten Anteil nahm, ein Mann von scharfem Blick und durchaus
sachlich gerechtem Urteil, bei seinem Aufenthalt in Königsberg ein sehr
ausf&hrliches Tagebuch geführt. Aus diesen Aufzeichnungen, die sowohl
durch die vollste chronologische Zuverlässigkeit, wie durch das gänzliche
Znrficktreten des subjektiven Standpunktes vor anderen Quellen der Art
hervorragen, hat Max Schnitze einen reichen Auszug angefertigt, durch
den unter anderem auch auf die That Yorks und auf die Organisation der
Landwehr und die damit in Verbindung stehenden Personen und Ereignisse
manches neue und scharfe Schlaglicht geworfen wird, rmd unter dem
Titel Königsberg und Ostpreussen zu Anfang 1813 (96 S.; Bausteine zur
Preussischen Geschichte, 1. Jahrg. 2. Heft) veröffentlicht. — Erst am 8. De-
zember 1901 hat die Stadt Königsberg die letzten derjenigen Obligationen
vemichten können, welche sie infolge der ihr von Napoleon auf Darus Ver-
anlassung im Juni 1807 auferlegten Kriegskontribution von 12 Millionen Fr.
und der vielen anderen, dem Namen nach zwar der ganzen Provinz, in
Wirklickheit aber so gut wie allein der Stadt aufgebürdeten schweren Auf-
lagen an Zahlungsstatt ausgegeben hatte. Sowohl ihrer Entstehung nach,
wie nach dem ganzen Verlaufe der Entwickelung ist die Geschichte dieser
gewaltigen Kriegsschuld und ihrer Abzahlung nicht bloss zu einem nicht
unwesentlichen Teil der neuesten Geschichte der ganzen Provinz geworden,
sondern greift auch mehrfach in die allgemeine Staatsgeschichte über, so
dass die sehr eingehende, ausschliesslich aktenmässige Festschrift auf das
eingangs angefahrte Datum, welche der Stadtkämmerer A. Schaff über
Die Königsberger Kriegsschuldobligationen als einen „Beitrag zur Geschichte
der Königsberger Kriegsschuld'' veröffentlicht hat (78 S. 4^), mit Sicherheit
auf vielseitige Beachtung rechnen darf. Weite, ebenfalls über die Stadt
selbst hinausreichende Kreise hat auch der bekannte, aber immer noch
lange nicht aufgeklärte „Königsberger Muckerprozess" (1835 — 1842) gegen
die beiden Prediger Ebel von der Altstadt und Diestel vom Haberberg ge-
454 Nachrichten und Notizen ü.
zogen; derselbe ist, wie man ja weiss, durch eine Beleidigungsklage des
Reichsgp-afen Finck v. Finckenstein gegen Diestel hervorgerufen, denn^
nachdem das Gericht dem ostpreussischen Konsistorium unter Beilegung
der betreffenden Schriftstücke die pflichtm&ssige Anzeige davon gemacht
hatte, sah sich diese Behörde genötigt, gegen ihre beiden Untergebenen
disziplinarisch einzuschreiten. Schon im Jahre 1887, wo, wie auch lange
darnach noch, die eigentlichen Prozessakten „sekretiert^ waren, hatte der
damalige üniversitätsprofessor und Prediger Friedrich Zimmer Gelegen-
heit, gewisse beim Konsistorium vorhandene andere Akten einzusehen,
darunter auch das gewaltig lange, in den schroffsten und beleidigendsten
Ausdrücken abgefasste Schreiben Diestels an den Grafen, welches die Ver-
anlassung zu der den Hauptprozess einleitenden Privatklage abgegeben hatte,
und hat dann sofort unter Heranziehung weiterer mündlichen und schrift-
lichen Mitteilungen eine Darstellung dieses Teiles jener cause c^^bre auf-
gesetzt, wobei die Auszüge aus jenen Quellen und zumal aus dem Diestel-
schen Briefe besonders zu Worte kommen. Gewisse Rücksichten und
Bedenken bestimmten ihn jedoch damals, vorläufig noch von der Veröffent-
lichung des Aufsatzes abzustehen, und erst jetzt hat er ihn dem Druck
übergeben; zum Schluss aber fügt er noch ein über 66 Nummern um-
fassendes Verzeichnis der Litteratur des Prozesses bei (Zeitschr. f. wissen-
schafU. Theologie, 44. Jahrg. S. 263 — 812). Zu einem sichern Urteile zu
führen, sind indes auch diese aktenmässigen Beiträge, da alle Redenden
doch immer Partei sind, noch lange nicht im stände. Endlich in dieser
Gruppe noch folgendes. In einigen Heften der Deutschen Rundachau ver-
öffentlicht Professor G. v. Below unter dem Titel Aus der Zeit Friedrich
Wilhelms IV. Briefe von und an den Flügeladjutanten Greneral Gustay v. Below
und daraus in den beiden letzten Heften (November und Dezember) den
reichen Briefwechsel der Jahre 1846/47 mit dem aus der heimischen Ge-
schichte jener Zeit bekannten ostpreussischen Gutsbesitzer Ernst t. Saucken-
Tarputschen. Diese letzten Briefe, in denen sich die beiden nahe ver-
wandten und innig befreundeten Männer in vollster Offenheit zueinander
aussprechen, geben vielfach gute Aufschlüsse sowohl über den furchtbaren
Notstand, der in jener Zeit die Provinz heimsuchte, und über das meist
nicht einwandfreie Vorgehen der Berliner Centralregierung und der höheren
und niederen Lokalverwaltungen, sowie andererseits auch über die Vor-
geschichte des vereinigten Landtages.
Nachdem die Münzen und die Münzgeschichte des Deutschordens-
staates und des Ordenslandes seit den Arbeiten von Vossberg (1841 und
1848) und von Bender (1860) nicht mehr im Zusammenhange wissenschaft-
lich behandelt worden sind, die der herzoglichen und der königlichen Zeit
noch niemals und ebenso wenig die polnisch-preussischen , hat endlich die
gewaltig grosse Sammlung der preussischer Münzen jeder Art und aller Zei-
ten in der neuen Marienburg, welche auf Veranlassung und unter der Leitung
des Vereins für die Herstellung und Ausschmückung der Marienburg zu-
sammengebracht ist und immer noch vermehrt wird, die Anregung zu einer
allgemeinen Bearbeitung dieses numismatischen Gebietes gegeben, und diese
Arbeit ist den Händen keines Geringem als Dr. Emil Bahrfeldt anver-
Nachrichten und Notizen IL 455
timat. Denelhe hat denn anch hereits einen recht bedeutenden Qnartband:
Die Mfinsen- und Medaillen-Sammlong in der Marienburg. I. Band: Münzen
und Medaillen der Prorinz Prenssen Tom Beginn der Prägung bis zum
Jahre 1701 (210 S.) aasgearbeitet, und zwar unter Mitwirkung des be-
kannten wiaaenschaftlichen Mfinzensammlers Geh. Sanitatsrat« Dr. Jaquet
und des Predigers Seh wandt, dea Kustos des genannten Vereins, und ihn
mit 11 Münztafeln und zahlreichen Abbildungen im Texte ausgestattet.
Ein Werk Ton der Art des Torliegenden und auf diesem besondem Gebiete
hier eingehend und nach Toller Gebühr, ja auch nur andeutungsweise zu
würdigen, Terbietet schon allein der Baum, aber der Name Tollends des
eigentlichen Verfassers kann ausreichende Gewähr dafür sein, dass wir in
ihm nur TreflTliches und soweit irgend möglich Abschliessendes zu erwarten
haben. Wie die Marienburger Sammlung selbst sich nicht auf Ostpreussen
allein beschränkt, so ist schon der rorliegende Band nicht bloss dem
Ordensstaate und den preossiichen Herzogen allein gewidmet, sondern muss
in seinem letzten Kapitel 1618 — 1701) natürlich schon auf Brandenburg
hinübergreifen, und selbstverständlich ebenso wird es nach der Ankündigung
in der Torrede mit den weiteren drei bii vier Bänden gehalten werden.
Bei einer ganz kurzen Auffuhrung, bei Verweisungen auf von mir seilest
hezTÜhrenda aosf&hrliche später in der Viertetjahrschrift erscheinende Be-
qmchnngen darf ich es für die folgenden drei grosseren Werke bewenden
lissm, von denen zwei bereits in das Gebiet der provinziellen Lokalgeschichte
im engem Sinne hineingehSren. Das ente, überaus verdienstvolle Buch, des
Oberregierangsrats Schicken. Wasserwege und Deichwesen in der Memel-
niedernng, eine geschichtliche Darstellung 472 S., mit 1 Karte;, schildert
in sehr genaoer, durchaoä aktenmässiger Nachweisung die höchst mühe-
volle und bis vor nicht allzu langer Zeit meist beinahe erfolgt gebliebene
Arbeit der Eindeichung jenes grossen und zum guten Teile heute schon
sehr frnditbttren Gelnetes. Die anderen beiden Bücher sind die in jeder
Bexiehimg hfichst anerkennenswerte Geschichte der Stadt Creuzburg Ostpr.
^n (Lehrer) Wilhelm Sahm 291 S.. mit Siegeltafeln und einem Stadt-
plan) und das za der Sammlung Deutsches Land und Leben in Einzel-
gduldflmngen gehOnge Buch von Professor Aloii Blndau: Oberland,
Crwa^anH^ Natangen und Barten, eine Landes- und Volkskunde, mit 6S Ab-
bOdnngcn imd 5 farbigen Karten 33d S. .
Unter dem nnscheinbaren Titel Gehl weiden und Gross -fiominten in
Urfcnndcn nnd Akten des 1< bis 19. Jahrhunderts bietet G. Sommerfeldt
(MitteOnngen der . . . Masovia. S. 129—172: anch separat Brannsberg, 44 S.;
fin» nach sehr vielen Richtongen hin, (ranz besondere für Familien', Orts-
nnd Verwnhangsgescfaichte. «elcen lehrreiche ZusammenAtellnng roo Nach-
riditeB fiber den Besitzwechsel in Landstrichen, difs heutzutage zum guten
Tefle za dem so viel genannten Forst Bominten gehören oder ihm do';h
Qunittelbnr benachbart «ind. In dem Aaf»atze af^er Ine of^erländiAcben
HaaptiBter und Landgerichte n^'^At ihr'm VfirwaAusn 0^«erUndiii/:fae Ge-
sdiicfatsbiltter. 3. Heft -S. 1—73 Lat v M^iveritedt hauptsächlich auf
Grand der in den Aemtern g*f:hrvni HaojiWcher die Hauptleiste der a/:ht
HaapCftmter. «owie die Lacdh/:c:er und Labd^ich^ffen dieses ehemaligen
456 Nachrichten und Notizen IL
Kreises zusammengestellt, giebt aber auch in den Einleitungen zu den
beiden Abteilungen gute Nachrichten über die Einrichtung und die Kompe-
tenzen der betreffenden Behörden und Beamten, sowie bei den Hauptleuten
auch noch weitere Personalnachrichten. Ebenda (S. 74 — 99) sind reiche
urkundliche Beitrilge Zur Oeschichte der Maldeutenschen Güter (Kreis
Mohrungen) für die Zeit von der Mitte des 17. bis zu der des 18. Jahr-
hunderts von y. Houwald abgedruckt. Zwei recht beachtenswerte Bei-
träge zur heimischen Stadtgeschichte in der Altpreuss. Monatsschrift
rühren wieder von G. Sommer feldt her. Zuerst (S. 136 — 147) Wichtigere
Abschnitte aus der Ortelsburger Stadtchronik: die Zeitereignisse bis 1807,
und dann (S. 433 — 462) Zur Allensteiner Stadtchronik der Jahre 1802 bis
1827 und zur Geschichte des Schulwesens zu AUenstein in der ersten Hälfte
des 19. Jahrhunderts. Drei Miszellen zur Geschichte von Osterode hat Pro-
fessor Schneider in der Programmabhandlung des dortigen Stadtgym-
nasiums zusammengestellt, zwei von ihnen allerdings, die Wegnahme
Osterodes durch Gustav Adolf (1628) und der Aufenthalt der Königin Luise
in 0. (November 1806), nur auf Grund gedruckter Vorlagen, w&hrend die
dritte, Osterode in Versailles, auf eigener Anschauung beruht. Dass sich
in Versailles ein auf Befehl Napoleons gefertigtes Gemälde mit einer Dar-
stellung der Stadt 0. befände, davon hatte man schon lange dunkle Kunde
gehabt, in letzter Zeit auch schon bestimmtere Nachricht darüber erhalten,
und hier giebt nun S., der selbst das Bild beim Besuche der letzten Welt-
ausstellung in Augenschein genommen hat, eine sehr genaue Beschreibung
davon; an dieser Stelle mag die Angabe genügen, dass das „stattliche^,
„farbenprächtige", „Inhalts- und figurenreiche" Bild die Unterschrift trägt:
„Napoleon k Osterode, accorde des grftces auz habitans. Mars 1807." —
In dem äusserst ansprechend geschriebenen und dem sachlichen Inhalte
nach (von wenigen Einzelheiten abgesehen) vorsichtig und zuverlässig ge-
arbeiteten, auch mit einigen (anderwärts entnommenen) Abbildungen aus-
gestatteten Schriftchen Der Dom zu Königsberg, ein Denkmal der ge-
schichtlichen Entwickelung Altpreussens (96 S.), erzählt Laura Frost nicht
bloss die Geschichte der Domkirche und der Domgemeinde selbst, sondern
weiss damit auch in sehr geschickter Weise durch Hervorhebung der zu
dem Dome in engerer Beziehung stehenden Vorgänge und Thatsachen den
ganzen Verlauf der altpreussischen , in erster Linie natürlich der ostpreus-
sischen Geschichte zu verbinden. Die Geschichte einer anderen Gemeinde
der Hauptstadt lernen wir durch Franz Muther, den Prediger derselben,
in seiner auf Grund gedruckter Vorarbeiten und der Kirchenakten ver-
fassten Geschichte der evangelisch-deutsch-reformierten Burgkirchengemeinde
in Königsberg Pr. (48 S.) kennen, die er als Jubiläumsgabe zur Erinnerung
an die im Januar 1701 in Gegenwart des neuen Königspaares vollzogene
Einweihung der Kirche selbst hat (mit 8 Tafeln ausgestattet) erscheinen
lassen. Da schon im Jahre 1630 eine sehr grosse Anzahl aus ihrer Heimat
vertriebener niederländischen „Sakramentierer" im Herzogtum Preussen
und in Königsberg selbst Zuflucht gefunden haben, so bildet die Geschichte
der von ihnen gebildeten Gemeinde, welcher sich auch die eingewanderten
Schotten und Engländer, sowie die gleichgesinnten Einheimischen, darunter
Nachrichten und Notizen IE. 457
gerade die Tomehmsten Familien des Landadels, anschlössen, für mehr als
Tiertehalb Jahrhunderte ein gewichtiges Glied in der Eirchengeschichte
unserer engem Heimat. Viel weiter zurückgehend und noch weit mehr
umfassend ist die Geschichte und Beschreibung einer Danziger Kirche
ausgefallen, welche ihr Prediger P. Schmidt verfasst hat: Die St. Trini-
taüskirche zu Danzig nach Vergangenheit und Gregenwart beschrieben
(118 S., 6 Abbildungen). Es ist das die Kirche des etwa 1425 erstan-
denen Franziskanerklosters. Wenn man sich nur daran erinnert, dass
die Franziskaner bei den Kämpfen um die Ein- und Durchführung der
Kirehenreformation und weiter die evangelischen Geistlichen der Kirche
bei den theologischen Zänkereien zumal des 17. Jahrhunderts eine be>
deutende Bolle gespielt haben, dass femer aus dem 1568, gleich nach der
Abtretung der Klostergebäude an die Stadt, begründeten Partikular das
heutige städtische Gymnasium hervorgegangen ist, dass endlich in den
stattlich hergestellten Räumen des Klosters selbst die reichen Kunstsamm-
lungen der Stadt und das grosse westpreussische Provinzialmuseum ihre
Stätte gefunden haben, so wird man es begreifen, wie enge die Greschichte
▼on Kirche und Kloster mit vielen Seiten der Entwicklung Danzigs selbst
verknüpft ist. Der Verfasser aber war durch seine Quellen und besonders
durch sein Aktenmaterial in den Stand gesetzt, sehr reiche Belehrung,
sehr schöne Aufklärung darzubieten. Nicht, wie die letztgenannten
Schriften, eine Geschichte der behandelten Kirche und ihrer Gemeinde,
sondern einzig und allein eine von technischer und künstlerischer Seite
aufgefasste Baugeschichte des Kirchengebäudes selbst ist Anton Ulbrichs
Die Wallfahrtskirche in Heiligelinde, ein Beitrag zur Kunstgeschichte des
17. und 18. Jahrhunderts in Ostpreussen (94 S., 6 Tafeln. — Studien zur
deutschen Kunstgeschichte, 29. Heft), so dass die Schrift sich an dieser
Stelle der Würdigung, welche sie ihrem Werte nach zu fordern berechtigt
ist, entzieht. Ebenso bilden in der im Auftrage der Altumsgesellschaft
Prossia von Hermann Ehrenberg verfassten Jubelschrift Die Schloss-
kirche zu Königsberg i. Pr. (29 S., 4«; 4 Tafeln u. 12 Textabbildungen) die
aktenmässig dargesteUte Geschichte des Baues selbst und die Beschreibung
und Würdigung seiner ganzen Ausgestaltung so sehr die Hauptsache, dass
das wenige andere gänzlich dagegen verschwindet. — Jeder, der die Stadt
Danzig aus eigener Augenschau kennt und ihre mannigfaltigen Strassen-
bilder nicht alles Verständnisses bar betrachtet hat, wird zugeben, dass
die Geschichte der Architektur dieser Stadt einer der wesentlichsten Teile
ihrer Gesamtgeschichte ist; da aber das prachtvolle Bilderwerk, welches
uns das Jahr 1901 darüber gebracht hat: Alt Danzig. Charakteristische
Giebelbauten und Portale in Danzig ans der Zeit vom 14. bis 18. Jahrhundert.
60 Blatt Lichtdmcke nebst einem Vorwort. Herausgegeben vom Westpreuss.
Architekten- und Ingenieur -Verein zu Danzig. Nach Aufnahmen von
R. Th. Kuhn, eben nur Tafeln enthält und das allerdings sehr aufklärende
Vorwort der Entwickelung der Danziger Architektur nicht drei volle
Quartseiten widmet, so muss hier diese einfache Hinweisung genügen.
(Eine genauere Besprechung des Werkes von H. Ehrenberg bringt die Alt-
preuss. Monatsschrift, 1902 S. 132 ff.)
458 Nachrichten und Notiien IL
Da die ersten Anfänge der heutigen Ostpreossischen Drackerei und
Verlagsanstalt, deren Geschichte Friedrich Wegener verffiast und unter
dem Titel Altstadt. Langgasse Nr. 29, Stadien zur Geschichte einer Königs-
berger Bnchdnickerei (70 S., mit vielen Abbildungen) TerOffentlicht hat, be-
reits i. J. 1724 liegen, so bietet das Schriftchen des Belehrenden und Inter-
essanten die Fülle; nur wäre es ohne Frage besser gewesen, wenn der Verf.
für die neuere Zeit nicht öfter gar ini sehr die Politik h&tte hineinspielen
lassen. Die Königliche und Universitöts- Bibliothek zu Königsberg hat
das volle Recht, ihre Geschichte bis auf das Jahr 1684, bis auf die Be-
rufung des ersten Bibliothekars bei der von Herzog Albrecht gegründeten
Schlossbibliothek, zurückzuführen, und sie hat weiter eine recht reiche Ge-
schichte gehabt. Bei Gelegenheit des im vorigen Jahre vollzogenen Um-
zuges in das neue Geschäfbsgeb&ude war ursprünglich eine ausführliche
DarsteUung derselben in Aussicht genommen, da aber das überreiche archi-
valische Quellenmaterial zur rechten Zeit auch nicht annähernd zu bewäl-
tigen gewesen ist, so hat sich E. Kuhnert darauf beschränken müssen, ab
Festschrift und Vorläufer nur eine kurze, aber immerhin sehr dankenswerte
Skizze zu entwerfen (28 S.). — Bei Gelegenheit der Königakrönung von 1701
ist unter anderen Stiftungen auch das noch heute bestehende Königliche
Waisenhaus zu Königsberg gegründet worden. Als Festschrift zum 200jäh-
rigen Jubiläum dieser Anstalt hat der jetzige Direktor W. Roh de auf
Grund der sehr ausführlichen, nach Anstaltsakten bearbeiteten Geschichte
derselben, welche bereits sein Yorg^ger Dembowski in einer Reihe von
Programmen (1879 — 1890) des damals mit ihr verbundenen Progymnasiunu
bekannt g^egeben hat, eine neue Darstellung derselben ausgearbeitet und
veröffentlicht (Das Königliche Waisenhaus zu Königsberg in Pr. Eine
Festschrift. 101 S., mit Abbildungen), dabei aber zugleich die Erzählung
bis auf die Gegenwart fortgeführt. Eine sehr reiche, bis auf das Jahr 1645
zurückgehende Litteratur für die Geschichte des Königsberger Schulwesens
findet man neben vielem Anderen in der Schulschriften des Eneiphöfischen
Stadt-Gymnasiums zu Königsberg betitelten Programmschrift von Professor
£. Mollmann (50 S.); in der Einleitung wird besonders auch auf die ge-
waltige Flut der von den Schulen ausgegangenen poetischen und prosaischen
Einladungs- und Gelegenheitsschriften früherer Zeiten hingewiesen.
Zum Schlüsse noch zwei familiengeschichtliche Arbeiten, deren genea-
logischen Wert zu beurteilen der Berichterstatter nicht übernehmen mag:
Chronik des Geschlechts von Manstein, bearbeitet von Ehrenreich v. Man-
stein (165 S., 8 Tabellen); die beglaubigte Geschichte dieses uralten Ge-
schlechtes von unzweifelhaft altpreussischer Herkunft kann geschichtlich
bis zum Ende des 14. Jahrhunderts hinauf verfolgt werden, wo seine Mit-
glieder in solchen Diensten vorkommen, mit denen der Orden nur Landes-
eingeborene zu betrauen pflegte. R. v.Flanss, Die von Exau bezw. Kczewski.
1880—1901 (Zeitschr. d. Eist. Vereins f. d. Reg. -Bez. Marienwerder, 40. Heft
S. 1 — 49), behandelt ebenfalls ein eingeborenes, sehr weit verbreitetes Adels-
geschlecht, aber ein Geschlecht, dessen Ahnen nordkassubische Pane gewesen
sind, und welches trotzdem stets treu zum Deutschen Orden gehalten hat.
Königsberg Pr. Karl Lohmejer.
NachrichteD und Notizen n. 469
Wieder ist ein stattlicher Band des gprossen, trefflich geleiteten Unter-
nelunens zur Ausgabe gelangt: Jahresberichte der Geschichts-
wissenschaft, herausg. von £. Berner, Jahrgang XXm, der die Litte-
rator toq 1900 behandelt. Es liegt in der Natur der Sache, dass auch
diesmal mehrere Utere Mitarbeiter von neuen abgelöst wurden. Sehr gut
ist das fieferat Heldmanns über Yerfassungsgeschichte, neu das über
deatsche Kultorgeschichte, umfassend, sorgsam und mit wirklicher Sach-
kenntnis Ton R. EOtzschke ausgearbeitet. Willkonmien heissen wir dabei
den Anhang über „Historische Landes- und Volkskunde Deutschlands*'.
Das Grossherzogliche Landesarchiv in Karlsruhe hat eine „Festschrift
zum fünfzigjährigen Regierungsjubiläum Sr. K. Hoheit des
Grossherzogs Friedrich von Baden** (Heidelberg, C. Winter. 11K)2;
erscheinen lassen, welche folgende fOnf Beitiäge enthält: Eine Schweizer-
reise des Markgrafen Karl Friedrich 1775 in Aufzeichnungen des Prof
Joh. Lorenz BöekmAnn, mitgeteilt von F, v. Weech. K. Obser, Voltaires
Ben^nngoi zu der Markgräfin Karoline Luise von Baden -Dorlach.
A. Krieger, Die Vermählung des Mariegrafen Friedrieh Magnus von Baden-
Darlach und der Prinzessin Auguste Marie von Schleswig- Holirt^in.
K. Brunner, Die Eiaefaimg des Markgrafen Georg Friedrich von Bad/?n-
DnrUclL O. K. Roller, Zur Charakteristik des Grossherzogs Kari Frie4ri/;b,
ein genettlogiscfaer Versock.
Historische Topographie, Unter dem kräftig aufstrel/end^m land«?«-
gesdriehtlifhen FonefaimgeB nehmen die der hist/mscben Topographie ge-
widflseieii eine bevomigte Siellang ein. JUm^Iu:» Hervorragende wwr/Uf
berate geleialet: Kric^geis treffliehes Topographisebes W9rterl>«ieh UitAtitm
oleble kIm» eise zweite Anfiage, maoebes Bedeuleaiiie wird fm 4*m
teirijoiialen kisloriadieB KommimMkm und laiid4!isg«i9iM:lijeiktli/:faen Veretnen
Der Teran für Lsuidesknade voa Sieder/^tterrei^ hat sieaerdiag« sMrb^t«
aadezea Azbcitcs Bmbemhetpr rrksn^denMM'ii aadk die ¥'ßtXi^AhnMft$^ fe«p
Keabeleimg der «Tapographie voa Xi^iader^M^TreidB'" U!9w:hJ//«se* wnd Alt^
Leitmug Dr. Vaaeza fibestngeb Dea etfizelae« der tU MitairvisrtUr waH
csn i^üoMice G«i«ct. «in <^ier ■MJGcref«t; G<«rridbit*^i<;»#ke. tfu fUaahAsiiimMli %'^
ftt die MüfefieiUr iua Jui4l//ri4^;Äe« ^pk^^Mif^ wie ass
Teil wvAai amgr^dtfi^i^, ^mm «ose Jl^^arti^^ %h^ 4^
iill|i,r ■! if littentiBr »»wie 4er pAr^Mi^^ miA rngt^ArvikUem Vvekiear^
^— ■■■■■y^^flt E2a Aid«^u VM*e»i* ^AwtKÄe ^M'^i^'j'MfmiitM^ VA
HM 4 a. $, «ocvtBttt fjucr ^>0^, Y^sgibiAMm^t V^^ a.w:» K^am^eCf.^ V^tV'
fissris Schriftdben ^C^Mr l^uuiei- uui ^ßfUt^n^:A\M^M^.. '^xf^nii W^ty« vsi4
ihre Aafg»l»f '- T^ricag im^irsea. asu I Mitrt SWS; r«. ^>^<v«ft<ier4ft^ 4^
AI HUwis^iw Vesusaa «etfiiifUMr Hj^y^.x>3f ;x W^a«.
Ffir ^ie Is^ sfcMiwisnäit i;AtfVurÄ*;9M; Xjmuh^^mu'^ icnf. J/f l$es>*ii»vnMr «i^
irasfmgracfe* CrittMxiM» m^tt/pusts^o^'ßiK h <iew. »;/ efAtuM. Ai4«M( tMr
£ airha. Gewtu XXT i^rtkMK-^ va<i ^fieif j^-tnu^^ui, ^»^um«. >9aeiuMr^irn4» A^
460 Nftchrichten und Notizen ü.
tikel über ,,Die Wüstungen und ihre Entstehung^^ (Dresdner Anxeiger.
Montags-Beilage vom 16. Juni 1902) veröffentlichte, zeigt sich trefflich
unterrichtet. Er weist auf die Notwendigkeit hin, die Flurnamen zu sam-
meln, er verlangt besondere Wüstungs- und Orts-Verzeichnisse. Als allge-
meine wichtige Vorarbeit für diese und alle historisch-geographischen Studien
empfiehlt er das von der Kommission der Provinz Sachsen beliebte Ver-
fahren: Eintragung der Gemarkungsgrenzen, der Flurnamen, der Wüstungen
im weitesten Sinne u. dgl. in die Messtischblätter (1 : 26 000). Diese
Karten, einheitlich und gleichmässig wissenschaftlich mit Notizen versehen,
mit entsprechenden Beilagen ausgestattet, sollen wissenschaftlichen Be-
nutzem zugänglich gemacht werden und als allgemeine Grundlage historisch-
topographischen und geographischen Forschungen dienen. Uns scheint hier
in glücklichster Weise der richtige Anfang gemacht und der wirklich gang-
bare Weg für alle Studien dieser Art gewiesen zu sein. O. S.
Von F.W. Putzgers Historischem Schulatlas, welcher zuerst 1877
herauskam, ist jetzt in der Bearbeitung von Alfred Baldamus und Ernst
Schwabe die 25. Auflage (Bielefeld und Leipzig, Velhagen und Klasing,
1901. Preis 2,so M) erschienen. Eine so hohe Auflage ist gewiss ein
gutes Zeugnis für die Brauchbarkeit dieses Buches. In der That zeigt auch
ein Vergleich der ersten mit der letzten Auflage, wie emsig die Heraus-
geber bemüht gewesen sind, den erweiterten Bedürfiiissen des Unterrichtes
durch Verbesserung der alten und Beigabe neuer Karten gerecht zu werden.
Handbuch der deutschen Geschichte. In Verbindung mit R. Bethge,
W. Schnitze, H. Hahn, C. Köhler, F. Grossmann, G. Liebe, G. Ellinger,
G. Erler, G. Winter, F. Hirsch, A. Kleinschmidt, herausgegeben von
Bruno Gebhardt. 2 Bände. 2. Auflage. Stuttgart, Union Deutsche
Verlagsgesellschaft 1901.
Als das „Handbuch der deutschen Geschichte** im Jahre 1891 zuerst
erschien, füllte es eine recht fühlbare Lücke in unserer historischen
Litteratur aus; man kann es daher nur mit Freuden begrüssen, dass jetzt
eine zweite Auflage notwendig geworden und erschienen ist. Hingegen
kann die Art, wie diese zweite Auflage bearbeitet worden ist, nicht ganz
befriedigen. Der Gesamtplan des Unternehmens ist unverändert geblieben;
neu eingefügt ist nur bei der Uebersicht über die brandenburg^sch-preussi-
sche Geschichte, die früher mit dem Jahre 1640 schloss, ein ausführlicher
Abschnitt über die Reg^erungszeit des grossen Kurfürsten imd Friedrichs m
bis zur Annahme des Königstitels (II, 284 — 97). Femer ist der die neueste
Zeit (seit 1871) behandelnde Teil nicht nur bis auf die Gegenwart fortge-
führt, sondern auch vollständig umgearbeitet worden; an die Stelle von
10 Seiten der 1. Auflage für 1871—78 sind 28, an die Stelle von 29 Seiten
für 1878—90 sind 56 getreten, und für das Jahrzehnt von 1890 — 1900 sind
47 Seiten hinzugekommen. Das 19. Jahrhundert (seit 1816), das schon in
der 1. Auflage einen unverhältnismässig grossen Raum einnahm, ist dadurch
noch stärker bevorzugt worden. Grebhardt, der diesen Abschnitt selbst be-
arbeitet hat, hat sogar ganze Aktenstücke im Wortlaute aufgenommen, wie
Nadirichten und NoÜxen IE. 461
die Erlasse Kaiser Friedrichs und Kaiser Wilhelms IL bei ihrem Regierongs-
antzitt und das Entlassungsgesuch Bismarcks; ein für ein Handbuch wenig
angebrachtes Verfahren. Leider fehlt auch in der 2. Auflage für die neuere
Creschichte seit 1517 jede zusammenfassende Behandlung der Entwickelung
von Wirtschaft, Verfassung und Verwaltung. Die einzelnen Mitarbeiter
hatten schon in der 1. Auflage ihre Aufgabe recht verschieden angegriffen
und gelöst; der eine hatte lange, der andere kurze Paragraphen gemacht,
der eine den Text, der andere die kleingedruckten Erläuterungen bevonugt,
der eine die bedeutendsten Streitfragen und die darin von den einzelnen
Forschem vertretenen Ansichten ausfuhrlich angegeben, der andere alles
derartige unterlassen. Das ist auch jetzt so geblieben; die einzelnen Ab-
schnitte sind auch jetzt von sehr verschiedenem Werte; neben guten und
brauchbaren stehen ganz oberflächliche und unzuverlässige. Auch die Be-
arbeitung des alten Textes für die neue Auflage ist nicht gleichmässig
ausgefallen. Zuweilen ist die in den letzten 10 Jahren erschienene histo-
rische Litteratur ungenügend berücksichtigt; manche Bearbeiter scheinen
ihre Pflicht für erfüllt gehalten zu haben, wenn sie dem alten Texte einige
neue Litteraturangaben hinzufügten, ohne ihn den neueren Forschungen
entsprechend umzugestalten. Die Arbeiten von Bethge, Schnitze, Hirsch
und Grebhardt berücksichtigen, soweit sich durch einzelne Stichproben fest-
stellen liess, in ausreichender Weise die neuere Litteratur. Hahn hat Be-
dacht darauf genommen, überall die Streitfragen ausführlicher zu erörtern,
als er es früher gethan hatte. Hingegen hat Köhler die neue Auflage der
betreffenden Bände von Waitz' Verfassungsgeschichte nicht genügend
herangezogen. Liebes Abschnitt über die spätmittelalterliche Wirtschaft
und Verfassung leidet an völliger Vernachlässigung der neueren Forschung;
von den wichtigsten in letzter Zeit viel erörterten Fragen (Entstehung des
KurkoUeg^ums, Entstehung des Städtewesens) erfährt man bei ihm so gut
wie nichts. Erlers Abschnitt ist überall sorgsam nach den neueren Ar-
beiten verbessert und ergänzt. Winter hingegen gehört zu denen, die von
neueren Arbeiten im wesentlichen nur die Titel hinzufügen — und auch
diese recht unvollständig — vom Inhalte aber nur selten Notiz nehmen;
über Streitfragen orientiert er höchst ungenügend. Noch schlinmier ist es bei
Kleinschmidt, dessen Beiträge wohl die schlechtesten sind; über die wich-
tige Frage nach dem Ursprung des 7jährigen Krieges z. B. berichtet er in
ein paar Zeilen, die von der Bedeutung der Sache kaum eine Ahnung geben.
Ein Handbuch, wie das vorliegende, ist für Lehrer und Lernende ein
unentbehrliches Hilfsmittel; um so notwendiger ist es, dass es sich bei
jedem neuen Erscheinen auf der Höhe der Forschung hält. Man kann nur
wünschen, dass dies bei einer dritten Auflage auch in den Partieen der
Fall sein möge, die diesmal mangelhaft geblieben sind.
Erich Brandenburg.
L. Schütte, Der Apenninenpass des Monte Bardone und die deutschen
Kaiser. (Historische Studien veröffentlicht von E. Ehering, Heft 27.)
Berlin, E. Ehering, 1901. 8». 187 S.
Ungleich den Alpen bildet der im Süden die oberitalienische Tiefebene
82 •
462 Nachrichten und Notixen IL
begrenzende Apennin keine Länder- und TOlkerMheide; aber wenn auch
■eine langhingestreckten Bergketten nirgends bis mr Schneegrenze emp(^-
ragen, so sind sie doch nicht so leicht su überschreiten, als dass nicht hier
wie dort der Verkehr seit altere anf bestimmte, Tcm der Katar vorgeieich-
nete Strassenzüge sich angewiesen gesehen h&tte. Es kann demnach wohl
als eine dankenswerte Aa%abe erscheinen, die Apenninpässe unter den
bereits öftere anf die Alpenpässe angewandten historisch-geographischeii
Gesichtspunkten zu behandeln, wie das durch vorliegende Arbeit in recht
ansprechender Weise für einen derselben, den im Mittelalter viel genannten
^^ nP^i* montem Bardonem*', geschieht, der die kürzeste Verbindung
zwischen Parma und der toskanischen Küste herstellte. Der Verfasser er-
örtert in einem allgemeinen Teil den Aufbau des Gebirges und die daraus
sich ergebende Beschaffenheit der Uebergänge. Im speziellen Teil geht er
des näheren auf die Vorgeschichte des La-Gisapasses ein, in der oeltiscb-
tuscischen, römischen und langobardischen Epoche, auf die Beschreibang
der Strasse in Itinerarien von Pilgern und Eaufleuten, und auf die Neben-
wege, die eine Umgehung des Passes ermöglichten. Der Schwerpunkt des
Ganzen fällt auf die Darlegung der Beziehungen, in welche die deutschen
Kaiser zu diesem Strassensjstem traten. Da war nun allerdings tou den
Durchzügen der Ottonen und Salier wenig Bemerkenswertes zu beachten.
Ent in der Politik der Staufer spielte der La-Cisapass eine Bolle, zumal
bei den Kämpfen Friedrichs ü. mit den lombardischen Kommunen. Der
Kaiser musste den grössten Wert darauf legen, die Eingangspforte lur
Lombardei sich offen zu halten. Es wird also ganz zutreffend herrorge-
hoben, dass der Abfall von Parma, „des nördlichen Schlüssels der Gisa-
strasse^', im Jahre 1247 für ihn ungleich mehr zu bedeuten hatte als der
Verlust einer beliebigen anderen Stadt. Die Behandlung der damit zu-
sammenhängenden Ereignisse ist wohl etwas breit ausgefallen. Auch die
Erörterung über den Weg, den Friedrich bei seinem Rückzuge 1167 nahm,
als er den Pass gesperrt fand, ermangelt der Präzision — und des Ergeb-
nisses. Aus der Zeit Konradins wäre die Erwähnung der „montee sublimes
Burdonum" in den auf einer italienischen Parteischrift beruhenden Gesta
Karoli Magni der Begensburger Schottenlegende (ed. A. Dürrwaechter,
S. 151, vgl. S. 63) nachzutragen.
Zürich. G. Caro.
Auf zwei wichtige Aufsätze A. v. Wretschkos sei nachträglich hin-
gewiesen. In dem Artikel „Der Einfluss der fremden Rechte auf die
deutschen Königswahlen bis zur Goldenen Bulle^^ (Zeitschr. der Savigny-
Stiftung für Rechtsgeschichte XX. Germ. Abt. S. 164—207) behandelt W.
die neuestens besonders von Bresslau betonte, von Lindner u. a. geleugnete
Einwirkung des kirchlichen Wahlverfahrens auf das der deutschen Könige
des 13. Jahrhunderts und erkennt sie als „das Ergebnis jenes tiefgehenden
Einflusses, den die Kirche und ihr Recht in jenen Tagen auf alle weltlichen
Verhältnisse ausübte*^ Das neue und eigentümliche Abstimmungsverfahren,
wie es zuerst 1257 nachzuweisen ist, femer der Grundsatz, dass der nicht
erschienene oder nicht rechtmässig vertretene KurfOrst für diesmal seines
Nachrichten and Notizen II. 463
Rechts verlnstig geht, besonders auch das früher unbekannte Majoritäts-
prinzip — all das wird in feiner nnd sicherer Untersuchung auf Einflüsse
des fremden Rechts zurückgeführt. — In dem Aufsatz ,J>ie Electio com-
munis bei den kirchlichen Wahlen im Mittelalter^* (Deutsche Zeitschrift
für Eirchenrecht XI. S. 321—392) erörtert W. den Charakter und den Ur-
sprung der „electio communis**, jenes durch einen W&hler vorgenommenen
rechtmässigen Wahlvollzuges, der auf die vorausgegangene „nominatio** —
sei es Skrutinial- sei es Eompromisswahl — zu folgen pflegte. W. findet
als erstes Zeugnis des Vorhandenseins der Electio communis resp. der
Electio per unum die Konstitution Innocenz' ED. „Venerabilem** von 1202,
in der der Papst bei Beurteilung der Wahl Ottos IV. von einem „elector**,
„cognitor**, „denuntiator*' spricht und dabei jedenfalls das kirchliche Vor-
bild der ,,electio per unum** im Auge hatte. Demnach muss die Electio
communis, die seit 1205 unmittelbar urkundlich bezeugt ist, sich schon
vorher in der Wahlpraxis eingebürgert haben. W. bringt in geistvoller
Weise das Aufkommen des neuen kirchlichen Wahlverfahrens in Zu-
sammenhang mit dem Auftreten der Eorporationsidee, die das ältere ge-
nossenschaftliche Prinzip verdrängte. Man wird den Ausführungen W.s
zustimmen, sie als wertvolle Erweiterung unserer verfassungsgeschichtlichen
Kenntnis begrüssen. Indessen ist der Unterschied zwischen W.s Ansichten
und den Ergebnissen der Forschungen Bresslaus (D. Zeit. f. Oesch. N. F.
II 129 ff.) nicht so gross, wie der Verf. zu meinen scheint. Seine etwas
rauhe Polemik finde ich nicht recht am Platze, denn in allem Wesentlichen
bewegen sich doch seine Untersuchungen auf den von Bresslau vorge-
zeichneten Grundlinien. G. S.
Karl Hildebrand, Stockholms stads privilegiedbref 1428—1700. H. n.
Stockholm, WahlstrOm & Widstrand, 1901. S. 160—820.
Das Heft, welches mit der Epoche beginnt, welche durch die Handels-
ordinantia von 1614 eintrat, giebt Verordnungen, Privilege u. s. w. aus der
Zeit Gustaf II Adolfs, Kristinas und Karl X Gustafis (bis 1660). Die Regie-
nmg war wie immer eifrig bemüht, die Entwicklung der Hauptstadt zu
fördern. M. G. Schjbergson.
Zeitsekrilten« Von der Basler Zeitschrift für Geschichte und
Altertumskunde, welche von der Historischen und antiquarischen Ge-
sellschaft zu Basel herausgegeben wird (Basel, R. Reich 1901/2) liegt jetzt
der erste Jahrgang ' vor. Sein Inhalt zeigt, dass sich die neue Zeitschrift
als wissenschaftliches Unternehmen der grossen Reihe älterer Schweizer
Landeszeitschriften würdig an die Seite stellt. Nicht nur eine Reihe in-
teressanter Aufsätze werden uns hier geboten sondern auch manche wert-
volle Quellenveröffentlichungen. Unter den ersteren nennen wir nur die
Aufsätze von Th. Burckhardt-Biedermann, welcher die Geschichte der Strasse
über den oberen Hauenstein am Basler Jura von der Römerzeit her durchs
Mittelalter hindurch bis auf die Neuzeit verfolgt, femer von Rudolf
Thommen, „Die Geschichte unserer Gesellschaft^' und von August Huber,
Basels Anteil an den Breisacher Unruhen 1652 — 1654.'^ Unter den letz-
464 y«cfcrirhKf o^ KotiiCB IL
term erwähnen wir tloM da« DUrinm d« bcrObBtoi Bmaler Chronuieii
Guiftian Wiinti««ii, welche« tob 1S67 laa 1681 rei^t imd jetzt hier nach
der wieder entdeckten OriginaThindaHirift tob B. Lnginbühl henuit-
In Aand wurde am 2. Jnni 190t eine Soci^te internationale
d'^tndef Franciscainet gegrändet. der Khon eine Ansahl hca-foiragen-
der Gelehrten beigetreten i<t und deren Protektorat die Königinmntter
fibemommen hat. Der Zweck dieier Tereinigong ist, in Aaain eine Biblio-
thek der ganien Francitkanerlitteratar bia aof die Zeitnngsaasschnitte
herab zu gründen. Man will hier eine ArbeitaiUtte schaffen für alle
Stadien auf dem Gebiete der FranciAanerbewegnng und eine Terbindong
aller Grelehrten herstellen, die ihre Feder dieser Sache
Am 26. Febmar fand in Köln die Sl. JahresTersammlong der
GeteÜB^aft flr Rhebüscke Geacklcktskuide statt Im vergangenen
Jahre erschienen Ton den PobUkationen: Erlftoterongen zum Geschichtlichen
Atlas der Rheinprorinz Bd. ni: Das Hochgericht Rhaonen (W. Fabzidos);
Die Regesten der Erzbischöfe Ton Köln im Mittelalter Bd. II: 1100— 120&
(R. Knipping); Rheinische Urbare Bd. I: Die Urbare Ton St Pantaleon in
Köln (B. Hilliger); Urkunden and Regesten zor Creschichte der Rheinlande
aas dem Vatikanischen Archiv Bd. I: UM— 1S26 (H. Y. Saoerland). Im
Drack befinden sich: Landtagsakien von Jülich-Berg I. Reihe Bd. U (v. Below);
Kölner Zonfturkonden Bd. I and 11 (H. v. Loesch); Geschichte der Kölner
Malerschule Schlusslieferung 4 (Aldenhoven); Kölns Buchdrack im Jahr-
huodert seiner Erfindung (Voulli^me'^; Geschichtlicher Atlas der Rheinprovinz,
Karte der kirchlichen Einteilung vor Aasbruch des SOjfihrigen Krieges 4 BU.
(Fabricius); Romanische Wandmalereien der Rheinlande (Giemen); Rheiniscbe
Urbare Bd. 11: Urbare von Werden (Kötzschke); Regesten der Erzbischöfe
von Köln Bd. m (Ejoupping); Urkunden und Regesten a. d. YaÜkanischen
Archiv Bd. II: 1326—1342 (H. V. Sauerland). In Vorbereitong sind: Land-
tagsakten von Jülich-Berg H. Reihe 1610—1630 (Kfich); Matrikel der Uni-
versität Köln Bd. n (H. Keussen); Herausgabe der ältesten Rhemischen
Urkunden bis zum Jahre 1000 (Oppermann); Regesten der Erzbischöfe von
Köln Bd. I (Oppermann); Weistümer der Rheinprovinz Abt. I, KarfÖrstentam
Trier Bd. U (Loersch); Akten zur JOlicher Politik Kurbrandenboigs 1610—
1614 (Löwe); Kölnische Consistorialakten, Presbjterialbeschlüsse der deutsch-
reformierten heimlichen Gemeinde in Köln 1672—1696 (Simons). — Der
Jahresbericht (Bonn, Georgi 1902) enthält als Beigabe: Armin Tille, Ueber-
sicht über den Inhalt der kleineren Archive der Rheinprovinz Bd. H. Hfk. 2:
Die Kreise Erkelenz, Geilenkirchen und Heinsberg. — Der Bericht der
Kommission für die Denkmälerstatistik der Rheinprovinz ergiebt,
dass von der Beschreibung der Kunstdenkmäler die Hefte : Stadt und Land-
kreis Bonn und Kreis Jülich im Druck sind. Noch in Bearbeitung sind der
Siegkreis, die Kreise Erkelenz und Geilenkirchen und vor allem die
Stadt Köln.
Nadirichten and Notiien IL 465
Am 21. Juni fand in Jena die Jahressitzung der TküringischeB
hietorischen KoaiMigsiOB statt Im vergangenen Geschäftq'ahre worden
Teröffenilicht: Emeetinische Landtagsakten Bd. I (Borkhardt) nnd die An-
fänge der Porzellanfabrikation anf dem Thüringer Walde (Stieda). Archiv-
direktor Burkhardt wird die Arbeit an den Landtagsakten weiterführen and
man hofft Prof. Stieda in Leipzig fOr eine Bearbeitnng der Thüringer Olas-
industrie zn gewinnen. Die Aasgabe des Saalfelder Stadtrechts (Koch) and
des Eisennacher Stadtrechts (Kühn) ist in Yorbereitong. Die Bearbeitnng
eines Urkondenbaches für die Geschichte der Universität Jena (Devrient)
und die Geschichte der Universität Jena (Stoy), welche bis zam Universitäts-
jabiläum 1908 erscheinen soU, stGsst noch aaf Schwierigkeiten. Stoj will
die Bearbeitnng einer nenen Biographie Emsts des Frommen in Angriff
nehmen. Für eine historische Bibliographie Thüringens hat Dobenecker
schon ein reiches Material gesanmielt. Die Heraasgabe der Matrikel der
Universität Jena mnss wegen Geldmangel einstweilen anterbleiben. Aach
in der Grandkartenfrage hat sich die dnrch Greldmangel aafgenötigte ab-
wartende Haitang als richtig erwiesen.
PersonalieB. EmenniuigeB und BefördemngeB. Universitäten. Der
Prof. für Kirchengeschichte in Leipzig Albert Haack wurde von der
Juristischen Fakultät in Freiburg i. B. zum Ehrendoktor ernannt.
Der o. Prof. für deutsche Sprache und Litteratur in Marburg Dr. Ed-
ward Schröder ist nach GOttingen, der o. Prof. der Philosophie Win-
delband in Strassburg nach Heidelberg, der Tit. o. Prof. Wa entig der
Nationalökonomie in Greifswald als Ordinarius der rechts- und staats-
wissenschaftlichen Fakultät nach Münster berufen worden.
Zu ao. Professoren wurden ernannt der Privatdozent für Kirchen-
geschichte Böhmer in Leipzig und der Bibliothekar Herr mann Gustav
Kossinna (deutsche Altertumskunde) in Berlin, der Privatdozent Emil
Sulger-Gebing an der Technischen Hochschule München für deutsche
Sprache wie für allgemeine und deutsche Litteraturgeschichte. Zu berich-
tigen ist, dass nicht der Historiker Ad. Koch, wie S. 439 dieser Zeitschrift
bemerkt wurde, sondern der Botaniker Ludwig Koch in Heidelberg zum
Honorarprofessor ernannt worden ist.
Bibliotheken und Institute. Als Nachfolger Zangemeisters wurde der
Prof. Jak. Wille zum Direktor der Heidelberger Universitätsbibliothek
ernannt. Der ao. Prof. der Theologie Gustav Hermann Dalman in
Leipzig wurde zum Vorstand des Deutschen evangelischen Instituts für die
Altertumswissenschaft des heiligen Landes in Jerusalem ernannt.
Todesfälle. Am 8. Juni starb in Heidelberg der Oberbibliothekar der
Universitätsbibliothek Geh. Hofrat Prof. Dr. Karl Fr. W. Zangemeister
im Alter von 64 Jahren, der als Epigraph und Paläograph Bedeutendes
geleistet hat und als Mitarbeiter am Corpus Inscriptionum Latinarum be-
teiligt war.
Am 11. Juni starb in Leipzig der bekannte Pädagog und Historiker
Professor Dr. Hermann Schiller. Am 7. Nov. 1889 zu Wertheim am
Main geboren, bezog er schon im Alter von 17 Jahren die Universität
466 Nachrichten und Notüen 11.
Erlangen und sp&ter Heidelberg, mn sich dem Schalfach zu widmen. Er
war als Gymnasiallehrer anfangs in seiner Heimat Wertheim, dann in
Karlsruhe und endlich als Gymnasialdirektor in Constanz th&tig. Im Jahre
1876 verliess er den badischen Schuldienst und ging als o. Universit&ts-
Professor und Gymnasialdirektor nach Giessen. Er war hier bemüht, das
hessische Schulwesen in seinem Sinne zu reformieren. Als ihm dies nicht
gelang, schied er aus dem Oberschulrat, dessen Mitglied er geworden, nnd
schrieb 1899 die bekannten Aufsätze über das hessische Schulwesen in der
Frankfurter Zeitung, die seine Entlassung aus dem hessischen Schuldienste
bewirkten. Zuletzt war er als Privatdozent in Leipzig th&tig, wo ihn in
Yoller Rüstigkeit der Tod ereilte. Wir gedenken hier nur seiner histo«
rischen Arbeiten; wir verdanken ihm ausser einer Studie über die Be-
gierungszeit des Nero vor allem seine zweibändige Geschichte der römischen
Kaiserzeit, die als wertvolle Arbeit viel benutzt wird. Die letzten Jahre
seines Lebens widmete er der Ausarbeitung einer Weltgeschichte, welche
er noch kurz vor seinem Tode in 4 Bänden zum Abschluss brachte.
Am 4. Juli starb in Düsseldorf im Alter von 76 Jahren der Geh.
Archivrat Dr. Waldemar Harless, der frühere Direktor des Kgl. Staats-
archives in Düsseldorf.
In Trier starb kürzlich der Stadtbibliothekar und Archivar Dr. Max
Keuffer, 46 Jahr alt.
In Berlin starb im Alter von 69 Jahren der Bibliothekar im Plreuss.
Ministerium des Innern, Geh. Kanzleirat Maximilian Gritzner, bekannt
als fruchtbarer heraldischer Schriftsteller, dessen „Terminologie*^^ (Teü des
neuen Siebmacher) im Kreise der Historiker und der Geschichtsfreonde
sich besonderer Wertschätzung erfreut.
467
üeber den Verfasser und den Geist
der sog. Reformation des Kaisers Sigmund.
Von
Dr. H. Werner.
Es war leicht^ in die rissige Konstruktion W. Boehms^, als
sei Friedrich Reiser der Verfasser der Reformation Kaisers Sigmund,
mit Erfolg Bresche zu legen.* Das eine blieb an dem mühe-
vollen Bau als uneinnehmbares Stück bestehen: der Verf. ist ein
Geistlicher und zwar ein Pfarrer. Damit war man aber nicht
viel klüger als zuvor. Auf dieser Linie bedeuten die Unter-
suchungen C. Koehnes' in neuester Zeit nur darin einen Fort-
schritty dass sie Augsburg als Entstehungsort der Schrifk festlegen,
also im Verf. einen Augsburger Stadtpfarrer sehen. Im übrigen
blieb die Annahme unangefochten, dass der Verf. ein Pfarr-
geistlicher seL Dies wurde als ziemlich selbstverständlich aus
dem Umstände abgeleitet, dass er die Standesinteressen des Pfarrers
überall ganz ofiPen vertrete.^ Diese Thatsache wird freilich selbst
ein oberflächlicher Kenner der Reformschrift nicht leugnen kömien,
aber der Schluss aus ihr auf gerade diese Eigenschaft des Verf.
ist kein zwingender. Nur wenn man das mannigfache Detail der
Schrift nicht eng genug in Zusammenhang bringt mit dem ganzen
geistigen Leben und dessen eigenartigen teils in der Entwicklung
teils im Verfall begriffenen Zuständen, von denen hier ein sehr
* Friedrich Reisers Reformation des K. Sigmund. 1876, S. 38 ff.
' von Bezold, zur deutschen Eaisersage, in Stzb. der bayr. Akad. der
Wissensch., hist. Elasse, 1884, S. 686 ff. Anm., wo die betreff. Litteratar
zusammengegtellt ist.
» In neu. Arch. der Ges. für älter. Gesch. 1898 XXTTT. B. Keuerdingt
bekennt sich auch H. Boos, Gesch. der rhein. Städtekultor, m B. 1899
S. 189, Anm. 818 zu dessen Ansicht.
* C. Eoehne, Studien zur sog. Ref. K. S. in Ztschr. fOr Sozial- und
Wirtschaftsgesch. V. B. 1897. S. 879.
Histor. Vierteljahnohrifk. 1908. 4. 88
468 H. Werner.
prägnanter und fast typischer Ausdrack vorliegt, so kann man
zu dieser Annahme neigen.
Als ich die Reformschrift in meiner letzten Arbeit^ auf
ihren prophetischen Dunstkreis hin eingehend untersuchte und
dadurch festen Fuss fasste, von dem aus die Person des Verf.
und die Beformpläne im allgemeinen ein schärferes Profil ge-
winnen, da hatte ich zugleich Gel^^nheit, zum erstenmal auf
einen Laien und zwar auf einen Stadtschreiber als Verf. ent-
schieden und mit guten Gh-Qnden hinzuweisen. Was ich aber dort
gleichsam im Vorübergehen behauptete, das näher zu begründen
und von anderen Seiten aus zu vertiefen, kann als eine moralische
Forderung gelten.
Das für die Person des Verf. bisher als entscheidend be-
zeichnete, kräftige Eintreten für die Pfarrgeistlichkeit verliert
ganz den genannten Wert, wenn man es aus seiner Isolierung
befreit und ihm das reichliche Relief giebt, das es in Wirklich-
keit hat. Dazu ist vor allem ein genaues Eindringen in das
kleinste Detail gleichzeitiger Berichte und der Reformschrift selbst
nötig, was bis jetzt noch nicht geschehen ist.
Zu der Parteinahme fQ.r die Pfarrgeistlichkeit wird der Verf.
getrieben durch seine Oegnerschaft; zum Monchtum. „Dem Mönch-
tum,'' so hiess es,* „ist Friedrich äusserst abhold, wie Wikliff und
Hus''. Diese Oegenüberstellung ist zur Beurteilung aufßdlender
Erscheinungen im ausgehenden Mittelalter sehr beliebt, aber eine
richtige Würdigung der Gegensätze ist nur möglich, wenn wir
das Milieu einer Einzelerscheinung aufsuchen und uns bestreben,
sie daraus zu erklären.^
Sehen wir uns nun näher um, ob der Gegensatz zwischen
Monchtum und Pfarrgeistlichkeit dem Verf. damals so exklusiv
eigen ist, dass man aus seiner Parteinahme für die letztere un-
bedingt auf seine Zugehörigkeit zu ihr schliessen muss, ja ob
nicht der gerade so gefasste Gegensatz zu einem andern Schlüsse
zwingt.
^ „Die Flugschrift onus ecclesiae mit einem Anhang über sozial- und
kirchenpolitische Prophetien.*^ Ein Beitrag zur Sitten- und Kulturgeschichte
des ausgehenden Mittelalters, 1901. S. 79 ff.
• W. Boehm, 1. c. S. 66.
' Von Joh. Janssen in dessen Gesch. d. d. Volk. U. 2. B. S. 899 ff. ist
unser Verf. als besonders ,^usitisch" verschrieen.
üeber den Verfasser u. den Oeist der sog. Reformation des Kaisers Sigmund. 469
Nehmen wir die urkundlichen Berichte der Oeneral- und
Partikularkonzilien der 1. Hälfte des 15. Jhrh. sowie die zu-
falligen und beabsichtigten Aeusserungen der Zeitgenossen der-
selben zusammen^ so finden wir zunächst den Gegensatz zwischen
Pfarrern und Bettelmönchen als einen in jene Zeit tief ein-
schneidenden.
In den Baseler Eonzilsakten, wie sie uns in Joh. von Segobias
Berichten vorliegen, wird einem auf diesem Konzil im Jahre 1433
entstandenen Streite zwischen Mendikanten und Euraten solche
Aufregung und Ausdehnung zugeschrieben, dass er als eines der
zwei Haupthindemisse bezeichnet wird, die den Fortgang der
Reform hemmten.^ Ueber die Verhandlungen bei diesem Streite
fasst Joh. von Segobia wegen ihres Umfangs und dazu noch
exkursorischen Charakters sich absichtlich kurz.^ Für unsere
Betrachtung ist aber eine ziemlich beiläufige Bemerkung des
Verf. über die Beilegung des Streites sehr wichtig. Es habe
nämlich neben anderen Versammlungen in dieser Angelegenheit
auch eine der Prälaten des sog. zweiten stat. stattgefunden, die
folgende charakteristische Stimmung nach der formellen Erledigung
des Streites zeigt: „visa forma quadam avisata decreti pro con-
cordia murmurare multi quia non tantum in curatorum favorem
sicut arbitrabantur^^ Es geht daraus und aus anderen Stellen',
die später ausführlicher berücksichtigt werden, hervor, dass es
damals am Konzil einen sozusagen partikularisten Klub gab, der
sich aus Magistern, Doktoren und anderen Elementen^ zusammen-
setzte, die öfters ziemlich radikal auf schärfere Fassung von
Dekreten, namentlich der gegen Simonie und des Vordringen der
Bettelmönche selbst unter Anrufung der Staatsgewalt drängten.^
Die Spannung zwischen Pfarrern und Mendikanten artete in dem
der Abfassungszeit unserer Schrift (1439) ganz nahe stehendem
Jahre 1436 in einen Tumult aus, worüber uns Joh. von Segobia
im U. B. Kap. IX, S. 891 berichtet: „mense isto introducta fuit
* Mon. Con. gener. (XV. saec.) 11. B. p. 683, besonders aber S. 700 ff:
f^Diyisio data inter eos, qni minoris status erant'^ „Divisio videlicet inter
curatos et mendicantes.^^
• Ibid. S. 708. » Ibid. S. 704. * Ibid S. 683.
'^ Ibid. S. 683 u. 704. Es lässt sich vermuten, dass gerade ans diesem
Kreise die „bulla in favorem curatorum expedita'^, über welche der Streit
ausbrach, eingeschmuggelt worden ist.
88 •
470 H. Wener.
secnndo causa dorae disceptationis et importimitatis mazimae
iiiter mendicantes et coratos^.
Neben diesem direkten Berichte über jene Strömung ümM»-
halb des geistlichen Standes selbst zn Basel, haben wir noch
einen indirekten des Benediktinermonches Ulrich Stöckel ron
Tegemsee, der persönlich am Konzil seinen Orden in der Dioiese
Freising rertrat. Er berichtet über diesen Streit an seinen Abt:
^tem magna controrersia orta est in sacro concilio inter curatos
et mendicantes'^^ mit Bemerkungen, die hier keinen Plats haben.
Wir erkennen also deutlich, wie gespannt in der gansmi^
Beformbewegung das Verhältnis der Pfiurrgeistlichkeit g^^n die
Bettelmönche war. Besonders sehen wir eine Partei, die neben radi-
kalen Reformbestrebungen mit Vorliebe für die Pfiirrer eintritt.
Dass diese Spannung nicht lokal auf Basel beschraikt^ sondern
lange dauernd, über ganz Deutschland verbreitet als ein Zeichen
der Zeit angesehen werden muss, zeigen auch die Statuten der
Partikularkonzilien. '
„Zwischen dem Kuratklerus und der Ordensgeistlichkeit war
in manchen Gegenden ein theologischer Streit ausgebrochen.^'
Das klingt sehr abgeschwächt, wenn man die gleichzeitigen That-
Sachen daneben berücksichtigt. Wie die Bestimmungen der Bam-
berger Synode noch im Jahre 1451^, so geht auch der Erzbischof
Ton Mainz in einem Schreiben gerade an seinen Snftaganen ron
Augsburg im Jahre 1455 gegen das unberechtigte Vordringen
der Mendikanten in die Amtsbefugnisse der Pfiärrer und die da-
raus entstehcDden Misshelligkeiten Tor.^ Kurzum in fast jedem
Provinzial- und Diözesankonzil des 15. Jhrh. wird Stellung in
dieser akuten Frage meistens zu Gunsten der Pfarrer genommen.*
Aber auch Ton einzelnen Personen ist der Standpunkt in diesem
Streite überliefert. So wissen wir Yon dem Benediktinermöndi
und Geschichtschreiber Sigismund Meisterlin zu Augsburg und
Heinrich Leubing, Stadtpfarrer zu Nürnberg^, dass sie ausgesprochene
Gegner der Bettelmönche waren.
^ cf. Haller, Joh., Concil. Baailiense lB9e. I. B., S. 82.
' cf. Binterim, Pragmatische Gesch. der deutschen Provinsial- und'
Diözesankonzilien vom 4—16. Jhrh. 1848. YII. B.
• Ibid. S. 247. * Ibid. S. 248. » Ibid. S. 284 f.
' Dies zeigt die Yeröffentlichung Binterims.
' St Chroniken X. 184«. S. 108.
Ueber den Verfasser n. den Geist der sog. Reformation des Kaisers Sigmund. 471
Aber besonders deutlich finden wir den damals weit ver-
breiteten Widersprach der Laien gegen das Bettelmönchtum im
Kaiser Sigmundbuch Eberh. Windeckes ausgesprochen.^ Hier wird
wiederholt ,^dem Almosen''^ also yomehmlich den Bettelmönchen
der grösste Schaden in der Christenheit zugeschrieben; so heisst
es z. B. S. 380: ^^dann die Almusen doten den grössten schaden
und machten den grössten Krieg in allen deutschen
landen''.^ Aehnlich beklagt sich der Bemer Chronist Konrad
Justinger schon 1419 über ,,den vielen Kummer^ den die Stadt
mit den Mönchen hatte'^'
Wir sehen also^ dass nicht von Pfarrern ausschliesslich,
sondern auch von höheren Oeistlichen, von Magistern und Doktoren
in dem heftigen Streite zwischen Pfarrern und Bettelmönchen
für erstere gegen letztere damals Partei ergriffen wird, ja dass
auch unter den Laien eine lebhafte und weitverbreitete Verstimmung
gegen die letzteren zur Zeit des Baseler Konzils herrschte. Die
Streitpunkte, die uns später einmal bei der Untersuchung unserer
Schrift im Einzelnen beschäftigen sollen, kennt auch der Verf. der
Reformation zum Teil und bringt Reformvorschläge darüber vor.^
Aber bei weitem mehr als das! Gerade dadurch, dass er diesen
weit verzweigten Gegensatz zwischen Bettelmönchen und Pfarrern
zu dem zwischen Mönchen und Pfarrern erweitert und dadurch
aUen Reformplänen über den geistUchen Stand einen bestimmten
Charakter verleiht, kennzeichnet der Verf. sich ganz besonders.
Nicht zwar ist er Gegner des Mönchtums überhaupt und seine
Gleichstellung mit Ketzern ist ganz falsch. Auch zeigt er keine
besondere Abneigung gegen einen einzelnen Orden. Nur das
Uebergreifen, das üeberwuchem des Mönchtums in den gesamten
kirchlichen Organismus geisselt er. Deshalb will er die Mönche
nicht etwa auf den Aussterbeetat gesetzt, aber doch vermindert
wissen.^ Kurzum die Vermönchui^ der E^irche weist er überall ab. So
verlangt er entschieden, dass kein Papst mehr aus einem Orden
gewählt werde (Ibid. S. 174), ebensowenig ein Kardinal „wann
das hat uns den allergrössten schaden bracht, als es offenbar ist
^ cf. AltmaBB, W., Eberh. Windeckes Denkwürdigkeiten 1898.
* Ebenso heisst es auf 8. 887 nnd 898.
* Heransgeg. von Binder, G. 1871, S. 886.
* Boehm, L c. S. 201 f. * cf. Boehm, 1. c. S. 200.
472 H. Wemer.
worden*' (Ibid. S. 176) und ebensowenig ein Bischof (S. 179).
Aus dieser schroffen Ablehnung der Yermonchung der kirchliclien
Hierarchie^ lasst sich eine bestimmte Qeistesrichtung des Verf.
erkennen^ die man als die humanistische ^ mehr weltliche be-
zeichnen muss. Dem Humanismus, zumal dem in Augsburg, war
die Monchsbarbarei' von Ghimd aus verhasst. In diesem Lichte
erscheint der Verf. auch in seiner SteUung als scharfer Gegner
des Cölibats, dieser echt mönchischen Einrichtung. In dem Satze
Tollends: es soll sich lauter in allweg scheiden das Geistliche von
dem Weltlichen (Boehm, S. 231), liegt jener selbstbewusste Trotz,
der dem Humanismus als weltliches Bildungselement dem geist-
lichen gegenüber eigen ist. Er setzt diesem Geisteszug des Verf.
die Krone auf.
Daneben allerdings werden häufig und warm die Interessen
der Pfarrer und Pfarrkirchen rertreten.' Es ist dies aber in
mittelalterlichen Städten gamichts Auffallendes, sondern in der
Stadtgeschichte etwas Geläufiges.^
Doch es ist gamicht der Gegensatz zwischen Pfarrer und
Mönch allein, sondern ein noch etwas weiterer, nämlich der
zwischen Welt- und Ordens priester. Zu dieser Nüancierung
meines Urteils zwingt mich die genauere Beachtung des Details
der Schrifb, wodurch aber auch zugleich das Gesicht unseres Ver-
fassers schärfere Umrisse erhält.
Bei seinem Beformvorschlag über die Wahl des Papstes stellt
er die Bedingung, dass der Bewerber „ein weltlicher priester^
sein solle (Boehm S. 172) und legt diesem Worte eine recht
hohe und verständige Bedeutung bei. Gleich darauf unterscheidet
er auch den Pfarrer vom Priester (Ibid. S. 173). Ebenso sind es
die „weltlichen Priester^', auf denen das „ganze Unrecht der EKupter^,
der „prälaten und örden" (S. 177) lastet. Darum ruft er die
Christenheit auf zum Schutze der Priesterschafk: „sui^, vigila,
^ Anch gegen die wirtschaftliche Uebermacht der Mönche wendet er
sich: „die Klöster sind mächtig, sie hand das erdrich inne^^ S. 176.
' cf. P. Joachimsohn, die humanistische Geschichtschreibung in Deutsch-
land, 1895. S. 22.
* „Es ist kein pfarrkirch so klein, sie ist würdiger als das allerhöchste
Kloster" S. 178 und an vielen anderen Stellen ähnlich.
* Cf. Anhang S. 87 Anm. 4 und Burkard Zink in St. Chroniken Y (II)
8. 218.
üeber den Verfasser n. den Geist der sog. Reformation des Kaisers Sigmund. 473
pro clero, si non surgis citius, sorgis nimis sero.". Aber der Ver-
fasser bleibt bei diesem Begriffe des niederen^ einfaclieii Priesters
nicht stehen^ er erweitert ihn noch mehr. Wenn er von 'der
Eigenschaft eines jeden Kaisers als „Priester" redet (S. 239), wohl
weil dieser vor der Kaiserkrönung die niederen Weihen empfing,
so scheint er mit dem Worte Priester jeden mit den niederen
Weihen versehenen Kleriker zu verstehen. Und gar der Aus-
druck „sacer pusillus'' ein „kleiner geweihter^' (S. 238 f.) der als
Friedrich von Landnau die Reform durchführen soll, kann eben«
falls nur in dem Sinne von Kleriker mit den niederen
(pusillus) Weihen (sacer) verstanden werden. Nun legt der Ver-
fasser unzweifelhaft sich selbst diese Rolle bei und spricht von
dem so charakterisierten Priester, dass er in Basel gewesen und
geehrt worden sei (S. 244). Dabei lässt der Verfasser eine höchst
persönliche Bemerkung über den Reformatorpriester also über sich
selbst fallen, die über ihn als Kleriker mit den niederen Weihen
ein ganz charakteristisches Licht wirft: „wir (sei. Kaiser Sigmund
in Basel) haben ihm ein kleid geben'' (p. 244).
In welcher Eigenschaft kann er aber dieses Kleid natürlicher
erhalten haben als in der eines Ratsboten, eines Stadtschreibers,
der in Basel zur Zeit des Konzils und des Aufenthalts des Kaisers
Sigmund daselbst in irgend einem Auftrage thätig war und damit
einen Teil seiner Löhnung empfing. Nun war der Stadtschreiber
häufig ein Kleriker mit den niederen Weihen und erhielt oft als
Teil seiner Löhnung ein Gewandstück.^ Dieser städtische Beamte
war zugleich der Diplomat; in ihm liefen alle Fäden der Ver-
waltung zusammen, in ihm war der Geist und die Tradition des
mittelalterlichen Städtewesens verkörpert. Aber gerade in der
1. Hälfte des 15. Jahrhunderts beginnen die Stadtschreiber neben
dem mechanischen Geschäfte ihres Schreibens auch bereits eine
bedeutende litterarische Rolle zu spielen. Stadtschreiber werden
Geschichtschreiber. Sie gelten damals als die „Halbgelehrten^,
durch die „das gelehrte Element^ d. h. das humanistische z. B. in
Nürnberg Eingang fand. „Die meisten von ihnen hatten studiert,
aber den Doktorgrad nicht erlangt, sie bildeten die Vermittlung
zwischen den Laien und Doktoren, mit denen sie fast alle
Lasten aber nicht die Ehren des Standes teilten.'^'
' Cf. BooB, 1. c. m. B. S. 221 f.
' JoachimBohn, Gregor Heimbnrg, 1891 S. 114.
474 H. Wenflr.
Halten wir Augsburg als die Heimat dee Yerhmen tmi, m
finden wir dort einige Zeit nach der Abfasanng anserer Sckiift
einen Stadtschreiber in einem Kreise yon Personen, dessen geistige
Atmosphäre unsere Schrift in mannigfacher Weise wiederapiagdt
Wir kennen lülmlich in Augsburg schon firüh einen Huns-
nistenkreis um den Patrizier Sigismund Qossenbrot als Mitiel^mnli^
Ton gleichstrebenden Genossen.^ Darunter befindet sich der Stadt-
schreiber Valentin Eber. Leider sind die Urkunden der Stadt
Augsbui^ aus dieser Zeit noch so dürftig Teroffentlicht, dass uns
nur folgende schwache Umrisse Ton der Person des Gtenannt^i
bekannt sind. Valentin Eber war Licentiat und stand im Dienste
der Stadt Augsburg in Angelegenheiten mit Kaiser Sigismund
und Friedrich III.* Seine Teilnahme an dem sogenannten Huma-
nistenkreise wird von dem genauen Kenner dieser Zeitgeschichte
dahin bestimmt, dass er yon Wien ^Handschriften und Nach-
richten^' gesammelt habe für seinen Kreis.' Ueberhaupt war in
Augsburg in dieser Zeit das Sammeln von Handschriften, Prophe-
zeiungslitteratur^ und die Kunst des „Transferierens^^ in echt
humanistischem Geiste ziemlich geübt. Das Interesse am ^^Alter-
tümlichen und Wunder baren'' ^ herrscht hier besonders in Kauf-
mannskreisen und wird hier in der ersten humanistischen Modalität''
bethätigt. Auch Frauen gehören diesem Kreise an.^
Auf Spuren, die dieses charakteristische geistige Leben
Augsburgs in unserer Schrift hinterlassen hat, will ich hier kurz
hinweisen, um sie später zu vervollständigen. Sie führen um dem
gesuchten Verfasser und seinem Werke näher.
Unsere Schrift giebt sich für eine Uebersetzung aus und ist
somit ein Beleg für die dort geübte Kunst des ,,Transferierens^.
Sie hat nach Humanistenart Neigung zu antikisierenden Deduk-
tionen®, spricht mit Hochschätzung von dem Frauenstndinm',
fordert AbschafiFong des Gölibats und kehrt sich rüokwshislos
gegen die Vermönchung des kirchlichen Geistes, Amtsi und Be-
sitzes. Auch spiegelt sich in ihr der jenem Kreise eiigme Zug
^ Joachimsohn, die homanistische G^schichtschreibmig in Deutschland,
1896, S. 16 f.
■ St. Chroniken V. B. S. 296 u. 8. 419 Anm, 2. VI. B. S. 450.
* JoachinuBohn, 1 c. S. 18.
* Ibid. S. 18. » Ibid. S. 14. « Ibid. S. 12. ' Ibid. 8. 18.
^ Boehm, 8. 169. * 8. 208, 8. 213, 8. 223 f.
Ueber den Yerfaiuser n. den Geist der sog. Reformation des Kaisers Sigmund. 475
nach prophetischem Kolorit und Wunderbarem.^ Aber was zu-
gleich dem Augsburger Humanistenkreise wesentlich eigen ist,
das ist seine ^^entschieden kirchliche Natur'^' Das ist aber auch
ein wesentliches Kennzeichen unserer Schrift. Im Prinzip ist der
Verfasser kirchlich bis herab zum Beten des englischen Ghnsses.
Nur der neue G^ist des Humanismus^ der weltlichen Bildung, hat
ihn etwas aufgeklärt und seltsam genug nimmt sich daneben sein
Wunder- und Prophetenglaube aus. So recht ein Zeichen des
Uebergangs vom Alten zum Neuen in jener Mischung, wie sie
auch Joachimsohn an dem besten Vertreter der frühhumanistischen
Geschichtschreibung, an dem Werke Sigismund Meisterlins so
treffend als scholastischen Humanismus bezeichnet. Jeden&lls ist
diese Mischung aber auch ein Zeichen der Ebdbbildung des Verfassers
infolge seines Amtes als Stadtschreiber. Aus der Zwitterstellui^
heraus als nicht voll Gelehrten, nicht roll Geistlichen und als
Repräsentant des reichsstädtischen Gedankens — man erinnere
sich an die schiefe Stellimg der Reichsstädte damals zur Zentral-
und Territorialgewalt — lässt sich denn auch der vorlaute GroU
des Verfassers gegen die Gelehrten, Prälaten und Gewaltigen Yon
vornherein etwas verständlich finden. Dieser hat aber wieder eine
breitere Unterlage in der kirchlichen Bewegung zu Basel und in
deren Folgen auf die kirchen- und staatspolitische jener Ti^.
Betrachten wir diese kurz, so gewinnen wir neues Licht über den
Verfasser und sein Werk.
Wir hatten oben schon Gelegenheit, auf einen partikularistischen
Klub innerhalb des Baseler Konzils hinzuweisen, der in gesonderten
Winkelversammlungen ziemlich radikal sich gebärdete. Wir wollen
das Treiben derselben nach dem Bericht Joh. von Segobias schildern,
soweit es ein Schlaglicht wirft auf unsere Schrift und ihren Geist.
Als es sich auf dem Konzil darum handelte, die Grundübel
des geistlichen Standes: Simonie und Konkubinat durch bestimmt
und streng abgefasste Dekrete zu beseitigen, da stellten sich
„täglidi immer grössere Schwierigkeiten ein^^' In der langen
Debatte über die Form der genannten Dekrete zeigen sich deutlich
zwei Parteien, die der Bischöfe und Prälaten, die spätere Legaten-
^ Cf. Anhang meiner gen. Schrift S. 79. ' Joachimsohn, 1. c. S. IS.
^ Mon. €. n. B. 8. 677 ff. besond. S. 683; „aiateria vero haec qnoniam
maiores dietim snscipiebat dif&coltates^'.
476 H. Werner.
partei und die der Prälaten des sog. 2. stat.^ Es fand nun eine
Versammlung der letzteren statt, in der die yon den Prälaten
Torgesclüagene Form des Simonieverbots als ungenügend bezeichnet
und ihr heftiger Widerstand geleistet wird, ja sogar unter An-
drohung weltlicher Oewaltmassregeln.' Als dann auf Ersuchoi
dieser Versammlung hin ein Ausschuss für diesen Gfegenstand
unter der Gegenwart des Präsidenten des Papstes eingesetzt wird,
da erkennt auch der Kardinallegat in den Prillaten ein Haupt-
hindernis in der Reform der Kirche an' und giebt dabei der
drohenden Haltung der Laien gegen den die Beform verweigemden
Klerus den bezeichnenden Ausdruck in den Worten: „et fortasse
esset laicis occasio insurgendi contra clerum'^ In der sich nun
anschliessenden Hauptdebatte ;,in materia extirpandae simoniae^
werden mehrere „vota" von Aebten und Doktoren abg^^ben
(ibid. S. 688 f.), die ziemlich keck die Simonie als aus ^abgier^
entstanden bezeichnen und auf die frühere Armut der Kirche
zurückweisen. Der Wiener Magister Thomas hält die Geld-
forderungen für kirchliche Funktionen als gegen das „ins naturale^
und „divinum'^ gerichtet^ M^^^ evangelio insinuante gratis erat
dandum^ quod gratis erat acceptum^. Aus demselben Ej*eise
heraus wird die Taxe für das geistliche Siegel als Simonie be-
zeichnet und sie sei deshalb, soweit sie aus ^^cupiditas^ eingeführt
sei; y^igne et gladio^' auszurotten (ibid. S. 689 f.). Als nun die
Taxenerhebung als ^^consuetudo^' immer wieder von den höheren
Prälaten entschuldigt wird, da wird von der anderen Seite ebenso
unermüdlich auf das Evangelium mit dem Satze hingewiesen:
,,gratis date quod gratis acceptum est^ (ibid. S. 691 u. 693).
Zugleich wird auch von den niederen Klerikern wieder auf die
von den Laien drohende Gefahr aufmerksam gemacht mit den
1 Ibid. S. 688.
' Ibid. ,,et si praelati non assentirent (sei. der schärferen Fassung)
nt fieret decretom qnod fortasse contingeret lila praedicari ad prineipes
saeculares . . . quomodo praelatis obsistentibus ne decretaretnr impedi-
mentum fieret".
* Ibid. S. 684: „mazininm onus patribus incombere, si non intenderent
ad reformationem praesertim super simoniam et concubinarios; etenim cum
spectaret ad praelatos ex officio ista corrigere, rei essent om-
ni um delictorum quae in universali eccles. committerentur ob refor-
mationis defectum.^^
üeber den Verfasser u. den Geist der sog. Reformation des Kaisers Sigmund. 47 7
Worten: ^^necesse erat ut praelati se ipsos iudicarent^ laicis
comminantibus: ^nisi reformetis vos, nos reformabimus'^^^
Mit Rücksicht auf die ^^christliche Freiheit^' bedeute eine
Geldforderung für die Spendung der Sakramente und das Lesen
der Messe auch eine Ungerechtigkeit für die Armen. Es müsse
mit Eifer auf einem strengen Simonieverbot bestanden werden,
,,quoniam erat notissimum futurum scandalum nisi provideretur^^
Nach häufigen ^p'equisitiones et solemnes prot-estationes super
agenda reformatione" (ibid. cap. XTTT u. XIV) tritt der Streit
zischen Pfarrern und Bettelmönchen dazwischen^ der in die Frucht-
losigkeit der Debatten keine Veränderung bringt. Da entsteht
plötzlich ein ^^velut subitanea inspiratione consensus^ unter den
Vätern. Annaten und alle Abgaben werden als Simonie verboten
(Ibid. S. 798 ff.). Der Protest der Bischöfe und höheren Prälaten
dagegen bleibt wirkungslos.
Dieses gewaltige Ringen des niederen Klerus , der Kleinen,
in deren Hintergrund das Laienelement seine drohende Miene
zeigt, geht ebenso klar aus den Berichten Ulrich Stöckeis Ton
Tegemsee hervor.
Wiederholt meldet er seinem Abte von den grossen
Schwierigkeiten, denen die Reform, besonders die Dekrete
über Simonie und Konkubinat ausgesetzt sind von Seiten der
Häupter, der Bischöfe und Prälaten. Hören wir ihn unmittelbar:
„Item vestrae patemitati mitto decretum unum* in materia re-
formationis quod cum magna difficultate conclusum est, quia
dorn, episcopi valde opposuerunt se . . . laboravimus quasi
per biennium super isto decreto et nunquam poteramus venire
ad finalem conclusionem . . . item iam fabricamus duo decreta in
eadem materia reformationis unum pro extirpatione simoniacae
pravitatis, aliud de concubinariis quae necessaria valde quia
duo mala deformant et diffamant omnem statum eccle-
siasticum".'
» Ibid. S. 693. ■ Vom 4. Dez. 1433. cf. M. C. U, 626.
» cf. Haller, 1. c. S. 74. Ebenso S. 82: „Item aacr. conc. dndum in-
cepit 1 aborare pro dnobus decretis fiendis sed qnia Bomana curia et
totuB ecclesiasticns modo inveterati snnt bis dnobns malis ideo
difficnlter reformandnm est.^^ So wiederholt: „in materia reformatio-
nis heu modicum proficimus^^ (S. 82) oder: ,,heu sunt multae difficultates
in materia reformationis*' (S. 88).
478 H. Werner.
Und als endlich gegen den Hanptteil der j^imoiiie^ die
Annaten, der Hauptschlag geführt war (9. Juni 1436 cf. M. C. H
801) durch ein Dekret^ das Stockel als ^^uberrimom^ bezeielinet
(HaUer, S. 93), da weiss er sofort wieder yon dem Widersprodi
des Papstes, der Kardinale und Prälaten innerhalb und auBserhalb
des Konzils zu berichten: ,,Umb dasselb Dekret de annmtis ist
unser hl. Vater Papst Eugenius yalde amaricatus contra s. C.
und sunder wider dorn, legatum auf den er alle schuld legt. Und
episcopi, die extra concilium sind, die seiend auch fiurt wid^r das
Dekret und auch episcopi presentes in concilio, die krimmieren
sich umb das Dekret, das sie konsentiert haben und war es nit
gemacht, sicher es geschah hierf£Lr nimmer^. Aber das Konäl,
d. s. die niederen Prälaten, will das Dekret unter allen umstanden
aufrecht halten und eine Bulle an den Kaiser und an alle durist-
liehe Fürsten senden, dass sie „das Dekret halten und beschiimen
soUen" (Ibid. S. 91).
Daneben sind die Berichte gleichzeitiger Chronisten^ und
Laien als Städteboten fast gleichlautend. So schreibt der Ge-
sandte Frankfurts 1433 an den Bat seiner Stadt: „Das conciliiim
gejt mit ejren Sachen umb als eyne kacze umb ejnen heyssen
brey und dede unser here, der Kaiser, is worde nichts us diesem
konseligen/^^ Ja Kaiser Sigismund hatte den grössten Eifer an
den Tag gelegt, des Konzils Hauptaugenmerk auf das Reform-
werk der Kirche zu lenken. Da musste sein frühzeitiger Tod
am 9. Dezember 1437 in den Laien- und stadtebürgeriidien
Ejreisen' als ein Verlust für die kirchliche Sache gelten. „Mit
Recht oder Unrecht galt er doch immer als der Trager der
grossen Ideen von Konstanz und mehr als ein anderer Termochte
er über die Baseler."*
Was wir bis jetzt erkannten, ist also ein impulsiTSS Ver-
langen und Drängen der niederen Würdenträger der Eirehe, ^r
Laien ^ und deren Kaiser nach Reform an Haupt und ÖUedem.
Am Konzil selbst haben sich diese zu einem eigenen sog. 2. stat.
1 cf. St. Chr. L 397.
' cf. Janssen, Frankfurter Beichskorrespondenz I, 396.
' Warum gerade hier, sagt mein Anhang S. 91.
* Joachimsohn, (Tregor Heimbarg. S. 46.
' Wie diese sich in den letzten Jahren zu Basel immer mehttsn,
zeigt Voigt, G. Enea Silvio Piccolomini, I. B. 1666. 8. 67, 68, 107 wd 106.
üeber den Verfasser u. den Geist der sog. Reformation des Kaisers Sigmnnd. 479
konstituiert, um ihre Interessen , die sie zu denen der ganzeir
Kirche machen, wahrzunehmen. Denn auf ihnen lastet am meisten
der von oben sich fortpflanzende und durch die grosse Anzahl
der hierarchischen Glieder sich vervielfachende Druck. Unter
ihnen hallt zugleich der Ruf der Laien wieder, dass sie, wenn
die Prälaten sich nicht reformieren, es selbst thun und zwar mit
Waffengewalt.
Wie eine Stimme aus dieser ganzen Situation klingt der
Ton unserer Schrift.
Ohne Zweifel stellt der Verfasser in seinen einleitenden Be-
merkungen (Boehm S. 161 — 172) seine Reformpläne in direkten
Zusammenhang mit der Arbeit auf dem Baseler KonzU: „ihr suUent
wissen, wie das heilig konzil zu Basel gesamnet ist.^^ Die sich an-
schliessende Bemerkung: „aber die geistlichen häupter wollend
sich an vil stucken sperren, sie wend das unrecht nit lassen
fallen^' (Ibid. S. 162) versetzt uns vollends in die soeben mit
den Worten Job. von Segobias, Ulrich Stöckeis u. a. gezeichnete
Situation auf dem Baseler Konzil in den J. 1433 und 34.
Nicht weniger die bald folgenden Worte: „die geistlichen
prälaten, die allermeisten wider selige heilige Ordnungen
sind, die lang vollendet wäre, wen dass sie nit hinderten^
(ibid. S. 166). „Aber die prälaten lassen sich nicht gern
reformieren noch die örden, wann sie lassent nit gern von
hand.'^ (Ibid. S. 167.) Bestimmter aber könnte der hervor-
gehobene Gegensatz in derselben Einleitung nicht hervortreten
als in dem Satze: „es setzt sich niemand wider göttliche
Ordnung denn die gelehrten, weisen und gewaltigen, aber die
kleinen ruffent und schreient gott an umb hilf und umb eine
gute Ordnung", (ibid. S. 170.) Gleich am Schlüsse derselben
Einleitung appelliert er ähnlich wie in obigen Berichten an die
weltliche Gewalt: „es muss zugan durch gottes kraft und durch
das weltliche schwert." (ibid. S. 165 und sonst häufig, cf.
Anhang.)
Aber auch in anderen wesentlichen Punkten finden wir
Uebereinstimmung. So wird noch in demselben Zusammenhange
die Simonie auch als das grösste Uebel des geistlichen Standes
bezeichnet: „aller prest liegt grösslich an zwein stücken; an den
geistlichen liegt gross simonie, das ist soviel als wucber, die-
flelb hat allen geistlichen stand vergifft." (ibid. S. 162.) Aber
480 H. Wernei
die Äusdehnimg dieeea allgemeiDen Oerttchtspaukteg sowie der
Reform fiberhaupt auch auf den welÜichon Stund, an dem ,^eitz
(= aTaritia)* ab zweites Stück liegt", zeigt den Verfasser sofort
Ton weiterem Geaiclitapunkt als von dem bloae geidtlichen oder
sogar pfarrherrlicbeo. Die Qelegenbeit voUends, bei der duicli
den geistlichen Stand, besonders durch die Kurie, am meisten
Wacher getrieben wird, ist ebendaselbst so charakteristisch her-
Toi^ehoben, dass damit wieder ein Licht fällt auf den Stand dee
Verfassers nach einer engeren Beziehmig. Wie nämlich die Gottes-
gftben d. s. die Sakramente „gratis" empfangen worden seien, so
sollen sie auch „gratis" ausgeteilt werden.' „Nun mosa man
TOn der peoitentiarey ablass der sünden herd bezalen . . . item
in der korrektorey daselbst, item in der kanzley."' Es ist also
vor allem die Simonie in der päpstlichen Rota, an die ein Stadtr
Schreiber sofort denken muss.
Wiederum auffallend und charakteristiBch zugleich für die
PerBon des Verfassers ist, dass er trotz seinem rerwandten Gleist
mit dem partikulariatischen Elub in Basel nichts von dem dort
überall neben der Simonie und gleich heftig angegriffenen üebel
des Konkubinats in demselben Zusammenhange berichtet. Wenn
er oben ckarakteristisch neben dem geistlichen Wucher, der
Simonie, zugleich auf den weltlichen hinwies und somit einen
weiteren d. i. weltlichen Sinn zu erkennen gab, so nimmt er
auch in der Fn^e des Konkubinats eine besondere Stellung ein
mid zwar ebenfialle eine weltliche. Erst später in einem anderen
Zusammenhange (ibid. S. 186f) handelt er aber diese Fr^e und
zwar BO, dass er den Gölibat ganz verwirft. Gerade die bei dieser
Gelegenheit eingepflochtene hiatorische Reminiszenz (ibid. S. 187)
bestimmt den weltlichen Änschauungakreis näher zu einem ha-
maniatiachen, dem nicht nor die Frage des Eeiratens damals be-
sonders in Italien bekanntlich vielen litterarischen Stoff bot,
sondern dem auch speziell in Äugabui^ das Zur(lckgeh«i auf den
Ursprung einer Einrichtimg bis auf e^enhafte Zeiten eigen ist.
* ,J)er geitz herrscht bei den welUicheD: Bie wuchrent, fOrkanffent
nnd wsB ufsatt und tmtren bringen mkg, das iat gemein geworden."
' cf. oben.
' Ibid. S. 17i ff. Ebenso klagt er fiber die „notari", durch die der Papst
Kirchen an die ElOster verleiht: „man soll den notari Terbreonen, der «oloh
inatrament macht." 8. 196.
Ueber den Verfasser n. den Geist der sog. Reformation des Kaisers Sigmund. 48 1
Nun haben wir ein bestimmteres Bild vom Verfasser. Offen-
bar hat er direkte Kenntnis yon den oben geschilderten Vor-
gängen auf dem Baseler Konzil und war scheinbar persönlich bei
dem Streit innerhalb desselben über die Dekrete gegen Simonie
und Konkubinat zugegen, hat hier den Kreisen der Kleinen, des
sog. 2. Standes nahegestanden und vertritt so auch in seiner
Reformschrift deren Interessen. Seine weitere Bemerkung,
„kürzlich^ habe zu Basel im Hofe des Herrn K. Sigmund ein
Türke mit einem Christen disputiert (ibid. S. 170), sowie, der
Priester, der die Reform durchführen soll und der er selbst ist,
sei ebenfalls in Basel gewesen, geben zu verstehen, dass der Ver-
fasser zur Zeit des Aufenthaltes Sigmunds in Basel war. Hier
befand er sich in irgend einem diplomatischen Auftrage, wozu
gern Stadtschreiber verwendet wurden, erhielt dafür ein Qewand
als Löhnung. Hier konnte er gerade in dieser Zeit der Reform-
debatte über Simonie und Konkubinat beiwohnen. Leider lässt
sich diese Kombination aus direkten Augsburger Quellen noch
nicht genug kontrolieren aus dem oben schon angeführten Grunde.
Wir haben ebenfalls oben erwähnt, dass in den Städtechroniken
V. L. Valentin Eber als Augsburger Stadtschreiber in dieser Zeit
aufgeführt wird (S. 296), als Gesandter derselben Stadt nach Ulm
und zu Kaiser Sigmund, als Lizentiat (S. 419 Anm. 2) und als
Gesandter zu Kaiser Friedrich HI. (VI. B. S. 430), Auch wissen
wir, dass in der Zeit der von mir angedeuteten Konzilsverhand-
lungen und des Aufenthaltes K. Sigmunds in Basel am 25. Oktober
1433 letzterer der Stadt Augsburg seine Ankunft in Basel an-
gezeigt hat und sie auffordert zum Andreastag (30. Nov.) Boten
nach Basel zu senden zur Erledigung von Angelegenheiten
des Reichs und der Christenheit.^ Augsburg bevollmäch-
tigte als Vertreter Stet Hangenor. Ob Val. Eber bei ihm war,
wird nicht an dieser Stelle gesagt, ist aber aus den angeführten
Gründen wahrscheinlich.
Was lässt sich nun mit diesen soweit erkannten Eigen-
schaften des Verfassers und seines Werkes mit dem vereinbaren
was er selbst darüber an einzelnen Stellen gesagt hat?
^ cf. Janssen, Frankf. ReichskorreBp. I. 720. Der Verf. sagt selbst
von seinem Yerhältnifl zn dem Kaiser S. 244: Der Kaiser (,,wir^*) habe ihm
empfohlen die hl. ordnnng der Christenheit.*^
482 H. Werner.
Er hat das Buch geschrieben als ^^ein diener und knecht der
gemainen Christenheit'^ d. h. der Laien ^ — also nicht ulm «&
hierarchisches Glied der Kirche — und als ;^te unseres dnick-
leuchtigen H. des Kaisers Sigismund^ (ibid. S. 171.) Das l&ast
sich mit dem Stande eines Stadtschreibers und Gesandten an den
Kaiser in Einklang bringen. Als er damals mit den Prälaten
des sog. 2. stat. in Verbindung getreten war, da hat er denn
später diese „Ordnung gemachet von hoher meister weysnngen,
gunst und willen und lere'^ Er erhielt also damals allerlei
Papiere von Reformentwürfen und motivierten Antragen dasu'
und hat sie „von latein zu teutsch zu einem bekennen allen ge-
mainen Christen in der Christenheit gemacht.^ Seine weitere
Arbeit war: ^^diese Urkunde mit hohen weysen'^ zu erleuiem.'
Kurzum es erinnert dieses ganze Verfahren an die Besdiaftigong
des Augsburger Humanistenkreises, allerlei Akten und Novitäten
zu Bammeln und seinen MitgUedem davon Kemitnis zu geben. Für
die Zusammensetzung der Schrifb erhalten wir zugleich folgendes
Bild. Sie besteht zum Teil aus fremdem Eigentum , das als
Reformentwürfe und sog. Amendements zu denselben aus dem
Kreise der Prälaten des sog. 2. stai stammt und das der Verf.
vom Lateinischen ins Deutsche überträgt — ein Beleg für die
in städtischen Humanistenkreisen damals geübte Kunst des
„Transferierens^^ Der übrige Teil, und zwar ist das der grössere,
besteht aus ,,Erläuterungen^^^ des Verfassers zu diesen Papieren
und ihren Zusätzen. In diesen ist aber die eigentliche ftbrbnng
der Schrift zu erkennen, weil hierin der Verfasser seine eigenen
Anschauungen niedergelegt hat. Nur in diesem Lichte finden die
angefahrten Worte des Verfassers über seine Person und Schrift,
an denen man bisher, ohne zu einem Verständnis sn gelangen,
soviel herumdeutelte, eine natürliche Erklärung und anch eine
gute Berechtigung. Zwar gehen die Bemerkungen: ^diener und
knecht der gemainen Christenheit", „rat des Kaisers^, „ordnnngs-
^ An einer anderen drückt er denselben Gegensatz noch deutlicher
aus: ,,wir die gemainen^^ (S. 288).
• Von der Art, wie uns Haller 1. c. einige mitteilt.
' ,,Das wird nun von stuck zu stuck erlütert, zu einem rechten be-
kennen bracht (S. 244).''
* Von dieser seiner Arbeit spricht der Verfasser wiederholt: S. 176,
193, 199 und 244.
Ueber den YerfasBor u. den Geist der sog. Reformation des Kaisers Sigmund. 488
buch des Kaisers^' an dem allerdings noch nicht genug durch
Archivaüen gelichteten Sachverhalte gemessen^ immer noch etwas
auf Stelzen^ aber es liegt ja im Interesse von Usurpatoren^ damit
sie ihre Rolle spielen können, sich zu strecken und pomphaft
Yon ihrer Person zu verkünden. In diesem Sinne ist auch das
aufgeblasene Priestertum zu verstehen, das durch den Hinweis
auf das Priestertum des Kaisers noch deutlicher den Usurpatoren-
geist des Verfassers verrät.
Wir finden also in unserer Schrift einmal die Drohungen
der Laien verwirklicht, welche wir deutlich aus den Verhandlungen
des sog. 2. Standes auf dem Baseler Konzil heraushörten, andrer-
seits die litterarische Rolle des Verfassers als Stadtschreiber
erfüllt, indem er in dieser Reformschrift durch die Uebersetzung
und Erläuterung von gelehrten Reformentwürfen die Vermittlimg
zwischen den Gelehrten und Laien in damaliger Zeit übernahm.
Nur in dieser Umgebung von Thatsachen und Zuständen betrachtet
gewinnt die Entstehung und der Geist unserer Reformschrift
sichtbare Gestalt.
Aber die Zeitlage, soweit wir sie oben erkannt haben, war
nicht gereizt genug, den Verfasser zur offenen Enthüllung seiner
gesammelten Reformpläne zu veranlassen. Dazu bedurfte es noch
einer Steigerung der kirchen- und staatspolitischen Lage bis zu
der Spannung, dass der Verfasser durch eine prophetische Kom-
bination^ ermutigt, über die Reform des geistlichen und weltlichen
Standes ein scharfes Wort redete.
Es bleibt nämlich nach den Jahren 1433 u. 34 der Gegensatz
zwischen höheren und niederen Prälaten. Seine Verschärfung zeigt
sich in dem nun eintretenden gänzlichen Zerwürfiiis zwischen Papst
und Konzil. Auch gewinnt er jetzt eine politische Bedeutung
durch das Eingreifen der Fürsten mit ihrem gelehrten Anhang.
Und als eine politische Aktion fasst auch unser Verfasser seine
von dem niedrigen Stande der Reichsstädte durchzuführende Reform
auf. Ein kurzer Ueberblick über die folgenden Staats- und kirchen-
politischen Ereignisse zeigt uns das.
Kaiser Sigmund ist 1437 gestorben. Auf ihn hatten besonders
die Laien und zwar die reichsstädtischen Bürger ihre Hoffiiungen
für den Fortgang der Reformen gesetzt und nun hatte er die
^ Cf. Anhang S. 81.
Histor. Vierteljahnohrift 1902. 4. 84
484 H. Werner.
Vollendung seines Reformwerks mit ins Grab genommen. Die
Wehmut hierüber klingt schon aus den ersten Worten unserer
Schrift heraus: ,^wann dein Zorn ist offen, dein ungnad hat uns
begriffen, wir gangen als die schauff ohn einen hirten" (S. 161).
Deshalb verzweifelt der Verfasser aber nicht, im Gegenteil, „wenn
das Haupt zu krank ist^' und „das reich blöd, krank und schwach'^,
dann liegt es an den Städten des Reichs gleichsam als Erben des
Reichsoberhaupts einzutreten für die Ordnung (S. 161 u. 162).
So nennt er auch seine Schrift ein „ordnungsbuch*' des Kaisers
Sigmund und ruft gerade die Reichsstädte zur Uebemahme des
ganzen Reformwerkes an. Aber haben wir nicht andrerseits wieder
daraus den Schluss zu ziehen, dass ein Mann, der in so hohem
Tone von der Stellung und Bedeutung der Reichsstädte im Reich
und in der ganzen Reformbewegung spricht, ein hervorragender
Vertreter der reichsstädtischen Idee sein, ein reichsstädtischer Laie
und in einem hervorregenden Amte der Reichsstadt, in dem Stadt-
schreiberamt thätig sein muss?
Nach dem für die Reform verhängnisvollen Tode Sigmunds
erwachte zwar bei den Fürsten der Wunsch sich nach dem Vor-
gange Frankreichs die Reformbeschlüsse wenigstens von Konstanz
und Basel zu retten, „freilich weniger aus idealen Motiven als aus
der weitgehendsten Selbstsucht jener Zeit".^ Denn „keiner Hess
sich über die Linien einer klugen und vorsichtigen Politik der
Vermittlung und des Abwartens hinaustreiben'^^ Das zeigt sich
so recht deutlich auf den folgenden Reichstagen. Sie bestanden
aus einer Gesellschaft von fürstlichen Räten, die „fortwährend in
Sorge waren, ihre Vollmachten zu überschreiten". Nach zwei-
maligem Reichstag zu Nürnberg wurde ein solcher nach Frankfurt
angesagt, fand aber in Mainz am 12. März 1438 statt. König
Albrecht war vertreten hier durch 3 Bischöfe, die von Passau,
Augsburg und Lübeck, die Baseler durch 8 Gelehrte und
Prälaten, ebenso die Kurfürsten durch gelehrte Räte. „Gänzlich
fem hielten sich die Reichsstädte und zwar gerade der Neutralität
wegen, von deren Annahme sie sich übler Folgen für ihre eigene
Rechtssphäre versahen."' Zwar hatte man auf diesem Reichstage
eine Reihe wichtiger Reformdekrete fQr das Reich als bindend
^ Cf. Bachmann, die deutschen Könige und die churfürstliche Neu-
tralität 1438—47, S. 8.
• 1. c. S. 40. » Cf Bachmann, 1. c. 8. 48.
üeber den Verfasser u. den Geist der sog. Reformation des Kaisers Sigmund. 485
erklärt, was nach der Suspendierung des Papstes durch das Konzil
hätte Bedeutung gewinnen können, allein man fuhr sich unter der
Führung der beiden Rechtsdoktoren, des Gregor Heimburg und
Joh. von Lysura^, als der Vertreter der deutschen Prälaten in
der unfruchtbaren Neutralität fest. In ihr aber erringt die
Territorialgewalt, besonders das Kurfürstentum einen erneuten
Sieg über die Zentralgewalt. Die damit verbundene Dezentrali-
sierung nach oben bedeutet zugleich eine Zentralisierung nach
unten, eine Bedrohung der niederen Stände, besonders des Reichs-
bürgerstandes. Ein gleichzeitiger Chronist spricht von dieser
Neutralität das bezeichnende Wort: „die Städte verwarfen die
Neutralität, dadurch die Erzbischöfe und Bischöfe in deutschen
Landen, die denn der protestation (= Neutralität) woUten nach-
hangen, vermeinten mächtig zu werden und dass man sie zu
keinem Gehorsam bringen möchte und arme Priesterschaft und
sust Laien in ihren Rechten unterdrückt würden".* Aber ein
Aufschrei dieser „armen Priesterschaft und Laien" ist ja gerade
unsere Schrift gegen den von Gelehrten und Prälaten organisierten
versteckten Unterdrückungsversuch der niederen Stände, wie er in
der Neutralität zum Ausdruck kam. Es führt also eine leicht
erkennbare Linie von dem kirchen- und staatspolitischen Milieu
der Jahre 1433 imd 34, in dem die Reformpläne unserer Schrift
im einzelnen entstanden, hinüber zu der kirchenpolitischen Situa-
tion der Jahre 1438 und 39, aus denen heraus imsere Schrift als
Ganzes hervortritt. Und wie passend ist auch der Titel des Refor-
mators vom Verfasser gewählt! Den Frieden, den in jenen Tagen
kein Reichstag dem Reiche' und besonders den Städten, kein Konzil
noch Neutralität der Kirche bringen konnte, sollte der Priester-
könig Friedrich von Landnau oder Landskron^, was nur eine
willkürliche Variation desselben Wortes durch den Verfasser ist,
schaffen, indem er „alle Lande zu Frieden mache" (S. 242 u. 246).
Hinter dem offenen Gegensatz des Verfassers aber als des
Vertreters der Reichsstädte gegenüber den Herren steht der ver-
steckte zweier entgegenstehenden Prinzipien. Darin wurzelt denn
> Cf. G. Voigt, Enea Silvio 1. c. S. 164.
« Cf. Städtechroniken III, S. 379 und auch Bachmann, S. 73.
* Cf. die Bemühungen dazu, cf. Keussen, die politische Stellung der
Reichsstädte, BerL Diss. 1885, S. 9.
* Weiteres ist hinter diesem Namen nicht zu suchen.
34*
486 H. Werner, lieber den Yerfasser und den Geiat der sog. Reformation eto.
auch der tiefste Groll unserer Schrift, der in Worten seinen Aus-
druck findet, die von der Kraft und Deutschheit der folgenden
Beformationszeit einen Vorgeschmack geben. „Es ist eine ungehörie
sach", (S. 221), sagt der Verfasser, „dass man es in der hl.
Christenheit öffiien mu9S das gross unrecht, so gar für geht^
dass einer so geherzt ist vor Gott, dass er getar zu sprechen
zu einem: Du bist mein eigen'^ Christus habe uns doch ge-
freiet mit seinem Tode, alle, edel und unedel, arm und reich.
Wer getauft sei und glaube, der sei frei. Konnten wir oben schon
auf ähnliche Ausdrücke über die christliche Freiheit in dem Kreise
des sog. 2. Standes hinweisen, diese kraftvolle Stelle erhält allein
ihr volles Relief durch den angedeuteten Hintergrund. Die Reichs-
städte sind „von Gott gefreiet" (S. 162), „sie haben ihre Freiheit
von der Christenheit" (S. 168). Es ist also der Geist der frei-
machenden Stadtluft gegenüber dem des hörigmachenden Herrschafts-
bannes, der hier aus einem hervorragenden Vertreter des mittel-
alterlichen Städtebürgertums redet. Und doch hat man diese
Stelle dem Verfasser als sozialdemokratisch oder doch als husitisch,
als einen Ruf nach Freiheit und Gleichheit^ gebrandmarkt. Dabei
hat man nicht gewusst, dass in der mittelalterlichen Stadt niemals
der Gedanke der Gleichheit einen Boden gefunden hat, wohl der
Gedanke der Freiheit aber nur in dem genannten staatspolitischen
Sinn. Oder wäre man vielleicht gamicht zu diesem Vorwurfe
gelangt, hätte man die Schrift als das herrlichste Denkmal jener
städtebürgerlichen Freiheit des Mittelalters, auf der unsere
geistige Freiheit wuchs, angesehen?
Zu gleicher Zeit ist unsere Schrift aber auch der Ausdruck
des langsam wachsenden Humanistenkreises zu Augsburg in dem
Drange nach Reform. Wenn wir an dessen Spitze kurze Zeit
später Sigismund Gossembrot stehen sehen, so bürgt uns schon
von vornherein dessen konservative Natur, dass auch die Einzel-
heiten unserer Schrift nichts Radikales enthalten, wie sehr auch
der freie städtebürgerliche und weltliche humanistische Geist
manches aufgeklärte Wort darin gesprochen hat. Wenn wir auch
noch die Einzelheiten der Reformschrift aus ihrer IsoUerung be-
freien, werden wir uns auch von der Verketzerung dieser befreien.
' Cf Boehm, S. 47 und Joh. Janssen, I. c. II* S. 400.
48T
Zur Napoleonischen Politik von 1803—1805.
Von
e. Roioff.
Schier unübersehbar ist die Litteratur über Napoleon. Eine
sehr dankenswerte Zusammenstellnng yon Eircheisen ^ ffiUt 171 Seiten
mit der Aufzahlung yon Untersuchungen und Quellensammlungen
zur Geschichte Napoleons und seiner Zeit, und fortwährend er-
scheinen neue Bücher und Au&ätze^ die bald unsere Kenntnis
durch neue Studien und die Mitteilung unbekannter Zeugnisse
vertiefen^ bald die Oelehrtenarbeit in populärer Darstellung dem
grossen Publikum zuganglich machen woUen. In jüngster Zeit
sind namentlich zwei recht yerschiedene Zweige des Napoleoni-
schen Lebens yielfach behandelt worden: die Interna seines Hauses
und seiner Familie und seine überseeischen Unternehmungen als
Glieder seiner allgemeinen auswärtigen Politik. Während die
Untersuchungen über das Bonapartesche Priyat- und Familien-
leben fast ausschliesslich in Frankreich betrieben werden^ hat an
der anderen Aufgabe das Ausland lebhaft mitgearbeitet^ und auch
auf den folgenden Blättern soll yon ihnen die Rede sein. Keineswegs
sollen alle Arbeiten der letzten Jahre^ die auf dieses Thema Bezug
haben, hier besprochen werden; es sollen nur an der Hand einiger
neuerer Publikationen^ einige Probleme derjenigen Periode er-
^ F. Eircheisen. Bibliographie Napoleons. Eine sjBtematiBche Zn-
sammenstellung in kritischer Sichtung. Berlin, Mittler; Leipzig, Eircheisen.
1902. gr. 8«.
' ülmann. Zur Würdigung der Napoleonischen Frage. Deutsche Revue
Nov. 1900. — M. Philippson, La paix d'Amiens et la politique g^n^rale de
Napoleon I«r. Revue historique Bd. 76, 76. — John Holland Rose, the life
of Napoleon L Induding new materials from the british of&dal records.
2 Bde. London, George BeUardsons. 1902. 8^ XI u. 612, YIU u. 694 S.
Das Buch erfüllt nicht alle Hoffiiungen, die der Titel erweckt, denn da»
neue Material ist unerheblich, und neue Anschauungen giebt der Verf. nicht.
Gegen seine DarsteUung lassen sich manche Einwendungen erheben, aber
488 Q- Holoff.
Örtert werden, in der sich Napoleon der maritimen Politik mit
beBonderem Nachdruck gewidmet hat, so dass ihre genauere Be-
trachtung zum Verständnis seiner allgemeiueu auswärtigen Politik
unerlässlich ist Wir beginnen mit dem Bruch des Friedens von
Amiens, dem Ereignis, von dem die Politik Napoleons bis zu
seinem Sturze bestimmt worden ist. Alle neueren DarBtellnngeu
stimmen darin flbereln, dass der Gegensatz im Mittelmeer zum
Bmch des Friedens zwischen England und Frankreich gefohrt
hat. DifTerenzea erheben sich erst, wenn mau den Ursachen des
Gegensatzes nachgeht und fragt, ob sich denn bei gutem Willen
auf beiden Seiten keine Schlichtung finden Hess, oder ob eine
Partei die Dinge auf die Spitze getrieben hat, um zum Kri^e
zu kommen. Philippson giebt darauf die Antwort, dass Napoleon
den Krieg mit England provoziert habe, in der Zuversicht, daas
' sich über kurz oder lang ein Landkrieg daran knOpfen werde,
der ihm Gelegenheit zu neuen Eroberungen geben solle. Der
Ausschluss des englischen Handels aus Frankreich, die Gin-
mischung in die Schweizer Angelegenheiten, die Annexion Pie-
monts waren Vorbereitungen; die Forderung, Malta zu räumen,
fahrte endlich zum Ziele* Rose meint d^egen, Napoleon hatte
den See&ieden gern noch ein bis zwei Jahre erhalten, um eine
starke Flotte ausrüsten und den Engländern auf ihrem Element
im ganzen iet ee doch eine LeiBtung, die AuerkeniiuDg verdient. — Vor-
nehmlich auf diese Arbeiten wird im folgenden Bezug genommen werden.
Einige andere Arbeiten werde ich noch anzufahren haben; hier will ich
nur noch folgende hervorheben, die eich mit maritimen and kolonialen
Fragen beschäftigen: Guitry, l'arm^ de Bonaparte en Egypto. Paris 1898.
— C. de 1b Jonquitre, l'eipädition d'Egypte. Paria 1900/1801. S Bde.
(Herausgeg, von der hUt, Abteiig. des Oeneralataba.) — H. Prentoat, L'Ue
de France Bons Decaen 1803-1810. Pari» 1901. (Vgl. dazu A. Sorel, Jonmal
des Savants Nov. 1901.) — Froidevaui, la politique coloniale de Napo-
l^n I«, Bevue deB queationa hietoi. Bd. 68.
' Philippaona Aufsatz ist im wesentlichen eine Polemik gegen meine
Anachanung, die er ah eine Rechtfertigung der Napoleoniechen Politik
charakteriBiert. Diese Bezeichnung ist geeignet falsche Vorstellungen cu
erwecken und meine Unbefangenheit beim Leser zu diskreditieran ; ea
handelt sich für mich nicht mn Rechtfertigung oder Verurteilung, ■oudan
allein um ErklaroDg der NapoIeoniBchen Politik, Auch der Refereot der
Eistor. Zeitachc. (Bd. 87. S. 180, 363) gebraucht im Anschluss an Philippaon
die onzatreffenden Wendungen „Die neuerdings wieder beliebten Becbt-
fertigongsverauche" und „moderne Apologeten" der Napoleoniachen Politik.
Zur Napoleonischen Politik von 1803—1806. 489
ebenbürtig gegenübertreten zu können: dann sollten die Eng-
länder aus dem Mittelmeere vertrieben^ Egjpten und andere Teile
der Türkei erobert, der Kampf um Indien erneuert werden. Die
englische Regierung habe diese Pläne geahnt und sie durch ihre
feste Haltung in der Maltafrage durchkreuzt: hierdurch sei der
Krieg früher als Napoleon wünschte, ehe seine Marine kampf-
bereit war, ausgebrochen. Derselben Meinung ist ungefähr Ul-
mann.
Versuchen wir es festzustellen, ob die Thatsachen sich mit
diesen Anschauungen yereinbaren lassen. Von den englisch-fran-
zösischen Differenzen in der Schweiz und anderen festländischen
Fragen, von dem Pressgezänk über die Emigranten und persön-
liche Angelegenheiten, sowie endlich von den handelspolitischen
Schwierigkeiten können wir dabei absehen, weil ja allgemein an-
erkannt ist, dass diese Dinge nur eine untergeordnete Rolle ge-
spielt, dass sie zwar die Beziehungen zwischen Frankreich und
England verschlechtert, aber doch den Krieg nicht herbeigeführt
haben. ^
^ Nur im Vorübergehen sei bemerkt, dass Philippson die kommerziellen
Differenzen unrichtig darstellt. Es ist bekannt, dass die englische Regierung
versucht hat, den alten ihr günstigen Handelsvertrag mit Frankreich zu
erneuem, dass aber Napoleon das Verlangen ablehnte, weil er die fran-
zösische Industrie vor der übermächtigen englischen Industrie schützen
wollte. Ph. zitiert nun eine Bemerkung Lefebvres (Histoire des cabinets de
TEurope), dass die englische Regierung unmittelbar nach dem Friedens-
schluss erklärt habe^ der Friede könne keine Dauer haben, wenn der Handels-
vertrag nicht erneuert würde. Trotzdem habe Napoleon den Abschluss ab-
gelehnt, und Philippson sieht darin einen Beweis seiner kriegerischen Ab-
sichten. — Es ist einleuchtend, dass diese Auffassung die Dinge umkehrt:
nicht Napoleon, sondern England, das der französischen Regierung das
Recht, ihre Handelsinteressen nach eigenem Ermessen zu ordnen, bestreiten
wollt«, vertritt hier eine friedenstörende Politik. Aber offenbar ist die ganze
Episode in dieser Form eine Legende; die Mitteilung Lefebvres ist durch
nichts belegt, und nirgends finden wir eine Andeutung, dass eine derartige
Zumutung gestellt worden sei. Nimmermehr hätte sie Napoleon ohne den
schärfsten Protest hingehen lassen. — Femer ist Philippson in der Wieder-
gabe einer anderen wirtschaftlichen Massregel Napoleons ungenau. Als
Beweis seines bösen Willens zitiert er eine Verfügung (vom 7. Jan. 1808),
dass kein Engländer in Frankreich Grundbesitz erwerben dürfe, setzt aber
nicht hinzu, dass diese Verfügung erlassen wurde, weil in England die
analoge Bestimmung existierte, und dass die Möglichkeit, in jedem Einzel-
falle von dieser Vorschrift zu dispensieren, ausdrücklich vorbehalten wurde.
490 0- Roloff.
Es bedarf nur einer kurzen Betrachtung^ um zu erkennen,
dass zunächst Philippsons Anschauung schlechterdings unmöglich
ist. Napoleon soll einen Krieg mit England yeranlasst haben,
um durch ihn Gelegenheit zu neuen kontinentalen Eroberungen
zu finden: warum^ frfigt man yerwundert, diesen Umweg über
England, wenn der Kontinent sein Ziel war? Mittel, eine Fest-
landsmacht zum Kriege zu treiben, wenn ihm ernstlich daran lag,
würde er doch gewiss unschwer gefunden haben. Und vollends
ungereimt erscheint Philippsons Meinung, wenn man erwagt, dass
Napoleon damals in keiner Weise auf einen Seekrieg gerüstet
war; seine Kriegsschiffe waren grösstenteils in Amerika und
Indien verstreut , vielfach sogar abgerüstet und als Transport-
schiffe verwendet; einen grossen Teil seiner Seeleute hatte er so-
eben in den AntiUen an der Pest verloren: er musste also seine
Waffen für den Seekrieg bei Beginn des Eoieges erst herstellen.^
Er konnte also den Engländern einstweilen nichts anhaben, musste
aber sogleich harte Schläge von ihnen hinnehmen: der eben auf-
blühende französische Seehandel wurde wieder zerstört, mehrere
Kolonien gingen verloren und die anderen schwebten in be-
ständiger GefEkhr. Gegen diese Demütigungen war die Besetzung
Hannovers imd der Ausschluss des englischen Handels aus Holland
und Italien nur eine schwache Revanche.
Es leuchtet ein, dass man Napoleon ein solche geradezu
widersinnige Politik nicht unterschieben darf ohne die zwingend-
sten Beweise; aber solche sucht man bei Philippson vergebens.
Er zitiert zwar die bekannte Instruktion^ an den französischen
Geschäftsträger Otto in London (vom 23. Oktober 1802), worin
Napoleon ausführt, falls ihn England zum Kriege zwinge, und
falls es Festlandsmächte zum Angriff auf Frankreich bestimme,
werde er vielleicht die Welt umgestalten und den Kontinent er-
obern müssen, aber bei näherem Zusehen erkennt man, dass dies
Dokument nicht für Philippsons These zu verwerten ist. Es
enthält nur eine theoretische Betrachtung der Möglichkeiten, die
sich an einen Krieg mit England anknüpfen können , eine Er-
^ Hierüber Desbri^re, Projets et Tentatives de d^barquement anx tles
britanniqnes. 1793— 1S06. Paris 1901. Bd. m, und mein Anfsatz: Wanim
hat Napoleon zur See keine Erfolge erringen können? (Marine -Rundschau
1900. Nov.).
" Thiers IV. 8. 248.
Zur Napoleonischen Politik von 1808—1806. 491
örterang; die^ in einem Moment der Erregung hingeworfen^ mit
den weitgehendsten Gedanken spielt ^ aber es ist keineswegs ein
Schlüssel zu den geheimsten Plänen Napoleons^ kein Regierungs-
programm^ nach dem er seine Handlangen einrichten will. Aus-
drücklich sagt er übrigens^ dass er den Krieg nicht wünsche^ und
dass der Gesandte zu den englischen Ministem nicht yon einer
Kriegsmöglichkeit sprechen solle; gewiss ein Zeichen^ dass ihm
damals die Absicht^ England zum Kriege zu reizen^ fernlag. Und
nicht brauchbarer ist eine andere Stelle, auf die sich Philippson
beruft. Im Sommer 1802 soU Napoleon dem Staatsrat Thibaudeau
in einer Rede auseinandergesetzt haben , dass Frankreich yon
Feinden umgeben sei, da zwischen alten Monarchien und einer
jungen Republik niemals Vertrauen herrschen könne; die fran-
zösische Regierung bedürfe des Ruhmes und des Krieges, um sich
zu halten, deshalb betrachte er jeden Frieden als Waffenstillstand
und glaube sich bestimmt, ohne ünterlass zu kämpfen. Es ist
bezeichnend für Philippsons Exaktheit, dass er den wichtigsten
Satz in dieser Rede auslässt: „Ich werde den Frieden ertragen,
so lange ihn die Nachbarn zu bewahren wissen werden, aber ich
werde einen YorteU darin sehen, wenn sie mich zwingen, zu den
Waffen zu greifen, ehe sie gerostet sind."^ Fügt man diese Worte
ein, dann bekommt die Rede ein ganz anderes Gesicht; sie spricht
eben nur die Binsenwahrheit aus, dass das durch die Revolution
yergrösserte Frankreich beständig auf einen Krieg gefasst sein
müsse, und dass für die junge französische Regierung militärische
Erfolge notwendig seien, wenn sie bestehen wolle. Wer dieser
Rede grosses Gewicht beimisst, wird nicht umhin können, in der
Beteuerung, den Nachbarn die Initiative überlassen zu wollen, ein
Argument gegen Philippsons Anschauung zu sehen, ebenso darin,
dass in der Rede mit keinem Worte die Napoleon zugeschriebene
Absicht angedeutet ist, zur Herbeiführung des Landkrieges einen
Seekrieg provozieren zu wollen. Ich freilich vermag solchen un-
sicher überlieferten Gelegenheitsreden, in denen bekanntlich Napo-
leon bei seiner grossen Lebhaftigkeit die Worte nicht auf die
Goldwage legte, keinen erheblichen Wert beizulegen; zur Er-
klärung der Napoleonischen Politik sind sie nicht eher zu ver-
' Ich zitiere nach Foumier (Napoleon, U. S. 7), dem anch Philippson
gefolgt ist. Thibaudeau, le consulat et TEmpire, Bd. U bringt in indirekter
Rede dasselbe.
492 G Roloff
werten, als bis ihre TJeberein8timmii.n^ mit fiein<.'n Handlangen
und urkundlicli beglaubigten AeuBsenmuen nftcbn-'wiesi'n ist.
Wenn wir uns nun zu Rose und Ulmiuu wenden, ^o ist zu-
nächst zuzugeben, daas Napoleon in der That solche OfFensiTpUlne
im Mittelmeer gehegt hat, wie sie ihm unterlegen: er hat auch
nach dem Frieden Ton Amiens nie die Möglichkeit aus den Augen
verloren, dass die Pforte auseiuanderfaUen könne, und dasa Frank-
reich dann einen Teil ihres Gebietes in Besitz nehmen mOase.
£8 ist selbatrerständlich, dass er dieses Ziel nicht ohne Kampf
mit England erreichen konnte, denn eine Verstärkung Fraskreichs
in der Levante durfte dies mit Rücksicht anf Indien nicht zn-
lossen. Zur Ausführung des Planes gehörte also eine starke
Flotte. Mit Russland, dem anderen wichtigen Faktor bei allen
östlichen Untemehmungea, hofiFle sich Napoleon dagegen friedlich
zu verständigen. Er klopfte wiederholt in Petersburg an', wie
Alexander über eine eventuelle Teilung der Türkei denke, erhielt
aber da eine deutliche Abweisung. Alexander dachte damals nicht
daran, den Franzosen Erwerbungen im Oeten za gestatten; wenn
die Türkei zusammenbrach, sollte der Zar der alleinige Erbe des
Sultans sein. Indessen auf die engliBch-franzÖBischen Beziehungen,
die wir hier betrachten wollen, hatte die ruasische Abs^e keinen
Einäuss: ehe die Antwort Alexanders nach Paris kam (um den
1. März), war hier die Situation bereits gründlich verändert
Napoleon hatte mittlerweile die Verhandlung begonnen, die
schliesslich zum Bruch geführt hat: er hatte dem englischen Ge-
sandten die Fr^e gesteUt, wann denn England die Insel Malta
zu räumen gedenke (Anfang Jannar 1803), und anf dessen aus-
weichende Antwort hatte er den bekannten Bericht Sebastianis
Ober Egypten verÖfTentlicht (30. Januar), der in England als Be-
schimpfung empfunden und als offenes Eingeständnis seiner orien-
talischen EroheruDgspläne angesehen wurde.
Hier stehen wir vor einer neuen Schwierigkeit: wenn Napo-
leon, wie Rose und Ulmann meinen, noch einige Jahre Frieden
haben wollte, warum hat er dann diese heiklen Mittelmeerfragen
angerührt? Warum verletzte er die englische öffentliche Meinung
durch den Bericht Sebastianis und wamm ging er von der Forde-
rung, Malta zn ränmen, nicht ab? Als er dieses Verlangen zum
' Sbomik Bd. 77.
Zur Napoleonischen Politik von 1803—1806. 493
erstenmale erhob (Anfang Januar 1803), wusste er bereits aus
früheren Verhandlungen, dass in England die Regierung und die
öffentliche Meinung gegen die Räumung war, und femer wusste
er, dass England eine Okkupation Egyptens nie dulden würde:
also brachten doch alle diese Schritte eine grosse Kriegsgefahr
mit sich und stellten somit seine Absicht, den Frieden einst-
weilen zu erhalten, in Frage. Das Natürlichste wäre doch ge-
wesen, sollte man meinen, dass er die Maltafrage und die orien-
talischen Dinge bis nach der Fertigstellung seiner Schlachtfiotte
in der Schwebe gelassen hätte, ülmann versucht sich gar nicht
an der Lösung dieser Schwierigkeit, und Rose meint, die Miss-
erfolge seiner amerikanischen Politik hätten ihn dazu gezwungen:
die Unglücksfälle auf San Domingo und der Verkauf Louisianas
an die Vereinigten Staaten nötigten ihn zum Verzicht auf die
amerikanische Eolonialpolitik, und um diesen unrühmlichen Rück-
zug zu verdecken, habe er den Franzosen in Egypten und dem
Orient ein neues lockendes Ziel vor Augen halten wollen. Diese
Erklärung ist weder neu noch richtig: als Napoleon jene Schritte
that (Januar), hat er weder an einen Rückzug aus San Domingo,
noch an einen Verkauf Louisianas gedacht. Diesem Gedanken
ist er erst viel später (etwa Anfang April) nähergetreten. Rose
hat leider die kolonialpolitischen Pläne Napoleons nur oberfläch-
lich betrachtet und deshalb die ganze Situation verzeichnet. Die
Heranziehung der amerikanischen Politik Napoleons führt viel-
mehr zu dem entgegengesetzten Resultat: gerade weil Napoleon
in dieser Zeit grosse Aktionen in den amerikanischen Kolonien
plante, die fast seine ganze Marine absorbierten imd zu deren
Gelingen der Friede mit England unerlässlich war*, konnte er
vorderhand nichts im Mittelmeer unternehmen, und die Frage,
wie denn sein Voi^ehen gegen England zu erklären sei, wird
damit nur noch verwickelter.
Die Ursache, dass Napoleon die Forderung, Malta zu räumen,
^ Für die Einzelheiten der Napoleonischen Kolonialpolitik verweise
ich auf meine Kolonialpolitik Napoleons I. Offenbar hat Rose meine Arbeit
nicht gekannt, obwohl er sie einmal zitiert. — Der Expedition P^rons nach
Australien legt Rose eine viel zn hohe Wichtigkeit bei; sie hatte nur
wissenschaftliche und gar keine politische Bedeutung; an eine Kolonisation
in der Südsee hat Napoleon nicht gedacht. In seiner vertraulichen Kor-
respondenz wird sie gar nicht erwähnt.
494 0- Boloff
M frahseitig geitellt hat nnd nicht d&Ton abgegangen ist, m:b«iiit
mir, wie ich flchon einmal ao^efÜhri habe, darin zu liegen, iaea
er die Verietzong des Friedens tod Amiens nicht dulden wollte,
um sich hierdurch nicht in den Augen Europas und Frankreich»
zu kompromittieren. Von EtnflnsN mag ferner die feindselige
Haltung der englischen Opposition gewe§en sein, die wiederholt
einen Kri(^ mit Frankreich fUr vorteilhafter als den Frieden W-
seichnet hatte. Wenn in England ein Hinisteriom OrenriUe-
Windham ans Bader kam, ohne dass Malta geränmt wmr, so
mnsste Napoleon besor^n, dais binnen knizem ein Krieg aas-
brechen würde, in dem den Engländern der Besitz Malt— tob
Tomherein einen grossen strategischen Vorteil gewährte; ea galt
also die Zeit wahrzunehmen, solange das friedliche Kabinett
Addington-Hawkesbor; die Geschäfte leitete, mn die englische
Besatzoog aus Malta zu entfernen. Diese Verhandlang hat daiio
wider seine Erwartong zam Bruch gefOhrt Die schroffe Art,
wie er die Verhandlungen fQhrte, die Verletzung des englischen
Belbst^efahls durch den Sebastianischeu Bericht und durch spätere
Aeusserungen, alles das widerspricht dieser Auffassung nicht, denn
es erklärt sich zur GenQge aus seinem stürmischen Temperament^
das ihm häufig im diplomatischen Verkehr durchgegangen ist.
Empfindlich, wie er war, sah er in der Weigerung RnglaTirfi^^
Malta zu räumen, und in seinem Protest gegen die französische
Einmischung in der Schweiz eine persönliche Beleidigung, die er
sogleich durch eine stärkere Kränkung erwidern musste. Und
mit seinem Temperament mag sich eine Unterschätzung der eng-
lischen B^erung verbunden haben; er glaubte lange Zeit nicht,
wie alle seine Maasregeln beweisen, dass sie es Maltas wegen mf
einen Krieg ankommen lassen werde, und mochte hofien, sie
durch grosse Worte einzuschüchtern und um so eher zum Nach-
geben zu bringen. Erst nachdem die Verhandlungen über Malta
mehrere Wochen gedauert hatten, erkannte er den Entschlass der
englischen Regierung, Malta auch um den Preis eines Krieges
festhalten zu wollen (11. März).* Ob eine andere Taktik, eine
koulantere Behandlung der englischen Regierung einen beaMren
Erfo^ gehabt lütte, steht dahin; wie die Dinge lagen, war es
unvermeidlich, dasa Napoleon, auch nachdem er den festen Willen
der engUschen Regierung erkannt hatte, auf seinem Standpunkt
■ Vgl Kolonialpolitik S. lil ff.
Zur Napoleonischen Politik von 1803—1806. 495
beharrte: selbst wenn die Rücksicht auf Frankreich und Europa
nicht von vornherein jede Nachgiebigkeit in der Maltafrage ver-
boten hätte, hätte er seine in der Verhandlung wiederholt ab-
gegebene Beteuerung, den Engländern die Insel nicht lassen zu
dürfen, unmöglich verleugnen können.
In den ersten Jahren des englisch-französischen Krieges bilden
die Landungspläne Napoleons das wichtigste Problem. Roses
Darstellung kann auch hier nicht recht befriedigen ; offenbar steht
er zu sehr unter dem Einflüsse Mahans, dessen unglückliche Be-
hauptung, Napoleon habe die maritimen Aufgaben nicht ver-
standen, er wiederholt. Zum Beweise führt er an, dass Napoleon
zeitweilig eine Landung mit der Flachbootsflottille allein, ohne
Mitwirkung der Schlachtflotte, geplant habe, und das sei ein
chimärisches unternehmen gewesen. Er übersieht dabei, dass
diese Idee nie mehr als ein Gegenstand vorübergehender Diskus-
sion gewesen ist; Napoleon hat mit seinen Admiralen über ein
solches Projekt und seine Ausführbarkeit beraten und darüber
verschieden lautende Gutachten erhalten. Ohne Zweifel hat er
sehr bald die Unmöglichkeit eines solchen üebergangs erkannt,
denn in allen seinen Anordnungen, die Bestimmungen für den
Uebergang treffen, spielt dies Projekt keine RoUe: überall ist von
der Heranziehung der Linienschiffe die Rede. Gerade der Brief
an Ganteaume (vom 23. November 1803), auf den sich Rose be-
ruft, nimmt die Mitwirkung der Schlachtflotte in Aussicht, wie
aus der weiteren Korrespondenz hervorgeht. Andere Fehler und
Lücken finden sich noch mancherlei in der weiteren Darstellung,
namentlich wird die Veränderung in Napoleons Plänen mehrfach
unrichtig motiviert, so dass das Schlussurteil des Verfassers auf
schwankender Basis steht. Ich verweise dafür auf meine Unter-
suchung in den Preuss. Jahrbüchern Bd. 93 und auf Desbriäre,
der meine Resultate in allem wesentlichen bestätigt, obwohl wir
im Urteil nicht immer zusammentreffen. Zu ähnlichen Ergeb-
nissen kommt auch eine populär gehaltene Geschichte der fran-
zösischen Marine von Loir, nur dass hier der Marineminister
unverdienter Weise als Sündenbock für die maritimen Fehlschläge
hingestellt wird.^
^ Insbesondere spielt bei Rose das Projekt einer irischen Landong
eine viel zu grosse Bolle. Er beruft sich für seine Anachaaimg auf eine
496 G. Roloff.
Im engsten Zosammenhang mit den Lmndimgsplaiien Napo*
leonB steht die Frage nach dem Ursprange dea Krieges Ton 1806l
Es ist bekannt, dass Napoleon wahrend seiner maritiinen RüstiiBi^iei
in Italien aUerhand Massregeln getroffen hat — die Annahme dff
Krone und namentlich die Annexion Genuas sowie die Errichtiiiig
des Herzogioms Lucca — Hassregeln , die Oesterreich za emm
Offensiybnnde mit Rassland and England gegen Frankreich to^
anlasst haben. Die Frage drangt sich auf, wie diese Schritte mit
der Absicht der Landung za vereinbaren sind. Denn nm den
grössten Teil seines Heeres nach England werfen zn können, be-
durfte er ohne Zweifel des Friedens auf dem Festlande, den jene
Neuerungen gefährdeten.
ülmann ist der Meinung, dass Napoleon zeitweilig zwmr die
Landung ernstlich geplant, aber dass er sie seit dem B^^inn des
Jahres 1805 aufgegeben und daf&r einen Krieg gegen Oesterreich
erstrebt habe. Seine italienische Politik sei bestimmt gewes^
Osterreich herauszufordern und einen Krieg auf dem FesUande
herbeizuführen. Zum Beweise zitiert er eine Rede Napoleons im
Staatsrat yom 17. Januar 180Ö, worin Napoleon erklärt haben
soll, die LandungsYorbereitungen lieferten nur den Verwand, eine
stets kriegsbereite Armee für einen Festlandskrieg ohne direkte
Beunruhigung der Kontinentalmächte zu yersammeln. Auf diese
Weise sei er Oesterreich, fEills es wegen der Veränderungen in
Italien zum Kriege schreite, um mehrere Wochen bei Eröffiiung
des Krieges in den Rüstungen voraus. „Ich hätte Urnen das vor
zwei Jahren nicht sagen können, und doch war es mein einziger
Zweck/' Diese Aeusserung negiert ohne Zweifel die Absicht einer
Landung überhaupt, und es erscheint yerwunderlich, dass Ulmann,
der hohen Wert auf sie legt, dennoch im Gegensatz zu ihr f&r
eine gewisse Zeit einen Landimgsplan annimmt. Aber lassen wir
diese Inkonsequenz Ulmanns beiseite und vergleichen wir die
Rede mit den Zeugnissen, die für die Absicht der Landung
angebliche Unterredung Napoleons mit dem irischen Emigranten O'Connor
in Paris, worüber er den Bericht eines englischen Spions yerOffentlicht
Aber dieser Bericht ist unbrauchbar, denn in den Befehlen an den Marine-
minister und die Admirale vertritt Napoleon andere Gedanken ab in dieser
Unterredung, und für die Rekonstruktion seiner militärischen Pläne kommt
allein diese amtliche Korrespondenz in Betracht. Uebrigens kann die amt-
liche Unterredung unmöglich am 20. Mai 1805, wie Rose angiebt, statt-
gefunden haben, denn da war Napoleon nicht in Paris, sondern in Mailand.
Zur Napoleonischen Politik von 18Q8 — 1806. 497
sprechen. Zunächst ist die Rede nicht sicher überliefert; sie
befindet sich allein in den Memoiren des Grafen Miot y. Melito.
Er konnte allerdings bei seiner amtlichen Stellung die Rede^
falls sie gehalten worden ist; anhören^ aber seine Aufzeichnungen
sind nicht fehlerfrei und wie alle Memoiren keine Quelle ersten
Ranges. Bessere Zeugnisse sind Napoleons Handlungen und die
Aeusserungen, die unmittelbar auf seine Handlungen Bezug haben^
d. h. seine amtliche Korrespondenz mit dem Marineminister und
den Admiralen, den Organen, die zur Ausführung seiner maritimen
Pläne bestimmt waren. Da ergiebt sich; dass Napoleon bis zum
Ende August 1805 nicht nur den Geschwaderchefs immer wieder
die Vereinigung einer grossen Flotte im Kanal zum Zweck des
Uebergangs befohlen, sondern dass er auch fast von Tag zu Tag
die Bewegungen der englischen und französischen Schiffe in minu-
tiösen Berechnungen verfolgt und die Aussichten seines Planes
mit dem Marineminister erörtert hat. Wozu dies Kop&erbrechen
und diese Zeitverschwendung, wenn die Landungspläne nur ein
Vorwand waren? Wozu die grossen Kosten für die Flottille und
Flotte, wenn „der einzige Zweck" seit 1803 war die Ansamm-
lung von Artilleriepferden und anderem Material für den Land-
krieg? Wem diese Erwägungen zur Verwerfung der Miotschen
Mitteilung noch nicht genügen, und wer trotzdem die Politik
Napoleons während des Sommers 1805 nach dieser angeblichen
Rede aus dem Januar konstruieren will, der sei darauf verwiesen,
dass eine solche Enthüllung seiner politischen Absichten mit
Napoleons Ghrundsätzen nicht zu vereinbaren ist. In der aus-
wärtigen Politik und in den kriegerischen Unternehmungen galt
ihm das Geheimnis seiner Pläne als eins der wichtigsten Momente;
die einzelnen Minister und Generale erfuhren im allgemeinen nur
das, was ihre spezielle Aufgabe betraf.^ Es ist daher durchaus
unwahrscheinlich, dass er im Staatsrat, also vor einer Reihe von
Beamten, die dem auswärtigen Dienste fernstanden, sich so rück-
haltslos geäussert haben soll, imd nicht minder unwahrscheinlich
* Deshalb ist es ancb anzutreffend, wenn Ulmann Josephine „Die
Genossin seiner (Napoleons) vertraulichsten Mitteilungen" nennt. Einen
Vertrauten besass Napoleon überhaupt nicht, und am wenigsten war es
Josephine, die schon aus Mangel an Diskretion und Verständnis hierzu un-
geeignet war. Die Briefe Napoleons an Josephine sind ja auch ohne jeden
höheren geistigen Inhalt und berühren das politische Gebiet kaum.
498 ^- Boloff.
ist, dass diese hochwichtige Rede dann nor durch Miot und aidd
auch durch andere Staatsrate, wie etwa Thibaudean, Mi%eseidiiHt
sein sollte. Wir können deshalb aus methodiseheii und fmnhlifhf
Gründen annehmen , dass Miots Mitteilung falsch und Ar die
Erkenntnis der Napoleonischen Politik unbrauchbar ist.
Nicht so weit als Ulmann geht Rose. Ohne eine klare Stel-
lung zu dem oben erwähnten Problem einzunehmen, meint er,
Napoleon habe die Landung wohl geplant, aber er sei doch e^
freut gewesen, als ihm YilleneuYes Ausbleiben eine „passoide
Entschuldigung^' gewährte, das Abenteuer aufieugeben und sieh
dem Kriege gegen Oesterreich zuwenden zu können. Diese Kon-
struktion ist irrig; wir wissen, dass Napoleon den Uebergang aub
lebhafteste gewünscht hat und über die Fahrt YilleneuTes nach
Cadix, die alle seine Pläne durchkreuzte, aufs höchste empoit
gewesen ist.
Wir müssen also nach einer anderen Erklärung suchen, um
die Napoleonische Politik zu Wasser und zu Lande in lüinlrlAng
zu bringen. In meinem Aufsatze über die Landungsplane hatte
ich angenommen, dass Napoleon jene Provokationen Oesterreichi
gewagt habe, in der Erwartung, dass die finanziell und mili-
tärisch erschöpfte Hofburg ihn trotzdem nicht angreifen und in
den Landungsplänen stören würde. War aber England erst nieder-
geworfen, dann hatte er auch Yon einer österreichisch-russischen
Offensive nichts mehr zu fürchten. Bailleu hat hierauf entgegnet^
dass der Kaiser in dieser Auffassung als ein kurzsichtiger und
unbedachter Staatsmann erscheine, „der mit seinen Landungs-
plänen die festländischen Mächte reizt und beunruhigt, ohne sich
der unvermeidlichen Folgen seiner Uebergriffe recht bewusst zu
werden'^ Deshalb sei diese Erklärung hinfällig und das Problem
noch ungelöst. Indessen ist der Einwand nicht stichhaltig und
triffb nicht den Kern meiner Anschauung. Man yergegenwartige
sich Napoleons Auffassung von der militärisch -politischen Lage
in den Frühjahrsmonaten 1805, als er jene italienischen Mass-
regeln traf Er rechnete bestimmt darauf, dass er im Juli oder
August die englische Landung werde unternehmen können, und
bis dahin allerdings musste er Ruhe auf dem Festlande haben.
Länger war der Kontinentalfriede der Landung wegen nicht not-
1 Histor. Ztochft. Bd. 82.
Zur Napoleonischen Politik von 1803—1806. 499
wendig, selbst wenn sie noch nicht ausgeführt war, denn wenn
sie bei Ablauf dieses Termins nicht vollzogen war, dann war sie
auf lange Zeit hinaus unmöglich geworden. Denn der kunstvolle
Plan der Vereinigung der verschiedenen Geschwader in fernen
Gebieten und ihre Fahrt nach dem Kanal unter Täuschung der
Engländer liess sich nicht sogleich wiederholen, und die von der
langen Seefahrt mitgenommenen Schiffe bedurften voraussichtlich
der Ausbesserung.^ Dass Napoleon aber die politische und mili-
tärische Aktionskraft Oesterreichs richtig eingeschätzt hat, wenn
er, wie ich a. a. 0. ausgeführt habe, trotz jener Provokationen
für den angegebenen Zeitraum keine Schilderhebung erwartete,
hat die Folge gelehrt: erst am 8. September haben die ersten
schwachen Kolonnen den Inn überschritten, und zu einem Angriff
auf Frankreich waren diese noch lange nicht in der Lage. Um
diese Zeit wäre er aber mit England fertig gewesen, wenn seine
damaligen Berechnungen eintrafen imd Villeneuve ihm — im im-
günstigsten Falle bis Ende August — den Uebergang ermöglichte:
der Uebergang hätte nur wenige Tage beansprucht, den 120000
bis 150000 Franzosen hätten die englischen Regulären und Mi-
lizen keinen emsÜichen Widerstand entgegensetzen können, und
binnen kurzer Zeit musste London in seiner Hand sein. Napoleon
durfte gewiss annehmen, dass Oesterreich auf die Nachricht von
dem Uebergang oder gar von der Eroberung Londons schleunigst
seine Rüstungen sistierte: der moralische Eindruck eines solchen
Erfolges musste ja ungeheuer sein, und die englischen Subsidien,
auf die Oesterreich und Russland für den Krieg rechneten, mussten
nun ausbleiben. Die absolute Gewissheit, dass mit der Eroberung
Londons der Krieg zu Ende war und dass Oesterreich auf die
Nachricht von dem Uebergange Ruhe hielt, besass er freilich
nicht, aber dergleichen giebt es in allen kriegerischen Unter-
nehmungen nicht. Die Wahrscheinlichkeit, dass der glückliche
Uebergang aUes entscheiden würde, war doch so gross, dass er
das Wagnis schon versuchen konnte und, wie wir wissen, auch
bis zum 25. August versuchen wollte, obwohl ihm Oesterreichs
Rüstangen und üble Absichten wohl bekannt waren. Wir wissen
ferner, dass er die Landung erst au%egeben hat, nachdem
' In der That bat der Marineministor spät^, ab er die HofEnoog auf
die Ankunft Villeneuves anfigegeben hatte (23. Augiut), die WiederiM^mig
des Ljuidiiiig»Ter»uche« erst für da« künftige Jahr TorgeseUagHL
HMor. YimrUijahnehTm. IMl 4. M
500 o »oioir.
er ihre momentane Unansfährbarkeit erkannt nnd die TJAtt-
Zeugung erlangt hatte, dass er auf yiele Monate hinaoB ein da
Engländern weit überlegenes (Geschwader im ITiawMtl nicht werde
versammeln können. Also nicht die feindselige Haltung der be-
leidigten Festlandsmächte hat Napoleons Uebergangsplan xoo
Scheitern gebracht, sondern das Ausbleiben Villeneayes beim
Rendez-Yous im Kanal ^: ungeachtet aller drohenden Bewegoi^en
in Oesterreich imd Russland wollte der Kaiser noch £nde Augosi
die Landung vollziehen, wenn ihm Villeneuve die maritime Ueber
legenheit f[ir einige Tage verschaffte. Dass der Admiral ausblieb,
lag, wie oft ausgeführt worden ist, an der schlechten Beschaffen-
heit der französisch -spanischen Flotte, die langsamer segelte, als
Napoleon erwartet hatte, und so den Engländern Gel^enheit
gab, Oegenmittel zu treffen, die eine Fahrt nach dem Kanal zwar
nicht unbedingt ausschlössen, aber doch dem franzosischen Ad-
miral den Mut benahmen, die Fahrt zu versuchen. Die Energie,
die die englische Flotte vom Admiral bis zum Matrosen herab
in dieser Krisis entwickelte, erhielt so ihren schönsten Lohn: die
feindlichen Geschwader scheuten sich im Bewusstsein ihrer Minder-
wertigkeit vor einem Entscheidungskampfe und liefen daher die
letzte Chance, Napoleons Befehle auszufahren, vorübergehen. Mit
Recht feiern daher die Engländer Nelson, der durch seine Uner-
müdlichkeit im Verfolgen der französischen Schiffe das Beste zu
diesem Ergebnis beigetragen hat, als ihren Nationalhelden, und
überaus thöricht ist die häufig wiederkehrende Behauptung, dass
die Engländer ihre Rettung nicht der eigenen Kraft, sondern den
von ihrem Golde in Bewegung gesetzten österreichischen und
russischen Regimentern verdankten.
Hiemach erscheint Napoleon in seiner Kontinentalpolitik ge-
wiss nicht als kurzsichtig und unbedacht, denn der Fehler in
seiner Rechnung If^ nicht in der Behandlung der FesÜands-
mächte, sondern in der Ueberschätzung seiner Schlachtflotte. Aber
dieser Irrtum war vielleicht unvermeidlich, denn einen sicheren
Massstab für die Beurteilung der Leistungsfähigkeit der fran-
zösischen und spanischen Linienschiffe gab es nicht. Die Vor-
würfe jedenfalls, die gelegentlich gegen ihn erhoben werden, dass
^ Hierdurch erledigt sich auch Bailleus Bemerkung, dass Napoleon
für die Landung, ^^ausgenommen die Erhaltung des Friedens auf dem Fest-
lande", alles vorbereitet hatte (Histor. Ztschft. Bd. 81, 661).
Zur Napoleonischen Politik von 1803—1806. 501
er den Flotten ohne Berücksichtigung der möglichen Zufalle auf
hoher See von Paris aus ihre Bewegungen vorgeschrieben habe,
sind unberechtigt^ denn er liess den Admiralen in der Benutzung
der Situationen stets weiten Spielraum, wenn sie nur das End-
ziel, die Versammlung einer — für einige Tage — unüberwind-
lichen Flotte im Kanal, erreichten.
Nun könnte man dieser Auffassung die Frage entgegen-
halten, warum denn Napoleon gerade während der Landungsvor-
bereitungen jene Oesterreich beunruhigenden Schritte that; er hätte
sie doch nach der Besiegung Englands in ungleich günstigerer
Situation und ohne jede Besorgnis, dadurch Oesterreich zum An-
griff zu treiben, thun können. An Max Duncker anknüpfend,
könnte man sagen, dass Napoleon zwar die Landung plante, aber
doch durch die italienischen Neuerungen die Möglichkeit eines
Landkrieges vorbereitete: wenn der Uebergang unmöglich wurde,
so sollte in der durch diese Provokationen hervorgerufenen Span-
nung mit Oesterreich eine Gelegenheit zu einem Landkriege ge-
funden werden, der neue Siege bringen und so den Misserfolg
gegen England verdecken sollte. — Es ist dieser Anschauung
ohne weiteres zuzugeben, dass Napoleon für den Fall des Miss-
lingens' der Landung sich mit dem Vorsätze eines österreichischen
Krieges getragen hat: das ihm von Duncker zugeschriebene Motiv
mag ihn mitbestimmt haben, aber auch ohne das ist ein solcher
Plan erklärlich genug: er musste den Krieg führen, um durch
Wehrlosmachung Oesterreichs in künftigen Landungsplänen un-
gestört zu bleiben.^ Für den gegenwärtigen Landungsplan hatte
* Unter dem „Mieslingen** der Landung verstehe ich immer nur den
Fall, dass es unmöglich wurde, sie zu beginnen. Ein Scheitern des üeber-
gangs, etwa dadurch hervorgerufen, dass die englische Flotte die über-
setzende Armee auf dem Wasser überraschte und mit Verlust zur Umkehr
zwang, kann aus der Betrachtung ausgeschaltet werden, weil Napoleon den
Uebergang nur zu wagen entschlossen war, wenn seine maritime Ueberlegen-
heit unzweifelhaft war und jeden Angriff während des Transportes verbot.
Die ^anzösische Armee — und das ist für die Beurteilung seiner kontinen-
talen Politik ausschlaggebend — blieb also beim Misslingen des Uebergangs
unversehrt.
' In diesem Punkte modifiziere ich meine früher ausgesprochene An-
sicht, dass Napoleon erst am 23. August diesen Entschluss gefasst habe.
An diesem Tage hat er ihn zum erstenmale deutlich ausgesprochen und
die ersten unmittelbaren Vorbereitungen zur AusfQhrung getroffen (Prenss.
Jahrb. 93 S. 286). Die Hauptdifferenz zwischen Max Duncker und mir
86 ♦
602 ö- a<Ä»e
er, wie wir Mhen, Ton OMton«ieh nichts m fttzcbten, aber weno
der TJebergang auf Monate verBchoben werden musste, warn
die Saterreichischen R&Ktungeu erstarkt und ein Ättgriff na
Osten her drohender ge^nnlen, Snllteu also jene Massregeln des
eventuell notwendig wenlcmk-n Krieg ermöglichen? Die Antwort
muss die Betrachtung il^r politischen Situation ergeben: mr
mUssen feststellen, ob es dieser Provokatioiien bedurfte, um einm
Kriegsfall zu finden. Da ist nun keine Frage, das» es ihrer
hierzu nicht bedurfte: der Uegensatz zwischen Oesterreich und
Frankreich in Italien, in der Schweiz und in Deutschland war
schon ohne die politisch gerinj^fügigeu Neuerungen in Genua umi
Lucca scharf genug. NagxiK'im wuBstu genau, daa§ Kuiser Fraui
seine verlorenen italienischen Beeitaungen und den a.uaai:hh^-
gebenden Einfluss auf der Halbinsel wiederzugewinnen strebt«^
dasB er das französische Protektorat Ober die Schweiz nnd die
Beziehungen Frankreichs zu den süddeutschen Höfen mit groasem
Uisstranen betrachtete, sowie dass Ruseland und £ngliuid sich
eifrig um ein Bündnis mit Oesterreich bemOhten: er kann gar
nicht in Zweifel gewesen sein, daas es, falls es ihm nicht ge-
Hnge, den Featlandsmächten durch einen schleunigen Si^ über
England die Äi^riffsneigungen zu benehmen, über kurz oder lang
zu einem Kriege mit den östlichen Kaisemüchten kommen mOase.
In der Rivalität um Italien, in den Beziehungen Oesterreicha zu
Frankreichs Feinden, England und Russland, in den ROstongen
endlich, die Oesterreich seit dem Herbst 1804 vornahm, konnte
Napoleon jederzeit einen Kriegsvorwand finden, wenn er wollte^
und jene kleinen Veränderungen waren dazu nicht erst notwendig.
bleibt trotzdem beBtehen : Duucker glaubt, dass Napoleon ^
Laudungsvorbereitangen an auch die Möglichkeit ina Ange gefaart habe,
einen Landkrieg zu provozieren, um durch ihn des gefahrvollen üebergangi
enthoben zu werden: Anfang August habe er diesen EntschlosB definitiT
gefasBt und sogleich ausgeführt. Ich nehme dagegen die Absicht Napoleons,
bis Ende August den Debergang zu wagen, für enrieeen an und sehe in
dem Gedanken an den OsterreichiBchen Krieg nur eine Eventualität tSx die
ans maritimen Oründen herbeigeführte Unmöglichkeit des Ueberganga. Nach
Duncker verzichtete Napoleon ireiwillig auf die Landung, nach meiiier
Meinung gezwungen ; nach Duncker war der OBterreichische Krieg fOi
Napoleon eine willkommene und durch [allerlei Künste angestrebte Aoa-
kunft, nach meiner Auffassung eine ihm auferlegte Notwendigkeit, die die
Wiederholung des Landunganntemehmens ermöglichen sollte.
Zur Napoleonischen Politik von 1803—1806. 503
Es ist daher nicht unwahrscheinlich^ dass Napoleon sie vornahm^
in erster Linie um seine Stellung in Italien zu verstärken und
um deutlich kundzugeben ^ dass sein Wille hier massgebend sein
solle. Ausgeschlossen ist freilich nicht^ dass er daneben auch die
Absicht gehegt hat, den Zündstoff zwischen Oesterreich und Frank-
reich zu vermehren, um ihn, falls die Landung unmöglich wurde,
desto leichter in Brand setzen zu können.
Es steht dahin, ob Napoleon von der Annexion Genuas und
der Errichtung des Herzogtums Lucca die Wirkung erwartet hat,
die sie hatten, d. h., dass Oesterreich sich in die Arme Russlands
und Englands warf: aber mag er immerhin ihre politische Trag-
weite unterschätzt haben, seine allgemeine Politik konnte unter
diesem Irrtum nicht leiden. Denn — man muss es sich immer
wieder vor Augen halten — bis diese Koalition aktionsfähig wurde,
war er entweder mit England fertig oder zu einem Kriege gegen
Oesterreich genötigt. In beiden Fällen war es gleichgültig, ob
ein österreichisch-russisches Angriffsbündnis durch die italienischen
Neuerungen herbeigeführt worden war: im Falle der Niederlage
Englands war die Koalition zur Unthätigkeit verurteilt; falls der
üebergang unmöglich wurde und Napoleon den Krieg gegen
Oesterreich begann, hatte er sowieso mit einem österreichisch-
russischen Bündnisse zu rechnen, da er sich mit Russland bereits
im Kriegszustande befand. Welche Vorstellungen er also bei jenen
italienischen Massregeln auch gehabt haben mag: sicher ist, dass
sie nicht bestimmt waren, die für den Juli oder August an-
gesetzte Landung zu verhindern, und sicher ist, dass sie auch
nicht gegen den Willen Napoleons diese Wirkung gehabt haben,
denn wie oben ausgeführt, haben nicht sie und die sich an sie
anschliessenden Polgen den Übergang über den Kanal verhindert,
sondern allein die grosse Ueberlegenheit der englischen über die
französische Flotte.
504
Beiträge zur Geschichte des Jahres 1848.
Von
6. Kaufmann.
Die Aasftihrungen Rachfahls auf S. 196 ff. dieses Bandes können
mich nicht überzeugen; dass die von ihm yorgetragene Hypothese
über Prittwitz' Motive besser begründet sei, als ich in meiner
Besprechung (Litterarisches Centralblatt 1902 Jahrg. 53 Nr. 10
S. 321 ff.) geurteilt habe. Ebensowenig haben sie mein urteil über
die Haltung des Königs in dieser Krise geändert. Ich halte es
endlich auch für unfruchtbar, derartige Untersuchungen in eine
Polemik einzuflechten und sehe davon ab. Ein Hauptpunkt ist
überdies von mir schon vor dem Erscheinen des Rachfahlschen
Artikels in der Abhandlung Ranke imd die Beurteilimg Friedrich
Wilhelms IV. (Historische Zeitschrift 88, 436 ff.) behandelt worden,
und andere hoffe ich durch Einzeluntersuchungen der wichtigsten
Flugschriften und ähnlicher Quellen zu fördern. Leider wurde ich
an der Fortführung durch andere Pflichten gehindert, als ich die
Untersuchung erst bei den folgenden beiden beendet hatte; ich gebe
sie deshalb allein, da ich noch nicht sehen kann, wann ich diese
Arbeiten wieder aufzunehmen vermag. Vielleicht regen sie andere
dazu an. Denn solche Untersuchungen sind jetzt besonders nötig.
I. Die Signatara temporis.
Die Signatura temporis ist in Berlin, Ende November 1848,
anonym erschienen, aber der Verfasser ist bekannt, es war Hein-
rich Leo, Professor der Geschichte in Halle. Leo war im Herbst
1848 in Berlin, verkehrte mit den Gebrüdem Gerlach und anderen
Vertrauten des Königs, sammelte hier das Material imd schrieb
unter ihrem Einfluss. Leopold von Gerlach erwähnt ihn wieder-
holt in den Tagebüchern und charakterisiert ihn als einen „aus-
gezeichneten Mann'', der treffliche Gedanken habe, „dabei höchst
zuverlässig und derbe'' sei. Auch der König selbst zog ihn heran^
Beiträge zur Geschichte des Jahres 1848. 505
gewährte ihm Audienzen, betraute ihn mit dem Entwurf einer
Proklamation und liess sich von ihm die Signatura temporis vor-
lesen. Gerlach vermittelte die Audienz dazu und nahm daran teil.
Sie fand am 21. November statt, der König ,,redete nicht viel
hinein^^ Nur bei dem Entschluss zu der Proklamation ,,An meine
lieben Berliner^', sagte er^, sie sei von ihm allein ausgegangen,
„niemand habe sie ihm geraten.^^ Bei einem Abschnitt wurde die
Lesung abgebrochen und in einer zweiten Audienz am folgenden
Tage (22. Nov.) vollendet. Ausser Gerlach nahm auch Wussow
daran teil. Der König scheint keine Bemerkungen von Bedeutung
dazu gemacht zu haben. Sie wurde dann der ,,Neuen Preussischen
Zeitung'' als Beilage beigegeben und so in Masse verbreitet, offen-
bar um unter den Parteigenossen eine bestimmte Auffassung der
Ereignisse zu sichern. Die Signatura temporis ist also eine Partei-
schrift der Ghnippe Gerlach und im Dienst der Zwecke dieser Partei
geschrieben. Die Partei hatte damals grosse Erfolge errungen, fehlte
sich aber keineswegs sicher im Besitz der Macht. Gerlachs Auf-
zeichnungen aus dem November sind voU Unruhe und reden über
den König mehr im Tone des Mitleids als der Anerkennung. Er
hänge „all seinen Phantasien'' nach, obwohl ihm „das Messer an
der Kehle sitze" (1, 246), seine „Räsonnements" erscheinen ihm
sonderbar (1,247). Gleich nach dem Erscheinen der Signatura
temporis, noch im November, schrieb der am 19. März abgetretene
Minister Bodelschwingh einige Berichtigungen, die dem Könige
mitgeteilt, aber erst 50 Jahre später in den „Erlebnissen" von
H. V. Diest, einem Neffen Bodelschwinghs, S. 27 — 32 veröffent-
licht wurden: Bodelschwingh sagt hier, dass er nicht „die ganze
Reihe der Unrichtigkeiten und Ungenauigkeiten" der Signatura
über die Märztage bessern wolle, sondern nur einige, ihm per-
sönlich wichtige. Eine „alles Grundes entbehrende Anekdote"
^ Gerlach 1, 246. Es scheint nicht, dass der König mit dieser Be-
merkung die Darstellung Leos korrigieren wollte; auch sagt Leo nichts
anderes. Man müsste sonst annehmen, dass Leo die Schrift im Mannskript
gelesen und dann die Stelle nach der Angabe des Königs geändert habe.
Das ist aber sonst nicht gesagt. Leo wird in den Tagebüchern (Verlache in
jenen Tagen oft genannt I, 194, 200, 204, 230, 286, 242, 244, 246, 248, 26B.
(261 ein Brief Leos an Gerlach über die Verfassung vom 8. Dezember 1848
eingeschoben.) S. 283 schreibt Gerlach: „Leo war auf das Entschiedenste
von S. M. imponiert", und zwar von Erzählungen und Beden, die er (Gterlach)
gern „durch Brandenburgs oder Bauchs schlichte Prosa rektifiziert^^ h&tte.
506 ^- Kaufmann.
•
sei die Behauptung, S. 23, Bodelschwingh habe am 17. März
dem russischen Gesandten versichert, „in Berlin sei die Sache
abgemacht", die revolutionäre Bewegung sei überwunden. Bodel-
schwingh sei damals vielmehr überzeugt gewesen, dass die
Bewegung sich rasch steigern werde. Leo giebt hier offenbar
ein Gerede wieder, das im Gerlachschen Kreise gern geglaubt
wurde, wie alles, was den reformfreundlichen Minister als zu milde
urteilend oder nicht energisch erscheinen liess. Es ist zu be-
achten, dass er das grundlose Gerede als zuverlässige Nachricht
in seine Darstellung einfugt. Leo behauptet femer, dass das vom
18. März datierte Patent des Königs bereits am 17. entstanden
sei. Bodelschwingh sagt dagegen, er habe in der Nacht vom
17. zum 18. das Patent entworfen, das dann am 18. März vom
König in einer Sitzung des Conseil genehmigt und unterschrieben
sei. Leo giebt seine irrige Nachricht über die Zeit und die Art
der Genehmigung durch den König wieder mit aller Bestimmt-
heit. Das Gleiche gilt von seinen Angaben über die Bildung
des Ministeriums Arnim und über das Verhalten des Ministers
V. Thile. Endlich betont Bodelschwingh gegenüber Leos Schilde-
rung der Befehle und Umstände, welche den vollständigen Abzug
der Truppen am 19. März veranlassten und den König in die
Gewalt der Revolution gaben, dass er nur den Befehl über bracht
habe, die Truppen von den Strassen und Plätzen zurückzuziehen,
wenn die Barrikaden beseitigt würden, jedoch so, „dass das Schloss,
das Zeughaus und andere öffentliche Gebäude mit starker Hand
besetzt bleiben sollten. . . . Als dagegen von einer Seite noch
Einwendungen erhoben wurden, äusserte er, dass er genau den
königlichen Befehl mitteile ohne Zusatz oder Abzug, und dessen
Änderung oder Deutung niemandem zustehe."
Bodelschwingh wehrt sich hier gegen eine Missdeutung seines
Verhaltens in Leos Schilderung S. 32. Leo hatte in diesem Teile
seiner Schrift, der übrigens mit grossem Geschick geschrieben ist,
den Minister Bodelschwingh für den sofortigen Druck und die
Verbreitung der Proklamation des Königs „An meine lieben Ber-
liner" getadelt, schärfer noch, weil er das Patent vom 18. März
noch selbst veröffentlichte, und nicht seinem Nachfolger die Mög-
lichkeit liess, mit diesen Konzessionen die Gunst des Volkes zu
gewinnen. Bodelschwingh habe seinen Nachfolgern dadurch eine
lesio enormis zugefügt (S. 24). Auf diese Angriffe antwortete
Beiträge zur Geschichte des Jahres 1848. 507
Bodelschwingh mit keinem Wort. Dieser Stolz des tapferen
Mannes soll nicht vergessen werden, denn er ist berechtigt. Leos
gehässiger ÄngriflF ist unbegründet. Seine Forderung entspricht
vielleicht der Doktrin konstitutioneller Regierungen, aber nicht
den Oewohnheiten des damaligen Preussens. Bodelschwingh hatte
guten Grund, das Patent vom 18. März noch selbst durchzu-
kämpfen, er musste glauben, dass er damit dem Nachfolger den
Weg bahne, ihm grosse Schwierigkeiten, die das Schwanken des
Königs mit sich brachten, aus dem Wege räume. Er musste es
femer notwendig selbst publizieren, weil es der für den Tag
gefilrchteten Emeute zuvorkommen sollte, und Arnim noch nicht
ernannt war. Vollends ungehörig war es aber anzudeuten, dass
Bodelschwingh sich gewissermassen einen guten Abgang sichern
wollte. Leo sagt das nicht direkt, aber es liegt doch in dem ganzen
Zusammenhang, und er versteigt sich sogar zu der Wendung, dass
die alten Minister „würdiger Weise" sich hätten ohne solchen
Akt zurückziehen müssen. Wenn es darauf ankommt, über „wür-
diges Verhalten" zu urteilen, dann kann es nur den Spott heraus
fordern, wenn ein Leo einem Bodelschwingh Vorhaltungen macht.
Aus dem folgenden ist besonders charakteristisch, dass Leo
die Art des Abmarsches, die Thatsache, dass auch nicht einmal
Schloss, Zeughaus und andere öffentliche Gebäude dieser Gegend
genügend besetzt wurden, nicht tadelt. Seine Darstellung deckt
sich mit der Rechtfertigung, die Prittwitz und seine Freimde
verbreiteten. Die Ausführung des in der Proklamation verkündeten
Rückzugs habe Verhältnisse herbeigeführt, die auch den voll-
ständigen Abzug der Truppen (bis auf die wenigen Kompagnien
in den Zimmern des Schlosses), erst in die Kasernen, dann ganz
aus der Stadt nötig gemacht hätten.
Diese Darstellung hat insofern Wert, als sie eine damals
offenbar von Gerlach gebilligte Form der Legende bietet, durch
die Prittwitz sein nachträglich viel getadeltes Verhalten zu recht-
fertigen suchte.
Weiter ist bemerkenswert, dass Leo den Umritt des Königs
am 21. März (S. 37 f) rechtfertigt. In längerer Erörterung setzt
er auseinander, dass, aller sonstigen Bedenken imgeachtet, die
feierliche Erklärung des Königs, sich an die Spitze der nationalen
Bewegung stellen zu wollen, von grossem Einfluss gewesen sei.
Man könne getrost behaupten, ohne diesen Zwischenakt, ohne das
508 ^' Kaufmann.
persönliche, farchtlose, vertrauensvolle Heraustreten Sr. Maj. unter
das Volk bei dem feierlichen Umzüge würde der nachfolgende
Leichenkondukt der gefallenen Rebellen einen weit fanatischeren,
wilderen Charakter getragen haben.
Der Abschnitt verrät das Bemühen, die Sache zu recht-
fertigen, ich will nicht sagen, dass der Verfasser lieber seinem
Unwillen den Lauf Hesse — aber seine Argumentation ist künst-
lich und verrat seine Verlegenheit.
S. 39 — 42 erzählt Leo die Bildung der provisorischen Re-
gierung in Schleswig -Holstein imd die Unterstützung, die ihr
Preussen gewährte. Er betont, dass Preussen in Schleswig nur
eingetreten sei „für den Schutz des Erbrechts des Manns-
stammes in diesem Fürstentum in dem Falle, dass einmal
das übrige Dänemark der weiblichen Linie folgt'^ Die revolu-
tionäre Seite der Angelegenheit wird im Hintergrunde gelassen,
dagegen hervorgehoben, wie die Erstürmung des Dannewerks
und der Sieg bei Schleswig das Selbstgefühl und die patriotische
Stimmung in ganz Preussen stärkte. Es folgt eine knappe Er-
zählung von dem Frankfurter Parlament und dem Vereinigten
Landtage im April 1848. „Die dereinstige geschichtliche Betrachtung
dieser Zeit wird vor dem Auftreten dieses Landtags erstaunt
einen Haltpunkt machen, und dasselbe als schlagendsten Beweis
des Taumels der Menschen betrachten, sei es aus revolutionärer
Trunkenheit, sei es aus Feigheit. Wenn die Volksmasse nach Kon-
zessionen schreit, wenn das Ministerium in der bedrängten Lage,
der es seinen Ursprung verdankt, an Eonzessionen der gefahr-
lichsten Art denkt — beides ist nicht nur zu begreifen, sondern
auch zu entschuldigen — wenn aber die Vertreter des Landes,
die noch nicht aus Urwahlen hervorgegangen sind, die noch allen
Ständen und Lebensstellungen angehören, von denen eine gewisse
Bildung und Einsicht nicht getrennt gedacht werden kann, sich
der trunkenen Menge anschliessen, durch ihre Adresse die ge-
wagtesten Vorlagen nicht nur gewissermassen im voraus be-
stätigen, sondern noch überholen, so lässt sich dafür nur ein
Mitergriffensein von dem revolutionären Rausche der Zeit als
Grund denken, oder ein inneres Erbeben, welches gern Recht
und Ehre in die Schanze schlägt, wenn nur das eigene Hans nnd
der Frau Gemahlin Papagei unangetastet bleiben.^ Leo hat ge-
wiss recht, dass die Verhandlungen und Beschlüsse dieses Land-
Beiträge zur Geschichte des Jahres 1848. 509
tags das stärkste Zeugnis für die alles überwältigende Macht der
Bewegung bilden. Nur lässt der Parteimann in ibrn nicht den
Gedanken auf kommen^ der sich doch einer ruhigeren Betrachtung
sofort aufdrängen muss, dass diese Vertreter der privilegierten
Stande auch unter dem Druck der Vorstellung handelten^ dass
notwendige Reformen überlang hinausgeschoben waren und dass
tiefgreifende Veränderungen schnell durchgeführt werden mussten.
Besonnen und ruhig sind dann die Erwägungen S. 48 ff. über
die ThatsachO; dass Preussen dem Vorparlament nachgab: ^^wenn
es auch keinem Zweifel unterlf^^ dass man die Revolution in
Berlin mit den Waffen niederschlagen^ dass man die Eemlande
der Monarchie mit den VTaffen behaupten konnte: man hätte
sich doch unter damaligen Umständen nicht darauf beschränken
können, vielmehr war mit der Wiederaufiiahme des Kampfes un-
leugbar auch die Notwendigkeit gegeben , demnächst gegen das
Frankfurter Vorparlament in feindlichem Sinne Front zu machen,
sich in einen allgemeinen deutschen, ja wahrscheinlich in einen
europäischen Ejieg einzulassen. So wimderbar aber waren die
Lose gefallen, dass man kaum, ohne zugleich den Vorwurf völlig
zweideutiger Haltung in deutschen Angelegenheiten auf sich zu
laden, sich gegen die Frankfurter Versammlung wenden konnte,
da diese, wenn auch im einzelnen in höchst problematischen und
gefährlichen Massnahmen und im ganzen völlig ohne juristische
Unterlage, doch durch die Thatsachen getragen, im wesentlichen
auf ein gleiches Ziel hinarbeitete mit Preussen, nämlich auf die
einheitlichere Gestaltung Deutschlands. Also Klugheit sowohl
als Gewissen geboten von der Erneuerung des Kampfes damals
abzustehen.^' Gewiss hatte Leo alle Veranlassung, das Verfahren
des Königs nicht zu verwerfen, aber es würde falsch sein, seine
Worte bloss als Liebedienerei aufzufassen, und da bleibt es doch
sehr zu beachten, dass ein Vertreter der Gerlachschen Gruppe in
dieser Weise argumentiert. Man erkennt, wie stark sich die
Zeitströmung geltend machte, wie die neuen Ideale und die neuen
Erscheinungen auch hier Einfluss gewannen. Die Zeit des alten
Staates, des patriarchalischen Absolutismus war vorbei. Das lehrt
auch der folgende Abschnitt, in dem Leo der konstitutionellen
Staatsform den Vorzug nachrühmt, dass sie die Regierungsmittel
in den Händen des Fürsten mehre und diesem doch eine ge-
sicherte Stellung gewähre. Es macht Leo sichtlich Freude,
510 G' Kaufmann.
auszuführen, wie der Fürst durch die Wahl der Minister bald
aus den Männern seines Vertrauens, bald aus den Reihen der
Opposition Gefahren begegnen und Schwierigkeiten überwinden
möge. In Preussen habe der König 7 Monate lang diese Politik
befolgt, bis sie durch das unkonstitutioneUe Verhalten der Majorität
der Nationalversammlung unmöglich gemacht worden sei. Es
folgen kurze, aber gehaltreiche Erörterungen über die Bewegung
in Posen und die badischen Unruhen, dann scharfe Worte über
die Pöbelexcesse in Berlin, besonders über den Zeughaussturm.
Sie bestätigen, wie sehr die Linke durch ihre elende Schwäche
der Strassendemagogie gegenüber den Sieg der Reaktion forderte.
MassYoU ist das Urteil über das Ministerium Hansemann, S. 59 f.,
so wenig es ihm sympathisch war; härter das Urteil über das
Ministerium Pfuel, und den Schluss bildet ein begeistertes Lob
der königlichen Entschlüsse, welche dem Treiben der Demi^gen
ein Ende machten. S. 65ff.: Es war der Punkt erreicht, „wo
S. Maj. der König nicht länger in der konstitutionellen Zurück-
gezogenheit weilen konnte, in die er seit März sich begeben
hatte, wenn er nicht alle Freiheiten und Rechte, die er seinem
Volke verheissen und für die er sein königliches Wort verpfändet
hatte, wenn er nicht das ganze konstitutionelle Dasein in Preussen
der Rechtsverachtung, der Ordnungslosigkeit und Blutgier einer
Rotte zur Beute werden sehen wollte, die zum Untergang des
ganzen Rechtszustandes in Preussen sich verschworen zu haben
schien". Noch drei Seiten hindurch, S. 67 — 69, verweilt Leo bei
dem Gedanken, zuletzt im höchsten Pathos, in fast prophetischen
Tönen schwelgend: „Wir stehen an einem Scheidewege! Wohl-
auf! du mein teures, inniggeliebtes Vaterland! Wohlauf wie vor
Zeiten und von altersher . . . Mache dich auf und ziehe deine
Stärke an: jenen nie wankenden Rechtssinn; jene Zucht, welche
bei dir allezeit die Frucht war der Liebe zu allem Guten;
jenen Gehorsam, den selbstthätigen, schaffenden, helfenden Ge-
horsam gegen deine von Gott gesetzte Obrigkeit; alle jene früher
unbefleckten Kränze deines Ruhmes; und dann werden wir in
Preussen, wir werden in dem ganzen geliebten, deutschen Vater-
lande, für dessen Einigkeit, Frieden und Herrlichkeit unsere Herzen
gleichmässig schlagen, von neuem Tage sehen der Ehren der
Freiheit und einer Macht, wie sie noch nicht dagewesen sind.**
Beiträge zur üeschichte des Jahres 1848. 511
Die Schrift enthält mancherlei Angaben über die Ereignisse
der Zeit aus guter Kenntnis; aber nicht darin liegt ihr Haupt-
wert. Sie ist vielmehr selbst eine Urkunde von höchstem Wert,
indem sie zeigt, dass die Gruppen des Volkes, die ursprünglich
der Bewegung nur abwehrend gegenüberstanden und die alte
Staatsordnung aufrecht erhalten wollten, damals für die konstitu-
tionelle Staatsform und die Reform der deutschen Bundesver-
fassung eintraten. Insofern hat sie eine ähnliche Bedeutung wie
die Beschlüsse des Vereinigten Landtags vom April 1848 hatten.
Sie ist ein Zeugnis, dass erhebliche Bestandteile der liberalen
Forderungen und der Einheitsbewegung auch von den Gegnern
acceptiert worden waren. Wir erkennen hier den Boden, von
dem aus der König die Verfassung vom 5. Dezember 1848 erliess.
Dieser Satz wird auch dadurch nicht beseitigt, dass diese Ver-
fassimg selbst vielen Freunden Leos der Demokratie zu weit-
gehende Konzessionen zu machen schien.
II. Die Berliner Märztage.
Vom militärischen Standpunkte aus geschildert.
Berlin 1850. Mittler & Sohn. 120 S. 8^
Der Verfasser dieser Flugschrift hat sich nicht genannt, es
ist aber sicher, dass sie der Oberst v. Schulz geschrieben hat.
Einleitung und Vorwort zeigen, dass der Verfasser für die poU-
tischen Zustände des Landes schlechthin gar kein Verständnis hatte,
es gab nach ihm, abgesehen von einzelnen Mängeln und Fehl-
griffen, wohlgeordnete Zustände und daneben grundlose Unzufrieden-
heit, vermischt mit abstrakter Vorliebe für Konstitutionalismus.
Der Regierung treten Demokraten gegenüber, geschieden in „zahme''
und „nichtzahme*'. Der Umsturz in Wien war durch „beinahe
lächerliche" Ereignisse herbeigeführt, dieser Sieg trieb die durch
andere leichte Erfolge bereits verblendete Umsturzpartei dazu an,
sich auch in Preussen hervorzuwagen. Der Aufstand wurde
niedergeschlagen, aber dann gab die Regierung den Sieg aus der
Hand, und nun nahm die Bewegung in ganz Deutschland ihren
Fortgang. So werden beständig Anlässe und Ursachen ver-
wechselt. Man wird bei der Beurteilung auch der übrigen An-
gaben des Verfassers nicht vergessen dürfen, dass er die grossen,
vor aller Augen liegenden Thatsachen des politischen Zustandes,
512 Gt' Kauftnann.
da8s er selbst die in den Kundgebungen des Königs^ in den Ver-
handlungen des Vereinigten Landtags und in Schriften wie Rado-
witz, Deutschland und Friedrich Wilhelm IV. , mitgeteilten Ver-
suche einer Reform der preussischen wie der Bundesverfassung
nicht kennt oder als nicht vorhanden behandelt. Der Verfasser
offenbart sich dadurch als ein in hohem Ghrade befangener^ was
ihm und seiner Anschauung nicht dient oder nicht passt beiseite
schiebender Schriftsteller. Wohl wird man erwägen, dass diese
Eigenschaft bei den politischen, ihm weniger geläufigen An-
gelegenheiten stärker hervortreten könnte als bei den militärischen,
die zu beobachten imd über die zu berichten er gewöhnt war —
aber jener Mangel ist doch so stark, dass man ihn auch erwägen
muss, wo immer seine militärischen Beobachtungen und Urteile
mit anderen Zeugen in Widerspruch stehen.
Noch ein zweiter Punkt fordert Beachtung. Der Verfasser
sagt, er habe anfangs vergeblich versucht, zuverlässiges Material
zu sammeln, da haben sich ihm „ganz unerwartet, durch ein
glückliches Zusammentreffen günstiger Umstände, Hülfismittel
und Aufklärungen in reicher Fülle geboten". Der Ausdruck er-
weckt die Vermutung, dass der Verfasser im wesentlichen den
Bericht eines Zeugen zu Grunde legt, der zuverlässige Kenntnis
von den Dingen haben konnte. Es ist die allgemeine und ganz
sichere Annahme, dass dieser Zeuge der General v. Prittwitz war,
der am 18. und 19. März den Oberbefehl über die Truppen in
Berlin geführt hatte, und dann Material zu seiner Rechtfertigung
sammelte, das er 1854 in einer 58 Bogen starken Schrift ver-
öffentlichen wollte, die aber vor der Ausgabe eingestampft wurde.
Die Kunde von dieser Schrift geht auf den Stadtrat Nobiling
zurück, der Auszüge gemacht hat, die in dem Geheimen Staats-
archiv zu Berlin aufbewahrt werden. Sybel, Vorträge und Ab-
handlungen (Histor. Bibliothek III) S. 243. Auf S. 99 bezieht
sich Schulz unverkennbar auf dies Material, indem er ein als
Handschrift gedrucktes Schreiben des Generals vom 22. Oktober
1848 mit dem von ihm (Schulz) gegebenen Bericht vergleicht.
In welcher Form dies Material 1850 dem Obersten v. Schulz
vorlag, ist nicht zu sagen, doch scheint es nach einem Vergleich
der kurzen Notiz (S. 79) über den Bericht, den General v. Pritt-
witz kurz vor Mittemacht zwischen dem 18. und 19. März dem
König abstattete, mit den Auszügen Nobilings bei Sybel (Vor-
Beiträge zur Geschichte des Jahres 1848. 513
träge 247) nicht entfernt die Ausführlichkeit gehabt zu haben,
die ihm Prittwitz 1854 für den Druck gab. In der Schrift von
1854 hiess es (Sybel, Vorträge 246) über diesen Mittemachts-
bericht ausdrücklich, der König habe ,,eine gründliche und um-
ständliche Erörterung'' der von Prittwitz entwickelten militärischen
Pläne und Ansichten vermieden. Femer habe der König wohl
den Wunsch kundgegeben, weiteres Blutvergiessen zu vermeiden,
aber in keiner Weise angedeutet, dass er sofort jene „in ihren
Wirkungen so verhängnisvolle Ansprache (An meine lieben Ber-
liner) schreiben werde*'. Beide Angaben zeigen, dass die Haltung
des Königs die Tlmtigkeit seiner Minister und Generäle erschwerte
und lähmte, sie wussten nicht, was der König im Sinne hatte.
Oberst Schulz geht über diese Unterredung mit der Erklärung
hinweg, dass niemand wisse, was dort gesprochen sei, aber sicher
habe der General nichts gesagt, was „irgendwie zu den Mass-
regeln des folgenden Morgens beigetragen. Und doch muss die
verhängnisvolle Proklamation fast unmittelbar nachher entworfen
sein". Oberst Schulz hat also das Bestreben, den General v. Pritt-
witz vor der Beschuldigung zu sichern, dass sein Bericht dem
Könige zu der Proklamation Anlass gegeben habe (Schulz, S. 79).
Aber auch den König möchte er befreien, und deshalb schiebt er
(S. 92) die ganze Verantwortung für die Proklamation dem Mi-
nister Bodelschwingh zu. Dass der König sie schrieb, wird mit
dem „edelsten Wohlwollen" des Königs erklärt, aber die Ver-
öffentlichung habe der Minister verschuldet Der König habe
„dem gewissenhaften Ermessen desselben anheimgestellt, etwa
nötig erscheinende Veränderungen anzubringen", der aber habe
sie drucken lassen wie er sie empfing. Über die Zweckmässig-
keit der Proklamation mag man man denken wie man will —
aber von dem Minister zu verlangen, eine derartige Proklamation
in jener Nacht auszuarbeiten, das kann man nur, wenn man mit
Gewalt einen Sündenbock sucht. Der König hatte die Proklama-
tion dem Minister mit folgendem Handschreiben übersandt:
„Theuerster Bodelschwingh, finden Sie umstehende Anrede an
die Berliner gut und erwarten Sie sich keinen Nachteil von der-
selben, so lassen Sie sie sogleich drucken und in vielen 1000
Exemplaren verteilen. Gott mit Ihnen und mit uns allen! Jede
Korrektur meines Machwerks nehmen Sie nach Gutdünken vor."
Der König behandelt hier eine wichtige politische Aktion nach
514 Gt. KaafmaniL
seiner Art wie ein litterarisches Produkt. Daher auch die Be-
scheidenheitswendung ,^das Machwerk '^ Allein thatsachlich war
,,das Machwerk^' eine Entschliessung^ eine feierliche Proklamation
des absoluten Königs. Die Richtung, in welcher die Massregel
lag; hielt Bodelschwingh für geboten , an ihrer Form zu ändern
oline ihr den vom Könige gewollten persönlichen Ton zu nehmen^
war fast unmöglich: und die Zeit drängte. Die Proklamation
sollte früh am Morgen bekannt werden, sie sollte die Wiederauf-
nahme des Kampfes an diesem Morgen des 19. März hindern.
Hatte der König sie ohne eine Beratung yerfügt, so war das
nicht mehr nachzuholen. Sollte Bodelschwingh, der sein Mini-
sterium in wenigen Stunden niederlegen woUte und der am Tage
zuvor erlebt hatte, dass der König bei dem Wechsel des Ober-
befehlshabers dem Rat seiner Gegner, der reformfeindlichen Gruppe,
folgte, sollte Bodelschwingh die Verantwortung allein auf sich
nehmen, um stilistischer Änderungen willen den Druck der Pro-
klamation in dem Augenblick zu yerzögem, deren Erfolg wesent-
lich davon abhing, dass sie sofort erschien?
Die Vorwürfe, die wegen des Drucks der Proklamation gegen
Bodelschwingh erhoben worden sind, tragen den Charakter von
Parteiangriffen, und es ist kein Zweifel, dass die scharfen Partei-
gegensätze in der Umgebung des Königs — die sich mehrfach
in Worten und Geberden äusserten, die in behaglicheren, das
Persönliche weniger zurückdrängenden Stunden zu Duellen ge-
führt haben würden — , dass diese Gegensätze auch auf die Beob-
achtung und Wiedergabe der Vorgänge Einfluss übten. Daraus
erklärt sich ein Teil der Widersprüche in den Aussi^n der
hochstehenden und persönlich ebenso tüchtigen wie ehrliebenden
Männer, welche die Umgebung des Königs bildeten.
Dazu kam noch eine andere Quelle der Unsicherheit und
Widersprüche in ihren Aussagen. Alle wollten den König schonen,
sich mit ihm nicht decken. Sie mochten seine Unbestimmtheit,
seine der harten Notwendigkeit gegenüber nicht angemessene per-
sönliche und sentimentale Behandlimg der Angelegenheiten nicht
mit dem rechten Namen nennen. Es war hier ähnlich wie bei
den Aufträgen, die den unglücklichen Hinkeldey in die Wider-
sprüche trieben, die schliesslich nur durch das Duell lösbar
schienen, in dem er blieb.
Ueber die Vorgänge imd die Haltung der Personen im
Beiträge zur GreBchichte des Jahres 1848. 515
Schloss hat Schulz also wohl gute Nachrichten; er ist aher kein
unparteiischer Berichterstatter. Auch die militärischen Mitteilungen
entbehren mehrfach der Objektivität. Die dürftigsten Gründe ge-
nügen dem Verfasser als Beweise für die Annahmen, 1) dass
Fremde und Juden die Leiter der Bewegung gewesen seien, und
2) dass die Revolution planmässig vorbereitet worden sei. Die That-
sachen, die dagegen sprachen, werden übergangen. Die Beseitigung
des Generals Pfuel, und femer sein Ersatz durch v. Prittwitz werden
so erzählt (32 f.), dass niemand hinter diesem Vorgange die
Thätigkeit einer Gruppe vermuten kann, die Pfuel für ungeeignet
hielt. Die Excesse der Gardekürassiere am 14. März werden ver-
tuscht, das bekannte notarielle Protokoll über die Aussagen von
36 ansässigen Bürgern der Brüderstrasse wird nicht berücksichtigt,
und die bestätigende Erklärung des Ministers und des Gouver-
neurs wird ohne sachliche Gründe bemängelt. Mochte er das
Vorgehen des Militärs als eine Uebereilung entschuldigen und mit
dem Zorn über die Reizungen des Pöbels zu erklären suchen —
das liesse sich verstehen, aber dieses Ignorieren gut besi^tigter
Vorgänge ist mit der Pflicht des historischen Berichts nicht zu
vereinigen. In gleicher Weise geht er auf S. 74 mit einigen leichten
Bemerkungen über die schwere Misshandlung hinweg, die der
Direktor des Cöllnischen Gymnasiums in seiner Wohnung von
den eindringenden Soldaten und Offizieren der Garde erfuhr, ob-
wohl er sich als alten Soldaten von 1813 zu erkennen gab und
ihnen die Eriegsmedaille entgegenhielt. Auch seine Frau wurde
misshandelt, der Sohn und zwei NefiFen von ihrer Seite gerissen,
der eine davon, stud. jur. v. Holtzendorff, der Sohn des Ritter-
gutsbesitzers V. Holtzendorff-Jagow und Enkel eines Lehrers des
Königs, von dem transportierenden Soldaten ohne (Jrund erschossen.
Dem Obersten Schulz mussten diese Berichte bekannt sein — für
seine Darstellung sind sie nicht vorhanden.
Sein Bericht ist aber nicht nur in dieser Art parteiisch,
sondern verrät noch einen anderen Zug, der nicht übersehen
werden darf. Schulz ist in dieser Schrift Repräsentant und damit
ein beweiskräftiger Zeuge für jenen Hochmut des Soldaten dem
Bürger gegenüber, der vielleicht am meisten dazu beigetragen hat,
die im Grunde ganz monarchische Bürgerschaft Berlins zur Teil-
nahme an der revolutionären Bewegung zu treiben. Die Bedeu-
tung der Schrift in dieser Eigenschaft ist bisher — soweit ich
Histor. Vierteljahnohrift. 1908. 4. 86
516 ^- Kaufmann.
sehe — nicht beachtet worden, sie ist aber nachdrücklich her-
vorzuheben. Denn die Haltung der Bürgerschaft war Ton grossem
Einfluss, schon vor dem 18. März und dann am 18. März, und
namentlich am 19. März und an den folgenden Tagen. Der Konig
ist durch die Thatsache, dass Männer, die er als Vertreter des
besten Teils der Bürgerschaft betrachten musste, keinen Anstand
nahmen, für den Kern der revolutionären Forderungen eintreten,
am 19. März stark beeinilusst worden.
Den Versuch des Obersten Schulz (S. 105), den Minister
Bodelschwingh und weiter Arnim für den Rückzugsbefehl
am Morgen des 19. März verantwortlich zu machen, während
Prittwitz das Verhängnisvolle dieses Befehls richtig erkannt und
Bodelschwingh gegenüber Einspruch erhoben habe, hat der Mi-
nister V. Arnim in seiner Gegenschrift gegen das Buch von Schulz
(Bemerkungen des Grafen Arnim-Boitzenburg zu der Schrift: Die
Berliner Märztage, vom militärischen Standpunkte aus geschildert.
Berlin im Oktober 1850) auf S. 17 f. in folgender Weise schlagend
widerlegt. „Wenn ein Oberbefehlshaber der Truppen einen
Befehl Sr. Majestät durch einen dritten empfängt, den er ent-
weder für unausführbar erachtet oder dessen Ausführung zum
Teil etwas nicht Befohlenes erfordert, und von der er mehr als
irgend jemand der Ansicht ist, dass sie (die Ausführung) das
Verderben der Monarchie mit sich bringt — wenn in diesem
Augenblick Se. Majestät nur durch eine Thür von ihm getrennt
und in jedem Augenblick fiir ihn zugänglich ist, wie erklärt es
dann der Verfasser jener Darstellung, dass derselbe nicht dem
Könige das im letzten entscheidenden Momente erklärt hat, was
er nach jener Darstellung im Nebenzimmer den Umgebungen des
Königs erklärt haben soll?"
Diese Erwägung des Ministers ist selbstverständlich, und
seine Gründe werden noch verstärkt, wenn es richtig ist, dass
Prittwitz nach Empfang des von Bodelschwingh überbrachten
Rückzugsbefehls mit den Generalen Krauseneck und Pfuel (im
Zimmer der Königin) in Gegenwart des gänzlich erschöpften Königs
eine Beratung abhielt.^) Indem Oberst v. Schulz jene Erwägungen
unterdrückt, di-ängt er den kritischen Leser formlich dazu, nun
* Petersdorff, König Friedrich Wilhelm der Vierte (1900) S. 87. Doch
ist der Bericht nicht genügend. Vgl. Rachfahl S. 225 Anmerkung.
Beiträge zur Geschichte des Jahres 1848. 517
gerade Prittwitz die Schuld aufzuladen. Allein dabei ist doch
Vorsicht geboten. Gewiss hätte Prittwitz dem Könige jene Vor-
stellungen machen sollen, und er würde es auch unter gewöhn-
lichen Verhältnissen ohne Zweifel gethan haben. Er war ein tapferer,
ruhig überlegender Mann. Wenn er es unterliess, so müssen ihn
ganz besondere ümsiände abgehalten haben, und zunächst ist
wohl daran zu denken, dass er durch die Proklamation „An meine
lieben Berliner'', und durch alle die anderen Vorgänge des Mor-
gens, welche dem Militär den sicheren Sieg aus den Händen zu
nehmen drohten, und welche den Rückzugsbefehl schon vor-
bereitet hatten, in eine aus Zorn und Scham gemischte Stim-
mung geraten war, in der ihm alles gleichgültig war. So würden
sich auch am einfachsten die sonst ganz ungehörigen Äusserungen
erklären, mit denen Prittwitz dem Minister, der am 19. März um
Mittag entsetzt fragte, wo denn die Truppen geblieben seien,
antwortete. Zunächst sagte er: sie hätten „sich verkrümelt", und
später: „sie sind mir durch die Finger gegangen".
Man könnte weiter sagen, dass er es für vergeblich halten
mochte, dem Könige mit militärischen Erwägungen zu kommen,
für die er bereits in der Nacht vor dem Erlass der Proklamation,
als noch alles für die militärische Lösung günstig stand, kein
Ohr hatte. Schien der König jetzt doch ganz unter dem Drucke
entgegengesetzter Erwägungen und Einflüsse zu stehen.
Mit solchen oder ähnlichen Betrachtungen mag man sich
erklären, dass tapfere und besonnene Männer in jenen Stunden
nicht das thaten, was uns heute, die wir in behaglicher Ruhe
am Schreibtisch sitzen und nicht persönlich erfahren, wie lähmend
die Art des bei allem Schwanken doch unbedingten Gehorsam
heischenden Königs auf seine Diener wirkte, selbstverständlich
erseheint.
Ich bin nach eingehender und lang fortgesetzter Erwägung
im Grunde zu dem gleichen Urteil über die Vorgänge und Per-
sonen gekommen, das Sybel in seinem Aufsatz über die Märztage
ausgesprochen hat.
36'
518
Kleine Mitteilungen.
Eine yenezianische Oesandtenlnstmktion Tom Jahre 1270.
Im sechsten Jahrzehnt des dreizehnten Jahrhunderts sahen sich
die Reste der christlichen Besitzungen im heiligen Lande aufs schwerste
durch die Angriffe des Mamelukensultans Bihars hedroht, während
zugleich an der syrischen Küste ein erbitterter Krieg zwischen Genua
und Venedig ausgefochten wurde. Die Herstellung des Friedens
zwischen den italienischen Seemächten erschien als notwendige Vor-
bedingung für erfolgreiche Abwehr der Ungläubigen. So hat denn
auch König Ludwig der Heilige von Frankreich bereits bei Beginn
der Rüstungen zu seinem zweiten Kreuzzuge das Werk der Prieden-
stiftung in die Hand genommen (vgl. Caro, Genua und die Mächte
am Mittelmeer 1, 199 f.); ein definitiver Abschluss war noch nicht
erreicht, als er im Frühjahr 1270 sich anschickte, die Meerfahrt an-
zutreten. Zu Beaucaire, dem Mittelpunkt der königlichen Besitzungen
in Südfrankreich, sollten acht Tage nach Ostern (20. April) wiederum
Gesandte der streitenden Parteien vor Ludwig sich einfinden, so be-
richten gleichzeitige Quellen (Ann. Jan., M. G. SS. 18, 264; Ann.
Plac. Ghib. ibid. 542; vgl. Caro 1. c. S. 225; Stemfeld, Ludwigs d. H.
Kreuzzug nach Timis S. 212). Die Aufträge, welche die venezianische
Regierung ihren Bevollmächtigten nach Beaucaire mitgab, sind in
einem, meines Wissens bisher nicht näher bekannten Aktenstück (vgl.
Caro 1. c. S. 234 n. l) enthalten, das ich unlängst im Staatsarchiv zu
Venedig (Signatur Pacta uro. 48 — 65 (Secreta), Serie 1 Busta 4
uro. 53) einzusehen Gelegenheit fand. Zur Vervollständigung des für
den letzten Kreuzzug vorliegenden Materials dürfte die Veröffent-
lichung der Gesandteninstruktion nicht unangebracht sein.
Das Aktenstück ist im Original erhalten, auf einem einseitig
beschriebenen Pergamentblatt grossen Formats. Ein schmaler Bug am
unteren Rande und Reste einer Hanfschnur weisen auf Besiegelnng
mit einem (nicht mehr vorhandenen) herabhängenden Siegel hin. Die
Schrift ist an manchen Stellen abgerieben, aber fast durchweg noch
deutlich erkennbar. Was den Inhalt betrifft, so zeigt der am 22. August
1270 zu Cremona abgeschlossene Waffenstillstand zwischen Genua,
Venedig und Pisa (ed. Stemfeld 1. c. S. 339 ff.), dass die Verhand-
lungen zu Beaucaire die Einigung noch nicht herbeiführten. Immerhin
Kleine Mitteilungen. 519
beruht der Vertrag auf den in der Instruction vorausgesetzten Grund-
lagen. Garantien für thatsächliche Einstellung der Feindseligkeiten
zwischen den Bürgern der Seestädte nehmen den breitesten Baum
ein. Die Genuesen haben den Vorbehalt des Bündnisses mit dem
Herrn von Tyrus durchgesetzt. An das zweite von ihnen vorbehaltene
Bündnis, das mit Karl von Anjou (von 1269. 12. Aug., vgl. Caro
1, c. S. 227 ff.), hatten die Venezianer in der Instruktion gar nicht
gedacht; doch trug dieser Artikel schwerlich Schuld an der Ver-
zögerung der Uebereinkunft. Eher schon ist anzunehmen, dass Venedig
nur sehr ungern auf die verlangte, sofortige Rückgabe der ihm durch
den Herrn von Tyrus entzogenen Besitzungen Verzicht leistete. Auch
waren zu Cremona die Pisaner durch eigene Gesandte vertreten,
während sie für Beaucaire nur den Venezianern eine nicht ganz ge-
nügende Vollmacht erteilt hatten. Jedenfalls lag es an Genua, dass weder
ein definitiver Frieden noch auch nur die Auswechslung der Gefangenen
zu Stande kam. Die Venezianer wären zu beidem geneigt gewesen.
Im einzelnen ist zu bemerken. Die Urkunde, welche die Voll-
macht (conmiissio) der Gesandten enthielt, scheint nicht mehr vor-
handen zu sein. Der Dominikanerprior Johannes war auch bei spä-
teren Verhandlungen zwischen Venedig und Genua thätig (Oaro 1. c.
S. 3 20 f.). Das Comprondss (auf den Papst), dessen Erwähnimg ge-
schieht, ist 1258. 3. Juli geschlossen worden (ibid. 63 f.). Der Vertrag
zwischen Genua und Philipp von Montfört, Herrn von Tynis, datiert
von 1264. 5. März (ibid. 159f.); Venedig hat erst im J. 1277 seine
Besitzungen in Tyrus wiedererlangt (ibid. 406).
Modus autem, quem per vos teneri volumus in facto Janue, de
quo in commissione fit mentio, hie est.
Quoniam si rex vobis dicet vel dici fecerit, quod velit treguam
inter nos et Januenses fieri, audietis dictum ipsius et ad dictum eius
respondebitis, quod vobis [satjius apparebit; volentes et committentes
vobis, quod inquirere debeatis, si ambaxatores Janue erunt in curia,
et si requisiti enmt de hoc, et quod responderint, in quantum scire
poteritis. Si responderint, quod vellint in hoc facere voluntatem
domini regis, et conmiissionem plenam habuerint super hoc, volumus
et vobis committimus, quod vos nomine nostro et nomine comunis et
hominum Pysarum secundum formam commissionum vobis factarum
super ipso facto tam per nos quam per potestatem et comune Py-
sarum ad dictam treguam firmandam pro nobis et comuni Pysarum
ad terminum quinque annorum procedere debeatis, ipsam ad dictum
terminum pro nobis et ipsis Pysanis confirmantes, dantes operam, quod
talis per eos et per nos nomine nostro et nomine comimis et homi-
num Pysarum securitas detur, quod nos vel Pysani ipsos Januenses
620 G. Caro.
nee ipsi nos vel Pysanos modo aliquo infra terminum tregue offendere
yaleamus, relinquentes in discrecione yestra de ipsa securitate facienda
et recipienda, secimdum quod vobis vel maiori parti melius apparebit^
attendentes, quod nolumus, quod per illam securitatem obligare possitis
castrum de Corone seu aliqiud de insula Crete vel in Accon aut in
Tjro, et etiam quod per illam securitatem, quam feceritis, non simus
obligati in aliquo pro Pysanis, sed ipsi PTsani per Yirtutem com-
missionis predicte sint obligati, secundiun quod per virtutem com-
missionis poterunt obligari.
Si autem rex vel illi, qui pro eo fuerint, moverint questionem
et dicent, quod commissio Pysanorum non sit facta ad plenum, et
quod non sit sufQciens, poteritis dicere inter alia, sicut et quando
vobis videbitur, quod ob voluntatem, quam habuimus adixnplendi
voluntatem et intentionem domini regis, duos de maioribus ordinis
fratrum predicatorum, fratrem Johannem, priorem firatrum de Venetüs,
et fratrem Danielem, magistrum in theologia, viros utique magne
discretionis , Pysas misimus propter boc, quibus commisimus omnia,
quae [ijn utilitatem facti cognovimus utilius committenda, qui ultra
quam vobiscum habetis optinere non potuenmt. Tarnen oredimus,
quod ad sufQcientiam bene sit, dummodo inter partes sit firma yo-
luntas observandi treuguam, dicentes in hoc et circa hoc, quecumque
pro facto vobis utilia apparebunt.
Si vero rex vel Januenses firmi steterint et dixerint, quod com-
missio Pysanorum non sit ad plenum, et quod non potest plena
securitas fieri pro Pysanis, dicetis, quod parati estis facere pro Pisanis
talem securitatem, qualis fieri poterit, et talem recipere pro Pysanis
a Januensibus, et pro nobis facere per virtutem commissionis, quam
habetis, talem, qualem opportunum erit et recipere, dicendo semper
salva conventioue sive societate, quam cum Pysanis habemus, ^et salva
pace, quam cum Januensibus habent Pisani in hüs, que Pysanos tangunt
Si autem rex vel illi, qui pro eo erunt, non essent inde con-
tenti, et per istam viam procedi non poterit, et voluerit alia via
temptari, volumus, quod aliam viam primo notatam temptare debeatis.
Videlicet, quod inter nos et eos de Janua tregua firmetur ad illum
terminum, quem rex ordinäre voluerit, dando operam ad habendum
longiorem, quem poteritis, que firmetur et fiat salva societate sive
conventione, quam cum Pysanis habemus, quam modo predicto nostro
nomine, si fieri poterit, confirmetis. Et si facerent questionem, quod
noUent ponere verbum illud, poteritis dicere, quod non debent inde
facere questionem, qiua aliter non posset fieri, et alia vice, sicut
* Von et salva bis tangtmt über der Zeile.
Kleine Mitteilungen. 521
cognoscunt, factum fiiit, quando per nos et eos factum fuit com-
promissum.
Si vero per modum tregue in facto procedi non posset, et rex
vobis dixerit aut dici fecerit, quod vellit nos cum Januensibus pacem
habere, et quod per vos et eos firmari debeat, inquiretis et sentietis,
si ambaxatores Janue requisiti emnt de hoc facto, et quod respon-
derint, et quomodo rex dicet, quod vellit procedere ad factum pacis.
Et si videbitis per ea, que dicentur in facto, quod locum habeant
aligare iura nostra et dicere excusaciones nostras, portatis vobiscum
unum scriptum, et secundum iUud scriptum et aliter, secundum quod
vestre discretioni videbitur et per vos scietis, dicere et alegare po-
teritis, que vobis utilia apparebunt.
Et si forte in tractatu dicta erunt verba pro parte Januensium
vel tacta de dampnis datis, quod satisfacio requiratur, audietis quomodo
illa verba dicentur, volentes quod inter alia dicere debeatis, quod
vere mirandum est de tali requisitione, cum non ipsi iuste satis-
facionem aliquam petere possin t, cum iuste in eorum culpam dampna,
que receperunt, receperint, secundum quod monstrari potest aperte, et
ut habetis in scriptis, et quod nullo modo accidere posset, quod satis-
facionem aliquam haberent, sed nos iuste et rationabiliter restitutionem
petere possumus et debemus, cum post compromissum in dominum
papam per nos et eos factum, et stando in compromisso, nos offenderint
et in multis, secundum quod habetis in scriptis, quod aperte probari
potest; et dicto super hoc, quod vobis dicendum pro utilitate facti
videbitur, audietis, quod per regem dicetur seu per illos, qui pro
60 fuerint.
' Et si rex dixerit, quod vellit ex toto pacem esse, et petierit a
vobis, si commissionem habetis pro pace firmanda, inquiretis et scietis,
si ambaxatores Janue habebunt conunissionem ad hoc, et si habebunt
et ad pacem condescendere voluerint, ostendetis conmiissionem, quam
a nobis habetis, vel antea, quando vobis videbitur, pacem ipsam
nostro nomine confirmantes. Et relinquimus in discrecione vestra ad
ponendum et locandum factum pacis, secundum quod per vos melius
fieri potent et locari, dummodo de satisfacione nichil dicatur, atten-
dentes, si per ea, que dicta et tractata fuerint, pax intervenerit, talis
per nos et eos securitas fiat, quod nos ipsos nee ipsi nos modo aliquo
offendere debeamus; dimittentes in discretione vestra de securitate
facienda, secundiun quod vobis vel maiori parti melius apparebit,
nolentes tamen quod propter istam securitatem debeatis obligare
castrum de Corone vel aliquid de insula Crete seu de Accon vel de
Tjro; habentes memorie ad dicendum, quando vobis videbitur, ante-
quam sitis ligati ad factum, quod haue pacem facere volumus salva
622 G- Caro.
societate sive conventione, quam cum PjBanis habemos, quam obser-
vare volumus, ut tenemur, nee aliter volumas, quod ad ipsam fir-
mandam procedere debeatis.
Et si acciderit, quod procedatur ad factimi sive per viam pacis
sive per viam tregue, et rex quesierit, quod captivi ex utraque parte
relaxentur, volumus, quod dicere debeatis eidem, quod tantus est
amor, quem ad suam personam gerimus, quod in proposito nostro
firmavimus omnia velle, que sue altitudini possint et debeant esse
grata, et condescendatis ad ipsos captivos relaxandos, promittentes, si
pax vel tregua firmata erit, quod ipsos relaxari faciemus, dummodo
Januenses nostros simili modo dimittant.
Preterea, si acciderit, quod factum per dominum regem per
treguam compleri Yoluerit, et per Januenses dictum erit, qnod velint
ponere nobilem virum Phylippum de Monteforti in tregua ipsa, vo-
lumus, quod exponatis, qualiter tenet, que nostra simt, et tenuit in
Tjro longis temporibus iam elapsis, et postquam volunt, qnod sit in
tregua, dominus rex debet velle, quod esse debeat cum biis, que eon-
veniant et portare possint. Non enim esset conveniens, sicut sua
excellencia recognoscit, quod teuere debeat nos spoliatos de terris,
rationibus et iurisditionibus nostris, et ipsi treguam facere deberemus.
Sed si placet domino regi et voluerit, quod in tregua ponatur, facere
volumus, postquam ei placet, cum conditione tamen, quod nobis re-
stituat terras et possessiones nostras, quas babemus et habere debemus
in Tyro, secundimi quod erant, quando nobis abstulit, et secondum
quod nunc sunt, cum fructibus inde perceptis ab iUo tempore citra,
dicentes in hoc et circa hoc, quecumque vobis utilia apparebunt. Et
si forte de usufructibus non poteritis optinere, volumus, quod sitis
contenti, quod nobis restituat possessiones nostras predictas cum
iuribus, rationibus, iurisditionibus et honorificenciis nostris, quia aliter
nolumus, quod per vos ponatur in tregua. Nam sicut dominus rex
bene cognoscit, non esset pro nobis conveniens, quod esset in tregua
nobiscum et teuere nos spoliatos.
Si vero acciderit, quod factum per modum pacis sive tregne
compleri voluerit, et Januenses voluerint dicere, quod velint hoc facere,
ponendo hoc verbum, salvo societate sive pacto quam vel quod habent
cum ipso Phylippo, committim^us vobis, quod requiratis, quod ostendant,
qualem societatem habent cum eo, et quod facere debeatis cum con-
ditione, quod nobis restituat terras et possessiones predictas, nt
dictum est, cum iuribus, rationibus, iurisditionibus et honorificentüs
nostris. Et si forte sie optinere non poteritis, in fine, ante quam
factum remaneat; sitis contenti, quod fiat cum illo verbo, salya so-
cietate sive pacto quam vel quod habent cum ipso Phylippo, reli-
Kleine Mitteilungen. 523
quentes in discretione vestra de usufructibus requirendis vel dimittendis,
si optinere non poteritis, sicut vobis vel maiori parti videbitur. Et
si rex dixerit, quod velit accipere factum snpra se ipsins Phylippi ad
concordandum ipsum factum, in vestra discretione relinquimus faciendi
inde, quod vobis vel maiori (l) videbitur melius pro utilitate facti.
^Ad hec autem sciatis, quod Pisas misimus ad faciendum, quod
commissionem eorum magis plenam faciant vel declarent eorum in-
tellectum. Quorum ressponsum ad vos mittemus, ut possitis inde
esse instructi.
Datum in nostro ducali palacio die decimo intrante mense
Aprilis, indicüone tercia decima, currente anno domini millesimo
ducentesimo septuagesimo.
Zürich. G. Caro.
Nachträgliche Bemerknngen zum Feldzug der Engländer
nnd Bussen In Holland.
Dr. Paul Wittichen war so glücklich, im Record Office zu London
eine umfangreiche Denkschrift Friedrichs von Gentz aus dem Sommer
1800 zu finden und verpflichtet den Geschichtsforscher, indem er sie
in der Historischen Zeitschrift 89, 239 — 273 zum Abdruck bringt.
Sie bestätigt in vielen Punkten das, was ich in meiner Abhandlung
über den holländischen Feldzug (H. V. 1902, S. 161 ff.) und in meinem
Buche jJDie Kabinettsregierung in Preussen und J. W. Lombard" aus-
zuführen hatte. Li einer kürzeren, weniger ins Einzelne gehenden
Form im Archiv des bekannten schwedischen Diplomaten K. G. von Brinck-
mann, wahrscheinlich einer Vorarbeit, trägt sie die Aufschrift „Memoire
für den regirenden Herzog von Braunschweig auf Veranlassung des
Generals Stamford in Form eines Briefes an einen Freund. Ln Junius
1800." Es würde ganz den Verhältnissen entsprechen, wenn sie von
dem Herzog, wie anderes dieser Art (vgl. oben S. 168) nach England
übermittelt wäre. Freilich ob sie in der doppelten Form nach Braun-
schweig gelangte oder in der weiteren Fassung direkt von Stamford
nach London geschickt wurde, liesse sich erst nach einer genauen
Vergleichung der beiden Texte mit einiger Wahrscheinlichkeit beur-
teilen. Die Klarheit und Kraft des Ausdrucks sind des Verfassers
würdig, und der Inhalt seinen auch sonst geäusserten Ansichten ent-
sprechend. Es zeugt von seinem durchdringenden Scharfblick, dass
er schon im Jahre 1800 so entschieden die Nachteile der Kabinetts-
regierung hervorhebt, die doch selbst von den hervorragendsten Männern
^ Der Absatz von ad hec bis instructi ist von anderer Hand als das
übrige geschrieben nnd wohl nachträglich eingeschoben.
524 H. HOffer.
erst sechs Jahre spftter in ihrem ganzen Umfiang erkannt wurden.
Allerdings liegt die Erklftmng wesentlich darin, dass Oentz die prenssi-
sche Politik im Jahre 1799 und 1800 mit demselben Ingrimim be-
trachtete wie Stein und seine Gesinnungsgenossen im Sommer Ton 1806.
Einer wie der andere fanden mit Recht, dass unter Friedrich Wilhelm IH
eine kräftige Regierung, solange das Kabinett in seiner Wirksamkeit
bestände, unmöglich sei; denn die Energie selbst des bedeutendsten
Minist-ers musste durch die ihm auferlegte Beschränkung erlahmen.
Die Charakteristik der Kabinettsräte ist gewiss in manchem zutreffend,
aber zu hart und vor allem durch politische Beweggründe bedingt
Nach Gentzens urteil sind aber „neun Zehntel aller preussischen Be-
amten nach einem sehr gemässigten üeberschlage Revolutionärs^^
(S. 271). Mencken, den er in den Briefen an Boettiger 1797 mit so
überschwänglichen Worten gepriesen hat, soll „dem Staate — und
vielleicht Europa! — unersetzlichen Schaden gestiftet" haben: danach
ist der Wert von Gentzens urteilen zu bemessen. Er nennt es einen
Sieg des Kabinetts, dass nach Finckensteins Tode (3. Januar 1800) für
das Departement der auswärtigen Angelegenheiten eine neue geheime
Instruktion von Lombard nach eigenem Gutdünken entworfen sei;
danach sollte (S. 252) „in den auswärtigen Cresch&ften nie auf den
mündlichen Vortrag eines Ministers irgend ein Beschluss gefasst
werden, und . . selbst die mündlich erteilte Approbation des Königs
nicht hinreichend sejn . ., um irgend eine Verfügung zu sanctioniren,
wenn nicht zu gleicher Zeit ein schriftlicher Bericht erstattet worden,
und darauf eine schriftliche Ordre des Königs ergangen sej^. Eine
Instruktion dieses Inhalts hätte wenigstens ebensosehr den Wünschen
des Königs als den Wünschen Lombards entsprochen; denn nichts
scheute der König mehr, als sich unwiderruflich zu binden und sich
dadurch der Möglichkeit zu berauben, einen Entschiusa, wie es so oft
geschah, bald nachdem er gefasst worden, wieder zu verändern. Ist
aber eine solche Instruktion wirklich erlassen worden? 1890, als die
Akten über die Kabinettsregierung von mir, und nicht blos von mir,
aufmerksam durchgesehen wurden, fand sie sich nicht und ebenso
wenig Hess sie bei einer soeben von BaiUeu freundlichst vorge-
nommenen Nachforschung sich entdecken.
Am meisten hoffte ich, in den Aeusserungen über die Politik des
Jahres 1799 auch etwas über die vielgenannte Konferenz vom 2. Juni
in Petershagen zu finden, und es findet sich in der That folgende
Stelle (S. 264 f): „Der Graf Haugwitz, der lange zwischen den ent-
gegengesetzten Meinungen und Parteien geschwankt hatte, war endlich
ganz und gar — und das Verdienst, ihn so gestimmt zu haben, ge-
bührte vor allen andern dem Grafen Panin — für die gemeinschaft-
Kleine Mitteilungen. 525
liehe Sache der Fürsten und Völker gewonnen. Er hatte in Minden
einen kühnen Versuch auf den König gewagt: Der Versuch war ge-
lungen, oder besser, er schien gelungen zu sein; aber noch an dem-
selben Abend und als schon der Courier abgegangen war, der dem
Grafen Panin die Nachricht von dieser grossen Sinnesänderung über-
bringen sollte, stiess das C abinet, stiessen Köckeritz und Beyme und
Lombard alles ohne Gnade wieder um. *Wir haben gesiegt', schrieb
Beyme an seine Frau in einem Briefe, den diese triumphirend allen
ihren Freunden communicirte. Und Grraf Haugwitz — überlebte
diese grausame Niederlage.^^ Hat man hier eine beinahe gleichzeitige,
zuverlässige Aufzeichnung vor Augen? Ich zweifle. Sollte wirklich
aus Petershagen ein Kourier an Panin nach Berlin geschickt worden
sein, wie doch der Ausdruck zu besagen scheint? Panins Briefe aus
jener Zeit ergeben mit Gewissheit, dass er in den ersten Tagen über
die Konferenz gar keine Nachricht erhielt. Auch das, was Haugwitz
aus Petershagen seinen Kollegen mitteilt, wurde, soweit die archiva-
lischen Notizen erkennen lassen, nicht durch Kourier, nicht einmal
direkt, sondern um kein Aufsehen zu machen, zunächst an die Adresse
des Geheimen Bats Benfaer geschickt. Mit keinem Wort wird darin
verlangt, dass Panin ungesäumt Nachricht zugehe.^ Man kann sich
des Gedanken kaum erwehren, Gentzens Angabe sei veranlasst durch
eine Verwechselung mit dem Kourier, der am 12. Juli von dem in
Berlin zurückgebliebenen russischen Geschäftsträger Sievers an Panin
geschickt wurde. ^ Auch die übrigen Angaben erhalten durch das,
was sonst bekannt ist, keine Bestätigimg. Lombard erklärt doch
ausdrücklich in seinem Schreiben an die Königin Luise vom 26. Ok-
tober 1806 — worin er unmöglich eine Unwahrheit wagen konnte — ,
er habe mit Haugwitz in Petershagen für den Krieg gesprochen, und
Panin rechnet am 1. Juni sowohl Beyme als Lombard zu denen,
welche für den Krieg gestinmit waren.' Selbst von Köckritz heisst
es, man sei mit ihm nicht unzufrieden gewesen; nur der König sei
imbeugsam bei der entgegengesetzten Ansicht geblieben. Und wie
sonderbar, dass in einer Denkschrift, die für den Herzog von Braun-
schweig bestinmit war, die Teilnahme dieses Hauptbeteiligten nicht
einmal angedeutet wird! Für die Angaben der Denkschrift könnte
aber der Brief sprechen, den Beyme an seine Frau geschrieben haben
soll. Man weiss, dass diese Dame durch ihre Lidiskretionen ihrem
Gemahl vielfachen Verdruss bereitete. Es fragt sich nur: War Beyme,
dessen Anwesenheit nirgendwo erwähnt wird, wirklich in Petershagen?
^ Gütige Mitteilung des Preussischen Geheimen Staatsarchivs.
» Brückner a. a. 0. IV, 342, S48; vgl. oben S. 190.
8 Brückner IV, 228.
526 H Hüffer.
Diese Thatsache konnte weder dorch die Archivalien des Creheimen
Staatsarchivs noch dnrch gleichzeitige Zeitungsberichte bisher festge-
stellt werden. Sie liegt aber in der Natur der Verhältnisse und wird
wenigstens höchst wahrscheinlich durch die folgende, unter dem
19. Augast aus dem Königlichen Hausarchiv mir gütigst erteilte Aus-
kunft: In einem Schreiben des Obersten von Köckritz vom 9. April
an den preussischen Gesandten Yon Wittgenstein in Kassel werden
unter denjenigen Personen, auf die als Grefolge der Majestäten bei
der bevorstehenden Reise zu „rechnen seyn würde^, genannt: von Köck-
ritz, Greneral- Adjutant von Zastrow, Kriegsrat Westphal, General-
Adjutant von Boelzig, Flügel -Adjutant Gapit&n von Jagow, Creh.
K&mmerer Wolter, Geh. Cabinetssecret&r Niethe, Geh. Cabinetsrat
Beyme, Geh. Cabinetssecretare Lombard und Yillaume, Kammerdiener
Heinrich, Grafin Voss, Kanunerherr von Schilden etc. etc. Als eine
authentische Quelle für die Vorgänge in Petershagen kann die Denk-
schrift gleichwohl nicht betrachtet werden. —
Leser, denen das in Deutschland seltene Werk von De Bas,
Prins Frederik der Nederlanden (zwei B&nde), das in meiner Abhand-
lung soviel benutzt wurde, nicht zur Hand ist, möchte ich noch hin-
weisen auf zwei Aufsätze desselben Verfassers: „Prinzessin Wilbelmine
von Preussen, Gemahlin des Statthalters Wilhelm V. von Oranien und
Nassau" [gest. 11. Juni 1820] im Hohenzollemjahrbuch 1899, S. 197
— 220, und „Friederike -Luise -Wilhelmine, Prinzessin von Preussen,
Königin der Niederlande" [gest. 12. Oktober 1837], HohenzoUem-
jahrbuch 1901, S. 160 — 172. Das, was in dem grösseren Werke an
verschiedenen Stellen mitgeteilt wird, findet sich hier zu einem an-
sprechenden Lebensbilde der beiden Fürstinnen vereinigt; es wird ver-
mehrt durch archivalische Notizen über die Jugendzeit und einiges
tlber die späteren Jahre, was erst in dem in Vorbereitung befindlicben
dritten Band zur Darstellung gelangen kann. — An einem anderen
Orte habe ich die Schicksale des oranischen Hauses in Deutschland,
nach der Entschädigung, die der Reichsdeputationshauptschluss vom
25. Februar 1803 bewilligt hatte, eingehender zu behandeln. Sie
stehen noch vielfach im Zusammenhange mit Verhältnissen und per-
sönlichen Eigenschafken, welche vor dem Beginn oder im Verlaufe
des Feldzuges von 1799 hervortreten. S. 386, Zeile 20 meines Auf-
satzes bitte ich in dem Satze: „er [der Prinz] weilte dort [in Eng-
land] vorerst bis zum März 1800 und auch in den folgenden Jahren^
zu lesen ,4n den beiden folgenden Jahren", tn Spätherbst 1801,
nach den Präliminarien (l. Oktober 1801) und vor dem Abschluss
des Friedens von Amiens (25. März 1802) hatte der Erbstatthalter
England verlassen und seinen Sitz zu Oranienstein in Nassau ge-
Kleine Mitteilungen. 527
nommen. Seine Gemahlin folgte ihm am 30. Juni des folgenden
Jahres. Sehr gegen ihren Wunsch, aber früheren Neigungen ent-
sprechend, hatte sich der Erbprinz auf den Eat seines Vaters und
vermutlich des preussischen Hofes im Februar 1802 nach Paris be-
geben, um von Bonaparte eine ausreichende Entschädigung des ora-
schen Hauses zu erwirken. In den Berichten des preussischen Ge-
sandten Marquis Lucchesini ist öfters von seiner Anwesenheit und den
Vorschlägen die Bede, die Preussen zu seinen Gunsten im Anschluss
an frühere Verhandlungen durchzusetzen suchte. Der Erbprinz ver-
weilte in der französischen Hauptstadt, bis, in Ausführung des
18. Artikels des Friedens von Amiens zwischen Lucchesini, Talley-
rand und dem General Beurnonville ein die Oranier doch nicht be-
friedigender vorläufiger Vertrag am 27. Mai unterzeichnet wurde.
Er begab sich dann nach England, wo er mit der Auflösung des
oranischen Korps eine der letzten Spuren des Feldzuges von 1799
verschwinden liess.^ H. Hüffer.
Urkunde für Fulda yom 30. Aug. 834. Im letzten Heft
dieser Zeitschrift S. 390 — 91 brachte E. Heydenreich eine kleine Mit-
teilung über die Tironischen Noten im Fuldaer Chartular des 9. Jahr-
hunderts. Leider hat er Herrn L. Traube, dem er die Lesung dieser
Noten verdankt, verspätet und vergeblich bemüht; denn schon vor
zwei Jahren hatte ich diese Frage in einer Besprechung von Heyden-
reichs eigenem Buch über das Fuldaer Chartular (Mitteilungen des
Instituts f. österr. GF. 21, 542—43) erledigt. Ich darf aber für
meine Lesung neben dem zeitlichen Vorrang auch den der Richtigkeit
in Anspruch nehmen. (Eltingus scripsit, nicht Eltiricus, wie
Traube deutete). Ueber die erste der vier Noten (el) sind Traube
und ich einig; die zweite kann ti, aber auch einfach den Buchstaben t
bedeuten. Ueber die dritte und vierte Note aber kann sich jeder-
mann an der Hand des Lichtdruckfacsimiles bei Heydenreich und
Schmitz, Conunentarii notarum Tironianarum selbst ein Urteil bilden.
Die dritte Note ist „in" (Schmitz 1, 8), nicht „ri", das bei silben-
tachjgraphischer Schreibimg von Eigennamen nach meiner Erfahrung
stets in der mit unserer Type nicht entfernt ähnlichen Gestalt Schmitz
17, 102, nicht in der mit der Note für „in" allerdings ähnlicheren
Form Schmitz 14, 65 gebraucht wird. Dass endlich die vierte Note
„gus" (Schmitz 17, 17) und nicht „cus" (Schmitz 16, 81) zu lesen
ist, bedarf nur eines Blickes.
Berlin. M. Tangl.
1 De Bas IT, 369, 361.
Kritiken.
Usus DelbrQck, Geschieht« der Kriegskanat im Rahmen der
politischen Geschichte. Zweiter Teil Erst« Hilft«. Bfimer
und Germanen. Berlin 1901.
In rascher Folge ist der 2. Teil des gross angel^jiten Werkes
erschienen; er zeigt dieselhen Vorzttge wie sein Vor^nger; richtige
Schätzung der den Krieg betreffenden Werte verbindet sich mit einer
stupenden Kenntnis historischer Vorginge und Fragen zu dem Ver-
mögen, die Entwicklung der Kriegskunst nicht bloss in ihren äusseren
Vorgängen zu zeigen, sondern auch jede Bewegung und jede Aen-
derung auf ihre inneren Ursachen zurQckzaftthren. Die ausgetretene
Bahn einseitiger Forschung meidend, zieht der Ver&sser alle Er-
scheinungen des Volkslebens in den Kreis seiner Betrachtung, sucht
sie nach ihrer Gewissheit, Wahrscheinlichkeit, Möglichkeit absuBtufea
und der Forschung damit eine breite and solide Basis za geben; so
betritt er mit glücklichem Erfolge den Weg, nicht bloss die einzelnen
Erscheinungen des Krieges in UTSächlicheD, fortschreitenden Zusammen-
hang zu bringen, Bondem auch das gesamte öffentliche Leben der
Völker in Verwaltung, Politik, Rechtspflege nnd Krieg als dos Er-
zeugnis einer Volksseele zu betrachten imd von seinem gemMssamen
Ursprünge abzuheben.
Dass man in manchen Punkten dem Verfasser nicht folgen
kann, schmälert den Wert seiner Arbeit nicht. So kann ich die
Anschauung von der taktischen Wertlosigkeit des cnnens nicht
teilen. Eü ist freilich gewiss, dass ihm die durchdringende Kraft des
metallenen Keiles abgeht, denn er ist nicht konsistent wie dieser, er
besteht aus leicht abbröckelnden Teilen imd er w&re aus diesem
Grunde dort, wo der metallene Keil am schärfsten wirkt, an der
Spitze, am schwächsten oder vielmehr wertlos. Aber einerseits Iftoft
er nicht in eine Spitze aus, sondern ist nur eine in der Frontrichtnng
sich verjüngende Phalanx, andererseits besteht die Gefahr der Front,
flankiert und umringt zu werden, keineswegs in der vom Verfasser
geschilderten Grösse; denn der flankierende Gegner lauft selbst Gefahr,
von dem überragenden Teile des Keiles flankiert zu werden. Krafl
des Durchbrucfaes mit genügender Flankendeckung ist demnach der
Kritiken. 529
Vorzug dieser eigentümlichen Gefechtsform und diese war wertvoll
für eine Zeit, in welcher beim Drange nach Vorwärts die Evolutions-
ftlhigkeit nach der Flanke zu deren Sicherung noch nicht gefunden
und geschult war. In ähnlicher Weise formiert sich die heutige
Kavallerie in offensiver und defensiver Absicht in seitlichen Staffeln.
Noch weniger kann ich der etwas leichten Behandlung des Tacitus
das Wort reden. Eine pompöse Wendung, eine rhetorische Floskel
nennt der Verf. p. 129 die Worte Caesar nisi pontibus praesidiisque
impositis dare in discrimen legiones haud imperatorium ratus, equitem
vado tramittit Ann. IT, 11. Diese kurze Abfertigung des römischen
Autors nunmt ndch bei einem so eminenten Kenner militärischer
Vorgänge Wimder. Freilich nach der Uebersetzung des Verfassers
ist es „ein völlig unverständlicher Vorgang"; der angefochtene Satz
bedeutet aber nichts anderes als dass es Germanicus für einen stra-
tegischen Fehler hielt (haud imperatorium ratus), seine Truppen auf
das feindliche Ufer zu führen (dare in discrimen legiones) ohne eine
gesicherte Brücke (nisi pontibus praesidiisque impositis), die ihm im
Falle einer Schlappe den Bückweg offen halte, eine zu allen
Zeiten geltende Massregel, deren Nichtbeachtung oft genug zur
Katastrophe geführt hat und durch die weite Entfemimg von der
Basis erhöhte Bedeutung gewinnt. Dass das germanische Heer
unmittelbar am jenseitigen Ufer stand, ist eine durch nichts gerecht-
fertigte Supposition; sie ist durch die vorausgehende und die folgende
Erzählung ausgeschlossen. Ebensowenig ist unter anderem die Polemik
gegen Tacitus p. 56 gerechtfertigt Die Schilderung der germanischen
Bewaffnimg in Germ. 6 u. die in Ann. II, 14 können und sollen nicht
übereinstimmen; jene ist objektiv, diese durch den zu den Soldaten
sprechenden Feldherm absichtlich gefärbt; überdies heisst dort lancea
nicht die Lanze, sondern wie Xoyxrj die Lanzenspitze. Auch p. 130
kämpft der Verfasser ndt selbst geschaffenen Hindernissen; nicht die
Schlachtordnung beschreibt der röm. Autor Ann. U, 16, sondern die
Marschordnung, aus welcher in die Gefechtsstellung übergegangen wird.
Mähr. Weisskirchen. Jos. Fuchs.
Georg Freiherr von Hertling^ Der Untergang der antiken
Kultur. Augustin. Mit einer Kunstbeilage in Farbendruck
und 50 Abbildungen. Mainz, Franz Kirchheim, 1902. Welt-
geschichte in Karakterbildem, herausgegeben von Franz Kampers,
Sebastian Merkle und Martin Spahn. I. Abteilung: Altertum.
Es giebt wohl nur wenige weltgeschichtliche Persönlichkeiten,
über die so viel geschrieben ist, wie über Augustin. Dennoch hat
der grosse Kirchenvater bisher noch keinen Biographen gefunden, der,
530 Kritiken.
unbeirrt durch apologetische und konfessionelle Vorurteile, mit voll-
kommener Sachkenntnis und eindringendem psychologischem Ver-
ständnis sein Leben geschildert hfttte. Wir besitzen nur ausgezeich-
nete Einzeldarstellungen — fCLr den äusseren Lebensgang den Artikel
von Loofs in Hauck-Herzogs R^alencyklopädie, für die geistige Ent-
wickelung Augustins die geistvollen Essays Boissiers und Hamacks,
fOr seine Weltanschauung die Augustinischen Studien Beuters und die
Dogmengeschichte Hamacks — aber diese Einzeldarstellungen können
eine zusammenfassende Schilderung nicht ersetzen. Hilft nun Hertlings
Buch diesem Mangel ab und bezeichnet es demgemäss einen Mark-
stein in der Entwickelung der augustinischen Litteratur? Ich muss
diese Frage verneinen und bekennen, dass es nur, verglichen mit den
bisherigen katholischen Biographien, einen Fortschritt darstellt. Mit
den anderen verglichen, erscheint es jetzt schon antiquiert, weil
Hertling die Persönlichkeit und die Anschauungen Augustins Ton
antiquiertem Standpunkte aus betrachtet, weil trotz vereinzelter An-
sätze zur Kritik apologetische Gesichtspunkte ihn inuner noch beein-
Aussen. Das zeigt sich schon deutlich in dem 1. Kapitel: Augustins
Geistesgang (!) bis zu seiner Bekehrung. Dass es das Gefühl der
Beschämung war, welches diese entscheidende Wendung im Leben
Augustins letztlich veranlasste, — Beschämung über die asketischen
Leistungen der ägyptischen Mönche — dass Augustins Christentum
dann nachher noch volle 4 Jahre lang wesentlich ein Christentum der
„Stimmung, nicht der Einsicht" war, dass er erst seit seinem Eintritt
in den geistlichen Stand (391) ganz allmählich in die kirchlichen An-
schauungen sich einlebte, das tritt bei Hertling nicht klar hervor.
Demgemäss überschätzt er auch den Einfluss christlicher Gedanken
auf Augustins persönliche Lebensführung seit 387 und stellt die un-
beweisbare Behauptung auf, der Philosophenverein von Thagaste 388
bis 391 habe sich in seiner Lebensweise durch das Vorbild der ür-
kirche bestimmen lassen. Dass er die allmähliche Christianisierung und
Verkirchlichung der Anschauungen Augustins nicht im einzelnen nach-
gewiesen hat, mag noch hingehen, aber den harten Autoritätsglauben
und die harte Kirchlichkeit des späteren Augustin hätte er doch, wie
schon Hamack betont, weit schärfer hervorheben müssen (vgL die
Behandlung des compelle intrare S. 79 ff.) Ebenso hätte man wohl
über die augustinische Prädestinationslehre eine etwas ausführlichere
und bestimmtere Aeussenmg erwarten dürfen, vgl. S. 49. Ein klares
Bild von der Geistesart und den Anschauungen des grossen Afrikaners
wird somit der Leser aus Hertlings Schrift nicht gewinnen. Weder
die Elemente, aus welchen dieselben erwachsen sind — tiefe persön-
liche Erfahrung, Piatonismus, vulgär -methodische und biblische Vor-
Kritiken. 531
Stellungen — noch die Motive, welche sein Denken bestimmen — ein
energisches intellektuelles Bedürfnis und ein ebenso energischer Auto-
ritätsglaube — wird er hier in ihrer Bedeutung recht gewürdigt
finden.
Der apologetische Standpunkt Hertiings macht sich dann natur-
gemäss auch in Einzelheiten bemerkbar. Dass Augustin bei seiner
Uebersiedelung nach Rom seine Mutter durch eine Lüge in Karthago
zurückhält, das tritt bei ihm nicht klar hervor. Von Patricius sagt
er viel weniger, als er sagen könnte, Monnica und Hieronymus beur-
teilt er viel günstiger, als sie verdienen, und die Schwenkung in der
Politik des Papstes Zosimus im pelagianischen Streite schildert er,
ohne das wahre Motiv, das kaiserliche Edikt vom April 418, zu
nennen. Ebenso verrät sich in der Darstellung des donatistischen
Streites, in der Beurteilung der Lehre Augustins von der Ejrche und
den Sakramenten deutlich, dass der Verf. Katholik ist. Umsomehr
Avird man sich wundem, dass er in der Schilderung der jugendlichen
Yerirrungen des Kirchenvaters neue Nachweise nicht beachtet, die sich
wohl hätten apologetisch verwerten lassen. Hätte er hervorgehoben, dass
Augustin schon sehr bald nach Beginn seiner karthagischen Studienzeit
ein dauerndes Liebesverhältnis einging, dass er schon im Alter von
17% Jahren Vater eines Sohnes wurde, dass er mit der Mutter
„dieses Kindes der Sünde^^ fast 15 Jahre lang ganz ehrbar zusanunen-
lebte, dass diese Verbindung ein rechtlich anerkanntes Verhältnis
war, vgl. P. Meyer, Der römische Konkubinat p. 89, dass darum
die hl. Monnica kein Bedenken trug, die Konkubine des Sohnes samt
ihrem Kinde in ihr Haus aufzunehmen, so würde er dem Leser
zweifellos ein arerechteres Urteil über den jungen Augustin ermöglicht
haben. Um so stärker hätte dann freilich die moralische Versunken-
heit des wohlbestallten Professors Augustin hervorgehoben werden
müssen, der ohne Gewissensbedenken, um eine reiche Heirat ein-
gehen zu können, die langjährige Kameradin verstiess und dann
gleich eine andere Konkubine sich suchte.
Was die Anlage des Buches betrifft, so erscheint es mir nicht
glücklich, dass Hertling gleichzeitig das Leben Augustins und den
Untergang der antiken Kultur darzustellen imtemimmt. Ganz ab-
gesehen davon, dass man von einem Untergange der antiken Kultur
nur in sehr bedingter Weise reden kann, hat diese Kombination un-
vermeidlich zur Folge, dass die Biographie auf Schritt und Tritt
durch lange Exkurse unterbrochen wird. Viel besser wäre es
meines Erachtens gewesen, dem Leser einen kurzen Ueberblick über
die Nachwirkung Augustins und seiner Anschauungen zu geben.
Dieser Ueberblick wäre freilich nicht sehr erbaulich ausgefallen;
Histor. Vierteljahraohrift. 190S. 4. 87
532 Kritiken.
denn die Geschichte des Augastinismns ist die Geschichte der all-
mählichen Verdrängung Aognstins. Aher er würde trotzdem ein
besseres Urteil aber die welthistorische Bedeutung des Mannes er-
möglicht haben, als die gelegentlichen Bemerkungen Hertlings.
Da die Schrift sicher bald eine zweite Auflage erleben wird,
so möchte ich einige Vorschläge zur Besserung nicht unterdrücken.
Ich halte 1. eine stilistische üeberarbeitung der erzählenden Par-
tieen für wünschenswert, 2. etwas mehr Konsequenz in der Schreib-
weise der Eigennamen — Hertling schreibt bald Cirta, bald Zirta,
Eclanum, aber Karthago usw. — 3. ist zu korrigieren S. 33 Eya-
grius für Evandrius, S. 87 die missverständliche Notiz von der
falschen Askese des Jovinian zu yerbessem — denn was ist
falsche Askese, und inwiefern ist Jovinian Vertreter einer solchen
— und jedenfalls noch mehr zu beschränken die Hypothese von dem
Zusammenhang des Donatismus mit national -numidischen Bestrebungen;
denn ein solcher ist bislang durchaus nicht bewiesen; 4. muss meines
Erachtens die Zahl der Abbildungen um ein Dutzend vermindert
werden. Denn was sollen in einer historischen Monographie die an
sich ja sehr schönen Bilder von Benozzo Gk>zzoli, Sandro Botticelli,
Pinturicchio? Zum Verständnis des Textes tragen sie nicht das
mindeste bei, den gebildeten Leser stören sie daher nur, den un-
gebildeten führen sie bloss irre.
Leipzig. G. Böhmer.
1. Johannes C. H. B. Steenstmp, Danmarks Sjdgraense og
Herredömmet over Holsten ved den historiske Tids Be-
gyndelse (800— 1100). Kjöbenhavn 1900. 106 S. und
2. Johannes C. H. B. Steenstrup, Venderne og de Danske för
Valdemar den Stores Tid. Kjöbenhavn 1900. 122 S.
Die beiden Abhandlungen von Steenstrup ergänzen einander.
Sie sind kritische Erörterungen vieler wichtiger und umstrittener
Fragen dänisch- deutsch -wendischer Beziehimgen und erstrecken sich
auf das ethnographische wie das politische Gebiet. Sie beginnen mit
dem Zeitpunkte, an dem für Dänemark, die Lande an der ünterelbe
und im Süden der Ostsee die historische Zeit anhebt, c. 800, und
verfolgen jene Beziehungen bis ins 12. Jh., die erstere Abhandlung bis
zu der grossen Umwälzung, die der Einzug des ersten Schauenburger
Grafen Adolf in Holstein für die Stellung dieses nach Norden vor-
geschobenen deutschen Grenzgebiets, des jahrhundertelangen Zank-
apfels zwischen Dänen, Deutschen und Wenden, herbeigeführt hat, die
zweite ein halbes Jahrhundert weiter bis zur Eroberung Rügens durch
Waldemar den Grossen von Dänemark 1169.
Kritiken. 533
Die Schrift über Dänemarks Südgrenze greift wiederholt und mit
Kecht und Erfolg bei uns herrschende Auffassungen an, die zumeist
durch die Autorität von G. Waitz ziemlich allgemeine Giltigkeit er-
langt haben. So, um nur einiges hervorzuheben, die unbegründete
Theorie von einer sogenannten Nordeider als Südgrenze Dänemarks,
die auch bereits neuerdings, z. B. jüngst von A. Sach, das Herzogtum
Schleswig, aufgegeben worden ist. Unstreitig war die heutige Eider
im Beginn des 9. Jhs. die Südgrenze des dänischen Volkstums. So
weiter die Behauptung, dass seit ältester Zeit bis zur Schlei die
deutsche Sprache geherrscht habe. Zum Beweise des Gegenteils ninmit
Steenstrup Bezug auf die Ortsnamen des Gebiets zwischen Eider und
Schlei, die überzeugend darthun, dass ursprünglich dies Land von
Dänen besiedelt gewesen ist. So besonders die vielerörterte Frage
einer dänischen Mark des deutschen Reichs zwischen Schlei und Eider
seit der karolingischen Zeit. In sorgfältiger und besonnener Abwägung
der Quellen und der umstände spricht sich St. gegen das Vorhanden-
sein einer solchen zu irgendeiner Zeit aus; für möglich hält er es
nur wie schon G. Storm während der kurzen Zeit von acht Jahren
seit dem kräftigen Dänenzuge Ottos IE. 974 bis zu der allgemeinen
Reaktion der Nachbarn gegen die deutsche Macht nach seiner Nieder-
lage bei Cotrone. Jener Zug wird allerdings gründlicher und klarer
behandelt in der jüngst erschienenen Abhandlung von K. Uhlirz, Unter-
suchungen zur Geschichte Kaiser Ottos 11., 1. Teil (Mitt. d. österr.
Instit. Ergänz.bd. 6). Dagegen gelangt St. über Heinrichs I. Dänen-
zug und seine Erfolge 934 zu einer von der herkömmlichen durchaus
abweichenden Auffassung. Denn der von Widukind genannt« Dänen-
könig Chnuba kann nach St. nicht identisch sein mit dem grossen
dänischen Könige Gorm, sondern ist ein Teilfürst, dessen Gebiet an
der schleswiger Grenze lag.
In dem Streit um die Lage des ältesten Hedeby teilt er die
Ansicht der überwiegenden Mehrheit der Forscher, dass dieser im
Beginne der historischen Zeit des Ostseegebiets wichtigste Umschlags-
platz zwischen diesem und dem Westen auf der Stelle der heutigen
Stadt Schleswig zu suchen sei. An der Richtigkeit dieser Auffassung
wird es nichts ändern, dass jüngst wieder die Ansicht, dass der
Ringwall der sogen. Oldenburg die Stätte des ältesten Schleswig be-
zeichne, vertreten worden ist. Denn die Ausgrabungen, welche hierfür
beweisend sein sollen und sofort zu den kühnsten Folgerungen ver-
wertet worden sind (vgl. J. Mestorf i. d. Mitt. des anthropol. Vereins
in Schleswig-Holstein, Heft 14, S. 22ff.), sind viel zu spärlich, um
die Gründe der Gegner entkräften zu können.
Es ist eine beachtenswerte Thatsache, dass die Beziehungen
87*
534 Eritiken.
zwischen den Dänen und Wenden viel engere waren als zwischen
diesen und den Sachsen. Den Dftnen standen sie und überhaupt die
Slawen je nachdem bald als Freonde, bald als Feinde gegenflber.
Häufig sehen wir dänische Herrscher ihre Frauen, wie Steenstmp in
seiner zweiten Schrift an einer Reihe Yon Beispielen zeigt, unter den
Slawen wählen, und seine AusfQhrungen das. 8. 38 f. über den be-
liebten Skaldenausdruck „WendentOter^ zeigen den engen Zusammen-
hang beider Völker nach der kriegerischen Seite. Dagegen ist zwischen
den Deutschen und den Slawen der nationale Hass unablässig von
unerhörter Schärfe gewesen. Ehe Dänen und Deutsche friedlich und
kriegerisch im Streit um die wendische Erbschaft seit dem 12. Jh.
zusammentrafen, hatten die Dänen schon Jahrhunderte lang Versuche
gemacht, sich an der SüdktLste der Ostsee heimisch zu machen, so in
der Ausdehnung ihrer Herrschaft über die Wenden südöstlich der
Eider, so in der Begründung yon Kriegerkolonien in Beric beim heu-
tigen Wismar, in der Jomsburg beim heutigen Wollin, im Samlande,
so später mit der Eroberung von Bügen und noch später auch
Estland. Wenn Dänemark an keinem dieser Punkte mehr als bald
vorübergehende Erfolge zu erringen vermocht hat, so liegt dies zu-
nächst begründet in der Schwäche seiner Volkszahl, sodann aber auch
in einer fiir ein germanisches Volk ungewöhnlich geringen kolonisa-
torischen Begabung. Die berühmteste von den genannten Eroberungen
der Dänen war die Jomsburg, die ein Jahrhundert lang der Stütz-
punkt der dänischen Herrschaft auf der Ostsee und ein wichtiges
Zwischenglied für die Verbindung zwischen den Dänen und Wenden
war. Ihrer Gründung und ihren Schicksalen widmet daher Steenstmp
in seiner zweiten Arbeit die grösste Aufinerksamkeit. Lage und An-
lage Julius und der Jomsburg haben kürzlich durch Stubenrauchs
Untersuchungen (Baltische Studien N. F. H.) erwünschte Klärung \md
Sicherstellung erfahren. Steenstmp schliesst sich seinen Ergebnissen
an, er stellt die Gesetze der Jomsburger Kriegergesellschaft zusammen,
deren erste Festsetzung in der Jomsburg in der zweiten Hälfte des
10. Jhs. erfolgte.
Steenstmp sucht wahrscheinlich zu machen, dass die im 12. Jh.
so unerträgliche wendische Seeräuberei, deren erste Spuren sich um
die Mitte des 10. Jhs. erkennen lassen, ihre Anregung geschöpft habe
aus den dänischen Vikingerfahrten an die Ostseeküsten, dass diese
überhaupt den Wenden den Anstoss gegeben hätten, sich aufs Meer
hinauszubegeben. Das ist zunächst möglich; aber das üeberhand-
nehmen des wendischen Seeraubes im 12. Jh. ist doch wohl nicht als
eine Folge jener Züge und sodann der Bürgerkriege aufzufassen, die
seit Ermordung Knut Lawards 1131 ein Menschenalter lang Däne-
Kritiken. 535
mark zerrütteten. Hier scheint mir vielmehr den wahren Grund die
Klage des Abodriten Pribislaw (1156, Helmolt I c. 83) anzugeben,
dass seit langem die drückenden Tribute der sächsischen Fürsten
die westlichen Slawen von Wagrien bis Ponmiem zur Verzweiflung
gebracht hätten und die Unmöglichkeit, länger so weiter zu leben,
sie aufs Meer und dem Seeraub in die Arme getrieben habe.
Dass die Wenden vor dem 12. Jh. Seehandel getrieben, davon
haben wir keine Spuren. Doch sehen wir, dass der Seeverkehr der
wendischen Häfen in Händen der Dänen und anderer Nordleute lag.
Auch zum Handel überhaupt war das Verhältnis der Wenden, wie
Steenstrup im Anschluss an die Meinung Sommerfelds (Germanisierung
Pommerns) und anderer bemerkt, recht passiv. Sie waren und blieben
im wesentlichen nur Zwischenhändler. Die offenbar starken Fremden-
kolonien wie z. B. sächsischer und dänischer Händler in Julin, dem
Haupthandelsplatz des Wendenlands während des 11. Jhs. erläutern
die Stellung des wendischen Handelsstands, und die Heranziehung der
von M. Pappenheim in Goldschmidts Zeitschr. für Handelsrecht 29,
S. 443 ff. erörterten Nachricht über einen reichen Dänen, der ins
Wendenland reist und durch dort ansässige Makler und Kommissio-
näre, die zugleich als Dolmetscher dienen und eine besondere Berufs-
gruppe bilden, Kleinodien aufkaufen lässt, hätte ein weiteres in-
teressantes Streiflicht auf jene Zustände fallen lassen.
Kiel. Daenell.
Chronique Art^ienne (1295—1304) nouvelle edition, et Chroniqne
Toumaisienne (1296—1314), publice par Frantz Funck-
Brentano (Colledion de Textes pour servir ä Vetude et d
Venseignement de Vhistoire\ Paris, Picard, 1899.
Funck- Brentano war ohne Zweifel der richtige Mann, um die
neue Ausgabe dieser Chronik vom Streite der Flamländer gegen
Frankreich im Anfang des 14. Jahrhimderts zu besorgen; denn nie-
mand kennt besser die Geschichte von Flanderns Befreiimg, als der
Schreiber des vortrefflichen Buches „Philippe le Bei en Flandre".
Schon früher hat der nämliche Gelehi-te in der Colledion de
Textes eine gute Ausgabe der Aimäles Gandenses (1297 — 1310) eines
Gentner Franziskaners veröffentlicht, er macht sogar von dieser neuen
Publikation Gebrauch, um einige, ihm von verschiedenen Gelehrten
angedeuteten Textverbesserungen hinzuzufügen (S. XX — XXIV). In
seinem bekannten Memoire sur la hatmlle de Courtrai et les Chronigues
qui en ont traitS (Mem, Acad, Inscriptians^ Savants Tangers,
le s., t. X^. 243 — 257), hat F. B. bewiesen, dass die unter dem
Namen bekannte Chronique anonyme de la guerre entre Ghii de
536 Kritiken.
Dampierre et Philippe le Bei von einem Bewohner der Stadt Atrecht
yerfasst war, und der Schriftsteller zweifellos in Beziehung stand mit
Jehan de Lens, dem Verteidiger der Borg zu Courtrai. Dieser
Meinung wurde von allen Referenten beigepflichtet, daher jetzt auch
der Titel Chronique Artesienne. Der Herausgeber zeigt in seiner
inhaltreichen Einleitung wie zahlreich die Fehler in J. J, De Smets
unzulänglicher Ausgabe (1865) waren, giebt eine Beschreibung von
der einzigen, leider nachlässig gearbeiteten und unvollständigen
Hs. zu Brüssel, und behauptet, dass der Atrechtsche Schriftsteller
Ende 1304 schrieb. Was wir vor allen Dingen bei dem Schreiber
der Chrofiique Artesienne bewundem müssen, ist seine chronologische
Genauigkeit. F. B. betont hierbei, dies sei nicht mehr die Arbeit
eines einfachen Chronikschreibei'^ , da er als Anhänger des franzö-
sischen Königs seine Geschichte mit der Sammlung von einigen un-
widerlegbaren, die Oberlehnsherrlichkeit des Königs über die Graf-
schaft Flandern beweisenden Urkunden anfängt Er lenkt die Auf-
merksamkeit auf den litterarischen Wert der Chronik und führt als
Beispiel das malerische und sehr genaue Bildnis an, das der Atrecht-
sche Anonymus von dem berühmten Volksführer Peter De Coninc zu
Brügge zeichnet. Um den Text zu erläutern, hat der Heraus-
geber in sehr ausgedehnten Anmerkungen einige kurze Fragmente
einer ungedruckten, um die Mitte des 15. Jahrhunderts geschriebenen
Chronique Tournaisienne ' beigefügt, so wie auch eine Uebersetzung
zahlreicher Bruchstücke aus dem IV. Buch von X. ran Vdthems
Spiegel Historiadl.
Eine ausgezeichnete Karte Flanderns im 13. Jahrhundert nebst
einem guten Namenregister vollendet diese Ausgabe. Allerdings
überschätzt F. B. den Quellen wert der Chronique Artesienne^ so
drückt er in seiner Vorrede (S. XVII) wiederholt seine üeberzengung
aus, dass man künftighin einstimmig die Genauigkeit des Berichtes von
der Schlacht bei Courtrai anerkennen werde, was er nochmals weiter
in einer ausgedehnten Note (S. 46 — 47) darlegt. Aber ausser der
Thatsache, dass der Atrechtsche Schriftsteller behauptet, die Flam-
länder hätten Gruben und Gräben auf dem Schlachtfelde gegraben,
erzählt er nichts vom Kampfe, weder die Schlachtordnung der beiden
Heere, noch die verschiedenen Angriffe, noch selbst den misslungenen
Ausfall von Jehan de Lens — mit dem er jedoch so gut bekannt
war — aus dem Schlosse zu Courtrai 1 (S. 48). Diese Behauptung
des Herausgebers ist durchaus unbegründet. Prof. H. Pirenne aus
Gent hat klar nachgewiesen, dass die Chronique Artesienne noch
in erster Linie der Gruppe der gleichzeitigen Quellen zugehört,
welche der fabelhaften Version Fran^aise de la BataiUe de Courtrai
Kritiken. 537
folgen {Bullet. Comm. roy, d'Hisfoire de Belgique, 4<f s., t XVn
und 5« s., f. n). Zum Schluss zwei kleine Berichtigungen: S. IX
der Einleitung ist „30 aoüt 1304" und nicht „30 avril" zu lesen;
S. 49, in der Totenliste von Courtrai hat man zwischen „Guys de
Neele, mareschiaus" und „Mesires de Fiennes", einzuschieben „Mesires
Renaus de Trie, mareschiaus".
Ostende. Dr. V. Fris.
Die Stadtrechte der Grafschaft Mark. Heft l: Lippstadt,
bearbeitet von Dr. A. Overmann, Stadtarchivar in Erfurt. Ver-
öffentlichungen der Historischen Kommission für Westfalen. Rechts-
quellen. Westfälische Stadtrechte. Abteilung I. Mit Unterstützung
der Stadt Lippstadt. Münster i. W. 1901, Kommission der Aschen-
dorffschen Buchhandlung. 8^ VI + 111* -f 150 S.
Im vorliegenden Werk begrüssen wir das erste Heft einer neuen
Serie von Veröffentlichungen, welche die rührige Historische Kom-
mission für Westfalen in Angriff genommen hat. Die Bechtsquellen
und zwar zunächst die Stadtrechtsquellen sollen erschlossen werden.
Man wird diesen neuen Schritt nur freudig begrüssen können. Mag
auch für die Rechtsgeschichte der westfälischen Bischofs- und Stifts-
städte, sowie vor allem für die Erforschung des Soester Rechts in
neuerer Zeit manches gethan worden sein, so ist es doch um unsere
Kenntnis der kleineren westfälischen Städte ziemlich schlecht bestellt,
und gerade um die Quellen der Stadt, mit der man hier den Anfang
gemacht hat, um Lippstadt, hat sich, wenn wir von dem ältesten
Stadtrecht absehen, die Forschung kaum gekümmert Dass jetzt ihre
Rechtsquellen erschlossen werden, ist äusserst dankenswert Hat sie
auch nie eine wirklich führende Rolle gespielt, so ist doch die stat
tor Lippe in mehr als einem Sinne vorbildlich für die Städte der
Grafschaft Mark geworden; sie hat ihnen als Mutterstadt das Soester
Recht vermittelt, und von ihr haben wohl auch die Grafen von der
Mark die so ausserordentlich regelmässige Stadtanlage entlehnt, die
in ihren Städten wiederkehrt und die in allem Wesentlichen völlig
mit dem Normalschema der deutschen Kolonisationsstädte überein-
stimmt. Allerdings hat die Gründung Bernhards von der Lippe nicht
das gehalten, was die ersten Anfänge versprachen; ihre Selbständig-
keit ist immer eine geringe gewesen und 1535 fast vöUig verloren
gegangen, vor allem aber hat die Eifersucht der beiden Gewalten,
die sich von 1445 bis 1850 in die Stadtherrschaft teilten, der Herren
(später Grafen) zur Lippe und der Grafen von der Mark (später
Brandenburg-Preussen) ein Aufblühen der Stadt nicht zugelassen.
Aber wer einen Blick in das Leben einer deutschen Kleinstadt thun
538 Kritiken.
will, wird gerade aus den LippstAdter Quellen reiche Belehrung
schöpfen und vieles, was typische Bedeutung hat, finden.
Die Auswahl der Quellen ist yerst&ndig. Mit gutem Geschick
hat der Verf. das Wichtigste im Wortlaut, and^^s hloss im Regest
gebracht. Dass er auch die Neuzeit bis in die Anfänge des 18. Jahr-
hunderts hineingezogen hat, kann nur gebilligt werden; wenn auch
umfangreichere Ürkundenbücher für die nachmittelalterliche Zeit aus-
geschlossen sind, so ist die Veröffentlichung der Rechtsquellen im
engeren Sinn auch für diese Zeit geboten. Wer den Stand unserer
rechtsgeschichtlichen Forschimg kennt, weiss, wie sehr gerade für das
16. und 17. Jahrhundert die stadtverfassungsgeschichtliche Forschung
im Rückstande geblieben ist, und der künftige Geschichtsschreiber der
Rezeption wird gerade für solche Veröffentlichungen besonders dankbar
sein. Im ganzen fallt auch der Löwenanteil der Veröffentlichung auf
die Neuzeit. Das mittelalterliche Material besteht aus einigen 30
landesherrlichen Privilegien, die zum Teil einfach Wiederholungen
älterer Urkunden sind, und von denen von hervorragender Wichtigkeit
allein das bekannte Stadtrecht von 1200 ist, dem ein besonderer Exkurs
gewidmet wird und das uns hier zum ersten Male in trefflichem
Faksimile erscheint. Von den sonstigen mittelalterlichen Quellen verdient
nur noch ein Stadtrecht aus dem Anfang des 14. Jahrhunderts Erwähnung.
Dagegen bringt schon das 16. Jahrhimdert recht reiches Material
Ganz ausgezeichnet ist die vorausgeschickte historische Einleitung
Overmanns, die auf mehr als 100 Seiten die Verfassungs- und Ver-
waltungsgeschichte der Stadt behandelt. Durchweg tritt eine völlige
Kenntnis des gesamten archivalischen Materiales zu Tage, zahlreiche
archivalische Quellennotizen, die zur Aufnahme in die Edition selbst
nicht geeignet waren, sind hier zur Verarbeitung gelangt, dabei kann
man überall gutes historisches Verständnis beobachten. Die am Schluss
des Buches hinzugefügten Rats- und Beamtenlisten, sowie die Merian-
sche Vogelschauansicht und eine Skizze der Feldmark von 1572 ver-
vollständigen in erwünschter Weise die Darstellung. Gegen mandies,
was Verf. behauptet, habe ich allerdings Bedenken; so, wenn er S. 21*
Anm. 5 Soest für eine Gemeinde hält, in welcher der Stadtherr nicht
zugleich Grundherr der Stadt gewesen ist. Aber derartige mehr
nebensächliche Fragen hindern nicht, dankbar die tüchtige Leistung
als solche anzuerkennen.
Die in den Quellen zum Teil vorkommenden schwierigeren
deutschen Worte hat Jostes in einem besonderen Glossar erklftrt.
Im ganzen kann man der verdienten Kommission zu dem Werke nur
Glück wünschen; möge die Fortsetzung dem guten Anfange entsprechen.
Tübingen. Siegfried Rietschel.
Kritiken. 539
Felix Bachfahl, Deutschland, König Friedrich Wilhelm IV.
und die Berliner Märzrevolution. Halle, Niemeyer. IV,
319 S. Preis 7 Mark.
Die Berliner Märzrevolution stellt nicht ein historisches Einzel-
problem dar, sondern indem sie wie die meisten Revolutionen die
Auseinandersetzimg der am tiefsten in Staat und Wirtschaft und
Geistesleben wurzelnden Kräfte in sich schliesst, bildet sie den Schnitt-
punkt einer ganzen Anzahl von schwierigen Problemen unserer neueren
Geschichte. Zwar vergeht kein Jahr, ohne dass ihre Hergänge nicht
öffentlich durchgesprochen würden, sei es aus aktuell politischen Be-
weggründen, sei es infolge der Erschliessimg und Erörterung neuer
oder anscheinend neuer Quellen, sei es dass die historische Wissen-
schaft an diesem Beispiel ihre vornehmste Aufgabe , die kritische
Förderung eines Problems, in Angriff nimmt. Aber immer noch gehen
die UrteUe nach den verschiedensten Richtungen weit und unsicher
auseinander: wenn schon das iminteressierte Erkenntnisstreben des
Historikers zu den abweichendsten Ergebnissen gelangt, so pflegt die
öffentliche Meinimg weiter Kreise ihre Ratlosigkeit durch blinde
Unterwerfung unter eine der herkömmlich zurechtgemachten Partei-
auffassungen zu verdecken. Verständlich erscheint es noch, dass die
politischen Ziele der leitenden Männer, die damals im Staate mit-
einander kämpfenden Tendenzen sehr verschieden beurteilt werden,
auffalliger schon, dass auch die Ermittlung der Einzelvorgänge und
ihrer kausalen Verknüpfung bisher vielfach ohne gesicherten Erfolg
geblieben ist; denn auch die Ueberlieferung der äusseren Hergänge
stützt sich nicht auf Aussagen uninteressierter und verhältnismässig
objektiv denkender Leute — auch dabei würden manche Widersprüche
herauskonmien — , sondern ist vielmehr von den entgegengesetzten
Auffassungen der Parteien abhängig, so dass sie auch in belanglosen
Einzelzügen bewusster und unbewusster Färbung unterliegt. Zur rich-
tigen Bewertung der Quellen gehört somit eine umsichtige Schätzung der
gesamten politischen Triebkräfte der Männer, denen wir sie verdanken.
Daher muss die wissenschaftliche Untersuchung das Problem
einerseits im weitesten Zusammenhange angreifen: im Zusammenhange
der europäischen Politik und der Entwicklung der deutschen Frage,
im Zusammenhange der Wandlimgen in der politischen und sozialen
Struktur des preussischen Staates und den ihn beherrschenden
geistigen Lebensmächten, und schliesslich im Zusammenhange der
Persönlichkeit des Königs. Und anderseits muss die exakteste Detail-
kritik die Hergänge Schritt für Schritt nachprüfen. . Es ist ja eine
Sage, dass die virtuose Ausbildung solcher Einzelforschung und damit
der Gewinn haltbarer Ergebnisse eine Specialität der mittelalterlichen
540 Kritiken.
Studien seien; jene ist för die neuere Zeit sogar noch notwendiger,
weil die Bewertung der unendlich vielfältigeren Quellen von einer oft
unübersehbaren Kreuzung individueller Momente abhängt und somit
das kompliziertere Zeugen verhör nur noch grössere Umsicht erfordert
Dafür wird es häufig auch zu genaueren Resultaten führen. Zwar ver-
mögen gerade bei der Beschäftigung mit den uns zonftchst liegenden
Zeiten gewisse aus der politischen üeberzeugung fliessende Impondera-
bilien das objektive Erkenntnisvermögen des Historikers leicht zu be-
einträchtigen, aber je tiefer wir ins Einzelne gehen und jedes Steinchen
an der gehörigen Stelle einordnen, desto mehr vertieft sich dem Ar-
beitenden die Gesamtanschauung und enthüllt sich der innerste Kern
der Dinge, desto mehr befreit er sich von der natürlichen Befangen-
heit, die wir als warmherzige Söhne unseres Vaterlandes gegenüber
den grossen Krisen unserer Geschichte nicht verleugnen können«
Mit diesem Verfahren, zugleich weit ausholend und mit pein-
lichster Detailforschung, hat Felix Rachfahl unternommen, ^die Ge-
schichte der Berliner Märzrevolution vornehmlich vom quellenkritischen
Standpunkt zu untersuchen sowie zum Verständnis der ganzen Ent-
wicklung beizutragen, in der sie sich als ein Moment von ganz be-
sonderer Wichtigkeit imsem Augen darbietet.** Sagen wir es gleich,
dass wir in dem Buche die erheblichste wissenschaftliche Förderang
der Frage erblicken, die in der Geschichtschreibnng des halben Jahr-
hunderts nach jenen Ereignissen erfolgt ist, sowohl was die Fest-
stellung der Einzelvorgänge als die Gesamtauffassruig angeht; ge-
wissenhaft ist hier voraussetzungslose Forschung geübt worden, die
nicht beweisen will, sondern findet und dem Leser das Grefnndene
so vorlegt, dass er den ganzen umständlichen Gang der Unter-
suchung noch einmal mitmachen kann. Dass freilich auch der dir-
lichste objektive Erkenntnisdrang noch keine wirkliche Objektivität
verbürgt, braucht nicht betont zu werden. So wird in B.s Dar-
stellung auch für den grundsätzlich Zustinmienden inuner ein irratio-
naler Rest übrig bleiben, hier und da eine anders formulierte Lösung
annehmbarer oder eine bereits entschiedene Sache noch immer kontro-
vers, oder auch die neue Auffassung allzu energisch herausgearbeitet
erscheinen: trotz des grossen Fortschritts, den wir dem Buche ver-
danken, werden die Auseinandersetzungen nicht aufhören, sondern nun
erst, wie wir bereits erleben, in noch stärkere Bewegung konunen.
R. hat in den meisten Einzelfragen das wirkliche Verdienst, zum
ersten Male die Aussagen des Quellenmaterials in seiner gesamten
Breite gesichtet und gegen einander abgewogen zu haben, überall
mit eindringendem Scharfsinn und besonnener Klarheit; aber gerade
aus diesem kontradiktorischen Verfahren der Untersuchung ergiebt
Kritiken. 541
sich ihm die Neigung, durch das Kreuzverhör auf alle Fälle zu be-
stimmt umschriebenen Feststellungen zu gelangen. Seine Stärke ist
eine ausserordentliche Kraft des auf den Grund gehenden Denkens,
die saubere begrifiPliche Scheidung, die Ermittlung des thatsächlich
Nachweisbaren und Greifbaren, die Immunität gegen Redensarten, die
das historische Problem verdunkeln: das psychologisch intuitive Ab-
wägen verschiedener Motivenreihen in einer lebendig erfassten Per-
sönlichkeit muss bei solcher Arbeitsart zunächst zurücktreten. Hier
wird die spätere Forschung einsetzen wollen und müssen, aber sie wird,
auch wo sie in Einzelheiten zu andern Resultaten kommen sollte, auf
den Schultern B.s stehen. Meinerseits glaube ich die früher von mir
vorgetragenen Anschauungen (Forschungen z. brandenb. - preuss. Ge-
schichte 13, 123 — 152) an einigen Stellen zu gunsten der mit ver-
tiefter Quellenkenntnis erarbeiteten Auffassung B.s modifizieren, an
anderen dagegen festhalten zu sollen; begreiflicherweise nehmen im
Folgenden solche hier nur aphoristisch begründeten Abweichungen einen
breiteren Baum ein, als das, was über die üebereinstimmung in allem
Wesentlichen und über die vielfach gewonnene Belehrung zu sagen
sein würde.
Indem ich mich zur grundsätzlichen üebereinstimmung mit der
Arbeitsweise und den Besultaten B.s bekenne, möge mir eine Be-
merkung über die Einwände gestattet sein, die soeben gegen diese
gemeinsame Anschauung erhoben worden sind. Fr. Meinecke hat sich
in einer Besprechung des B.schen Buches (Hist. Ztschr. Bd. 89, 19 ff.)
gegen die Bichtung einer von ihm konstruierten „Schule^^ gewandt,
ohne deutlich anzugeben, worin die Besonderheit dieser Schule be-
stehe und worin er von ihr abweiche. Denn M. zollt ihren leitenden
Gedanken so viel theoretische Anerkennung, dass man nicht annehmen
kann, dass die vermeintliche Schule sich nur dadurch charakterisiere,
dass sie das Prinzip Bankescher Geschichtsauffassung „einseitig über-
treibe"; oder dass sie verbohrtei*weise statt dem in der Vollkraft
stehenden Meister zu folgen, sich an den alternden Bänke anschliesse,
der auch „einen ähnlichen Entwicklungsgang durchgemacht und mit
den Jahren die individuellen Faktoren mehr habe verblassen lassen^^;
es handelt sich in dieser letztem Divergenz ja nicht um eine Wand-
lung in Bankes Grundanschauungen, sondern nur um eine im Alter
häufig bemerkbare Wandlung in den Mitteln seiner Ausdrucks weise.
Der wahre Grund der von M. zutreffend empfundenen Trennung liegt
ganz wo anders, und es ist auffällig, dass einem so feinsinnigen
Beobachter das ganz undeutlich geblieben ist. Der Unterschied ist
weniger prinzipieller als vielmehr gradueller Natur. Die „Schule" macht
nur mit der Bankeschen Auffassung von dem Verhältnis zwischen der
542 Kritiken.
historischen Persönlichkeit und den politischen Lebensbedingungen, in die
sie hineingestellt ist, auch bei deigenigen Stoffen Ernst, die unsezn
nationalen und politischen Ueberzeogungen n&her liegen, seitlich näh«',
ich möchte auch sagen, was man gerade aus den Ausföhrongen ILs
wieder herausfühlt, gemütlich nfther; wir suchen den Fortschritt xnr
unbefangenen Erkenntnis auszudehnen auf Probleme, denen Boanche
unsrer fuhrenden Historiker selber noch als handelnde Politiker mit
ausgeprägter Parteidoktrin gegenüberstanden und nicht als Sucher
möglichst objektiver Erkenntnis. So kommt es, dass es sich in diesen
Differenzen meistens um Fragen der neuem preussischen Geschichte,
der Neubildung des Reiches, um alles das, was unserm politischen
Empfinden am teuersten ist, handelt Der Fortschritt der neueren
Geschichtswissenschaft wird sich auch ohne „Schule^^ immer in dieser
Richtung vollziehen und so sehr auch die Epigonen der im engem
Sinne „politischen^^ Historiker die Kunst der lebendigsten Einfühlung
in die Persönlichkeiten mit verfeinerter Technik fortbilden, sie werden
jenem Drange zu befreiender Erkenntnis immer wieder b^egnen.
Und gerade bei solchen Stoffen wird sich die Loslösiing von der
Legende nicht in erster Linie durch das psychologische Eindringen in
die menschlichen Eigenschaften der Persönlichkeit, sondern durch die
Erkenntnis der Grundrichtung ihres politischen WoUens und dessen
realer Voraussetzungen vollziehen; sehr hübsch wird das bei den
neueren durch 0. Meinardus in derselben Richtung geforderten
Kontroversen über Adam von Schwarzenberg und den Grossen Kui^
forsten deutlich.^ Das Bild einer Persönlichkeit ist ja viel zu hSufig
durch die traditionellen Züge mit bestimmt, die die mitlebende Crene-
ration in Liebe und Hass, jedenfalls in der Einseitigkeit einer vor-
gefassten Gesamtansicht zu bemerken gewohnt war. Meineckes An-
sicht von der Individualität Friedrich Wilhelms, mit der er einen
überlegenen Massstab der Beurteilung gewonnen zu haben meint, ist
^ Protokolle und Relationen des Brandenburgischen Geheimen Ratef
aus der Zeit des Kurfürsten Friedrich Wilhelm 2, S. XVI: „Die G^chichts-
forschung hat bisher bei der Beurteilung Schwarzenbergs das persönliche
Element zu sehr in den Vordergrund geschoben. Man suchte seine Schroff-
heiten und Bücksichtslosigkeiten aus seiner Charakteranlage zu erkl&ren . . .
seine Kämpfe gegen den Staatsrat sind aus dieser Herrschsucht entsprungen,
die er je nach umständen, nach Laune oder Gunst mehr oder weniger
stark geltend zu machen wusste. Je mehr ich mich nun bei meinen wei-
teren Forschungen S. näherte, um so mehr war ich geneigt, meine Ansicht
zu ändern, ich suchte nach tiefem Gründen für das äussere Auftreten dieses
Staatsmannes und bemühte mich seiner inneren Ueberzeugung, seinen po-
litischen Grundsätzen nachzugehen/*
Kritiken. 543
ja selber von den Niederschlägen der Parteiansicht, z. B. Treitschkes,
überall durchsetzt. Wenn er z. B. (S. 29) bestimmt erklärt: „Es ist
nie des Königs Art gewesen, die Sprache zu gebrauchen, um seine
Gedanken zu verbergen", so bin ich bereit, aus dem nächsten Umgang
des Königs ein Dutzend Zeugnisse vorzulegen, die über den Kern
seiner enthusiastisch-liebenswürdigen Art ganz anders urteilen.
Im ersten Hauptteil „Deutschland und Friedrich Wilhelm IV. bis
zum 18. März 1848" (S. 9—118) führt Rachfahl die Entwicklung
der historischen Voraussetzungen für die preussische Politik in den
Märztagen vor. Das mit einer gewissen ausschliesslichen Tendenz
auf dieses Ziel gerichtete, aber sehr durchsichtig geschriebene erste
Kapitel erläutert die verschiedene Haltung der beiden deutschen Gross-
mächte unter dem Einfluss der vorwaltenden neuen Strömungen, der
nationalen Bewegung imd der Verfassungsbewegung; R. erachtet es
anscheinend als ausserhalb seiner besonderen Aufgabe liegend, auszu-
führen, dass dazu noch, in lebendiger Wechselwirkung mit jenen Ten-
denzen, die wirtschaftlich-soziale Verschiebung in der Zusanunensetzung
des preussischen Volkes konmit, zumal innerhalb der neuerworbenen
Provinzen; wie denn überhaupt, von der hohen Perspektive jenes
Gegensatzes, das Preussen von 1815 bis 1848 zu sehr als ein Staats-
gebilde von einheitlichem Charakter erscheint statt eines erst all-
mählich zusammenwachsenden Konglomerates, dessen neue und fremd-
artige Bestandteile vor allem beitrugen, den Staat aus den alten
Geleisen seiner Politik zu drängen. Es kommt R. darauf an zu
zeigen, wie Oesterreich durch Nachgiebigkeit gegen die eine oder
andere jener Tendenzen nur zu verlieren hatte, während in der
Struktur und den Lebensbedingungen Preussens von vornherein die
Möglichkeit gegeben war, im Bunde mit ihnen obenauf zu konmien:
einerseits die nationale Bewegung so zu leiten, dass Oesterreich aus-
schied und der preussischen Hegemonie Platz machte, anderseits der
Verfassungsbewegung soweit Raum zu geben, dass man die Unter-
stützung der konstitutionellen Elemente gewann und doch nicht mit
einem reinen Parlamentarismus das Fundament preussischer Grösse
untergrub. Preussen musste also die Anpassung an die neuen Ten-
denzen so vollziehen, dass „der Staat dabei bestehen" konnte, umso
mehr als gerade das Unzureichende seiner europäischen Machtstelliing
auch den» staatlichen Ehrgeiz auf dieselbe Bahn trieb. Von hier aus
bestimmt R. seine Auffassung des Königs: „Friedrich Wilhelm IV. ist
der erste deutsche Herrscher, der den deutschen Bundesstaat unter
Ausschluss Oesterreichs und unter Preussens Führung auf verfassungs-
mässiger Basis ins Leben zu rufen getrachtet hat" (S. 15); „er ist
im Laufe der Ereignisse zur Erkenntnis dieser Aufgabe allmfihlich
544 Kritiken.
mehr und mehr vorgedrongen , er hat sie schliesslich zu lösen ge-
trachtet" (S. 26).
Immer stärker mischt sich dieser Gedanke in die ganz anders
gestaltete Ideenwelt des Königs und ringt mit ihr, aber immer mehr
gewinnt er an Boden; auch in der neuerdings yon Meinecke beige-
brachten Aeusserung Friedrich Wilhelms za Lord Aberdeen von 1845
liegt das Schwergewicht nicht in der voraufgeschickten innigen Be-
teuerung der Gemeinschaft mit Oesterreich, sondern in der Klage über
Oesterreichs Saumseligkeit und dem Entschluss, „falls Oesterreich nicht
bald die Sache angreife, selbst die Initiative zn ergreifen/^ Der erste
entscheidende Schritt des Königs geschieht dann durch die Genehmigung
der Denkschrift des Generals von Radowitz vom 20. Novbr. 1847
und seine Sendung nach Wien. Es bedürfte vielleicht einer besonderen
Untersuchung, auf welche Weise sich im Laufe des Jahres 1847
diese Tendenzen gewisser Kreise in der Staatsleitimg Preossens be-
mächtigt haben, wie die Canitz, Radowitz, Dönhoff, Bansen, vielleicht
auch schon Bodelschwingh in dieser Richtung immer mehr zusammen-
gewirkt haben; wie besonders der Ausgang des Vereinigten Landtages
die Notwendigkeit, in der deutschen Frage zu handeln, erheblich ver-
stärkt hat; hoffentlich wird die zu erwartende Erschliessung von Rado-
witzens Papieren zur weiteren Aufklärung beitragen. Radowitz hatte
den Plan einer Bundesreform mit centralistischen Einrichtungen auf
dem Gebiete des Bjiegswesens, der Rechtspflege und der Wirtschafts-
politik aufgestellt, um statt des unbefriedigenden Inhalts der Bundes-
akte ein stärkeres nationales, wirtschaftlich einheitliches und zu-
gleich sich freier bewegendes politisches Leben zu entwickein.
Gegenüber der von Sybel und Treitschke verfochtenen These, dass
durch diese Reform vorschlage die frühere wirtschaftliche Machtposition
Preussens im Zollverein preisgegeben worden wäre, sucht R. mit
doppeltem Argument eine günstigere Beurteilung zu begründen; die
deutsche Politik Preussens habe sich nicht unter partikularistischem
Festhalten an den eigenen Institutionen durchführen lassen; die un-
vermeidlichen Konzessionen seien aber auch unschädlich gewesen, weil
an einen wirtschaftspolitischen Anschluss Oesterreichs damals im Ernst
doch nicht zu denken war; somit hätte auf diesem Wege der Zoll-
verein sehr wohl aus einer völkerrechtlichen Organisation in eine
solche von staatsrechtlichem Charakter umgewandelt werden können
und zwar unter Behauptung der bisherigen wirtschaftspolitischen Vor-
machtstellung Preussens, unter Ausschluss Oesterreichs \md Durch-
führung einer politischen Bundesreform als letzter Eonsequenz der
materiellen Reformen. Dass darin, also in dem engem Bunde neben
dem weiteren, das wirkliche Endziel dieser Politik bestanden habe,
Kritiken. 545
ist eine wichtige Voraussetzung der Beurteilung R.s. Ich bin nun
allerdings der Meinung, dass R. dieses Ergebnis mit einer Schärfe
herausgearbeitet hat, die der praktischen Bedeutung der Denkschrift
nicht ganz gerecht wird; die Art jedoch, in der Meinecke S. 29
Kritik an K.s Analyse übt, giebt zu ganz andern Bedenken Anlass,
denn sie hat das Ziel, auf das Radowitz lossteuert, gänzlich aus den
Augen verloren. Radowitz hat für die Durchführung seines Programms
eine förmliche Stufenleiter von Vorschlägen bereitgestellt, wie er sagt:
„eine Stufenfolge, die kein Zwischenglied überspringt, allenthalben das
Einfachere dem Verwickelteren, das Mildere dem Schärferen vorher-
gehen lässt, aber sich dabei bewusst bleibt, dass das als not-
wendig erkannte Ziel unabänderlich gesteckt ist." Wo liegt
— das ist für die Beurteilung seiner Intention doch entscheidend — das
Schwergewicht in dieser Stufenfolge? Nicht in den vorbereitenden
Stadien, dem Versuch einer gemeinsamen Aktion mit Oesterreich
(A. B.), denn Radowitz hat das Scheitern dieses Weges bestimmt ins
Auge gefasst, in der historischen Einleitung, nach deren Gedanken-
gang auch das Programm selbst zu beurteilen ist, sich als notwendig
klar gemacht und nur mit einigen betrübten Redensarten begleitet;
ebenso wenig natürlich indem alsdann einzuschlagenden, aber von vorn-
herein aussichtslosen Wege der Proposition am Bundestage (C).
Vielmehr wird jede aufmerksame Lektüre des gedanklichen und stilisti-
schen Aufbaus der Denkschrift zu der Erkenntnis kommen, dass der
Kern in dem Abschnitt D. steckt: „Wie schmerzlich es auch sei, so
wird doch auch der Fall fest angeschauet werden müssen, dass der
Einfluss von Wien und die selbstsüchtigen Triebe einzelner Regierungen
es unmöglich machen, könnten, auf dem Bundestage irgend etwas
Gedeihliches zu erzielen. Preussen fände sich dann in der schmerz-
lichen Lage, jeder Verantwortlichkeit dafür enthoben zu sein, wenn es
das schlechthin Notwendige nunmehr ausserhalb seiner bisherigen
Alliancen und ausserhalb des formalen Bundesweges verfolgt." Dann
„giebt es nur ein Mittel, aber dies ist voUkonmien genügend: die
Verbindung mit dem besseren Geiste der Nation. Deutschland erfahre
und wisse, was der König gewollt und gethan. . . . Der König trete
vor seine Stände und lege ihnen volle Rechenschaft ab, über seine
Schritte in Wien und Frankfurt. . . . Hiermit gehe Hand in Hand die
litterarische Oeffentlichkeit im ausgedehntesten Massstabe; es ist ein
schon früher oft berührtes Thema, welche grosse Action die preussi-
sche Regierung auf diesem Wege auszuüben befähigt wäre. . . . Wenn
der Geist der Nation selbst als Bundesgenosse des Königs sich erhebt,
dann ist der Moment gekommen, um durch Specialvereine zu er-
reichen, was auf dem Bundeswege unmöglich." Hier haben wir das
546 Kritiken.
Ziel der Politik Badowitz. Es ist schon nicht mehr in der begütigenden
Schlussarabeske der Stufenfolge enthalten, dass diese SpecialTereine,
„wenn in Wien und Frankfurt ein besserer Geist emporw&chst^, ja
auch wieder in den Bund zu verschmelzen; hier haben wir nicht, wie
Meinecke meint, „den zusammenfassenden Gedanken^, sondern eine
inhaltslose Phrase, die auf das Gemüt des Königs ihren Eindniek
nicht verfehlen mochte.
Dass die Denkschrift in dieser Weise aufzufassen ist, dafür ist
Badowitz selbst der einwandfreieste Zeuge. Der Zweck seiner ganzen
Veröffentlichimg „Deutschland und Friedrich Wilhelm rV.**, an deren
Spitze er das Patent vom 18. März stellt, ist es gerade, den Nadi-
weis zu führen, dass es eine irrige Meinung sei, das Patent als
Folge der Berliner Ereignisse, als ein abgenötigtes Zugeständnis auf-
zufassen: „Die Märzwoche Berlins hat keinen Einfluss auf den Ent-
schluss des Königs zur Regeneration Deutschlands ausgeübt; sie hat
dessen Veröffentlichung kaum erheblich beschleunigt'^ Er selber führt
das Märzpatent auf die Novemberdenkschrifk zurück und lässt damit
gar keinen Zweifel, wo denn der eigentliche Sinn der letzteren za
suchen sei. Er konnte das um so eher, als die in Dingen liegende
Notwendigkeit diesen Sinn rasch genug hatte herausarbeiten helfoL
Hat man die Eigentümlichkeit der Rado witzischen Denkschrift
mit ihrer Stufenfolge praktischer Vorschläge erkannt, so wird man
sie nicht mehr mit Meinecke (und gelegentlich auch Rachfahl) flUr
unklar halten; sie ist vielmehr gedanklich ganz geschlossen, weiai
sehr wohl, was sie will, und hat sich nur für die praktische Aus-
führung in ein kompliziertes System von vorläufigen und nicht ernst za
nehmenden Anläufen eingekleidet, dass man an der Energie das
Willens, der für die letzten Eonsequenzen eingesetzt werden soll,
trotz aller starken Worte zweifeln kann. Die Vorsicht, mit der
Radowitz zu Werke geht, alle freundschaftlichen imd bundesmässigeii
Schritte vor dem Beginn der preussischen Sonderaktion zu erschi^fen,
ist nun besonders deswegen nötig gewesen, um den König für diese
Gedankenreihen zu gewinnen. Bei R. erscheinen König und Radowiti
in diesem Moment allzusehr als am selben Strang ziehend. Allerdings
geht nach der Darstellung von Radowitz die Initiative vom König
aus, er hat die Denkschrift sofort durchweg genehmigt; nnd die sich
ihm „noch an der Schwelle der Ausführung in seinen nächsten
Kreisen" entgegenstellenden Schwierigkeiten war er „entschlossen genug
diesesmal zu durchbrechen." Hält man aber manche gleichzeitige
Aeusserungen des Königs daneben, so kann man sich nicht überzeugen,
dass er die Tragweite der Pläne so völlig wie Radowitz selber er-
kannt hat, dass vor allem das Endziel in sein Bewusstsein mit der
Kritiken. 547
Schärfe eingetreten ist, die für die Aufbietung seiner ganzen Willens-
kräfte Tinerlässlich war; wie ich seine Art zu kennen glaube, wird er
bei allem preussisch-deutschen Ehrgeiz, dem hier Genüge geschah,
doch sein Herz gelegentlich wieder an den friedlichen Möglichkeiten
der Denkschrift, die auch auf die meisten politischen Historiker solchen
Eindruck machen, gesonnt haben. Es lag hier die der ganzen Stmktur
seines Geistes angenehme Möglichkeit vor, auf ein grosses ehrgeiziges
Ziel loszusteuern und dabei doch bundestreu und korrekt mit sanften
diplomatischen Mitteln zu verfahren.
Und wenn wir auch einräumen, dass Badowitz selbst sich in der
Idee zu der letzten Eonsequenz: Errichtung eines preussisch -klein-
deutschen Gesamtstaates als Mission und Lebensbedürfiais seines Staates,
durchgerungen haben mochte, so hat die Idee von seinem poli-
tischen Wollen noch nicht mit der Ausschliesslichkeit Besitz ergriffen,
die für alle grossen Dinge unerlässlich ist. Radowitz ist eben mehr
historisch-politischer Denker als praktischer Politiker, stark in der
theoretischen Einsicht in die grosse historische Notwendigkeit, ge-
legentlich sogar unbefangen genug, sich die negative Haltung Oester-
reichs in der deutschen Frage historisch verständlich zu machen:
welch' ein Gegenstück ist da Bismarck, der sich gegen die guten
Gründe seiner Gegner absichtlich verschloss, um sich nicht aus seiner
Bahn drängen zu lassen. So vollzog Radowitz von seiner Einsicht in die
Lebensfrage der österreichischen Politik nicht den notwendigen Schritt
zu der üeberzeugung, dass man um sein Programm mit Oesterreich auf
Tod und Leben kämpfen müsse, und dann den letzten Schritt zu dem
Entschluss, diesen Kampf mit den gesamten Machtmitteln des Staates
durchzuführen. Statt dessen listet er in der Ausführung seiner Pläne
mit der Idee und hat dadurch den ganz unverdienten Ruf der Zwei-
deutigkeit auf sich geladen; er verlässt sich Oesterreich gegenüber
auf diplomatische Künste und den Mittelstaaten und dem Liberalismus
gegenüber im Grunde auf dieselben Mittel, mit denen ein Jahrzehnt
später die Neue Aera in ähnlicher Ideologie auszukommen suchte,
auf die „moralischen Eroberungen". Und dieses Manko des Wollens
ist jedenfalls in dem König noch weit stärker ausgebildet als in
seinem Berater: die Persönlichkeiten beider sind zum vollen Verständ-
nis der Denkschrift ebenso wichtig wie die Analyse ihrer Gedanken.
Der Ausbruch der Revolution bietet dann Gelegenheit, unverhofft
mit diesen Dingen Ernst zu machen, „nicht nur Oesterreich zu nötigen,
das preussische Reformprojekt zu genehmigen, sondern auch sogar die
Vorherrschaft in Deutschland unter Verdrängung Oesterreichs zu ge-
winnen." Jeder Fortschritt der Revolution wird von den preussischen
Staatsmännern, vor allem von Bodelschwingh und Canitz, benutzt,
HiBtor. Vierteljahnchrifl. 1902. 4. 38
548 Kritiken.
um weit über die Richtlinien des Radowitzischen Novemberplanes
hinaus zu gelangen, bis schon gegen Mitte März die Dinge so standen,
dass die von Radowitz erzielte Konvention in Berlin längst nicht als
Errungenschaft, sondern vielmehr als lästige Fessel empfanden ward.
Dieser Nachweis ist von R. sehr scharfsinnig imd überzeugend ge-
führt worden, wenn auch vielleicht nicht jede Einzelheit der kon-
struierten Zusammenhänge, wie eine Einwendung Meineckes zeigt, bei
unserer beschränkten Aktenkenntnis sich halten lässt. So scheint mir
auch das quellenkritische Abwägen der Aussagen von Bodelschwingh
imd Gerlach über das, was den entscheidenden Anstoss zur Untei^
Zeichnung des Patentes vom 18. März gegeben habe — ob allein
die Nachrichten von der Wiener Revolution oder in Verbindung da-
mit auch das Umsichgreifen der deutschen Revolution — ohne be-
sondem Nutzen allzusehr zugespitzt zu sein; die Motivenforschung hat
häufig keine einfache Lösung zu geben und auch hier ist das Neben-
motiv nicht so sehr zurückzuschieben; es ist doch unleugbar, dass
das Vordringen der Revolution zugleich die vitalsten Interessen des
preussischen Staates, zumal in den Westprovinzen, bedrohte.
Aus dem zweiten Hauptteil: „Friedrich Wilhelm IV. und die Berliner
Märzrevolution" (S. 121 — 308) greife ich nur einzelne Fragen heraus.
Zur Erklärung der Beteiligung der Berliner Bürgerschaft an der
Revolution hatte ich auf den inneren Gegensatz zwischen dem Heer,
besonders dem Offizierkorps der Garde, und dem Bürgertum, hinge-
wiesen. Dagegen will R. darin nur ein Moment neben anderen, und
zwar nicht das entscheidende sehen; als solches habe vielmehr die
aktuelle Erbitterung über das schneidig-brutale Vorgehen der Truppen
in den Tagen vor dem Strassenkampfe gewirkt, „der im Verlaufe der
Märztumulte sich beständig steigernde Hass und Ingrimm gegen das
Militär.^^ Ich halte trotzdem meine Formulierung fest, dass eine
längst vorhandene politische Antipathie, geschärft allerdings durch
diese aktuelle Erbitterung, das ursächliche Motiv gebildet und in
jenen Vorfällen nur den äussern Anlass zur Entladung gesucht und
gefunden hat. Die politische Antipathie aber galt dem stärksten
Element der alten Staatsordnung, sie ist geradezu das Komplement
zu der Auffassung der Militärkreise, die Gerlach einmal in die
Worte kleidet, Revolutionen werfe man nieder, nicht indem man
Landtage berufe, sondern indem man Militär versammle. Sie ist auch
nicht in den Märztagen entstanden, sondeiii längst vorhanden, in den
Jahren 1840 — 1848 immer mehr gesteigert. Wer solche Stimmungen
auf beiden Seiten kennen lernen will, ündet in den Aufzeichnungen
des bei aller Klatschfreudigkeit doch in solchen Dingen sehr hell-
hörigen Vamhagen von Ense reichlichen Stoflf. So z. B. 1845 Febr.
Kritiken. 549
(über die Volksstimmung anlässlich der Konstitutionsgerüchte): „Hin-
wieder haben Gardeoffiziere sich das Wort gegeben, wenn es dazu käme,
dass Volkshaufen zerstreut werden müssten, wollten sie ohne Schonung
und recht mit Lust einhauen." Oder nach den Kölner Auftritten
vom September 1846^: „der Prinz von Preussen, eben frisch aus
Russland gekonmien, ist aber aufgebracht, dass die Behörden den
Bürgern nachgegeben, das Militär zurückgezogen haben (3, 432)";
man führte auf seinen Einspruch einen Artikel der Staatszeitung
zurück, dass das Militär und nicht die Bürger die Unruhe gestillt
hätte, dass die Einrichtung des Bürgerhandelns von oben missbilligt
worden sei und die Soldaten des Schutzes nicht bedurft hätten
(3, 435), und schliesslich: „Der Prinz von Preussen und mit ihm eine
grosse Zahl vornehmer Offiziere schäumen vor Wut über die Antwort
des Königs an die Kölner, besonders über die Stelle, wo der König
nachgebend verspricht, er werde die Militärbehörden anweisen, jedes-
mal vor Anwendung der Waffengewalt, wenn nur irgend Zeit übrig
ist, der Stadtbehörde und Bürgerschaft davon Anzeige zu geben.
Sie sehen hierin eine gefahrliche Schwäche, ein Vergeben der eigenen
Würde, eine Herabsetzung des Militärs. Es ist ein Sturm von Miss-
billigung. . . . Und die Kölner? Die sind nichts weniger als befrie-
digt, die Klagen ihrerseits heftig. Der König steht zwischen beiden
Teilen und fängt die beiderseitige Feindschaft aufl" (3, 439). Ein
wahrer Mikrokosmus der Situation vom 18. und 19. März 18481
Es ist eben nicht anders, als dass die Institution des Heeres, mit der
das preussische Königtum seinen Staat geschaffen hat, nicht allein
das ruhmvolle Werkzeug des Behauptens nach Aussen, sondern zu
jeder Zeit auch ein eminent politisches Element dieses Staates gewesen
ist: seit der Begründung der bürgerlichen Freiheit in Preussen, wie
M. Lehmann überzeugend nachgewiesen hat, besteht ein gewisser
Gegensatz gegen den Militarismus und bis heute liegt in der kom-
promissmässig sich vollziehenden Auseinandersetzung zwischen dem
konstitutionellen Staat und den militärischen Einrichtungen eine der
fundamentalsten politischen Machtiragen der Gegenwart.
Und dieses Gegensatzes war sich auf der einen Seite der Prinz
von Preussen, damals ein einseitiger und starrer Vertreter der mili-
tärischen Gewalt und ihrer Stellung im Staate, wohl bewusst; noch
mehr sein Bruder Karl (vgl. Vamhagen 4, 28 zum 15/2. 1847 „Der
Prinz Karl hat mit Unwillen gesagt, am Tage der gegebenen Ver-
fassung sei Preussen aus der Reihe der grossen Mächte herabgestiegen;
^ Vgl. über die Kölner Vorgänge ganz neuerdings das jedenfalls nicht
Toreingenommene Urteil von Ludolf Camphausen, bei Anna Casparj,
L. Camphansens Leben 112 f.
88*
550 Kritiken.
er und Andre sehen durch die Reichsstände hauptsächlich das Militär
hedroht^^). Auf der anderen Seite aher stand unter den liberalen
Forderungen im März 1848 üherall die Umgestaltung des Militär-
wesens vom an. Volksbewaffnung mit freier Wahl der Offiziere hieas
es in Mannheim schon am 27. Februar in einer Versammlung, an der
Leute wie Mathy und Bassermann teilnahmen; zum mindesten Ver-
eidigung des Heeres auf die Verfassung wie in München am 4. Man;
überall kehrten diese Schlagworte wieder; in Hanau und Kassel setzte
man sie schon mit Erfolg in die Praxis um. üeberall hält man diese
Reform fCLr eine selbstverständliche Eonsequenz des verwirklichten
konstitutionellen Systems; was Kossuth am 3. März ausrief: ,^An desi
Ungarn ist es, die Dynastie zu retten, statt des schlechten Binde-
mittels der Bajonette imd des Beamtendruckes den festen Kitt einer
freien Verfassung zu setzen*^ das war überall den Liberalen eine
ehrliche Ueberzeugungssache. Deswegen auf der einen Seite die Sorge
vor dem Neuen, der Drang festzuzufassen, und auf der andern Seite
die provozierende Offensive gegen das Heer.
Wenn man daher vom 13. bis 18. März immer „Fort mit dem
Militär^^ rief, so lässt sich das nicht allein aus der menschlichen
Empörung über ein paar Flintenschüsse und Pallaschhiebe ^ erklären;
der Ruf erscholl schon, bevor das Eingreifen stattgefunden hatte; die
vorgeschrittenen bürgerlich-proletarischen Elemente der Bewegung (es
empfiehlt sich statt des allzu weiten Begriffes Bürgertum die Teilnahme
der sozial noch nicht scharf geschiedenen, aber stürmischer vorwärts-
drängenden Klassen der Handwerksgesellen und Industriearbeiter als
vornehmlicher und selbständiger Träger der Aktion zu betonen), die
entweder selber provozierten oder den Provokationen befriedigt zu-
sahen, wurden von einer positiven politischen Tendenz getrieben. Es
versteht sich, dass diese Tendenz nicht jedem Schreier auf der Strasse
als bewusstes Wollen gegenwärtig war und ebenso, dass sie in den
Quellenaussagen über die äusseren Hergängen nicht besonders ange-
merkt werden. Wie ein klarer Beobachter die Dinge ansah, lehren
die Aufzeichnungen des Ministers von Canitz: „Wenn anfänglich nur
von einem gemeinsamen Aufrechterhalten der Ordnung durch könig-
liche und städtische bewaffnete Macht gesprochen worden war, so
gingen die * Wünsche des Volkes' rasch weiter; am 18. Mittags ward
^ Es bleibt noch nachzuprüfen, ob die Schuld am 13. oder 14. Man
80 sehr, wie B. will, an der übertriebenen Schneidigkeit der Truppen lag.
Ich mache darauf aufmerksam, dass schon am 13. März die ZivilbehOrde,
das Polizeipräsidium, Berichte an das Gouvernement über die Notwendig-
keit der Rüstung gegen die „entschieden freche und herausfordernde Haltung"
der Arbeiterklasse gelangen liess.
Kritiken. 551
vor dem königlichen Schlosse nach der Verkündigung des Patent»
und noch ehe ein Soldat den Schlossplatz betreten hatte, unablässig
geschrieen Veg mit dem Militär'. Wer die eigentliche ganze Wahr-
heit dieser Absicht hätte aussprechen wollen, hätte sagen müssen:
'Nehmt den Soldaten die Waflfen, löst die Armee auf, dass sie in
der uo geordneten Masse aufgehe, vor allem fort mit den Truppen aus
dem Schlosse, entwaffnet die Regierung, brecht die königliche Macht
und überlasst uns . . . freies Feld für die Dinge, die da kommen
sollen.'"^ Hier ist bereits aus der allgemeinen Tendenz der be-
sondere Zweck hervorgehoben. Man wollte das Militär forthaben,
um dann auf die regierenden Klassen, den König voran, von dessen
beginnender Umwandlung man ja noch nichts wusste, einen ernst-
licheren, unwiderstehlicheren Druck — dahin gehört auch der doch
nicht völlig harmlose Gedanke der Massenpetition — ausüben zu
können. Die Beispiele der analogen Vorgänge in den deutschen
Mittel- und Kleinstaaten, die Erfolge in Wien selber, wirkten mit
ansteckender Kraft. Solcher Absicht aber stand die Verfügung der
Krone über das unerschütterte Militär im Wege; man suchte daher
jede Reibung umsomehr, als man wohl wusste, dass die politisch
reaktionären Kreise der Gardeoffiziere unter Führung des Prinzen von
Preussen für energisches Niederschlagen waren, dass aber jedes der-
artige Auftreten der Truppen die Gegensätze verschärfen und den
Unzufriedenen neue Gesinnungsgenossen zuführen musste. Die Skala
dieser antimilitärischen Stimmungen wies natürlich die mannigfachsten
Abstufungen vor; aber man braucht gar nicht des Franzosen Le Bon
Psychologie der Massen oder des Italieners Scipio Sighale Psychologie
des Auflaufes und der Massenverbrechen zu kennen, um sich zu sagen,
dass in der Aktion selber die radikalsten Elemente die übrigen mit
fortreissen. Und worauf es dem Historiker mehr ankommen muss
als auf diesen flutenden Naturprozess: das entscheidende Motiv dieser
antimilitärischen Stimmungen ist durchaus politisch; als eine leben-
dige positive Triebkraft möchte ich es in die Reihe der von R.
für den Anteil der Berliner am Barrikadenkampfe angeführten mehr
negativen Motive (politische Unreife, Misstrauen, gesteigerter Abscheu
vor dem Militär) einbezogen wissen, um dem Kern des Problems
gerecht zu werden. Wenn nach R. noch am Mittag des 18. März
„der Anblick der verhassten Soldaten genügte, um einen Umschlag
^ DenkBchrifben 2, 266 f. Vgl. dazu die allgemeinen Bemerkungen
über die Forderung 2, 246: ,,die wichtige Konsequenz und der logisch
korrekte Zusammenhang der Idee in dieser Auffassxmg absoluter Demo-
kratie ist unverkennbar: die Regierung sollte entwaffiiet, der Bewegung
freies Feld geschafft werden."
552 Kritiken.
der Stimmung zu bewirken", so liegt der tiefere Grund des Unwillens
der Radikalen auch jetzt noch in der Erkenntnis, dass der König,
gedeckt durch die verhassten Soldaten, fortdauernd uuabhftngig von
dem populären Druck seine Entscheidungen zu fällen vermag; dass
er auch jetzt noch, in der ersten Stunde der Neuen Aera, diese Waffe
wie im alten Staate anwendet oder richtiger ihre Anwendung zul&sst,
das führt dann zum Ausbruch der Revolution.
Mit Entschiedenheit sucht R. den Nachweis zu führen, dass die
üeberlieferung von der haltlosen Schwäche des Königs in diesen
Tagen gänzlich zu streichen sei. Im Gegensatz zu den meisten frühem
Autoren, die in dieser Schwäche das eigentliche Verhängnis sahen,
hatte ich bereits für die entscheidenden EntSchliessungen des Königs
und damit für den Verlauf der Märztage die wichtigste Erklärung in
seinen politischen Absichten gesucht, ohne aber im Einzelnen seine
Schwäche ganz zu eliminieren; das brauchte übrigens, wie ich einigen
Kritikern bemerken muss, keineswegs als Inkonsequenz oder als
Rückfall in die frühere Auffassung gedeutet zu werden; gewisse
Schwächlichkeiten seiner persönlichen Haltung erschienen mir gerade
in dem innem Zwiespalt seiner alten Neigungen und seines neuen
Wollens ihre natürliche Erklärung zu finden. R. geht nun noch einen
Schritt weiter. Dass seine Kritik den Thatbestand, der den Aussagen
über die angeblichen Thränenausbrüche Friedrich Wilhelms zu Grunde
liegt, noch erheblich reduziert, räume ich ein; die Zurückffihmng
sämtlicher derartiger Nachrichten auf den „Officierklatsch" scheint mir
jedoch auch nicht jedesmal hinreichend begründet zu sein^; auch aus
der leidenschaftlichen Szene zwischen Bodelschwingh und seinem
Neffen Diest kann man ebensogut das Entgegengesetzte der Erklärung
R.s herauslesen: nämlich die furchtbare Sorge, dass der König nicht
der Festeste sei. Auf grund dieser Quellenki-itik lehnt R. auch die
übliche Annahme, der König habe nur ganz zögernd die Erlaubnis
zum Angriff mit der Schusswaffe gegeben, völlig ab: „es ist von der
Schusswaffe überall Gebrauch gemacht worden, wo es notwendig er-
schien, ohne dass erst die Genehmigung des Königs eingeholt wurde**
(S. 147). Ausser der auch von R. selbst angeführten Ausnahme
* Es wäre wünschenswert, wenn eine Veröffentlichung der voll-
ständigen Perthesschen Aufzeichnungen, die R. durchweg sehr gering
bewertet, diese Kontroverse zum Abschluss bringen könnte. Daneben möchte
ich noch auf eine andere, ev. noch zu ermittelnde Quelle aufinerksam
machen: Vamhagen 14, 244 f (z. J. 1867): „in Pf u eis handschriftlichen Be-
richten über das Jahr 1848 gelesen; sie sind mit wunderbarer Aufrichtigkeit
geschrieben. . . . Ich kannte sie schon. . . . Die Fassung ist nachträglich
etwas verbessert worden."
Kritiken. 553
(beim Angriff auf die Barrikade beim CöUniscben Rathause) hören
wir aber auch beim Vordringen des Leibregiments zum Alexander-
platz zunächst von einem nicht von Prittwitz erteilten Befehl, nur
vorzudringen, wenn es ohne Anwendung von Gewalt geschehen könnte;
in der militär-officiösen Schrift von Schulz wird verschiedentlich über
das, jedenfalls nicht erfundene, sondern eher halb vertuschte Ein-
greifen „hochgestellter" — also vermutlich durch eine Willensmeinung
des Königs gedeckter — Peisonen geklagt, das die selbständigen Dispo-
sitionen von Prittwitz durchkreuzt habe. Solche Vorfälle bilden viel-
leicht die thatsächliche Unterlage fOr die spätem Aufbauschungen der
Offizierstradition. Ueber die politischen Motive der Bedenklichkeit
des Königs wird heute kein Zweifel mehr möglich sein; aber man
braucht deswegen nicht zu leugnen, dass eben dadurch eine gewisse
Unsicherheit in sein Verhalten gebracht wurde, die die Offiziere natür-
lich nicht verstanden, sondern fälschlich als persönliche Schlaffheit
deuteten, in demselben Gedankengange, der sich schon das Patent
vom 18. März als „Concession" an den Berliner Pöbel zurechtgelegt
hatte. ^ R. räumt ja selbst ein, dass der König in der besten Hoffnung
blieb, „wenn man es vermeide, den Konflikt im Innern bis auf die
Spitze zu treiben"; dass sich daraus nicht die Neigung zu energischem
Vorgehen ergeben konnte, liegt auf der Hand und geht auch aus den
Quellen hervor. Im ganzen muss ich, bei aller grundsätzlichen Zu-
stimmung doch sagen, dass Friedrich Wilhelm in der Darstellung R.s
allzufest und zielbewusst herauskommt; nach meinen Eindrücken aus
der Gesamtheit der Quellen ist er während des Strassenkampfes nicht
bloss der kühle Politiker, der weiss, was er will, sondern zugleich
der Mensch, dem im Widerstreit der überkommenen und neu ergriffenen
politischen Gedanken die Entschlusskraft mehr und mehr gelähmt wird.
In entsprechender Weise möchte ich auch in die Beurteilung des
Generals von Prittwitz eine etwas von R. abweichende Nuance ein-
ffihren. Mit überraschender Schärfe und energischer Einzelkritik hat
R. das Verhalten des Generals besprochen, den Treitschke in dem
letzten, was aus seiner Feder geflossen ist, zu den tragischen Gestalten
unserer Kriegsgeschichte gezählt hat*, den Busch, was ich sofort für
höchst bedenklich erklärte, zum Helden der Märztage zu stempeln
versuchte: jetzt erscheint er zum ersten Male als derjenige, welcher
an dem Schlussergebnis des 19. März, der Isolierung und Demütigung
^ Vgl. dazu die charakteristisehen Bemerkungen der Frau von Natzmer,
Unter den Hohenzollem U, 187.
' ,,Ein ernster, fester, zum Befehlen geschaffener Mann — und doch
durch ein finsteres Verhängnis hineingerissen erst in die Schmach der Ber-
liner Märztage, dann in den Jammer des schleswigschen Scheinkrieges.**
554 Kritiken.
der Krone, den schwersten Schnldanteil zu tragen hat. B. acceptieri:
nicht nur die vorsichtige Kritik, die ich gestfltzt auf eine AeuBsening
Gerlachs an dem von Prittwitz um Mitternacht dem König erstatteten
Gutachten geüht hatte, sondern er verschärft die von mir zur Er-
klärung heigehrachten Motive so sehr, dass nun allerdings ein ganz
anderes Bild herauskommt; während ich meine, dass in die f1ui)ung
dieses Gutachtens, zumal in die ausmalende Erörterung der äussersten
Möglichkeiten etwas wie vielleicht unbewusste Berechnung hinein-
gespielt habe, ersetzt R. meine diplomatische Formulierung durch das
urteil: bewusste und tendenziöse Entstellung des Thatbestandes. Der
Quellpunkt unserer Differenz über das Gutachten — dessen Inhalt
übrigens in demselben Gedankengange, nur unter üebergebung der
gegen einen tagelangen Strassenkampf sprechenden Bedenken, bei dem
Obersten Schulz (S. 36) bereits als der ursprüngliche Schlacht-
plan des Generals erscheint — lieget in unserer verschiedenen Be-
urteilung der militärischen Lage nach dem ersten Schlachttage: nimmt
man an, dass die Lage durchaus entschieden gewesen sei^, und weiter^
hin, dass Prittwitz darüber schon um Mittemacht sich hätte ganz klar
sein können und müssen, so darf man gegen das scharfe urteil Bj
über den zielbewussten Intriganten der Militärpartei nicht viel sagen,
überzeugt man sich nicht von der unbedingten Giltigkeit jener
Prämissen, wird man sich vorsichtiger damit bescheiden, dass Pritt-
witzens Ansicht der Dinge nur von seinen Wünschen beeinflusst sein
dürfte. Ich sehe die Lage, was sich hier im einzelnen nicht darlegen
lässt, trotz des Sieges nicht so einfach an wie die neueren in dieser
Frage doch auch parteiischen militärischen Beurteiler, sondern gestehe
den von Prittwitz in seinem Gutachten erwogenen bedenklichen
Eventualitäten an sich eine gewisse Berechtigung zu, wie ja auch R.
(S. 173/4) anerkennt, dass die Dinge auch eine Kehrseite hatten;
Prittwitz hatte am Abend des ersten Tages noch mit verschiedenen
Möglichkeiten zu rechnen und sie pflichtmässig dem Könige vorzu-
tragen. Seine Tendenz verschärfte ihm nur dieses urteil zu sehr
und zwar in einem verhängnisvollen Grade deswegen, weil die Berech-
nung der psychologischen Wirkung auf den König falsch war und
ins Gegenteil umschlug.
Die weitere (von G. KauJ&nann und F. Meinecke besonders unter-
strichene) Differenz über den eigentlichen Zweck, den der General in
^ Wenn R. S. 165 Fontane als Gewährsmann für die Kläglichkeit der
Leistungen der Aufrührer anführt, so wären doch auch die G^egenargnmente
zu erwägen, die den alten klugen Mann — freilich unter dem Eindruck
von Prittwitzena Gutachten — nachträglich an seiner frühem AufPassung
haben irrig werden lassen.
Kritiken. 555
seinem Gutachten verfolgte, sehe ich als weniger erheblich an. Ob
er, wie ich meinte, nur die Dinge länger und fester in den Händen
der militärischen Gewalt belassen wollte, eventuell auch den König
von weiteren Eonzessionen zurückzuhalten oder zur Ausnutzung des
Sieges im reaktionären Sinne ^ hinzuführen hoffte, oder ob er einzig imd
allein den König aus Berlin entfernen wollte, was K. als seine nächst-
liegende und nachweisbare Absicht durchaus plausibel gemacht hat,
das läuft im Grunde auf dasselbe hinaus. Innerhalb des den General
beherrschenden Strebens nach einer unbedingten Verfügungsfreiheit des
militärischen Oberkommandos (ich ziehe diesen Ausdruck der „mili-
tärischen Dictatur^^ vor)^ hat das positive nächste Ziel Raum genug.
Die Entfernung des Königs aus Berlin war aber ebenso sehr ein po-
litischer wie militärischer Akt; dass Prittwitz persönlich ein namhafter
Träger auch der politischen Kepressionsbestrebungen gewesen sei,
lässt sich zwar aus unserm Material nicht aktenmässig belegen; dafür
dass er diesen Bestrebimgen nicht fem stand, spricht aber hinreichend,
dass die Reaktionären die halbe Stunde der Abwesenheit Pfuels be-
nutzten, um ihn, in ihrem Sinne einen anerkannt sichern Mann vor-
zuschieben. Wenn R. einwendet, dass Prittwitz, statt nach einer
Dictatur zu streben, vielmehr das Gegenteil einer solchen, das „Ver-
krümeln" der Truppen seit dem Mittag des 19. März, verschuldet
habe, so ist dem entgegenzuhalten, dass das Verkrümeln doch in einer
Situation geschah, die mit der zwölf Stunden zuvor gegebenen nichts
mehr gemein hatte und ganz neue Entschlüsse hervorrief. Diejenigen,
die von Prittwitz auf alle Fälle selbständige Entschlüsse erwarteten,
sollten sich auch da nicht täuschen: aus den Beweggründen dieser
Entschlüsse möchte ich also in dem gleichen Gedankengange wie oben,
das politische Moment neben dem fachmännisch-militärischen keines-
wegs ausgeschaltet wissen.
Die Analyse der sich jagenden Ereignisse am 19. März, die
exakte Scheidung der einzelnen Deputationen, Antworten, Beratungen,
der Stadien des Rückzugsbefehles, die Feststellung des entscheidenden
Anteils, den Prittwitz an der Katastrophe hat, halte ich in allem
* Meine von R. S. 169 wiedergegebene Erörterung über die weiteren
politischen Folgen eines solchen Sieges halte ich jetzt selbst fOr zn weit
gegriffen.
' Wenn R. dagegen sagt, dass ,,das preussische Offizierkorpe und
Heer einer solchen Prätorianer-Rolle aktiven Widerstandes gegen den
obersten Kriegsherrn nicht fähig war^^ so lehnt dieser von mir durchaus
gebilligte Satz mehr ab, als ich je behauptet habe. Im übrigen l&sst R.
Prittwitz andern Tags etwas vom Standpunkt militärischen Gehorsams noch
Ungeheuerlicheres auf sich nehmen.
556 Kritiken.
Wesentlichen fCLr yortrefflich gelungen: eine mühsame Kleinarbeit von
ausserordentlichem Verdienst! Nur erscheint mir auch zuletzt das
Gesamturteil über Prittwitzens Verhalten zu scharf formuliert.
Auch wer ihn von „blinder Wut und leidenschaftlicher Erregung"
hingerissen sein lässt, hat die Verpflichtung, seine Motive auf einen
etwaigen berechtigten Kern hin zu untersuchen: führen sie auch in
militärische Imponderabilien hinab, die angesichts alles dessen, was
für König und Staat auf dem Spiele stand, unzureichend genannt
werden müssen, so muss der Historiker doch wenigstens in Anschlag
bringen, was in diesen Offizieren als berechtigte, sogar notwendige
Triebkraft wirkte. Welchen Fehler hatte bereits der König begangen,
indem er es unterliess, Prittwitz über den Sinn seines Aufrufs „An
meine lieben Berliner^* und dessen Konsequenzen für die militärische
Lage zu verständigen und mit ihm die Ausführung dieses ihm im
höchsten Staatsinteresse notwendig erscheinenden Aktes der Nach-
giebigkeit in einer Form zu vereinbaren, die auch das Ehrgeftthl und
die Disziplin des siegreichen Militärs, seiner einzigen Stütze im Not-
fall, ohne Schädigung ertrug. Die Ausübung der militärisdien
Mittel fordert in ihrem Bereiche eine durch keinerlei Eingriffe
von andrer Seite beeinträchtigte einheitliche Verantwortlichkeit der
höchsten Kommandostelle. Am Morgen des 19. März aber sollte sich
die Nichtbeachtung dieses Grundsatzes noch fortsetzen. Wenn der
König der dritten Deputation gegen 10 ühr Morgens zugestand, falls
die Barrikaden am Alexanderplatz eingeebnet würden, dort die Truppen
zu entfernen, so erschien das allerdings nur als eine „Spezialisierung^
der Zusage seiner Proklamation, bedeutete aber doch mehr: eine vei>
einzelte lokale Zurückziehung der Truppen aus der einen Position, während
man anderswo vor der Aussicht auf Fortführung des Kampfes stand,
musste ein Loch in die ganze Aufstellung, in den einheitlichen Plan
machen, und sie geschah obendrein noch ohne genügende Verständigung
der Truppenleitung, also der Instanz, die zu entscheiden berufen war,
ob die Bedingungen der Zurückziehung erfüllt wurden oder nicht: die
Folgen solchen Vorgehens zeigt z. B. die Gefangennahme des Generals
V. MöUendorf. So ist auch diese „Spezialisierung" eine weitere Etappe
der Nachgiebigkeit am falschen Orte; sie macht die wachsende Sorge
und Erbitterung des Generals inmierhin verständlich. Jeder weitere
Schritt auf diesem Wege, und einer zog inmier den andern nach sich,
führte oder konnte wenigstens führen zur Lockerung der Disziplin,
zur Desorientierung der Offiziere über die Grenzen ihrer Verantwort-
lichkeit, zur Desorganisierung der Truppe, das heisst im Angesicht der
zuvor geschlagenen und nun wieder nachdrängenden Empörer zu einer
Kränkung des militärischen Ehrgefühls, und diese sich immer stei-
Kritiken. 557
gende Empfindung trieb Prittwitz zuletzt zu seinen verhängnisvollen
Befehlen, zum Abmarsch in die Kasernen, ohne Deckung des Schlosses,
und schliesslich zum Abmarsch aus Berlin. Darum ist er nicht
allein, wie R. will, der Leidenschaftliche, der in Wut über die miss-
glückte Intrigue am 19. in Kopflosigkeit verfällt und am 20. März
alles auf eine Karte setzt, um die Abreise des Königs zu erzwingen:
er ist zugleich der preussische General, der das ihm anvertraute In-
strument gefährdet sieht, zu seiner Erhaltung die einseitig militäri-
schen Gesichtspunkte walten lässt, dadurch aber — das bleibt seine
historische Schuld — seinen König und obersten Kriegsherrn ins
Verderben stürzt. So erklärt es sich, dass Prittwitz, trotzdem ver-
schiedene Stimmen in der Armee, bis zum Prinzen von Preussen
hinauf^, an seinem Verhalten am 19. März etwas auszusetzen hatten,
doch der Held der Armee blieb und eben vom Prinzen selber das
ehrendste Zeugnis erhielt: „Sie haben den Ruhm, nicht allein die
Ehre und den Ruhm des Gardekorps, sondern der Armee, aus der
Katastrophe, die uns betroflfen hat, unbefleckt gerettet zu haben. . . .
Dank für die Ehre, die Sie den Truppen zu erhalten wussten."*
Das erkannte der Prinz freilich nicht, dass dieses einseitige Eintreten
für Ehre und Zucht der Truppen seinem Bruder die ganze Tiefe
seiner Demütigung gekostet hatte.
So möchte ich, unter Anerkennung der R.schen Ergebnisse,
Prittwitz zwar nicht von der historischen Verantwortung, aber doch
von einem Stück der herben Verurteilung befreien. Sie fällt am
letzten Ende immer wieder auf den König, auf die Persönlichkeit,
in der wir gerade nach der nunmehr gewonnenen Vertiefung der
historischen Voraussetzung, den letzten Schlüssel zu dem Gang der
Dinge finden. Friedrich Wilhelm blieb, auch in dem Moment,
wo er zu der Politik des neuen Systems, zum Konstitutionalismus
überging, allen Einwirkungen Berufener und Unberufener zum Trotz,
der alte absolutistische König, über die Köpfe seiner Ratgeber hinweg
aus königlicher Vollkraft in den Stunden der Katastrophe allein ent-
scheidend. Man fragt sich immer wieder, weshalb er nicht in
dauerndem Zusanmienhang mit Bodelschwingh, Arnim, Prittwitz stand,
weshalb sie nicht nach gemeinschaftlicher Verabredung handeln konnten.
^ Vgl. die Mitteilung im Tagebuch des Majors a. D. Frhr. v. Vincke
(Kreuzzeitung vom 19/4 1898), auf die mich G. v. Below freundlichst auf-
merksam machte: „Die Unregelmässigkeit des ganzen Rückzuges ist mir
auch durch den Prinzen von Preussen bestätigt worden.^^ Femer Vinckes
Brief an den General Gustav v. Below vom 10/6 1848 (Deutsche Revue,
Jidi 1902).
» Kreuzzeitung vom 22/4 1898.
558 Kritikea.
Der einzige, der mit den Zielen des Königs yertraut war, Bodel-
schwingh, der beste Mann ffir die Situation, geht; die andern be-
schränken sich auf die äusserlichen Pflichten ihrer Ressorts, Arnim-
Boitzenburg, der mit unglaublichem Formalismus (sein politisch«
Verhalten ist von R. zu günstig beurteilt) nur an der neuen Minister-
liste als notwendigstem Requisit des konstitutionellen Systems arbeitet,
statt dem König als verantwortlicher Ratgeber in jeder Minute zur
Seite zu stehen imd das Verständnis mit dem TruppenkommaDdo
aufrecht zu halten, und der General, der zuletzt nur an Zucht und
Ehre „seiner^^ Truppen denkt und darüber den König preisgiebt; und
dann der König selber, der über allen zu stehen vermeint und in der
furchtbaren Prüfung seiner Entschlusskraft versagt. Es war der Zu-
sammenbruch des alten Systems: sein höchst gestellter Trager selber
hatte eine Bresche hineingelegt, und er war nicht Friedrich der Grosse
genug, um sie mit seiner Persönlichkeit auszufüllen. Das ist seine
tragische Schuld gewesen.
Berlin. Hermann Oncken.
Theodor Scheffer, Die preussische Publizistik im Jahre 1859
unter dem Einfluss des italienischen Krieges. Ein Beitrag
zur Greschichte der öffentlichen Meinung in Deutschland. Leipzig,
Teubner. 1902. VH u. 182 S. 8^
Wir haben ein dringendes Bedürfnis nach Untersuchungen, welche
das Quellenmaterial auf dem Gebiete der neuesten Geschichte sichten
und prüfen. Gegenwärtig sieht sich der Forscher einem Meere von
Nachrichten gegenüber, bei deren Prüfung er immer das Gefühl hat,
dass es unmöglich ist mit Sicherheit zu sagen, dass er keine wesentliche
Stimme überhört habe, oder dass er nicht einzelnen Stimmen grösseres
Gewicht beilege, als richtig ist. Das ist freilich bei Untersuchungen
über ältere Zeiten nur scheinbar anders. Nur hat da die Zeit eine Aus-
wahl getroffen. Die reiche üeberlieferung der Neuzeit, im besonderen
der Periode einer entwickelten Presse und parlamentarischer Verhand-
lungen, gestattet ein tieferes Eindringen in die Zusammenhänge —
aber in befriedigender Weise erst dann, wenn eine grosse Reihe von
Untersuchungen vorliegt wie diese Arbeit Scheffers über die preussi-
sche Publizistik im Jahre 1859. Ich habe seit Jahren verschiedene
Gelehrte zu derartigen Arbeiten aufgefordert, kürzlich eine dahin-
zielende Preisaufgabe der hiesigen philosophischen Fakultät veranlasst
und auch selbst ähnliches in Angriff genommen. Die Art, wie Scheffer
die Aufgabe löst, ist anerkennenswert durch die Gründlichkeit und
Sorgfalt, namentlich der bibliographischen Feststellungen: aber diese
verlaufen sich teilweise zu Einzelheiten, die kaum erforderlich scheinen
Kritiken. 559
und die Uebersicht erschweren. Weitere Belastung konunt hinzu
durch Daiükesformeln für freundliche Auskunft, die durch eine generelle
Erklärung im Vorwort erledigt werden konnten. Uebrigens ist auch so
nicht volle Sicherheit erreicht, S. 53 muss es z. B. Max Müller heissen
statt Hermann Müller. Von der Broschüre Kaiser Napoleon imd
Preussen. Berlin, David. 1859, zählt Seh. zwei ihm bekannt gewor-
dene Exemplare auf. Sollte sie so selten sein? Ich besitze ebenfalls
ein Exemplar, aus Baumgartens Nachlass. Sie scheint mir übrigens
keine besondere Beachtung zu verdienen. Dergleichen Käsonnements
waren doch damals weit verbreitet, und auch die Zeit Hesse sich schon
aus dem Schluss mit einer für derartige Produkte genügenden Sicher-
heit bestimmen. Im Ganzen würde ich glauben, dass eine Gruppierung
nach wenigen einfachen Gesichtspunkten verbunden mit nur je nach
der Bedeutung kürzerer oder genauerer Berichterstattung der Forschung
nützlicher wäre als die mehr reflektierende Behandlung Scheffers.
Auch scheint mir die doch nur äusserliche Scheidung von Broschüren
und Artikeln in Zeitschriften und Zeitungen nicht glücklich. Zur
Beurteilung des Eindrucks, den die Flugschriften machten, sind zu-
dem Artikel wie sie das Preussische Wochenblatt, die Kreuzzeitung
und andere führende Blätter der Parteien brachten, gar nicht zu ent-
behren. Und der interessante offene Brief ,yÄ.n die Redaktion der
Allgemeinen Zeitung, Oesterreich, Preussen und Herr von Schleinitz",
datiert „Vom Neckar 15. August" (1859), ist jedenfalls als eine Flug-
schrift aufzufassen. Mein Exemplar ist ohne Umschlag, ohne Ort und
ohne Jahr, hat das Aussehn eines Separatabdruckes aus einer Zeitschrift.
Wie dem aber auch sei, wir haben hier eine nützliche und
tüchtige Untersuchung erhalten, der hoffentlich bald viele ähnliche
folgen werden.
Breslau. G. Kaufmann.
560
Nachricliteii und Notizen L
Dr. B. M. Lersch, Einleitung in die Chronologie. 2. umgearbeitete und
stark vermehrte Auflage. Freiburg im Breisgau. 1899. I. Teil (251 S.)
6,60 cC n. Teil (189 S.) 4 .4C
Des betagten Verfassers langjährige, rüstige Sammelthätigkeit auf
kalendarischem und chronologischem Gebiet neben zahlreichen Publika-
tionen aus seiner eigentlichen Berufswissenschaft, der Medizin, erweckt
ungeteilte persönliche Bewunderung. Sein Ziel, mit der Torliegenden Neu-
bearbeitung seiner zuerst 1889 erschienenen Einleitung in die Chronologie
„dem Leser einen sicheren und bequemen Leitfaden zum Grebiete der
historischen Chronologie'^ zu schaffen, hat er m. E. nicht erreicht. Der
I. Teil behandelt „Zeitrechnung und Ealenderwesen der Griechen, Römer,
Juden, Mohammedaner und anderer Völker, Aera der Christen"; der IL den
„Christlichen Kalender, seine Einrichtung, Geschichte und chronologische
Verwertung.'* Als Nachschlagebuch wird das gut ausgestattete Werk hier
und da nützlich sein, soweit die Torausgeschickten „Paragraphen-Verzeich-
nisse'* und die recht knappen Register ihren Funktionen genügen. Für
letztere ist die Bemerkung II, 186 charakteristisch: das Register „dient
nicht als Onomasticon der Festtage, deren mannigfaltige Namen in eigenen
Abschnitten und in Anmerkungen gegeben worden sind, ausser den Namen
der Wochentage und Monate, die im I. Teil erwähnt sind", jene „Ab-
schnitte" sind n § 27. 28. 30— 3G zu finden; letzterer Paragraph giebt
auf 2y, Seiten ein „Heiligen -Verzeichnis" ; dann folgt eine Notiz über
den Cisiojanus und, ohne Berücksichtigung im Inhaltsverzeichnis oder Re-
gister, das was der Verf. über die Bezeichnung des Tages vor resp. nach
einem Feste (vigilia u. s. w., dies proximus u. s. w.) zu sagen hat; die den
Schluss bildende Notiz über octava u. s. w. ist wenigstens durch das Register
zu ermitteln. „Alte und provinzielle Namen der Wochentage" stehen I § 7
(mit „Grimm, Mythol. 1835" (!) an der Spitze der Litteratur), „Alte und
ungewöhnliche Bezeichnungen gewisser Wochentage" aber auch IX, § 32 (die
Litteratur-Notiz beginnt: „cf. Grotefends Taschenbuch 25—67"); „Ausser-
gewöhnliche, meist altdeutsche Monats-Nameu" sind I § 38 zusammen-
gestellt (dort heisst es u. a.: Januar oder Jenner wird „in alten Schriften
und dem Deutschen verwandten Sprachen benannt:" u. s. w.); der
Inhalt dieser drei Paragraphen (I, 7. 38; 11 , 32) ist nicht alphabetisch,
sondern nach der Reihenfolge des Kalenders geordnet.
Zu praktischen Zwecken und für den Unterricht ist das Buch also
ungeeignet.
Oldenburg. G. Sello.
Nachrichten und Notizen I. 561
Dr. Franz Wieland, Ein Ausflug ins altchristliche Afrika, zwang-
lose Skizzen. — Stuttgart und Wien, Jos. Roth, 1900, 196 S.
Ein sehr frisch und ansprechend geschriebener Bericht über eine ar-
chäologische Studienreise in Tunesien und Ostalgerien. Wo sich die Ge-
legenheit bietet, flicht der Verfasser in ähnlicher Weise, wie es neuerdings
Rohrbacher in seinem Buche über das Land Jahves und Jesus' gethan hat,
lebendige Schilderungen der Ereignisse ein, die sich an den betreffenden
historischen Stätten abgespielt haben. Dabei verfährt er mitunter freilich
zu zwanglos. Er lässt sich ziemlich viele Flüchtigkeitsfehler zu Schulden
kommen, vgl. S. 48, 79, 80, 115. Auch erzählt er allzugläubig manche
Märtyrergeschichten und die den Yandalen so ungünstigen, ganz einseitigen
Berichte des Viktor von Vite nach und behandelt Donatisten und Arianer
viel schlechter, als sie es verdienen. Nicht minder wird der Eindruck
seiner Darstellung dadurch getrübt, dass er gelegentlich den Mund etwas
voll nimmt: der unglückliche Tertullian, die hehren Frauen Perpetua und
Felicitas, der ehrwürdige Greis Cyprian, der geistvolle (I) Arnobius von Sicca,
die Donnerstimme Augustin s, die Frevelszenen der donatistischen und aria-
nischen Kindertaufe, die grossartigen Geisteskämpfe, die auf afrikanischen
Konzilien ausgefochten sind u. s. w. Das sind Geschmacklosigkeiten, die
mancher 'liebwerte' Leser störend empfinden wird. Aber die Darstellungs-
gabe und die jugendfrische Begeisterung des Verfassers machen derartige
Mängel erträglich. Er versteht es wirklich, Interesse für seinen Gegenstand
zu erwecken. Wer seine Schrift und daneben vielleicht Boissiers Prom^nades
arch^ologiques gelesen hat, wird mit Lust und Liebe an das Studium der
grösseren Werke über das römische Afrika herangehen. Auch die zahl-
reichen guten Bilder, die das Buch zieren, wird der Leser mit Vergnügen
und Dank studieren.
Leipzig. H. Boehmer.
Eufemia von Adlersfeld-Ballestrem, Ahnentafeln zur Geschichte
europäischer Dynastien. Nach den Quellen aufgestellt und bearbeitet.
Grossenhain, Herm. Starke, 1901. XX u. 196 S. 8^
Die in der Belletristik bekannte Schriftstellerin bietet im vorliegenden
Buche 196 Ahnentafeln, die aber leider nicht so gearbeitet sind, dass der
Leser Nutzen aus ihnen ziehen kann. Die vielen Druckfehler, Versehen,
Ungenauigkeiten — allein zu den Angaben auf S. 51 konnte ich 15 Aus-
stellungen machen — lassen eine Warnung vor dem Gebrauch des Buches
durchaus berechtigt erscheinen. Hauptsächlich störend wirkt die An-
wendung von Daten nach altem und von solchen nach neuem Stil. Die
Tafeln scheinen geradezu berufen zu sein, die in der Litteratur zu findenden
fehlerhaften genealogischen Angaben um ein bedeutendes zu vermehren
und eine heillose Verwirrung anzurichten. Nur weniges diene als Beispiel
der Zuverlässigkeit: Die bekannte Eleonore d^Olbreuze ist nach S. 28 am
3. 1. 1639, nach S. 39 am 17. 1. 1639 geboren. Aehnlich wird mit ihrem
Gemahl verfahren. Ihre Tochter Sophie Dorothea ist nach S. 28 vermählt
am 2. 12. 1682, gestorben am 12. 11. 1726, nach S. 93 dagegen vermählt
am 21. 11. 1682, gestorben am 13. 11. 1726. Ihr Gemahl, König Georg L
5C2 N>MhTJclit«D unil NotinH L
ton GroubritsDniea , iit oarh H fiS an 7 10 IMO. nach S i» im
28. 5. 16Sü, ii*cb S. 180 am T. 6. IMO geboren. Weichet Datmn «dl
maa^ebeod sein? — D«n AdminJ CoUgnj Um! die Terbaaerin 8. H all
Gaapard de Colign; 1519 ^toreu werden, wfthraid er n»ch S. 91 acbon
S Jahre fräher, freilich alt Gaapard de Chatillon, Graf tod Colignj, dai
Licht der Welt erblickt bat. — Auf S. 91 encheint der Nachfolge
Friedrieb» d. Ut, ab Wilhelm II., Kfinig t. Preoaaen. — Nach 8. «8 irt du
Gemahlin de« EnrfQnten Emit Aogoat Fon Hannover am SS. 10. KtO,
nach S. 9S am SO. 1. 1630 geboren. — Dieae Stichproben werden don
Leser genügen, um nch Mlbit ein Urteil m bilden Ober «in Bni^, ant
dessen Zusammen «teil ong rielleicht viel Zeit, aber keine Sorg< rer-
wendet ist. Fr. Wecken.
Erich Gritzner behandelt in den Leipnger Stadien aoa dem QeUit
der Geschichte THI. Band 3. Heft Symbole and Wappen d«a alten
deutachen Reiches il^lpiig, Teabuer, 190S. THI n. ISS 8. 8"). Die km
dem Seminar Seeligen hervorgegangene Arbeit beieichnet der Antor aelbM
als einen Venach, ,,Tom kritischen Gesichtspunkte ans eine der inter-
essantesten Fragen aus dem Gebiet« der Heraldik h befarachtm und to
dieser Hilfswissenschaft in einem Teil wieder sn Ehren an Terhelfoi'*. Es
muss anerkannt werden, das* dieses doppelte Ziel ^Qcklich erreicht ist
Gritzner hat die verschiedenen Woneln, ans denen der DofqwUdler *li
Reichswappen erwachsen ist — das von den ROmen Bbemommene Adln^
sjmbol, die ans technischen Ursachen entsprungene paarweise Anordnung
der Tierfigaren aaf Gew&ndem und HSnien, die höhere Bedentang, w«lche
die fortgeschrittene englische Heraldik in glndicher Veikennong d«
dentechen Verhältnisse dem doppelten Adler irrig beilegte, die HiSg^dikät
einer Einwirkung dieser fremdländischen Theorie anf die heimiaehe Anf-
&esuDg, die fallweise ZuBammenziehnng zweier eiuköpfiger Adler in den
Wappen jener, die zwei Reichsämter in ihrer Hand vereinten, endlich di«
durch Sigismnnd erfolgte Sanktioniemng des auf dies« Weise allnüLhlieh
in Deutschland eingebürgerten Wappens — , in dankenswerter Weiae klar-
gelegt. Die Weiterbildung des Doppeladlers in den letsteu drei Jahrfann-
deiten des alten Reicbes bat der Verf. nni im Umriss entworfen; hier, wie
in Bi'zag auf die Geschichte der Beichsfahnen werden seine AaafDhmngeB
der Erg&niong und Nachprüfaug bedürfen; aber auch dieae Abschnitte dar
Arbeit kOnuen bei dem weitverstreuten , ans Nnmismstik nnd Sphmgiatik,
era&hlenden nnd urknodlichen Quellen , sowie DeukmUem aller Art ge-
schöpften Qoellenmaterial, das sie verarbeitet vorlegen, anf bleibenden
Wert Anspruch erheben. Zn der knnen Uebersicht der einschlagigen Utenn
Litteratnr, die der Verf. als Einleitung bietet, darf vielleicht die kleine
Schrift J. F. Böhmers über Zeichen, Fahnen nnd Farben des deutachen
Reichs (Frankfurt 1848), obwohl sie als politische Gelegenheitaarbeit ent-
standen ist, doch um ihres Verfassers willen, nnd weil die dort Tortretene
Auf&ssnng vom Älter des Reichsadlers durch die neuere Forschoog wieder
zn Ehren kommt, hier nachgetragen werden. W. Erben.
Nachrichten nnd Notizen I. 553
Vi gen er Fritz, Bezeichnungen für Volk und Land der Deutschen vom 10.
bis zum 18. Jahrhundert. Heidelberg 1901. Winter. 8^ (X u. 272 S.).
Von der Heidelberger philosophischen Fakultät wurde im Herbste 1898
als Preisaufgabe gegeben eine Zusammenstellung jener Bezeichnungen, die
von der Mitte des 10. bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts im In- und Aus-
land für die Gesamtheit des deutschen Volkes und Reiches gebraucht
wurden. Vigener unterzog sich dieser mühsamen Arbeit. Seine Zusammen-
stellung wurde mit dem Preise gekrönt. In wesentlich erweiterter (Jestalt hat
er sie dann dem Drucke übergeben, und wir müssen diese Arbeit als eine
sehr verdienstliche Untersuchung bezeichnen, die sich hoch über das Niveau
einer blossen Zusammenstellung erhebt, obgleich nicht das ganze Quellen-
material, namentlich ausländische Quellen, in erschöpfender Weise durch-
forscht und auch den Privaturkunden nur wenig Beachtung geschenkt wurde.
Vigener registriert zuerst die Bezeichnungen för das deutsche Volk,
dann jene für das deutsche Land, für das deutsche Reich und endlich
für die deutschen Könige. Interessant ist dabei die Erscheinung, dass
vre der der Name Germani, Germania, der im wesentlichen ein gelehrter
und toter Name war, noch auch die Bezeichnung Franci, die bald aus-
schliesslich den Franzosen beigelegt wurde, dem deutschen Volke als Be-
nennung seiner Gesamtheit heimisch werden konnte. Sondern wie die
gemeinsame Sprache das einigende Moment unter den Stämmen des
ostfränkischen Reiches war, so entstanden in engster Beziehimg zu dieser
gemeinsamen Sprache auch die Bezeichnungen für Volk und Land. Wie
dies schon Ficker, Das deutsche Kaiserreich, S. 47 erwähnte und jetzt auch
Vigener betont, wurde das deutsche Volk gerade nach seiner Sprache zuerst in
Italien als Teutisci und Teutonici benannt. Auf fremdem Boden konnte
die Vorstellung von der nationalen Einheitlichkeit der Deutschen früher
zum Ausdrucke konmien, da dem Fremden die Gleichartigkeit der deutschen
Stämme, 'das, was ihnen an Sprache und Sitte gemeinsam war, mehr zum
Bewusstsein kam als die trennenden Unterschiede, welche die Deutschen
selbst n ihrem stark entwickelten Stammesgefühl lebhafter empfinden
mussten. Seit der Ottonenzeit aber findet sich die Benennung Teutonici
und späterhin die Bezeichnung terra Teutonica auch schon diesseits der
Alpen, und zwar auch hier wieder zuerst an den Grenzen, wo deutsches
Volkstum sich mit fremdem berührte. Diesen engen Zusammenhang zwischen
Sprache und Volk erfasste man freilich im Mittelalter nicht; so konnte jenes
Märchen entstehen, das uns, wie Vigener S. 63 erwähnt, Jordanus von Osnabrück
erzählt, es seien die Deutschen Nachkommen eines Riesen Theuton, von dem
die Kolmarer Annalen zu berichten wissen, dass er „prope Viennam requiescit".
Auch die Bezeichnung Deutsches Reich hat sich zuerst in Italien
eingebürgert, und erst seit dem 11. Jahrhundert wird sie in Deutschland
gebraucht. Doch reden auch französische Schriftsteller des 12. Jahrhunderts
von einem regnum Teutonicum, nicht allein von einem Reiche der Alle-
mannen, eine Bemerkung, durch welche Vigener S. 268 die Behauptung
Fickers a. a. 0. S. 47, der Franzose habe das Reich nie als ein deutsches
bezeichnet, widerlegen konnte.
Innsbruck. A. Wretschko.
Histor. Yierteljahrschrift. 1908. 4. 89
564 Nachrichten und Notiien L
Anthony von Siegenfeld, Alfred Ritter, Das Landetwappen der Steier-
mark. Graz, ,,St7ria'' 1901. XXm und 440 S. mit 41 Textabbildungeii
und 51 Tafeln (Band IQ der Forschungen zurVerfassongs-undVerwaltoog»-
geschichte der Steiermark).
Besondere Umstände sind Schuld daran, dass vorliegendes Werk erst
jetzt zur Besprechung gelangt. Indessen ist es ja schon von Luschin tob
Ebengreuth in den Mitteilungen des Instituts fdr österreichische G^eschichU-
forschung (XXII 3, S. 472—480) so eingehend besprochen und bewertet
worden, dass Referent von einer umfassenden Würdigung absehen zu können
glaubt und nur einige allgemeine Bemerkungen an und über das Werk an-
knüpfen möchte.
Endlich beginnen die Heraldiker sich vom Vorwurf eines nur spielenden
Dilettantismus zu reinigen und für ihre Arbeiten den Massstab der Wissen-
Bchaftlichkeit zu beanspruchen, wie auch die Kritik gelehrter Kreise heraae-
zufordem. Lange genug hat ja freilich auch die Wappen Wissenschaft im
19. Jahrhundert eine AschenbrödelroUe gespielt, weil sie in ihrem Wesen
verkannt und unverständlich blieb und nicht gerade die Besten ihrer sich
annahmen. Aber die Erkenntnis, dass die Heraldik doch kein so unwesent-
licher Faktor der Kultur-, Kunst- und Verfossungsgeschichte des Mittelalters
sei, der Forscher ihr auf Schritt und Tritt begegnet und ohne ihr Ver-
ständnis nicht durchaus auskommen könne, führte allmählich zu einer immer
eingehenderen Beschäftigung auch gelehrter Kreise mit ihr. Und sie wsien
es, die sich von der einseitigen Betrachtung und Beschränkung der dilet-
tantischen Heraldiker losrissen und von höheren Gesichtspunkten aus die
Heraldik zu ergfründen suchten. Hierbei galt es vor allem ihren Ursprung
zu erweisen, eine Untersuchung, von der die bisherigen Forscher sich mehr
oder weniger fem gehalten hatten. Betrachtete man doch vordem die
Heraldik vielfach als Einzelwissenschaft, unabhängig von den anderen Er-
scheinungsformen des mittelalterlichen Kulturlebens. Erst durch diese
wieder angeknüpften Beziehungen, die man vordem als Ballast über Bord
geworfen hatte, gelingt es jedoch, dem Ursprung des Wappenwesens näher
zu kommen in der Voraussetzung, dass keine Erscheinung im Völkerleben
ohne jede Anknüpfung an Bestehendes willkürlich und unvermittelt m
Tage tritt.
Unter diesem Gesichtspunkt ist vorliegende Schrift — obschon sie nicht
die erste dieser Art istl — mit Freuden zu begrüssen. Verfasst ist sie von
einem anerkannten Heraldiker von Ruf, der mit erstaunlichem Fleiss und
umfassendem Wissen an die Behandlung seiner Aufgabe geht. In dem
ersten Teil: „Entstehung der Landeswappen^' macht er den kühnen Schritt
in die Terra incognita der „Urheraldik*^ und stösst zunächst den bisher
allgemein anerkannten Satz von der Entstehung der Wappen aus persön-
lichen Abzeichen als unhaltbar um. An seine Stelle tritt die hier zuerst
klar ausgesprochene Theorie von der Entwicklung der Wappen aus den
Feldzeichen: es hätten sich die plastischen Bilder der Feldzeichen nach
und nach auch auf ein anderes Substrat, den Schild, als Erkennungs- und
Zugehörigkeitszeichen übertragen und hier zu einem farbigen Fl&chenbild^
zum Wappen, sich entwickelt.
Nachrichten und Notizen I. 565
Diese Hypothese, durch viele Zeugnisse glaubhaft gemacht, scheint
jedoch bei näherer Betrachtung allzusehr generalisiert. Andere Ent-
stehungsursachen werden von vornherein abgelehnt. Zwar scheint die Ent-
wicklung des steiermärkischen Landeswappens mit dem Panther, wie auch
die des deutschen Reichswappens (dem S. ein besonderes, allerdings durch-
aus unzulängliches Kapitel im Anhang als Exkurs gewidmet hat!) dieser
Theorie Recht zu geben. Ehe wir jedoch nicht für andere Wappen eine
gleiche Entwicklung glaubhaft nachgewiesen erhalten, ¥m*d if^n doch wohl
den richtigen Weg zur Untersuchung über den Ursprung des mittelalter-
lichen Wappenwesens in der Mitte zwischen der alten und neuen Theorie
suchen müssen und vor allem auch nicht den Kultureinfluss des in den
Ereuzzügen erschlossenen Orients auf das Abendland ausser Acht lassen
oder doch imterschätzen.
In Einzelheiten ist die Abhandlung und Wertung der Quellen im ersten
Teil vielfach anfechtbar und bedarf mancher Richtigstellung und Ergänzung.
So ist u. a. die vielumstrittene Tapete von Bayeux, deren Alter (11. Jahr-
hundert), ja Echtheit überhaupt in Frage steht, keineswegs als durchaus
beweiskräftige und kompetente Quelle zu betrachten!
Sehr verdienstlich dagegen ist der zweite und dritte Teil der Arbeit,
die sich mit der Entwicklimgsgeschichte des heraldischen Panthers und im
Anschluss daran mit dem eigentlichen Thema, dem Landeswappen der
Steiermark, beschäftigen und viele gänzlich neue und interessante Auf-
schlüsse bieten.
Steglitz. Erich Gritzner.
Justus Hashagen, Otto von Freising als Qeschichtsphilosoph und
Eirchenpolitiker (Leipziger Studien aus dem Gebiete der Geschichte herausg.
von G. Buchholz, K. Lamprecht, E. Marcks, G. Seeliger VI 2), Leipzig 1900,
101 S., stellt sich die Aufgabe, die von dem Bischof Otto von Freising in
seiner Chronik und in den gesta Friderici vertretene Geschichtsphilosophie
und die mit ihr zusanmienhängenden kirchenpolitischen Ansichten zusammen-
fassend darzustellen und auf ihre Quellen hin zu untersuchen. Die wich-
tigsten Resultate der präzisen und gründlichen Abhandlung, die vom Verf.
am Schluss knapp zusammengefasst werden, sind folgende. Als Philosoph
steht Otto unter dem Einfluss Augustins und ist zugleich, ohne seine Selb-
ständigkeit zu verlieren, von Frankreich her — 1128 und 1133 war er in
Paris — angeregt worden. Er berührt sich mit Gilbert de la Porree und
hat den Kommentar des Hugo von St. Victor zu der von Scotus Erigena ins
Lateinische übersetzten pseudo-dionysianischen Schrift „Ueber die himm-
lische Hierarchie", wie von H. nachgewiesen wird, benutzt. Ist für seine
Geschichtsauffassung der unter dem Eindruck deutscher, und speziell baye-
rischer, Verhältnisse, wie nach dem Vorbild von Bernhard von Clairvaux,
Gerhoh von Reichersberg, Hugo von St. Victor vertretene christliche Pessi-
mismus charakteristisch, so erwirbt er sich das Recht seiner Einreihung
unter die mittelalterlichen Geschichtsphilosophen durch die selbständige
Verarbeitung der augustinischen Zweistaatentheorie. Auch als theoretischer
Kirchenpolitiker steht Otto unter starkem augastinischen Einfluss, daneben
39*
566 Nachrichten und Notizen L
glaubt der Verf. auch Spuren einer Benutzung der Publizistik des giegoiia>
nischen Kirchenstreites nachweisen zu können, während er eine direkte Ab-
hängigkeit von Bernhard von Clairvaux ,,de consideratione*^ ablehnt. — Die
Geschichte des Augustinismus im Mittelalter hat durch die vorliegende
Schrift eine wertvolle Bereicherung erfahren. Mirbt.
Eogler, Ferdinand, Das landesfürstliche Steuerwesen in Tirol bis zum
Ausgange des Mittelalters. I. Theil: Die ordentlichen landesfürstlichen
Steuern. Wien 1901 (Archiv für österr. Geschichte 90).
Die vorliegende Schrift bietet einen wertvollen Beitrag zur Geschichte
des mittelalterlichen Steuerwesens , das für die deutsch-österreichischen
Länder noch wenig erforscht ist. Der Verfasser hat mit grossem Fleisse
die nicht zahlreichen gedruckten Nachrichten über die ordentlichen Steuern
verwertet, daneben reiches urkundliches Material aus den Archiven von
Innsbruck, München und Wien herangezogen. Besonders wertvoll erwiesen
sich für ihn die Rechenbücher der tiroler Landesfürsten, die in fast zu-
sammenhängender Reihe vom Ende des 18. bis zur Mitte des 14. Jahrh. in
in den Archiven von Innsbruck und München vorliegen. Kogler ist der
erste gewesen, der diese für Wirtschafts-, politische und Kulturgeschichte
überaus bedeutende Quelle in ausgiebigerem Masse ausgebeutet hat. Aus
diesen Nachrichten ist es ihm gelungen, ein sehr bestimmtes und detailliertes
Bild des tirolischen Steuerwesens zu entwerfen. Im Eingange berührt er
die oft erörterte Frage nach dem Ursprung der ordentlichen Steuer, der
Bede. Er lässt sie aus dem Grafenschatze hervorgehen \md sieht in der
Steuer den Ersatz für persönlich zu leistende Kriegsdienste, indem er
darauf hinweist, dass auch andere persönliche Leistungen mit Greld abgelöst
wurden, und dass die Leistung des Kriegsdienstes, wie dies in tiroler Ur-
kunden ausdrücklich anerkannt ist, von der Steuer befreit. Wie mir scheint
nicht mit Unrecht, wenn auch nicht übersehen werden darf, dass diese
Erklärung bei den Städtesteuem nicht ausreicht, da die Bürger Kriegs-
dienste leisten, und dass schliesslich die Steuer nicht nur von den kriegs-
Pflichtigen Freien, sondern auch von den unfreien Grundholden entrichtet
werden musste. Es werden jedenfalls noch andere Leistungen verschiedener
Art nebst dem Grafenschatze zu den späteren Beden zusammengeflossen
sein. Wie in Bayern ist auch in Tirol das Wort stiura für die Steuer im
Gebrauche, in Südtirol daneben colta (collecta); nur im romanischen
Vintschgau findet sich der Ausdruck prega, den Kogler mit Recht ab
Uebersetzung von Bede deutet. Ganz scharf wird die Bede auch in Tirol,
wie K. zeigt, von grundherrlichen Abgaben geschieden, sie gilt als freier
Dienst und deshalb spricht man von der Freisteuer. Im folgenden handelt
Kogler von der Verwaltung der Steuern, mit der die Landrichter und
Pröpste betraut sind. Aus den Rechenbüchern stellt er die Höhe der Steuer
für eine Reihe von Jahren nach den einzelnen Gerichten zusammen; überall
zeigt sich die Tendenz, die anfangs schwankende Steuer zu fixieren. Die
Umlage der Steuer erfolgt nach Gerichten und Gemeinden, die Schätzung
des Vermögens durch die Gemeinden selber. K. bespricht dann die Con-
trole und Verwaltung der Steuergelder, er erweist als Steuersubjekt die
Nachrichten und Notizen I. 567
Gerichtsbezirke und Gemeinden und nur den Gemeinden gegenüber die
einzelnen Steuerträger. Steuerobjekt war Grund und Boden, eine bestimmte
Steuereinheit und einen festen Steuersatz hat es nicht gegeben. Clerus
und Adel sind steuer&ei. Interessante Daten bringt der Verf. über die
Steuerfreiheit gewisser Gewerbsleute^ Apotheker, Aerzte, Inhaber der Pfand-
leihanstalten und über die Verhältnisse der Juden. Der zweite Abschnitt
verfolgt die Geschichte der Stadtsteuem, die ebenfalls bald fixiert werden.
In Bozen und zeitweise in Innsbruck ist die Stadtsteuer nicht nur Grund-
sondern auch Vermögenssteuer, sie trifft alle, die Handel und Gewerbe
treiben. Die Bozner Steuer steht nicht dem Grafen von Tirol, sondern dem
Bistum Trient zu, wenn auch die Grafen einen gewissen Einfluss auf das
Steuerwesen gewinnen. Die Verfügung des Markgrafen Ludwig von Branden-
burg von 1347 beweist, wie der Verf. mit Recht annimmt, nicht das Gegenteil
und erklärt sich aus der Occupation der Stadt durch den Markgrafen nach
seinem Siege über Karl IV. und den mit ihm verbündeten Bischof von Trient.
Noch andere landesfürstliche Gefälle werden der Betrachtung unter-
zogen. Vor allem die Küchensteuer, die sich auch in Bayern findet, und
von der K. eine befriedigende Erklärung zu geben in der Lage ist, dann
das Raspenmal, das in einigen Gerichten als Ablösung des grundherrlichen
Gastungsrechtes zur Zeit der Weinlese geleistet wird. Milch-, Rinder-,
Pferdesteuem, die zum Teil nicht mehr als öffentlich rechtliche Leistungen
gelten können, wenn wir in der letzteren nicht etwa Ablösung alter Spann-
dienste anzunehmen haben. * Nur anhangsweise wird das Steuerwesen
des Bistums Trient berührt, das früh ausgebildet ist und in manchem Ver-
schiedenheiten zeigt. Die Steuern werden hier nach Feuerherden erhoben,
wobei freilich nicht die wirklich bestehenden, sondern die in den Steuer-
listen eingezeichneten getroffen werden. Damit ergab sich eine öfter be-
merkte Differenz zwischen foci descripti und foci fumantes.
So bietet diese fleissige Arbeit eine vollständige Uebersicht über das
tiroler Steuerwesen des Mittelalters. Aber auch für die Verwaltungs- und
Kulturgeschichte föUt manche Nachricht ab. So wird vom Verf. eine kurze
Uebersicht über die Verwaltung Tirols seinen Ausführungen vorangestellt.
Wenn der Verf. mit Egger die Landgerichtsbezirke aus Centenen hervor-
gehen lässt, so müsste wohl erst der Bestand von Centenen, der in Tirol
wohl ebenso wie in Bayern ausgeschlossen ist, erwiesen werden. Das
Marchrecht (Marktrecht, ius fori), das in tiroler Städten öfters erwähnt
wird, ist der Wurtzins, den die Bürger für den Baugrund ihrer Häuser an
den Stadtherm zu leisten haben (vgl. Rietschi, Markt und Stadt 107).
Die ordentlichen Steuern, die trotz des sinkenden Geldwertes nach ihrer
Fixierung unverändert bleiben, treten im Ausgange des Mittelalters in
zweite Linie neben den ausserordentlichen. Möge der Verfasser bald im
zweiten Teile seiner ausgezeichneten Arbeit die Geschichte der ausser-
ordentlichen Steuern folgen lassen.
Innsbruck. H. von Voltelini.
^ Die Urbare Meinhards II. nennen Vogtpferde und Badepferde.
(Fontes rer. Au^triac. 46, 42, 61.)
568 Nachrichten und Notizen I.
Schickert (Regierungsrat), Wasserwege und Deichwesen in der Memel-
niederung. Eine geschichtliche Darstellung. Königsberg i. Pr. Wilh,
Koch. 1901. VI u. 472 S. 8^ 6 Mk.
Das auf sehr eingehendem Studium des vorhandenen, überaus reichen
gedruckten und besonders ungedruckten (archivalischen) Materials beruhende
und von einem nicht bloss theoretisch interessierten, sondern auch praktisch
erfahrenen Beamten verfasste Buch, dem die folgenden Zeilen gewidmet
sind , ist in erster Linie natürlich einerseits für die Wasserbautechniker
und andererseits für die Bewohner des Memeldelta selbst bestimmt und
wird nach beiden Richtungen hin ohne jede Frage von aUergrOsstem
Nutzen sein. Aber auch der Historiker wird aus demselben, zumal aus
seiner ersten Hälfte, bis in den Anfang des abgelaufenen Jahrhundertt
hinein, so manchen, hin und wieder sehr reichen Gewinn verschiedenster Art
ziehen können. — Dass man unter der Ordensregierung nicht bereits daran
gedacht hat, im Ausflussgebiet des Memelstromes ebenso schützend und
schaffend vorzugehen, wie es in der Weichselniederung mit dauerndem
Erfolge geschehen war, hat offenbar darin seine Ursache, dass in diesem
entlegenen Winkel kaum noch eine so gewaltiger Arbeit werte BeTÖlkerong
vorhanden war; kaum aber hatte man dann zunächst wenigstens mit der
Schaffung einer das Gebiet durchschneidenden Wasserstrasse nach dem
für den preussischen Handel wichtigen littauischen und russischen Osten
begonnen, als der Orden schnell dahinsank. Dann folgten Jahrhunderte,
in denen in Preussen von dem, was man eine Staatsreg^erung nennen
könnte, vollends von einer grosser, umfassender, weitschauender Pläne
fähigen Regierung nicht die Rede war, und wenn auch bisweilen Ansfttie
für einen Schutz des gefährdeten Gebietes und seiner Bevölkerung gemacht
wurden, die auch wohl verhältnismässig nicht ganz kleine Summen ver-
schlangen, so kam es eben über Ansätze nicht hinaus. Bald traten die
verschiedenen Interessen sowohl bei der anwohnenden Bevölkerung wie bei
den Handel und Schiffahrt treibenden weiteren Kreisen, bald die mannig-
faltigsten Auffassungen und Pläne bei den einer solchen Aufgabe noch
nicht gewachsenen Technikern, bald und nicht zuletzt die Mittellosigkeit
der Beteiligten und ihre natürliche Scheu vor vielleicht unnützen grossen
Opfern, nicht selten auch geradezu ihr schlechter Wille hemmend entgegen;
die Landesregierung aber konnte sich, meist selbst aller Hilfsquellen bar,
immer nicht zu der nötigen Energie aufraffen, um da ausgleichend, för-
dernd, drängend, gar voranschreitend einzugreifen. War dann wirklich
einmal — hier mehr, dort weniger — fertiggestellt, so trat für gewöhnlich
wieder die Natur mit ihren Stürmen und Ueberschwemmungen , mit Eis-
gang oder Haffaufstau vernichtend dazwischen. Erst in der allerletzten
Zeit, da alle Verhältnisse sich ganz und gar geändert hatten, konnte, was
vollends an dieser Stelle nur angedeutet werden kann, systematisch und
mit ausreichenden Mitteln an das grosse Werk der Sicherung und Urbar-
machung der Niedenmg herangegangen werden, und schon heutzutage
gewährt diese einen völlig andern Anblick als noch vor zwei bis drei
Menschenaltem. Nebenbei fUUt auch, zumal infolge der nationalen Ver-
schiedenheit der Bevölkerung, fOr die Kulturgeschichte so manche schOae
Nachrichten und Notizen I. 569
Frucht aus dem Buche ab. — Die beigegebene Karte hätte etwas ausführ-
licher ausgestaltet sein, auch zumal nach Süden und nach Norden etwas
weiter ausgreifen müssen.
Königsberg i. Pr. K. Lohmeyer.
Bauch, Gustav, Die Anfönge des Humanismus in Ingolstadt. Eine lit-
terarische Studie zur deutschen Universitätsgeschischte. (Historische
Bibliothek Bd. 18.) München u. Leipzig, Oldenbourg. VEI, 115 S. Jt 8,60.
Der Verfasser, der sich in jüngster Zeit auch um die Aufhellung der
Geschichte des Frühhumanismus in Leipzig und Nürnberg verdient gemacht
hat, bietet uns hier eine Frucht seiner Beschäftigung mit den Celtesbriefen,
die er für die historische Kommission in München herausgeben wird. Da
Prantl in seiner Geschichte der Universität Ingolstadt noch mit einem fast
ungeordneten Stoffe zu ringen hatte, so kann B. aus den Universitätsakten
und anderen sorgföltig gesammelten Quellen erhebliche Nachträge zu dessen
Buche bieten, auch kommt ihm zu gute, dass diese ganze Zeit seitdem von
vielen Seiten, wenn auch noch durchaus nicht vollständig, aufgehellt worden
ist. So erfahren wir Näheres über die Vertreter des älteren Humanismus,
die in Ingolstadt Gastrollen gaben oder länger sich aufhielten, es sind vor
allem Samuel Karoch, Erhard Windsberger und Johann Riedner, dann über
die erste und zweite Lehrthätigkeit des Geltes und die spätere von Locher
und Sprenz. Wichtig ist ein Kapitel über die inneren Veränderungen in
der Artistenfakultät durch den Humanismus, dankenswert eine Zusammen-
stellung der gleichzeitig wirkenden Mathematiker und Astronomen, deren
Zusammenhang mit den Humanisten B. mit Recht hervorhebt. — Es stört
beim Lesen der doch als selbständiges Buch erschienenen Abhandlung ein
wenig, dass B. die Ergebnisse der bisherigen Forschung gar zu sehr als
bekannt voraussetzt. So wird man auch für den Hauptpunkt, die Lehr-
thätigkeit des Celtes, immer noch die Abhandlung von Hartfelder in Fleck-
eisens Jahrbüchern II. Abt. Bd. 29 S. 299 ff. heranziehen müssen, um Farbe
in das Bild zu bekonmien, über die grundsätzliche Bedeutung des Locher-
Zingelschen Streites müsste man auch jetzt noch anderswoher unterrichtet
sein, etwa aus Zamckes Einleitung zu Brants Narrenschiff, wo auch Er-
leuchtendes über das von B. gestreifte aber nicht recht zur Klarheit ge-
brachte Verhältnis des Humanismus zum scholastischen Realismus steht.
Dass die Bedeutung des Wiener Poetenkollegs bisher niemals, auch von
Paulsen (gelehrter Unterricht P, 127) nicht, richtig gewürdigt worden sei,
kann ich nicht finden. — Für den ersten Abschnitt vermag ich ein paar
kleine Ergänzungen zu bieten: zu denen, die in Ingolstadt schon früh
humanistische oder halbhumanistische Rhetorik gelesen haben müssen, ge-
hört auch Paulus Lescher von Esslingen, interessant wegen seiner Be-
ziehungen zur Wyleschen Schule (s. ZDA. 37, 78 f.). — Für Windsberger
verweise ich auf den Druck von Cicero de finibus (Hain nro. 6830), wo eine
Schlussschrift von ihm an die Leser steht. Ich kann das Buch leider hier
nicht einsehen. — Die glückliche Vermutung B.s, dass Riedner der vetulus
poetaster sei, der Celtes das Eindringen in Ingolstadt erschwert habe, be-
stätigt der cod. 4** 627 der Münchner Universitätsbibliothek, der auf p. 66 ff.
570 Nachrichten und Notizen L
eine Brief lehre enthält, von Johannes Riedner, ari^ium ac iuris pontificii
doctor, ordinariam lectionem in octavum annum legens in alma universi-
tate . . . Ingolstattensi auf Wunsch seiner Schüler verfasst. Da R. 1484
eintrat, so ist das Stück aus dem Jahr 1491/2, und es ist sehr wahrschein-
lich, dass R. dann, wie B. vermutet, zwischen 1492 und 1494 starb. Auf
p. 90 der Hs. steht dann schon Conrad i Celtis querela Bacchi contra Ger-
manos. Es sei noch erwähnt, dass die Universität schon ziemlich früh
klassische Autoren und zwar als Geschenke des bekannten Johannes Tröster
erhielt, s. die Hsp. 2® 646; 647. — Anderes ist aus Hss. der Staatsbiblio-
thek zu gewinnen, so enthält clm 14644 f. 1 ff. eine 1486 in Ingolstadt ge-
lesene Rhetorik, ich weiss nicht, ob mit der eben genannten gleich. Briefe
Leschers stehen im clm 18799 und 14664, in clm 18801 steht f. 138*» ein
Ordo lectionum aus Ingolstadt cum pretiis und dem Gehorsamseid. — Mit
Heranziehung dieser Dinge könnte man vielleicht feststellen, wie weit denn
die Lehrthätigkeit des Geltes wirklich Neues bot. Die Humanisten wollen
ja noch mehr als andre Leute nach ihren Thaten, nicht nach ihren Worten
beurteilt sein.
Nürnberg. Dr. Paul Joachimsohn.
Otto Giemen, Beiträge zur Reformationsgeschichte. Aus Büchern und
Handschriften der Zwickauer Ratsschulbibliothek. Heft 1. Berlin 1900,
Schwetschke und Sohn.
Der Verfasser, gegenwärtig der beste Kenner der reichen Schätze der
Zwickauer Bibliothek, stellt uns zwei grössere Publikationen zur Refor-
mationsgeschichte in Aussicht: eine Inventarisierung der einschlägigen
Zwickauer Drucke und eine Ausgabe des Stephan Rothschen Brief-
wechsels. Dass diese beiden ungemein stoff- und beziehungsreichen Auf-
gaben den sachkandigsten Händen vertraut sind, haben die zahlreichen
reformationsgeschichtlichen Kleinforschungen erwiesen, die der Verf. im
Laufe der letzten Jahre an den mannigfaltigsten Stellen veröffentlicht hat,
und wird auch an dem vorliegenden Miscellanheft deutlich. Jede dieser
Untersuchungen, an und für sich betrachtet, mag den Eindruck erwecken,
als verzettele sich hier eine rüstige Arbeitskraft in mühseliger Mikrologie,
aber im Ganzen gesehen schliessen sich diese fragmentarischen Forschungen
doch zu einer positiven Summe zusammen, die ins Gewicht fällt, zu einer
wirklichen Vermehrung des Thatsachenmaterials und der gesicherten
Orientierungspunkte, auf denen nun weiter ausgreifende Forschungen zu-
verlässig fussen können. Von den 11 Aufsätzen, die in diesem Hefte ver-
einigt sind, gilt der erste dem ^Pasquillus exul' und seinen litterarischen
Verzweigungen. Nächst diesem sind der 7. und 11. die wichtigsten: eine
Untersuchung über die ersten evangelischen Märtyrer und zur Biographie
des Antonius Musa. Aber auch die übrigen Beiträge bringen manches
willkommene Neue: Nr. 2 einen von Böcking übersehenen Brief des Heinrich
Stromer an Hütten vom 22. Sept. 1619; Nr. 3 die Deutung der drei rätsel-
haften Buchstaben R. S. M. auf dem Titelblatt eines Spottgedichte gegen
Emser von 1621 auf eine wohl auch bei dem Erfurter Pfaffenstnim als
Losung gebrauchte Devise; Nr. 4 eine Reihe von Sätzen, die ein Zuhörer
Nachrichten und Notizen I. 571
▼on Luthers Invokavitpredigt gegen die Schwärmer (1622) sich aufgezeichnet
hat; Nr. 6 ein Gedicht von Stephan Roth auf Luthers Bild; Nr. 6 die
Lizentiatsthesen des Jakob Probst und den Nachweis des lateinischen
Originals von Probsts Bericht über sein erstes Verhör zu Antwerpen (6. De-
zember 1621) in einem Wittenberger Druck des Joh. Grunenberg von 1622;
Nr. 8 die Liihaltsangabe des Sendbriefs, in dem der Franziskaner Joh.
Schwan bekennt, warum er lutherisch geworden (1623); Nr. 9 die Deutung
des Severinus Austriacus, an den Luther am 6. Oktober 1627 einen Brief
gerichtet hat, auf den Benediktiner Severinus Hjpsilithus; Nr. 10 das Re-
legationspatent des Simon Lemnius nach einer Zwickauer Handschrift. Alle
diese Arbeiten zeigen die Sauberkeit, Gründlichkeit und Umsicht, die wir
an dem Verfasser längst schätzen gelernt haben, die geschickte Eombina-
tionsgabe und den erfolgreichen Spürsinn, von denen wir noch mancherlei
wertvolle Aufschlüsse erhoffen dürfen, und eine rühmliche kritische Be-
sonnenheit, insofern sie nirgends das Bewusstsein der grösseren Zusanmien-
hänge vermissen lassen, von welchen aUe diese Ermittelungen eigentlich
erst ihren Grund und ihren Werth empfangen.
Kiel. A. E. Berger.
Rendtorff, F. M., Lic. theol. , Studiendirektor und Elosterprediger in
Preetz, Die schleswig-holsteinischen Schulordnungen vom 16.
bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts. Texte und Untersuchungen zur
Geschichte des Schulwesens und des Katechismus in Schleswig-Holstein.
Kiel 1902, Kommissionsverlag von Robert Cordes. XV und 847 SS.
gr. 8. [Schriften des Vereins für schleswig-holsteinische Kirchengeschichte.
I. Reihe (grössere Publikationen). 2. Heft. Ausgegeben April 1902.]
Seitdem Vormbaum in den Jahren 1860 bis 1864 seine Sammlung der
Evangelischen Schulordnungen herausgab, ist eine FüUe urkundlichen
Materials veröffentlicht worden, das für Braunschweig und Siebenbürgen
durch Koldewey und Teutsch treffliche Bearbeitung erfahren hat. Für
Schleswig-Holstein, dessen Schulwesen eine geographisch und geschichtlich
begründete Eigenart und Selbständigkeit, sowohl Dänemark wie Deutsch-
land gegenüber, zeigt, liegt hier eine mit grosser Umsicht und Genauigkeit
bearbeitete Sammlung vor, die der Verfasser bescheiden als ersten Schritt
zur Beschaffung einer vollständigen Ausgabe der Schulordnungen jener Ge-
biete bezeichnet. Neben mehreren kleineren Erlassen werden S. 1 — 184
16 grössere Ordnungen abgedruckt, von denen 4 ins 16., 4 ins 17., 6 ins 18.
und 2 ins 19. Jahrhundert fallen. Darauf folgen auf S. 186 — 330 gründliche
Anmerkungen, die Angaben über den Fundort, den geschichtlichen Hinter-
grund, sowie erklärende Erläuterungen bieten und genaue Bekanntschaft
mit der Methode und den Ergebnissen der neueren Forschung zeigen.
Wertvolles Material wird hier aus zum Teil unbenutzten Quellen verarbeitet;
hervorgehoben sei z. B. S. 279 ff. die Uebersicht über den Stand des Volks-
schulwesens im gemeinschaftlichen Gebiete 1769, die sich auf den Visita-
tionsbericht des Generalsuperintendenten Struensee gründet, femer S. 296 ff.
der ausgiebige Exkurs über die Katechismen in Schleswig-Holstein bis
1766, woran sich S. 806 eine Uebersicht über die im Jahre 1766 im gemein-
572 Nachrichten und Notizen I.
gchaftlichen Anteil im Gebrauch befindlichen Katechismen und S. 307 ein
Verzeichnis der zur selben Zeit gebrauchten Gesangbücher anschliesst.
Leipzig. Georg Müller.
Paul Holzhausen, Der Urgross väter Jahrhundertfeier. Eine litterar- und
kulturhistorische Studie. Leipzig, Eduard Avenarius. 1901. 160 S.
Die vorliegende Schrift ist zuerst in einer Reihe von Beilagen zur
^^Allgemeinen Zeitung** erschienen und verdient gewiss die Erneuerung in
Buchform. Freilich ist ein Teil ihres Inhalts, derjenige, der sich auf die
„Säkulardichtungen an der Wende des 18. und 19. Jahrhunderts** bezieht,
inzwischen durch das monumentale Sammelwerk Sauers, das den angege-
benen Titel fuhrt, überholt worden. Aber es blieb für Holzhausen noch
zu kleinen Berichtigungen und Ergänzimgen Raum, unter denen wir
nur mit Verwunderung das von Schiller entworfene grosse Säkulargedicht
(Schillers sämmtliche Schriften. Elfter Theil. Leipzig 1871. S. 410—414)
▼ermissen, auch in seiner fragmentarischen Form die gewaltigste poetische
Huldigung, die dem grossen Moment dargebracht wurde.
Im übrigen hat Holzhausen, der sich ja mit diesem Zeitraum schon in
einer Reihe von früheren Arbeiten wohl vertraut gezeigt hat, das Material
mit grosser Vollständigkeit aus den meist schwer erreichbaren Quellen ge-
schöpft. Er zeigt zuerst, dass sich auch 1799 die Meinungen über den
eigentlichen Beginn des neuen Jahrhunderts schroff gegenüberstanden.
Merkwürdig, dass der Mathematiker Gauss sich für den früheren Termin
entschied, während Goethe und Schiller schliesslich das Richtige erkannten.
Die Schilderung der Art, wie die beiden Dichter angeblich in festlichem
Vereine in das neue Jahrhundert hinüberg^gen , muss der Verfasser am
Schlüsse als unbegründet berichtigen.
Die Skizze des Zustandes der deutschen Kultur um 1800 verarbeitet
ein überreiches Material äusserst gewandt zu einem geschlossenen farben-
reichen Gemälde, ist aber allzu knapp, als dass sie etwas wesentliches Neues
bieten könnte. Sie geht von der Philosophie aus, umschreibt die Verhält-
nisse auf den Gebieten der Poesie und der Wissenschaft], die politische
Lage und berührt mit ganz dürftigen Andeutungen die moralischen und
gesellschaftlichen Verhältnisse. Warum wird die bildende Kunst mit keinem
Worte erwähnt? Wertvoll sind die Nachrichten der gleichzeitigen perio-
dischen Presse über die Säkularfeiern einzelner Städte; auch die üebersicht
der Säkulardichtungen in lyrischer und dramatischer Form, sowie der
humoristischen und satyrischen Schriften, die das Ereignis hervorrief, mag
denen, die Sauers umfangreiche Sammlung nicbt benutzen wollen oder
können, einen willkonmienen Ersatz bieten.
Die Darstellung wird durch einen ungewöhnlichen Reichtum an treffen-
den Vergleichen und Bildern belebt und fesselt den Leser bis zum Schluss.
Besonders hervorzuheben ist die Sorgfalt der Citate mit Angabe der Biblio-
theken, denen die meist so seltenen Quellenschriften entstammen. Nur
einmal weicht Holzhausen von diesem Prinzip ab, indem er S. 60 ohne nähere
Bezeichnung auf „Max Lenz in seinem berühmten Aufsatz in der Cosmopolis**
▼erweist. Ist der wirklich so berühmt? Georg Witkowaki.
Nachrichten und Notizen I. 573
H. V. Petersdorf f, König Friedrich Wilhelm IV. Stuttgart, Cotta, 1900.
Den Anlass zur Entstehung dieses Buches hat es gegeben, dass y. Peters-
dorff Einblick in das Original -Manuskript dei Oerlachschen Tagebücher
erhielt und dabei feststellte, dass in der gedruckten Ausgabe viele cha-
rakteristische Aeusserungen fortgelassen sind; auch erhielt er bei dieser
Gelegenheit Kenntnis von wichtigen Aktenstücken, die Gerlach aufbewahrt
und seinen Tagebüchern beigelegt hatte. Fünf davon teilt er im Anhange
mit — darunter den in verschiedenen Beziehungen interessanten Bericht des
Prinzen von Preussen über die Vorgänge des 19. März 1848. Diese Akten-
stücke und die hier und da mitgeteilten Berichtigungen zu den gedruckten
Gerlachschen Aufzeichnungen verleihen dem Buche seine Bedeutung. Wir
vermögen erst jetzt den Wert der Ausgabe jener Tagebücher richtig einzu-
schätzen. Um aber als Grundlage einer Biographie zu dienen, dazu reichen
die paar neuen Aufschlüsse doch nicht aus, die v. P. gewonnen hat. Er
nennt sein Buch selbst in der Vorrede eine Skizze; als solche will es be-
trachtet sein. In der psychologischen Erkenntnis und Beurteilung König
Friedrich Wilhelms führt es uns nicht über die bisherigen Darstellungen
hinaus. Erich Brandenburg.
Die Verhandlung der 46. Versammlung Deutscher Philologen
und Schulmänner in Strassburg vom 1. bis 4. Oktober 1901 sind
jetzt in einer Zusammenstellung von Prof. M. Erdmann (Leipzig, Teubner
1902) erschienen, ein stattlicher Band von über 200 Seiten. Derselbe ent-
hält auch viele für den Historiker wichtige Mitteilungen nicht bloss in den
Berichten über die Archäologische und die Historisch-epigraphische sondern
auch in den anderen Berichten namentlich über die Germanistische und
Romanische Sektion. Allerdings konnten bei der Fülle des Vorgetragenen
alle diese Berichte nur sehr knapp gehalten werden.
Der Jahresbericht des Grossh. Badnischen General-Landes-
archivs für 1901 ist erschienen und giebt Kunde von der intensiven
wissenschaftlichen Thätigkeit, die dort herrscht und sich auch in der
steigenden Zahl der Archivbenutzer widerspiegelt. Von den Archiv-
inventaren wurde der erste Band zu Beginn des Jahres ausgegeben, der
zweite befindet sich in Vorbereitung.
Die 43. Plenarversammlung der Historischen Kommission bei
der Kgl. Bayerischen Altademie der Wissenschaften tagte vom 21. bis
23. Mai in München. Ihrem Berichte entnehmen wir Folgendes: Von den
Publikationen sind im verflossenen Geschäftsjahre erschienen: Die Jahr-
bücher des deutschen Reichs unter Otto n. , von Karl ühlirz und Allge-
meine deutsche Biographie Bd. 46 Lief. 4 — 6 (mit dem Artikel Bismarck
von Max Lenz). Von der Geschichte der Wissenschaften stehen noch
die beiden Bände aus: Physik (Heller in Budapest) und Schlussband der
Rechtswissenschaft (Landsberg in Bonn). Städtechroniken: Der Druck
von Bd. m der Lübecker Chroniken enthaltend den Schluss der Rufus-
chronik und die Fortsetzung der Detmarchronik etc. bis 1438, soll noch
im Dezember beendet werden. Jahrbücher des deutschen Reiches:
574 Nachrichten und Notizen I.
Die Ausarbeitung der Jahrbücher Ottos III. (ühlirz) ist in Angriff genommen,
die Vorarbeiten für die Jahrbücher Friedrichs II. (Hampe) wurden weiter
gefördert. Band IV der Jahrbücher Heinrichs IV. (Meyer von Knonau), von
108Ö — 1096 reichend, wird im Herbst druckfertig sein und die Jahrbücher
Friedrichs I. (Simonsfeld) sind bis 1154 gefördert worden. Von der
Allgemeinen Deutschen Biographie sollen wieder zwei Bände jähr-
lich zur Ausgabe gelangen. Reich stagsakten ältere Reihe: Bd. 10
Abteilung 2 (Herre) soll Ende des Jahres zur Ausgabe gelangen, ein
Supplementband (Quidde und Otto Weber) ist in Vorbereitung. Bd. 14
und 15, die Regierung Albrechts U. umfassend (Beckmann), ist soweit ge-
diehen, dass im Winter mit dem Druck von Bd. 14 begonnen werden kann.
Für die Anfänge Friedrichs III. bis 1442 (Herre) ist schon ein reiches
Material gesammelt. Reichstagsakten jüngere Reihe: Bd. FV (Wrede
und Fueter, welcher inzwischen ausgeschieden ist) soll demnächst in Druck
gegeben werden. Die Herausgabe süddeutscher Humanistenbriefe
konnte nicht sehr gefördert werden, da Professor Bauch in Breslau (Celtis-
abteilung) schwer erkrankt war, Dr. Reicke in Nürnberg (Pirkheimer-
abteilung) erst jetzt die Arbeiten wieder aufnehmen kann und E. Toelge
(Peutingerabteilung) gestorben ist und für ihn noch kein Ersatz gefunden
wurde. Witteisbacher Korrespondenzen, ältere pfälzische Ab-
teilung: Der Schlussband der Briefe des Pfalzgrafen Johann Kasimir (von
Bezold) soll noch im Laufe dieses Jahres erscheinen. Witteisbacher
Korrespondenzen, jüngere Reihe: Bd. VTI (Karl Mayr in München) und
Bd. IX (Chroust in Würzburg) befinden sich im Druck. Dr. Groetz in
München bearbeitet die Zeit 1628 — 1627, die Akten der Bundestage der
Liga und die Korrespondenz Kurfürst Maximilians I. mit Tillj. Quellen
und Erörterungen zur bayerischen und deutschen Geschichte
Neue Folge, Abteilung Urkunden: Von den Traditionen des Hochstifts
Freising, welche zwei Bände von je 50 bis 60 Bogen bilden werden
(Bitterauf), ist der erste bis auf die Einleitung druckfertig. Abteilung
Bayerische Landeschroniken: Von den Werken des Andreas von Regens-
burg (Leidinger) soll Bd. I noch in diesem Jahre zur Ausgabe gelangen.
Die Chronik des Hans Ebran von Wildenberg (Friedrich Roth in Augsburg)
ist druckfertig. Die Chronik des Ulrich Fuetrer (Spiller in Frauenfeld)
und die Werke des Veit Ampeck (Leidinger) sollen diese Abteilung be-
schliessen.
Personalien. Ernennungen und Befl^rderungen. Akademien und
Gesellschaften. Der o. Prof. der Staatswissenschaften an der Universität in
Wien Karl Theodor von Inama-Sternegg wurde zum auswärtigen
Mitgliede der Akademie der Wissenschaften in Rom und der Prof. der
Kunstgeschichte Jos. Strzygowsky in Graz zum korrespondierenden
Mitgliede des österreichischen archäologischen Institutes in Rom ernannt.
Universitäten und technische Hochschulen. Dem o. Prof. für Römisches
Recht Ludwig Mitteis in Leipzig wurde der Ehrendoktor der philoso-
phischen Fakultät der Universität Breslau verliehen.
Der ao. Prof. an der Universität Czemowitz Johannes Kromayer
Nachrichten und Notizen I. 575
wurde als Nachfolger Eduard Meyers auf den Lehrstuhl für alte Geschichte
nach Halle berufen. Zu o. Professoren wurden ernannt der ao. Prof.
Alfred v. Wretschko (deutsche Rechtsgeschichte) in Innsbruck und der
ao. Prof. Ludwig Traube (lateinische Philologie des Mittelalters) in
München; zum o. Honorar-Professor der ao. Prof. Theodor Schiemann
(osteuropäische Geschichte) in Berlin. Der ao. Prof. für deutsches Recht
in Breslau Walter Schücking wurde als Ordinarius nach Marburg und
der ao. Prof. für deutsches Recht in Freiburg i. B. Conrad Beyerle nach
Breslau berufen. Als Nachfolger Brandis wurde der Assistent am Kgl.
Preussischen historischen Instituts in Rom JohannesHaller zum ao. Pro-
fessor für geschichtliche Hilfswissenschaften in Marburg ernannt. Der
ao. Prof. Alezander Cartellieri in Heidelberg wurde als ao. Prof. für
allgemeine Geschichte auf den neu errichteten Lehrstuhl nach Jena berufen
und mit der Vertretung des erkrankten und beurlaubten 0. Lorenz betraut.
Zum ao. Professor wurde ernannt der Privatdozent für alte Geschiebte
Julius Eaerst in Leipzig.
Es habilitierten sich: Leo Petrisch (Staatswissenschaften) in Graz,
H. V. der Gabelenz (Kirchengeschichte) in München, Karl Franck
(Kunstgeschichte) an der Technischen Hochschule in Stuttgart und Hugo
Schmerber (Kunstgeschichte) an der Prager Handelsakademie.
TodesflUle* Am 23. Februar ist SamuelRawsonGardiner gestorben.
Geboren am 4. Mäxz 1829 hat er das Alter von 73 Jahren erreicht. Sein Name
gehörte zu denen aus der lebenden Generation englischer Historiker, welcher
in Deutschland den besten Klang hatte; so wird auch bei uns sein Verlust
gefühlt und die Bedeutung desselben verstanden werden. Populär ist er
bei uns nicht gewesen und auch in seinem Heimatlande ist er erst gegen
Ende seines Lebens populärer geworden; ja selbst den Fachgenossen hat
er es so gar leicht nicht gemacht. Wohl hatte jeder, welcher einen der
starken inhaltreichen Bände aus seinem Hauptwerke in die Hände bekam
das befriedigende Gefühl über den zuverlässigsten Führer zu verfügen, aber
um diesem Führer zu folgen, musste der Leser etwas von dessen eigener
Ausdauer besitzen. Gardiners Stil ist klar, rein und anziehend, aber das
bedächtige Vorwärtsschreiten von Jahr zu Jahr wirkt ermüdend; absichtlich
wird von ihm eine straffere Konzentration des Stoffes nach bestimmten vom
Autor aufzustellenden Gesichtspunkten vermieden. Das hängt mit Gardiners
eigenartiger Auffassung von den Aufgaben des Historikers zusammen.
Tiefere Wirkungen vermochte er nicht zu erzielen und Schule wird er mit
seiner Eigenart kaum gemacht haben; vorbildlich aber ist er in England
geworden in der meisterhaften Handhabung aller Handgriffe und Feinheiten
der kritischen Methode und auch in der Emsigkeit im Sammeln alles nur
irgend erreichbaren Materials. Was er sachlich zur Begründung der heute
herrschenden Ansichten über das Revolutionszeitalter beigetragen hat, be-
darf der Prüfung im einzelnen. Allein ist er auf seinem Marsche nicht
geblieben und auch nicht immer der erste; in gleich umfassenden Masse
aber hat niemand den Boden geebnet und den Blick frei gemacht. Sein
Lebenswerk ist reich und soweit es ihm möglich war seinen Neigungen zu
entsprechen, ungemein einheitlich gewesen. Von etwa 1860 an, dem Termine
576 Nachrichten und Notizen I.
seiner Uebersiedlung nach London bis an sein Lebensende hat er an der
englischen Geschichte der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts gearbeitet^
durch ein dichtes Gestrüpp von Legenden mit sicherem Schritte sich den
Weg bahnend. In 3 Abschnitten ist sein grosses Werk zur Veröffentlichung
gelangt: von 1868 — 1881 erschienen die Bände (je zwei immer auf einmal),
welche die Darstellung von der Thronbesteigung Jacobs I bis zum Falle der
Monarchie Carls I führten. Es sind alle diese Bände 1883 in zweiter
billigerer Auflage als Gesamtwerk herausgegeben unter dem Titel:
,,A History of England from the accession of James I to the outbreak of
the Civil War." 1603—42. 10 Bände. Von 1886—1891 erhielten wir als
2. Abteilung die Geschichte des Bürgerkrieges; diese ist ebenfalls in zweiter
billigerer Auflage dem Gesamtwerke als Band 11 — 14 angefügt worden.
Von 181)4 — 1901 kam als 3. Abteilung die Geschichte der Commonwealth
und des Protektorats (1648 — 1656) heraus; in drei Bänden. Im Zusammen-
hange mit dem Erscheinen der Darstellung erfolgte die Edition zahlreichen
Quellenmaterials, welches in den Bänden der Camden-Societj, der Scottish
History Society und der Navy Record Society niedergelegt ist. Mit dieser
gewaltigen Arbeitsmasse aber ist seine litterarische Produktivität noch nicht
erschöpft gewesen. Fanden seine Werke während zweier Jahrzehnte nur
geringen Absatz, so schrieb er, um zu seinem Unterhalte beizutragen, eine
Beihe von Schul- und Lehrbüchern, unter welchen seine „Student's History
of England" in ihrer knappen und klaren Zusammenfassung des Wichtigsten
auch uns Dienste müsste leisten können. Unentbehrlich als Quellenbuch
sind uns schon seine „Constitutional Documents of the Puritan Revolution'*
(in 2. Auflage 189ö) geworden; eher übersehen wird seine sehr lesenswerte
„Introduction to English History", welche er der Quellenkunde MuUingers
Yoraussendend, 1881 zusammen mit MuUinger herausgab. Spät, aber noch
nicht zu spät, ist es dann die reiche wissenschaftliche Anerkennung ge-
wesen, welche ihm den Weg zur Popularität geebnet hat. Dem ehrenvollen
Auftrage 1896 in Oxford die ersten „Ford-Lectures" zu halten, verdanken
wir das treffliche kleine Bändchen „Cromwells Place in History", in welchem
die Summe seiner Ergebnisse vorgetragen ist, zugleich unter weiterem Ge-
sichtskreise, als es seine Art sonst zu sein pflegte. 1896 schrieb er den
Text zu einem an das vornehme Publikum sich wendenden Prachtwerke;
dieser Text (ohne Dlustrationen) ist jüngst zu geringem Preise zugänglich
gemacht worden (1902). Neben seiner litterarischen Thätigkeit ging die
des Lehrers, des Universitätsdozenten, des Examinators einher; von
1890 — 1901 wurde er seines hohen Ansehens wegen zum Chief-Editor der
English Historical Review berufen. Eine Herzensfreude muss es diesem
Manne mit der eisernen Energie und dem unermüdlichen Fleisse gewesen
sein, dass er sein für seine Forschungen sich gestecktes Endziel immer
näher rücken sah, und thatsächlich hat er es erreicht, dass sein Lebens-
werk so gut wie abgeschlossen vor uns liegen wird. Bis zum Tode Cromwells,
nicht bis zur Restauration wünschte er zu gehen; eines Bandes hätte es
wahrscheinlich nur noch bedurft. Für diesen Band soll allerdings nur erst
ein einziges Kapitel fertig gestellt sein; aber es steht zu erwarten, dasa
der Vollstrecker von Gardiners litterarischem Nachlass, sein Freimd und
Nachrichten und Notizen I. 577
Stadiengenosse Dr. C. H. Firth diesen Schlussband, in Gardiners Sinne und
Geiste geschrieben, uns bescheeren wird. Ob wir Gardiner zu den Aller-
ersten in unserer Wissenschaft zu zählen haben, diese Frage mag offen
bleiben; aber ein schöner und sicherer Lohn wird ihm zu teil werden: er,
in dessen Adern puritanisches Blut floss und welcher als Abkomme Cromwells
sich der Epoche, die er beschrieb, persönlich nahe fühlte, wird fortan durch
sein Werk mit dem Andenken an die puritanische Revolution ewig ver-
knüpft bleiben. F. S.
Am 19. Juni ist Lord Acton, auf deutschem Boden, in Tegemsee^
im Alter von 68 Jahren gestorben. Er hatte zuletzt die Stelle des regius
Professor of Modem History als Nachfolgers Seeleys an der Universität
Cambridge inne. Ein Abkomme eines alten dem mittleren englischen
Landadel angehörigen Geschlechts, ein Peer of the Realm, ein Lord in the
waiting to the Queen, hat er sich als Geschichtsprofessor am Ziele seiner
Wünsche gefühlt. Noch in frischer Erinnerung ist seine geistvolle (ins
Deutsche übersetzte und auch in dieser Zeitschrift besprochene) Antritts-
vorlesung „üeber das Studium der Geschichte". Seine letzte Thätigkeit
galt dem von ihm ins Leben gerufenen grossen Unternehmen der „Cambridge
Modem History**, einer in 12 Bänden geplanten, von verschiedenen Autoren
zn schreibenden allgemeinen Geschichte der Neuzeit; die Ueberanstrengung
bei den Mühen, das grosse Sammelwerk zu organisieren, soll mit zu seiner
tötlichen Erkrankung beigetragen haben. In Deutschland ist sein Name
manchem vertraut als der des Gesinnungsgenossen Döllingers und des Ver-
ehrers von Ranke. Letzterem und der deutschen Geschichtswissenschaft
überhaupt zollte er einen schönen Tribut, als er die 1886 neubegründete
„English Historical Review" mit einem Artikel über „German schools of
History** eröffnete (ebenfalls ins Deutsche übersetzt von J. Lnelmann).
Actons Bedeutung ist aber doch nicht auf dem engeren Gebiete unserer
Fachwissenschaft zu suchen. Wer seinen Einfluss nach der Zahl seiner
historischen Werke schätzen wollte, würde ihn gering anzuschlagen haben.
Wir hören, er habe eine grosse allgemeine Geschichte der bürgerlichen
und religiösen Freiheit in Europa geplant und ungeheueres Material für
eine solche gesammelt; erschienen ist diese nicht. Er nimmt seine Stelle
inmitten der allgemeinen Strömungen des englischen Geisteslebens ein;
von hier aus werden seine Wirkungen zu erkennen sein. In seiner Welt-
anschauung, welche Verwandtes mit der Gladstones aufweist, wurzelt seine
Geschichtsauffassung. Als Dozent hat er es mit seiner umfassenden Gelehr-
samkeit und seinen sprühenden Geistesblitzen nicht jedem leicht gemacht
ihm zu folgen. Sein unmittelbares und sichtbarstes Verdienst um die
englische Geschichtswissenschaft ist es, dass er dahin gewirkt hat, das
Studium der neueren Geschichte auf den gleichen Rang mit den bisher
bevorzugten klassischen Studien zu erheben. F. S.
Im August starb im Alter von 29 Jahren der Privatdozent für öster-
reichische Geschichte an der Universität Prag Oscar Wanka Edler
von Rodlow.
Am 20. August starb in Leipzig der Buchhändler Albrecht Kirch-
hoff, Ehrendoktor der Leipziger philosophischen Fakultät, der sich um die
578 Nachrichten und Notizen I.
Erforschung der Geschichte des deutschen Buchhandels grosse Verdienste
erworben hat.
Kürzlich verstarb im Alter von 61 Jahren der o. Professor der historischen
Hilfswissenschaften in Innsbruck Ferdinand Ealtenb runner. Ein Ober-
Österreicher von Geburt, hat K. in Wien studiert, in den J. 1873 — 76 als
ord. Mitglied den Kurs am Institut für Österr. Geschichtsforschung in Wien
absolviert, sich in Graz habilitiert, um 1882 als ao. Professor für bist.
Hilfswissenschaften nach Innsbruck berufen und 1892 zum Ordinarius be-
fördert zu werden. Mit Studien über den Augsburger Kalenderstreit und
die Kalenderreform hatte K. seine wissenschaftliche Thätigkeit begonnen
(Sitzungsberichte der Wiener Akademie 1876. 1877; Mitt. des Instituts I),
bald hat er sich indessen dem Studium des älteren päpstlichen Urkunden-
wesens gewidmet. Gemeinsam mit Löwenfeld und Ewald besorgte er die Neu-
bearbeitung der Jaff^schen Regesta pontificum(lH86 — 86), als Ergebnis seiner
Forschungen im Yaticanischen Archiv veröffentlichte er sodann eine Reihe
von Aufsätzen in den Mitteilungen des Instituts (Bd. 1. 6. 6. 7), darunter
die Untersuchung über päpstliche Register des 13. Jahrhunderts, die von
Denifle heftig angegriffen wurde, aber trotz mannigfacher Irrtümer nicht
ohne Verdienst war. Anfang der 80. Jahre hatte ihn und Fanta die öster-
reichische Regierung beauftragt, im Vaticanischen Archiv Forschungen über
die Beziehungen Rudolfs und Adolfs zur Kurie anzustellen. Als Fracht
dieser Arbeit erschienen 1889 die „Aktenstücke zur Geschichte des deutschen
Reichs unter Rudolf I. und Albrecht I." Dann hat sich K. wieder den
Kalenderstudien zugewandt. Er plante eine umfassende Geschichte der
Kalenderreform, war indessen offenbar durch eine beginnende Krankheit,
die schliesslich geistige Umnachtung herbeiführte, schon Jahre hindurch
in seiner Arbeitskraft gelähmt.
Der drei bedeutenden Historiker, die in letzter Zeit verstorben sind:
Julius Ficker, Ernst Dümmler und Konrad Maurer, wird diese
Zeitschrift demnächst eingehend gedenken.
579
Nachrichten nnd Notizen n.
Die zweite Auflage des Qaellenbuches zar Schweizergeschichte
Yon Wilh. Oechsli liegt nunmehr vollendet Tor. Dass die äussere Form
des Buches im wesentlichen dieselbe geblieben und nur bei der Wahl der
einzelnen Stucke und an ihrem Kommentar diejenigen Veränderungen vor-
genommen worden seien, die der Herausgeber teils zur Erhöhung seiner
Brauchbarkeit, teils mit Rücksicht auf neue Ergebnisse der Forschung für
geboten erachtete, wurde schon in der Anzeige der 1. Lieferung bemerkt
(s. diese Zeitschrift 4, 302) und diese Bemerkung behält ihre Richtig-
keit für das ganze Buch. Nicht nur die streng chronologische Anord-
nung des Stoffes, sondern auch dessen Gliederung in vier Gruppen ist bei-
behalten. Im Einzelnen sind jedoch die Veränderungen zum Teil recht
ausgiebiger Natur. Es wurden 52 Stücke ganz ausgeschieden, dafür 86
neu aufgenommen und 6 stark abgeändert. Trotz dieser Vermehrung um
34 Nummern und einer Verstärkung um 100 Seiten reicht die neue Auf-
lage zeitlich nur bis 1816 und nicht mehr wie die frühere bis 1874. Diese
Kürzung ist jedenfalls durch die bei solchen Büchern besonders schwer
wiegenden ökonomischen Rücksichten bedingt, bildet zugleich aber auch
einen unverkennbaren Nachteil der neuen Auflage. Deshalb sei gleich hier
für die zu erwartende dritte Auflage der Wunsch ausgesprochen, dass darin
mindestens jene zuerst festgesetzte chronologische Grenze wieder hergestellt
werde. Dass dies ohne eine weitere merkliche Belastung des Buches, nur
durch eine nochmalige sorgfältige Sichtung des Stoffes geschehen kann,
scheint mir ausser Frage. So z. B. Hessen sich unbedenklich die dem
Urbar entnommenen Stücke reduzieren. Im Uebrigen thut dieser Umstand
dem Werte des Buches, das auch einen erfreulichen äusseren Erfolg für
sich hat, keinen Abbruch.
Basel. R. Thommen.
Hans Schreuer: Qntersuchungen zur Verfassungfgeschichte der böhmi-
schen Sagenzeit, in G. Schmollers Staats- und socialwitsenfchaftlichen
Forschungen Bd. XX Heft 4. Leipzig 1902. S. 108.
Nach den vernichtenden Schlägen, welche die historische Kritik neuer-
dings gegen die Glaubwürdigkeit des Kosmas geführt, muss der Versuch,
die ältere böhmische Verfassungsgeschichte aus der von Kosmas Über-
lieferten Sage zu rekonstruieren, als kühnes Wagnis erscheinen. Auch die
Sage hat zweifellos als Spiegel der Kultur- und Rechtsideale eines Volkes
geschichtlichen Quellenwert, wenn sie in echter, volkstümliclfer Gettalt
überliefert ist. Dass diese Voraussetzung für die böhmische Tradition trotz
poetischer Uebertreibungen und Konstruktionen des Kosmas, trotz zabl-
Hlstor. TierteUahnohrift. 190S. 4. 40
580 Nachrichten und Notizen II.
reicher wörtlicher Entlehnungen des Chronisten aus BoStius, Justinus, Re-
gino u. a. im wesentlichen zutrifft, hat Schreuer aus vergleichender Be-
trachtung indogermanischer Zustände, Tolkswirtschaftlichen Erwägungen
allgemeiner Art, vor allem durch sorgfältige Quellenkritik und Rückschlüsse
aus der üeberlieferung historischer Zeit, wie mir scheint, erfolgreich be-
wiesen. Eine Bestätigung seines Ergebnisses sieht er in der Möglichkeit,
den Sageninhalt zeitlich zu fixieren. Für die schon von Gutschmid ver-
mutete Identität des Przemysl der Sage und des historischen Samo bringt
er neue beachtenswerte Beweise xmd auch die Identifizierung der in der
Neklansage geschilderten Begebenheiten mit Karls des Grrossen Unter-
nehmungen gegen Böhmen (806, 806) hat grösste Wahrscheinlichkeit
für sich.
Indem er den Sagenstoff in vier Perioden, das goldene Zeitalter, die
Zeit des Eigentums, des Przemysl xmd Neklan zergliedert, Bchildert Sehr,
die ältesten Eigentums- und Wirtschaftsverhältnisse, das Familien- bezw.
Ehe- und Geschlechtsleben, die Organisation des Volkes in generationes
(Sippen), tribuB (Gruppe von Sippen, entsprechend etwa der germanischen
Hundertschaft), plebes, die Staaten Vereinigungen und rechtliche Natur des
Fürstentums, endlich als „besonders wichtiges Element der sagenhaften
Sozialverhältnisse Böhmens** die „Friedfertigkeit" des Volkes. Hervorge-
hoben seien die Ausführungen über das Seniorat (S. 60, 61) und die Haus-
kommunion (S. 63 ff.). Schreuer vertritt hier, wie vor ihm besonders Job.
Peisker, im Gregensatz zu J. Lippert u. a. die Ansicht, dass die aus der
modernen südslavischen Zadruga bekannte Form der Hauskommunion keine
uralte, für Böhmens Entwicklung grundlegende Institution gewesen sei.
Mag er hier und da die Ursprünglichkeit und Glaubwürdigkeit der
Tradition des Kosmas vielleicht ein wenig überschätzt haben, jedenfalls ist
die vorsichtige, methodisch exakte Art der Behandlung unter Berück-
sichtigung der konkreten Verhältnisse und unter Vermeidung ^wülkürlicher
Verallgemeinerungen, wie man sie bei einigen modernen Vertretern der
Geschichts- und Sozialwissenschaft findet, der einzig mögliche Weg, um
den historischen Kern des Sagenstoffes der Geschichts- und vergleichenden
Rechtswissenschaft nutzbar zu machen. H. Spangenberg.
Der einheitliche Charakter, der sich für den 4. Band des Hohen-
zollernjahrbuchs aus seiner Bestimmung einer Festgabe zum 200jährigen
Jubiläum der preussischen Königskrone ergab, tritt auch bei seinem Nach-
folger (Hohenzollemjahrbuch 1901, Berlin u. Leipzig, Giesecke & Devrient
IV, 276 S.) zu Tage; mit nicht weniger als fünf Biographieen hähenzollem-
scher Fürstinnen und Prinzessinnen ist er gewissermassen ein Damenpräsent
geworden. Ein schlichter Nachruf auf die Kaiserin Friedrich eröffnet ihn,
Bailleu schildert „Königin Luise als Braut", Oberst de Bas „Friederike
Luise Wilhelmine, Prinzessin von Preussen, Königin der Niederluide*' ;
^iber „eine brandenburg^sohe Prinzessin auf dem siebenbürgisohen Fürsten-
throne^^ (Kurfürst Georg Wilhelms Schwester Katharina, die zweite G^emaMin
Bethlen Gabors) berichtet Schuster, über „Dorothea, die erste preussische
Herzogin (gest. 1547)'^ Tschackert. Freilich hat das Material nur bei oner
Nachrichten und Notisen n. 5gX
£u einem BtinmmngsvoUen SeelengemlQde ausgereicht, daför aber auch bei
der hohenzollemschen Fürstin, die uns von allen die teuerste ist. Der
JBriefwechsel Friedrich Wilhelms UI. und Luisens giebt über ihre erste
Begegnung, die schüchterne, ungeschickte Werbung des Kronprinzen, den
Grad der Zuneigung auf beiden Seiten, die ersten Versuche einander zu
bilden und zu erziehen, die geringen litterarischen Interessen des Bräu-
tigams, die kleinen weiblichen Schwächen der Braut die dankenswertesten
Aufschlüsse. Yorzäglich passen zu diesem Rahmen die Beiträge des Heraus-
gebers Paul Seidel ,^ur Geschichte der Kunst unter Friedrich dem Grossen^';
der eine würdigt Georg Friedrich Schmidt, den ersten Illustrator und
Drucker Friedrichs des Grossen, der andere die Prunkdosen des Königs;
auch sie gipfeln wie ältere Arbeiten Seidels in dem Nachweis einer regen
Produktion in Berlin und Potsdam. Der Aufsatz Menadiers „Schaumünzen
der HohenzoUem-Herrscher in Brandenburg-Preussen^' ist ein Yerkürzter
Abdruck seiner Einleitung des zur Zweihundertjahrfeier erschienenen Pracht-
werkes „Schaumünzen des Hauses HohenzoUem.'' Fünfzehn interessante
Karikaturen vom Hofe Friedrichs des Grossen hat Fürst Eulenburg aus
dem Liebenberger Archiv veröffentlicht, die facsimilierten Handschriften
der alten hohenzollemschen Kurfürsten (Albrecht Achilles' und Johanns)
hat Wagner, die der brandenburg-preussischen Regenten vom Anfange des
16. bis Ende des 19. Jahrhunderts Erhardt mit erklärenden Notizen ver-
sehen. Individuell werden erst die Schriftzüge Joachims L; von den Vor-
jg&agem von Albrecht Achilles sind überhaupt keine vorhanden. Eine
„Stammtafel der Kurfürsten von Brandenburg, der Markgrafen von Ansbach
und Bayreuth und der Herzöge in Preussen^^ hat Schuster angefertigt;
,^as Turnier zu Ruppin 1612'' bespricht Wagner an der Hand der 1718
von Gnndling neu herausgegebenen Bellica Progymnasmata des Yigilantius ;
manches Neue über „Behnisch, den ersten Erzieher des nachmaligen Königs
Friedrich Wilhelm HI.'' teilt aus Privat- und Staatsarchiven Amtsrat
Bimpau mit. „Vom Hofe Friedrich Wilhelms I.*' betitelt Krauske eine
meisterhafte Schilderung des geselligen und des Familienlebens, der mili-
tärischen Revuen und der Jagden, der wissenschaftlichen, religiösen und
künstlerischen Interessen dieses so ganz auf den Nutzen und das Praktische
gerichteten Geistes; es ist wieder ein guter Schritt vorwärts zu der hoffent-
lich nicht mehr lange auf sich warten lassenden Biographie des grossen
Soldatenkönigs. In die jüngste Gegenwart führt Seidels Referat über die
Hohenzollemausstellungen in Paris und in der Berliner Akademie der
Wissenschaften und Kosers Kommentar der historischen Denkmäler in der
Siegesallee des Berliner Tiergartens. Als Miscellanea veröffentlicht Krieger
einen Brief der Prinzessin Friederike von Solms über den Tod ihrer
Schwester, der Königin Luise, Koser den Reis^ass des Prinzen August
von der Strassburger Reise Friedrichs des Grossen 1740 und ein handels-
politisches Programm des Königs vom 1. Oktober 1749, Friedländer Etats
der königlichen Hofkapelle 1760 und 1766, Klossowski Michael Willmanns
Allegorie auf den Grossen Kurfürsten und Seidel eine Miniaturmalerei,
welche die Wegnahme Breslaus durch preussische Truppen am 1. August
1741 darstellt. Paul Haake.
40*
582 Nachrichten und Notizen IL
Aus dem Briefwechsel König Friedrichs I. von Preussen und
seiner Familie. Herausgegeben von Ernst Berner. (A. u. d. T.:
Quellen und Untersuchungen zur Geschichte des Hauses Hohenzollem
Bd. 1.) — Berlin, Alexander Duncker 1901. XXXm, 4ö2 S.
Seit einigen Jahren ist in dem von Paul Seidel herausgegebenen
Hohenzollemjahrbuch eine Sammelstelle für die Forschungen zur Familien-
geschichte des preussischen Königshauses geschaffen, die nunmehr in den
von Ernst Bemer begründeten ,,Quellen und Untersuchungen zur Oeschichte
des Hauses Hohenzollem^^ eine würdige und erwünschte Ergänzung ge-
funden hat. Gleich der erste Band des neuen Unternehmens rechtfertigt
die günstigen Erwartungen, die man an die Person des Herausgebers zu
knüpfen geneigt ist. Den Hauptinhalt des stattlichen Bandes bildet die
Correspondenz König Friedrichs I. mit seiner Schwiegermutter, der Kur-
fürstin Sophie von Hannover, eine umfangreiche Sammlung, die aber in
Wirklichkeit nur eine kleine mit Bedacht und Takt zusammengestellte
Auswahl aus der ungeheuren Zahl der erhaltenen Briefe darstellt. So
gross die Zahl der Briefe der vielschreibenden, mit aller Welt in Correspon-
denz stehenden Kurfurstin ist, die an anderen Stellen schon veröffentlicht
wurde, so gering war bisher die Summe der veröffentlichten Briefe des
ersten Preussenkönigs , wie denn auch das Urteil, das man bis auf den
heutigen Tag über ihn zu fällen gewohnt ist, im Grunde mehr auf der von
Geschlecht zu Geschlecht fortgeerbten Ueberlieferung als auf einer syste-
matischen und quellenmässigen Durchforschung des Materials zur Geschichte
seiner Regierung und seiner Persönlichkeit beruht. Die Zeugnisse nun, die
unsere Publikation beibringt, werden sicherlich dazu beitragen können, das
Urteil über ihn als Menschen deutlicher und günstiger zu gestalten, für
seine Leistungen und Absichten als Politiker aber ist das in dem Brief-
wechsel gebotene Material, so viel Aufklärungen und Berichtigungen wir
auch im einzelnen erhalten, doch nicht ausreichend und zusammenhängend
genug, um die gegenüber der bisherigen Auffassung etwas zu optimistische
Anschauung, die der Herausgeber in der die Briefe erläuternden instruktiven
Einleitung und jüngst auch an anderer Stelle dargelegt hat, genügend
rechtfertigen und begründen zu können.
Hinter dem Briefwechsel König Friedrichs und der Kurfürstin Sophie
bleiben die übrigen in dieser Publikation veröffentlichten Correspondenzen
an Umfang weit zurück. Immerhin haben die meisten von ihnen unter
diesem oder jenem Gesichtspunkt betrachtet so viel Wert, dass ihre Auf-
nahme in die Sammlung wohl gerechtfertigt erscheint und insbesondere zur
Kennzeichnung des ersten Preussenkönigs und seiner nächsten Angehörigen
ist auch in ihnen ein wertvolles Material niedergelegt. Es sind einmal ein
paar an ihren Gatten gerichtete Schreiben der Königin Sophie Charlotte,
deren Briefe als archivalische Seltenheit gelten und Briefe der Königin an
ihren Sohn, den späteren König Friedrich Wilhelm L, die das Verhältnis
zwischen Mutter und Sohn, diesen in ihrer Eigenart so grundverschieden
gerichteten Naturen, sehr viel inniger und sehr viel mehr auf gegenseitigem
Verständnis und Einvernehmen beruhend erscheinen lassen als man bisher
anzunehmen gewohnt war. Ein gleich inniges und liebevolles Verhältnis
Nachrichten und Notizen II. 583
zwischen dem Vater und seinen Kindern bezeugen die mitgeteilten Briefe
König Friedrichs an seinen Sohn and seine Tochter, die Erbprinzessin
Louise Dorothea Sophie von Hessen-Kassel. Der Briefwechsel zwischen der
Kurfürstin Sophie und ihrer Tochter auf dem preussischen Königsthrone
ist, wie man weiss, vernichtet worden: ein um so grösseres Interesse werden
einige hier mitgeteilte aus dem Jahre 1688 stammende Briefe erregen, die
in einer yon Leibniz genommenen Abschrift überliefert worden sind. Von
Leibniz selbst werden ein an die Kurfürstin Sophie gerichteter Brief und
einige Schreiben an den Ceremonienmeister von Besser mitgeteilt, die für
die Geschichte der ersten Jahre der Berliner Akademie der Wissenschaften
von Bedeutung sind.
Berlin. V. Loewe.
R. Reinhard, Die wichtigsten deutschen Seehandelsstädte. Ein Beitrag
zur Geographie deutscher Städte. Dissert. Leipzig. Forschungen zur
deutschen Landes- und Volkskunde Xlll 6. Stuttgart iv^Ol. 82 S.
Die geographischen Bedingtheiten der städtischen Siedelungen sind in
zusammenfassender Betrachtung der so mannigfaltigen bedingenden Faktoren
geistvoll zur Darstellung gebracht von F. Ratzel in seiner Anthropogeographie
und seiner politischen Geographie. Für die norddeutsche Tiefebene im be-
sondem hat vor allem F. G. Hahn in einer trefflichen Abhandlung über
die Städte derselben auch dem Historiker wertvolle Aufschlüsse gegeben.
Reinhard wählt sich für «eine Untersuchung die deutschen Seestädte
Bremen, Hamburg, Kiel, Lübeck, Stettin, Danzig und Königsberg, zieht
aber auch kleinere wie Emden, Rostock, Stralsund, leider aber gamicht
das interessante Wismar zur Vergleichung und als Beispiele heran. Diese
Städte bilden eine besondere geographische Gruppe, weil bei ihnen die
Abhängigkeit von den beiden Hauptformen der Erdoberfläche, Land und
Wasser, am deutlichsten zu Tage tritt. Dass sie überdies eine Mannig-
faltigkeit der anthropogeographischen Erscheinungen durch eine lange
Siedelungsgeschichte, von sehr alten bis zu sehr jungen Stadtteilen, bieten,
unterscheidet sie zwar nicht von vielen anderen Städten des deutschen
Binnenlandes, ist aber auf dem Hintergrunde der ihnen gemeinsamen Be-
sonderheit ihrer Lage ein weiteres Moment der Uebereinstimmung.
Die auch für den Historiker in mancher Hinsicht dankenswerte Schrift
hält sich fem von Willkürlichkeiten und üebereilungen, wie sie sich nicht
selten in Betrachtungen über Städtelagen und die Wirkungen derselben
finden. Sie ist anschaulich und fesselnd abgefasst. Was R. in den ersten
beiden Kapiteln mit Rücksicht auf die Verkehrsgelegenheiten über die Lage
der Seestädte in klimatischer Hinsicht, nach ihrer Bedeutung für den Welt-
verkehr, ihrer Beziehung zum Hinterlande und zu einander, über die Häfen
und die Fahrrinnen zum Meere ausführt, wird von ihm häufig teils durch
Heranziehung früherer Verhältnisse und Vorgänge erläutert, teils zur Er-
klärung dieser verwendet. Im dritten Kapitel behandelt er die räunüiche
Entwicklung der eigentlichen Ansiedelungen und wendet sich von der Be-
trachtung der heute vorliegenden Ausdehnungs- und Ansiedelungsart rück-
wärts in Beantwortung der Frage, wie unsere Seestädte zu dem geworden,
584 Nachrichten und Notizen U.
mM sie heute sind. Er bespricht femer charakteiistisohe Strastenzüge
und die Ursachen ihrer Entstehung, geographisch interessante Straasea«»
namen, die fast sämtlich der Vergangenheit entstammen; auch in seinen'
Ausfährxmgen über die Bauart der Häuser, wofür eine Anzahl Photo«
graphien beigegeben ist, nimmt er kurz Bezug auf die früheren Bau*
yeriiältnisse. Zwei Pläne zeigen nebeneinander die Grundrisse der sieben
Städte in ihren gegenwärtigen charakteristischen Ausdehnungsformen sowie
in ihrer früheren Gestalt.
Kiel. Daenell.
Der Professor (Prof esseur-Adj eint) an der Universität Lyon Sl^astien
Charläty veröffentlicht eine Bibliographie critique de lliistoire de Ljon-
depuis les origines jusqu'ä 1789, welche auf 367 Seiten mehr als 2800 Titel
bietet. Das Werk bildet von den Annales de l'universitä de Lyon N. S. ü.
fasc. 9. Lyon, Paris 1902. Preis 7,60 fr.
Professor Gustav Buchholz in Leipzig giebt eine Bibliothek der
sächsischen Geschichte und Landeskunde heraus. (Verlag S. Hirzel
in Leipzig.) Die Sammlung will den bisher vernachlässigten Partien der
neueren sächsischen Geschichte ihre Aufmerksamkeit in erster Linie zu-
wenden. Als erstes Heft des 1. Bandes gelangte zur Ausgabe: R. Becker,
der Dresdener Friede und die Politik Brühls.
Kirchenrechtliche Abhandlungen erscheinen im Verlag von
Ferdinand Enke in Stuttgart, herausgegeben von Ulrich Stutz. Die
Sammlung will kirchenrechtlichen Einzeluntersuchungen, die nach Inhalt
und Umfang eine gesonderte Veröffentlichung verdienen, zu einer solchen
verhelfen, gleichsam ein Seitenstück zu Gierkes Untersuchungen z. deutschen
Staats- u. Rechtsgeschichte, zu Schmollers Staats- imd sozialwissenschaft-
lichen Forschungen werden. Jede aktuelle Kirchenpolitik soll ausgeschloss^i
bleiben, dagegen sollen die Thore der kirchenrechtlichen Abhandlungen auch
Arbeiten von Nichtjuristen weit geöffnet sein. Als erstes Heft gelangte
zur Ausgabe: Burkhard von Bonin, Die praktische Bedeutung des ins re-
formandi. Demnächst werden erscheinen: Richard Scholz, Die Publicisük
zur Zeit Philipps des Schönen; Heinrich Schäfer, Pfarrkirche und Stift im
deutschen Mittelalter.
Die Ausgabe 1902 der bekannten Otto Hübnerschen Geographisch-
statistischen Tabellen aller Länder der Erde, bearbeitet von Prof.
Fr. V. Juraschek, Verlag H. Keller in Frankfurt a. M., ist kürzlich erschienen.
Die Heidelberger Universitätsbibliothek hat eine interessante Sammlung:
von Briefen der beiden Historiker Schlosser und Gervinus zu G^^schenk:
erhalten.
Die grosse Büchersammlung von Lord Acten hat John Morley, dem, ue
durch Erbschaft zugefallen war, der Universität Cambridge Überwiesen.
Der Thüringisch-Sächsische Geschichtsverein hatte zur Feier
des 60jährigen Doktoijubiläums des inzwischen verstorbenen Vorsitundeni
der Gentraldirektion der Monumenta Germaniae Historica, Ernst Dünimler,
eine kleine Festschrift (Halle, Ed. Anton 1902, 1»9 S.) erscheinen lassen,
welche folgende zum Teil sehr interessante Beiträge enthält: Geschieht
Nftchrichten und Notizea IL 585
lieber üeberblick über die Entwickelmig des thünngisch-sächsiBcbea Gre-
BcbichtB- and AlterkunBvereiiifl von Gustav Hertzberg. Der halliscbe
Universitätskaiizler Johann Peter von Ladewig von Beinhold Brode. üeber
eine Sammlang Strassbnzger Ordnungen and Mandate von 1618—1678 aas
der üniyeraitätsbibliothek za Halle von Max Pedbach. Die Thronkandidabur
Hobenzollem and Graf Bismarck von Walther Schnitze.
Der Internationale Historikerkongress des Jahres 1900 in
Paris ist jetzt zar YerOffentlichang der dort gehaltenen Vorträge geschritten.
Sie fdnd erschienen in Paris bei Aimand Colin als Annales internationales
d*histoire: Congr^ de Paris 1900 and bilden nach Sektionen gegliedert
7 Hefte von zasammen mehr als 1500 Seiten.
In Innsbrack tagte am 9. September der 7. Internationale Kunst-
historiker-Kongress unter dem Vorsitze von Professor Schmaraow ans
Leipzig. Von den Vorträgen erwähnen wir nur den von Dr. Leitschuh
aus Strassburg über die Methoden der stilistischen Untersuchung firüh-
mittelalterlicher Bilderhandschriften, und von Dr. Pazaureck in Reichenbezg
über die Errichtung von Kunstarchiven. Die nächste Tagung soll in Stock-
holm stattfinden.
Am 1. Mai fand in Stuttgart die 11. Sitzung der Wfirttembergiselien
KommlBsion ffir LaBdesgescliiclite statt, üeber den Stand der Arbeiten
wurde berichtet, dass von der Korrespondenz des Herzogs Christoph sich
Bd. 3 im Druck befindet, dass aber der Druck des Heilbronner ürkunden-
buches unterbrochen werden musste. Von den Geschichtlichen Liedern und
Sprüchen aus Württemberg ist Heft 3 im Umfang von 10 Bogen fertig ge-
druckt und von der Geschichte der Behördenorganisation in Württemberg,
bearbeitet von Wintterlin, konnte das 1. Heft ausgegeben werden.
PMiMBalien* Emennungeii ud Beförderungen. Akademitn. Die
k. b. Akademie der Wissenschaften wählte zu ordentlichen Mitgliedern der
historiflchen Klasse: Hans Prutz, früher Professor der Geschichte in
Königsberg, und den ao. Prof. der historischen Hilfswissenschaften H. Si-
mon sfeld in München; zu korrespondierenden Mitgliedern: G. F. Knapp,
Professor der Staatswissenschaft in Strassburg i. E.; A. Hauck, Professor
der Kirchengeschichte in Leipzig; H. Hüffer, Professor der Rechtsgeschichte
in Bonn; Ettore Pais, Professor der alten Geschichte in Neapel und
F. W. Maitland, Professor des englischen Rechtes in Cambridge.
UniversitäUn und Technische HodisdtuUn. Der o. Professor Dr. Georg
Erler in Königsberg wurde nach Münster versetzt. Der ao. Professor ft^
neuere Kunstgeschichte A. Matthaei in Kiel wurde zum o. Professor er-
nannt, der ao. Professor der Nationalökonomie KarlOldenberg als Or-
dinarius nach Greifswald berufen, der ao. Professor für germanische Philo-
logie Arnold Berger in Kiel nach Halle versetzt.
Der Privatdozent für Kunstgeschichte C. Boden stein an der Tech-
nischen Hochschule in Wien wurde zum ao. Professor ernannt. Der ao.
Professor der deutschen Sprache Wunderlich in Heidelberg geht ab
Bibliothekar an die Kgl. Bibliothek nach Berlin.
586 Nachrichten und Notizen 11.
Es habilitierten sich: R Scholz für mittlere und nenere Geschichte in
Leipzig, Grub er für Geschichte und Sisic für kroatische Geschichte in
Agram und H. Egger für Kunstgeschichte in Wien.
Museen. Der Professor L. Kämmerer in Berlin, Assistent am Kgl.
Kupferstichkabinet, wurde zum Direktor des Provinzialmuseums in Posen
ernannt.
Todesfälle. Kürzlich starb im Alter von 69 Jahren Alexander
Schweizer, Professor für Kriegsgeschichte am Polytechnikum in Zürich.
Am 12. Oktober starb im ö2. Lebensjahre der verdiente Direktor des
Trierer Provinzialmuseums Felix Hettner. Er war am 29. Juli 1851 in
Jena geboren als der Sohn des berühmten Litterarhistorikers Hermann
Hettner. Auf St. Afra in Meissen und dem Gymnasium in Bautzen for
die Universität vorgebildet studierte er in Leipzig und später in Bonn so-
wohl Archäologie wie Philologie. Seine erste bedeutsame Arbeit war der
Katalog des Königlichen Museums der vaterländischen Altertümer in Bonn.
Sie lenkte die Aufmerksamkeit auf ihn und so kam es, dass er kaum
26 Jahr alt als Direktor an das neugegründete Trierer Provinzialmuseum
berufen wurde. Er war hier der rechte Mann am rechten Fleck, das hat
er in zweiundzwanzigjähriger Thätigkeit an dieser Stelle deutlich bewiesen.
Denn mit ihm kam neues Leben in die archäologische Forschung der Rhein-
lande und seine mit der grössten Sachkenntnis und Umsicht geleiteten
Ausgrabungen haben allenthalben die glänzendsten Erfolge gehabt. Ein
weites Feld der Thätigkeit war ihm bis zuletzt noch in der Reichslimes-
kommission gegeben, deren archäologischer Leiter er geworden war. Die
Ergebnisse seiner Forschungen sind zum grossen Teil in dem Westdeutschen
Correspondenzblatt und der Westdeutschen Zeitschrift niedergelegt, die er
seit 21 Jahren erst im Verein mit Lamprecht, später mit Hansen herausgab.
Am 17. Oktober starb in Graz der o. Universitätsprofessor der österr.
Geschichte Hofrat Franz Xaver Krones Ritter von Marchland.
Geboren 19. November 1885 zu Ungarisch-Ostrau in Mähren, war er nach
Absolvierung der Studien in Wien als Professor an der Rechts akademie in
Kaschau, dann am Gymnasium zu Graz thätig. 1862 habilitierte er sich
an der Universität, 1865 ward er Professor und ist der Hochschule Graz
treu geblieben. Ein überaus produktiver Gelehrter, hat er die verschie-
densten Gebiete österreichischer Geschichte teils durch selbständige Quellen-
forschungen aufzuhellen versucht, teils in zusammenfassenden Werken be-
handelt. Die böhmische und ungarische, in den letzten beiden Jahrzehnten
vornehmlich die steiermärkische Geschichte verdankt ihm manchen Beitrag
(Die österreichischen, böhmischen und ungarischen Länder 1437 — 1526; Zur
Geschichte Ungarns im Zeitalter Franz Räköczys IL; Ungarn unter Maria
Theresia und Josef H.; Geschichte der Universität Graz; Die Freien von
Saneck und ihre Chronik als Grafen von Cilli; Verfassung und Verwaltung
der Mark und des Herzogtums Steiermark u. s. w.). Mehrfach hat K. die
Gesämtentwickelung Oesterreichs dargestellt, so in dem recht umfangreichen
Grundriss der österreichischen Geschichte (1882) und besonders in seinem
eigentlichen Hauptwerk, in dem fünf bändigen Handbuch der Geschichte
Oesterreichs 1876 — 79, das allerdings bald durch A. Hubers österreichische
SacliricliteB nnd XotixeB IL 5^7
Geschichte in den Schtttten gerockt wurde. Alle Aibeit^i Krones* leichnen
sich durch einen gevissen Stofreichtiim ans. Ziir ToUen Herrschmft über
das Material konnte K. nie so recht gelangen.
Am 30. Oktober starb in Paris, 57 Jahre alt, der bekannte Knnst-
schriflsteller und Kunsthistoriker der Renaissance Eugene Mfinti. ron
Geburt ein Elsäsver.
Enst DlMBler f.
Die (jeschichtswi ssen ■ rhaft hat wieder einen schweren Verlast in be-
klagen: am 11. September starb Ernst Dfimmler, der Yorsitiende in der
Centraldirektion der Monomenta Gennaniae. D. wurde am 2. Januar 1830
in Berlin geboren als Sohn des Buchhändlers Ferdinand D. Er hatte das
ünglfick, sone Eltern in jungen Jahren zu Teriieren, und ohne einen Men-
schen, der ihm recht nahe stand, musste er sich seinen Weg aUein suchen,
wodurch er früh reifte. Eine Selbstbiographie und Tagebuchau&eichnungen
zeigen den Neunzehnjährigen bereits in merkwürdiger Klarheit über sich
selbst, nach Wahrheit und Vertiefung suchend, etwas grüblerisch, aber
sicher in seinen Zielen, nicht überschäumend und keine Natur, die sich auf
Irrwegen durchrang. Seine Studienzeit in Bonn und Berlin von Ostern 1849
bis Herbst 1852 war ganz ernster Arbeit gewidmet. In Berlin trat er
Ranke nahe, femer Wattenbach, dessen erster Schüler er war und mit dem
ihn bald ein Freundschaftsrerhältnis rerband; und hier promorierte er im
Herbst 1852 mit der Dissertation De Amolfo Francorom rege. Seitdem hat
der karolingischen Epoche seine Liebe und seine beste Kraft gehört.
Pekuniär unabhängig, heiratete er schon 1853. Im folgenden Jahre erschien
seine erste grössere Schrift, Piligrim von Passau und das Erzbistum Lorch,
worin die Fälschungen aufgedeckt wurden, mit denen Passau durch die
Erfindung eines Erzbistums Lorch. dessen Rechtsnachfolger es sein wollte,
die Metropolitangewalt Ton Salzbarg seit dem 10. Jahrb. bestritten hat.
In demselben Jahre 1854 meldete sich D. zur Habilitation nach HaUe,
wo er 1858 ausserordentlicher, 1866 ordentlicher Professor wurde, und der
dortigen Hochschule blieb er treu, selbst als ein Ruf nach Berlin an ihn
erging. In Halle hat er seine besten und glücklichsten Jahre verlebt, und
hier entstanden die Werke, die sein Ansehen in der wissenschaftlichen
Welt begründeten: Die Geschichte des Ostfrankischen Reichs, 2 Bde., 1862,
1866 und die Jahrbücher Ottos des Grossen 1876, für die er einige Vor-
arbeiten von Eöpke benutzte. Unter seinen kleineren Schriften aus dieser
Zeit ist besonders anziehend Auxilius und Vulgarius, Quellen und Forschungen
zur Geschichte des Pabstthums am Anfange des 10. Jahrhunderts, 1866.
Bei der Reorganisation der Monumenta Germaniae 1875 trat D. in die
Centraldirektion und übernahm die Abteilung Antiquitates. Als Waitz 1886
starb, gingen dessen Funktionen provisorisch auf Wattenbach über; da
jedoch für seine definitive Bestellung weder die genügende Stimmenzahl in
der Centraldirektion zu gewinnen noch die Bestätigung der Regierung zu
erwarten war, so wurde D. in Vorschlag gebracht. Er hat sich lange gegen
den Gedanken gesträubt und erst auf das sehr energische Drängen seiner
Berliner Freunde nachgegeben. Am 9. Mai 1888 erfolgte seine Ernennung
zum Vorsitzenden. Seine Freundschaft mit Wattenbach erlitt vorüber-
588 Nachrichten und NoUxen II.
gehend eine Trübung; sie stellte sich indessen allmählich bei gutem WüIm
auf beiden Seiten wieder her.
Mehr als vierzehn Jahre hat D. die Monumenta geleitet. Er hatte nicht
die Herrschematur von Waitz. Die einzelnen Abteilungen haben eine
wachsende Selbständigkeit erlangt; allein dieae Entwicklung musste ohnehin
Platz greifen, je mehr die einzelnen Arbeitsgebiete ausgebaut winden.
Deshalb soll man D.s Thätigkeit und Verdienste nicht gering anschlagen,
und es ist zu wünschen, dass man auf den Gedanken, der während des
Provisoriums 1886—1888 erwogen ist, einen Verwaltnngsbeamten an die
Spitze zu stellen, nicht wieder zurückkommt. Das Unternehmen bianofat
als Leiter einen Sachverständigen, der, wenn er auch nicht anf allen Ge-
bieten thätig ist, doch sie alle übersieht und die geistige Einheit des
Ganzen festhält. Dieser Aufgabe ist D. gerecht geworden.
Dazu ist er einer der fleissigsten Arbeiter gewesen. Schon 1881 und
1884 hatte er Poetae latini aevi Carolini t. I und 11 veröffentlicht. Nach-
dem er 1888 zu den Antiquitates auch die Epistolae übernommen hatte,
wandte er seine Thätigkeit vornehmlich dieser Abteilung zu. Im 8. Bande
der Epp. erschienen von ihm 1892 die Briefe des Bonifatius und Lallna;
den 4. Band, dessen Hauptstück die Briefe des Alohvin bilden, hat er ganz
bearbeitet, den 5. zum grössten Teil. Daneben lieferte er Beiträge für die
drei Bände der Streitschriften des Investiturstreites und des 12. Jahrhunderts,
die umfangreichsten für den ersten.
Allein trotz dieser starken Produktion muss man, wenn man D.s
Stellung in der Wissenschaft bestimmen will, seine Editionsthätigkeit in
die zweite Linie rücken. Sie entsprang nicht eigentlich einer philologischen
Neigung, sondern dem Wunsch nach tieferer Erfassung des Stoffes und war
für ihn eine Ergänzung seiner übrigen Forschung. Die ersten Ausgaben,
die er machte, wurden durch darstellende Arbeiten unmittelbar veranlasst,
und die späteren gehören mit wenigen Ausnahmen der karolingischen
Epoche an, in der er sein spezielles Arbeitsfeld erblickte und in der er
nicht nur alle Quellen kennen wollte, sondern überall bis zu den äussersten
Grenzen vorzudringen strebte, die der Forschung erreichbar waren. Weil
er dabei sah, dass an manchen Punkten die Kenntnis die rechte Sicherheit
und wahrhafte Förderung erst finden konnte, wenn die Quellen genügend
herausgegeben waren, wurde er zum Editor. Bei seiner Vertrautheit mit
der kritischen Methode, der Accuratesse seiner Arbeit und der sachlichen
Beherrschung des Gegenstandes sind vortreffliche Ausgaben entstanden.
Dennoch fehlt ihnen etwas von philologischem Glanz. D. war nicht immer
der divinatorische Blick gegeben, der hinter dem verderbten Text die ur-
sprüngliche Form sieht, und deshalb nahm er die Hülfe von Wattenbach,
der gerade hierin stark war, in schwierigen Fällen gern in Anspruch.
Später wurde L. Traube sein philologischer Berater. Qeberhaupt ist er fSr
fremde Belehrung immer zugänglich gewesen, ohne jede Empfindlichkeit.
D.s Stärke lag in der Geschichtschreibung. Sie lag einmal in der
Sicherheit und einleuchtenden Klarheit seines kritischen Urteils, das bei
aller Entschiedenheit immer massvoll, beinahe konservativ war und nicht
der Versuchung erlag, Unsicherheit der Ergebnisse durch bestechende und
Nachrichten und Notizen II. 589
phantasievolle Hypothesen zu verhüllen, sondern das sich lieber mit einem non
liqnet begnügte. Und was er erkannt hatte, wusste er mit einer kräftigen
Bestimmtheit nnd Gedrungenheit und grosser Anschaulichkeit darzustellen,
die nicht auf Kosten der historischen Wahrheit erzielt wurde. Ohne sich
sklavisch an den Wortlaut der Quellen anzuschliessen , worunter Giese-
brechts Eaiserzeit so h&ofig leidet, verstand er es, alle Elemente der Ueber-
lieferung, die geeignet waren lebendige Bilder zu geben, auf das glück-
lichste zu verwenden. Seine Werke zählen nach Forschung und Darstellung
zu den besten, die wir über mittelalterliche Greschichte haben.
Im persönlichen Verkehr war D. eher still als gesprächig, und das Wort
stand ihm besser schriftlich als mündlich zu Gebot. Doch konnte er, unter-
stützt durch ein ausgezeichnetes Gedächtnis, gelegentlich gut erzählen, und
man merkte, dass sein Interessenkreis weit war, wenn er sich auch für
sein Arbeitsgebiet bestimmte Grenzen gezogen hatte. Wie so viele Menschen,
die stark im Innern leben, konnte er zu Zeiten schroff sein, so sehr er bei
seiner Gewissenhaftigkeit den Wunsch hatte, jedem sein Recht zukommen
zu lassen. In allen Lagen aber konnte man auf sein Wort bauen, und er
war ein echter Freund seiner Freunde. Sehr hing er an seiner Familie, in
der ihn im letzten Jahrzehnt seines Lebens durch den Tod seiner nächsten
Angehörigen schweres Leid getroffen hat. Er trug seinen Schmerz in sich
gekehrt und suchte Ruhe in der Arbeit, eine Gelehrtennatur, die schaffen
musste und die äussere Ehren wohl erfireuten, aber nicht tief berührten.
Mitten aus der Arbeit ist er abberufen, beschäftigt mit der Korrektur des
ersten Bandes von Wattenbachs Geschichtsquellen, den er neu bearbeitet
hatte. C. Rodenberg.
Konrad Maurer f.
Die Germanistik hat in jüngster Zeit den Tod zweier Häupter zu be-
klagen. Karl Weinhold ist dahingegangen und ihm ist jetzt Konrad
Maurer nachgefolgt. Beiden gab das Schicksal ein langes an Mühen und
Arbeit, aber auch mit schönen Früchten gesegnetes Leben. Beiden war
gemeinsam die Schlichtheit des Denkens, der Adel der Gesinnung, der Ernst
der Forschung und die Strenge des Urteils an sich selbst. Beide sind unter
dem immittelburen Einfluss der Persönlichkeit und des Wirkens Jakob
Grimms herangewachsen. War die Forscfaerarbeit beider auf das ganze
Gebiet der germanischen Welt gerichtet, so kehrte mit den Jahren der
Philologe und Kulturhistoriker Weinhold zu dem Sprachgebiet seines
Stammlandes zurück, während Konrad Maurers Weg umgekehrt ihn weiter
und weiter aufwärts zum Norden führte, dessen Recht und Geschichte,
Sprache und Sitte, Religion und Dichtung er seine ganze, so grosse Arbeits-
kraft, seinen ganzen heiligen Eifer widmete, mit dem er in Denken und
Fühlen so innig verwuchs, dass er wie eine Verkörperung des nordischen
Altertums erschien Allen, die zu ihm in persönliche Berührung traten oder
auch nur aus seinen Werken sich ein Bild des Mannes zu gewinnen suchten.
Ueber fünfzig Jahre erstreckt sich der Zeitraum der litterarischen Wirk-
samkeit Maurers. Seine vortreffliche Dissertation „Ueber das Wesen des
ältesten Adels der deutschen Stämme^^ wurde 1846 veröffentlicht und seine
letzten bemerkenswerten Arbeiten fallen in den Ausgang der neunziger
590 Nachrichten nnd Notizen IL
Jahre. Aber schon wenige Jahre nach dem Erscheinen der Doktoraibeit
wandte er sich den nordgermanischen Studien zu. Die 1852 erschienene
Schrift über die Entstehung des isländischen Staates und seiner Yerfassong
(1882 in das Neuisländische übertragen unter dem Titel: Upphaf allsherjar-
rlkis k fslandi) eröffnete den Reigen seiner zahlreichen Publikationen. Sie
giebt in schlichter Form ein höchst anschauliches Bild von der Besiedelung
Islands, der Ausbildung seiner Verfassung und seiner wichtigsten Ein-
richtungen, wobei der Verfasser stets den Zusammenhang mit den gesamt-
germanischen Quellen zu wahren sucht. Unterstützt werden die Aus-
führungen durch Berichte aus dem Sögur, die einen Einblick in die Denk-
weise jener Zeit eröffnen. Ich wüsste noch heute kein Buch, das dem
Anfänger das Verständnis für die altnordische Rechtsgeschichte besser er-
öffnen kann, als diese anspruchslose kleine Schrift. — Drei Jahre später
erschien das zweibändige Werk über die Bekehrung des norwegischen
Stammes zum Christentum (1855/56), ein Buch, durch das sicli Maurer
eine hervorragende Stellung auf dem Gebiete der nordischen Eirchen-
geschichte, Kulturgeschichte und altnordischen Mythologie errungen und
bewahrt hat. Denn, so sehr die Resultate durch die späteren Forschungen
modifiziert sind, so wird noch heute jeder, der das Werk zu benutzen Ge-
legenheit hat, eine Fülle von wertvollen Detailangaben darin vorfinden,
die erkennen lässt, mit welcher Intensivität der Verfasser seine Studien
auf diesem so anziehenden Gebiete getrieben hat. Es handelt sich in
dem Werke nicht bloss um rein kirchengeschichtliche Fragen. Seine Haupt-
bedeutung liegt vielmehr in der Schilderung der Verhältnisse der Wikinger-
zeit, der geistigen Strömungen, die für das dem Untergang geweihte
Heidentum die Berührung mit dem Christentum erzeugt, endlich der Ord-
nung der sakralen Verhältnisse in der Heidenzeit. Ist es der unschätzbare
Vorzug nordischer Quellen, dass sie uns in ganz anderem Umfange einen
Einblick in die heidnische Vorzeit gewähren, als unsere südgermanischen
Ueberlieferungen, so leuchtet ein, wie bedeutsam detaillierte Untersuchungen
gerade über die Zeit der Ueberg^nge sein müssen. In der That ist dieses Werk
Maurers nicht bloss von Kirchenhistorikem, sondern von allen, die sich mit
Rechts- und Kulturgeschichte befassen, häufig benutzt worden. — Maurer
lag daneben aber seinen rechtshistorischen Neigungen weiter ob. In der
kritischen Ueberschau der deutschen Gesetzgebung und Rechtswissenschaft
Bd. I — m (1854—1856) liess er eine ausgezeichnete Schilderung der angel-
sächsischen Verhältnisse und in Bd. V (1857) einen umfangreichen Aufsatz
über das Beweis verfahren nach deutschen Rechten erscheinen. Beide Ar-
beiten sind noch heute von grundlegender Bedeutung, zumal der letztere
Aufsatz zeigt die Weite des Gesichtspunktes des Verfassers, der das ganze
Gebiet germanischer Rechtsquellen beherrscht.
Nach einigen sagengeschichtlichen Publikationen \ zu denen die An-
regung eine Reise nach Island im Jahre 1858 gegeben hatte, tritt dann
Maurer im Jahre 1864 in der Ersch-Gruberschen Encjklopädie mit
einem sehr umfangreichen Aufsatz über die „Graagaas^^ hervor. Es ist
^ Gxdl|)6ri8saga ed. 1858, Isländische Volkssagen der Gegenwart 1860.
Nachrichten und Xotixen IL 591
die erste jener qaellenkritischen üntersnchungen, durch die er sich den
Rohm als Meister der altnordischen Recht^geschichte errangen hat Von
weiteren Arbeiten ähnlicher Art hebe ich herror, ohne mich an die zeitliche
Folge genau zu halten, die Artikel 'Gulaping' und 'GulapingslGg' in der
gleichen Encjklopädie (1877, 1878), die Untersuchung betr. „die Quellen-
zeugnisse über das erste Landrecht^' (1B69), die Entstehungszeit der älteren
Gula|)ingslOg (1872), die Entstehungszeit der älteren FTOstu|)ing8l5g (1875),
das älteste Hofrecht des Nordens (1877), Studien über das sog. Christen-
recht König Sverrirs (1877), die Einteilung der älteren Frostapingslög (1887).
Maurer beschränkt sich in diesen, zum g^sseren Teil in den Abhandlungen
der Münchener Akademie Teröffentlichten, feinen und bewimdemswerten
Detailuntersuchungen auf das Gebiet der altnorwegisch - altisländischen
Rechtsquellen. Einen meisterhaften üeberblick über die Geschichte der
ganzen nordgermanischen Rechtsquellen liefert er dagegen in dem Artikel
in der HoltzendorfiFiBchen Encjklopädie, der in umfangreicherer Gestalt
auch in dänischer üebersetzung als „Udsigt over de Nordgermaniske
Retskilders Historie^' 1878 erschien.
Nicht bloss die eigentlichen Rechtsquellen, sondern auch die geschicht-
lichen Quellen, vornehmlich die sagas hat Maurer für seine rechtshistorischeu
Studien verwertet. Speziell mit den juristischen Partien isländischer sögur
befassen sich seine Arbeiten über zwei Rechtsfälle in der Eigla (1896) und
zwei Rechtsfälle aus der Ejrbjggja (1896), wie er denn auch die Anregung
zu meiner und Schnorrs Untersuchung über die Njälssage gegeben hat
Ausser in solchen qaellenkritischen Untersuchungen bewährt sich auch
sonst Maurer als ausgezeichneter Forscher auf dem Grebiete der ganzen
Rechtsgeschichte des Nordens. Die Yerfassungsgeschichte betreffen seine
Untersuchimgen über das Gesetzsprecheramt (Alter des Gesetzsprecheramtes
in Norwegen 1875, das angebl. Vorkommen des Gesetzsprecheramtes in
Dänemark 1887), über die ärmenn des altnorwegischen Rechts (1879), Nor-
wegens Schenkung an den heiligen Olaf (1877), die norwegischen höldar
(1889). In die Geschichte des Eirchenrechts greifen ein Untersuchungen
über die Wasserweihe des germanischen Heidentums (1880), über den
Hauptzehnt einiger nordgermanischer Rechte (1874), das Bekenntnis des
christlichen Glaubens in den Gesetzbüchern (1892), die Eingangsformel der
altnordischen Rechts- und Gesetzbücher (1878), die norwegisch-isländischen
gagnföstur (1881). Die Geschichte des Prozessrechts betreffen seine Ar-
beiten über väpnatak in der Germania Bd. XYI, über das Yerdachtszeugnis
des altnorweg. Rechts (1883), über die Rechtsrichtung des älteren isländ.
Rechtes (1886). Für die Geschichte des Privatrechts bedeutungsvoll sind
die Freigelassenen nach altnorweg. Recht (1878), die Schuldknechtschaft
nach altnord. Recht (1874), die Berechnung der Verwandtschaft nach alt-
norweg. Recht (1877), die unächte Geburt nach altnordischem Recht (1883),
Bidrag til Leeren om Tak (1888 in Tidsskr. for Retsvidenskab). — Zu diesen
gesonderten Abhandlungen kommen zahlreiche umfangreiche Besprechungen
vornehmlich in der Münchener kritischen Vierteljahrsschrift für Gesetz-
gebung und Rechtswissenschaft, aus denen eine Fülle von Belehrung zu
entnehmen ist. Manche erreichen fast den Umfang von Monographieen,
592 Nachrichten und Notdsen II.
wie z. B. die Besprechung des Tarangerschen Werkes, die unter dem
Titel „Nogle Bemserkninger til Norges Kirkehistorie'' 1893 erschien.
Aber auch auf verwandtem Gebiet blieb Maurer rege produktiv. AuMer
in dem stattlichen Buche über Island, das 1874 erschien und die Verhält-
nisse dieser Insel nach allen Richtungen hin behandelte, hat er sich in
zahlreichen grösseren und kleineren Abhandlungen mit geschichtlichen,
philologischen, mythologischen Fragen befasst. Es sei nur auf die umfang-
reiche Abhandlung „über die Ausdrücke altnordische, altnorw^sche und
isländische Sprache (1867)'^ hingewiesen, auf die Untersuchungen über die
Haensapörissaga (1871), über die Ski9arimur (1869/70), über die Huldarss^
(1894), der Elisabeth von SchÖnau Visionen (1888) u. a. m.
E. Maurer nahm unstreitig lange Zeit auf dem Gebiete der altnordischen
Rechtsgeschichte den ersten Platz ein. Aber, was von ihm noch mehr zn
rühmen ist, er hat zahlreiche Schüler herangebildet, die in Deutschland
wie im Norden als Lehrer und Schriftsteller wirken. Nicht nur Joiisten, auch
Historiker und Philologen blickten zu ihm auf und denken an den Mann
mit Stolz und Rührung zurück, der auf ihren Lebenslauf in den Jahren des
inneren Kampfes und der Unentschlossenheit einen entscheidenden Einfluss
übte durch die stille Hoheit seines Wesens, das geläutert und geweiht er-
schien in entsagungsvoller, abgelegener Arbeit mancher Jahrzehnte. Konrad
Maurer hat ein hohes Alter erreicht, er hätte 1903 das achtzigste Lebens-
jahr vollendet. Seien wir dankbar, dass es ihm beschieden war, seine un-
vergleichliche Kraft voll auszunützen im Dienste der Germanistik, zu deren
besten und vornehmsten Vertretern Konrad Maurer stets zählen wird. ^
Rostock. Karl Lehmann.
Berichtigung zu dem Aufsatze: Zur Napoleonischen Politik von 1803—1805.
(1902. 4.)
Auf S. 498 lasse ich Bailleu sagen, Napoleon erscheine 1805 in einer
bestimmten Auffassung als ein kurzsichtiger und unbedachter Staatsmann,
„der mit seinen Landungsplänen die festländischen Mächte reizt und be-
unruhigt, ohne sich der unvermeidlichen Folgen seiner Uebergriffe recht
bewusst zu werden.** Es muss heissen: „Der mitten in seinen Landungs-
plänen" u. 8. w. — An meinen Ausführungen brauche ich nichts zu ändern,
da es sich nur imi einen Druck- oder Schreibfehler handelt; bei der Ab-
fassung der Arbeit hatte ich, wie aus dem Zusammenhang ersichtlich ist,
den richtigen Text vor Augen: ich führe in einer Polemik gegen BaiUeu
den Nachweis, dass Napoleon während seiner Landungspläne nichts von
den Festlandsmächten zu fürchten hatte. Gustav Roloff.
^ Von Nachrufen sind mir bisher bekannt ausser dem von mir in der
Nationalzeitung (vom 27. September) veröffentlichten ein solcher von Golth er
in den Münchener Neuesten Nachrichten (vom 24. September) und von
Zorn in der Münchener Allgem. Zeitung (Beilagenummer vom 29. Ok-
tober). Eine ausgezeichnete Biographie hat seinerzeit Hertzberg in dem
norweg. Historisk Tidsskrifb 1874 geliefert.
* ♦ »
HISTORISCHE VIERTELJASRSCHRIFT
HERAUSGEGEBEN VON Prof. Db. GERHARD SEELIGER IN LEIPZIG.
BIBLIOGRAPHIE
ZUR
DEUTSCHEN GESCHICHTE
1901/1902.
bearbeitet von
Db. OSCAB MASSLOW
Üinv.-BIBLIOTHBXA« XIT BOITir.
LEIPZIG
DEUCK UND VERLAG VON B. G. TEÜBNER.
1902.
/
Inhalt
A. Allgomeine Werke.
I. HilfswiBsenschaften: g^i^
1. Bibliographien und Litteratnrberichte *!. •Tl
2. Geographie •2. •72
3. Sprachkunde •S. »TS
4. Paläographie; Diplomatik; Chronologie *3. *74
6. Sphragistik und Heraldik U. *1A
6. Numismatik H. *lb
7. Genealogie, Familiengeschichte und Biographie *5. *76
II. Quellen:
1. Allgemeine Sammlimgen •7. ^77
2. Geschichtschreiber •7. •78
8. Urkunden und Akten •S. ^78
4. Andere schriftliche Quellen imd Denkmäler *10. *80
m. Bearbeitungen:
1. Allgemeine deutsche Geschichte •ll. •81
2. Territorial-Geschichte »ll. »81
3. Geschichte einzelner Verhältnisse *14. *84
ft) Yerfasrang. b) WirtaohafU- und Sosialgesohichte. o) Becht n. Gericht,
d) Kriegswesen, e) Seligion n. Kirohe. f) Bildung; Litteratur; Kunst,
g) Volksleben.
4. Gesammelte Abhandlungen und Zeitschriften *25. *95
B. Quellen und Darstellungen naoh der Folge der Begebenheiten«
1. Das deutsche Altertum bis c. 600 ^29. •SO
ft) Germanische Urseit u. erstes Auftreten der Dentsohen in der Geschichte,
b) Einwirkungen Borns, c) Ausbreitung der Deutschen und Begrflndung ger-
manischer Beiohe. d) Innere YerhAltnisse.
2. Fränkische Zeit bis 918 •34. »lOS
a) Merowingisohe Zeil b) Karolingische Zeit, c) Innere YerhAltnisse.
3. Zeitdersächsischen,fränkischenu. 8taufischenKaiser919— 1264 *36. *10G
a) SichsUche und funkische Kaiser 919— 11S6. b) Stauflsche Zeit 1125—1864.
o) Innere YerhAllnisse.
4. Vom Interregnum bis zur Reformation 1264—1617 •37. »109
a) Vom Interregnum bis sum Tode Karls IV. 1864—1878. b) Von Wensel
bis sur Beformation 1878—1617. c) Innere VerhAltnisse.
IV Inlialt.
5. Zeit der Reformation, Gegenreformation und des SOjährigen
Krieges 1617—1648 *^3. »116
a) Reformation 1517—1555. b) Oegenreformatiun a. SOJihr. Krieg 1555—1648
o) Innere Yerhiltniue.
6. Vom Westfälischen Frieden bis zum Tode Karls VI. und Friedr.
Wilhelms I., 1648—1740 •62. •l26
7. Zeitalter Friedrichs d. Gr. 1740—1789 *bB. •129
8. Zeitalter der französ. Revolution u. Napoleons 1789 — 1816 . . •60. •ISS
9. Neueste Zeit seit 1816 •6S. •ISS
Alphabetisches Register •146
Teü I*
A. Allgemeine Werke.
I. HilfswiaseiiBchaften.
JkkrfsbFrlcht* dar G.-Wlu. Mc •. Ni.
M«ff. El
CatalofdB der geBcbiedenia d. Ko-
niukl. Bibliotheek te'a Oravenhage:
Diutachland en Ooatenrijk. 'a Gr»-
Tcnhage, Algem. Landsdr. 1900. 1*
124 S, [2
Biblio^apfale d. dt. Zeitechrütcn-
LitUratur (e. 1901. 1965). Bd. Vü:
Jttli-Dei. 1900. Lfg, 8-10. 8. 281-417.
Bd. ^TTI: Jan.-Juni 1901, L!b. 1-4.
S. 1-160. — Suppl.-Bd. I; Bibliogr.
d dt. Rezensionen: 1900, 406 S.
25 M. [3
Klrcfahoir, A. u. E. Hugert, Be-
richt fib. d. nenere Litt. z. dt. Ldhde.
Bd. I: 1S96-99. Berl., Schall. 263 8.
5 M. ÖO. __^^_ [4
VancsA, S.f Bibliogr. Beitrr. t.
Ldkde- v Niedetösterr. : 1900, (Bll.
d, Ver, f. Ldkde, v, Niederöst 86,
1-29.) [5
Lttteratnr, Hiator, d. Scbweii
betr. 1B99 u, 1900. (Anz, f. Bchweiz.
G 1900, 366-71. 1901, 430-36.) [6
Sch$n, Th., Wörttemb. G,-Litt.
T. J, 1900. Mit Nachtrr, zu 1898 u,
99, f\Vartt. Viertelj.-Hft«, 10, 439-61.)
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(Württ. Jbb f. Stat, u. Ldke- 1900,
jx-uvij.) [7
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Biblioi^phie Nr, 17—73.
St«inhaiisen , (j. , Bibliogr. zur
KaltQT-O.(a.ig01,108S). 1899,8chluBa.
(Zt. f. Knltnr-G. 8, 470-76.) [18
IiOesehe, Bibliogr. üb. d. d. I^-
teat&ntiBmua in Oegt«iT. betreff. Er-
Bcheimugen d. J. 1901. (Jahrb. ü.
Gee. f Q. d. Protert. in Oesterr. 88,
iaa-40.) 119
Bieder, 0., Eircheu^eechicbÜiches
in d. ZeiUcluT. d. bist. Tereiue in
Baiern (h. 1901, 17). Fort«. (Beitrr.
«, baier. Kirch. - Gesch. 7, 101-87;
888-36. 8, 87-90.} [20
Albert, F. F., Uebenicht üb. d.
kirchengeschichtl. Litt. d. ErsbietumB
Freibarg seit d. BeBt«hen d. „Freiburg.
DiÖEwan-ArchivB" 1862-99. (Freib.
DiCieaan-Arch. N. F. 2, 802-59.) [21
Kehrbacb, E., Daa gesamte Er-
nebnngs- n. üntemchtrHeBen in d.
L&ndem dt. Zunge (s. 1901, 1988).
IH: 1898. Abtg. 1. 888 S, 10 M. [38
Hlttmsir, A., Biblion. d. ober-
OBteir. Tolkskde. : 1899. ^t. f. Oiiterr.
ToUukde. 7. 141-19.) [83
2. Geographie.
ZonderTkii,H.,Allgein.Eaitenkde.
Lpi., Teubner. i, 210 8., 6 Taf.
* M. 60. __^^ [24
Kapper, A., Der Werdegang d.
bist Atlaases d. ÖBterr. Alpenländer.
(Dt. Q.bU. 8, 817-27.) [26
Lkapil, I., LulHtoif: Ltdsndorf od«
iMdsrfr fBU. d. Vai. t Ldkde. t. Hltder-
OMan. 86, M-lBl.) [IS
Knapp, Ch. n. M. Borel, Oeogr.
Lexikon d. Schweiz (b. 1901, 1998).
Lf£9-22. S,128-B62;KtD.i60Pf. [27
Hübier, J. M,, Baier. Schwaben
u. Neiiburg u. seine Nachbargebiete;
e. Landes- n. Volkekde. Stnttg., Hob-
bing & B. S2& S, 7 M. [28
Stelir, Wilh. Schickhart u. seine
Landesau&iahine WQrttembergB, I6S4-
1635, ^ep. a.: Zt. f. TermeBsungs-
weaen.) Stuttg., Wittwer. 1899.
89 S. 1 M. [29
EtsBHB-Lothrin^n. lindes u. Orta-
heschreibg,, hrsg. v. Statist. Bureau
d. MiniBteriumsf Ets.-Lothr («.1901,
2002) Lfg. 4 (Tl. I, 8. 145-175 und
Tl. m, S. 1-128). 2 M. [30
CUdbs, J. M. B., Hist.-topogr.
Wörterbuch d Elsass (b. 1900, 38j-
Lfg 7-8 S. 385-512 2 M [31
Atlas, Oeschichtl., d Rbeinproviua
l> "9«, 40). Erläutergn. Bd. HI;
w. FabriciuB, Daa Bochgericbt
Rhaunen. (= Nr. 188.) ajx , 99 S.
6 Etn. 4 M. 80. [32
Bei.: HlitZt St,Sn— H BmlHb; Zt. d.
BkTigai-BIlftg. f BMhu-O tl, Oma. Abtlg.,
Ulf. Btuti.
Hllger, J., Ueh. d. Drspiv. d.
Namen Mayen und Maifeld. (lUiüs.
Q.bU. 6, 33—36.) [33
Fhilippi, F., Lippe n. SteverUuf
bei Haltern in früher. Jahrhh. (Hitt
d. Altert -EommisB. f Weatfal. 2,3-16;
Taf 1 u. 2.) — Ders., Der Kiemen.
(Ebd. 17-20.) [34
OrtBchaftBTenelchiils d. Orhz^.
Oldenburg. Auf Qmnd d. Krgebuiase
d. TolkBzäliig. V. 1. Dez. 1900. Htag.
T. grhsgl. Statist. Bureau. (Mit Vor-
rede T. P. Kollmann.) Varel, Ac-
quistapace. 25S 8. 1 M. 50. [36
Poppe, F., Zwisch. Ems u. Weaer;
Land u. Leute in Oldenb. u. Oat&ies-
iand, 2. (Tit.-) Anfl, Oldenb., Schnlze.
472 S. 6 M. [36
BrSrinf, i.. Das Saterland (s. ^B7,
1871). Tl. n. (Schriften d. Oldenburg.
Landes- Ver. f. Älterskde. etc. Tl. XXf )
S. 149-305. 2 H. 26, [37
Gade, H., HiBt.-geogr.-statiBt. Be-
■cbreibg. d. GrafschaSten Hova u.
Diepholz. Haunov., Schaper. i^, 600;
660 S 12 M [38
Bronlsch, P.^ Die ilaviich. Orts-
namen in HolBtein u. im Fflrrtentum
Lübeck. I. Progr. Sonderbnrg. 4".
14 8. [39
Singer, 6., Bodenbau u. Bew^s-
serang ThüringenB unter Herror-
hebung ihr. Bedeutg. in d. G. Dtlds.
Leipz. Diaa. 92 S. [40
Sohmldt, M. G., Die Siedelangen
an der Hainleite, Schmücke- Seh recke
u. Finne. (Arch. f. Landes- u. Volskde,
d. Prov. Sachaen 10, 22-64.) — A.
Berg, Geo. Torquatua ala Uteater
Halberstädter Topograph 1684. (Ebd.
11, 17-46.) [41
Stavenbagen, W., Ueb. d, Eart«a-
weaen d. Eänigreicha Sachsen. (Beil.
z. Leipziger Ztg. 1899, Nr. 47.) [42
Benedict, H., Die Ortsnamen d.
BächsiBch. Vogtlandea, (Sep. a.: Mitt.
d. Alt«rt.-Ver. Plauen 14, 1-128.)
Flauen, Kell. 1 M. 60. [43
Bibliograpbieen u. Litteraturberichte. — Geographie. — Sprachkonde. ^3
Beriet y Die sftcha.- böhmische Orenxe im
Erzgebirge, s. 1901 , 4S. Annaberg, Gr»ier.
1 M. 80. [44
Ortschafts - Yerzelehnls • Schle-
siflches. Auf Grund amtl. Materials
nen zusammengestellte 5. Aufl. Breslau,
Korn. 320 S. 4 M. [45
Ologer. H*j Geografia histor. ziem
dawnd rolski (Hist. Geographie d.
alten rolens). Krakau, Poln. v erlags-
Ges. 1900. 887 S. [46
Knrschaty A«^ Die Yerbreitg. d.
litauisch - lettischen Volksstammes.
(Mitt. d. litauisch, litter. Ges. 4,
684-48.) ■ [47
3, SproAMeunde.
Thesaums, linguae latinae (s. 1901,
2016). IT, 2: ApTudus-Ardabur. Sp.
241-480. 7 M. 20. [48
Res. : Jonm. de« Mvants 1901, 837-46 Br6ftl.
— 8. Reiter, Der Theaanr. llng. lat. (N.
Jahrbb. f. d. Umb. Altert, etc. 7, 613-81.)
Hörn, W.. Dt. Wörterbücher. (N. Jahrbb.
f. d. klase. Altert, etc. 7, 858-61.) [49
Orimm, J. u. W., Dt. Wörterbuch
(8. 1901, 2018). X, 7: Sinn -Sitzen.
Sp. 1105-1296. 2 M. [60
Kluge, Stymolog. Wörterbuch d. dt.Sprache,
8. '99, 1904. Bez.: Arch f. d. Stud. d. neuer.
Sprachen 106, 358-69 Mach. [51
Lexer, M,, Mittelhochdt. Taschen-
wörterbuch. 6. Auf! Lpz. , Hirzel.
413 S. 5 Mk. [52
JosteSy F. 9 Beitrr. z. Kenntnis d.
mittelhochdt. Sprachschatzes vor-
nehml. a. schweizer. Handschrr. (Zt.
f. dt. Wortforschg, 2, 160-186.) —
Carl MttUer^ Materialien z. neu-
hochdt. Wortbildg. (Ebd. 186-201.') [58
Grundriss der german. Philol.,
hrsg. V. H.Paul (s. 1901, 2017). 11,2.
S. 257-520. 4 M. [64
Herthum, P.^ Die german. Lehn-
wörter im Altitalischen vor allem
in Dantes D. C. Progr. Arnstadt. 4®.
26 S. [66
BasSy A.^ Dt. Sprachinseln in Süd-
tirol u. Oberitalien; e. volkskundl.-
Untersuchg. Lpz., Lucius. 104 S.
2 M. 50. [56
Mourek, Y • £«^ Zum Prager Deutsch
d. 14. Jh. (Sitzungsberr. d. böhm.
Ges. d. Wiss. 1901, L) Sep. Prag,
Rivnä^. 84 S. 1 M. 20. [57
Idiotikon 9 Schweizer, (s. 1901,
2024). Hft. 43. (Bd. IV., Sp. 1905-
2038 u. V, Sp. 1-16.) 2 M. [58
Tappolet^ £., Ueb. d. Stand d.
Mundarten m d. dt. u. franz. Schweiz.
(Mitt. d. Ges. f. dt. Sprache in Zürich.
Hft. 6.) Zürich, Zürcher & F. 40 S.
1 M. 20. [69
Gebhardt, A«^ Grammatik d. Nürn-
berger Mundart. Geschichtl. Dar-
steUg. d. einzeln. Laute. Erlang.
Habuitationsschr. 47 S. [60
Fischer, H«, Schwäbisches Wörter-
buch (s. 1901, 2025). Lfg. 2-8. Sp. 161-
480. ä 2 M. 50 [61
Haag, K«, Ueb. Mundartengeo-
graphie. (Alemannia N. F. 2, 228-47.)
Vgl. 1900, 60. r62
Martin, £•, Die dt. Lexikograpiiie
im Elsass. (Aus.: „Strassb. Festschr.
z. 46. Versammig. dt. Philologen etc.^')
Strassb., Trübner. S. 29-88. 60 Pf. [68
SchMidt, Churlei, Hiit. WOrterbaob d.
elsftsa. Mundart, s. 1901 , 2027. Bes. : Her. crit.
1901, Nr. 27 Henry; Ans. f. dt. Altertum 27,
272-74 Steinmeyer. [64
Henry. Le dialecte ftlanuai de Golmftr« ■.
1901, 2028. Bez. : Zt. f. hochdt. Mundarten %
149-51 Socin; Jahrh. f. (j. etc. Els.-Lothr. 17,
241-48 Spieaer. [65
Ualter^E«, Die alemannische Mund-
art Hagenau - Strassbnrg. Strassb.,
Selbstverl. 207 S. 6 M. [66
Saul^ D.y Ein Beitr. z. hessisch.
Idiotikon. Marb., El wert. 1 7 S. 50 Pf. [67
BmnB, K.9 Volkswörter d. Prov.
Sachsen (Oatteil) nebst vielen ge-
schichtl. merkwürd. Ausdrücken d.
Sachs. Vorzeit. Hrsg. im Auftr. d.
Zweigver. Torgau d. allg. Sprachver.
Torgau, Jacobs. 32 S. 40 Pf. [68
Paatisch^ . O.^ Grammatik d. Mund-
art V. Kieslingswalde, Er. Habel-
schwerdt. Ein Beitr. z. Kenntnis d.
glätzisch. Dialektes. Tl. I: Lautlehre.
gfitt. d. schles. Ges. f. Volkskde.
eihft. I.) 62 S. 1 M. 30. [69
Föntemamiy E«, Altdt. Namen-
buch. 2. Aufl. (s. 1901, 2032). Bd. I
kpl. X S., 1700 Sp. 55 M. [70
GloSly U«^ Die Familiennamen
Wesels. Beiia*. z. Namenkde. d. Nie-
derrheins. Wesel, Kühler, xij, 160 S.
2 M. 60. [71
Schtttte^ 0*5 Braunschweiger Per-
sonennamen a. Urkk. d. 14.-17. Jh.
Braunschweig. Progr. 4°. 22 S. [72
4. BaläograpMe; IHplomaHkf
Chronologie,
Monamenta palaeographica (s. 1 901,
2036). I, 5; hrsg. v. A. Chroust
10 Taf. m. 27 S. Text. 20 M. [73
1*
•4
Bibliographie Nr. 74—126.
Traube, L., Palaeograph. Anzeigen
(8. 1901, 67). Forts. (N. Archiv 27,
264-86.) [74
Paoli) ۥ) Programma scolastico
di paleografia latina e di diplomatica
(g. 1900, 2034). Libro I: Paleogr.
latina. Ed. S. accresc. e miglior.
78 S. 2 L. 50. — Ders., Gnindriss
zu Vorlesm. üb. lat. Palaeogr. etc.,
übers, v. K. Lohmeyer (s. 1901, 70).
I: Lat. Palaeogr. Aufl. 3. jx, 108 S.
2 M. 50. [75
Friedrich, Gast., Lehrb. d. latein. Palftogr.
•. 1900, 73. Rez.: Mitt d. Inat. f. Osterr. O.-
fonohg. 23, 469-71 Bretholz. [7G
Cappelli, A.y Lexicon abbreviatu-
rarum. Wörterbuch lat. u. ital. Ab-
kürzgn. (Webers illustr. Katechismen.
Nr. 53.) Lpz., Weber, ij, 548 S.
7 M. 50. Vgl. '99, 1925. [77
RodolicOy If«, Genesi e svolgimento
della scrittura Longobardo-Cassinese.
(Arch. ator. ItaL 27, 316-88.) [78
Günter, Kleine Beitrr. z. G. d.
Schriftwesens in neuer. Zeit. (Württb.
Viertelj.hfte 10, 280-84.) | Geheim-
schriften d. 17. Jh.] [79
BORenmund, Fortschritte d. Diplomatik
Mit MabilloD, «. 1900, 76. Bez.: Arch. ator.
Ital. 27, 400-404 BosUgno. [80
Pfliigk-Harttung, J« t., Die Bullen
der Päpste bis z. Ende d. 12. Jh.
Gotha. Perthes, xij, 426 S. UM. [81
Kehr, P«, Diplomat. Miszellen (s.
1901, 72). rV: Die Scheden d. Pan-
vinius. (Nachrr. d. Gott. Ges. d. Wiss.
1901, 1-27.) [82
Wecken, Untersuchgn. üb. d. Urkunden-
weien d. Bischöfe ▼. Minden im 13 Jh., s.
1901, 2044. Bes.: Dt. Lltt-Ztg. 1901, Nr. 44
Hoogeweg. [83
Bllflnger, Zeitrechnung d. alt. Germanun
B. Nr. 853. [84
Nilles, N.« Die Datierg. d. Liber
Sextus Bonimz' VIII. juncta glossa.
Ein Beitr. z. Verständnis d. christl.
Chronographie. (Zt. f. kathol. Theol.
25, 1-24.) [85
6. Sphragistik und Heraldik,
Seyler, Siegel d. Mittelalters. (Dt.
Herold 1901, Nr. 11, Taf. 3 & 4.) [86
Siegel. Die westfül. d. Mittelalters, s. 1901,
8051. Selbstans. u. Besprechg. (auch v. *96,
1866 u. 1901, 2061): Wostdt. Zt. 20, 165-173
ngen. [87
Conrad. O.y Das grofse Majestäts-
siegel d. UerzogsAlbrecht inPreussen.
(Oberland. G.bll. 2, 112-15.) [88
Grltzner, Symbole u. Wappen d. dt.
Belohes s. Nr 342 [89
Siebmachers Wappenbuch (s 1^1,
2052). Lfg. 455-461. [90
Inh. : Lfg. 465, 459 u. 461 = Bd. IV, Abtlg.
14: Oallz. Adel, Hfl. 8-10. S. 105-146, Taf. 126-
179. — Lfg. 456 = Bd. V, AbÜg. 6: BOrgerl.
Qeschlechter. Hft. 5. 8. 75-106, Taf. 81-100.
— Lfg 457 = Bd. YU, Abtlg. 3: Der abge-
storb. preuss. Adel. Supplem. : ProT. Sachsen.
8. 9-36, Taf. 9-26. — Lfg. 45«: Bd. VI, Abtlg. 1 :
Der abgestorb. baier. Adel. Hft. 15. Bd. 11,
S. 67-84, Taf 37-54. Lfg. 460 = Bd. VI,
Abtlg. 10: Der abgestorb. mecklenb. Adel.
8. 1-36, 8 Taf
Leinlngen-Weiterbarg, Dt. u Osterr. Bib-
liotheksseichen 8 Nr. 538. [91
Anthony ▼• 81egenfeld, ▼., Das Landes-
wappen d. Steiermark , s. 1901 , £053. Res. :
Mitt. d. Inst f. Osterr. O.forschg. 22, 472-80
Lnschin ▼. Ebengrenth; Mitt. a. d. bist. Litt.
29, 498-500 Dwof; Carinthia I, 91, 182-95
▼. Jaksch; Zt. d. Savigny-Stiftg. f Beohta-G.
22, Germ. Abtlg. 420-23 ▼. Voltelini. [92
FeJ^rpataky, L« v., Monumenta«
Hungariae heraldica. l. Budapest,
Rauschburg. 4^ 20 M. [93
Rheiide, L. M., Beitrr. z. G. d.
Regensburger Stadtwappens. (Dt.
Herold 1901, Nr. 10, Taf.) [94
Säbel, 0., Die Wappen der „Stadt"
u. d. „Bistums" Bamberg. (60. Ber.
d. bist. Ver. zu Bamberg S. 1-56.) [95
Bilflngcr, A«9 Die Schlusssteine,
Wappen u. Insignien aus d. Mittel-
schif- Gewölbe d. Kilianskirche zu
Heilbronn. (Bericht d. bist. Ver. in
Heilbronn 5, 49-57, 5 Taf.) [96
6i88inger. K«, Das Wappen v
Euskirchen. (Dt. Herold 1901,Nr.8.) [97
Spiessen, M, t,, W^appenbucn d.
westfäl. Adels (s. 1901, 2063). Lfg. 11,
S. 73-84, Taf. 239-339. [98
Gritzner, M., G. d. sächs. Wappens.
(Viertelj.schr. f. Wappenkde. etc. 29,
71-233.) [99
Crall, Das Wappenbild der Ton Levetaow.
(Jahrbb. d. Ver. f. mecklenburg. 6. 65, 1S5-
62.) [100
Mangtein, Zur G. d. Wappens d.
Stadt Graudenz. (Dt. Herold 1901,
Nr. 10.) [101
Wappenkalender^Baltischer ; hrsg.
V.E.Tode. Jg.I:1902. Riga, Bruhns.
Fol. 38 n. 10 S. 6 M. 60. [102
ß. NutnisnuUik.
Castellane, Comte de, Deux oboles
carolingiennes in(^d. frapp^es ä Angers
et Observation sur le monnayage an-
gevin aux 9. et 10. siecles. (Rev. num,
1901, 225-32,) [103
Menadier, J«, Der Fund t. Nieder-
Paläogr. Diplomatik; Chrouol. — Sphragiatik o. Herald. — NnmiBmatik. *5
landin. (Zt. f. Num. 23, 89-94.) —
Ders., Fund v. Kinno. (Ebd. 05-108.)
— Der»., Denarfund aua Branden-
burg a, Havel, (Ebd. H6-88.) — F.
Frledensburf, Fund v. Zadorj. (Ebd.
51-66.) — Telfast, Milnzfund b.
Norden, Ostfriesland, (Ebd,67-69.) [104
Ürossraann. Tb., Uno trouvaille
de monnaiea des ^v&ch^a de Gen^ve
et de Lausanne falte dans le „Man-
dement", (Rev. suisse de num. 10,
5-22.) [106
Schöfhnailll , J. B>, Münzenfund
im Buch bei Geigenbau gen Not. 1900. i
(Vhdlgn. d. bist. Ter. f. Niederbaieni
37, 145-51.) — A. Möllner, Möni-
fund T, Jugoije. (Ärgo B, 70-72, llSff.)
" '^ Nevtheiten. (Ebd.
(6 f.)
ilO
Tlenten, 3. laa, Mflndund a. d.
Nähev. Eleineubroi«^.(BounerJalirbb.
107, 246-53.^ — F. G. tob Papen,
4 rhein. Miinzfiinde a. d. Mittelalter
u.d. Neuzeit. (Ebd. 254-78.) — Ders.,
Silbennilnzfundaue Andernach. (Ebd.
295f,) (107
Cumont, G.j Les monnaiee dana
les cbarteH du Brabant nona Ich regnes
de Jean lU. et de Wenceslas, (Ann.
de la Soc. d'archl. de Brui. 15.
5-51.) _ [108
Reach, A., Siebenbürg. Münzen u.
Medaillen v. 1638 bia z. tieKenw.
Hrag. T. Äuaachues d. Ver. f Biebenb,
Ldkde. Herrn annat., Michaelis. 259 S.,
MG Taf 10 M. [109
'Hoppel«r, B., Zur umerisch. Müna-
U. (Anz, 1. Schweiz. AJtertkdo. 3,
aöf.) [110
Stroehlln, P. Ch., Invent. dexcript.
des variantea des monnaies de la B^-
publitjue de Gengve, 1535-1848. (Rev.
suiBsede num. 10,23-106; 300-29.) [111
Schömnum, J. B., Verzeichn. d.
baier. Münzen d, neuer. Zeit d,
Sammlgn. d. histor. Ver. t. Nieder-
haiem (Vhdlgn. d. bist. Ver. f. Nieder-
haiem 37 , 89-142.) Vgl. 1901 ,
2090. [112
Gebert, C. F., Die Brandenburg-
Fränkischen Kippermünzstätten, 1620-
J622. Mit 8 Abbildgn., 1 Taf, Müni-
zeichen u, e. Anhang: Der AiiBgeb-
Teil d. Culmbacber Schlagacbatz-
buvhea, Müncb,, Merabacher, 101 S.
8 M. [118
Lnscblii V. Ebengreath, A., Das
Münzrecht d. Bamberger BiachOfe in
Kumten. (Bll. f. Münzlteunde Jg. 36.
Nr, a.) [114
Horchler, A-, Verschiedene Prä-
gungen aus d, AllgäD u. seiner Nach-
barschaft. (Allg«aer G.freund 13,
154-ieO,) [115
Bordeaux, P., M^dailles frauco-
gantoises de l'äre republicaine et de
l'Empire, (Sep. a,: Revue beige de
cum, 1901,) Brui., Goemaere, 28 S.,
Taf. 1 fr, [118
ffeinmelster, P., Das Aufhören
d. kurhess. Prügung zv Anfang d.
19, Jh. (Num. Anz. 1901, Nr, 9.) —
J. KretESchraar , Zur Manz.-G. Ha-
melna, (Ebd. Nr. 9ff.) [117
FlBkaa, 1., Die >n Bnunicfawdgar n.
Humovatuar 'atUahenan EhrePHichan f.
KHag, TFiditmt n. DlBDIItltpr, ■. IMI.tOM.
(Sep. HumoT,, Ltfalia. 40 S. m. iO Abbildsn.
IM. 60.)— Darr, Bericht igusgan g, NicIiItt.
{Nddi. Am IBOI, Nr. 9.) [IIS
ScbrBtter, Frhr, t., Die Prägung
d, kursächs. Sechspfpnnigatflcke
(Seufzer) 1701 u. 1702. (Zt. f. Num.
23, 1-50.) [119
grhigl. Hanikmblneti.
neoktaubnrg, HUd
[IS»
Frledensbni^, F., G, d. Münz-
aammlg, d, Museums schlesischer
Altertümer, (Schlesiens Vorzeit in
Bild u, Schrift N. F, 1. 144-58,) [121
Uartmann, V> Gt>, Polskiia i litovs-
kiia atarinnjia monety, 105fi-1795,
Syzran. 154 S„ 2 Taf. [122
Bahrfeldt, E. (unt Mitwirkg, v.
Jaquet u, Schwandt), Die Münzen-
u, Medaillen - Sammig, in d. Marien-
burg. Bd, I: Münzen u. Med. d. Prov.
Preuaaen bis z. J. 1701. Berl., Kflhl,
4°. 210 8,, 11 Taf. 22 M. [123
7, Qenealogie, Faniüfen~
geachicIUe und Biographie.
ertliner, W., Wegweiser zur Be-
nutzg. d, Ahnentafeln, Görlitz, !:Jtarke,
1900. 19 S, [124
Adlenfeld ■ Ballestrem , E. T.,
Ahnentafeln z, G. europ, Dynastien.
Groaaenhain, Starke, xx, 196 S.
6 M, [186
ITltta, H., Zar nasaat. Litt. [■, IMl, lllt
Q. 1107^ Ob. d, Uriprg. d. WalfaDgeacUecht*.
(ZI, f. G, d, Ob.rrh. Ifl, 691-70«,) Kai, t.
FrdT.achmldt (1,1901, IIS): HliLVIartaU.-
- ■■ ; UitI, a. d. Mit, Litt.
(IM
19, 891 f. 8«bHT,
•6
Bibliographie Nr. 127—187.
Leforty A«9 La maison fran^. de
Luxemboarg (b. 1901, 116). Forte.
(Ons Hdmecht 7, 36-46 etc. 611-
21.) [127
DMrr, T., Der Adel d. böhm. Kronl&nder,
t. 1901, 117. Res.: Mltt. d. Ver. f. O. d. Dt.
iA Böhmen S9, Litt BeU. 87-89 Lambert. [1S8
Wertner, M«, Genealog. Forachgn.
I.: Die Abstammung d. kgl. Farn.
Hunyadi. II.: Die Einwanderg. d.
Deutschen u. d. Hermannst&dter
Pröpste bis z. Ende d. 14. Jh. (Jahrb.
d. herald. Ges. „Adler** 11, 1-64.) [129
Stendeli^ E.j Die Familien d.
ehemal. unmittelbaren Reichsritter-
schaft in Schwaben, Franken u. a.
Rhein. Tl. n. Progr. Eschwege. 4°.
23 S. (Tl. lersch. als Progr. 1887.) ("130
Kauftaianii, P«, Beitrr. z. G. rhei-
nisch. Familien. (Rhein. G.bll. 6,
1-14.) [131
Yelden. A. ron den, Geneal.
Nachrr. üb. einige d. ältest. Familien
d. Neustadt Hanau. Weimar, Selbst-
verl. 2 M. [132
Tollin, Die adligen u. bürgerl.
Hogenottenfamilien v. Lüneburg. (G.-
bll. d. dt. Hugenotten -Ver. X, 7/8.)
Magdeb., Heinrichshofen. 44 S.
86 Pf. [133
Schnlie, Th., Naohtrr. su Excerpten ».
Klrchenbttohem ca Schlabendorf N.-L.
(YlertelJ.achr. f. Wappeskde. etc. 89, 859-61.)
Vgl. 1900, 8103. [1S4
Troschke, P. t., Alte« a. d. Nenmark:
Familiengeachichtl. Notisen ttb. Güter im
Kreise Zallichan. (Dt. Herold 1901, Nr.
11.) riS6
Sembritzki, J«. Genealog. Kachrr.
gewonnen auf (rrund d. Eirchen-
ücher-Forschgn. I: Adel u. Bürger-
stand in u. um Memel. (Altpreuss.
Monatsschr. 38, 250-89.) [136
Urkundenbach d. altfreien Ge-
schlechtes d. Barone, Grafen u. Herren
V. Alten. Mit 2 Siegeltaf. Aus gedr.
u. ungedr. Quellen als Hs. gedr.
(Hrsg.: Baron E.C.v. Alten.) Weimar,
Hofbuchdr. 4'>. 454 S. [137
Altrock, €• T«, G. d. Geschlechts
V. Altrock. Berl., Mittler. 132 S.,
9 Stammtaf. 6 M. [138
Hfllrerstedt, r., O. d. Oeschleohta v.
Alvensleben b. Kr. 8S1. [189
Kroker, E., Stammbaum d. Fam.
Ayrer. (Mitt. d. Ver. f. G. d. St.
Nürnberg 14, 158-204.) [140
8ello, «., Oeachlchtsquellen d. barg- n.
ichloflBgeseatenen Oeschlecbt« ▼. Boroke s.
Nr. 83Ö. [141
Stammtafeln d. Geschlechts w.
Bothmer. Hft.1-3. Verl. d. Familien-
Verbandes. 1890-1900. [142
Tiapllng, T., Zur Genealogie der Boyen.
(Dt Herold 1901, Nr. 8.) VgL 1901, Nr.
ail<f. [14S
FlangB, R« t«. Die v. Ex au bezw.
Kczewski, 1380-1901. Anhg.: Die
V. Russoczyn u. v. Straschin,
4 Stammtaf. u. Personen -Verzeichn.
(Zt. d. bist. Ver. Marienwerder 40,
1-48.) [144
Finstery M«. Stammbaum d. Fam.
Finster. Görlitz,A.Finster.6M. [145
Stanber, Dm Hau« Fugger, s. 1901, 194.
Bes. ; Hiat. Jahrb 81, 808-6. A. Schulte. [146
Plin^A., Die Freiherren t. Granenberg
in Kleinbnrgund, a. 1901, 8186. (Auch Hemer
DlM. 845 8.) [147
Kanfkianii, Zur O. d. Fam. t. Hallberg.
(TeU T. Nr. 131.) [148
Henser. W«. Heusersches Fa-
milienbuch m. Nachrr. üb. verwandte
Geschlechter. Als Ms. gedr. Meerholz;
(Frankf. a. M.), Baumbach, xv,
231 S. [149
Hippel. T«9 G. d. Fam. v. Hippel.
(Dt. Herold 1901, Nr. 6.) [160
Baab^ €• t«, Diev. Eauffungen;
e. bist. - geneal. Studie. (70. u. 71.
Jahresber. d. Vogtland, altert. -forsch.
Ver. zu Hohenleuben S. 1-76 u. 3
Stammtaf.) [161
Familienblätter, T.LeTetzo wsehe.
Hrsg. im Aufkr. d. Familienverbands
V. J. V. Levetzau. Hft. H. Berl.,
Stargardt. 1900. 22 S., 2 Taf. [162
Manstein, £• y., Chronik d. Ge-
schlechts V. Manstein. Königsb.,
Schubert & S. 101 S., 3 Stammtaf.
6 M. [153
Kanfnann, Zur G. d. Fam. t. Mastiaux.
(Teil ▼. Nr. 131.) [154
Belcbenbaeb-Goiichfltz, H. Oraf, Zur G.
d. erloschenen v. M ellin in Pommern. (Dt.
Herold 1901, Nr. 10 f.) [156
Ow, A. Frhr. y,, Die Fam. Mör-
mann im Dienste d. baier. Fürsten-
hauses. (Altbaier. Monatsschr. 3,
15-23.) [156
Mttllenheim y« Bechberg, H« t.^
Familienbuch (Urkundenbuch) d. Frei-
herren V. Müllenheim-Rechberg
(s. '99, 2036). II, 2. 176 S. [167
Telden, A. t. den, Die Fam. d'OrTille
in Frankenthal. (Monataschr. d. Franken-
thaler Altert.-Yer. 19ul, Nr. 8; 10.) [158
Macco, H« F., G. u. Geneal. d.
Familien Peltzer. (Beitrr. z. Geneal.
rhein. Adels- u. Patrizierfamilien. HI.)
Aachen, C. H. Georgi. 4«. 369 S. [169
Genealogie; Familiengeschichte; Biographie. — AUg. Quellen-Sammlgn. *7
Teld«B. ▲. T. d«B, Zur 0«nealogie d Farn.
Tan Poeiie. (Monattschr. d. Frajokenfhaler
Altert-Ver. ISOl^Nr. 80 [160
Qnistorp, B., G. d. Farn. Quis-
torp. Mittlere Hauptlinie seit 1718;
abgeschlossen 8. März 1882. Berl.,
Mittler. 443 S., 2 Taf., 1 Bildn.
12 M. [161
Bedtenbaoher, A«, Stammtafel d.
steirisch. u. oberösterr. Redten-
bacher. Wien, Selbstverl. 1900.
6 BL, Taf. [162
Beibnitz, P. Frhr. t.^ G. d. Herren
u. Freiherren v. Beibnitz. Mit
31 Abbildgn., 13 Stamm- u. 4 Ueber-
sichtstafeln. BerL, Mittler, xyj, 397 S.
15 M. [168
Bössingy A* Frhr. y., Die Stamm-
tafeln d. Geschlechts derer v. B ö s s i n ^,
Hildesh., Gerstenberg. 1900. 4<*. xij,
172 S., 16 Taf. 6 M. [164
Schroedel) H.L.^ Kurze Genealoge
d. Farn. Schroedel. Halle & Fne-
drichstanneck. 4°. 16 S. [166
MÖrath. A.^ Stammtafel d. media*
tisirten Hauses Schwarzenberg.
(Publ. d. Ver. d. dt. Standesherren.)
Stuttg. 1901. Fol. 9 Taf. [166
Bolleder, A.^ Die mährisch. Herren
V. Stern berg (s. 1901, 2137 a).
Schluss. (Zt. d. dt. Ver. f. G. Mährens
u. Schlesiens 5, 332-73, Stamm-
taf.) [167
Meisehke^ C^ Beitrr. z. G. d. Farn.
Thamerus; hrsg. v. H. Thamerus.
Pirna, Buchdr. v. Eberlein. 4^ 19 BU.
9 Taf. [168
Unbescheidy W*. Aus d. Akten e.
dt. Familie. (IQ. Beilage z. „Chronik d.
Fam. ünbescheid''.) 3. Hft. Eahla.
Weller. S. 86-122. 80 Pf. [169
Y«ld«H. ▲. TOB deiu Nachtrag u. O. d. alt.
bra1>ant. Geaohlechti van den Yelde oder
Von den Yelden (•. 1901, 176). Ala Ma.
gedr. 18 8 [170
HuBchberg) J. F.^ Das adeliffe
Geschlecht der Z enger; bearb. v. F.
Hüttner. (Vhdlgn. d. bist. Ver. f.
Niederbaiem 37, 1-86, 7 Stamm-
taf.) [171
Stojeatla, t., O. d. Oeeohlechta t. Zitie>
Witz, n, 1, •. 1901, SIU. Bes.: Dl Litt.-Ztg.
1901, Nr. 27 O. Heinemann. [17S
g
Sammliing bemisch. Biographien
s. 1901, 2146). Bd. IV, Lfg. 6 u. 7.
403-662. ä 1 M. 20. [178
Ffirst, M*. Biograph. Lexikon t. d.
Gebiet zwiscn.Inn u. Salzach. Münch.,
Lentner. 241 S. 3 M. [174
Grimmenser Stammbuch IvOO.
Lebensnachrr. üb. Zöglinge d. Fürsten-
schule Grimma vom Jahre d. Gründg.
1660 bis heute. Bearb. v. A. Frau-
stadt. Meissen, Niederlage d. Ver.
ehemalig. Fürstenschüler. 1900. xcg.
368 S. [176
n. Quellen.
1. Allgemeine Sammlungen.
Priebsch, B«, Dt. Handschrr. in
England (s. *96, 1969). Bd. H.: Das
Brit. Museum. Mit e. Anhg. üb. d.
Guildhall - BibUothek. 4^ 368 S.
16 M. [176
Quellen z. G. d. Papsttums u. d.
römisch. Katholizismus; hrsg. v. G.
Mirbt. 2. Aufl. Tübing., Mohr, xx^j,
482 S. 7 M. 60. [177
Netoliezka, 0., J. F. Trausch's
Handschrr.-Katalog (s. '99, 184). Tl. H.
100 S. [178
Rez. T. I u. H: Dt. Litt.-Ztg. 1901, Nr. 4i
W. Köhler.
QnelleB s. Sohweixer O. (■. 1901, 156).
Bd. XIX 8. Nr. 1M4. [179
Oechsli, W*. Quellenbuch z.
Schweizer-G. 2. Aufl. Zürich, Schult-
hess. 676 S. 9 M. [180
Q«elleH s. lothring. Oeeoh. Bd. I •. Nr.
214. [181
PiblikAtlOBeH d. Oee. f. rhein. 0.kde. (■.
1901, 159). Xn • Nr. 82. [18t
YeröffeHtUehBBgeH d. Idat. KommiMion t
Hessen n. Waldeok s. Nr. 284. [18S
TerSffeatllehvByeB d. bist. Kommlisioii £.
WestftJen (s. 1901, 2156). Beohtsquellen s.
Nr. 226. [184
2. Chsehichisehreiher,
Chronik d. Stadt Zflrich, hrsg. t. Dier-
aner, B. 1901, 170. Bes.: Hist. Jahrb. SS,
484 f. Bflchi; G«tting. gel. Ans. 1901, 58S-87
Meyer t. Knonan. [186
Historia Tegemseensis , 1707-
1808; a. d. kgl. Reichsarch. zu Mün-
chen verOff. V. P. L i n d n e r. H&lfte I:
1707-62. (Teil v. Nr. 694.) [186
Albert, P. P., Die Geschicht-
schreibg. d. Stadt Freibarg i. Br. in
alter u. neuer. Zeit. (Sep. a.: Zt. f.
^J
^8
Bibliographie Nr. 187—233.
G. d. Oberrh. 16, 493-576.) Freiburg,
Lorenz & W. IM. 20. [187
Fris, V^ Ontleding van drie
Ylaamsche &ronijken. (Annales de la
Soc. dabist, et d'archl. de Gand 3,
186-71.) [188
Chronlqne^ La, li^geoise de 1402;
pnbl. p. Eug. Bacha. (Publication
de la Commission roy. d'bist. de Bel-
gique.) Bmx., Eiessling. 1900. xxxv,
629 S. [189
Chronik 9 Hannoversche; hrsg. v.
0. Jürgens (s. 1901, 175). Forts,
^anov. G.bll. Jg. IV.) [190
■OBvmentA ErpheBfortensia, ed. Holder-
Sgger, 8. IIKK), 18«. Be*.: Zt d. Ver. f.
thflring. G. IS, 229-94 MenU [191
Holder-Egger, 0*9 Ans Erfurter
Handschrr. (N. Arch. 27, 177-
207.) [;i92
Lntze« G.« Die Chronikenschreiber
d. Staat Sondershausen. Progr.
Sondersh. 4^ 19 S. [193
BvgealiAgeB*! Pomemnia, hng. t. O.
HeinemAnn, •. 1901, 8175. B«b. : Hist. Zt. 88,
121 f. Wehrmann; Oötting. gel Ans. 1901,
826-82 Perlbaoh. [194
Bcriptoreg rerum SileBiacamm (■. *97,
2050 a). Bd. XYII s. Nr. 1012. [195
Albers. B., Ein Papstkatalog d.
11. Jh. (R^m. Quartalschr. 15, 103-
14.) [196
3. Urkunden und Akten,
Recneily Nouyeau, g^när. de trait^s
etc. de droit intern, (de 6. F. de
Martens, cont. p. F. Stoerk), (s.
1901, 2180). 2. Sär. T. XXVI, 1-2.
S. 1-624. 29 M. — T. XXVn, 1-2.
S. 1-608, 28 M. [197
Urkvaden s. st&dt. Yerf.-O., hng. t. F.
Kentgen, s. 1901, 2181. Bes.: Jalirbb. f.
NationalOk. 76, 422-24 Heldmann. — Vgl.:
K 6 u t g e n , Weizsftcken Editionsregeln. (Hist.
Viertey.schr. 4, 604-7.) [198
Fontes rerum Austriacarum. Abtlg.
2: Diplomataria et acta (s. 1901.
2182). Bd. LII: Urkk. u. Regesten z.
G. d. Bened.-Stifte8 Göttweig. Tl. 2:
1401-1468; bearb. v. A. Fr. Fuchs.
696 S. 10 M. 40. [199
Handel-Mazzetti, Y. t*. Regesten
V. ürkk. u. Akten a. d. Schlossarchive
Aurolzmünster. (Beitrr. z. Ldkde. v.
Oesterr. ob d. Enns Lfg. 52.)
149 S. [200
Urknndenbnch. Niederösterreichi-
sches. Bd. II: Uriundenbuch d. auf-
gehob. Chorhermstifbes San et Polten.
Tl. 2: 1868-1400; bearb. v. J. Lam-
pel, Wien, Seidel. 488; xrj S.
10 M. [201
Kretschmajr, H., Archival. Beitrr.
[ürkk.] z. G. Niederösterr. Städte u.
Märkte (s. 1901, 2184| ü: Eggen-
burg. (Bl. d. Ver. f. LdKde. v. Ni^er-
österr. 35, 132-66.) [202
QneUen z. G. d. Stadt Wien. AbÜg. I
(Red. V. A. Mayer): Regesten aus
in- u. ausländ. Archiyen m. Ausnahme
d. Archivs d. Stadt Wien (s. '98, 199).
Bd. IV. Wien, Konegen. 4*>. xi,
393 S. 20 M. [203
Bez. ▼. AbÜg n, Bd. 2 (Uhlirx> B. 1901,
2183. : Mitt a. d. bist. Litt. 29, 407-10 Heyden-
reich. — t. Abtig. m, Bd. 1 (Staub) s. 1901,
182: Hill Zt. 88, 127-32 Uhlirs.
Ottenthai, £. t. u. 0. Redlieh,
Archivberichte a. Tirol (s. 1901, 2187).
ni, 3-4. (Mitt. d. 3. [Arch.-JSektion d.
k. k. Contral-Comm. V, 3-4.) S. 121-
256. ä 2 M. [204
Schubert, A.. Urkunden -Regesten
aus d. ehemalig. Archiven d. v.
Kaiser Joseph n. aufgehobenen
Klöster Böhmens. Innsbr., Wagner.
4°. xxvij, 300 S. 16 M. 60. [205
Zimmermann, F., Das Archiv d.
Stadt Hermannstadt u. d. sächs.
Nation; e. Führer durch dasselbe.
Aufl. 2. Hermannst., Arch. d. Stadt
202 S. 1 M. 80. [206
Urkundenbnch d. Stadt Basel (s.
1901, 2195). Bd. Vni; bearb. durch
R. Thommen. 4®. 581 S.
29 M. 50. [207
Re«. T. IV u. Vn : Götting. gel. An*. 1901,
818-36 Wartmann.
Urknndenbnch d. Stadt u. Land-
schaft Zürich, bearb. v. J. Escher
u. P. Schweizer (s. 1901, 188). Bd.
V: 1277-1288. Hälfte 2. S. 201-898,
Taf. 7M. Subskr.-Pr.: 6 M. 25. [208
Uttendorfer. E., Freisinger For-
melbuch. (Teil V. Nr. 694.) [209
Urkundenbach, Hohenlohisches,
bearb. v. K. Weller (s. 1900, 215).
Bd. 11: 1311-1350. 810 S., 3 Stamm-
taf., 1 Kte. 15 M. [210
Regesta episcoporum Constantien-
sium (s. 1901, 2202). 11,4: 1361-1361;
bearb. V. A. Cartellieri. S. 287-320.
4 M. 20. [211
Rieder, K., Archiv d. Freifrau v.
Mentzingen-Andlaw-Birseck zu Hug-
Geschichtachreiber. — Urkunden und Akten.
stetten bei Freiburg. (Mitt, d, bad. :
bist- Komm. 1901, 69-88.) [212
UrkiBdcB n. Aktsn d. Stadt Stniibnrg.
AbtIg m ■ Nt MI. [iia
Urknnieii, Vatikan., u. Besesten
z. G. Lotbringens; gesamm. n. bearb.
V, H. V. Saaerland. AbtIg. 1: Vom
Anfang d. Pontifikata Bonifaz' Vm.
bis zum Ende d. Pontifikata Benedicts
Xn. (24. Dez. 1294—85. Apr. 1342.)
(= Nr. 181.) Metz, Scriba. 4°. ui),
442 S. 10 M. [214
KUchler, J., Ausd. RatBprotokollen
T, Kaiaerslautern (s. 1901, 197). Forte.
(PfUlz. Museum 1901. Nr. äff.) [216
Codes dipkmatJcuB Moenofranco-
furtanus. LrkuDdenbuch d. Reicbs-
atadt Frankfurt. Hrsg. t. J. F. Bocli-
mer. Neubearbeitg. auf VeranlaaBg.
d. Adminietration d. Boebmerscben
Nachlasgee. Bd. I: T94-1314; bearb.
V. F. Law, Frkf., Baar&Co. 4". iij,
562 S. 80 M- [216
Tille, A,, Uebereicht üb. d. Inhalt
d. kleiner. Archive d. Rheinprovinz
(s. 1900, 224). II, 1: Kreise Jülich
u, Mayen. (Ann. d. bist. Ver. f, d.
Niederrh. Beihft. 5.) IDO 8. 1 M.
— Ders., Das Archiv d, Burg Eltz.
(Korr.-Bl. d. westdt. Zt. 20, 109-
11.) [217
Rai. (f. VsiHFilchl 1); Hitt. 'ViensU.ichr.
4, 571-Tt Eülpplng.
SckUer, H., Inveutanaimng d.
Stadt-Köhiischeu Pfarrarcbive. Tl. I.
(Ann. d. bist. Ver. f. d. Niederrh.
Hft, 71.1 217 S- 4 M. [218
Inb.; Pf«rr.rch. v. 8. Qerean, 8. SeTBrin,
5. Mtiia in L^ikiichsD, S. Apaitsln. ü. P«l6r.
Urkunden, Die, d. Pfarrarchivs v.
8t. Severin in Köln; bearb. u. hrag.
V, J, Heas. Köln, Theiasing. 4».
470 8. 16 M. [219
Opperroann, 0., Krit. Studien z.
älter. Kölner O. (a. 1901, 2172). H:
Mittelalter!, UrkundeniUIechgn. für
St. Kunibert u, St. Martin in Köln.
(Weatdt. Zt. 20, 120-184; Taf. 1.
u. 2.) [220
Oorkondenboek van Holland eu
Zeeland tot het einde van het Hol-
land sehe huis. Supplem. be werkt
door Jamea de Fremerj. b' Gra-
venh., Nijhoff. 4". 296; iiji S,
7 fl. 50, [221
MamelTe. F. de, Cartulaire de
l'abbaye d'ÄiBighem <a. 1901, 2217).
Forta. (Analectes p, aerv. ä l'hist.
eccl^aet. de la Belgique. Sect. II, 6.)
S. 511-638. , [222
Koller, 0. K., Eberhard v. Fulda
u. seine Urkunden kopien, (Zt. d. Ver.
f. taeaa. G. etc. Suppl. Xm.) Casael,
2S.,3Beil.,lLicbtdr.-
6 M, (Auch Marburger
Diaa. 1900.) Vgl, '99, 2113. (223
LanitagMkten, Heisische; nrag.
v. H. Glagau. Bd. I: 1608-1621.
(= Nr. 183.) Marb,, Elwert xv,
693 8. 14 M. [224
Drkandenbnch, WestfUlisches (s.
■98,1993). Bd, Vn; DieDrkk. d. kein.
Westfalens v. J. 1200-1800. Abtlg. 1:
1200-1237; bearb. V. Th. Ilgen.
S. 1-aOO, 6 M. 60. [226
Stadtreehte, Weatföl. AbUg. I:
Stadtrechted. GrafaohaftMark. Hft.l:
Lippatadt; bearb, v, A. Üvermann.
(= Nr, 184.) Münster, Aschendorff.
111*, 150 S.; 3 Taf. 6 M. [226
Urknndevbuck d Stadt HUdea-
heim; brag. v, R. Doebner (a. '99,
2109). TL vm-. 1481-1597, Mit
Nacbtrr. u. Berichtigungen zu Tl.
I-Vm u. e. Urkundenbeil, in Lichtdr.
1066 S. 26 M. [237
Urkunde nbnch d. Stadt Braun-
I schweig; hrsg. v. L. EiLnselmann
(a. 1900, 2105). Bd. IB, Abtlg 1;
1321-1331. 4°, -^40 S, lOM, 80- [228
Ok*t, A., Au d. Akten d. AdolnlttkU-
KoUeglumi. (ZI. d. Vet. f, likmburg, O, 11,
u-u.) [na
B«ge8t«D d. Urkk. d. Möllner
RatsarchivB. Nachtrag. (Arch. d. Ver.
f. G. d. Hzgta. Lauenburg VT, 2, 58-72.)
Vgl: Arch I, 3, 306-73. [230
HSlTenteit, G. A. t. n. J.
Mflller, Codex diplom. Alvenslebia-
nns, Urknnden-Sammlg. z. G. d. Ge-
schlechts V. Alvens leben u, aeiner
Besitzgn. Bd. IV: 1663-1798, nebst
Haupt-Nacbtr. u. RegiGt«m. Mit 15
Stauuntaf. u. 9 Taff. Abbildgu.
Magdeb., Druck v. E. Baenach jun.
1900. 636 S. [231
SIebert, B., ll ungedr. Urkk. [d.
JJ. 1036-1861] aua e. im hrzgl. Haua-
u. Staat«arcn. zu Zerbat befindL
Nienbu^er Copiale. (Sep. a.i Mitt.
d. Ver. f. anhält. G. 9, 183-94.) Zerbat,
Gaat. 80 Pf, [282
Hefdenrelob, E., Das Archiv d.
Stadt Mfihlhausen in Tbar. (Mühlh.
•10
Bibliographie Nr. 233—282.
G.bll. 2, 1-66.) Sep. Mühlh., Albrecht.
8 M. [233
Bamb, C. t., Nachtrr. z. d. Beg«it«n ■.
Orte- n. Famil.-G. d. YogtUndes Bd. I a. n.
(Mitt. d. Alt6rt.-yer. FUaen 14^ ucxjz-Lxzj^z.)
Tgl. '98, 1999. [894
€o4ex diplom. Losatiae inperior II ■. Mr.
1016. [885
Stock 9 Th.j 15 Schöppenbücher
a. d. Kreise Rothenburg in d. Ober-
lausitz. (N.lausitz. Magaz. 77, 67-92.)
— J. Heibig, Regesten-Nachtr. z. G.
d. Lehensadels d. Herrschaften Fried -
land u. Seidenberg. (Ebd. 140-46.)
Vgl. '97, 2091. [236
Niessen, P. J. ted, Regesten z.
G. d. eist. - Nonnenklosters Reetz.
(Schrr. d. Ver. f. G. d. Neumark 11,
87-51.) [237
GeschichtsqueUen d. bürg- u.
schlossgesess. Geschlechts v. Borcke,
hrsg. V. G. Sello (s. '98, 2001). I, 3:
Bis z. Ausgange d. 14. Jh. x, 42 S.
u. S. 383-89 mit 4 Taf. u. 1 Kte.
8 M. [238
Bei.: Monatabll. d. Oei f. pomm. O. 1901,
Kr. 7 Wehrmanu.
Codex diplom. Silesiae (s. 1901,
214). Bd. XSJ: Schlesiens Bergbau
u. Hüttenwesen. Urkunden u. Akten,
1529-1740; hrsg. v. K. Wutke. 322 S.
10 M. [239
Wntke, K*. Eine archival. For-
schungsreise aurch d. Kreis Ohlau,
Okt. bis Dez. 1899. (Zt. d. Ver. f. G.
etc. Schlesiens 35, 358-70.) [240
Warschaner, A., Die städt. Archive
in d. Prov. Posen. (Mitt. d. kgl.
Sreuss. Archiv verwaltg. Hfl. V.) Lpz.,
[irzel. XL, 324 S. 10 M. [241
Toeppen^ B*^ Quellenbeitrr. z. G.
d. Rats u. Gerichts d. Stadt Marien-
burg. (Altpreuss. Monatsschr. 38,
192-249.) [242
Mazzatintiy G.y Gli archivi della
Btoria dltalia (s. 1901, 219). lU, 1.
S. 1-80. [243
(Sanfelioe lol Panaro (proT. di Modena);
Piatoia; Aaooli Pioeno.)
Kehr 9 P.^ Papsturkk. in Turin;
Bericht üb. d. Forschgn. v. L. Schi-
aparelli. (Nachrr. d. Gott. Ges. d.
Wiss. 1901, 57-116.) — Ders., Papst-
urkk. in Piemont; Bericht üb. d.
Forschgn. v. L. Schiaparelli. (Ebd.
117-70.) — Ders., Papsturkk. im
ehemalig. Patrimonium u. im süd-
lichen Toscana. (Ebd. 196-228.) [244
4. Andere aehrifUiehe Quoten
und Dehhtnäler,
Analeeta hjmnica medii aevi, hrsg.
v. C. Blume u. G. M. DreTCs (s.
1901, 223). XXX Vü: Sequentiae ined.
Liturg. Prosen d. Mittelalters a. Hss.
u. Frühdrucken. 5. Folge, hrsg. v. C.
Blume. 304 S. 9 M. [246
InTentaire des obituaires beiges
(coU^giales et maisons religieuses).
(Annexe au Bulletin de la Comission
roy. d'hist. de Belgique. 1899.) Brox.,
Kiessling 1899. 87 S. [246
Bangert, F., Das älteste Oldesloer
Kirchenbuch. (Schrr. d. Ver. f. schlesw.-
holst. Kirch.-G. Reihe 2, Bd. H, Hft. 1,
1-86.) [247
Topographie d. bist. u. Kunst-
denkmale im Kgr. Böhmen (s. 1901,
229). V: A.Podlaha u. E. Sittler,
Polit. Bezirk Mühlhausen. 170 S.,
TafF. 6 M. 80. VI: A. Podlaha,
Polit. Bezirk Mehiik. 227 S. 9 M. [248
Deininger, J., Kunsthist. Denk-
male im Oetzthale. (Mitt. d. k. k.
Central-Comm. 27, 151-66, Taf.) [249
Bahn, J. B*. Zur Statist, schweizer.
Kunstdenkmäler (s. 1901, 2241). Forts.
R. Durrer, ünterwalden. S. 161-92.
(Beil. z. Anz. f. Schweiz. Altertkde.
1901, Nr. 1-3.) [260
Kunstdenkmale d. Kgr. Baiem
(s. 1901, 231). Bd. I: Oberbaiem.
Lfg. 20 m. Atlas. S. 1697-1890, Taf.
227-238. 9 M. [251
Wolff, F«, Le classement des mo-
numents bist, en Alsace-Lorr. (Aus:
Rev. alsac. illustr.) Strassb., Noiriel.
4^ 9 S. m. Abbildgn. 2 M. [262
Groby i.j Denkmäler d. Kunst im
Luxemburger Lande. (Ons H^mecht
7, 63-69; 152-55; 206-9.) [263
Inyentaire arch^ol. de Gand(B.1901,
2248). Fase. 20-21. k 3 fr. 60. [264
Ban- n. KanstdenkmUer West-
falens (s. 1901, 286). Kreis Ahaus;
bearb. v. A. Ludorff; mit geschichtl.
Einleitgn. v. J. Schwieters. Mün-
ster, Schöningh. 4«. 105 S., 68 Taf.,
2 Ktn. 3 M. [255
SchUe^ F., Kunst- u. Geschichts-
Denkmäler d. Ghzgts. Mecklenb.-
Schwerin (s. 1900, 261). Bd. IV: Die
Amtsffer. - Bezirke Schwaan, Bützow,
Stemberg, Güstrow, Krakow, Gold-
Andere schrifü. Quellen u. Denkmäler. — Allg. dt. n. Territ. - Gesch. *11
berg, Lübz u. Plan, xvnj, 635 S.,
Taf. 12 M. [266
Ban- n. Kanstdenlmi&ler d. Prov.
Pommern (s. 1901, 240). 11, 5: H.
Lemcke, Reg.- Bez. Stettin. Hft. 6:
Kreise Randow, Greifenhagen n. Pj-
ritz. XV, 166 S. 10 M. [267
Bericht d. ProTizudal-Gonsonraton d.
Eanstd6Dkm&ler d. ProT. Söhletian (■. '99,
2158): 1. April 1898-31. Dei. 1899. 48 8. [S58
ni. Bearbeitungen.
1. AUgetneine deutsche
CreaeMohte,
Gebhardt. B«, Handb. d. dt. G.
2. Aufl. 2 Bde. Stuttg., Union, jx,
720; jx, 889 S. 17 M. [269
Lamprecht, K., Dt. G. ErgänsgBbd. 1 •.
Nr. 1777. [860
Tigener, F., Bezeichnungen f.
Volk u. Land der Deutschen vom
10. bis z. 1». Jh. Heidelb., Winter.
X, 272 S. 6 M. (81 S. ersch. als
Heidelberg. Diss.) [261
Stavffer, A., Die Wiedergebart d. dt.
Volke«; e. Einleitg. in d. dt. (i. bis zur Er-
hebg. d. preow. Monarchie n. d. dt. Befrei-
ungszeit. (Beil. s. Allg. Ztg. 1901, Nr. 238-
34 ) [268
2. TerrÜariaZ'Cfeschichte.
Majrer. F. M.^ G. Oesterreichs.
2. Aufl. Lfg. 11 « Bd. U: 1526 bis z.
Gegenw. (s. 1901, 2260), Lfg. C. S. 641-
797, Stammtaf. 3 M. (Bd. 11 kplt.
13 M.) [263
GhoD, C, G. d. Stadt Yillach von
d. Urzeit bis z. Gegenw. Villach,
Liegel. 242 S. 3 M. 20. [264
Dfirnwirth) B*. Kleine Beitrr. z.
G. d. Stadt St. Veit. (Carinthia I. 91,
129-94.) [266
Mayr, Die polit. Boziehgn. Deatschtirols
zum ital. Landecteile, s. 1901, 8867. Bez.:
Götting. gel. Ana. 1901, 783-34 Schwind. [866
Sander. H., Beitrr. z. G. r. Bludena, Mon-
tafon u. Sonnenberg in Vorarlberg (s. 1900,
279). Hft. rV s. Nr. 469. [867
Urban, M.^ Zur G. d. Burg u.
Stadt rheusing. (Mitt. d. Ver. l G.
d. Dt. in Böhmen 40, 105-40.) [268
Chronik d. Stadt Mähr.-Sehönberff.
Von d. Entstehg. bis zum Ende d.
10. Jh. Tl. I von K.Umlauff; Tl.H
nach Aufzeichngn. v. F. Ritter v.
T ersch. Mähr.-Schönberg , Emmer.
134; 187 S. 2 M. 50. [269
Gröger, Th., Geschichtl. Mitteilgn.
üb. Füllstein n. dessen Burgruine.
(Zt. d. Ver. f. G. etc. Schlesiens 36,
258-70.) [270
Dindliker, K.9 G. d. Schweiz (s.
1901, 2274). Bd. ü. Aufl. 3. Lfg. 8-6.
S. 129-884. k 80 Pf. [271
Hürbin^ J.) Handbuch d. Schweizer-
G. (8. 1901, 2276). Lfg. 9. (Bd. II,
1-64.) 80 Pf. [272
Bez.: HIct Jahrb. 88, 481-83 Bflchl.
Gesehichte d. Kantons Schaff-
hausen von d. ältest. Zeiten bis zum
J. 1848. Festschr. d. Kantons Schaff-
hausen z. Bundesfeier 1901. Schaffh.,
Staatskanzlei. 782 S. 9 M. 60. [273
Kttchler^ A., G. v. Sachsein. Kerns
(Schweiz), Selbstverl. 266 S., 2 Taf.
2 M. Vgl. 1900, 2230. [274
MttUer^ J.^ Geschichtl. Notizen
üb. d. Pfarr - Gemeinde Spiringen.
(In: 7 Neujahrsbl. d. Ver. f. G. etc.
v. Uri.) [276
Erhard, A^ G. u. Topographie d.
Unagebg. v. Passau (s. 1901, 2287).
2. Forts. (Vhdlgn. d. hiflt. Ver. f.
Niederbaiem 37, 186-368.) — Geo.
MflUer, Hailing, e. Dorf in Nieder-
baiem, Kgl. Bez. -Amt Straubing,
nach G., Topogr. u. Statist. (Ebd.
161-82.) [276
Franconia sacra. G. u. Beschreibg.
d. Bistums Würzburg (s. 1901, 2294).
Lfg. 5: Mich. Müller, Landkapitel
Mellbrichstadt. Abtlg. H. S. 201-501.
3 M. 20. [277
Bruiner, Pflege d. Heimat -G. in Baden
i. Nr. 9. [878
Weeohy F. t.j Karlsruhe; G. d.
Stadt (s. 1901, 2301). Lfff. 20. (Bd. HI,
S. 481-660, 6 Taf.) 1 M. [279
Schwarz, B., G. d. Stadt Ettlingen
(s. 1901, 2302). Lfg. 6-8. S. 121-92,
3 Taf. ä 40 Pf. [280
Sevin, H., Kaiser Botbarts Fron-
hof Ueberlingen. (Sep. a.: Linzffau-
bote.) Ueberl., Verf. 86 S., 2 Taf. u.
2 Pläne. 6 M. [281
Stengele, B», Geschichtliches üb.
d. Burg, d. Ort u. d. Pfarrei Fric-
kingen. (Freiburg. Diözesan-Arch. N.
F. 2, 199-244.) [288
12
Bibliographie Nr. 283—335.
HaiTiUer, Frankreich u. EUass im 17. n.
18. Jh., 8. 1901, 883. Res. : Hiit. Viertelj.Bchr.
4, 296-98 T. Borries; Bev. dliist. moderne et
oontemp. 1900, 658-54 Pariset; Zt. f. G. d.
Oberrh. 16, 758-60 Overmann. — Hanville-
r i a n a. Ein Beitr. x. elaftss. Publizistik.
Strassb., Le Ronx. 56 S. 60 Pf. [38S
Ackermann, J. B., Chronique de
Soppe. (Rev. cathol. d'Alsace 19,
41-60 etc. 371-79.) Sep. Rixheim,
Sutter & Co. 1900. 62 S. [284
Wiegand, Zur G. d. Hohkönigs-
burff; e. hißt. Denkschrift m. ausgew.
orkdl. Beilagen. Strassb., Heitz. Fol.
XY, 115 S. — H. Danzas. Les chä-
teaux de St. Hippolyte, TEstuphin,
le Haut-Koeniffflbourg, le siege de
1633. (Rev. d'Aisace T. 62 f.) [285
Gasser 9 A.. Hist. de Soultz (s.
1900, 2251). Forts. (Rev. d'Aisace
51,201-14; 402-26. 52,492-505.) [286
MatthiSy C, Aus Niederbronns
alten Zeiten; seine Vor-G., seine
röm. Bäder u. deren Entdeckg. im
J. 1593. Strassb., Noiriel. 60 S.
1 M. 50. [287
Buppersberg, A., Geschichte d.
ehemal. Grafschaft Saarbrücken.
Nach Frd. u. Adf. Köllner erweitert
(8.1900,315). Tl. II: Von d. Einfuhr^,
d. Reform, bis z. Vereinigung mit
Preussen 1674-1816. Mit 23 Ab-
bildgn. im Text u. 2 Ktn. Saarbrück.,
Selbstverl. d. Kreises. 419 S. [288
Marmier, €., Geschichten. Sprache
d. Hugenottenkolonie Friedrichsdorf
am Taunus. Marb., Elwert. 136 S.
2 M. 40. (105 S. ersch. als Marburg.
Diss.) [289
Pelissier^ E., Zur Topogr. u. G.
d. linksmainischen Landwehren d.
Reichsstadt Frankfurt. Progr. Frankf.,
Jügel. 4^ 63 S., 2 Taf. 1 M. 60. [290
Kenssen, H., Untersuchgn. z. älter.
Topogr. u. Verf.-G. v. Köln. (Westdt.
Zt. 20, 14-85.) [291
Schell, 0., Hist. Wandergn, durchs
bergische Land (s. 1901, 292). Forts.
(Monatsschrift d. berg. G.-Ver. 1901,
1-5 etc. 201-7.) — Ders., Zur G. d.
Elberfelder Hardt. (Ebd. 26-36 etc.)
— Aeg. Müller, Beitrr. z. G. d.
Amtes Steinbach u. d. Stadt Wipper-
fürth. (Ebd. 109-25 etc.) [292
Brüll, W., Chronik d. Stadt Düren.
2. Aufl. Tl.I: Polit.-G. Düren, Vetter
& Co. 149 S. 2 M. [293
Bes.: Zt. d. Aachen. O.-Ver. 88, 418 f. Tille.
Lennartz, J., Das Soerser Haus;
e. Beitr. z. vaterstüdt. G. 2. Ausg.
Aachen, Schweitzer. 64 S. — Ders.,
Schloss u. Herrlichkeit Schönforst.
Ebd. 77 S. 60 Pf. [294
Schwambom, 0., Beitrr. z. G. d.
StadtKalk. Progr. Kalk. 4^ llS. [295
Areadt, K., Monographie d. Burg. F&lken-
■tein a. d. Onr. (Ons H^mecht 7, 81-31.) [396
Pirenne^ H., Hist. de Belgique.
I: Des ongines au commencement
du 14. siecle. 2. ^d. , revue et corr.
Brux., Lammertin. 1902. xij, 437 S.
7 fr. 50. [297
Blok, P. J., G. d. Niederlande;
verdeutscht v. 0. G. Houtrouw.
Bd. I: Bis 1300. (G. d. europ. Staaten.
LXI, 1.) Gotha, Perthes. 457 S.
12 M. _ _ [298
Bücking, W., Geschichtl. BUder
aus Marburgs Vergangenheit. Marb.,
Elwert. 197 S. 1 M. 60. [299
Born, J. H., Beitrr. z. Topographie
d. Amtes Herbede. (Jahrb. d. Ver.
f. Orts- u. Heimatskde. d. Grafsch.
Mark 14, 58-149.) [300
Pröbsting, F., G. d. Stadt Camen
u. d. Kirchspielsgemeinden v. Camen.
Hamm, Griebsch. 121 S. [301
Döhmann, K. 6., Beitrr. z. G. d.
Stadt u. Grafschaft Steinfurt. I: Die
Burgmannen v. Steinf. (s. 1901, 314).
Tl. fi. Burgsteinfurter Progr. S. 33
-84. [302
Warm, A., Osnabrück, seine G.,
seine Bau- u. Kunstdenkmäler; e.
Städtebild. Osnabr., Pillmeyer. 144 S.,
1 Plan. 1 M. 50. [303
Frensdorir, F., Stadt u. Univer-
sität Göttingen. (Hans. G.bll. 1900,
23-46.) [304
Grütter, F., Der Loin-Gau; e.
Beitr. z. älter. G. d. Fürstentums
Lüneburg; hrsg. v. 0. Jürgens.
(=Nr. 737.) Hannov., Schaper. 62S.
1 M. — Ders., Zur G. d. Stadt Soltau.
(Hannov. G.bll. 4, 361-70.) — 0. Jür-
gens, Die Vereinigung d. Loin-Gaues
mit d. Fürsten!. Braunschw.-Lüneb.
(Ebd. 402-20.) [305
Meyer, Hemi., G. d. Kirchspiels
Hänigsen. Hannover, Stephansstift.
82 S. [306
Bertheau, E., Die G. d. Kirchen-
gemeinde Kirch wahlingen. Walsrode,
Gronemann. 168 S. 2 M. 50. [307
Territorial-Geschichte.
•13
Schulze^ Ernsty Chronik d. Stadt
Cloetze. Nachrr, a. d. Umgegend v.
Cloetze u. d. Drömling, nebst e. G. d.
ehem. hannov. Amtes Cloetze. Cloetze,
Selbstverl. 522;xijS. 4 M. 25. [308
Pallas, X.j Q. d. Stadt Herzberg
a. d. schwarzen Elster. Hft. 1-3. (In
ca. 10 Hftn.) Herzb. (Elster), Selbst-
verl. ä 50 Pf. [309
Clajns, H.y Kurze G. d. ehemal
Bistums u. später, weltlich. Fürsten-
tums Halberstadt. Osterwieck, Zick-
feldt. 165 S. 1 M. 20. [310
Pfennlgrsdorfy E., G. d. Stadt Harz-
gerode. Harzger., Truelsen. 72 S.
1 M. [311
Geschichte d. Stadt Dessau. Fest-
gabe. Dessau, Dünnhaupt. 674 S.,
3 Taf. 6 M. [312
Thiele, R., Bilder aus Erfurts Ver-
gangenheit. Nach Konr. Stolles Chro-
nik. Erf., Villaret. 52 S. 50 Pf. —
Yollrath, Die Festungswerke Erfurts.
(Mitt. d. Ver. f. G. etc. v. Erfurt 22,
17-43.) [313
Heydenreich, E., Beitrr. z. G. d.
Reichsstadt Mühlhausen in Thüringen.
(Mühlhauser G.bll. 1, 53-82.) [314
Ress, L., Chronik d. Stadt Held-
burg seit d. J. 1750, mit Nachtrr. z.
Krauss'schen Chronik. (Schrr. d. Ver.
f. Sachs.-Meining. G. etc. 39, 3-63.)
— Ders., G. u. Beschreibg. d. Veste
Heldburg. Aufl. 3. Hildburgh., Ga-
dow. 40 S., 7 Taf. 50 Pf. [315
Koch, Ernst, Beitrr. z..urkdl. G.
d. Stadt Pössneck (s.'98, 2096). Hft.
IV. Meining., v. Eye. 136 S., TafT.
3 M. 50. [316
Lindemann, Die Herrschaft Ilöm-
hild in Franken, e. vorübergehende
Erwerbg. d. Grafen v. Mansfeld ; mitg.
V. H. Grössler. (Mansfelder Bll. 15,
109-43.) [317
Seidel, E. A., Grünhain seit d.
Reformation (8.1901,2350). (Schlufs-)
Lfg. 4. S. 97-131. 50 Pf. [318
Bartsch. Buchholz unter d. Eme-
stinisch. Linie d. Hauses Wettin,
1501-1547. (Beitrr. z. G. d. StadtBuchh.
Hft. 5.) [319
Weinhold, E., Zur G. d. alt. Chem-
nitzer Rathauses (Mitt. d. Ver. f. Chem-
nitz. G. 11, 15-34.) [320
Richter, 0., O. d. SUdt Dresden. I, s.
1901, 334. Bez.: Hist. Viertelj.Bchr. 4, 140 f.
Bietschel; Dt. Litt.-Ztg. 1901, Nr. 82 Be-
schomer. [321
Pfau, TV. €«9 Einzelheiten a. d. Ge-
biet d. Rochlitzer G. (Sep. a. : Rochl.
Tageblatt 1901, Nr. 128 flF. u. 169 fF.)
Rochlitz i. S., Dr. v. Bode. 55 S. [322
Prutx, PreusB. O., s. 1901, 337. Bez. t. I n. n :
Hist. Yiertelj.Bchr. 4, 101-3 Loewe. — t. HE:
Litt. Gbl. 1901, Nr. 19 W. Soh. ; Forschgn. i.
brandb. n. preasi. G. 14, 232 O. H. [323
LIppert, W., Nachtrag z. Lage d. wüsten
Mark NnsBedil. (NiederlauB. Mitt. 6, 378-80).
Vgl. 1901, 386. [324
Zimmermann, E. u. P., Dorfchro-
nik V. Nieder-Görsdorf bei Jüterbog.
(Brandenburgia 9, 161-94; 298-307;
417-42.) — Ferd. Meyer. Geschichtl.
Rückblick auf d. Stadtteil Alt-Kölnn.
(Ebd. 8, 364-70.) [325
BackwitZy A«, Bilder aus Lands-
bergs Vergangenheit a. d. Beginn d.
18. u. 19. Jh. (Schrr. d. Ver. f. G. d.
Neumark 11, 129-52.) [326
Geschichte, Mecklenburg., in Ein-
zeldarstellgn. (s. 1901, 342). Hft. 4:
A. Risch e , G. Mecklenburgs v. Tode
Hnr. Borwins I. bis z. Anfange d.
16. Jh. 140 S. 3 M. 50. (Subskr.-
preis 3 M.) [327
Techen, F., Die Strassennamen
Wismars. (Jahrbb d. Ver. f. mecklenb.
G. 66, 65-114.) [328 .
Domizlaffy J.^ Damshagen, Kreis
Schlawe. (Monatsbll. d. Ges. f. pomm.
G. 1901, 104-107.) [329
Chrzaszczy G. d. Toster Burg u.
d. Herrschaft Tost-Peiskretscham in
Oberschlesien währ. d. 16. Jh. (s. 1901,
348). Tl. n. (Zt. d. Ver. f. G. etc.
Schlesiens 35, 2 1 9-40.) — H. Granier,
Dyhermfurth. (Ebd. 846-62.) [330
Flehn^ H*. Orts-G. d. Kreises Stras-
burg in Westpreuss. (= Hft. 39 v.
Nr. 778.) 160 S. 3 M. [Abschluss
V. 1901, 364.] [381
Bes. T. 1901, 364 : Hist. yiertelj.echr. 4, 142
Lohxneyer; Hist. Zt. 88. 123-25 Simaon.
Böhrichy Kolonisation d.Emüandes
(s. 1901, 8073). Forte. (Zt. f. G. etc.
Ermlands 13, 742-980.) [332
Sahm. W., G. d. Stadt Creuzburg
Ostor. Königsb., Beyer, xjx, 281 S.,
2 Taf., 1 Plan. 4 M. [333
Schnippel) E.^ Miscellen z. G. v.
Osterode, Ostpr. Oster. Progr. 4®.
14 S. [384
Maczkowskiy K. A.« Eckersberg
u. seine Umgebg. ; G., Beschreibg n.
Urkk. (Mitt. d. litter. Ges. Masovia 5,
10-142.) — M. Ger88% G. u. Chronik
V. Rjdzewen (s. 1900, 2824). Bis auf
•14
Bibliographie Nr. 385— aai.
» M Roma- i SelfferU K
d Gegen w fortgen
now-ki. .El.d 21>
Revals Ver^n^nheit (s. '99, 22S0).
2. sehr venu. Aufl. 390 S. 6 M. [336
aj Verfiusung.
(Raloli, Tairltarin, 8udt«.)
Wlik«lB»>, K., Alle Vetttmogt-a,
Kitt iL fallt, f. Oitarr. G, 1», 886f. t OlUin-
Ikkl; Zt. d. BkTl^ST-StlttB' f. Raobti-0. It,
Qtm. Abllg., i;< StBti. IIST
W»it«, Dl. V.rf..nmg^G. i. Aufl.. Bd. Tl.
baub. T. O. S«allg«r, i. tT.iil. Rw.:
OMting. a*l. Am. im, S7S~4H) W Sllokal;
rgL G. Sealigar, Zu Abwabr: UIbI. TiartolJ.-
Hfar. 1, MS-R5. (SM
HInlie, 0., Staatonbildg. u. Ver-
fBHgnDRsentwicklg. ; e. hiBt.-polit. Stu-
die. (Eist. Zt. 8S, 1-21.) (339
Kto»«', Wahl a. KrOnDiif <I. dt. Kdiar
n. XOnlga 1b Itallan {Lombardal). •. I90I. 141«.
(Auch kll F«lbnrg^^ Dl«, «nefalanaii!) (3W
Hftase, K-, Die EOnigskrOnuagen
in Oberitalien u. d, eieeme Krone.
Diu. 8tTaBBb.,SchleBierftScliw. mS.
2 H. 10. [Sil
firltsner, E., Symbole u. Wappen
d. alt dt. EeicheB. (=Vin, 3 ».
Kr. 632.) Lpz., Teubner. 132 S. Snb-
ekr.-Pr.3M.40;Einzelpr.iH.30. [342
Boerger, B., Die Belehnungen d.
dt. geisti, Fürsten. (= VIH, 1 v. Nr.
032.) Ebd. 162 S. Subskr.-Pr. 3 M. 60;
Einielpr. 4 H. 80. (48 S. erscb. als
Leipz. Dies ) [343
Kaahaaiin,<j,jDieenglischeVerfg.
inDtld. (Hans. G.bll. 1900, 3-22.) [3ii
DJIdrairP^ Der Polizei- u RecW-
Btsat in Dtid. Züricb. Diae. ISO S. [81G
Sieder, 0., Die 4 Erbämt« d.
Hochstifls Eichatätt (b. 1901, 4S0\
ForU. (Saauuelbl.d.biat.Ver. Eichst.
15, 1-46.) [SM
SckmldliB, J., Die Angrafschaft,
d. letzte elB&BB. MarkgeuoEsenscliafl.
(Zt. f. G. d. Oberrh. 16, 331-87.) [S63
KSUkU«, Stadien i. Tan>klliiBa»41 d
Gnmdban
Mr. iS Kt-i Mllt. d. Ver. f. G. d. Dl. lo :
man U, Litt BaU. S. 1-3 Loiartb
FanchiafBi i. TartaunngB- n. Tai
Behm, H., Dieetaatarecbtl Stellnng
d. Hauaea Wittelabach zu Baiem in
Vergangenheit u. Oegenw. Erlang.
Univ..Rede. 4". 24 S, [360
«rt«U.*c^. 4, VH-ü Knapp ^
Bpu^aberc,
n. Tarwaltimg^G d. PtUitaslniiu Oinabrtek,
>. IMl, HH. Bai.: Dt Litt.-Ztfl. 1M1, Hr. H
PblUppl; Kon.-Bl. d. we.tdt. Zt. «0, 1T1-5J
Oppannua [tK
MfllTer8t«dt, T., Die Beamten o.
KonTentsmitgtiederin d.Terwaltongt-
beiirken d. Dt. Ordena innerhalb d.
Oberland. Ereisea. (Oberland. G.bll. 3,
1-69) — Ders,, Deigl. innerhalb
Maanrena. (Mitt. d. litterar. Oea.
Maaovia 6, 48-67.) [866
Sello, 0,, Nacbträglichea u. Neues
zur Litt. d. Roland-BUdsäulen. (Dt.
G.bll- 3, 33-48.) — Ders., Der Ro-
land zu Bremen. Brem., NOsaler. 70 S.
1 M. 80- — F. Platen, Ur»prg. d.
Rolande. Dread.ProgT. 4". 34 S. [367
Schuster, H., Entwickle, d. Rechta-
lebens, d. Verfg. u. Verwaltg. d. Stadt
Wien. (In: G d. St, Wien, hrsg. v.
Altert -Ter. in Wien. Bd.IaD.) [8ö7a
Bai. : Zt. d. SaTlgüT-Stlftg. f. BaebM-G. H,
Oann. Alitlg. <Sa-Sa Sohm.
etbati«, Beilik D. OrgulutiBB d. rhaia.
d. wandt. Zt'tO, Mf.'oppanauB. [U8
Keaiiai, UntenBchiD. ■. Tarf.-O. t. SOId
1. Nt. S»l. (U>
Fmln, B^ Bijdrage tot de geüh.
van het BurgemeeBterscbap van
Amsterdam tijdena de Bepubliek.
(Fruin'a verapreide geschriflen 4, 305
-337.) [360
Tarenbergk^ E., Contribation i.
rhiat. dea TOiainagea k Oand. (An-
nalea de la Soc, d'biat. et d'arch^l.
de Gand 3, S-40.) [361
Bauingärtel, H., HatsverfMsg. u.
Ratalinie d. Stadt Bautzen, Bantzen,
WeUer. 59 S. 60 Pf. [362
Brflmmer, W. u. E. KoppmaoH,
Warn emiind er Ei de a. Beamte, (Beitrr.
z G.d. St. RoBtockUI, 2,41-46.) [363
flaldHiBi, Duiilger TarfuaDiigtUaipfa
DDtar polnuctiBF Henicbaft, • 1901, M41.
Kai: Dt. Lltt-Ztg 1901, Si. U PatlbHb^
YerfaBBung. — Wirtschafts- und Sozialgeschichte.
15
Hitt. a. d. hitt. Litt. 29, 486-8» Simson; Litt.
Cbl. 1901, Nr. 45. [S64
Heinemanii^ Frz.^ Die Zunft der
Barbiere u. Schärer, genannt „Chi-
rurgische Societät'^ d. Stadt u. alt.
Landschaft Bern vom 16.-19. Jh. (N.
Bemer Taschenb. 1900, 76-98.) [365
Krefft, U«, Kurze G. d. Innung d.
Bau-, Maurer-, Steinmetz- u. Zimmer-
meister in München vom 15. Jh. bis
z. Gegenw. Münch. , Werner. 76 S.
1 M. 60. [866
Eckert, !>%• Mainxer Schiffergewerb« in
d. letzt. 3 Jahrhh. d. KurtUatai, ■. *99, 417.
Bes.: Jahrbb. f. NationalOkon. 67, 707-11
Sommerlad. [967
Tilie^ A.^ Das Bonner Gewerbe im
18. Jh. (Westdt. Zt. 20, 85-94.) [368
Schloemer, U., Zur G. d. Gilden
in Einbeck u. Bodenwerder. (Hannov.
G.bD. 4, 433-42; 488-606.) [369
Zeidler^ W., Das Zunftwesen in
d. Stadt Altenburg. Hallenser Diss.
92 S. [370
Zenker, B., Aus d. G. d. Lohgerber-
Innung zu Mühlhausen in Thür.
(Mühlh. G.bll. 2, 66-69.) [871
Lingke, A. F., Die Schuhmacner-
Innung zu Dresden 1401-1901. Dresd.,
Zahn & J. 99 S., 2 Taf. 3 M. [872
Xoltke, 8., Die Leipziger Kramerinntmg
im 15. u. 16. Jh., 8. 1901, S445. Res.: Hans.
O.bll. 1900, 170-86 Koppmann; Bbein. O.bU. 6,
382-84 Hauptmann. [373
Berg, G.« Küstrins Zunftwesen im
17. u. 18. Jh. (Schrr. d. Ver. f. G. d.
Neumark 11, 1-36.) [374
Dragendorff, E., Zur G. d. Amts
d. Wassermüller zu Rostock. (Beitrr.
z. G.d.St.Rostockm, 2, 67-108.) [376
b) WirtschaftS' und Sozialgeschichte.
(Ländliche Verhiltnisse ; Oewerbe; Handel;
Verkehr. — Stände, Jaden.)
Inama-Stemegg, K. Tli. v.« Dt.
Wirtschafts-G. (s. 1900, 2825). III, 2:
Letzte Jahrhunderte d. Mittelalters,
xviij, 559 S. 14 M. 60. [876
BeloWy G. V., Der Untergang d.
mittel alterl. Stadtwirtschaft (üb. d.
Begriff d. Territorialwirtschaft). (Jahr-
bb. f. NationalOkon. 76, 449-73; 593
-631.) Vgl. 1901, 2363. [377
Zürich z. Versammlg. Schweiz, geogr.
Gesellschaften. 1901. 8. 61 ff.) [378
BÖdeker, E.^ Die Grundbesitzver-
hältnisse im ehemal. hannov. Amt
nten, dem sogen. „Grossen Freien^^
in ihr. histor. Entwickig. Hallenser
Diss. 79 S. [879
Eckerlin, J*. Die Fürsorge der
Hohenzollem f. a. Landwirtschaft im
18. Jh. Halberstadter Progr. 4*>.
30 S. [380
Kern, A., Beitrr. z. Agrar-G. Ost-
preussens. (Forschgn. z. brandb. u.
preuBS. G. 14, 161-268.) [881
MfiUner, A«, Waldwesen in Erain
(s. 1901, 2369). Forts. (Argo 9, 77
-86; 96-101; 109-18.) [882
Gerber, Aug., Beitrag z. G. d.
Stadtwaldes v. Freiburg i. Br. (Volks-
wirtschaftl. Abhdlgn. d. bad. Hoch-
schulen. V, 2.) Tübing. u. Lpz., Mohr,
xij, 139 S. 3 M. 60; Einzelpr. 5 M. [883
Festenberg-Packisch, H. t«. Bau-
steine z. G. d. dt. Bergbaues, ßraun-
schw., Sattler. lOOS. lM.60. [884
W«tke, Schlesiens Bergbau n. Hüttenwesen
8. Nr. 239. — Tgl.: W. Schulte, Anftnge
d. schlesisch. Bergbaues. (Zt. d. Ver. f. O.
Schlesiens 86, 871-75.) [885
ZiTier, G. d. Bergregals in Schlesien, s.
*99, 854; 1900, S880 u. 1901, 865. Bes.: Mitt
d. Inst. f. Osterr. O. 28, 678-77 Bittner. [886
Fechner, U., G. d. schlesisch. Berg-
u. Hüttenwesens in d. Zeit Fried-
richs d. Gr., Friedrich Wühehn U.
u.m., 1741-1806 (s. 1901,366). Forts.
(Zt. f. Berg-, Hütten-, u. Salinen-
wesen 49, 248-88; 883-446.) [387
Feiben Th., Die Allmenden d. alt.
Landes Schwyz. Mit Kartenbeilage.
(Feetschr. d. geogr. -ethnogr. Ges. in
Beck. L.y G. d. Eisens (s. 1901,
2876). V: 19. Jh., Lfg. 3 u. 4. S. 358
-704. 10 M. [888
Bittner. L., Das Eisenwesen in
Innerberg-Eisenerz bis z. Gründg. d.
Innenberger Hauptgewerkschaft im
J. 1625. (Arch. f. österr. G. 89, 451
-646.) Sep. Wien, Gerold. 4M. 20. [889
Mttlinery A., Das Eisen in Erain
(s. 1901, 2376). Forts. (Argo 9, 73
-75; 89-95; 105-9.) [390
HÖBsle^ J. Y.y G. d. alten Papier-
mühlen im ehemalig. Stift Kempten
u. in d. Reichsstadt Kempten (s. 1901,
372). Schluss. (Allgäuer G.freund
13, 23-35; 46-55; 106-145.) [891
16
Bibliographie Nr. 392—445.
Schmidt, Alb., Die Glas- u. Perlen-
fabrikation imFichtelgebirge. ( Jahrbb.
f. Nationalökon. 76, 83-95.) [392
Hertzog, A«, Entwickig. u. Organi-
sation d. elsäss. Weinbaues von d.
frühest. Zeit bis zu d. heutig. Tagen.
(Festschr. z. 19. dt. Weinbau-Kongress
in Colmar 1900. S. 49-109.) — E.
Waldner, Geschichtliches üb. d. Reb-
bau u. d. Weinhandel zu Colmar.
(Ebd. 143-68.) [393
Potthoff, H., Die Leinenleggen in
d. Grafschaft Ravensberg. (Sep. a.:
16. Jahresber. d. bist. Ver. f. d. Grafsch.
Ravensberg.) Leipz.Diss. 140 S. [394
Hach, Th., üeberblick üb. d. ehe-
malige Glasindustrie in u. um Lü-
beck. (Zt.f.lübeck.G.8,217-254.) [395
Nenpert, A«, Zur G. d. Plauenschen
Lidustrie. (Mitt.d. Altert. -Ver. Plauen
14, xc-cxjx.) [396
Mttllenhoir, K., Die G. d. märkisch.
Bienenzucht. (Brandenburgia 8, 312
-25.) [897
Schalte, O. d. mittolalterl. Handels u. Ver-
kehrs xw. Westdtld. u. lulien, s. 190J, S884.
Bes.: Hist. Viertelj.Bchr. 4, 583-28 Doren;
Württb. Viertelj.hfte. 10, 418-86 Mehrlnjj. [898
Stolze, Th., Entstehg. d. Gaste-
rechts in d. dt. Städten d. Mittel-
alters. Marburg. Diss. 94 S. [399
Munzlnger, L., Die Entwickig. d.
Inseratenwesens in d. dt. Zeitungen.
Heidelb., Winter. 90 S. 2M.40. [400
Schott, A«, Merkantilpolitisches a.
Württembergs Herzogszeit. (Württ.
Jahrbb. f. Statist, u. Ldkde. 1900, 11,
246-75.) [401
Pfleger, L.^ Elsässische Klöster u.
d. Rheinschiffahrt. (Stud. u. Mitt. a.
d. Bened.- u. Cist.- Orden 22, 389-
96.) [402
Sillem, J. A., Tabellen van Markt-
prijzen van Granen te Utrecht in de
jaren 1893 tot 1644 uit de Rekenin-
gen en Weeklijsten derDomproosdij.
(Vhdlgn. d. Kgl. Akad. van Weten-
Bchappen te Amsterdam. N. R. III,
4.) Amsterd., Jobs. Müller. 31 S.,
Tabellen. [403
Frensdorff, F., Der Makler im
Hansagebiete. (Festgabe d. Götting.
Jur. Fak. f. Regelsberger 253-316.) [404
Moltke, S«, Leipzig als Handels-
stadt im Mittelalter. (Wiss. Beil. d.
Lpz. Ztg. 1901. Nr. 37.) [405
Koppmann, K., Die Beschränkgn.
d. Wamemünder in Bezuff anf
Handel, Schiffbau u. SchifPahrt.
(Beitrr. z. G. d. Stadt Rostock 8, H,
47-66.) [406
Bnrckhardt - Biedermann , Th«,
Die Strasse üb. d. obem Hauenstein
am Basler Jura. (Basler Zt. f. G. etc.
1, 1-52 ; 4 Taf., Kte.) [407
Schütte, L», Der Apenninenpass
d. Monte Bardone u. die dt. Kaiser.
(= Hft. 27 V. Nr. 681.) Berl., Ehering.
137 S., Kte. 4 M. (Tl. I. 33 S. ersch.
als Breslauer Diss.) [408
Freysoldt, A., Der Rennsteig d.
Thüringer Waldes in sein, östlich.
Teile, e. Heerstrasse u. e. Verkehrs
weg im Mittelalter. (Schrr. d. Ver.
f. Sachs.- Meining. G. u. Ldkde. 38,
3-26.) [409
Wiechel, H., Die ältest. Wege in
Sachsen. (Sep. a. : Abhdlgn. d. natur-
wiss. Ges. „Isis". 1901, Hft. 1.) Dresd.,
Baensch. 84 S., Kte. [410
Ilgen, Th., War die Lippe im
Mittelalter e. Schiffahrtsweg von er-
heblicher Bedeutg.? (Mitt. d. Altert. -
Kommiss. f. Westfal. 2, 21-86.) [411
Ferber. K., Das hamburg. Lots-
wesen aui d. Unterelbe bis z. J. 1810.
Cuxhaven. Progr. 4®. 44 S. [412
Schlckert, Wasserwege u. Deich-
wesen in d. Memelniederong; e.
geschichtl. Darstllg. KOjdgsb., Koch.
472 S. 6 M. [413
CnrachmaBB, Hongermöte d. Mittelalters,
■. 1901, 896. Bez.: Hiit VlertelJ.Bchr. 4. lS7f
Sieveking; Mitt. ». d. hitt. Litt. S9, ih»-9t
Koehne; Hist. Zt. 87, SOS f. A. Schulte. [414
Starzer, A«, Das Versatzamt in
Klagenfurt. (Carinthia I, Jg. 91, 88-
110.) Ulö
Hessel, Von d. früher. Armenpflege
in Wermelskirchen. (Monatssiir. d.
berg. G.-Ver. 8, 168-78.) [416
Beyer, C, Zur G. d. HospilÄler u.
d. Ajrmenwesens in Erfurt. Erf.,
Gramer. 60 S. [417
Liebe, 6«, Soziale Studien a. dt.
Vergangenheit. Jena, Costenoble.
119 S. 2 M. [418
Wernnsky, £., Böhmens sozial-
polit. EntwicKlg. in vorhussit. Zeit.
(N. Jahrbb. f. d. klass. Altert, etc.
7, 488-52.) [419
Wirtschaft«- n. SozialgeBchiclite. — Recht u. Qericht.
HScksmuill, J., Der Streit üh. d
Konzivüität. [Arch. d. Ver. f. eiebeu-
bürg. Ldkde. SO, 38-9(;.) |4eo
MaBBiBgcr, Zur Q. d. Bsm^mlnsluD mit
beinnd Bulthg. auf Bilero, <. itK», 401.
B«i : Hlit. ZI. H7, BIl-lS, Th Lud«i|{. (ISI
Knapp. Th., Der Bauer im liei.iti};^en
Württemberg nach sein. H«chtsver-
hältniBsen y. 17, bis ins 1», Jh. (=
Nr. 703.) Stutt(r, Gundert. 10* S.
1 M. — Dera., Die Gnadenlehen d.
KloBtera Adelberg; e. Beitr. ?.. G. d.
wiirttb. WirtBchafisverfasEg (Wibtt,
Jahrbb. f. Statist, u. Ldkde- 1900, 1,
.1.)
fl22
A.a De la coudition jurid.
(Bull, de I'Acad. r-oy. de
MOnchebtrg, 0., Beitrr.
bäuerl. Lasten in Mittelachieeien.
Brealauer Dias. 70 8. [433
fllron,
des juifa
Belgique '99, 337-6S.)
KUufl, B., Die Juden im dt. Mittel-
alter (Dt. Q-bll. 2, 241-48; 273-
92.) [425
Elsler, M., Aue d. Tergan^nheit
d. aiebenbflrg, Juden. (Erdfilyi mu-
zeum 18, 96-101; lfi5-62.) [42ä
Hallcr, EaohUic
DiM.)
[M7
Carlebach, E.. Recbtlicii. u. social.
Terbältniese d. jfldiscb. Gemeinden:
Speyer, Worms u. Main?, von ihr.
Anfingen bis i. Mitte d. 14. .Tii.
Roatocker DIbb. Fraukf. u. M., KaufF-
mann. 90 S. 2 M. [42S
LaTT, k., O. d. Jadto In SacliieD. ■. I8D1.
410. Hai.: N. Anh. t ikbi O SS, SBe F.
Enaiich. [US
e) Beeht tmd Gericht
iitiam, i; IH. BaobUaltertaoiDr. 4. Aiug
T. A. Hanilar d. B. Habnm, ■ IV07,441.
Rsi.: Kill. TlattaD.Mtal. t aeislzgebp. 4S,
114-M Sobianar. (190
StaUel, A., Die Entwicklg. d. ge-
lehrten Rechtsprechg., untersucht auf
Grund d. Akten d. Brandenburger
Schüppenatuhla. Bd. 1 : Der Braaden-
burg. schöppenituhl. Berl., Vahlen.
jvuj, 610 S. 12 M. — Der«, unt.
Mitwirkg. v. E, Deichmann u. V.
Frieae, Drkundl. Material a. d.
Brandenb. Schüppenatuhlakteu. Bd.t:
Urkunden bis 1680. n ; Drkk. seit
1581. IIl:Beziehgn. derer v.Biemarck
zum Brandenb. SchOppeurtt. IV:
Spmchaanunlg. d, Brandenb. Scböp-
penatuhls. Kbd. 40 U. [431
DIderberger, F.^ Die Entwickig.
d, Qerichtsveng. in Obwalden im
Mittetaltor u. neuerer Zeit bis in d.
Gegenw.(ObwaIdnerG.bll.Hft.l.)(432
Wallner, E., Das Gericht HEidera-
ried. (Altbftier. Monatsschr. 3, 44
■52.) [488
Beck, P., Beitrr. z. Rechtspflege
n. Kriminalistik Oberschwabena aus
ve^ang. Jhh., unter besond. Berflck-
aicht, d, Beichsstiftes Marchthal 0.
Praemonstr. (Alemannia N. F. 2, ISO
-215.) [434
Telting, A., Oude rechten van'i
Gravenzande. (Verslagen en meded.
d. veieeniging tot uitg. d. bronnen
van het oude vaderl. recht 4, 864
-489.) [t3&
OtBraaaa, Btadtreelita t Lippaudi •. Nr.
»6. [4S«
R«thert, H., Beitr. z. Gericht«verfg.
d. Stadt Soest im Mittelalter. Har-
burg. Diss. 66 S. [437
Holtie, F., Beitrr. z. brandenb.-
preoas. Rechts-G. (b. '97, 446). T: G.
d. Eanunergerichts n . . i
PreusB. TIS: 18. Jh. <
d. Ver. f. G- d. Mark 1
476 S., 2 Pl&ne. 9 M. [488
Hertel, 6., Die HoUenvegte v.
Hagdebu^. (G.bll. f. Magdeb. 86,
49-111.) [489
Demstli, G., Die wechselseitig.
Verfflgimgen von TodeawMfln nach
alamannisch - zürcherisch. Recht in
ihr. gOBchiehtl. Entwickig. bia «ur
Gegenwart. (=- Hfl. 66v.Nr. 667.) Bres-
hiu,Marcna. i, 140 S. 4M. 80. [440
iBler, 0., Das Thnrgaoieche Per-
tigungsreeht in bist. - dogmat. Da«-
stellg. Beraer Diss. 9i 8. [Ul
Keel, E., Das Hypothekarredit im
Gebieto d. heutig, Kantons 8t. GaUan
in hist -dogmat. Darstellg. Beraer
Dias. 164 S. [***
Kolb, M., Das eheliohe Güterrecht
d, Kantons Thurgan dai^oatollt aadi
d. Landrecht, d. Btadtrechten u. d,
kantonal. Bechte. Berner Dias. 1900.
99 8. [*"
Oierke, J., Die G. d. dt. Deich-
rechta. Tl I. (= Hft. 88 v, Nr. 66T.)
Breal , Marcus, iij. 807 8. 9 M. [4U
Owaat«r, Soliuid- n. Ehranitrafcn In 1. dt.
BAupfleae, .. Wl, 44»- »«• " Zt. f. K»l"^
Q. 8. Übt. lianOn. l*»
Hlitor. TlartaljahnshlUt IMt. 1. BlbUosnpliU.
Bibliographie Ni. 446—499.
Hoppeler, R., Mittelalterliche«
9t»fverfahreD. (Ans. f. achweiz. O.
1901, 411 f.) [446
iVIdraer, A., Das Blutcericht nach
d. aorsauiach. BechtaqueTlen. Bemer
Disa. Aaran, WiiT. 16SS.SM.80. [447
SonbeBDie«, R. de, £tude Bur La
erituinalitä en Loir&ine d'aprta leg '
lettres de r^miasiou, 1478-1737. (Aon.
de l'Eat IB, 337-S6; 497-687.) [448
d) KriegMoesen.
Janj, Die AnfBjige d. alten Annee,
Tl. I, (= Hfl. 1 V. Nr. 768.) Bert,,
Mittler. 124 S. 8 U. 90. [449
Mb;, J., K. □. k. Inf.-Regim. Nr. 36.
Pilsen, Maaach. 818 8. 4 M. [460
KandelBdorfer, K., Beitrr. z. G.
d. k. n. k, Jägertruppe (a. '99, S343).
Forts. (Streffleun fiBterr. milit. Zt. 39,
m, 1-80. 48, in, 10-56-) [451
BkUie z. OrganiaatioTU u. Forma-
tious-G. d. baier. Artillerie; bearb.
imEriegflaTchiv. Hit S Anlagen. (Dar-
stellgn. a. d. baier. Kriega- n. Heerea-
' Q. 10, 213-868.) [452
FahrmbMher , H. , Eg^t. btüer. I.
Bchwet. Retter- Reg. „"im Karl v.
Batem". Bd. U. llflnch, q. Berl.,
Engel, K., Strasabarg alaGamison-
ftadt Duter d. aDcien lägime. Hit
e KartenskiMen. {— Nr. 712.) Strassb.,
HeitE. 14« S. 4 M. 50. [454
MBllniMiii. Zur G. d. kartrieriBch.
UiUt&ra. (Tner. Archiv Er^nzgahft.
1, 80-87.) [4^5
Elster, 0., 0, d. stehenden Truppen
im Hzgt. Brannachw. -Wolfenbüttel
(S 1900,468). Bd. II: 1714-1806. Mit
8 Anlagen, 10 GefechUplElnen u. 10
Taf, 627 S. 9 H. [466
Dl*titick, T. I., Rug-LiiU d. OCBilsn
D. Aanl« d. kgl. himnoT. Ann« Jul IMS,
Dfllnl B. NAobwfllu Hb. dcno PeniioiÜTg. r«ip.
WI«duui»*llK. In und. IHauiUn IMT, »via
ab. Ihna TarbKlb i. J 1901. I. Aul. Lpi.
Hdniliu. U 8. 1 II. W. [4eT
BergemanD, Aua Danzigi Kriega-
leben. Danz., Kafemann. 43 8. m.
6 Pl&nen. 1 M. [458
Mittler, uvnj, 667 S. 11 M. [459
Drei««, e. >., Der DpDtuhw „Sehlubl-
U*d" in Bl HISbHL (BHmmcn •. HkrlB-Lusli
CO, WI-SOl ) |M0
e) Religion und Kirche.
Enbel , C< , Hierarchia catholica
raedii aevi (s. 1901, 8472). Voi. U:
1431-1603 4" 328 S. 20 H. [4*1
Hin, IMl klUtal I.a)i» Tom Ahlu> tot
o. uch d. Aanntan Lnihm, ■. ISOI, HI4.
Bei.: StlmmeD % MarU-Lucb CO, Bf-M
Hlliren. (Hl
Kr e nach, E., Kirchen -Q d. Wendea-
lande. Paderb., Bonifacina-Dr. S«2 3.
2 M. [463
Dhlkon, G., Hannov. Kirch. -O.
in übersichtl. Dantellg. Stntt«.,
Gundert. 187 8. 3 M. 20. [464
Klrckeigalerle, Neue sächaiache;
unter Mitwirkg, d. s&chs. Geiatlichen
hrsg. V. G. Bnchwald (s. 1901,
2614). Ephorie 8chneeberg. Lfg.1-12.
Sp. 1-416, 7 Taf.; Epho-" '-;-•—
Lfg. 1-8. Sp. 1-272,
40 Pf,
i Zwickau.
11 Taf. ä
Grlenberger. C, Das Stift Lin-
dach in Schaunoerg im Pfarr- n. 0«-
meindebee. Hartkirchen in Ober-
Osterr. Gescbichtl. Daratellg. dies,
geistl. Stiftg. Linz, EbenhOcb. 66 S.
1 M. öO [466
Ei«Ber, O. d, ufg^Db, Suitd.-Siinai
MariusU 1d Oaiteir., l ItOO, IUI, B».;
iki, A., Chorhermatift Peniegg
(b, 1901, 247G), Schlnss. (BIL d. Ver.
f. Ldkde. V. NiederOaten. 36, 171
-302.) — A. Plesser, Zur Topogr. d,
verSdeteu Kirchen u. Kapellen im
Viertel ober dem Hanhartsberg (s,
1901,2476), Forte, {Ebd, 308ff.) £4«8
Sander, H., Beitrr, i. G. d, Fnnen-
klosters St. Peter bei Blndent,
(~ Nr, 267.) Innsbr,, Wagner. 111 8,
1 M. 20, [46S
Scballer, 6. A., Das Laaslei
Kapitel. (Ärch, d, Ver. f. siebenbOrg.
Ldkde, 30, 97-138,) [470
Stammler, J., G. d. rOm.-kath.
Gemeinde in Bern, Solothnm, Kunat-
druckerei, 81 8, 1471
Lindner, P. , Die Klöster im Bis-
tnm Freiaing vor der Säkulariaation.
(Teil V, Nr, 694,) [47X
Linsenmajer^ A>. Reform versuche
im Chorhermstift Bercfatesgaden im
Kriegswesen. — Religion u. Kirche.
19
17. u. 18. Jh. (Forschgn. z. G. Baiems
9, 117-58.) [473
Baier, J., G. d. beiden Karmeliten-
klöster m. besond. Berücksicht. d.
ehemal. Reurerinnenklosters in Würz-
burg. Würzb., Stahel'sche Verlags-
anst. 136 S. 2 M. 60. — Ders.,
Ausgrabgn. bei d. alten Augustiner-
kloster Würzburg i. J. 1900. Zugleich
Nachtrag z. G. dieses Klosters vom
gleich. Verfasser. Ebd. 37 S. 80 Pf. [474
Götz, J. B., Zur Pfarr-G. Plein-
felds. (Sammelbl. d. bist. Ver. Eich-
stätt 15, 61-65.) [476
Sehuster, F. X., G. d. Frauen-
klosters ,,hl. Kreuz^* in Mindelheim.
Kempten, Kösel. 48 S. 60 Pf. [476
Beck, P.y Die Geistlichen etc. an
d. ehemal. kathol. Hofkapelle zu
Stuttgart. (Diözesanarch. v. Schwaben
19, 118-17.) — C. B., Mariaberger
Nonnen u. Priore. (Ebd. 132-36.) [477
Melchior, M., Elchingen, ehemal.
Bened.- Stift-Reichsstift in Schwaben.
rStud. u. Mitt. a. d. Bened.- u. Cist.-
Orden 22, 457-67.) [478
Baur, Ldw., Ausbreitg. d. Bettel-
orden in d. Diözese Konstanz (s. 1901.
2488). Schluss. (Freiburg. Diözesan-
Arch. N. F. 2, 1-107.) — Jul. Mayer,
Das Kapuzinerkloster in Bruchsal.
(Ebd. 171-98.) [479
Grandidirr, Noqt. oeaTres inM., pnbl. p.
Ingold, ■. 1901, 489. Bes. t. HI-V: Zt. f.
O. d. Oberrh. 16, 480-86 H. Bloch. [480
Schickel^, Le dojenn^ de Mase-
vaux (s. 1901, 2490). Schluss. (Bev.
cathol. d'Alsace 20, 189-200 etc.
511-19.) [481
Tritz, M., G. d. Abtei Wadgassen.
Wadgassen, Selbstverl. 609 S.,
Taf. [482
Bmder, Die liturg. Verehrung d.
heilig. Bischofs Martinus v. Tours in
d. ehemal. Metropolitankirche zu
Mainz währ. d. Mittelalters. (Katholik
81, n, 223-40; 289-304; 436-43.) [483
Höfer, H.. Beitrr. z. G. d. Abtei
Alt«nberg. (Rhein. G.bll. 6, 43-49.) [484
Lennartz, J., Die Augustiner-
Abtei Klosterrath. Ausg. 2. Aachen.
Schweitzer. 99 S. 1 M. — Ders.,
Die ehemal. Muttergottes - Bruder-
schaft in d. Aachener Krönungskirche.
l>. Ausg. Ebd. 80 S. 30 Pf. [486
Kronenburg, J. A. F., Neerlands
heiligen in de middeleeuwen. Deel IV.
Amsterd. 168 S. 2 M. 40. [486
Chestret de Uaneffe, Baron de,
L'ordre du Temple dans Tancien
dioc^se de Li^ge ou la Belgique
Orientale. (Compte rendu des s^ances
de la comm. roy. d^hist. de Tacad.
roy. de Belgique 11, 297-348.) [487
Dresbach, £., Beitrr. z. Ent-
wicklungs-G. d. Pfarrsysteme in d.
Grafschaft Mark. (Jahrb. d. Ver. f.
ev. Kirch. -G. d. Grafsch. Mark. 3,
74-86.)— Rothert, ZurG. d.Minoriten-
klosters zu Soest. (Ebd. 43-73.} [488
Schneiderwirth, H«, Das einstige
Cisterzienserkloster Reifenstein auf
d. Eichsfelde. Heiligenst., Cordier.
1902. 63 S. 1 M. 60. [489
Mltzschke, F., Nachweisunffen
üb. d. vormalig Kloster Oldisleben
in Sachsen -Weimar. (Stud. u. Mitt.
a. d. Bened.- u. Cist.-Orden 22, 360
-66.) [490
Bönhoff, Das Archidiakonat Chem-
nitz. (Mitt. d. Ver. f. Chemnitz. G.
11, 36-51.) [491
Orotefend, H., Die Grenzen d.
Bistums Kammin. (Jahrbb. d. Ver. f.
mecklenb. G. 66, 1-6.) [492
Dittrieh, G. d. Katholizismus in
Altpreussen von 1525 bis zum Aus-
gange d. 18. Jh. (s. 1901, 2502).
Kap. IV: Regierungszeit Friedrichs m.
(Fnedr. I.). (Zt. f. G. etc. Ermlands
13, 493-741.) [493
Loesche, 0., G. d. Protestantismus
in Oesterreich in Umrissen. Tübing.,
Mohr. 251 S. 2 M. [494
Ilwof, Der ProteatantiBinTii in Steiermfirk,
Kttmten u. Krain t. 16. Jb. bis in d. Oegenw.,
8. 1901, 607. Bei. : Litt.-Cbl. 1901, Nr. 26 W.
K-r: Hiflt. Zt. 87, 488-90 Loesohe. [495
Hadorn, W., G. d. Pietismus in d.
schweizer, reform. Kirchen. Konstanz,
Hirsch, zxxij, 521 S. 7 M. 60. [496
Stark, Die evang. Diaspora in
Baiem d. d. Rh. (Jahrb. f. d. ev.-lutk
Landeskirche Baiems 1902.) [497
Kreutzer. Das Wichtigste a. a. G.
d. evang. Piarrei Illschwang. (Beitrr.
z. baier. Kirch.-G. 7, 216-225.) [498
Haller, J«, Die württb. Katechis-
musgottesdienste (s. 1901, 2506).
Schluss. (Bll. f. württb. Kirch.-G. 6,
1-33.) Vgl.: Chr. Kolb., Erganzgn.
u. Berichtigungen. (Ebd. 88 f.). —
Ders., Warum gieot es keinen
evang. Stiftspropst mehr? (Ebd. 70
-78.) — Ders., Die K&tnpfe d.
wfiittb. Konsistoriums mit d. Herzogen
2»
•20
Bibliographie Nr. 499—551.
um d. Nominationsrecht im 17. u.
18. Jh. (Dt. Zt. f. Kirchenrecht 11,
6-43.) [499
Paret« Leiden« -G. d. reform. Ge-
meinde Ludwigsborg. (G.bll. d. dt.
Hugenotten -Ver. X, 5/6.) Magdeb.,
Heinrichshofen. 30 S. 60 Pf. [500
DieU, W.y Zur G. d. Friedberger
Ruralkapitelflinsein. eirangel.Periode ;
e. Beitr. z. G. d. synodal. Lebens in
Hessen. (Beitrr. z. hess. Kirch -G.
{=^ Arch. f. hess. G. Ergänzgsbd.) 1,
17-61.) [601
Stenger 9 Das synodale Leben d.
reform. Gemeinden d. Grafschaft Mark
im 17., 18. u. 19. Jh. bis zur Union.
(Jahrb. d. Ver. f. ev. Kirch.-G. d. Graf-
schaft Mark 3, 1-42.) — NeUe. Die
evang. Gesangbücher d. Städte Dort-
mund, Essen, Soest, Lippstadt u. der
Grafsch. Mark. (Ebd. 86-201; 236.) [502
Haren. G», Beitrr. z. G. d. Kirchen-
wesens a. Stadt Witten. (Jahrb. d.
Ver. f. Orts- u. Heimatskde. d. Grafsch.
Mark 14, 150-208.) [503
Conrad, G.y Das evangel. Kirch-
spiel Schönberg, Kreis Pr. Holland.
(Oberl&nd. G.bfi. 2, 60-99.) [504
f) Bildung y LiUeratur, Kunst.
Hartmann 9 !• r*. Aus Württem-
berg stammende Lenrer an fremden
Universitäten. (Württ. Jahrbb. f. Stat.
u. Ldkde. 1900, H, 34-53.) [505
Knody G. €•• Oberrhein. Studenten
im 16. u. 17. Jh. auf d. Univ. Padua
(s. 1901, 2519). Schluss. (Zt. f. G.
d. Oberrh. 16, 612-37.) [506
Bes. (t.: Knod, Dt. Stadenten in Bologna,
«. 1901, S519) : Hist Jahrb. »,949-62 t. Orterer.
Matrikeln 9 Die alten, d. Univ.
Strassburg, 1621-1793, hrsg. v. Knod
(s. '97, 2099). Bd. UI: Personen- u.
Ortsregister. (= Nr. 213.) 557 S.
15 M. [507
Rensens. £•, Documenta relat. ä
lliist. de runiversitä de Louvain,
1425-1797. (Analectes p. serv. ä lliist.
eccl^s. de la Belgique 29, 23-128.) [508
OergeL G., Das Gollegium Beatae
Mariae Virginis (Juristen-Schule) zu
Erfurt ; Bei&. z. Erfurter Universii-G.
(Mitt. d. Ver. f. G. etc. v. Erfurt 22,
58-130^ [509
Knothe^ H*^ Die Oberlausitzer auf
d.Univ. Leipzig, 1420-1550. (N.lausitz.
Magaz. 77, 147-202.) [510
Borakak, 6. d. preou. UniTerntMarvr-
waltong bii 1810, ■ 1900, 9495. Bes.: Hist.
Zt. 88, 91-9« G. Kaufmann ; Fonchgn. s . brandb.
n. preoM. 6. 14. 989-«5 O. HinUe [511
Akten n. Urkunden d. Univ. Frank-
furt a. 0., hrsg. v. G. Kaufmann
u. G. Bauch, unt. Mitwirkg. v. P.
Reh (s. 1900, 2496). Hft. 4: Das
älteste Dekanatsbuch d. philos. Fakul-
\&t Tl. n : Die artist.-philos. Promo-
tionen V. 1540 bis 1596. Mit e. Anh.:
Ergänzgn. zu £. Friedländers Ma-
trikel-Ausg. Hrsg. V. G. Bauch.
132 S. 4 M. [512
Sehwaner. O.« Das Kanzleramt
an d. Univ. Frankfurt a. 0. Bres-
lauer Diss. 1900. 89 S. — T. Ber-
natzkjy Die Promotion in d. philos.
Fak. an d. Univ. Frankf. a. O. Bres-
lauer Diss. 44 S. [513
Werwachy F., Kremmener Stu-
denten auf d. dt. Universitäten bis
z. J. 1700. (Brandenburgia 9, 144
-59.) [614
Schmidy ¥• A^ G. der Erriehg. vom
Anfang an bis auf unsere Zeit; fort-
ares. v. G. Schmid (s. 1900, 526).
Bd. V, Abtlg. 1 u. 2. 511; 316 S.
26 M. [515
Reicke« E.^ Lehrer u. Unterrichts-
wesen in a. dt. Vergangenheit. {==^ IX
V. Nr. 582.) Lpz., Diederichs. 136 S.,
Taflf. 4 M. [516
Knoke^ K.^Grundriss d. Pädagogik
u. ihr. Geschichte seit d. Zeitalter d.
Humanismus. Vom evangeL Stand-
punkte dargest. BerL, Beather &R.
240 S. 4 M. 50. [517
Mttcke^ B., Beitrr. z. G. d. höher.
Schulen im 18. Jh. Ilfelder Progr.
4^ 36 S. [618
Uundinger, G.^ Der Religions-
unterricht an d. Jesuitengynmasien.
Erlang. Diss. 1900. 72 S. [619
Grosse^ H.« Histor. Rechenbücher
d. 16. u. 17. Jh. u. Entwickig. ihrer
Grundgedanken bis z. Neuzeit. Lpz.,
Dürr. 183 S. 3 M. 60. [620
Ammann^ H., G. d. k. k. G^ymna-
siums zu Brixen a. E. Tl. I: von d.
Anfängen bis z. Wiedererichtg. unter
d. österr. Regierg. 1816. Brixen,
Weger. 48 S. 1 M. [621
Mflllery Aog.y Frhr. t., Geschichtl.
Entwickig. d. kgl. baier. Pagerie v.
1514 bis z. Gegenwart. Münch.,
Lindauer. vi;j,163S.,9Taf. 3M. [622
Hergty M., Beitrr. z. G. d. dt.
Bildnng u. Litteratur.
'21
Unterrichts an d. humanist. Gym-
nasien d. Egr. Baiem (s. 1901, 2584).
Tl. n. 64 S. 1 M. [623
Pressel, F., Heilbronn u. s. Gym-
nasium. (Bericht d. hist. Ver. in
Heilbronn 6, 37-68.) [624
Walter. Tlieob.« Aus d. Schul-G.
d. alten Rufach. (nütt. d. Ges. f. dt.
Erziehgs.- u. Schul-G. 11, 262-66.) —
K. Albrecht. Das ehemal. evang.
Gymnas. zu Colmar im Elsass, 1604
-1794. (Ebd. 287-306.) — J. G^nj.
Schulwesen Schlettstadts bis z. J.
1789. (Ebd. 315-61.) [626
Bode, P.y EntwicUg. d. lateinlosen
höher. Schulwesens in Frankfurt a. M.
Frankf. Progr. 4°. 38 S. [526
JonaS) J., G. d. kath. Unterrichts-
u. Erziehgs.- Anstalten im Eemperhof
bei Coblenz. Cobl., Hölscher. 131 S.,
4 Taf. 1 M. 50. [527
Holle^ J.^ Zur G. d. Gymnas. zu
Recklinghausen. Recklingh. Progr.
4«. 30 S. [628
05rge8) W.9 Die Schulen d. Micha-
elisklosters zu Lüneburg. I: Die
Ritter akademie. Lüneb. Progr. 4®.
39 S. [529
Sehneider, M», Die Lehrer d. Gym-
nasiimi illustre in G^tha, 1524-1859.
Tl. I. Gothaer Progr. 4®. 24 S. [530
Schöne, E*. Geschichtl. Entwickig.
d. geograph. Unterrichts in d. sächs.
Volksschme bis zur Gegenwart. Dresd.,
Köhler. 100 S. 1 li. 50. [631
Bach, J., Das „schwarze Register*';
Beitr. z. G. d. Disciplin bei d. Prinzen-
erziebg. am kurfärstl. - sächs. Hofe
Wettiner Linie. (Mitt. d. Ges. f. dt.
Erziehgs.- und Schul-G. 11, 139
-46.) [632
Fraoitadt, GMmmenBer Album t. Nr.
175. [6S8
Richter, F., Anfänge d. Dresdener
Realschulwesens. Progr. Dresd.-Neu-
stadt. 40. 48 S. [634
Bauch, G.. 3 Denkmäler z. älter,
schlesisch. Scnul-G. Breslauer Progr.
31 S. [636
Bohde, W«, Das Egl. Waisenhaus
zu Königsberg i.Pr., 1701-1901. Bres-
lau, Hirt. 101 8. 2 M. [636
Mollmanii, Schulschriften d. Eneip-
höfischen Stadt-Gymnasiums zu Kö-
nigsberg i. Pr. Königsberg. Gymn.-
Progr. 60 S. [537
Leiningen-Westerbiirg^ K. E.,
Dt. u. österr. Bibliothekzeichen. Ex
libris. Stuttg., Jul. Hoffinann. xvnj,
610 S., 4 Taf. 12 M. 50. [638
MttUer, WilUb., G. d. k. k. Studien-
bibliothek in Ohnütz (s. 1901, 2552).
Schluss. (Zt. d. dt. Ver. f. G. Mährens
u. Schlesiens 6, 321-31.) [539
Blmnstein, La biblioth^ue muni-
cipale de Strasbourg et son histoire
(8. 1901, 2663). Forts. (Rev. cathol.
d'Alsace 20, 288-96 etc. 685-97.) —
A* Hanauer. Les imprimeurs de
Haguenau. (Rev. d'Alsace Nouv. Sär.
2, 8-21; 242-66; 417-37.) [540
Nentwig, H., Das ältere Buch-
wesen in Braimschweig; Beitr. z. G.
d. Stadtbibliothek. (Beihft. 26 zum
Chi. f. Bibliotheksw.) Lpz., Harrasso-
witz. 63 S. 2 M. 80. [541
B<u.: Dt. Litt-Ztg. 1901, Nr. 44 O. T.Heine-
mann.
Ehwald, B.. G. d. Gothaer Biblio-
thek. (Cbl. f. Bibliothw, 18, 434
-63.) [542
Kuhnert, £•• Die Kgl. u. Univer-
sitäts-Bibliothei in Königsb. i. Pr.
(Sep. a.: Königsberg. Hartungsche
Ztg. 1901.) Königsb. 23 S. [643
Hamackj A.^ G. d. kgl. Preuss.
Akad. d. Wiss. Ausg. in einem Bde.
790 S. 10 M. [644
Bes.: PreuM. Jahrbb. 106, 889-404 Ferd.
Jftk. Schmidt.
Luig«r, Das K. n. K. Kriegs -ArchiT.
2. Aufl., B. 1901, 8561. Bes.: Mitt. d. Inst. f.
Osten. G. 28, 691-98 t. Zwiedlneek. [646
Dessob", M«; G. d. neuer, dt. Psy-
chologie (s. '98, 698). 2.Aufl., 2Halbbd.
(Bd. I, S. 367-626, xv S.) 6 M. [646
Bosgert) A*. Hist. de la litt^rature
allemande. Paris, Hachette. xl,
120 S. 6 fr. [547
Bes. : BeU. s. Allg. Ztg. 1901, Kr. 169 B. Fttrit.
Nagl, J. W. u. J. Zeidler, Dt.-
österr. Litt.-G. (s. '99, 2438). Lfg.
18-19. (Bd. n, 1-96.) ä 1 M. r648
Schmidt) Erieh^^CharakterisÜKen.
2. Reihe. Berl., Weidmann. 326 S.
6 M. [549
Bes.: N. Jahrbb. f. d. Ums. Altert, etc. 7,
644-60 Ladendorf.
Schoof, W.) Die dt. Dichtung in
Hessen ; Studien zu e. hessisch« Litt.-
G. Marb.,Elwert. 262 S. 2M.50. [660
Zeiger, Tli., Beitrr. z. G. d. Ein-
flusses d. neuer, dt. Litteratur auf
d. englische. (Sep. a.: Studien z.
•22
Bibliographie Nr. 651—604.
vergleich. Litt.-G. I, 2/3.) Leipzig.
Di98. 71 8. — E. Margraf 9 Ein-
fluss d. dt. Litt, auf d. engl, am Ende
d. 18. u. im erst. Drittel d. 19. Jh.
DiBs. Lpz., Seele & Co. 83 8. 1 M.
60. [661
Holder, A., S. Naehtr. s. O. d. ichwftb.
Dialektdiobtg. (Alemannia N. F. S, S16-S7.)
Vgl. »7, Ml. [568
Hofnnann-Krajer, E., Entwickig.
d. NatorgefühlB in dt. Dichtg. u. Kunst.
(Stud. z. wrgleich. Litt.-G. 1, 146
-81.) [563
Hofmann, Frdr. A., Die Kunst
am Hofe der Markgrrafenv.Brandenb.,
fränkische Linie. (= XXXU v. Nr.
671.) Strassb., Heitz. xvj, 271 S.,
18 Taf 12 M. (38 8. ersch. als
München. Dias.) [564
Herb, F. X., F.Mader,S.Mutzl,
J. Schlecht, F. X. Thurnhofer:
Eichstätte Kunst. Münch., Gesellsch.
f. Christi. Kunst 4®. vig\ 122 S.,
36 Taf. 12 M. [555
Hjmang. H., Brügge u. Ypem.
2 berühmte Kunststätten Nr. 7.) Lpz.,
eemann. 1900. 4^ 1168. 3M. [566
Mfinienberger u. Beiggel 9 Zur
Kenntnis etc. d. mittelalterl. Altäre
Dtlds. (s. 1900, 2644). L%. 16. (Bd. H,
169-92, 10 Taf.) 6 M. [567
Hager, ti*. Die Kunstentwicklg.
Altbaiems. (Korr.-Bl. d. Gesamt- Ver.
1901, Nr. 8/9.) [658
Weiigfteker, F., Zur Bau-G. u.
Topogr. V. Hirsau. (Württ. Jbb. f
Stat. u. Ldke. 1900, I, 7-40.) [569
Sehftfer. C, Die Abtei Eberbach
im Mittelalter; Baubeschreibg. u.
Bau-G. Berl., Wasmuth. fol. 20 Taf.,
104 8. Text. 36 M. [660
BnehwaldL C, Reste d. Yinzenz-
klosters bei Breslau. (Schlesiens Vor-
zeit in Bild u. Schrift. N. F. 1 , 61
-79, 2 Taf.) [661
Ehrenberg, H., Die Schlosskirche
zu Königsberg i. Fr. Festschr. d.
Altert. -Ges. Prussia. Königsb., Gräfe
& ü. 4^ 28 8., 4 Taf. 6 M. [562
Nlher, J., Die Burgenkunde f. Süd-
west-Dtld. Münch., Süddt. Veri.-Anst.
210 8. 2 M. 50. [663
Wittmann , F., Burg Windeck b.
Weinheim a. d. B. (Mannheimer G.bll.
n, Nr. 1 f ) [664
Schönbrnnner u. Meder, Hand-
zeichngn. alter Meister a. d. Alber-
tina etc. (s. 1901, 2682). VI, 6-12.
ä 3 M. [666
Philippi, A., Die Blüte d. Malerei
in Holland. I u. II. (Philippi, kunst-
geschichtl. Einzeldarstellgn. V, 1 u. 2,
3. ganz. Folge Nr. 13 u. 14.) Lpz.,
Seemann, xjv u. 449 8. 10 M. [666
Weligch, E., Beitrr. z. G. d. Augs-
burger Maler im 18. Jh. München.
Diss. 146 8. [667
Stammler, J. u. J. R. Bahn. Die
Wandmalereien im Sommer-Refecto-
torium d. ehem. Dominikaner- Klosters
zu Bern. (N. Bemer Taschenb. 1900,
U5-222.) [668
Küngtle, K. u. K. Bejerle, Die
Pfarrkirche St. Peter u. Paul in
Reichenau- Niederzeil u. ihre neu-
entdeckt. Wandgemälde. Freib.,
Herder, fol. x, 48 8., 3 Taf 20 M. [669
Kntgehmaim , Th., G. d. dt. Illu-
stration (s. 1901, 2584). Kplt. 417 8,
76 Taf 36 M. [670
Oidtmann, H., Die Schweizer Glas-
malerei vom Ausgang d. 16. bis z.
Beginn d. 18. Jh. (s. 1901, 690). Forts.
(Zt. f Christi. Kunst 14, 129-40; 239
-64 etc.) [671
Bmek, B., Die elsäss. Glasmalerei
(InlOLfgn.) Lfg.1-2. Strassb., Hein-
rich, fol. 17 Taf ä 6 M. (60 8. 4<>
ersch. als Heidelb. Diss.) [672
Stegmann, H., Katalog d. Gewebe-
sammig. d.German. Nationalmuseums.
Tl. II: Stickereien, Spitzen u. Posa-
mentierarbeiten. Nümb., Germ. Mus
80 8., 17 Taf [573
Lennartz, J«, Die Gterkammer d.
AachenerMünsters. Ausg. 2. Aachen,
Schweitzer. 31 8. 30 Pf. [674
Schrierer, Der Dom zu Osnabrück
u. seine Kunstschätze. Osnabr.,
Schöningh. 167 8., 7 Taf 2 M. 40.
Vgl. Nr. 303. [675
Körte^ 0«. Laute u. Lautenmusik
bis z. Mitte des 16. Jh.; unt. besond.
Berücksichtigung d. dt. Lautentabu-
latur. (Publikationen d. intemat.
Musik-Ges. Beihft. m.) Lpz., Breit-
kopf & H. 164.8. 6M. (48 8. ersch.
als Berl. Diss.) [676
OÜTier, J« J«, Les comädiens
fran9. dans les cours d'Allemagne
Kunat. — '
an 18 Btfecle. Serie I: La Cour
electorale palattue (16. .-1TT8); prä-
face de H. E. Faguet. Poitien et
Paria, Soc. franf. d'imprim. et de
libr, 4*. iiuy, aSB 8., 16 Taf. [677
DesBoff, A., Ueb. englische, ital.
u. apan. £>rameD in d. Spielveneich-
uiseeo dt. Wandeitnippen. (Stud. z.
vergleich. Litt.-G. 1. 420-4*.) [678
KealTer, M., Znr O d. Theaters
I Trier. (Trier. Archiv Ergänig><
MDUer, Rloh., Beitrr. z. Q. d.
Schultheatera am OTtnuas. Josephi-
num in Hildesbeim. Progr. Hildeah.,
Las. 4", 70 S. 1 M. 60. [681
g) Volksleben .
HoliogrtplileB z. dt. Knltur-0.,
hrag V. 0. Steiuhaueen (a 1901,
26CH)), Vnl: E-Mummeohoff. Der
Handwerker. 142 8. 4 H. — IX
a, Nr. 61«, [6aa
Böhmea,!, 1 □. 2. Braunau (BOtunen),
Selbgtveri. 9ä S. 1 H. 10. [639
WI4»aBB, H., Gnbipnisha In Bailbuh.
(ZI. (. flitsTT. VoIkUd«. 7, 1«1-6S.) — K. Aaktrt,
Amtiielohsn, LadoogualahflD ti. Ahnllohfls
im uDrdL Tau« Bohmsiu. (Bbd. lOb-l«) [sm
M«ler, ä., VolketOinliches aiu d.
Frei- u. KelleTamt («. 1901, X616).
Forts. (Schweiz. Arch. f. Volkabde. 6,
116-36.) — 0. SfltterllB, Sasen a. d.
BiwBck. (Ebd. 868-68.) V^. 1900,
S681. [691
Llastt Knltsi-Q. d. Eridlsi«» BambRB,
.... ... _ Hiit-pout. BU. 1«, r-
-M
.EM»
Eckart, B., Stand u. Beruf im
Volkamondj Sammlg.v. Sprichw9rtem :
u. RprichwQrtl, Redensarten. Götting., j
Wunder. 252 S, 2 M, [688
Schmer, A., Die altdt Fechter u. I
Spicllente; e. Beitr. z. dt. Kultur-G. I
DisB..StraHab.,Teubner.207S.bH. [584 i
Hager, O» Die Weihnachtskrippe;
e. Beitr, t. Volkakde. u. Kunat-G. a
d. baier. NationalmuHeum. Münch., i
Qea. f. chrieÜ. Koost. 40. 141 S. ,
7 M. [886
Fre;dorf, E. T., 20 dt. Schreiwahr-
zeichen n. d. Gerafteataat. (Zt. f,
Kultor-G., 8, 386-404.) [68S
EhrUinuiB, 6., Duzen u. Ihrzen 1
im Mittelalter (Zt. f. dt. Wortforschg.
1, 117-19, 2, UB-69,) [687
ZIngeler, K. Th., Knlturgeschicht-
Ijches a. d. Hanse Hohenionem.
(Hitt. d. Ver. f. Q. etc, in Hohen-
zollem S4, S3-39,) [698
Marrlaii, M. E., BtgtB r. Beigitni» n.
Naokar (AlnnumU H, F, >, TS-TS,) KM
Schell, 0., Der Volksglauben im
Bergischen an d, Fortdauer d. Seele
nach d, Tode, (Arch. f. Beligioos-
wise, 4, 806-87,1 [696
KoalCB , J. , Hsliull, Tolhttamar aai d.
ValluiKcbta-, Oitoi- nnd Pfln^tialt, baaond-
i, Aactasnsr Baitik. (Sheln. Q.bU, 5, IW-tt
etc. M8 M} — H. filcTlIiiha, Bagu au d,
EifaL (Ebd, 19$-M.| — Satt.. Bpriabwan«
a d. Blfd (i, IWl, eiSJ. N. Folaa. (Ebd.
a, H-4i,J [NC
Ubrich, 0. , Hannov, Volkalieder,
(Hann, G.bU. 4, 211-69,) [697
Andree,B., Braunschweiger Volks-
kde. 2. verm. Anfl, Braonschw,,
Vieweg&S-xviij, 681S,,12Taf, 6 H.
60. [698
Zlaek, P., Zur CJbarakUriatlk d, BavOllarg.
d. plattan Landai Im Kag.-Bulika dar Lalp-
■Ig« XialidlnkUaa. |M1U. d, Var. (. ilclii.
Tolkakda, 1, ITO-Bl; tOiS.) — 0. HcrTBaaB,
kd>, l ITC
COmliabaa
1. eadlaulU, (Ebd. B
Walacck, F., Sla i
CGM
MlUar, Carl, Dt, Tolkwlichtg. In d. Obar-
Umlti. *. Balu. 1. Volkikda,, • imi, H«.
(LObaa« Vngr.) [Ml
Mlalka, K., Totan^briDch« o, Totauagaa
Arbelt, Deutsche ,
Kultnrbilder v. F. Adler, Ad. Bach-
mann etc; hrsg v, H. Bachmann.
Berl., Concordia, Dt. Verlogsanstait.
1900, zvj, 465 S. 6 M, [688
Bu : UM d, Tai f O, d. Dt lo BObmao
S», Lltl-Butl, S Sl-Bt
d. Hark. fBrandmbnrgla 8, IS-M.}
Sclffart, üab, d. Wotrijaadaii u. d. JagdlaufaB
d, Burgifiobaft In Btiatubers. 'Bbd. 8, »7
Haaa, 1., Fotaauraaba Mlnhan. (Bll. (.
PODUB, Volk^da. ■, Itt-M; I6it.; ISOf) —
Dan., QniranliaK«Bar Saaan. (Ebd. 10. 1-ti
' " ■" SprläiwOrtar n. aprich-
Tut, Ft., Boblaalau
Uatar^, Bd. I, a. 1001, H
Jahibb. 106. Ul-l« Sandn
Zig iwi, mt, im SoUK
UM
slkaHlinl. Oebai-
'24
Bibliographie Nr. 606 — 666.
Hekrtef. 1f., 8. Bericht flb. obenohlesiteha
Bnfthlgn. (liitt. d. schle«. Gm. f. Volktkde. 8,
61-«9.) Vgl. 1900, 2eS5. — Kihsaa, Gebrftacha
beim Sien n. Brnten beeonders in PstschkAn
n. Umgegend. (Bbd. 70-74.) [605
Kraugy J.) Das Schätzen wesen in
Frankenthal seit sein. Bestehen (s.
1900, 2606). Forts. (Monatsschr. d.
Frankenthaler Altert.- Ver. 1901.) [606
Gk^ttsehaldty A., Ans d. Akten d.
Bmchschützen-GreseUschaft zu Chem-
nitz. (Mitt. d. Ver. f. Chemnitzer 6.
11, 62-89.) [607
Müller, Mart«, Ueb. d. Stilform
d. altdt. Zaubersprüche bis 1300.
Kieler Diss. 78 S. [608
Marx, M., 01»abe n. AbergUnbe im
Bftaemrolke d. Mfinthnle«. (ZI f. Osterr.
Yolkskde.7, 179-81.) — H. T.Prees, Opferung
muM Thonkopfomen in H»«elb»oh bei Bran-
nma am Inn n. bei Tanbenbaob. (Mitt. d. an-
throp. Gel. in Wien Sl, 58-61.) [609
FrledeL E., Vom ,^Böten**; e. Beitr. snm
Yolkiglanben in Berlin. (Brandenbnrgia 9,
874-76.) — K. Poettert, Noch etwas vom
,3öten". (Ebd. 8, 885-40.) — 1. Haai, Him-
melflbriefe aoa Pommern. (Bll. f. pomm.
Volktkde. 10. 86-89.) [610
HangeB, J., Quellen u. Unter-
suchgn. z. G. d. Hexenwahns u. d.
Hexenrerfolgung im Mittelalter; mit
e. üntersuchg. d. G. d. Wortes Hexe
V. Jobs. Franck. Bonn, Georgi. xj,
708 S. 12 M. [611
Bes. T. 1901, 86S7: Hiit. Viertelj.achr. 4,
517-88 K. Müller; Mit! a. d. biet. Litt. 89,
898-95 Martens ; Zt. d. SaTlgnj-Stiftg. f. Rechts-
G. 88, Germ. Abtlg., 458f. Stute.
Kauftnaniiy J., Die Vor-G. d.
Zauber- u. Hexenprozesse im Mittel-
alter. (N. Jahrbb. f. d. klass. Altert.
etc. 7, 283-306; 836-62.) — Bartho-
lomftugy üeber Hexenprozesse. (Zt.
f. d. gesamte Strafrechtswiss. 21. 66
-820 [612
Komkromjy A., Ueb. d. Elausen-
burger Hexenprozesse. (Erd^yi mu-
zeum 18, 186-201.) [613
Wolter, £., Zur G. d. litauisch.
Hexenwesens. (Mitt. d. litauisch, litter.
Ges. 4, 876-82.) [614
Bauemliaug, Das, im Dt. Reiche
u. in sein. Grenzgebieten, hrsg. v.
Verbände dt. Architekten u. Ingenieur-
Vereine (8. 1901, 2644). Lfg. 2-3.
k 12 Taf. [616
Hnnziker, J., Das Schweizerhaus
nach sein. landschafU. Formen u.
Beiner geschichtl. Entwickig. (s. 1900,
642). Abschn. II: Das Tessin. xij,
168 S. 9 M. [616
Lanffer, 0., Herd u. Herdgeräte
in d. nümberg. Küchen d. Vorzeit
(s. 1901, 2648). m u. IV. (Mitt. a.
d. germ. Nationalmus. 1901, 10-29;
66-77.) [617
Bnehholiy R.. Hauswirtächaftl.
Geräte d. frühen Mittelalters d. Prov.
Brandenburg. (Brandenburgia 9, 46
-61.) [618
Teniiu, 6.« G. d. Feuerlösch-
wesens d. Staat Dortmund. Jubil.-
Festschr. Dortm., gedr. b. CrGwell.
164 S. [619
Hottenroth. F., Dt. Volkstrachten,
städt. u. ländl., v. Beginn des 16. Jh.
bis um die Mitte d. 19 Jh. (s. 1900,
2618). lU: Volkstrachten a. Nord-
u. Nordost- Dtld., sowie a. Dl-Böhmen.
jx, 244 S., 48 Taf. 24 M. [620
Kasger, H., Die Reinhardt'sche
Sammig. v. Schweizer- Trachten a. d.
Jahren 1789-97 im histor. Museum
zu Bern. (Sckweizer Arch. f. Volkskde.
6, 269-80.) — Th. Vetter. Alte
Walliser Trachten. (Ebd. 243 f.) [621
Reekert^ Ueb. Volkstrachten u.
Gebräuche d. alt. Ravensberger
Bauern. (Jahresber. d. bist. Ver. f.
d. Grafsch. Ravensb. 16, 166-68.) [622
Kamamiy J«^ Altnümberger Gre-
sindewesen. Kultur- u. wirtschafts-
r schichtliches a. 4. Jahrhh. (Mitt.
Ver. f. G. d. St. Nümberg 14,
66-167.) [623
SchwartZy P«, Gesundheitspflege
in d. guten alten Zeit. (Schrr. d.
Ver. f. G. d. Neumark 11, 165
-69.) [624
StoU, 0., Die Erhebgn. üb. „Volks-
medizin" in d. Schweiz. (Schweiz.
Arch. f. Volkskde. 6, 167-200.) — -
A. Haas 9 Beitrr. z. pomm. Volks-
medizin (s. 1901, 638). Forts. ^U.
pomm. Volkskde. 9, 120-23; 131-33;
169 f.) [626
Winter, 0., Zur G. d. älter. Apo-
theken in d. Stadt Hannover seit d.
16. Jh. (Hannov.G.bll. 4,386-401.) [626
Oerland, Zur G. d. Pest in Schmal-
kalden. (Zt. d. Ver. f. henneberg. G.
14, 9-20.) [627
Volksleben. — Gesammelte Abhandinngen u. Zeitschriften.
'2b
Maass. €• • Pestzeiten in Berlin u.
d. Mark Brandenburg. (Brandenburgia
8, 77-88.) [628
4. C^amnulte Abhandlungen
und Zeitschriften.
Bibliothek dl G. (s. 1901, 2855). Lfg. li$
-146. Vffl. 989; 12S8; 1557; 1645. [689
Bibliothek, Hiit., hrsg. r. d. Bedakt. d.
bist. Zt. (■. 1901, 651). Bd. XHI s. Nr.
1118. [630
Studien, Histor, TerOff. t. Ebering (s. 1901,
8657). Hft. 25-88. Vgl. Nr. 408; 915; 931 ;
1469. [681
Studien, Leipsiger, a. d. Qebiat d. G. (•.
1901, 2658). Vn; 8-4 u. Vm. 1-8. Vgl. Nr.
842; 848; 1488; 1738; 1740. [688
Stadien, Pniger, a. d. Gebiet d. G.wisi. (s.
1901, 658). Hft. Ym s. Nr. 1028. [633
Heigel) K. Th.« Neue geschichtl.
Essays. Münch., Beck. 1902. 331 S.
7 M. [634
Fmin'Sy B., verspreide geschriften
(8. 1901, 2662). Aflev. 21-26 (= Bd.
TV, 193-443. Bd. V, 1-144.) [636
Zeitschrift Histor. (s. 1901, 2663).
Bd. LXXXVn, 2-3. S. 193-668.
Bd. LXXXVm, 1. S. 1-192. [636
Mittelliuigeii d. Instituts f. österr.
G.forschg. (s. 1901, 2664). XXU, 3-4.
5. 361-696. [637
Abhandlungen d. bist. Klasse d.
baier. Akad. d. Wiss. (s. '96, 2602).
XXI, 3. S. 473-731, 18 Taf. 16 M.
XXÜ, 1. 8. 1-229. 8 M. [688
Jahrbuch, Histor. (s. 1901, 2666).
XXn, 2/3. S. 267-608. [689
ArchiT, Neues, d. Ges. f. älter, dt.
G.kde. (8. 1901, 2666). XXVII, 1.
S. 1-330. [640
Geschichtsblfttter, Deutsche (s.
1901, 2667). n, 9-12 u. IE, 1-2. S.
217-312; 1-64. [641
Korrespondenzblatt d. Gesamt-
Ver. (s. 1901, 2668). XLIX, Nr. 6-11.
S. 89-192. [642
Mitteilungen a. d. German. Na-
tionalmuseum (s. 1901, 2669). 1901,
1-92. [648
Anzeiger d. German. NationalmaeeaiiiB (a.
1901, 2669 a). 1901, 1-2. S. j-zxxv^. [648 a
Blätter, Prähist. (s. 1901, 2670).
Xm, 3-6. S. 33-64; Taf. 4-7. [644
Nachrichten üb. dt. Altertumsfunde
(8. 1901, 666). XI, 6 u. 6 u. XII, 1-8.
S. 66-96; 1-48. [646
Jahregberichte d. G.-Wiss. (s.
1900, 2639). Jg. XXH: 1899. xjx, 64,
623, 449 u. 429 S. 36 M. [646
Mitteilungen a. d. bist. Litterat.
(s. 1901, 2672). XXIX, 3-4. S. 267
-604. [647
Jahresbericht üb. d. Erscheinungen
auf d. Geb. d. germ. Philol. (s. 1901,
668). Jg. XXÜ: 1900. Abtlg. 1. S. 1
-160. [648
Jahresberichte f. neuere dt. Litt.-
G. (s. 1901, 2673). Bd. VIII: 1897,
Abtlg. 4. 70 u. xMuj S. 6 M. Bd. IX,
AbÜg. 2. 140 S. 6 M. 40. [649
Zeitschrift f. dt. Wortforschung
(8. 1901, 2674). Bd. H, 2-8. S. 85
-276. [660
Vierteljahrsschrift f. Wappen-,
Siegel- u. Pamilienkde. (s, 1901, 2677).
XXIX, 2-3. S. 71-284. [661
Herold. Dentooher (s. 1901, 2677 a). Jg.
XYTCn, Nr. 6-11. 8. 109-204. [651 a
Jahrbuch d. k. k. herald. Ges.
„Adler** (s. 1901, 2678). N. F. XI.
166 8., 12 Taf. 16 M. [662
Zeitschrift f. Numismat. (s. 1901,
2680). XXm, 1-2. S. 1-140. [668
BeTue suisse de numism. (s. 1901,
676). T. X. 436 S. [664
Anzeiger, Numismat. (s. 1901,2682).
Nr. 6-12. [666
Zeitschrift f. Kultur-G. (s. 1901,
2687). VIII, 6 u. rX, 1/2. 8. 386
-476; 1-136. [666
UBtersaehBBgeB s. dt. Staats- o. Beohta-
G. (1. 1901. 678). Hft. 63-65. Vgl. Nr. 440^444;
848. [657
Zeitschrift f. Kirch. -G. (s. 1901,
2697). XXÜ, 2-3. S. 161-486. [668
Studien u. Mitt. a. d. Bened.- u.
Cist-Orden (s. 1901, 2698). XXÜ, 2-3.
8. 201-612. [669
Geschichtsblfttter d. dt. Huge-
notten-Ver. (s. 1901, 688). X u.
XI, 1. [660
Mitteilungen d. Ges. f. dt. Erziehgs.-
u. Schul-G. (b. 1901, 2692). XI, 2-4.
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Zeitschrift f. dt. Philol. (s. 1901,
2696). XXXni. 1-3. 8. 1-432. [662
IbliBBdliiBf es s. german. Philologie. Feet>
gäbe f. B. HeinseL 1898. Bes.: Götting. gel.
Ans. 1901, 425-52 Schönbach. [968
Euphorien. Zt. f. Litt.-G. (s. 1900,
2668). Bd. vn u. Vm, 1-2. 846 8.;
S. 1-498. [664
Zeitschrift f. vergleich. Litt.-G.
(s. 1901, 688). XIV, 4. S. 226
-400. [666
Studien z. vergleich. Litt.-G. ; hrsg.
V. Max Koch. Bd. I. Berl., Duncker.
616 8. 14 M. [666
Bibliographie Nr. MT— TU.
ZeitMhrlft f. dt. Altertum (i. I»01.
SM3). XLV. 3-4. 8. 2S»-M0 (667
katlgti t A. AlUMOK (L 1301, M»ji)
xxvn. t-t. s. m-tu [«ct>
Beltrise t. Q, d. dt. Spnche a.
Litt. (■ 1901. 8694). XXVI, 3, S. SSi
-676. [6«3
Fr«rUs, 0Ht., VenniMhte Anf-
tätie ». d JkbreD 1349-189*; hrag.
T. E, Elster Bd. I. Lp».. Hiirel.
isin, 180 S. 6 H. [66»
KorrMp«>ieubUtt d. Ver. f.
niederdt. SpnchforBchg. (e. '99,
SÖtSa). Hft tX: 189S. TIS. 2M. [670
Stadt*« I. dl. Ku«.a (• IMI, BW).
HR tl-U TgL Mi Hl; IMS^ UM [«71
Jakrbich d. kgL preiua. Kuiut-
MDUnlffD (B 1»01, S700). yxn. 3-4.
8p, «J-ic. S. 115-366; 7 Taf [672
ArehiT f. örterr. O. («. IMI, 870!)
Bd. LXXXIX, 3. S. 3&6-646. 6 V.
Bd. XC, 1. 8. 1-319. 4 U. 90. [673
MIttcUKue* d. k. k. C«Dtnl
Comm. f. Erforschg. d. Eoiut- a.
hiat. DenkiDftle (■. 1901. 2703j.
xxvn, 8. 8. 187-78. — Desgl.
der 3. (Arch.) Sektion d. Centr.-
Conun. (8. '99,2696). V, 1-1. S. 1-266.
S H. [67t
Jakrbich d. Ges. f. d. Gesch. d.
Protest in Oeet«rreich (s. 1901, 2706).
Jg. XXn. !43 8. [676
BUtt«r d. Ver. f. Ldkde. v. Nieder-
fitteiT (■,1901,2709). Jg. XXXV. 1-9,
8. 1-368; j-l^v [676
CftriDthUI.(s. 1901,2712). Jg.91, i
Nr. 8-6. S. 66-196. [677 I
Jaknibiritfet d. G.-V«. f. KlnUn In !
KUgnfOrt Bb«r 1900. ElactBrnrt, Vanin. '
M B. [«71 ■
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8p, 18Ö-824; 1-120. [878
HItt«tliiHgeB d.Ver. f G. d. Deat-
■cheu in Böhmen (e, 1901, 2716). '
XXXIX, 4 u. XL, 1. 8- 867-478 n. I
77-98; 1-168 «. 1-1«. [679
Zeil8ohriftd.dt.Ver.f.O. HUireiiB i
a. Schlesiens (s. 1901, 2716), V, 1
8. 305-400. 2 H, [680
ArehiT d. Ver. f. siebenbOrg,
I^de. (i. 1901, 2717). XXX, 1 8 1
-13(4. 1 H. 40, — Jahresbericht
f. 1900, 60.S. — Korrespondeni-
hUtt (s 1901. 8717a). XXrV, 6-12,
8. 67-148. ^____ [681
Jahrbachf.achweiz. 0.(8.1901.701).
Bd. XXVI, lu. al2 S. 6 M. [682
ABScIgrr f fchweiz. G. <s. 1901.
708), Jg. 32. 4-5 u.Jg SS. 1-S. S. S41
'4M [C83
Aawigcr f schweii Alt«rt kd«. («.
1901, J03). N F n. 5-4 o- m, i-S
8. 157-292; 1-236 [C84
ArehiT, Schweiz-, f Volkakd«. (s.
1901, 2718). V, 2-4- S 91-31« [GS5
Beitrlge i vaterländ. O., bng. t
d- hiat u- aatiq. Get. tu Baael (■- 1900,
2676) V, 4 S 401-664- 2 M. [6M
Zeitschrift, Basier, f. G- n. Alter-
t-kde.; hrsg. t. d. hiat. a. antiqiuU'
Gw. I BmoI. Bd.1.1. Bm<B«m^
161 S . 4 Taf,, 2 Ktn- (i Bd. — 2 Hfte
T M, 80.) [687
GeMhlehtsblltter , Obw»ldn«ri
hrsg. t. hist.-aotiqQar, Ver. t. Ob-
waldeu. Hft. I. Zfirich, Schnlthe»
138 8, 2 M, 40. [688
1901 Altdoif. Gisler t Co. 4*.
78 S SM- [«89
ForsehiHgra i. G Baienu (a- 1901,
8729), IX,8-4 S. 81-326: 7*-2l'. [690
Beltrige i. Antropol- u- Ur-G-
Baiems (s. 1901, 707) XIV, 1,S. S- 1
-1S4. 2 Taf «Bd 24 M.) [«91
Dftrst«llugeii a. d. bater. Eriega-
a. Heeres-Q, (s 1901. 466). Hft. X
1, 262 S. RSne a. Anlagen. 4M. [S9S
Beltrige z. baier, Kirch. -G- (s.
1901, 2730). Vn, 5-6 n. VOI, 1.
8. 193-268; 1-48 [«93
Beitrige z G., Topogr. d. Statiet.
d. Erzbist, HQDchen n. n«iaiiig t-
H. V. Deutinger; foitgea. t. F. A.
Specht Bd vn (= N. P, I)- Mflnch.,
Lindauer 384 S 4 H [694
VerhandlUBgen d. hirt- Ver. f.
Niederbaiern (b 1901. S73S). Bd.
XXXVn- 361 S. 4 M [696
Bericht d- hiat, Ver ni Bamberg
{s. 1900 , 702) N'r. LX : 189».
107 8. [696
Xittellugen d Ver. f. Q. d. Stadt
Nürnberg (s 1900. 2689). Hft. HV,
296 8. 6 M. 80. [697
SamHelbUtt d bist, Ver- Eidutttt
{b. 1901, 713) Jg XV: 1900.
68 S. [698
ZeltMhrlft d. hiat. Ver. f. Schwäken
u-Nenburg (8 1901. 714). Jg XXVIL
145 8.. 8 Taf [S99
eemUehtsfreud, AUgäuer (a.
1901,716) Jg Xm. 17öS. 4H. [700
Oesommelte Abhaadlungen u. Zeitachriften.
•27
TIerteljfthrahefte, Württemberg.,
f Landes-G. (b. 1»01, 2740). Jg X.
487 S. [701
DIOiesanarehlT v. Schwaben (a.
1901,716). Jg.XIX,l-B. S.1-144. [70!
»«■JahHbUttiiT, WartUmb. (•. im. 711).
N F. TU » Nr 411. [JOS
JfthrbBclier, Wflrttemb., f. StatiBt.
u- Ldkde, (s. 1901, 718). Jg. I»00.
Iiinj, 281 j 293; x^j, SOfi S. [704
Blltter f. wOrttb. Kirch.-G. (a.
1901, 2742)- V, m. S. 1-06. (706
Beriehtd.histor. Ver. in Heilbronn.
Hft VI: 1896-1900. Heilbronn, Hist,
Ver.l06S.,6Taf. n.Kte. 2M.60. [706
HittellniiKen d. Ver. f. Q. etc. in
Hoheuzollem (b. 1901 , 274S). Jg.
XXSIV: 1900/1901. IV, 96 8. [707
Zettschrift f. G. d. Obeirbeina (b.
1901,2744). XVI,8-4. 8.331-772, [708
MltMliBg«! d lud. Mit. Eommlii (m.
IMl, UM». Nr», S. 4R-lSa. (T«baDdei)
mil d. Zt t. Q. d. Obarch. ZTT, t a. t.) [70te
Alemuiola (b- 1901 , 2746). N. F.
Bd. II. 288, ivj 8. [709
DlSzesan- Archiv, Freiburger (g,
1901, 2747). N. F. n (— Bd. 29),
884 S. 4 M. [710
Jahrbaeh f. G. etc. Eh.-Lothr. (b.
1901, 2751). Jg. XVn. 272 S. 2 M.
60, [711
Baltrig« im Ludei- u. Tolkikda. r. El-
■MK-Lnltir. (■. IWl, IISO). BR. IT (. Nr.
4M. [711
HoBeum, PMzi8chei(8. 1901, 27&G).
XVra, 6-11. 8,81-176. (718
BeToe d'AUace (b. 1900, 270«),
S^rie 4, Annöe 1 a. 2 (T, LI n. LH).
680; 602 u 96 S. [714
HoBatsachrift d. Frankenthaler
Altert,-Ver. (b. 1901, 2766). 1901,
Nr. 6-12. [716
6eschlchtflbUtter, Mannheimer
(a. 1901, 2758). H, 7-12, Sp. 145
-273, [716
ArchlT f. hesB. 0. n. Altert.kde,
N, F. (a. 190J, 2759), Ergftnzgsbd, I,
1: Beitrr, z. hea«. Kirch, -Q.: redig.
V. W, Diehl u-W. Köhler. 111 8.
2 M. [717
Zeltschrift, Weatdt., f. G. u. Kunst
(8, 1901, 2763). XX, 1-2. S, 1-176,
6 Taf, — Erganzgahft, X (Bericht
üb. d, 1. Terbandatag d, west- n,
Büddt, Vereine f, rOm.-germ, Altert.-
forechg. zu Trier 11. u, 12, Apr, 1901),
67 S. 1. M. 20. — Korr.-Bl. XX,
6-9 Sp. 66-160. [719
eeBChlchtsblBtter, Rhein, (s. 1901,
2764). V, 11-12 u. VI, 1-2. S. 821
-384; 1-64. [719
Amulen d. bist. Ver, f. d. Niederrh.
(b. 1901, 2766). Hft. LXXI. 817 S.
4 H. Hft. LXXn, 204 8. 4 H.
Beihft, V, 100 S. 1 M, [730
Jahrbttch«r, Bonner <b 1901,8766).
Hft. CVn. a»6 S.. 10 Taf, 10 M.
(8, l-6fi m. 7 Taf, ersch. aep, ala
Peatsohr. a. Feier d. lOOjähr. Be-
BtehenB d. Qea. f. nütz!, Forachgn. in
Trier.) [721
ZdUekrin d. bargilch. Q.-Vu. BagliMr
n Bd. 1-30, T«if T. OB. Kadi lob, • IMl,
>I<9. S«i.: DL Lltt.-Ztg., IMl, Nr. M BO-
»«- [TM
laBBtiiokrift d. barg. O.-Tar. (a. 1901,
i7«B>j. TUL «-lt. s. lao-Ho. (7na
ArchlT. TrieriBcbea (b. 1901, 2775).
Ergänzgflhft. I. Trieriache Chronik.
Hft. 1. 186 8., 1 Taf, 8 H, 60. [728
Odh H^meeht (b. 1901, 8776). TU,
6-12. S, 263-684, [184
Compte rendn dea B^ancea de la
comm. roj. d'hiat. de l'acad. roj. de
Belgique (a, 1901, 2778). T. XI, 3-3.
S. I?ij-ii.vi, 61-419. [726
TerBlagei eu meded. d, vereeni-
ging tot uitg. d. bronnen v, het onde
vaderl. recht (s. 1901, 2782). IV, 4.
S. 329-446. [726
ArcUeTenblad , Kederlacdach (h.
1901,2779). I900/190I,Nr.4o. 1901/2,
Nr, I. 8. 171-841; l-«4, [727
Analeetes p. aerr, ä l'hiBt, eeeU-
aat. de la Belgi
T, XXIX(=N.S,"Xir.,
8ection n (Särie des cartnlaires etc,),
Faac, 6. 8. 511-688. [728
Bljdrageu en meded, v, het hiat.
OenootBchap te Utrecht (b. 1901, 744).
Deel XXn, ciqj, 469 8. 6a. j;7S9
Handellngen der Maatachapp^i tad
Qeachied' en Oudbetdknnde te Gent
(AunaleB de la 8oc. d'hiat. et d'arch.
de Gand). Deel LH u. IV, 1. Gent,
Vuylsteke. 338; 207 S. — Bulletijn.
Vm n. IX, 1-6. m, 384; 8848. [780
Zeitschrift d. Ver. f. heaH. G. u.
Ldkde. (a. 1901, 2789). 8nppl. Xm.
72 8., 8 Beil. u, 1 Taf. 6 M. [781
Kittellun^eu d. AltertnmH-Kom-
miaa. f. Westfalen (a, 1900, 2738).
Hft, n a, Nr, 819, [788
Jahrbuch d. Ver, f. Orta- v. Hei-
tnatakde, in d. Grafach, HarkfB. 1901,
748), XIV: 189S/1900, 208 8. (7S3
•28
Bibliographie Nr 73*— 79S
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d. Onfieluft Hark (i. 1901, ;49V
Jg m. 36S S. 3 H. [TS4
Beiblffe i. G DortmoDdi u d
OrafMlwR Hu-k (s 1900, 2714))
Hft X- xg. 143 S.. 3 Stn. 3 H- (735
JmkrMberickt d. biet Vei f d.
GnfKbttft BsTeiMberg id Bielefeld
(>. 1901. 760). XT: 1901. 2378 [73<
TniABllKfencn t. attiimHi, Ü. (•.
IMO, n«(). HU IT ■. Kr MH nn
e«MfelekUfelUt«r, Humo* '■
1»01,8796) IV.6-11. S 241-628. [73«
GeMUektabUUcr, Huui«che li.
1901, 768). Jg. 1900 268; iij 8,
6 H. |739
ZcItMhrift d. Yer. f. hamborK- G
{•.1900,746)- XI,1. 8.1-179. 3M.T»0
Zeitschrift A- Ter. f. ISbeck G.
D. Altertkde- (»- '99, 2660). Till. 2
8. 217-546. [741
SebriftcB d. Ter. f. ■cUesw-bokt.
Kircb-G-(«.1901,76S). BeibeD (BeitiT
n-Mitt.). Ed.2. Heftl. 144S. 2M- [742
ArehlT d. Ter. f. G. d Hzgte.
L»DenbaK (i. 1900. 760). Tl. 2-3
134; ISO B. ä S M. [743
AtcUt f. Landes- u. Tolkekde. d.
ProT. SacbMD (r 1901, 2801). Jg. 51:
1901. 116 S. 3 H. [144
Ges^khtobUtter f. Stadt u. Land
Magdeburg (b. 1901, 2803). XXXVI, 1.
ß. 1-832. [746
Butler, Hansfelder (8. 1901,2806).
Jg. XT. 278 8. [746
Hlttellurei d. Ter. f. anhält. G.
n. Altertkde. (s. 1901, 2804). IX. 2.
ß. 97-196. [747
KlttelliugeK, Nene, a. d. Gebiet
hirt.-aiitiq. Fonchgn. (b. 1901, 7e7).
XXI, 1. 104 8. 2 H. [748
MitteUiageB d. Ter. f. G etc v.
Erfort (8. 1901, 769), Hft. XXn. i^,
146 8. [749
(I«sekieht8l>litt«r, Hflblh&nser (a
1901, 2808). T, 3/4 n. 11. 8. 63-136;
96 8., 2 Taf. [760
SehriHea d- Ter f. Sachs. Hei
niug. 0. and Ldkde. (8. 1901. 2809)
Hft. 38. 96 8. I H. SO. Hft. 39.
76 S. t M. 70. [761
Zeitsehlift d. Ter. f. henneberg.
G. n. Ldkde. in Schmolkalden. (8. '96,
S708). Hfl, XIT. 60 S. [762
JohreHberleht d. Vogtland, olter-
tonurforecb. Ter. zu Honenleaben (■.
1900,768). LXXn.LXXI.108S. [768
AttUt, Nene*, f ibrfas. G. f*. 1901,
2812), SSn. 3 4 S. SS&-4I«- [764
litteUaKgea d Ter. f. deb.
Tolktkde '■ 1901. 8813). Bd. H,
HfL 6-7, S 161-224. [756
MlttellaBfn de« Ter. f Cbem-
nitier G, <9. 1900, 7«2;. Jg. XI:
19001901 133 S. 3 U. [76C
Beitrtge t. G d. Stadt BochboU
(8. 1900. 27«8\ Hft T, 150, tx S..
26 Taf 8 H. [767
litteUugeB d AJIerC-Ter. ni
Planen (« 1901. 781). 14 J»hree-
schrift: 1900. 128:CTtj8. 3H. 20. [758
■agkslN, K Uositz. ^s. 1901. 38181
LXXTn. 1 S 1-202 (759
Mittellaagea, Niederlanritcer (s.
1901, 784j Vt 6-8. S. 263-487. [760
FenekiHgea t. biudenb.u. prenu.
G. 18. 1901, 785). XIT, 1. 374 S.
6 M. [761
BuaUlH I. rnrnm- G, bi^. t. M. HIiimh
Uli (m laoi, IBM». I, t L Kt 1*M. Q**
Beltrlge ■. ¥»nehmmgmmy Fr-
kiindl., z. G. d- prensB. Heere«. Hrsg.
T. Gross. GeneralBtabe, Abtlff f.
Kri^«-G. n Hfl 1 n. 2, Berl.,
Mittler. Vgl Nr. 449 n. 1*46. [763
BnudeBbargia, MonatabUtt d.
GesellBch. t. Heimatkde. d. Prov.
Brandenb. in Berl Jg.VIH: 1899/1900.
Jg. IX: 19001901 Berl., Stankifr-
Ticx. 462; 628 S. [764
SchriHei d. Ter. f d G. Bedin»
(8. 1901, 2821). Hft XXXrm a. Nr.
1374. [7*6
KltUUamfca d. V» t, O B«rtlM(<. iML
18» >) IWi. Kl «-li. B C7-IM- rTUk
SekrIttcM d. Ter. f. G. d. Nea-
mark (b. 1901. 2822). Hft XI. 1S4 8.
3 M. p6«
g.-vm.(» i*M,»::4). Hn. Ti ■. Kl. Tx psi
Jahrbficher n. Jahresberichte d.
Ter f. mecklenbnrg. G etc. (■. 1901,
7S9). Jg. IS.Y1- 284; 16 S. 8 M. [TM
Beltr&ge i G d. Stadt Boitock
(8.1900,8776). 111,2. 120S. 2M. [TM
Jakrbflclier, Pommereche (a. 1)01,
790). Bd, n. 1U4 S. 4 H. M. Er-
g&migsbd. I I. ie7 S 4 H- [770
l*a8UklStlrr d O« t poH«. Q. MC.
(l 1»01, WJ»). IvOI, Nr. 6^» S 81-141. pil
Blltter f pomm. Tolkekde. (s.
1901. 8826), IX, 9-12 n, X, 1-S. S.
144-88; 1-48, [772
Zeitschrift d, Ter f. G. u. Altert.
LXXV.
[778
Gesammelte Abhandlangen u. Zeitschriften. — Deutsches Altertum. *29
Schlesiens Vorzeit in Bild u.
Schrift (8. 1900, 772). N. F. Bd. I.
Jahrb. a. schles. Museums f. Kunst-
fewerbe u. Altertümer. Bd. 1. Bresl.,
rewendt. 4«. vnj, 199 S., 10 Taf.
12 M. [774
Mitteilungen d. schles. Ges.f.Volks-
kde. (s. 1901, 793). VII, Ö-VIE, 1-4.
S. 77-94; 1-76. Beihft. I. 62 8. [776
Monatsschrift, Altpreuss. (s. 1901,
2827). XXXVm, 8-6. S. 161-600. [776
Zeitschrift d. westpreuss. G.-Ver. (s.
1901,795). Hft.48. 279 S. 6M. [777
Zeltschrift d. hist. Ver. f. d. 'Eieg.-
Bez. Marienwerdei (s. 1901, 796).
flft. XXXIX 8. Nr. 881. Hft. XL.
72 S. [778
Zeitschrift f. G. u. Altertkde. £rm-
lands (s. 1901, 2828). Xm, 2. S. 493
-990. [779
Gesehichtsblfttter, Oberländische
(8. 1900, 779). Hft. n. xiq, 162 8.
3 M. 60. [780
Mitteilungen d. litterar. Gesellsch.
Masovia (s. 1900, 2783). Hft. V u.
VI. 289 8. 6 M.; 194 8. 4M.; Bei-
lage zu Hfb. VI. 124 8. 6 M. [781
Sitzungsberichte d. Ges. f. G. etc.
d. Ostseeprovinzen Russlands (s. 1901,
799). Jg. 1900. 248 8. [782
B. Quellen nnd Darstellnngen
nach der Folge der Begebenheiten.
1. Ikts deutsche AUertum
bis e. 500.
a) Germanische Urzeit und erstes
Auftreten der Deutschen in der Ge-
schichte.
Hoewes, F., Bibllogr. Uebenlcht üb. dt.
Altertumifunde f. d. J. 1899. (Naohzr. ab. dt.
Altert.fande 11, 65-91.) [78S
Weber« F., Bericht üb. neue vor-
geschichtl. Funde in Baiem. (Beitrr.
z. Anthrop. u. Ür-G. Baiems 14, 113
-34.) — 0. Erhard, Hügel^ab a. d.
älter. Hallstattkultur b. Hohenalt-
heim. (Ebd. 37-42, Taf. 2.) — F.
Weber, Zur Vor- u. Früh-G. d. Lech-
rains: Neue Funde u. Nachtrr. (Zt.
d. hist. Ver. f. 8chwaben etc. 27, 183
-43, 2 Taf.) Vgl. 97, 2688. [784
Beinecke, P.^ Vorgeschichtl. Alter-
tümer a. Altbaiem in d. 8ammlg. d.
Mainzer Altert. -Ver. (Altbaier. Monats-
Bchr. 3, 33-36.) — Ders., Neue Flach-
gräberfunde V. Eannstaidt. (N^achrr.
üb. dt. Altert.funde 12, 47fj [786
Ellinger, F. u. J. Xane, Grabfund
b. Schwimmbach und Dixenhausen.
(Prähist. Bll. 13, 66 f., Taf. 7.) — F.
Santter . Bronzezeitgpiubhügel v.
Hundersmgen, Württb. (Ebd. 33-41,
Taf. 4 u. 5.) — H. Edelmaim, Früh
La T^ne-Fund v. 8tetten am kalt.
Markt. (Ebd. 49-61, Taf. 6.) [786
Wetzet, S«, Altertüml. Erdarbeiten
in Württemb. (== Nachtrr. zu '98,
724). (Württb. Viertelj.hfte. 10, 286
-318.) [787
Sclilii, A.« Entwicklungsgang d.
Erd- u. Feuerbestattung in d. Bronze-
u. Hallstattzeit in d. Heilbronner
Gegend. (Bericht d. hist. Ver. Heil-
bronn 6, 1-18, 3 Taf., Kte.) [788
Mehlig, C, Der ümenfriedhof v.
Hessheim in d. Pfalz. (Pfalz. Mu-r
seum 18, 160-62.) — Ders., Weiher-
hof u. Petemell. (Ebd. 164-67.) —
Ders., Die Nekropole b. 8peyerdorf
in d. Pfalz. (Ebd. 107-9 u. Pr&hist
B11.13, 62-64.) — Sehiiiiiaeher,Bronze-
zeitl.Depotfimd V.Osterburken. (Mann-
heimer G.bll. 2, 168-60.) [789
Kölil, Das neuentdeckte 8teinzeit-
Hockergrabfeld v. Flombom. (Westdt.
Zt. Ergänzgshfb. 10, 64-66.) [790
Stange, £., 8aaiburg u. Pfahl-
graben. Hombu^ y. d. Höhe, 8chick.
46 8., Kte. 76 Pf. [791
Orössler, H., In d. Grafscliaft
Mansfeld gehobene Altertümer aus
Kupfer oder zinnarmer Bronze. (Mans-
felder Bll. 16, 242-46, 2 Taf.) [792
Wilke, Prähist. Wall im Oberhobs
bei Thräna. (Vhdlgn. d. Berl. Ges.
f. Anthrop. etc. 1901, 68-64.) — £•
Friedet, Das Königsgrab b. Seddin,
•30
e Nr. l^S—^iU.
Kr. West'Prignitz. (Ebd. 64-73 * —
H. 8eh
Bronxedepot - Fond
T. AngermfiDde. rNacfarr. üb dl
Altert.fiiiide 12, 29-32.) [793
L«IW«ry Ly Bericht tk. d. Th^Ü^kmit d.
OT.-M ■■■■■« ia Boas ia d. Zeit t. 1. Apr.
laM-Sl. MAn IStO a. ▼. L Apnl lSOO-31 MAn
Ifln. (Vaekir tk dl AltartJteda IX, 1-7;
t7-ISL) — Icttacr, DMgL «b di« Tk«ti«t«it
d. Pwwr.-MaiiBM« ia Trlw. (Sbd. 7-U; 4S
-di.) — L«kBer, Di* Aa«frmb«a. d. Boaaer
Ptot-Mmm»« aaf d. Gekirnt t. Urmits i»
Wiater lft%lML (WOTtdt. ZL grgta«g«>n.
1«, n-K.) [TM
SchuBABBy H« o. A« Mieck, Gräber-
feld b. Oderbeiv-Bnüitz. (= Nr. 767.)
PrcnrUu, Mieck. 87 S., 33 Taf. [795
Bes.: MoaatablL d. Gm. £ poiUB. G 1901,
Hr. 7 H. L.
BelU, K^ Neue iteiiizeitliche Funde
in Mecklenburg. (Jahrbb. d. Yer. f.
mecklenb. 6. 66, 116-40.) [796
StB^arBBeb, A., Bronzefnnd y.
Leine, Kreis Pyrits. (MonaUbll. d.
Ge«. f. pomm. G. 1901, 107 f.) —
Den., Sieinkistengräber in (Vied-
richfllnit b. Lübgnst a. Abbao Stor-
kow, Kreis Neu-Stettin. (Ebd. 129
-33.) — Ders., Yoigeflchichtl. Funde
in Garte, Kreis Pjritz. (Ebd. 146
-4«.) [797
Schlls, Da« >toias«iüich« Dorf Grow-
gartaeli, s. 1901, S86S. Bm.: Bea s. Allg.
Ztg. 1901, Hr. 166 WOsar; Pzthisl Ba IS.
69-44 ; Zt. f. EthnoL tS, 166 f. M. Bartels. r798
Forrcr, R., Zur ür- u. Früh-G.
Eis. -Lothringens nebst Tor- u. früh-
geschichtl. Fundtafel. Strassb., Trub-
ner. 4*. 46 8. 3 M. [799
GrineBwald, L., Beitrr. z. Ur-G.
d. Pfalz. (Jahresber. d. bist. Ver. d.
Pfalz f. 1899/1901.) (Aus: MiU. d.
bist. Ver. d. Pfalz.) Speyer, Jäger.
102 S., 2 Taf 2 M. [800
Soldan 9 Die prähist. Niederlassg.
bei Neuhäusel im Westerwald. (West-
dt. Zt. Ergänzgshfl. 10, 32-47.) [801
Mach, R.. Dt Stammeskde.
(Sammlg. Göscnen 126.) Lpz. 1900.
146 S., 2 Ktn., 2 Taf. 80 Pf. [802
Wrede, F., Ethnographie u. Dia-
lektwissenschaft. (Hist. Zt. 88, 22-43.)
Vgl. 1900, 2819. [803
Yogt, P., Kleine Beitrr. z. G. d.
Chatten. Cassel. Progr. 4®. 21 S. [804
Wilbrand, J.. Ueb. d. Stammväter
d. Westfalen. (Jahresber. d.hist. Ver.
f d. Grafschaft Ravensberg 15, 158
-64.) = 1900, 2826. [805
Rieeiy 4e« Inscriptioiis de Gennaue
dans Ia correspondance d^Oberün i
Ia Bibliotheque Nation. «"Rer d*ardiL
38, 59-71.; [806
KesB^r, Neueste Funde in Wiea,
(Mitt. d. C^tral-Conun. 27, 167-69.)
— A. MtÜBer, Bdm. Fonde in
Laibach. (Aigo 9, 88; 103 f.) —
Dert. , Epigraph. IGtt. I: Laibach.
(Ebd. 8, 204-7.; — Fomr, Fund e.
rOm. Eisenhehnes b. Auffsbur^g. «West-
dt. Zt 20, 110-14; Taf. 4.) [807
Sixty Q»2 Bemerkgn. zu d. Joppiter-
säulen. (Westdl Zt ErgänzgahA. 10,
28-31.) Vgl. 1901, Nr. 2865. —
Bemerkgn. s. d. Intchrr. d.
matriker. (Ebd. 47-64.) — A.
Bieigter, Strai»en-Sänlen auf d. Donon.
rWertdt. Zt 20, 11619) VgL '96,
883. [808
GriseBwald, Rdm. Grabstein aus
Walsheim. (Korr -Bl. d. westdt Zt
19, 194-96. ) — KSrber, Köm. Inschir.
in Mainz. (Ebd. 20,66-70; 100 f.) —
QBilllBg^^Mosaik aus Münster bei
Bin^n. (Westdt Zt 10, 114 f., Taf. 3.)
— 0. KokL Rom. Altertümer auf d.
Lembergb. Kreuznach.(BonnerJalirbb.
107, 293-96.) [809
Lehner. H.^ Ausgrabung«- u.
Fundberichte v. 16. Juli 1900 bis
31 Juli 1901. (Bonner Jahrbb. 107,
203-46, Taf. 10.) Vgl. Nr. 794. —
Ders., Neue Ausmibgn. im Legions-
lager zu Bonn. (Korr.-Bl. d. westdt
Zt. 20, 138-42.) — M. Ubi, ^igr.
Miscellen. (Bonner Jbb. 107, 288f.)
— J. Steiner 9 Eline Legionssiegelei
in Xanten. (Ebd. 289-91 u. Korr.-Bl.
d. westdt. Zt 20, 142 f) — Meat-
werdt) Rom. Legionsziegelofen in
Xanten. (Rhein. G.bll. 6, 68-60.) —
A. Sehoop. Rom. u. Mok. Aus-
gnrabgn. b. Düren. (Bonner Jbb. 107,
291-93.) [810
Günther, A., Augusteisches Gräoer-
feld b. Coblenz-Neuendorf. (EkAner
Jahrbb. 107, 73-94^ — B«4«wlg,
Rom. Grabfeld in Coblenz. (Korr.-
Bl. d. westdt Zt 20, 101-3.) —
Ders., Niederberg - Ehrenbreitstein.
(Ebd. 103-6.) [811
Hettner, Die Grabkammem v. St
Matthias zu Trier. (Westdt. Zt. 20,
99-109; Taf. 6 u. 6.) [812
WillerSy H.y Die röm. Bronzeeuner
Deutsches Altertum.
•31
V. Hemmoor nebst e. Anhange üb. d.
röm. Silberbarren aus Dierstorff.
Hannover, Hahn. 4®. viij, 261 S.,
13 Taf. 16 M. [818
Bez.: Olobn« 80, 265-69 P. Höfer, Der
röm. Handel mit Nordenropa.
Limes 9 Der obergerm. - raetische
(8. 1901, 2870). Lfg. 14. 76 S.,
20 Taf. [814
Inh.: Fr Winke Im Ann, Kastell PfOns.
10 M. 80. (Sep. 15 M.) — Inh. t. Lfg. 18: 6.
Wolff, Erdbefestigangen t. Heldenhergen.
Sep. S M. 60; K. Schumacher, Kael u.
VicuB b. Wimpfen. Sep. 4M. 40; Fr eicher,
Kaat. Heidtnheim. Sep. S M. 40.
Popp 9 K.f Das Römerkastell in
Eining. (Beitrr. z. Anthrop. u. Ür-G.
Baiems 14, 101-12.) [816
Laehenmaier. Zu „Clarenna- Wend-
ungen" u. „Ad Lunam-Ürspring".
(Westdt. Zt. 20, 6-13.) [816
Bilflnger^ A.^ Das Römer-KasteU
Heilbronn-Böckingen. (Ber. d. bist.
Ver. Heübronn 6, 77-84, 2 Taf.) [817
Ritte rlingy E«. 2 Münzfunde aus
Kastell Niederbieoer. (Bonner Jahrbb.
107, 96-131.) [818
Haltern u. d. Altertumsforschg. an
d. Lippe. (= Nr. 782.) jx, 228 S.,
39 Taf. 10 M. [819
Inh. I: Hiatorischei o. Topographisches
üb. d. Umgebg. Haltems (Anfs&txe r. Philipp!
a. Hgen; TcrgL Nr. 34 a. 411). IE: Bitterling,
Befestigung auf d. HOnenknftppen b. Dolberg
B. Nr. 882. in: Die röm. Niederlassg. b.
Haltern, a) S. 55-106, Taf. 5-88. F. Koepp,
Die Anlagen am Ufer der Lippe, b) S. 107
-74, Taf. 8S-38. £. Bitterling, Die Fund-
stücke, c) S. 175-98. G. Sohuchhardt, Das
Kastell auf d. St. Annaberge, d) S. 199-216.
Der 8., Die Aliso-Frage. e) S. 217-S4. 6.
Loeschke, Vermutungen üb. d. Bestimmung
u. d. Q. d. röm. Anlagen am Lippe-Ufer b.
Haltern, f) S. 225-28. O. Dahm, Nachtrag.
Kenner^ F., Die röm. Nieder-
lassung in Hallstatt (Oberösterr.).
(Sep. a : Denkschrr. d. Wien. Akad.)
Wien, Gerold. 4^ 44 S., Taf. 4M. [820
Onlrs, A«, Ueb. d. aufgedeckten
Reste e. röm. Gebäudes inPola. (Mitt.
d. Central-Comm. 27, 128-30.) [821
Weber, Fr., Beitrr. z. Vor-G. v.
Oberbaiem (s. 1901, 813). H: Zur
Provinzial- römisch. Periode. (Beitrr.
z. Anthrop. u. Ur-G. Baiems 14, 1-36,
Taf.). — H. Arnold, Das röm. Heer
im baier. Rätien. (Ebd. 43-100.) [822
Tambfilt, G., Neu aufgefundene
röm. Ansiedlgn. auf d. Gemarken
Mettenbuch u. Burgweiler. (Korr.-
Bl. d. westdt. Zt. 20, 129-33.) — E.
Wagner, Röm. Gebäude bei Bausch-
lott, A. Pforzheim. (Ebd. 183-88.) [823
Sieboorg , M« ^ Die Legio 1 (Ger-
manica) in Burginatium am Niedor-
rh. (Bonner Jahrbb. 107, 182-89,
Taf. 9.) — F. Cramer, Buruncum-
Worringen, nicht Bürgel. (Ebd. 190
-202.) [824
Hujbrigts, F., Ton^pres et ses en-
virons pend. Toccupation romaine et
franque. (Sep. a.: Bull, de la Soc.
arch^ol. et litt^r. duLimbourg XIX.)
Tongres, Collie. 177 S., Kte. [826
Stein, A., Albinovanus Pedo.
Progr. Wien. [826
IVied, F., Wo schlug Cäsar den
Ariovist? (Berr. d. Freien Dt. Hoch-
stifts 17, 266-76.) [827
8t«gnaDB, Die Berr. d. Sohxiltsteller d.
Altertums üb. d. Yarusschlaoht u. d. Kastell
Aliso, m. Einleitg. u. dt. Uebersetsfr. Det-
mold, Hinriohs. 28 S. 60 Pf. — Der s.,
Zur Lage des Kastells Allso. Ebd. 15 S.
50 Pf. [828
Knoke, F.. Ein Urteil FRitterlings]
üb. d. Yaruslager im Haoichtswalde,
geprüft. Berl., Gaertner. 28 S., Taf.
1 M. 20. — H. Delbrfiek, Zur Frage
d.Yarus-Lagers. (Preuss. Jahrbb. 106,
666-68.) Vgl. 1901, 2886. [829
Bes. T. Knoke's Schrift: Dt. Litt.-Ztg. 1901,
Nr. 51/52 Schuohhardt.
1f alfneyer, A., St&tten german. Freiheits-
kämpfe u. Oötterheime bei Bielefeld. Unter-
suchgn. üb. Caesars Oermanious Baohesug
Tom Sommer d J. 15 n. Chr., d. Ueberreste
aus dies. Zuge in d. Gegend westl. Bielefelds
u. d. Besiehgn. d. altnord. german. Götter-
sage SU dies. Gebiete. Heidelb., Selbstrerl.
40 S. 90 Pf . [880
c) Äußbreit%mg der Deutschen vmd
Begründung germanischer Reiche.
Sehipa, M., Un passo dnbbio di
Ennodio. (Sep. a.: Atti del TAccad.
Pontaniana. XaXI.) Napoli, tip. dell'
üniversiti. 12 S. [831
Bes.: Bir. stör. ital. 6, S67f. Cipolla.
Bftekgtröm, A«, Ueb. d. Orosius-
Codex F. V. I. Nr. 9 in d. Kaiserl.
öffentl. Bibliothek zu St. Petersb. (N.
Heidelberg. Jahrbb. 10, 242 46.) [832
SJer, Edlctns Botarl; studier verdrifrende
Langobardemes Nationalitet, s. 1901, 908.
Bes. : Ans. f. dt. Altert. 27, 228-80 Much. [f 98
Lieder, Die, d. Edda; hrsg. v. B.
Sijmons u. H. Gering. Bd. I:
Text. Tl. 2: Heldenlieder. S. 223
-497. 6M. 60. — Voll8tänd.Wörterb.
•32
BibUogT^»tiie Nt. »U— 9d«
lad Li«<lera d. Bddft T H Gering
Abtlg I. 5« Sp 9 H Gennan
HftöIbibUotli., begr * Zachn VII,
S D. A.) Halle. Waüenhaiu 'i>A*
AlUwf, H^ Zum WalthariDg (Zt
f. dt. nülol. S3. »»-«8) [iS&
KMm; hng. n. erkl t E.
Martin. Ana i. (Gennan. Hacd-
bjblioth. n.) Halle, Waüenhaiu. i^
812 8, 7 M. (85«
Weiser, Ph-, Zur Sa«e von d-
Nibel ongen . Greibiralder Schul -Progr
**. WS. ^___ [M7
■ IMt, WM. B«.:
(BeltR. ■ e d dt Spnch* L Lilt^ N. Ml
-«S.| Til IMI,I«M l«W
Efffer, J.f Die Barbaren einfalle in
d. Provinz BStien and deren Be-
setzung durch Barbaren. Tl. I. (Arcb.
f. flrterr. G. 90, 77-«82) 8ep Wien,
Gerold. !U S 6 H [MO
Euifkuuuu F., Oeoseiikc« gotice.
(Zt. f dt. PhUol. 38, 1-6.) [g*l
Marx, Trier mr Zeit d. Volker-
wanderg. (Trier Archiv, ErgAnzgabfl.
1. I-U-) [842
Ktmkt, H., Dm Gräberfeld v.
Baitlicksbof. (Schrr. d. phydk.-ftko-
nom. Qei. ESuigaberg 31, lOS-U,
Taf. 3 u. 1.) (843
Sj Innere VerhältnUte.
1, »M. B».r BMIing.
Ani f. dt Alint It, ttt K
ScknIdtjUw., Zur german. Ter-
ruigB.-0. (Weatdt. Zt. SO, 1-5.) [846
Saka, B., Sermo r«gii. (Herr db.
d. TlidlgD. d. kgl. sILchs. Qea. d. Wies.
d. germau. Volkwtaaten, e. Beiti. k.
dt- Recht«-G. (■, '99. 2784). Tl. H.
(— Hft 61 V. Nr. 667.) inj. 863 S.
9 M. [848
WUkc, Der ^ohe Stem- « DOkm
bei Orimnia. Vbdlgn. d. Berlia, aa-
thropol Ges 1901. l»4-?01-j [S&l
FrwuiM, Die älteat. Denkmale i.
Chriitenttmu in Baiem. < Hüt.-potit
BU. 12«, 313-S«: 3>«»-401.> (Ut
BUlHfVr, 6., Untereucfaga. üb.
d. Zeitrechnong d. alt«n Gertnaoei
(I 1901, 2915 . H^ Das gennan Jnl-
fert. *• I3ä S. 2 M. 50. [8U
TIU«, lala lad ckiMMM, ttete ^Im n
Um Rnrauis jmr, ■ IMI, »W Bk : Xt. t
4(. PbUeL n. tU-it Fi FiiIMaM (M«
Wohnbau u. aeine Kinrichl
Von d L'raeit bi« i. Ende
wingerberrschaft. Lpi., Bai
IIJ.448S m.209Abbildgn. liH. (866
S«kr*«ier, F., Eine Terteidigiing
d. EnmeniuBM^ (Ann. d. bisL Ver.
f. d. Kiederrh. 72, 89-101.) (856
nelse, F., BdtiT. i. G. d. rAm.
Weinbaues in Gallien u. an d. MoseL
Hamburg. Progr 38 S. [867
2. Franki»clu> ZeU bi* »18.
a) MertMcingigelie Zeit.
TgL^ L Dicbsin«. Ci
DAitTTOlDg« bitftmjnlfliL
diu» W, Ml-UJ — Bh. .. otcMBai, üb
l>uiia *. Ftoilul «Ic. I. IMl, Bit ; Hi(L
Vlanaljtclu 4^1S-M Smu. [SM
Merer, W. , Der Gele^enheits-
dichter VenuitiuB Fortnnatai. (Ab-
hdlgn. d. kgl Ges. d. WiB8.ni Gott
, IT, bA Berl., Weidmann. 4*. 140 S.
9 M. [8»
' B«: N. akUt n, iw-n r it.; im.
Litt zt« IMI. Hl. 11 DOmmlu.
Dostal, J., Ueb. IdentitU o. Zeit
T. Pereonen bei Tenantius Foctanatos.
' ProCT. Wiener - Neustadt IW».
Sl 3. [860
Bckaircr, Bis Vcrfui« d nffn. mA*-
S*r-CkRUilk. • IMl, JSxa K«.: BlM.».n,
MoUbIw ttd
Woliln, J.^ Ueb. d. Anfänge d.
MerowingerTeichea(B. 1901,919), ll.II,
Meldorfer Progr. 67 S. 1 H. SO. (Stt
Deatsches Altertnm. — FillnkiBche Zeit.
•33
Dktiiu, H,, Clovis, U Gaule ro-
maine et l'Alsace. (R«v. d'Alsoce 51,
1-46.} [863
Deirient^ E., Angeln n. Warnen.
Die Entstehg. d. thSring. Stammes.
{N, Jahrbb. f, d, klasi. Altert, etc.
7, 418-32.) [864
Knrth, G., Lee comtea d'Auvergne
au 6. siäcle. (Bull, de l'Acad. roj. de
Belg. '99, 769-SO.) — Ders., La
natioDalit^ en Auvergne au 6, Bi^cle.
(Ebd 1900, 224-42.) — Ders., Lee
comtes et les dnca de Toora au
6. aiäcle. (Ebd. 858-83.) [866
I (B. 1901, 893t). n. (HiBt. Jahrb. 23,
I 267-76,) [87*
Traube, L., Das Modeneier Lied
„0 tn qai aervai annis ieta moem&."
(N. Archiv 27, 238-36.) [876
Weber, F., Aeltere FuDdnachrr. a.
Oberbaiem (h. 1901, 2836). UI. Funde
a. d. genuau. Periode. (Altbaier.
MonatsBchr. 3, 6-10. [866
Harbaner, J., Katalog d. mero-
wingiacb. Altertümer v. Schretzheim
im baier. Schwaben. Tl. I. Mit
4 Taf. Düling. Progr. 66 S, [867
bj Karolingisehe Zeit.
Girr, A., Noticee biblio^aphiquee
Bur les aichiveH des ^glisei et dee
monast^reB de l'^poqae carolingienne.
(Biblioth^que de l'äcole des nauteg
ötudei. Fase, 132.) Paria, Bouillon.
102 S. 3 fr. 60. [868
Lechner, J., Die älter. EOuiga-
urkk, f. d. Biatum WonnB n. d. Be-
griiudg. d. biachOfl. Füratenmacht.
(Mitt. d. Inat. f. öaterr. G.fortchg. 22,
361-419; 639-74.) [869
Tangl, M,, Die Urkunde Ludwiga
d. Fr, für Fulda v. 4. Aag. 817,
Mühlbacher 666 (642). (N, Arch. 27,
9-34.) [870
CirlnUT): Mltt d. Id». f. «tan. Ö. 91, Hi
*l^ennlnffkoff, A., * Urkk. f d.
Abtei St. Remi zu 8ena a. d. Jahren
83Ö-Ö53, (N. Archiv 27, 217-82.) [871
Gtanl, B., Dipl6me inädit de
Pöpin I. d'Aquitaine. (ßiblioth. de
r^cole des Charte» 62, 264f.) [872
Arbole de Jnbainrllle, d', Rap-
port Bur lea papiere d'Arth. Giry
concern, lea dipt6meB de Charles le
Chauve. (Comptea rendue de l'Acad.
dea inacriptionB 1900, 363-67.) [873
SebrSrs, H., Eine vermeintliche
Kondltrede d. Papetea Hadrian n.
Dubrnel, M,, Fnlrad, arcbichape-
lain dea premiere roie Carolingiena
et abbö de St.-DeniB-en-France. (Rev.
d'Alaace 62, 139-G2; S54-73; 617
-40. 63, 86-66.) [876
RobioBf, B., Le ^erre de! Franchi
contro i principi di Beuevento.
Napoli, atab. tip, Pesole, 130 S. [877
BIbal, Baletaibort Im Llppa-, Bubi- a.
DUBtl-aablaUD. unHaUvaga lNf.SM. \\m%
Sacknr, E., Ein rSm. M^estäta-
prozess n. d. Kaiserkrdnung KarlB d.
Gr. (Eist. Zt. 87, 386-406.) [878
TaoJel, La campa^e de Fontanet,
präa Auserre {26 juin 841). Paris,
Lavauxelle, 1900. 70 S. 1 fr. 60. [879
Vaaeu, M., NuhtrlgUahe« iiiiiii „Onuu-
triUgaa". (HU. d. Var. f. Ldkda. T. Nladar-
ouerr. SS, gi-fls.) Vgl. 1W1, ifls; [«so
Caro, Q., Abt Gozpert v. Rheiuau
u. Graf Goipert, «88- c. 910. (Anz. f
achweiz. G. 1901, 398-401.) [881
BltterUng, E., Die BefesticfuDg
auf d. HOneoknäppen b Dolberg.
(Mitt. d. Altert.-KouuuiBS. f Weatfd.
3, 37-51, Taf 3 n. 4) [882
'laitetJahnohTUI. IM». 1. BlbUngiaphia.
e) Innert Vtrhältniwe.
Brauner, H., Ueb. e. verschollenes
merowing. KOnigsgeBetz d. 7. Jahr-
hunderts. (Sitzongsberr. d. Berl.
Akad. 1901 , 922-66.) Sep. Berl.,
Reimer. 1 M, [888
Sepp, B., Entstehungateit d. Lex
Bajuwariomtu. (Altbaier, Monatsschr.
8, 86-43.) [864
CarO} U., Studien zu d. älteren
St. GaUar Urkunden. Die Grund-
beaitzverteilung in d. Nordostachireii
u. in d. angrenzenden alamanniBch.
Stammgebieteu zur Karolingerzeit.
Abschnitt I. (Jahrb. t. achweiier. Q.
26, 206-94.) Vgl,; Caro, Orond-
besitzverteilg. etc. Vortr. (Jahrbb. f.
NationalOkon. 76,474-96.) — Dera.,
Zur Grundbesitzverteilnng in d. Karo-
lingerzeit. (Dt Q-bU. 3, 66-76.) [886
Bondroitl A., De capacitate poa-
sidendi eccleBiae necnou de regio
pioprietatiB vel dispositioniB domi-
Bibliogr^ifai« Nr. 88«— »9.
nio in pAbimoiiio eccienasticn Mttte
Heroviiigic*,4«l-761 T.I.DiBB.jnTid. 8 fr
kist. Lovaaii. Tu Linthont. 1900 Mr*baal, D«
iqT, SM 3, |8»6 "*
Tonn. Pbjt«, IdUtMC.
Traabc, L,, Altert« Handachrift
d. AenigniKt» Boinfatü. (N. Anh. ST,
<18-14.j E. Dllmmler, Anhang
(Ebd. ajöf) [887
3. ZeU der »
Kaiser, 91»-1»S^
UaOait. ,....
Svpf, B., Zu ChroDologie d. erit«D
4 &3nUach. Srnoden d. 8. Jh. (Eist
Jahrb 22, 317-29.) [89j
PastUnrer, M^ Todesjahr d. hl.
Eorbiuüui. (Tea v. Nr. 694.1 [892
ScbrMer, Alfr., Der U. Ulrich □.
d. Bckhuin Wiborada. (Hut. Jfthrb.
88, 276-84.) [893
EaU, Der hl. Chrodeswig, Bischof
T. Uetz (T4S-66) in d. G. d. Psdago-
gik. (ICH. d. Gm. f. dt Emeh^.-
V. 8chnl-G. 11, 289-61.) [894
Bloch, H., Karoling. Bibliotheki-
Eataloc ADB Eloiter Horbach. (Aas:
„StrsAb. FesUchr. i. 46. Venommlg.
dt.Phüoli)geDete.")Stra«eb.,Trübiier.
S. 267-86. 1 M. [896
UUlMhcr, A., Die Terfuterfiage
im althochdt. Tatün. Tl. I. Potener
ProgT. 4*. 88 8. [896
s. d. Hnowliigaixalt, i. IML t»H. Bu.:
BML L AU«. Zt« 1*01, Xt. 110 Plpv B. Kl-
WUw(. -r. X. >bd. Kl. MI. [Wl
Schmitt, Fn. Jak., Die «bemal.
Sauet Salvator-Banlika in Fraukf. a.
U. (B«peTt. f. Ennrtw. 34, 861-
MO [898
BeisMl, St., Die FfalikapeUe
Earls d, Or. m Aachen n. ihre Ho-
faiken. (Stinimeii a. Maria-Laach 60,
186-63; 884-97.) [899
«oroin". lieipz. DiiB.1900. 88 8. [9O0
Galf , Ck., La famüle i l'äpoqae
'Mt^ovmg. Etatte faite priacipale-
nent d'apr^ lea räcita de Gr^goifB
Sacknr, E^ Die Quellen f. d ent
Ramenng Ottos I (Am: ^tr»Mb.
Festachr. i. 46. Venamnüff. dt. Philo-
I et«.") StraMb., TTübner. 8 249
60 Pf. [903
Jons, F., Rno%er n. d. AnfMiud
Lindolis T. Schwaben. Schweriner
ProgT 82 S. [904
P«rlback, K., Zn d. Utest. Lebaw-
b«schreibgu. d. heilig. AdaJbert. (N.
Archiv 87, 36-70.) VgL '99, 948. (906
DItIfrick, StnHftmsvB d. Schifft- ■.
Quallankdi. d. dt MltuUlun, ■. iml ms.
R« : ZI r O d. OhBIÜ. 14, 4tS-TS LMba«)
Bin Vl«r«UieliT *, UBt O. C. — Tri.;
K, Bnia4l IZt f. fl. d Obnrti. 17, IM-M) [SM
BrwsilaH, H., Beitrr. a. Kritik dt
Q.-Qnelleo d. 11. Jh. N. W. I: Ha-
mann V. Beicbenan d. d. Cfan»ican
Snevicnin tmiTereale. (N. Arcfair 87
186-76.) [»M
C«*chie, A., La Cfanmiqne de
Saint- Hnbert dite Cantatorinm, le
Uvre second des Uintcnla Saadi
Huberü et la 7iu Theoderid abbatü
AndaginenHia ; obaenmtiona nir rattri-
bution de ces trois oeamn ä Lambert
le Jenne, moine de Saint-Hnbeit.
(Compte rendu des aöancea de la
comm. Toy d'bist. de I'acad de Bdg
11, 61-144.) Vgl. 1901, »978. (906
Morel, Ch>, Obserrationa c
tiqnes et histor. , ä propos de qael-
ques chartes du 10. sikclB rabtt an
comte Turimbert. (Am. f. echwui.
G. 1901, 416-26.) [«11
Tandn-Uader«, L., A piopM
d'nne ehart« de Baldäric d'CireckL
(BnU. de l'Ac&d. roj. de Belfr 19M
37-53.) nii
BruBH, D» Cnrtli " Ml. •. 1901.
■Mt. BW : N A»U* »T, MSC ».'«. mu
Fr&nkisclie Zeit. — Zeit der Achnscbon, frBokiKlieii n. stuofiichen Kaiaer. *3&
Hsfenmerer, B,, EpisttÜAe et
chartae ad hiBtoriam primi belli
gacri ipeetauteB quae auperauut aevo
aeqaaleB ac Kenninae. Die EreuE-
lugsbnefe a. d J. 1089-1100. Eine
Quell enBammlg. e. G. d. I.Kreuzzngea.
MitErläutergn. hrsg. Iniidbr., Wagner.
I, «es S. 16 H. [eu
Müller, Ernst, Das Itinerar KaiseT
HeinrichB III. (108»- 105«) mit besond.
- Berücksichtignug sein. Urkunden.
(= Hft, 26 T. Nr 681.) Bert., Eberiog.
183 S. 3 M. 60. (Kap. 1 alt Berl. Diu.
ausgegeben. 66 S.) [91G
Laaer, La Hgat da Lonla IV. d'ODtta-
P."i'«. ■ ' [81«
IlaMiaeh^E.j Erzbischof Siegfried I.
V. Mainz als persönlicher u. polit.
Charakter. Bob locker Diaa. 62S. [917
TanderUiider«) L., Richilde et
Hennann de Hainaut. (Bull, de
l'Acad. roy. de Belg. '99, 661-76.) [918
QStiejA.. Die Scfawedenachanze
auf der Klinke bei Eiewend, Ereia
WeBthaveUand.(NachiT.üb.dt.Altert.-
Funde 12, 17-26.) [919
b) Staufisdu Zeit, 1125-1254.
HerrmAnn^ F., Erl&utergn. zu d.
ersten 9 Büchern d. d&nisch. 0. d.
Saio Gnunmaticue. Tl. I: Ueber-
Betzg. Hit 1 Kte. Lpz., Engelmann.
508 S, 7 M, [920
B«.: Dt. Lltt.-Zlg 1M>, «r. B Hiiuilar.
-B«. T. JiDti>B'i UabcrHUg. (• 1»1,
That«lier, o'. J., Zu Otto v. Prei-
Bing. Geata Fridenoi U, 66. (Hitt.
d. üiBt, f. ÖBterr. G. 82, 669-61) [9E1
Meister, k.. Die Fragmente der
Libri Vlil Miraculonun deB Caesariua
T. Heiaterbach. (IWm. Quartals chrift.
Snppl.-Hft. 13.) Freibure, Herder.
xuij, 281 S. 7 M. — H. Hfifer, Re-
rBten üb. Caeaar.v. HeiBterb. (Rhein,
bll. 5, 341-51.) [BSS
Egidl. F., I>e croniohe di Titerbo
Bcritte da fratre Francesco d' Andrea.
(Ärch. d. Societä Romana di atoria
patria 24, 197-862.) |9S3
Scheffer-Bolckortt, F.> ürknnden
u. FoTBCbgn. zu d. Etageaten d. rtBuf.
Periode (B. '99, 916), a. Folge. (N.
Archiv 27, 71-IU.) [924
Qttt«rbMk, F., Deb. Eaiaemrknn-
. den d. Jahres 1176. (Ebd.245-50.) [9S5
Brctktli, B. , H«:r>ii at Moaru Zu
Kritik d. goidan BsUa Kanis Frladiiihi I[.
for MUiraD 1, J. ms, i. IMl, IRM. (Anoh
I 1b: Zt. i. VtT. f. O. Uthnni s. Botalaiiaai t,
VH-tO.) [HS
Kehr, P., [KaiBemrkk. 1216-1886:]
Ans d. Archiv d. Fürsten Colotma.
(ROm. QuarUlflchr. 15, 176-88.) [927
LIpalflarlBMi hng. t. Alihof, i. 1901,
mi. Bai.: Dt. Lllt-Ztg. IKIl, Mr. IB Darp*:
Au. I. dL AJtsrt. 17, Ml-46 Slnokai. [>1S
Jaab-ow, J. u. G. Winter, Dt. G.
im Zeitalter d. Hohenataufen (a. 1901
3003). Lfg, 16 (— Lfg. 146 T. Nr.
689) Bd.n,e45-646;iTjS. 1 H. [929
Uaflipe, K., Aua d. Kindheit Euaer
Friedriche n. (Mitt. d. Inst. f. Osterr.
G. 22, 676-99.) [930
Krabbo, H., Besetzung d. dt.
BtBtümer unter d. Regierg. Kalter
Friedricha H. (1212-1260). Tl. I.
als Berl. Diss.) [S31
Hotta. E., Fedetico Barbarossa in
Talle dl Blenio. (Boll. stör, della
Sviziera ital. 1901, S6 ff.) [938
A14lat«r, RaubaHUg. d. dt, Blitamai
DDlar Papil Innoosni IT., tSU-Si, L ItOl,
MI. B«i.: D(. Ltn.-Zlg. 1901, Ni. 11
Hampa. [SM
Fonter, 6., HL B41a magjar
kiräJ; emläkezete (Ged&chtn. d.
ongar. KOuigB Bfla Ul,). Budapeet,
Homytuitk;. 1900. 4*. 368 S. [934
■901. Vi. i/» ChUd«.
SüTlTler, Ck., La commune d«
Toumai de 1187 i. 1211. (Bull, d»
l'Acad. r. de Belg. 1901, 247-96.) [936
Heine, M., Kourad, Edler v. Q^er-
fürt, d. 14, Erzhiachof V. Magdeb. 1184
-42. (MantfelderBll. 16, 1-28.) [jlSS
FatHOw, N., Okkupation n. Ko-
loniaierg. d, Barnim, (ForBchgn. z^
brandb. u. .preusB. 0. 14, 1-48.) [93T
e} Innere VerhäUmtte.
Zeomer, X.^ Der begrabene Sohata
im Sachaeöiapiegel I, 86. (Mitt. d.
Inat. f, »ateiT. G. 2S, 420-48.) [938
Bloch. H., Zum erat«n Straatborger
Stadtreeht. (Zt f G. d. Oberrh. 16,
401-06.) Vgl. 1900, 3976. [SM
4. sl
• Sil
liii f ?■ i1 niiifuMMliMiL il r TTT
X- Arc^iT 27. 237-44. >4>
SiemM T J iJ». Aät f
O l>¥i. ^1-43 »4«
9tkmhej Wük^ Die GFondizm^ <i
-*7. V|rL 1»1, 10J2, >47
T«ift, LG^ Der llisioKTer^Q^^
Adalberti t Pn^ S<p a.: Ah-
wetL«. Monatudtr. 38. 317 C
K^iii|^b,BeTer.^l3^KtelM60 '^^4«
Gcrmdfe i. UQl. SKI. Mm. : S Arekrr ST.
MirhAeL. E^ Gre^r Vn^ d Tater
d. BibelTertwCs? Zt. £ kath. TbeoL
25, 74^-40.; [y»öO
BnüsiB^y n. T., Zur Frage d.
Seligsprecfamig Bischof Bernhards
zur Lippe, i Sitzmigvberr. d. Ges. £
G. etc. d. OiiMeproTiiizen Bas&lands
liK». 147-53. [951
L#i^. P. de. De rita et scrrptis
AlberU Magni d. 190t, 3020 Pars
altera. ^AnalecU BoUand. 20, 273
-316 ; — £• MichAely Albert d. Gr
(Zt. f. kath. TheoL 25, 37-^; 181
-208.; — Der«., Albert d. Gr. als
Mjttiker. Thd. 735-38.) — Der 3.,
Zar G. d. Mjstikeriii Mechthüd t.
Magdeb. (Ebd. 177-80} [952
WiBieriu L., Die ersten Anfänge
d. Bened.-Stifte8 Braimaa in Böhmen.
(Stodien etc. a. d. Bened.> n. Cist-
Orden 22, 320-34; 525-33.) [953
Fastlimger, M», MünchenB kirchL
Anfänge. O'eil ▼. Nr. 694.) [954
8eefrie4. J. X., Graf Berthold t.
Borgeck, der Mitetifler d. Benedik-
Zmt GrvBdsagd.
J^'HMtrr*f\os6ia n S<zmJbnd. (Mo-
Ft^ £ W!^m^ G 190U liSLi [958
., Zsr G. dL BMnA
T Bk«fiba. 114»-11€9. (Zt
£ G «cir ScfeaewBi X5,3.&3^7. [959
Kdlr« J.« üeiy. e. im
d- ^ouxncbcB
SUBBgsberr. d.
Akad. 143. Xr. 15.) Wies,
12 S » P£ [960
J« A^ ¥iaf jiotd T. Lauten-
e B«zsr l Pldk»o>pliie-G. d.
11 Jt m$C-polir BQ. 127, 389-401;
[961
r, P^ r^Bamrvi». SchriheB
d. Hild«cani T Bi^ea. Berün^GTmn.-
Prt«r 4V 24 S ' [962
fmmmtrjm P. «t derrml, Une cor-
re^pondaace d'ecolatres dn 11. riede.
Notices et extrmitf des mannacrits
de la BibL Nat. 36, 487-^43.? [963
-JS WilmMM. — Dcrs^ Di»
•teC«. «^ U«l- 1«2^ K«s.: Zt. t dt. PkOoL
BlkriBgy Das Kürenberg -Lieder-
buch nach d. gegenvärL Stande d.
Forschg. 5- 19»>1, 10i6 . Tl. IL Progr.
Arnstadt. 4» 27 S. [965
BviAark. Wmishfer t d. Togal «tihK ^
IMU t<(^ Bcl: BctL L AH«. Zt«. im,
Xr. 2< O BreaMT; Hist. TMrt«l|^Giw. 4,
1411 Hmr. Leo; Hxss. Jakz^ 23, «ftS Dta-
««ckur — W. WUMiaa«. Z« ^TaMbv !^ S&
(Zt. 1 ix. Altert. 45>. 42.-^> «. £xk«n ▼. S4v
Sckröd«r «Ebd. 4S^ti. — BA«. Sdaiiir,
Waltkn 12. 2»N .;Ebd. 4»L/ [M(
Syd^w« M., Borkjut t. lELcheMs
n. seine Lieder. BerL, Majer ä M.
70 S. 2 M. 40. ,40 S. ezsch. ab Berl.
Dis«-) [967
SekMidt« E«« Tannhäoser in Sftge
o. Dichtg. Schmidt, Charakteziatiken
2. 24-50. [968
BetkABy« *•> I>«r ,JLrchipo«t»"
Nikolaus Primas o. Walter Mapes;
e. Beitr. z. mittelalterL Litlerat-G.
S&clu., Milk. n. itanf. EuBeneit. — VomlntemgaiuiibiflsnrBsfbnDftiioii. *37
d. KiederrheiiiB. (Honatasclir. d.
ber^Bch, G,-Ver. 8, 168-67.) [969
Proehnow, 0., Hittelliochdt. Sjl-
vesterlegeiideii a. ihre Quellen. (Zt.
f. dt, FhUol. 88, 145-212.) [970
SehSnbach. A. E., Mitt. a. altdt.
Handschrr. Vll: Die Legende vom
Engel D. Waldbruder. (SitznngsberT.
d. Wienet Akad. 1*8, Nr. XH.) Wien,
Gerold. 63 S. 1 M. 40. [971
HMtk, Q. I
B».: Litt. Cbl. IWI, Ni. U
H. B. [Sil
Frkiick, K, , Eine Fr&nkische
Bildhauerecbule vor dem Eindrin^ii
d. Ootik. (Zt- f. bild. Eanst 18. 2Ö9
-64) — W. Tftge, Deb. d. Bamberger
Domsbulpturen. (Bepert. f. Eunstw.
24, 196-229; 266-89.) [973
i^cbniltt, Fn. Jak.j Die erz-
biechOfl. Metropolitan Suche Sauet
BupertDB u. VirgiliaB zu Salzburg in
roman. Zeit. (Repert. f. Kunstwiaa.
24, 103-14; 331-38.) [974
KlutU n B*!»!«, Dl* PfanklKti> St
Poter u. Piul ID Balcbai>»-Nliid>riaU u. ihn
'Wmndgemklds 1. Nr. bt». i91tM
Btbalt, F. T., TipliohH d. sToti. Haidal-
b«rg. Ll*d>rbuid>ciluiri a. Tsrwudtit Huid-
Ktarr. DKh Wort a. BUd, >. IMO, lOlfi.
(OOlUng.. TsDdnlioMik A R. 11« B. aM.lO.}
Bei.: Dt Lltt.-Z(g. 1901, Ml. W T. 0«h«l-
Darrer-R., Die Maler- u.Sohreiber-
Bchnle V. Engelberg. (Anz. f. Bchweiz.
Altertkde. 3, 42-56; 182-76; Taf.
9-11.) [976
4, Vom Inten-effnum bia xur
R^M-maUon, 12S4-1S17.
Ottokars. (Carinthial, 91, 161 f.) [977
Bei : Hill. VliilsIJ.iilht. 1, MI f. HuapL [978
BegiBtreB, Lea, d'Urbain IV
(1261-64). Kecueil des bnllea de ce
pape p. p. J. Guirand (a. 1901,
8047). Faac. 5. (Biblioth. dea ^coles
d' Äthanes et de Rome. 2- Mr., XBI,
6.) T. m, S. 1-128. 9 fr 60. [980
Begtstres, Leg, de Martin IT
(1281-B5); recaeil des bnlles de ce
pape, publ. ou analja^ea d'apr. lee
mss, OTginani dea archivea du Vatican
Faac. 1. (Bibl. 2. S^r., T. XVI, 1.)
Paris, i'ontemoine. 4'. 112 S. 8 fr.
40. [981
Otto, H., Zu d. Urkk. ab. d. Ab-
aetzg. Adolfs v. Nassau. (Bist.
Viettelj.Bchr. 4. 607-11.) Vgl. 1901,
1049. ^^__^ [^^*
Holler, S., Het oude register van
graaf Florens. (Bijdragea etc. v.
het. bist, geuootach. te Utrecht 22,
90-SG7.) [S83
Leldlnger, Q,, Bruchstflck e. dt.
Gedichtes üb. d. Fehde d. HenosB
Bndolf I. T. Baiem mit Bisch. WoV-
hard v. Augsburg 1296. (Poracbgn.
z. G. Baiems 9, 159 ff.) [9U
Dopsek, A., Ein Veneichuis d.
Beeitzea d. Herzoge v. E&mten in
Erain a. d. Mark t. 1311. (Hitt d.
Inat. f. österr. G. 22, 455-62.) [985
HBttner, F., Lehenbocb d. Würs-
burger Bischofs Gottfried III. t.
Hobenlohe, 1317-1322 (s. 1901, 8056).
Namen- u. Ortregiater. (Forschgn. e.
Q. Baiema 9, 268-88.) [986
SchBii, Th., Gräfin Gertrud (Anna)
V, Hohenberg, d. erste dt. EOnigin
a. d. Hanse Zollem. (Mitt. d. Ter.
f. G. etc. T. Hobenzollem 84, 1-B9,
Stammtaf.) [987
araebner, F., BOhm. Politik t.
Tode Ottokara n, bis x. Aussterben der
Premjsliden. Tl. I: Rudolf v. Habsb.
eegen Otto v Brandenburg. DisB.
Berl, Ehering. 86 3. 1 H. 30. [988
ItafMh, Bit Klmtin-KiKlBU Frag« n. d.
TanKoililpolitlk d. mten HftbibiirBn, ■.
IMI, 1M7. Entgsgu. T. Dopioli mat i. B«.
Buhmuuu BDlt Astv. B.i: Hl*l. Tlsrtelj.-
•ehr. 4, nS-M. [SaS
Benter , Erich , Der Feldzug
Rudolfs I. V. Habsburg geg. Borgund
1189 im Zosammenhiuige mit «ein.
Vor-G. n. d. Politik zwiach, DUd. u.
Fnmkr. HaUenser Diss- 86 8. [990
Vopgchf A,, Eüu antihabsburg.
FOrstenbond i. J. 139S. (Mitt. d.
Inst. f. österr. G. 32, 600 ff) [991
Lanrln, ff.f Rudolf v. Habsbnrg
Q- d. Wettiner. (Wiss. Beil. d. Lpz.
Ztg. 1901, Nr. 68.) [993
Waick, Pmu. Wartnugni sin t. dt.
XOnlgikTon* lu Z«lt PhUipp* d. fislianai
D.CI<muiT.,i.lW)l,«)U. T«l.:J.BehwalB
(B. atoUt n, Mit.). t*»
Die Be-
im <L
Kaaila <L Papctei Jobau XTR
(ffiit J^iah ». 129U37. :»»7
üeber^^uiife d. ILick Bca»denlKzr^
M d. Hans WitteUltffc Tondi^n.
L Imadenb. o. pmus. G. 14. ±i&4
-47.' [^»ö
T«^, E«. Enbiiaiof B«ldiiiB t.
Tner o. d. Fiage d. ThroDeBtagimg
Kjüser Lodvigi d. Büeni, 1332-^4.
GittMiier Dim. 50 S. [^^
HeUcsecker^ J^ Studien z. Reich*-
n. Kirchenpolitik d. Würxburgcr
HodutifU in d. Zeiten EMuer Lod-
wigi d. Bnieni, 133S-47. Wüizb.
Dise. Augsburg. Rieger. ^^ S.
1 IL 50. [1000
WUbelB, Fn^ Zur Enrerbg. Ti-
rols durch d. Hnbsborger (Mitt. d.
Inst f. österr. G. tt, 4^2-66.) [1001
Mrr« Die Stndt Heilbnmn im
päpctliciL Bnmi n. ihre Lofl^recbong
1S50. (Berieht d. bist. Ter. Heil-
bronn 6, 19-35.) [1002
Mnere d' Aertryeke^M^AeySiippl^m.
eoncem. les cnmpagnes flnmiuides
de 1302, 1304 etc. Gand, Süfer. 16 S.
§0 cU. VgL 1901, 3069. — G. 0e«
Mareiy Ln ngnifiention histor. de In
bntaOle de Coortrai, 11 jnillet 1302.
Sev. de Bel^. 32, 77-92.) Sep. Bnix.,
eiBBenbrnch. 50 cts. — T. Fris,
Les Flnmands a la bataille de Cour-
trai. rBolL de la Soc. dliist et
^arcU. de Gand 8, 339-74.) [1003
BertheMi) Raiabritterfehden q.
Landfriedensbündniaseim 13. n. 14 Jh.
r^ch d. Ver. f. G. d. Hzgts. Laaenb.
VI, 3, 75-115.) [1004
Zahn, W., Kaiser Karl lY. in
M^l#7 ) [lOOi
•9 ■ ■•■■■-■>
- hnjg. ▼. G. Tobler
€.'9ä>.975. Bd. IL 4dl S. CJL flOlO
■•Mer-Egg«r. •., Ans EiAuta
Handsrhrr.: Stnc^ ab. d. fikmnd t
I .7
i
L J. 1471. ^X. AiciiiT 27,
177-203 £1011
^ SIeüiy Bcrtt., l>emsnpkMo ioam
äleäae et ciTitntis legie Ymtifl-
LsTiensis: hng. t. H. M nrkg^raf
=^yr. 195.) Breslna, WoUfiibit.
4*. lOd S. 4M. [1012
Basehi, Ji^ 5 ürkk. x. G. d. Biga-
schoi Doinka{Htels wlüir. d. Archie-
piseopatB d. Jobs. t. Wnllemode.
j^itzuigfberr. d. Ges. £ G. d. Osi-
inzeii Riwalnndn 19M, 167
-76., [1013
Arten betr. G^ze en Zatphen,
1400-1404; uit bet stantnrcluef te
Dnsseldorp, register R Ho. 25, nitg.
door P.N.TanDoorninck. Haariffm,
TanBrederode. 146 S. 4fl. 50. [1014
JeddlB, F.. FnedcMTwtiM svM. A
Onf«s ▼ Wmdemhtw «- ^ 1%*!«^
Kngadni m. OberkalWleiB ^afa Yi
S^saa^ Cbmr, ». OkL 14S7. (Aas. f.
6. 1901, SM-L) nUi
ürkuiden d. Oberianaüaer Hos-
sitenkrieges o. d. gleichseiftw d.
Sechslande angehenden FebdeB^hng.
T. R. Jecht (s. 1901, 1070). II, 2:
1431 o. 1432. (=-Nr. 235.) 8. 194
-368. 4 M. [1016
Fris, T., Oorkonden botnJi. d.
opetand ran Gent tegen Philipe den
Goede, 1450-53. (Annales detm Soc.
dllist. et d*arch6oL de Gaad 4^ 6b
Vom Interregnum bis snz Unfonnatinn
-148.) Vgl: Ebd. S, 160—80. —
DerB., Onderzoek der Bronnen van
den opatand. (BuU. de la Soc. 8,
212-44.) 1^1017
Lesart. X., Un document mäd.
concerD. la diplomatie de Louia XI.
ä propoB de la neutralit^ de Tournai,
1 478-79. (Biblioth. de l'^cole des
chartea 8S, 15-34.) [1016
Bnndesbrier, Der Baeler, v. 9. Tl.
1501 mit anderen zngehSrigeD Äuf-
leichugn. Basel, Reich. 4*. S6 S.,
Taf, 1 M- 20. [1019
HoppCler, B., Sali«- KulmlUui I. mkimt
Uabarlhgsn vegan d. Hiütiuig <L t ■IdganOii.
Ot» Uri, Scbwls n. ÜDUrwitld«! In d. StnIU
iwiich. Hag. Ulrlob T. WoitomlHrg u. d.
MeraabuTB D. d. Doifs Atnodorf mlHbalilan,
n. Okt. IUI (N. Mltt >. d. Gab. Uit.-utlq.
FonaHBiL II, M-M.) ClOtl
Joachim, J., Die „Mahnung d.
Christenheit wider die Türken" a. d.
Ende v. 1454. (Sammlung biblio-
thekawisB. Arbeiten, hrag. v. Diiatiko
14, 87-102.) [1022
Kambaldt, P. L., Stefano m, dnca
di Baviera, al Berrizio della Lega
contro Oian GaleAizo Visconti, Ingüo-
agosto 1390; nuove oaserraziom an
dociunenti iued. (Arch. ator. lomb. 28,
286-326.) [loaa
Emlsch, H., Die Dohnaache Fehde.
(N. Arch. f. aächs. 0.22, 226-90.) [1024
Goeller, E., KOnig Bigmunda
Eircbenpolitik 1404-1410. Preiburg.
DiBB. 120 S. [1026
PaBirlcb, DI« nrkandsnftlKliBii d.lMohi-
kaularm Kupii SoliUiik, 1. 1901, MWi. (BrH-
Uiiar 1^1 ) [lOM
Bess, B., Das BOndnia v, Canter-
burj 1416. (Mitt. d. lost. f. Öateir.
G.forachg. 22, 639-68.) [1027
Binder, F. S., Die Hegemonie d.
Prager im HuBitenkriege. Tl. I.
(>^Nr. 63S.) Prag, Bohli6ak & S.
168 3. 2 H. [1023
Hoffmann, Alfred, Friedriche Ol.
(IV.) Beziehgn. zu Ungarn 14S4-77
(a. 1901, 1082). TL H: 1470-74. Glo-
gauer Progr. 20 8. [1039
Xronea, F. t., Beitrr. z. O. d.
Baomkircherfehde 1469-1470 u, ihrer
Nachwehen. (Sep, a, ; Arch. f, Oatur.
I G. LXXXH, 2.) Wien. Gerold. 80 S.
! 1 M. 80. Vgl, 1901, 8077. [1030
Bachnuuin, A., Nochmals d. Wahl
Maiimilian« I znm dt. König. (Hiat.
I Viertelj.achr. 4, 463-80.) ~ Vgl. d.
Erklärg.üImaiiDBa.Erwiderg.Bacb-
manuB. (Ebd. 6, 169 f.) [1081
Borckhnrdt, P., BaBela Eintritt
in d. Schweizerbnod 1501 ; Festschr.
z. Bimdeafeier 1901. Hrag. v. d.
KommiaB. z. Neujahrsblatt. Basel,
Reich. 46''S., Taf. 80 Pf, Vgl. 1801,
8108. [1038
Dnncker, L.. Fürst Rudolf d.
Tapfere v. Anhalt □. der Krieg geg.
Hersog Karl t. Geldern, 1507-0.
(Sep. a.: Mitt. d. Ver, f. anhält fl.
9, 97-182.) Gatting. Disa. 8« S. [1083 .
Barekhsrdt, A., Der Anfstands-
verauch d. Brüder Peter u. Hana
Bischoff 1482, nebat Mitt üb. d.
Tumult V. 1402, Bowie Notizen z.
Geneal. d. Familie BischofF im 14.
□. 16. Jh. (Beitrr. z. vateri. O. Baaela
6, 401-584.) [1034
Wcl», Tk. , Bulaligs. d. EKadI Dänin-
tl90 [Bnch. all Hflnnhnn. Slii.) [loüf
Hegel, K. t., Niklaa Muffels Leben
u. Ende. (Mitt, d. Ver. f. Q, d, St.
Nürnberg 14, 227-38.) [1036
UffMinet, A., Tonmai et l'occapa-
tion anglaise. Contribution k l'^tud»
du 16. sifecle. Tonmai, Castenunn.
170 S, [I08Z
Bu.: BlbL da Ptoola das oku«M «1, MI
Ver. Planen 14, LTig-wtivuj,)
NeoBiMin, F., Studien i. Leben
n. Wirken d. Grafen Eitelftiti y.
Zollem, 1463-1612. Qreifswald. DiwL
90 S. [lOSB
Wagner. F., Surfürst Johann t.
Brandeob. kein Cicero, (Forechgn. ■.
brandb.u,preuas.Q,U,46-68.) [104*
WegeMT, W. A., Ein Streit d.
3ta^ Eberswalde mit d. Hrzg. t.
Pommern, (Brandenburgia 8, 256
-67,) — H. Schmidt,, Znm ÜeberfaU
1. Beelitz, (Ebd. 241-49,) [lOa
Pjl, Th., Die hiator. BUmI im
Leben Heinr, Bnbenowa. (Pomm.
Jafarbb. 2, 91-107,) [1042
•40
BiVtiofrmplDe Kr. 104»— lOtl.
t)
•) V
[IMI
K^^kae, €., Zur Mgen. Reforma-
tion Kaiser Si^mondf. iX. ArchiT27,
251-63) Vgl. '», «8t4 und '95,
2984. [1043
Ka^scki, A., Dm Finanzwesen d.
Dt. Reiches nnter Kaiser Sigmund.
(Jahrbb. f. Nationalökon. 76. 146
[1044
ZI
V
FT):
-67
Bes. T. 190S, lUS (KvcÜMk,
Dt. lUiebM «ater Kaimt Kat
86, S«0 A. W.
Kaiser, H*^ König Sigmunds Ein-
künfte ans dem Zehnten d. Bistums
Strassbnrg. (Mitt. d. bad. hist Kom-
miss. 23 o. 24, S. 83ff.) [1046
, T., LAa4««fftm. B«kArd«s
StSiftd« d. Hagts. Stcicr 1S8S-1411 «^ 1991,
1107 lUs. : Mitt. d. last. 1 ö«t«rr. Oibnchg
St, 6SS-71 Dopwb; HlM. Zt. SS» tllf. t Be-
low [104€
Raab, €• t», Ans e. Amtsrech-
nongsbache d. Landes zu Planen,
1438-1439. (Mitt. d. Altert.-Yer. zu
Planen 14, j-xxrr.) [1047
Käser, K.. Znr polit n. sozial. Bewe-
ffong im dt. Bürgertum d. 15. o. 16 Jh.
(Dt. G.bll. 3, 1-18; 49-60) [1048
Bm. ▼. 1901, S181 (Kftser): MOhlhSiiMr
G.bU. 1, 104-S StolM.
Diehl, A., Zur Verf.- o. Finanz-G.
d. Reichsstadt Esslingen im 13. n.
14. Jh. (Württ. Jahrbb. f. SUtist. n.
Ldkde. 1900, I, 41-96.) [1049
Hnber^ F., Der Haashalt d. Stadt
Hildesheim am Ende d. 14. n. in d.
1. Hälfte d. 15. Jh. (Volkswirtschaftl.
n. wirtschaftsgeschichtL Abhdlgn.,
hrsg. V. W. Stieda. Hft. 1.) Lpz.,
Jäh & Seh. 148 S. 3 M. (Auch im
gleich, umfange als Leipz. Diss. aus-
gegeben !) [1050
Bejer^ 0«, Schuldenwesen d. Stadt
Breslau im 14. u. 15. Jh. mit besond.
Berücksichtigung d. Verschuldung
durch Rentenverkauf. (Zt. d. Ver.
f. G. Schlesiens 85, 68-143.) Vgl.
1901, 1119. [1051
Herger, K«, Amtsrecess d. Klippen-
macher d. Städte Lübeck, Rostock
u. Wismar v. J. 1486. (Hans. G.bll.
1900, 153-65^ [1052
Krause. 0. u. K. Kunze • Die
älter. Zunfturkk. d. Stadt Greifswald
t
(a 1901, illCV Teil IL
sehe Jahrbb 2^ 10»-169.)
Mettig, C, Die
derLosIrikger^deiBRi^m. (Hitwmgi
berr d. Gem. f. G. etc. d. Ortses-
proTinzen Rosalaiida 1900, 129-
35 > [1054
Des Mares, Q^ La lettre de fbire
k Ypres an 13. si^de; contiibotioiis
k 1 etode des papiers de cr6dit
(M^moires cooronn. LX, 6.) B^nx.,
Hajez. 292 S. 5 fr. [1066
B«1L 4« VMuBmA. wvj. d» B«l#. ISM^
1S1-4S PiTMM a Lammt»; Mitt. d. ImtL L
tmtmrr G. IS, IS^SS AJoj« Schalt«; Ber. Urt.
MekriBg, G., 2 üiUc. s. G. d.
Haller Münzstute, Des. 1S08. (Württb.
Vierteljhfie. 10, 462-64.) [1056
■•llw«. Dm H*BdlMic«b«fek ▼. Hara.
«L Jok. Witt«Bborc, s. 1901, ieS6¥ Bm:
Dt. Litl-Zt« IMl, Nr. S» KiRmkaim; Hsm.
GbO. 1900, 187-S06 KoppMABm; Mitt. a. d. hUL
Litt. 90, €7-70 KoakM. [1«T
Hlbler, K., Das ZoUbach der
Deutschen in Barcelona (1425-1440)
u. d. dt Handel mit Katalonien bis
z. Ausgange d. 16. Jahrh. (Württb.
Vierteljhfte. 10, 11 1-60; 331-63.) [105S
Abs defli Hamsbmch e. Nürnberger
Kaufherrn im 15. Jh. (Beil. s. AUg.
Ztg. 1901, Nr. 101.) [1059
iJesselbaeky Tk., Grundlage n.
Bestandteile d. ältest. hambnig.
Schiffinechts; e. Beitr. s. G. d. norddl
Seehandels u. Seerechts. (Hans. G.bU.
1900, 47-93.) — F. Brusy Norweger
u. Deutsche zu Ayignon. (Ebd. 142
-52.) — 0. T. d. Mopp, Zor G. d.
Alaunhandels im 15. Jh. (Ebd. 117
-36.) [1060
Bs«aberfer,B«'rOlk«miigs- ii TtianfiMi
•tatittik in d. Stadt u. LaBdaehafl Frafbof
(im üeebtUnd) an d. Mitte d. IS. Jli , ■. 190a
9071. Bm.: Mitt. a. d. hist. Utt. M, 109-45
Ko«hae; Jahrb. f. Oaaetageb^. 95, 114S^1
Hoenigar; Hist. Vierta^.schr. 4, 419 -IS
Doren. — G. H. Schmidt , Dia BaTOlkarg t.
Barn (TgL 1901, 1117) o. Freibarg L Ua. im IS.
Jh. (Zt. f. d. gesamte Staatawias. S^in-«!.) [lOn
Mating-SaniHler, A., Eine Bflig-
schaft d. Stadt Chemnitz. (Mitt. d.
Ver. f. Chemnitz. G. 11, 123-29.) [1062
Hoffmann, M.^ Ausgaben e. Lü-
becker Gesandtschaft (1416 Kopoi-
hagen). (Zt, d. Ver. f. lübeck. G. 8,
261-69.) [1063
StftUn, P. T., Zur G. d. Poeten
in Württemberg. (Württb. Viertey.-
hfte. 10, 200.) [1064
Vom Interregnum bis zur Reformation.
*4I
Renter, Chr., Zur G. d. Stral-
Bunder Schiflfbanes. (Pommersche
Jahrbb. 2, 166-78.) [1066
Niessen. P. Tan, Der ,,Markgrafen-
weg"*, d. alte Heerstrasse nach Preus-
sen. (Forschgn. z. brandb. u. preuss.
G. 14, 259-63.) [1066
Lippert, J«, Bürgerl. Landbesitz
im 14. Jh. Znr Ständefirage jener
Zeit. (Mitt. d. Ver. f. G. d. Dt. in
Böhmen 40, 1-60; 169-212.) [1067
Wintterlin, Die ElosterBlanbenren-
schen Bauerngüter [Rechtsverhält-
nisse !] am Ende d. Mittelalters nebst
e. Weistum üb. d. Klosters Maierhof
zu Laichingen v. J. 1373. (Württb.
Viertelj.hfte. 10, 319-28.) [1068
Jaksch. A. t.^ Das Recht d. Stadt
Friesach m Kärnten v. J. 1339. (Mitt.
d. Inst. f. österr G. 22, 661-64.) h069
Hoppeler 9 H«, Beitrr. z. G. d.
Stadtrechtes v. Bülach. (Anz. f.
Schweiz. G. 1901, 410f.) [1070
Merkel, J«, Quellen d. Nürnberger
Stadtrechts. (Festgabe d. Götting.
Jur. Fak. f. Regelsberger 67-149.) [1071
Greiser , Dm ältere Becht d. Beichsstodt
Rottweil, 1. 1901, 1181. Bes.: Hiat. YiertelJ.-
aolir. 4, lS9f. Bietaohel; Mitt. a. d. bist.
Litt. 29, 206-8 Koehne; Litt. Cbl. 1901, Nr. 85
O.; Zt. f. G. d. Oberrh. 16,760-63 Hie; Zt. d.
SaTigny-Stiftg. f. Bechta-G. 82, Germ. Abtlg.,
48S-S6 Brück. [1072
Dozy, Ch. M*9 Het zeerecht van
Edam. (Verslagen en meded. d. ver-
eeniging tot uitg. d. bronnen van het
oude vaderl. recht 4, 339-64.) [1078
Slegl , K. , Daa Acbtbach des Egerer
Schöffengerichtes a. d. Zeit t. 1810-18i)0.
Prag, Calve. 111 S., Taf. 2 M. 40. Vgl. 1901,
8188; Mitt. d. Inst. f. österr. G. 28, 198 f. Bret-
bolz. [1074
Jecht^ R.^ Der älteste liber voca-
cionum d. Stadt Görlitz. (N. lausitz.
jaz. 77, 1-26.) [1076
Mating- Sammler 9 A*^ Erbrechtl.
Ratswillküren v. Chemnitz. (Mitt. d.
Ver. f. Chemnitz. G. 11, 90-101.) [1076
FrlSy T., Note sor nn cas d'inoapacit^ de
■uccession des enfants f6minins. (Compte
rendu des s6anoes de la conun. roy. dMiist.
de l'aoad. roy. de Belgique 11, 889-92.) [1077
ß) Beligion und Kirche.
Chronik d. Strassburger Franzis-
kaner Provinz ; mitg. v. L. Lemmens.
(Rom. Quartalschr. 14, 233-66.) [1078
Liedtke, Urkk. üb. kirchl. Orte u.
Geistliche in Masuren aus d. Zeit
vor d. Reformation. (Mitt. d. litteran
Ges. Masovia 6, 68-96.) [107»
Sommerfeldty O.« Zu Matthäus
de Cracovias kanzelreonerischenSchrr.
(Zt. f. Kirch.-G. 22, 464-84.) j;i08a
Ringholz, 0., Itinerarium Einsid-
lense. (Anz. f. Schweiz. G. 1900,
343-46.) [1081
Fredericq, P«, Les comptes dea
indulffences en 1488 et en 1617/19
dans le dioc^se d'Utrecht. (Sep. a. r
M^moires couronn. LIX.) Brux.^
Hayez. 80 S. [1082
Bruiningk, H« t.^ Das Missal d.
Rigaschen Stadtbibliothek v. J. 1600.
^itzungsberr. d. Ges. f. G. etc. d.
Ostseeprovinzen Russlands 1900, 43
-66.) [1088
■iekMl, Kaltnrsustände d. dt. Yolkea
währ. d. 18. Jh. Buch 2: BeligiOs-sittl. Zu-
stände etc., B. ItOl, 8149. Bes.: Hist. Jahrb.
22, »62-74 Kempf (trI. ebd. S. 607 Erklärg.
Y. Pastor). — Slehael, Krit. n. Antikrit. in
Sachen meiner G. d. dt. Volkes. Hft. 2: Der
Besensent im Hist. Jahrb. d. GOrres - Oes.
Freib., Herder. 54 8. 80 Pf. [1084
Fischer, W», Earche, Staat u.
Gesellschaft am Ausgange d. Mittel-
alters. (Sammlg. gemeinverständl.
wiss. Vortrr. N. F. Hfl. 867.) Ham-
burg, Verlagsanst. u. Dr. 62 S.
90 Pf. [1085
PanlnSy C, Welt- u. Ordensklerua
beim Ausgange d. 18. Jh. im Kampf»
um d. Pfarr-Rechte. Gtötting. Diss.
1900, 86 S. [1086
Reichert, B« M«, Zur G. a. dt.
Dominikaner am Ausgange d. 14. Jh.
(s. 1901, 1182). Forts. (Rom. Quar-
talschr. 16, 124-62.) [1087
SaleaMer, Le grande sohisme d'Ocoidenty
B. 1901, 11S4. Bes.: Biblioth. de ]'6oole de«
ohartes 61, 620-22 Yalois; Hist. Jahrb. 22,
181 f. M. J.; Hist. Zt. 88, 81-84 Haller; Ber.
intern, de thtoL 9, 219-26 £. M. [1088
Flade^ Dt. Inquisitionsverfahren
um 1400. (Zt. f. Kirch.-G. 22, 282
-68.) [1089
Paulos 9 N«9 Bonifacius IX. u. d.
Ablass V. Schuld u. Strafe. (Zt. f.
kath. Theol. 26, 388-48.) — Ders.^
Aufhebung der Ablässe im Jubel-
jahre. rE^d. 882-84.) — B/ Hof-
mann 9 Der Geburtsort d. iiblass-
Predigers Joh. Tetzel. (Wiss. BeiL
d. Leipz. Ztg. 1901, Nr. 76.) [1090
Mirbach-HarlL E. Graf t^ Beitrr.
z. Personal-G. d. dt. Ordens. Il: Bailei
Böhmen-Mähren (s. '97,2811). Schluss.
'42
Bibliographie Kr. 1091— 113S.
(Jfthrb. d. hermld. Ge«. .Jldlei^ 11.
10^-46.) [10^1
Hakb^ f. Q*y Raimandiifl Pejr&adi,
e. Gnrker Kirchenfursi. Cikrinthia L,
Jg. 91, 110-25; 154-60.. [1092
Bieter, K.^ Beitr. za d. (wirU
•chAfU. Q.) kinhL Znstäodeo in d.
Diöie0e KonsUnz in d. 2. Hälfte d.
14. Jk Mit urkdL Beilagen. (Frei-
borg. Diözesan-Arch. N. F. 2, 245
-54.) [1093
HerrMABB, Der angebl. hessische
Yorreformator Joh. Usener in Schotten .
(Beitrr.z.hess.Kirch.-6.1, 95-99.) [1094
Binder, Die Fronleichnamsfeier
XU Mainz um d. J. 1400. (Katholik
81, I, 489-507.) [1095
Liaaebom, Die Reformation d.
westf. Bened. -Klöster im 15. Jh. durch
d. Bursfelder Congregation (s. 1901,
8167). Anhang. ^Stud. u. Mitt. a.
d. Bened.- u. Cist.-Orden 22, 396
-418.) [1096
HejdeBreick, E., Das wunder-
th&tige SalTatorbild in d. Kirche d.
Dominikaner in Mühlhausen, 1369
Q. 1370. (Mfihlhäuser G.blL 1, 53
-66.) [ 1097
J^tscky H*9 Kirchl. Erinnergn. a.
d. Vorreformator Zeit Gubens. Das
Totenbuch d. St. Michaels- oder
Schusteraltars d. Stadtkirche. (Nieder-
lans. Mit! 6, 315-77.) [^1098
Wehmaiui, H*. Zur Chronologie
d. Caminer BiBchöfe, 1289-1300.
(Monatsbll. d. Ges. f. pomm. G. 1901,
101-104.) [1099
FUftfek, J., Mistrz Jak6b Z. Para-
djiA i uniwersytet Krakowski w
OKresie soboru Bazylejskiego. W
Krakowie, Akad.1900. 448 ; 423 S. [1 100
j) Bildnag, Littorstar and Knust;
Yolksleben.
Gottllek, Die AnbrmMr HAntUchriitea.
B«itr. B. 6. d. Wiener HofMbliothek. L s.
1900, 3128. Bes.: OMting. g«L Ans. 1901, 864
-U DsiAUko. [1101
Bernonlll^ K« Ck*^ Geistiges
Leben u. Buchdruck zu Basel in d.
2. H&lfte d. 15. Jh. (Festschr. z. 400.
Jahrestage d. ewig. Bundes zwisch.
Basel u. d. Eidgenossen. Grosse Ausg.
n, 219-72.) [1102
Mayer, O«, Geistiges Leben in d. Reichs-
«Udt BsslingMi rar der Beform. d. Stadt, s.
1901, S169. Bes.: BIL f. württb. Kirch.-0. 5,
9f>95 Bessert; DiOsesannrch. t. Schwaben 19,
Itlt {UM
< Piek, A., Ein ZoUer mla Rektor
I d. Erfurter UniTenitftt. (N. Mitt a
d. Gebiet hist.-antiq. FoFBcfagB. 21,
1-29.) — G. BMKhy Christoph Ssheml
in Wittenberg. lEbd. 33-42.) [1194
HeiMZ, H^ Die ersten UmYemtiUs-
Torlesgn. in dt. Sprache [zu Rostock].
(Sonntagsbeilage s.yossisch. Zt^. 1900,
Nr. 39. 1 [HO*
Baack^ G., Dt Scholaren ia
Krakaa in d. Zeit d. Renainance,
1460-1520. Brealaa, Marcus. 80 S.
2 M. [U06
Zedier, 6«, Gatenber;g- Forsckgn.
Lpz., Harrassowifcs. 166 8., 4 Lichtdr.-
Taf 7 M. [1107
Bes.: BörseabL t d. dt. Bvekhan^al 1901,
Kr. S091 Hftlacker; Dt. Utt^-Zt«. ISOl, Kr.
40 Haebler; Hist. Jalub. tt, 8SCfl Frajs.
DsialakOy K», Joh. Gatenberg o.
d. Erfindg. d. Bnchdrackerkiinst
(Telhagen k Klaaings Monatahflß.
Jg. 1899/1900, Bd. 2, 353>66.) [1108
Wjts, A^ Die latt. d. Ovtaabars^Fsisr.
(Hist. Zt. 87, iS4-74 ) — B. Freya, Gvtaabaf«-
Ineefariflea. (lUsL Jakrb. tt, 374-ST.) [UOO
Obser, K«. Zn Beinbold Siecht
(Zt. f. G. d. Oberrh. 16, 466 f.) Vgl.
'97, 1004. [1110
Lippert, W«, Beitrr. s. LebcaiB-6.
d. Gr^nitzer Geschichtsschreibers Joh.
Bereith v. Jfiterbogk. (NJaosita. Ma-
gaz. 77, 131-39.) [Uli
Hermes, J. j., üeb. d. Leben n.
d. Schriften d. Jobs. v. Trittenheim^
gen. Trithemius. Progr. Prüm.
36 S. [1112
Baach, G., Die Anfänge d. Hn-
manismos in Jngolstadt; e. litterar.
Studie z. dt. Üniversitäts-G. (« Nr.
630.) Münch. o. Lpz., Oldenbomg.
xig, llö S. 3 M. 60. [1H3
Baaehy O., Die Nürnberger Poeten-
schule, 1496-1509. (Mitt d. Ver. f.
G. d. St. Nürnberg 14, 1-64.) [UU
Reimann j Arm» • PirckJiemier-
Studien. Buch I u. U. Berlin. Diss.
1900. 46 S. [1115
Bes.: Hist. Zt. 88, 1711 H. O.
Beicke, E., WilUlMJd Pirekheimer a. seia
Podagra. (Frftnkisclker Koxier 1901, Nr. SIT:
Ml; i32; 833.) [m«
Kjtepper, Ein els&ss. Arst d. Hu-
manistenzeit als dt. Poet; Beitr. z.
Eenntn. d. schriftstelleriach. Th&tig-
keit d. els&ss. Humanisten. (Ja^b.
f. G. etc. Els.-Lothr. 17, 17-24.) [1117
Vom Interregnum bU zar Reformation. — Bfiformationsieit.
•43
Werner, K,, Beitrr. zu d. Be-
ziehgn. V. Allgäner Eünttlem u.
Eandwerkem zu Kaiser MaiiiniliBn 1.
u, Ferdinand I. (Ällgänei Q.freond
13, 160-171.) [1118
Bock, H,, Die Junker v. Prag.
(Repert. f. EunatwiBs. 21, 116-23.) [1119
Merli-Eiebkon , SkalptnnnciTkliii in d.
Vorlulle d. Frelbursar Hawtsn, •. 1»(W,
117e. Bm.: B.il. i. Allg. Zig. 1901. Nr. »IS f.
etnit«r. [11*0
Flnke, H., Die Freiburger Domi-
nikaner u. d. Mflnaterbau. (Aleman-
nia N. F. 2, 129-7B.) Sep, Freib.,
Fehaenfeldt 60 Pf. — E. Krenier,
Standbilder am Münstertorm zu Frei-
burg. (Freib, DiOiesan-Arch. N. F. 2,
108-TO.)— F. Seigrer, Der alteFeniter-
Bchmack d. Freib. MOnsteri. (Schau-
in's-Land 28, I, 66-88.) [1121
Hintze, E^ EinfloBa d. Mystiker
auf d. ältere Kölner MalerschuJe, den
.^leiater d, Uodonna mit d. Bohnen-
blüte" □. Steph. Lochner. BrCBlaner
Bis». 61 S. [US2
Ttll, Dia Warka d. Ju tu Ejck. •. IHM,
SU8. Rm.: Rspart. t. Knnitwl». 13, 470-7»
Ptledlkiidsr. — Dsii , Balirr.a.Ejek-Korachg.
(Ball. I. Allg. Zig, IMl. Nr. »5S.) [U»3
Friedländer, H. J., Hang Mult-
Bcben Altarfiügel i. 1436. (Jabrb. d.
kgl. preugB. KunatgamnUgn. 22, 269
-66, Taf) - W. H. J. ft'eele, He-
markg on Memling. (Repeit. f Knugt-
visB. 24, 132-3S.) Vgl. 1901, 1194.
— Alfr. SctirMer, Die frühest, da-
ticten Bilder Sana Holbeina d. Ael-
teren im Dome zu Augsburg. (Bbd.
l»7ff.) [1124
Jaig, B,, Fruikrortai KUBitlaiurkimda k.
d. J. 14fi9. (Aroh. f. Frukf. Q a. Kamt 7,
»OB-'.) — A. Itlu Wudxamklda ». d. Hid»
— J. JnngBltl, UllteUltail ArcliiTichruik.
(Xbd. BD-Hl.) fUH
BakBCka, W., Alb. r. Soeit n. d. fiiiiDDga-
filii. 19U0. ua [TailT.iWl, Sii].) — Bai!
T. l«ai, S161: Jahraibarr. d. Huanni-Var. C
d, PDnteDt Laneb. 1B»3/I»ai, 134-li Bal-
naoke. [IHR
Printbriar», DaaMoha,
hng. T. Stelnhiiaaaii, •. UOl, IKW. Bai,:
Z(, f. dt. Phllol. t», S>'0-S» DU. [1117
Bemt, A,, Hobenüirter dt Privat-
brief a, d. U. Jh. (Mitt. d. Ver. f.
G. d. Dt in Böhmen 40, 161-64.) [1128
Sobmidt, F. (}. S., Kalenderverae
a. d. 15. Jh. (Alemannia. N. F. S, 77
-80.) [1128
DreehBler, F., Pancratii Vnl-
turini panegyricng SilegiacuB, d.
ältegte Landeskde. Schleüeog; be-
sprochen n, nach d. enten Dmcke
hrgg. (Zt. d. Ter. f G. etc. Schlegiena
35, S. 35-67.) [1130
Knetack,^ K., Ton der Hochzeit
d. hessiach. Landgrafen Wilhelm di
Mittleren zu Cossel SO. Okt. 1600;
auB d. Henneberg. GemeingchaftL
Archive zu Meiningen. (Tiertey.sohr.
f Wappenkde. etc. 29,247-62.) [1131
Beintker, E. , Die GrQndnngB-
urknnde d. Armenhaiueg zum heiligen
Leichnam zu AnMum, (Honatabll. d.
GeB. f. pomm. G. 1901, 82-86; 93
-101.) [1188
Hanauer, A. , L'äpreui et chirui-
giens, 1444-47. (Hev. d'Alsace 61,
282 S02) — E. Dragendorir, 2 lü-
biache Leprogen- Ordnungen. (Zt. d.
Ter. f. lüb. O. 8, a66-6l3 [118«
S. Zeit tto' RtiforTnation,
GegenrefornuiHw* und de«
30jähr. Kriege», 1517-1648.
a) JUfomuOWMUit , 1517-55.
Lgtbari Waika. Krlt. Geumtui», i. IML
)«16. Bu. T. XIX: OfilUng. gnL Au. IMl,
711-18KDlda. — AnDhBd.XXIUencUan. [IIU
Thlala, Laiben 8Filah<rOrtarHBim]g., i.
IMl, Sil«. Bai.: TbeoL Bind. o. Kiil. JtOl,
IDS-S» W- KohlUTi Eaphallaa g, 161-71 Ban-
•ohel;O0». gal.AaE.lMl,«M-71 Kolda. [IIU
I Kulm, R., TerhUtnig d. Dezember-
bibel zur Septemberbibel ; kritBeitr.
z. G. d. BibelBprache Luthers. Qreifg-
wald, Diss. 83 8. [IIS?
Clemen, 0.. Brief Joh. Laogg v.
Erfurt. (N. Mitt. a. d. Gebiet hiat-
antiq. Forschpn. 21, 81-88.) — 9.
Xaireran, Brief d. Barthol. Latomiu
an Melanchthon. (Theol. SUid. u.
■ Krit 1902, 140-47.) — W. Ooeti,
Brief Calving. (Zt. f. Eitch.-G. 22,
I 485.) Vgl. 1901, 3288. [1137
I Kolde, Tk., 2 Briefe t Joh. Eck.
(Beitrr. e. baier. Eirch.-Q. 7, 326
-32.) [1138
KenfesBlon, Die unver&nd. Augg-
bnrgische (Confegsio Angustana), dt.
n. latein. nach d, besten Handgcbrr.
a. d. Begitze d, Unterzeiehner. Erit.
AuBg. m. d. wichtiget Tarianten i.
EsB. n. d. TeztuH r«ceptag t, P.
i Tschackect Hit 3 EunatbeiL Lpi.^
►44
Bibliographie Kr. 1139^1186.
Deichert. 231 S. 7 M. (Textausg.
54 S. 1 M.) [1139
Cohra, ETuig. KAtechiHnasrenache tot
Lathen Knehiridion, s. 1901, SS29. Bez.: Dt.
LiU..Ztg. 1901, Nr. S6 Drews; HUt. Zt. 87,
481-8S Kawena; Hiat. Ti«rt«U.Bchr 4, M6-40
O. Wolf. [1140
Andreas Hjperins, Homiletik a.
Eatechetik; verdeutscht u. m. Ein-
lei^n. Tersehen t. E. Chr. Achelis
ü. E. Sachsse. Berl., Reuther & R.
214 S. 3 M. [1141
Res.: Dt. Litt. - Ztg. 1901, Nr. 4S P.
Kleiaert.
Diehl, W., Neae Funde z. G. d.
Eastenordngn. d. Landgrafen Philipp
V. Hessen. (Zt. f. Kirch.-G. 22, 439
-64.) [1142
Fredeiicf, P«, Le« oomtes dee indulgenoet
en 1517/19 duis le dioc^ae d'Utrecht s.
Nr. 108«. [1143
Waltz. 0*9 Die Denkwürdigkeiten
Kaiser Karls Y. ; e. Studie z. G. d.
16. Jh. Bonn, E. Strauss. 47 S.
1 M. 60. [1144
Wy88, Bernh.^ Chronik 1519-1530;
hrsg. V. G. Finsler. (Quellen z.
schweizer. Reform. -G.; hrsg. v.
Zwingliverein in Zürich unt. Leitg.
V. E. Egli. I.) Basel, Basler Buch-
u. Antiquariatshdlg. (vorm.A.Geering).
XXV, 167 S. 5 M. 20. [1145
Bez. : Theol. Litt.-Ztg. 1902, Nr. 4 BoMert ;
Litt. CbL 1902, Nr. 9 W. K— r.
Koppmann, K.^ Denkwürdigkeiten
d. Rostocker Ratsherrn Jak. Par-
kow. (Beitrr. z. G. d. St Rostock m,
2, 1-28.) [1146
Keller^ L.^ Sebast. Francks Auf-
zeichngn. üb. Joh. Denck (f 1527)
a. d. J. 1531. (Monatshfte d. Comen.-
Ges. 10, 173-79.) [1147
Ottntlier. O», Die „Baisen -Chronik**
u. Bemt otegmanns Chronik vom
Danziger Aufruhr (Günther, Miscellen
a. Danziger Drucken u. Hss. III).
(Zt. d. westpreuss. G.-Ver. 43, 269
-76.) [1148
Hertel, G«, Die Stadt Magdeburg
u. Joachim I. v. Brandenb. Urkunden
u. Akten. (G.bll. f. Magdeb. 36, 119
-232.) [1149
Arras, P., Regestenbeitrr. z. G. d.
Bundes d. Sechsstädte d. Oberlausitz
V. 1616-1530 (s. 1900, 1230). Forts.
(N.lausitz. Magaz. 77, 26-66.) [1150
WehrmaBB, ■., Beriebt flb. d. G&miner
Kirche ▼. J. 1519. (MonAtabU. d. Ges. f.
pomm. O. 1901, 137-40.) — Dere., Bogia-
Uwe X. Erlaas aa d. Stadt Stralmnd r. Ü
Sept. I62S. (Kbd. 148-51.) [Uli
Bosgert, G.« Zum BiiefirechBel t.
Adam Weiss, Pfarrer in CrailBheuB.
(Beitrr. z. baier. Kirch.-G. 7, 241-
-55.) [UM
AetaTomieiABA: Epiatolamm, le-
gationum , responsomm, actionim
et rerum gestanun Sig^ismimdi L
regis Poloniae, ma^rni dacia Lithn-
aniae (s. '99, 1166). T. XI: 1529;
per St. Gorski. 356 S. 15 M. [IIU
Hans, If.y Gutachten o. Streii-
Schriften üb. d. jus reformandi d.
Rates vor u. während d. Einfuhig.
d. offizieUen Kirchenreform in Angi-
burg, 1534-37; e. Beitr. x. G. d. An-
schauungen von d. kirchlich. Auf-
gaben d. Obrigkeit in d. Refonnation«-
zeit. Leipzig. Diss. 85 S. [1154
Briefwecksel d. Hxgs. Christopli ▼. Wtii-
tenb., hrsg. t. Y. Ernst, a. 1901, SS46. B«a:
Hisi. Zt. 87, 483-86 Brandanbvrg ; MitL a. d.
bist. Litt S9. 4«7-S4 o. K. Arob. f. aidis. O.
9S, S80-8i Oost Wolf; Hiat Yi«rtaU.8ebr. i,
579-81 TreffU; Zt. f. O. d. Oberrh. 17, 191 £
Bnumer; 0«tt. gtl. Ana. 190S, 43-«9 W. Ooets.
— Selbstans. y. Ernst : WUrtt. Tiart«^i.Afls. !•,
i36-8Ä^ [11»
Clemen^ 0., 2 Thüringer Flug-
schriften a. d. Ref. -Zeit. (N. Miti a.
d. Geb. hist-antiq. Forschgn. Sl, 64
-80.) [1166
Herrmaim« Ein Mainxer Droh-
gedicht geg. Philipp d. Grossmütigen
a. d. Zeit d. Pack*schen Händel. (Beitrr.
z. hess. Kirch.-G. 1, 100-102.) [1157
Schriften d. Ver. f. Ref.-G. (s.
1901, 3260). Nr. 69 (=. XVni, 4) 8,
Nr. 1398. [1158
Coraellat, Hlstor. Arbeitaa, TorBahmlieb
I. Beformationsseit, s. 1900, 1S44. Bes.:
Mitt. d Inst. f. österr. O.forsobg. Bt, 6M-4
Kretscbmayr. [1158
Thomas, W«, Die Anschaaung d.
Reformatoren vom geistl. Amte. Lpz.,
Hofmann. 45 S. 1 M. [1160
Wolfstieg, A., Der Staat bei Cbristas,
Paulus u. d. Beformatoren. (MonatahAe. d.
Gomen.-Oes. 10, 6S-81.) [im
Rade 9 P* M», Mart. Luthers
Leben. 3 Bde. N. Ausg. Tübing., Mohr.
772; 746; 770 S. 13 M. 50 Pf. [116«
KoBtUn, J.y Luthers Theologie in
ihr. geschichu. Entwickig. u. ihr.
inner. Zusammenhange dargestellt.
2. Aufl. 2 Bde. Stuttg., Steinkopf, jx,
491 ; 366 S. 12 M. 80. [HSS
Selbstans.: TbeoI.Stud.u.Krit. 1909,837-89.
Prenss, H., Die Entwickig. d.
Reformationazeit.
^45
Schriftprinzips bei Luther bis zur
Leipziger Disputation. Ln Zusam-
menhaug m. d. Stellg. Luthers zu
d. anderen theolog. Autoritäten sein.
Zeit dargestellt. Lpz., Tauchnitz.
102 S. 3 M. [1164
Poincenoty E«, Les id^es de
Luther sur la r^pression de Thöräsie.
Th^se. Montbeliard 1901. 56 S. [1166
Billing. E. M.. Luthers lära om
staten i dess samoand med hans re-
format. grundtankar och med tidi-
gare kyrkliga läror. I. Diss. Upsala.
1900. xvj, 199 S. [1166
Himiiiiis^ C.j Luther als Erzieher.
(Mitt. f. d. ev. Kirche in Bussland
1901, Febr. S. 49-70.) [1167
Günther 9 B.^ Brenzens Anschau-
ung V. Gottesdienst u. sein Einfluss
auf d. Gottesdienstordnung d. luth.
Kirchen Südwestdtlds. (Monatsschr.
f. Gottesdienst u. kirchl. Kunst 1901,
45-54; 84-92; 132-43.) [1168
Uhlhorn u. L. IhmelB, Anton.
Corvinus. 2Vortrr. Hannov., Feesche.
36 S. 50 Pf. [1169
TschAckert, Antoniaa Gorrinai, i. 1901,
1850. Bez.: Dt. Litt.-Ztg. 1901, Nr. 1 O.
Uhlhorn; Litt. Cbl. 1901, Nr. 19 W. K-r.;
Theol. Iiitt.-Ztg. 1901, Nr. 14 Gohn; Hiat.
Zt. 87, 478-81 Ka woran; Zt. d. hiat. Ver. f.
NiedersachB. 1901 886-87 A. Wrede. [1170
Henschel, A., Dr. Johs. Hess, d.
Breslauer Keformator. (Schrr. f. d. dt.
Volk; hrsg. V. Ver. f. Ref.-G. Nr. 37.)
Halle, Niemeyer. 26 S. [1171
Kampschnlte, Calrin, a. 1901, 1254. Bez.:
Hist. Jahrb. 21, 847 f. BUohi; OAtt. gel. Ans.
IMOI, S9S-S01 Kawerau; Mitt. d. Inst. f. öaterr.
O.forachg. 82, 507-11 Kretachmayr. [1172
Paulus, N.. Cornel v. Sneek u.
Augustin V. Getelen. (Zt. f. kath.
Theol. 26, 401-19.) — D er s., Protest.
Bücherverbot im 16. Jh. (Ebd. 24,
566-69.) — Ders., Ludf. Naaman,
e. niederdt. Franziskaner d. 16. Jh.
(Katholik 81, II, 327-31.) — Ders.,
Adf. Ciarenbach u. seine Stellung
zur Lüge. (Ebd. 187-92.) Vgl. 1900,
1220. [1173
Komatar, F., Die ersten Dienst-
jahre Hans Katzianers. Progr. Lai-
bach. 1900. 12S.Vgl.l900,3244.[1174
Capasso, C«, La politica di papa
Paolo III. e ritalia. Vol. I. Came-
rino, Savini. xj, 436 S. 7 L. 60. [1176
Ehses, St.. Kirchl. Beformarbeiten
unt. Papst Paul HI. vor d. Trienter
Konzil. (Rom. Quartalschr. 16, 163
-74.) [1176
Caemmerer, H. r», Das Begens-
burger Beligionsgespräch im J. 1546.
Berl., Ehering. 77S.2M.— O.Clemen,
Zum 2. Begensbur^. Religionsge-
spräch. (Giemen, Beitrr. z. Bef.-G. 2,
142-46.) [1177
Turba, 0., Beitrr. z. G. d. Habs-
burger (s. '99, 3202). II : Zur Beiche-
u. Hauspolitik d. Jahre 1648-1558.
(Arch. f. österr. G. 90, 1-76) HI: Zur
dt. Beichs- u. Hauspolitik d. Jahre
1653-1658. (Ebd. 233-319.) Sep. Wien,
Gerold. 1 M. 70 bzw. 1 M. 90. [1178
Ernst, Y.j Die Entstehg. d. Exe-
kutionsordnung V. 1565. (Württb.
Viertelj.hfte. 10, 1-110.) [1179
Friedensbnrgy W«, Verbrennung
e. Lutheraners in Wien. (Jahrb. f. d.
G. d. Protest, in Oesterr. 22, 109.) — -
0* BoBserty 2 Linzer Beformations-
schriftsteller. (Ebd. 21, 131-37.) [1180
Rabenlechner, M. M«, Der Bauern-
krieg in Steiermark, 1625. (Erläutergn.
u. Ergänzgn. zu Janssens G. d. dt.
Volkes, hrsg. v. L. Pastor. H, 5.)
Freib., Herder. 66 S. 1 M. [1181
Schmid. Job«, Des Kardinals u.
Erzbischofs v. Salzburg Matthäus
Lang Verhalten z. Beform. (s. 1901,
3286). Schluss. (Jahrb. f. G. d.
Protest, in Oesterr. 22, 113-47.) Sep.
Fürth, Schmittner. 187 S. 2 M. [1182
KrÖBS, A«, Die Anfänge d. Luther-
tums im Königreiche Böhmen. (Zt.
f. kath. Theol. 26, 26-86; 209-30.)
— H. Bärge, Earchl. Stimmungen
in Böhmen um d. Mitte d. 16. Jh.
Auf Grund zweier Aktenstücke in d.
Zeitzer Stiftsbibliothek. (Jahrb. f. G. d.
Protest, in Oesterr. 22, 148-62.) [1183
Mayer, J« G«, Das Stift Bheinau
u. d. Beformation. (Jahrb. f. schweizer.
G. 26, 295-312.) VgL 1901, 1279. [1184
Clemen, 0«, Miscellen z. baier.
Beform. -G. I: Zu Andr. Althamer.
U: Zu Johs. Homburg. (Beitrr. z.
baier. Kirch.-G. 7, 280-84.) — Th.
Kolde, Hans Denck u. d. gottlosen
Maler v. Nürnberg. (Ebd. 8, 1-31;
49.72.) — H. Bärge, Miscellen üb.
Bothenburger Persönlichkeiten d.
B^form.-Zeit. (Ebd. 7, 274-80.) [1185
Balfanz, M., Beitrr. z. staats-
männiach. .Wirksamkeit d. Frhm.
•46
Bibliogrqihu Kr. UM— »SS.
Joh. T. Schwftn«nberf;. Grcifi««ld.
IHu. IMO. 68 S. [UM
^«J*T, Cky Am d. Befonn-'G
NOrdlingeni. Voitr. KOrdlin^., Beck.
H B SO Pf [1197
Bmu«r, U.. 0. d. Beform. d.
Kloften Q. StiftlandM WalduMen
bia X. ToJe d. Korf Lndwig Vt
(l&83j; Beitr. t. KiicheB- n. Schul-G.
d. Oberpfkli. ErUng., Jod^. 214 8.
S M. 60. [1188
B«. : BiH TlntcJjjehr. 1, IM f. O« MUIh-.
B«tk, Fr4r., AngsbnrK« Reform.-
G-, 1517-1530; gekrönU PreiMchrift.
■t. völlig omgeaxb. Aafl. ztij. 381 S.
• M. — Den., Znr G. d. Wieder-
auferei in Obereckvab«!!. 11 : Zur
Leben*- G. EiteUuna Luigeiuiiatitels
T. Angab. (Zt. d. hist. Ter. f.
Scilwsben etc. ST, l-ib.) — >.
E«4U»fer, Üben u. Schrr. d. Georg
Fritljcb, Stadtacbr«ibera lu Aogsb.
T 1&37-18 (Ebd. 46-13S.) [1189
Wolfut, E., Die Augsbn^er Ee-
formation in d. J. 1533.94. (Studien
I. G, d. Theol. n. d. Kirche, hng. v.
BoDvetscb n. Seeberg. MI, 8.) Lpz.,
Dietericb. 169 S. 3 M. 60. (Tä_S.
ench. aoter d. Tit ,J)ie ente •
Bei : Dt I.ttt.-Zl«. IMI. Kr U Fi BoUi.
ManiBkrd, K., Kempten □. d.
BADemkiieg. (Allgäoer G.freimd 13.
1.22; 37-46.) [1191
SekBeider, Eng., Stnttgut im
BBuenikrieg, (Wflrttb. Viertelj.hfte.
10, 400-16.) [1192
Clefel, Beitrr. i. Q. d. Wieder-
tänferei. (DiOzesiuiBrch. v. Schwaben
1901.81f.) — D»T.Ko<*, DerAbend-
m&hlBatreit in d. Beichsstadt Bibe-
ncb, 1643 n. 1646 (b. 1901, S299)
Schlns». (Bll. f. wOrttb, Kireh,-Q. 6,
33-64.) — T. EraBt, Ein Interima-
priest«r nach d. Interim. (Ebd. 78
•81.) [1198
(hneUB, HbII im Reform. -Jahrh.
(Wfirtt. Franken. N. F. Vn.) [1194
SiiManB, H., Wolf t. Hümbeim
mm Tntteiutein; e, Charakterbild a.
d, 16. Jb. (Alomamua N. F. 2, 97
-188.) [1196
S«ni. ft>, Beteiligimg Geonra H.
*. Wertheim d. leiner wifach^ am
Bauernkrieg (s. 1901, 3279). Schluss.
(Zt. f G. d. Oberrh. 1«, 679.611.) [1196
B«CholI, H., Alma .Alexandria,
Ela-Lotlu 17, 113-49.)
anf Gmnd
{Scfarr. f. d. dt. Volk; htm. «. Tk
f. B«fann.-G. Mr. S«.} HaUe, K»
■lejer 1900. 48 S [IIH
H«rta*g^ A^, Die I - - ' ' '
olmar^
Eintelt :
letzter Guardian. (J^hrb. f. G. atc
"■ ■ ■' -- :iS-*».> [IIM
Chaaea V k Bafir
nan en 1669. (BolL d« rA.ead. vaj.
de Belg, 1901. 472-7*.) [UM
HerraaBB, F., D«a TfifairiiH im
Hesaen ; Beib. %. BefomL-G. HariNin,
Elwert. ^z. 221 8. 4 M. SO. (66 R
ench. ab GieMen. Din.) fiaos
B«.: Th«iL I.ilL.Zlc. laai. Ib. 4 W. KAhkr,
Kmiolik O, I, 191-» PwdHL
Koekler, O., Zur Q. d. Befbm.
in d. Orabch. Taesbaig-BadingeB.
(BeitrT.i.heM.£ii«h.-a. 1,63-71.) [IJOI
■m», »i« r-' — —
d. 1«. A. iB d. I
BIL 1», 71S-»1. lUH
■«■wrt, DU _Trt«4ni«iiiiw - 1b a^t.
Jauch, •. IMl, UM. Bw.;atot^ VIoMM^E
4, MS-tf 0 B. BadUek. [Uta
KkU, J., Die Verhdlgn. swiach.
Köln D. JObcb in Bachmctr 166(.
(Rhein. G.bU. 6. 331-41 ; 372-78.) rilOt
Scklvnur, ■., Dw biom. Vm^Vm-
bKlu ■ DO. JwUsHTd IMa (UOBB*.
o.bu t, K»-iv) lam
BrBBS, F., Kachtzz. a. LebaM-O.
Hans Keckemaniu d. Gerd Koiff-
makera (Hans. Q.blL 1900, IfiS-fiD.)
Tgl. '97, 1192. [120C
Jordan, B., Zar G. d. Stadt Mflhl-
bansen in Tbüring. lfiS3-26. HOhlb.
Progr. 48 S. — E. HejdeBnM,
Ana d Jahrb. d. Befonu. (HAU-
hanser GbU. 1, 62-66.) [1201
n- d. Nau Stifl n Bulla 1M».U, •. IMI,
MOS. B«.: N. xnt. k. d. Gab. ti^ ■■»!
Foneli«n. 11, lOI-lOt O. Huiab^; HlM.2t.
87, 5Uf. Aoifald; MJtt. k. d. UM. UM. B,
(IR-n Bug*^ SiM. VIeita]].Klir. 4, ftltt
HlDWiniL [UM
Oleaen, O., Die Eefono. in Bocb-
holz. (Wim. BeU. d. Lp«, Ztg. IBOl,
Nr. 86) — Dera., Krclilicbea n.
Scholiachea a. d. Zeitalter d. Bafbim.
(Beitrr. s. G. d. Stadt Baehholi.
Hft. 6.) [1909
'Behnart^P., Die aatrolog. Schiff-
ten a. d, Nacblaas d. Mar^sfn
Johann v. KOstrin. ^hrr. d. vcr. f.
G.d. Neumaik 11, 9&-11S. 12,U-80.)
Refonnationszeit. — Gregenreformation und 30 jähr. Krieg.
^47
— L. Erhardt, Die Plane d. Mark-
grafen Johann v Eüstrin auf Pom-
mern. (Ebd. 119-28.) [1210
8chBell, Mecklenburg im Zeitalter d. Be-
form., a. 1901, 1302. Bez.: Theol LiU.-Ztg.
1901, Nr. 15 Bosaert. — N. Pftulua; Zur G-.
d. Proteatantisirung Mecklenburga. (Hiat.-
poUt. Bll. 138, 465-79; 562-73; 621-84.) [1211
Beintker^ E«, Die Grundlagen d.
protest. Kirchen- u. Schulwesens in
Anklam 1535-1562. Progr. Anklam.
61 S. [1212
Wetarniann, M., Anspruch d. Abtes
V. Corvey auf Rügen, 1521. (Monatsbll.
d. Ges. f. pomm. G. 1901, 87-89.) [1218
Wendt, H., Die Verpfändung d.
Johanniterkommende Corpus Christi;
e. Beispiel habsburg. Kirchenpolitik.
(Zt. d. Ver. f. G. Schlesiens 36, 165
-84.) [1214
b) Gegenreformation und 3Cjähr,Krieg^
1555-1648.
ConciliumTridentinum. Diariorum,
actorum , epistularum , tractatuum
nova collectio; ed. Societas Goerre-
siana. T. I: Diariorum pars I: Her-
culis Severoli commentarius. An-
geli Massarelli diaria I-IV. Col-
leg. S. Merkle. Freib., Herder. 4®.
cxxjx, 931 S. [1216
Bez.: Hiat.-polit. 6U. 128, 904-18 SohxüUer;
Hiat. Jahrb. 22; 740-44 Paulna.
Wurstigen. Chr.^ Diarium 1567
-81; hrsg. v. K. Luginbühl. (Basler
Zt. f. G. etc. 1, 53-146.) [1216
Bickely J*j Die Selbstbiographie
d. Balthasar Sibenhar, Pfarrers in
Beyerberg 1572-1601. (Beitrr. z. baier.
Kirch.-G. 7, 256-74. 8, 82-46.) [1217
Wilmiiy Joannigy Chronicon rerum
Kempensium ; ed . G. T e r w e 1 p.
Kaupener Progr. 55 S. [1218
Menciky F., Kaspar Hirsch u. seine
Familienauf zeichngn. (Jahrb. f. d. G.
d. Protest, in Oesterr. 22, 18-52.) [1219
Estorf 9 0. T. (Schwerinsch. Dom-
propst u. Ratzeburg. Domherr), Dia-
rium belli Bohemici et aliarum
memorabilium v. 23. Mai 1618 bis z.
10. März 1637, nebst e. Vorerinnerg.
d. früheren Besitzers dies. Mscr.
A. E. E. L. V. Duve. (Arch. d. Ver.
f. d. G. d. Hzgts. Lauenburg VI, 2,
1-52; 3, 1-74.) [1220
Fruin. B.« Uit het dagboek Tan
een Oud-Hollander. (PrSn's vers-
preide gechriften 4, 195-244.) [1221
Siokel, Tb. B. t., Rom. Berichte
(s. 1901, 3819). V. (Sep. a.iSitzungs-
berr. d. Wiener Akad. CXLIV, 8.)
68 S. 1 M. 60. [1222^
Becker. Hnr«. Verwahrung d.
Landstänae d. Erzbistums Magde-
burg geg. Wiedereinführe. kaÖiol.
Bräuche, 1658. (G.bll. f. Magdeb. 36,
112-118.) [1228
AlberSy B.« Aus Vatikan. Archiven:
Zur Reform-G. d. Bened.-Orden« ixa
16. Jh. (s. 1901, 8828). Schlußs.
(Stud. u. Mitt. a. d. Bened. u. Cist.-
Orden 22, 884-49.) [1224
Grolig^ H.y Dokumente z. G. d.
Protestantismus im Schönhengster
Lande. (Jahrb. f. G. d. Protest, in
Oesterr. 22, lM-71.) [1226
Vlietincky E.^ Documents in^d.
concem. Toccupation de la ville
d' Ostende par les troupes des Pro-
vinces-Unies et de la reine d' Angle-
terre, 1584-1604. (Compte rendu des
s^ances de la comm. roj. d^hist. de
l'acad. roy. deBelg. 11, 215-95.) [122ft
Briefe, Witteisbacher, a. d. Jahren
1590-1610; mitg. v. F. Stieve. An-
hg. Vm. (Abhdlgn. d. bist. Classe
d. baier. Akad. d. Wiss. 22,1-88.) [1-227
Maere, B., Die im Auftrage Hzg.
WiUielms V. v. Baiem nach der
Conversion Jakobs lU. v. Baden an
Msgr. Innocenzo Malvasia erlassene
Instruktion. (R5m. Quartalschr. 14,.
269-80.) [1228
Saaerland^ H« Y», Katholizisrnua
u. Protestantismus in d. norddt. Diö-
zesen Magdeb., Halberstadt, Hildesh.,
Paderborn, Minden, Osnabr., Lübeck
u. Münster i. J. 1607. Aus d. Akten
d. päpstl. Staatssekretariats. (Ebd.
884-92.) [1229
Breen, J* C«, Correspondentie
tusschen prins Maurits en den Amster-
damschen burgemeester R. Pauw,
1617-19. (Bijdrr. etc. v. het bist, ge-
nootsch.te Utrecht 22, 888-448.) [128a
Wejdmann, £^ 8 Briefe a. d. Zeit
d. Kurfürsten Friedrich V. v. d. Pfals^,
Königs V. Böhmen, (Mannheimer
G.bll. 2, 192-95.) [1231
HejdeBreieliy E«, Aus d. G. dea
80 jäbr. Krieges. Arcmivalien. (Mühl-
häuser G.bll. 1, 67-81.) [1232
Schmidt, W« A«, Das letzte Oegen-
reformationspatent Ferdinands H. für
Innerösterreich v. 1. Aug. 1628. (Jahrb.
•48
Bibliogr^thie Kr. ltSS~lt8S.
{. G. (L Protert- in Oesterr 22. 172
-80.; [1233
M«kl, W^ Amm dM WaklakteB d. S«p«r- '
T. 1CS8 «. l€M. (Bcitrr.
Kirch -G. U 10»^) [ItU
C«ueBtlBS. E^ Zur Qaellenfrtge
T. Schulen O. <L 30j&hr. Kricfler
Sluüsk j. 0. A.9 Die erang. Kirchen-
-ordiig. f. Teichen t. J. 1584. (Jahrb.
f. d. G. d. Protest, in Oesterr. 22,
1-17.) [1235
KÖBBecke, M^ Die evang. Kirchen-
visitationen d. 16. Jh. in d. Graf seh.
Mansfeld ^s. 1901, 3344. Tl. V:
Die 2. Kirchenvisitation anter Menzel
in d. Grafschaft Mansfeld, 1570.
(Mansfelder Bll. 15, 29-108.) [1236
Albrecbt. 0., Denkmale u. Er-
innergn. an a. Schwedenzeit in d. Mark.
(Brandenburgia 8, 275-90.) [1237
Bitter. H., Dt. G. im ZeiUlter d.
Gegenreff u. d. 30 jähr. Krieges ^s. lyOO,
3307). Ug. 18. ^= Lfjg. 144 V. Xr.629.)
Bd. m, 8. 241-320. 1 M. [1238
Dmhr. B., Die Jesuiten an d. dt.
Fürstenhöfen d. 16. Jh. (Erläutergn.
etc. zu JannsensG.d. dt. Volkes. 11,4.)
Freiburg, Herder. 155 S. 2M. 20. [1239
B«s.: KAihoUk 81, II, 17S-78 Paulas.
Behriag, W., Beitrr. z. G. d. Jahres
1577. I: Danzig u. Dänemark. (Zt. d.
westpr. G.-Ver. 43, 161-218.) [1240
Sekw«IU«r, T^ Christian IV. t. IHnemark
n. sein Verh<ixis zu d. niederdt. SUdten
bis X. J. 1618, s. 1901 . 1S5S. (S«p a. : Zt. d.
Ter. f. labeck. O. 8, 814-410.) [1:!41
Stfibely B.. Aus d. letzt. Lebens-
jahre König Philipps IT. von Spanien.
(Mitt. d. Inst. f. österr. G.forschg. 22,
443-64.) [1242
Miller, Johl*, Die Terdienste Zachar.
Oeixkoflera am d. Beschalfang d. Geldmitt«!
f. d. TOrkenkrieg Badolfs IL, s 1901, 1S55.
(Auch als Manchen. Diss. erscb. 1900.) 1843
Heile, G., Der Feldzug geg. d.
Türken u. d. Eroberg. Stuhlweissen-
burgs unter d. Erzherzog Matthias
V. Oesterreich 1601. Rostock. Diss.
72 S., Kte. [1244
Bnschbelly O., Zur Biographie d.
Justus CalvinuB (Baronius) Vetera-
castrensis. (Hist. Jahrb. 22, 298
-316.) [1245
DaTÜl^y L«, Les relations de
Henri IV. avec la Lorraine de 1608
ä 1610. (Revue hist. 77, 32-69.) [1246
Mill«r, lag. , Der Jaiich-Gleresche Erb-
folgestreit 1 J. 1614, s. 1900, S819. (Auch als
Manch. Diss. 1900 ausgegeben.) Res: Korr.-
Bl. d. westdt. Zt. 20, 147-50 H. Löwe. [1S47
(Arch. f. d. Stnd. d. neuer. Sfwadbai
106, 241-57.) [1248
StiliB, T^ Beitrr. a. 6. d. dOjilir.
Kriege«. (Württ. VierteljJifle. 10,
389-99.1 VgL 1900, ISSTu. 3346. [1248
1)
SelMakgm. im Bccm« m^ Tsila d. hMtif.
Kgia. Wftrttb. «. a. w. ; f ) Z« f^»»*— •
S) Zo G^.-lUt J. K. ▼ VaxBbaler; 4)
•iBMUg. d. Mftapel^mrder lämie «L
Wftrttb. in ikz« «IsaM. ITf ilif dm
Weett Friedca.
Grotefesd, O», Mecklenburg unter
Wallenstein u. d. Wiedereroberff.
durch d. Herxöge. (Sep. a.: Jahrbb.
d. Ver. f. mecklenb. G. Jg. 66.)
Marburg. Diss. 59 S. [1250
Seblier, D., Zusanunenknnft Gu-
stav Adolfs mit Christian IT. t.
Dänemark zu Ulfsbäck 1629. (Preuss.
Jahrbb. 105, 39-68.) [1251
Kreb8, J.« Melc^or ▼. Hatzfeldt
u. d. kleine Krieg um Breslao, Jan.-
Apr. 1634. (Zt. d. Ver. f. G. Schle-
siens 35, 271-302.) [1258
Kliffe. H., EinfaU d. kais. Gene-
ral-Wacntmeisters Joa<^iim Ernst ▼.
Krockow in Hinterponunem, 1643.
(Pommersche Jahrbb. Erg^izgebd L)
Greifswald, Abel, x, 167 S. 4M. [125S
Res.; Altpreoas. Monateschr. SS, 4991
Perlbacb.
Riezler, S., Schlacht b. Alerfaeim,
3. Aug. 1645. iSep.: a. : Sitcungs-
berr. d. Münch. Akad.) Manch., Frans.
S. 293-338. 40 Pf. [1254
Mayer, J. Q*, Das Konzil v. Trient
u. d. Gegenreform, in d, Schweiz.
Bd. I. Stans, v. Matt & Co. 346 S.
4 M. [1256
Bes.: Hist. Jahrb. t2, 801 f. Baehl.
Cameniseh. C, Carlo Borromeo
u. d. Gegenreform. im Veltlin, m. be-
sond. Berücksicht d. Landesschule
in Sondrio. Chur, Hitz. 282 S.
6 M. [1256
Rez.: Theol. Litt.- Ztg. 1902, Nr. 2 Orftts*
macher.
Plaget, A.; La r^bellion du Lande-
ron en 1561. (Jahrb. f. schweizer. G.
26, 69-144.) — H. Nabholi, Die
öffentl. Meinung in Frankreich u. d.
Veltlinerfrage zur Zeit Richelieus.
(Ebd. 1-67.) — M. Taler, Die Be-
ziehgn. d. Tiroler Hofkanzlers Wilh.
Biezmer zu Graubünden. (Anz. f.
Schweiz. G. 1900, 346-65) [1257
Gegenreformation und 30 jähr. Krieg.
^49
Reichenberger , B., Zur Admini-
stration d. Regensburger Kirche unter
Hzg. Wilhelm V. v. Baiem. (Rom.
Quartalschr. 14, 356-76.) [1268
Riedler, F. J«, Das Dominikane-
rinnenkloster zum Heiligen Grab in
Bamberg u. Bischof Jon. Gottfr. v.
Aschhausen; e. Beitr. z. G. d. Gegen-
reform, im Hochstift Bamberg. (60.
Bericht d. bist. . Ver. zu Bamberg
S. 67-107.) [1269
Merk, 6., Zur G. d. 30iähr. Krieges
in Oberschwaben u. im Ailgäu. Nach
handschriftl. Aufzeichngn. v. 1628-82
(s. 1901, 1316). Schluss. (Allgäuer
G.freund 13, 56-82; 86-106.) [1260
Beck, F., Beziehgn. d. württemb.
Herzogshauses zum englisch. Hofe.
Herzog Friedrich v. W, in d. „Lu-
stigen Weibern'^ t. Shakespeare.
(Diözesanarch. v. Schwaben, 19, 97
-106.) [1261
Bassler, Beitrr. z. Notlage d.
württb. Kirchendiener im 30jähr.
Kriege. (Bll. f. württb. Kirch.-G. 6,
64-70; 121-40.) [1262
Wagner, £., Die Reichsstadt
Schwabisch Gmünd vom Tode Kaiser
Maximilians IT. 1676 bis z. Anfang
p. 17. Jh. (Württb. Viertelj.hfte. 10,
161-99, 464.) Forts, zu Band H,
282 flf. [1263
Neu, Wie man [in Kupprichhausen]
vor Gustav Adolfs Erscheinen re-
katholisierte. (Dt.-ev. Bll. 26, 771
-80.) [1264
Beusä, R., Les suites d'un em-
runt. Episode des relations diplom.
de la Cour de France avec la r^-
publique de Strasbourg, 1646-48.
(Ann. de 1 Est 15, 638-91.) Vgl. 1901,
1386. [1266
Heuser, £«^ Die Pfalz zu Anfang
d. 30 jähr. Ejneges. (Pfalz. Museum
18, 146-60.) [1266
Diehl, W., Zur Kirchenkunde der
Dreieich. (Beitrr. z. hess. Barch. G.
1, 72-92.) — Ders., Die Rettung d.
Darmstädter Kirchenglocken i. J. 1647.
(Ebd. 107 f.) [1267
Kühl, J«, Die kirchl. Zustände in
Jülich zwisch. 1560 u. 1650. (Rhein.
G.bll. 6, 15-27.) — Ders., Der Pro-
visionalvergleich v, 1621. (Ebd. 49
-58; 69^77; 107—11.) [1268
Cnno, F. W«, Fran9oi8 Dujon, nach
sein. Leben u. Wirken, vornehmlich
unt. d. wallonisch. FlüchÜingsge-
meinden d. 16. Jh. (G.bll. d. dt.
Hugenotten-Ver. XI, 1.) Magdeb.,
Heinrichshofen. 27 S. 60 Pf. [1269
Brants, Y«, Un ministre beige au
17. si^cle. Jean Richardot, chef-
pr^sident du conseil priv^ des Pays
Bas, 1697-1609. (Sep. a.: Bulletins
de l'Acad. roy. de Belg. 1901, Nr. 8.)
Louvain, Peeters. 86 S. 1fr. 50. [1270
Blök, P« J«, Huygens ambteligk
leven. (Bijdragen voor vaderl. gesch.
4. R., n, 71-90 ) [1271
Witt, F., Uebertritt d. Konr. Schiller in
Boien lur Inth. Kirche, 1637. (Scbrr. d. Ver.
f. achleBW.-holst. Kirch.-O. Beihe 8, Bd. JI,
Hft. 1, 1S7-41.) [1S7S
Biemer, M«, Die Einführg. d. Re-
formation in den Dörfern d. Holz-
kreises. Auf Grund d. Protokolle d.
Eirchenvisitationen in d. Jahren 1662
-64. (G.bll. f. Magdeb. 36, 1-48.) [1278
Gröggler^ H«, Der grosse Brand
d. Stadt Eisleben im August 1601.
(Mansfelder Bll. 15, 126-43.) [1274
Schmidt, F., Das Amt Weissen-
fels 1626. (N. Mitt. a. d. Geb. hist.-
antiq. Forschgn. 21, 48-61.) [1276
Schroedel.H« u. H. Moeller, Ernst
d. Fromme, Hzg. zu Sachs.-Gotha u.
Altenb., e. Pädagog unt. d. Fürsten.
Gotha, Thienemann. 40. 72 S.
1 M. 20. — M. Mahlmann, Magister
Andr. Reyher, d. treue Mitarbeiter
Hzg. Ernst d. Fr. Ebd.6«lS. IM. [1276
Bohnenst&dt« B., Das Prozessver-
fahren geg. d. Kursächs. Kanzler Dr.
Nikol. Krell, 1691-1601. Hallenser
Diss. 68 S. [1277
Schmertosch t. Riesenthal, B« t«,
Die böhmisch. Exulanten unter d.
kursächs. Regierg. in Dresden. (Neues
Arch. f. sÄchs. G. 22, 291-343.) [1278
Härtig, Der Peniger Eirchenstreit
unter Wolf d. Aelteren v. Schönburg
1560-67. (Rochlitzer Diözesan-Bote
10, 1-11.) [1279
Werner, A., Erhebgn. a. d. Kirchen-
büchern d. Stadt- u. Hauptkirche zu
Guben f. d. Jahre 1612-60. (Nieder-
laus. Mitt. 6, 277-802.) [1280
StoJeaÜB, ■• T., Die Beietiang d. Pfurre
sa OtUts 1604; Bericht d. CandidAten Paul
Möller an d. Superintendenten ttb. die Her-
gänge bei d. Probepredigt in d. Oültser Kirche
8. Jan. 1604. (Monatsbll. d. Oes. f. pomm.
O. 1901, 114-81.) [1881
Sommerf eldt, G», Zur G. d. pomme-
rellischen Woiwoden Grafen Gerh. y.
Dönhoff, t 23. Dez. 1648. (Zt. d.
westpreuBS. G.-Ver. 43, 219-65.> [1282
Uistor. Yierteljahrechriffe. 190i. 8. Bibliographie.
•50
Bibliographie Nr. 1283—1335.
Cmmnd, <».• Die Tenchrrib^ Ab. d £r-
bcbg. <L Flecken« JobABaübarg xar Stadt t
J 1645 ^Mitt^ d Uttar^r G^ MaaoTiA S.
ait»r rir
Zt. «7, &11-2A
cj Innere Verhäitnisge tunUr Aus-
schlug von BeUgion und Kirchej.
u) TMfawvxi«; WiiUehmtU-, «. SocUl-
^eschichte; Bechtsgcachicbte ; KriegaweMa.
KttcUer, K. Bericht über d. SUaU-
verwaltg. v. Obwalden t. 1646-1600.
(Obwaldner GblL Hft 1.) [1284
Roetz, J. M.^ Die Finanzznfltftiide
im Erzstift K9hi währ. d. ersten
Reffienmgsjahre d. Korf. Ernst v.
Baiem, 1584-88. (Ann. d. bist. Ver.
f. d. Kiederrh. 72, 1-88.) Sep. als
Bonner Diss. ersch. [1285
Walter. F., Die erst. Privilegien
d. Stadt Mannheim v. J. 1607. (Mann-
heim. G.bll. 2, 123-29.) [^1286
ZoekkoM, E., Herrschaftliches
Privilegium d. Stadt Triebel, 1624.
(Niederiaus. Mitt. 6, 303-10.) [1287
Hörath^ A., Die dt. Zunftordnung
d. Krummauer Weber v. J. 1568.
(Mitt. d, Ver. f. G. d. Dt. in Böhmen.
40, 141-150.) [1288
DragendorlL E., Amtsrecess d. 6
wendisch. Städte v. 19. März 1624.
(Hans. G.bll. 1900, 156-62.) [1289
Mlelke^ R.^ Das Innungsbuch d.
Schneider in Triebel. (Branden -
burgia 8, 259-62.) [1290
EIckhoff. IL, Register d. Güters-
loher Zuscnläge 1532.) (Jahresber.
d. bist. Ver. f. d. Grafsch. Ravens-
berg 15, 141-57.) (^291
Besckreibnng d. fiskalisch. ^fVäl-
der (Forsten) Masurens a. d. J. 1614.
(Mitt. d. litter. Ges. Masovia 6, 134
-58.) [1292
Knotty R.y Glockenrechngn. f.
Klostergrab u. Niklasberg a. d. J.
1614 u. 1650. (Mitt. d. Ver. f. G. d.
Dt. in Böhmen 40, 154-57.) [1293
Mnmmenhoff, E., Zolldifferenzen
zwischen Nürnberg u. München, 1577
-80. (Mitt. d. Ver. f. G. d. St. Nürn-
berg 14, 239-44.) [1294
Stoppelaar 9 J. H. de, Balthasar
de Moucheron; een bladzijde uit de
Nederlandsche handelsgesch. tijdens
den tachtigjarigen oorlog. 'sGravenh.,
Nijhoff. xij, 214, 101 S. [1295
CIasimb, SohweU. Baaerapolitik im Zeit-
Klee, E.9 Die Stra&echtstheone
der Carolinm u. des CarpsoT. (Zt t
vergleichende Rechtswias. 15, 3^
74.) [1197
Bm^ t. IMl, 1420 (Köhler A Schetl,
PeinL GerieblaordBir. K«ria V.): ^i«t. Ztffii,
M-90 SehTMer ; Zt. d. SmyrigmjS^it^, f. Bcdrta-
O 22, 6«r«. Abu«., 437 f. Bnick.
Selffcrt, B., Akt«B«taek0 batr. •. PnwM
d. Rata« t. Strmmahmrg 8'*^- Heiit« Fri«dn^
«- TaleatiA Ludwig, G«brad«r r. Pfoel ii
6iel«dorf , 1M4-1«47. (Bnuulenbwsia 9, MI
-1«) [191
Witte, H., Wilh. Ul^ioge u. mat
F&lflchgn. ( Jahrbb. d. Ver. f. mecklenb.
G. 66, 7-64.) [1*99
Bieaemaui, F., Zar 6. d. ScUom-
r richte in Livland. (Sitsungsbeir.
Ges. f. G. etc. d. OatseeproviniCB
RuBslands 1900, 17-36.^ — Dert,
Zur G. Engelbrecht v. Mengdens n.
seines LandrechtsentwnrfB. (Ebd, 57
-71.) . [1300
G.. 2 Gestellungsbefehle a. d.
30 jähr. Kriege. (Diözeaanarch. t.
Schwaben 19, 140-42.) [1301
LandesTerteidigun^niasn-efeli
der Fürsten v. Anhalt zur Zeit A
30 jähr. Krieges. (Militär -WochenbL
1901, Nr. 79.) [130J
ß) Bildosg, Litt«ntar ncd Konst.
Winter, Z^ Na kathedfe v Karo-
linum ( Auf d. Katheder imKitfolinum).
(Casopis musea kr^ovatvf Öesk^o
72, 12-38.) [130S
Clemen, 0., Zur G. d. Akademie
zu Altdorf. (Mitt. d. Ver. f G. A
St. Nürnberg 14, 252-58.) [1304
Mayer, Herrn., Mitt. a. d. 3. Mt-
trikelbuch d. Univ. Freiburg i. B^
1585-1656. (Alemannia N. F. 2, 23-55.)
Vgl. '98, 2012. £1305
Eayel, L*6oole latine et Tancienne mcmik-
mie de Strasbourg, 1538-1621, s. 1900, SS79.
Re:i. : Zt. f G. d. Oberrh. 16, 166-57 Knod. [1901
Kmdewig, J., Erlass d. Kölner
Universität zur Regelung d. Depo-
sitionsbräuche. (Zt. f. Kultur -G 9
13-25.) [1307
Weinhold, P., Die Stellung d.
Kurfürsten August z. Universität
Leipzig. Lpz. Diss. 99 S. — Zinek,
Das Stipendiatenwesen d. Univ.
Leipzig zur Zeit d. Kurf. August,
1553-86. (Mitt. d. Ges. f. dt. Erziehgs.-
B«formation, Qegenief. n. 30 jähr. Krieg; Innere TerhUtaÜBie.
•Öl
d. Ver, f. sächa, Voliakde. 2, 21H
-21.) |1308
Hertz, 6., Dae Schulwesen d. dt.
Keformation im 16. Jh. (8. 1901,
312U). Kpit. 681 S. 16 M. 1^1309
Esbuche, 0,, Sarceriuaala Erzieher
u. Schulmann. Siegener Progr.
74 S. [1310
Saliger, ff., Peter Scherere (Schö-
rerg) Rede, welche er mit anderen
Aeltesten d. Schulmeistern m Niemt-
Bchitz in Mähren 16. Nov. 1569 ge-
halten hat, a. d, Schulordnang v J.
1678, (Mitt. d. Ges. f, dt. Erziehgs.-
u. Schul-G. U, llS-27.) [1311
Fluri, A., Die bemische Schul-
ordnung V. 1548. (Ebd. 11, I5a-ai8,)
— J. W. HeflB, Ordnung d. dt.
Scbule zu BarfuBsem in Baael, 1579.
(Ebd. 21ä-35.) — Bob. Lang, Lehrer-
zeugnia 1627, (Ebd, 236 f) [1312
Kaiser, H., Bischof EroBmus u d,
feplante Gründg. e. Bildungsanstalt
d, KleruB d, Bistums Strasaburg,
(Ebd. 267-75,) G. Knod, Das
Paalterium d, Josias Bihel v, J, 1694,
(Ebd, a76-86.) [131:*
Rüge, W., Blütezeit d. dt. Schulen
Lübecks in d. 2. Hälfte d, 16. Jh.
(8ep. a,: Zt, d, Ver f, Ifibeck, G. 8,
41U-646.) Leipz. Difla. 137 S, [1314
Scbneldcr, M., A. Reyhera Schal-
f setze f, d. Gymnasium Illustre a,
J. 1641. (Mitt, d. Gas, f dt, Er-
ziehgs,- u, Schul-G. 10, 79-111.) Vgl.
Nr, 1276, [1316
Flemming, F.. 2 Aktenstücke z.
G. d. Klosterschute Roaaleben. Roaa-
leb. Progr. 4°. S. 1-3. [1316
VprEflchali d. Schul» d. Firllkolu-
■nt. Jibren D>«h Ibrar (.rnndg. (Mitt. d'
Vetter, Th., Litterar.
EW. England u. d. Schweiz im Re-
form ationsiwitalt«r. (Gratulationa-
Bchr. d. Univ. Zürich z. 450jähr,
Juhil, d, Dniv, Glasgow.) Zürich,
Zürcher & F. 4", 42 S, [1318
B«: Dt. Lltl -zig, I»H, Nr S Thamman
SpirgatlB, M., Die litter, Produk-
tion im 17. Jh. u, d, Leipziger UesB-
hataloge. (Sammlg, bibliothekawiss.
Arbeiten, hrsg. v. Dziatzko, 14, 24-61.)
8ep. Lpz., Spirgatia. S M. 60, [1319
' Ortr«;, F. van, Lettres de Jean
MolanuB (van der Molen) 4 G^rard
et ä Barthßlemy Mercator. (Compto
rendu des s^ances de la comm. roy,
I de rhiat. de l'acad. roy. de Belg. 11.
I 146-214.) (1820
«olthcir, Sai dt. Alteitnm In d. Aii-
. Lltl.-0. 1
Plitor; Euph-.rlon f, .Ui-SO Beo.oh.1. [l»!l
Brnng, F., Zur Lebens-Q. d. Chro-
nisten Hnr. Rehhein. (Hans. G.bll.
lUOO, 166-68.) [1322
Netzhammer, B., Theophrostus
Parazelsns. Einsideln,BenEiger. 1768.
4 M. [1323
Oen^e, B., Hans Sachs u. seine
Zeit. 'J. durchgeseh. Aufl. Lpz., J. J.
Weber, ivj, 624 S, 10 M. [1324
Schmidt, E., Der christl. Ritter.
(Schmidt, Charakteristiken. 2, 1-23.)
— Dera., Hans Sachs. (Ebd, 71
-80.) [1325
Buge, S., Die Quellen v, Fischarts
Ebezuchtbachlein. (Zt. f. dt. Philol.
33, 284-86.) [1326
Bolte, J., Bigome u. Cbicheface.
(Arch, f, d. Stud. d. neueren Sprachen
106, 1-18) 11327
JeUlnek, M. U., Theobald Bocks
Sprache n. Heimat. (Zt. f. dt. PhUol.
33, 84-122.) [1328
Fischer, U., Neues üb, G. R. Weck-
herÜn. (Euphorion 7, 48-G4.) [1389
LI«b>aM, Th. I., Der luiarnlKha
DIcliMr Pnoi KAU. (Aju. f lehwaii. 0. 1901,
404 f.) [isao
Biehl, B.. Von Dürer znRubens;
e. geschieht!. Studie üb. d. dt. u.
niederländ. Malerei d. 16, Jh. (Ab-
hdign. d, bist. Classe d haier. A^ad.
d. Wies. 22, 186-229.) [1832
Pauli, G., Hans Sebald Beham;
e. hrit, Verzeichn. sein. Enpferstiche,
Radirungen u. Holzschnitte (Hft. 33
T. Nr. 671,) Straesb,, Heitz, 6218.,
36 Taf. 86 M, [18SS
Stolberg, A., Tobiaa Stimmer,
Sein Leben a, sein. Werke m. Beitrr.
z. G. d. dt. Glasmalerei im 16. Jh.
Mit 29 Lichtdr.-Taf. (Hft. 31 v. Nr.
671,) Ebd, U9 8, 8 M. [1384
Bahn, J. K., GlasgemUde a. d.
Anfang d. 16. Jh. n. iure Vorlagen.
•52
Bibliogn^hie Nr. 1336— 1S86.
(Anz. f. Bchweiz. Altertkde. 3, 58^6;
2 Taf.) J^*^^
HelM, E.5 Der Zimmem'sche Toten-
tanz a. seine Copien. Giessener EHbs.
69 S. [1336
Doebner, R«, Des Bildschnitzers
o. Malers Hans Brügg^emann Ge-
burtsort. (Repert. f. ^mstwiss. 24,
124-26 u. Zt. d. bist. Ver. f. Nieder-
sachs. 1901, 272-75.) [1337
Beraatikly J., Die Meister d.
Gk>ttorfer Fürstenstuhls, i Schrr. d. Ver.
f. schlesw.-hobt. Kirch.-G. Reihe 2,
Bd. n. Hft 1, 87-96.) [1338
Magner, K., Zur schlesisch. Kera-
mik d. Renaissancezeit. (Schlesiens
Vorzeit N. F. 1, 122-32.) ri339
Morii-Eiehboniy K., Fabian witsch
e. Breslaaer Goldschmied d. Spät-
renaissance. (Ebd. 107-21; Taf.) [1340
Starke, R«, Biographie Sam. Bes-
lers. (Monatshfte. f. Musik-G. 33,
141-51; 161-72.) [1341
LangelOtJe, E., Die Musica figu-
ralis d. Magister Daniel Friderici;
e. Singefibel d. 17. Jh. als musik-
geschichtl. Beitr. Progr. Berl., Gaert-
ner. 4^ 30 S. 1 M. [1342
Laekoirlti. W., Die Anfange e.
Hofkapelle in Berlin. (Brandenburgia
8, 169-74.) [1343
Stötiner^ P., Osterfeiem; hrsg.
nach e. Zwickauer Hs. a. d. Anfange
d. 16. Jh. Zwickauer Progr. 4«.
29 S. [1344
}-) Yolktleben.
Herzog, H., Zur Kostüm-G. d. 16.
Jh. (Anz. f. Schweiz. Altertkde. 3,
56 f.) [1345
Obernitz, r., Kurze Nachrr. üb.
abgehaltene Turniere. (Viertelj.schr.
f. Wappenkde. etc. 29, 234-46.) [1346
Hampe, Th.« Ueb. d. grosse Nürn-
berger Glücksnafen v. J. 1579 u.
andere Veranstaltungen solcher Art.
(Mitt. a. d. Germ. Nationalmus. 1901,
80-64.) [1347
Zingeler, K. Th., Verordngn. geg.
Fluchen u. Schwören. (Mitt. d. Ver. f.
G. etc. in HohenzoU. 34 , 89-96.) [1348
Moier, J., Sch&ndebrief d. Gebrüder Frans
v. Christoph t. Dorstadt geg. Bflrgermeister
u. Batmannen sn Stolberg wegen e. Schuld t.
5000 Goldgnlden, am 166S. (Zt. d. Hars-Yer.
M, n, 479-8S.) — E. Jacobs, Die t. Dor-
[IM
t ▼.J.lCn. (Mitt
Ti^i'T^) tum
■tadt*sche Seholdfordsrig.
Stolberg. (Kbd. 481-M.>
BaakyC.T., Km Taatea
d. Altwt.-yer. Pl«««a 14,
8MUierflBl4t, f}^ Bib«HkB|r in Ortguunwei,
beeoaders im HaaptJUBt« Til^ 1584. (Zt t
koltar-O. 9, M-«l.) [USl
Paiüvs, S^ Zur Wanderlitteratnr
d. 16. Jh. (Zt. f. kath. Theol. 25,
762 f.) [1852
Diel, J., Frdr. Spe. 2. Anfl. r.
B. Duhr. Freib., Herder. jx,147S.
1 M. 60. [1361
Hams^ k»j Aberglaabe vu Zeichen-
deuterei in Pommern w&hr. d. 16. il
17 Jh. (8. 1901, 5470). Sdilnfls. (BlI
f. pomm. Yolkskde. 9, 177-80.) [1354
Peterg, H., Die Heilkonst in d.
Stadt Hannover währ. d. 16. Jh. (Han.
nov. G.bU. 4, 387-61^ [ISW
Lager, Eine Verordnung d
trierisch. Stadtrats a. d. J. 1597 sor
Abwehr u. Bek&mpfang d. Peet-
gefahr. (Trier. Archiv. Ehri^nsgahü 1,
87-92.) [1356
Hayskens, T., Zeiten d. Pest in
Münster während d. 2. Hälfte d.
16. Jh. I. Schnl-Progr. MOnster. 4*.
31 S. [1357
6. Vom Weatfäi. Frieden Ms «.
Tode Karls VI. t«. Friedr.
WühHms I., ie^S^1740.
Monteenecolly R« t«, Korrespon-
denz mit Pater Maximilian Monte-
cuccoli, 1648-58. (Montecuccoli, An»-
Sew. Schrr. 4, 245-76.) — Deifc
^orresp. mit d. Kaiser währ. d. Reise
nach Finale u. Korresp. Kaiser Leo-
polds mit M., 1666. (Ebd. 277-307.)
— Dess. Korresp. w^en Yerleihimg
d. Ordens vom Gold, ^esse, 1665-68.
(Ebd. 309-85.) — Dess. Korresp. d.
Jahre 1672 u. 1673; 1680. (Ebd. 837
-58.) [1858
Bloky P« J«9 Drie brieven van
Sam. Sorbiöre over den toestand van
Holland in 1660. (Bijdragen etc. v.
hat. bist, genootsch. te Utrecht 22, 1
-89.) [1369
Wilhelm!, S., Marienburg. Chronik
1696-1726, hrsg^ v. R. Toeppen (s.
1900, 1485). Tl. IV: 1717-21. Ma-
rienburg. Progr. S. 237-316. [1360
Kenssler, F. r.« Patkuliana ans
J. G. Keyssler's ,^eaesten Reisen^.
Vom Wentf alisclieii Frieden bis 1740.
•53
(SitaungBlierr. d. Ges. f. G. d. Ostsee-
prov. Ruaslands 1900, 110-20.) [1361
Urkunden u. Aktenstfieke z. 6. d,
Kurf. Friedrich Wilhelm v.
Brandenb. (b. ISOO, 1491). XVn-.
Polit. Verhdlmi. Bd. 10; hrsg. v. R,
Brode. Öi;6 S. 34 H. [1362
UauTlUer. E., Alsatica aus d.
Pariser Nationalbibliothek s. O. d.
17. a. 18. Jh. (Zt. f. G. d. Oberrh.
16, 6S8-47.) Vgl. 1901, 1463. [1363
Depesehea. YcDetianische, vom
Eaiserhofe (Dispacci di Germania).
Hrsg. V. d. bist. Eommiss. d. kaiaerl.
Akad. d. Wiss. Abtlg. H, Bd. 1:
April 1667-Juli 16(11. Bearb. v. A,
F. Pribram Wien, G«rold, xxnj.
729 S. 11 M. [1964
Hirsch, F., Zur Q. d. polnisch.
EOnigBwahl v. 1674. (Zt. d. west-
preusB. G.-Ver. 43, 1-160.) [1886
fipkaktlB, Balation dB U coar diFnnii*
an 1< 0, »so DU lodu mljt. p. E. Boni-
goolB, I lüOI, Mie. Boi : Hltl d. Inil. C
Oitsrr. O. 11, eSa-Si CutalllsH. [ISSa
Vogfiä, de, Le dnc de Bourgogne
et le duc de Beanvillier. Lettres in^d.
1700-1708. Paris. Plön, 1900. xyj,
432 S. [1867
Bkat«, P-, Bin poUt. Ttitoinaiit KOuIg
AapilW <■. SUrkan (1. IWl, USl). Baricfati-
gung. (Hlat. Zt. »1, fiSIf-l [1SB8
Uiilgmui, M., Quelques docn-
meutB iuäd. sur 1a com de rarchi-
duchesse Marie-filigabeth d'Aatriche,
gonvemante des Pajs-Bas. (Ann. de la
Soc. d'archl. deBnu. 16,65-78.) [1369
Duncker, C. r,, Briefwecnsel d.
preusB EOnigsfamilie mit d. Eaieeriu
Elisabeth Christine aniasBlich d. Ver-
lobnngd. Eronpriuzen Friedrich, 1 732.
(Streffleura Osterr. milit. Zt. 42, m,
336-41) . — [1370
. Wehrutann, W., Lied aas Stettins
Belagerung, 1677. (Mouatsbll. d. Ges.
f. pomm, G. 1901, 140-48.) [1371
iVelB«,0., Zwei satirische Gedichte
d. 17. Jh (Mitt. d. geschichtsforBch.
Ver. in Eiaenberg 16, 21-26.) [1372
Uaake, P., Joh. Frdr. v. Wolf-
fVamsdorf u. d. Portrait de la cour
de Pologne (s. 1901, 8486). Scblnss.
(N. Ärch. f. Blchs. G. 22, 344
-78.) [1378
Friedlfaider, E., Berliner geschrie-
beneZeitnngen a. d. Jahren 1713-1717
n. 1736; e. Beitr, z. preuBS. G. unt.
KönigFriedr, Wilh.I. (= Nr.76Ö.) Berl.,
MitUer, ijv. 720 S. 14 M. [1874
Welniti, F., Des DeDtsch-Fran90B8
Jean Chretien Toncements Schilderg.
Berlins a. d. J. 1780. (Sclur. d. Ver.
f. G. Berlins 37, 53<71.) (1376
1660-1679. 442 8. 7 M. 60. [137«
E.». Dl. Wll.-Ztg. 1»», Nr. 1 W. Niadii
FoTHli^. I. brudb. s. pnsM. O. li, '61t.
Sshlamum.; Litt Oil. 1901. Ni. 11 K. L.
Seraphim, A,, Eine Schweater d.
Gr. Eurfarat«n Luise Charlotte, Her-
zogin v. Kurland, 1617-76. (Quellen D.
Unterauchgn. z, O. d. HauBea Hohen-
2oUem, hrsg. t. Bemer. II, 1.) Berl.,
Ihmcker & E. 162 S. 4 H. [1377
HossmanH, X., Le congr^ de Nu-
rembergeträvacnationdesTÜlesd'Al-
sace.Sept. 1649-JniDl660. (Ber.d'Als.
Gl, 113-40; 3S6-401; 612-66.) [1S78
Fruln, K.^ Over de oorlogsplannen
van prins Willem Ü. na zijn aanslag
op Amsterdam in 1650. (FtuIu'b ver-
epreide geschriften 4, 122-92.) —
Dera. , Het proces van Buat. (Ebd.
261-804.) — DerB., WiUem m. en
cijn geheime onderhandelingen met
Earel D. van England in 1672. (Ebd.
3:j8-.'i6,) — DerB., De schuld van
Willem m. en zijn vrienden aan den
moord der Qebroeders De Witt.
(Ebd. 357-76.) — Ders., De slag van
Saint - Denis in verband met den
tijn verhouding tot Engeland.
(Ebd, 5, 1-198.) [1879
a>aU, 3oh. PbU. >. SohöDbom. a IMO,
MSB. Bai.: mit. d. luit f. Mtan. Q. ü, «7»
-SB Ludwahi T, pn^snin. [ISBO
■■CEkowskl, E. A., Beitrr. z. Q.
d. 2. schwed.-poln. Enegea, 1665-60,
n. der Tataren einfalle in PreuBsen,
1656 n. 1667. (Mitt. d. litter. Qes.Haso-
Tia6, 10-47.) Vgl, 1900, 14B3, [j881
MlchelB, K., Zur Vor-G. v. Lud-
wigs XIV. EinfaU in Holland. Hal-
leneer DisB. 1900. 43 8. [1383
Scholti, Adr., G. d. Vertrages v.
VoBsem. "n. I. Bergedorfer Pjogr. 4*.
13 a. [1888
HIneh, F., Die Wahl Joh. SobieBkis
tum EOnig v. Polen. (Bist. Zt 87
824-69.) [1384
Wimu-Mi, N., Znr Entstehnngs-Q.
^
Bibliographie Xr 138S— 1430.
d. bnmdenb -seh wed Kriege» 1675-79.
(Forschgn- z. brandb. u. preu>s. G
14. 267-7*. [IZr^
Uir^ehj F.« Die Znnammenlninft
d. Gr. Kurfürsten mit d. König Chri-
stijBi V. Ton DSnemark so Ek>beran
4.-6 Dei 1678. Ebd. 14, 6^53 [13^6
Wokl will^l^ Wann endete d Hanse ?
(Hans- Gbll. 1900, 13^41. [1387
PrelMBhamBer, H., Marach d.
polnisch. Hilfsannee anter König
Johann LQ. Sobieski dorch Schl<^en
o.Mährenl683; hrsg.v.F. TTarniek.
(Zt d. dt Vcr. f G. Mähren« u.
Schieden« 5, 374-92. > [13^^
l'revM^ G. F., Oe«terr., Frankr
IL Baiem in d, «panisch. EIrbfolgefrage,
1686-89. Hist Viertelj.8chr 4, 309
-33; 481-603.y [1389
DMtTj Die Besetxg. Heilbronns
dorch d. Franzosen 1688 a. d. Schick-
sale d. in franz. Gefangenschaft ge-
lahrten Heilbronner Geiseln. Bericht
d. hist.Ver. Heilbronn 5, 1-47. [1390
Laa^BiaMB, K. t., Wilhelm HI.
T. England u. Max Emanael t.
Baiem im niedeiiänd. Kriege 1692-97.
Mönch., Lindaaer. HO S 2 M. Vgl.
1901 , 1499. — G. F. Prems», Max
Emanuel ▼. Baiem u. d. Hof za
BrösseL BeU. z. AUg. Ztg. 1901, Nr.
265.) [1391
Frie^eRsbmrg, W., Die röm. Kurie
o. d. Annahme d. preuss. Königswürde
durch Kurf. Friedrich III. t. Brandb.
1701. vHist Zt. 87, 407-32 ) [1392
Hemser, E., Der spanische Erb-
folgekrieg mit besond. Berücksich-
tigong d. Pfalz o. anderer Gebiete
am Oberrhein, i Pfalz. Museum 18,
97-102; 113-18; 129-36.^ — Ders.,
Krieg in d. Pfalz, 1705 u. 1713.
(Ebd. 137-40.) — Ders., Die Fran-
zosen in Blieskastel 1709. (Ebd.
167f> [1393
Roseftlekaer, A^ Zur Restitutions-
politik Kurfürst Max Emanuels v.
Baiem : I : Max Emanuel u. d. Haager
Konferenzen, 1709 MSxz bis Juni.
ü: Geheime Separatverhdlgn. Max
Emanuels mit Holland u. d. Kaiser,
1709 M&rz bis Sept. (Forschgn. z. G.
Baiems 9, 284-326.) [1394
B»«eBlekB«r, Stollnng d. Kvrftnten Mmx
Sbmib«! ▼. Baiem a. Jo«. Klemens ▼. Köln s.
KsiMrvahl Karls VL, «. 1900, 1514. (96 S aU
M flacben. Dim. a«air«g. 18J9.) Sex. : Mitt^ a. d.
hiat. Litt. 19, 80 f. L«idiiiger; Hitt. Vierte\j.
•ckr.4.S59t O Weber ; H ist. Zl^ 86, 9» f.
Hist Jahr^ 21, MOf Sclu««ter. [13*
Stoerk, F., Das Greiünralder
Bündni« zwischen Peter <L Gr. a.
Georg L vom 2«-^7. Okt. 1715. (Pom-
mersche Jahrbb. 2, 1-90.) [1396
Michael, W^ Ein schwieriger di-
plomat. FaU a. d. J. 1719. (ffiatZt
88, 5^-^. [1397
.irB#M, C. Fr., Aoarottang d.
Protesiantismiis in Salzburg nnt
Enbisch. Finnian o. sein. Nachfolgen
s. 1901, 1508 . Hallte IL (= Nr. 1158.)
112 S 1 M. 20. [1398
Bca. : HiM. Jakrb. »; 191 f. m. ^a6£ Ummm-
majcr: TImoL Litt-Ztfe. 19«l. Kr. I« K6Um.
■elf*!, E. Tk.. Wahl d. Prinan Pkflipp
Moiits T Baiera xwm Bi<«lM»f ▼. Pader^on
«. MftasUr. ■ 1900. Sl7.^. (Aach im: Haigol,
X««« fMckiekU. EMay« 8 z6l-aOS ) [UM
Bartf«t, La q«MÜoa d«a dix villaa iap^
rialM d Alsac«, l'^<-l»<iQi, a. 19«1. 1Sj9. Rea:
B«T d'Alaaee M, 115-rl Pfiater. (14M
Walter, F., Karl Philipp« B^e-
rungsantritt u. seine ersten Besuche
in Mannheim. 'Mannheim. G.bll. 1901,
Kr. 11.^ [1401
Kippeaherg, A., Die Sage Tom
Herzog t. Loxembuiv u. d. histor.
Persönlichkeit ihres Triggers. Lpz.,
Engelmann. 280 S., 1 Taf. 7 M.
^58 S. ersch. als Leips. Diss.) [1402
Werner. k»j Erhebgn. a. d. Kirnen-
büchem d. Stadt Guben währ. d.
Zeit T 1650-1700. XiederUna. Mitt
6, 406-25.) [140S
Kreb«, J., Herzog Christian t.
Wohlau- vZt d. Ver. f G. eic. Schle-
siens 35, 144-54.) ri404
Markgraf, H., Die Bilder der Bres-
laner Ratsherren t. 1667. TSchlesiens
Vorzeit in Bild u. Schrift N. F. 1,
87-99. [1405
Inmere VerhäUnisse,
Acta Borvssicm« Denkmäler d.
Ereoss. Staats verwaltg. im 18. Jk
de Behördenorganisation u. aUgem.
Staatsverwaltg. (s. '98, 3289). Bd. UI:
Akten v. Jan. 1718-Jan. 1723; bearb.
V. G. Schmoller, O. Kranake o.
V. Loewe. 767 S. 17 IL — Ge-
txeidehandelspolitik (s. ^96« 426).
Bd. II: Getreidehandelspolitik o.
Kriegsmagasinverwaltg. Brandenb.-
Preussens bis 1740. Darstellg. o.
sUtist. Beilagen t. W. Naud^.
Akten bearb. v. G. Schmoller u.
W. Naude. xjoj, 670S. 16 IL [1406
k
Vom West^iBchen Frieden bis 1740.
Lilt.-Ztg. IM», Nr, t Hermann.
Bergmann, R., G. d. ostprensB.
Stande u. Steuern v. lG8fl-17U4.
(= Sta&ta- u. aozialwiBB. Foracbgn.
XIX, 1.) Lpj., Duncker & H. ii,2i6S.
ö M. [1407
R«:J«hrb,f.OanUaebg.M,*(U-10Bimthl.
Hartmann, L. H., PreuaB. - Ssterr.
Verhandlgn. üb. d. CroMener Zoll u.
üb. e. General- Commerz -Tractat zur
Zeit Karls VI. (Wiener BtaatswisB.
Studien TU, 1,) Tübing., Mohr,
86 S. Subskr.-Pr, 2 M-40; Einzeipr,
3 M. 20, [1408
Villaret, Die Grflndg. d, Kolonie
Hameln u, d. Uanufaktnren (= Ha-
meln U). (G.bll. d, dt. Hugenotten-
Ver, X. 3/4,) Magdeb,, Heinrichshofen,
lyW, 40 S, 80 Pf, — ToUln. Daa
franz. Koloniegericbt u, d, Kolonie-
kommiaBar zu Hameln. (^Hameln III),
(G.bll, X, 9,) 20 S, 40 Pf. [1409
Baacb, A., Der Nilmbei^ei Rat
u, d. Donau -Main - Kanal - Projekt v,
J. 1656, (Mitt d, Ver, f, G. d. St,
Nürnbei^ 14, 244-Si.) [1410
BrkRirU, P., DItTtaae. KltMigDlet IGIS
HeUHer, E., Ein Schutzbrief f. d,
Juden V. Landau, (Pfalz. Muaeum 18,
162-a4,) [1413
Levrin, L., Die Judenverfolgungen
im 2. 8chv[ed,-poln, Kriege, 1G5G-
1669, (Aus: Zt. d, hiBt, GeB, f. d. Prov,
Posen Bd. XVI.) Pob., Jolowicz. 24 8.
80 Pf, , [1413
Racknitz, A>, Ein Eriminalfali v,
J, I6Ü1. (Sclin:. d, Ver, f, G. d, Neu-
mark 11, 103-62) [1414
Franke, R., Ein Prozess der Oeiat-
licben v. St, Jobanui» iu Chemnitz
mit d, Bauern d, eingepfarrten
Dörfer Gablenz u, Bernadorf, 1726-
1731. (Mitt, d, Ver, f. Chemnitz, G,
11, 102-22,) [1416
Hani, A> J>t Die ehemal, Miaaiona-
Station d. Benediktiner iu Schwar-
zach im Salzburg-Pongau, (Stud, u,
Mitt. a, d. Bened,- u. Ciat, -Orden 22,
4321',) [1416
Reinfried. K,, ViBitatlousberichte '
a, d. 2, HBlfte d, 17, Jahrb. üb. d.
Pfaneien d. Landkapitel Otteraweier,
Offenbui^u. Lahr. (Freibnrg.DiOzeBan-
Arcb, N, F, 2, 266-97.) [1417 !
Jungntüs, Die Breslauer Bischofs-
wahl 1682/83, (Zt d, Ver, f, G, Schle-
aiens »6, 245-fi7.) [1416
Enscbedri, J. A., Liaten a, d. Kor-
reapondenz Pieter Valkenier's , d,
holläud. Gesandten in d. Schweiz.
(ObU. d, dt. Hugenotten- Ver, X, 10.
1-61,) [1419
Hangmann, J., Oraf Zinzendorf,
d. Stifter der Brüdergemeinde, (Mo-
uatahfte, d, Comeniua-GeB. 10, 129
-B9,) — 0. Steln«eke, Zinzendorf
u, d. Katholiziamua ; e, Beitr, znm
Veratändn, Zinzendorfs, Halle, Hühl-
mann, 1902. 91 8, 1 H. 60. [1420
Kolb, Ch., Anfänge d, PieÜBmus
u. Separati«muB in Württemb, (s.
1901, 3527), ni: Die Hauptherde;
IV, : Die kirchl, Verordngn, (Württb.
Viertelj.hfte- 10, 201-51 ; 364-88,) [1421
Bonln, D.. Die Waldenaer-Ge-
meinde Pragela auf ihrer Wanderg.
ina Hessenland; aktenmäsaige Unter-
suobgn, Wormser Progr. 63 S, [1422
Becker, Bnr., Pietisten in Zerbat
1704-1709, (N, Mitt, a, d. Gebiet
hist.-ant, Forachgn, 21, 84-98,) [1423
NiemttUer, H., Matthias Dreck-
mann; e, westfäl. PaBtorengeetalt an
d. Wende d, 17. Jh, (Jahrb, d. Ver.
I. d, e», Kirch.-G, d. Grafschaft
Mark a, 202-35,) [1424
Hitler, Die Inspiiirten in Rostock
(Jahrbb. d, Ver, f, mecklenb. G. 66,
141-54.) [1426
HUt1«d,i8,Jb.Hüiich,DiBB,7lS.[1426
Fniow«r^ 0., Die erste Berliner
Zeitschrift in dt, Sprache. (Branden-
burgia S, 88-97,) [1427
Goerllla, Vf.. Die bist. Forschungs-
methode Job. Jak. HaskoTs. (VH. 4
V, Nr, 632.) Lpz,, Teubner. 70 8,
2 M. 40. 8ubskr.<Pr, 2 M. (38 8. er-
schienen ab Leipz, Diss,) [1428
Nef, K.. Zur G, d. dt, Inatrumental-
musik in d. 2. H&lfte d, 17. Jh. (Publik,
d, intern, Musik -Ges. Beihft, 6,) Lpz.,
Breitkopf & H. 79 8, S M, [1429
Leiektentritt, H., Reinh, Keiser
in Bein. Opern ; s, Beitr, z. G, d. frühen
dt, Oper, Berl, Diss. 37 8, [1430
Bibliographie Nr. UH1—U19.
BIchter, B. F., Job. S<^b. Bach
V. A. UniTersität zu Leipzig. iMonat«-
hfle. f. Miuik-G. 88, 102-lf> . [1431
Seheid, N., P. Fr. Luigs Uüchleiu
flb. d. Scbau«pielkuiut; e. lieitT. z.
Jesuitendramatik. (Gaphorion S, 57
-67.) |US3
LeeeingB. Berl. Disa. 60 S [1483
Eeller, L., Graf Albreclit Wolf-
mng V. Scbaumburg- Lippe u d. Ad-
mu^ d. Haurerbnades in V,rig\&ad,
Eollftnd n. Dtld. (MoDat«hfto. d. Co-
menius-Ges. 10, IBC-SSO.) St.-p. ant
d. Tit.: Vorträge n. Aufsfilie a. d
Coni«n.-Gee. HL, 3. Berl., 'üuertnci
10 S. 1 M. [it&i
Bancfa, A., GlückwnnachHchreiben
d. Nürnberger Rats an d. Kurf. Max
Emanuel v Baiern lur Jahrhundert-
wende. (Mitt d. Ver. f (i. d. St
Nürnberg 1*, S87f.) [US5
Schuster, G., Die Heimfüiirg. d.
Prinz eaaiD Dorothea v. Brandenb.
nach Caeael im Juni 1700^ Berichte
e. brandenburg. Diplomateti. (Zt. f
Kultur-G. 9, 38-89.) [1*36
John, G.. Gemein deordng. d.
Dori'es Harthau (Amtshaiiplmann-
■chaft Glauchau) a. d.J. 16&7. fMitt.
d. Ter. f. BlchB. Volkekde -i. 2ia
-18.) 1-U37
Laadai, i., Bamnlini. n. NuIi»<><iih ii^m
WArlHTHislobnli d. OioBinprioli« v r.ii
(Seta»lt. A«h. f. TDllukde. «, SS-.ii.i Vgl.
ItOO, Nr. IMl. — N. ICMlir, BoiUltunii .1
BahuMohltri LaoDh. yollBH in Wil. (E)id.
Darnwlrth, B., Johe. Reinhard,
Uagister aanitatia, u. d. Pest im
Oberlavautthale i. J. 1680. (Carintfaia
1, Jg. 91, 66-88.) [1439
Bodensteln, F., HeBaieche Akten-
atficke a. d. Pea^ahren 1666 u. 1667.
Benabeimer Progi. 4°. 23 S, [1440
SehwarU, F., Die letzte Peat in
d. Neumark. (Schir. d. Ver. f. G. d.
Neumark 11, 53-79.) [1441
Friedet, E., Urkunden ?.. G. d.
Berliner Anatomie. Ana d. Akten d.
Armendirektiou zu Berlin. (Oranden-
burgia 8, 318-16.) fU4ä
Stigloher, H. , Klooter We;iR
im öatetT. Erbfol^krie^. (Teil t Kr.
69*.) [I4tt
|F.d d AnDiLsii T. iT«u-ta .tu . Ha 4
mbUoH.ek d. Moiropolluuikapibai 1
Lehndorr, E. A. H., Tagebächer;
mitg, V. K. Ed. Scbmidt la, 1909,
157»), Fort«. (Uitt. d. litter G«.
Msaoria 5, 161-89.1 fl441
Briefe preusf Soldaten au« d.
Feldzügen 1756 n. 1757 a. ober 4
Schlachten bei Lobositz n Pit«
(- Hft, S V Nr, 768.) Bert. Hittlcc
59 S 1 H. öO. [14a
Lange, Edm., Die Beaetag. Greifr-
wald« durch d. Preusoea 1758 u. d.
Universität, i PotnmerBdie Jahrbb %
183-68.^ fI4«
[ChronikATtle* Notli«m l d. Iftt-pnairtirtfc
d. philofoph. Fäkal t. au Grci'awU.}
Eoser, R., Zur G. d. Schlacht bd
Torgau, (Forachgn: a. braudb. o.
preuB«, G, 14. 27S-91,) flMf
IBtiHchu d M>jon V Gsadl n d. Ka^lUH
BorhoKskl, H., Briefe Friedrich!
d, Gr. an d. General v, Stutterheint
d. Aeltoren, 1763-78, (Obet-l&ad G bll
3, 116-26.) . [UM
Mangold , W. , Jugendgedichta
Friedricha d, Gr. a. d. Rheinebersar
Zeit (s. 1901, 3671), SeblusH. (Arch.
f. d, Stnd. d. neuer, Spracben 106,
89-112,1 fi«,
VolUrinna, iaedita; a, d. kgL
Archiven in Berlin hr^g, v, W. Man-
gold. Berl, Wiegandt Ä Gr. 91 8.
5 M- [UM
Lucanna, A. H., Preusaeae uralter
u. heutiger Zustand. 1748. (Hakr. in
d, üniv.-ßibl. Königsberg.) Hrsg. L
Anltr. d. Litter. Ges. Maeovia Hft, I,
(BeU, zu Hft. VI d, „Mitt. d. litt
Ges. Masoria",) Königsb. . Beyer.
124 S. ö M. (1451
Schober, G., Spureu u. Denfc-
Denkniaier niaaiBcb. G. auf schleaisch,
Boden, Anhg.: Auazüge a, d, „Scble-
aisch, Ztg," V. 1813/14, betr, Baasea
inSchlesien. Breal, Trewendt, 166S
4 M. 80, (U58
Balllnger, H. P., Die Haltung d.
dl. Publizistik lu d. ametikan. Un-
abhiLngigkeitskriege, 1776-83. Lpt
Dias. 1900. 77 S
Zeitalter Friedrichs d. Gr., 1740—1789.
•57
Prntz, Prenss. Oeioh. Bd. m s. Kr.
82:^ [1454
Koser, B., König Friedrich d. Gr.
Bd. I. Aufl. 2. Stuttg., Cotta. xij,
647 S. 10 M. — Ders., Friedr. d. Gr.
als Kronprinz. 2. Aufl. Ebd. 272 S.
4 M. [1455
Rez. y. Koier, Friedr. d. Or. II, 1: Hist.
Viertelj»chr. 6, 120-22 SchUttar. — Vgl:
0. Hermann, Ein neues Buch flb. d. 7J. Krieg.
(Jahrbb. f. d. dt. Armee etc. 116, 1-S5.)
Troeger«^ C, Aus d. Anföngen d.
Regierg. Friedrichs d. Gr. Progr. Berl.,
Weber. 4'». 50 S. 1 M. 60. [1456
Maschke. Friedrich d. Gr. u. Prinz
Heinrich v. Preussen. (Jahrbb. f. d. dt.
Armee u. Marine 117, 66-86; 192-216;
276-98.) [1467
Fester, R., Die Bimreather
Schwester Friedrichs d. Gr. (Dt.
Rundschau 109, 40-67; 206-26; 408
-31.) — Ders., Vorstadien zu e. Biogr.
d. Markgräfin Wilhebnine v. Bayreuth.
(Forschgn. z. brandb. u. preuss. G.
14, 481-529.) [1468
Lemoine. J. et A« Lichteiiberger,
Fräd^ric II. po^te et la censure
fran9. (Revue de Paris 1901, I, 287
-318.) [1459
Erbfolgekrieg, Oesterr., 1740-48. Bd. lY:
Krieg geg. Baiern n. Frkr. 1741-4S, bearb. t
O. Criste n. A. Porges, s. 1901, 1686.
Bez.: Mitt. d. Yer. f O. d. Dt. in Böhmen 89
LiU.-Beil. 8. 77-80 O. Weber; Hi»t. Zt. 88,
96-108 Mollwo. [14(J0
Lntz, L., Die baierisch. Husaren
im österr. Erbfolgekriege 1742-45.
g)ar8tellgn. a. d. baier. Kriegs- u.
eeres-G. 10, 1-27.) [1461
Colin« J.« Les campagnes du ma-
r^chal de Saze. I: L'arm^e au prin-
temps de 1744. Paris, Chapelot.
351 S., Kte. 7 fr. 60. 1 1462
Schulz, Oscar, Der Feldzug Frie-
drichs d. Gr. nach d. Schlacht bei
Hohenfriedberg bis z. Vorabend d. -
Schlacht b. Soor, mit besond. Be-
rücksichtigung d. polit. Lage. Mit
2 Skizzen. Heidelb.Diss. 67 S. [1463
Stabenow, H., Die Schlacht bei
Soor. Berlin. Diss. 46 S. [1^64
Jowano witsch, J. B«, Warum
hat Friedrich d. Gr. an d. Schlacht
b. Kesselsdorf nicht teilgenommen.
Berlin. Diss. 42 S. [1466
Kania, H., Das Verhalten d.
Fürsten Leopold v. Anhalt -Dessau
vor d. Schlacht v. Kesselsdorf. Berlin.
Diss. 43 S. [1466
Egelhaaf, G., Der Ursprung d. 7 jähr.
Krieges. (Westermanns Monatihfte. 89, 78-84.)
— K. Th. Helfet, Fiiedr. d. Or. n. d. Ui^
sprg. d. 7 Jähr. Krieges (s. 96, 1466). (Auch
in: Heigel, Neue geschichtl. Essays. 8. 106
-8/'.) [1167
Pfeil, £., Die Franzosen u. d.
Reichsarmee vor u. nach d. Schlacht
bei Rossbach, nach e. Aktenstück d.
Ephoralarchivs zu Freyburg a. ü.
(Mansfelder Bll. 16, 144-218.) [1468
Gerber, F., Die Schlacht bei
Leuthen. (= Hft. 28 v. Nr. 681.) Berl.,
Ehering. 108 S. 3 M. 20. [1469
Koser, B«, Seydlitz in d. Schlacht
bei Kunersdorf. (Hist. Zt. 87, 433-
88.) [1470
Bez. T. 1901, 8684 (Laube rt, Schlacht b.
Kunersdorf): Hist. Zt. H8, 104-6 Mollwo.
Ehrhard, L., L'ambassade du
Prince-coac^uteur Louis de Rohan ä
la cour de Vienne (1771-1774). I.
Introduction. (Progr. d. bischöfl. Gym-
nas. zu Strassb.) Strassb., Schlesier &
Schw. 100 S. 1 M. 60. [1471
Ehrhard, L«, La question d'Alsace-
Lorraine et Fr^d^ric le Grand. (Rev.
d'Alsace 52, 22-48.) Sep. Strassb.,
Schlesier & Schw. 60 Pf. [1472
Lowell, E« J«, Die Hessen u. d.
ander, dt. Hilfstruppen im Kriege
Gross - Britanniens geg. Amerika
1776-1783. Nach d. Engl. hrsg. v.
0 Ch. Frhr. v. Verschuer. Mit
8 Plänen. Braunschw. & Lpz., Sattler,
xj, 260 S. 6 M. [1473
Schllttcr, Die Beglerg. Josefs U. in d.
österr. Niederlanden. Tl. I s. 1901, Nr. 1699.
Bez.: Kist.Yiettelj.schr. 4, 416-19 O.Weber;
Hist. Zt. 87, 490-98 Th. Ludwig; OOtting. gel.
Anz. 1901, 907-12 Loserth. [1474
Hnber^ Le yoyafie de Tempereur Joseph II.
dans le^ Pays-Bas 81 mai 1781-27 juillet 17 • 1,
■. 1SH)1, 1600. Bea : Bull, de l'Aoad. roy. de
Belff. '9!!, 421-70 u. 1900, 70-80 Discailles,
BrjnU & Frederioq. [1476
Wild, Mirabeaus geheime Sendung nach
Berlin, s. 1901, 8686. (Heidelberg. Dies.) Bea. :
Hist. ViertelJ.schr. 4, 660 f. Wahl; Forsobgn. s.
brandb. u. preuss. G. 14, 66» Luckwaldt. [1476
Zieglaner, F. r., Geschichtl.
Bilder a. d. Bukowina zur Zeit d.
österr. Militär- Verwaltg.(s. 1901,1604).
VIII: 1 786. (Sep. a. : Bukowiner Nachrr.)
180 S. 2 M. [1477
Klein, J. H., Burscheid im 7 jähr.
Kriege. (Monatsschr. d. berg. G.-Ver.
8, 237 f.) [1478
Innere Verhältnisse,
Acta Borngglca« Denkmäler d*
preuss. Staatsverwal tg. im 18. Jh.
(s. Nr. 1406). Behördenorganisation o.
•58
Bibliogfr»i>hie Sr. UT»— 1530.
ftUgem Stutavermltg. EM ^1
HUfte I: 0. Bintie, Rintpili^Dae
Dar«t«1l);- d. BehOrdenoTfrauieatiDii
u. »l!({em. Terwalt^f. in rreu*»«'»
beim KegiemtiKsuitritt Frieilnchs 11.
17; 639 S. 15 Sl.; Bd. VI. HiURe S:
Akten vom 31 V. 1140 bii Ende ITiö;
beub.v. G. Schmoller u.O. Hin ti«
1013 S. SS M- 1147»
R« : in LIIL-Zlg l«Ot, Xl » IltIBiuli.
Hoffnani, Ch., Le ConBcil tiou-
Terain dAlsace, 17»T-8i'. .R^v d'Al-
Bftce 51, 4G-7M; 141-50.) — Per».
Les premien municipftlit^n de 1a
Haute-Alsace, (Ebd. M1-8S; 577-604,
6!, 267 -H9; 446-64. 53, S7-7!i | [1480
8*hrBt«r, F., Eriedr. d. Gr u d
Kupfergewinnung. (Monatsschr. f. dt.
BeamU S4, 255-68 ctc, 303-6) [14t*l
Frchner, H., Die Fabrikenifrün-
dangen in Sthlesien nach d. Ijähr.
Kriege unter Friedrich d. (ir Nach
d Akten d. SUatsarchivg u d Ober-
Bergamta zu Breslau. (Zt. f. d. ge-
samte ^>t«at8iriM. 57, 61S-.'<3 I —
Ders., Friedrich* d. Or. u. »einer
beiden Nachfolger GarabandtlBpolitik
in Schlesien. 171I-I806. (Zt. d. Ver f.
G. Schlesiens 35, 303-45.) [1482
Hchröler, 0., Die Verkehnvar-
hättniBse im HaDsfeldi scheu vor l(X)
Jahren, 17$7. iMaDsfelder BII. 15,
26l-64,i [1483
SchnarU, P., Der Wert v Gutem
in d. Neumark n. im Lande Klemborg
nm 1780. (Schrr. d. Ver. f.Q d. JJeu-
mark 11, 16U-71.) [1484
Meli, A., Die Anfänge d. Bauern-
befreiung in Steiermark unter Maria
Theresia u. Josef II. (^ Nr. 348 f
Graz. Stfria. 243 S- 4 H. [14ri5
Hpuierdinger, 6.^ Le dvcombre-
ment des lara^lites d'Alsace, 1784.
(Rev. des Studes juives 42, ^63-64.
Vffl.: Rev, d'AJsace 63, aooffl [1486
Belbel, B., Die schräge Kchlacht-
ordnnng in d. beiden eisten Kriogon
Friedrichs d. Gr. (Forscbgn. z. brandb.
■u. preusB. G. 14, 9ß-i;!si,) — 8ctana-
chenbarg, EinWortüb. d.fridendBn.
•chrSge Scblachtordng. (Jahrbb. f d.
dt. Armee 116, 20S-2U9.) [1487
Henser. E., Nachrr. vom Regiment
royal d'Alsace. (Pfain. Mnaeum 18.
87f.; 109-12) [1488
Traatvabeitrer. G., In Jme&ni-
iwhn) Jahrrohnt (*. 1901. 16»
Schill»« iJshrb f d. Q. d. IV-lwl
inOesterr. 33,70-108; I*i|-S31 ) [11^
8p«cht, F. A. Eine FirmungsifiK
d. FQrstbischofa Ludwig Joseph in
J 1786 {Teil »on Xr 6y«.i fltrt
ßlpkl, W., Der üutf^rgiui^ d ift
UieasBer PAatorklkonn-ntea •ßrixn
t hcf». Eirch.-G. i, 16»-71 } [I4«J
Hammcrl«, A. J. , Beitr. i. G. d.
Salzbniger BenediktiBer-CMT. (Sbd.
o. Mitt. a. d. B«D«d-- o- Cwt-Ori«
Sa, 454-57,1 [HB
Hmug, F., Die UiesioD Albr. BaDm
nach Lausaane 1757. (N. Benier
Taschenb. 1900. &3-7fi.) [I4n
BurhMt, J. R., AntiiApaÜ. Va-
triel« an e k»th. UniTersUftt [Bona]:
e, Kapit, a, d G, d, Aufkllnu^suiL
(Bist, Viertelj.edir. 4, 334-M.) [liM
ZlDck, P. A., iBuk iMlia i9s
Pädagi^; Beitr, a. Q. d. Pftdamk
d IK Jli Uip«. Di»«. IM 8. Tl«l
Banxikpr, 0.. Die Lehrcv Peita-
lotiis iHitt. d. Ges. f. dt. Enieligi-
u. Sehol-G. 11, 396-^S4.^ [14»«
Tbalkorer, F. X., Dm Volk«-
schulwcscu in d. Dtfiaeae Augsburg
nach d. bischOfl. VisitatJoasprotokol-
l™ V. 17:6-1786. Hi8t.-poUt BU. 18*1.
1-21; »1-96,) [1497
St6ti«er, P., Eine Ost«rprüfaiig
i. J. 1745. (N. Jahrbb. f d Uan.
Altert, etc. 9, 457-UO.) [|4M
(tSbel, G.f Anfange d. AofUl-
niuK in Altbsiera. rMamtheiin«
Progr.) Kirchheimbolanden, ThieiM
ji, 18« S 3 M- 60 nm
Hilfrl, B, Tk.. Uli. WMUmrlHl.t V -K.
IMS) (Auch lo: aclg*l, s«De «Mhlthll
&*■«}> a nS'S^,) [IBM
Ward«. A,, Ert^sgn. za E,
Fromms 2 u 3, Beitr. b. Leben»^-
EanU IS. lUöl, 3606), II, i Altpr«!!««.
Monstsacbr. 33, 398-43S,i [150I
Jansen. Herder o, Print Peter
Friedr, Wilh v. Ilolst«ii]-Gottarp
(Dt BeTue, 26, Vi, 103~a0S; 351
-73,) [1501
Bollert, M., Beitrr. lu e. Lebens-
beschreibung V. t'Tt.. Mich. Leochses-
ring. (Sep. a,; Jahrb. f. G. et«. Els-
Lothr, 17, 33-112.) Strassburg. Di»,
80 S. [isoj
Zeitalter Friedrichs d. Gr., 1740—1788.
Obser, K., Zu Wielands Ueber-
«iedluDg- nach Weimar, (Suphorion
8, Gi*-72.) [1604
Rosattoir, M. N., Jak. Lenz, d.
Poet d. Sturm- u. Drangperiode, «ein
Leben u. seine RchSpfungeu [Rua-
siBch.] Moskau. bS2; 67 S. » M.
— Erich Scbmidt, Lonziana. {Sit-
zuQgaberr. d. Berl, Akad. 1901, 979
-1017.) Sep. Berl.,Reimer 2M. [1606
Koch, »ai, Neoen Ooelb»- n. BchUler-
Ullarltnr. |R»rr. d. FieltD DI. HochlLlftM 11.
MUaiTi 381-4^») (160II
Ooelhe-Jahrbncb. Hrsg. v. L.
Geiger (a. iStOl, 1647). Bd. 22. viy,
vij*, 312, 26', 73 S. 10 M. [1607
■fUler, F. V., GoetbeB PereOnlicb-
keit. 3 Kedeu, geh. ISäO u. 1832;
hrag. u. eingel. v. W. Bode. Berl.,
MitUer- 91 S. 1 M. aS. (1508,
airoack, 0., Wsndlnngeu d UrMlli ab.
Ooelhfl. (Ben. d. Freien Dt. Hochittriei 17
d. gaimin Daniai. (Eell i. AIIn 7.1g. H. Aug.
l:m.) Vgl: U. Sl. Ch>int.«rl>iu, Bi-
vlder«. (Ebd. 12. 0kl. 1901.) [1509
Gopthe'B Briefe (h. 1901, 1644).
Bd. XXII; Jan. löll-Apr. 1812, Bd.
XXIV: Sept. 1813-14. Bd. XXV;
1814-16. (WeimarerAuBg.IV, 22; 24;
S6.) xij,6288. 6H.80; xij,404S. 5 M.
20; ij. 425 S 5 M. 60. — Desgl.,
Tagebacber (s lUOi, 1644), Bd, XII:
1829-30, (Weimarer Aasg, m, 12.)
412 S. 6 M, 60. [1610
Oräf, U. G., Goethe üb. seine
Dichtgn. (8, l'JOI, 1645). Tl. I: Die
episch. Dichtgn, Bd. 2. S. 1U3-11S9.
9 M. [1611
Arnsperger, W., Die Entstehg. v.
„Werthers Leiden". (N. Heidelberg.
Jahrbb. 10, 195-217.) — T. Loenc,
Neue Beitrr. z. Charakteriet. d. jungen
Jerusalem. (Eupborion8,72-T7.)[1612
Schmidt, Ferd. Jak., Goethe u.
d. Altertum. (Preuss, Jahrbb. 106,
63-84.) — H. Henke), Goethe a. d.
Bibel. (Stud. z. vergleich. Litt.-G.
1.120-31.) [1513
DOntzer, H., Die neun eriteti Jahre
V, Goethes Ehe 1788-1797. (Eupho-
rion 8, 102-16; SOOff.) [1614
Scliniidt, E., Goethe u. Frankfurt.
(Schmidt, Charakteristiken 2, 117-27.)
— F. Otto, Goethe in Naasau (s. '96,
1497). Nachtr. (Mitt. d. Ver. f nass.
Altert.kde. 1900/1901, 87.89.) [1516
Fiather, i., Oo^iha q. NspoleoD, t, l»«l,
U6e. Bei.^ Zi. f. Oiterr. Ormn. Sl, TaS-41
Pnm.; Abi. t. dt. Altert 17, Sil-i» Har-
nack; Mltt, a. d. blit. Llll. M, S9-S1 HaliieD-
Harnaek, 0., Goethe in d. Epoche
aeiner Vollendg., ie05-3'2. Versuch
e. Darstellg. seiner Denkweise u.
Weltbetrachtg. 2. Aufl., Lpz., Hin-
richs. uj 316 8. 5 M. [1517
Bei.; Prauii. Jahrbb. 107, Si»-ta Sandra»,
Suphan, B., Goethes Unterhal-
tungen mit Carl Frdr. Anton v. Conta.
(Dt. Rundschau 109, 227-43.) [161S
Lcltiinaiia, 1., Schillarllltaralnr d. J. ISSB
n. 188». (EuphoriOD 7, aiJ-M.) [1519
Bellermann, L., Schiller. (Dichter
u. Darsteller; hrag. v. Lothar. VII.)
Lpz., Seemann. V59 S. 4 M. [1520
Lflcklng, G., Schiller als Herous-
geberd.MemoirenaBmmlung. I.Progr.
Berl.. Gaertner. 4°. 37 S. 1 M, [1521
Kai.; Dl, LitL-Zlg. l:;01, Nr ai KOkel-
PletBCk, Schiller all Kritiker, i. 'Bii. 1U5.
(KODi^barger Dlei.) Rar,: Zt. f. vergleich.
Utl -Q U, ans-tä Kuhnamaiia. (lütt
Llnti-Llnaenbarth, Schiller u. d.
Hzg. Karl August v. Weimar. Tl. I.
Kreuznacher Pi^^- S4 S. [1533
Hosapp, H., Charlotte v. Schiller;
e. Lebens- n. Charakterbild. 2. Anfl.
Stuttg. , Eielmann. x^ , 268 8.
4 U. [15;i4
BeUermann, L<, Schillers Ent-
wurf e. Gedichtes zur Jahrhundert-
wende. (Berr. d. Freien Dt. Hoch-
stiftes 17, 27*-46*,) [1625
Gelger, L., Za d. Briefen Hnbers
an Schüler 1786-1796. (Euphorien
7. 268-66.) [1526
DlelTenbaeher, J., Chr. Frdr.
Schwan's Selbstbioggraphie; neu
hrsg. u. mit Anmerkgn. versehen.
(Mannheimer G.bU. 1901. Nr. 7
-11.) [1627
Krauss, B., Neue Briefe von
Schubart. jEuphorion 8, 77-102;
285-300,) — Der*., Schubart als
Stuttgarter Theaterdirektor. (Württh,
Viertelj.hfte. 10, 262-79.) [1628
Baitrip a. Leb<u<-G. d. Dichten Chr.
d. Var. f. O. Berlin! 1901, Nr. 10) B 8. [16S9
Ponch, B., Der altdt. Minnesang
u. d. GOttinger Dichter, insbes. G.
•60
Bibliographie Xr. 1630—1680.
A. Bürger. (Bert- d. Frei.D Dt I
Hochstiftes 17, 81-7») — Khstdn. ]
Das Heim v. Bflr^i« „Hclly i-i
Niedeck unweit GOttingeti. (Uumi,i.
G.bU. *. Ö06-1J/I [1530
Lltht(Bb*rt'i8Tiere,h»8.T LallimixB
f. d- kUu AlMrt. 1, 70S-16 Oplu. [IUI
Brud, A.^ Haller v. lUeboe-, sein
Leben u. Beine Werke. Ein Beitr.
I. G. d. dt. Ramana im 18. Jh.
(Litterarbi«tor. PorBchgn., hrsg. ».
Schick u, Frhr. v. Waldberg. XVD)
Berl., Felber. 99 8. Subekr.-Pr. 8 M.
20; Einzelpr. 2 H. 40. [163S
Kenne, K., Briefe Fnumskaa v.
Hohenfacim ma d. hallisch. Kanzler
Aug. Herrn. Niemeyer. (Stud. z. ver-
gleich. Litt.-G. 1, l-3i) [1683
Wolter, J., O. F. W. Groaamann,
e. Beitr. i, dt. Litt.- u. Theater-G.
d. 18. Jh Bonner Dies. 1900. »3 8. [I&3t
B«i.: HMinoT«. O.bU. 8, W-Bl O. Ulrich.
Konon;B8kl, E. t.. Eman. 8chi-
kaneder; e. Beitr. z. G. d. dt. Theatern.
Berl., Behr. ij, 196 S. i H. [1635
SehirarSf H., Joh. ChriBtian Bach,
1736-83; sem Leben und seine Werke.
Berlin. Diu. 36 S. (Die Tollständ.
Arbeit ersch. in d. „Sammel bänden
d. intemat HuBikgeHelLichaft. 1901,
Hft. 8.") [1536
Mestler, M. J., Der kurB&cha.
KapeUmeiBter NanmaDD ; e. Darstellg,
seiner Lebenaschicksale. Dresden,
Zinke. aOS 8. i H. 50. [1537
(Dt. Rundschau 109. 147-69.) [1536
BMk, F., ObarllDdar SpllMbnbm-CliTatiik
(•. W. »WO). ForU. (DlaHuninih. t. Sabwl-
$. ZeUalUr der fraruie«Uchen
Jtevoluti»n und NapoUans,
1789-1815.
RoTigo, Dnc de, Hdmoires p. serr.
ä lliist. de l'empereur Napoleon. Ed.
Bonv p D. Lacroiz- T. I-V. Pari^
Garnier 1900f. ä 3 &, fiO. (15U
HtliTl. E. Tb,. l>u MsaifHt A. H«* (
Bi-.M,.cl.-»ig . tS Juli Ilrt 1* ^, l»%
(Aach im: Hid«*!, Nna «ncUeML b.*)*.
8. ll»-»l.) (IM
Ow. A. Frbr. t., IfflnclMB«
Neuigkeiten «. d. Jklumn 1796-17M:
Briefe d. Joh. Har. Frhr. t. Krag».
(Altbaier. Honataaehr. S, 9S-S0.) (15U
UnBMit, E., lies relationa diplom.
tir^ des archivea de Fftria. (i— Nt.
179) Basel. Oeering. 84xS. ieH.[lM4
qnelleB r, G. d. Zeitaltera d. &ain.
Revolution, hrsg. v. H. Hüffer. TL f.:
Quellen z. 0. d. Kriege t. 1799 n.
1800 (8. 1901, 1071). Bd. D: 1800,
Hfl. 9. Hit 1 Plan d. Schlachtfeldes t.
Hohenlinden. itij, 398 S. 18 H. [1511
H«.: AUa- UttbL ISO«, Nr. M BtUirt;
B*T. cHt. 1>.I. »r. 1& ChagoMi Dt. Utt.-Zt|.
1(01. Nr n, *gL KotU aUtan abd. Mi. M;
Bn. Urt- 1^ vit-n bostiu. — u. Hatttr,
D« BilafwwIiHl Snwonn la d- rtürnft
T. 17M. (Hiat. Vlal^.Hlii. 4, MS-Ttt)
Brat, F. G. Graf de. Ana d. Lebea
e. Diplomaten alt«r Schale. Auf*
leicbgn. u. Denkwürdigkeiten, 1766
-1883. Lpi., HineL 287 S. 6 H.
— Dera., Hänoire« rar la France
en 1803. (Bev. de Paria 1901, I, 808
-11. n, 7<-98.) [1M6
««■■■■rfaldt, e., ZBT ftllnairMlim Sudl-
j Schata, A., Kirchl. a. poUt.'Er-
I eignisae in Tirol unter d. baieriach.
I B«gie^. Nach schriAt. Aubeichngo.
d. Harteller FrühmeBBeia Joief
I EberbOfer. S. Aufl. Innabr., Ter.-
Buchh. 162 8. a M. Tgl. 1901.
8633. [1G60
I 1818>181S. SMhien (Tierte)j.achr.
I f. Wappenkde. etc. S9, 3&S-Ö8.) [1K51
Zeitalter der französischen Revolution und Napoleons.
•61
Orabein. P.^ Erinnergn. aus
Preussens Erhebg. Nach d. Tage-
bnchaufzeichngn. d. preuss. Staats-
ministers Grafen Erdmann Pü ek-
ler. (Westermanns Mtshfte. 89, 380
-90.) [1562
Scliiemanny Th.^ Mitteilgn. aus
russisch. Studien. (Forschgn. z.
brandb. u. preuss. G. 14, 292 ff.) [1653
1) ErinnergD. d. rass. Oen.'LeatiuiDts A. J.
Michailowski-Danilewski ttb. d. preoss. Loge
zum eisern. Kreuz. 2) Schreiben Blttcbers an
d. ruHS. Oberkommandirenden, Oeneral d.
Artill. Graf Wittgenstein, Breslau 18. lU. 1813.
S) Konzept zu e. Brief d. Grafen Wittgen-
stein an Kaiser Alezander flb. seine Ybdlgn.
m. d. kgl. Sachs. G.-L. t. Thielmann im
Apr. 1813. 4) Briefl. Instruktion d. Kaisers
Alexander an den Grafen Wittgenstein Ob.
d. Dänemark gegenaber einzuhaltende Politik,
1S./24. lY. 1818. 5) 2 Briefe d. FeldmarscbaUs
Grafen York a d. J. 1826 n. 1828.
Schober, Spuren und Denkmäler russisch-
G. auf schles. Boden s. Nr. 1452. [1554
Lemnd. F., Un diario del barone
W. C. y. Hügel durante la campagna
dltalia del 1814 (4 febbr.-25 maggio).
Firenze, tip. Galileiana. 55 S. [1556
Bez.: Rir. stör, it 6, 405 f. Boberti.
Fournier. A«, Ein Brief Napo-
leons I. an Marie Louise. (Eist. Zt.
87, 270-73.) [1566
Heigel, K. Th., Dt. G. v. Tode
Friedrichs d. Gr. bis z. Auflösg. d.
alten Reichs (s. 1901, 8648). Lfg. 8
(= Lfg. 145 V. Nr. 629). Bd. 11, 1
-80. 1 M. [1557
Olrod de FAin, M«, Yie milit. du
g^n^ral Foy. Paris, Plön. 1900.
431 S. [1658
Fitzmaarice, £•• Charles Wuliam
Ferdinand, duke of Brunswick. Lond.,
Longmans, Green & Co. 147 S. [1559
Ganniers, A de, La demi^re cam-
pagne du mar^chal de Rochambeau,
1792. (Rev. des questions histor. 70,
74-132; 438-70.) [1560
Rech, M., Aldenhoven u. Neer-
winden. (StrefQeurs österr. milit. Zt.
42, m, 272-78.) [1561
Greppi, Comte, La mission du
comte Barletti ä Paris, 1794-95.
(Rev. d'hist. diplom. 15, 352-70.) [1562
Fabry, G., Campagne de l'arm^e
d'Italie 1796-1797. T. lU. Paris,
Chapelot&Co. xLvij,676S. 15fr. [1568
Boarier, F., Bonaparte en Italie
1796. Paris, Cerf. fid.2. 1902. xj,747S.
10 fr. [1564
Bez. : Hist. Zt. 87, 498-99 t. Lettow-Yorbeck.
Heigel, K. Th., Der üebergang
d. Kurfürstentums Pfalz-Baiem an
d. Haus Pfalz Zweibrücken. (Heigel,
Neue geschichtl. Essays S. 61-82 .) [1565
Heigel, K. Th., Znr 6. d. RasUtter Oe-
sandtenmordes (s. IKOI, 1707). (Anoh in:
Heigel, Nene geaobiobtl. Essays. S. 185-S09.)
— Bez. d. Bncbes t. Helfert's, s. li^Ol. 1706:
Hist. Jabrb. 81, 855 Meister; Mitt. a. d. bist.
Litt. 29, 326 f. MabrenholU. — Bez. d. frans.
Uebers. d. Bncbes r. Criste (rgl. 1901, S6Ö6):
BeT. orit. N. 8. 58, 44-60 B. [156«
CigBftC, De, Campagne de Tarm^e de r^
serre en 1800, s. 1M)1, 1711. Bes.: Dt. Litt-
Ztg. 1901, Nr. S8 Hüffer. [1567
Heigel, K. Th., Die Abtretung d.
linken Rheinufers an Frankreich. (Hei-
gel, N. gesch. Essays S. 310-22.) [1568
König, L., Pius YII u. d. Säku-
larisation. F'rogr. d. Priyatgymn. d.
Ges. Jesu in KalkBburg.1900.66 S. [1569
Ledermann, B., Der Anschluss
Baiems an Frankreich 1805.(Forschgn.
z. G. Baiems 9, 165-252.) Ersch.
auch als Heidelberg. Diss. 88 S. [1670
Heigel, K. Th.^ Der üebergang
d. Stadt Lindau im Bodensee an
Baiem. (Beil. z. Allg. Ztg. 1901,
Nr. 226 f.) [1571
Leydolph, £•• Die Schlacht b. Jena.
2. Aufl. Jena, Bräunlich & K. 100 S.
m. 2 Autotyp. u. 2 Ktn. 1 M. 40. [1672
Krieger. B., Königin Luise u. d.
Geheime Kabinettsrat Lombard; auf
Grund ungedr. Schriftstücke. (Dt.
Revue 26, fil, 200-211; 388-843.) [1678
Berg, G«, Die Uebergabe Küstrins
1. Nov. 1806. (Schrr. d. Ver. f. G.
d. Neumark 11, 81-94.) [1574
Schmidt, Knnhardt r., Statist.
Nachrr. üb. d. preuss. Offizierkorps
V. 1806 u. seine Opfer f. d. Befreiung
Dtlds. (Beihft. z. Militärwochenbl.
1901, 431-82.) Sep. Berl., Mittler.
90 Pf. [1575
Bttther, Napoleon I. u. Polen,
1806 u. 1807. Hamburg. Progr. 4*.
26 S. [1576
Grenier, P.« £tude sur 1807.
Manoeuvres d'Eylau et Friedland.
Limoges et Paris, Charles-Lavauzelle.
127 S. 3 fr. [1577
CaTAlfnaCy La formation de la Prasse
oontempor. , s 9n, 8470. Bes.: Joarn. de«
savanU 19vX>, 821-30 Sorel. [1578
Baar^ W., Das Leben d. Frhm.
vom Stem. 5. bill. Aufl. Berl., Reuther
& R. 327 S. 1 M. 60. [1679
Poisat, M.« Les r^formes de Stein
et de Hardenoerg et la f^odalitä en
Bibliographie Kr. 1&84>— ICSL
Paria, ftoiuwsii. 6« i
lioK-WagTUn. Roma. Casa Edilrire
Itaiiaiia. ä«5 S jlöSt
'sch^*. n br«Bdb n
WSradl«, H. T., Krieggere iffnisse
in Kirchdorf a. L'mjrebuiiK a. d, TaseD
d. Tiroler Freiheitskämpfe Mit B«-
DuUg'. eiiceiiliändiiter Aufieichngn.
dea Kirchdörfer Viert«! echreibera
LeoDfa. Millioger. Iimsbnick. V^r.-
Buchhdlg. 7S S.. Taf. i M (1585
Bintb, «., Ferd. t. ScbiUs Zng
u. Tod im J- 1809. Mit SchiUs BUd-
nis, 1 Kte u. 4 PUnen, ^^". Tit-
Ansg.) Berl., Vosaiscbe Buchh. :U3 S.
3 M. [1586
Braaler, H., Das Projekt «. pr«UBB.
Nobelgarde 180» (Jabrbb. t. d dt.
Armee n. Marine IIT, 86-88.) [ia8T
l'lmnnn, U., Gref Cbasot inmitten
d. preusi). Erhebnngipartei i. J. 1811.
(Forecbgn. z. brandb. u. preuiu. G.
H. Ul-50.) [1588
Trenenreld, B. t., Da« Jahr 1813.
Bis zur Schlacht v. Gross- GOrschen.
Hit 1 Ktn. Lpz., Zacksehwerdt & Co.
xr, 5U; HO S. 20 M. [1689
Foaeart, Bantzen. La poorsaite
jusqu'i l'armistice , 22 mai-4 jain
1813 Paris, Berger-Levranlt. 379 S..
Et«. 6 fr. {1590
Le B^gne 4e fiermin; , La bataille
de Dreade d'apr^s des documenta
in^d. (Il«v. des queations bist. 70,
171-91-) [1591
lle;d«areieh, Th., Die Belagerung
V. Hüningen t. 22. Dez. 1813 bis
16. Apr. 1814. (Darstellgn. a. d.
baier. Kriegs- u. HeereB-G. 10, 28-
212 m. 3 Plänen u. 3J Anlagen.) [1592
Weil, H., Le prince Eu^ne et
Uorat; Operations milit. et diplom.,
1818-U. T, I n, U. Paris, Foote-
moing. ä 8 fr. [1593
Trapp, KringlUirg. o. Mplocull« d. Ver-
bdodaUB Tom I. Fabr. bta i. |S. )Un I »li,
T G.H
Bartk, ■., rnteranchgii. r polil
TbAtigkeit *. Pet«r Oc]» währ. i.
B«Tolution n. Helretik. iJahrb. t
at^veizer. G. «6, 145-204.) — 1%.
T. UrbCBSa, Der Stan d. helnt
Dirpktors Ochs. (Aiu. f. achweix G.
1901, 460-6S.) iim
Plsl«r, A^ Borenkneg; e. ffilda
d. nener Schwei«er-0 (Beil. i, Allg.
Ztg 1901, Nr. I60f.> [I5M
StMk, B., PtOlenber^ TeriialUa
1798. iS. Berner Tm«ienb. 1*00.
99-103.) [läSI
Eimer, M., Züricher Flflchtlinge
im Elaasa im Zeit d. BerolatioB s.
Restauration (Jahrb. f. G. etc Ek-
Lothr 17. 150-81.) [ISW
BuHüt ZI M, 111-16 Jan«; IöilCU.' INI.
Kr i-i F rirtL. Min. «. d. Um. Lin. » M
-M Mihnabolu (ijm
CnijpLuta, E^ L» Belgiqoe sou
la domutation fra&c. 1792-1815. Lei
consent« de 1813 dang lea ci-derut
Paja-Bas autrichiens. (Ans: Belgi-
que militaire.) Bmx., Deprei. it,
571 S. 10 fr. [1600
Cttmtgem, F. j»m, Lkguerredes
pajsans. 1798-99 (b. '98. 34SS). 3.M.,
revue etangm. GtammoBt, impr. tsd
Nieuwenhove. 1900. Ä32S. 4 fr. [ISOl
Scbnarti, P., Ana d. J. 1813:
Der falsche Lärm v 12 April. (Schrr.
f. G. d. Neumark 11, 163-65.) [1601
Linke, 0., Die Br«8Uaer Kaof-
leute n. d. Kriegskoub^batioD ISOS^IO.
(Zt. d. Ver. f. G. «tc. Schlesiena 3&,
1-84) [160S
Ulek], F., Ein weatprenss. Büign-
meiater ala treuer Diener stii.
KOniga in d. Zeit d. Uotflficks 180^.
(Zt d. bist. Ter. Manenwerder 40,
49-62.1 [1604
St«iii, Erinnergn. aas Litaneo in
Preusaens Unglückaxeit anf Gnmd
kirchenurkuuifl. Mitteilgn. (Mitt d.
litauisch litter Ges. 4, 1T-S6.) [160S
Sommerfeldt, 6., Kri^skontri-
bationen in d. FranzoseDteit a. d.
Städten Gumbinsen, Goldap n. Stal-
lupönen ti. d. Aemtem Kiauten, Sper-
ling, Königsfelde u. Tollmingkehmen,
Janil807. (Zt. d. Insterbnrger Altert-
Ges- 7, 100.106.) [1606
Zeitalter der franzCsiscben Revolation und Napoleons.
*63
Innere Verhältnisse.
Oranier, U.^Hoym u. d.schlesische
Ministerial -Archiv. (Zt. d. Ver. f. G.
etc. Schlesiens 36, 241-44.) [1607
Wutke, Ky Der Ausgang d. Berg-
regalität d. Fürstbischofs v. Breslau
unter d. preuss. Herrschaft. (Ebd.
185-217.) [1608
Berg 9 G., Verpflegungskosten f.
franz. Truppen. (Schrr. d. Ver. f. G. d.
Neumark 11, 174 f.) [1609
Redlich, P.« Die letzten Zeiten
d. Abtei Alten oerg. (Ann. d. bist.
Ver. f. d.Niederrh. 72, 10^-141.) [1610
Rolfs, C. u. £• Michelsen, Harm-
siana. (Schrr. d. Ver. f. schlesw.-
holst. Kirch.-G. Reihe 2, Bd. ü, Hft. 1,
97-134.) J^^^^
Keller, L., Waldenser u. Refor-
mierte im 18. Jh. (Monatshfte. d.
Comen.-Ges. 10, 113 f.) [1612
Asbach, J., Entwurf zur Einrichtg.
e. bergisch. Landesuniversität zu
Münster, 1808/9. Düsseldorf. Progr.
4^ 14 S. [1613
Gdhler,B.,Ueb. Einkommen n. Verpflichten,
d. Schulmeisters in KOnigsfeld (Sachsen) um
d. J. isio. (Mitt. d. Ges. f. dt. £rziehgs- n.
Schul-G. 11, 134-38.) [1614
Schulz. Hans^ Hzg. Friedr. Chris-
tian zu Schleswig- Holstein u. Frie-
drich August Wolf (N. Jahrbb. f. d.
klass. Altert, etc. 8, 506-14.) ri615
Fischer, K., Hegels Leben, Werke
u. Lehre. 2 Tle. (Fischer, G. d. Philos.
Jubiläumsausg. Bd. VUI.) Heidelb.,
Winter, xx, xv, 1192 S. 30 M. [1616
BrttU, J., Fürst Hardenberg u.
Kanonikus Wolf. Heiligenstsulter
Progr. 28 S. [1617
Wagner. P., Beitrr. z. [Vor- JG. d.
Gründg. a. Ver. f. nass. Altertkde.
u. G.forschg. (Ann. d. Ver f. nass.
Altertkde. etc. 31, 223-38.) [1618
Sauer. A., Graif Kaspar Stemberg
u. sein Einfluss auf d. geistige Leben
in Böhmen. (Mitt. d. Ver. f. G. d. Dt.
in Böhmen 39, 427-62.) [1619
Mfiller, Jos.) Jean Pauls litterar.
Nachlass (s. 1900, 3712). Schluss.
(Euphorion 7, 61-78; 291-314.) [1620
Stanger, H., Aus Briefen an Aug.
Wilh. Schlegel. (Stud. z. vergleich.
Litt.-G. 1, 363-67.) [1621
Steig^ R., Jos. V. Görres' Briefe
an Achim v. Arnim. Hälfte I: Bis
zu d. Befreiungskriegen. (N. Heidelb.
Jahrbb. 10, 116-7J.) [1622
Seilte r, W«, Kotzebue in England;
e. Beitr. z. G. d. englisch. Bühne u.
d. Beziehgn. d. dt. Litt, zur englischen.
Lps. DisB. 96 S. [1623
GrÖ88ler, H., Novalis, d. Roman-
tiker. (Mansfeld.Bll. 15,219-30.) [1624
Riemann, R., Job. Jak. Engels
„Herr Lorenz Stark"; e. Beitr. z. G.
d. dt. Familienromans. (Euphorion 7^
266-91; 482-614.) [1626
9. Neueste Zeit seit 1816.
Stftgemann, F. A. t., Briefe an
Karl Engelb. Oelsner, 1818 u. 1819;
hrsg. V. F. Rühl. (= Nr. 762.) Berl.,
Rieh. Schröder. 122 S. 4 M. [1626
Below, 0. T., Aus d. Zeit Friedrich
Wilhelms IV. Briefwechsel d. Generals
Gust. V. Below. (Dt. Rundschau 109,
101-33; 267-81; 272-90.) [1627
Poichlng er, H. t. , Unter Friedrich Wil-
helm IT., Denkwürdigkeiten d. Minister-
prftaidenten Otto Frhr. t. Manteaffel,
B. 1901, 8728. Bes.: Hist. Zt. 87, 002-6 Mei-
necke; Litt. Gbl. 1901, Nr. 40 O. K»nftnann;
MitU a. d. biat. Litt. 29, 264-67 Schuster;
Fortchgn. b. brandb. a preuss. O. 14, 666-74
tt. Preuss. Jahrbb. 107, 1S4-44 Onckeu. [1628
Mohl, B« T.9 Lebenserinnergn.,
1799-1875. Stuttg., Dt. Verlagsanst.
747 S. 10 M. [1629
Res. : Preuss. Jahrbb. 107, 299-S09 Daniels;
Litt. Chi. 1902, Nr. 9.
Memoiren e. Österreich. Veteranen
1846 u. 1847 Garnison Prag; 1848
Italien; 1849 Italien a. Ungarn. Wien^
BraumOUer. 142 S. 2 M. [1630.
Meinecke, F., Zur G. Bismarcks. I: Die
BisDiarcklitteratur d letsten Jahre. (Hist. Zt.
87, 22-55.) [16S1
Bismarck, 0. Fürst t«, Gedanken
u. Erinnergn. Anhang I: Kaiser
Wilhelm I. u. Bismarck; 11: Aus
Bismarcks Briefwechsel. (Hrsg. v. H.
Kohl.) Stuttg., Cotta. xlvj, 667 S.
17 M. [1632
HelgeL K. Th., „Gedanken n. Erinnergn.**
d. Fürst. Bismarck. (Heigel, Neue gesohichtl.
Essays S. 82-105.) — W. Lackier, Ueb. Bis-
marcks „Gedanken n. Brinnergn.** Allenstein.
Progr. 4'. 16 8. [16o2a
Blimareki Briefe an seine Braut u. Gattin^
s. 1901, 1807. Bes.: Preuss Jahrbb. 105,360
-68 u. Euphorion 8, 182-95 B. M. Meyer;
Forschgn. s. brandb. u. prens«. G. 14, 854-67
T. Petersdorff. — B. Krauel, Die Bekennt-
nisse d. jungen Bismarck. Tflbing., Mohr.
81 8. «0 Pf. [168»
•64
Bibüographie Kr. 16Si— IMS.
Kev^elK R. t., Fürst u Fürstin
BismArck. Erinnergii. m d. Jahren
1S46-72. Beii. a. Stnttg, Spemiinn.
497 S , 3 nums. 12 M [1634
Wigfen, J.9 Ans mein. Leben.
Lpi-, Hirachfeld. 375 S 7 M 60 [1635
S^hleaiaBB« Th., Eine Denkschrift
d. Primen t Preassen Ob. d. russ.
Politik T Juli 1855. Eist. Zt. 87,
438-48. [1636
Seheffer, TIi^ Die prenss. Publi-
zistik im J. 1859 unt. d. F.influwi d.
italien. Kriege«; e. Beitr. i. G. d.
offen tl. Meinung in Dtld. Lpz.. Teub-
ner. 1^2 S. 6 M. Tl. 1 u 11 ersch,
als Leipz. Disp. 57 S. • [1637
Me»BAr4, G. de, Memoires en fa-
¥eur de Talliance avec la Bussie et
contre Tid«^ de la conqu^te des
bords du Rhin faits en 1863 et en
1868. Aus: Revue du Bas-Poitou
1895 u. 1897.. FontenaT-Le-Comte,
Claireaux. Iv^öl. jx, 83 S. [1638
Friedrich'», Kaiser, Tagebücher
üb. d. Krieffe 1866 u. 1870-71, sowie
üb. seine Reisen nach d. Morgen-
lande u. nach Spanien: hrsg. t. M.
V. Poschinger. Jena. Costenoble.
192 S. 2 M. [1639
Bernhardt, Th. t..Aus d. Leben
(s. 1900, 1780 . TL VIII: Zwischen
2 Kriegen. Tagebuchbll. a. d. Jahren
1867 69. X. 429 S. 8 M. [1640
Bex : Milit.-Litt -Ztg. I90i. Nr 1 a. Jahrbb.
f. d. dt. ArmM 112, :80-8S Keim
Tsklat, W.. Theod. t. B«mhardi a. Th
OoldstOcker. Id> latrie n. Id«alismiu. Krit.
B«tracbtgii.e. AchtuidTieiTigen. Berl ,Ros«o-
baam ä H. 483 S ^ M. [1S41
Bray-SteiBbariTy Graf O. t., Denk-
würdigkeiten. Mit e. Vorwort v.
K. Th. T. Heigel. Leipzig, Hirzel.
208 S. 4 M. [1642
B«z. : Dt. Litt.-Ztg. V.Vi, Nr. 9 Oncken.
Latbardt, E., Mein Leben u.
Wirken im öffend. Leben. Münch.,
Beck. 403 S. 3 M. [1643
Rez : Hut.-poUt. BU. 127, SSl-M Stölzle.
PosehInger, H. t., Fürst Bismarck
u. d. Bundesrat -s. '99, 3621.) Bd. V:
Der Bundesrat d. Dt Reichs, 1881-
1990. 384 S. 8 M. [1644
Zwiedineck-Sttdenhorst, H. t.,
Dt. 0. von d. Auflösung d. alten bis
z. Errichtg. d. neuen Kaiserreichs ^s.
1901, 1819). Lfg. 12 (=«= Lfg. 143 v.
Nr. 629.) Bd. II, 8.241-320. IM. [1645
KssAbsbii, Polit. O. Dtld». im 19. Jb., s.
1900, Nr. 1800. B«s.: Litt. Cbl 1900, Nr. 12;
X. jAkfkb. C 4.
Kr. WJ Frk^of ;
G. 14» Mt Qnl*mrhwai*t. [IM
Kraassy L^ L*erolntion du paiiger
maniame an 19. si^de et la dipb-
matie. iRer. dliiat. diplom. 15, 453 £;
571-90. 16, 19-60.) [IUI
riUisiMg, V., Fvtedr. WUhate IV , t
1901 . 18S5l Mmm : Fonekcs. &. biuA. ■.
ptMfla. G. 14» IM 5« H. OaekM; HIrt.Xt»;,
4f '-501 Mai— rlr» [ICH
KaehCakl, F., DÜd., Kg. Friedridi
Wilhelm IT. n. cL B^Una Min*
rerolation. Halle, Niemejer. jx.
319 S. 7 IL ^ Dera., Berichtigiiif
xa S. 80. (Bimt. Viertey.8chr. 5,
127 f.. [leil
Laxia. A«, Badetskj, Bergamo.
Istitaio ital. d*arti graf. 4*. 104 S.
6 L. [16491
Bm : Mitt. a. d. lüsi. Ut*. Mk, 9S-96 Lm-
Kaai. H«, Die Feldaüge d. Feld-
manchauB Radetzkj in ObeiitalieB
1848 a. 1849. Mit 7 ScklachteoskiBea.
Lpi., Strauch. 3 M. [1650
Slmsaa, B.T.y Ediiaid ▼. Simsoa
Lpx., Hiixel. 440 S. 8 M. [1651
E r. 8 c h M i d t , Eduard ▼. Sim«m. (Sduudt,
•* ■ f . tK-l«.)
I
Sybel ,- H. t. j, Begründ«. d. Dt
Beichea durch Wilhelm I. Tolk»-
ansg. 7 Bde. MOnch., Oldenhemg.
24 If. 50. [1652
Hartks, KaiMr Wilhelm I., •. I9tl, S74S.
B^ d. 3. A«JL B*T. crit. 1901, Nr. 4o 8«r
uobo«. (ICSI
Beraer. £., Der Begiemngi-AB-
fang d. Frinz-Begenten v. Prenssen
u. sein. Gemahlin. ^Quellen n. ünter-
sachongen a. G. d. Hauaes Hohea-
zoUem, hrsg. v. Bemer. Reihe DI:
Einzebchrr., 1.) Berl.^Doncker. 191 S.
4 M. [1654
Pet«r«4«rlL t^ KaiMria Aa^nsta, b. IM,
18S5. Bes.: FortehgB. s. braadb m. pi _
O. U, S«0f. Th. SehiMBana. — IE. Aadr^
La prsmi^re imp^ratriee d^AUamacaa. (Li
CoxTMpondaat 166, 706-38.) 'ifSi
Frie^jaagy H«, Der Kampf um d.
Vorherrschaft in Dtld. 1869-1866.
Aufl. 5. Bd. I u. IL Stuttg., Cotta.
xviij, 479 S., 3 Ktn.; xjv, 6S4 S,
6 Ktn. 24 M. [1^56
Krvitser, Biimarok, •. 1»0J, »i5i. Bm.:
Forvcbgn. s. braadb. n. preoas, O 13 <lSf
Grauier; Dt. Littar. - Zt». i»oi^ Nr. 41
Bemer. ^^^
OlllTier, E., Napoleon m. et Bis-
marck en Pologne. (Bey. dea deox
mondes 19ül, IV, 316-50.) [1658
Neneste Zeit seit 1815.
'65
Pfülf, 0., Herrn, v. Mallinckrodt.
2. Aufl. Freib., Herder, xj, 671 S.
8 M. [1659
Bez.: Litt. Cbl. 1902, Nr. 7.
Aegidi^ L«, Preussen u. Frankreich
i. J. 1866. (Dt. Revue 26, IV, 89
-58.) [1660
Ben^monty C. de. Campagne de
1866(8.1901,1845). T. H: Operations
en Ailemagne et en Italie. 367 S.
7 fr. 50. [1661
Wengen, F. t. der. Der letzte
Feldzug d. hannov. Armee 1866.
(Sep. a.: Jahrbb. f. d. dt. Armee u.
Marine Bd. 119 u. 120.) Berlin, Bath.
79 S. 1 M. 60. [1662
Sicliart, r.^ Der Feldzug Preussena
g^g. Hannover im J. 1866. (Sep.-
Abdr. a. d. G. d. kgl. hannov. Armee.
Bd. Y.) Hannov. u. Lpz. , Hahn.
182 S. 2 M. 40. [1663
Krauss^ A^ Moltke, Benedek u.
Napoleon. Wien, Seidel. 182 S.
4 M. [1664
Bez.: Militär -Woehenbl. 1901, Nr. 104. —
Bez T. 1901, 1847 (Schliohting, Moltke n.
Benedek): Hist. Zt. 87, 812 f. t. Lettow-Vor-
beok; Forsohgn. z. brandb. n. preuM. G. 14,
857 f. Granier; Hitt. Yiertelj.sohr. 5, 128*86
B. Sobmidt. — t. Twardowikl, Moltkes
Strategie in d. neueiten Militärlitteratnr.
(Jahrbb. f. d. dt. Armee 1», 157-69.)
Legion, La, Elapka. Un Episode
de la guerre de 1866; par le major
Z. Paris, Chapelot. 51 S. 2 fr. [1665
Malchow. Die Ereignisse vor d.
Schlacht b. Gustozza. (Beihft. z. Milit.-
Woehenbl. 1901, 259-76.) [1666
Bosch, Die Be/iehgn. Frankreioht xu
Oesterr. u. Italien swiscb. d. Kriegen y. 1866
n 1870/71, s. IJOI, 87&la. Bez.: Dt. Litt.-Ztg.
1901, Nr. 41 T. Peteradorff. [1667
Richter, J. W. O«. Kaiser Frie-
drich m. Berl., Schall. 836 S.
10 M. [1668
Povchinger, M. t.. Kaia«r Friedrich, •.
1901, 1837. Rez. y. II n. III: Forsohgn. z.
brandb. u. preass. G. 14, 861-68 Granier. [1669
Delbrück, U., Kaiserin Friedrich.
(Preuss. Jahrbb. 106, 1-20.) — R.
Temple, Engl. Erinnergn. an d.
Kaiser u. d. ^iiiserin Friedrich. (Dt.
Revue 26, IV, 264-70.) — t. Falken-
eggj Kaiserin Friedrich u. d. dt.
Kunstgewerbe. Berl., BoU. 21 S.
50 Pf. [1670
Gnerre, La, de 1870-71. (Publ.
par la Revue d^histoire, rddig^e k la
section hist. de T^tat major de Tar-
m^e.) T. I: De juiUet 1866 ä jnillet
1870. T.H: 28 et 29 juillet. T.ni:
80 et 31 juillet. T. IV: 1 et 2 aöut.
T. V: 3 et 4 a5ut. Paris, Chapelot.
119 S. 2 fr.; 183 S. 2 fr. 50; 227 S.
8 fr.; 280 S. 8 fr. 50; 379 S. u. Kte.
5 fr. [1671
Lehantconrt , Kist. de la guerre de
1870/71, s. 1901, 8768. Saz.: Litt. Gbl. 1901,
Nr. 40. [lii7S
Onndelach^ Festunffen u.Feldarmee
im Kriege 1870/71. Berl. Eisenscbmidt.
132 8., Kte. 2 M. 40. [1673
Bes.: Jahrbb. f. d. dt. Armee etc. 19i, 90
-98 n. MiUt.-Litt.-Ztg. 1902, Nr. 2 Frobenins.
Halloaln , La joam6e da 14. a6at 1»70
d'aprAe Cardinal t. Widden» (Sep. a.: Beme
milit. dee soiencee Strang.) Paria, Chapelot.
1 tr. 25. [1674
Schack. T.^ Der Angriff d. Garde
auf St. Privat. (Beihft. z. Milit.-
Wochenbl. 1901, 295-318.) — Kopp,
Die vorgeschobenen Postirungen d.
Franzosen in d. Schlacht v. Grave-
lotte-8t. Privat. ^Ebd. 819-44.) [1675
Saldem, t., Die Kavalleriedivision
Hartmann b. Gravelotte u. d. Denk-
würdigkeiten d. Generals v. Fran-
secky. Zur Richtigstellung. (Milit.-
Wochenbl. 1901, Nr. 77.) Vgl. 1901,
8759. — E. Daniels, General v.
Fransecky. (Preuss. Jahrbb. 104, 70
-94.) [1676
Schimpff, i.j Das XU. Korps im
Kriege 1870/71 (s. 1901, 3758). 11 1
Der Sedanfeldzug. 236 S., 4 Ktn.
8 M. [1677
Gaerre de 1870-71. Le combat
de Peltre-sous-Metz (27. Sept. 1870).
Par un officier de Tarm^e du Rhin.
(Avec 1 carte.) Paris, Charles-Lavau-
zelle. 32 S. 1 fr. 50. [1678
Fanke, ^.j Einfluss d. franz.
Nordfestungen auf die Kriegfährg.
im Norden Frankreichs, 1870/71.
(Milit.-Wochenbl. 1901, Nr. 69.) [1679
Lehanteoarty P.« Etudes de tac-
tique appliqude: BataiUe de Ba-
Saume, 2 et 8 janv. 1871. Paris,
harleB-Lavauzelle.65S. 1fr. 50. [1680
Kauz 9 Zum Gefecht v. Sapignies
2. Jan. 1871. (Milit.-Wochenbl. 1901,
Nr. 57.) Vgl.: V. Strubberg (Ebd.
Nr. 69.) — Neff, Betrachten, üb. d.
Gefecht bei Sapignies 2. Jan. 1871.
(Ebd. Nr. 65.) [1681
Janr^g. Le 21 corps, nov.-d^c.
1870. (Revue de Paris 8, ü, 1
-84.) [1682
Lanssedat;^ A.^ La d^Iimitation
de la frontiäre franco-allemande.
Histor. Yierteljahnohrift. 1902. t. Bibliographie.
Bibliogr^ihie Nr. I«SS — 1785.
PaHe. DeUgTATe. 319 S., 6 Taf. u
KU 5 M- [imi
Lltaan, F., Füret Hinnarck nach
seiner Entlaaaung. Lpi., Hist.-poUt.
Verl. 294 a 5 H. [I6M
F«ul«r, J., ünfWilh.Bismarck.
Berl D Stuttgart, Spematm. 349 8.
10 M. [1606
Wtppermaan, K., Dt. G«8chicbt«-
kalender <9. 1901. 3770). 1901, Bd. I.
Xlj, 347 S. 6 M. [1686
Locker, A., GottUeb Ziegler, e.
schweizer. Stafttamatin. Geb. 9. Vm.
1828, gest. 22. VI. 1898. Winterthur,
Ziegler 146 S. 2 H. [16ä7
KlMlrr, B. •. o. K. Tk. T. Btlstl, Zu
Mancli., Beet »5 9 MW Vgl 1*01, tCW. [1$88
Bone, F. J., Lebensbeschreibg. d.
badiech. Uinidten Ldw. Qeo. Winter;
hreg. y. F. ». Weech. (Aleman
N. F. 2, 1-S2,) [11
Br«nde8 in Hamburg v. 5. bis 6. Uai
1842. (Zt. d, Ver, f. hamburg. G. 11,
85-179.) [1691
Fank, M-, Die Strassen -Tumulte
in Lübeck, 1843 u. 1848. |Zt. d. Ver.
f. labeck. G. 8, 270-313.) [ißSS
Bohn, C, Lauenburg im 19 Jh.
(Arch. d. Ver. f. G. d. Higts. Lauenb
VI, 2, 73-124.) [1693
FlBeher, K., Gsbrz^. Karl Aleian- i
der V. Sachsen. (Fischer, Kleine
Schrr. IX.) Heidelb., Winter. 7« S.
1 M. 60. [1694
Innere Verftältniaee. |
KlMprrl, so J>hn dt V«f.-0 , •. IMt, I
Laband, P., Das Staatsrecht d.
Dt. Eeiches. ö. Anfl. in 4 Bdn. Tübing.,
Mohr, iij, 601 S. 12 M.; 296 S. 7M.;
60O S. 12 H.; 608 S. 14 M. [1696
Buben, A., Die Stellung d. Reichs-
obeihauptea nach d. Fniükftirt«r
Beichsverfg. v. 28. März 1849 unt.
Berücksichtigung d, jetzig. Ueicha-
veifs. Harbnrir. Dies. 66 S. [1697
ElBwaldt, f.. Die Rechte d. dt.
Kaisers an d. Gesetagebg nadi d.
ReicbsstaAtorecltt. Boatoeker Dik
67 8. ^ [It«
MBII«r, Leoak., Bsdische Lud-
tags-G. (■. 1901, 18911. TL ni:
1826-33. 1«6 S. 4 M. 50. [18»
Calker, W. tsb. Dm baifisck
Budgetrecht io sein. Gmndiöm
Tl. h QeachicliU. Bntwickig. Tübii«.
ü. Lpi., Hohr. 272 S. 6 M. — De»,
Die Anf&nge d. bad. Badgebtditi.
Freiburg. Dia«. 1900. 107 S. [UM
Bu.: Zt. f. a. d. Obnrb. 1«, -.fUS
MleabO-
HaHharf«r, G.. Die staAterecfaÜ-
Besonderheiten d. SteUnng d. Beicbi-
landes ElsMa-Lothr. im dt. BaAt-
(Abhdlgn a. d. Staats- n. Verwii-
tungsrecht, hrsg. ». 3. Brie. Hft. i)
Breslan, Harcofl. I03 S. S M M
(Tl. I- 32 S BresL DiM.) [1701
Zedllti>Neaklrch, O. Frhr. t,,
30 Jahre prenaa. Finaiu- n Steuer
Politik. Berl, Mittler.- IMS. 2 M
40. [I70i
Loewe. J.^ Die anmittelbai« wiit-
achaftl. Einwirkg. d. iCriegea 187*71
in Dtld. WOrzborg. Disa &l S [17IB
TolkewlrtselULft, Die dt ui
Schlnssd. IS.Jh. (.Verf.: H.v.Scheel)
Berl., Pottkammer AM. 1900. iOiä
1 M. [HM
Zahl, F., Dtlda. VoIkswirtMhsA
beim Eintritt ins 20. Jahrb. (Jahibb.
f. XattonalOkoa. 76, l^&S; 288.) [i7Di
Loseb^., Die Beiregiuig d. Be-
Völkerg, WürttembergB im 19 Jh. n.
im J. 1899) (Württ. Jahrbb. f. Stit
u. Ldkde. 1900, n, 66-166.) [170«
Geschlchted.ÖBterr. Land-n.Font-
wirtachaft u. ihrer Industrien 184S-H
(s. 1900. 1867). Bd. m. 1899 635S.,
1 Tab. 24 M.i Bd. IV. 1900 865 S.,
2 Taf, 18 H. [1707
Bei : Jslirbb f. NktloiuUlkoii 7S. STi-Ul
Schiff. ^
Zimmermaiiii, F. W. R., Die
Verfügunggfreiheit üb. IftndlichM
Grondeigentum in ihr. Einfluas auf
d. GrundbeBitzverh&Jtniaee im B:^
Braunschweig. (Jahrbb. f. National-
Ökon. 76, 168-206^ [noS
Senkel, W., Weltprodoktioii o.
Welthandel im 19. Jh. m. bwond.
Berücksicht. Dtlds. (Zt. i. d. ges.
StaatswisB. ETsän^shft. 2.) Tfibing.,
Laupp.l43S.4H.;^Be]pr.&lf. [170*
NeuoBt« Zeit seit 1816.
Beitr&ge z. neuert. Haudelspolitik
Dtlds-i hrsg. V. Ver. f. Sozialpolitik
(b. 1901, 3786). Bd. m. (ScW. d.
Ver. f. Sozialpolit. Bd. 92.) 218 S.
4 M. 80. [1710
Bm.: J.hrbli. f. N.tion«10kon. 7«, llS-18
T»d dar Borght
Beitri^e z. netiest. Handelpolitik
Oesterreicha. (Schtr. d. Ter. f. Soaial-
politik. Bd. 93.) Lpz., Dimcker & H.
ji, 314 S. 8 M, 80. [1711
llaacke. H.j Handel u. Industrie
d. Prov. Sachsen 1889-1899 ont. d.
EinfluBS d. dt. Handelspolitik. (Mün-
chen er volkawirtachaftliche Studien.
Stück 45.) Stuttg,, Cotta. i, 152 S.
4 M. (Auch als Müchener Dise. aus-
gegeben.) [1712
ThISBen, 0., Beitrr. z. G. d Hand-
werks in PreuBBeo, ant. Mitwirkg.
V. F J. Neumano hrsg. (Beitrr. z.
G. d. Bevölkerung in Dtld. seit d.
Anfange d, 19. Jh.; krsg v. Neu-
mann. Bd. VI.) Tübing., Laupp.
XX, 'ZbQ 3. 8 M. [1718
R«. : Jihrb. f. Oo.Ht.gebg. »6, 415-ia KgU-
Tblesg, K., Bntwicklg. d. Ham-
burg-Amerika Linie, 184T-1901. (Jbb.
f. NktioualSkon. 67, 816-26.) [1714
Holtze, 60 Jahre preusB. Justiz.
Berl.. V. Decker, fol. 60 S., Taf.
4 M. [1716
Rohden, 6. t,, G. d. rhein.-weatf.
Oefangnis-GeBellsch. Düsseld., Voss.
184 S, 1 M. 60. [1716
Rosenreld, G., O. d. Berliner Ver.
z. Besaerung d. Strafgefangenen 1872
-1900; e. Beitr. z. G. d. preuBS. Ge-
tUnffniswesens u. d. Fürsorge weaens
{. entlassene Gefangene, Berl., Lieb-
mann. 156 S. 2 M. 60. [1717
I Sllbernagl, J,, Die kirchenpolit.
u. religiösen Zustände im 19. Jh.
Landshut, Erfill. 467 S. 6 M. [1721
; BrUck,"H.*,^a' d.'katii, Kirche im
19. Jh. Bd. I: G. d. kath. Kirche
in Dtld. 1. Aufl. 2, Lfg. 1-4. Mainz,
Kirchheim. 8. 1-320, ilM. — Ders,,
Die Kulturkampfbewegung in Dtld.
(s- 1901, 3805). Lfg. 5-6- S. 321
-447. ä. 1 M. [1738
Braunsberger, 0., Bflckblick auf
d, kath, Ordenaweaen im 19. Jh.
(Stimmen aus Haria-Laach. Er-
gänzgshft. 79,) Freib., Herder. 828 S.
» M, [172S
Frlailrlch, t. DOlUng«, •. IMl, SS03.
Bei. : HlM.-poUt. Btl. 118, tS^-IBi UH. CM.
l'.IOi, Nr- 8.; Tlnol. LItl.-Ztg. 1»M, Nr.«
■^-'-~'— • llTl*
iitn,
DaUlager.
190U, IWS. [ITSfi
Sentier, Roman Sebast. Z&ngerle,
Füratbiach v, Seckau u. Administrator
d.LeobenerDiüzese 1771-1848. Graz,
atyria, 406 S. 7 M. 50, [1728
6ötE, 1. B., Kardinal Karl August
Graf V. Reiaach aU Bischof v. Bich-
stätt. Eichst. , Brönner. 127 8.
2 M. 50. 11727
Held, W., Ueb. d. Verschiebung
d. KonfeBsionen in Baiern u, Baden
u. ihre Ursachen. Leipziger DisB.
4°. 136 S. [1728
Hafer, Jnl., Necrologium Fri-
burgcöiae, 18S8-99. iFreiburger Diö-
zeaanarch. N. F. 1, 222-306.) [1729
Scfallchting, T., Moltkes Ver-
mächtnisB, (Sep. a,: Beil. z. Allg.
Ztg. 1901.) MOnch., Allg. Ztg. 103 §.
1 M. 50. [1718
Wille, B., G. d. Preiaaufgaben f.
Ereuaa. Artillerieoffiziere V. 1827-1877.
pz., Strauch. 1 M. 60. [1719
Engelhard, W., Bückblicke auf
d. VerpflegungaverhältniBse im Kriege
1870;71, (Beihtt. z, Milit.-Wochenbl.
1901, 483-552.) Sep. Berl., Mittler.
1 M. JO. [1720
Uarraens, K» David Frdr. Strauss;
sein Leben u.a.Schrr. (Männer d. Zeit
X.)Lpz.,Seemann.40eS.4M.60, [1780
K»gel, 0., Rudf, Kögel; sein
Werden u. Wirken (s. 1900, 18B1).
Bd. n: 1854-72. 332 S. 6 M. [1781
llalgcl, K. Tb., Tdlcgnng d. Ludwigi-
UuimlllBiii-QnlnnlllLt Duh MUBChiiii 18»,
■.l», 17G0. (Auuhla: H*igsl,N*usgsiehlChlL
EiHT-. S. il-».) [im
Hill, U., Eotwicklg. d. kath.
Gymnasinma an MaraeUen sn Köln
im 1. Jahrzehnt d. preuss. Aera.
Köln. Progr. 4.". 31 S. [1733
Vllmar, A., Entwickig. d. Volka-
Bchule in d. Stadt Schmalk^den im
19. Jh. (Zt. d. Ver. f. henueberg. G.
u. Ldkde. 14, 21-42.) [1734
Poeschel, J., Das Kollegium d.
Fürsten- u. Landeaachule &imma,
1849-1900. Progr.Grimma. 106 S.[1784
•68
BibUogn^hi« ITr. ITM— 177S.
Miller, e«o., Bcitrr. z Q. d. Slid-
UnBitiCT Schul verwftltg. im 19. Jh.
(N lansitz. Hagax. 77. SS-ISO.) [1796
SaBBirfaKt, S., Zur O d BcbnlwiHiu
n AUasiMn In dar srM. HUru d. 1>. Jb.
■. Bi, im:. [Uli
Kittel, 0., Wilh. T. Homboldto
fschichtl. WdtaDBchanoiigimLicfat«
klasBiscb. SnbjektiviimDi der
Denker u. Dichter v. Kflnigeberg,
Jena u. Weimar. (— Vü, 8 f. Nr.
<SS.) Lpi., Teaboer. Tiij, 1S9 S.
4 U. 80. Subikr-Pr. S M. 80. |17S8
H«Ik«I, K. Tk., Frdr. Chriitoph
Dahlm&DD. (Weatermanns illuitr.
dt. Monatshfte. 88, 6W-.609.) [1739
NalbandlKD, W., Leop v. TUnkea
Bildun^Jahre und Geschichtaauf-
fasgung. (=Vin. S, v. Nr. 638.)
Lpi., Teubner. x, 103 9. Subakr.-
Pr. 3 H. Ginxelpr. S H. 40. — Tk.
Wleddaann, Leop. t. Btuike n.
Vamhagen v. Eiue nach d. Heim-
kehr KankeB a. Italien. (Dt. Revue
S6, III, 811-25; 862-66.) [17*0
Weecb, F. t., BriefwechBel Job.
Frdr. Böhmers mit Frani Jos.
Mone n. Fridefiar Mone. (Zt. f.
G. d.Oberrh. 16,488-68; 660-90.) [1741
Spack , Ldw. , Antobie^. Auf-
zeicbn)^.; hitg. v. F. X. Eraui (s.
1901, 1924). Forts. (Jahrb. f, 0. etc.
Ell.-Lothr. 17, 182-224.) [1742
Hafm, R.1 Adb mein. Leben. Er-
ionet^. a. a. Nachlaas hrsg. Berl.,
Gaertner. 800 S. 4 M. (1743
Bai.: PmH. Jihrbb. 101, t6t-&7 DelbrUck.
HaoBralih, A., Zur Erinnerg. an
Hnr.v.Treitechke. Lpi.,HirHtI 146S.
2 M, 80. — M. Todkmiter, Hnr. v.
Tr. (Westminster Ref. 1901, Juni) —
K. Tb. Helgel, Zur Erinnerg. an
H. V. Tr, 8. 98, 3660. (Auch in:
Heigel , Neue geacbichtl. Essays.
S. 1-20.) [1743»
BflI. T. H«n.™tlil Sttbrin: Lilt. Cbl. Vm,
Nr 3 G. Ksnfmun.
Tentsch, F., Denkrede auf Wilh.
Wattenbach, (Arch. d. Ver. f. sieben-
bürg Ldkde. 30, 6-87.) [1744
CkitBlIer, L., Qdtil. Btanunn. (Hill. d.
V«r. f. G d. Dt. in Bflbni» SS, 367-74) —
«. OcrffI, Zar BrisDarg. sn Kar] Bajar.
(Mm. d Var. f. G. BW. *. Brruil »i. 1-lS.) -
K. Hagfdon, Zur Brluiaig >d K>rl Prdr.
Wehnninn. (ZI. d. Var. f. bambarg. Q. It,
1-10 ) (1T*6
Bosbach, A., Die Geaellscbaft f.
ntttzl. Forachgn. ed Trier ieOl-1901.
?n: Die 8&kalaif«i«r d. Gm. f. BtHd.
orMhgn.) 4*. SS S. [1741
Wllhraii. J., Chronik d. hiii
Ter. f. d. OnfBcli. BaTenabog ts
Bielefeld, ISTS-ldOt. (Jaliieaber. i.
hi«t. Ter. f. d. OrA&ch. Rarenab. 15,
196-SlM.) , [174T
JeaUek, K., Frdr. Liat. (Gortei-
belden Bd. 41.) Beoi., E. Hoftnana
A Co. 216 S. S H. «0. [1748
Groamau, J., Hu v. S^dcL
(Beil. [. Allg. Ztg. IWl, Nr. lU.)
— Den., Deagl. (Krit Viert^jdr.
f.0eMtigebK.43,l&7-«S.) — H.Mw,
Desgl. (Ar<3i. f. OffentL Beefat 1«,
369-408.) [17«
DbIwc, i. u. P. Wiegler, Q. d.dL
FhiloB. im 19 Jh. (Das dt Jafark. in
EinieldanteUgn. Tl. S.) BerL, SdiMi-
derftCo. S. S1T-4M. ■ H. [ITiSa
Tolkelt, J^ Azth. Sehopaiiliaiwr
^irommaniw Eiuaiker d. Riiloa. X.)
Statte-, Frommaon, 1900. xjr.KSä
4 H. [ITH
Bu : Lltl Cbl. IKtt, Vi. 9
BkaUla, E., Arth. Silwpaiiluiiar aliStB-
denl In O.^ltlBgBB. (UauB. Q.ba 4, CS-T&.) U7iua
Koigen, D., Zur Yor-O. d. modern.
ShiloBoph. Sotialiimns in Dtld. Zar
. d. Philosophie u. Sodalphno«. d.
Janffhegelianinnua. (Berner Stadien
B. Philo«, et«. Bd. XXn.) Beiur
DisB. Bern, 8turaeue^«r. iig, Sltd.
3 H. [1761
RIbbeek, Otto, Ein BUd Mia.
Lebens aas «ein. Briefen 1S4S-W.
Stuttg., Cotta. 868S. 6H. — A.Hai^
ratk. Zur Erinnerg. an O. Bibbec^
(Dt. RnndBchaa 110. 818-47.) [ITM
Kartia, E., K. A. Barack- (Jahrb.
f.0.etc.£U.-Lothr. 17,286-88.) [ITHa
Gottsckall, R. T., Die dt. National-
litteratur d. IB. Jh. 7. Aufl. {s. 1901,
3833). Bd. n u. Halbbd. 6. 666 8.
u. Bd. m, S. 1-320, 10 M. 80. [176J
Maflr, B. M., Dia dt Uttwktnr d. 19. Jk,
i. 1M0, I>U Bai.^ N. Jahibb. f d. kJas
O/mu ''i, lOlÖ-lS T. WaUsn-A^h. rd-SBd,
d. Bcsai. Spnohio 105, 376-81 JanUen; itM.
f. dt. Altaituil II, tti-t-J B. r. AMUi
Kaphorion J, «7«-«» Sauer. (ilij
Baaee, C, Q. d, dt. Dichtung im
19. Jh. (Das dt. Jahrh. in Eioiet
scbrr. Tl. 1.) Berl., Schneider b C«.
X, 168 S. 3 H. [ITHa
Baraadt, SobUlw-Wagnar; a. Jaluh. d.
Bal*loUaDia-a. d. dt, Oiuaaa, a. IWl, LSK.
Bai.: Llii, Cbl. ISOJ.Mi. lTii.Un.I>tLiU.-
Neueste Zeit seit 1816.
•69
Ztg. 47 K. Berger a. Entgegng. t. Berendt
in Dt. Litt.-Ztg. 1901, Nr. 89 u. Nr. 48 [1765
Gerstenberg, H,, Aus Weimars
nachklassischer Zeit. Hamb., Meissner.
62 S. 2 M. [1755a
Richter, Bernh., Die Entwickig.
d. Naturschilderg. in d. dt. geograph.
Reisebeschreibgn. mit besond. Be-
rücksichtigung d. Naturschilderg. in
d. erst. Hälfte d. 19. Jh. (Sep. a.:
Euphorien. Ergänzungshft. 5.) Lpz.
Diss. 93 S. [1756
Schultz , Frz. , Jos. Görres als
Herausgeber, Litterarhistoriker, Kri-
tiker imZusammenhange mit d. jünger.
Romantik. Gekrönte Preisschrift d.
Grimm -Stiftg Mit e. Briefanhang.
(Palaestra XH.) Berl., Mayer & M.
1902. X, 248 S. 7 M. (Kap. I, 46 S.,
ersch. als Berl. Diss. 1900.) [1757
Pliit«ii, Graf A. t., Tagebücher, hrsg t.
G. T. Laiibmanu u. L. t. Scheffler, ■.
11)00, 1932. Bez. : Anx. f. dt. Altertum 27, 259
-67 Köster; Euphorien 7, 589 629 Petzet. [1757a
Greulich, 0., Platens Litteratur-
Komödien; e. litterarhist. üntersuchg
Diss. Bern, Schmid & Fr. 132 S.
2 M. 50. — E. Kircher, Platens
Polenlieder. (Stud. z. vergleich. Litt.-
G. 1, 50-67.) [1758
Harnack, ()., Chr. Dietr. Grabbe,
1801-36. (Preuss. Jahrbb. 105, 193
-203.) — E. M. Hamann, Immermann
u. Grabbe. (Hist.-polit. Bll. 129, 69
-76.) [1759
Ehrhard, A., Frz. Grillparzer.
Sein Leben u. seine Werke. Dt.
Ausg. V. M. Neck er. Münch., Beck.
631 S. 6 M. 50. [1760
Gabriel, A., Frdr. v. Hejden m.
besond. Berücksichtigung d. Hohen-
staufendichtgn. Breslau, Preuss & J.
114 S. 2 M. 50. (51 S. ersch. als
Breslauer Diss. 1900.) Vgl.: A. J.
Jellinek, Konradin-Dramen. (Stud.
z. vergleich. Litt.-G. 2, 104-6.) [1761
Bez.: Stud z. Tergleich. Litt.-G. 1, 372-76
B. F. Arnold.
Kaufmann, M«, Heines Charakter.
Zürich, Müller. 1902. IIOS. 2M. [1762
Geiger, L., Zur G. d. Heineschen
Schriften. Aus d. Akten d. Ham-
burger Archivs. (Euphorien 8, 337
-40.) fl763
Kobell, L, y,, J. V. v. Scheffel u.
seine Familie; nach Briefen u. mündl.
Mitteilgn. Schwetzing. - Heidelb. u.
Wien, Verl. d. Scheffelbundes. 99 S.
3 M. [1763a
Uges, F. W., Ernst Ortlepp; BU.
a. d. Leben u. Dichten e. Verschollenen.
Nach unveröff. Handschrr. u. seit.
Drucken. Münch., Reinhardt. 191 S.
3 M. [1764
Uonben, H. H., Gutzkow-Funde;
Beitrr. u. Studien z. Litterat.- u.
Kultur.-G. d. 19. Jh. Berl., A. L.
Wolff. xij, 568 S. 10 M. — Ders.,
Gutzkow u. Levin Schücking; e. litte-
rar. Freundschaftsbild. (Westermanns
Monatshfte. 89, 391-404.) — Ders.,
Nachklänge a. d. J. 1835; a. d. Akten
d. grhzgl. badisch. Landesarchivs zu
Karlsruhe. (Beil. z. Allg. Ztg. 1901,
Nr. 205f.) Vgl. 1901, 1936. [1766
Fischer, K., Eduard Mörikes Leben
u. Werke. Berl., Behr. jx, 240 S.
6 M. — Ders., Ed. Mörike; seine
Stellung in d. Litt.-G. u. im dt.
Unterrichte. Wiesbad. Progr. 68 S. —
H. Maync, Ed. Mörike. Stuttg., Cotta.
jx, 415 S. 6 M. 50. [1766
J. PröUf , 2 Mörike-Biographien. (BeU. s.
AUg. Ztg. 1901, Kr. 295.)
Hein, A. R., Adalb. Stifter; sein
Leben u. seine Werke. (Mitt. d. Ver.
f. G. d. Dt. in Böhmen 39, 323-56.
40, 51-104; 212-78; 306-56.) [1767
Brandes, Ernst, Aus Fritz Reuters
Leben (s. 1901, 1931). Tl. U. Progr.
Strasb., Westpr. 70 S. — Ders.,
Zu Fritz Reuters Lebens- G. (Preuss.
Jahrbb. 106, 283-826.) Vgl. 1901,
3839. [1768
Poschinger, H. y«, Gottfr. Kinkels
sechsmonatl. Haft im Zuchthause zu
Naugard. Hamb., Verlagsanst. u. Dr.
77 S. 1 M. 50. — J. Joesten, Kinkel
u. seine rhein. Heimat. (Nord u. Süd
96, 78-88.) [1769
KoRter, Gottfr. KeUer,t 1900, 19SSa. Bes.:
Anz. f. dt. Altert. 27, 78-82 Walzel; Eupho-
rion 7, 6S0-S8 Pniower. [1770
Pich 1er, A., Hebbels Briefwechsel
mit Adf. Pichler. (Euphorion 7, 96
-103.) — R, M. Werner, Im Hause
Frdr. Hebbels; ungedr. Briefe.
(Stud. z. vergleich. Litt.-G. 1, 446
-74.) [1771
Kraeger, U*. Conr. Ferd. Meyer.
Quellen u. Wandlgn. seiner Gedichte.
(Palaestra. XVL) Berl., Mayer & M.
raj, 867 S. 10 M. — Ders., Zur
G. V. C. F. Meyers Gedichten. (Eu-
phorion 7, 112-89; 564-85; 764-
91.) [1772
Anzengmber, L., Briefe; m. neuen
Beitrr. zu sein. Biogr., hrsg. v. A.
•70
Bibliogr^liü) Kr. 1778— ITSS.
Bettolheim. 1 Bde. StotUr . CotU.
ujv, 333; «0 8, * W 00. - S.
FriridmaBB, Anzeiisni)>«i. Lpt.. ^e«-
mum. 199 S 6 H. [1T7S
Sckail4t, E. , Gust, Frpjlau
(Schmidt, Cbw^kteriltüten S, 217-33, .
— DetB., Theod. Font»ce (Ebd.
283-S60) — Der«.. Aus Gottfr.
Kellen Briefen ui Jak Bfichtold
(Ebd. 261-79 ) — W. 0«D«el, Hertn.
Qrimm. (Dt BundBchau 109, 134
-40.) (1774
Wolir, E., 13 Jahre im ütterur
Kampf; Studien u. Kritikeu i Litt
d. G«geDw. Oldenb-, Schulze, iij.
6&2 S. 6 M. [1776
»chaK, Lk LncUa t ftuiu. du IHcht^i
d. Otwmlli*. (tIdBBUl B. Marii.Luch M,
iso-M.) [lim
dende Kunst; Dichts., WeltAnacbau-
ang. (Iiomprecht, Dt. ü. ErjraiiEgs-
bd. I: Zur jün^t. dt. Ver)(iuigealieiL
Bd. 1 ) Berl , Gaertner 190a ii^>
471 S. 6 M. [17T7
Kh.' Lfll CbL 1901. Kt. &1.H R Wnm.
Oiborn, W., Die dt Kunst im
19. Jb. (Da» dt. J»hih. in Einzel-
■chiT. Tl. 2.) Berl.. Schneider * Co.
5. 183-316. 3 H. — L. Srbmidt,
G.d. Musik im 19. Jh. (Dudt. Jahrh.
Tl. 6.) Ebd. S. 667-784 3 M. (1777»
Marx, A. B., Ldw. v&n Beethoven.
6. Aufl. V. G. Behncke (4 1901,
8844). Kptt SBde. 2Säj2ä3,XLiijS.
10 M. [1778
Lisitj F., Briefe; geuunm. n. hrw.
T. La Mara (a. 1901. 1953). Bd. VI
o VH: Brief« an d. PItntia Ctnl
S»m-Wittg¥n»t*in. Tl. 3 a «t JT^
46Ö S. 12 M. [ITS
»««llltx, E., Fn. Liot in Bw.
Lpc. Seenuuui. 7t %- t IL llT»
OhaHberUl», H.St.,BicbLW*e9s
Neue (wohlfeile I Aoag.Hfiach.Bniä'
nuuiB. x«g . 5S6 S. 8 H. T^ '%,
3&80. [17»
B^Urt, H^ IUcfa.Wagn«riiiZüii<L
Bd. r u. ri. Lp*.. S««iiiaiui. l»»t
78; 4» S. 4 M. tlTÖ
Kopp, H., Die Bfihnealeitg At^
Klingemuitu in BtAunschw Kit i
Anh.: Die R«p«rtoir« <L Biaanidi*.
NaUonaltheate«. Ein Beite. t &
Theater-G. d. 19. Jh. (Theater^
ecfaicbtl. ForBchgn.: hng. r iätnuiu.
SVn,) Hamb.. Tom. 1908. iÜ6 i
3 M. ^_____ jiTSl
Schnorr t. Ckrokfeli, V. t.. Au
Jul. Scbnom Ta^bücheni (a. ISfll,
8849) Forts. (Dreedner G.bü. »Ol.
38-«0i 63-72.) [17M
Thael«r, A., Jul. Thaet^r; Lebou-
büd e dt Kapfer«t«ctier«. NeuUrcha.
Eni ebungi verein. 1900. 167; IM?
Boehn, 0., Die YolkshTmoen aU«r
Staaten d, dt. Reichea; Beitrt, in ft
G. über ihre Eiitstfhg. u. Verbreitg.
WiBmw. PiOTT. es s. — W. Ti«,
Zur G. d. mekleubaig. VolÜiTBat.
(Jahrbb. d. Ter. f. meklenb. Q. «.
168-23«.) [1781
Teil n.*
A. Allgemeine Werke.
I. Hilfswissenschaften.
Jak rtahF rieht« d Q.-wIh. eto ■ Ni.
MM ff. [i;si
Lastende, R. de, Bibliogr. e^aär.
des tTavaui niat. et arcbäol. publ. par
les BociM^B BaranteB de lä France
(s. 1901, 1). m, 4. mj 8., S. 601
-781. 4 fr. [1788
Bibllo^aphie d. dt. ZeiUchnften-
Litt,(8.Nr.8). Bd. YÜI: Jan.Jtmiigoi.
Lfg. 6-10. S. 161-384. Bd. IX: Juli-
Dei, 1901. Lfg, 1-3- 3. 1-216. (Bd.:
20 M.) — Daaselbe. 2, 8appl.-Bd,:
Bibliographie d. dt. RezenBionen. 1901,
Bd- n. Lfg. l, uiTuj S., S. 1-S4. (Sub-
akr.-Pr. 25 M.; Einielpr, 80 M.) [1789
Bibllatheca geogiaphicaj brag. *.
d. GeB f. Erdkde. zu Berlin, bearb.
v.O.BaBchin(B. 1901,3). TH: 1898.
»vj. 473 S, 8 M, £1780
CheTaller, V,, R^jpert. des aouicea
bist, du mo;eii-&ge Topo-bibliogr. (b.
1901, 1964). FaaC. B: N-S. Sp. S131-
S664. 8 fr. [1T91
Leronx. A., Lea conflits entre la
France et rEmpiie peudant le mojen-
&ge. (Biblioth. de biblingraphies crit.
p. p. la Society des ^tndeB hiat. XV.)
Paria, Picard. 73 8. a fr. - [1792
Ret.: Dl. LI» -ZI«. 1801, Nr. M CuttUleri.
Tille, A., LaudeBgeschichtl. Biblio-
graphie. (Ut. G.bll. 8, 178-82.) [1793
Tancsa, Die bist. Litt. Nieder- u.
Oberöiterreicba i. J. 1900. (Mitt. d.
Inst. f. österr. O. 28, 846-68.) —
H. Hammer, Hist. Zeitacbrr.-Litt. t.
Tirol u. Vorarlberg 1899-1900. (Ebd.
862-66,) [1794
Bibliographie d. achweiz, Ldkda.
Faac. V,2: B. Hartiu, Anthropologie
u. Vor-0.; J. Heierli, Ur-G. d.
Schweiz. Bern, Wyas.l88S.2M. [1796
Piaas, A., HiBt. Litt., d. Schweiz
betr. : 1900. (Änz. f. achweiz, G, 1901,
466-80.) — Bibliographie d, G.,
Landes- n, Volkakde. v, Stadt n.
Kanton Zürich: Okt. 1900-Not, 1901,
(ZflricherTaBchenbuch 1902,271-808.)
— F. Haadrick, Bibliogr, d. Frei-
buTger Litt.; 1900 u, 1901, (Freib.
G.bU, 8, 172-94.) [1796
FrankhBMser, F., Badisohe G,-Litt
d. J, 1901. (Zt, f. 0. d, Oberih, 17.
340-80.) [1797
BrmaBCr, Dl« PÜBga d. Ealmit-O, 1d Bk-
den, 1, Nr. B, Bei.: Z(. 1. Q. i. Oberrh, IT,
WermingboC [ 17 W
■flsebeck, £., Zur G. d, landea-
geschichtl, Forschung in Lothringen,
5)t. G. Bll, 3, 121-29; 192,) [1799
Zedier, O., NaaBauiache G.-Litt,
d. J, 1901. (Mitt. d. Ver. f. naas,
Alt«rt,kde, 1901^, 128-28,) [1800
LohmeTer, E.^ Veneichn, neuer
hesBiach, Litt, (Hitt, an d. Mitglieder
d, Ver, f. hen. G, 1900, j-uutuj.) [1801
Bodemanii, E., Niedenächa-, Litt, :
1900/1901, (Zt, d, bist. Ver. f. Nieder-
sachs, 1»01, 848-63.) [1808
* Die Bibliographie wurde abgeschloBaen am Sl. Hai 1908. -
BcheinuDg^ahr, faUa nicht beaonders vermerkt, 1908,
Hliur. VlsiUIJubnahrift. iMt. )
•72
Bibliographie Sr lB0S_18&a.
FiMhrr<B«uoi, R. t., Lilt^ratnr-
bericbt f. 1900/1901, (Zt. il C* f
schleaw -höht. G 31, 32T-6i ;i<mi3
Dobeaecker, 0., Ueber-i.lt <i
neuerdings enchieD. Litt. z. thüring.
G. n. AIt«rt.kde. (Zt. d, Ter. f thür.
G- etc, Vi, 690-708,) [1804
ErmUeh, H., Cbenicbt d. neuer-
dings euch. Schrr. n. Aofs&tze i.
BichB. G u, Alt«rtkde, (N, Arch. f,
eäche. G. 33, 180-92,) [1805
SohottmflUer, K. , Uebeniicht d,
Erscheionngen auf d. Gebiet d. Po-
■ener ProvinE.-G.^ 1900. (Bist, Ho-
naUbll, f, d. Prov. Posen 2, 134-
41.) [1B06
aj<,i«h« i.'iooiVsiM) u> Krim [isoi
Mflhlbreclit, 0., Cebereicbt d- ge-
Bamten ataats- a, rechtawira. Litt
(s, IBOl, 1984), lg. 84: 1901. luij,
SSO 3. T M [1608
Falekenhelner, W., Bibliogr. A.
im Druck enchienenen Univeivit&ts-
matrikeln 1: Die dt. Universitäten
Bowie d. dt. Nationen d. Aunlandea.
(Samralg. bibliothekswiaa. Arbeiten,
hrsg. T. Diiatiko, 16, 83-36.) [1809
Schauer, Fr., SchriftAteller-Leu-
kon d. Si eben bürger Deutschen. Bd, IV.
fErgfoiznngsbd. lu J, Trausch,
8c hriftBt«lier- Lexikon.) Henuannet,,
Krafft, iij, Ö75 S SubBkr.-Pr. 6 H, 10.
(Vom 15, Apr ab 7 H, 23.) [1810
B«!.: Karr BJ. d. V«. c littMoborg. Ldkd«.
Laban, J., Bibliogr. (s. 1901, 1990);
1. Okt. 1900 bis 30. Sept. 1901
(Repert. f. Künstw. 84, j-cuij.) (1811
Honnaiiii-ICrafcr, E., Bibliogr.
üb. Bcbweiz. Volkekde. f. d. J. 1901.
(Schweiz. Arch. f. Volkakde. 6, 69-
80.) [1812
2, O^ographU.
Reinhard, R., Die wicbtigaten dt.
Seehan dela Städte ; e, Beitr. z, Geogr,
dt. Städte. (Forachgn. ü. dt. Landes- I
u, Volkskde, XIII, 6.) Stutt«.. Engel- '
mann, laoi. SlS.iSTaf. 5M. [1814 !
LB^pracbt, K., Dl« gv>n. Bedlngiua^ii 1
d. ncuar. O. (Kfnul Bd I, S. lUS) IIHIB
MflIIrr, B.. Der N»tne OrtmHct
BU d V,rr f, Ldkdr X X[ete-
r,.i,.rT ,■!,•.. 4n3-3S. . [IMI
4iiunii«til. C-, Der hiMtor. All« i
Ssterr. Alpeuländer o. d. Orandkaitn.
(Viertelj.hfle. f. d. geogr. Uotm.
1901, S 17-30.) Yg\. 1901. 1994. -
E. Ob«rfcHHHer, Die Entatehg, d.
Alpenkarten, (Zt d, dt n, Brterr,
AlpenTcreina 33, 81-46.) — F. Ra»
Mner, Die Alpetikiuide im Altertum.
(Ebd. 46-68.) [I81J
Haekel, A., Die Be«jedeliuiKi>«i-
hkltniBse d. oberOoterr. MäUnerteli
in ihr. Äbh&n^gkeit t. natärL o.
geachichtl. Bedui^nnveii. (PorMhsn.
E. dt Landes- n. Vo&akde. XfV, Ij
Stnttg,, Engelfaom. 77 S.; 2 Kto.
T M. 60. (1818
Topograpkle, NiederOaterr. (b.1901,
34). V, 13/14. S. 777-896. 4 M -
■■ TaacM, Hirt. Topo^. m. besond
Berflcks. NiederflaterreicliB. (DtGbU.
3,97-109; 189-37; 223.) (18U
CalTl, P., DarBteünng d. poüt
Bei. Hietxing n. Umgebg Wien,
Gerold. 487 8, 10 H. [18J0
Rapp, L., Topogr.-hiat Be«iiieibg,
d, General vikariatea Vorarlberg la
1901, 1997), rV, 7, S 677-672.
1 M, 20. [igsi
ZeBMrich, i.y Sprachsrenie n,
Dentachtum in BBhmeu. Hit 4 Kar-
tenbll. u, 1 Textkte. BrwmBcfair,.
Viewegu. S, 116 S. 1 M.60. — Dera.
Das dt, Sprachgebiet in Sfld- n,
OatbShmen. i,Grobaa 80 345-56'
Kte) [litt
Knapp. Ch. u. H. Borel, Geogt,
Lexikon d. Schweiz ib. Nr. 27). Lfg. SS
-82, S. 353-512. i. 60 Pf. [i8iJ
Caodrela, J., Einige Notiiea i.
Veneichnia d.älteat Seh weiaerk arten.
(Ani. f, Bchweii. G, 1902, S0-3S.) [1824
Hartmaiin,J.,Beitrr.i.Heii>iatkde.
in Erklrg. d. Ortanatnen d. Stadt- a.
Landbez, Ingolstadt n. Bolcher d.
nächat. Umgebg. Ingolstadt, Gang-
hofer. 113 S. 1 M. SO. [leSä
Besohrelbong d. Oberamti Heil-
bronn. Hrsg. V d. k. BtatäBt. Landei-
amt, TI,I. Statt«., Kohlhammer IBOI
304; 308 u. 83 S. 3 M. (1826
ElMfl8-Lotkring«n. Landes- n.
0rt8bescbreibg.,hrsg. v. Btatist. Bareao
d Miniateriumsf.ElB.-Lothr (a Nr 30)
Lfg. 6 (Tl. m. S. 129-288). 8 M. [1827
Bibliognpliieeii u. Litteratnrbericht«. — G«ographie. — Sprachknnde. *73
TerzelchoiB Bämtlicher Ortechaf-
t«n d. Provinz HeMeu-Naaeau, d.
Orhigie. Beasen , d. Fürstentums
Waldeok n. d. Kreises Wetzlar. Frkf.,
Reitz. iiv, 276 8. 8 M. [1828
SaTCIsber;. H., Die Ulteste Land-
karte d. Aachener R«icbe t. 1569.
(Zt. d. Aachen. G.-Ver, 23, 290-305;
Taf.) [1829
Nomina geographica Neerlandica
(B. 1900, 199B). Drentscbe plaats-
namen. 1901, 186 S. 1 fl. 75. [1890
Jelllnghans, U., Diewestfäl. Orts-
namen nach ihr. Grand wOrtern. 2.
verm. Ausg. Eiel, Lipsias&T. 189 8.
6 M. [1831
KUhnel, P-, Die da» OrU- u. Flur-
namen im Lüneburgiacben. (Zt. d.hiit.
Ver. fNiedersacha. 1901, 66-S31.)[1832
SundermanD, H.« Friesiecbe u.
niedersäcbs. Bestandteile in d. Orts-
namen Ostfrieslands; e. Beitr. z.
8iedelunga-G, d. Nordaeekflste. Emd.,
Haynel. 1901. i, 18 S. 2 H. [1833
Traeger, E., Das Erdbuch der
Hallig Hooge. (Zt. d. Gea. f. schleiw.-
holat. G. 31, 137-6S.) [1834
ZahD,W.,Mittelalterl.Topographie
d, Stadt Aken. Mit Kte. (G-bD. f.
Magdeb. 36. 270-80.) [1836
!4chotte, U.. Die Wüstungen d.
Amtes Kammelburg. (Zt. d. Harz-Ter.
ai, 562-69.) [1838
Imendej E., Landeskunde d. Her-
zogt. Sachsen- Alte Dburg. Altenb.,
Tittel. 1901. 272 8- 4 M: 26. [1837
Hertel^ L., Nene Landeskde. d,
Uzgts. Sachs. -Heiuingen (a. 1901,
2a48). Hft. 8. (=. Nr. 254*.) 8. 181-
318; 2 EtD. 3 M. [1838
Koppmaniij K>, Die Strassennamen
Rostocks. (Beitrr. e. G. d. Stadt
Rostock 3, m, 1-68.) [1839
OstpreoHsen. Landn.Volk. Stnttg.,
Hobbing & B. Bd. I s. '90, 1892.
Bd. Hs. 1901.45. Bd. m: A. Zweck,
Samland, Pregel- u. Friechingthal.
160 8- 4 M. Bd. IT: A. Bludau,
Oberland, Fjmeland, Natangeo u.
Barten. 1901. juj, 339 S. eM. Bd. V
a. 1900, 366. [1840
Bm. T. IT: AllpnDH.UomtHollr. M,M7f.
Vtalenbeck, C. C, Zur gotisch.
Etymologie. [Beitrr. z.G.d. dt Sprache
27, 113-36.) Vgl, 1901. 47a. [1843
Orimm, J. u. W., Dt. Wörterbuch
(s, Nr. 50), Bd, IV, Abtlg. 1 , Tl. m,
Lfg. 3: Gewäiren-Gewalt. Sp, 4837-
5027; Bd, X, Lfg, 8: Sitzen-SoUen,
Sp, 1297-1488; Bd. XID, h!a. 1: W-
Wachterthurm, Sp.1-192, ä2M, [1848
Wrede, J., Berichte ob. Wenkers
Sprachatlas (a, 1901, 60), XIX, (Anz.
f, dt. Altert. 28. 160-74.) [1844
Ktbiieli. (Korr.-Bl. d. T.r f, ilobenb. Ldkde,
«5, IJ-aO) Tgl. ■9J, Nr. M. — Den., ZniD
WöriBrhnob». (Ebd. H-HLj [lHi
Idiotikon, SchweizeriBcbea (b, Nr.
68). Hft. 44-46. (Bd, V, Sp. 17-836.)
4 M. [1846
Rnckert, A. J., tJoterfi^uk. Mund-
art. Beitrr. zu e. 3ammlg. v. Aus-
drücken. R«deasarten o. Sprich-
wörtern in unterfrUnk. Mundart.
Würzbarg, Bucher. 1901. 204 8.
1 M. 60. [1847
Weber, U., WOrterBaminlg. t. Eich-
Btatt u. Umgebg, (Zt. f, hochdt, Mund-
arten 3, 59-84,] [1848
Telt, F., Ostdorfer Stndien, Hft. I
u. U, Tflbing,, Schnürlen, 1»01, 38;
71 8, 4 M. 20. [1849
2. 97-137; 246-77,) — U. Hellig,
Znm Wortschatz d, Keuzinger Mund-
art, (Ebd. 8, 87-96.) — II, Henne-
mann, Die Mundart d. sogen, Graud-
dCrt'er in d, Grafsch. Mansfeld, (Ebd.
2. 1 76-835; 332-53.) — 0. n, L. Hertcl,
Die Pfersdorfer Mundart, (Ebd, S,
96-lSO.) — 0. Philipp, Zu K Gerbet«
„Weaterzgebirgiscb a, Südostthfi-
ringisch", (Ebd. 64-86.) Tgl. 1901,
61. [1860
SckDof, Dia dt, TtrwudiotakfUiiuuD , i,
teOl, ea (I< S ■nch. >1> KHbnrg, Dill,
3. Spraehkunde.
Thesaams linguae latinae (s, Nr,
48). 1.3; Acuo-adiunctivns, 8p, 466-
704, 7 M, 20, [1841
ar Fr»a. (ZI. d. AU.
I, Nr. fl o, llj -
; ZI, t. iv Won-
•■•banb. Ukda. IB, 6-S.) Vgl IM:
H. fllon, TalkHtjmolagla In Famlll.
am NladdThaln. (Zt. t. d. dantHh. ui
IG, SM-».) — J. KlltKk, 3 Kita FiiiBl
•74
Bibliographie Nr. 186t— 18M.
Damen : Reinhard, Weigand u. Monar. (Rhein.
O. Bll. 6, 65 f.) — L. Arabmat, Melaonger
Familiennamen bis 1616. (Heeaenland 1900,
Kr. SO-24 u. IMl. Nr 1 a 2 > — WekrhAB,
Namen t. Blomberger Bürgerfamilien Tor
800 Jahren. (BIL f lippische Heimaikde. II,
Nr. 10 ) — HejerMABB. Über alte OAttinger
Familiennamen. (Protokolle d. Ver. f. O.
Göttinff. II, 4, 7&-8t.) [1^68
Caemmerer, B., Erkl&rg. d. in d.
Arns^ter Wachstafeln y. J. 1467
vorkommenden FamiliennameD. (Alt-
Arnstadt 1, 90-118.) Vgl. Nr. 2881.
[1863
4. Falüographie; DipionuUik;
Chronologie,
Monnmenta palaeographica (s. Nr.
73). I, 6-7; hrag. v. A. Chroust.
17 Lichtdr.-Taf. m. 38 S. Text,
ä 20 M. [1864
Fieker^ J. n. 0. Winckelmaniiy
HandBchnftenproben d. 16. Jh., nach
Strassbnrg. Originalen hrsg. 102 Taf.
in Lichtdr. m. Text. Bd. I. Taf. 1-46.
Zur polit. G. Strassb., Trübner. Fol.
XV, 120 S. Text. 40 M. [1866
Bes.: Litt. CbL 1902, Nr. 7; Zt. f. O. d.
Oberrh. 17, 179-80 KaUer.
PftoU, Onmdriss za Yorlesnn. ab. lat.
Palaeogr., ■. Nr. 75. Res. t. in (Urkunden-
lehre) u. r. I in S. Aafl. : Altpreass. Monats-
•cbr. S8, 6S1-M E. Beicke. [tS56
parnvart (s. 1901, 9047). m. (BU. d.
Ver. f. Ldkde. ▼. NiederOeterr. 84,
604-9.) [Idtt
Kcwitoek. O^ Die astnmom.Srm «.d. Jahr-
hundert 19 (Jahritoadertweada). WtiSh. i B.,
SelbstrerL 1901. 15 8. 80 Pf. [\m
Steinacker, U., Ueb. d. älteste
?äp8tl. Registerwesen. (Mitt. d. Inst,
österr. G.forschg. 23, 1-49.) [1867
PflIagk-IIarttiiBg, Die Ballen d. Pftpste bis
s. Ende d. 12. Jh., s. Nr. 81. Bes.: Mltt. a.
d. bist. Litt. 80, 140-43 Heydenreioh. — Vgl. :
Steinacker, Neuere Litt. s. Papstdiplo-
matik. (Mitt. d. Inst. f. österr. O.forsohg. 28,
801-7.) [1»68
Pflagk-Harttung 9 J. r«, Papst-
urkk. auf Marmor. (Quellen u.
Forschgn. a. ital. Archiven etc. 4,
167-83.) [1869
Giard, R.y De Femploi de Täre
chr^tienne dans les acts carolingiens.
(Bibl. de l't^cole des chartes 62,
716.) [1860
Poole, B. L.y The beginning of
the year in the Anglo-Saxon Chro-
nicles. (English hist. review 16,
719-21.) [1861
Schoengen, M«, Jets over den
jaarstijl in kloosterorden gebniikt.
(Nederl. Archievenblad 1901/2, 18-24.)
R.Fruin,Na8chrifb.(Ebd.26f.) [1«62
HatthUs, Tk., Zur G. unserer Wochen-
Uge. (Zt. f. d. dt. Unterricht 15, 617-28.) [1868
Lampely J., Unser fraven tag der
5. Sphratti^eae und JSeraldik.
Engel, B.. Die mittelalterL Siegel
d. Fürsten, d. Geistlichkeit n. d. pol-
nisch. Adels im Thomer Rataarchire.
Mit U4 Siegelseichngrn. auf 4 Ta£
(= Nr. 2666.) Danzigr, Saunier. 4*.
24; xj S. SM. [1866
GrlUaer. Symbole o. W^appaa d. alt dt
Beiohee, s. Nr. 89. Res. : B«rl. Mflaabll. 1201
Nr. 4 Danaanberg. [i^C?
Kn«tel,P., BOrgerLHeraldik. Progr.
Tamowitx, Kothe. 30 S. 1 M. [186«
Siebmaekers Wappenbach (s. >Y
90). Lfg. 462-466. [1869
Inh.: Lfg. 469 n. 4eea«Bd. TL Abtlg.tO.
D«r abgestorb. meokleob. Adel, Hft 2 a. 1
8. 87-96, Taf. 19-54- — Lfg. 4a3 » Bd Tl.
Abtig. 2: Der abgaatorb. warttb. AdaL Hft. 7.
8. 185-212, Tat 9!»-116. — Lifg. 4«i4 » Bd IT,
Abtlg. 14: Oali«. Adal, Hft. ll, S. 147-1«,
Taf 180-197. — Lfg. 465 » Bd. fv. Abtig 4:
NiederOsterr. Adel, Hft. f. S. »-71, Taf. 19^
Flseknaler, C, Das Solbach'icfae
Wappenbuch. (Zt. d. Ferdinandenini
46, 218-29.) £1870
Zellneiv E«. Die Ritterkapelle in
Hassfurt. (Dt. Herold 1902, Nr. «.) [18T1
Baadt, J. Tk. de, Sceaax annori^
des Pajs-Bas et despays aToiainanta
(8. 1901, 2062). T. IV; a. 1901. S. 137
-264; Taff. 6 fr. [1878
PhUlppl, F., Die Entwicklg. d.
westföl. Wappens (In : Feetchr. a. Ein-
weihiug d. neuen Landeahauses d.
Prov. Westfal. zu Münster 1901 .) [1873
Bes.: Korr.-BL d westdt. Zt. 1902, Nr. 11
Oppermann.
Ledebnr, H. Frhr. t., üeb. d.
Wappen der von Eatorff. i Dt Herold
1902, Nr. 6.) [1874
Lommer^ Y.^ Die Wappen der
Grafen v. Orlamünde. (Mitt. d. Ver.
f. G.s- u. Alterts.kde. zu KaÜa u.
Roda 6, 37-44.) [i87(
Gritiner, M., G. d. a&cha. Wappem
(8. Nr. 99). Forte. (Vierteljachr. f
Wappenkde. etc. 30, 1-66.) [1876
Oppell, T., Die mit Wappen rersierteB
Altargertthe d. erangeL Kiroba d. Kreises
Fraustadt. (Dt. Herold 1901, Nr. It) t^^
Krahl, E-t Die österr. u. d, oiurar Krönt.
Mit 8 Taf. (Dt. Herold 1909, Nirl!) [Sw
Faläogr.; Diplomatik; QirODol. — Sphragist it. Henld. -
^tik. «75
ß. Numiamatüe.
M«ier, P. J., Aus d. HanzBammlB.
d. UarzgeachicbUvereiQB im PärBU.
Museum zu Wermgerode, {Zt. d.
Harz-Ver. 34, 514-69.) — B, Zenker,
Die UüDZBammIg. d. Magistrats d.
St. Mühlhauaen. (a.bll. d. St. Mühlh.
1, 22f,) — M. TancsK, Paradoxe
Herrscher- luHignien auf mitt«la1t.
Mflnzen, (Zt. f. Num. 28, 70-86.) [1879
Bordeaux, F., ClMsemeut de mon-
naiea caroling. inäd. (Congräs intern.
de num. rfiuni i, Paris en 1900.
Procfes-Terbaoi etc. 8. 887-870 [1^80
Dannenberg. H., Die dt. Münzen
d. Bäche, u. fränk, Saiaerzeit. Nachtr.
z. Bd. I-m (B, 1901, 2076) n, (Berl.
Mflnzbtl. Nr, 2fi0-256.} — E. B>hr-
feldt, Der HackaitberimDd t. Winzig.
(Ebd. Nr. 262.) [1881
Hanberg; P^ Mjntforhold og ud-
myntninger i Danmark iudtil 1140.
Hed 13 tavler. (Det kgl. Danske
Videnakabem. Selskabs skrifter. 6. B.,
V,l,)KJHl)enh. 1900. 4M8M.80. [1882
Bei ^ Duilk hliL Tid»krift 7. R-, Bd.IH,
Joseph, P., Der Ffennigüuid v.
Kerzenheim, vereinagabe d. Altert.-
Ver. zu Worms. (Sonderabdr. a. d.
Frankfurter Münzbll.) Frkf.a.M.1901.
SO S. [1883
LnHctaln r. Ebengrenth, k. t.,
Der Fund v. 2alvi6. (Nnm. Zt. 38,
165-88, Taf.lO.) — Dera., DerMüna-
liind V, Jugorje, (Argo 8, 161-63.)
Vgl. Nr. 106. [1884
Verworn, M., Ein Fund v, Thü-
ringer Brakteaten d. 13. Jh. (Berl.
Münzbll, Nr, 2*7 f,) — A. Bnctabolti,
Der Mdnzfund v. Ringen. (Sitzungs-
berr. d. gel. eatniaoh, Gea. 1901, 187-
44.) — 6, H. Lockner, Sparbüchaen-
fund mit Pfennigen aus d. Wende
T. U. z, 16. Jh. (Frankf. Münzzt«.
1901, Nr. 1-9 u. Aich. d. hist. Ver,
V, Unterfranken ete. 48, 207-46; Taf.)
Vgl. 1901, 20SS. -- e. Budlnskr,
Münzfund v. Ungersdorf, (Num. Zt.
83, 197-SS0-) [1836
AItId, f., Quart de gros inädit
de Jean de Baviire, duc de Luiem-
bourg 1418-26. (Rev. beige de num.
67, 426-t8.) [1886
Moirat, R,. Ordonnance du 29 nov.
1681 relat. & la circnlation des mon-
naies ätrang^ea en AUace. (Rev.
num. 190-2, 128-32.) [1887
Bordeaux, P., Rcmarquea nouv.
aui lea asgignata du sifege de Mayence
de 1793 et BUr les märeauz de päage
dn pont, (B^v. beige de num. 67,
321-844.) Vgl. 1900, 2063. [1888
Scholl, J., Die Oateir. Conventiona-
Zwanziger (s. 1901, 100). Nachtr. III.
(Nmn. Zt. 88, 233-60.) [1889
Jenner, E.. Die Münzen d. Schweis
m. Angabejeaes einzelnen Jahrgangea
u deren Varianten. 2. verm. Ausg.
Bern, Körber. 182 S. 4 M. [1890
Cahn, J., Beitrr. z, vorderOaterr.
Münz-0. I: DBB Münzrecht d. Stadt
Breisach, 11: Die ältest. Münzen t.
Thann im ElaasB. (Num. Zt. SS, 221-
S2.) [1891
Caks, Dar BappenmOiubniid, •. IMI, MH.
Hu.: Jtbrb f. OtHtigabg. 16, IT, 44e.M
Fihr. *. Bohroit«, Hlit. TistulJicbi 4. bTSf.
Ksbirliu; Nun. ZLU, »1-10 LiuoblllT.BbtD.
gninth. It9ti
Bahrfeldt, E. , Zur Münz-a. d.
Reichsstadt Worms (b. 1901, 209S).
Nachtr. ^erl. Münzbll, Nr. 245.) —
Dera., Eildesheimer Schaupfennige.
(Ebd. Nr. 246.) — Dera,, Die ost-
preuBS. Münzprägungen d. Kaiaerin
Eliaabeth t. RuhhI. 1769-62. (Ebd.
Nr. 268-266.) — Übt. Behrena, Mün-
zen d. St. Lübeck. Forta. (Ebd. 1902,
Nr. S.) — Ed. GrtMi, Münzen n.
Medaillen d. 8t, Rostock. Forta. (Ebd.
Nr. 2 Q. 4.) [1898
Laloire, £., M^daillea hiat. de Bel-
nqae (a. 1900, 2073). Fortis. (Sep. a.;
I Bev. beige de nomJ Bmx,, Ooemaere,
1901f 16 S.; 3 Taf 10 8,; S Taf.
' ä 2 fr, [1894
Witte, Ai de, Lea jetons et lea
mädailles d' Inauguration frapp^ par
ordre du gouvernement g^n^ral aox
PajB-Baa antrichiena, 1717-94 (a. 1901,
2097). Schlnaa, (Rev. beige de num.
67, 187-812,) [1896
Jongbe, B. de, Lea monnaies des
demiers comtea de Beckheim de la
maiaon d'Aipremont-L;nden. (Ebd,
177-86.) [1896
W>laBciitcr,P.,WfthlipraoheinrhHilKb.
UllniBi, (HoHBlBud 1901, Ni, 18,) — WHTth,
Dflvifl«! b. Bltuiiptllcbft d. grftfl. -IjppiHh.
HkuHi, [BI1.f,Upp.Ealiulkda.I,Nr.4r,)[18M
Kretigehmar, J., Zur Mflnz-G.
Hamelns (s, Nr. 117). Forts.. (Nnm.
Anz. 1902, Nr. 1-8J {1898
Wvjrmb, H. t., Q, d. Schwarzborg-
Sonderahftnier MünastAtten. (Der
Bibliographie Nr. 1890— ISft«.
Deulacbc, Sonderehausen , 14.-16. u.
lü. März 1901.) [ISBS
■*u<l(r, J„ Boh«iuiiaD»n d Hoh«D-
'mt^M
Nuiii.Z>.M,I!l>-]3
Ferl°M'ao
S^!^l?"
4t, B., I«. MQn«
D d. M>rl(i>h<irf[ B
I. B. Inf d. Bm. In
7. G«n«eUogie, FatnUien-
geMchichte und Biographie.
Haanen, I, F. ^aiU Wet«nioIiappe-
lijke geDealoffie. I. BiJBwijk, Geaeal.
en berald. Archief. 95 S. 1 fl. 76. [1903
Hofkalender^Oothaisch. genealog.
(B. 1901, 2103). Jg. 139: 1902. ujv,
imt) S., t Stahlst. 8 M. [1901
SthaUt. Frir., Die Antlsg« d, WoiaMh.
ZlaBcrBaaa, P., Orabitttun die 1
(.. IMl. US.) Foru. (B™m.chw. 1
Znb, F., Beitrr. z. Geneal.
d. BteinschenLiechtenateine, (lÖ.Ver-
öffentlichg. d. hiet. Landes- Komm i
f. Steiermark.) Graz, 8elbBtverl. a.
KommiM. 161 S. [190T
Cbr*ilk n S lam m d. P(atiKr>r«D b Bhsin
u U<nOs> In Bklan IMl ■. Nr. 1*70, [l»M
Roller, 0. K.. Ahnentafeln der
letzt, regier. Markgrafen v. Baden-
Baden n. Baden-Durlach. Hibo. ».
d.grhzgl. bad. General -LandesarcEive.
Heidelb., Winter. 12 Taf. qu. Fol. u.
ccijv, 163 S, Teit 8". 20 M. [1909
DontaruB, W., Beitrr. z. genealog.
G. d. Hauseg Nagiau (a. 1901, 2109).
n. (Mitt. d. Ver. f. nat». Altert.kde.
l»01/2, 81-'j;l.) 11910
Henkel, Die Landgrafen t. Hessen-
Fbilippsthal u. ihre Abstanimnng. (BIl.
f lippiBcbe Heimatkde. II, Nr. ».) [191 1
TaschenbDch, Gothaioch. genealog.,
d. adelig. Häuser (s. 1901, -2104).
Jg.»: 1902. 932 S., 1 Stablat. 8 M. —
DasB d. freiherrl. Häuser. Jg. 68:
1902. 896 S., 1 Stahlst. 8 M. —
Dass. d. griLfl. Häuser. Jg. 76: 1902.
1026 S., 1 Stahlst. 8 M. [1912
Obernll«, G., Veneichn. hervor-
ragender Namen v. Gelehrten, Schrift- .
steilem, bobem u. nieder. Adel aus i
e. gross. Teil d. Stammbücher auf '
d.Qroaaherxogl. Bibliothek raWeimli.
(Tiertelj.Bchr. f. Wappenkde. etc. t),
S86-889.) [Uli
AhreHS, H^ Teraeichn. d. in 1
Bammig. d. tirafen t. OernhaoMi
TOrkommend. Namen adelig. FamiliA
(Dt. Herold l»02, Nr. 1.) [HU
Doerr. A.. t^ Aasaa« a. d. Jlttri-
kein d. V. k. Hof- n. Bnrgp&Re ii
Wien. (Jahrb. d. k. k. berald G«i
„Adler" N. F. IS, 1-74.) — M.Wert-
■er, Genealog. Forachgn. (Ebd 111
-62.) (ifli
KanrnaBB, P., Beitrr. ■. 0. iW
Familien (b. Nr. 131). Fort*. (Bheia
G.bll, 6, 101-7.) [1»1(
Scbenk in SehwelBsberK^ 6. rar.
Beitrr. z. heuisch. Familienkimiia
(Heisenland 19O0, Nr. 11. l»01,Nr.'t;
I2f ; 18.) — B. Kaetac-b, Benen ii
' d. Bflrgenchaft Duizig« t. 166S-1TM.
(Ebd. 1901, Nr. 16.) [1911
Dortafiller. Die adligen Gäter i
Gemeinde Waltrop. (Zt. d. Terein«
f Orbi- u. Eeimatakde. im Teate s.
Kreise Recklinghaaaen 9, S4-64. 10,
37-97.) [1818
Siebert, B., Genealorächea in
Stadtarchiv lu Zerbat. (Di. HeicU
1902, Nr. 3.) (1(1»
SchHertoaek t. BleMatkal, K,
Adelige Exulanten in KuiaachMa
□ach Urkk. d. Dreedner Hanptataati-
archivB, (Viertelj .sehr. f. Wappenkde.
SO, 66-264.) Vgl. Nr. 1878. [ItlO
MfliTerstedt, t.^ Ein meUenbnrg-
FÜgiBcheB Eerreageachlflcht im Han-
gebiete. (Zt d. Horx-Ter. 34, 471
-98.) _ (1921
Eckardl^ J. H,, Beziehen, d. Fam.
V. Ahlefeld z. alt. Hanaestadt Kiel
Festschr. z. 2. Familien ta>f 13. Jan. 1901
Kiel leoi. (Nicht im Handel.) [19»
Hers, W>, Die Freien t. Arbnrs.
ITrkk. u. Regesteu mit e. Abriat d
Familien -G. Hit 1 Siegeltaf. u.
Stammtaf. (Argem 29, 1-207 ) [19!3
Berndt, Tb., StanuuUfel d. Farn.
Berndt. Hamm, Oriebsch. 1901. fol.
1 Bl. [ISSI
Schenk ED ächw«iiigberg,G.Frhr.,
Die Abatammg. d. Q^achlechta
T.Bischaffshausen zu Bischhausen
a. d Werra. (Hessenland 1900, Nr. 11
, u. 1901, Nr. 7.) [1986
Henkel, F., Die von Donop. (BU.
f. lippische Heimatkde. H, Nr. t-I
Genealogie, Familiengeschichte u. Biographie. — Allg. Quellen-Sammlgn. *^^
u. 9-12.) Vgl.: J. Wilbrand u.
Henkel, üeb. d. Namen Donop.
(Ebd. Nr. 2 u. 3.) [1926
Geschichtsblätter d. Familien v.
Stamme Hildebrant (8.1900,2116).
Nr.l3u.l4.S.49-89;Taff.ä2M.50.[1927
Klannann, J* L., G. d. Fam.
V. Kalb auf Kalbsrieth. Erlang.,
Junge, xij, 676 S. 10 M. [1928
Kleiums Archiv; Mitt. a.d.Fam.-G.,
hrsg. V. d. Verband Klemm 'scher
Familien (s. '99, 2027). Hfl. 4-10.
Pforzheim, Pforzh. Beobachter. (Hft.
1-10: 434 S.) [1929
Eickenroth, U., Neindorf u. d.
Fam. V. Löhneysen. Wolfenbüttel,
Heckner. 1900. 77 S. [1930
Schenk za Schweinsberg, G* Frhr.,
Die Familien v. Lüder, Döring
V. Lüder u. v. Lauter. (Hessenland
1901, Nr. 7; 8; 12f.; 18.) Vgl. 1901,
Nr. 142. — R. Schafer, Zur G. d.
fu Mischen Familien mit Namen
Luter. (Ebd. Nr. 11 u. 17.) [1931
Schmidt, B«, Die Herkunft d. Fam.
V. Malt zahn u. ihr Auftreten in
Pommern; e. genealog. Studie. (Balt.
Studien 5, 98-129.) [1932
Nathasiug, H. v., Beitrr. z. G. d.
Fam. V. Nathusius. Als Ms. gedr.
Hft. 1. Greifswald, Abel. [1938
Schön, Tb., Die letzten Ausläufer
d. adlig. Geschlechtes v. Neuhausen
u. V. Sachsenheim in Schwaben.
(Dt Herold 1901, Nr. 12.) [1934
Macco, G. u. GeneaL d. Familien Peltser«
8. Nr. 159. (Aaclien, Grentzer. SO M.) [1985
Kaufmann, P., Zur G. d. Fam.
V. Pel z er(Peltzer,Pel8er). (=Nr.l916.)
Vgl. '98, 1928. [1936
. Maeco, F., Beitr. z. Geneai. der
Freiherren v. Q u a dt a. d. Taufregister
d. Jahre 1677-1720 in Wickrathberg.
(Dt. Herold 1902, Nr. 3.) [1937
Hansen, H., Nachtr. z. G. d. Fam.
V. Saldern. (Zt. d. Ges. f. schlesw.-
holst. G. 81, 208-16.) Vgl. 1901,
2133. [1938
Schede, Die Fam. Schede. (Dt.
Herold 1902, Nr. 1.) [1989
Schönherr, D«, Die tirolischen
Schiller. (Schönherr, Gesanmi.
Schrr. 2, 632-36.) [1940
Wintzer, E«, Die Marburger Fam.
zum Schwan um d. Zeit d. Reform.
(Hessenland 1901, Nr. 20-24.) [1941
Stübel, M«, Stanmibaum d. Fam.
St übel nebst Auszug a. dem d. Fa-
milien Lassanu. Tittmann. Dresd.
1902. — Ders.,ZurG.d.Fam. Stübel.
(Dresdner G.bll. 1901, 61 f.) [1942
Tinpling, t., Bat Tttmpling *iche Fidei-
kommiM-Fam.-ArchiT ». Nr. 8018. [1943
Stammbaum Vogelsanck. ^t.
Herold 1902, Nr. 3.) — Hauptmann, Zur
G. der V. Vogelsanck. (Ebd. Nr. 4. [1944
Waentig-Hftngk, F., Chronolog.
Notizen üb. d. Fam. Waentig.
Abtlg. I: Der Stammbaum d. Fam.
V. J. 1600 ab bis z. Gegenw. Dresd.-
Blasewitz, Selbstverl. 76 S. [1946
Hauptmann, F., Die G. d. Fam.
Wessel. Bonn, Hauptmann 1901.
116 S. Vgl. 1901, 160. [1946
Oidtmann, H., Das Linnicher Ge-
schlecht van weyrdt. Ein Beitr. z.
Fam.-G. d. Johann v. Werth. (Ann d.
hist.Ver.f.d.Niederrh.73, 128-63.) [1947
gonnerfeldt, G. t., Die Adelsfamilien
T.Wierebau u.T.WierzbowekLNaohtrag.
(Dt. Herold 1902, Nr. 3 ) Vgl. 1901, 2141. [1948
Hoogeweg, H«, [Fam. v.] Zester-
fleth. (Zt. d. bist. Ver. f. Nieder-
sachs. 1901, 267-71.) [1949
Sammlung bemisch. Biographien
(s. Nr. 173;. Bd. IV, Lfg. 8. S. 668
-642. 1 M. 20. [1960
Biogrraphie nationale de Belgique
s. 1901, 2147). XVI, 2: Palfyn-Pepyn.
p. 481-947. 3 fr. {19bl
Bemer, K. G. H., Schlesische
Landsleute ; Gedenkbuch hervorragen-
der, in Schles. gebor. Männer u.
Frauen a. d. Zeit v. 1180 bis z. Gegenw.
Lpz., Schimmelwitz 1901. 326 S.
4 M. [1962
s
n. Quellen.
1. Allgemeine Sammlungen.
Wilhelm, Frz.. Die histor. Hand-
schrr. d. Univ.- Bibliothek in Innsbruck
(s. 1901, 2162). Forts. (Mitt. d. österr.
Ver. f. Bibliothekswesen Jg. VI.) [1968
Wenreke, N. yan. Catalogue de-
script. des manuscrits conserv. ä la
biblioth. de la section hist. de Tlnstitut
G.-D. de Luxemb. (b. 1900, 2189).
Forts. (PublicationB de la sect. hist. de
rinst. de Luxemb. 49, 268-878.) [1964
..r "T-
•78
Bibliographie Nr. 1965—9008.
Geyer, M«, Verzeichn. d. Handschrr.
in d. Archive d. gesch.- u. altert. forsch.
Ges. d. Osterlandes. (Mitt. d. Ges. d.
Osterlandes. Ergänzgshft. I.) Altenb.,
Hofbuchdr. 1901. 128 S. [i960
Oaelleo etc. i. G., Litt, n, Sprache Oetter-
reichi (s. 1901, 2160). B<L Vm ■. Nr. 9185. [196«
MarciaU. H«, Enchiridion fontiom
historiae Hungarorum. (In lat. u.
Ungar. Sprache.) Wien, Braumüller.
X, 967 S. 13 M. [1967
Oaelleo z. 8chweixer-0. (t. Nr. 179) Bd. XX
t. Nr. 88S7. [1968
TerolfeBtlleli0B|^B d. hi«t. KommiM. f.
NMsau (8. 1901, 8164). IV ■. Nr. 90J7. [1969
PablikatloBeB d. «es. f rhein. O.kde. (■.
Nr. 18S). Xnr, 4 ». Nr. 8366 ; XX ». Nr. 1994 ;
XXI ■. Nr. 1996 ; XXm •. Nr. 8799. [1960
<{DelleB u. Darstellungen s. O. Niedcr-
•acbtens (s. 1901, 2167). YI ■. Nr. 8006. [1961
<{aelle0aMBiBl0B9 d. Oe«. f. tchletw.-holit
O. Bd. V 1. Nr. 3094. [1968
OeicMchtaq Belle», Thflrlng. N. F. Bd. Y
(Der ganxen F. Bd. YIU) i. Nr. 8011. [1963
SchrlftCB d. K. tAchs. Kommietion f. O.
s. Nr. 2761. [1964
PabllkatlOBea a. d. Kgl. preots. Staats-
archiven (■. 1901, 164). Bd. 76 n. 77 ■. Nr.
8603. [1966
({aellfB n. Untertnchnngen s. O. d. Hantei
Hohenicollem, hrsg. y. E. Bern er (». 1901,
X169). Reihe II : Biographieen. I ■. Nr. 1377. —
Beihe HI: Einzelichrr., I s. Nr. 1661. [1966
2. Oesehichisehreiber.
Eberhard, W., Dt. Handschrr. in
England. (N. Archiv 27, 486-92.)
Vgl. Nr. 176. [1967
Scriptoret remm Oenn. in uium tcholanun
■. Nr. 2716. [1964
Bachmanii, A«, Die Reimchronik
d. sogen. Dalimil. (Sep. a.: Arch. f.
österr. G. XCI, 1.) Wien, Gerold.
61 S. 1 M. 40. [1968 a
Kaindl, R. F., Studien zu d.
Ungar. G.- Quellen (s 1901, 169).
XIII-XVI. (Sep. a.: Arch. f. österr.
G. XCI, 1.) Wien, Gerold. 68 S.
1 M. 20. [1968b
Ueineniaiiii, 0. t.« Ueb. d. ver-
schollene Chronica Saxonum. (N.
Archiv 27, 473-82.) [1969
Chronik u. Stamm d. Pfalzgrafen
b. Rhein u. Herzöge in Baiem 1601;
d. älteste gedr. bairische Chronik,
zugleich d. älteste Druck d. Stadt
Landshut in Baiem. In Fks.-Dr. hrsg.
m. e. Einleitg. v. G. Leidinger.
(Drucke & Holzschnitte d. 16. u. 16. Jh.
Hft. Vn.) Strassb., Heitz. 32 S. u.
32 S. Fks.-Dr. nebst e. Beilage in
4*, enth. d. Stammbamn in 4 Ta£
10 M. [1971
Knebel, J., Die Chronik d. Klosten
Kaisheim ; verf. 1681. Hrsg. y. F. Hütt-
ner. (Biblioth. d. Litier. Ver. inStuttg.
226.) Tübingr-, Verein. 626 S. [1971
Chronik y Hannoversche; hrsg. t.
0. Jürgena (s. Nr. 100). Fort«,
(Hannov. G.bll. Jg. V.) (19n
3. Urkunden wnd AkUn,
Becneily Nonvean, g^n^. de traitäi
etc. de droit intern, (de G. F. de
Martens, cont. p. F. Stoerk), (a,
Nr. 197). T. XXVI, S. S. 626-1011
18 M.; T. XXVn, 3. S. 609-928.
16 M. [1973
rrkBBdea s. stadt. Verl-G., hxif. t.
F. Kentgen, ■. Kr. 198. Bes.: Hirt. Zl 88,
8001 ngm; Zt. f. O. d. Ob«rrh. 17, IMI
Beyerle; Jahrbb. f. NaUoBalOkon. 77, IUI
Haldnuuin. \ygik
Cipolla^ C*y Nnove noüzie intomo
ai diplonu imperiali conservati nell*
archivio comunale di Savona. (Atti
dell* Academia di scienxe etc. in
Roveredo Ser. 3, Vol. 6, 197 ff,) [1975
LIf f ert, W., Nene AreldvJittvrmtar. (EiA.
yiertelj.iohr. 6, 187-47.) [1971
FOBtM renun Aastriaoanun. Abtlg: I:
DiplomatarU et »ota (a. Nr. 199). Bd 58 it M
Tgl. Nr. 88ia. [vm
Fnchs, A. F., ürkk. a. d. gxfifl.
Baudissin-ZinzendorTschen Archive
im Schlosse zu Wasserburg. (BIL de
Ver. f. Ldkde. v. Nieder<M«rr. S6,
474-604.) [1978
Krones, F« t.^ Ergebnisse e. ar-
chival. Reise nach Linz, Herbst 1899.
(Beitrr. z. Kde. Steiermark. G.Quelleii
31, 140-204. [^Anch als 18. Ver-
öffentlichg. d. hist. Landes-Kommiss.
f. Steierm. ausgegeben.]) — Ders.,
Styriaca u. Verwandtes im Landee-
präsidial-Arch. u. in d. k. k. Stodien-
bibliothek zu Salzburg. (Ebd. 206-66.
[Auch als 14.Ver0ffentl. d. hi0t.Land.-
Komm. f. St. ausg.J.) — J. Thenssl^
Schwanbergs Archivalien. (Ebd 129-
39.) — A. Kapper, Mitt. a. d. k k
Statthaltereiarcnive in Graz. (16.Ver-
öff. d. hist Land.-Komm. f. St.) Grai,
Selbstverl. d. Komm. S. 65-170. [1979
Doppler, A« u. H. Widnuuui, Ürkk.
u. Reffesten d. Benediktinerinnen-
stiftes Nonnberg in Sfdzburg (s. 1901,
2186). Forts.: 1634-1654. (Mit! d.
Ges. f. Salzb. Ldkde. 41, 45<70.) [1980
GeacliichtachTeiber. ~ Urkunden und Akten.
•79
FtBcbnaler.C, Urkunden-RegeBten
a. d. Stadtarchiv in Stertzing. Incebr.,
Wagner. 204 S. 7 M. [1981
Ret.: Dl. LH(.-ZlB. ISOl, Nr. 19 M. Mnjr.
Vgl.: E. V. Oltentfaal, Zur ^bweht" a „Ant-
d. dt Ver. f. O. MUmm □. k^laiiani t, §Sf
BlBIh'li^ Ofltt. gel. Ani. incit, tst-so
Luasrch. [I9H9
Schmidt, V., NftchtiT, i. Hohen- |
furter Urkundenbuch. (Stud. n. Mitt.
a. d. Bened.- u. CiBt.-Ordea 22, 434-
ib; 610-21.) [1988
Mlchler, M., Urkk. z. G. d. Stadt
Kaaden. Progr.Eaad. 1900. 20S. [1984
H«!,: LI» CU. IMl, Hr. Mi Hiat. Z<. 87,
MSt. Fustar; Gattlng. gel. Au. IM», I0!-6
Me;er t. Kuodh. [1396
SammliiBg schweizer. Rechts-
queUen (s. 1911, 187). Abtlg^n:
Rechtsquellen d. Kantons Bem. Tl. i :
Stadtrechte. Bd. 1: Das Stadtrecht
von Bern 1 (1218-1639). Bearb. u. hng.
V. F. E.We Iti. Liiiij,428S. 12M, [1986
ITrknvdenbnch d. Stadt Basel (s.
Nr. 207). Bd. VI; bearb. durch A.
Huber. 4*. 601 8. 26 M. 40. [1987
■an, Urkk. b. BagHlan (i. Q. d. Fnlen
1. Atbnrg) •. Nr. IM». (19M
Stadtrechl«, Oberrfaein (b. 1901,
192). AbtIg,in:EUaBB,Bechte; hrsg.
V. d. KommiBB. z. EeranBgabe elaäsE.
G.-Qoellon, I: BchlettsUdter Städte
rechte; hrsg. v. J. Qänj. Heidelb,,
Winter. jiiviij,ll72,ijy8.38M. [1989
Rieder, K,, Die Archivalien d.
Münsterarchivs zu Breisach. (Hitt. d.
bad.hiat.KommiBB, Nr.Sl,l-40.) [1990
L^TJ, J., Urkundenbüchlein d.
ehemal, Ritterburg zu Dehlingen,
Unter- KIbobb. (MiU. d. GeB- f. ßrhaltg.
d. geBchichtl. DenkmUer im EUasB
20, 359-76.) [1991
Tille, A., Ueberaicht üb. d. Inhalt
d. kleiner. Archive d. Rheinprovinz
(s. Nr. 21 7). n, 2 : Die Kreise Erkelenz,
Geilenkirchen u. Heinsberg. (Ann, d.
bist. Ver. f, d, Niederrb. Beihfl. 6.)
S. 101-214. — Ders., Archiv-Inven-
tariaierg. in Rheinland n. Westfalen.
(Westdt. Zt. 20, 884-96.J ~ H. HSfer,
Rhein. Archiv- u. Bibliotheksnachrr.
(Rhein, G.bll. 6, 78-81.) [19
Urbare, RbeiniBche. Sanunig.
Urbaren u, ander. Quellen z. r£ei
Wirtschafts-G, Bd. 1: Die Urbare
St, Pantaleon in Köln; bi8g, v.
Hilliger, (Mit Vorw, v, K. Lai
precht,) Bonn, Behrendt. (=^ XX v,
Nr, 1960,1 uvnj, cjv, 726 8, 18M, [1994
Sei, : Üt. Lilt -Zig. ISlii, Nr. » F. PlilUppi.
Snlpplng, R,, Die R«geBten d.
ErzbiichSfe v. Köln im Mittelalter,
Bd. U; IIOO— 1206, (= XXI
1960^ Bonn, Hanstein, 1901, 4°, iivj,
400 8. 22 H. [1996
TTerreke, N. tbh, Invent, analjt,
des archivee du chäteau d'Ansenbourg
(B, 1900, 2176), T, II: 1660-1796,
(^ T. 48 V, Nr, 2609.) [lUUe
Blok, P. J., Venlag van onder-
Eoekingen naar archivalia in Italic
belangrijk voor de gesch, van Neder-
land, op last der Regeering ingesteld.
's Gravetih., van Stockum tt zoon.
1 1901. 86 S. 1 fl. [1991
t. N«ail
n Inqnliltlonli haerat.
*.-zig. leoi. N
Inpl;
[I98S
contumes
de la Belgiqne, ContnmeB des pajs
et comt^ de Flandre. Quartier de
FumeB. Contumes de la ville et du
port de Nieuport pai L. QilliodtB-
vB,nSeveTen. T.V. Bnix,, Goemaere.
1901. 4'. 491 S. 12 fr. Vgl. "98,
1984. [1999
Charles del'abbayede Saint-Martin
de Tonmal, rec. et publ. par A.
d'HerbomeB (s, '98, IB8S). T. U:
1216-1690, Coli, de chioniques beiges
in^d,) Bmi., Hajez, 1901, 4*, 688 9.
12 fr, [2000
ürknndenbnch des Klosters Kan-
fimgen in Hessen; bearb, u, hrsg, v.
H. V. Roques (8. 1901, 3218). Bd. U.
xnj, 614 8., Kte, 16 M. [2001
Kai. T. 1 ; EHHtüud iwa Nt. 1« Orotarwid,
MOUer, Ernst, Nachtrr. z. S. Bde.
d. Westf. Urkk,-,BuoheB. (Zt f, vaterl.
G. etc. Westf. 69, I. 235-88.) [2002
Bent«r, H., Ungedr. Urkk. d. ffirche
in Neustadt am Rflbenberge. (Zt. d.
hist. Ver. f. Niedenacba. 1901, li-
38.) [SOOS
'80
Bibliographie Nr. 2004—2054.
Doebner^ R.^ Urkk. -Regesten betr.
vorwiegend d. kirchl. Stifbgn. d. Stadt
Münder a. Deister, 1342-1566. (Zt. f.
niedersächs.Kirch.-G. 6,210-40.) [2004
Vrkundenbuch d. Hochstifts Hil-
desheim u. sein. Bischöfe (s. '96, 2057).
Tl. 11: 1221-1260; bearb.v.H.Hooge-
weg. (= Nr. 1961.) Hannov. & Lpz.,
Hahn. 1901. x, 694 S. 14 M. [2005
Urknodeoback^HjuisUches, s. 1901, 208.
Bez. V. Bd. V a. vin (bearb. t. K. Kunze
bexw. W. Stein): UiBt. Viertelj.schr. 6, 953-
55 Daenell; t. Y: Sitiongsberr. d. Gei. f. G.
d. OsUeeprovinsen BusBlands 1900, 195-908
bUvenhagen. [2006
ZiihB, W., Bemerkgn. z. Topographie d.
Begesta archiepiscopatas Magdeburgentis.
(G.bll. f. Magdeb. »6, 266-69.) Vgl. 1901, 211. [2007
SchÖffensprttche, Magdeburger.
Im Auftr. u. m. ünterstützg. d. Savigny-
Stiftg. hrsg. u. bearb. v. V. Friese
u. E. Liesegang. Bd. I (Abtlg. 1/4):
FürGr.Salze, Zerbstu. Anhalt, Naum-
burg u. aus d. Codex Harzgerodanus.
Berl., Reimer, xj, 872 S. 24 M. [2008
Urkundenbucli d. Stadt Torgau,
hrsg. V. Magistrate d. Stadt T., zu-
zsammengest. v. C. Knabe. Torgau.
4^ xjv, 93 S. Vgl. '97, 2086. [2009
Bez. : N. Arcb. f sAchs. G. 28, 174 f. Ermisoh.
Hitxtchke, Wegweiser durch d. histor.
Archire ThOringent, ■. 1901, 218. Bez.: N.
Arch. f. Bach». G. 22, 379 f. Ennisch. [2010
Landtagsakten , Emestinische.
Bd. U: 1487-1532; bearb. v. C. A.
H. Burkhardt. (= Nr. 1963.) Jena,
Fischer, jx, 304 S. 7 M. 50. [2011
Jordan, B., Zum Urkondenbuche d. Stadt
Mühlbauaen i. Thür. (Zt. d. Ver. f. thür. G.
12, 670-76.) [2012
TOnplIag, T., Das Tümplingeche Fidei-
komniist-Familien-ArchiT auf d. Thalstein b.
Jena. (Korr.-Bl. d. Gesamt-Ver. 50, 79-83.) [2018
Kehr 9 P*. Papsturkk. in Rom.
(Nachrr. d. Gott. Ges. d. Wiss. 1901,
239-71.) — Ders., Papsturkk. in
Mailand. (Ebd. 1902, 67-129.) —Ders.,
Papsturkk. in d. Lombardei. Bericht
ül». d. Forschgn. v. L. Schiaparelli.
(Ebd. 130-67.) — W. Wiederhold,
Papsturkk. in Florenz. (Ebd. 1901,
306-25.) [2014
Regesta diplom. bist. Danicae fs.
*99, 2119). 2. R., Bd. ü, Hft. 5: 1628-
1644. S. 1149-1436. 5 Kr. [2015
Repertoriam diplom. regni Daniel
mediaev., udg. ved Kr. Erslev etc.
(s. '99, 240). m, 1 u. 2: 1401-1437.
512 S. [2016
Be>.: Zt. f. Bechts-G. 19, Germ. Abtlg.,
161-65 u. 22, 409-14 Pappeuheim.
4. Andere sehriftiiehe QueUm
und l>enkn^äler.
AoaleetA hjinnica medii a«Ti, hng. t.
C. Blume n. O. M. Breree (a. Nr. 2i3^
XXXVm ». Nr »920. [MI
JaeobSy E., Zur G. d. Kircheo-
bücher. (Korr.-Bl. d. Gesamt -Ter.
50, 44-61.) [2018
Kircheabflehery Die ältest, d.
kathol. Stadtpfarrei Biberach. (l)id-
zesanarch. v. Schwaben 19, 177-
80.) [2019
Rejy J. G«y Ein alt. Nekrologimn
V. St. Adalbert zn Aachen. (Zt. d.
Aach. G.-Ver. 23, 306-37.) [2020
Blanckmeigter. F., Die Kirchen-
bücher im Kpr. »achsen. (Beitrr. l
sächs. Kirch.-G. 16, 27-210.) [20il
Klrehenbftclier, Die, Schlesieiu
beider Konfessionen ; hrsff . ▼. Ver f.
G. etc. Schlesiens. BreSan, Wdil-
farth. XV, 79 S. 1 M. bO. [20«
Yann^mSy J.^ Les anciens d^
nombrements du Luxemboorg.
(Compte rendu des s^ances de li
comm. roy. d^hist. de Tacad. roy. de
Belgique 11, 421-76.) [2033
Hassebrauk , G., Die gesduchtl
Volksdichtg. Braonschweigs. (Zt d.
Harz-Ver. 84, 1-105.) [2024
Erhardt, L., Die Handschriften d.
brandenb.-preuss. Regenten vom An-
fange d. 16. bis zum Ende d. 19. Jh.
(Hohenzollem- Jahrb. 6, 31-54.) [2025
PoUf sek, B., Der Fortgang d. dt D«ak-
mAler-InTentarUation. (Dt. O.bll S, 197-U.)
Vgl. 1901, 228. * ^ [2098
Kanstdenkmale d. Egr. Baien
(8. Nr. 251), Bd. I: Oberbaiem; bearb.
V. G. V. Bezold, B. Riehl u. G.
Hager. Lfg. 21: Stadt n. Bezirks-
amt Wasserburg. S. 1891-2121; Taf.
289-50. Subskr.-Pr. 9 M.; Einzelpr
10 M. [i027
Henner, Th«, Altfi^Uik. Bilder
(s. 1901, 2242): 1902. Fol. 20 S.
1 M. [202ö
Museographie üb. d. J. 1900:
a) F. Hettner, Westdtld. b) Baier.
Sammlgn. c) Vgl. Nr. 2580. (Westdt
Zt. 20, 289-384.) [2029
Ban- u. KunstdenkmUer d. B^.-
Bez. Wiesbaden; hrsg. v. BezirkB-
verband d. Reg.-Bez. Wiesbaden.
Bd. I: F. Luthmer, Rheingao.
Frkf a. M., KeUer. 4^ 240 S.; S4Tai:
10 M. [2080
Andere schriftl. Quellen u» Denkmäler. — Allg. dt. u. Territ. - Gesch. •Sl
Pleyte, W., Nederlandsche oud-
heden van de vroegste tijden tot op
Karel den Groote. Afl. 16. Leiden,
Brill. Fol. S. 49-111 u. 25S.; 13 Taf.,
1 Kte. 10 fl. [2031
Inventaire arch^ol. de Gand (s.
Nr. 254). Fase. 22-24. ä 3 fr. 50. [2032
Bau- u. Kunstdenkmäler V.West-
falen (s. Nr. 255). Kreis Wiedenbrück ;
bearb. v. A. Ludorff, m. geschichtl.
Einleitgn. v. Eickhoff. 91 S. Mit
bS Taf. u. 2 Ktn. 3 M. [2033
Graeven, X., Litt. üb. Ktmstdenkinftler
Hildesheims, 1895-1901. (Zt. d. hist. Ver. f.
Niedersachs. 1901, S19-40.) [iOM
Pfeifer, H.y Kirch englocken im Henogt.
Brauiischweig. (Denkmalpflege 3, 113-16.) [2035
Darstellang, Beschreib., d. älter.
Bau- u. Kunstdenkmäler d. Prov.
Sachsen (s. '99, 264). Hft. XXII:
H. Bergner, Kreise Ziegenrück u.
Schleusingen. Mit 156 Abbildgn.,
S Taf. u. 2 Ktn. 1901. 260 S. 7 M. [2036
Bau- u. Kunstdenkmäler Tha-
ringens, bearb. v. P. Lehfeldt (s.
99, 2149). Hft. XXVni: Hrzgt. Sachs.-
Coburg u. Gotha. Landratsamt Coburg.
Amtsgerichtsbezz. Neustadt, Sonne-
feld u. Königsberg in Franken. Mit
5 Lichtdr. u. 45 Abbildgn. im Texte.
153 S. 4 M. 50. [2037
Rez. V. Hft. 26 u. 27: Zt. d. Ver. f. thttr.
O. 12, 224-27 Krieeche.
Outbier, H., Die Grabdenkmäler d.
Bergkirche zu Langensalza. Langens.,
Beltz. 1901. 40. 42 S. 6 M. [2038
Darstellung, Beschreib., d. älter.
Bau- u. Kunstdenkmäler d. König-
reichs Sachsen (s. 1901, 239). Hft. 22:
Stadt Dresden, Tl. E; bearb. v.
C. Gurlitt. 1901. S. 301-684; Taff.
10 M. [2039
Schlie, P«, Kunst- u. Geschichts-
Denkmäler d. Ghzgts. Mecklenb.-
Schwerin (s. Nr. 256). Bd. V: Amts-
bezirke Teterow, Malchin, Staven-
hagen, Penzlin, Waren, Malchow u.
RöbeL xj, 660 S.; Taff. 7 M. 26. [2040
Lotscli, H., Koht6*8 Yerzeichn. d. Kunat-
denkmäler d. Fror. Posen. (Hist. Monatshil.
f. d. Prov. Posen, 2, 49-55; 66-74; 123-88;
148-52.) Vgl. '99, 215a. [2041
III. Bearbeitungen.
1. Allgemeine deutsche
GresehicFUe,
Lampreeht, K.^ Dt. G. (Der ganz.
Reihe Bd. I.) Abtlg. 1 : Urzeit u. Mit-
telalter. Zeitalter d. symbol., typ. u.
konventionellen Seelenlebens. Bd. I.
3. durchges. Aufl. Berl. , Gkiertner.
XXXV, 368 S. 6 M. [2042
Res.: Litt. Chi. 1902, Nr. 19 H. Bge.
Bibliothek dt. G. (s. Nr. 629).
Lfg. 147 8. Nr. 8325. [2043
2. Terrie<yrial~€feschi€hee»
VancM, M., üeh. Laudei- o. Orts-O., ihren
Wert u. ihre Aufgaben. Wien, Gerold. IK 8.
80 Pf — P. F. Albert, Orti-O. (Dt. O.bll
8, 198-208.) [20U
Kracko^'izer, F.^ Häuser-Chronik
d. Stadt Gmunden in Oberösterr.
Als Anh. z. „G. d. St. Gmunden"
hrsg. V. d. Stadtgemeinde Gmunden.
Gmünd., Mänhart. 342 S. 6 M. Vgl.
1901, 2262. [2046
Yancsa, M., Polit. G. d. Stadt
Wien, 1283-1522. (Sep. a.: G. d. Stadt
Wien; hsg. v. Altert. -Ver. zu Wien.)
Wien, Holzhausen. 1901. gr. Fol.
93 S.; 2 Taf. 24 M. [2046
Bolietty H*9 Neue Beitrr. z. Chronik
d. Stadt Baden b. Wien (s. 1900, 2216).
Hft. Xm. 1 fl. [2047
Kerschbaumer, A.« G. d. Stadt
Tulln. 2. Aufl. Wien, Kirsch. 381 S.;
5 Taf. 4 M. [2048
Gratzy, 0., Repertorium zu J. W.
Frhr. Valvasors „die Ehre d. Herzog-
tums Krain'' (1689). Laibach, Selbst-
verL 1901. 112 S. [2049
Bes.: Argo 9, lSO-183 MOllner.
AtZy K*9 Chronik v. Terlan. Studie,
niustr. Sep.-Ausg. a. : „Tiroler Volks-
blatt." Bozen, Auer & Co. 1901.
216 S.; 2 Taf. 1 M. 60. [2060
Heehfellner, M., G. d. Schlosses
Thaur. Innsbrucker Gymn. Progr.
1901. 46 S. [2061
Schönherr, B., Das Schloss Schen-
na. Seine Geschichte u. seine Be-
sitzer. (Schönherr, Gesamm. Schrr.
2, 362-468.) [2062
Bernau, F., Studien u. Materialien
z. Spezial-G. u. Heimatkde. d. dt.
Sprachgebiets in Böhmen u. Mähren,
mbbd. 1. Prag, Calve. S. 1-320.
(Kplt. 16 M.) [2063
Sehram, W., Quellenmässige Bei-
•82
Bibliographie Nr.
trr. 1. G d. St Brunn. I u. II. Brfinn,
Winkler 1901 f 194; 182S.ä3M. [2064
Bretliols, B«, Die Pfarrkirche St
Jakob in Brunn. Brunn, Rohrer. 1901.
4r jx, 206 S.: Taff. 8 M. [2056
R«x.: Dt LitL-Ztg. 190S, Nr. IS So^p«;
Litt Cbl 190«, Xr IT; Zt. d. dt. Ver f O.
]l»hr«iit n. SchlMicu 4, S 10-15 li— «i«tol»«r.
Berber. K«, G d Stadt Bära.
Brürni, Winiker. 1901. 4r 320 S.;
Kte 5 M. [2056
laUaff o. F. t. TcrMk, Chronik d St*dt
llkhr -SchAnb«rg, • Nr V» R«a : Zt. d. dt
Ter. f G. M&hr«nt n. Schlesiena «,8811
Berger. [1067
Csaday, G d. Ungarn. •. 1901. Ml. B«s.:
Mitt. a. d bist Litt. i9, »S-SS Kaindl : Mitt.
d. Intt f. österr. G. 2S, 18S-90 t. Krone«;
Allg. Litt.bl. 1901, Nr 10 Hirn. [SOM
DIndliker, K.j G. d. Schweiz (s.
Nr 271.. Bd. II. Aufl. «. Lfg. 7-14.
S 385-861 . (Bd. II vollst. 1 1 M. 20.) [2059
Rott, i.j Bist, de la repr^eentation
diplom. de la France anpr^ des
cantons suisses, de leors alU^ et de
leurs conf^d^r^ (s. 1901, 2r5). T. II:
1559-1610. 724 S. 15 fr. [2060
Res. T. I: Hitt. Zt. 88, 514-16 Thommen;
Rer. d'hitt. mod. et contemp. 2, SS8-SS
Bourrillj.
Fe8t8chrift z. 400. Jahrestage d.
ewigen Bundes zw. Basel u. d. Eid-
genossen 13. Juli 1901. Im Auflr.
d. Regierg. hrsg. v. d. Bist. u. Antiquar.
GeseUsch. zu Basel. Basel 1901. 4^
xij, 357 S.; 67 Kupfertaf. [2061
Festschrift d. Stadt Schaffhausen
z. Bundesfeier 1901. Im Auflr. d.
Stadrates hrsg. v. Hist.-Antiq. Verein.
Schaffh., Buchdr. Kühn & Co. 1901.
xj, 674 S. [2062
Meyer, Joks«, G. d. Klettgaus u.
Hegaus von d. Aiisiedlg. d. Schwaben
bis z. Gründg. d. äost^rs Aller-
heiligen, ca. 298-1050. (Festschr. d.
Kant. Schaffhausen z. Bundesfeier
1901. S. 53-130J — K. Henking,
Die Stadt Schaffhausen im Mittel-
alter. (Ebd. 177.314.) — Ders., Schaff-
hausen u. d. Eidgenossenschaft bis
z. ewig. Bunde v. 1501. (Festschr. d.
Stadt Schaffh. z. Bundesf. 1901.) —
J. H. Blschlin, Die Stadt Schaffh.
im 17. u. 18. Jh. (Festschr. d. Kant
Seh. 409-58.) — W. Wildberger,
Polit. G. d. Landsch. Seh. währ. d.
17. u. 18. Jh. rEbd. 459-80.) [2063
Lfitolf, K., G. V. Meierskappel. (Ge-
schichtsfreund 56, 1-152; 362.) [2064
Haller, B«, Bern in sein. Kats-
mannalfB, 146&-1665 (s. 1901, 22SU
TL m. 606 S. 6 M. [20tt
Hbm^ J. A^ Chronik d. Mizktn
n. d. Piarrei Diessen ; nebet kun^
6. d. ehem. ChorikermstiftM DieMa
DieMen, J. C. Haber. 4*. 18« i
5 M. [fm
Orteer^ H«y Straubing in sein. Ver-
gangenheit IL Qegenwmrt Stztob,
Hirmer. 104 S. 1 M. 40. [20(T
»er, T.y IHn OraSm t. Orlaaiai» »
imbx, (Mit*, d. V«r. f. 0.s n. AMtmU«.
■n Knlün n. Boda C, l-U.) ßm
Zeniy Vh»j Die HohenaoUern v.
Ansbach. (Zorn, Im Neuen BäA
S. 108-S3.) itm
StelAeley ▲•, Bistom AugBomg.
fortges. V. A. SchrGder (t. 1901.
2288). Hfl. 47 (Bd. VI, 337-4«!
1 M. 8. [3070
Belechaery €•• 6. v. Wiiittanbexf
inWortu.Bild. Stntt^.^ZeüeritSdim.
4». 692 S. [2071
Germaay W., Chronik v. Schwtt
Hall u. Umgeb^. Schw. HalL Selbrt-
verl. 1901. 367 S. 6 M. [2072
Ra«. T. OBeliB, Hau. O, «. 19», m
Yi«rta]j.iekr. 5, 969 1. K. BnuuMr.
Sekwariy B.. Danneraheim. Orti-
geschichtl. Stoffe. Rastatt, Greiser.
98 S. 1 M. 20. [2073
Wee^, F. T., Karlsrahe; G. d.
Stadt (s. Nr. 279). Lfg. 2i. (Bd. III,
S. 561-640; 5 Taf.) 1 M. [2074
Stell, A., 6. d. St. Pfonheim.
Pforzh., Stadt. Tageblatt. 1901.
632 S. [2075
Sehwan, B.« 6. d. St. Ettluigea
(s. 1902, 280). Llg. 9-10. S. 193-215
u. Anh. S. 1-42 ; Taf. 4 40 Fl [2074
HelUg, A., G. d. Dorfes Mfihlbtch
von d. ätest. Zeiten bis z. Cregenwart
Eppingen, Lnz. 1901. 68 S. [2077
Bevit, L'AlMce »u 17. dtele, a. IMI, ttt
Res. BngL hisi. reriew 1&, S7S-76 Bobcftioa;
Hitt. YierteU-tohr. 6, S&9.6S t. BoiriM. [WTS
HavTlUer, Fnaüoreioh n. BImm« im 17.
Q. IS. Jb., ■. Nr. 989. Bm.: EUsft. Jekib. SS»
176 f. Meister. [MTf
Beeker, Jos.« G. d. Beichsvc^
Kaysersberg. (Zt. f. G. d. ObeirL
17. 90-122; 217-50.) r20«0
Apell, T.y G. d. Befestigung d siädt
Strassbnrg i. E. von d ältest. Zeiten
bis z. J. 1681. Strassb., van Hauten.
Subskr.-Pr. 18 M ; Ladenpr. 20 M. [2081
Henning) JL^ Ans d. Anflüigen
Strassburgs. (Aus „Strassb. Festschr.
Territorial-Oeschichte.
•83
z. 46. Versammig. dt. Philologen
etc.^^) Strassb., Trübner. 1901. S. 81
-90. 60 Pf. [2082
Landsmann , Wissembourg. Un
fli^cle de son histoire, 1480-1580.
(Re V. cathol. d' Alsace 21 , 136-63.) [2083
Stiere, Zabern im Elsatt, •. IfOl, 2306.
Res. HiBt.Viertelj.tohr. i, 55S f. t. Borriei. [8084
Derlchsweiler, 6. Lothringens, •. 1901,
SS09 Bez.: Hist. Jahrb. 92, 882-84 Wer-
nerut. [20H5
Box, N.9 Notice snr les pajs de
la Sarre (s. 1901, 2311). Bd. 11,
Lfg. 24. S. 731-76 [2086
löst, F., Offenbach a. M. in Ver-
fangenheit u. Gegenwart. Offenb.,
trausB. 1901. 212S. 5Taf. 3M. [2087
Schoop. G. d Stadt Düren, •. 1901, 8S19.
Bez. : Zt d. Aachen. G.-Yer. 28, 414-17 Tille.
— Brfill, Chronik d. St. DOren, a. Nr. 898.
Bes.: Bhein. O.bll. 6, 94 f. Hanptmann. [8088
Real, J., Die Rahestätten d. Grafen
u. Herzöge v. Geldern. («= Nr.
2507.) [2089
Forst, H., Die territor. Entwickig.
d. Fürstentums Prüm. (Westdt. Zt.
20, 251-88.) [2090
Wiltheim's, Eust., Eist. Werke;
veröff. V. J. Grob (s. 1901, 2321).
Forts. (Ons Hemecht VIII.) [2091
Wolff, J. C, G. d. Herrschaft
Contem. (Publications de la Section
hidt. de rinstitut G.-D. de Laxem-
bourg 51, 49-164.) [2092
Küborn, H., Ospem in älter, u.
neuer. Zeit. (Ons Hämecht 8, 17-26
etc 314-21.) [2093
Pirenne, H., G. Belgiens (s. 1901,
302). Bd. U: Bis z. Tode Karls d.
Kühnen 1477. Mit 1 Kte. (G. d. europ.
Staaten. 30. Werk, Bd. H.) Gotha,
Perthes, xxvnj, 594 S. 16 M. [2094
Blök, P. J«, Gesch. v. het Nederl.
volk (8. 1900, 326). Deel V. 1901.
494 S.; 2 Ktn. 6 fl. 25. [2096
Bez. T Nr. 298 (Blök, O. d. Niederlande):
Litt. Cbl. 1902, Nr. 14/15 P. K.
Potter, F. de en J« Broeokaert,
Gesch. van de gemeenten der provincie
Oost- Viaanderen (s. 1901, 2329).
8. Reeks: Gent van den oudsten tijd
tot heden, 16. aflev. 1901. S. 1-268;
7 Taf. 6 fr. [2096
Schmitt, Helwig, Zur G. d. franz.
Kolonie Frankenhain. (Hessenland
1901, Nr. 19 f.) [2097
Rilbel, K., G. d. Frei- u. Reichs-
stadt Dortmund. Dortm., Koppen.
64 S. 1 M. [2098
DShmann, Die Edlen v. Ascheberg
u. ihre Burg bei Burgsteinfurt. (Zt.
f. Vaterland. G. etc. Westfal. 69, l,
214-26.) [2099
Weerth* Das lippische Fürstenhaus
u. seine Beziehgn. z. d. Landgrafen
V. Hessen. (Bll. f. lipp. Heimatkde.
n, Nr. 8.) [2100
Uagena, 0., Jeverland bis z. Jahre
1600. Mit Kte. (Sep. a.: Jahrb. f. G.
d. Hzgte. Oldenburg. Jg. X.) Oldenb.,
Stalling. 28 S.; Kte. 60 Pf. [2101
Jargens, 0., üebersicht üb. d.
ältere braunschw.-lüneb. G. (s. 1901,
2334). H: Von d. Errichtg. d. Hzgts.
Braunschw.-Lüneb. 1236 bis z. Teilg.
d. Landes im J. 1267. (Hanno v.
G.bll 4, 529-43.) [2102
Berthean, £•• G. d. Kirchenge-
meinde Kirchwahlingen u. ürkunden-
Buch. Walsrode, Gronemann. 1901.
168 8. [2103
Doebner, B«^ Studien z. hildes-
heimisch. G. Hildesh., G^rstenberg.
1901. 240 S. 3 M. [2104
Laders, Adf«, Das ehemal. Dorf
Schoderstedt, jetzt e. Wüstung.
(Braunsch. Magaz. 1901, Nr. 14 f.) [2106
Bippen, W. t«, G. d. St. Bremen
(s. 1900, 847). Lfg. 7 (Bd. Hl, 1-112).
1 M. 10. [2106
Feldtmann, £•, G. Hamburgs u.
Altenas. Hamb., Selbstverl.; Lpz.,
Haessel. 266 S.; 3 Ktn. 3 M. [2107
Wolter, F. A«. G. d. Stadt Magde-
burg. 3. Aufl. Magdeb., Faber. xj,
336 S.; Kte. 4 M. 60. [2108
Setzepfandt, B^ Beitrr. z. G. u.
Topogr. d. Kreises Wanzleben. (G.bll.
f. Magdeb. 36, 342-64; 866-67.) [2109
Georg^, Chm«, Geschichten zur
Ortschaft Lüttgenrode im Landkreise
Halberstadt. Tl. I: G. d. ehemal.
Klosters Stötterlingenburg. Oster-
wiek Harz. 1901. 28 S. [2110
Heine, K«, Nordhausen u. Preussen.
Nordh.,Homickel.ll9S.lM.26. [2111
Pallas, K., G. d. Stadt Herzberg im
Schweinitzer Kreise. Herzb. (Elster),
Selbstverl. 1901. 498 S. Vgl. Nr.
809. P^^2
Naumann, L«, Skizzen u. Bilder
zu e. Heimatskde. d. Kreises Eckarts-
berga (s. 1901, 2012). Hft. HI. 96 8.
1 M. [2118
«4
Bibliographie Nr. 2114—2164.
Hchmidt, Hemi., Arnstadt. (Alt-
Amstadt 1, 3-18.j — E. Einert, Aus
Schloss Neidecks Vergangenheit.
(Ebd. 23-34.) [2114
DeichmftUer, O«. 6. d. Dorfes u.
d. Kommende Lieostedt; Beitr. z.
thüring. Orts-G. (s. 1901, 2847).
Schluss. (Zt. d. Ver. f. thür. G. 12,
489-646.) [2116
Bergner, H., Rincrwälle u. Burg-
ruinen im Amtsbezirk Kahla. ^Mitt.
d. Ver. f. G.s u. Alterts kde. zu Kahla
u. Roda 6, 26-86.) [2116
Leipoldt, H.^ G. d. Kirchfahrt
Culitzsch mit Niedercrinitz 1300 bis
1900. Kirchberg, Druck v. Kandel.
1900. 86 S. [2117
Jahn, K. u. A., Groitzsch; Stadt-G.
im 17. Jh., 1601-1700. Groitzsch,
Reichardt. 1900. 31 S. [2118
Pfaa, W. C.« Einzelheiten a. d.
Gebiet d. Rochlitzer G. (s. Nr. 822).
Lf. 2: Grundzüge d. älter. G. d. Dorfes
Seelitz u. seiner Kirche. 67 S. [2119
Silbermann, R. u. Fr. Bnsck,
Chronik v. Pretzschendorf mitRöthen-
bach u. Friedersdorf. Frauenstein,
Druck V. Geissler. 1900. 239 S. [2120
Prats, Preust. G. Bd. I n. ü. • 1901,337.
Bes.: Balt. MonaUtchr. 60, X95-99. — Vgl.
K. Lohmeyer, Die Darstellg. d. G. Alt-
preutsens in d. preust. O. t. H. Pmii. (= Nr.
18()7.) KönigBb., Dr. t. Krause A E. 1901.
91 S. [81S1
Reiche, R.. Und dennoch Kenitz-
Kin^ö-Königsoerg. (Schrr. d. Ver. f.
G. d. Neumark 12, 81-214.) Vgl.
*99, 65 u. '99, 336. [2122
Geschichte, Mecklenburg., in Einseldar-
■tellgn. (■. Nr 827). Hft. IH a. Nr. 9760. [2129 a
Dragendorff, £., Die Befestigungen
Wamemündes. (Beitrr. z. G. d. Stadt
Rostock 3, m, 69-94.) [2123
Wehrmann 9 M., Aus Pommerns
G.; 6 Vorträge. Stettin, Saunier.
103 S. 1 M 60. [2124
Kwiecinski, M«, Das Wichtigste
a. d. G. V. Görlitz. GörL, Vierbng.
364 S. 3 M. [2126
Sembrltzki, G. d kgl. preuss. See- u.
HandelBstadt Memel, •. 1901, 350. Bes.:
Forachgn. z. brandb. u. preuas. G. 14, 678-><0
Seraphim ; Allg. Litt.bl. luOl, Nr. 80 Tüle. [2196
Sommerfeldt, G., Gehl weiden u.
Gross-Rominten in Urkk. u. Akten
d. 16. bis 19. Jh. Braunsb., Druck d.
ermländ.Zeitungsdruckerei.44 S. [2127
Bez.: Dt. Litt. -Ztg. 1909, Nr. 17 Joachim.
Hollaiftder, B« A., ZeitstrOmunga
u. Vorgang d. Mittelalters in üa.
Einflüsse auf d. Be^ründg. d. livländ.
Kolonie. (Balt. Monaisachr. 63. 71-
91.) [2m
3, Cf^schi^ihte einzeiner
a) Verfassung.
(Beieh, Territorien, SUkdte.)
Barge^ H., Die Entwicklg. d. dt
Monarchie. (Gienzboten 11K)1, II, 49-
67; 109-17.) [2129
Zorn 9 Ph«, Das alte u. d. neue
Reich. (Zorn, Im Neuen Reich. S. 1-
21.) [2130
Figehel, A.. Das Gsterr. Sprachen-
recht. Eine Qaellensammlg., einge-
leitet u. hrsg. Brunn, Irr^gang. 1901.
Lxxxvirj, 269 S. 4 M. 60. [2131
Bei.: Zt. d dt. Ver. f. O. MAhre&f i.
Sohleaiens 6, 84-86 Breihola.
Pnntsehart, P.^ Herzc^seinsetig.
u. Huldigung in Kärnten. (Zt d. dt iL
österr. Alpenvereins 32, 123-37.) [2132
Bes. d. Hanptachrin, s. 1901. ttfl. Xitt.
d. Inet. f. Oeterr. QtoTmehg. 13, Sll-99 «■
Garinthia I, Jg. 92, 33-^0 t. Jakaeh.
Sartori •Montecroee, T. B. t.,
Beitrr. z österr. Reichs- u. Rechts-G.
(8. '96, 606). Tl. H: G. d. landwiit-
schaftl. Steuerwesens in Tirol von
Kaiser Maximilian I. bis Maria The-
resia. 334 S. 6 M. 40. [2133
Mayer, W., Obrigkeitl. Verorongn.
a. d. 17. u. 18. Jh. (Mitt. d. Ver. f.
Gr. d. Dt. in Böhmen 40, 367-78.) [21S4
Kaindl, B« F., Das Ansiedlnngs-
wesen in d. Bukowina seit d^oe-
Sitzergreifung durch Osterreich. Mit
besond. Berücke, d. Ansiedig. der
Deutschen. Mit Benutzg. d. nrkdl.
Materialien a. d. Nachlasse v. F. A.
Wickenhauser. (= Nr. 1956.) Luib-
br., Wagner, xvg, 637 S. 12 M. 60. [2136
Bei.: Litt. Cbl. 190S, Nr. 1^16 Km.
Kaiser, S. u. J. Strickler, 6. u.
Texte d. Bundesverfassungen d.
Schweiz. Eidgenossenschaft von d.
Staatsumwälzg. bis z. Gegenwart
Bem,Wyss. 1900. 607S. 7fr. 60. [2186
Bächtold, C. A., Wie d. Stadt
SchalBThausen ihre Landschaft erwarb.
(In: Festschr. d. Stadt Schaffh. l
Bundesfeier 1901.) — K. Henkinff^
Die Landschaft d. Kantons Schi£
hausen im spätem Mittelalter. (Fest-
VerfasBUDgageBchichte.
sehr. d. Eaat. Schaffh. z. Bundesfeier
1901, S- 315-03} — W. WUdberger,
DieLandBchaftimie. u. 17.Jh. (Ebd.
389-409-1 [2137
Schäfer, R., Die Hark Alteastadt.
(Mitt, d. oberhcBB. G--Ver. N. F. 10,
[2138
Qiaaä
, Slud
«hart Va
: AI Ig. Li
>. d. B<i)l
EiptDM iili»
Seelig, 0>, HombnrgiacheB Staate-
recht auf geschichtl, Grundlage. Hftin-
burg, Gräfe & 8. 141 8, SM. [2140
Stellg, Gsichlohll. EDtwidklg. d. huubarg.
•Udl, Hildeihalm, Mlgdflb. D. Mirisb., >.
IMI, UU. {ADcb ■!• UOttlng. DlH. ench.
Hang, H., DaB kurfürstl. Amt
Dresden v. ll, bis z. 19, Jli. (= Nr.
2660.) Dresd,, Baenack 80 S. [2143
Zorn, Ph., Königtum u. Verwalt^.
in PreuSBen, (Zorn, Im Neuen Reich
S. »8-107.) [2144
Gelpke, F., Die geechtchtl. Ent-
wickig. d. LandratBamtes d. pieua».
Monarchie tut. besond. BerücReicht.
d, ProT. Brandenb., Pommern u.
Sachaen. (Aub: Verwaltungsarchiv.)
Bert-, Heymann, 122 S, 2 M. [2145
■illrentedt, 0., Die oberländ.
Hauptämter u. Landgerichte nebBt
ihr. Verwaltern, (Oberland. G.bll. S,
1-73.) Vgl. Nr. 356. [2146
SUSI T. HoUtelB, Baron lt., Zur
G. d, livländ, Privilegien. (Salt.
MonatBBchr. 61, 1-30; 81-98. — Vgl.:
Ebd. 49, 238-48; 311-19; 391-401.)
Vgl, Nr. 3614. [2147
Bcio«, I-, TsrrdloTiom D SUdl, i IMl,
MS9. Ru,: Juhrb. (. Onetigabg. 15, 11M-4&
KttntMl. — Vgl.: iiiitgegng, T. Below u. Br-
" "■ ■ 'l.8a,5Mf.) [»ÜB
Hegel,
BigrO»!
I 0,-Ver. 28, 171-289.) Sep. Marb. Diw-
. Aachen, Cremer. 2 M. [2151
Rsi.: D(. Llu.-Zlg.lSDS, Nr.B OppenDina.
Doebner, R., Die Stadtverfaaag.
HildeaheimB im Hittelalter. (Doebner,
Studien z. hildeah. 0. S. 1-15.) [2152
Thlemsun, C, Die HaechgemeiDda
1 in Göttingen. (Protokolle d, Ver. f. G.
Götting. Bd. n, Hft. 4, 186-207.) (216M
! HUlc, G., Die AuBprüche d. Stadt
, Kiel an d. Kieler Hafen. (Zt. d, Gea.
I f. achleaw. -holst. G. 31, 87-114.) [2164
' HKn88, J., Mitt. a. d. Eämmerei-
I rechngn. d. Stadt Hagdeburg im 17.
u, 18. Jh. (G.bll. f. Magdeb. 36, 285-
' 313.) [2166
I Rachel, W<, VerwaltungsowaniBa-
1 tion u. Ämterwesen d. Stadt Leipzig
! bia 1627, (= Vni, 4 v. Nr, 2409.)
' Lpz , Teubner. inj, 226 S. Subakr-Pr.
8 M. 20, Einzelpr. 7 M. 20. [2166
Leagmlek, Jm publicum clilUtli Gadi-
I 0011. ^i Am. IW«, läl-fis'petlb'.oh. [ilii"
Jahrb. f. GBBstigsbg. lii, Ko-Si Nandt. (»SS
m Liu.-Zlg, 1901. Nr. S Oppennum. [tU9
Bejerle, E., Grundeigentumaver-
hältniBse n. Bürgerrecht im mittelalt.
Eonstanz (a. 1901, 2434). Bd. U: Die
Konatanzer Grundeigentumaurkk. d.
J. 1162-1371. 536 S, 16 M. [2160
Hoeirier, H., Entwickig. d. kom-
munal. VerfaBBg, u. Verwaitg. d. St.
Aachen bia z, J. 1460. (Zt. d. Aachen.
CroDD, 6., Entatehg. d. Zunft-
wSBena. Harburg, DiBB.1901. 89 S. [2159
Bei.: DL lAtl.-itg. 19.M, Nr, li KieUchel.
ütallra, S., Daa Gewerbe, 1208-
1627, (Sep. a.: Geschichte d. SUdt
Wien; hrag. v. Altert, -Ver. zu Wien.)
Wien, Holzhauaen. 1901. gr.fol, 1808.;
7 Taf. 44 M. [2160
Bei,: Dt. Litt,-Ztg, IM», Ni. Ifi Bllchar,
FrKBZ, A., Mährische Zunfttmhen.
(Zt d. mähr, Landeamuaeoma 1, 77-
136.) [2161
DomUBB, M. T-, Die Eerbomer
Zflnfte n. ihre VerfaaBungen. (Ann. d.
Ver.f.naBB.Altertkde. 32, 60-97.) [2162
Otto, E.. Dag Butzbacher Woll-
webergewerbe im 14., 15. n. 16. Jh.
mit e. Beilage: Rechnung d. Wollen-
handweika v. 1597. (Hitt. d. oberheaa.
G.-Ver, N. F. 10, 86-118.) — B.
Sehldel, Satzgn. d. WoUweberznnft
zu Butzbach t. 1478-1492. (Ebd. 82
-85.) [2163
Sehloemer, H., Streitigkeiten d.
Qilden Einbecka mit n. vor dem Rate.
^annov.O.bU. 4, 561-58.) — ff.Feise,
Noch einmal Qb. d. Schumacheni- u.
andere Handwercka-knechte in Boden-
werder. (Ebd. 5,21-26.) Vgl. Nr. 869.
[2164
^86
Bibliographie Nr. 2166— M16.
b) WirtschaftS' und Sozialgeschichte.
(Lftndliohe Verh<niue; Gewerbe; Handel;
Verkehr. — StAnda, Juden.)
Bleher, EnUtehg. d Yolkiwlrteoh&ft Anil. S,
■. 1901, nst. Res : Hist.-poUt. Bll. 1S8, 8S8-
44 Frx. Walter. [S166
Witte, H., OrUnamenforsohg. n. Wirt-
■chafts-0 (Dt. G.bU. ft, IM-M; 809-17.) [2166
Beiträge z. Wirtschafta-G. Thü-
ringens, hrsg. V. d. thür. bist. EommisB.
Bd. I: W. Stieda, Die Anfänge d.
Forzellanfabrikation auf d. Thürin^r-
walde; volkswirtsch.-hist. Studien.
Jena, Fischer. 425 S. 8 M. [2167
Schaller, G. A., Plan f. d. Neuanfbahme
agrarhUt. Forechgn. auf d. Gebiete lAcbe.
Kolonisation in 8iebenbar(r«n. (Korr.-Bl. d.
Yer. f. siebenborg. Ldkde. 85. 45-49.) [Slü8
Elleiing. B., Die Allmenden im
Grhzgt. Baaen; bist., statist. u. wirt-
scbattl. Studie. (Volkswirtscbaftl. Ab-
hdlgn. d. bad. Hochschulen. V, 6.)
Tübing. & Lpz., Mohr. 99 S. 3 M.;
Einzelpr. 4 M. [2169
Meitzeiiy A.. Zur Agrar-G. I^ord-
dtlds. (Aus: „Der Boden u. d. land-
wirtschaftl. Verhältnisse d. preuss.
Staates.") Berl., Parey . 1 76 S. 6 M. [21 70
ZinmiermaBii , P., Die Bittergutsbesitaer
d. Hrsgts. Brannvchweig, 1501 — IMO. (Brann-
sohw. Hagaa. 1901, Nr. 18-80.) [8171
Hoiwald, A. Frhr. t., Zur G. d. Mal-
deuten'soben Gütar. (Oberl«nd. G.B11. IIL) —
O. Sommerfeldt, Zur G. d. ehemal. Habers-
dorfr sehen, jetst Finokenstein'sohen Güter
im Kreise Bosenberg, Westpr., 165S-1788.
(Ebd. IV.) [8178
Hansrath. H., Dtlds. Wald im
Wechsel d. Zeiten. (Beil. z. AUg. Ztg.
1901, Nr. 284.) [2173
Tille, A., 2 Waldordnungen a. d.
Herzogtume Jülich. (Zt. d. Aachen.
G.-Ver. 28, 1-30.) [2174
Zxcha, Das böhm. Bergrecht d. Mittelalters
auf (Grundlage d. Bergrechts ▼. Iglao, s. 1901,
8871. Beg. : Hitt. d. Inst. f. Osterr. G.forsohg.
23, S29-SS Brethols. [8175
Wappler, Ueb. d. alte Freiberger
Berg-Knapp- u. Brüderschaft. (Mitt. d.
FreibergerAltert.-Ver.37,48-71.)[2176
Zivler, G. d. Bergregals in Schlesien, s.
Nr. 386 Beg. : Hist Jahrb. 83, 883-25 A.K. [2177
Fechner, H«, G. d. schlesisch.
Berg- u. Hüttenwesens in d. Zeit
Friedrichs d. Gr., Friedrich Wil-
helms n. u. m., 1741-1780 (s. Nr. 387).
Forts. (Zt. f. Berg-, Hütten- u. SaUnen-
wesen 49, 487-669. 50, 140-228.) [2178
Beck, L., G. <L Eiaena (a. Kr. 368).
V: 19. Jh. l£g, 6-6. 8. 705-lOftt
^ 5 M. [2179
Mfllinery A«, Das Eisen in Knia
(8. Nr. 890). Fort«. (Argo 9, 121-M:
138-41; 157-66.) [2180
Senat 9 O.y Die Metallapielwarea-
industrie n. d. Spiel warenhandel t.
Nümb. u. Fürth. &Ianff. Dias. FürtL,
Schmittner. 95 S. l M. 50. [2181
Yflllers, Ueb. d. Entwicklg. d. zim
ehemal. Füratentam Paderborn in
Beziehungen gestand. Salinen Sali-
kotten, Westemkotten u. Salxnfleo.
(Zt. f vaterl. G. etc. Westfal. 59, H
167-95.) [2188
FlfMB, G. d. koraloha. Salswaeans kii
16S6, s. »98« S69. (8S 8. mim I^p«. Dies, gedr.)
Bes.: N. Aroh. f. sich«. O. 80,177 (Wottkc).-
D e r s. , Die korsldit. Tloaäkoatrakte nlk d.
Stadt Halle. (N. Aroh. f. aaoha. G. 9S, U-9t) [SUt
Kinder, J. C, PlOner Spitzen-
klöppelei. (Zt d. Ges. f. schlesw-
holst. G. 81, 166-76.) [2184
Schroetter, Frdr, Frhr. t., Die
schlesische Wollenindnstrie im 18. Jh.
(8. ^99, 368). Tl. m. (Forschgn. i.
brandb. n. preuss. G. 14, 631-6S0.} [2185
Sohmoller, G., Die histor. Lohn-
bewegung V. 1300—1900 u. ihre Ur-
sachen. (Sep. aas: Sitzungsberr. d.
Berl. Akad.) Berl. , Reimer. 16 8.
60 Pf. [2186
Tack, J., Die Hollandsgäi^^
in Hannov. u. Oldenburg; e. Beitr.
z. G. d. Arbeiter- Wanderg. (Volk»-
wirtschaftl. u. wirtschaftsgeschichtL
Abhdlgn., hrsg. v. W. Stieda. Hft. H.)
Lpz., Schunke. xr, 217 S. 6M. [2187
Schilt«, G. d. mlttelaltarl. iT%*»iiaif «.
Verkehrs iw. Weatdtld. n. Italini, a. Nr S9&
Bes. : Westdt Zt. 80, 848-50 Oppermaaii; An^
stör. lomb. 1901, Deo., S8S-9S Verg»; Beü
della Society parase di storia fiatria Am>ft ],
Paso. 8 B. Ml^)ooohi; AUg. Iiitt.bL 1901, Nr. l6
Heimelt ; Hist. Jahrb. 83, 98-106 Bttchi ; Jahrbb.
f. Natioi.alökon. 77, 5*«a-<7 Sommarlad; IH.
LiU..Ztg. 1908, Nr. 19 Hamp«; Bar. crlt 190t,
Nr. 80 B. £siM
Siels, Beltrr. s. G. d. dt. Hjam bis vm
d. Mitte d. 16. Jh., ■. 1901 , 877. (BrMlaaec
Habilit-Schrift.) Bes.: Dt. Idtt-Ztg. 1901,
Nr. 10 Koppmann. pm
Kanter, H«, Die EntwicUg d.
Handels mit gebrauchsfertigen Waren
von d. Mitte d. 18. Jh. bis 1866 so
Frankf. a. M. (VolkswirtschaflL Ab-
hdlgn. d. badisch. Hochschulen V, 8 )
Tübing. & Lpz., Mohr. 143 S. Abonn.-
Pr. 4 M. ; Einzelpr. 5 M. [2190
Wirtachafto- und Soii&lgescliiclite.
•87
Bflnccke, IT., Zu O. d. IiOnabn^arBkU-
weinkeUen. |Jihni)>eiT. d. Uuteumi-Vsi. t.
d. FUntsnl. LHaab. 1889,1901, 1-63.) [tl9I
Kinder, J. C, Plöner Handela- u,
Geldgeschäfte im 17. Jh. (Zt. d. Gea.
f. 9chle8w.-hoUt, G, 81, 186-96.) [2192
ScbottmOller, K., Handel u. Ge-
werbe im Reg. -Bez. PoBeii big z. J,
1851. (FestHchr. d. Handelakammer
iPosen 1901.) i". 66 S [2193
: Jahtb
»albt.
Hef er v. EnonaD, G., Mittelalter!.
Yerkehr u. Bändel üb. unsere Alpen-
passe. (Jahrb. d. Schweizer Alpen-
kluba Jg. 36.) [Ä194
Burckliardt - Bledermana , Die
Strasse üb. d. oben Eauentteiu eud
Basier Jura (e. Nr. 407), Schlnas,
(Basler Zt. f. G. 1, 163-201.) [2196
f.'otcen. a.roncbg. Ü, ITl-IB Msmmar. [SIM |
Koller, F., Alte Strassen in Hesseii
C«. "96, 2307). Forts. (Westdt. Zt. 20, '
210-26; Taf. 9.) [2197 I
Anibt»t, h.. Von dar Dlsd*rlisiilioban
7Iu>B9chiD>liil.(HeHauUndIil01,I'r.lgf.|(»98
Baamelgter, F., Zur G. d Post
in Bäbmen. (Frager Togebl. April
1901, Nr. 98; 99; 101; 109; llö.) [2199
Weber, Fr., Post u- Telegraphie
im KgT. Württemberg. Unter Mit-
wirkg. V. Fachmännern [Haase,
Schüttle, Sautter] verf. Stuttg.,
Kohlhammer. 1901. S42 S. 8 M. [2200
Rci.: Ulli. Jlhrb. 23, H7(. J. B.
(jroase, B., Das Poetwesen in d.
Kurpfalz im 17, u. 18 Jh. (Volks-
wirts chaftl. Abhdlgn. d. badisch.
Hoch3chLilen.V,4 U.Heidelberg, Disi.)
Tübing. & Lpz,, Mohr. 87 S. Abonn.-
Freis 2 M. 60; Einielpr. 3 M. [2201
Susebkcb, H., Zur G, d Fostwesens
d. Stadt Güttingen. (Protokolle d.
Ter f. 0. Götting. Bd. H, Hfl. 4,
115-43) [2802
Schacht, B,, Das Poatweaen in
Brauuschw. (s. '09, 2277). ForU.
(Brauu8chw.Magaz.l902,Nt.3.) [2203
Ehrenberg, B., Grosee Vermögen;
ihre Eutstehg. u. ihre Bedeutg. Die
Fugger - Rothschild - Krupp. Jena,
Fiedber. 210 S. S M, [2204
Starzer, A., Das k. k. Versatzamt
in Wien v. 1707-1800. Wien, Man».
1901. 104; 89 8. m. 19 Beilagen u.
Tabellen. [2206
Hlitor. VIertalJaluHlulft. IM». 3. hOMog.
Knott, B., Ueb. d. Lebensmittel-
preiae in d. Teplitzer Q^end im 16.
bis 18. Jh. (Sep.-Abdr. a.: ThKtig-
keitsber. d. Teputzer MuseumsgeseU-
sch. 1900.) 11 S. [2206
KOpl, K., G. d. k. k. freiweltlich
adelig, Damenstift zu den hl. Engeln
in Prag. Prag, Verl. d. Domenatift.
1901, 4». J7l; cxiiv S. [2207
Ilae, Die altpreuss. landesherrl,
FrAuleinitifter. Ihre Entatehg., Ent-
wickelg, u. jetzige Verfg. I: Das
Marienatift zu Königsberg (Pr.); U:
Das Fräuleinstift zu Lippstadt. Berl.,
Pasch. 4°, 66; 74 S. 26 M. 70. [2208
Koiralewshr, H., Rom. u. german.
Elemente in d. Entwickig. d. mittel-
alt. Gutsherrschaft u. d. Dorfgemeinde.
(Kowalewskj, Die ökoa. Entwickig.
Europas bis z. Beginn d. kapitaliat.
Wirtschaftaform. I, Uebers. d. russ.
Originals.) (Biblioth. d. Volkswirt-
achaftfllehie etc. XI.l Berl., Prager.
1901. uinj, 639 S. 7 M. 50. [-2209
Em. ; J«lub. (, Oeieugebg. M, *S&-a! 3 Loli« ;
Knapp, 'Hl., Die Orundherrschaft
im sSdwestl. Dtld. vom Ausgang d,
Mittelalters bis zu d. Bauernbefrei-
ung; d. 19. Jh, (Zt. d. Savigny-atiflg.
f Bechta-G. 22, Genn. AbUg., 48-
108.) [S210
Cohen. A., Der VerfaU d. Adela
a. d. erdien AmortisationaKesetze in
Baiem. (Beil. e. AJtg. Ztg. 1902,
Nr. 16.) [3811
Orfltter, F., Der BauerastaDd
im Loingau w&hr. d. Mittelalters,
(Eanuov. G.bll. 4, 644-61.) [2818
FlehB, H., Beitrr. z. Q. d. Agrar-
vertg. u. d. Nation alit&tenTethUtmiiae
inWestpreussen. (Mitt.d. westprenss.
Q,-Ver, 1, 3-6.) [2218
Bfthme, K., Outeherrlich -bäuer-
liche Verhältnisse in Ostpreussen
währ. d. B«fonnzeit v. 1770 bis ISSO.
Gefertigt nach d. Akten d. Gatt-
archire zu Asgerapp u. Or. -Steinort,
(Schfflollera ataate- a, aozialwias.
Forschgn, XX, 3,) Lpz., DuDcker ft
H. 107 3, 8 M. 60. (82 8. euch, ab
Diss,) [82U
Bibliognpbie Nr. SSlft— SSSB.
6 (8cbluM-)Lfg. Berl . Simion. i\
S. 831-870 Sobakr-Pi-.: 3 M. aOj
L&denpreit 1 H. [SSIO
t bflKBd B*diM3htnKhin« j
Mrt. -uuar. J'
Itlll
Unmwftldf ■., Ana d. Hambaroier
StaatsarchiT: Beitrr. i. Q. d. Jaden
in Prag, Wien n. Hamburg. Beri.,
Poppelauer. 26 S- 60 Pf. [8817
nenbilrrer, F., Daa Sonderrecht
d. gemeinen Jadenachafl in FQrth
n. in dessen Amt im IB. Jh I; Daa
VerfaBBUngarechl. Fürth, Roaenberg.
18 8 90 Pf. [2818
Baabcr«*r, V. L., Balti. i. O. d. Judan
tu BtdBD; DalKui»»!« m. O. d. Booliit-ZtiiKir.
Sttlituit. PlUm*7«r. MS. K PI. (111*
RothachUd, 8.. Du Archiv d.
jüdischen Gemeinde v. Woima. (Beil.
z. AUg. Ztg. 1902, Nt. 22.) [2220
BtAnn, M., G. d. Juden in Schle-
sien (s. '97, 2233.) III. 1901. S. 81-104
u. ixiv-Lii. 1 M. [S2St
c) Bechl und GerüAt.
BrmBHar, H., Orundiag« d. iL Kechts-O.,
1, HWl, MM. R«.: Dl Lill -Ztg. 1»1, Nt. «
stau ; Hllt. TIITUll-Kbr. &, ig Kounth*!. [MM
i9ro. {!»&
Fricit D LltitgMag, Magdeb, Schoiraii-
iptucba ■ Nr. idOB. (!j«a
Renbold, W., Geecbichtl. Notizen
fib. Gerichts- u. GeffingniBB- Lokale
zu WürzbuFK. (Arch, d. biet. Ver.
V. Unterfranken etc. 48, 167-205.)
Sep. Würzb., Stahel. 1 M. 20. [2227
Nchtll, 0-, 1 mlU, aartahlHtlUeD In d.
Bhainlundaii! Paldklnhan b. Ntavlsd, KtU- '
bürg In d. EIM, Bamllnsrkda a. Wildbsrg
4I-4B; IH-BB.) l»»ai I
Schmitz, J oh., Die Gogerichte im
ehemalig. Hzgt. Westfalen. (Zt. f
vaterl. G. etc. Weatf 69, U, 98- I
166.) [2229 I
LMihird, H., Znt Friga d. Oaricbii- i
■IkudH d. Buohlilndlar, -drnokar nnd -bindar
In Wlttenbarg a. udar. dt. DnlTanldti- i
bibllolhehiwl». Arbilun ib, 15-K.) IStw
Mej'er, Herb., a) Entwertung u. I
Eigentum im dt. FahroiBrecht; e.
Beitr, z. G. d. dt. Privatrechts n. d.
Judenrechts im Hittelalter. Jena,
Fiacber, xvij, 314 S, 10 M, b) Die i
EinUndaehftft Diu. Bivslftn, Hacat.
1»00. z^j, 110 S. 3 M. [IUI
Bu.T.b.^ ZV d. SarlgnT-StiAK- tBattW-
O. rt, Sera. Abtls., 44af. Barari*.
Hudrj, G.f Das württb. Print-
recht. Bd. U: Die gaellen TL L
(7 Lfgn.) Tabin^., Mohr. 1901 f. n,
«99 8. 6 H. 60. — idg 8 n. }
(Tl. n, 1-160). S M. [MB
BrtnMeek, W. t-, Znr O. d. Btgt-
atolienrechta. (Zt. d. S«TiKti7-SÜ&.
f Rechte-G, 2S, Genn. Abtlg., 1-4«.,-
Boden, Daa altnonrc^. Stammgäta-
recht. (Ebd. 109-64.) [im
Merkel, P., Die Urkande im ä.
Strafrecht. HOach., Beck. li, 50i&
12 M. [MM
Btataehal, 8., OotUanrtaU oder MiL
(B«lanc;Uap f. pro». ThsoL 7, I»-».) (»1
Cbrl8tenB«n, Cfa. T.. Baarepr^im
Dens historie og etillinff i fortideai
reta- OK nataropfattelaerEjebenbaTB,
Nordiake forlag. 19O0. 289 S. [iä«
Bai.: ZL d. SaUgar-Stifts. l B>>cku.S.
n, 0«tn. AbUg., taV-Ml PuppulMia- Eiit
VlartalJ.icilii. f. GMata^abg. «ts. *3, au-i
ParraakalB, M., MooriaiebBL (XU
SiTlgDi-BIlftg. t Baabto-O. n, Qo* AM«,
aSIf.) Vgl. 1»01, 8-8. [B(T
SonheBmes, B. de, ßtade am Ii
criminalitä ea Lorraine d'api^ Im
lettrea de r^miaaion, 1473.1737 js.
Nr- 448). Fort«. (Ann. de l'Ert 1«,
168-804.) (MM
Wretsehko, A. y.. Die Elertio
communia bei d. kirchl. Wkhlen in
Mittelalter. (Dt Zt. f. KirchenretU
11, 381-98.) [tut
Brflmieek, W- t., Beitrr. %. G.i
Eirchenrechta in d. dt. KoloniBalJ<n>-
landen. I ; Zur G. d. Kirchenpatrouit
in Oat- u.WeatprenasBu. BerL^ahl».
46 S. 1 M. 20. [ftU
Holder, K., Dm kirchl. VermOgent-
recht d. Kautona Freibarg in sciB.
bist. Entwicklg. u. hent^. Gelte
(s. '88, 433). Fortd. (Freibonf. GM
" "■'■A^y_... _. _. _ [«*!
f. Kirnhenrtobl II, I77->M.) fpC
StadlcB ■. Kil«Bi-6. a. TakUl!; kn(. t.
Or Gaaemilabs. Bd. I a. Nr. BSTe. [JW
DIttrIch, A., Znr Q. d. Sicher-
heitstmppen in Oeeterr.-Vngani.
Recht und Gericht. — Kriegswesen. — Religion nnd Kirche. •SO
(Jahrbb. d. dt. Armee etc. 118, 21
-37; 195-210.) [2244
Veltz6, A«9 Die Wiener Stadt-
guardia 1531-1741. (Sep. a.: Berr. u.
Afitt. d. Altert.-Ver. zu Wien. Bd. 36.)
Wien, Gerold. 4^ 224 S., 4 Taf.
7 M. 50. Vgl. 1901, 2464. [2245
Scheiter. K., Die Bedeutg. Böh-
mens u. Mährens in d. Knegs-G.
infolge ihr. geogr. Lage. Progr. Plan.
1901. 45 S. [2246
Rez. : Zt. f. öaterr. Gymn. 58, 878 f. Woynar.
Rieger, F., Schlachten u. Kämpfe
bei Kronstadt. (Sep. a.: „Organ d.
militär-wiss. Vereine".) Krönst., Zeid-
ner. 44 S.; 2 Taf. 80 Pf. [2247
Meister, ü., Entwickig. d. schwei-
zer. Wehrverfassgn. mit bes. Berücks.
d. eidg. Militärreglements v. 1817.
(Nenj.bl. d. Feuerwerker- Ges. in
Zürich 97.) Zürich, Fäsi & B. 4^
48 S. 3 M. [2248
Apell, T., G. d. Befesiigong d. St. Stratt-
burg B. Nr. 2o81. [2249
G^ny, J., Die Fahnen d. Strass-
burger Bürgerwehr im 17. Jh. (:= Nr.
2494.) Strassb., Heitz. 47 S.; 12 Taf.
4 M. [2250
Apell, F« T.« Die ehemal. Festung
Ziegenhain. (Zt. d. Ver. f. hess. G.
25, 192-320; Plan.) (2251
Znr Geschichte d. lippischen Kon-
tingents 1516-1867. (BU. f. lippische
Heimatkde. 1, Nr. 10.) [2252
Honig, F., Diepreuss. Feldmanöver.
(Die Woche 1901, Hft. 32-34.) [2253
Schnackenbarg, E., Offiziere bfirgerl.Her-
kuuft in d. Armee Friedrich Wilhelme I. n.
Fri< drichs d. Gr. (Jahrbb. f. d. dt. Armee eto.
115, 329-40.) [8964
Anderson, Die G. Brandenburgs
als Gamisonstadt. Ein Blatt Armee-G.
Brand., Evenius. 47 S. 50 Pf. [2266
Regimentsgeschichten: [2256
Daner, J., Bayer. lO. Inf.-Reg. Prini Lud-
wig. Bd. lY. Ingolst., Ganghofer. 1901.
Melchers, Stammliste d. Off.-Korpa d. Inf.-
Reg. ▼. Hom (ft. rhein.) Nr. 29, 1818-1901.
Trier, Jak. Lintz. 542 S. 12 M.
Fetber, Inf.-Beg. Hrzg*. Ferdinand v. Brann-
8chw. (8. westf.) Nr. 57. Auf Grund d. 1882
T. A. Baron ▼. Schimmelmann bearb. O.
Berl., Mittler. li>01, 279, 112 S. ; 15 Ktn. u.
Taf. 10 M.
Oallandl, Gren.-Reg. Kronprinz (1. oat-
preuas.) Nr. 1. 1882-1900. Ala Abaohluaa d.
2. Forts d. Beg.-G. d. Hauptmanna v. d. Oela -
nitz. Ebd. jx, 195 8.; 4 Taf. S H. 50.
Lehfeldt, Ftta.-Reg. Graf Boon (oatpreuaa.)
Nr. 38. Aufl. 2., bia auf d. Gegenw. foHgea.
T. Kiachke, ergänzt d e. Neubearb. d. G.
d. schwed. Stamm-Beg. r. Wagner. Ebd.
1901. xij, 4'.-4; 116 S. 12 H.
T. Weatorp, Feld-Art.-Beg. t, Penoker
(achles.) Nr. 6. Unrerind. Neudr. Ebd. 320;
73 8. 8 M.
Meld egg, Frhr. t., Hnaaren-Beg. Landgrf.
Frdr. U. t. Heaa. -Homburg (2. heas.) Nr. 14.
Bd. n. Lpz., Dürr. 1901. 72 8. 5 M.
Sehalk, K., Die hiat. Waffenaammlg. d.
St. Wien im Zuaammenhauge mit d. milit.
Organization d. SUdt. (Zt. f. hiat Waffenkde.
2, 247-51; S08-9.) — E. BaMermanB- Jordan,
Die Waffenaammlg. d. baier. Nation.-Muaenma
in München. Mit Nachw. t. K. Koetachau.
(Ebd. 2 3-88.) — B. Forrer. Studienmaterial
z. G. d. Mittelaltcrwaffen. (Ebd. 201-7; 262-64;
810-14.) — W. Boie, Daa mittelalterl. Wurf-
beil. (Ebd. 289-46; 855 f.) - P. 81x1, Ent-
wickig. u. Gebrauch d. Handfeuerwaffen (a.
1901, 466). Porta (Ebd. 168-70; 264-69; »16
-20.) — Dera., Zur G. d. Schieaaweaena d.
Infanterie. (Ebd. 327-37 etc.) — G. Liebe, Die
aoziale Wertung d. Artillerie. (Ebd. 146
-51.) [2257
e) Religion und Kirche.
Hanck, Kirchen-G. Dtlda. lY, 1 a. Nr.
2774. [2258
Falk 9 F. 9 Bihelstudien , Bibel-
handschrr. u. Bibeldmcke in Mainz
V. 8. Jh. bis z. Gegenw. Mainz, Kirch-
heim. 1901. 336 S. 4 M. 60 [2259
Bez.: Dt. Liti-Ztg. 1901, Nr. 50 Jak. Scliä-
fer; Cbl. f. Bibliothw. 19, 73 f.; Litt. Cbl. 1902,
Nr. 21 K. H.; Hiat. Jahrb. 28, 484 Freya.
Mttlhaapt. F., Znr 0. d. dt. Bibel-
übersetzgn. 6 : Dieüebersetzgn. bezw.
Bearbei^^. im Mittelalter bis z. Zeit
Luthers. (Rev. intemat. de th^ol. 9,
340-61.) Vgl. 1901, 906. |;2260
Lfllmanny ۥ, Das Bild d. Christen-
tums bei d. gross, dt. Idealisten; e.
Beitr. z. G. d. Christentums. Berl.,
Schwetschke & S. 1901. x, 229 S.
4 M. 80. [2261
Bez.: Theol. Litt.-Ztg. 1902, Nr. 10 Bitachl;
Hiat. Zt. 89, 806-8 Troeltoch.
Hepdingy A«, Zur Kirch. -G. v.
Grossen-Linden. (Mitt. d. oberhess.
G.-Ver. N. F. 10, 65-81.) [2262
Simmy C«9 Znr Eirch.-G. d. Amtes
Salder (s.1901, 475). Forts. (Braunschw.
Magaz. 1900, Nr. 22; 2 4 f.) [2263
Klrchengalerie^ Neue sächsische;
unter Mitwirkg. d. sächs. Geistlichen
hrsg. V. G. Buchwald (s. Nr. 466):
a) Ephorie Schneeberg. Kplt. 616 Sp.;
Taflf 8 M. b) Ephorie Zwickau. Kplt.
1008 Sp.; Taff. 12 M. c) Ephorie
Meissen. Lfg. 1-8. Sp. 1-820; TalBT.;
d) Ephorie Chemnitz. Lfg.1-2. xxjvSp.;
Sp. 1-64; Taf. k 40 Pf. [2264
Tumpachy I«, A« Podlaha u.
F. X« Krystufek, Vdzdelavoci katol.
knihovna. VI. (Gesch. d. kath. Kirche
7*
•90
Bibliographie Nr. 836&>-2318.
in Oeaterr. von Maria Theresia bis
Franz Josef I.) Prag, Kotbra. 1901.
XV, 544, 1060 S. 20 M. 80. [2265
Orienberg^r, C«. Das Stift Lindach
in Schaunberg im Pfarr- u. Gemeinde-
bezirk Hartkirchen in Oberösterreich.
Linz,Ebenhö€h.l901 . 66 S. lM.50. [2266
Atz, K. u. A. Schall, Der dt. Anteil
d. Bist. Trient. Topogr.-hist.-statist.
u. archaeol. beschrieben n. hrsg. Das
Dekanat Bozen. Lfg. 1. Bozen, Auer.
S. 1-48. 40 Pf. [2267
(vEHt^er. V., G. d. ehemal. Klosters
d. Wallfanrt u. Pfarre Senale, Unsere
liebe Frau im Walde, am Nonsberge.
(Zt.d.Ferdinandeums 45, 81-126.) [2268
Stflckelberg, £• A«. G. d. Reliquien
in d. Schweiz. (-. I v. Nr. 2470.)
Zürich, Schweiz. Ges. f. Volksde. cxyj,
324 S. 8 M. [2269
Ringholz, 0«, Kurze chronol. Über-
sicht d. G. d. fürst. Bened.-Stifles ü. L.
Fr. V. Einsiedeln. Als Ms. gedr. Einsie-
deln, 1900. 121 S. Vgl. 1901,482. [2270
Henking, K., Das Kloster Aller-
heiligen zu Schaffhausen u. andere
kirchl. Stiftgn. (Festschr. d. Kant.
Schafili. z. Bundesfeier 1901, S. 131
-75.) [2271
Schlecht, J«, Baiems Kirchen-Pro-
vinzen; e. Ueberblick üb. G. u. Be-
stand d. kath. Kirche im Kgr. Baiem.
Münch., Allg. Verl.-Ges. jx, 169 S.;
11 Taf. 3 M. [2272
Koegel, J«, G. d. St. Kajetans-
Hofkirche, d. Theatiner u. d. Kgl.
Hofstiftes in München. Gymn.-Progr.
Münch. 1901. 36 S. [2273
Schwinger. O.« St. Stephanskloster
0. S. B. in Würzburg (s. 1901, 2484).
3. Forts. (Ann. d. hist. Ver. f. Unter-
franken etc. 43, 27-84.) — Ph. E.
Ullrich, Karthanse Engelgarten (s.
1900, 2452). Tl. m. (^Ebd. 85-166.) [2274
Orfitzmacher, Kloster Hinohsu. (Bmü-
encyklop f. prot. Theol. 8, lSH-42.) [8275
Lindner, P., „Album Wiblingense".
Die Aebte u. Mönche d. Bened. -Abtei
Wiblingen, 1099-1864 (s. 1901, 2487).
Forts. (Diözesanarch. v. Schwaben 19,
107-12; 163-67. 20, 10-15; 58-90.) [2276
Stntz, U., Das Münster zu Frei-
burg i. Br. im Lichte rechtsgeschichtl.
Untersuchg. Rede. Tübing., Mohr.
1901. 36 S. 80 Pf. [2277
Pfleger, Das ehemal. Frauenkloster
Mirmelberg bei Selz. (Strassbnrg.
Diözesanbl. N. F. 3, 419-24.) [2278
8ch«lt«B, Gisi.-Klo«t«r OrmfenthAl, i. 1S«L
496. B«s.: Hist. Jahrb. n. 470f. TUla [«T»
WoUr, J., Pfiarre Contem. (PqUI
cations de la Sect. faiat. de l^Lutitut
G.-D. de Luxemb. 51, 1-4«) [22«
BroM, Q.y G^esch. d. Metropolitau-
keric van St. Catharina te Utrecht
(Archief voor de g^ch. van het aaru-
bisdom Utrecht 27, 48-60. ) — B. L
SaelÜBir» Aalten en BreedeTooH
tgdens en na de Reform. (Ebd. 1*48.
— Ders., Regnliere kanonnikeD der
Orde yan den H. AogrustinQs van h«t
kapittel Windeaheim. (Ebd. 20i-3l
— J. H. Hoftean, Over de kerk tid
Wilp op de Veluwe. (Ebd. 181-95
— Ders., Wichmond en Vierakker
(Ebd. 824-60.) — S. Maller, Xog
lets over de St. Salyatorskerk te
Utrecht. (Ebd. 287-99.) [üil
Sekontensy F. St.. Gesch. Tan b«<
voormalig klooster der anne cUren
te Antwerpen. Anvers, Kocks. 19O0
280 S. 1 fr. 60. [ü^.
Meyer, Herrn«, Bmchstficke v. M.
Oeorgius Fathschildta Burgtorfscher
Kirchen -Chronica. (Zt. d. Ges. f.
niedersächs. Kirch.-G. 6, S56-62.) [tua
DIetze, F., G. d. Klosters Lausnitx.
^itt d. geschichts- u. altert-forsck
Ver. «u Eisenberg Hfb. 17, 8-63.) f22W
Neuling, H«, Schlesiens Kirchorte
u. ihre larchl. Stiften, bis z. Ans-
gange d. Mittelalters. 2. Ausg. BresL,
Wohlfahrt. 880 S. 6 M. [2285
Dittriek, F., G. d. Katkolixismiis
in Altpreossen von 1M6 bis c. Aas-
gang d. 18. Jh. Braonsb., Haye. inj,
689 S. 6 M. Vgl. Nr. 498. [228«
Res.: Theol. Qoattalechrift 84, ^91-96 Fosk.
Drews, F.^ Evang. Kircbenknnde.
Das kirchl. Leben d. dt.-evang. Lan-
deskirchen. Tl. I : Das kirchl. Leben
d. ev.-luth. Landeskirche d. Kgr.
Sachsen. Tübing., Mohr, xyj, 410 S.
7 M. [22d7
Flfcher, S., Zar O. d. eTan«. BekkM.
I ■. Nr. 90iO. [n»
Dönges, C.y G. d. eyang. Stadt-
kirche u. Kirchengemeinde an Dillen-
burg. Festschr. Dülenb., Weidenbach.
1901. 62 S. 60 Pf. [2289
Landmann« Die Inther. G^ememden
in d. Grafschaft Mark. (Jahrb. d.
Ver. {. ev. Kirch.-G. d. Grafsch. Mark
4, 122-24.) — Nelle, Die evang. Ge-
sangbücher d. Städte Dortmund,
Essen, Soest, Lippstadt u. d. Grafsch.
B«ligior
lud Kirche. — Bildung.
•91
Mark (b. Nr, 603). Forta. (Ebd. 39
-76.) [2290
SchalU, 8. u. S. BoeUe, Beitrr.
X Q. d. 8t. Eathorinen-Eiiche u.
Gemeinde zu BraudeDbniK.Bracitenb,,
Koch. 130 S, Taf. 2 m! [3291
f) Bildung, Litteratw, Kunst.
Specht, Th., Gesch. d. ehemal.
Univeraität Dillingen (1549-1804) n.
der mit ihr varhund. Lehr- n. Er-
ziehuugB au stalten. Freib. , Herder,
xijv, 707 S. 15 M. [2292
Laidaa, K., Dl> Cnlxriltll Alldorf n
Um msdiiin Fikolttt. (Faltinhr. i. Fsiai ä.
Both, W., Zur G. d. JuriBten-
faknltat zu Mainz im 16./16. Jh. (Zt.
d. Savimiy-Sti%. f. Eechta-G. 22,
Germ. Äbtlg., 369-65.) [229*
RensenB, E.^ Documenta relat. ä
l'hiat. de l'iuu versitz de Louvain,
1425-1797 (b, Nr. 608). FortB. (Auft-
lecteB p. serv, ä I'hiBt. eccl. de la
Belg. 29, 1S9-327.) Sep. T. I. Louvain.
L'auteur. 768 S. 10 fr. [2296
Oernet, i.. t., Die im J. 1802 er-
öffnete Univ. Dorpat u. d. Wand-
lungen in ihr. Terfg. R«val, Kluge.
107 8. 2 M. 40. [2296
Sohinnann. K., Daa Scholweaen
ob der Enne bis z. Ende d. 17. Jb.
(Beitrr, z, Landeskde v. OeBten. ob
d. Enns 63 (1901), 1-297.) [2297
Lener, J., 100 Jahre Franziekaner-
gjmnaaium. Progr. d. Franz Job. Gjmn.
HalL ISOl. 20 3. [2298
Studien-StirtaDgren im Egr. Böh-
men (8. 1901, 2681). Bd. IX: 1875-79.
IV, 424 S. [2299
Lang, R., Schul-G. d. Kantona
SchaffhauBen. (Festtchr. d. Kant.
Schaffh. z. Bundeafeier 1901, S. 462
-625.)— Dera. , Seh affhauBer Gelehrte
u. Staatsmänner. (In: FestBchr. d.
Stadt Schaffh. z. Bandeaf. 1901.) [2S00
Spirkaer, B., Schul-G. Nieder-
baiema im Ziuanimeuhalt mit d.
baier. Schul-G. Kempten, EOael. 1901.
322 S 4 M. [2301
Fon«chab, B., O. d. humanist
Gymnaa. im Bened.- Stift« Metten.
Progr. Metten. 1901, 72 8. [9808
Spiringrer, F^ Zur 0, d. Aschaffen-
burger höher. tjnterrichtaweBena. I:
Das Aschaffenb. 6jmn. unter Leit^.
d. Jeauitenotdena 1620-1778. Aechaf-
fenb.Progr. 1901, 528.; 2 Pline. [2308
Weiland, Tb., Grundlinien z. G.
d. Gjmn. Offenburg. Progr. Offenb.
1901. 4°, 88 8. [2304
Wehrhan, K., öffentl. Schul-
prüfuDgun in Blomberg im 18. Jh.
{BU, f. fipp. Heimatkde. I, lOf.) [2806
Bendtorff, F. M., Die achlesw.-
hoUt. Schnlordngn, v. 16, bia z. An-
fang d. 19. Jh. Texte u. Untersuchgu.
z. G. d. Schul weseuB u. d. EatechiamuB
in Schleaw.-Holatein. (Schrr. d. Ver.
f. Bchieaw.-holBt Kirch.-G. Reihe I,
Hft.2.)Kiel,CordeB.iv,347S.6M,[2306
Laeger, 0.,LebenBBkizzen d. Letirer
d. kgl.Dom-Qfmn. zu Magdeburg. Tl, I :
1675-1700. Progr. Magdeb.,Eeiiiricha-
hofea. 4». 88 S. 1 M. 60, [2307
Abrlss, Kurzer, d. G. d. hrzgl.
Lehreraeminara zu Altenbutg; Feat-
Bchr. Altonb.. Pierer. 66 8. 1 M. [2808
Pnehta, B., Dob Schnlweaen d.
Leipziger Landgemeinden im 16. u.
17. Jh. AlaBeitr. z. e. aächa. Scbul-0.
Disa, Lpz. 1901. 112 S. [2309
Bejer, Tb-, Die ältest. Schüler d.
Neuatettmer Gjmnaa. (a. '98, B889).
6. (SchluBB-) Tl.; dazu Regiater üb.
alle Teile. Progr. Neuatett, Eckatein.
4°. 80; ivtn S. 1 M. miO
Sadkowikl, V., Dia StlfhiiiBan d.XUw
bath-STHiii. inBT«Iaa(I. lMtt,«M7). TI.IH:
»71-1718. Bn1U1wa7n111.-PlDgr.lWl. S,131
-n. [»It
SkladnT, A., Zur 0. d. Beformaten-
Bchule in Pakosch, (Zt. d. hitt. Gea.
f. d. Prov. Posen 16, 67-77.) [2812
Sehweder, 6., Scholweaen u.
Schnlveiwaltung in Alt-Riga. (Balt.
Monatwchi. 51, 64-66.) [aSia
Blnngteln, La bibliothgque mnni-
cipale de Sträabouig et aon hiatoire (a.
1902,540). Forta. (Bev. cath, d'Älaace
20, 694-700; 881-40, 81, 3-13.) [2314
Oass, J., Die Bibliothek d.PrieateT-
aeminarainStraeaburg; e, hiat.Skitse,
Straaab., LeBoui. 36 3. 60 Pf. [2316
Hajer, Herrn., Q. d. Freiburger
Gjrmnasiunubibliothek. Progr. Freib.
i. B. 1901. 4*. 23 S. [281S
Ptair, F.t Zur Q. d. Eloaterbiblio-
thek V. St. Peter auf d. Schvarzwald.
(Zt. f. G. d. Oberrh. 17, 168 f) Vgl.
1901, 668. [8817
Kersaer, A., Uitt. üb. d. Stadt-
bibliotbek. in Coehn, 160S-180>. COln,
DuMont-Schsnberg. 86 B. IH. SO. [881S
•92
Bibliographie Nr. 2319—2872
Falk, F«. Beitrr. z. Rekonstruktion
d. alten üibliotheca Faldensis u.
Bibliotheca Laureshamensis. Mit e.
Beil. : DerFuldaerHandschrr.-Katalog
a. d. 16. Jh.; neu hrsg. u. eingel. v.
C. Seh er er. (Cbl. f BiblioUiekw.
Beihfb. XXVI.) Lpz. , Harrassowitz.
112 S. 6 M. [«819
Hentwig*, Dm ält«re Bacbweten in Braun-
•cbw. ; Beitr. 8. O. d. SUdtbibliothek., • 190S,
541. Bei : Brnuntcbw. M*gu. 1901 , Nr. SS
Hack iiiW
Krieger. B«, HohenzoUem-Biblio-
theken. Die Kgl. Hausbibliothek.
[Erweit. Sonderabdr. a. : Zt. f. Bücher-
freunde.) Bielefeld, Velhagen & Kl.
28 S. 2 M. [2321
Beiträge z. Gelehrten-G. Göttin-
gens. (Festschr. z. Feier d. 160jähr.
Bestehens d. kgl. Ges. d. Wiss. zu
Götting.) Berl., Weidmann. 1901.
688 S.; 13 Taf. 20 M. [2822
Zorn, Ph.y Die Königliche Dt.
Gesellschaft zu Königsberg i.Pr. (Zorn,
Im Neuen Reich S. 296-318.) [2323
Sclierer, W., G. d. dt. Litt. Aufl. 9.
Berl , Weidmann. 1901. xij, 828 S.
10 M. [2324
Yogt, Frdr., G. d. mittelhochdt.
Litt. Stra8sb.,Trabner. 202 S. 4M 60.
— H. JellinghauB, G. d. mittel-
niederdt. Litt. Ebd. 66 S. 1 M. 60. —
J. te Winkel, G. d. niederländ. Litt.
Ebd. 102 S. 2 M. 50. [2326
(Sep. a.: Paul'i Orundr. d. genn. Pbilol.
Aufl. S.)
Merer^ B« M.^ Grundriss d. neuem
dt. Litt -G. Berl., Bondi. xv, 258 S.
6 M. [2326
Benedict^ S.^ Die Gudrunsage in
d. neuer, dt. Litt. Rostock, Warken-
tien. 119 S. 2 M. 60. (2327
Blum 9 M.y Geschichtl. Rückblick
auf d. im Grhzt. Luxemburg ersch.
Zeitgn. u. Zeitschrr. (s. 1901, 2566).
Forts. (0ns H^mecht 7, 467-62; 620-
30; 661-71; 661-78.) [2328
Eberwieiiy W.^ Zur G. d. polit.
Zeitungswesens in Göttingen. (Proto-
kolle d. Ver. f. G. Götting. Bd. H,
Hft. 4, 28-47.) [2829
Stidten I. dt. Kuntt-O. (■. Nr. 671). Hft.
Si u. S6. Vgl. Nr. S908 n. 2886. [2880
Jobsty F. u. €• & J« Leimer,
Sammig. mittelalt. Kunstwerke a.
Oesterr. 8. verb. Aufl. Wien, Keade.
Gr. fol. 48 Taf. m. Text. 27 M. [2331
Yetter, F., G. d. Kunst im Kantoi
SchaffhaoBen. (Festschr. d. Kant
Schaffh. z. Bundesfeier 1901, S. 661
-782.) — C. H. Toirlery Schaffhaiucr
Künstler. (In : Festschr. d. St. Schaffk
z. Bundesf. 1901.) [2333
Beeky B.y Kunstbesiehgn. vw.
Schwaben u. Tirol (s. '99, 2431).
Nachtrr. (DiOzesanarch. v. Sdiwaben
20, 6-10.) [2333
Neumaim, W.y 700 Jahre baltischer
Kunst. (Balt. Monatsschr. 49, 319-34;
410-32.) [2334
Hartang, M., Motive mitielalterL
Baukunst in Dtld. (s. 1901, 580). Schi.-
Lfgn. 7 & 8. ä 26 BU. k 25 M. [2336
Sehmerber, U.y Studie üb. d. dl
Schloss u. Bürgerhaus im 17. u. 18. Jh.
Mit 14 AbbUdgn. (= Hft. 36 t. Nr.
2380.) Stra8sb.,Heitz. 144 S. 6M. [2336
Raluiy J. R«y Das Fraomünster in
Zürich (s. 1901, 2674). m (= Nr. 2475).
S. 69-90; 7 Taf. 3 M. 20. 72337
Schaefer, K.^ Mauern u. Thoi«
d. alt. Nürnberg. (Die Baukunst;
hrsg. V. Borrmann & G. II, 8.) Berl,
Spemann. fol. 17S.; 6Taf. 4M. [2338
Haupt« A«, Zur Bau-G. d. Heidel-
berg. Schlosses. Keue Forschungs-
ergebnisse üb. d. Heidelb.Renaissance-
bauten. Frkf., Keller. 98 S.; 11 Tat
6 M. [2839
Schmitt, Ffe. Jak., Die Benedik-
tinerinnen-Abteikirche Sanct Maria
im Capitol in Köln. (Repert. f. Kunstv.
24, 416-26.) [2340
Meinsma, K« 0., De St. Walburgs-
kerk te Zutphen. (Oud-HoUand 19,
14-30.) [2341
Mende^Das monumentale Osterode.
Mit 8 Tafehi. (Zt. d. Harz-Ver 34,
636-43.) [2342
Peters y 0., Magdeburg u. seine
Baudenkmäler. Maffdeb., Faber'sche
Buchdr. 1901. 224 S. 7 M. 50 [2343
Kahn, R. Th«, Alt-Danzig. Cht-
rakterist. Giebelbauten u. Portale in
Danzig a. d. Zeit v. 14. bis z. 18. Jh.
Danz., Saunier. 4«. 60 Bll. Lichtdr.
in Mappe. 18 M. [2344
Bei.: Mitt. d. weitpreuas. O.-Ver. 1, 864T
O. Oünther; Altpreuu. MonatMohr. 39 ISt-St
Ehrenberg. *
Biehl^ B.. G. d. Stein- u. Holi-
plastik m Oberbaiem v. 12. bis t.
Bildung, Litteratur und Kunst. — Volksleben.
•93
Mitte d. 15. Jh. (S^. a.: Abhdlgn.
d. baier. Akad. d. Wiss.) Münch.,
Franz. 4^ 76 S.; 6 Taf. 3 M. [2346
Matthaei, A.^ Werke d. Holz-
plastik in Schleswig-Holstein bis z.
J. 1530; e. Beitr. z. Entwicklungs-G.
d. dt. Plastik. Lpz., Seemann. 1901.
1) Text. Lex. 8^ jx, 249 S. m. 1 Kte.;
2) 46 Tafeln, gr. fol. 60 M. Vgl. '99,
554. [2346
Fritz Schals: Zur mittelslterl. Holz-
plastik in ScUegw. - Holstein. (Mitt. a. d.
german. Nationalmuseum 1901, 167-71.
Langenhan^ A«, Liegnitzer plast.
Altertümer; e. Beitr. z. Kultur- u.
Kunst- G. Niederschlesiens. Liegn.,
Scholz Nachf. 79 S. ; 4 Taf. 3 M. [2347
Ebhardty B., Die dt. Burgen (s.
1901, 2580). Hft. 4. S. 146-92; 4 Taf.
12 M. 50. [2348
Bonte. B., Schloss Sonnenoerg,
Burg u. Thal. (Ann. d. Ver. f. nass.
Altertkde. 32, 190-208 ; Taf. 7-13.) [2349
Forrer, B., üned. Federzeichngn.,
Miniaturen u. Initialen d. Mittelalters.
Strassb., Schlesier & Schweikhardt.
4«. 50 Taf.; 22 S. Text. 60 M. [2350
Borrmann. B.^ Aufnahmen mittel-
alt. Wand- u. Deckenmalereien in Dtld.
(8.1900,2652). Lfg.8&9. ä,20M. [2361
Drexler, C, Tafelbilder a. d. Mu-
seum d. Stiftes Klostemeuburg; er-
läut. Text V. C. List. Wien, Schenk.
1901. fol. 38 Lichtdr.-Taf. m. 18 S.
Text. 35 M. [2362
Schönbranner u. Meder, Hand-
zeichngn. alter Meister a. d. iibertina
etc. (s. Nr. 565). VH, 1-7. ä. 3 M. [2363
SedUtzkT, W.9 Salisburgensia in
d. kaiserl. Gemäldesammlg. zu Wien.
(Mitt. d. Ges. f. Salzburg. Ldkde. 41,
21-44.) [2364
Scheibler, L« u. C. Aldenhoyen,
G. d. Kölner Malerschule (s. '97,
2401). Lfg. 4. (= Xm, 4 V. Nr. i960.)
31 Taf. 40 M. Text-Bd. 12 M. — Vgl.
Nr. 2963. [2366
Bax. M,j Ulmische Porträtmaler
d. 18. Jn. (Diözesanarch. v. Schwaben
20, 77-79.) [2366
Modern^ H.. Geweihte Schwerter
und Hüte m d. kunsthistor. Sammlgn.
d. allerhöchst. Kaiserhauses. (Jahrb.
d. kunsthist. Sammlgn. d. allerh.
Kaiserh. 22, 127-68; 3 Taf.) Lpz.,
Freytag. 1901. 16 M. [2367
Pazanrek, 0. E«, Die Gläser-
sammig. d. nordböhm. Gewerbe-Mu-
seums in Reichenberg. (Ornament,
u. kunstgewerbl. Sammelmappe. Ser.
Vn.) Lpz., Hiersemann. 30 S. ; 40 Taf.
48 M. [2368
Arendt, K., Die Sammig. antiker
Paramente u. Spitzen (dentelles), d.
Liebfrauenkirche zu Luxemburg.
(Ons H^mecht 8, 161-64.) r2369
Knebel, K.. Die Seidenstickerei
in Freiberg. (Mitt. d. Freiberg. Altert.-
Ver. 37, 13-37.) [2360
ForicliangeB, Theatergeschichtl., hrsg. ▼.
L i t z m a n n (8. '99, 68S). XVIL s. Nr. 1788. [28B1
Legband, P«, Münchener Bühne
u. Litt. d. 18. Jh. Tl. L (Oberbaier.
Arch. 61, 1-256.) [2362
Wild, P«, Über Schauspiele u.
Schaustellgn.inBegensburg. (Vhdlgn.
d. bist. Ver. v. Oberpfalz & Regensb.
63, 1-134.) [2363
Schön, Th.y G. d. Theaters in Ulm
(s. 1901, 2598V SchlusB. (Diözesan-
arch. V. Schwaben 19, 136-40; 167-70;
181-87. 20, 26-28.) [2364
Jacobs, £•, Wemigeröder Theater-
zettel. (Zt. d. Harz -Ver. 34, 121-
29.) [2365
g) Volksleben.
Biedermann, K«.Dt. Volks- u.
Kultur-G. 4. Aufl. Wiesbad., Berg-
mann. 1901. xvj, 108; 174; 268 S.
6 M. [2366
Breytif, Kaltur-a. d. Neuzeit, 8. 1901, 2602.
Bei.: Mitt. a. d. hist Litt. 80, 49-51 Martens. ;
Zukunft 10, 8 Fr. Oppenheimer; Jahrbb. f.
KationalOkon. 77, 187-41 Neubauer. [3867
Badeck, W., G. d. öfiFentl. Sitt-
Uchkeit in Dtld. (N. Tit.-Ausg.) Berl.,
Barsdorf. 447 S. 10 M. [2368
DeTens, Das dt. Ross in d. G., in
Sitte, Sang u. Sage (s. 1901, 606).
Lfg. 4. S. 117-48; 3 Taf. 8 M. [2369
Amersbach, K«, Licht- u. Nebel-
geister; e. Beitr. z. Sagen- u. Märchen-
kunde. Progr. Baden-Baden. 1901.
4«. 48 S. [2370
Liebe. 6.. Das Eecht d. Waffentragens in
Dtld. (Zt. f. bist. Waffenkde. S, 840-48.) [2871
Tetzner, F., Die Slawen in Dtld. ;
Beitrr. z. Volkskde. d. Preussen,
Littauer u. Letten, d. Masuren u.
Philipponen, d. Tschechen, Mähren
u. Sorben, Polaben u. Slowinzen,
Kaschuben u. Polen. Braunschw.,
Vieweg. xx, 618 S. 16 M. [2878
"94-
BibliogTftphie Kr. X37S— USA.
Fmihkl, F., Kultur '^^iiai.'ii ab.
Volhsleben, Sitten ■;, , -, in
K&mteii. Nebst ' : . u
im Anbg. Hit e. I'
Roae^f^er. 2. verb. Aufl. Naumbur);.
PQU. 10, 161 S. 3 M. [i3T3
Bfrkrr, Lrop., L'eb. <l. Salzbunrei
Hhu«' n Hofmurken 'Min d des t.
S«.lib. Ldkde.ll.l97-!8S;8Taf.'i(237i
HSrmanii L. t., Über tiroliach.
Tolkacborakt«! e. volki- u. sitt«n-
«üchichü, Skiite. (Zt. A. dt. u. öst«rr.
XlppDvereins 3S, 100-188 i [8376
Bäcker» J., Vod d. dt Grenzposten
Luseru im wllseheu Sfldtirol (a. 1901,
2810). FoHb ,2t d Ver. f Volk*-
kde. 11. 88-37; 169-80; 890-9«; US
-62) (8S7S
Beltrlge i. dt.Mhm. Tolkikde.
Ib. 1901, 8ei3V IV, 1: 3, Grflner,
Ueb. d. alt«8t Sitt«D u. Oebr&Dcbe
d, t^gerlandw; hrsg. v. A. John.
138 S. S M. [8877
Vnlli^ty, B., La Suisae k tnven
lei äge«; hiBt. delacivilisationdeptuB
leg t«mps preist, jnsqn'ä la fin da
18. Bi&cle. Pahd, Fiicbbacber. 166 S.
86 fr. [8878
ZUdel-Kressl?, A.,TolkBtümlicbes
aunSargana. (Srbwei?, Arch. f. Volks-
hdc 6, SD-ti.) [!»79
ZDricher, ti., Kindeilied n. Kinder-
kde. 168 S. 8 H.
Barbpck, B., Alt-Nflniberg; kal-
tur^' schiebt]. Bilder a. Nümbem
Ver^ugenheit. 13, u. 14. Scbl.-L^.
Nänib., Heerdegen - Barbeck 1901f
gr fol. i 16 Taf. m 4 8. Toit.
8 & 6 H. [3381
Reiser, ■,, S^en etc. d. Allg&ug
(8. 1901. 2620), L%. 19-81 iScblusBi).
(Bd. II, 611-764,) ä 1 M, [SSeS
Boos, B., 6. d, rhein. Städtekultur
(b. 1901, 8684), 4. (Scblaw-)Bd, 1901.
711 S.i Taff. 6 M. [2883
Efcb, Tb., HaMemarken a d. Stadt
O. d Veste Kecklinghauseji (Zt d.
Veri-iiie f Orta-o. Heiniatskde Reck-
lingh. 10. 86-88; Taf.'i [93S1
Schmidt, W., Der HaTelninke! u.
■eine Sagen. (iJ.bll. f. Magik'b 36,
819-82.) [8886
Ztuck, P., Zur Charakteriet. d.
BevClkerg. d. platten Landes im Reg,-
Bezirke d. Leipz. EreisdirektioD (b.
Kr. 699 1, SchlnM. (Mitt d. Ter. t
eSch» Volkskd« 2, 231-36) \tit*
Irobm ■ FomBHJn (KM. #s «Mt I |aM
fitiirt«, !^iilil«t*cfa« 8its«i (Miii d, «Mb.
sct, - WakHr
Obrtkwi*- (Kbd
Welakoldf K., üeb d. Bedentg-
d. HoitclstraiichB im altfenu Kahm
u. 21auberweBea. ,Zt. d, Ver f Volkt-
kde. II, 1-16.) [aw
Belnhofer. B., VolkrabergUnU
an« d Koralpeu^biet. (Zt. f. aitffr.
Volkskde. 7, S38-4S ) ISMO
Oreller, S., BlQtealese a. e. alWn.
band^cbrißl Arzneibuche. r^Sc^bwat.
Arch r Volkakd«, 6, 51-60 ') [SJSI
SkuUph. F., StemgUubeo u, Stem-
deutg. in Altertum «, NeuMit. iMitt
d schieb Ges. f Volkskde 9 Ü-
*6) [SSM
ZSckler. Hexen ü. Heienproie«
iReaJencjklQp. f. prot. TheoL f. av
36.) rj3s)
Hurnwilmla d. B(Ksiiver(o|~giiir iHi VilMl-
jjlt.^ . im. «n R«. Hi« zt«a,Bj-*
H Uiapl- 71. f. KnliBT-O ■, tltt §ud*-
l^r'v^"' " i"- «^ ''••^ o'^iTS
l.#-M Wihnniiod (aacti t IStlJ, K»;,; Ki>
d», „«.Hon, Li« .», aasf. K jQTdsD inw
Sehwelier, P., Der Heienprow«
u. »eine Anwendg in Zilrich (iürfha
Taschenb IMS. 1-63) fssM
Koppnann, K., Ans Heiea-Prö-
lesaen (Korr-Bl d, Ver. f, niedprdt
Sprachforschg, Sl, 18-29 J [SJM
Bauernhans, Dm. in OeataiT-
ÜBgam o. in sein, Grenagebieteii;
hrag, V, Öiterr, Ing. n. Architekten-
Ver. Lfg, 1, Dresden, Kohtmaan.
1901. Gr. fol, 16 Taf. II M. S6, [U>I
Banernbaus, Das, Id d Schveu;
hrsg. V Schweiz, Ing. u. Arcbitekteo-
Ve». L%. 1. Ebd. 1901. gr. ftol H Taf
10 H, 86. r83M
FuchB, E., Der Buraenländer Hof
(Mitt. d anthropol. Ges in Wien 31
576-96, - Ders , Das SzAkler Btm.
(Ebd. 834-39, r^sM
Slalm J. H., HkOf-InaobfUiaa w. Ht-
am
Volksleben. — Geaftminelte Abhandlungen und Zeitschriften. *95
Leinhaas« G« A«, Wohnräume d.
15. u. 16. Jh. Nach gleichzeitigen
Darstellgn. auf Gemälden etc. Mit
Vorwort v. J. Lessing. Berl., Was-
muth. 1901. 20 Farbentaf. mit erläut.
Verzeichn. 30 M. [2401
Lauffer, O«, Herd u. Herdceräte
in d. nümberg. Küchen d. Vorzeit
(B. Nr. 617). V. (Mitt. a. d. Germ.
Nationalmuseum 1901, 93-122.) [2402
Pelser-Berensberg. F. ¥•• Mitt.
üb. alte Trachten u. Hausrat, Wohn-
u. Lebensweise d. Saar- u. Mosel-
bevölkerg. Trier, Fr. Lintz. 4r 46 S. ;
5 Taf. 4 M. [2408
Meyer, Karl. Die Wasserversor-
mg d. Stadt Nordhausen seit alter
:eit. (Zt. d. Harz- Ver. 34, 619-34.) [2404
guni
Zeit
Majer^ Herrn«« Zur G. d. Pest im
15. u. 16. Jh. (Schau-in*8-Land 28, J,
13-22.) [2406
StrotkÖtter. G«. üeb. Siechen-
häuser in RecKlingnausen , Dorsten,
Wulfen u. Haltern. (Zt. d. Vereine
f. Orts- u. Heimatskde. Recklingh.
10, 29-36.) [2406
4. Gesammeiie Abhandlungen
und Zeitschriften,
Stadien, Hist., verOff. t. Ebering (s. Nr.
631). Hft. 89-81 ■. Nr. So08; 879ft; 8085; 8766;
8487; 272S. [2407
Stadien, Oeichiohtl., hrsg. t. A. Tille.
I, 1 K. Nr. 8851. [8408
Stadien, Leipziger, ». d. Gebiete d. O. (•.
Nr. 632). III, 8 u. Vm, 4-IX, 1. VgL Nr. 8118
u. 2156. [8409
Schönherr, D.. Gesammelte Schrr. ;
hrsg. V. Mich. Mayr (s. 1900, 2686).
Bd. n : G. u. Kultur-G. 762 S. 14 M J2410
Zorn, Vh.y Im Neuen Reich. Heden
u. Aufsätze z. preuss.-dt. Staats- u.
Rechts -G. Bonn, Cohen. 412 S.
9 M. [2411
Fruin'S) B«, verspreide geschriften
(s. Nr. 636). Aflev. 26-29. (— Bd. V,
146-426.) [2412
Zeitschrift. Histor. (s. Nr. 636).
Bd. LXXXVIII, 2-3. 8. 198-668.
(Auch LXXXTX, 1-2 erschien I) [2418
Mltteüiuigem d. InstitutB f. Osterr.
G.forschg. (s. Nr. 637). XXIIT, 1-2.
5. 1-876. [2414
Jakrbnch. Histor. (s. Nr. 639).
XXII, 4 u. XXtIT, 1 . S. 609-926 ; xli^ S.,
S. 1-246. (XXm, 2 erschienn [2416
ArchiT) Neues, d. Oes. r. ältere
dt. G.kde. (s. Nr. 640). Bd. XXVII, 2.
S. 331-663. (XXVn, 8 erschien!) [2416
Oeschiclitsblltter, Deutsche, (s.
Nr. 641). m, 3-8. S. 66-224. [2417
Bez. T. I u. H: Litt. Gbl. 1908, Nr. 88
T. Below; Nederl. ArchierenbUd 1901/2, 188-98
Joogting; t. Bd. I: Dt. Litt.-Ztg. 1902, Nr. 80
Wermiiighoff.
Korrespondenzblatt d. Gesamt-
Ver. (8. Nr. 642). XLEX, 12 -L, 1-5.
5. 196-212; 1-96. [2418
Mitteilungen a. d. German. Natio-
nalmuseiim (s. Nr. 643). 1901, S. 93
-208. — Anzeiger (s. Nr. 643a).
1901, 3-4. S. XLjx-Lxxxxij. [2419
Blätter, Prähist. (s. Nr. 644). Xm,
6. S. 81-96; Taf. 8 & 9. XIV, 1-3.
S. 1-48; Taf. 1-4. [2420
Nachriokten üb. dt. Altertumsrunde
(s. Nr. 646). XII, 4-6. S. 49-96. [2421
Qaellon u. Forschungen a. ital.
Archiven u. Bibliotheken (s. 1901,
2671). IV, 2. 8. 167-324. [2422
Jahresberichte d. G.-Wiss. (s. Nr.
646). Jg. XXni: 1900. rviq, 144, 626,
364, 279 S. 82 M. [2428
MitteilungeB a. d. hist. Litteratur
(s. Nr. 647). XXX, 1-2. S. 1-266. [2424
Jahresberielitüb. d. Erscheinungen
auf d. Geb. d. german. Philol. (s.
Nr. 648). Jg. XXIl; 1900. Abtlg. 2.
S. 161-477. [2426
Jahresbericlite f. neuere dt. Litt.-
G. (s. Nr. 649). X: 1899, Abtlg. 1-2.
161; 146 S. ä 8 M. [2426
Zeitselirift f. dt. Wortforschg. (s.
Nr. 660). Bd. II, 4. S. 277-348. [2427
Zeitsehrift f. hochdt. Mundarten
s. 1901, 2676). n, 3-6 n. III, 1-2.
. 97-378; 1-160. [2428
Korrespondenzblatt d. Ver. f.
niederdt Sprachforschg. (s. Nr. 670).
Hfb. XXI: 1899/1900. 104S. 2M. [2429
Vierteljalirsselirift f. Wappen-,
Siegel- u. Familienkde. (s. Nr. 661).
XXIX, 4 u. XXX, 1-2. S. 286-389;
1-264. [2430
Herold. Deutocher (■. Nr. 661»). ICyXTT,
Nr. 18 n. XTCXm, Nr. 1-5. S. 805-80; 1-88. [84S1
Jahrback d. k. k. herald. Ges.
„Adler»» (s. Nr. 662). N. F. XH. 186 S.;
6 Taf . 16 M. [2482
Zeitsokrlft Nnmismat (s. 1901,
2681). Bd. XXXm. xvnj, 816 S.;
21 Taf. 12 M. [2488
BeTue beige de numism. (8. 1901,
2684). Ann^e 67: 1901. 682 8.,
10 Taf. [2434
s
•96
BibUogrmphie Nr. 84^— SöOt.
MtBiblltier, Berliner «. 1901,
«685 Nr 246-266. Sp. 2927-8118.
N. F. 1902, Nr 1-4. S. 1-64. [24S6
AHseif^er^ Namismmt. <8. Nr. 666).
19U1, Nr. 1-8. S. 1-24. [2486
ZeiUckrift f. Kultor-G. s. Nr. 666i.
IX, 3 S. 137-239 [2487
Zeitoekrift d. SavignT-Stiftiuig f.
RechtÄ.-G. 8. 1901, 2689». XXD, Germ.
Abtli; uij, 466 S. 12 M. 40. [2488
MitteilsB^B d. k. u. k. Kriegs-
Archivs s. 1901, 679). 3 F., B. I. 848;
12 S : 10 Taf. 8 M. [2489
Zeitsebrift f. histor. Waffenknnde
<9. 1901, 680 Bd. II, Hfl. 6-9. S. 131
-36^. [2440
ZeiUehrift f Kirch.-G. («. Nr. 668).
XXII, 4 u. XXIII, 1. S. 487-662;
1-155. [2441
8t«41eB u. Mitteilungen a. d.
Bened - u. Cigt. -Orden (s. Nr. 669).
XXII, 4 u. XXm, 1. S. 616-692; 1-
228. [2442
OesehichUMltter d. dt. Huge-
notten-Ver. 8. Nr. 660. . XI, 2 u. 3. [2443
MitteUiuigeB d. Ges. f. dt. Er-
jdehgs- u. Schul -G. (s. Nr. 661).
Xn, 1 ^Hessen-Hft.V S. 1-92. [2444
Zeitschrift f. dt. Philol. (g. Nr.
6621 XXXm, 4 u. XXXIV, 1. S. 433
-57Ü; 1-136. [2445
Enphoriom. Zt. f. Litt.-G. (s. Nr.
664 . Bd. Mn, 3-4. S. 499-862 u.
xij S. Ergänzgshft. V. 219 S. [2446
Studien z. vergleich. Litt.-G. (s.
Nr. 666;. Bd. ü, 1-2. S. 1-264. [2447
Zeitschrift f. dt Altertum (s. Nr.
667). XLM,l/'2. S. 1-188. — Anzeiger
(8. 667 a^. XX\"m, 1 2. S. 1-176. [2448
Beiträge z. G. d. dt. Sprache u.
Litt. (8. Nr. 668). XXVH, 1. S. 1-
208. [2449
Denkmalpflege 9 Die; hrsg. v. d.
SchrifUeitung d. Centralblattes d.
Bauverwaltg. Schriftleiter: 0 Sar-
razin u. Frdr. Schnitze. Jg. I-IV,
3-6. Berl., Ernst & S. 1899 ff. [2460
Jahrbuch d. kunsthist. Sammlgn.
d. allerh. Kaiserhauses (s. 1901,2699).
Bd. XXn. 275; ij S.; 39 Taf. [2461
Jahrbuch d. kgl. preuss. Kunst-
sammlgn. (s. Nr. 672). XXm, 1-2.
Sp. j-XLvj; S. 1-162; 11 Taf. [2462
Zeitschrift d. Ver. f. Volkskde.
(8. 1901, 2701). Jg. XI. 478 S. [2453
ArckiT f. ö«teiT. 6. (s. Kr.
Bd. XC, S. S. »1-712. 8M.40. <
XCI, 1 erachien!)
MitteUu««B d. k. k.C«ntral.€
L Erforscli^. etc. d. KmiBt- n.
Denkmale a. Kr. 674). XXV
8. 179-240; 3. F. I, Nr. 1 3.8p.l-80
Beitril^ z. ötfterr. Eniehi
Schnl-G. (•. 1901, 2706». Hfl n
264 S. 8 M. 40.
Zeltadurlfl f. österr. Yolkak«
1901,2707;. VII, 3-6. S. 106-264.
Butter d. Ter. f. Ldke. ▼. X
österr. (s. Nr. 676V J^. XXXV,
S. 368-670; xxv-ixxJT.
M«BatoklAtt d. Alt«rt.-T«r. ra H
1901. f7«a>. 1901, Xr. 5 — Wv», Kr J. (
«7-»^ Bd. Vn, 1-lt.)
Beltrl^ z. Kunde steiennii
Quellen s. 1901 , 694). Jg ]
273 S. 3 M.
CarimtUa I (». Nr. SITk J
Kr. 1-2. S. 1-72.
Argo« Zt. f. knünisclie lAndi
(s. Nr. 678). IX, 810. Sp. 121-72
MitteU«Bcres d. Gern, f. Salsl
Ldkde. ^s. 1901, 2713). XLI:
286 S.; Taff.
Zeitschrift d. Ferdinandea
Tirol u. Vorarlberg (s. 1901,
3 F., Hft. XLV. 233; lxxi
12 M.
HitteUnm^es d. Ver. f. <
Deutschen in Böhmen (s Nr
XL, 2-3 S. 169^00; 17-48.
Zeitsehrift d. dt. Ver. f. G. MI
u. Schlesiens (s. Nr. 680). T
S. 1-98. 2 M.
Zeitschrift d. m&hrisch. Li
museums. Hrsg. v. d. mäb
Maseums-Ges. Bd. I, Hft. 1/2 B
Winiker. 1901. 166 S. 3 M.*
KorrespomdeBablatt d. Vc
siebenbüi^. Ldkde. (s. Nr. 681)
1-4. S. 1-60.
Anieiger f. Schweiz. G. (s, Nr.
1901, 3-4 u. 1902, 1. S 437
1-40. I
Sckriften d. schweis. Ges. f. V
kde. Pnblications de la soci^ i
des traditions popolairee.1 8.Nr 1
n 8. Nr. 2880.
ZeitsckrifL Basler, f. G. n. J
tamskde. (s. Nr. 687). L 2 S 163
Taff. [
Jahrbach, Baaler (s. 1901, 2
Jg. 1902. 292 8. ; 3 Stammta£ 4M. |
Gesammelte Abhandlungen und Zeitschriften.
•97
Argovia (s. 1900, 2678). Bd. XXIX.
xxviij, 207 S. 4 M. [2473
Taschenbuch, Zürcher (s. 1901,
2722). N.F.XX: 1902. 303 S. öM. [2474
HltUilangen d. antiquar. Oes. in ZOrioh
(b. 1901, 2723). XXV, 3 •. Nr. 2387. [2476
Geschichtsfreund, Der. Mitt. d.
hist. Ver. d. 6 Orte Luzem etc. (s.
1901, 2724). Bd. LVI. lxj, 362 S.
5 M. 60. [2476
Archiy d. hist. Ver. d. Kantons
Bern (s. 1901, 2725). XVI, 2. S. xxv
-Lv; 293-473. [2477
Geschichtsblätter, Freiburger (s.
1900, 2684). Jg. Vm. xxjv, 194 S.
3 M. 20. [2478
Blätter a. d. Walliser G. (s. 1901,
2728). Bd. n, Jg. 6: 1901. S. 386-
467. 80 Pf. [2479
M^moires et documents publ. par
la Soci^t^ d'hist. et d'ar(5iäol. de
Genfeve. N. S. V, 2. Genöve, Jullien.
1901. S. 163-688. [2480
Forschungen z. G. Baiems (s. Nr.
690). X, 1—2. S. 1-162; l*-8*. [2481
Beiträge z. baier. Kirch.-G. (s. Nr.
693). VIII, 2-4. S. 49-192. [2482
Archiv, Oberbaier. (s. '99, 2617).
Bd. LI, 1. 256 S. 4 M. 80. [2483
Oberland, Das baierische, am
Inn. Blätter f. Gebiets-G., Heimat-
u. Volkskde. Organ d. „Hist. Ver.
Rosenheim'*. Hrsg. v. L. Eid. Jg. 1, 1.
Rosenheim 1901/2. xxxij, 130 S. [2484
Verhandlungen d. hist. Ver. v.
Oberpfalz u. Regensburg (s. 1901,
2734). Bd. Lin (N. F. XLV). 389 S.;
2 Taf., Kte. 4 M. [2486
Archiv d. hist. Ver. v. ünterfranken
u. Aschaffenburg (s. 1901, 2737).
Bd. XLITI. 265 S. 4 M. 60. — Jahres-
bericht d. Ver.: 1900. 65 S. IM. [2486
Forschungen, Hohenzoll., hrsg. y
Chr. Meyer (s. 1901, 711). VII, 2.
324 S. (Vm, 1 erschien!) [2487
Diözesanarchiv v. Schwaben (s.
Nr. 702 . XIX, 10-12 u. XX, 1-6.
S. 145-92; 1-80. [2488
Fundberichte aus Schwaben (s.
1901, 2741). Jg. IX: 1901. 42 S.;
1 Taf. 1 M. 60. [2489
Blätter f. württ. Kirch.-G. (s. Nr.
705). V, 3-4. S. 97-192. [2490
Geschichtsblätter, Ludwigsburger
(8. 1900,2695). n.ll0S.;Taf.2M. [2491
Zeitschrift f. G. d. Oberrheins (s.
Nr. 708). XVn, 1-2. S. 1-400. [2492
Hlttellangen d. bad. hist. Kommiii. (i.
Nr. 708»). Nr. J4. 8. 1-40 u. 8. 1»1*-194*. (Ver-
banden mit d. Zt. f. O. d. Oberrh. XYII,
1-aO [«492»
Schau -in's- Land (s. 1901, 2748).
XXVni:1901. Halbbd.l. 88 S. [2493
Beitrige s. L»nde8- a. Volkeikde. ▼. EImsi-
Lothr. (8. Nr. 7 IS). Hft. 28 i. Nr. 2250. [2494
Mitteilungen d. Ges. f. Erhaltung
d. geschieht!. Denkmäler im Elsass
(s. 1901, 724). Bd. XX, 2. S. 359-76;
79 S.; S. 113*-28* [2496
Berue d'Alsace (s. Nr. 714).
S^rie 4, Annde 3 (T. 63), Janv.-juin.
S. 1-322. [2496
H^moires de la Soci^t^ d'arch^ol.
lorraine (s. 1901, 2753). T. LI (4 S^r.,
T. 1): 1901. 472; xxvij S. — Bul-
letin. I, 6-12 u. n, 1-5. S. 121-288;
1-120. [2497
Mitteilungen d. hist. Ver. d. Pfalz
(s. 1901, 726). Hft. XXV. 135 S.
4 M, [2498
ArchiT, Neues, f. G. d. St. Heidel-
berg u. d. rhein. Pfalz (s. 1901, 2757).
IV, 4. S. 193-275. 60 Pf. [2499
Oeschichtsblätter . Mannheimer
(s. Nr. 716). m, 1-5. Sp. 1-120. [2600
Monatsschrift d. Frankenthaler
Altert.-Ver. (s. Nr. 715). 1902, Nr. 1
-5. [2501
Annalen d. Ver. f. nass. Altertkde.
etc. (s.1901, 2761). Bd. XXXII. 220 S.;
13 Taf. — Mitteilungen (s. 1901,
2761a). Jg. 1901/2. 128 Sp. (Ann. &
Mirt.: 9 M.) [2502
Zeitschrift, Westdt., f. G. u. Kunst
(8. Nr. 718). XX, 3-4. S. 177-395; Taf.
7-21. — Korr.-Bl. XX, 10-12 u.
XXI, 1-2. Sp. 161-224; 1-82. [2603
Oeschichtsblätter, Rhein, (s. Nr.
719). VI, 8-4. S. 66-128. [2604
Annalen d. hist. Ver. f. Niederrh.
(s. Nr. 720). Hft. LXXHL 167 S. 3M.
Beihft. VI (=. Erg.-Bd. ü, 2). S. 101-
214. 1 M. 60. [2506
Zeitschrift d. bergisch. G.-Ver. (s.
Nr. 722). Bd. XXXV. 156 S. 4 M. —
Monatsschrift (s. Nr. 722a). IX,
1-6. S. 1-116. [2506
Ter5freBtllehvii9eB d. hiit. Ver. f. Geldern
u. Umgegend (i. 1901, 2772). Nr. VI i. Nr.
2089. [2507
Zeitsclirift d. Aachener G.-Ver.
(8. 1901, 2778). Bd. XXIH. 4d9 S.
6 M. [2608
Pnblications de la Section Hist.
de rinstitut G.-D. de Luzembonrg
•98
Bibliographie Nr. S50d~tö7S.
(8.1900,2725) Vol. XLVni; XLK, 2
u. LI, 1. 1900f. 281 S.; S 193-378;
1-164. [2609
Obs H^Bieckt (s. Kr. 724). Vm, 1-6.
S. 1-240. [2610
CoBipte rendu des s^ancee de la
comm. roy. dTiist. de Tacad. roy. de
Belgique (b. Nr. 726). ö. S^rie, T. XI,
4. S. xL\^j-LVlj, 421-569. — Table
wgneral: 4. S^rie, T. 1-17; r^ p.
J. Halkin & t. Poncelet. 1901.
723 S. 6 fr. [2511
ArchieTeBblad, Nederlandscn (s.
Nr. 727). 1901/2,Nr.2-3.S.6ö.l96. [2612
Analectes p. »erv. k ITiist. eccl^-
Biast. de la Belgique (b. Nr. 728).
T. XXIX (=- N. S. Xm), 2-4. 8. 129-
612. [2518
Ond-HolUiid (b. 1901, 2780). XIX,
1-4 S. 1-244. [2614
Bijdragen voor vaderl. gescn. en
oudbeidkde. (b. 1901, 2781). 4. R.
II, 2/3. 8. 95-824. 2 fl. 50. [2515
Archief voor de gesch. van bei
aartsbiBdom Utrecbt (b. 1901, 2784).
Deel XXVn. 474 8. 3 fl. 50. [2516
Handeliiigeii der Maatscbappij van
gescbied en oudbeidkunde te Uent
AnnaleB de la Soc. dabist, et d'arcbl.
de Gand (b. Nr. 730). IV, 2 u. V, 1.
8.209-395; 1-110. — Bulletijn. IX,
7-9 u. X, 1-4. 8. 235-400; 1-142. [2617
Mitteilmigeii d. oberbess. 6.-Ver.
(B. 1901, 746;. N. F. Bd. X. 188 8.
2 M. 50. — Ergänzgsbft. zu Bd. X
8. Nr. 2589. [2518
ZeitMhrifl d. Ver. f. bess. G. (b.
1901, 2789). N. F. XXV, 320 8. ; Plan.
— Mitteilungen (s. 1901, 2789a).
Jg. 1900. 96 XL xxxi^ 8. [2519
Hesseiiland (8. 1901, 746). Jg. 1900,
Nr. 20-24 u. Jg. 1901. 8. 253-820;
859 8. [2520
Teröffenillclivag d. Fal(UerO.-Yer. Fulda,
FnldMr Akiiendr. I s. 1900, 2888; U i. 1901,
966; ni 8. Nr. S590. [8691
Zeitscbrifl f. vaterl. G. u. Altert-
kde. [Westfal.J (b. 1901, 2790). Bd.
LIX. 264; 221 8. 9 M. [2522
Jahrbuch d. Ver. f. ev. Kircb.-G.
d. Grafacb. Mark (b. Nr. 734). Jg. IV.
164 8. 8 M. [2523
Zeitsehlift d. Vereine f. Orts- u.
Heimatskde. im VeBte u. Kreise Reck-
Ungbaosen (b. 1900, 740). Bd. IX u. X.
87; 106 8. [2524
Zelta^rlfl d. Ter. f. G. ▼. Soest
XL d. Börde {b. 1901, 2791). Hft XVIÜ:
1900/1901. 127 8. [2525
Blltler f. lippiache Heixnatinuid«.
Jg. I o. IL Detmold, Mejersche Hf^-
bucbdr. 4*. ä 96 S. ä 2 M. 40. [25^
Zellsehrin d. hist Ter. f. Nieder-
sachsen (s. 1901, 2796). Jg. 1901.
504 8. 6 M. [1537
Zettaehrilt d. Ges. f. nieder^kb.
Kircb.-G. (a. 1901, 761). Jg. VI 288 S.
5 M. [2638
OeteklcktftlbllUer, HannoT. (s. 5r.
788). IT, 12 u. T, 1-6. 8. 629-76;
1-240. [2529
Jahresberichte d. MoBeoms-Ter-
eins f. d. Fürsteni. LOneboiff:
18991901. Lüneb., Herold kW. 1«S
8 M. 50. [2630
Protokolle üb. d. Sitiga. d. Ter.
f. 6. Göttingens (s. 1901, 764). Bd. IL
Hft. 4: 1900/1901. 216 S. 2 M. [2631
Zeitsekrlft d. Harx-Ter. (b. 1901,
2797). Jg. XXXrV. 699 S. ; TaJBF. [2632
Wagaata, Bracmschweig (s. 1901.
755). Jg. 1900, Nr. 21-26. S. l«l-2(»;
Jg 1901. 208 S.; Jff^ 1902 (Im Anfb.
d. G.-Ter. f. d. Sagt. Bnumscbv.
brsg. y. P. Zi mm ermann), Hft. 1-6.
S. 1-60. [2533
Zeitsekrift d.Qes. f. scklesw.-hdit
G. (8. 1901, 2799). Bd TXYT 297 S
8 M. [2634
Sekriftea d. Ter. f. schlesw.-hokt
Kircb.-G. (s.Nr. 742). Beihe I (giCeB^
Publikationen), Hft. 2 s. Nr. 2306;
Reibe n (Beitrr. n. Mitt.), Bd. II,
Hft. 2. S. 145-288. 2 M. [2636
d. ProT. SMkMB (•. 1901, 2801). JLTYl • Kr
9017. JSJf
Geftokkktsklltler f. Stadt u. Land
Magdeburg (a. Nr. 746). XXXVI, 2.
S. 233-388; 2 Taf. 3 M. [2537
Xitteilnagea d. Ver. f. anbali G
XL Altertkde. (s. Nr. 747). IX, 3. S. 197
-244 u. S. 586-647 («. Register lo
Bd. Vm. 1 M. 40). [2568
Zeltsckrift d. Ver. f. tbüring. G.
u. Altertkde. (s. 1901, 2807). N. F.
Xn, 3/4. 8. 327-708. 7 M. 60. [2539
HltUIlaag«B d. gMoh.. «. aüartuMfoncb-
Ge« d. OiterlaadM («. *99^ 2669). BrKlu.-Hft I
■. Nr 1955. [SSM
MitteUaage» d. geschichts- v.
altert.-forsdi. Ver. su Eisenberg (s.
1901, 2811). Hft. 17 (Bd. m, Hft. 2)
72 S. [2541
Gesammelte Abhandlungen u. Zeitschriften. — Deutsches Altertam. *99
Hitteilungren d. Ver. f. Geschichts-
u. Alterts.kde. zu Kabla u. Roda (s.
1901, 771). VI, 1. S. 1-72. [254?
Alt-Arnstadt. Beitrr. z. Heimats-
kde. V. Arnstadt u. Umgegend. Hrsg.
V. d. Museums -Gesellschaft. Hft. I.
Arnst., E. Frotscher. 1901. 133 S.
1 M. 50. [2Ö43
Schriften d. Ver. f. Saohf.-Meixüng. O. u.
Ldkde. (s. Nr. 751). Hft. XL. i. Nr. 183?*. [2544
Archiv, Neues, f. sächs. G. (s. Nr.
754). XXni, 1/2. S, 1-192. [2545
Beiträge z. sächs. Kirch. -G. (s.
1900, 2763). Hft. XV. (Jahreshft. f.
1900 u. 1901.) 836 S. 7 M. [2646
Mitteilungen d. Ver. f. sächs.
Volkskde. (s. Nr. 765). Bd. H, Hft.
8-9. S. 225-88. [2647
Hitteilungen d. Altert.-Ver. f.
Zwickau u. Umgegend (s. 1900, 764).
Hft. VII. xjv, 147 S, 2 M. [2548
Mitteilungen d. Freiberger Altert.-
Ver. (s. 1901, 782). Hft. XXXVH:
1900. 105 S. 2 M. [2549
Mitteilungen d. Ver. f. G. Dresdens
(8. 1901, 2814). Hft. XVI. 80 S.
(= Nr. 2143.) 2 M. — Geschichts-
blätter (s, 1901, 2814a). 1901, Nr. 3-4
u. 1902, Nr. 1-2 (Bd. IH, 33-100). [2550
Magazin, Neues lausitz. (s. Nr. 759).
LXXVn, 2. S. 208-334. [2561
Forschungen z. brandenb. u. preuss.
G. (s. Nr. 761}. XIV, 2. S. 375-691;
29S. 6M. (Auch XV, 1 erschien!) [2552
Hohenzollem-Jalirbuch (s. 1901,
2819). Jg. V: 1901. 276 S., Taff.
20 M. [2563
BAvstelne s. preuu. O., hrsg. ▼. M. Bla-
in e n t h al (8. Nr. 76S). n, 1 1. Nr. S5Sa [SSM
Beltrige u. ForsehuBgeB, Urkandl., x. O.
d. preuas. Heerei (a Nr. 763). Hft. HI i. Nr.
9314. [8666
Archiy der „Brandenburgia'' (s.
1901, 2772). Bd. VE. 196 S. 3 M.
Bd. Vm. 136 S 2 M. [2556
MlttelluBgeB d. Ter. f. d. O. Berlini (s.
Nr. 765»). 190?. Nr. 1-5. S. 1—66. [8567
Jahresberioht d. bist. Ver. zu
Brandenburg (s. 1901, 786). Nr. 32/33.
140 S. 2 M. [2558
Schriften d. Ver. f. G. d. Neumark
(s. Nr. 766). Hft. XII. 218 S. ; Kte. [2659
Beitrage z. G. d. Stadt Rostock
(s. 1902, 769). m, 3. 112 S. 2 M. [2560
Studien, Baltische (s. 1901, 2828).
N. F. V. 250, xxnj S. ; 6 Taf. 6 M. [2561
Blätter f. pomm. Volkskde. (s. Nr.
772). X, 4-8. S. 49-128, [2662
Mitteilungen d. schlesisch. Ge-
sellsch. f. Volkskde. Vm, 6 u. IX, 1-4.
S. 77-94; 1-60. (2663
Zeitschrift d. bist. Ges. f. d. rrov.
Posen (s. 1901, 2826). Jg. XVI. 300 S. —
Monatsblätter (s. 1901, 2826a).
Jg. n, Nr. 4-12. S. 49-192. [2664
Monatsschrift, Altpreuss. (s. Nr.
776). XXXVm, 7-8 u. XXXIX, 1-2.
S. 601-644; 1-162. [2565
AbhABdlBBgea s. Landeakde. d. Prov.
Weetpreusf.; hng. r. d. ProT.-Kommisi. s.
Yerwaltg. d. weitpreasf.Prov.-Muieen. Hft.XI
1. Nr 1866. [8666
Mitteilungen d. westpreuss. G -Ver.
I, 1-2. Danzig S. 1-41. [2667
Oeschichtsbl&tter« Oberländische
(s. Nr. 780). Hft. m. xnj, 160 S.
8 M. 60. [2668
Monatsschrift, Baltische (s. 1900,
780}. Bd. XLVTU-Lin, 4. [2669
Beitrige z. Kunde Ehst-, Liv- u.
Kurlands (s. 1900, 782). VI, 1. S. 1-
102. 2 M. [2670
B. Quellen und Darstellnngen
nach der Folge der Begebenheiten.
1, DüLS deutsehe Altertum
bis e. öOO.
a) Germanische Urzeit und erstes Auf-
treten der Deutschen in der Geschichte.
Matthias, F., Ueb. Pytheas v.
Massilia u. d. ältest. Nachrr. von d.
Germanen. Tl. 1 u. 2. Berl. Gjmn.-
Progr. 1901 f. 90 S. [2671
Moewes, F., Bibllogr. Ueb«nicht ttb. dt.
Altertomtrande f. d. J. 1900. (Nachrr. flb. d.
Altertlande. IS, 66-74.) [9678
Hoemes, M», Deutschlands neolith.
Altertümer. (Dt. G.bll. 8, 145-52.) [2678
Bibliographie Nr. 8674—861».
flitir, 1^ Antwort »alt. Angrllt» d. Hn.
RilDscka. (Vlidlan. d. Bari. O«. t Aolbnp.
■ Ic. 1901, 4U-S1,) VgL IWl. IB». |iM4
CMBpl, L., Naove ecoperte archeo-
logicbe in Hechel nell' Anaunia.
(Archivio Trentiuo 16, 3 ff.) [2675
Pli, J. L., Oecbv pfedbietorickä
(B. 1900, 786) Bd U. 1900. 162 S.;
87 Taf. . 8 Ktn. [3676
Riehak, A., Neue pr&hiat Funde
anit Mahren. (Zt. d. dt. Vet. f. O.
Mährena a. Scbleaieni 6, 1-38.) —
Der»., Die Raase d. Creinwohoer
Mährena. (Ebd. 78-80.) [2577
MeisUr, I., Die Eiszeit u. ältere
Steinzeit im Kanton Schaffhauaen.
(Festschr. d. Kant. Schaffb. z. Bundes-
feier 1901. 8, 1-27.) — 6. WaiiBer,
1. d. TOrrOm.
Schaffb. (Ebd.
8. 29-10.) [2578
Reber, B., Recherche» arcb^ol. ä
Genäveetaui environs. üen6vel901.
217 S. [2679
Oblenachlk^r, Chronik d. archäo-
log.FundeinBaiern i.J. 1901. (Weatdt.
Zt. 20, H78-B* ) — P. Belnecke, Die
La Tfene-Funde vom Gc&berfeld in
Reicbrnhall. (Mitt. d. anthrop. Öea,
Wien 31, 310-44.) Vgl : M. y. Chlln-
gensperg, Entgeerng, (Ebd. 33. 161-
64.) — J. Kaue, Früh La Tfeue-Fibel
a. d. Oberpfalz. (Prahiat. Bll, 14, 1-8;
Taf.) ^ Eidam, Neolith, Grab b.
Unterwurmbach, Mittelfranken. (Ebd.
13. 81-88; Taf. 8.) [2580
Wunder, L., Vorgeachichtl. Denk-
miller in d. Umgegend v. Nflmberg.
Mit 17 Taf u. 7 Plänen im Texte,
(In: Festscbr. d, naturhiat. Gea. Nümb.
I. Säkularfeier d. Oea. 1901.) — 1
S. T. Forst«r, 16 Hilgelgrttber d.
Beckeraloher Nekropole, Mit Taf 18- \
32. (Ebd.) [2581
Bach, M., Fundchronik v, J. 1901,
(Fundberr. a. Schwaben 9, 2-10.) — I
Braun, Die Auagrebni. b. Thann-
heim OA, Leutkirch, (Ebd. 10-12.) — 1
A. Uedinger, Auagrabgn, t, keltisch.
Grabhügeln d, Bchwäb, Alb; Oberamt
Münsingen u, Reutlingen, (Ebd, 12- I
21.) — F. Santter, Prfthist. Grab-
hügel auf d. Bchwäb. Alb. (Prähist.
BU. 14, 17-23; 38-40; Taf 2-4.) —
B. Edelnann, Bronzezeitgefäaae v.
Ehingen, Wörttb. (Ebd. 13, 83-86;
Taf. 9.) [2682 I
SckttMavher, K.. Nene« TomaH«B
Riegel. (Scbku.in's-Laad 28 I i-
1!) [UU
BekBpr«, Comt« J., Gsui de diMe-
ment des principanx objete de bronM
Sr^roDMÜna en LorrKine. (Hänoira
a la Soc. d'archl. lomüne 61, 3»-
46; 2 Taf.) — J. B. K«ue. Du
Bnqnetage im oberen SeiUethiL
(Weatdt. Zt. 80, S27-42; Taf. 10 u.
Jahrb. d, Ges. f, lothr. G. la, 366-M,)
— H. OrosBCf Neue Versuche üb
d, Zweck d. Briquetage. (Jahrb f,
lothr, G. 13, 894-401.) — A. Tmi, Die
Briquetage-Funde im Seilletiial ii
Lothr, u. ähnliche Fände v. Halle a S.
n, im Saalethal. (Vhdlgn. d. Beri, Gea.
f, Anthrop. etc, 1901, 538-44.) [titt
I Ptkff, K.. SULdt. Aoagrabgn. in
u. um Heidelberg in d. Jaluen 189«
-1901. (Korr.-Bl. d. Gesftmt'Vei «
I 169-62 u. Korr.-BI. d. weatdt Zt SO
210-16.) (js8i
BaanaBD, K.^ Nene Fände u.
archl. Untersuchen, d. Hannheimet
Ältert-Ver, (Mannheimer ObU. 1
251-56,) [858«
HehUs, C, Das neoKth. Qrabfeld
[ V, Flombom in Rheinheaaen u. i.
Hockerfrage, (Intern, Cbl. f. Anthrop.
etc, 7. 65-70.) fä5äj
Th0BU. C. L., Dar BlnowkU aiir d, BIk-
blikopf, Hit 1 Plan. Ann. d. Tar. I. um,
nui Amrt,kd8. iwi/a, is-ta.) itm
Fnndberlcht üb. d. v. oberh«>.
O.-Ver. 1899-1901 veranstalteten
AuBgrabgn. f= Nr, 2618, Ergfinigehfl.)
Giesaen, Ricker. 124 S - 20 1*1-
3 M. ' [JMS
Tonderan, J., 2 vorgeachichtl.
„Schlackenwälle" im Fuldaer Lande.
Mit 2 Plänen, 1 Beilage n 2 Taf
(= ni V. Kr. 2621.) F3da, Fuldaer
Aktiendr. 1901. 4°. 19 8. i M. 60 [2690
Platner, C, Reate d, Torteit in
GtÖttingens Umgegend. (Protokolle
d. Ver, f. Q. Götting. Bd. IL Hft 1,
58-72,) [S591
BlaHins, W., Vorgeschichtl. Denk-
mäler zwiach. Helmat&dt, Harbke a.
Marienbom. (Featechr. b. Feier d,
70, Geburtatagea v. Rieh, Dedekind
S.223-54,) — Dera,,DiemegalitIiiacIi
Grabdenkmäler b, Neohaldensleben,
(12, Jahresber. d, Ver. f. Natnrwiw.
zu Braunachw, S. 96-168.) [2691
Deutsches Altertum.
•101
Kälber u. W&schke. Ausgrabgn.
u. prähist. Funde. (Mitt. d. Ver. f.
anhält. G. 9, 230-37; Taf.) [2693
Verwom, H*. Beitrr. z. Vbr-G.
Thüringens. (Zt. d. Ver. f. thür. G. etc.
12, 633-62; 2 Taf.) — H. Quantz,
Neue La Täne-Bronzen aus Ranis.
(Ebd. 663-68.) [2594
WIeehel, Der Wall im Oberhols b. Thräna.
(Yhdlgn. d. Berl. Oei. f. Anthrop. etc. 1901,
409-11.) Vgl. Nr. 793. [2695
Friedel« Das Eönigsgrab y. Seddin.
(In : Das Märkische Museum d. Stadt-
gemeinde Berlin v. 1874/99. Festschr.
Berl., Stankiewicz Buchdr. 1901.
S. 33-38; 6 Taf.) Vgl. Nr. 793. —
Blathy Aufdeckg. e. Hügelgrabes in
Seddin. (Denkmalpflege 2, 8. 6 f.) —
H. Schnmaiuiy Der Bronzedepotfund
V. Amimshain, Uckermark. (Nachrr.
üb. dt. Altert.funde 12, 77-80.) [2696
HF alter, üeb. Altertümer u. Aus-
grabungen in Pommern i. J. 1900.
(Balt. Studien 6, 246-60.) — H. Schu-
mann, Pommersche Depot- u. Gräber-
funde. (Ebd. 1-14; 3 Taf.)— A. Stn-
benraach, Streckentin, Kreis Greifen-
berg i. Pomm., u. seine prähist. Fund-
steUen. (Ebd. 16-28.) [2697
Dorr, R.« Die jüngste Bronzezeit
im Kreise Elbing. Progr. Elb., Meiss-
ner. 39 S.; Taf. 1 M. 60. [2698
Tischler, 0., Ostpreuss. Altertümer
a. d. Zeit d. grossen Gräberfelder
nach Christi Geburt. Hrsg. v. H.
Kemke. Königsb., Koch. 4«. 46 S.;
30 Taf. u. 30 Bl. Erklärgn. 20 M. [2699
HftVBiiiftiiB, B., Bie Steintetznngen xu
Eigster, Kirchspiel PiUistfer, Livland.
(Sitzungsberr. d. gel. estn. Oea. 1901, 22S-64;
Taf.) — Der 8., Die Stein^etsung v. Waimel.
(Ebd. 114-21.) [«600
Jaksch, A. t., Gurina u. d. Veneter.
(Carinthia I, Jg. 92, 41-60.) [2601
Haag, Ueb. d. Keltenstadt Taro-
dunum, Zarten. (Korr.-Bl. d. Gesamt-
Ver. 49, 162-64.) [2602
Forrer, Die Vor- o. Frfih-O. EIbms-
Lothringeni, i. Nr. 799. Bes.: Zt. f. O. d.
Oberrh. 17, 186-88 £. Waffner; Mitt. d. anthrop.
Ges. Wien 31, 352 f. BicUy. [260S
Soldan, W«, Niederlassung a. d.
Hallstadtzeit bei Neuhäusel im
Westerwald. (Ann. d. Ver. f. nass.
Altertkde. 32, 146-89; Taf. 3-6.) Vgl.
Nr. 801. [2604
Mneh, M«, Die Heimat d. Indo-
germanen im Lichte d. urgeschichtl.
Forschung. Berl., Costenoble. 311 8.
7 M. [2606
Bez. : Mitt. d. anthrop. Get. Wien 32, 168
-71 Penka.
Bremer, Ethnographie d. german. Stämme,
t. 1900, 2819. Bes.: Dt. Litt.-Ztg. 1902, Nr. 8
Mnch; Ans. f. dt. Altert. 28, 4-18 Gadmund
Schatte. [2606
Erckert, Wandergn. o. Siedelgn. d. german.
Summe in Mittel-Europa, ■. 1901, 846. Bes. :
Hitt. Zt. 86, 476 f. L. Erhardt. [2607
b) Einwirkungen Borns.
Imendörffer, B., Beitrr. z. Quellen-
kde, d. sechs letzt. Bücher d. Annalen
d. Tacitus. Progr. Brunn. 1901.
22 S. [2608
Schmidt, L», Zur Germama d.
Ptolemäus u. zur Frage nach d.
Wohnsitzen d. Cherusker u. Hermun-
duren. (Hist. Viertelj.schr. 6, 79-
86.) [2609
Garofalo, F. F., Note geografiche
[Itinerarium Antonini etc.]. (Anz. f.
Schweiz. G. 1901, 437-44.) [2610
Lewis, B», Roman antiquities in
South Germany. (Archaeol. Journal
68, 264-304; 3 Taf.) [2611
Kubitschek, W., Spät-röm. Ziegel
aus Niederösterreich. (Mitt. d. k. k.
Central-Comm. 27, 219 f.) — E. No-
wotny, Neue u. revid. röm. Inschrr.
(Carinthia I, Jg. 92, 1-16,)— A. Fetter,
Das Römerthor nach d. Rainberge
in Salzburg. (Mitt. d. Ges. f. Salzb.
Ldkde. 41, 1-9; Taf.) [2612
Oessner, A«, Inschriftliches aus
Vindonissa. (Anz. f. Schweiz. Altert. -
kde. N. F. 3, 116 f.) [2613
Ohlensclilager, F., Röm. Überreste
in Baiem, nach Berr., Abbildgn. u.
eigen. Anschauung geschild. Hft. 1.
Münch., Lindauer. 96 S.; 3 Etn.
Sub8kr.-Pr.4M.; Einzelpr. 6M. [2614
Walderdorff, H. Graf t., Rom.
Inschrr. i. J. 1901 in Re^ensb. auf-
gefunden. (Vhdlgn. d. hist. Ver. v.
berpfalzu Jtegensb. 63, 307-16.) [2616
Binhack, F., Römerfunde in lUetia
secunda. (Passauer Gjmn.-Progr. 1901.
S. 3-11.) [2616
SehvMftcher. K., Neues vom alten Biegel
■. Nr. 258S. — Ders., SpätrOm. hemalte Qe-
filMe ixQ Limeigebiet. (Korr.-Bl. d. Oeiamt-
Ver. 49, 19yf.) [2617
Havff a. 8lxt, Die röm. Intcbrr. u. Bild-
werke Württemberg!, i. 1901, 2864. Bes.:
Korr.-Bl. d. weitdt. Zt. 20, 195-98 Hettner. [2618
Ffaff, K. u. T. Domaszewski,
Röm. Grabdenkmäler in Heidelberg.
(Korr.-Bl. d. westdt.Zt. 21, 3-11.) [2619
RltterllB«, E., MOiuAiBd • d.
Z«it C'oDstkntinB d. Gr. to WiMbkden.
niitt 6 \n. t- nUB. Altert.kde.
1901 i, SO-M.J [scao
LiHM, Der rOmüche. in Oester- '
reich '■ IWl. SS7S) Hft. m. Hit '
ISTftf u MFigoren imTeit. ISiSp. I
9 M [itil ,
Bdi :DlJjln.-Ztf.lMn,!(t.t;T.PnKanUli.
Li MM , Der oberg«rm. - Ta«tia<;be
<a. Nr. 8I4\ Lfg. 15 n. 16. 4 M. d.
4 H. äO [868S
iBh T Lfg li; ILL
S, I T.t (S.P. I
inli. KuL
Ku( Okubn i; B., fi Tkf. (S^_« M.)^ J
4 T.f. IS^.
FftbrklnSf E., Die Entat«^. d.
rOmiscb. LimeauilAgeiiiiiDtld. Vortr.
(Sep a,; Westdt.Zt.ao,177-»l.) Trier,
Jak. Lintz, 18 S., Kt«. 80 Pf. —
DerB-, Ein Limesnroblem. Freib.,
Febsenfeld. 4». ä5 S., Taf. 1 M. —
DeTB., Zur G. d. Limesaolagen in
Baden n. WOrtUmbere. (Kon- -Bl- d.
Oe«anit-Ver- 49, I69f) — Aatkea,
Der Beginn d. Odemraldlinie un Main
n. d. neugefund. Erdkaatell Seck-
mauern. (Ebd. 169-71.) [2623
WkBBer, G.. Die BAmerbemchaft
im Santou ScbaffhauieD. (FesUchi
d. Kant Scbaffb. i. Bondeafeier 1901.
S, 41-61.) [2684
Wolff, «., Zar G. d. rtm. Okka-
pation in d. Wetterau n. im Main-
gebiet«. (Ann. d. Yei. t. nam. Altor-
tkde. 3i, 1-25; Taf. 1.) Vgl. 1901,
671 — E.RlttorlUf, HOchat a. M.,
e, rOm. Hauptwaffenplati eut Zeit d.
AugUBtUB. (Mitt. d. Ver. f. nass. Altert.-
kde. 1901/«, 46-58.) [8625
Entf p. F., 17ab. d. rtmiidhe NL*darL&i^.
tS B. Tgi. 1MI,'H7I. — 0. IWkM,
Dls BiimuTHtang t
Wormstall^ J.) Ethnogr, Forschgn.
z. 0. Nordweatdeutecb^di in d.
Remer-, Sochaen- u. Frankenzeit.
Man«ter,A8cbcadorff. 1901. 7lS, [2627
Helt«ii, W. ran, Ceber Marti
Tbincso, Alaeaiagis Bede et Fimmi-
lene (?), Tuihanti. (Beitrr, i- G. d. dt.
Sprache 27, 137-53.) [2(28
8ckMhh*T4t, C^ Die Gtotnbwi
b. EtatmoldsTentobom. (Au Heft rn
d. ,^tU> TOrmachiehU. Pefe^tägiiajH
in XiedecHMfba.") ^Hmukit. G.bll i.
1-11.) [KU
t) Autbnitmtf der iJWNtfdbc* mJ
Segrümdtmg germ<tmweker Bnctr.
»■■»ctJis f. 6^ FrammeDti i
im nnoTo codiee CMsiodoro. (Stau
■torici 7, a-b.) [KM
6ri«Bb«-^r, r.y Die BoraiMb
TSlker bei Jorduiee. (ZL f. dt. Alta-
tnn 4«, 188-«8.) [KJl
Kiner, O., Dae Tit« ised. di S
Marcello Teacoro di Di«. (Etodi ftotid
9, 889-317.) [fSS
SeguiMKt, A^ Secondo ds Tmt».
(TridentiDiun. Riviatkmeiuilediitsdi
■cientif. 8, S. 1 ff.) [*(3i
Clp«IU, C., Nota biblion. eira
l'odierna condizione dearli stadi etitia
■nl testo delle opere di Paolo Diaeraiv
Veneua 1901. Tttil
am.: V. Anhl* n. Hat. T».
CriTellnectt A-, Ad Paoli Diaeoni
hirt. Lang, m, 16. iStndi atMid 8,
266-60) — Der»., Ad Paoli Diit.
bist. Lan^. n, IS et Ven. Fort, dt
TiU Martini, lY, tt. 640-665. lEbi
899-405.) — G. Calliyuia, 3nl aisni-
ficato della parol» „romAnna-' in Paolo
Diacono. (Atti d. R. Aecad. ieüt
Bcienze di Torino S6, 283-807.) Vgl
Nr. 2708. (2e3ä
■attkMl, 6-, Die büriache Hunneo-
iase in ihr. TerUltuia ■. Amelmigeo-
a.KibetDngenBage. (Zt f. dt. AJUrtn»
46, 1-6O0 [26«
Altkof, H., Zum Wftltbaiiaa [t-
Nr. 885). ScblOHB. {Zt r. dt Philol
SS, 4S7-bC; 670f.) [WXl
NoratL F^ Bulla Icwgenda di Tw-
derico in Verona. (Beuelstitnto lirä-
bardo di scienxe e lettet& Beodiconti
Ser. 2, Vol. 31, 716-S5.J [2MS
Sehoop, Frank. OrftEer b D5r«ii
n. Elsdorf. (Korr.-Bl. d. westdt Zt
20, 188-6B.) — F. W. NoU, Da« Wnt
Graberfeld lU Eladorf b. Düren l
(Rhein. G,-bU. 5, 878-81.> [S6S9
• fBsloB* dagU lUli-
Deutsches Altertum. — Fränkische Zeit.
103
Schlttter, W., Ob. Th. Brauns
„Untersuchgn. auf d. Gebiete goto-
slavischer Beziehgn.^^ nebst e. Excurse
üb. d. Aestier (Sitzungsberr. d. gel.
estnisch. Ges. 1901, 1-42.) [2641
Pftseot, G., Brevi considerasioni lulle In-
▼asioni barbariche in lUlia di P. VUlari.
Pordenone, tip. Utt. OattL 1901. 16 S. Vgl
Nr. 8S8. [2648
Schmidt, Ldw«, G. d. Wandalen.
Lpz.,Teubner. 1901.203S. 5M. [2648
Bez. : Beil. s. AUg. Ztg. 1902, Nr.S7 Manitiui ;
Bey. Grit. 1902, Nr. 28 Monceaux.
Egger, J»j Die Barbareneinfälle in
d. Prov. Rätien u. deren Besetzg. durch
Barbaren (s. Nr. 840). Tl. ü. (Arch.
f. österr. G. 90, 321-400.) [2644
Dumoulin, H«, Le gouvemement
de Thäodoric et la domination des
Ostrogoths en Italic d' apres lesoeuvres
d'Ennodius. (Rev. bist. 78, 1-7; 241
-65. 79, 1-22.) [2645
Schütte, G., Var angleme Tyskere?
(Sonderjydske Aarboger 1900, 1-61.)
— V. H. Friedel, L'arriväe des
Saxons en Angleterre d'apr^s le texte
de Chartres et THistoria Britonum.
(Beitrr. z. roman. u. engl. Philol. Fest-
gabe f. W. Foerster S. 280-96.) [2646
d) Innere VerJuHtnisse.
Schani acher, Kultur- u. Handels-
beziehgn. d. Mittel-Rheingebietes u.
insbes. Hessens währ. d. Bronzezeit.
(Westdt. Zt. 20, 192-209, Taf. 8.) [2647
Thibault, F., L'impdt direct dans
les royaumes des Ostrogoths, des
Wisigoths et des Burgundes. (Nouv.
rev. bist, de droit fran9. et Strang.
25, 698-728. 26, 32-48.) [2648
WitticlK W,, Die Frage der Frei-
bauern; Untersuchgn. üb. d. soziale
Gliederg. d. dt. Volkes in altgerman.
u. frühkaroling. Zeit. (Sep. a.: Zt. d.
Savigny-Stiftg. f. Rechts-G. 22, Germ.
Abtlg., 245-353.) Weimar, Böhlau.
1901. 3 M. [2649
Z jcha, A., Zur Auslegung d.Titels 37
der Lex Salica „De vesÖgio minando."
(Ebd. 155-80.) [2650
B$htliiigk,0,,Sermoregis (Vhdlgn
d. kgl. Sachs. Ges. d. Wiss. zu Leipz.
53, 45 f.) Vgl. Nr. 847. [2661
Bieii]LOWSki,P.,De simulacris bar-
barorum gentium apud Romanos. Cor-
poris barbarorum prodromus. (Text
dt. u. polnisch.) Wien, Gerold. 1901.
4^ 100 S. 10 M. [2662
Bez.: Dt. Litt.-Ztg. 1902, Nr. 9 Zahn.
Schliz, Die Siedelungsform d.
Bronze- u. Hallstattzeit u. ihr Ver-
gleich mit d. Wohnanlagen anderer
prähist. Epochen; Wohnstättenstudie
a. d. Heilbronner Gegend. (Fundberr.
a. Schwaben 9, 21-36.) [2663
Kaorr. F., KlappatOhle «ui Orftbem d.
Bronxeselt. (Mitt. d. anthropoL Ver. in Schletw.-
Holiteiu Hft 14.) — CoBwents, Ueb. d.
SinfOhrg. v. Kaurii a. ▼erwandten Sohnecken-
■ohalen alt Schmuck in Weftpreufieni Vor-O.
(Mitt d. weatpr. O.-Yer. 1, 10-14.) [2654
2. Fränkische Zeit bis 918.
a) Merowingische Zeit
Molinler, A«, Les sources de Thist.
de France. 1: fipoque primitive;
Mdrovingiens et Carolingiens. (Ma-
nuels de bibliogr. bist, in.) Paris,
Picard. 1901. 288 S. 6 fr. [2656
Res.: Dt. Litt.-Ztg. 1902, Kr. 18 Holtamann.
Havek A.y Oregor r. Tonn. (Realencyklop.
f. pro! Theul. 7, 161-63.) [2666
Halphen, L«, Une th^orie r^cente
sur la chronique du Pseudo-Fr^d^-
fiire. (Rev. bist. 79, 41-66.) Vgl.
r. 861. [2667
Caro, 0^ Zu Kap. 40 der Vita S.
Fridolini. Glarus u. Säckingen. (Anz.
f. Schweiz. G. 1901, 444-49.) [2668
Lnchaire, A., Les Miracula Sancti
Dionysii et les G^sta Dagoberti.
(Bibl. de la facultä des lettres de
Paris 13, 1-8.) [2669
Criyellnccl, A», Ad Lib. Pont. eccl.
Rom. V. Zach. c. 3, 1. 16 et Cod. Car.
epp. 1 et 2. (Studi storici 10, 331
-36.) [2660
Leylson, W.« Kleine Beiträge zu
Quellen d. fränMsch. G. (N. ijrchiv
27, 331-408.) [2661
Inh.: a) 8. 9S1-66: Dai Testament Dago-
berte I. b) 8. 366-68: Zur Ghronolog. d.
•pater. Merowlnger. c) S. 868-99: Die Urkk.
d. els&is. Grafen Eberhard (f 747) a. d. Vita
Detiderii Aliegaudieniis. d) Vgl. Nr. 2673.
LeTlUain, L», Examen crit. des
chartes m^rovingiennes et caroling.
de Tabbaye de Corbie. (Mämoires et
documents publ. p. la Soci^t^ de
r^cole des chartes. V.) Paris, Picard.
xiij, 882 S. 12 fr. [2662
Zeumer. K., Die Chronologie d.
Westgotenkönige d. Reiches Toledo.
(N. Archiv 27, 409-44.) [2663
Hiitor. Vierteljahnohrift. 1902. 4. BibUographie.
8
Bibliogn^hie Nr. SSM— 1714.
., I16-7JI. (Kbd. 5
..,^.8.^01
I*, Ftpiii d(
da Hsnul. IKbd. a»o-S&] [■««&
Tkcwidard, E., Vie de Sftint Oaeo,
£v&que de Roaen (6*1-681); itnia
dliUt. m^rOTing. PariB, Lecoffre. uj,
S94 S. 6 fr. — Ders., Saint Onen,
^vSqne de Rouen; L'ordre moDastique
et le pal&iB märOTiug. (It«T. dei
qaeetdoDH hist. Tl, b-TI.) [8666
CriTellnecl, A., ät«faiii> patniio e
dncn di ߫mk, 7ST-TM. (3tadi Btorici
10, 113-35.) [8667
b) Karolingitäu Zeit.
■■■•i, £iiid« atll. tat Ih ■osnH d*
Iliiiloin CuroUDglmi*. I >, 1*00, SM. Bu.:
Omi. gel. Au. tMl, BIl-*7 Bloch. (HCa
61ard, B.. Catalogue des actes
dea lOiB d 'Aquitaine P^in I. et
P^pin n. (BibI- de Täcole des charteB
es, &10-31.) [9669
Sckelna.H» Die karolingigcheWid-
muagsinscnriA im Aach cd er Münster.
(Zt. d.Aachen. Q.-Ver,23, 403-8.) [B670
IieTilIaiD,A.,ätude Bar 1 es lettrea de
Loap de FerriäreB. (Bibl. de l'äcole dea
chartee 62,446-609.63,69-118) [2671
Krairtf A>, Lee Sermenta Caro'
lingieng de 84S k Straabourg en
roman et tudesque. Avec noav. inter-
prätations linguiet. et considärationa
ethnogr. Paria, Leroui, 1901. 160 3,
8 fr, 60. — R. Snchler, Die Mund-
art d. StrsBeburKBr Eide. (Beitrr. i.
rom. u. engl, Philol. Featgabe f. W.
Foereter S. 199-804.) [2672
B«. d. Buchoi >. ErtDt: Au f. dt. Albin.
IH, lU>f. B.udi.
LevisoD, W., Die Vision Kaiser
Karla HI. (N. Archiv 27, 899-409.) —
Dera., Zur Teit-Q. d. Vision Kaiaer
Earla m. (Ebd. 493-602.) [2673
Borchgrare, ll. Baron de, Päpin
IeBref.(Biogr.nation.l6.906-16.)[2674
NoTatI, F., Le duel de Päpin le
Bref contra le dänon. (Rev. d'hist.
etdeütt^rat.religieuaeaö, 38-41. )[2676
CrireUnccl, A., Delle Origini dello
Stato Ponteficio. (Studi atorici 10,
1-39; 289-8^9. 11, 87-86.) Vgl. '98.
2666. [2676
KIrbt, C, Pap» Hkdriu I.. 171 SB. {Bul-
•nojklop. t. prot. Thul T, 301-5.) — Sara,
I HadilH IL, Sn-Tl. (^U. M&.T.) — Dam
H*diiuiu,Mi-ae. (Kbd ■ort) — ■.Nha«,
Ongor TT^ni-M. (Kbd. Mf.) ^ Dai^
johwEB« vm. (Kbd. >, Bft»«!.) — A. rnj.
'h. HlnkBrnr w. Baini. (Kbd. t,
icfe, Efmb. Hatto I. T. Maiu,
r. 477t) — Dara., Dh »THid*
(Sbd B, MBf 1 [M71
Paris, 6., BoaceTe«ax. (Berae de
Parü. Ai]ii^l901,T.6,3S6-69.) [S678
Calaette, J., L» diplomfttie Caro-
lingienne da trutö de Terdiin L ü
mort de Charles le Chauve 843-877.
^ibl. de l'äcole de« bäatea ^tadct.
Faac. 136.) Faris, Bouillon IMI.
II, 281 S. 7 fr. [M79
SchSaherr, D., Ueb. d. Lage d.
angeblich verachüttoten BOmentadt
M^a. (Schonherr, G«Bajiiin Schir.
8. !■»*.) [S680
ChriBLK.,Egl. n. kaiaeri.ScheokgiL
in d. nachmais pfUs. Landen. (Uam-
beim.G.bU. 8, S-Q ; 67-63 ; 113-16.) [8681
Seknehhardt, C. , Atlas rorge-
BchichÜ. Befeabgnu^en in Nieder-
BachBen{a.'9*,779V Hft.VIL S.67-M:
Taf. 48-57. 6 M. Vgl. Nr. 2629. [2««
BOBiUUi, C, Zur G. d. Topogr.
Roadorfa. (Protokolle d. Ter. f. Q,
GOttingens Bd. II, Hft. 1, 8-SS.) [8681
e) Iimere VerhäitfiUae.
BakB, IHa Pnnkan «ntar d. KknllDiiK
>. IMl, »48 Bu.L ZI. f. wlH TtooL M,
488-78 OOirai; La majua-h^a la, I»»-Ml Pn»;
Zt. d. SkTlguy-BUfig. t Bsabu-O. n, Oam.
Abllg , 4U-ao Wuntnahoff; KImI Zt M,
161-8» BaSokan. [KM
Bolmi, A., Stttto e chieaa secondo
gli Bcritii polit. da Carlomaguo fino
al concordato di Worma, 800-1121.
Modena.Arch.giurid. 230S. 7L. [868ä
gekrener, fl., Uutersuchgn. i.
Verf.-Q. d. bahm. Sagenseit. (Schmol-
lera staata- n. aozialwiae. Fonclign.
XX, 4.) Lpi-, Duncker A H. iij,
108 S. S M. [2<i'S
Bai.: IH. Lm.'ZtB- lacs. Kr. 17 Uppan.
Fleker, i., UnterHnchgn. s. Erben-
folge d.oatBerm.H«chte (a. 1900,2907).
V, 1. (= Nr. 2228.) i, 324 S. 10 M.
60. [8687
Sjer, Ch., Dansk og langobardiak
Arreret. En retahiat. underBftgelBe.
Aarhua og Kflfaenhavn, Jvdsk Fodag«-
Forening. 1901. 116 S. [2688
Bai. : ZI. d. SaTlgnr-Stift«. f Baehb-0 «,
Gann Abtlg., IM-n Pappashaiiii — B«. (
Kjai, Bdichu BoUrl, ■ i»oo, «OS: KriV
Viarlali.iett. f. OaMUgabg. 48, U8-SS B.
Hertabari.
Fränkische Zeit.
•105
Crirellucci^ A», L'epistola roga-
toria nel diritto ecclesiastico longo-
bardo. (Studi storici 8, 601-7.) [2689
Bartelli.y«^ La polizia ecclesiastica
nella legislazione carolingica Roma
1899. 110 S. [2690
Bez.: Studi storici 9, 129-S8 GriTeUucoi.
Heck, Die Oemeinfreien d. karoling. Yolkt-
reohte, 8. 1901, 941. Bes.: Di. Litt.-Ztg. 1901,
Nr. 51/52 ▼. Wrettchko u. Entgegng. ▼. Heck
m. Antwort Wrettchkot ebd. 1902, Nr. 11,
sowie Beplik H.i u. W.t ebd. Nr. 22; Litt.
CbL 1901, Nr. 51/62; Göttlng. gel. An«. 1902,
92-108 Bietfchel. [2691
Moeller. E* y.y Der Homo Francus
der Ewa Cnamavorom. (Mitt. d. Inst,
f. österr. G.forschg. 23, 217-30.) [2692
Haut, A., NotA metrologioa. ün raggua-
glio milaneie del secolc IX fra lo iagero
romano ed il longobardo. (Arch. itor. lomb.
1901, Dec, 961-69.) [2698
Besse^ J. M«^ Les premiers mona-
etöres de la Gaule m^dionale. (Bey.
des qaestions bist. 71, 394-464.) [2694
OörreSy F., Der spaniscb-westgot.
Episkopat u. d. röm. Papsttum von
König Rekared d. Eatboliscben bis
Wamba, 686-680; Beitrr. z. Kirch.- u.
Kultur-G. d. Frühmittelalters. (Zt. f.
wiss. Theol. 46, 41-72.) [2696
Dedieu^ L., Colomban, l^gislateur
de la vie monastique. Th^se. Gabors,
impr. Constant. 1901. 71 S. [2696
Criyellacci^ A«^ Le chiese cattoliche
e i Longobardi ariani in Italia (s.
'98, 843). Schluss. (Studi storici 6,
93-115; 689-604.) [2697
Anthaller, F.^ Der hl. Rupert. Der
erste Bischof v. Baiem. Salzb., Dieter.
96 S. 2 M. [2698
Albers 9 B., Wann sind d. Beda-
Egbertschen Bussbücher verfasst wor-
den, und wer ist ihr Verfasser? (Arch.
f. kath. Kirchenrecht81,393-420.)r2699
Kurth, 0*9 Saint Boniface. Paris,
Lecoffre. 203 S. 2 fr. [2700
Köhler, W., Dettio u. Deorolf, die enten
von Bonifatiuf bekehrten Christen. (Mitt. d.
oberhess. G.-Ver. N. F. 10, 120-24.) [2701
Mollenhauer, K«, Die Bekehrung
d. alten Sachsen. (Braunschw. Magaz.
1901, Nr. 26 f.) [2702
Haack, Biatum Halberstadt. (Bealency-
klop. f. prot. Theol. 7, 85Sf.) — Ders., Bra-
bistum Hamborg. (Ebd. 378 f.) — K. Haarer,
Hatigar. (Ebd. S60f.) — A. Freyitedt, Der
MOnch Qottschalk. (Ebd. 89-41.) [2708
Schubert, H« r.* Ansgar u. d. An-
fänge d. schlesw. -holst. Kirch.- G. Vortr.
(Schrr.d.Ver.f.schlesw.-holst.Kirch.-G.
2. R. : Beitrr. u. Mitt. Bd. 2, 146-74.)
Sep. Kiel, Cordes. 1901. 80 Pf. [2704
Blrkie, S«, Hrabanus Maurus u.
seine Lemre v. d. Eucharistie. (Stud.
u. Mitt. a. d. Bened.- u. Cist.-Orden
23, 77-86 etc..) — Hanck, Hrabanus
Maurus. (Realencyklop. f. prot. Theol.
8, 403-9.) — W, Barger, Hrabanus
Maurus, d. Begründer d. theol. Studien
inDtld. (Katholik 82, H, 61-69.) [2706
Bloch, Herm., Geistesleben im
Elsass zur Karolingerzeit. (Sep. a.:
niustr. elsäss. Rundschau HI^ Strassb.,
Noiriel. 1901. 4^ 31 S. 3M!, [2706
Bes.: Dt. Litt.-Ztg. 1902, Nr. 2 Dfimmler;
Mitt. a. d. hitt. Litt. 80, 188-iO H. Hahn.
Bloch, Karoling. Bibliotheka-Katalog aiu
Kloiter Mnrbach, ■. Nr. 895. Bes.: Dr. Litt.-
Ztg. 1902, Nr. 16 Fr. Wiegand. [2707
Calllgaris, G., Ancora di alcune
fonti per lo studio della vita di Paolo
Diacono. (Arch stör. lomb. 1901,
Dec, 207—69.) Vgl. 1900, 2924. —
A. CriTeUncci, Di alcune questioni
relat. alla vita di Paolo Diacono.
(Studi storici 9, 3—19.) [2708
Behaghel, 0«, Der Heliand u. d.
altsächs. Genesis. Giess., Ricker. 48 S.
1 M. 60. — E. SieTerg;^ Der Heliand
u. d. altssächs. Bibeldichtg. (Real-
encyklop. f. prot. Theol. 7, 617-21.)
— H. Gering. Zur altsächs. Genesis.
(Zt. f. dt. Philol. 33, 433-37.) [2709
Belssel, 8t«, Dtlds. älteste Gottes-
häuser. (Stimmen a. Maria-Laach Ol,
36-48.) — Ders., Schätze merowing.
Könige u. Kirchen. (Ebd. 361-71;
602-16.) [2710
Wilser, L., Die Steinhildwerke d.
alt. Peterskirche in Metz u. d. dt.
Baukunst. (Mannheim. G.bU. 3, 63-66.)
Vgl. '99, 893. [2711
Mehlli, Walahttede. (Korr.-Bl. d. Oesamt-
Yer. 60, 51-64.) — Ders., Noch einmal „Walah-
■tede". (BeU. s. AUg. Ztg. 1902, Nr. 8.) [2712
Swarzenski, 6«, Die karolingische
Malerei u. Plastik in Reims. (Jahrb.
d. kgl. preuss. Kunstsammlgn. 23, 81
-100.) [2713
8ixt, 0«, Funde a. e. Reihengrab
b. Gültlingen OA. Nagold : Merowing.
Rüstung. (Fundberr. a. Schwaben 9,
38-41 ; Taf.) — H. Schumanii, Spät-
karoling. Geföss aus e. kistenartiff.
Steinpackung v. Criewen b. Schwedt
a. d. Oder. (Nachrr. f. dt. Altert.funde
12, 76-77.) — Phillppl, Die Baum-
särge V. Wiedenbrück. (Zt. f. vaterl.
G. etc. Westfal. 69, ü, 206-11.) [2714
8*
106
Bibliographie Nr. 8716—2764.
3. Zeit der sächsischen,
fränkischen und staufisehen
Kaiser, 919-1264.
a) Sächsische und fränkische Kaiser,
919-1125.
HrotsTitkae opera; rec. et emend.
Paulus de Winterfeld. (Scriptorea
rerum German. in usum scholarum.)
Berl, Weidmann. xxjv,552 S.12M.[2715
Batti, A.y n probabile itinerario
della fuga di Ariberto arciv. di Milano
da un suo autogr. ined. (Arch. stör,
lomb. 29, Vol. 17, 6-26.) [2716
Winterfeld, P. t.^ Zur Gk)tt0chalk-
frage. (N.Archiv27,609-14;563.)[2717
Pellegriniy Fonti e memorie di S.
Arialdo(B. 1901, 2969). SchlusB. (Arch.
8tor. lomb. 28, Vol. 16, 5—26. 29,
Vol. 17, 60—98.) [2718
Doebner^ B«. Aktenstücke z. G. d.
Vita Bennonis Misnensis. (Doebner,
Studien z. hildesh. G. S. 136-48.) r2719
Oamplowicz. H,^ Leben u. Schick-
sale Balduins, Bischofs v. Eruschwitz,
1066-1146. (Zt. d. bist. Ges. Posen,
16, 231-93.) Sep. Posen, Jolowicz.
1 M. 20. Vgl. 1901, 2974. [2720
Hanquet. K«, L'auteur de la chro-
nique de Saint -Hubert, du second
livre du Miracula Sancti Huberti et
du Vita Tbeoderici. R^ponse k M.
Cauchie. (Compte rendu des s^ances
de la comm. roy. d'hist. de Tacad. r.
deBelg.ll, 477-616.) Vgl.Nr.908.[2721
HOckel^ G* A.y Les po^mes sati-
riques d'Adalb^ron. (Bibl. de la facultä
des lettres de Tirniv. de Paris 13, 49
-184.) [2722
Koch, Geo.y Manegold y. Lauten-
bach u. d. Lehre von d. Volkssouve-
ränität unter Heinrich IV. (« Hft. 34
V. Nr. 2407.) Berl., Ehering. 159 S.
4 M. 40. [2723
Sickel, W,, Alberich H. u. d.
Kirchenstaat. (Mitt. d. Inst. f. österr.
G.forschg. 28, 60-126.) [2724
Kalonseky J.^ Obrana knizete
Väclava svat^ho proti smyslenk&m a
kriv^m üsudküm o jeho povaze.
(Apologie d. Fürsten Wenzels d.
Heiligen ge^. Erdichtgn. u. falsche
Beurteilg. sein. Charakters.) V Praze
1901. 144 S. [2726
Bes. : Arch. f. slav. Philol. 84, 286-88 Paatmek.
Mayer. Jok», Die KlosierpoUtik
Otto« I. I^gr. Ungar.-HnuÜMh. 1901.
17 8. [27W
Bdhser. H., Pmp«t JohannM XIX, 956-M
(Bealencyklop. f. prot. TheoL 9, MS-M.) -
Den.. Gregor V., 996-99. (Bbd. 7, Mf) -
C. MMt, 0«g«npap«t Gregor VL, 1012 (Ebd.
94.) [rt7
Mirkt, C, Papst Oregor VI., 1046-41 (B«l-
encjrklop. f. prot. TheoL 7, 94-96.) — Den,
Oegenpaptt Honorius II. (Cadalna) lOn-n,*?!
(Bbd. 8, S 1 6 f.) — D e r ■., Gregor VIL, 107»-«3.
(Bbd. 7, 96-115.) ~ Der«., Hago d. WeüM
(Bbd.8,4:tl-SS.)^Der ■., Bi^sh. Ito t. (3urtrM.
(Ebd. 9, 664-67.) ~ Ders^ Gottfried ▼. Y«b-
d6me. (Ebd. 7, 971) — Der«, Gregor TIEL,
1118-n. (Ebd. 115 f.) — 8. Sletockel, lATMti-
tor u. Inrettituretreit. (Ebd. 9, 914-18.) [Ktt
HeinemanM, O. t., Harzbarg und
Canossa. (Braunschw. Magazin 1901.
Nr. 1-2.) [2789
SftgmlUler, Die Konstantimsche
Schenkunff im Investdturstreit. (Theol
QuarUlschr. 84, 89-110.) [27S0
Daatier. A.^ La querelle de« in-
vestitures aans les äT§ch^8 de Meti,
Toul et Verdon de 1076 au Concordit
de Worms 1122. (Ann. de PEst 16,
86-100.) [2751
Hagenmeyer, H., Chronologie de
la premiöre croisade, 1094-1100 (i
1901, 974). SchlusB. (Rev. de TOrient
latin 8, 818-82.) Sep. (a. T. 6-8);
Paris, Leroux. 844 S. [2732
h) Staufische Zeit, 1125-1254.
Kehr^ K. A.^ Ergänzgn. zu Falco
v.Benevent.(N. Archiv 27, 446-72.) [2733
Botteghiy L* A.^ Bemardo Maran-
gone ancora Tautore degli Aimali
Pisani? (Studi storici 7, 167-70.) [2734
Schlffinann, K., Zur Garstner 6e-
schichtschreihff. (Mitt. d. Insi f.
österr. G.forschg. 23, 290-98.) [2735
Holder -Egger 9 0., Zur Doppcl-
chronik V. Reggio. (Nachrr. d. Gott.
Ges. d. Wiss. 1901, 272-306.) [2736
Meister, Die Fragmente der Libri YIlI
Miracnlomm d. Caeiariut r. Ueitter-
baoh, 1. Nr. 9S8. Bes.: Ann. d. bist. Ter. t
d. Mederrh. 79, 157-(>S Hdffer; Utt. CbL 1901,
Nr. 61/52.; Dt. Litt.-Ztg. 1902, Nr. 18 8 M.
Deutiob. — A. Poncelet, Kote rar Im
libri VIII Miraoolorom de C. de H. (Ane-
lecta BoUand. 81, 45-52.) [i7S7
Sehonbftcli, A. E., Ueber Caetariiu ▼.
Heiaterbaoh. L (Schönbaob, Studien s. Sr-
a&hluDgslitt d. Mittelalten. Tl. lY.) Sep. a:
Sitzongiberr. d.Wien. Akad. Wien. Onold.
93 S. 2 M. 20. [S788
Egldi. F., Le chroniche di Yiterbo
scritte aa frate Francesco d' Andrea
Zeit der sächsischen, fränkischen und staufischen Kaiser. *107
(b. Nr. 923). Schluss. (Arch. d. SocieiÄ
Romana di storia patria 24, 299
-371.) [2739
Enckel'g, J«nieB, Ffirstenbuch , hrsg. r.
Ph. Strauch, i. 1901, 2995. Bes.: Hiat. Zt.
88, 296-SOO Loserth; Hist. ViertelJ sehr. 5, 96
-114 A. E. Schönbaoh; Zt. f. dt. PhUol. 38,
505-8 Rosenhagen; Mitt. a. d. hiit. Litt. 80,
147-60 nwof. [2740
StochoTe. H. ۥ) B^gestes de
Thierri d'Alsace, comte de Flandre.
(Annales de la Soc. dliist. et d^archl.
de Gand 4, 209-824.) Ä^'^^^
RegistreSy Les, de Gr^goire IX, ed.
L. Anvray (s. 1900, 957). Pasc. 7.
(Biblioth. des ^coles fran9. d* Äthanes
et de Rome. 2. Sär. IX, 7.) T. n,
Col. 225-684. 13 fr. 60. [2742
Krenzer. O*. Regesten d. bam-
berger Bischofs Heinrich I. v. Bilvers-
heim, 1242-1267. Progr. Schweinfart,
Stoer. 44 S. 1 M. [2743
Panzer 9 F., Erzbisch. Albero y.
Trier u. d. dt. Spiehnannsepen. (Germ.
Abhdlgn. Herrn. Paul z. 17. Möxz 1902
dargebr. S. 303-32.) [2744
Bigoniy G.^ üna fönte per la storia
del regno di Sicilia: II Carmen di
Pietro da Eboli. Genova, Pagano.
1901. 73 S. [2746
Bes.: N. Archiv 27, 657 f. u. Dt. Litt-Ztg.
1902, Nr. 11 K. A. Kehr.
Althof, H., üeb. d. Verhältnis d.
mittelniederdt. Uebersetzg. d. Lippi-
floriums zu d. verschied. Lesarten d.
Originaldichtg. (Zt. f. dt. Philol. 84,
1-13.) Vgl. Nr. 928. [2746
airbt, C, Papst Honorlas IL, 1124-80.
(Bealencyklop. f. prot. TheoL 8, 816-18.) ~
Ders., Innocenz D., 1180-48. (Ebd. 9, 108-10.)
— Ders., Hadrian lY., 1164-6^». (Ebd. 7, 888
-40. — Ders., Innocenx in., 1198-1216. (Ebd.
112-22.) — Ders., Oregor IX., 1227-41. (Ebd.
7, 117-21.) — Hans SehvU, Honorlas HL,
1216-27 (Ebd. 8, 818-28.) — Ders., Inno-
cenz lY., 1248-54. (Ebd. 9, 122-80.) [2747
Güterbock, F., Ancora Le^ano;
osservazioni critiche. Milano, Hoepli.
1901. 32 S., 2 Taf. [2748
Krabbo, H., Otto's IV. erste Ver-
sprechgn. an Innocenz HI. (N. Archiv
27, 615-23.) [2749
Scheffer-Bolchorst. P., Die Er-
hebung Wilhelms v. Batix z. EOnige
d. Arelats. (Sitzungsberr. d. Berl.
Akad. 1901, 1282-54.) Sep. Berl.,
Reimer. 1 M. [2750
Paolncel^ G.« La giovinezza di
Federico H. di Svevia e i prodromi
j
della sua lotta col Papato. Palermo
1901. 4«. 56 S. [2761
Chone, Handelsbesiehgn. Kaiser Fried-
richs II. XU d. Seestädten Venedig etc. ■.
Nr. 2766. [2752
Teza, E.y Federico H. e i Vene-
ziani. (Aus: Atti e Memorie d. R.
Accademia di Padova.) Padova,Randi.
1901. 14 S. [2768
PoUacci, N. F., La feudaLitä.
Federico H. svevo e i comuni siciliani.
In: Atti d. R. accad. di scienze etc.
i Palermo. 3. Ser., Vol. V.) [2764
Weber, HabS) Kampf swlsch. Innocenz IV.
n. Kaiser Friedrich n. bis sur Flucht d.
Papstes nach Lyon, s. 1901, 990. (82 8. erach.
als Berl. Diss. 19u0.) Bez.: Ber. internal de
th6olog. 9, 614-17 Schirmer; Mitt. a. d. hist.
Litt. 80, 150-56 (auch T. 1901, 8006, Fehling)
Pflflger; Hist. Jahrb. 28, 171 f. (auch r. Buche
Fehlings) Wurm. [2756
Aldis ger. Die Neubesetzg. d. dt. Bistümer
unter Papst Innocenz IV. 1248-54, a. 19ü2,
988. Bez.: Litter. Bundschau 1901, Nr. 8
Oottlob. [2766
Fratl^ L*^ La prigionia del re £nzo
a Bologna, con append. di documenti.
(Biblioteca stör. Bolognese Nr. 6.) Bo-
logna, Zanichelli. 161 S. 3 L. [2767
Uwof, F.^ Steiermark u. d. Ereuz-
züge. (Mitt. d. hist. Ver. f. Steierm.
49, 3-52.) [2768
Lemmeng. L.^ Zur Biogr. d. heil.
Elisabeth, Landgr&fin v. Thüring.
(Mitt d. hist. Ver. d. Diözese Fulda
4, 1-24.) [2769
Budloffy G. Mecklenburgs vom Tode
Niclots bis zur Schlacht b. Bomhöved
Zeit d. Christianisiere, u. G^rmani-
sierg. (= Nr. 2122.) Berl., Süsserott.
1901. 179 S. 3 M. [2760
c) Innere Verhaltniase.
Bllderbandschrift, Die Dresdner,
d. Sachsenspiegels; hrsff. v. K. v.
Amira. (Schrr. d. s&chs. Kommiss. f.
G.) Bd. I: Fksm. d. Handschrift in
1 84 Lichdr .-Taf . nebst 6 Taf. in Farben-
dr, u. 3 Ergänzungstaf. in Autotjp.,
sowie e. Einleitg. v. Hrsff. Hälfte 1.
Lpz., Hiersemann. gr. Fol. 90 Licht-
dr.-, 3 farb.u.2Autot]^.-Taf. 90M.[2761
CarO) 0*9 Zum 1. Strassburger
Stadtrecht. (Hist. Viertel^j.schr. 6,
280 f.) [2762
ToltellBiy Sfidtiroler Notariata-ImbreTia-
tnren d. 18. Jh., s. Kr. 940. Bes.: OOtt. gel.
Ana. 1902, 219-88 PnntMhari. [2768
SolalyStttto e ofaieM800-llS2a Jfr.S686. [1764
Bibliogntphie Nr. 1766— SSll.
RletMkel, S., Die Eutstebg. d.
freien Erbleihe. (Zt. d. S^vigiiT-Stiftg.
f. Rechta-G. 32, Geim. AbtIg., lBl-241;
466f.) [2T6Ö
Cbone, H.. Die Handetabeiiehgn.
E&iser Friedncbs tl. zu d. SeeitKdten
Venedig, Pia» u. Ganaa. (— Hft. 82
1. Nr. 2407.) Berl., Ebering, 135 S.
S M. 60. [2766
Lh, UsKTinDligii. m. BMlsdalgt.- D. Win-
MlufU^.d IhUI. OlUrluid», ■ Nr.su. Ru.;
N.Arch f. ilohl. O. H, tM-H KaUKtUs. [i^e^
Ferlback, %., Zar G. d. älteaten
QroaBgmndbeaitz es im Deutsche rdena-
lande PreuMSD. Dietrich v. Dypenow
Q. Dietrich Stange. (Altpreuu. Mo-
natsBchr. 3», 78-124.) [276B
Odonls abbatia Cluniaceneia Occn-
patio ; primuni ed. Ä.
(Bibt. Teabaeriana.) Lipa., Teubner,
UV, IJl S. 4 M.
.: Hllt. ZL
1900.
[2769
Dilmmler, E., Daa Glanbenabe-
ifummier, e», uaa uiaouenuutt-
kenntnia d. Schulmeiaters Rikkariua.
(N. Archiv 27, 608-8.) [2770
EffHiau, W., Frahinittelalt«rl. In-
acbriftateine zu Dottendorf. (Zt. f.
Christi. Sonst 11, 321-38.) [2771
Schlffkiau, K.j Nene Piedigt-
handschrr. (Zt. f. dt. Philol. 84, 137
-au [2772
BtetBCk, E. aeues Dokument i.
attele&as. Liturgie. (Straaaburg. Dio-
zeaanbl. N. F. S, 350f.) [2773
Hmnek,A.,Eirchen-G.DtldB. Tl.TV:
Die HoheuBtaufenzeit. H&lftel. Lpz.,
Hinriche. «6 8. 7 H. [2774
■*r«r, KloiMr]»1]Uk OtlD)I.iNr.tIl«.[tn&
Avrellug, E., Adalbert, ärkebiskop
af Hamburg- Bremen. (Ejrkohiat. ak-
krifl 1, 206-24.) [8776
HilUng, N., Die biachoa. Bann-
gewalt, der Archipreabyterat u. d.
Archidiakonat in d. a&clu. BiatOmem
(B. 1901, S02»). Porta. (Arch. f. katk.
Kirchenrecht 81, S. 86-112.) [2777
ESeklcT, Hdbo t. St Vlcrtoi. (Ktiluuj-
klap. t. piot.Thaol.8,4ie-45.)— B.tMWtnLu,
Dia heUlga Htdvlg. (Sbd. 7, BIT-IB.J [1778
in, J. F., Das Verhältnia
7. Stricke« Karl zum Bolandalied d,
Pfaffen Koniad m. Berückaicht. dea
Chanaon de Boland. Wien, Pichler.
882 S. 15 M. [8779
Halt«, KlDguB d. PuilTaL •. Itno, MM.
(UubiiTger Diu. IBM.) Bu.t Aroh. f.d etad.
d. BaBeran Spraahtn 101, IS1-45 BOWishar. —
M. Uarer, Dia Vomda d. PanlnL Zt t
dL AiurL 4«, iTS-ai.) itnt
Nmbsii^ }. M,, Bjjdisge tot de
beoordeehug *mi den WUlehalni.
Groning. DisB. Delft, Boomuu. 1901.
118 S, [2781
Panzer, F., Zum Heier Helmbreebl
(Beitrr. x. O. d, dt. SpiBche n. Litt
27, 88-112.) [S78t
Uederhänisehrift, Die Jenaer
Bd. I: Getreuer Abdr. d. Textet; bt-
■gt V. O. Holi Bd. U: Deber-
Rhytmik n. Helodik; beaib.
rnoutli Q. F. Saran. Lpt.,
Rinchfeld. 1901. gr. f. 240; lOOS.
S6 M. — F. Saran, Zu d. LiedeiL
d. Jenaer Eandachi. (Beitrr. i. G. d
dt. Sprache etc. 87, lSl-99.) [27M
B«.: Moutatifta. f Mulk-G. 14, «1-86
Tofalalli Litt. Cbl. IM«, Nr. 11.
Bmr4«k, Tklihar T. d Vogilvsida, i. IMI,
>U. Bsi.:Zt.f.Kultnr-qj,»S-lGt.wiaii.(nH
Baran, F., Zu Walther B4, SO n.
18, 1-28 (Beitrr. i. Q. d. dt. Sprache
etc. 37, 199-204.) — J. LubmI,
Walthera Heimat (a. '97, 964). SchlaM.
(BIl. d. Ver, f. Ldkde. v. Niederöaten,
86, 439-63.) — D. SekSnkerr, Beitr.
z. Frage d. Heimat Walthers; Du
Urbar Sigmunds v. GuSdaon. (SchOn-
herr, Geaamm. Schir. 2, 690f.) [278i
Sckatz, J., Der angebl. Leutold
V. Sähen. (Zt. d. Ferdinandenmi ti,
I75f.)— Dera., HartmuuiT.StarkeD-
berg. (Ebd. 177-81.) — Dera., Ein
Stamser BruchatQck v. Pleiera Qarel.
(Ebd. 193-318.) [3786
Weber, F., Hinau - PaoUnieUt-
ThalbOrgel. (Zt. d. Ter. f. thOnng.
G. etc. 12, 621-32.) [2787
doUaehniMt, A., Stndien z. G. d.
sAcha. Skulptur in d. Übergangszeit
vom roman. zum gothisch. StU. (Ei-
weit, Sonderabdr. a. d. Jahrb. d. kgl.
Die Freiberger Goldene Pforte. (J^ub.
d. kgl. preuBB. Ennatsammlgn. 23,
80-88.) [2788
8waru>*kl, Dia Ba^aiubiiTgar D irrhmr^***^
d. 10 a. 11 nL, i. IMl, SOU. B«.: Hlit-
pollt. BU. 118, e»-«M XDdm; St. Utt.-Zl(.
IWl, Nr.ll Ooldadhinldli atlBmoi «..Iful»-
liMMBh 91, tll-lt BaliHli Rapatt. f. KnBlrlw.
»5, ll»-i7 Tö«B. [IT»
Sanerland, H. t., Der Paaltei
Egberts V. Tnei, Codex Gertrudianos
in Cividale; hiat.-krit, Ünternehs.
Eunstgescbichtl. Untersuchg. v. X.
HaBeloff. (Featschr. d. Gea. f.ndtiL
Zeitd. a&clu.,fi^Dk.ii.8taaf. Kaiser. — TomlnterTegnambMznTBeformftt. *109
Fonchgn. zu Trier sur Feier ihree
lOOjUu. BeateheaB.) Trier, Selbat-
verl.d.Gea. luOl. i°. S12S.,S2Licbt-
drucktaf. 75 M. [2790
Rai : auminan ■. Mkrlk-Lkuh ftl, GM-u
BelMel; Korr-r ~ — " "
Dt. Litt -ZtR. 1
boldichmldtiLln!
14, 46:
OraDTen, n., um a uimi». mtnu-
Bchrr. d. MichaeliskloBterB in Lüne-
burg. (Zt. d. bist. Ver. f. Nieder-
Bache. 1901, 276-818.) [3791
Kraus, F. X., Die W&ndgem&lde
d. St. SjlveBterkMtelle ta Qoldbacb
am Bodenaee. Hflnch., Bruckmuin.
gr. Pol, 21 S., 12 Taf. Sa M. [3788
Knnie, J., Zar Konde d. dt. Pri-
vatlebens in d. Zeit d. satiscb. Kaiser.
(= Hfl TfXTt T. Nr. 2407.) Berl.,
Eberiug. 126 8, 8 H. 60. [3793
Bsz DI Litt -Ztg. IMH, Nr. 1« 11. H«rne ;
Lllt. CM. IWM, Nr. M A. StI.; Htll. Zt. 89,
Weiahold, K., Ein bochdt. Aogen-
segen in e. Cambridger Handacbrift
d, la. Jh. (Zt. d. Ver. f. Voltskde.
11, 79-82; 226.) [279*
Granert, H., Eonrads v. Megen-
ber^ Chronik u. sein Planctus 6c-
clesiae in Qermaniam, (Hiat. Jahrb.
22, Ö31-B7.) — Fb. Schneider, Der
Traktat Konrade v, Me^enberg „De
limitibua parochianun ciritatiB Ratia-
bonnensia" in e. Begenaburg. Ferga-
mentcodei v.ItOO.(Ebd.609-fi30.)[2796
Beglstrefl, Lea, d' Alexandre IV;
recueil des ItnUes de ce pape, publ.
p. C. Bonrel de la Roneifere et
J de Lo;e et A. Conlon. Faac.4.
T. I. 853-4S8. ^ibl. des äcoles franc.
d'AthfenesetdeBome. 8.B6rie,T.XIV,
4.) Paris, Fontemoing, lOfr.SG. [S796
8t«b«rt, B., S sniiadr. Qaniradiir Orlgliul-
Crkk. ■. d. Jihnn llftS, 131t o. ISM. (Hltt.
d. V«. t. utuit. a. 9, 100-wi.) [im
S4!hnlte, A., Ein Brief d. Stadt
Bologna an KOnig Radolf t. J. 1839.
(Uitt. d. Inst. f. Oaterr. O. 28, 169
■620 [8788
Urkanden n. Regeatan z. Q. d.
Rbeiulande a. d. Vatikan. Arcbire;
geaamm. n. t>earb. v. H. V. Saner-
land. Bd. U: 1294-1S26. (— XXXIII
T. Nr. i960,) Bonn, Hanatein. ii,
491 S. 14 M. [2799
lmil«eta tncatlieada, Titiku. Akt»
E. H>nTlil*r, 1. IMl, MI». Bu.: Zl. f.'o!
d. Obirrh. 1t, 47t-TB KbIht: AUg. Utl.bL
IWI, Nr. tl Lug; Ann. da l'Eil 1t, Itt-TS
Pdilai; Jfthrb. d. Oei. r. lothr. Q. u, »C-M
BftDHtland. [ISOO
Llmbnrg'Stlruni, Th. de, Cartn-
laire de Louia de Male, comte de
Flandre. Decretea van den grave
Lodewjck vanFlaenderen, 1348 ä 1358
(8.1900,1029). T.n. 1901. 4°, 648 8.
80 fr. [2801
«Oll, J., E. Ottokani v. Böhmen
8. Kreoizug. (Hitt, d. Inst. f. Ost^rr.
Gfortchg. 2«, 2S1-89.)
Itknh, A.
, ü«b
T.PUUI
V^ r„?"*'
nnter König Weniel II. Tl. 1. Hal-
lenser Dias. 1901. 83 8. (2805
NliBalar, CaUmotign. nb. d. BaalahgiL
Albrsalili I. la BonIfU TUL, >. 1801, UM».
Bu : KItl. >. d. hlit. Lttt. SO, <lt Altmann:
K!*. itot, 11^ 18, Wil. ClpoÜi. [taot
Frls, T., La bataille de Courtrai.
^ep. a.: Ann, de la Soc. dliiat. et
d'archl. de Gand 6, 18-60; 8 Taf.)
Gand, Vnylsteke. 1901. 76 ct. —
Dera., Les Flamanda äla bat^e de
Courtrai. Ebd. 1901. 88S. 75 ct. —
Tk. Sevens, De alag van Eortrijk in
1S08. N.Terbet.nitg. Oand&Auvers,
De nederl. boekhandel. 96 8.; Taf.
75 cts. [2807
Schrohe.H., Der Kampf der Gegen-
kOnige Ludwig n. Friedrich nm d.
Reich bis zur Entscheidungsschlacht
bei UObldorf. Nebat Exkursen z.
ReichB-0.d.JahreI2»2-1822.(— Hft.89
*. Nr. 2407.) Berl., Ehering, ^t,
296 S. 8 M. [2808
T*|t, Balebipolltlk d. SnUnhofi Bkldnln
>. Trlar IStS ISU, »^ IMl, Mtt. B«.: Korr.-
Bl.d.«Mtdt.Zt 1«01,Nt. I/I SuaTland. [isn
rflngh-HuttUBg, J. T., DieWahl d.
letit. käiHrl.GegenpapstesNikolanBT.
1828. (Zt.f.Kir[£.-G.22,666-e&.) [8810
Fillpptoi, F., La riconquiata dello
■tato della chiesa per opera di Egidio
Albonu», 186S-67. (Stndi Btonci 6,
169-21S; 848-87. 7, 4S1-U6. 8, 296
-846; 46^W.) [8811
110
Bibliographie Nr. 8812— 8864.
iMrheiB, 1., Bin« Doppelwahl f. d. Wflrs-
barR. BischofMtnhl i. J. ISU. Ergänxg. (Arob.
d. hiit. Ter. ▼ Unt«rfranken etc. 49, SÖSf)
Vgl. 1901, »067. [«81«
Wagner. P., Die Erwerbg. d. Her-
bomer Mark durch d. Grafen v. Nassau.
(Ann. d. Ver. f. nass. Altertkde. 32,
26-44.) [2813
Wirts, L., Ansprache Hartmndi r. Cron-
berg an d. Erb« d. Brflder Heinrich u. Philipp
T leenborg. (Mitt. d. Ter. f. na««. Altert.kde.
1901/», 114-17) {ixU
Esch. Th., Der Kampf d. Kölner
u. Märkischen um Stadt u. Vest Reck-
linghausen im 14. Jh. u. d. Prozession
durch die Romstrasse zu Recklingh.
(Zt. d. Vereine f. Orts- u. Heimatskde.
Recklingsh. 9, 1-15.) [2815
Wenck, K., Elisabeth v. Thüringen
1306-1367, d. Gemahlin Landgnifs
Heinrichs 11. v. Hessen u. d. Beziengn.
zwisch. Thüringen u. Hessen 1318
-1836. (Zt. d. Ver. f. hess. G. 26.
163-91.) [2816
Marx. J«y Otto v. Rietberg, Bischof
V. Paderborn, 1279-1307. (Zt. f. vaterl.
G. etc. Westfal. 69, ü, 3-92.) ["2817
Weerth, Wie d. Grafschaft Schwa-
lenberg an Lippe kam. (Bll. f. lippische
Heimatkde. I, Nr. 2.) [2818
b) Von Wenzel bis zur Beformatian,
1378--1517.
Gobelinu« PeraoB, Co«midromlu8 etc., hrsg.
T. Jansen, s. 1901, S074. Bes.: Hiit. Vier-
telj.schr. 4, 411-13 Hans KAi««r; Zt. f. kath.
Theol. «5, S04-6 Paolo«; Litter. Rondaohao
1901, Nr. 5 Warm. — M. Jansen, Das To-
desjahr d. Oobelino« Person. (Hi«t. Jahrb. «S,
76->0 ) [2811»
HeBÜk, F., Eine Kotis ab. Eichhom-
Bittischka. (Zt. d. dt. Yer. f. G. M&hrens o.
Schlesiens 6, 82 f.) [«SSO
FriSy y^ Les chroniques d'Adrien
de But. (Compte rendu des säances
de la comm. roy. d*hist. de Tacad.
de Belg. 11, 617-44.) — Ders., La
Cronycke van den lande ende graefs-
cepe van Viaenderen de Nicolas
Despars. (Ebd. 646-66.) [^2821
Doebner^ R«. 3 hildesheimische
Geschichtsschreioer d. 16. u. 16. Jh.:
Jobs. Busch, Henning Brandis, Jobs.
Oldecop. (Doebner, Studien z. hildes-
heim. G. S. 70-82.) [2822
Bfichl. A., Freiburger Aufzeichngn
üb. d. Jahre 1436-62. (Freiburg. G.bU.
8, 1-31.) [2823
Dagboek van Gent van 1447 tot
1470 met een vervolg van 1477 tot
1616; uitg. door V. Fris. Deel L
(Uitg. d. Maatschappg d. Vlaamsche
Bibliophilen 4. R., Nr. 12.J Gand,
Hoste. 1901. XV, 392 S. 9 ft. [2824
Dlesbaehy L. de, Chronique et
m^moires 1452-1617; publ. p. Comte
Max de Diesbach. Gen^ve, Eggi-
mann&Co. 1901. 124S. 3fir.60. [28i5
Bes.: B«T. hlst. 79, S94-96 d« Maadrot
Hi«! Jahrb. 9S, f. A. B.
SehBildt, Ldw», Ein gleichzeitiger
Bericht üb. d. Prinzenraub. (N. Arch.
f. s&chs. G. 23, 129-31.) [2826
Comm jnes, Pktlippe de, Memoire«.
Nouv. ^dit. publ. avec une introd. et
des notes par B. de Mandrot. I:
1464-1477. (Coli, de textes p. serv. i
r^tude etc. de Fhistoire. Fase. 33 )
Paris,Picard. 1901. 47.5S. 10fr. [2827
Bes. : Dt. Lltt.-Ztff. 190S, Nr. tO Viirea«.
Bonrrilly, T. IL, Les idäee polit
de Commjnes. (Rev. d^hist. mod. et
contemp. 1, 93-123.) [2827 i
SckllllBf, Dl«b«ld, Bemar Chronik, 14«S44;
hrag. ▼. O. Tobl«r, «. 1009, 1010. Bes.: G^tt
gel. An«. 190S, 194-98 Meyer ▼. Knonaa. [2828
Doebner^R., Chronist. AnfzeichngiL
a.e. Stadtbuche v. Münder, 1483-1547.
(Zt. d. bist. Ver. f. Niedersachs. 1901,
341-48.) [2829
CkrOBik oto. d. Pfialagrafsn b. Bb«io «■
HorsOge in Baiom 1501, hr^ t. L«idinger
«. Nr. 1970. [MO
Büchl, A^ Ldw. V. Affiy's Be-
schreibg. d. Winterfeldzuges v. 1611.
(Anz. f. Schweiz. G.1901,461-ö7.) [2831
Piccolomlnl. P., üna lettera ined.
dello storico Sigismondo Tizio 13.
luglio 1612. (Aren. stör. ital. 6. Ser.,
T. 28, 306-13.) [2882
B«lehitag«akt€B, Dt. Bern. ▼. X, l, XI «.
XU («. '99, St<65; 1901, 1071 o. S0;9a): Gott
geL Ans. 1901, 801-17 HaUer. [tm
Kaiser, H.^ Die Brief sammlff. d.
bischöfl. Offizials Nikol. Linden-
stumpf a. Strassburg. (Zt. f. G. d.
Oberrh. Bd. 17, 17-86.) [2834
HItli, 0. Frhr. ?., Ein Au«taa«ch laad«t-
far«U. Archiralien i J. 1434. (B«itrr. ■. Kd«.
8t«i«rmirk. 0.qn«Uen Sl, S66-69.) [WA
Hey er, Chr., Briefe d. Knrf. Al-
brecht Achilles an d. Verwalter d.
Mark Brandenb. (Hohenzoll. Forschgn.
Bd. 7, Hft. n, 1-116.) [2886
Aktenstüoke z. G. d. Schwaben-
krieges nebst e. Freibnrger Chronik
üb. d. Ereignisse v. 1499; hrag. v.
A. Bachi. (»Nr. 1968.) Basel, Gee-
ring. 1901. Lxvj, 666 S. 13 M. 60. -
A. Süchi, 2 üriehden Ldw. Stemers.
(Freiburg. G.bll. 8, 65-68.) [2837
B«s. : OOtttng. g«l. An«. 1901, 19e>109 Mayer
T. Ejtonaa; Zt f. O. d. Obenrh. 17, 8891 Bodcr.
Tom Interregnum bis zor Refonnation.
•111
P^UsBler, L. G., Stit leg datee de
troii lettres inöd. de Jean Lascaris,
ambaBBadenr de France fi Teniee,
1604-1509. (Sep. a. ; Mtooires prfe.
par divers savanta k l'Acad. des in-
Bcriptions etc. S6r. I, T, 11.) Paria,
KÜnckaieck. 1901. 4°. S. 177-313.
2 fr. [58.18
TUrler, U. a. A. Plttga, Bemiache
Jahne itbü eher. (Arch. d. hiat. Ter. d.
Kantona Bern 16, 403-73.) [2838
VHIBST, F., Die HuidKhTltUn d klteisD
hoh.niaUoniiiihenKaTfarden AlbnobtAcUl-
ib-M.) J [SMO .
Zanatto, L., D cardinale Fileo di
Prata e la ana prima legazione in i
aermania, 1378-83. (Hrag.: Q. di ,
Porcia Policreti,) Ddine, Del
Bianco. 1901. 4g S. i;2841
Sebweicer, A., Eine Studie z.
Schlacht b. Sempach 9. Jnli 1386.
(Neuj.b). z. Beaten d. Waisenhanaes
in ZOrich St. 65.) Zürich, FSai Sc B.
4° 21 a 3 M. — A. Bernonlll,
Sempach u. Wiukelried. (Anz. t.
Schweiz, G. 1B02, 19-22.) [2842
6oeller,KönigSigiBmuudB Eirc hen-
politik vom Tode Bonifaz' IX, bis zur
Berufang d. EonzUa, 1404-1413. (Stu-
dien a. d. CoUegium Sapientiae.
Bd. Vn.) Freiburg, Charitaaverband.
220 S. 3 M. Vgf Nr 1026. [S843 '
Kai : DI, Li»,-Ztg, leOl, Nr. U J, HlllltT. I
LIcbCB», Tk. t. n W. F. t. XIIIb»,
nernnaruif n>( uie uanaprucn-
nahme d. dt, Reicnee durch d, Hne-
aitenfrage in d, Jahren 1419-1423,
Hallene. Disa, 69 8, [2846
(ReslencTklo'p. C prol, Th«l. S. tU-»i.)
ßoU, J^ Zur G. d, HuBBitenkriegea.
(Sep. a.: Sitzungaberr. d. bohm. Gea.
d, WisB, 1901, X,) Prag. RivnW,
16 S. 20 Pf, Vgl, Nr. 1028, [2847
Erben, W., Daa Aufgebot Hzg,
Aibrecht V, v, Oeaterreich geg, d,
Huaaiten, (Mitt, d. Inat, f. öaterr,
Q,forgchg, a:t, 268-7BJ [2848
Dieraaer, J., Daa 'Treffen bei Wolf-
haldea, (Appenzell, Jahrbb, 8, F,,
Hft, 13, 6B-81,) [2849
talii, Tk., amuDlnL (BaklaoBjklop. t,
pnx, Thsol, T, 74-18,1 — P, Tishaskarl,
Oiagot *, H«tmbw(, (BM. IM-U,) [MM
Eml^kkSnjT, ÜSktjk^ kirUj . . ,
(Gedenkbuch f. EOnig Hatthiaa y.
Ungarn, hr^, v. 3, M&rkiV Buda-
pest, Athenaeum, 4° 316 S, 21 kr, [2661
HlFBch, J., Der Aufstand Wolf-
5ang Hobera in Wien 1463, Proj^.
. Laudeeoberrealscbule in PrOBBnitz.
1901, SO S, [3862
R*l,: Zt. f. Dllarr. Gjmn. fiS, »171. QoTg«,
Toatey, £., Charles le Täm^raire
et la Ligue de Conatance. Thfese.
Paria, Hachette, 476 S. 7 fr. 60, [2863
Wat§OD, B. W. S., Maximilian I,
(Stanhope bist, eaia; 1901,) Weat-
minster, Conztable & Co. 136 B, [2864
Scaramella , G. , Relazioni tra
Piaa e Venezia 1496-1496. (Studi Bte-
rici7,233-B1.9,145-a02;329-60.) [2865
aabaudo di Filippo II, il Settzaterra,
1496, (Atti d, R. Accad, d. scienze
di Torino 36, 308-22.) [2866
SchBnlieTT, D., Der Krieg Kaiaer
Maxim iliauB I. mit Venedig 1509,
(SchOnberr, Gesamm, Schrr. 2, 86-
115.) [2858
Or., C, I fnoruBciti veneziani dalla
battaglia d'Agnadello al conirresto
di Bologna 1609-29. (Arehivio
tino 14, 66 ff,) [2869
8ek5Bk*rr, D., Obar Um Trerti-Ssai
wsjn, UehHlnKDhnibai MuImlUiui [., daus:
Haimat u, Familie. ISchODberr, Oanmii
Sebrr. 1, ea-as.) [186
Welil.
(2t, d, i
Schteaiena 6, 69-Tl.) — Dera., Btünn
am Aaagange d. Hittelalters. (Zt. d,
m&hr.Landesmusenme 1,68-76.) [2861
Hoppeler, B. , Stimmungsbilder
a, d, Zeit nach d. alt, Zürichkriege,
(Anz, f, Bchweiz, G. 1901, 4ö0f ) [2862
Hu^akob, H., Der Waldshuter
Krieg V, J, 1468. Zur «OOiähT, Er-
innerg. nntera, q, dargeat. Mit orkdl,
Beilagen, 2, Aufl. W^dabut, Zimmer-
mann, IBOl. 11^,78 8, IM. 60. [8868
Wackemagel, R>, Vo^escbicht«;
AbschluBB d, Bandes. (Featachr, z,
400 , J ahreatage d. ewig, Bnndes zwiich ,
Basel u. d. Eidgenosaen. S, S-3S,) —
C. A. BiehtoM, Die Stadt Schaff-
bausen i. Zeit ihr, Eintritts in d.
Schweiserbond, (In: Featachr. d. St.
Schaffh. 1. Bundeafeier 1901.) [S8S4
112
Bibliographie Nr. 2866—8918.
tilftf »■, Ann» T. HeMen, d. Matter Philipps
d. Oroumatig«o, t. 1901, 1091. R«a.: Dt. Litt-
Ztg. 1901, Mr. 17 Herrn. Onoken; N. Arcta. f.
■&chf. ü. 88, 196 98 Beichorner. [8M5
EbcIi, Tk., Der groeM Brand an Reckling-
hftosen i. J. 1500 n. Mine Folgen. (Zt. d.
Vereine f. Orte- a. Heimatskde. Reoklingh.
9, 16-89 ) [8866
Weerth^ Wie d. Grafschaft Stern-
berg an Lippe kam. (BU. f. lippische
Heimatkde. I, Nr. 1.) [2867
BreyauiBB, Über alte Werten am OOttingen.
(Protokolle d. Yer. f. O. OOtting. Bd. n,
Uft. 4, 160-69.) — L. Anabnitt, OOttingen
a. Schweinfurt anter heee. Schatxe. (Ueeeen-
Und 1901, Nr. 4 f.) [8868
Doebner, B., Hildesheim im spä-
teren Mittelalter. (Doebner, Studien
z. hildesheim. G. S. 16-80.) Vgl. 96,
2969. [2869
Toretsschy M.^ Die Beziehgn. d.
Eurf. Ernst u. d. Hzgs. Albrecht v.
Sachsen z. Stadt Altenburg. Altenb.,
Pierersche Hofbuchdr.1900. 88 S. [2870
Res.: N. Arch. f. i&ohi.0. 88, 158 f. Ermisoh.
Koch 9 E.y Der Lebensausgang u.
d. Bestattung Graf Wilhelms IV. zu
Henneberg. (Zt. d. Ver. f. thür. G.
etc. 12, 483-88.) [2871
Raaby C. r.^ Das Amt Plauen im
Anfang d. 16. Jh. u. d. Erbbuch v.
J. 1606. (Beil. zu d. Mitt. d. Altert.-
Ver Plauen. Jahresschr. 16.) Plauen,
Neupert. 882 S. 6 M. (Vgl.: „C. v.
Raab, Noch e. Amtserbbuch v.
Plauen" inMitt. d.Ver. 16, 46f.) [2872
Res. : Dt. Litt.-Ztg. 1908 Nr. 84 Ermieoh.
Wehrmaniiy M.^ Die Herzogin So-
phia V. Pommern u. ihr Sohn Bogis-
law X. (Balt. Studien 6, 181-76.) —
Der 8., Ein neumärk.-pomm. Streit
a. d. J. 1496. (Schrr. d. Ver. f. G. d.
Neumark 12, 67-74.) [2878
Starenhageii) O.^ Der Kampf d.
Deutschen Ordens um d. livländ.
Einheitsstaat im 14. Jh. (Balt. Mo-
natsschr. Bd. 68^ — Ders., Die An-
fänge d. livländ. Städtebundes innerh.
d. dt. Hanse u. seine Teilnahme an
d. Kölner Konföderation. (Ebd. Bd.
62.) [2874
c) Innere Verhältnisse.
a) Yerfaaiungtgeeohiohte; Wirtechafti- o.
Bosialgeiohiohte ; Beohtegeaohlohte ; Kriegt-
weaen.
SUdtbleker, Die ZOrcher, d. 14. a. 15. Jh.,
hng. T. Zeller-Werdmaller, e. 1901,
8188. Res.: OOttlng. gel. Ans. 1901, 587-98
Meyer t. Knon*n; Di. Lin.-Ztg. 1908, Nr. 17
Oeohili ; Hiit.Yierte\}.eohr.5, 878 Keatgen. [8875
Heerwagen, H., Fränkische Dorf-
ordnungen. Weistum d. Marktes Brack
b. Erlangen, Ende d. 15. Jh. (Mitt ad.
Germ.Nationalma8.1^ia29-31.^2S76
Eggersy A*. Ein Herbomer Bed^
register a. d. J. 1398. (Ann. d. Ver. f.
nass. Altertkde. 82, 45-69.) r2877
Greriiig, J*. Statat d. Amtleute
d. Kirchspiels St. Kolumba in Köbt
V. J. 1269. (Ann. d hist. Ver. t i
Niederrh. 78, 78-87.) [2878
Leenaeten van Gelre en Zutf^eo
1876-1402; uit het Btaatsarchief te
Düsseldorf uitg.doorP. N. van Door-
n i n c k. Haarlem, van Brederode. 1901.
140 S. 4 fl. 50. [2879
Strotkdtter, 6., 2 ürkk. z. ättest
Verfg. Dorstens. (Zt d. Vereine f.
Orts- u. Heimatskde. im Vesie o.
Kreise Recklinghausen 9, 66-70.) —
Ders., [Urkunde :] Zur Vogtei d vesti-
schen Reichshöfe. (Ebd. 9, 71 f.) [2880
Sehmidty Herrn, n. J. Bikriif,
Die Amstädter Wachstafeln. (Alt-
Amstadt 1,86-89.) Vgl. Nr. 1863 [2881
Baab. C. t., Dm Amt Plaven im Anfluii
d. 16. Jh. ■. Nr. 8878. [8891*
Ermigeh. H., Das älteste Stadt-
buch V. Lieostadt. (N. Arch. f. säcb.
G. 28, 110-14.) [2888
Coand, G., Die beiden ftlt«rt. Originftl-
urkk. T. Kgl. BlamenAn (Kr. Pr. H<dluid) a.
d. Jfthren 1899 a. 1SS6. (Oberland. G.bIL S,
lW-7.) [88BI
Sehdnherr, D«, Die alte Freiheit
im Lechthale. (Schönherr, Gesamm.
Schrr. 2, 698-97.) [2884
Kogler, F., Das landeBfOrstL Steno-
wesen in Tirol bis aum Ausgange d.
Mittelalters. Tl. I: Die ordenÜ. lan-
desfürstl. Steuern. (Arch. f. Osterr.
G. 90, 419-712.) Sep. Wien, Gerold.
6 M. 80. [2886
Bedlieh. 0. R., Hzg. Johann t.
Jülich u. a. Aachener Bevolntion d.
J. 1618. (Zt. d. Aachen. G.-Ver. 23,
888-66.) [2886
Egch, Th», Zur Entstehungs-G. d.
Stadt Beckli^hausen. (Zt. d. Vereine
f. Orts- u. Heimatskde. Becklingh.
10, 1-24.) [2887
Doebner, R., Der Stadthaoahalt t.
Hildesheim vor 600 Jahren. (Doebner,
Studien z. hilde8heim.G.S.31-45.) [2888
Loreaiy H., Naohrr. aber Qnedlinbuger
Stadtbeemte %. d. Ende d. MitteUlten. (<t
d. Han-Yer. U, 141-44.) [»89
Keehnungen d. Kirchenmeister-
amtes v. St. Stephan su Wien; hng.
V. K ühlira. Abtlg. I: Ausgaben
Vom Interregnum bis zur Reformation.
•113
auf d. Steinhütte (1404-1430 u. 1536).
Wien, BraumOller. 238 S., Taf.
10 M. [2890
Schalk^ K.) Medlinger Grundbuch
a. d. 16. Jh. (8. 1901, 3111). Forts.
(BU. d. Ver. f. Ldkde. v. Nieder-
österr. 35, 610-37.) [2891
' Jakschy A. r.y Die Anlegung e.
landesfürstl. Urbars in Kärnten, Erain
u. d. Mark im J. 1267. (Mitt. d. Inst,
f. österr. G.forschg. 28, 240-66.) [2892
OttOy F.y Verzeichnis d. Güter d.
Klosters Eberbach i. Rhg. in d. Feld-
mark V. Wiesbaden im Anfang d.
14. Jh. (Ann. d. Ver. f. nass. Mter-
tkde. 32, 106-21.) [2893
Cartulaire de Tancien consulat
d'Espagne ä Bruges. Brecueil de docc.
concem. le commerce maritime et
int^rieur, le droit des gens, public
et prir^, et Thist. ^conom. de la
Flandre, par L. Gilliodts- van
Severen. Partie I: 1280-1650. (Rec.
de chroniques etc. p. p. la Soc.
d^Emulation de Bruges. S^rie 8,
T. I.) Bruges, De Plancke. 1901.
346 S. 16 &. [2894
SieTekingyH.y Aus venetian.Hand-
lungsbüchem; e. Beitr. z. G. d. Gross-
handels im 16. Jh. (Jahrb. f. Gesetz-
gebg. 26, 1489-1621. 26, 188-266.) [2896
Faulhaber^ C, Ueb. Handel u.
Gewerbe d. beiden Städte Branden-
burg im 14. u. 16. Jh. (Sep. a.:
Jahresber. d. bist. Ver. Brandenb.
Nr. 32/33.) Brandenb., Evenius. 1901.
62 S. 1 M. 76. [2896
Bei.: Dt. LiU.-Ztg. 1902, Nr. 18 PrielMtsoh.
Llppert, J., Bflrgerl. Landbetita im 14. Jh.
Zur Stftndefrage jener Zeit, s. Nr. 1067. (Sep.
Prag, Calre. 98 8., Kte. 1 M. 20.) (2897
Priebatsch, F., Die Hohenzollem
u. d. Adel d. Mark, (ffist. Zt. 88,
193-246.) [2898
Halggerichtsordnung^ Die Bam-
bergische; unter Heranziehg. d. re-
vidierten Fassung v. 1680 und der
Brandenburg. Halsgerichtsordnung
zusammen mit d. sogenannten Cor-
rectorium, e. romanist. Glosse u. e.
Probe d. niederdt. Übertzg. hrsg. v.
J. Kohler u. W. Scheel. (— Die
Carolina u. ihre Vorgängerinnen.
Tl. n.) Halle, Waisenhaus, xcj, 312 S.
10 M. [2899
Roth, W., Todtschlagsühne u. Ur-
fehde nach d. ältest. Gerichtsbuch
Y. Frauenstein in Nassau. (Zt. d.
Savigny-Stiflig. f. Brechts -G. 22,
Germ. Abtlg., 867-69.) [2900
Tille. A., Zum ZOlpicher Stadt-
recht. (Ann. d. bist. Ver. f. d.Niederrh.
73, 1-24.) [2901
Pauls, E., Ein vehmgerichtl. Ver-
fahren geg. d. Stadt Düren aus An-
lass e. Hexenprozesses, 1609-13. (Zt.
d. Aachen. G.-Ver. 23, 366-402.) [2902
Bechtsbroimeii van Tiel; uitgeg.
door J. S. van Veen. (Werken d.
Vereenig. tot uitg. d. bronnen van
het oude vaderl. recht gevest. te
Utrecht. 2. B., No. 3.) 's Gravenhage,
Nijhofr. 1901. 168 S. 2 fl. 76. [2903
Schmitz, L^ Das älteste Stadtrecht
V. Anholt. (Zt. f. vaterl. G. etc.
Westfal. 69, I, 227-34.) [2904
Grotefend. 0., Aus dem v. Pletten-
bergschen Archive zu Hovestadt.
(Zt. f. vaterl. G. etc. Westfal. 69, I,
239-43.) [2906
Feise^ W., Eine Sammlg. d. Einbeoker
Stadtreohts (■. 1900. 1102). Berichtigung. (Zt.
d. biet. Yer. f. Niederaaohs. 1901, 868 f.) [2906
Mflsebeek, E., Die Belehnung
Wilsters mit d. Stadtrecht u. d.
lübisch. Recht. (Zt. d. Ges. f. schlesw.-
holst. G. 31, 217-23.) [2907
Arras, P«, Die JBekenntnisse d.
Jahres 1430; aus d. Gerichtsbuche
1480 im Bautzner Stadtarchive mitget.
(N. lausitz. Magaz. 77, 247-60.) [2908
Henog, H., Zur O. d. ältett. Gesohatae
in d. Sohweia. (Ans. f. lohweia. Altert.kde.
N. F. 8, 177 f.) Vgl. 1901, 8140. — G. Bleiler,
Die Yonge, e. Stangenwaffe d. später. Mittel-
alters. (Ebd. 179-82.) — Tk. t. Llebeaai,
Ueb. Kriegssitten. (Ebd. 187-89.) [2909
Bogvilawikly T*. Das Treffen in a. um
Ketser-Angennflnde 27./28. Mira 1420: e. Stttck
Fenertaktik a. d. Mittelalter. (MUit.-Woohenbl.
1901, Nr. 74 f.) — P. BelMer, Ein Stack
Fenertaktik a. d. Mittelaltar: Treffen b.
Angermflnde. (Zt. f. bist Waffenkde. 2, 848-
48.) — 0. MSrUscb, Die AnsrOstg. slobs.-
tbflr. Schlösser mit Feuerwaffen 1436. (Ebd.
821 f.) [2910
ß) Seligion und Kirche.
Kajser, K*^ Das Memorienbuch
d. St. Marienkirche in Celle. (Zt. f.
niederB&chB.Eirch.-G. 6,146-209.) [2911
Bieder, K., Eine Ausfflhrg. der
im Liber Seztus enthalt. Demretale
„Statutum" durch d. Bischof Hein-
rich in. ▼. Konstanz. (Arch. f. kath.
Eirchenrecht 81, 586-89.) [2912
WAgner, P«9 Papsturkk. f. Kloster
Ciarenthal. (Mitt. d. Yer. f. nass.
Altert.kde. 1901/2, 111-13.) [2918
114
Bibliographie Nr. 8914— 8968.
GreTing, J., Protokoll üb. d. Re-
vision d. Konvente d. Beghinen u. Be-
gharden zu Köln i. J. 1462. (Ann. d.
bist. Ver. f. d.Niederrh. 78,25-77.) [2914
Bossert) G«^ Das Gottesbausbucb
V. Münster b. Creglingen. (Bll. f.
württb. Kirch.-G. 6, 97-121.) [2916
Neerologinm^ Een, d. 8t. Servaas-
abdij te Utrecht. (Archief voor de
gesch. van het aartsbisdom Utrecht
27, 104-80.) [2916
Tenber, T«, Mittelhochdt. Predig-
ten. Progr. Komotau. 1901. 44 S. [2917
Langenberg, R«, Quellen u.
Forschgn. z. G. d. dt. Mystik. Bonn,
Hanstein, xj, 204 S. 6 M. [2918
R«z. : Dt Lin.-Zt«. 190S, Nr HO Ph. Strmach.
Neberty R.» Die Heidelberger
Handschrift 641 n. d. St. Florianer
Handschr. XI, 248 d. Predigten d.
Nikolaus v. Strassburg. (Zt. f. dt.
Philol. 34, 13-46.) — Ders., Unter-
suchgn. üb. d. Entstehungszeit u. d.
Dialekt d. Predigten d. Nikolaus v.
Strassb. (Ebd. 88, 466-85.) — Ders.,
Eine alemannische Fronleichnams-
predigt. (Ebd. 34, 60-62.) [2919
StöckUn T. Rottach, Ulr.« Abt
zu Wessobrunn (1438-1443), 17 Iteim-
psalterien (Psalteria Wessofontana);
hrsg. V. G. M. Dreves. (« Nr. 2017.)
Lpz., Reisland. 248 S. 8 M. [2920
ClemeDyO.yEin interessanterAblass-
brief. (Zt. f. Kirch.-G. 22,608-6.) [2921
Hnygkens, Ein Beichtbrief d.
Idzardus Gravius, Ablasskommissars
in Dänemark, Schweden, Norweg. u.
Friesland, f. d. St. Peterskirche zu
Rom, a. d. J. 1610. (Zt. f. vaterl. G.
etc. Westf. 69, I, 248-47.) [2922
Ledos, 6*9 Sainte Gertrude, 1266
-?1308. fid. 1 & 2. Paris, Lecofifre.
1901. 208 S. 2 fr. [2923
Bes.: Zt. f. kftth. Theol. i5, 711-15 Michael;
KathoUk 88, I, 187-90.
8tr»BCk, Pk., Heinrich t. Nördlingen, dt
llyftiker d. 14. Jh. (Realencyklop. f. prot.
TheoL 7, 607-10.) — L. Sckalie, Hnr. r.
Kalkar. (£bd.60S-4.) — Deri., Geert Oroote.
(Ebd. 186-91.) — G. B«M« Hnr. t. Langen-
■tein. (Ebd. 604-6.) — G. Loeacke, Joht.
T. Nepomak. (Ebd. 9, S06-9.) — P. Wolff,
Joh. Hilten. (Ebd. 8, 78-80.) — Sekaeider,
Felix Hemerli. (Ebd. 7, 666-59.) — P.
Ttckftekert, Jak. t. Jataxbogk, d. Karthineer.
(Ebd. 8, 556-68.) [2924
Bieder, K*. Zur Frage d. Gottes-
freunde. I: Kulman Merswin oder
Nikolaus v. Laufen? (Zt. f. G. d.
Oberrh. 17, 206-16.) [2926
MriniT» W. 6. iL. J.j Thomis t
Kempis, ^ne Toorgangers en ajse
t^dfi^ooten. Utrecht, Dekker k m
der Vegrt. 12; 269 S. 1 fl. 50. [«26
Talois, II., La France et le giand
schisme d'Occident. (s. *99, 2875V
T. m & IV. 1901/2. xxjv, 636; 614 8.
20 fr. [««7
Wjrlie, The Council of CoaateBoe to tkt
deaih of John Hn«, e. 1901, 1197. Bes.: Hut
Zi. 87, aO»-5 Caro; Kn^liah biet. Mritw I«,
87S-75 Ficgia. [19»
SehmidÜB. Die leiste Sessio i
Basler Konzils. (Strassburg. Didie-
sanbl. N. F. 3, 445>62 4, 24-30.) [29»
Sehlmger, P., Johs. Bmgmann, e.
Reformator d. 16. Jahrh. a. d. Frtn-
ziskanerorden. (Katholik 88, I, 119-
-82; 232-66.) [2930
Paulas, N*. Zur Biogr. Hochftn-
tens. (Katholik 82, I, 22-40.) [2931
Grillnberg^r, O., Heinrich ▼. Heim-
buig u. Heinr. v. Saar. (Stud. o. Mitt
a. d. Bened.- u. Gist.-Qrden 23, 98-
110.) Vgl. '98, 1063. [2932
Hfirbin, J«, Reformvenniche im
Bistum Basel 1471-1603. (Kath.
Schweiz. Bll. 1901, 279-94.) [2933
Steck, R«, Der Bemer Jetserprosess
1607-1609 in neuer Beleuchtg., nebst
Mitt. a. d. noch ungedr. Akten. (Aus:
Schweizer, theol. Zt. XVIU.) Be^^
Schmid & Fr. 87 S. 1 M. 60. [2934
Bes.: Hiei. Jahrb. SS, 1511 PMÜn«.
Brehm, ۥ, Der Ulmer Domini-
kaner Felix Fabri. (DiOiesanarch. t.
Schwaben 1902, 66-71.) [2936
KShler, W., Der anifeblieh «sTerweit«
Leichnam Chriiii in OottabOren. (Mitt d.
oberhees. O.-Ver. N. F. 10, 119 f.) [M*
LaadMABB, Dm Predigtweaea in Weetfaka
in d. letat. Zeit d. Mittelaltara, a. 1901, Sl<«
Rea.: Hist Jahrb. tS, 468 £ LinaeuBajer;
Hiit Zt. 88, 116-18 Sdw. SohrOder; Hin
Vierte^.schr. 5, 114-80 Havpt; ZI f. Kalta^
O. 9, SSO f. F Steinhaoaen; Ana. f. dt. Altert
88, 836-41 Borohling [SM7
Berühre 9 U*^ Les origines de Is
congr^gation de Bursfeld. (Beriiire,
M^langes dliist. b^n^dict 3, 1-79.)
Vgl. 1901, 1161. [2938
lilnnebom. Heinrich v. Peine, Re-
formator d. Klosters Abdinghof in
Paderborn 1477-1491, u. seine Vita;
e. Beitr. z. G. d. Ghründg. u. d. Be-
formthätigkeit d. Bursfelder Kongre-
gation. (Zt. f. vaterl. G. etc. Westf.
69, I, 169-218.) [29S9
Doebner, R«. Aus d. Verwaltg. d.
Abtes Henning Kalberg la St. G^e-
Vom Interregniini bis zur Reformation.
•115
hard in Hildeaheim, llQSff. (Doebner,
Studien E. hUd. G. S. 123-31.) [2940
Meier, Berth., Legenden u. Ge-
Hellichten d. Eloaters St. Aegidieu zu
Braunschw., hrag. v. L. HäuBel-
maun. Wolfeub., Zwtasler. 1901. 88;
CUV S., 2 Tftf. 16 M. 12941
Bsi. : Bi»iin>chw.M>«u. IXi, Nr. 7 W. Br.
Clemen, 0.« Martin v. Lochau,
Abt V Altzelle. (Beitrr. z. aächg.
Kirch.-G. 16, 20-26.) [2942
Hofmeister, A., Heinrich v. Bibnitz,
d. 2. Prior d. Kartbauge Marienehe
b. Rostock. (Beitrr. z. G. d. St. Rostock
3, ni, 106-8.) [2948
Perlbach, M., Zur Yor-G. d.
Biacbofs Jobannes t. Cläre v, Samland,
1310-1320; e. Kapitel a. d. prenas.
Kirch. -G. (AltprensB. Monatsschrift
88, 652-67.) . _ [2944
BernonUl, C. Ch., D. Bnrcktaanlt
n. E. StehUn, Basels Bedeutg. f.
Wissenschaft u. Kunst im 16, Jh.;
GeiBtiges Leben u. Buchdruck; Ma-
lerei; Baukunst n, Bildhauerei. (Fest-
schr. z. 400. Jahrestage d. ewig,
Bundes zw. Basel u. d. Eidgenossen
S 217-867) VgL Nr. 1108. [2946
Meier, G., Der Bibliothekskatalog
d. Stiftes Heiligenkrenz v. J, 1374.
Aus d. Handschr. v. St. Gallen hrsg.
(Sep. a.: Arch. f. Osterr. G. Bd. 90.)
Wien.Gerold, 1901. 17S, 60Pf. [2946
Enscbetl^, Ch-, Technisch onder-
zoek naar de uitrinding van de boek-
drukkunst. Haarleio, F, Bohn. 1901.
4°. 86 S. [2947
Hupp, 0.,GDteubergs erste Drucke;
e. weiter. Beitrag z. 6, d. ältest.
Druckwerke. Regensb. , Manz. 4°.
98 8, 18 M. [2948
Zedier, Oiitenb.rg-yonchnngeB - -
HOT, Bu.: CbL t. Blbliolliakiw I
{8ch.
r inrln Thdi Bug'
und Eimal GalanbeT
nvui, f. tfm Et* G. U- Biuuugr.
Heidelberger Buchdruckereien,
1485-1510, (N. Arch. f. G. d. St.
Heidelb. etc. 4, 197-226.) [2950
Oei^er, 0., Der nationale Gedanke
im dt. Humanismus. (Jahrbb. d, Kgl.
Akad. gemeinnfltz. Wias. zu Erfurt.
N. F, 28, 66-84.) [2951
Knepper, Jos,, Jak. Wimpfeling
(1460-1528). Sein Leben <a. seine
Werke nach den Quellen dargest.
(= UrläutergD. u. Ergänzgn. zu
Janssens G. d. dt. Tolkes. UI, 2-4.)
Fieib., Herder, iz, 376 S. 6 M. 60. [2962
Bai.: Dt. Ltn.-Zto. 190a. Ht. tS Uiitla.
Pfleger, L., Nicol, Salicetng, e.
gelehrter elsäss. Cietercienserabt d.
16. Jh. (8tud. u. Mitt. a. d. Bened.-
u. Cist.-Orden 22, 688-99.) [2868
Clemen, 0., Ein Brief d. Wolf-
rüg Cjclopius V. Zwickau. (N. Arch.
iEchs. G- 23, 134-37.) [2964
Hesler, Hnr^ Evangelivun Nico-
demi; hrsg. V. K. Helm. (Biblioth.
d. Litter. Ver. in Stut^. 224.)
Tübing,, Verein, icvij, 284 S. Vgl,
'99, 3063. [2966
Jl«klein, A., Hugo v. Trimbeig
Verfasser e, „Vita Mariae rythmica".
Progr. Bamberg. 1901. 47 S. [2966
Bsi.: Elmt.-poUI. Bll. I«g, MS-tS Halu-
bnnhaT.
GottBchlok, B., Boner u. seine
latein, Vorlagen. Charlottenburg.
Progr. 1901, 4". 39 S. [2957
TlUaii, L., Oswald v. Wolkenstein;
memoir of the last Minnesinger of
Tirol. Lond., Dent. 1901. 174 8.
4 sh. 6 d. — J. Schatz, Zu Oswald
T. Wolkenstein. (Zt. d. Ferdinandenms
46, IS2-92.) [2968
Badlkorcr, ■., Du Iil»dubii«h d. KIui
Hlttlarin, (fiaU. ■. AUg. Z«. IM», Kr, IS)
Vgl. IMO, llTl. [S95>
WM»»
0 Pf. TgL W, 11
L Ofli. f. SÄlabnrgar
1901. K B., 1 Taf.
WelH-lleberBaorf, J. E., Das
Jabeljahr 1500 in d. Augsbnrger
Kunst (B. 1901, 81SS). Tl. U. 1901.
S. 107-241. 6 M, [296t
Bai. : J>t. Lilt-Ztg. IMl, Nr. 5 TrUdUndar.
Bahn, J. B., Die Wandgemälde
im Turme d. Schlosses Maienfeld.
Neue Fnnde. (Aaz. f Schweiz. Altert.-
kde. N. F. 8, 117.21.) VgL 1900,
3146. ['8962
Delpjj E., Die Legende v. a. hl.
Ursula in d. Kölner Malerschule.
KStn, Keiner Verlagsanst. u. Dr. 1901.
182 8. 3 M. — Vgl. Nr. 2866- [2963
Bai. : Lllt, CbL 1902. Hi, S ; Hiit, Vlartalj ■
•116
Bibliographie Nr. 8964—3011.
WeWr, Beitrr. sn IXiren WelUnaobMivBfr,
■. 1900, SI&S. Res.: Il«p«rt. f. KonaiwiM. M,
484-88 Zocker. [WM
Stegmaniiy H«^ Albr. Dürers Maxi-
milianbildnisse. (Mitt a. d. Genn. Na-
tionalmus. 1901, 132-46, 2 Taf.) [2966
Senri^re«, G.y Le polyptyque de
Hans Memling 4 la caÖi^drale de
Labeck. (Gazette des beaux arts 27,
119-82.) [2966
DT^riky M.J Die Ilimninatoren d.
Johann v. Nemnarkt. Mit 11 Taf. u.
41 Text -111. (Jahrb. d. kunsthist.
Sammlgn. d. allerh. Eaiserhattses.
XXn, 2.) Wien & Praf, Tempsky;
Lpz., Freytag. 1901. fol. S. 36-126.
36 M. [2967
Simbdck, M*. Der (}odex Geln-
hausen u. seine Miniaturen. (Zt. d.
dt. Yer. f. G. Mährens u. Schlesiens
6, 72-77.) [2968
Bredt, E« W.^ Angsburger Minia-
turen vom Ende d. 16. Jh. im Germ.
Museum. (Mitt. a. d. Germ. National-
mus. 1901, 123-28.) — Ders , Eine
illustr. niedersächs. Handschrift v.
1441 im Germ. Mus. (Ebd.147-66.) [2969
Hftne^ J.^ Aus d. innem Leben
Zürichs im 14. Jh. (Zürcher Taschen-
buch 1902, 148-86.) ^2970
Doebner y VLj Mittelalterhches
Leben in Hildesheim. (Doebner, Stu-
dien z. hildesheim. G. S. 46-67.) [2971
Hertely G.^ Abergläubische Ge-
bräuche a. d. Mittelalter. (Zt. d. Ver.
f. Volkskde. 11, 272-79.) [2972
Schönherr 9 D., Ritter Christoph
Reifer von Altspaur u. Ursula Eünigl
von Ehrenburg. Ein Ehescheidungs-
prozess a. d. 16. Jh. (Schönherr, Ge-
samm. Schrr. 2, 16-68.) [2973
Wagner, Frdr., Das Turnier zu
Ruppin 1612. (Hohenzollem- Jahrb.
6, 99-120.) [2974
Hausmann, B., Ein Zweikampf
vor Reval i. J. 1418. (Balt. Monats-
schr. 61, 137-62.) [2976
ö, Zeit der' BefortnoHon,
GegenrefartiuUion und des
aojühr. Krieges, 1017-1648.
a) Reformationszeit, 1517-55.
Friedensbnrg, W., Beitrr. z. Brief-
wechsel d. kath. Gelehrten Deutsch-
lands im Ref.-Zeitalter (s. 1901, 3214).
Forts. (Zt. f. Kirch.-G. 28, 1 10-66.) [2976
FlBgaekrlflen a. d. Bef.-Zeit (i.
1901, 1203). XVni: Joh. Eberlis
▼. Gflnzbnrg, SftmtL Schrr. Bd. DI;
hrsg. V. L. Enders. (Neudradce di
Litt.-werke d. 16, u. 17. Jh. Nr.l83/M.)
xxxvij, 402 S. 8 M. 60. [2977
Clemem, (K. Beitarr. s. Beform.-G. tos
Büchern n. flandschrr. d. Zwickaaer
BatBSchulbibliothek (s. 1901, 18041
Hft. H. 147 8. 4 M. [2978
Bes.: Dt. Litt.-Zt«. 1901, Nr. IS «. HO!,
Nr. 8 Kawnma; Zt. f. O. d. Oberrh. IS, J091
Kalkoff; Litt. Cbl. 1901, Nr. tt u. 1901, Kr. U
W. IL-r. ; TiMoL Litt.-Zt9. 1«», Nr. 15 Bomit
Lutiier^s Werke. Krit. Gesamt-
ansg. (s. 1901, 8216). Bd. XXffl. ij,
762 8., 4 Taf. 28 M. 20. Bd. XXV
628 8. 16 M. [2979
Saroje^ M.^ £tade hist. sur la
fonnation des cat^^diiainee de Luther.
Paris. Th^se. 1901. 8S 8. [2980
Kolde, TM., Zum Briefwechsel
Luthers n. Melanchthons mit
Urban Bheffius; aufgefunden v.
Oberlehrer Flemming in Pforia
SJeitrr. z. baier. Kirch.-G. 8, 114-30.) —
ohs. Haassleiter, Zum Briefiredisel
Luthers mit Urban Rhegius. (Ebd.
188-91.) — SeMmidt. üngedr. Brief
Luthers. (Zt. f. Kirch. -G. 22, 64€f.) [2981
MelABektk^B, Ijoei oommiuiM; naehPlitt
in S. Aufl. hrsg. t. Th. Kolde, a. 1901, UOS.
R«a.: TheoLiatt bl. 1901, Kr. S5 BMthMo. [IWl
Clemen, O«, Epigrammata Wor-
matiensia, 1640 u. 1541. (Oemen,
Beitrr. z. Ref.-G. 2, 188-42.) [2983
Clemen, 0., Spalatiniana. (Gie-
men, Beitrr. z. Eef.-G. 2, 96-137.) —
G. Pianiti, 8palatin8 Yerseichn. d.
Pfarreien in Sachsen, Meissen, Thü-
ringen u. Voigtland. (Beitrr. z. sÄchs
Kirch.-G. 16, 1-19.) [2984
Hoflrinaiiii, €.. üngedr. Briefe t.
Joh. Brenz. (Bll. f. wüittb. ErdL-
G. 6, 190-92.) [8985
Kajser, K. u. H. MatUtMi, ün-
gedr. Briefe u. ürkk. ▼. Corvinus.
(Zt. f. niedersächs. Kirch.-G. 6, 240-
480 '[2986
Köhler, W., üeb. den Einfluss d.
Wartburg - Postille Luthers auf d.
Postille d. Ant Coronas. (Theol
Stud. u. Krit. 1902, 262-79 ) VirL '97,
1149. [2987
Walther, A., ZwingUs Pestlied;
e. Beitr. z. Dogmen -G. d. Reform-
Zeit. (N. kirchl. Zt. 12, 818-27 ) [2988
Miaskowski, K, y., 4 üngedr.
Reformationszeit.
•117
Briefe von u. an Jobs. Laski. (Zt.
d. bist. Ges. Posen 16, 294-300.) [2989
Tschackerty Die onTer&nd. Augsburg.
Konfefiion, ■.Nr. 1189. Bes.: Theol.Litt.-
Ztg. 1909, Nr. 7 Bosiert; Dt. Litt.-Ztg. 1908,
Nr. 91 Leaiui ; Litt. GbL 1902, Nr. 16 W. K-r. -
Th. Kolde, Eine krit. Ausg. d. Angab. Konf.
(Theol. Litt.bl. 1908, Nr. 7 A 8.) - W. Köhler,
Der anthentiscbe Text d. Gonfeisio Augnitana.
(Theol. Bnndachau 6, 865-78.) [2990
Miller, E. F. K., Erste helretisohe Kon-
fession. (Bealencyklop. f. prot. Theol. 7, 641
-iSj) [2991
Kirchenordnnngen, Die evang.,
d. 16. Jh.; hrsff. v. E. Sehling.
I. : Sachsen u. Thüringen, nebst an-
grenz. Gebieten. 1. Hslfbe: Die Ord-
nungen Luthers. Die emestin. u.
albertin. Gebiete. Lpz., Reisland.
xxi^j, 746 S. 36 M. [2992
Hubert, F., Die Strassburger litnrg. Ord-
nungen im Zeitalter d. Beformation, s. 1901,
8281. Bes.: Litt. GbL 1901, Nr. 42 Drews;
B*. Litt.-Ztg. 1901, Nr.Sl/62 Bietsobel; Theol.
Litt-Ztg. 1902, Nr. 8 AoheUs. [2998
Fabian, E., Die Protokolle d. 2.
Eirchenvisitation zu Zwickau 1533
n. d. ersten Eirchenvisitation zu
Schneeberg 1684. (Mitt. d. Altert. -Ver.
f. Zwickau etc. 7, 33-147.) [2994
Schnell. H., M. Eonrad Pegels
Dialogus de poenitentia a. d. J. 1516.
(N. kirchl. Zt. 12, 775-800.) [2995
Hyperius j Andreas , Elementa
christianae religionis; neu hrsg. m.
e. Abhdlg.: üeb. d. Bestrebgn. d.
A. Hyperius auf d. Gebiete d. prakt.
Theologie v. W. Caspari. Erlang.
& Lpz., Deichert. 1901. 76 S. 2 M.
Vgl. Nr. 1141. [2996
Bez.: Theol. Litt.-Ztg. 1902, Nr. 8 Cohrs;
Theol Litt.bL 1901, Nr. 41 Fr. H. ; Dt. Litt.-Ztg.
1902, Nr. 24 Achelis. — Achelis, Andr.
Hyperius. (Bealencyklop. f. prot. Theol. 8,601-6.)
Uegler, A.^ Sebastian Francks
latein. Paraphrase d. dt. Theologie
u. seine hoUänd. erhalt. Traktate.
Progr. Tübing., Schnürlen. 1901. 4^
122 S. 3 M. 20. [2997
Bez.: Litt. Gbl. 1902, Nr. 9 F. H.; Uist.
Viertelj.schr. 5. 274 f. Giemen; Gott. gel. Ans.
1902, 168 A 827 W. Köhler. — Herrn. Onoken,
Aus d. letzten Jahren Sebast. Francks.
(Monatshfte. d. Gomen.-Oes. 11, 86-101.)
Doebner, Ghronist. Aufzeichngn. a. e.
SUdtbuche v. MUnder s. Nr. 2829. [2998
Geldenhauer, Gerardus (Novio-
niagus),Collectanea; uitgeg.en toegel.
door J. P r i n s e n. (Werken uitg. door
het bist, genootschap te Utrecht.
3. Ser., Nr. 16.) Amsterd., Jobs. Müller.
1901. LJv,280S. 3fl.76. — J.Prinsen,
Het oorsponkelijke handschrift van
Geldenhauers Itinerarium. (Bijdragen
en meded. v. h. bist. Grenootsch. te
Utrecht 23, 490 f) [2999
Wjss, Bemk., Ghronik 1519-1580; hrsg. t.
O. Finsler, s. 1902, 1146. Bes.: OOtting.
gel. Anz. 1902, 288-40 Meyer t. Knonan. [8000
Anshelm, T., Bemer Chronik;
hrsg. V. bist. Ver. d. Eantons Bern.
6. (öchlus8-)Bd. Bern, Wyss. xxxj,
874 S. 6 M. [3001
Bes.: Hist Jahrb. 23, 209 A. B.; GOtt. gel.
Ans. 1902, 828-26 Meyer t. Knonan.
Götze, A.« Die 12 Artikel d. Bauern
1525; krit. nrsg. (Hist. Viertelj.schr.
5, 1-33.) [8002
Filippiniy F.. Una narrazione con-
temporanea della battaglia dl Pavia.
(Studi storici 10, 337-46.) [3003
Orano, D., D sacco di Roma del
1527: studi e documenti. Vol. I:
I ricordi di Marcello Alberini.
Roma, Forzani. 1901. 4^ 555 S.
10 L. [3004
Sanato, Marino «Diarii (s. 1901,
1221). T. LV u. LVI. 1900 f 834;
1224 Sp. [3005
KenieBbroek, Anabaptistiol Airoris etc.
bist, narratio, hrsg. v. Detmer, s. 1900, 1226.
Bes.: Hist. Jahrb. 22, 783-40 Tambfllt. [8006
Korrespondenzen j Nassau - Ora-
nische (s. 1901, 1226). Bd. H: Mei-
nard u s , Der Eatzenelnbog. Erbfolge-
streit, n, 1 u. 2. (« Nr. 1959.) 133;
377 S. 13 M. [3007
Bes. T. I: Mitt. d. Inst. f. Osterr. G.forschg.
22, 186 f. Kretschmayr; Hist. Zt. 87, 99-101
Brandenburg ;BeT. hist. 77,408-lOWaddington.
Eichhorn ) C, Amsdorfiana a. d.
Codex chartaceus Nr. 43 d. Dorpater
Univ.-Bibliotbek. (Zt. f. Eirch.-G. 22,
605-46.) [3008
IHngnier^ F., Faictz et Guerre de
Tempereur Charles-Quint dans la
guerre d'AUemagne (1546-47), manu-
scrit publ. et annotä. (Sep. a.: Md-
moires de la Soci^t^ savoisienne dabist,
et d'archl. T. 40.) Paris, Champion.
143 S. 2 fr. 50. [3009
Friedensbnrg, W.« Ambro sius
y. Gumppenberg als päpstl. Be-
richterstatter in Süddtld., 1546-1559;
22 Briefe, mitg. u. erläut. (Forschgn.
z. G. Baiems 10, 149 fr.) [8010
Schriften d. Ver. f. Reform. -G.
(s. Nr. 1158). Nr. 70-78 (= Jg. XIX,
1-4). Vgl. Nr. 3021 ; 8286; 3160; 3085;
3027. [8011
•118
Bibliognpbie Nr. 5012— soes.
Bncliwftli, 6., I>r. Hart. Luther.
Lpz., Tenbner. IBOl. xy, 630 8.
6 M. [8013
Zorm, Pb., Luther n. d. dt. Nation.
(Zorn, Im Neuen Beich S. 188-
208.) [3013
Ciemen, 0.« Zu Luthera Stämm-
lianm u. ErfiiTter Studentenzeit.
(Giemen, Beitrr. i. Rof.-G. a, 1-3.) [301i
Bess, Die 9S Thesen Lntherg u.
d. Anfang d. BefonnHtion. (Prot.
HonateBchr. 1901, 434-41.) [801&
Nobbe, H., Lathen Bergpung auf
d. Wartboig T. 4 Hai 16S1 bis ,
8. März 15SS. Nach sein. Briefen I
dargest. (Wisi. Beil. d. Leipz. Ztg. '
1902, Nr. 27 f.) [3016
Kaweraa. 6.^ Luther« RQckkehr
V, d. WartBorg^ nach Wittenberg.
(— Nr. 2686.) Halle, Hendel 1901.
68 3. 1 H. [3017
WHIher, W., Zu Tbaalo«!« liDita«*.
(Thcol. LItt.bL IMl. Ht. 41-Sl.) \gi. Kr.
Thl>ime,K.,EntwickIg.u. Bedeute,
d. Sakmnentalehre Lathen. (S.
kirchl. Zt. 12,749-74; 876-903.) [3019
Fischer, E., Die kath. Beichtpraiis
bei Beginn d, Beformation u. Luthen
Stellung dazu in d, AnAugen aeiuer
Wirksamkeit (— Nr. 2288). (Studien
i. Q. d. Theol. u. d. Kirche; hrsg.
V. Bonwetach & Seeberg, Vm, 2.)
Lpz., Diet«rich SieS. 3 M. 20. [3020
Brandenburg, E., Luthers An-
schauung vom Staate n. der Geaell-
Bchaft. (SchiT, d.¥er, f. Ref,-G. Nr. 70,
S. 1-30.) [3021
Seeberg, R., Luthers Stellung zu
d. sittlich, u. Bozialen Nöten seiner
Zeit. (N. kirchl, Zt. 12, 829-68.) Sep.
Lpz., Deichert. 32 8, 60 P. [8022
Eff«r, Latbir« AnicluDiingen vom Bamf,
■. IKIl, 1141. Kfii.t Llll. CbL IWl, Mr. 14/1»
W. Kt; ThaoL Lht.-Ztg. 1801, Ki. IS Rtät;
KitboUk 81, I, SIT-H Pinliu. [SOU
Ellinger, 6,, Philipp Melanchthon.
Berl,, Gaertner. ivj, 624 8. 14 M. {3024
Chrlgtinaiin, C., Helanchth^n«
Haltung im achmalkald. Kriege.
(= Hft. XXXI T. Nr. 2407.) Berl..
Ehering. 160 S. 4 H. [3025
R*i.; Llit. Cbl. IWl, Nr. M W. K-r.
RSmer, H., Die Entwickig. d.
Gl&ubensbegriffes bei Melanchthon
nach dess. dogmat. Schriften. Bonner
Dias. 1902. 4B S. [3026
Kaweran, 6,, Die Versnche, Me-
lanchthon zur kath. Kirche zurflck-
rafahren. (— Nr. 7« f. Nr. Mll)
Halle, Kiemejer. 86 S. 1 M. 80. Vgl
1901, S262. [3017
Erard, A., £tude anr lea variatioBi
du dc^nae de la piMeatinatioD et iv
libre arbitre düa la Uitelogie it
HrilanchthoD. Lavkl, imp. LeliiiR.
zj, 98 S- [SOU
Gttnther, R.. Breiweiu Asichu-
nng vom Oottesdieiut a. seinEinflEM
auf d. (üottesdieiiBtordnuag d. Intho.
Kirchen Sfldwoatdtlda. (MonatMcb.
f. Gotteadienat etc. 6, 46-64: Bi-n-,
IS8-4S.) — a. Bouert, Job. Im-
mann. (Bll. f. irflrttb. Kirch.-G. i,
141-68.) [SOtl
Laag, Sit STaBualti-nlioKButM Mst
Biitun B. d. OnukdiOga Hlsar Tb*alii(k
■ 1M1, IM» Bu.: TbeoL UU-ZIf. IW,
Nr. 11 Krlahnn ; Lln. CbL IMl. Kr. 14 r. E :
OMi. a:*i. Ad*. IMl, «—14 w. Kahl«; n«i
Littbl. IMI, Nr. 1 L«liu. [SM
BrlckMB,!., Kup. HsdlQ. (KalucjUi|.
r. proL ihkL 7, siE-iT.) — j. muaim, ;it
Hau (XM. T, 7ai-M.) — Fr. THtaeh, J<A
HoBtar. (Bbd. S, US-M.| — r. Tittw, U
Jak. Schanak* Snd*. (H. Arcb. t lack 0
n, I4»-4I.) I»
ZwlngUuu. Uitt. E. G. Zwioglii
u. d. Beform. (s. 1901, 3863). 1901,
Nr. 2 o. 1902, Nr. I (= Nr. lOu. lli.
S. 217-90. tl 76 Pf. [30»
Ish.: H. lallar-Wardalllar, H. t. gua-
ptan OadukBBiua aar Zw. (8. »IT-ll} -
■ ■ ErU, VaraibaitaB f. •. KamHaa. d. Xwh^-
Hstaan W«ka. IB. Itlf.i KI^W^ — Da»,
ElnAnlofniihZw.a. (8. mf.;»4.) — Diii.,
Znr Wahl Zw.l Buh Zurlch. (8. ttlf) -
Dan., Z>.i CapaUarliad ueh Jsh*. Kaadin
8>bbau. (B. ItL-M.) — Dan., MrKkMili
Oomandaii Harknnh. (S ttS-lT; I«,) -
F. H«H, Zu Haiknnfl Conuadva (8. mtl
" ■'-"■ — - ~ amga b« "
-M.) — 6, Flaiiar, ZSrtch aa Kaaimiiifa
batr. d. Pr*Ugar Bimprachl aebaok. (S.tTlU
b. Zw. B. aaloa lUIOnutiia
— Dai
BrgSBigB.D.
(9. H6-11; Tmt.) — Vgl. Hl. aisB.
KUgelgen, C. T., Die Ethik Hnldi.
Zwingli«. Lp«., Wöpke. 111 S.
4 M. [3033
Stroahlla, E., L'nauTr* da CUtIb: rlpnaH
tIC.Pard.BrBBatMra. Qaaf.KtUidtB.lfr. INM
Sktktj, A., La pr^deEÜnation chet
Calvin; itude comparat. et crit
Paris. ThfeBe. 1901. 47 8. [30»
Cadlx, ■., L'^t&t; sa notion et
Bes rapport« avec l'^gUse d'apri)
Calvin. Essai hist. Paria ThfeM.
1900. 73 S. [SOS«
Reformationszeit.
•119
UImabb, H., Ulr. T. Hatten. (Beftlenoykl.
f. prot. Tbeol. 8, 491-96.) — Bloieh, Berth.
HaUer. (Ebd. 7, 866-70.) — Ders., Sebut.
Hofmeister. (Ebd. 8, 841 f.) — E. Ef 11, Leo
Jnd. (Ebd. 9, 650-58.) [8087
Massiasy F. T., Essai bist, sur
Pierre Viret, r^formateur du pays de
Vaud. Paris. Thäse. 1900. 1028. [3038
Uoennicke, G., Coel. See. Curio,
ein evangel. Humanist. (N. kirchl.
Zt. 12, 801—12.) [3039
Kraske, Joht. a. Iasoo u. d. Sakraments -
streit, s. 1901, 8870. Bes : OOtting. gel. Ans.
1908, 81-98 Bossert; Theolog. Litt.-Ztg. 1908,
Nr. 8 W. Köhler; Dt. Litt.-Ztg. 190:t, Nr. 19
A. Lang. [8040
Hegler, Anabaptist Balthasar Habmaier.
(Realenoyklop. f. prot. Theol. 8, 418-84.) —
Ders. [A Keim], Ldw. Haetaer. (Ebd. 7, 885
-89) — Den., Melchior Hoffmann. (Ebd. 8,
888-87.) — Ders., Job. Dar. Joris. (Ebd. 9,
d4!)-58.) — Ders., Hans Hat. (Ebd. 8,489
-910 [8041
Clemen, 0., Der Wiedertäufer
Ulr. Hugwald. (Giemen, Beitrr. z.
Reform.-G. 2, 46-86.) [3042
Tarreatrapp, Joh. Oropper. (Bealencyklop.
f. prot. Theol. 7, 191-98 ) — Tk. Kolde, Jobs.
Hoffmeister. (Ebd. 8, 889-88.) — G. Kaweraa.
Mich. Heiding, Sidoniai. (Ebd. 7,610-18.) [S048
F. F., Der Speyrer Weihbischof
Ant. Engelbrecht, 1680. (Katholik 82,
I, 61-72.) [3044
Clemeiiy 0,j Jobs. Sylvius Egranus
(s. 1900, 1262). FortS; u. Schluss.
(Mitt. d. Altert. -Ver. f. Zwickau 7,
1-32.) [3046
Weicker, Stellang d. Korfttrsten s. Wahl
Karls y. im J. 1519, s. 1901, 8876. Bes.: Dt
Litt.-Ztg. 1908, Nr. 18 Oess. [8046
Sannesy A.^ Die brandenbor^. n.
mainzische Eurstimme bei d. Kaiser-
wähl Karls V. (Forschgn. z. brandb.
u. preuas. G. 14, 376-92.) [3047
Rettbergr^ P.) Studien z. Yerständ-
niss d. Politik d. Kurf. Richard v.
Trier in d. Jahren 1619-1626. Greifs-
wald. Diss. 78 S. [8048
Doebner^ B., Die hildesheimische
Stiftsfehde, 1619-1623. (Doebner, Stu-
dien z. hUdesh G. S. 83-99.) [3049
Benratk, G., Papst Hadrian VL, 9. Jan.
1588-14. Sept. 1588. (Bealencyklop. f. prot.
Theol. 7, 811-15.) — G. Kaweimi, Das Ha-
genaaer Beligionsgesprftch 1540. (Ebd. 888-85.)
— Ittleib, Das Interim. (Ebd. 9,810-18.) [8050
Hyrroix, A., Fran9oi8 I. et la
premi^re gnerre de religion en Suisse
(1629-31) d'apr^s la correspondance
diplomat. (Rbv. des questions bist.
71, 466-637.) [3061
Bourilly^ T. L.^ Jean Sleidan et
le cardinal du Bellay. Premier s^
Jour de Jean Sleidan en France,
1633-40. (Bull. bist. etc. de la Soc.
de rhist. du protest. fran9. 1901,
226-42.) [8062
Simonetti* A«* D convegno di
Paolo m. e Carlo V. in Lucca, 1641.
Lucca, Marchi. 1901. 66 S. [8063
Bes.: BiT. stör. Ital. 19, 55-58 Oapasso.
Broschy M.y Zu d. Conflicten
Karls V. mit Paul m. (Mitt. d. Inat.
f. österr. G-forschg. 23, 127-63.) [3064
Issleib. S.) Hans v. Küstnn u.
Moritz V. Sachsen. (N. Arch. f. sächs.
G. 23, 1-68.) [3066
HelBeMEBB, 0. T., Höckelheim [o. Langen-
salaa]. (Braonschw.Magas. 1901, Nr. 80 f) [8056
Pauls, £• £., G. d. erst. Belagerg.
Magdeburgs, 1660 u. 1661. (Bll. f.
Handel, Gewerbe etc.; Beiblatt z.
Magdeb. Ztg. 1901, Nr. 21-26.) [3067
Schönherr, D.. Der Einfall d.
Kurf. Moritz v. Sachsen in Tirol 1662.
(Schönherr, Gesamm. Schrr. 2, 146
-261.) [3068
SchönheiTy D.« Das Luthertum im
Kloster Stams i. J. 1624. (SchOnherr,
Gesamm. Schrr. 2, 469-76.) — Ders.,
Ein Wiedertäufer-ProzesB. (Ebd. 467
-86.) [3069
LaglnbUU) B., Reformation u.
Gegenref. ^estschr. z. 400. Jahres-
tage d. ewig. Bundes zw. Basel u.
d. Eidgenossen S. 34-67.) — Th.En»
deriS) Die Reformation in Sohaff-
hausen. (Festschr. d. Kant. Schaffh.
z. Bundesfeier 1901, S. 366-78.) —
J« Lang, Die Reform, zu Stein a. Rh.
(Ebd. 876-88.) [8060
Baeker, C^ Der Pannerherr Andrea« Sohmid,
1504-1565. (ZOrioher Tasohenb. 1908, 118-81.)
— E. Bgli, Badf. Oaalther, d. 8. Antistee d.
sflrcher. Blirohe. (Bealencyklop. f. prot. Slirohe
7, 888-84.) [8061
Clemeii) O.^ Miscellen z. baier.
Reform.-G. (s. Nr. 1186). ni-V: Jobs.
Ljudenmajer, Conr. Distelmair etc.
(Beitrr. z. baier. Kiroh-G. 8, 161-
690 P<>^^
Lippert, F., Reform, u. Gegenref.
in d. Landgrafschafb Leuchtenberg.
(Ebd. 181-89; 170-83.) [8068
Clem^ii) O.f Der Bauer von Wöhrd.
(aemen, Beitrr. z. Ref.-G. 2, 86-
96.) [8064
Wolfart, K«) Beitrr. z. Augsburger
Reform.-G. (s. 1901, 8290). ifi: Casp.
Schwenkfeld u. Bonifac. Wolfhart,
ßeitrr. z. baier. Kirch.-G. 8, 97-114 ;
146-61.) [8065
Histor. YierteUahrM)hrift. 1908. 4. BibUogniphie.
9
120
Bibliographie Nr. 8066—8118.
Timkofer, B^rah. AdtlmAnn t. Adel-
nannsfelden, a. 1901, 8tM. Sei.: Hitt. Zt.
87, 48«-88 Kftlkoff ; Zt f. kath. Th«ol. 85, 680
•88 KrOss; Beitrr. s. bfttor. Kiroh.-O. 8, 80 f.;
Mitt. a. d. hiti. Litt 80, 184-66 B. Sohnidt. [80«6
Sehirmery Der Konstanser Domherr
Johann v. Bota^eim, f 1686. (Bev.
Internat, de th^l. 9, 766-72.) [»067
BoMert. G.) Beitrr. i. badiech-
pfälzisch. Eefonn.-G. (Zt. f. G. d.
Oberrh. 17, 87-89; 261-90.) [8068
Qimjy Die BeiohMtMlt Bohlettatadt 1480-
1686, ». 1801, 1887. Be«.: Hirt. VlerteU.eclir.
4, 146 Y.Ernrt; Jahrb. d. Oee. f. lothr. O. 12,
488-86 M.; Hirt ZI 88, 118 Holrtein. [8089
Hanauer 9 A., Jean Setzer lim-
primenr pol^miste de Hagnenan 1 528-
1682. (Rev. d'Alsace 68, 6-34.) [8070
Adam, Die Wiedertäufer in Zaoem.
(Strassburg. Diözesanbl. N. F. 8, 468,
-66.) [8071
TarreBlimppy HenMuui t. Wied. (Beal-
•noyklop. f. prot. TheoL 7, 718-14.) [8078
Clemeiiy O«, Das Antwerpener
Anffnstiner- Zoster bei Beginn d.
Reformation, 1618-1628. ^onatshfte.
d. Comen.-G^. 10, 806-18^ — Ders.,
Der InquisitionsprozesB d. Antwer-
pener Stadtsekret&rs Comel. Grapheus.
(BeU. z. Allff. Ztg. 1902, Nr. 47.) [3078
Mirbt) €•» Hombezger Synode n.
Eirchenordnung 1626. ^alencyklop.
f. prot. Theol. 8, 288-94.^ — W.
Kdolei^ Die Abendmahlslehre d. so-
gen. Homberger Eirchenordnung.
(Mitt. d. oberhess. G.-Yer. 10, 124
.2y [3074
Eartels^ J», Die Wiedertäufer-
bewegong im ehemal. Hochstift Fulda.
(Fuldaer G.bll. Jg. I.) [8076
Knoke, K«, Die dt. luth. Katechis-
men in den braunschw.-hannoY. Lan-
den währ. d. 16. Jh. (Zt. f. nieder-
BÄchs. Kirch.-G. 6, 76-146.) — F.
Koldewej.Matthia8 Bracht ▼. Kessel,
d. Vater d. Humanisten Jobs. Gaselius.
fEbd. 1-76.) — L. Armbmgty Joh.
Sutels Verwandte u. Bekannte in
Melsungen. (Ebd. 249-64.) [8076
Tichaekert, P., Hersogin BliMbeth t.
Monden, e. 1900, 8866. Bes.: Fonehgn. s.
hrandb. o. prenet. O. 14, 889-81 F. Wagner.
— P. Ttohaokert, Zu BliMbeth t. MOnden
n. Corrinoi. (ZI d. Oee. f. niederslohe.
Xireh.-O. 6, 864-66.) [8077
Bertheaa, C, Alb. Bisaene Hardenberg.
(Benlenoyklop. f. prot. Theol. 7. 406-16.) [8078
Jacobs y E.) Ulrich XI., Graf ▼.
Regenstein, 1499-1661. (Zt. d. Harz-
Ver. 84, 161-448.) [8079
Bedlieh, Kardinal Albrecht t. Brandenb.
Q. d. Nene Stift sn Halle 1680-1641, s. Nr.
1808. Bes.: AUg. Litt.bl. 1901, Nr. 14 Hngo
Koeh; Hlsi. Jahrb. SS, 46C-S1 J. 8.; ZI C
Knltor-O. 9, 866 f. ia«b«. — P. Kalkoff,
Zw OrOndnage-O. d. V—mn. StifU in Halla
(Zt. f. Kir«h.-0. 8S, 107-9.) [MM
Clemen. O., Bisch. Adolf ▼. Merse-
burg u. d. Pfarrer ▼. SchOnbach o.
Grossbuch. (Giemen, Beitrr. z. Bef.-G.
2, 4-14.) — Ders., Simon Hafentz.
(Ebd. 14-26.) — Ders., Georg Mohr.
(Ebd. 26-44.) [8081
Bdhly E«, DieBeziehffn.Thüringeiif
zu d. evang. Oesterreiä im Zeitatter
d. Reform. (Zt. d. Ver. f. thüring. G.
etc. 12, 827-482.) imi
Flade, F., Das kirchl. Leben Dres-
dens im Jh. d. Orthodoxie. (Dresdner
G.bll. 1901,88-88.) — D.BibeliuSy Die
Dresdner Superintendenten. (Beitrr. z.
8&chs. Kirch.-G. 16, 278-301.) [8088
Kolde, Th., Johann d. BeatSadige. (B«el-
«ncjklop. 1 prot. Theol. 9, SS7-44.) — Deri.,
Johann Prledrieh d. Orossmatige. (XbdL 844
-49.) — 9. Kaweraa, Joachim I. n. H. r.
Brandenb. (Jihd. 890-87.) (80^4
Sehnelly H., Heinrich V. der Fried-
fertige, Herzog ▼. Mecklenburg, 1608
-1662. (— Hfl. 72 ▼. Nr. 8011.) Halle,
Niemeyer. 72 S. 1 M. 20. [8086
Beintker, E., Beitrr. z. G. d^ Re-
formation in Pommern. (Ball Studien
6, 211-88.) [8086
Kraase, B.j Die Reformation u.
(Jegenref. im ehemal. Königreiche
Polen besond. in d. jetzig, preass.
Provinzen Posen u. Westpreuss. Posen,
Merzbach. 121 S. 2 M. [8087
Bes.: Zt. d. weetprenta. O.-Yer. 1, SO f. Tnj-
tag; Theol. Utt-Ztg. 190S,Mr. 14Doe— rt; ffiit
M onatebU. d. ProT. Poen 8» 69 f. Klairnivtehter.
Konieeki, 0., G. d. Reform, in
Polen. 2. verm. u. rerb. Aufl.. Posen,
Decker & Co. 1901, 276 S. [8087 a
Bes.: Hist. MonatebU. d. P>ot. Poeea 9,
&7-&9 Kleinwichter.
CeUehowskly Z., Przjcsrnki do
dziejö w panowania Zygmunta starego.
I: Reces jnraniczny mi^dzj Wielko-
polsk% a Ssi^stwem Glogowakiem s
roku 1628-1681. (Beitrr. z. G. d.
Regierg. SijB^smimdB d. Alten. Hit. I:
Grenzreguberung zw. Grosspolen u.
d. Fürstentum (Sogau 1628-1681; m.
e. Kte. d. Grenzlinie.) Pozn&n, Biblio-
theka komicka. 1900. 86 S. [8088
Bes.: Hill IConatobIL 1 d. Ptot. Poeen 8»
106-9 Skladnj.
Tsehaekert,» F., Dorothea, d. erste
preuss. Herzogin, gest. 1647. (Hohen-
zollem-Jahrb. 6, 87-98.) [8089
Freytagy H., Wie Danzig evan-
gelisch wurde. Danz., Ev. Buchhdlg.
61 S. 70 Pf. [8090
GegeiiTeforiiiatioii und SOj&hr. Krieg.
•121
Amelun;, F., Melchior HofTmauii
in Livland u. d. Einführg. d. Reform.
io d. Lau dkirch spielen Doqiat n.
RQgen 1525. (Sitzangeberr. d. gel.
eBtoiech. Qes. 1901, 196-223.) [30SI
b) GrgmreformatiottundSOjä}«: Krieg,
1555—1648.
Llebenan, Tk. t., Renward Cjsat
flb. d. Beziehgn. d, Schweiz za Frank-
reich in d. Zeit Heinrich in. (Änz.
f. Schweiz- G. 1901, 4fi7-60.) [3092
Briefe, 2, klevischer Prinze«»innen.
Zur 0. d. Oegenref. (Jahrb. d. Ter.
f. CT. Kirch.-G. d. Orafech. Mark 4,
184-27.J [30!»
PetreDs', Jok»., Schriften üb.
Nordstraud ; nach d. besten Hse. httg.
T. R. HanseD. {= Nr. 1962.) Kiel,
Üniv.-Buchbdlg. 1901. S14 8.; Ete.
« M. _[3094
Flderit, Jok., Der SOj&hr. Krieg.
ReUtio hiBt. 1621-^7. (Bll. f. lippische
Heimatkde. I, Nr. 2-12. H, Nr. 1-7
u. 9-12.) [3095
Antl, Tk., Zpr&T7 o mSste Tieboni
z let 1620-2S (NachiT. flb. d. Stadt
Wittingan in d. Jahren 1620-28).
(SitzQDgBberr. d. kgl. bOhmiBch. OeB.
d. WisB. zu Prag. 1901, H.) Prag,
ÄiToM, 12 8. [8096
■Srttli. A., Schreiben d. Herzogin
Anna Sophia v. Brannschw.-Lüneb.,
gebomer Markgräfin v. Brandenb,,
an d. Grafen Adam zu Schwarzen-
berg üb. d. Aufenthalt d. KOnigs
GuBtar Adolf t, Schweden 1631 in
Berl. u. in d. Mark Brandenb. (Zt.
d. bergisch. G.-Ver. 86, 119-84.) [309T
HelnemanD, 0., Des pommergchen
HofratB Georg Lichtfaas Bericht
üb. seine Sendung nach Grosspolen
i. J. 1633. (Zt. d. hiBt. Ges. Posen
16, 116-87.) [8098
Brl>ra ■. Akt«! i. 8. d. 1« Jihih. m.
tisiaud. Rookiichl tat Bilarni FuManluu.
Bd. V: W. Ooii, BaltIT. ■- O. Hl» AJ-
biechU T. B. d. Ludilwrf« Bnsdei, l&M-W,
■, •96, SCSI. Bu t N. Arsb. I, •Iclii. G. IS,
MS D. Hill. Tlarlelj lobr. 'M, M-M OnU,
Walt; Hltt. Jtbib. ti, ISTf. KsOprier n.
Entgegng. t. O. u. BlLokiaHsig. t, K. abd.
»«-!«. rto»
Boasert, 2 Briefe von Paulus Eber
an d. Markgrafen Georg Friedrich.
(Beitrr. z. baier. Eirch.-O. 8, 73-
79J fsiOO
ScbellkasB, K.. Akten z. Beform-
thätigkeit Felic. Kingnardaa inabei.
I in Baiem n. Oe«t«rr,, 1572-77 (s. IWl,
S3-J2). Forte. (Quellen a. Forechgn.
] a. ital. Archiven etc. 4, 208-86.) Vgl.
Nr. 8143. [8101
' Wnnanii, E,, Nuntins Bonhontini
I auf d. Tagsatzung zu Baden im Juni
' 1G80: Aktenstücke. (Anz. f. Schweiz.
f Q. 1902, flS-40.) (3108
, Lo§ertb, F., Die Gegenreformation
I in Graz, 1582-86; 146 Aktenstücke
ans 3 bisher unbekannt. Akt«n-
' gammlgn, v. J. 1586. (Beitrr. z. Kde.
steiermltrk.O.qneUen81,69-]S8.)[S10S
BaiiHMB, B., nab. d. lUTUtu d.StuoM*!
Dntpst 1. J. liM. (BIUiugibnT. d. g*l.
eitDlich. Gh. i«01, Itt«.) [1101
Meister, A., Die pKpstl. Eonfir-
mationsurk. f. d.Gründg. e.Hinorit«n-
niederlasBg. in KOln im OUvenkloater.
(Ann. d. hist. Ver. f. d. Niederrh, 78,
I 112-22.) [3105
80BH«rMdl, G., Kin Behisibaii d. Aulull-
, COtheDHhsii a»i. Kiniinunli n. HofmaliMn
CbrlilDpb T. lAhpdortt ui d. FOntw Lndwlg
T. Anb.-Cothen, IS09. [Mltt. d. T». f. Inhalt.
H. B. 1»I-»».] [tioe
Bothert) Der EonfesBionaBtand d.
Gemeindend.GrafschaftMark. (Jahrb.
d, Vet. f. ev. Eireh.-G. d. Orafsch.
Mark 4, 77-114.) [Akten betr. d.
. Zustand in d. Zeit T. 1609-1624.1 [3107
Schnli, Hbuhj Zierotin-Funde.
j (Zt. d. dt. Ver. f. G. Mährens u. Schle-
I siena 0, 47-68.) Vgl. 1900. 1818. [8108
I Blok, P, J., Lust van Doknmenteu
betr. ona land, voorhanden in de
I archieven van het S. C. di Propa-
gandeFide teRome; 162G-6S. (Archief
voor de geach. van het aartabisdom
Utrecht 27, 829-76.) [8109
1 Slegl, %., Ungedr. Brief Wallen-
steins [an d. FeldmarBchall Mathiai
I Gallaa] 1632. (Mitt. d. Ver. f. G. d.
Dt. in Böhmen 40, 398-400.) [8110
, Fiscbart-Studien (a.
1900, 3S98). VI: Die Verdeutachgn.
polit. FlugBchrr, a. Frankreich, d.
Niederlanden n. d. Schweiz. (Eupho-
rien 8, 629-71.) [3111
Dlllcfc's, W.f Ansichten hesaischei
Städte a. d. J. 1591. Nach d. Feder-
zeicbngn. in sein. Sjnopaia deacrip-
tioniBtotinaHaaaiae.(Hng.:E.Theu-
ner.) Marb., Elwert. fol. 27 Taf.;
ji S. T«t. 20 M. [3112
Lorckf S,f Ruina Palatinatua Bi-
pontini; hrsg., übers, u. erl. v. R.
Bnttmann. (Mitt d. bist. Ver, d.
Mediomatriker f. d. Weatpfalz in
•122
Bibliographie Nr. 3113—316«.
Zweibrücken, ü.) Zweibr., Lehmann.
1901. xiij, 126 S. 2 M. [3113
Berneker^ E., Ein Eatechismus
Primus Truber's v. J. 1667. (Arch. f.
«lav. Philol. 24, 166-72.) [3114
Schlosser 9 Der schnftl. Nachlass
d. Prof. J. Piscator zu Herbem u.
Beines Sohnes Phil. Ludwig. (Mitt.
d. Ver. f. nass. Altert.kde. 1901/2,
86-38.) [3116
Arndts G.y Die Eirchenordnung
d. Schwedenkönigfl Gustav Adolf f.
d. Stifter Magdeburg u. Halberstadt
V. J. 1632; veröfT. u. m. 6. Einleitg.
versehen. (Dt. Zt. f. Eirchenrecht 11,
247-76; 393-472. 12, 46-74.) Vgl. 1901,
3346. [3116
Diehly W*9 Das Catzenelnbogener
Gesangbuch v. 1633 u. d. Marburger
Gesangbücher a. d. Zeit v. 1636-1668.
(Monatsschr. f. Gottesdienst etc. 6,
13-19; 64-62; 93-95.) [3117
Marx 9 Ernst) Studien z. G. d.
niederländ. Aufstandes. (= III, 2 v.
Nr. 2409.) Lpz., Duncker & H. xv,
482 S. 10 M. 80. [3118
Maller 9 P. L.^ Bijdragen tot de
gesch. d. scheiding van Noord- en
Zuid-Nederland (s. 1901, 3361V Forte.
(Bijdragen voor vaderl. gescn. 4. R.,
n, 272-306.) [3119
Herre^ P., Europ. Politik im cy-
priechen Erieg 1570-1673. Tl.I: Vor-
G. u. Vorverhdlgn. Lpz., Dieterich.
xj, 165 S. 4 M. 60. [3120
Uollaender^ A.^ Ein Anschlag geg.
d. Unabhängigkeit Strassburgs i. J.
1679. (Zt. l G. d. Oberrh. 17, 291-
830^ [3121
Mathaus -Toltollnl, L. F., Die
Beteiligung d. Papstes Clemens YHI.
an d. Bekämpfg. d. Türken 1692-96.
(Rom. Quartalschr. 1901, 303-26.) [3122
HaekeBSCliniidt, Tilemann Heaihafen.
(Realenoyklop. f. prot. Theol. 8, 8-14.) —
P. Tiehackert, Dftn. Hoffmann. (Bbd 816-
81 ) — Joht. Kaue, Agidiut u. Nikol. Hnn-
nins. (Sbd. 4.'^5-68.) — Den., Laonh. Hatter.
(Ebd. 497-&00.) — e. Miller, Sam. Haber.
(Ebd. 409-12.) [3183
Kaoke, K., Kleine Beitrr. s. O. d. Oottei-
dienstes. (Monatsschr. f. Oottesdienst eto. 6,
198-801.) [8184
Benratk, Stanisl. Hosias. (Bealencyklop.
f. prot Theol. 8, 8-^8-98.) — Zdekler, Der
Jesuitenorden. (Bbd. 748-84.) — M. Belck-
maBB, Methodas dirigendae intuntionis e.
Onindsats d. Jesoitenmoral ? (Zt. f. Kirch.-
O. 88, 68-84.) Vgl. 1900, 1888 a, [8185
Bandlnly G«^ ün episodio mediceo
della guerra dei trent^ anni. Firenze,
Seeber. 1901. 196 S. [8126
Gfinter, H«, Das Restitutionsedikt
V. 1629 u. d. kath. Restauration Alt-
wirtembergs. Stuttg. , Kohlhammer
1901. 885 S. 7 M. [3127
Bes.: Dt. Litt.-Ztg. 1908, Nr. 85 Egethsaf
Keiler. B«. Die Friedensverhdlgn.
zwisch. Frankreich u. d. Kaiser auf
d. Begensburger Kurftürstentag 1680.
Bonner Diss. Bonn, Behrendt 67 S.
1 M. [3128
Wejle, C, Sveriges Politik mot
Polen 1630-1636. Akad. afhandlinf.
Upsala, Almquist u. Wiksell's bogtrylc.
XV, 190 S. [3129
Bea : Litt. Cbl. 1908, Nr. 81.
Egelkaaf: Oastar Adolf in Diid^ a 1901,
8861. Bea. : Dt Litt.-Ztg. 1901, Nr. 87 K. Jacob;
Hist Jahrb. 88, 8 10 Panloa; Theol. Litt-Ztg.
1908, Nr.8 KAbler.; Litt. Cbl. 1908, Nr. SO. [S130
Lenz, M., Gustav Adolf. (Beal-
encyklop. f. prot. Theol. 7, 239-61.) —
G. Egelnaafy Gustav Adolf u. d. dt.
Reichsstädte. (Dt. Bundschau 111,
230-49; 409-30.) — J. H. Gebaoer,
Gust. Adolf in Brandenburg. (Jahres-
ber. d. hist. Ver. zu Brandenb. Nr.
32/33, 63-84.) [3131
Blkiiag, J., Des SehwedenkOnigs Lab«-
trank. (Ali-Amstadt 1, 8. 85.) [SISI
Michael. W., Wallensteins Vertrag
mit d. Kaiser i. J. 1632. (Hist. Zt
88, 386-436.) [8133
Postina 9 A.y Geldanleihe dt. Je-
suitenkollegien i. J. 1632. (Katholik.
82. I, 190-92.) [3184
Kekile t. SlimdOBlis, St., Die Herkunft
d. kaiserL Feldmartohalla Peter Melander
(Oraf T. HoUappel). (Dt. Herold 1908, Nr. 4.) —
0. Frhr. Sekeak an Sehwclaibcrg, Stammte
Oraf Peter r. HoLiapfsl ans bftnerl. oder aus
adelig. Oesohleobt? (Ebd. Nr. &.) [S1S6
Doebner^ R.^ Die Belagerung d
Stadt Hildesheim in d. Jahren 1633
u. 1634. (Doebner, Studien z. hildes-
heim. G. S. 100-114.) [3186
Jahne! 9 C.j Die kurbrandenourg.
Regimenter in Böhmen 1634. (Sep. a.:
Norddt. AUg. Ztg. v. 24. Okt. 1901,
Nr. 260.) 10 S. [3137
Leo, Soblacht bei NOrdlingen 16S4, s. 1900,
8388. (38 S. als Hallena Disa. gedr.) Bes.:
Litt. Cbl. 1900, Nr. 47; Mitt. a. d. bist Litt.
30, ISSt. Bärge; Hist. Vierte^j.schr. 5, 868-66
Bj«b8. [81SS
Bejbelj^ £.. La question d'Alsace
et de Brisacn depuis le trait^ de
Saint-Germain de 1636 jusqu'au
traitä de Brisach de 1639. (Ann. de
TEst 16, 206-46; 895-431.) [3139
Gregenreformation und SOjähr. Krieg.
•123
Basty B.) Die baier. Politik in d.
Jahren 1640-1646. Kap. I: Die baier.-
franz. Konferenz in Einsiedeln. Progr.
Ansbach. 1901. 27 S. [3140
Pinsker, C.^ Bitva u Jankova
6. bf ezna 1645 (Schlacht bei Jankau).
(Sitzungsberr. d. böhm. Ges. d. Wiss.
zu Prag 1901, IV.) Prag, Äivnä^.
44 S.; 2 Pläne. [3141
Ausfeldy E., Durchzug e. schwe-
disch. Heeres durch d. Erzstift Magde-
burg im August 1648. (G.bll.f Magdeb.
36, 366-64.) [3142
Albers 9 B., Felic. Ninguardas
Yisitationsthätigkeit in d. österr.
Kronlanden von Ende Sept. 1672 bis
März 1676. (Stud. u. Mitt. a. d.
Bened.- u. Cist.-Orden 23, 126-64.)
Vgl. Nr. 3101. [3143
Bibl, EinfOlirg. d. kath. Oegonref. in
NiederOaterr. durch Budolf II., ■. 1901, 8870.
Bes.: Hist Zt. 88, 188-85 Loesche; OöU. gel.
Ans. 1902, 69-75 Loserth; Alitt. d. Ter. f. O.
d. Dt. in Böhmen 40, LiU. Beil. 8. 67 f.
Tupetz. [3144
Starzer^ Die Wahl d. letzten
Propstes V. Ebemdorf. (Carinthia I,
Jg. 92, 61-63.) Vgl. 1901, 8370. [3146
Schuster^ G*) Eine brandenburg.
Prinzessin auf d. siebenbürg. Fürsten-
throne. (Hohenzollem-Jahrb. 6, 121-
36.) [3146
Müller. E. F. K., Zweite helretlsohe Kon-
fession. ^KeftlencyUop. 1 prot. Theol. 7, 645
-48.) — W. floetzy Bisch. Jak. Christoph a.
d. Uegenref. in d. Sahweix. (Ebd. 8, 547-
51 ) [8147
Fäh, F., Das Zeitalter d. 30jähr.
Krieges u. d. Absolutismus. (Festschr.
z. 400. Jahrestage d. ewig. Bundes
zw. Basel u. d. Eidgenossen S. 68-
106.) [3148
Holzach 9 F,j Die Basler in d.
Hugenotten^iegen. (80. Neujahrs blatt
d. Gesellsch. d. Guten etc.) Basel,
Reich. 4^ 48 S., Taf. 1 M. 40. [8149
Rott, £d.9 Les Suisses, l'Espagne
et la Ligue. L'ambassade ä Soleure
du sieur de Fleury, 1682-86. (Rev.
d'hist. diplom. 16, 69-91.) Vgl. 1901,
3376. [3150
Cartier^ A*. Les Genevois en 1668
d'apr^s un Hbelle contemp.: Les
grandes Chroniques et Annales de
Passe- partout par A. D^sir^. (M^-
moires et docc. publ. p. la Soci^t^
d*hist. et d'archl. de Gen^ve 6, 168-
201.) [3161
Crne^ F. de^ Relations diplom. de
Genfeve avec la France. Henri IV. et
les däput^s de Gen^ve, Chevalier et
Chapeaurouge. (Ebd. 236-688.) [8162
Bez. : BeT. d'hist. moderne 8, 687 f. Boorrilly.
Lippert, F., O. d. Oeganref. d. Oberpfals,
s. 1901, 8880. Bes.: Theo!. Litt. -Ztg. 1901,
Nr. 85 Hubert; Mitt. a. d. hist. Litt. 8>, 184-
86 Gast. Wolf; Ber. intern, de thtel. 9, 6:i6-
27 Schinner; Theo!. Litt.bl. 1901, Nr. 88
Bossert. — Lippe rt, OegenreC in d. Lftnd-
grftfschftft Leuchtenberg s. Nr. 8068. [8168
Lipperty F., Die Pfarreien n.
Schulen d. Oberpfalz (Kurpfalz) 1621*
1648. (Vhdlgn. d. hist. Ver. v. Oberpfali
& Regensb. 68, 186-224; Ete.) [3164
Goetc. W., Bisch. Jul. Echter n. d. Gegenrel
in Würsburg. (Bealencyklop. f. prot Theol.
9, 688-84.) — Th. Kolde, Joh. Haner. (Ebd.
7, 400-408.) [8156
Simmet, L.^ Die Reichsstadt Au^-
bürg in d. erst. Hälfte d. 30jähr.
Krieges. Progr. Augsburg. 1901,
31 S. [3166
Mayer ) F. X., Zur G. d. Gegen-
refonn. in d. Eomburgschen Pfarreien
Steinbach (b. Schw. Hall) u. Gebsattel.
(Diözesanarch. v. Schwaben 20, 1-4;
20-26; 60-64; 73-77.) [3167
Dancker^ Die Gegenreformation
in Thalheim a. Schotzach, 1628-1649.
(Bll. f. württb. Kirch.G. 6, 163-74.) [8 168
Bejerle, Konst»ns im 80Jihr. Kriege, s. 1900,
8848. Bes. : Dt. Litt-Ztg. 1»00, Nr. 84 K. Jacob ;
Korr.-BL d. westdt. Zt. 19, Nr. 10 P. Bedlich ;
Hist. Vierteljachr. 5, 876 f. Krebs. [8169
Beck 9 H.y Easp. Klee v. Gerolz-
hofen. Das Lebensbild e. elsäss. evang.
Pfarrers um d. Wende d. 16. u. 17. Jh.
(=» Nr. 71 V. Nr. 8011.) Halle, Nie-
mejer. 1901. 66 S. 1 M. 20. [8160
Benss, Hugnenots fngitifs k Strasbourg
au 16. siftole. (Bull. hist. etc. de la Sog de
rhist. du Protest. frauQ. 1901, 688-81.) [8161
MantZ) E., Une ville de la Basse-
Alsace ä T^poqne de la guerre de
trente ans: Woerth. (Rev. d*Alsace
N. S. 8, 219-66.) [3162
OttO) F.) Gräfin Margarethe v.
Nassau-Idstein u. d. Stadt Wiesbaden.
(Mitt. d.Ver. f. nass. Altert.kde. 1901/2,
77-81.) [3163
Schmidt, Jak., Die kath. Restau-
ration in d. ehemal. Kurmainzer Herr-
schaften Eönigstein u. Rieneck. (Er-
läutergn. u. Ergänzgn. zu Janssen
G. d. dt. Volkes; hrsg. v. Pastor,
m, 1.) Freib., Herder, xij, 124 S.
1 M. 80. [3164
Qoets, W.y Jakob r. Eltx a. d. OegenrefL
in Kur-Trier. (Bealencyklop. f. prot. Tbeol.
8, 668-66.) [8166
Tersteeg, J«, De slooping van het
kasteel te Gouda 80. Oct. 1677.
124
BibUographie Nr. 8166--3217.
(Bijdragen voor yaderl. gesch. etc.
4. R.; n, 168-67.) [8166
Kolbe^ W*9 Der Kampf um d.
Ho ttenröder Kirche; e. konfessionelles
Drama a. d. Zeit d. Oegenref. (Hessen-
land 1901, Nr. 6.) [8167
BniiBer,Th«op]ül. Nenberg^r; Lebensbild
•. heMiioh. Sap«riBt«nd«iit«]> a. d. Zeiten d.
aOj&hr. Krieget. (Mitt. an d. Mitglieder d.
Ter. f. beM. O. 1900, t6-87.) [S16S
Hdlsoher^ U.« Der Beliqnienschatz
im Dom zu Goslar. (Zt. d. Harz-Yer.
84, 499-618.) [8169
Hassebrauk, 6.) Der Sturm auf
Braunschweiff 16.-17. Okt. 1606.
(Braunschw. Maffaz. 1901, Nr. 11 f.;
28.} Vgl. Hnr. Meier, Der üeber-
fall d. Festung Braunschw. am 16.
u. 17. Okt. 1606. (Ebd. Nr. 16 u.
1902, Nr. 2 f.) [8170
Llltkenianiiy H.^ Dr. Joach. Lütke-
mann (s. 1901, 1878). 2. umgearb.
Aufl. 189 S. 2 M. J8171
Hansen^ B«^ Wiedertäufer in Eider-
stedt bis 1616. TSchrr. d. Ver. f.
schlesw.-holst. Kircn.-G. 2. R., Bd. II,
175-288.) [8172
Sommerfeldt) 6«« Die Beziehgn.
d. Generals Ernst Albrecht v. Eber-
stein zur Stadt Frankenhausen, 1685
-1660. (Zt. d. Ver. f. thüring. G. 12,
647-76.) [3178
DibeliBi, F., lUtth. HOe t. Höenegg.
(Re&lencyklop. f. prot. TbeoL 8, 178-76.) [S174
KBetteby K., Ein Heeee in Königsberg im
16. Jh. (HeiMnland 1901, Nr. 6 n. 7.) [8175
BerendtSy A.^ Die Auflösung d.
Deutsch. Ordens in Liyland. (Salt.
Monatschr. 49, 221-86.) [8176
Groggy £.) Die livländ. Gegen-
reformation u. ihre hervorragendsten
Bekämpfer. (Mitt. f. d. ev. Kirche
in Russland NoT.-Dec. 1901, 608-
42.) [8177
c) Innere Verhältnisse (unter Aus-
scMiiss von Eeligion %ind Kirche).
Waltetet 9 H., Feuerdtädtenrodel
T. J. 1668/69 (Wattelet, Aus d. alten
Murtengebiet). (Freiburg. G.bll. 8,
83-61; ITOf./ [8178
Llldickey lt., Die landesherrhchen
Zentralbehörden im Bistum Münster;
ihre Entstehg. u. Entwickig. bis 1660.
(Zt. f. vaterl. G. etc. Westfal. 69, I,
1-167.) [8179
Togeler^ E., Soester Stadtrechnung
T. 1688; m. Erläutergn. hrsg. (— Nr.
2626.) [8180
Tschireh) 0., Die d. Korfurtt
Johann Georg 1671 in Brandenburg
von d. Bürgern beider Städte gelei-
stete Erbhmdigung. Bericht d. I^eu-
städter Stadtbuches nach gleichzeit
Quellen erläutert. (Jahresber. d. hisi
Ver. Brandenb. 82/88, 86-90.) [8181
Stojenttn, M. r.^ Die Erbhuldigoog
d. hinterpomm. StlUide bei der Thron-
besteigung Herzog Bogialaws XIIL
i. J. 1606. (Balt. Studien 6, 29-97.) [818S
Eglly E., Naturkalender d. Befor-
mationsjahre. (Zwiiigliana 277-83.) —
Ders., Briefpost im 16. Jh. (Ebd.
229-86.) (81S3
Moritz 9 H.y Die älteste jüdische
Niederlassung in Fraustadt. (Eist
MonatsbU. f. d. ProT. Posen 2, 179-
84.) [8184
Carolina ) Die, u. ihre Vorgänge-
rinnen; hrsg. V. J. Kohler. TL U
s. Nr. 2899. [8185
Riekter, Otto, Am alt. Dresdner Geriekti-
baohem. I: Ein Vatermord 15S1. II: Sin
TodteohlM 1661. (Dresdner O.blL 1901, 8. «.)
— Eriek Sekmldty t KriminmllUle a. e. Me-
Bsritaer Stadtbaoh. (HUt. MonatsbU. f. d.
ProT. Posen t, 145-48.) [SIM
Aaderle, Z., Einiges ab. Bflobsenineistersi
SU Ende d. 16. Jh. (Jahrbb. f. d. dt. Armet
eto. 111, m-89.) — TklerbMh, Die Iltssi
BadschlAsser dt. Sammlgn. (Zt. f. bist
WafFenkde. 8, 1S8-42.) — R. Doebser, Zur
O. d. Geeobatae t. HUdesheim. (Doebner,
Stadien a. hUdesbeim. O. S17-St.) [S1S7
Sartori^Montecroee, T«, ün pro-
ffetto [del cardinale Madras] d*erenone
di una üniversitä a Trento nell Xvl.
secolo. (Tridentinum. Rivistamensüe
di studi scientif. 2, 197 ff.^ — Ders.,
Di un tentaÜTO dei giureconsulti
trentini di ottenere il privilegio di
conferire la laurea. (Ebd. 3, 114 ff.) —
G« B« Trener, Notizie sul progetto
del cardinale Madruz etc. $bd.
425 ff.) [8188
Becker ) W* M*^ Aktenstücke z.
Gründungs-G. d. Univ. Giessen. (Mitt
d. oberhess G.-Ver. N. F. 10, 40-66.) —
Ders., Der Übenrang d. Marburger
Stipendien nach Giessen. (Ebd. 66-
64^ [3189
Saide. Der Einfluss d. Reforma-
tions Werkes in Anhalt auf d. Besuch
der Universität Wittenberg. (Mitt. d.
Ver. f anhält. G. 9, 218-28.) [8190
Gegenreformation und SOj&hr. Krieg.
•125
Paodler, A., Die älteste Schul-
ordnung d. BOhm.-Leipaei Ojmnfts,
(Progr. Böhm.-Leipa 1901, 8, 33-
40.) [3191
Uielll, W., ScbulgeichichU. Beitrr.
a. d. ältest. ViaitatioiiBakten d.
Niedergrafschaft. (Ann. d, Ver. f.
naee. Aitertkde. S2, l!S-«4.) |3102
Zedier, 6., Zur Eniehg. d. Grafen
Philipp Ludwig n. T. Hanau -Münzen -
borg am Dillenburger Hofe. (Mitt.
d. Ver. f. DOS». Altert.kde. 1901/2,
67-60.) [3198
Sclildel, B., l p&da«og. Empfeh-
iDDgsbriefe a. d. IS. Jli. (Hitt. d.
Gea. f. dt, Erziehga,- u, Schul-G. 12,
39-44.) ~ A. WeckerUmg. 15 Ein-
ladungen zu flffentl. BedeüDungen a.
d. IT. Jh. (Ebd. 4G-56.) [3194
Behring, BeorganisationBplan d.
Danziger Hatg f. d. LateinBcholeu d.
Stadt, 1674- (Mitt. d. weatpreues. G.-
Ver. 1, 84f.) [8196
Clemes, 0., Kleine Beitrr. z. ellchs.
Gelebrten-G. in d. Ref. -Zeit. (N. Arch.
f. B&cha. 6. S3, 137-44.) [3196
Haller, A., Benedikt Marti (Are-
tins); e. bem. Gelehrter u. Forscher
d. IG. Jh. (Neuj.-bl, hrsg. v. biet. Ter.
d. Eantons Bern f. 1902.) Bem, Wjsi.
66 S. 2 M. [3191
Borkowski, H., Zur G. d. frucht-
bringenden OeselUchail. (Enphorion
8, 671-75.) Vgl. '99, 3296. [3198
WtUe, J., FfalzgrOfin EÜBabeth,
ÄbtisBin T. Herford. (N. Heidelberg.
Jahrbb. 11, lOS-41.) [8199
Sesch&fte 1658-1618. (N. Arch f. G.
. St. Heidelb. etc. 4, 826-65.) [3800
SptrgatlB, H., Engl. Litteratnr auf
d. Frankfurter Mesae t. 1561-1620.
(Sanunlg, bibliothekawisB. Arbeiten
15, 37-89.) Sep. Lpz., SpirgatiB.
8 M. [8201
SMhB, Hue. Hrsg. t. A. t. Keller
n. E. Goetze. Bd. XXV; hrsg. v. E.
Goetze. (Bibl d. Litter. Ver. in Stnttg.
226.) Tübing,, Verein. 660 8. [3202
Stiefel, A. L., Zu d. QneUen d.
Fabeln n. Schwanke d. Hana Sachs. I.
(Studien x. vergleich. Litt.-G. 2, 146
-88.) [8208
Kapp, k., JSrg Orllinnld, a. dlehMBdm
d. StDd. il. Dnwr. SpTuban 107, l'-M.) [S«M
Wlekrun, Geo., Werke (b, 1901,
8488). Bd. n. hrsg. V. J. Bolte;
Knabentpiegel. Vom ungeratnea
Sohn, Vom guten u. bCaen Nachbarn.
Der Goldfaden. (Bibliothek d. Litter.
VereioB. 228.) Tübing., Verein. 1901.
Lj. 440 S. [8206
Ubde-BeraKr^» H., Job. Struthint
Spiel „Die Bekeh^. S. Pauli", (Mitt
a, d, German. Nationalmuaeom ISOt,
172-77.) [3206
Kopp, A., Die niederrhein, Lieder-
bandsclirift, 1574. (Euphorien 8, 4S9
-528.) [SaOT
Omi, P., Die Familie d, Haien
Hana Len v. Zflrich (b. 1901, SU4).
TI, n, (Zürcher Taachenbnch 1902,
187-302,) [3308
«Iflek, 6., Beitrr, i. G, d, Ant^
weipener Malerei im IS. Jh, I; Der
wahre Name d. Meisten D*V, (Jahib,
d, kunatblBt, Sammlgn, d, allerh.
Kaieerhauaes. XXH, 1.) Lpz,, Freytag.
fol, 34 8.; 9 Taf, 20 H, [320*
Boosei, H., Rubena, sa vie et sea
Oeuvres. Livr.1-4. Anver«, Lalibrairie
näerlandaise. t9Dlf. 4*. S. 1-256;
Taff, i 8 fr. 60. [3210
NenmanB, C, Rembrandt. Berl.,
Spemann. 1901. 4*. zxnj, 059 S.
28 M, [8211
Bai.^ Dt, UIL-Zlg IMI.Ni. n Walfflln,
Hofstede de Groot, C, Varia
omtrent Bembrandt, (Oud-Holland
19, 89-94,) [8212
Fahlu, B., G Bilate d, Fretbwg« Itltn
Tslentla Ein«, (HIU. d, Fnlbarg. Altart-
Var. II, 1-lB.) — C. Hledaar, SaUM.-ilslu.
BUdhmDBt Chrlnoph Waltar. (N. Arob, f.
tkchm. a. n, U7-60.) [Uli
Wso«'', Kreit, Dia Siata* d, Hukfnfau
Karli iL tob Badaa In Duluh, Im Zn-
ummiDhuig mit laddt, Brntmanllgiirai. [Zt.
f, O. i. Obarrfa. IT, lM-41.) EB»14
Hers, E„ Englische ScbauEpieler
n. englisch, Schauapiet zur Zeit Shake-
ipeares in Dtld. Tl, I, Bonner Disa.
1901. 64 S. [8216
ZluBennaiin, F., Englische Ko-
mödianten am Hofe zn WolfenbQttel.
(Braonubw. Magaz. 1902, Nr. 4f.) —
Dera, , Engl. KomOdianteitin Wolfenb.
(Cierm. A^hdlgn. Herrn. Faul i.
17.M&ral90Sdargebr.B.!lG-24.}[82I6
LBdieke» R., Vier Uflnatarische
Eofordngn. d. IS. Jh. (Zt. f. Knltnr-
126
Bibliographie Nr. 8217—8266.
G. 9, 187-62.) — Togel, Alte Ge-
xneinderügen d. Dörfer Rudelsdorf n.
Masten. (Ebd. 168-69.) — A. Kern,
Zur G. d. TrinkgeldeB. (Ebd. 170-
12 ^ [8217
Minnigerode-Allerbarg, A. Frhr.
T.) Ein Südharzer Grundherr zur Be-
formationszeit. (Zt. d. Harz-Yer. 84,
444-72.) — E. Jaeobgy Patengeschenke
d. Rats zu Wernigerode zu gräfl.
Eindtaufen 1682, 1692. (Ebd. 116-
20.) [3218
Liebe, G*, Ein Halleecher Bürger-
haushalt 1648. (G.bll. f. Magdeb. 86,
888-41.) [8219
SehfiBkerr, D., Eine Slneipttube a. d. 16. Jh.
Sihönherr, OeMmm. Sohrr. 2, 608-15.) —
. Loiek. Die Hodueit d. LandffrafeB
Georg V. Heteen • Darmstadt mit d. Ortfln
Magdalene v. d. Lippe. (Hestenland 1901,
Nr. 1-3.) — C. T. BftrdelebM, Dm Bing-
rennen n. Fusstamier su Berlin 1581. (Dt.
Herold 1908, Nr. 8.) — Y. BleseMMiB, Ein
Tnmalt in Dorpat 1641. (Balt. Monatsicbr.
49, 29S-S11.) [8820
BlefeBbMb, Der Zauberglanbe dei 16. Jk.
nach d. Katei^iunne Dr. M. Lathen u. d.
Dr. Ganisioi, 8. 1901, Kr. 1468. Bes.: Litt.
Chi. 1901, Nr. 87; Theol. Litt.- Ztg. 1901, Nr. 88
W. Köhler; Aroh. f. kath. Kirehenrecht 81,
198 f. Borohert; Litterar. Bundschao. 1901,
Nr. 7 SägmüUer. [8821
Beinkold. E., Der Hexenprosees geg. d.
Witwe Magdalena Alber n. ihre Verwandten
in Leisnig i. J. 1615. (Mitt. d. Ver. f. sicha
Volktkde. II. Hft 9, 8.6-87.) — 0. Olntker,
Bin wettprevM. Hexenproseea a. d. J. 1648.
(Mitt. d. weitpreaM. O.-Yer. 1, 14-16.) [8888
e. Vom Weatfäi. Frieden bis z,
Tode Karls VI. u. Friedr.
JFÜhelms I., 1648-1740.
Friedengbnrg) W.^ Regesten z.
dt. G. a. d. Zeit d. Pontifikats Inno-
cenz X., 1644-1666. Aus d. Abtlg.
,,Lettere" d. Vatikan. Gteh.-Archiyg.
(Quellen u. Forschgn. a. ital. Archiven
etc. 4, 286-86.) [3228
Hi^e^ Chr. F., De geheime cor-
respondentie van Abraham de Wicque-
fort met den Franschen minister De
Lionne. 's Grafenh. , Ny hoff. 1901.
168 S; 1 fl. 90. [8224
WflgthanSy A. u. D« t« Bergen,
Kurze Beschreibg. d. Clevisch- u.
Märkischen Archiv -Flucht von d.
Jahren 1672 u. 1679. (Zt. d. berg.
G.-Ver. 86, 106-17.) [8226
Walter, J., Der Orleans'sche Krieg
in d. Pfalz. Briefe a. d. Jahren 1688/89.
(Mannheim. G.bll. 8,76-88; 100-110;
181-41; 149-67.) — Ders., Einnahme
It. Zerstörg. Mannheims durch d.
Franzosen 1688, B9 [Abdr. d. im AuAr.
d. Stadtrats verfasst. Relation]. (Ebd.
27-40.) — Ders., Aufforderg. an d.
Ausgewanderten zur Rückkehr in d.
Pfalz nach Beendigung d. Orleans'-
schen Kriegs 1697. (Ebd. 91 f.) [8226
Waddington.A«. Un memoire in^
sur la cour de Berlin en 1688. (Rct.
bist. 78, 72-94.) [3227
Bohne, £• Ch«, a) Diarium od.
Tagebüchlein weg. d. Kgl. preusi.
Eimalls in Nordhausen unt. <L Gom-
mando d. Gen.- Adjutanten u. Obristen
V. Tettau . . . 1703. b) Nordhäusische
Chronika . . . ; beigefügt ist die Wal-
kenriedische Chronica, so vormahk
V. Henrico Eckstormio in Lat. Sprache
ausgefert. worden, nunmehro aber
ins Teutsche übers. 1701. (&8g. ?.
H. Heineck.) Nordhaus., Ebert 1901.
88; 86 S. 1 M. 76. [8228
Haake, P., Zur Kritik der „Re-
marques sur les Portraits de la conr
de Pologne". (N. Arch. f. sächs. G.
28, 84-99.) Vgl. Nr. 1878. [8229
Belschner. E., Amtl. Aktenstücke
z. G. d. Grünog. v. Ludwigsburg, 1709
-1760. (Ludwigsburg. G.bll. II.) [8280
Qnincy, Chevalier de, Mämoires;
pubL par L. Lecestre (s. 1901,
1478). T. ni: 1710-1713 (1901). xxBtj,
898 S. 9 fr. [8231
Heinemann , 0* , Die ältesten
Stettiner Zeitungen. (Bali Stadien
6, 198-210.) [8232
Spahn. M», Der grosse Kurfürst.
Die Wiedergeburt Dtlds. im 17. Jh.
(Welt-G. in Charakterbildern, hrsg.
V. Kampers etc. Abtlg. 4: Neuere
Zeit.) Mainz, Kirchheim. 1901. 162 S.
4 M. [3238
Bez.: Beil. s. AUg. Ztg. 1901, Nr.S9» HeU-
mann; Dt. Bondsduia 110, SIS- 15 SgtUwaf;
Bist. Zt. 89, 801-4 PriVnun; Fondign. s.
brmndb. u. preusa. O. 15, 967-68 Hlnts«: Litt
CbL 1908, Nr. 94.
Heyck, £., Der Grosse Kurfürst.
S Sonographien z. Welt-G. XVI.)
ielef.,yelhagen&Kl. 120 S. 4M. [3234
Crohns, HJ., Sverigea politik i
fSrhällande tili de federativa rSreU
sema i Tyskland 1660-68. I-II. Hei-
singfors, Finska litteraturs^ülskapets
tryck. 1894-98. xxj, 268; 242 S. [3236
Huber, A., Basels Anteil an d.
Breisacher Unruhen 1662-1664; eine
Episode a. d. Zeit d. Fronde. (Basler
Zt. f. G. etc. 1, 269-96.) [3236
Vom Westfälischen Frieden bis 1740.
■127
Doeberl, Baiam u. Frankr., Tomehmlich
unt Kurf. Ferdinand Mari», ■. 1901, 1495.
Bes.: Hist. Yiertelj.tohr. 4, 649-51 Pribram;
Litt. Gbl. 1908, Nr. 4; Hitt. Zt. 88, 801-5
Ments ; Mitt. d. Inst. f. ötterr. O.fortohg. SS,
800-807 Landwehr t. Pragenan; Hitt Jahrb.
88, 887-85 SchrOtter. [8887
S^gur. P. de 9 Luxembourg et le
prince d'Orange. (Rev. des deux
mondes. 6. Periode. T. 8, 655-94;
808-37. 9, 130-63.) [3238
Benrath, Papst Luiooens XI., 1676-1689.
(Bealenoyklop. f. prot. Theol. 9, 148-48.) —
Bes. T. iHHleh. Innocenx XI., ■. IbOO, 1507:
Hitt Ylertelj.schr. 4, 557-59 O. Weber. [;}889
Sz&deczkjy B., G. d. Wiederver-
einigung Siebenbürgens vom Wiener
Feldzuge bis z. Anfang d. Gubemiums.
OErd^lyiMuzeum 18, 421-35; 483-609;
668-90.) [3240
Heigel, K. Th. t^. Die Braatwerbg. d.
Markgrafen Ludwig Wilhelm t. Baden n. d
Prineen Engen t. Savoyen 1689-1690. (Ant:
SiUnngeberr. d Mflnoh. Akad. 1901, Hft. 5.)
Manch., Frans. S. 609-69 60 Pf. [3841
Langer^ Die ßeokkupation Frei-
burgs u. Breisachs 1698 — 1700. (Mitt.
a. d. k. k. Kriegs-Arch. 3. F., Bd. I,
101-51; 2 Pläne.) [3242
Krauske^ O.« Vom Hofe Friedrich
Wilhelms L (Hohenzollem- Jahrb. 5,
173-210; Taff.) [8243
Haake, P., Das Jnbilänm d. preutt. Königt-
krone in d. hi&tor. Litt. (Hist. Vierte^ .sehr.
4, 565-72.) [8844
Hejck, Friedrich I. u. d. Begrflndg. d.
preass. Königtums, s. 190 1, 8498. Bes.:
Forschgn. s. brandb. n. prenss. O. 14, 658
O. Hintse. [8845
Pomettl, Studi snl pontificato di demente
XI, 1700-1781, s. 1901, 8495. Bes.: N. Archivio
Yeneto N. S. I, 8, 209-24 Monticolo. [3846
Kupke« O.; Die Gefangennahme
d. Bischofs V. Polen in Warschau i.
J. 1704 u. seine Reise nach Rom zur
Verantwortung. (Hist. Monatsbll. f.
d. Prov. Posen 2, 97-104.) [3247
Friesen, t., Die Lage in Sachsen währ,
d. schwed. InTasion 1706 u. 1707 n. d. Friede
T. Altranstädt, s. 1901, 8497. Bes.: N. Arch.
f. s&chs. O. 23, 161 f. Haake.. [3248
Bosenlehnery A., Zur Restitutions-
S[)litik Kurfürst Max Emanuels v.
aiem (s. Nr. 1394). ÜI: Max Ema-
nuels Bemühgn. bei Frankr. u. Spanien
um Abtre^. d. span. Niederlande,
Nov. 1709-Febr. 1710. IV: Max Ema-
nuel u. d. Gertruidenberger Verhdlgn.
Juli 1709-Juli 1710. (Forschgn. z. G.
Baiems 10, 39-81.) [3249
Legrelle^ A.^ La diplomatie franc.
et la succession d'Espagne. T. VI:
La naix (1710-1725). td. 2. Braine
le Comte, Zech et fils. 1900. xxx,
689 S. 20 fr. [8250
Ziekarseh. J«, Die Eaiserwahl
Karls VI. (= 1, 1 v. Nr. 2408.) Gotha,
Perthes, xuj, 187 S. 3 M. 60. [3251
Bussemaker, Th«. De Triple-
Alliantie van 1717. (Bijdragen voor
vaderl. gesch. etc. 4. R., E, 168-
271.^ [8262
Williams^ B«, The foreign policy
of England under Walpole. (Engl,
hist. review. 15, 251-76; 479-94; 666
-98. 16,67-83; 308-27; 489-51.) [8253
Schfiaherr, D., Bienners Biehtstitte n.
letste Augenblicke. (Schönherr, Oesamm.
Schrr. 8, 806 88.) — Ders., Bienners Gattin
u. Kinder; e. Beitr. au d. Kanslers G. (£bd.
868-305.) [8854
Hamm, F., Zur Gegenreformation
auf d. Hunsrück. (Pastor bonus 14,
341-43.) [8255
Hnshacke. . W. , Krefeld zur Zeit
d. preuBS. Besitzergreifung. Kref.,
Kramer & Baum. 54 S. 60 Pf. [3256
Herrmann, K«, Die Erwerbung d.
Stadt u. Graf seh. Lingen durch d.
Krone Preussen 1702. Progr. Ling.,
van Acken. 4°. 16 S. 60 Pf. [3267
Wendland, A., Benedicta Henriette,
Herzogin v. Hannover. (Zt. d. hist.
Ver. f. Niedersachs. 1901, 1-11.) [3258
Hedemann, F. t., Beitrr. z. älter.
G. d. Hauses Holstein - Sonderburg.
(Zt. d. Ges. f. schlesw. -holst. G. 31,
1-88.) [3269
Ersley^ K., Frederik IV. og Slesvig.
Arvehyldmffsakteme af 1721. (üniv.-
Progr.) Kj0benh. 1901. 4*. 164 S. [3260
Ontwasser, K«, Kursachsen u.
Erfurt im 18. Jh. Leipz. Diss. 1901.
120 S. [3261
Bes.: K. Aroh. f. sftchs. G. 88, 16Sf
F. Friedrich.
Nagel. 0«, Der Schöppenmeister
Hieron. Roth. (Forschgn. z. brandb.
u. preuss. G. 14, 893-479.) [8262
Kfa6ala, J«, D. E. Jablonsky u.
Grosspolen (s. 1901, 8612). Schluss.
(Zt. d. hist. Ges. f. d. Prov. Posen
16, 1-58.) [8263
Innere Verhältnisse.
Tronchin, A«, L'ätat du gouveme-
ment present de la r^publique de
Gen^ve, 1721; publ. p. £. Favre.
(Mämoires et docc. pubL p. la Soci^t^
d'hist. et d*archl. de Genäve 5, 208
-84.) [3264
Berg, 0., Ordre [t. 14. Sept. 1780] an d.
President t. Münchow u. Director r. Hillen,
wie es mit d. Czon-Printsen seiner arbeith
•128
Bibliognphie Nr. S>65— S3S0.
Gaitrln sahAlUn «tTil« kU. (8«1iit. d. Vtr.
f. B d ManiBHk 11, lllt-11.) [StM
EDttner^ F., AubcOm a. d. Schiild-
büchem d. Reicbictoat Be^naburg,
1662-77, (Vbdlgn. d.Mrt.Ver. v.Ober-
pfali u. Regenib. G3, 8Sl-6t.] [3260
B^rtolominB, B., Ein Qenchts-
bucb d. Stedt Fordon. (Zt. d. biat.
Gm, Poaea 16, 189-830.) [3267
Liebe, O.f Die KKnunerorganiafttion
d, Admuiistoftton Angoit. (Q.bll, f,
UÜdebtiiv Se, 846-66.) [8S68
Otto, fr., Die Qrenibe^nge d.
Stadt Wieeibtkden, namentlich d. letzte
T, 1686, (Mitt, d. Ver. f, nus. Altert,-
kde. 190I/a, 24-29,) [3269
Ara^n, M., La compagnie d'Oat-
ende et le grand commerce en Bel-
fiqne au d^nt du 18, ai£cle. (Ann, .
ea Hcieacea polit, 16, 216-17.} [ä2T0
MllUiier, A.,VermegeiL e, Laibacher
HandeUmannea ».1711. (Argo 9,168 '
-70; 181-89.) [3271 |
SeliaBFr«'-A"l't, 6., Au den Bndgtt '
ivalcr BohuhnucbaTgaHll«! d, 17. Ib.; uoh
■It VoniiiuidKbB[iinciluigiL (Dt. B.bU, s, 71
-8SJ 18*11
Sekwarti, P., Ein Veranch e,
Regelung d. Armenpflege a. d. J. 1 726.
(Schrr. d. V. f. Q. d. Neomark 12,
47-66.) [3278
Koek, Ch., Zor Q. d. Leibtugen-
scbaft. NachiT. a. d. Gatern Saitorf,
Damp u. EoheuBtein. 1716-1767. (Zt.
d. Gel. f. achleiT.-holat. G. Sl, S9
-86.) [3274
Frendenthal, H., Die jüdisch. Be-
BUCber d. Leipziger MesBen, 1675-1699;
e. Beitr. i. G. d. Juden. (Sep. a.:
UonatsBcbr. f. G. n. Wiss. d. Jiiden-
tuma.) Frankf. a. M., Kaufmann.
62 S. 1 M. 60. [3276
Lehmann, E., Beitr. i. G. d. prenaa,
Heerea w&br. d. Begieiv. Friedrich
Wilhelms I. (Jahrbb. f. d. dt. Armee
etc. 115, 46-69.) — Der*., E. Boitr.
i. G. d. pr. Eeeiea: Denkachrül d.
Küraten Leopold v. Deasau a. d, J.
1717, betr. Venit&rkg. d, pr. Heeres.
(Ebd, 113, 269-73,) [827G
Keller, L., Der Gr, Kurfürat u, d,
Begründg. d, modern, Toleronzataatea.
(Der Proteatantisrnua a. Ende d. 19. Jh.
Lfg, 10.) Berl., Verl. Wartburg, 1901,
4°, 20 S, 1 M. [3277
Kb«1I, f., Die GrOndg. d. Solle- i
ffioma u. d. Gyrnnanunu d. PiariitsB
m Wien, Featachr. d. StaatagymaM.
im 8. Bez. Wieni 1901, 1-37.) [1278
TrMhHl, r. a K. E«II, HalratlHbi ■»
HDifarmal, (BHlasejklop.^ invt. ThvL,!,
^ i«i-si.) — A.
daanr. (»bd. I, 6 .
Khemann, Aob Amt i
[im
— Kolb. Das Paradies u, d. Uoi-
I veiBit&t Tübingen, (Ebd. 81-88.) [3380
flrtTtl, W., Oito ObTtmu BazAudt:
ITM-Sl Pndlgn d. latb. OsmtiBda imKln^
' duiB Rtkloi XI üank, (Julut d.V«, t «f.
Klnh.-O. d. DnfKh. Hark 4, IW-M,) IS»
HlrandoUe, B. N. L., Lea gal^au
pour cause de reliffion et la ehariU
wallonne i, Rotterdam, (Commianan
de l'hiat, dee ^liaes w&llonnea, Bnlls-
tin 8, 198-216,) [3*81
Jacobi, E., Zur G. d. Pieti<mna in
SohleBw.-Holstein. (Schrr. d. Ter, f
schleaw.-hoUt. Kirch.-G, 2.B., Bd.»,
239-87.) [3263
Tollln, H^ Salomoa Päricaid, d
Eoloniaator. (XI,2/S v, Nr.844S,)HaÄ|d.,
Eeinrichahofen. 88 S. 80 Pf. [3284
Flad«, KIrckL :
[SK
Eberleia, G., Die BcUeaisch, Greni-
kirchen im 17. Jh, (Schrr. d. Ter, f.
Reform, -G. Nr. 70,81-72; Kte.) [SSS6
Wattelet, H., Bemiache Sprach-
Terordngn. (Wattelet, Am d. alten
Mnrtengobiet II). (Freihnrg. G.bll. 8,
61-61.) [3187
Faber, C. W., SchslkamBdtu bal i. Wn-
dars BrCdsrn n Thaiui L K. im latn. Vf«Hl
d. II. Jb. (Hin. d. Om. f. dt. KntAn- o.
Sahul-Q. 11, M7-14) — W. Bekamak«, rir-
»rfra f. d. Wltwao b. Iiahnr mm Ojkbh.
AndnuniB n BUd«]wiin, IUI k. 1«m. (Xbd.
118-u.) fun
Walter, F., Mannheimer Sdinl-
snstände am Anfang d. 18. Jli. (Maui-
heimer Q.-bll. 8, 117f.) [SSS*
DIehl, W., Znr G. d. FnternohtB
in d. Hesseu-Darmat&dt. dt. Schnlea
zur Zeit der Landgrafen Ludwig TL
a. Emat Ludwig, 1661-1789. QS3t.i.
Ges. f. dt. Erziehga.- u. Schnl-0. 11,
1-88.) [8290
Wahrkaa, K^ Bin Bloub^rgar Biätatfiitt
*. d. II Jh. (BU. f. llppKob* SdiBiitkdi. n,
Nr. l.) . [UM
Sebwabe, E., Daa Lrcvam %a
Eameni in d. Oberlauaiti tui Zeit f.
Gottl. Ephr. Lessinge Schfilerjabren.
(N. Jahrbb. f. d. klaaa. Altert, «t«.
10, 27-44.) [am
Zeitalter Friedrichs d. Gr. 1740—1789.
♦129
Hei Bemann , 0.^ Die kurfürstl.
Brandenburg. Hof buchdruckerei in
Stettin, 1678. (Balt. Studien 6, 177
-91.) [3298
Amsperger, W.^ Leibnizens italien.
Reise 1689/90 (Zt. d. bist. Ver. f.
Niedersachs. 1901, 236-56.) [8294
Hfittner, F., Neue Daten zu d.
Leben d. Genealogen Biedermann.
^Arch. d. hist. Ver. v. ünterfranken
etc. 48, 254-66.) [3296
Wolff. Eng. 9 Die Deutschen Ge-
eellschaften d. 18. Jh. (Nord u. Süd
99, 226-41.) [3296
Spichtig^ Pet., Dreikönigslied v.
Lungern v. J. 1658; als Seitr. z.
schweizer. Litt.- u. Kultur -G. zum
1. Male hrsg. v. F. Heinemann. (Aus:
Der Geschicntsfireund. Bd. 66.) Luzem,
Doleschals. xij,114S. 1 M. 60. [3297
Zimmermann, P.^ Zu Herzog Anton
ülrich*s ,3ömi8cher Octavia." (Braun-
8chw.Magaz.l901,Nr.l2-14;16.)[3298
Dieffenbacher. OrimmelthAutens Bedeutg.
f. d. baditohe YoUukda. (Korr.-BI. d. Oe-
•smi-Ter. 49, 193-97.) — F. LftDChert. Abra-
ham » S. Clara in tein. Bexiahgn. s. Bened.-
Orden. (Stud. a. Mltt. a. d. Bened.- n. Cist.-
Orden 82, 546-56.) [S2»9
Beaffert, B., Nene Ootttched-Litt. (Eupho-
rion 8, 738-61) [3300
Schiedermair, L., Künstler-Be-
strebgn. am Hofe d. Kurf. Ferdinand
Maria v. Baiem. (Forschgn. z. G.
Baiems 10, 82-148.) [3301
Hare&9 J.« Die Martinelli- Frage;
Beitrr. z. G. a. Wiener-Barockbauten.
(Mitt. d. k. k. Central-Comm. 27, 210-
19.) [3302
neigmann, 0. A«, Eine Bamberger
Baumeisterfamilie um d. Wende d.
17. Jh. Ein Beitr. z. G. d. Dientzen-
hofer. (= Hft.34 v. Nr. 2330.) Strassb.,
Heitz. xj,204S.; 82Taf. 12 M. [3808
Kortüm« Die Bauthätigkeit d. kur-
fürstl. Statthalters Phüipp Wühelm
V. Boineburg in Erfurt. (Denkmal-
pflege 8, 84-86; 48-45; 54 f.) [3804
BrediDi,A.,Schild6rij-prijsant6Amtterdam
omttreeks 1664 (Oad-HollaBd 18, 181-84.) [8305
Hflnnichy R.« Joh. Euhnau; sein
Leben u. seine Werke. Leipzig. Diss.
87 S. [3306
Schönherr. D«. Der Zauberer
Mathäus Nieaerjocner, vulgo Hoisl,
von Schwaz. (Schönherr, Gesamm.
Schrr. 2, 486-629.) [3807
Detlefsen, D^ Ein Beitr. z. G. d.
Bettels. (Zt. d. Ges. f. schlesw.-holst.
G. 31, 116-86.) [8808
Grössel, J*9 Das Eollektenbuch d.
Stedt Pegau v. J. 1670. (N. Arch. f.
Bachs. G. 28, 116-24.) [8809
Jfteobi, B., Die Ehre d. Waffentragena.
(Zt. d. Hars-Yer. 84, 560-62.) [3810
7. ZeitdUer Friedrichs d. Gr.,
1740-1789.
Hufnagel, Zeitgenöss. Mitt. üb. d.
Ereignisse in d. Hanauer Gegend in
d. 2. Hälfte d. 18. Jh. (Hessenland
1900, Nr. 20f.) [8811
LncanuSy A« H«. Preussens uralter
u. heutiger Zustand 1748 (s. Nr. 1461).
Hft. 2. (Beü. zu Hft. Vü d. „Mitt.
d. litt. Ges. Masovia".) S. 126-816.
6 M. [8812
Taboumely R., Consid^rations sur
la guerre de sept ans. Manuscrit
in^d. du prince Henri de Prusse.
(Rev. des ätudes hist. 1902, Janv.-
Fävr.) [8818
Janjy Das Gaudische Journal d.
7jähr. Krieges. Feldzüge 1766 u.
1767. (= Nr. 2565.) Berl«, Mittler.
1901. 64 S. 1 M. 50. [8814
Bes. : Mllit.- Woohenbl. 1903, Nr.l4 t. Janaon ;
Forsch, s. brandb. a. preuss. 0. 15, 188 f. Immioh.
Heier ^ P. J«, Die Dörfer Ahlum
u. Wendessen im 7 jähr. Kriege. Aus
d. Pfarrarchiv in Amum mitg. (Braun-
schw. Magaz. 1901, Nr. 4-6.) — Th.
Reiche, [Zeitgenöss. Mitt. betr.] Gan-
dersheim im 7jähr. Kriege. (Ebd.
Nr. 17-20.) [8815
Krause 9 Glieb« Der Bericht e.
Augenzeugen üb. a. Zusammenkunft
Friedrichs d. Gr. u. Josephs H. in
Neisse 1769. Gymn.-Progr. Königab.,
Gräfe u. ünzer. 28 S IM. [8816
Bär 9 M.9 Aus Gralaths Berichten
üb. d. Vhdlpi. in Warschau wegen
d. ersten Teilung Polens 1778. ^Mitt.
d. westpreuss. G.-Ver. 1, 27-88.) [8817
Heideeke, B.^ Tableau v. Leipzig
im J. 1788. (Leipziger Neudrucke;
hrsg. V. G. Wustmann. Bdchn. DI.)
Lpz., Hinrichs. 166 S. 1 M. 60. [8818
Korrespondenz, Polit., Friedrichs
d. Gr. (8. 1901, 1576). Bd. XXYH:
1768; red. v. G. B. Volz. 608 S.
16 M. [8819
Heyer, Chr., Briefe [d. Reichs-
freiherm Frdr. Chr. v. Geuder,
•130
Bibliogr^phi« Nr. SSSO—Sl
geoaiuit RabeiiBteiner] a. d. Zeit d.
erst. BchleBiach. Kii^et. (HoheiuolL
FomhKn. Bd. 7, ffil. IE, 117-824.
Bd. 8, Hft. I, 1-101.) Sep. Lpz., Dege.
811 S. 6 M. [88S0
BMueil des anc. ordonnauceB de
U Belgiqae. Becueil dei ordonnuicea
des Fa^HBas antrichieoi (s. '98,8843).
8. Sörie, T, X: 1770-1774; par J. de
Le Coort. 1901. F0I.C68S. 26&. [8321
Joiepk U. n. Onf LndwEg Co-
kentl. Ihr Briefwechsel. Elräg. t.
A. Beer u. J. v. Fiedler. Bd. I:
1780-64- Bd.n: 1T86-S0.(— Nr.ie77.)
Wien, Oerold. 1901. xuj, 504;
xxvj, 641 B. 16 M. SO. [8822
WltUU, J. W-, Frederik the
Great on kin^r&fl from the orginal
Mb.; with reminiscenceH and Turkiah
stories, Lond., Longmans, Green and
Co. 1901. 844 S. 7 sh. 6 d. [3828
D B T ■ I n o r, Kia • Seluu )>uhTlft >at Filsdr.
d. Ol. (MUll-WosUiifal. IM», Nr. Sf.)
EiiIenbiirfHert«reld, Ph., Fürst
wa, Ifi Karikaturen vom Hofe Fried-
richs d. Gr. (Hoheniollem -Jahrb. 6,
187-42.) [8824
Koser, R., EOnig Friedrich d, Gr.
(s. IWl, 8674). Lfg. 14. (—Nr. 8048.)
(Bd. U, 417-S60 I M. [8826
Wlegand, Vf., Friedrich d. Gr.
(Monographien z. Welt-0., hrsg. v.
Heyck XY.) Bielef., Velhagen * Kl.
leoi. 169 S. 4 M. (8826
B«.: DL UIL-Ztg. IMl, Nr. n Ktnlnl.
BonrdeaD, Le Grand PrMäic (s.
1900, 3531). T. n. 277 S. 6 fr. [8827
Zorn, Fh., Friedrich d. Gr. a. d.
Deutsche Nation, (Zorn, Im Neuen
Beich S. 74-97.) [8SS8
Fe8ter,B.,Die Baireuther Schwester
Friedrichs d. Gr. Beri., Paetel. 227 S.
4M. Vgl.Nr.l468. — Der»., Priedr.
d. Gr. u. d. Herzogin Friederike Elisa-
beth T. Württemberg. (Dt. Bandschau
110, 460-63.) [8329
Kriege, Die, Friedrichs d. Gr., hrsg.
T. gross. Gen eralstabe (a. 1901, 8676).
Tl. ni: Der 7jahr. Krieg, 1766-68.
Bd.S: EoÜQ. Mit 6 Plänen u.SHiien.
1901. 231 S. a. Anlagen 84 S. m.
6 Tabellen. 10 M. [8880
Rei. T. Bd. 1 (Pin* DL. LolKutti) B. Bl. t * S
(Prag n.Kolin): roncl^n. i.bruidb. n. pmu.
O. 14, (M-SS B. It, »»-87 Immloh.
Erbfolgekriext Oeaterr., 1710-48
(a. Nr. 1460). Bd. V [Feldmg in
Zeitalter Fnedricha d. Gr., ITiO— 1789.
•131
EDgel, S., StraseburgB Oaruieon
■währ, d, Tjähr, Krieges. (Zt. f. G, d.
Obeirh. 17, 142-61.) (3344
Gmpe, £•, LandCTäfin Earoline
■V. Hegsen u. Buehaweiiet, 1741-1765.
Progr.BuchBweiler.l901.4''.10S.[8346
MenCD) J>f Le miniBtre de Botta-
Adomo danB les PajB-Bas autrichiens
peud. U tfegne de Marie - Thärfese,
1749-63, AiiTera, Libr. nSerland. 1901,
[3846
BIJi, e. Tai, Bin i
~ -ind 19, r ■•■■
. (Ood
[SS4I
8cli0dd«kopr, C, Herzogin Anns
Amalia v. Sachaen -Weimar u. Abt
JemBalem. (BrauiiBcbw. Magaz. 1901,
Nr 10.) [3348
SatKUHr, KTuiBohisn n. Erfnrt Im IB. Jb.
BlmpAii) W<, Behniach, d. erate
Erzieher d. uachinalig. KCniga Fried-
rich WilbelmlU. (HoheDzollem-Jahrb.
6, 220-61.) [3860
Becker , P. ^ Inowraziaw unter
Friedrieb d. Gr. {Hist. Monatsbll, f.
d. ProT. Posen, 2, 81-87.) [3351
Toll, H. B. , PrinzesBin AueuBte
V. Wflrttemberff, gest. auf ScMobb
Lobde in EhBÜand 1788. (Sep. a.;
Beitrr. z. Kunde Ehst-, Liv.- n. Kur-
lands.) Reval.Kluge. 86S. 2H. [3362
Innere Vtrbältniwe.
Dentschmann. K., Die Rheinlande
vor d frana. Revolution, Prog^. Nen«B,
Noack, 46 S, 1 M, [3358
Treffti, 1,, Mftulbeerbaum-Zucbt
o. Seidenbau in Creuzbnrg a, Werra;
e. Tolkawirtachaftl, Versuch d. 18, Jh,
(Zt- d, Ver, f, tbür, G, 12, 577-630,) [8854
EoHer, B., Ein handeUpolit. Pro-
gramm Friedrichs d. Gr, (Hoheniol-
lemJfthrb, 6. 270f,) — Deri., Ein
Beiaepata von d, Strassbnrger Reise
FriedricbB d. Gr. 1740, (Ebd. 27lf.)
— B. PrBmers, Friedrich d, Gr. n.
d, polnische Kanunerherren würde.
(Bist. Honatabll. f, d. Prov. Posen 2,
185 f,) [8868
Mejer, A., Friedrich d. Gr. u, seine
Artillerie; an d. Hand d, milit&r
Schrr. d, KOniga betrachtet. (Zt, f
hiat, Waffenkde, 2, 206-14,) — KIT.,
Die Fortacbritte d. prenss, Artillerie
unt, Friedrich d, Gr. (Jahtbb, f. d.
dt, Armee etc, 112, 211-19,) [8856
Ollsa. F. T, n, sn. Eine alte hes-
sische Bangliste. (Eesaenland 1901.
Nr. 2.) [8867
■lllar, Karl, Kali« Joiaph IL {BMl-
giifljUDp,f,piot,Tti*Ql.S,9<6-;T.) — T.B<kaIt«,
Job. Nlkol-T. HoDtbeliD. (Bb<L8,M0-U.) [SSM
Oanther, R., Die erste dt. Liturgie
d, kath. Kirche im ZeiUlter d. Auf-
klärung. (Monatsachr, f, Gottesdienat
8tc, 6, 333-40; 368-73,) [3869
DIelil, TT., Znr Q, d. Gesangbach-
bewegung inEeBBen-Darmst., 1771-73.
^bd. 2a6-!7 etc. 416-18.) [8860
KleInwSehter, H., Eine Konsisto-
rialverordng. a, d. J, 1776. (Zt, d.
bist. Ges. f d. Prov. Posen 16, 66-
66.) [8861
gel
Freihermv.Zedlitz. (Cblf.Bibüothw.
19, 117-20,) [3862
Otto, E., Frau Gottsched üb, Br-
ziehg,, Frauenberuf u. Frauenbildung.
(Zt. f, Knltor-G, 9, 173-211,) [3363
CUnanItier, E., Zur G. d, preuss.
VolksBcbule unter Frdr. d. Gr. (Die
dt. Schule 6, 342-86; 411-B8,) [3364
Mkennel, B., Ans d, Hallischen
Schnl-G. d. 18. Jh, (Zt. f. Philoa. u,
Pädag, 9. 163-73.) [8866
ScSftdel, L., Die Deina-KOmpfe,
e. Streit um d. Gieaaener Gjmn. in
d. beginnenden Aufklärungszeit, 1769.
(Mitt, d. Ges. f. dt. Eniehgg, n.
8chul-Q. 12, 67-74.) [3866
Beste, J., Die Landschulen d. lu-
spektionSchOppenstedt vor 160 Jahren.
(Braunacbw.Mftgaz.l902,Nt.l.) [8367
Zlmmerauuui,F.,ZurQ.d.Waiaen-
hausbuchhdlg. in Braunachveig. (BU.
f. Bibliothw. 18, 198-208.) [8368
Winter, e.. Die Gründg. d. t. n.
k. Hans-, Hof- n. Staatsarchivs, 1749
-1762. (Sep. a.: Arch. f. Csterr. Q.)
Wien, Gerold. 82 S. 1 M. 90. [3869
Hef er t. Knonan, G., Eine brief-
liche Zurechtweisung Jobs. Müllers
dorcb Lavater a. d. J. 1780. (Zürcher
Taschenbuch 1902, 64-69.) [3870
Denk, J., Der Ambetger Lokal-
chrouist Job. Kmd. V. WiltmaiBter.
{Vhdlmi. d. hiat. Ver, v, Oberpfals
n. Rtgensb. 63, 281-806.) [3871
Frennd, H., Aus d. dt GcaellBchaft
d. 18. Jh. Nach Stammbnchbl&ttem.
Pxojrr. Berl., Qaertner. 4*. 64 S.
1 ST 40. [8872
Bh.: DI. Mlt.-Zlg IM», Ki.lO B.BOhm*
132
Bibliographie Nr. 3873—3418.
Friedricli d. Gr., De la litt<§rature
allemande (1 780). 2. verm. Aufl., nebst
Chr. W. V. Do hm 8 dt. Übersetzg.
Hrsff. V. Ldw. Geiger. (Dt Litt.-
denkmale d. 18. u. 19. Jh., Nr. 16.)
Berl., Behr. u^ M S. IM. 60. [8373
CkiireiiBehrifteii gegen FriedrichB
d. Gr. : „De la litt^rature allemande''.
Hft. 1: JustuB Moser ,,Üb. d. dt.
Sprache u. Litt." 1781; hrsg. v. C.
Schüddekopf. (Dt. Litteraturdenk-
male d. 18. u. 19. Jh. 8. F. Nr. 2.)
Ebd. xxvij, 81 S. 60 Pf. [8874
Lohre^H.y VonPercy zum Wunder-
hom; Beitrr. z. G. d. Volkslied-
forschung in Deutschland. (Palaestra
XXn.) Berl., Mayer & Müller, xy, 136 S.
4 M. (80 S. ersch. als Berl. Diss. unt.
d. Tit. „Zur G. d. Volksliedes".) [8376
SchaamkelLE.) Herder alsEultur-
historiker im Zusammenhang mit d.
allgem. geistig. Entwickig. dargest.
Progr. Ludwigslust 1901. 74 S. — -
£• T. Bojanowski, Herder u. d.
Herzogin Louise. (Dt. Rundschau 110,
119-87; 278-88; 420-81.) [8876
Kiükl, K., Leben u. Werke d.
els&ss. Schriftstellers Anton v. Klein;
e. Beitr. z. G. d. Aufklärung in d.
Pfalz. Straisb., d'Oleire. 218; xxxj S.
8 M. 60. — Ders., üeb. d. Leben d.
eis. Schriftst. A. v. Klein am Hofe
Karl Theodors v. d. Pfalz u. seine
Beziehgn. zu Wieland, Schubart,
Schiller etc. Strassb. Diss. 99;
jx S. [8877
Bm.: Di. Litt -Ztg. 1902, Nr. 18. E. Martin.
Goethes Briefe. Ausgew. u. in
chronolog. Folge mit Anmerkgn. hrsg.
V. E. V. der Hellen. Bd. I: 1764-
1779. Bd. H: 1780-1788. (Ck)ttasche
Biblioth. d. Weltlitt.) Stuttg., Cotta.
1901 f. 814; 882 S. ä 1 M. [3878
Bes.: Dl Litt.-Ztg. 190S. Kr. 16 Witkowtki.
Goethe-Briefe* Mit Einleitgn. u.
Erläutergn. hrsff. v. Ph. Stein. Bd. I:
Der junge Goethe, 1764-1776. Bd.H:
Weimarer Sturm u. Drang, 1776-1788.
Berl., Eisner. 1901 f. xyj, 804; xyj,
812 S. ä 3 M. [8879
Bes.: Dt. Litt -Ztg. 190S, Nr. 16 WitkowtU.
Goethe u. Layater. Briefe u. Tage-
bücher; hrsg. V. H. Funk. (Schrr. d.
Goethe-Ges. Bd.XVI.) Weimar, Goethe-
Ges. 1901. x;j, 448 S., 4 Taf. [3880
Heti, P. D., Pfsrrer J. 0. LavAter, ge-
■child. T. tein. Kollegen u. AintB-N»chfolger
8»lom. Hess. (ZOrcher TMOhenb. 190?, 91
-111.) — H. Efcher, L»T»ter a. d. Baoher-
oensur. (Ebd. 132-i5.) — P. Beck, LarsUrs
Besiehgn. sa Schwaben. (Diftfeeensrrh t.
Sohwaben M, 8S-50.) [S381
Eckermmiuiy J* P«, Gespr&che mit
Goethe in d. letzt. Jahren sein. Lebeu ;
hrsg. T. A. B a rt e 1 8. Lps., Diederiehi.
1901. xxjv, 490; 668 S. 6 M. [8382
Barggraf. J«, Goethe u. Schiller.
Im Werden d. Kraft. Stuttg., Krabbe.
468 S. 5 M. [8SSS
Bes.: Dt -er. BIL S7. 48S-501 Beinthalar.
Morris, M«, GK)ethe-Stadien. S.Teim.
Aufl. Berl., Skopnik. 340; 897 8.
6 M. [8384
Siebeck 9 H., Groethe als Denker.
(Frommanns Klassiker d. Philos. XY.)
Stuttff ., Frommann. 244 S. 2M.50. [3886
Ankermanii, B«, Goethes Stellang
zum Christentum. Königsb., Beyer.
26 S. 60 Pf. [8386
Sclineider, Ferd», Schillers Ent-
wicklungsffang u. d. Bedeutg. d.
Kenntnis derselben f. d. YorstaAdnis
seiner Werke. Progr. Friedebezg,
Kohlschmidt 4^ 60 S. IM. 80. [8887
Bes.: Dt. Idtl-Ztg. 190i, Nr. 21 Jobm.
BrftiBy J. W., Cbristophine , Seldllcn
LieblingMchweeter; e. Ijebeaabild. Beri,
Stohn. 1901. xsj, 192 S. 2 M. [SSfti
Weltricli) Neuaufgefundene Briefe
Herzfelds an Schiller. (BeiL i. Allg.
Ztg. 1901, Nr. 288.) [8889
Liehtenberg'g Briefe; hrsg. v. A
Leitzmann u. C. Schüddekopf
(s. 1901, 8628). Bd. 11: 1782-89. jx,
419 S. 10 M. [8890
LandsholTy L«, Joh. Rudf. Zum-
steeg, 1760-82; e. Beitr. z. G. d.
Liedes u. d. Ballade. BerL, S. Fischer.
214 S. 6 M. [8891
Friedlinder, E., Etats d. Kgl.
Hofkapelle 1750 u. 1756. (Hohen-
zollem-Jahrb. 5, 272-76.) [889S
Wolter, O. F. W. OroeemaiiB, a. Kr.
«621. [;
Seidel, F^ Zur G. d. Kunst unter
Friedrich d. Gr. I: Geo. Frdr.Schmidt»
d. erste Illustrator u. Drucker Fried-
richs d. Gr. H: Die Prunkdosen
Friedrichs d. Gr. (HohenzoUem-Jahrb.
5, 60-86.) [8894
Trantmann, K., Nachr. von d.
churbaier. Hofbildhauer u. Modell-
meister Domin. Aulizeck. (Altbaier.
Monatsschr. 2, 25-30.) [8895
Willy €., Briefe u. Aktenstdcke
üb. d. Erbauung d. Stütskirche sa
Neresheim durch Balthas. Neu-
mann. (Arch. d. bist. Ver. v. Unter-
Zeitalter der franzOBischen Revolution und Napoleoni.
•133
franken etc. 43, 1-26.) — Dere.,
Schreiben d. Duo de Silva Taroocft
i. Anftr. d. Kaiserin Maria ThereBia
an Neomamt, (Mitt. d. Ter. f. G. d.
Dt. in Böhmen 10, 280-86.) [3396
Obaer, K., Zur O, d. Eailsnilier
OemUdegalerie: FranfoiB Boucher u.
Harkgräfin Earolioe Luise, (Zt. f. 0.
d. Oberr. 17, 381-89,) [3897
Haoptmann, F., Das Innere d,
Bonner SchloBBea zur Zeit Clemens
Augngta. (Bilder a. d. 0. v, Bonn.
Xm Bonn, Hauptmann. 1901. Se8,j
Ta^ 1 M. 60. [8396
Herrickt, Th.« Aberglauben im
18. Jh. (Miti d. Ter. f. sächs. Vollca-
kde. 2, 261-64.)
[8399
8. ZeUaJter d&r franxöstachen
BevoUMon und Napoleon»,
1789-181S.
Thlöbftiilt, de, Memoiren aus d.
Zeit d. franE, Revolution q, d, Kaiser-
reichs;bearb. in SBdn. V.F.Mangold.
rtlemoireabibliothek. N. S. Bd. I-ID.)
Stattg., LaU. IQ, 347; 888; 384 S.
i 6 M. rs^oo
SerapUm, A., Briefe Otto Herrn,
T. d. Hovrens, 1793-98. (Batt. Monata-
■chr, Bd. 47 u, 49.) — Dera.. Aus
d. Berichten d, Konsuls Immermaun in
Libau, 1784-96. (Ebd. 61,46-64.) [8401
Kranabar, K., Katastrofa Ear-
gowska. (Die Katastrophe v. Karge;
Episode a. d. 2. Teilg. Polens 1793.)
(noczniki towarsystwa przjjaciöl
nauk Poznaf skiego 87, 819-26.) [3408
Bu.: HIR. HoDUibll. t. i. PioT. Poisn
I, ISSf VuHlianar.
Klrehehen, F., Bibliogr. Napo-
leons. Berl., Mittler. 1S8S. 6H. [3408
B«i.: BtTolnL bkDg, 41, Mlf. Anluni.
TlUten, L. de, Dome aus de
campagne 1794-1806. Lettres k M,
Anbton. (Nouv. revue retrospect, 1901,
AYril— Döe^ [3404
Hardr, Jean (O^näral), Correspou-
dance intime de 1797 ä 1602; reo. par
le g^n^ral Hardy de Färini. Paris,
Plön. 1901. XV, 809 S, 3 &, 60. [3406
Reinhard, (Chrlstliie) Madame,
Lettres ä sa m6re 1798-1816; trad,
de l'allemand et pnbl. ponr la Soc.
d'hist. contemp, par la baronne
de Wimpffen. Paris, Picard. 1901.
wvij, 629 S. _ [8406
. ■, lOS-M C
t,Ht. i F.Pdcb.i BäT.
iHler, A., 179S u. 1799. Mitt a.
d, Memoiren Rektor Trolls. (Nen-
jabrsblatt d. HülAgeaellBchafl v. Win-
terthur: 1902.) Winterth., Kieschke.
60 S. a M. [3407
Kraus, J., Ein Bericht flb, Ter-
hdlgn. am pfalzbair. Hofe v. J. 119ä.
nfonatsschr. d. Frankeuthaler Altert-
Ver. 1902, Nr, S-) [3408
Qi*ll«a I. Q. d. ZslUlMn d. fnu. Ba-
TolBtlao, bng. >. H. Batttt, : 190S, IMfi.
B». T. Tl. I, Bd. 1 IL t: mtl. d. iDil. f.
BlUrr. a. n, tVI-U r. Zwlsdineok; BiTolBlloa
fiKD«. *}, 5iS-5I Bonrlei. Bu. t. Bd. 9:
HUt. Julub. «S, imr Kelitoi; BsU. i. Allg.
Ztg. tWH, Nr. 91. [MOJ
ToMer, G., Einige Briefe v. Peter
Ochs a. d. J. 1799. (Basler Zt, f.
O. 1, 261-68.) [3410
Ciiste,üngedr.Briefed.EisherzoK8
Carlüb.d.FeIdzugl800.(Mitt.d.k.u.k.
Kriegs- Archivs 8. F., Bd. 1, 1-89.) [341 1
Krämer, J., Die Reichsabtei Wein-
garten 0. S. B, im franz. Ueberfall
1800/1601; Tagebuch (s. 1901,3689).
Forts. (Diözesanarch, v. Schwaben 19,
170-72 ; 187-91.20, 64-67 ; 93-96.) [3412
FrejBtedt, K. t., Erinnergn. a. d.
Hofleben. Hit 2 BUdem d. Mark-
rfin Amalie v. Baden; brag. v.
Obser. Heidelb., Winter. 1901.
ivj, 234 S. 6 M. [8413
Bm.: ai(t. VlertalJ.iahr. &, t04 BoIoB.
Bseher^ C, Erinner^. a. d. Epoche
d. BeHchiesanng Zünchs durch d.
Truppen d. Generals Andermatt i. J.
1602. (Zürcher Taschenbuch 1902.
70-91.) [8414
Stenger, Wie d. Hünsterland
SreuBsisch wurde. Ein lOOjahr. Ge-
enkbl. a. d. Tagebuch e. geistlich.
Herrn, (Jahrb. d. Ter. f. ev. Eirch.-G.
d. Orafsch, Mark 4, 6-16.) [8416
Doebner, B., DenkachriftDohm's
üb. d. Zustand d. Hochstiftes Eildes-
heim v. Mlrz 1803. (Doebner, Studien
z. hildesheim. G. S. 161-69.) [341S
Altmann, K^ Die Franzosen in
Tümitz 1806, (BU. d. Ter. f. Ldkde.
V, Niederösterr. 86, 638-42.) — Ders,,
Desgl. 1609, (Bbd, 643f.) — Ders.,
Desgl. in Anaaberg 1806 u. 1809.
(Ebd. 644-84.) — Ders., Zur Q. v.
Annaberg 1806 u. 1809. (Ebd, 664-66.)
— Ders., Die Franzosen in Gresten
1800-1801. (Ebd. 6G6-69.) [341T
[ZallganOiiUel» Bericht« It«,]
BleHnbeck, t., Aus d. Kriege
1807-14; Anfzeichngn. e. d&nisch.Of-
•134
Bibliographie Kr. 8418— SiSB.
fizien. (Jahrbb. f. d. dt. Armee et«,
lli, 40-57; 171-89; 2^6-306.) [3416
BalUen, P., Die Tertaandtim. in
Tilrit, 1807; Bnefwechiel Kg, Fried-
rich WUhelma III. n. d. EOnigin
Laiae. (Dt. Rundschau 110, iy-«A;
1<J»-221) [3119
Spleiiif , W. F., Enne En&hlg.
d. Einn&hme d. Intel Helgolaud u.
d. Betrageni d. Engell&nder dMelbei
(Zt. d. Oea. f. ichlecw. -holst. G. Sl,
l»7-807,) [3420
Somnerfeldt, 0., Am d. Peten-
barger GeiandtichÄftBberichteD d.
Grafen Heinrich v. Lehndorff,
1808. (Hitt.d.lDBt.f.<MeiT.G.fonchg.
28, 293-300; 876,) J8421
Somnerfeldt, Q., üngedr. Briefe
d. EOoigin LoiBCT. J. 1808. (BeU.
zu Nr. 607 d. Abend-AoHg. d. Oet-
prenss. Ztg. t. 29. Dei. 1900.) [3422
Heimke, H., Tagebuch d. Egl.
weitÜÜ. LeutD&nts F. L. Wagner a.
d. Jahren 1809-1813. (Jahrbb. f. d.
dt, Armee etc., III, 198-221.) [3423
MetiBch- Reich enbaeh.C. t., Briefe
Bäclw. Of^iiere a. d. Kriegsjahren
1809 u. 1812. (N. Arcb. f. B&chs. Q,
23. 100-109.) [8424
Schmidt, Ldir>, Die Oesterreicher
in Dresden 1809; e. zeitgenOasiBcher
Bericht (Dresdner G.bU. 1902, 73
-SS^ [8426
Khall, F., Jugend- n Eriegi-
Eriunergii. Jon. B.Türks, Leiters d.
Landesverteidigung in E&rnten ISOQ.
Gymn-Progr. Graz. 1901. 28S. [3426
Stmeoner, k.j Schtiftl. Nachlau
d. Lande Bverteidigers Joh. Thnrn-
walder; Aqb d. Tiroler Befreiungs-
kriegen (s. 1901, S63S). Tl.U. Progr.
Znaim. 1901. 82 S. [3197
Belset, Vicomte de (Lieutenant
gänäral), Souvenirs. T. 11: 1810 [Hai
1809t]-1814, Paris, Calmann Lävy.
1901, 691 S, 7 fr. 60. [842B
Bu : Ann. da l'Ktt IS, 186-88 Bche>U.
Krieger, B., Ein Brief d. Prinzeuin
Friederike t. Solm» üb. d. Tod ihrer
SchweBtor.derEOnigin Luise. (Uohen-
zolleru-Jahrb. 6, 2e9f.) [84SS
ABter, F., Napoleon in Dresden
1812 Q. 181B; a. d. Fnuu, flbers. u.
erl. (Dre»dner G.hU. 1902, Bd. m,
a. 86-98.) [3480
[n.b
r. Bot. BttroipHt. Jg.
Briefen en gedenkschrift«ii ; nitg. dw
H. van Hogendorp, Dl. V: 1811-
Hurt 1816. b' Oraveuh., Kijhoff »
626 S. 6 Q. 26. [iU
Srkilli«, KOnlgibars n. Oiipmiii» i
Ti« buch t IBOI, MI
tat. SnrnphlBii I
UtL-zt«. i«a, ifi. :
islr In
[Ml
Kalitcrlin, Dia ScUubl b. HkBMH ; Bsid
Bob«, J. H.^ Sir Hudson Loa
and the beginningz of Uie caTUpiig
of 1816. (English hiat. reriew II
617-27.) [SU
[Bil*f* T. BiaahB-, QnalHBan •«.]
HollkaBSea, F., Napoleons To
im Spiegel d. zeitgenOuiach. Prm
u. Dichtg- Frkf. a. M., Diesterwef
IIB 8. 3 M. isu
Bw.: Uli CM. IMl, Nr. tS A. F
- Ja, Ifl, Nr.
U JbU b. Aag. ISOO «MUT, HuiukripM.]
HofeDdorp, GUsb. Kar. tu,
lwl*41aMk-8i4aBh*r*t, DlQ.t. iLAiOt^
i. «)un bla >. Bniehlg. d. Baaan KalaamU
isat-n. Bd.1: ZaItd.Rh*iiibiiBd«a.Ortid|
d. dl Bund«. BaM.: KUL Jkhib. U Illl
Meiitar. nu
StiBshclB, K., Preuasens FoUti]
in Ansbach -Bayreuth 1791-1806
(— Hfl. 88 V. Nr. 2407.) BerL.Ebering
430 S. 11 M. 20. [SU'
LaJoaqnUre, C. de, La batailli
de Jemappes. Paris, Chapelot. 269 3
u. S Etn. 6 fr. [USi
Bai : Ma-Lltt-Zl«. IMH Nt. t.
WaU, Wechsel d. Anuchten ab.
d. Politik d. dt. H&chte im eist«
KoalitioDskriege. (Eorr.-Bl. d. Gesamt
Ver. 60, 42-440 [MM
Colin, J., CampagDe de 1793 se
AJsace et dans le PalatiiiaL (PuU.
eous la direct. de la section bist it
l'ätat-miuor de l'annto.} T. L (Sep.
a. ; Bev. d'hist. r^ig^e k r^tat-Hajoi
de l'aimäej Paris, Chapelot t Co
668 S. u. Karten. 12 fr. [344C
Bai. : BaT. d'biil niKUnia B, Btt-fiO (Jana
Candrllller, H., Le aibge de Haj-
ence du IG. oct. 1T94 an 29. od
1798, (La IWvolut. fraof. 1901, 14, dfc
et 14. jauT. 1902.) [SUI
Lottln, ün chef d'äUt niiuoT woa
la Hrolution: Le g^nätal de Bül;
d'apr^B sa correspondance et Mi
papiere. Paris et Nancy, Betger
Levrault. 1901. x, 209 S. 6 fr. [Mti
Bai.: Ba». d'hiil. m-d. a. tOl-S Ctm
Daudet, £., La coigntation dt
Piche^ru et les complots rojaliiM
du Midi et de TGst 17SG-97 FiM
Plön. 1901. xiJT,8S98. 7^.60. iSiU
B«.: Dl. LW-Ztc laot, Mr. at Ht»r.
Zeitalter der französischen Revolution und Napoleons. *135
Baomftnn, A., General Pichegru'tt angebl.
Verrat i. J. 1795. (Mannheim. G.bU. 3, 50-
67.) [3443 a
Sorel, A., Les negociations avec
TAngleterre en 1796. (Journal des
savants 1902, 121-34.) [:U44
Blatter, A.^ Stimmungsbilder a. d.
Zeit d. helvet. Revolution. (Appen-
zell. Jahrbb. 3. F., Hfb. 13, 152-56.)
— Der 8., Die Appenzeller Miliz-
truppen i. J. 1799. (Ebd. 117-44.) [3445
Hüffer. H., Der Feldzug d. Eng-
länder u. Russen in Holland im Herbst
1799 u. d. Stellung Preussens. (Hist.
Viertelj.schr. 5, 161-95; 347-86.) [3446
Koolemans Beijnen, G. J. IV..
De twee zendingen van den generaal
Don uit het Engeische hoofdkwartier
in Noord-Holland 1799 naar' 's Gra-
venhage. (Handelingen etc. van de
Maatschappij d. Nederl. letterkde.
te Leiden 1900/01, 130-60.) [3447
HolzhftDsen, P., Stimmungsbilder a. d.
Tagen v. Lanörille. (Sonntagibeilage z. Yos-
sisch. Ztg. 1901, Nr. 18f.) — Ders , Vor 100
Jahren. Aus d. Tagen d. Friedens t. Amiens.
(£bd SonnUgsbeil. Nr. IS zu Nr. 139 v.
23. März 1902.) [3448
Tgchumi, O.9 Die Mission d. hel-
vetisch. Gesandten B. G. I. v. Dies-
bach in Wien 1802. (Arch. d. hist.
Ver. d. Kant. Bern 16, 239-402.) [3449
Alombert, P. ۥ u. J. Coliu, La
campagne de 1805 en Allemagne.
Publ. sous la direct. de la section
hist. de rfitat-major de Tarm^e. T. I.
Paris: Chapelot & Co. 754; 156 S.
20 fr. [3450
Bez.: Milit. Litt.-Ztg. 1902, Nr. 7.
Filek T. Wittinghaasen, E.9 Auster-
litz. Eine hist. Studie. Progr. Brunn.
1901. 14 S. [3451
Saazej^ Les Allemands sous les
aigles francaiaes. Essai sur les troupes
de la Confed^ration du Rhin, 1806-
14. T. I: Le r^giment de Francfort.
Avec une preface de H. Houssaye.
Paris, Chapelot. jx, 119 S. 6 fr. [3452
Grenadler-BataillOB, Das kursächs., ,.Ant
dem Winkel'* bei Jena. (Jahrbb. f. d. dt.
Armee etc. 118, 89-42.) [345$
Krieger, B«, Napoleons Aufenthalt
in Potsdam u. Berlin 1806. (Sonn-
tagsbeil, z. Vossisch. Ztg. 1901, Nr. 34
-36.) [3454
Petre, F. L., Napoleon's campaign
in Poland 1806-7; a militair history
of Napoleon's first war with Russia.
With maps and plans. Lond., Low,
Marston & Co. 1901. xxirj, 839 S.
10 sh. 0 d. [3455
Wiese u. Kaiserswaldaa, H. y.,
Friedrich Wilhelm Graf v. Goetzen,
Schlesiens Held in d. Franzosenzeit
1806-1807. Nach sein, eignen Anf-
zeichngn. u. handschriftl. Quellen dar-
gest. Berl, Mittler & S. x, 286 S.
6 M. [^3456
Rossi, F. de, II reggimento itali-
ano „Cacciatori Reali*' nella cam-
pagna del 1807 in Germania. (Estr.
dalla Rivista di Cavalleria.) Roma
1901. [3467
Sommerfeldt, O.^ Aus d. Fran-
zosenjahre 1807. I: 3 Miszellen auf
Grund archival. Materials. 11: Die
Schlusskatastrophe b. Königsberg v.
Juni 1807. (Altpreuss. Monatsschr.
38, 568-603. 39, 168-89.) [3468
Inh. T. 1 : 1) Das Treffen b Heilsberg 22. Febr.
1^07; 2) Die 2. preuss. Dragonerbrigade, ge-
nannt Brigade v. Lange; 3) Trappenbriwegan-
gen bei Wittenberg, Soldaa n. Neidenburg in
d. Zelt nach d Tilsiter Frieden.
Loebelly A. y.. Ein Ehrendenkmal
f. d. Verteidiger v. Danzig 1807. Nach
d. Tagebüchern von v. Loebell bearb.
Berl., R. Schröder. 141 S., 2 Ktn.
2 M. [3459
Rmz.: Mitt. d. westpreuss. O.-Yer. 1, S9-41
O. Ottnther.
Rose. J. H«9 A british agent at Tilsit.
(English hist. rev. 16, 712-18.) [3460
Martinet^ A.^ J^röme Napoleon
roi de Westphalie. 2. ^d. Paris, Ollen-
dorflf. xxj, 287 S. 7 fr. 50. [3461
KftiB«nberg, t., KAnig J6r)n)e, s. 1901,
1722. Re«.: Braansohw. Magaz. 1901, Nr. Sf.
Mack. [8462
Zorn, Ph., Stein u. d. Reform d.
preuss. Verwaltg. (Zorn, Im Neuen
Reich S. 209-26.) [3468
Balagnj, Comte, Campagne de
Temper. Napoleon enEspagne, lö03-9.
T. L Paris, Berger -Levrault. xnj,
486 S. 12 fr. [8464
Ringlschwendtner, H«, Ant. Wall-
ner, Salzburg. Schützenmajor 1809.
(Mitt. d. Ges. f. Salzb. Ldkde. 41,
105-88.) [3466
Yoina, Otetchestvennaia, 1812. (Der
Nationalkrieg v. 1812.) St. Petersb.,
Comit^ hist.-mil. de TEtat-major. 1901.
419 S. [3466
KharlieTitch, Y., Yoina 1812 g.
(Der Krieg v. 1812.) Yilna, Acad.
Nicolas. 1901, 252 S.; 11 Taf. [3467
Fabrj, 6., Campa^e de Russie
1812 (8. 1901, 1730). T. ni: Opera-
tions militaires (1-10 aöut) Smolensk.
xzjx, 614; 219S.; 2 Ktn. 18 fr. [3468
Histor. Vierteljahrschrilt. 1902. 4. BibUographie.
10
136
Bibliogrraphie Nr. 3469— S582.
Labeandorl^re, J* P* de, La cam-
pagne de Russie de 1812, avec les
appr^ciations des principaux ^crivains
militaires siir chaque Episode. Paris,
Kleiner. 184 S. [3469
George 9 Nspoleont inTMion of Basd», •.
IMK), 1781. Bes.: Engl. biet, reriew 1&, $91-
1»6 Wood. [M70
George. H. B., Public opinion at
Paris dunnff the Russian Campaign,
1812. (English hist. rev. 16, 613-
16.) [3471
Ebsteiii, W.« Die Krankheiten im
Feldznffe geg. Rassland 1812; e. ae-
schichtl.-memz. Studie. Stuttg., Enke.
82 S.; Kte. 2 M. 40. [^3472
Schaff, 6. A«, Die kgl. sächsische
Brigade v. Klengel in Kobrin vom
24.-27. Juli 1812. Dresd., Damm. 1901.
54 S. [3473
Weil, H«, Le prince Eugene et
Murat 1813-14; Operations milit. et
diplom. (s. Nr. 1593). T. III. 695 S.;
Ktn. 10 fr. [3474
Friederich^ Die Auffassung d. stra-
teg. Lage seitens der Verbündeten
am Schlüsse d. WaflPenstillstandes v.
Poischwitz 1813. (Beihft. z. Milit.-
Wochenbl. 1902, 1-28; Kte.) [3476
Zwiedineck-Sftdenhont, H. t.,
Die Ostalpen in d. I^Vanzosenkriegen
(8. 1900, 3666). Tl. IV: Der Feldzug
V. 1813. (Zt. d. dt. u. österr. Alpen-
vereins 32, 69-99.) [3476
Yerhalten, Das, Napoleons L nach
d. Schlacht v. Dresden währ. d. Rück-
zuges d. Hauptarmee bis zum 80. Aug.
1813. (Jahrbb. f. d. dt. Armee etc.
122, 362-76; 463-72.) [3477
Sabron, F. A. H«, De vesting Go-
rinchem van Nov. 1813 tot Maart 1814.
Bewerkt onder toezicht van den chef
van den generalen staf. Breda: Kon.
Milit. Acad. (P. B. Nieuwenhuis). 10;
163 S.; 3 Ktn. 2 fl. 26. [3478
Heigel, K. Th«, Der Kongress v.
Ch&tillon. (Heigel, Neue geschichtl.
Essays. S. 239-60.) [3479
LemmL F., La restaurazione austri-
aca a Milano nel 1814. Bologna,
Zanichelli. 661 S. 6 L. [3480
Bognslawski, y. u. y. Lettow-
Torbeek, Zur Auffassung d. Feld-
zuges V. 1816. (Milit-Wochenbl. 1901,
Nr. 69.) [8481
Pflngk-Hartniig, y«. Die Verhand-
Ign. Wellingtons u. Blüchers auf d.
Windmühle bei Brye 16. Juni 1816.
(Hist. Jahrb. 28, 80-97.) [8482
Zeiger, F., Der Anteil d. ,,
zemer-Kontingentes am Feldzug
allierten Mächte geg. Napoleon 1. 1
(Geschichtfifreund 56, 179-862.) [l
Lang, R., SchafiThausen in d.
volntionszeit, 1798-1818. (Fest«
d. Kant. Schaffh. z. Bundesfeier 1
s. 627-98.) ra
Uandriek« F., Die Einverleib
d. bemisch-freiburg. Vog^tei Schi
zenburg in d. Kanton Bern. iF
bürg. G.bll. 8, 69-89^ [i
Ueinachmidt, k., Baiem u. H«
1799-1816. 2. erw. Aufl. m. 2
gistem. BerL, Rade, xxjy, 861
6 M. Vgl. 1901, 1751. [a
Bes. d. 1. Aufl.: HMtonUnd 1901, 1
Armbnut.
Eid, L«, Rosenheim Tor 100 Jah
(Das baier. Oberland am bin. J(
Hfl. 1, S. vij-xviq.) [3
Tnrqaan, J«, Eine Adoptivtcd
Napoleon I. Stephanie, Groesherzc
V. Baden, üebertr. v. O. Marsch
V. Bieberstein. Lpz. , Schmidl
Günther. 192 S. 3 M. 60. Vgl. 11
3084. [3
Oass, J«, Mutzig in d. Bevc
tionszeit, 1789-1804; e. Beitr. z. eis!
Revol.-G. Strassb., Le Rooz. 1(H
80 Pf. [8
L^yy-Selineider, L.. Les habiU
de la rive gauche ou Rhin et
France sous le premier empire. (.
volutionfran9.42,148-66;288-59.)[8
Mfiller, Aevld., Der „Bergiaohe Hi
Ferdin. Stuoker r. weyerbofE. (Monateohi
b«rg. O.-Yer. 190S, 6-Sl ; 26-42.) [9
Froin.R«, Die jongelingigaren ^
G^jsbertKarel van Uogendorp. rFrui
verspreide geschriften 5, 289-847.)
Ders., Gg^>ert Karl van Hegend«
in Nov. 1813. (Ebd. 348-97.) [8^
ArmbruBt, L«. Melsungen zur w<
fälisch. Zeit. (Zt. d. Ver. f. hess.
26, 1-80.) [8^
Kleinsclunidt, A., Prinz Karl K
stantin v. Hessen-Rothenburg. ^
81-162.) [8^
Clans, H., Erinnergn. an äzi
lungen meines Vaters. (Mitt an
Mitglieder d. Ver. f. hess. G. 19
91-96.) [Bi
Baillen, F., Königin Luise
Braut. (Hohenzollem-Jahrb. 5, l-Z
— F. de Bas, Friederike Luise Vf
helmine, Prinzessin v. Preoss., KOnij
d. Niederlande. (Ebd. 160-72.) [84
Zeitalter der fraozöeUchen R«volotioii und Napoleons.
•137
Bergr, ti.f Aua d. 0. EäBtriDB im
19. Jh. (Schrr. d. Ver f. G d, Neu-
mark 13, 1-16.) [3497
Innere Verhältnis^.
Blbl, T., Die Restauration d. nieder-
Oaterr. Landesverfg. unter Leopold II.
E. Beitr, z. G. d, Csterr. Stande u.
inner. Staateverwaltg. In nsbr. .Wagner.
S6 S. 3 M. [319g
BlenemkDD, F., Polit. Briefe ans
Estland zur Zeit Heiner Vecwaltg.
durch die Prinzen V.Oldenburg. (Balt.
Monats8chrift63, 1-28; 102-36.) [3499
QrflnhageD, C., Eine Aeusaermig
d. MiniüterB t. Yoas in Zenauraachen.
(Hut. Honatebll. f. d. Ptot. Poaen 2,
129-81.) [8600
8«llwuBld, «., Ein F»lbil<f T J UM ,
(nil. f Upplietia äalnulkds. I, Vr 11 ) [SM)1 |
Wamberg, Ueb. Flngsübergänge
Napoleons I. Uit i Skizzen. (Milit.-
Wochenbl. 1902, Nr. 19-82.)— Woelkl, j
Zur Technik d. FluBiübergänge Na-
poleons I. (Ebd. Nr. 32.) [3602
Orauier, U., Prenssen u. d. kath.
Kirche seit 1640. Tl.Vni: 1T91-180S.
T, DC: 1808-1807. 0= Nr. 1966.) Lpz..
Hinel. 863 u, 6C6 S 28n.24M. [8603
Beck, P^ Die Säkalarisation io !
Württemb. (DiQzesanarch.v. Schwaben 1
19, 145-63.) [8604
Pohl, J., Die Schickaale d. letzten '
HOucbe T. Eeisterbach. (Ann. d. bist.
Ver, f.d. Niederrh. 78, 88-111.) [3606 '
Releke, B., Briefe v, Timoth.
Gisevius an Ldw. Emat Borowaki
(a. 1901, 1867). Forts, (Altpreuss. Mo-
nataach^.3B,601-6I. 39, 190-261.) [3606
Hhi, P. D., Job. Jik. Heu. (Kuluicy-
hlop. f. prqt. Th»l. J. 79B-B01,) — Kolb, Ein«
Dakuitaprafsng t. na». (BU. t. wtiittb i
Kliob.-U. a, 1M-6S.) — Erhudt, Zln* Klsd- i
TithpHlpndfgt T. II9S. (Ebd. 1)«-7S.) [3H7 1
Wotke, K., Tinzenz Eduard Milde
ala P^agoge u. sein Verhältnia zu d. 1
geistig. Strömungen sein. Zeit. Eine
kultur- u, ouellengeBcbichtl. Einleitg.
in seine „Erziebangtkunde". (=i ar, I
2466.) Wien, Branmailer. i^, 264 8.
8 H. 40. [3608
Htllner, Das franzOs. Gymnasium
in Adelabeig. (Argo 9, S. 186.) [S6ü9
LftOTOt, i\, Sil lettrea inrid. de J. ;
J. Oberlin, professenr ä l'nniTersit^
I Protest, de Strasbourg, (Revue d'Al-
aace 63, 106-14.) [8610
Wehrku, K., DI« Tardlsnau d. I3«ner.-
Saperlnt. Pr. W*«th sm i. Bibuig d. Sshsl*
deliH*. (B11. f. Upplicha HelmBtkd«. II
I Mr. S.) [»11
j LOdeeke, F., Aub Hur, Kunhardt«
I Leben; e. Beitr, z. G. d, latein. Dom-
I schule in Bremen, (N, Jahrbb. f. d.
I klaaa. Altert, etc. 10, 106-21.) [8612
Bosse, F., Der GamiaonBpreaiger
u Schnldirector Frdr, Aug. Junker zn
Brannschw. in sein, Beziehgn. zu d.
üniverBitätakanzler Aug. Herm. Nie-
meyer in Halle sowie zu anderen
Scbulmännem u. Gelehrten sein. Zeit.
(In: Nachrr. üb. d. Hzgl. Lehrersemi-
nar zu Brauns chw.) Brauns cbw., Gross-
klauB u. Str. 1901. 4* 92 S. [3613
Herckel, 3., Aus d. Leben Joh.
Christian Kokens. (Brannschw. Magaz,
1901, Nr. 8-10.) [3614
Henbaam, A., Die G. d. erst. preuss.
Schul ffesetzentvrurfs 1T98-180T. (Mo-
natsschr. f. höh. Schulen. Jg.I.) [3516
Thiele, B., Die Schickaale d. Er-
furter Akademie nützlicher (gemein-
nütz,) Wiaaenachaften nach d. erst,
fiesitonahme Erfnrta durch Preussen,
1802-1803, (Jahrbb, d. kgl, Akad. ge-
meinnQtz. Wiaa. zu Erfurt, N. F. 28,
1-46) Anch als Erfurt. Gjmn.-Progr.
ausgeg. [3516
Nerrlleh, P., Jean Pauls Brief-
wechsel ni. sein. Frau u. dmatian
Otto. Berl., Weidmann, irj, 850 S.
7 M. [8617
Wlhan, J., Matthäus v. Collin n.
d. patriot.-nation. Knnatbeitrebgn. in
Oesterr. zu Beginn d. 19. Jb. (Eupho-
riou Erg&Dtgsbft. 6, 08-199.) [8618
Steig f Ri , Zur Entst«hungHge-
Bchichte d. Märchen u. Sagen d. Brdaer
Qrimm. (Arch, f. d. Stud. d. neuer.
Sprachen 107, 277-310.) [8618
Friti, A., Theater a. Musik in
Aachen zur Zeit d. frauxös. Herr-
schaft. tZt, d. Aachen. G.-Ter. 28,
31-170.) [3620
Wolter, J» G. F. W. Grossuuum;
e. Beitr. z. Theater-G. Hannovers .n.
Bremens. (Hannov. G.bll. 6, 146-79.)
Vgl. Nr. 1684. [8681
138
Bibliographie Nr. 3522—8671.
(MonaUschr. d. bcrg. G.-Ver. 1902,
S. 48.) [3522
Bergmann 9 A.« Beitrr. z. G. d.
Christmetten in Sachsen. (Mitt. d.
Ver. f. Sachs. Volkskde. Bd. U, Hft. 9,
268-70.) . ._ [3523
9. Neunte Zeit seit 1815,
Ulmann. H«^ Krit. Streifzüge in
Bismarcks Memoiren. (Hist. Viertelj.-
schr. 5, 48-78.) — R. Fester, Zu
Bismarcks Olmützrede. (Ebd. 2:^2
-34.} [3524
BlfMArck, Gedanken u. Erinnerg^. An-
hang I n. II, s. Nr. 16SI. Bes : Dt Litt -Ztg.
1902, Nr 15 Leos; Litt. Cbl. 1902, Nr. 16; Hist.
Zt. 89, 8S0-84 Meineoke. — Vgl. : A. Kannen«
giester, L'empereur Qoillaame et le prince
de Bitmarck. (Le Correspondant N. 8. 169,
858-74.) [3525
Moltke in sein. Briefen; mit e.
Lebens- u. Charakterbilde. Beri.,
Mittler. 293; 277 S. 5 M. [3620
Bes. : Dt. Litt.-Ztg. 1902, Nr. IS Pfister.
Ahn, F., Die period. Presse d
Steiermark 1848-98. (Beitrr. z. Kde.
Steiermark. G.quellen 31,3-68.) [3627
Doebner, R., Briefe d. Justizrates
Herm. Adf. Lüntzel a. d. Frank-
furter Parlam.,1 848-49. (Doebner,Stud.
z. hildesh. G. S. 189-210.) [3628
Po8chinger, H«, Handschrr. d.
Geh. Leg. -Rats Kupfer üb. d. dt.
Frage in d. Jahren 1849 u. 1850.
(Hist. Viertelj.schr. 6, 34-47.) [3629
Poschinger. H. t«, Preussens aus-
wärtige Politik 1860 bis 1868. ün-
veröff. Dokumente a. d. Nachlasse
d. Ministerpräsidenten 0. Frhrn.
V. Man teuf fei. Bd. I: Von Olmütz
bis z. Errichtg. d. 2. franz. Kaiser-
reichs, 1. XI. 1860-2. Xn. 1862. Bd. II:
Die oriental. Frage bis zu Beginn d.
Krimkrieges: Dez. 1862-14. Dez. 1864.
Berl., Mittler, xjx, 474 S.; xjx, 691 S.
10 M.; 12 M. 50. [3630
Plon^ U., To Aktstjkker verdr0-
rende aen polit. Skandinavismes
historie 1866-67. (Dansk hist. Tids-
skrift 7. R., Bd. IE, 349-68.) [8531
ErlBBerDBgeB an General Möring. (Beil.
c. AUg. Ztg. 1902, Nr. 22-24.) [8632
Blumenthal, Graf v. (Generalfeld-
marschall), Tagebücher a. d. Jahren
1866 u. 70/71. Stuttg., Cotta. xij,
286 S. 6 M. [3533
Bez. : Milit.-Woobenbl. 1902, Nr. 2 v. Blnme ;
Jahrbb. f. d. dt. Armee 122, 899-401 Keim. —
S. Wbitman, Count Blomenthal. (Contem-
porary Bev. 80, 92-106.)
Terdy do TernoU, J., Im Hanptquartiar
d. IL Armee 1866, ■. 1901, 1813. Bea.: Mitt
a. d. hist. Litt. 2\ 818-41 Fom; ForMbga. i
brandii. n. preoM. >. 14, 367 f. Granier; Hist
Zt. 88, 607-!« Friedjong [3S»
Oneken, W., Ein ongedr. Brief t. Lotba
Bücher a. d. J. 1866. (Dt. Berue 27, II, Sli
-25.) — Th. T. BernhArdK S Briefe. (Bsli
Mon tMchr. 60, 281-{<9.) [1»
Baack, M., TagebnchbUtter. Nene Liefergi.
[Tit.-]Anag. (In 21 Lfcm ) Lfg 1. (B<1 1
Graf Bitmarck u. seine Leute w&hr. d. Kriege
m. Frankreich 1870-1871 bis s. B«achie(sg i
Paris.) Lpa , Gronow. xxtiij S. n. ä. l-8(
1 M. [35»
Schmitt, R.9 G. Dtlds. im 19. Jb
(Das dt. Jahrh. in Einzelschrr. Tl. 6.
Berl., Schneider & Co. 1901. S. 549
667. 2 M. 50. [353:
Blumenthal, M», Aus Hardenberg!
letzten Tagen. (= Nr. 2554.) Berl
Costenoble. 64 S. 1 M. 76. [3631
Onyot^ R«, La demi^re n<^ociatioi
de Tallejrand. L^ind^pendance d
la Belgique (Rev. d'Mst. mod. 2
678-94. 3, 287-81.) [3531
BMkfkkl, DÜd., Kg Friedrich WUhelm IT
n. d. Berliner MArareToIntion , s. Nr. 1649 a
Bes.: Preuss. Jahrbb. 107, 541-46 Delbrflck
Litt. CbL 1902, Nr. 10 G. Kanfteann n. Er
widerg. r. B. m. Antw. r. K. abd. Nr. IS- -
Bach fahl, Zar Beortailg. KOnig Friedi
Wiih. lY. u. d. Berliner M&rsreToIntion. (Hift
YierU^schr. 6, li»6-22if.) [S54(
Kanftnann, 6«, Ranke u. d. Be
urteilg. Friedrich Wilhelms IV. (ffist
Zt. 88, 436-73.) — F. Meineeke^
Friedrich Wilhelm IV. u. Deutschland
(Ebd. 89, 17-63.) [8541
Kaiser, Hans, Ernst Morita Arndt a d
Wahlen x. Frankfurter Parlament. (Beil. i
Allg. Ztg. 1902, Nr 12.) [9643
SommeregSr®i*9 Erei^rnisse in d.
Lektionen u. Marken m Italien in
d. Jahren 1848 u. 1849. Mit 3 Taf
(Mitt. a. d. k. u. k. Kriegs -Arch.
8. F., Bd. I, 153-284.) [3543
Goriy A«, Milano nra il cadere de)
Lufflio e Tentrare dell' Agosto 184^
(Bibl. stör, del Risorgimento Ital.
Ser. II, Nr. 11.) Roma, See. edit
Dante Alighieri. 1901. 166S. 2L. [8544
Bes.: Mitt. a. d. hist. LiU. 80, 99-101
Loevioson.
Ltttken, 0«, Fra krigsaaret 1849
EckemfÖrde - Affaeren. (Tidsskr. f
S0vaesen. N. R. 35, 601-26.) [354j
Koerner, H., Zur Erinnerg. an d,
Tage d. badisch. Freiheitsbewegung
(Grenzboten 1901, n, 472-74.) [854C
Caspar j 9 A«^ Ludf. Camphauseni
Leben. Stuttg., Cotta. xij, 465 S
8 M. [8541
SlmtOB, B. T., Eduard r. Simson, s. Kr
1651. Bes.: Hist. Zt. 88, 604-7 Oncken; vgl
B. y. Simson ebd. 89, 19S. [8S4C
Neueste Zeit seit 1815.
•139
Pftit4^r, Aug. Beichensporger, ■.1900,1848.
Bes.: Zt. f kath. Tbeol. 24, 353-60 Michael. —
H. Oncken, Aag. H eichensperger. (Hist. Zt.
8^, 247-68.) [SÖ49
Bajer, F., Af Indberetningeme fra
den danske Minister i Paris, Grev
Ludwig Moltke, og hans vanskelige
Stilling i 1864. (Dansk hist. Tids-
skrift 7. R., Bd. III, 99-117.) [3650
- ■ ■ - ■ ■ ^ .
Klein -Hattingen, O«, Bismarck u.
seine Welt. Grundlegung e. psycholog.
Biographie. Bd. I: 1816-71. Berl,
Dümmler. 709 S. 8 M. [3551
Zorn, Ph., Biamarck. (Zorn, Im Neuen
Beich 8. 151-77.) — Deri., Graf Wilhtlm
Biamarck (Ebd. 178-87.) — Ders., Moltke
(Ebd. 227-46.) [3552
Brodnitz, 6., Bismarcks national-
ökonom. Anschauungen. (Sammig.
nationalökon. u. statist. Abhdlgn. d.
staatswiss. Seminars zu Halle. Bd. 31.)
Jena, Fischer. 165 S. 3 M. [8öö3
Hfisebeck, E. , Zur religiösen Entwickig.
Bismarck«. (Preuss. Jabrbb. 107, S97-425.) —
H. T. POBchinger, Begegnungen B.s mit
d. früher. Kultusminister Orafen Zedlits-
Trütischler. (Dt. Bevue 26, IV, 314-16.) —
L. legidl, B.s Künstlernatur. (Ebd. 26. III,
129'88.) — F. yfn^ntr, B.s Semester auf d.
Georgia Augusta. (Protokolle d. Ver. f. G.
Götting. Bd. II, Hft. 4, 144 59) [P654
Marcks, Kaiser Wilhelm L, s. Nr. 1652.
Bez d. 4. Aufl. : HiBt. Zt. 88, 494-98 Tbimme. —
M a r ck s , Wilhelm I. (Bede.) 2. Aufl. Heidelb.,
Winter. 32 8. Tt.f. 60 Pf. [3556
Lorenz, 0., Friedrich Grhzg. v.
Baden; e. Charakterbild mit e. An-
hang biogr. Nachrr. nach meist hand-
schriftl. Qu. Berl., Paetel. 147 S.
2 M. 50. — Ders., Friedrich, Grhzg.
V. Baden. (Dt. Rundschau 111, 1-
27.) [3566
Dore, A.. Grhrzg. Friedrich v. Baden
als Landesherr u. dt. Fürst. Heidelb.,
Winter. 196 S. 1 M. 20. [3557
Bea.: Zt. f. G. d. Oberrb. 17, 544-40 Du
Moul n-£ckart.
Leinhnns^ G. k». Erinnergn. an
Victoria, Kaiserin u. Königin Friedrich.
Mainz, Zabem. 60 S. 2 M. [3558
Andr^y H., L'imp^ratrice Fr6d^ric. (Le
Correspondant 204 (= N. 8. 168), S. 601-27.) —
Comtesse R. de Coorsoo, La jeune-se d'une
irop^ratrice. (Ebd. 628-89.) — L. Fiedler,
Les Oeuvres sociales de Hmpöratr. Fr^d^rlc.
(Ebd. 861-66.) [3559
Caemmerer, t«, Magenta. Der
Feldzug V. 1869 bis z. erst. Entscheidg.
Mit 3 Kartenbeilagen in Steindr. u.
1 Textskizze. Berl., Mittler & S. x,
216 S. 6 M. [3660
Bez.: Jabrbb f. d. dt. Armee etc. 122, 402-5
C. V. B.-K.
Andrae, P«, Andrae-Hall overfor
den polit. Situation 1863; en doku-
menteret fremstilling. KJ0benh., Gyl-
dendal. 170 S. [3661
Taxen, Nogle bemaerkninger til
Jensens „Den anden slesvigske krig
1864". (Miüt. Tidsskr. 29, 266-300.)
Vgl. 1900, 3742. [3662
Yorganfe zur See währ. d. dt.-dftnisch.
Krieges. I Der 17. Mftrs 1864. Das Seegefecht
bei Jasmund. II: Die Ereignisse nach d. Ge-
fecht b. Jasmund bis z. Gefecht b. Helgolan'1.
III: Das Seegefecht b. Helgoland u. d. Ereig-
nisse bis z. Ende d. Krieges. (Jabrbb. f d. dt.
Armee etc. 119. 24-80; 202-8. 120, 86-95.) [8563
Lettow- Vorbeck, 0. y., G. d.
Krieges v. 1866 in Dtld. (s. 1901,
3746.) Bd. III: Der Main - Feldzug.
Mit 10 Karten u. Gefechtsplänen,
7 Skizzen, xxj, 491 S. 12M. 60. [3664
Bez.: Mitt. d. Ver. f G d. Dt. in Böhmen
40, Litt. Beil. S. 49-53 O. Weber; MUit.-
Wocbenbl. 1902, Kr. 13 Keim.
Helneiii»Bn,0. t.. [Höckelheim n.] Langen-
salza s. Nr. 8056. [36f 5
Schnehen, W. t., Die Attacke d. 2. Schwa-
dron Cambridge-Dragoner b. Langensalza.
(MiUt.-Wochenbl. 1901, Nr. 64) — Fr. T. d.
Wengen, Desgl. (A lg. Milit.-Ztg. 1901, Nr.
7-9 u. Nr. 89.) — A. H., Die Mission d. Oberste n
y. Döring u. d. Telegramm d. Landrats t.
Wintzingerode v. 25^26. Juni 1866. (Jahrbb.
f. d. dt. Armee etc. 121, 843-52.) [8566
Chanra, E., Valka pruskorakouskä,
r. 1866 (treuss.-österr. Krieg i. J.
1866 nach authent. Quellen u. privat.
Studien auf böhm. Schlachtfeldern
dargest.). Brunn, Pisa. 118 S.
1 M. 20. [3667
Bonnal, Sadowa, s. 1901, 8749. Bez.: Dt
Bevue 87, I, 257-66 Moltke; Bev. d'hist. mo-
derne et contemp. 8, 74 f. l-ranchard. [S568
Jank, Die Heerführg. Benetlektin d. letzt.
Tagen vorder Schlacht v. Königgrits. (Jabrbb.
f. d. dt. Armee eto. 120, 248-67.) — T. Meje-
rlnck. Die Bekognosziergn. d. preuss. Ka-
vallerie in d. letzt. Tagen vor d. Schlacht v.
Königgritz. (Ebd. 113, 127-49.) — Wolf. Die
V ege d. 4. 4pfüud. Batterie d. rhein. Feld-
Artill.-Begiments Nr. 8 in d. Schlacht t.
Königgrfttz. (Ebd. 84-89.) [8560
Onerre, La, de 1870-71; R^dig^e
ä, la section hist. de T^tat-major de
rannte (s. Nr. 1671). Fase. VI:
6 aoüt. 1870. 199 S. 2 fr. 60. [3670
Martinien, A«, Guerre de 1870/71.
Etat nominatif par affaires et par
Corps des officiers tu^s ou bless^s
dans la premi^re partie de la cam-
pagne du 25 juiUet au 29 octobre.
(Ann^e du Rhin; armäe de Metz;
armäe deCh&lons; defense des places.)
Publ. 80U8 la direction de la sect.
hist. de r^tat-m%jor de Tarm^e. Paris,
Chapelot. 140 S. 5 fr. [3671
•140
Bibliographie Nr. S672— S620.
Lehaateoart« F., Hist. de la gaerre
de 1870-71 (s. Nr. 1672). T. U: Le«
deax adversairet; premi^res Opera-
tions. 488 8. 6 fr. [3672
Bes. T. I : B«T. dlüat. moderne et contemp.
t, 7&-77 Canm. Bes. r. II: Jahrbb. f. d. dt
Armee IM, 778-90 t. Twardowiki
BovkBgmjj C,j Gaerre franco-
allemande de 1870-1871. Ed. 2.
Paris, Charles • Lavaazelle. 387 8.
7 fr. 60 [3673
Brenet, A.,' La campagne de 1870-
1871 etudi^ au point de vue da
droit des ffens. Th^. Paris, Rousseaa.
XV, 304 S. 7 fr. [3674
Fleurjy Comte, La France et la
Russie en 1870, d'apr^s les papiers
da gdndral comte Fleorj. Paris, Faul.
266 S. 4 fr. [3676
Bagaenavlt de Poeliesse, G., La
neutralite belffe pend. la gaerre
franco-allemande , 1870 - 71 . (B«v.
d'hist. diplom. 16, 92-102.) [3676
Lehaateourt. F., Le commande-
ment en 1870. (Kev. de Paris Ann^ 8,
T 6, 96-124.) [3677
Ueercabeweguigeii im Kriege
1870/71. (« Nr. 2243.) Berl., Mittler.
X, 287 8.; 17 Ktn. 13 M. 60. [3678
Bes. : Milit.-Wochenbl. 1909, Kr. 8 r. Verdy;
Mitt. a. d. bist. Litt. 80, 846-48 FoM.
Jiwk, Die 1. Kavall.-Dirision im
Kriege 1870-71. (Jahrbb. f. d. dt.
Armee u. Marine 122, 30-46; 186-204;
839-62; 426-42; 687-612.) — Ders.,
Die 3. Kavall. -Division im Kriege
1870-71. (Ebd. 114, 163-71; 269-86.
116, 29-46; 129-66; 267-72.) [3679
Stillmark I M.« Zar Beorteilg. d.
Anteils d. Generals y. Steinmetz am
dt.-franz. Kriege v. J. 1870/71. (Balt.
Monatsschr. 62, 209-39.) [3680
Orolmaiui, U* t.« Ernst Eduard
y. Krause; e. dt. Solaatenleben. Aus
hinterlass. Kriegstagebüchern u.
Briefen v. 1848-86. Mit e. Begleit-
wort V. J. V. Verdy du Vernois.
Beri., Mittler. 1901. xj, 179 8.
3 M. 76. [3681
Lessingy t*» Feldzug 1870/71. Die
Thfttigkeit d. Oeneralkommandos 16.
u. 16. Vm. 1870. Mit e. Kte. Beri.,
Eisenschmidt. 98 S. 1 M. 80. —
Schlichting^ St. Priyat. (G^ns&tze
auf d. Gebiete d. gross. '&uppen-
fOhrg. I.) (BeU. z. Allg. Ztg. 1902,
Nr. '•IS.) Vgl. Nr. 1676. — A. Gross-
kopf^ Die Kavallerie in d. Schlacht
b. Vionville-Mars la Tour. Altenb.,
Schnuphase. 31 S. 30 Pf. — t.
decke« Die Kavall.-Division y. fl
manno.Grayelotte. (Milit.-Woche
1901, Nr. 46.) [3
Halleoiii, La joum^ du 16 i
1870, d'aprte de recentea poblicat
allem. (Sep. a. : Rev. milit. des an
Strang.) Paris, Chapelot 1901. '
1 fr. 26. [J
Lovpoty D*.Bataille de Sedan 1. 1
1870. £d.2. Sedan, Fischweiler. 1
19 8., Kte. 1 fr. 26. [l
Cellety E., Le si^^ de Sei«
et Toccupation allemande dam
Soissonnais, 1870/71. £d. 2. Soisa
Ebel. 1901. 439 S. [l
Gnesqniiiy £., Biiche et ses
fenseurs, 1870-71. Conlonuniers, ii
Brodard. 1900 f. 603 S.
s
Hasehke^ Strate^che Rückb
auf d. Ereignisse im südöstL 1
d. franz. Kriegsschauplatzes im 1
1870 u. Jan. 1871. (Jahrbb. f. d
Armee u. Marine 112, 26-46; 161
267-79.) [3
Fischer, 6., König Wilhelm I
d. Beschiessung y . Paris. (Ans : „Gn
boten.") Lpz , (Smno w. 1 6 S. 40 Pf . [8
Ballle, Ch*9 Six mois d^invai
Erussienne; jany.-aoüt 1871. (I
ebdomairel901, Aoat3,10,17.) [3
SckniyieBS' europ. G. - Kaien
(8. 1900, 3769). N. F. XVI: 19
XVE: 1901. Hrsg. y. G. Roloff. I
372 S. k SM. [8
WippermanB, K«, Dt. Geschicl
kalender (s. Nr. 1686\ 1901, Bd.
xq, 407 S. 6 M. [3
Umm m Taxis. Emerieh Pi
in, k. k. General d. Kayallerie.
Benutzg. sein, schriftl. Nachla«
dargest. y. e. Waffengefährten.
1 Portr. Wien, BraumOller. IS
187 S. 6 M. [S
Dwof, F., Josef Frhr. y. Kalchb<
1801-82, wirkl. kaiserl. Geh. I
Leiter d. Ministeriams f. Hände
Volkswirtschaft. Sein Leben n. sc
Schrr. Innsbr., Wagner. 66 S. 1 M. [3
Wanner 9 M«* Schaff hausen ii
Bestaurationszeit, 1813-1848. (F
sehr. d. Kant. Schaffli. zu Bondesf
1901. S. 699-669.) [i
Geering, T., Der neue Bund. (P
sehr. z. 400. Jahrestage d. ei
Bundes zw. Basel u. d. Eidgenoi
Neueste Zeit seit 1816.
141
S. 157-216.) — C. Meyer, Basel zur
Zeit d. Freischarenzüge u. d. Sonde r-
bunds. (Basler Jahrbuch 1901, 45-
106. [3595
8t«rchl, J., Jos. K»rl Henog, 1798-1857.
(S»minlg. bemitoh. Biographien 4, 600-681.) —
F. a. D. T. MVller, Bduard Ldw. Oabr.
T. MflUer, 1815-92. (Ebd. 577-600.) — G.
BohBeablDit, Eman. Frdr. t. Fischer. (Ebd.
6S1-8S.) rS596
Dierauer, J.« Der Kanton St. Gallen
in d. Regenerationszeit, 1831-40. St.
Gallen, Fehr. 4^ 68 S., Taf. 2 M. [3597
Eynem, E. y., Frdr. v. Eynem,
e. bergisch. Lebensbild, zugleich e.
Beitr. z. G. d. Stadt Barmen. (Zt. d.
berg. G.-Ver. 35, 1-103.) [3598
ThlHH«, F., Die Litterator s. hannov.
Landet-G., 181S-1866. (Zt. d. hitt. Ver. f.
Niedersacht. 1901,408-60.) — Tgl.: r.Lettow-
Vorbeck (Ebd. 190S, 112-21) n. Thimme's
Naohtr. (Ebd. 121-80). [3599
Hassell, W. t., O. d. KOnigr. Hannorer.
n, 2 8. 1901 , 8781. Bes. : GOtting. geL Ana.
1902, 306-17 O. y. Heinemann; Hist. Zt. 88,
498-503 u. Dt. Litt.-Ztg. 190i, Nr. 22 Thimme;
Mitt. a. d. hist. Litt. 80, 208-11 Schaer. — Vom
ehemal. Kgr. Hannover. (Grenzboten 61, I,
827-84; 400-20.) [3600
Sberwiea. W., Erinnergn. a. d. J. 1848.
(ProtokoUe d. Ter. f. Q. GOttlngent Bd. n,
Hft. 4, 01-114.) [8601
Berg, Ans d. G. KUstrins im 19. Jh. s.
Nr. 8497. [8602
Innere Verhältnisse.
Triepel^ H.^ Quellensammlg. z. dt.
Reichsstaatsrecht. Lpz., Hirschfeld.
1901. xvj, 343 S. 5 M. [3603
Bez.: Litt. Chi. 1902, Nr. 3; Dt. Litt.-Ztg.
1902, Nr. 11 Zorn.
Lasker^ E^ Aus Ed. Laskers Nach-
lass; hrsg. V.W. C ahn. Tl. 1:15 Jahre
Parlamentär. G. 1866-80. Berl., Reimer.
168 S. 2 M. 40. [3604
Zorn 9 Ph.y Reich u. Reichsverfg.
(Zorn, Im Neuen Reich S. 54-73.) —
Ders., Das dt. Kaisertum. (Ebd. 895
-412.) [3605
Loening, £., Grundzüge d. Verfg.
d. dt. Reiches. 6 Vortrr. (Aus Natur-
u. Geisteswelt. Bdchn. 34.) Lpz.,
Teubner. 1901. 137 S. 1 M. 25. [3606
Boz.: Dt. Litt.-Ztg. 1902, Nr. 6 Arndt.
Hon^s del Ppjol^ 6. de, Le chan-
celier de Tempire allemand. (£tude
de droit publ.) Toulouse, Riviäre.
1901. 257 S. 6 fr. [3607
Kolmer, G.^ Parlament u.VerfaBsg.
in Oesterreich. Bd.I: 1848-69. Wien,
Fromme, xn, 408 S. 6 M. [8608
MftUer, Leonh.y Badische Land-
tagsgeschichte (s. Nr. 1699). Tl. IV:
1833-1840. 169S.,3Taf. 4M. 50. [3609
Bachenbergery A«, Finanzpolitik
u. Staatshaushalt im Grhzgt. Baden,
1850-1900; zugleich e. Beitr. z. dt.
Finanzpolitik. Heidelb., Winter. 264 S.
7 M. 50. [3610
Bez. : Zt. f. d. gesamte Staatswiss. 68, SS7 f
Schäffle.
Thomas^ E., Die staatsrechtl. Stellg.
d. Statthalters v. Elsass-Lothring. Diss.
Königsb., Beyer. 1901. 57S. IM. [3611
Prenss. H.^ mit Nachwort y. H.
Delbrück, G. d. Bestätigungsrechts
in Preussen. (Preuss. Jahrbb. 107,
261-98.) [8612
Simsoiiy Aus d. Zt. v. Th. v. SchÖns
westpreuss. Oberpräsidium. (Mitt. d.
westpreuss. G.-Ver. 1, 23-25 u. Preuss.
Jahrbb. 109, 58-72.) [3618
StaSl T. Holstein, Baron B«. Die
Gefährdung d. Landesrechte durch
d. Marquis Paulucci. (Balt. Monats-
schr. 51, 241-78; 355-94.) Vgl. Nr.
2147. — Ders., Zur G. d. Kirchen-
gesetzes V. J. 1832. (Ebd. 52, 128-76.)
— Ders., Zur Eodifizirg. d. balt.
Provinzialrechts. (Ebd. 185-208; 249
-80; 805-58.) [3614
Berthold, A«, Wirtschaft u. Recht
im 19. Jh. (» Das dt. Jahrh. in Einzel-
schrr. Tl. 4.) Berl., Schneider & Co.
1901. S. 459-548. 2 M. [3615
Aus d. litterar. Nachlass v. Karl
Marx, Frdr. Engels u. Ferd.
Lassalle; hrsg. v. Frz. Mehring.
Bd. I u. ü: Karl Marx u. Frdr.
Engels, Gesamm. Schriften, März
1841 -Nov. 1847. Bd. IV: Briefe v.
Ferd. Lassalle an K. M. u. F. E.,
1849-62. Stuttg., Dietz. 1901 f. xg,
492; 482; xvj, 868 S. 18 M. [3616
Bei.: Dt. Litt.-Ztg. 1002, Nr. 14 Dlehl.
Eckert y Chr., Zur Vor-G. d. dt.
Zollvereins. Die preuss. -hess. Zoll-
union Y. 14. Febr. 1828. (Jahrb. f.
Gesetzgebg. 26, 505-56.) [3617
Rantzaa, Graf Ernst su, Die
Grundzüge d. preuss.-dt. Tarifpolitik
seit d. Begründg. d. Zollvereins. (Dt.
Rundschau 110, 97-118^ [3618
Gensel, J«, Der dt. Handelstag in
sein. Entwicldg. u. Thätigkeit 1861-
1901.Berl.,Heymann. 184 S. 4M. [3619
Geschichte d. österr. Land- u.
Forstwirtschaft u. ihrer Industrien
1848-98(8. Nr. 1707). Suppl.-Bd. 1901.
663; 247 S. 22 M.
142
Bibliographie Nr. 3621—3665.
Yogelstein, Th«, Die Industrie d.
Rheinprovinz 1888 - 1900. (Münch.
volkswirtsch. Studien. XLVII.) Stuttg.,
Cotta. 112 S. 3 M. [3621
Stobmann, P«9 Holland u. sein dt.
Hinterland in ihr. gegenseitig. Waren-
verkehr, m. besond. Berücksichtigung
d. hoUänd. Haupthäfen, seit d. Mitte
d. 19. Jh. (Abhdlgn. d. staatswiss
Seminars zu Jena, hrsg. v. Pierstorff.
I, 1.) Jena, Fischer. 1901. x, 130 S.
2 M. 50. (63 S. ersch. als Jenenser
Diss.) [3622
Res : Jahrb. f. Gesetzgebg. 26, 884-87 Keibel.
Friedrich; A«; Schlesiens Industrie
unter d. Einflüsse d. Caprivischen
Handelspolitik 1889-1900. (München.
Volkswirtschaft!. Studien. Stück 46.)
Stuttg., Cotta. 192 S. 4 M. 50. [3623
Bleibtreu; €•• G. d. Kriegskunst
im 19. Jh. (Das at. Jahrh. in Einzel-
schrr. Tl. 8.) Berl., Schneider & Co.
1901. S. 115-2-26. 2 M. 60. — E.
Schäfer, G. d. dt. Kriegsmarine im
19. Jh. (Das dt. Jahrh. etc. Tl. 7.)
Ebd. 115 S. 2 M. [3624
Hchmldt, P. r., 1800-1900; e. Rückblick
auf d. letzt. 100 Jahre dt Heeres-0. (Jahrbb.
f. d. dt. Armee etc. 114, 1-28.) — Borl8§ow,
Die Tbätigkeit Moltkes als Chef d. General-
stabes (Ebd. 111, 1-20; 189-54; 257-82. 112,
1-24; 131-51.) — H. Bohne, Aus d. preuss.
Feldartillerie vor 40 Jahren (Ebd. 120, 229-
47.) — Pochhammer, Die Verwendg. n. Führg.
d. Fildartillerie 1866 u. 1870/71. (Ebd. 119,
166-91.) [S625
Uoppeler, R«9 Vom ersten eidge-
nöss. Truppenzusammenzug. (Zürcher
Taschenbuch 1902, 208-29.) [3626
Gedenkblätter d. k. u. k. Kriegs-
Marine (s. 1901, 1899). Bd. IV. 171 S.;
2 Taf. 2 M. [3627
Lauchert, F., Frz. Ant. Stauden-
maier 1800-56. Freib., Herder. 1901.
544 S. 5 M. [3628
Bez.: Zt. f. G. d. Oberrh. 17, 199 f.
Tichackert, P., Oeorg Hermes. (Bealency-
klop. f. prot. Theol. 7, 750-66.) — Hegler,
K. J. Hefele. (Ebd. 525-81.) L362i)
Friedrich^ J., Döllinger u. d.
Folgen d. Gelehrtenversammlg. 1863.
(Rev. intern, de th^ol. 9,263-78.) [3630
Bea. V. Friedrich, Döllinger. Tl. in, s.
1901, 8803: Theol. Litt.bl. 1901, Nr. 38
W. Walther.
Blanckmeister, F., Die anti-
römische Reformbewegung sächs.
Katholiken im J. 1830. (Beitrr. z.
Sache. Kirch.-G. 15, 211-64.) — H,
Fritzsche. Der Deutsch - Katiiolizis-
mns in Gelenau. (Ebd. 302-36.) [3631
Kriger, 0., Karl Aug. t. Haae. (Seal-
encyklop. f prot. Theol. 7, 45S-61.) — G. Vkl-
hörn, Ldw. Harma. (Ebd. 499-45.) -
T. Stlhlin, O. Ch. A. ▼. Harleaa. (Ebd. 42t
-32.) — HftBCk, J. Ch. K. Hofmann. (Ebd. a
234-41.) — W. BejrBchlAg, K. B. Handeahagec.
(Ebd. 450-55.) — J. KaBE«, K. F. A. Kahnii
(Ebd. 9, 692-98.) [-i63?
Baum 9 M., Joh. Wilh. Baum; e.
Protest. Charakterbild a. d. Elsass,
1809-78. 2. stark verm. Aufl. Strassb..
Heitz. 183 S. 3 M. 50. [3633
Yerfassuiig d. vereinigt, evang-
protest. Kirche d. Grhzgts. Baden r.
5. Sept. 1861. Karlsruhe, ReifiF. 1901
62 S. [3634
Wintzingerode, Graf, Einige
Briefe d. Grhzgs. Karl Alexander.
(Dt. Revue 27, II, 344-50.) [3635
Gl»BbeBabekeiiBtnU,Das,e prenss. Kolta»-
miniaters. (Dt. Beme 87, II, 1-S.) [Bri«f d.
Ministers Bosse r. 3d. III. 1900] >- I>
Hehwalb, Minister Bosse a. d. ThcLsteaJdrcb^
(Ebd. 304-8 ) [S6S«
Hausrath, A*. G. d. theolog. Fa-
kultät zu Heidelberg im 19. Jahrh.
Akad. Rede. Heidelb. 1901. 4». 22 S.
(Auch in Protest. Monatshfte. 5, 1-
13) [3637
Rez.: Dt. Litt-Ztg. 1902, Nr. 4 Wendt.
Schmidt, £., Yolkmar Stör.
(Schmidt, Charakteristiken 2, 251-
60.) rS638
Wienstein. F., Frdr. Wilh. Dörp-
feld; sein Leoen u. seine Schrr. (Die
pädagog. Klassiker. Bd. V.) Halle,
Schroedel. 80 S. 1 M. [S6S»
Rosin« U.j Diesterwegs Parlamen-
tär. Thätigkeit u. sein Einfluss auf
d. Schulgesetzgebg. (Pädagog. Bau-
steine. Hft. XIV.) Berl., Gerde« & H.
31 S. 60 Pf. [8640
Ueege, F. u. H. Bebenroth, Die
ersten 50 Jahre d. braunschweig
Landes - Lehrervereins. Braunßchw.,
Appelhans & Co. 1900. 236 S. [S641
Droysen, 6., Joh. Gust. Droysen
u. Felix Mendelssohn-Bartholdj. (Dt
Rundschau 111, 107-26; 193-215:
386-408.) [3642
Fetter, B., Karl ▼. Hegel. (B«a s. AII|
Ztg. 1901, Nr. 285) — E. DiMMler, DMgL
(N. ArchiT 87, 6241) — B. DftfMMhB, BMgL
( Arcb. stör. ital. 6. 8er., 2i», 161-66.) — H. ■•!■>»
Zar Erinnerg. an Karl Hegel (NationalsV
190:*, Jan. 23) — F. Freat^oHT Karl H»fl
(Nacbrr. d. Ges. d. Wiss. su Göttlag. li^i
Geschäftl. Mitt. S. 52-72.) — Der f., C^
NeueBte Zeit seit 1
•143
1. LIH,-Zlg. IM», Nr. au fiicbfahl; .
;.«n,3tT-10MetDe=k8i Lill.Cbl. luoi, H
P. UolibsuitD, Aua d. WsrdogM
(B.Nr, 1618). SchlnSB. (Ann. d. Ver, f.
aase. Alt«rtkde. 33, S09-S0.) \36b2
Fiscber-Benzon, R. t., Üb. d.
Oründg. d. Ges. f. BchleBw.-holst. O.
31, 370-79.) [3653
I.Apr)
kari, I
dächtniB Bemh. EramauDsdOrfferü.
(N.Heidelberg, Jahrbb. 11,1-27,) r3«46
HaiBp«,K.,FaalScheffer-Boichorst.
(Hiet. Viertelj.achr. 5, 280-90.) ~
U. Bloch, Desgl. (Hist. Zt. 89. M-
71.) — i. MelBUr, Desgl. (Hist.
Jahrb. 23, 241-16.) — F. Kiener,
Desgl. (Zt- f. G, d. Uberrh. 17, 381-
85.) — B. Dafidsoba, Desgl. (Arch.
ator, ital. 6. Ser.. 29, 166-76.) —
E. DBmmlerj Desgl. (N, Arch. 27,
768-70.) — Detfl,, Gedächtnissredo
aufSch--Boicb, (Sep. a.; Abhdlgn. d.
Berl. Akad.) Berl., Reimer. 4°. 16 S,
1 M. (364Ü
Bralg, E., Zur Erinnerg. da Frz.
Sav, Kraus. Freib., Herder. 70 S.
1 M. 50. [3C47
Rh.: HUI.-polil. Ell. l!9,4tK-il Belleiheimi
t, H., F;
r, Hctch, Dasgl. (Zt f. O.
ei.) — Dstgl (Dl. Busd-
-J. B»«r, Detgl. (Kunil-
) - K. H»illl», F. X.
. (Bell. %. AUg. Zig. 1»»,
, iKbd.lPOO, Nr :
' P. ZlBnacml
— W. Schoo^
Miiuin 17, ioa-lft.) [S665
Crii8lllg,0>, Erwin ßohdej e. biogr.
Versuch. Tübing., Mohr. 29G S.
e M. 60. [3656
Bei.: Dt, Ravue J1, II. SiO-M Gonpcri;
Bell. t. AUg. Ztg. IWK, Kr. 98 Ziallntkli
, P>., ZutH. .
I. PhUDlogla;
Brief» an B. J. £>acei
»6, lJ3-6e.) — W. Sekoor, A. F. Ch. Vilmi
all 0«rm>nlal. (Heusnluid ISOO, Kr. ii-il
— a. lt««dlgtr, Knil Welnbrld. (Zt. d. Ve
r. Volktkds. ll.SMIfi) — B. V<«t, K. Well
i 1001, I
i. Wir*cli>Ber. Fn. gchwirti. (Hiit. Mo-
oalabll. r. d. Piov Pohd t. ltS-2i.) [SMS
Weber, 0., Der Verein f, Q. d.
DeutBcbeu Id Bttbmen. (Dt. O.bll. 3,
167<72.) -- 0. C. Laube, Rückblick
auf d. G. d. Ver. f. G. d. Dt, in BChm,
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(Basler Zt. f. G. 1, 202-47.) [3660
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Vereine Badens. (Korr.-Bl. d. Gesamt-
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Wagner, P., Beitir, z, Vor-Ö. d.
GrOndg. d. Ver. f. aaas. Altertkde.
I. [sesT
se. 139-41.) — Brlck Bchntdt,
rada auf K. Walohold. (Ana
Bflil.Akad.) Itarl.,Reinier. 4M
Steig, R., Heim. Qrimm (I
Sad 99,8^91.) — 'Kritukeil.Deigl. (Weiter-
H. AltnPller, /u Harm, briminl OadtcblD.
IHcaieuland li:OI, Nr. 14 | (Se&S
Weltrlch, R., Wilb. Hertz, Stuttg.,
Cotta. 92 S. 1 M, 60. [3669
Rai.; Di. Utt.-Ztg. I90i, Nr. Si.
flolthtr, W., Wilh Hern. (S. Jahrbb. f.
OotUchall, B. T., Die dt.National-
Utteratur d- 19. Jh. 7. Aufl. (s. Nr.
1753), Halbbd.G. (Bd.Ul.S. 3ai-704.)
3 M. 60. Halbbd. 7. (Bd. IV, 1-272.)
3 M. 60. [3660
, Bartels, Adf., Gesch. d. dt Lit-
teratur (s, 1901,2664), Bd.U: 19. Jh.
860 9. 6 M. [8661
I Uajm, R., Die romantische Schale;
I e. Beitr. z. 6, d. dt. GeistAs. (Anastat.
; Nendr.) Berl,, Gaertner. ly, 961 S.
6 M [3662
Maller, Wllh., ünveröffentl. Tage-
I buch u. seine imgedr. Briefe. (Dt.
I Rundschau 110, 362-80J [3663
; Oesterbaiis, W.,ChT Dietr, Grabbe.
I (Bll. f. lippische Eeimatkde. Jg. U,
Nr. 2-7 u. Nr. 9-12.) mu
Collljn, 0., Frz. Grillparzer, bans
lif och verk. Stockholm. 287 S ;
12 Taf. 6 M. [36G5
I
•144
Bibliographie Xr. 3M6-SA81.
Tielo, A. K. T., Die mchtun« des
GrftfeB Moriti v. Strachwiti; e. Beitr.
K. dt. Litt.-O. (Ponchn. i. neuer. Litt-
0.; hrag. V. Hnncker. XX.) Berl.,
Duncker. u, 364 S. Subskr.-Pr.:
6 H. 36; Kinielpr 7 H 60. [8666
Castle, E., Nisol. LesRU ; zur Jahr-
hundertfeier Beiner Geburt. Lpi.,
Heaae. 120 B. 1 M. 60. — A.W.Erant,
LenauB Fr«aengeBtftlteQ. Stuttg.,
K»bbe 410 S. G H. [8667
Baait*!, Laus atHntampCiLlMl, IBS».
Bu.: Zl.rdl.PhlloLU,«S»-HBaUtMHi. [MM
FroMMel, 0., Gottfr Kellen relig.
Entwicklg. (Dt. RnudBchaa 111, 867
-86.) [seea
). Jh.
Mit e. Titelgravflre, 100 Vollbildern
n. 160 Teitbildem. Düweld., Konat-
verein f. d. Rheinlande u. Weatfalen.
4*. SS4 S. [3670
Heab«rg*r, K., Fiz. Schubert.
(BerOhmt« Hniiker, hiag, t. Reimuin.
Bd. XIT.) Berl., HHmonie. 1901.
116 8., 8 Taf. u. g Fksmi. 4 H. [3671
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an Rieh. Wagner. Stattg., Frommann,
B6 8, 1 H. 60. [8fl7S
Steiner, A., Bicb. Wagner in
Zarich (t. 1»01, 1966).
1866. (90. Neuj.bl. d.
Ges, inZfirich.) 4* 36
6 Fkim. S H. 40.
J»SB, T., Der Husikp.
Wi«k u. ieine Familie
Berflcki. sein. Schwieg«
Schumann. Dresd., Da
S Taf- 6 H.
■■>r*r, K. ■-, Bkdliehe
!• Ih, L IMI, IMU B«. : :
>, ttsn H. JuIHB.
SHtterllB,L.,DieTo]
d. niederen VolkskreiBe i
(Genn. Abhdlgn. Herrn. F
1908 dai^br. S. 195-!
fOBS, B., Erinnergn.
nea. Ans d. alten Düz'
(GedaueuBia. Bdchn. 6.)
nier. 87 8 1 M. Tgl. 190
lanktl, J., ZuD^tabrCn
ilmmwluwdwuk Im 19. Jfth
Xigu. IM», Hr. 11.)
Ft., B., Oaa«nU. Ptkui
1. J. 1860 (MitL d. V«i. t.
Brurit. Ü.f Die Epi
19. Jh. (Zt. d. hiat. Of
Poeen 16, lOS-144.)
145
Alpliabetisches Register.
Nicht berücksichtigt wurden die auf S. *25— *29 und *94 — *99 verseichneten „QesAmiu,
Abhandlungen und Zeitschriften", sowie anonyme Zeitschriftenanfsitze , femer die Be-
zensenten-Namen.
Abriss d. G. d. hrzgl.
Lehrerseminars zu Al-
tenburg 2308
Achelis 1141. 2996
Ackermann 284
Acta: BoruBsica 1406.
1479; Tomiciana 1153
Acten betr. Gelre en
Zutphen 1014
Adam 3071
Adler 588
Adlersfeld - Ballestrem
125
Aegidi 1660. 3554
Alm 3527
Ahrens 1914
Akten u. ürkimden d.
üniv.Frankfurta.0.612
Aktenstücke z. G. d.
Schwabenkrieges 2837
Alberini 3004
Albers 196. 1224. 2699.
3143
Albert21. 187. 2044.3651
Albrecht 1237
Albrecht, K. 525
Aldenhoven 2355
Aldinger 933. 2766
Alexander I. (Kaiser)
1549
Alexander IV. (Papst)
2796
Alombert 3450
Alten, V. 137
Althof 835. 928. 2637.
2746
Altmann 3417
Altmäller 3658
Altrock, V. 138
Alvin 1886
Amelung 3091
Amende 1837
Amersbach 2370
Amira, v. 2761
Ammann, H. 521
Ammann, J. H. 2779
Amrhein 2812
Analecta: Argentinensia
2800 ; hymnica245.201 7
Anderle 3187
Anderson 2255
Andrae 3561
Andrä 1655. 3559
Andreas Hyperius 1141.
2996
Andree 598
Ankermann 3386
Ankert 590
Anshelm 3001
Anthaller 2698
Authes 1813. 2623
Anthony v. Siegenfeld 92
Antl 3096
Anzengruber 1773
Apell, V. 2081. 2251
Aragon 3270
Arbeit, Deutsche, in
Böhmen 588
Arbois deJubainville 873
Arendt 296. 2359
Armbrust 1852. 2198.
2868. 3076. 3493
Arndt 3116
Arnold, C. Fr. 1398
Arnold, H. 822
Amsperger 3294
Aronius 2215
Arras 1150. 2908
Asbach 1613
Aster 3430
Atlas , Geschichtl. , d.
Rheinprovinz 32
Atz 2050. 2267
Aurelius 2776
Aus d. litterar. Nachlass
V. Karl Marx etc. 8616
Ausfeld 3142
Auvray 2742
Bach, J. 532
Bach, M. 1119. — 2582
Bacha 189
Bacher, J. 2376
Bachmann, A. 588. 1031.
1968 a
Bachmann, H. 588
Bächtold 2137. 2864
Bäckström 832
Bär 3317
Barsch 1586
Bäschlin 2063
Baguenault de Fuchesse
3676
Bahrfeldt 123. 1881.
1893. 1902
Baier 474
Baille 3589
Bailleu 1649. 3419. 3496
Bajer 3550
Balagny 3464
Balfanz 1186
Bamberger 2219
Bandini 3126
Bangert 247
Barbeck 2381
Bardeleben, v. 3220
Bardot 1400
Bärge 1183. 1186. 2129
Bartelli 2690
Bartels 582. — 3382.3661
Barth, A. 2142
Barth, H. 1695
Bartholomäus 612. 3267
Bartsch 319. — 2388
Bas, de 3496
Baschin 1790
Bass 56
Bassermann - Jordan
2257
•146
Basaler l!6^
Bauch. A. 1410. 1136
Bauch, 0.612. 635.1104
IIOG. H13. 1114
Bau- u.KuiiBtdünkmäler:
267;Kgt.Sarb9eQ!03D;
Prov. SachBen 3036;
Thäriiigen2037;WesU
falen 2&&, 2033; Wies-
baden 2030. — Vgl.:
„Ku aetdenkmUer" '.)
BauernhauB : i.Dt.B«iche
015; in OeBterr.-Ung.
!239T;iDd Scliweiz239g
Baum 3633
Baumann, A. 3143 3
BaumaDD, E. 268C
Baumeister 2199
Baumgärtel 362
Baur. L, 479
Baur, W. 1579
ßai 2356
Beaupr^, J. ibSV
Bebeoroth 3641
Beck, R. 3160
Beck, L. 388. 2170
Beck, P. 434.477. 1261.
1639. 2333. 3381. 3504
Becker, H, li23, 1423
Becker, J. 2080
Becker, L. 2371
Becker, P. 3351
Becker, W. M. 3189
Beer .SS22
Behaghel 270'J
Behncke. G. 1778
Behacke, W. 1126
Behrens 1893
Behring 1210. 3195
Beintkerll32.1212.SU86
Beisael 577. S99. 2710
BeitrUge z.: Gelehrten
U. UOttingeoB 2322;
neuetit. Handehpolitik
DUda. 1710, desgl.
Oeaterreicb8l711; dt.-
böhm. Volkskde. 2377;
WirtBch,-G. ThQrin-
geus 21()7
Beiart 1782
Bellermann 1520, 1625
Below,r.357, 1627.2148
Belscbuer 2071. — 8230
Beltz 796
Bendtorff 2306
Benedict, M. 43
Benedict, 9. 2327 ;
Benratb 8050. 31 26. 3239 '
Alphabetiecbea Kegiater,
Berendt 1765
BerendtB 3176
Berg. A 41
Berg, C vom 3522
Berg,G,371. 1574. 1600.
8265. 3197
I 458
üi-rgpu. i 3225
lli>ri,'>'r, 11 8339
lIiTuir, K. 2066
ll.;rj;miUHi, A. 3523
[l.T;;iiKij.Ti, R. 1107
P.T..ii.r, II 2038, 2116
Benchte, römische 1222
Beriet 44
Berli^re 2938
Beroatzki, J. 1388
Bernalzky, V. 513
Bernau 2058
Berndt 1924
Bernuker 3114
Beruer, E. 1661. 1966
Berner, K, G- H. 1952
Bernhard!, y. 1610. 8535
Bernhardt 2846
Bcrnoulli, A. 2812
BernouUi, C. A. 890
Bemoutli, E. 2783
Beraoulli, K. Cb. 1102.
2015
Bernt 11-28
Bertheau 1001
Bertbeau, C. 3078
Bertheau, E. 307, 2103
Bertholil 3615
Beschreibung il. Ober-
amts Heilbronn 1826
Bess, B. 1027.2816.8015
Besä, G. 2924
Besäe 26'Jl
Beste 3367
Bethanj 969
Beyer, C. 417
Beyer, 0. 1051
Beyer, Th. 2310
Beyerle 669, 2160. 3159
Bey schlag 3682
Bezold, V. 2027
Bibl 3144, 3498
Bibliographie : der
Bchweiz. Ldkde, 1795;
d. dt. Zeitschriften-
Litt. 3, 1789
Bibliotheca geographi ca
1790
Bibliothek: badiache 8;
dt, G. 620; 2043
Bickell 1217
Biedermann 23^,6
Bienemann 1300. 3220.
3499
Bieäkowski 2652
Bigoni 2745
Bilderbandscbrift de^
Sachsenspiegels 2761
Bilfiitger 96. 817. 853
I BilHng 1166
Binder 1028
Binback 261«
Biographie nation. de
Belgique 1961
Bippen, v 2106
Birkle 2705
Bismarck 1632. 163X
3525
Bittner S89
Blanckm eistet 2021.
3631
BlasiuB 2592
Blatter 3445
Bleibtreu 3624
Bleuler 2909
Bloch S9Ö, 939, 270är
3646
BlOsch 3037
Blök 298, 1271, 1359
1997, 2095. 3109. 3648
Bludau 1840
Blum 23SS
Blume 245, 2017
Blumentbai, T, (General-
feldmaracb,) 3633
Blumenthal, M, 76j.
2664. 8638
Blumstein 610. 2311
Bluth 2596
Bode, P, 526
Bode, W. 1608
Bademann 1802
Boden 2233
BodenateiD 1440
Bodewig 81 1
Bddeker 379
Bohl 8082
BShtlingk 2G51
Boehm 1786
BObme, E, 2214
Böhmer, H, 2664, 2677
2727
Boehmer, J, F, 216, 1711
Boelke 2891
BOnhofF 491
Boerger 343
Boesch 683
Bogualawski , v. 2910.
3481
Bobn 1693
Bohne 3S28
Boimenblust 8G96
Bohne nstä dt 1377
Bojanowski 3376
Bollert 1503
Bolte 1337 3ä06
Bondroit 8dä
Bonin tJ9'2
Bomial 3.)69
Bont« 2349
BooB 3383
Borchgrave 2665. 2674
Bordeaux 116. ISeO.
Borel 27 1823
BorisBOW 36 SS
Borkowski 1448 3198
Bor» 300
Bornhak 611
BomnsDn 2351
Bosse 3513. 3279
BoBsert, A. 647
BosBert, G. 1162. 1180.
3915. 3029. 3U6ä. 3100
Botteghj 2734
Bourdeau 3327
Boorel de la Roncitre
2796
Bourgeois 1366
Bourrilly 2827 a. 3062
Bouvier 1664
Box 2086
Braig 3647
Brand 1532
Branilenbiirg SOSl
Brandes niit^
Brandi 906
Brandt S681
Brann 23,il
Brants 1370
Braun 2582
Braun, J. W. 3388
BrauDsWrßpr 1723
Braj, Y ''. .le 1646
Braj - Steinburg, 0. v.
1642
Bredins S306
Bredt 2969
Breen 1230
Brehm 2936
Bremer 2606
Brenet 35T4
Broi]^ ■2:\'i-.
BresBUu 907. 942
Brethole 926. 2066
Brejmann 2 »68
Brejiig 2367
t. 2240
AlphabetJBches Register.
i Briefe; ansd. Feldzügen
I lT56f. 1446; Wittels-
; bacher 1227
I Briefe a. Akten i, G. d.
I 16. Jahrb. 3099
I Briefe n. Aktenstücke
I z. O. Prenssena 1548
Briefwecbael d. Hzgs.
, Christoph T, Württb.
1155
. Brode 1302
Brodnitz 3563
Broeckaert 2096
BrOring 37
Brom 2281
Broniscfa 39
Brosch 3064
Brouwera 970
Brück 672
Bruder 483. 1095
Brück 1722
Brüll, J 1617
Brüll, W. 293
Brummer 363
Brünneck, v. 2
Bniiningk, v. 1
Bruuk 6i)3
Bninner, G 1188
HnimuT, Hiir. B83. 2222
Brunni'r.Kugii 913. 3168
Bruniier, K. U. 1798
BrunB, F. 1060,1206.1322
Brona, E. 68
Buchenbergcr 3610
Buehholtz. A. 1886
Buchholz, R. 618
Buchwald, C- 561
Bucbvald, 0. 466. 22G4.
3012
nii.iiiiskv lf86
liiicher hüT.
BQcking 299
Kiiliriii;; nHS -2981. 3132
li II jj.'ii haaren 194
)!uiiilet.t,rief,BaBlerl019
iluomberger 1061
Burckhardt, A. 1034
Burckhardt, D. 2945
Barckhardt, P. 1032
Uür^kliiiL-.it-Uieder-
manu 107 2I1I5
Burckliardt-Fin«lor3343
Burdach 966. 2784
Burger 2705
Qnrggrnf 3833
Borkbardt, C. A,H. 2011
Busch, Fr. 2120
BuBcb, M. 3536
Buach, K. 1013
Busch, V.'. 16G7
Buschbell 1215
Buaae n51a
BuBsemaker 3262
Buttmann 3113
Cadii 3036
Caemmerer, v. 3660
Caemmerer, H. v. 1177
Caeoegetn, van 1601
Caeeariua v. Beisterbach
2737
Cahn, J. 1891 f.
Cahu, W. 3604
Calligaris 2636. 2708
Calmette 2679
Calvi 1820
Camenisch 1256
C;imjji 2675
Candreia 1824
Capaaao 1175
Cuppelli 77
Cartulaire de Tancien
coQBulat d'Espagne ä
Bruges 2894
Caspari, W. 2996
CaBpary, A. 3641
CaBteltane, de 103
Castle 3667
Cntalogua d. gesteh, d.
koD. Bibliotb. t« 's
Gravenhage 3
Cauchie 908
Candrillier S44I
CftTBciocchi Iö»l
Cavaignac 1678
Celichoweki 3088
Chamberlaiu 1&09. 1781
Chartes de l'abbaye de
Saint-Martin de Tour-
nai 3000
Chaura 3667
Cbefltret de Haneffo 487
Chevalier, L. 1716
Chevalier, ü. 1791
Chlingeosperg, v. 8580
Chone 2766
Christ 2681
Chris tensen 2236
148
AlphabetiflcheB Register.
Christmann 302ö
Christoph v. Württb.
1155
Chronik: d. Strassburg.
Franziskaner - Provinz
1078 ; hannoversche
190. 1972; d. Pfalz-
rfen b. Rhein 1970;
SUdt Mähr.-SchOn-
berg 269; d. Stadt
Zürich 185
Chronique, La, li^geoise
189
Chroust 73. 1854
Chrzaszcz 330
Cipolla 1975. 26S4. 2640
Ciaassen 1296
Claius 310
aaus, H. 8495
Clausnitzer 3364
Clausa, J. M. B. 31
aemen, 0. 1137. 1156.
1177. 1185. 1209. 1304.
2921. 2942.2954. 2978.
2983. 2984. 3014. 3042.
3045. 3062. 3064. 3073.
3081. 3196
Clerval 963
Coblenzl, Graf Ldw. 3322
Codex diplom. : Alvens-
lebianus 231 ; Lusatiae
saper. 235 ; Moeno-
f rancofurtanus 216;
Silesiae 239
Cohen 2211
Cohrs 1140
Colin 1462. 3440. 3450
CoUection de chroniques
beiges int^d. 2000
Collet 3585
Colüjn 8665
Commynes, Philippe de
2827
Concilium Tridentinum
1215
Confessio Augustana
1139. 2990
Conrad, G. 504. 1283.
2883
Consentius 1248
Conwentz 2654
Cornelius 1159
Corpus docc. inquisit.
haeret. Neerland 1998
Corvinus 2986
Coulon 2796
Courson, de 8559
Cramer 824
Criste 1460. 1566. 8411
Crivellucci 2685. 2660.
2667. 2676. 2689. 2697.
2708
! Crohns 3235
Croon 2159
Crue, de 3152
, Crull 100
I Crusius 3656
I Cruyplants 1600
' Csuday 2058
Cugnac, de 1567
Cumont 108
Cnno 1269
Curschmann 414
j Dändliker 271. 2059
I Dagboek van Gent 2824
Dahm 819. 2626
Dahn 2684
Daniels 1676
^ Dannenberg 1881
I Dantzer 2731
Danzas 285. 863
Darmstaedter 1599
Darstellung d. Bau- u.
Eunstdenkmäler: Kgr.
Sachsen 2089; Prov.
Sachsen 2086
Darstellungen a. d.baier.
i Kriegs-G. 692
; Daudet 3448
Dauer 2256
Davidsohn 8648. 3646
Davill^ 1246
Dedieu 2696
Deichmann 481
DeichmOller 2115
Deininger 249
Delbrück829. 1683.1670.
I 3612
I Delescluse 979
Delpy 2968
Demuth 440
Denk 8871
Depeschen , Y enetian . ,
v. Kaiserhofe 1864
Derichsweiler 2085
D^sir^ 3151
Des Marez 1008. 1055
Dessoff 578
Dessoir 546
Detlefsen 8808
Detmer 3006
Deutschmann 8858
Devens 2869
Devrient 864
Dezelski 8680
Dibelius 3088. — 3174
Diebitsch, v. 467
Diefenbach 8291
Dieffenbacher 1627. —
3299
Diehl, A. 1049
Diehl, F. 1604
Diehl, W. 501. 1142.
1284. 1267. 1491. 3117.
3192. 8290. 3860
Diel, J. 1358
Dierauer 185. 2849. 3597
Diesbach 2825
Dieterich 906
Dietze 2284
Dilich 8112
Dittrich, A. 2244
Dittrich, F. 498. 2286
Djidroff 845
Dobenecker 1804
Documenta relat. ä l'hisi
de Tuniv. de Louvain
608. 2295
Doeberl 8237
Doebner 227. 1S87. 2004
2104. 2162. 2719. 2822.
2829. 2869. 2888. 2940.
2971. 8049.8186. 3187.
3416. 8628
DOhmann 802. 2099
Dönges 2289
Doerr, v. 128. 1915
Dohm, V. 3873
Domarus, v. 1910. 2162
Domaszewski, v. 2619
Domizlaff 829
Doominck, van 1014.
2879
Doppler 1980
Dopsch 847. 985. 989.
991
Dorfinüller 1918
Dorr 2698
Dostal 860
Dove 8667
Doxy 1078
Dragendorff 876. 113S.
1289. 2123
DrechBler 1180. 2888
Dresbach 488
Dreves 245. 460. 2017.
2920
Drews 2287
Drexler 2862
Droysen 3642
Duboc 1749 a
Dobmel 876
Duchesne 8647 a
Alphabetisches Register.
•149
Dümmler 887. 2770.
3643. 3646
Düntzer 1514
Dümwirth 265. 1439
Dürr 1002. 1390
Duhr 1239. 1353
Dumoalin, M. 2645
Du Moulin- Eckart, R.
3645
Dnnant 1544
Duncker 3158
Dnncker, C. v. 1370
Dnncker, L. 1033
Dürrer 250. 976
Dave, V. 1220
Duvemoy 3323
Dnvivier 935
Dvor&k 2967
Dziatzko 1108
Eberhard, W. 1967
EberhOfer 1550
Eberlein 3286
Eberlin v. Günzburg
2977
Eberwien 2829. 3601
Ebhardt 2348
Ebstein 1630. 1750 a. —
3472
Eckardt, J. H. 1922
Eckart, R. 583
Eckerlin 380
Eckermann 3382
Eckert 367. 3617
Edda 834
Edelmann 786. 2582
Efimann 2771
Egelhaaf 1467. 1549.
3130
Eger 3023
Egger 840. 2644
Eggers 2877
E^di 923. 2739
Egli 1145. 3032. 3037.
3061. 3183. 3279
Ehemann 3280
Ehrenberg, H. 562
Ehrenberg, R. 2204
Ehrhard, A. 1760
Ehrhard, L. 1471 f.
Ehrismann 587
Ehses 1176
Ehwald 542
Eichhorn 8008
Eichner 3335
Eickenroth 1980
Eickhoff 1291. 2033
Eid 8487
Eidam 2580
Eigner 467
Eimer 1598
Einert 2114
Eisler 426
Eiswaldt 1698
Ellering 2169
Ellinger, G. 3024
Ellinger, P. 786
Elsass - Lothringen 3< ».
1827
Elster, E. 669
Elster, 0. 456
EmläkkOnyv , Maty &«
kiräly 2851
Enderis 3060
Enders 2977
Endres 961
Engel, B. 1866
Engel, Ch. 1306
Engel, K. 454. 3344
Engelhard 1720
Engels 3616
Enikel 2740
Ensched^, Ch. 2947
Enschedd, J. A. 1419
Erben 2848
Erbfolgekrieg 1460.
3331
Erckert 2607
Erhard, A. 276
Erhard, 0. 784
Erhardt 3507
Erhardt, L. 1210. 2025
Erichson 3031
Ermisch 14. 1024. 1805.
2882
Ernst, A. W. 3667
Ernst, V. 1166. 1179.
1193
Erslev 2016. 3260
Esch 2384. 2815. 2866.
2887
Escher, C. 3061. 3414
Escher, H. 3381
Escher, J. 208
Eskuche 1310
Estorf, V. 1220
Eubel 461
Eolenburg - Hertefeld
8824
Evard 3028
Eynem, v. 3598
Faber 3288
Fabian 2994. 3213
FabriciuB, E. 2628
Fabricius, W. 32
Fabry 1563. 3468
F&h 3148
Faguet 677
Fahrmbacher 463
Falckenheiner 1809
Falk 2259. 2319. 3044
Falkenegff, v. 1670
Familienblätter, v. Le-
vetzowsche 152
Fastlinger 954
Faolhaber 2896
Favre 3264
Fechner 387. 1482. 2178
Fehling 2755
Feiber 2256
Feise 2164. 2906
Feiärpataky, v. 93
Feiber 378
Feldtmann 2107
Ferber 412
Festenberg-Packisch, v.
384
Fester 1458. 3329. 3624.
3643
Festschrift z. Jahres-
tage d. ewig. Bundes
zw. Basel u. d. Eidgen.
2061 ; d. Stadt Schaff-
hausen z. Bundesfeier
2062
Ficker 1855. 2687
Fiedler, J. v. 3322
Fiedler, L. 3669
Fnatek 1100
Filek V. Wettinghausen
3461
Filippini 2811. 3003
Fink 2622
Finkam 118
Finke, H. 1121
Finsler 1146. 3000. 3032
Finster 145
Fischel 2131
Fischer, A. 1516
Fischer, E. 3020
Fischer, G. 3688
Fischer, H. 61. 1329
Fischer, Karl 1766
Fischer, Enno 1616. 1694
Fischer, W. 1086
Fischer- Benzon 1803.
3663
Fischnaler 1870. 1981
Fitzmaurice 1569
Flade 1089. 8083
Flanss, v. 144
Flemming 1816
Fleury 8676
•150
Alphabetisches Register.
Flug3chi*iften a. d. K«f.-
Zeit 2977
Fluri 1312. 3032
Föratemann 70
Fontes rer. Austr. 199.
1977
Forrer 799. 807. 2257.
2350. 2603
Forschungen : theater-
geschichtl. 2361 ; z.
Verf.-G. d. Steiermark
348
Forst 1813. 2090
Forster, G. 934
Forster, S. v. 2581
Foss 3677
Foucart 1690
Fournier 1656
Franconia sacra 277
Franck, J. 611
Franck, K. 973
Franke, R. 1416
Frankhauser 1797
Franz 2161
Franziski 2373
Franziss 852
Frati 2767
Fraustadt 176
Fredericq 1082. 1998
Freivogel 3343
Fremery, de 221
Frensdorff 304. 404. 3643
Freudenthal 3275
Freund 3372
Freydorf, v. 586
Freys 1109
Freysoldt 409
Freystedt, A. 2677. 2703
Freystedt, K. v. 3413
Freytag, G. 669
Freytag, H. 3090
Fried, F. 827
Friedel, E. 610. 793.
1442. 2596
Friedel, V. H. 2646
Friedensburg, F. 104.
121. 1901
Friedensburg, W. 1180.
1392. 2976. 8010. 3223
Friederich 3476
Friedjunff 1656
Friedländer, E. 1374.
3392
Friedländer, M. J. 1124
Friedmann 1773
Friedrich d. Gr. 1448.
3319. 3328. 3373;
Kaiser Friedrich 1639
Friedrich, A. 3623
Friedrich, G. 76
Friedrich, J. 1724. 3630
Friedrich Wilhelm lü.
1549
Friese, V. 431. 2008
Friesen, v. 3248
Fris 188. 1008. 1008.
1017. 1077.2807. 2821.
2824
Fritz 3520
Fritzsche 8681
Frommel 3669
Fruin 860. 685. 1221.
1379. 1862. 2412. 3492
Fuchs, A. F. 199. 1978
Fuchs, K. 2399
Fürsen 2183
Fürst 174
Fundbericht d. oberhess.
G.-Ver. 2589
Funk, H. 8880
Funk, M. 1692
Funke 1679
Gabriel 1761
Gade 38
Gallandi 2256
GaUäe 967
Gallinger 1463
Galy 901
Gander 600
Ganniers, de 1560
Gantier 845
Ganz 3208
Garofalo 2610
Gass 2315. 3489
Gasser, A. 286
Gasser, V. 2268
Gebauer 3131
Gebert 118
Gebhardt, A. 60
Gebhardt, B. 259
Gedenkblätter d. k. u.
k. Kriegs-Marine 3627
Geering 3595
Gegenschriften 3874
Geiger, F. 1121
Geiger, L. 1507. 1510.
1526. 1763. 8373
Geldenhauer 2999
Gelpke 2146
Gen^e 1824
Gensei, J. 3619
Gensei, W. 1774
G^ny 526. 1989. 2250.
8069
George 3470 f.
Georgi 2110.
Gerardus Noviomagus
2999
Gerber, A. 383
Gerber, P. 1469. 3338
Gerichtsordnung KarlsY
1297
Gering 834. 2709
Gerland 627
German 2072
Gemet, v. 2296
Gerss 385
Gerst^nberg 1755a
Geschichte : d. Stadt
Dessau 312; d. oesterr
Land- u. Forstwirt-
schaft 1 707 .3620; meck-
lenburg. 327. 2122 a;
d. Kantons Schaff hau-
sen 273
Geschichtsblätter d. Fa-
milien Hildebrant 1927
Geschicht«quellen : d
Geschlechts v. Borcke
238; thüring. 1963
Gessner 2613
Geuder, v. 3320
Geyer, Ch. 1187
Geyer, M. 1955
Gfeller 2391
Ghon 264
Giannoni 1817
Giard 872. 1860. 2669
Giefel 1193
Gierke 444
Gierlichs 696
Gilliodts van Severen
1999. 2894
Gilsa, V. 3357
Girod de TAin 1558
Giron 424
Giry 868
Gisevius 8506
Gissinger 97
Glagau 224. 2865
GI06I 71. 1862
Gloger 46
Glück 8209
Gmelin 1194
Gnirs 821
Gobelinus Person 2819
Göbel, G. 1426. 1499
GOhler 1614
Goeller 1025. 2843
GOrges 529
Goerlitz 1428
Görres 2695
Goethe 1607 ff. 3378ff.
Alphabetisches Register.
151
Goethe- Jahrbuch 1607
Götz, J. B. 475. 1137
Goetz, W. 1137. 3099.
3147. 3155. 3165
Götze, A. 919. 2574. —
3002
Goetze, E. 3202
Goldmann 361. 2158
Goldschmidt 2788
Goll 2802. 2847
Golther 3659 a
Gori 3544
Gorski 1153
GoBsart 1199
Gotthelf 1321
Gottlieb 1101
Gottschaldt 607
Gottschall, V. 1753. 3660
Gottschick 2957
Grabein 1552
Graebner, F. 988
Gräbner, W. 124
Graf 1511
Graeven 2034. 2791
Grandidier 480
Granier 330. 1587. 1607.
3503
Gratzy 2049
Grauert, H. 2795.3647 a
Gregor IX. 2742
Greiner 1072
Grenier 1577
Greppi 1562
Greulich 1758
Grevel 3281
Greving 2878. 2914
Grienberger, v. 2631
Grienberger, C. 406.2266
Grillnberger 2932
Grimm, Ed. 1893
Grimm, J. 50. 430. 1843
Grimm, W. 50. 1843
GrimmenserStammbuch
175
Gritzner, E. 342. 1867
Gritzner, M. 99. 1876
Grob 253. 2091
Gröger 270
Grössel 3309
Grössler 317. 792. 1274.
1624
Grolig 1225
Grolmann, v. 3581
Gross, E. 3177
Grosse, H. 620. — 2584
Grosse, R. 2201
Grosskopf 3582
Grossraann, J. 1749
Grossmann, Th. 105
Grotefend, H. 492
Grotefend,0. 12ö0. 2905
Grouchy, de 3430
Grünenwald 800. 809
Grüner 2377
Grünhagen 3500. 3657
Grütter 305. 2212
Grützmacher 2275
Grundriss d. german.
Philol. 54
Grunwald 2217
Grupe 3345
Gudrun 836
Günter, H. 79. 3127
Günther, A. 811
Günther, 0. 1148. 2157.
3222
Günther, R. 1168. 3359
Guerre, La, de 1870-71
1671. 3570. — 167S
Guesquin 3586
Güterbock 925. 2748
Guiraud 980
Gumplowicz 2720
Gumppenberg, v. 3010
Gundelach 1673
Gurlitt 2039
Gutbier 2038
Gutwasser 3261
Guyot 3539
Haacke 1712
Haag, F. 1493
Haag, K. 62
Haake 1368. 1373. 3229.
3244
Haarhaus 1404
Haas, A. 608. 610. 625.
1354. 2387
Haase, E. 341
Haass 2200
Hach 395
Hackel 1818
Hackenschmidt 3123
Hadom 496
Häbler 1058
Häne 2970
Hänselmann 228. 2941
Härtig 1279
Hagedorn 1745
Hagena 2101
Hagenmeyer 914. 2732
Hager 558. 585. 2027
Hahne 3648
Haie 3224
Halban, v. 848
Haller, A. 3197
Histor. Yierteljahrschrift. 1908. 4. Bibliographie.
Haller, B. 2065
Haller, E. 427
Haller, J. 499
Hallouin 1674. 3583
Halphen 2657
Halsgerichtsordnung
2899
Halter 66
Haltern 819
Ham 1416
Hamann 1759
Hamburger 1701
Hamm 3255
Hammer 1794
Hammerle 1492
Hampe, K. 930. 3646
Hampe, Th. 1347
Hanauer 540. 1133. 3070
Handel-Mazzetti 200
Handrick 1796. 3485
Handschriftenproben
1855
Hann 1092
Hannach 917
Hanquet 2721
Hans 1154
Hansen, H. 1938
Hansen, J. 611. 2394
Hansen, R. 3172. 3094
Hansjakob 2863
Harbauer 867
Hardy 3405
Hardy de Pärini 3405
Haren 503
Hamack, A. 544
Hamack, 0. 1509. 1517.
1759
Harraeus 1730
Hartmann, J. v. 505
Hartmann, Jos 1825
Hartmann, L. M. 1408
Hartmann, V. G. 122
Härtung 2335
Hasak 972
Haseloff 2790
Hassebrauk 2024. 3170
Hasseil, v. 3600
Hassert 4
Hauberg 1882
Hauck 2666. 2777. 2703.
2705. 2774. 2804. 3632
Hauffen 3111
Haug, F. 2602. 2618
Hang, H. 2143
Haupt 2339
Hauptmann 1944. 1946.
3398
Hausmann, J. 1420
11
•152
Hftuuuanu, It. SGOO.
2976 3104
Hausrath, A. 174.<ta.
1T62. 3B3T
Hausmth, H 3173
lUnisleiter 4f81
HiaviUer 283. 1363.
3SO0 3617»
Haym 17*3 3644 3662
Hebbel 1771
Hechfellner SOfil
Heck S691
HecUncber 169t
n--.!fniaim, v, :I2.MI
Hedmger yfi82
ßeege 364t
Heere »b eiregiin gvuiölH
Heerwagen 2876
llegA 1(136. äUÜ
Heifi 3033
HeRler S99T. 3041. 363»
Heidecke S31K
Reierli 1795
Heigel 634. 1809. 1467.
IbOO, 1642. 1667. 1566.
1666.1668 1671.1632a.
1642. IGSe. 1732.1789.
1743a. .1441. 3470
Heile l£44
Heilig, A. 2077
Heiliff, 0. 1»60
Heimke 3423
Hein 1767
Heine 936. 3111
Heineck 3328
Heinemann, Frx 363.
3297
Heinemaun, 0.194.3098.
3S32. 3393
Heinemann, 0. v. 1969.
3729. 3066
HeiuE 1105. .16(3
Heiaa 1836
Heibig 33G
Hele 173B
Helfert, V. 1666
Hellen, t, der 3378
Helm 3966
Helten, TBJi -2628
Hemerdinger 1486
Henkd 1613. 1911. 1926
Henking2063 2137 2271
Hennemann 1860
Henner 303 s
Henning Si>83
Hent; 66
Hen«chel 1I71
Repdiog 2269
Alphabetische« Begister.
Herb 56ü
Herboraes d" äOOO
Hergt 523
Hermei 11 tS
Herre 3130
Herricht 3399
Hemnann.F, 10:i4.1157.
1200
Hemnann, K. 3267
Hemnaan, 0. 699. —
1466. 3336
Hemnann , P. 849. 830
Hertel, 0. 439. 1031.
1149. 3973
Hcitel, h. 1838. — 1860
Hertel, O. 1860
Herthum 55
Hertaug 393. 1198
Herz 3'>1&
HcrtOR 1315. 2909
IlrBler 2',ir.;,
Heas, J. 219
Heat, J. W. 1312
Heaa, P. D. 3881. 3507
Hcaael 416
liiltTjor T'Jl, »13. 2039
iUUenctker 1000
Henbaum 3.'il5
Henberger a07l
Heneer. E. 1S66. 1393.
1413. 1488
Heuser, W. 149
Heaaler 430
Hejck 3334. 3346
Hejdenreich 2S8. 814.
870. 1097. 1307. 1283.
1692
Hüger 33
Hilfe 2164.
Hilliger 1994
Hilling 2777
HilUcfier 896
Hintze, E. 1123
HintM, 0. 389. 1479
Hippel, V 150
Hirsch, V. 1365. 1384.
1386
Hirsch, J. 2852
Historia Tegemseensia
186
Hittmair 23
Hocqnet 1087
HSchimann 420
Höfer 484. 923. 1993
Hoeffler 2151
HOUeher 3169
HOnig 2263
Hoennicke 30S9
HSnaana, v, 23 7 Ö
Hoemea 3673
HOfsle, V. 391
HoffmaDD, A. 1039
Hoffinann, C S98S
Hofhnann, Ch. 1480
Hofinuin, H. 1063
Hoffmann - Krajer 553.
1813
IlL.n:äK'Titli.'r 1904
Hofniaiiii, F A. 654
Hofman, J. H. 3ääl
I Hortnann. R. 1090
Hormeislor 2943
Hi>(Vi|i-,lf ilf Groot 3212
Ho^ndorp, ran 3431
Holder, A. 562
Holder, K. 2211
Holder-Egger 191. 192
1011. 2786
Hollaender 3121
HoUander 2128
Holle 538
Holtse 438. 1713
Holi 2788
Holsach 3149
Holzbaneen 3436. 3448
3644
Hoogew«^ 1949. 2005
HoppelerllO. 446. 1020.
1010. 2862. 3626
Horchter 116
Hom 49
Hotteuroth 620
Htiuticn 1766
Houisaye 8463
Hontroow 398
Hniiwald. V. 2172
Ht.<
itha i
Haber, Alf, S47
Hnber, Aog. 1987. 3236
Huber. P. 1060
Hubert, E. 1475
Hubert, F. 2998
Habler 28
Hflbner 480
HQckel 3722
Hüffer 1646. 3409. 3446
Hflgel, V. 15fi6
Harbin 872. 2033
Hflttner 986. 1971 3266
8295
Hufnagel 3311
Hugo 2066
Hu Es:
1369
Hnndinger 61!
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Huueiker,
Ilunzilier, 0. 14'JU
Hupp 2948
HuHchberg 171
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Hujskens 1357. -J'JSS
HjmaDs 556
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Hjrvoii 3051
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Hges 1781
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Oand 251. 2032; des
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»079. 321tl. 32S3. 3310 1
Jacklein 295C
Jahn 2118
Jafanel S137
.Takgch 1069- 2601. 2803.
2892
Jaoaen 1502
Jansen, H. 2Hiii
Jantzen 920
JaDJ 449. 3311 ''
Jaquet 123
Jastrow 929
Jaurei 1682
Jecht 1016. 1075
Jecklin lOlü
Jellinek 1328. 1T61
JellinghauB 1831. 2325
Jenner 1890
Jentach 1099. 1748 [
Joachim 1022
Jobst 2331
Jöst 2087
Joeaten 17 09
John, A. 2377
John, E. 1437
Jonas 527
JoDghe. de 1B90
Jordan 1S07. 2012
Joseph II. S322
Joseph, P. 1883
Joaa 3074
.^tphabetiscfa ea Uegiater.
I JowanowiUch 1465
Jürgena 190. 306, 1972.
2102
Jung, F. 904
Jung, R. 1125
litz 1125. 1118
ritz 11
3569.
3579
Kälber 2693
Kahl 894
KiLindl 19138b. 2135
KaiaeTibyrg, v. 34C2
KnisiT.H. il 1U4Ü.1313.
2834. S54!
Kaiser, P. 962
Kaiser, 8. 2136
Kftiserawiildaii , v. 3466
Kitlli(.lf :iO«0
Kalouaek 2725
Eamanu 623
Kampstbiilte 1172
Kandelsdorfer 461
Kania I4i3ä
KanneDgieai^er 3526
Kuntcr 2100
Kapper 26. 1979
Karteis 3075
Kaaer 1048
Kaaaer 621
Kau 3362
Kauffm&nn, F. 841
Kaufmann, G. 344. 512.
1646. 3541
Kaufmann, J. 612
Kau&nann, M. 1762
Kaufmann, P. 131. 148.
154. 1916. 1936
Kajter 29II. 2986
Keel 412
Kehr, K. A. 2733
Kehr, P. 82. 214. 927.
2014
Kehrbach 22
Keibel 1487. »334
Kekule v. Stradonitz
3I3S
KeUe 960
Keller, A. v. 3202
Keller, K. 12
Kellet, L. 1147. 1484,
1612. 3277
Keller, B. 3138
Kemke 84S
Kenner 807. 820
Kern, A. 381. 8217
Kern, R 1196
Kerachbaumer 2048
KeresenbrOL'h 3006
KesBler 1138
Eeudell, V, 1634
Keuffer 679
Keune 808. 2584
KeiiBseiL 39i
Ee witsch 1866
K-'v.-.i>:T -2318
Kbarkevitch 3407
Ehull 8426
Kiener 3646
Kienitz 8
Kiesselbach 1060
Kinder ->1H4, 2192
Kindscher 3387
Eippenberg 1402
Eiicbeisen 3403
Kirchenhaeher Schle-
siens 2022
Kirchongaleric465.22M
Kirche uordnun^en des
lö. Jli, 29S2
Kiruher 1758
Kirchhoff 4
Kirner 2632
Eisa 1126
EiBchke 2256
Kitt«! 1738
Kjer 833. 2688
EJaje 1258
Klarmann 19! 8
Klaus 126
Klee 1297
Klein 1178. 2400
Klein- Hattingen 3661
Eleinschmidt 3333.3166.
3494
Kleinwitrbter 3381
Klfiiiiii« .Archiv 192«
Eloeppel 1695
Kill-.- :•!
Ki;i<Bdi iH,v>
Knabe 2009
Knapp, Ch. 27. 1828
Knapp, Tb. 422. 2210
Knebel, J. 1971
Knebel. E. 2860
Knopper 1117 2952
Ktietachll31.1917.S176
*164
Alphabetisches Register.
Knoke, F. 829
Knoke, K. 517. 3076.
8124
Knorr 2654
Knothe 510
Knott 1293. 2206
Knobell, v. 1763a
Koch, D. 1193
Koch, E. 316. 2871
Koch, G. 2723
Koch, M. 1606
Kock 3274
Kögel, G. 1731
Koegel, J. 2273
Kohl 790
Koehler, 0. 1201
Köhler, W. 2701. 2936.
2987. 2990. 3074
Koehne 1043
Köllner 288
König 1569
Könnecke 1230
Köpl 1982. 2207
Koepp 819. 2626
Körber 809
Koemer 3546
Körte 676
Köster 1770
Köstlin 1163. 3031
Koetschau 2257
Kötzschke 354. 2139
Kofler 2197
Kogler 2885
Kohl, H. 1632
Kohl, 0. 809. 2622
Kohler 1297. 2899. 3186
Kohte 2041
Koiffen 1751
Kolb, Ch. 499. 1421.
3280. 3507
Kolb, M. 443
Kolbe 3167
Kolde 1138. 1185. 2860.
2981. 2ü82. 3043. 3084.
8166
Koldewey 3076
Kollmaun 35
Kolmer 3608
Komfijomy 613
Komatar 1174
Komorzynski, v. 1636
Konfession , Augsburg.
1189. 2990
Koniecki 3087 a
Koolemans Beijnen 3447
Kopp 1676
Kopp, A. 3204. 3207
Kopp, H. 1783
Koppmann 363. 406.
1007. 1146. 1889. 2396
Korrespondenz : Polit.
Friedrichs d. Gr. 3319
Korrespondenzen: Nas-
sau-Oranische 3007
Kortüm 3304
Koser 1447. 1455. 1470
3325. 3355
Koulen 596
Kowalewsky 2209
Krabbo 931. 2749
Krackowizer 2045
Kraeger 1772
Klatschen 3658
Krafft 2672
Krahl 1878
Kramer 3412
Krauel 1633
Kraus, F. X. 1742. 2792
Kraus, J. 606. 3408
Krause, G. 3087
Krause, Glieb 3316
Krause, 0. 105S
Kraushar 3402
Krauske 1406. 8243
Krauss, A. 1664
Krauss, L. 1647
Krauss, R. 1628
Krebs 1252. 1404
Krefft 366
Krenzer 2743
Kretschmayr 202
Kretzschmar 117. 1898
Kreusch 463
Kreutzer 498
Kreutzer, J. 1667
Kreuzer, E. 1121
Kreuzzugsbriefe 914
Kriege Friedrichs d. Gr.
3380
Kriegerl573. 2321. 3429.
3464
Kroener 340
Kröss 1183
Kroker 140
Kronenburg 486
Krones, v. 349. 1030.
1046. 1979
Krudewig 1307
Krüger 8632
Krflkl 8377
Kruske 3040
Krystufek 2266
Kubitschek 2612
Kudrun 836
Kübom 2093
Kilchler, A. 274. 1284
Küchler, J. 216
Kügelgen 3033
Kühnau 605
Kühnel 1832
Kühl 1204. 1268
Kuhn, R. Th. 2344
Kuhn, Kich.
Kuhnert 543
Kun8tdenkmäler(-male) :
Baiem 261. 2027; Böh-
men 248 ; Mecklenburg
256. 2040 ; Schweiz 250 ;
Posen 2041. — (Vgl.:
„Bau- u. Kunstdenk-
mäler*' !)
Künstle 569
Kunz 1650. 1681
Kunze, J. 2793. — 3123.
3632
Kunze, K. 1053. 2006
Kupfer 3529
Kupke 3247
Knrschat 47
Kurth 866. 2700
Kurz 462
Kutschmann 570
Kva^la 3263
Kwiecinski 2125
Laban 1811
Laband 1696
Labeaudoriäre, de 3469
Lachenmaier 816
Lackner 1632 a
Lackowitz 1343
Lacroix 1641
Laeger 2307
Laenen 8346
Lager 1356
Lair 909
La Jonquiäre, de 3438
Laloire 1894
La Mara 1779
Lampel 26. 1864. 2785
Lamprecht 1777. 1815.
1994. 2042
Landau 1438. — 2293
Landmann, F. 2290. 2937
Landmann, K. v. 1391
Landshoff 8391
Landsmann 2083
Landtagsakten : Hessi-
sche 224 ; Emestini-
sche 2011
Lang, A. 3030
Lang, J. 3060
Lang, R 1312. 2300.
3484
Lange 1446
LaagelQlje 1343
Laugenberg 'S9m
Lange uhan S341
Langeninafr 23 87
Langer, E. bM
Langer, J. 540. 8242
La Röncii^re 2790
Laeker 360i
Luski 2'jßg
LusHiilIe 31310
Laeteyrie 1788
Lan 216
Laube 3649
Laubert 1470
Laubmann, v. 1767a
Lauchert 3293. 3628
Lauer 916
Lauffer 617. 2387. 2402
L aurin 992
LauKMedat 16S3
LavBter 338(t
Le B^gue de Qerminy
1691
LeceBtre 3231
Lechner 869
[.■: Imirl, -de 3321
Ledebur, v, 1874
Ledermann 157ii
LedOB 2923
Leen acte D 2879
Lefort 127
l.i?gbanil 2362
L^gian Klapka 1G6&
Legrelle 325U
Lehautoonrt 1672. 1680.
3672. SG77
Lehfeldt 2U37
Lebmann 3276
Lehndorf, E.A. H. 1*44
Lehndorff, II. \. 3421
Leliner 794. BIO. S622
Leichtentritt 1480
Leidinger 981 1970
Leim
: 2331
Leipoldt 2117
Leitzmann 1G19. 1631.
330»
Lemcke 267
Lemmena 1078. 2759
Lemmi 1&5S. 8180
Lemoine 1469
Lener 2298
Lengnich 8167
Lennartz 294. 485. 674
Alphabe ÜBchea Register.
Lenz 3I8J
Leo, E. 3138
Leo, H, 943. 27(17
Lcoiihard 223(>
Leroux 1792
LeBort 1018
LeBsing, v, 3682
Lessing. J. 2401
Lettow-Vorbetk,v.3481.
3664. 3699
LevillainaS9.266a. 2671
Levison 9i>i». 2661. 2673
Levy, A. 42»
L6vy, J, 1991
L^vy-Schm^ider 3490
Lewin 141.S
Lewis 8611
Leier 62
Leydolph 1572
Licbtenberg 1631. 3390
Licbtesberger 1469
Lichtfust 3008
Liebe 418. 2267. 2371
3219. 3268
Liebenau, v. 1330. 1696.
2844. 9909. 3092
Lieder d. Edda 834
LiederhandsL-hrin, Je-
naer 2783
Liedtke 1079
Lii;aegaiig 2("1W
Limaii liiH4
Litiibiirc,'-Stiruiii 2801
Limea: obergerm.-raet.
814. 262S; rOm. in
(.k'flieiT. acai
Liiidi^maon 317
Liz.dfii^lumpf S834
Lindner, O. 3032
Lindner, P. 186. 472.
2276
Lingg 692
Lingke 372
Linke 1603
Linn<LinBenbarth 1623
Linnebom 1090. 2939
LiuBenmayer 473
Lippert, F. 3063. 8163.
3154
Lippert, J. 10G7. 2897
Lippert, W. 324. IUI.
1976
Lippiflorium 928
LiBt 2S58
Liait 1779
Litzmann 2361
Locher 1687
Lockner 1886
•155
Lo5, de 952
Loebell, v. 3459
Loening 3606
Loesche 19, 494, 2924
Loeachke 8l9
Loewe, J. 1703
Loewe, R. 839
Loewe, V. 1406. 1618
Lohmejer, E. 1801
Lohmeyer, K. 17. 1807.
2121
Lohre 3376
Lammer 1876. 2068
Lorch 3113
Lorenz, H, 2889
Lorenz, O. 3656
LoBertb 2846. 8103
LoBch, H. 1706
LoBch, Ph. 3220
Lottin 3442
Loupot 3584
LouTOt 3610
Lowell 1473
Loye, de 2796
Lucanua 1461. 3312
Luchaire 2669
LudorfF 266. 2033
Lacking 1521
Lüdecke 3612
Lüdors 2106
Liidicke 8179, 8217
Ltllmann 2261
Lüntzel 3528
Liltkemann 3171
LülJcen 3646
LOtolf 2064
LuginbOhl 1210. 3060
Luise (Königin) IM».
8422
Luachin v, Ebengreoth
114, 1884
Luthordt 1613
Luther,M.1131ff,297eff.
Luthmer 203O
Lutacb 2041
Lutz 1461
Lutze 193
Luzio 1049 a
Maanen, van 1903
Maass 628
Macco 169. 1302. 1936.
1937
Maczkowaki 335, 1881
Hader 666
Haennel 8865
M&usa 8166
Uaere, R. I8S8
•166
H»ere d'Äertrjcke 1008
HfthLmann 137a
HiJdiow 1660
Huiaconlü 8630
Mamlrot, de 8887
Handr; 8^83
Hugold, K. 3iOO
Haii8t«in 101. ir.3
Mant*'iifft-I. V 16äf.8580
Martk- I.i:.3 3y.-.,^
Marc^ali l'.ii'p"
Unei 3302
Hueticb V. Riv-AlpoD
ibSi
Margraf. E. 661
M&rktfrar, H 101!. Ii06
Märki awfil
Marmi-T -.'^l"
H&meffe, de 23i
Harquard 1161
Harriage 694
Harachall v. BteberBteio
8488
MartPii-s dB 197. 1878
Martiu IV a>*l
Martin. K.ü:l.?i3tt I7ö8ft
Martin, K ITUfj
MarttQi^t 311)1
HutmieD 3671
Man, A. B. 1778
Harz, E. 8113
Man, J. 842. — 2817
Hon, K. 3618
Man, H. 609
Haachke 1467. 3687
Haauer 1SS9
Ifasaias 3038
MiltliLiuf.Vi.lu.liiii 8182
MutiDK-SBiiiiiilir 106a.
1076
Hatthaei, A. 8346
Hatthaei, O. 2636
Hatthaei, H. S986
Hatthiae, F. 8671
MaKliia«, Th. 1868
Matthid L'S7
Matrikoüid.Univ.StrB.is-
buTR 507
Maurer »703
May 460
Ha;er, A. 808
Ha^er, E. 3664
Mayer. F. M. S6S
Hayer, F. X. 8167
Hayer.Henu, 1306.8316.
8406
Mayer, Joh. 2726
Alpbabetiachea Register
Mayer, Joh. Oeo. 1184.
I 1866
I Mayer, Jul, 479. 1729
, Mayer, 0. 1103
Mayer, W. 2134
Maync 1766
Mayr, M. 266. MU'
Mazzatinti 843
Hasti 2 1103
Heder 666. 2363
: Mehlia 789. 897. 271:>.
2587
Mehrine 1056
Meier. B. 3941
Meier. G. 8948
Meier, H. 3170
Meier, P. J, 1870. 3315
, Meier, S. 691
' Heinardna 300T
I Heinecke 1631. 8641
I Heinuna 2841
Meiachke 168
Meisinger 1850
Mii-l.T, A 922. 2737.
Meister. J. 2578 1
Meieter, U. 8248
Heiaterlin 348S !
Meitzen 8170
MelaDchthon 8982 1
Uelchera 2266
Helchior 478 j
Meldegg, r. 8366 I
Hell 1486
Menuninger 421 I
Hemoiren e. Oslerr. Ve- !
t«rftiien 16SD
Henadier 104. 1900
Heii£fk 1210. 3880
Uende 2342
Menge 1582
Henne 1633
Henti 1880
Herckel, J. 3614. 8678
Herk 1860
Heikel, J. 1071
Herkel, P. 8884
Herkle 1816
Merti, G. 1809
Her«, W. 1938. 1B86
Meeaard, de 16S8
Meatwerdt 810
Mettig 1054
Hetzech - Reicbenbach
8424
Ueyei, A. 8866
Meyer, C. 8696
Heyer, Ch. 8886. 8820
Meyer, E. H. 3676
Meyer, F. 326
Meyer, Herb. 2331
Hejer, Henn. 306, 2i83
Heyer. J. 2063
Heyer. K. 2404
Meyer, RH, 1764.2326
Heyer. Walter 17
Meyer. Wilh. 859
Heyer v. Knonau 2194.
3370
Mejerinck, v. 3669
Mey ermann 1862
Miaakowaki, v. 2989
Michael. K 950. 952.
1084
Miehael, W. 1397 3133
Michela 1382
MicIk^Uqu löll
Mu!iU-r ia»4
Hieck 706
Uiclke 602. 1290
Millinger 1686
Hill 1733
Miiiiiiiiirorody-Allcr-
Mirandolle 3282
Miri- ^-Ciö
MiUscliki- -11.11 2010
Modem 3357
Moeller, E. v. 8692
Moeller, H. 1876
MSrath 166. 1288. 3097
HOrtzBch 2910
HOeer 8374
Moewe« 788. 8673
Mohl, Y. 1639
Moliuier 2666
Mollenhauer 3702
MolltaanD OST
Mollvfo 1057
Mottke, H. T. 3636
Moltke. S 878. 405
Mone I6!*y. 1741
HonäB del I^uol S607
Monud 2668
dt
Mop
iccoli.
Kqiliesfor-
t«iiaia 191 ; Hungaria«
herald. 93 ; palaeogr.
78. 1854
Morel 911
Horitt 3184
Moriz - Eichbora 1120
1340
Monis 33äl
Hos&pp 1634
Moser 1349
MosHmaan ISTS
Motta Ü32
Mourek 57
Mowat 18S7
Muct 802. 860. 2G06
Mücke 618
MQhlbrecbt 1808
Mülhaupt 2260
Malinen, v. 2814
Müllenheim v.Recfaberg,
V. 157
MUÜenhoff 397. — 64*
MaUer. Aeg. 293. S191
Müller, Aug. V. 622. —
601
1247
Müller, Carl. 63.
MQller. E. F. K. 2991.
.HU7
Müller, D. t. 3596
Müller. Ernst 916. —
2002
Müller, F.v. 1608. — 3696
Maller. G. 8133
Müller, Geo. 278. — 1786
Müller, J. 231. — 275
Müller, Jobs. 1006. —
1243
Müller, Jos. 1620
Müller, Karl 3368
Müller, Leonh. 1699.
3609
Maller. Mart. 608
Müller, Mich. 277
Müller, R. 1816
Müller, Rieh. 581. —
1816
Müller. Wilh. 3683
Müller, Willib. 539
Müllmano 455
Müllner 106. 382. 390.
807. 2180. 8371. 3509
Mülverstedt 831. 866.
1921. 2146
Müncheberg 423
MüQQich 3306
Hönzenbergtr 6i7
Mnscbeck 1790 2007,
3664
Mugnier 3009
Muller, P- L. 3119
Muller, S. 983. 2281
Mummenhoff 682. 1294
Muntz 3162
Alphabetisches Register.
Nabholz 1267
Näher 663
Naget, 0. 3262
Nagl, J. W. 618
Nalbandian 1740
Niisauu 271*1
Nathuaius, t 1933
Naudt^ UOU
Naue 786. 2680
Naumann, L. 2113
I Naumann. M. 2804
I Nebert 2919
I Necker 1760
I Necrologium, d. St. Ser-
' Taasabdij te Utrecht
I 2916
Nef. K. U29
Neff 1439
Nehcing 606
Neue 602, 2'2'.]0
Nentwig 16 641. 2320
Ncrper 106'2
Neri'lK-h 3617
Neatler 1.-.37
N\.t.)li«-vkii 178
Nt'tihiininnT 1323
Neu 1S64
Neubürger 2218
Neiilintf S2H6
Neumann, C, 8311
Nenmann, P. 1039
Neumann, W, 2334
Nulci-i'LTKIT 132
Niemeier 2806
NiemOller 1424
Nieuscn. van 287. 1066
Nillea 86
Nobbe 8016
Noil 2689
Nolte 2780
N'oiTiiiia i;i?oj,'r, Neer-
kiid 1^3(1
NovaÜ 26aw. 2675
Nowotny S612
NnglJBch 1044
Oberhummer 1817
Oberaitz 1846. 1918
Obser 1110. 1501. 3897.
8418
Obst 229
Odo abbas Cluniac 3769
•157
Oechali 180
Oelsnitz, t. der 2266
Oergel 609. 1745. 2961
Oertzen 120
llf^lcrliaus 36G4
Oh]eusehkgcr2QB0.26U
Oidtmann 571. 1947
Olirier, J. J. 677
Ollivier, t. 1658
Ommen 1G8S
Oncken, H. 3649
Oncken. W. 8635
Oorkoadenboek van Hol-
land en Zeeland 221
Oppell, V. 1877
Oppermauu 330
Orano 3004
Ortner 8067
Ortroy. Tan 1330
Ortschafts Verzeichnis :
Oldenb, 36; Schles. 46
Osbom 1777 a
Ostpreussen 1840
Otteutbal, V 204
Otto, E, 2163. 3868
Olto. F. 1515, 2898.
3163. saaa
«nto, U, ÖÖ2
Ovcnnanu 2äÜ
Ow, V, 156. 1648
Pallas 300, 3112
Panzer 8744, 2782
Paoli 75, 1856
Paolucci 2761
Pappenheim 2237
Paret 600
Paris 2678
Parkow 1146
Fascot 2642
Paasow 987
Pastor 8549
Pandler 3191
Paul 64
Pauli 1838
Paula 2902. — 3057
Paulus, C. 1086
Paulus, N. 1090, 1173.
ISll 13S3. 8981
Paulach 69
Pazaurek S8&8
Pelissiei, E. 890
PL-Iiasicr, L Q, 2888
Pellegrini 8718
PeUer-Barensberg SMS
Penarich 1026
Penzier 1«86
•158
Alphabetisches Register.
P^rini, de 3405
Perlbach 905. 2768. 2944
Person, Gobel 2819
Peters 3340
Peter«, H. 1355
Peters, 0. 2343
Petersdorff, v. 1648. 1655
Petre 3455
Petreus 3094
Petter 2612
Pezold, V. 330
Pfaff, F. 2317
Pfaff, K. 2585. 2619
Pfau 322. 2119
Pfeffer 2805
Pfeifer 2035
Pfeil 1468
Pfennigsdorf 311
Pfister 1590
PBeger 402. 2278. 2953
Pflugk-Hartung 81. 996
—998.1858.1859.2810.
3482
Pfülf 1659
Philipp 1850
Philippi, A. 566
Philippi,F. 34.1873.2714
Philippsoll 1876
Piaget 1257
Pi6 2576
Piccolomini 2832
Pichler 1771
Pick 1104
Piderit 3095
Pietsch 1522
Pinsker 3141
Pirenne 13. 297. 2094
Planitz 2984
Platen, A. v. 1757 a
Platen, P. 357
Platner 2591
Plehn 331. 2213
Plesser 468
Pleyte 2031
Plitt 2982
Ploug 3531
Plüss 147. 1796. 2839
Pniower 1427
Pochhammer 8625
Podlaha 248. 2265
Poeschel 1786
Poetters 610
Pohl 3505
Poincenot 1165
Poizat 1580
Polaczek 2026
Polak 8331
Pollacci 2754
Pometti 3246
Poncelet 2737
PoDSchab 2302
Poole 1861
Popp 815. 2622
Poppe, F. 36
Poppe Th. 1588
Porcia Policreti 2841
Porges 1460. 3331
Porsch 1530
Poschinger, H. v. 1628.
1644. 1769. 3529. 3530.
3554
Poschinger, M. v. 1639.
1669
Postina 3134
Potter, de 2096
PoUhoff 394
Preen, v. 609
Preisenhammer 1388
Prescher 814
Pressel 524
Preuss, F. 1164
Preuss, G. F. 1389. 1391
Preuss, H. 3612
Priebatsch 2898
Pribram 1364
Priebsch 176
Prinsen 2999
Privatbriefe d. M. 1127
Prochnow 970
Pröbsting 301
Prümers 3355
Prutz 323. 1454. 2121
Publikationen : d. Ges. f.
rhein.G.kde. 182.1960;
a. d. preuss. Staats-
archiven 1965
Puchesse, de 3576
Puchta 2309
Puntschart 2132
Pyl 1042
Quanter 445
Quantz 2594
Quellen z.ilothr.G. 181;
G. d. Papsttums 177;
Schweizer-G. 179. 1958;
Schweiz. Reform. - G.
1145; G.d. Stadt Wien
203 ; G. d. Zeitalters d.
franz. Revol. 1545.3409
Quellen U.Darstellungen
z. G. Niedersachsens
1961
Quellen u. Forschungen
z. G. etc. Oesterreichs
1966
Quellen u. Untersuchuu-
Sen z. 6. d. Hauses
[ohenzoUem 1966
Quellenbuch z. Schwei-
zer-G. 180
QneUensammlung : d.
Ges. f. schlesw.- holst.
G. 1962; z. dt. Reichs-
staatsrecht 3603
Quilling 80*J
Quincy, de 3231
Qui.storp 161
Raab, v. 151. 234
1038. 1047. 1350. 2872
2881a
Raadt, de 1872
Rabenlechner 1181
Rachel 2156
Rachfahl 1649. 3640
Rackwitz 326. 1414.
1540
Rade 1162
Radecke, v. 3582
Radlkofer 1189. 2959
Rahn 250. 568. 1335.
2337. 2962
Rambaldi 1023
Ramsauer 1817
Rantzau 3618
Rapp 1821
Rast 3140
Ratti 2716
Real 2089
Reber 2579
Rech 1561
Rechnungen v. St. Ste-
phan zu Wien 2890
Rechtfibronnen van Tiel
2903
Rechtsquellen d. Kant.
Bern 1986
Reckert 622
Recueil: des anc. cou-
tumes de la Belgique
1999; des anc. ordon-
nances de laBelg. 3321 ;
de trait^s (Martens)
197. 1973
Redlich, Osw. 204
Redlich, Otto R. 722.
2886
Redlich, P. 1208. 1610.
3080
Redtenbacher 162
Regesta: dipl. hist. Da-
nicae 2015; episcop.
Constant. 211
Alphabetisches Register.
♦ 1 X
159
Registres : Alexander IV.
2796; Gregor IX. 2 742;
Martin IV. 981; Ur-
ban IV. 980
Rehm 350. 1749
Rehnisch 3665
Reibnitz, v. 163
Reiche, R. 2122
Reiche, Th. 3315
Reichenbach - Goschütz
155
Reichenberger 1268
Reichert 1087
Reichmann 3125
Reichstagsakten 2833
Reicke,E. 516. 582.1116
Reicke, R. 3506
Reimann 1115
Reimer 2910
Reinecke, P. 785. 2580
Reinecke, W. 2191
Reinfried 1417
Reinhard, Chr. 3406
Reinhard, R. 1814
Reinhofer 2390
Reinhold 3222
Reiser 2382
Reiset, de 3428
Reiter 48
Rembert 1203
Ren^mont, de 1661
Repertorium diplom.
regni Danici 2016
Resch 109
Ress 315
Rettberg 3048
Reubold 2227
Reusens 508. 2295
Reuss 1265. 2078. 3161
Reuter, Ch. 1065
Reuter, E. 990
Reuter, H. 2003
Rey 2020
Reybel 3139
Rheude 94
Ribbeck 1752
Ricci, de 806
Richel 1540
Richter, Bemh. 1756
Richter, Bemh. Frdr.
1431
Richter, F. 534
Richter, J. W. 0. 1668
Richter, 0. 321. 3186
Rieber 3032
Rieder, K. 212. 1093.
1990. 2912. 2925
Rieder, 0. 20. 352
Riedler 1259
Rieger, F. 2247
Rieger, M. 2780
Riehl 1332. 2027. 2345.
— 3644
Riemann 1625
Riemer 1273
Riesenbeck, v. 3418
Riesenthal, v. 1278
Rietsch 2773
Rietschel, S. 2235. 2728.
2765
Riezler 1254. 1Ö88
Rijn, van 3347
Rimpau 3350
Ringholz 1081. 2270
Ringisch wen dtner 3165
Rische 327
Ritter 1426
Ritter, M. 1238
Ritterling 818. 819.882.
2620. 2625
Robiony 877
Rocholl 1197
Rodolico 78
Roediger 3667
Röhrich 332
Römer 3026
Röring 2926
Roessel 459
Rössing 164
Rohde 636
Rohden, v. 1716
Rohne 3625
Rolfs 1611
Rolleder 167
Roller 223. 1909
RoUett 2047
Roloff 3590
Romagny 3573
Romanowski 335
Rooses 3210
Ropp, V. der 1060
Roques, V. 2001
Rosanoff 1506
Rosbach 1746
Rose, J. H. 3434. 3460
Rose, W. 2257
Rosegger 2373
Rosenfeld 1717
Rosenlehner 1394. 1395.
3249
Rosenmund 80
Rosin 3640
Rossi, de 3457
Roth, F. W.E. 2950.3200
Roth, Frdr. 1189
Roth, W. 2294. 2900
Rothert 437. 488. 3107
Rothschild 2220
Rott 2060. 3150
Roustan 3668
Rovigo, de 1541
Rüben 1697
Ruckert 1847
Rudeck 2368
Rudkowski 2311
Rudioff 2760
Rubel 346. 2098
Rühl 1548. 1626
Rüther 1576
Ruötz 1286
Rüge, S. 1326
Rüge, W. 1314
Rumann 2683
Runge 15
Ruppersberg 288
Rzehak 2577
Säbel 95
Sabron 3478
Sachs, Hans 3202
Sachsenspiegel 2761
Sachsse, E. 1141
Sackur 878. 908
Sägmüller 2730
Sahm 333
Saldem, v. 1676
Salembier 1088
Saliger 1311
Sammlung: bern. Bio-
graphien 173. 1950;
Schweiz. Rechtsquellen
1986
Sander 267. 469
Sannes 3047
Sanuto 3005
Saran 2783. 2785
Sartori - Montecroce
2133. 3188
Sauer 1619. — 3674 a
Sauerland 214. 1229.
2790. 2799
Saul 67
Sautter 786. 2582. —
2200
Sauzey 3452
Savary 3035
Savelsberg 1829
Savoye 2980
Saxo Grammaticus 920
Scaramella 2855
Scharschmidt 3670
Schack, V. 1676
Schädel, B. 2163. 3194
Schädel, L. 3366
•160
Schäfer, C 66(i
Schäfer, D. übt
Schäfer, E. 36!4
Schäfer, F 17J5
Scb&fer. B. 218
Schaefer. K. 23S8
SchBfer, R- 1931. ilSB
Schur b6i
Schaff 3113
Schalk iibl. 3891
Schatr. A 1650. 2367
SchatE. J. STM. 2968
Schaumbell 3316
Schede l«3J
Scheel, H v. 170*
Scheel, W. 1297. !899
S.hetfrt, Tl. 1.137
Sriiff|.r-Hi.n-h(i!vl 92i.
•ilbtl
Scheffler, K. 1861
Scheffler, L. v 1767*
Scbeibler 3365
S. I1..1.I \li-l 1776
Scheini 2670
Scheiter 3216
Schell 39S, 696, 222»
Schellhasa 3101
Scbemaim 3617 a 3672
Scherer, C. 2319
»cherer. J. E. 2216
Scherer. W. 2831
SchiapftreUi 2014
8chicka^ 481
Scbickert 113
Öchiedenuair 3301
Schicmaitii 15:>3 1636
Schittf« -M'-i-l
Schiffmann Uli 2297.
2735. 2772
Schilling 1010. 2828
SchimmelmaDn, v. 3356
Schimpff, V. 1677
Schipa 831
Schirmer 3067
Schlager 3030
Schiebt 555. 3273
Schlichting, v. 1664,
1718. 3682
Schlie 356- 3010
ScliliUijr 1474. aaii
Schliz 788. 798. 2663
Schloemer 369. 130ö.
21S1
SchloBser 3115
Schlater 8611
Schmerber 2336
Alphabetiicbea Begüter.
SchmertoBcfa t. RieseD-
thal 1378, 1920
Schmid, G. 616
ächmid. J.
ml. K. A. 613
353 2929
Schmidt 2981
Schmidt, A. 392
Schmidt. 8. 1933
Schmidt, Ch. 61
Schmidt. Erich 649. 9B8
1335. 1505. 1515. 1651.
1771 3638, 3657, —
3186
Schmidt, F. G. O. 113a
Schmidt.Ferd.Jak. 1513
Schmidt, Frdr. 126.
1906. — 1276
Schmidt. G. H. 1061
Schmidt. H. 2111. 2881
Schmidt, J, 3164
Schmidt. E. E. IUI
Schmidt. Kuohardt t.
1675
Schmidt, L. 1777*
Schmidt. Ldw. 846. 3609.
2613 — 3836. 3435
Schmidt, M. G. 11
Schmidt, P. 1011
Schmidt, P. v. 3636
Schmidt, V. 1983
Schmidt, W. 2386
Schmidt, W. A. 1233
Schmitt, F, J. 898, 974.
2310
Schmitt, H. 2097
Schmitt, R. 35S7
Schmitz, J. 2889
Schmitz, L. 2904
SchmoUer 1406. 1479.
2186
Schnackenbarg 1187.
3361
Schnapper-Aradt 3373
Schnehen, v. 3666
Schneider, E. 1192
Schneider, F 3387
Schneider, H. 530. 1316
Schneider. Ph. 2796
Sfhii
> 489
ScLn..-
Schnippel B81
Schnitser 8S8
Schnorr y. Carolsfeld
1781
Scbuürer 861
Schober 1453
Schfiffeiwprache 8008
Schöffmatui 106. 112
?cböU7 9ST 1934 8364
SchSabach«64 9I1.ST38
SchOnbmaner 666. 2363
Schone &31
Scho«ngeD 1863
SchOnherr 1910. 206*
2110. 2680. S785. 2868
2860 3881, 2973.8058.
3069. 3330. 3361 3307
Schüttle 2300
Schölten 2279
Schoof 650. 1851. 361S
3657
Schoop 810. 8088. 8639
Schrener 2686
Schriever 575
Schriften; d. k. säche.
Kommiu. f. G. 1961;
d. Ver. f. Bef -G. UM.
3011
Schroedel 166. — 1276
Schröder, A. S070
SchrMer.Alfr 893.1181
Schröder, Edw. 966
Schroeder, F. 856
Schrörs 871
Schröter, F 1481
Schröter, 0. 1483
SchrOtter,v. 119. — 2185
Scbrohe 8808
Schnbart, Chr. Pr. Dan.
1529
Schnbart, F. W. 949
Schubert, A. 806
Schubert, H. v. 3701
Schubert, Hi .
Schobert - Sol«
1125
3
»94
SrliüL-hhiii-ril 819. 26J9
8682
Schncht 3308
Schüddekopf 168 1 . S348,
8890
Schatte, G. 3616
Schatte, L. 408
Schotte, 0. 72
Schatze 868
Schnller, Fr. 1810
Scholler, O. A. HO. 316B
Alphabetisclies Register.
•161
Schullerus 1846. 1852
Schulte, AI. 398. 946.
2188. 2798
Schulte, F. V. 33Ö8
Schulte, W. 386. 947
Schulthess 3590
Schultz, A. 1383
Schultz, F. 1757
Schultz, S. 2291
Schultze, M. 8432
Schulz, F. T. 976
Schulz,H. 1616. — 2747.
2804. — 3108
Schulz, 0. 1468
Schulze, E. 308
Schulze, L. 2924
Schulze, Th. 134
Schumacher 789. 2583.
2617. 2647
Schumann 793. 796.
2696. 2597. 2714
Schuster, F. X. 476
Schuster, G. 1436. 3146
Schuster, H. 367 a
Schwabe 3292
Schwalb 3636
Schwalm 998
Schwamborn 295
Schwan 1527
Schwandt 123
Schwanold 3501
Schwarzkopf 8339
Schwartz, P. 624 1210.
1411. 1441. 1484. 1602.
3273
Schwarz, B. 280. 2073.
2076
Schwarz, M. 1536
Schwarzer 613
Schweder 2313
Schweitzer, V. 1241
Schweizer, A. 2842. 8279
Schweizer, P. 208. 2395
Sehwerdfeger 8832
Schwieters 265
Schwinger 2274
Scriptores : rer. Germ, in
us.8chol.2716; rer.Siles.
196; rer. Merov. 858
Seckel 3664
Sedlitzky 2364
Seeberg 8022
Seefried 956
Seelig 2140. 2141
Seeliger 888
Seemüller 977
Segarizzi 2633
Seger 1901
Segnitz 1780
Segre 2856
S^gur, de 3238
Schling 2992
Seidel, E. A. 318
Seidel, P. 3394
Seiffert, B. 602. 1298
Seiffert, K. 351
Sellier 1623
Sello 238. 367
Sembritzki 136. 2126
Semerau 3658
Senkel 1709
Senst 2181
Sentzer 1726
Sepp 884. 891
Seraphim 1377. 3401
Serviferes 2966
Setzepfandt 2109
Seuffert 3300
Sevens 2807
Sevin 281
Seyler 86
Sichart, v. 1663
Sickel, Th. R. v. 1222
Sickel, W. 2724
Siebeck 3386
Siebert 232. 1919. 2797
Siebmacher 90. 1869
Siebourg 824
Siegel, westf. 87
Siegel, K. 1074. 3110
Sieveking 2895
Sievers 2709
Sijmons 834
Silbermann 2120
Silbernagl 1721
Sillem 403
Simböck 2968
Simeoner 3427
Sinmi 2263
Simmel 3156
Simonetti 8053
Simson 3618
Simson, B.v. 1651.3548
Singer 40
Sittier 248
Sixl 2257
Sixt 808. 2618. 2714
Skalsky 1286
Skladny 2312
Skutsch 2392
Snelting 2281
Sohm 847
Soldan 801. 2604
Solmi 2686
Sommeregger 3643
Sommerfeldt 1080. 1282.
1351. 1547. 1600. 1737.
1948. 2127. 2172. 3106.
3173. 3421. 3422. 3458
Sorel 3444
Souhesmes, de 448. 2238
Spach 1742
Spahn 3233. 3647 a
Spalatin 2984
Spangenberg 355
Spanheim 1366
Specht 1490. 2292
Spichtig 3297
Spiering 3420
Spiessen, v. 98
Spirptis 1319. 3201
Spiringer 2303
Spirkner 2301
Stuenow 1464
Stadtbücher , Zürcher
2875
Stadtrechte: oberrhein.
(elsass. : Schlettstadter)
1989; schweizer (Arau
U.Bern) 1986; westfäl.
226
Stärdte- u. Urkunden-
bücher: Böhmen 1982
Stägemann, V. 1548. 1626
Staöl V. Holstein 2147.
3614
Stalin, V. 1064. 1249
Stäsche 2388
Stammbuch, Grimmen-
ser 176
Stammler 471. 568
Stammtafeln d. Ge-
schlechts V. Bothmer
142
Stange 791
Stanger 1621
Stark 497
Starke 1341
Starzer 415. 2205. 3145
Staub 203
Stauber 146
Stauffer 262
Stavenhagen, 0. 996.
2874
Stavenhagen, W. 42
Steck 1697. 2984
Stegmann 573. 2965. —
828
Stehlin, K. 2945
Steichele 2070
Steiff 7. 29
Steig 1622. 3619. 3658
Steimle 2622
Stein 1605
•162
Alx>habeti8che8 Register.
Stein, A. 826
Stein, B. 1012
Stein, Ph. 3379
Stein, W. 2006. 2189
Steinacker 1857. 1858
Steinberger 996
Steinecke 1420
Steiner, A. 3673
Steiner, J. 810
Steinhauaen 18. 582. 1 127
Stcndell 130
Stengele 282
Stenger 602. 3415
Stephani 865
Sterchi 3696
Stieda 2167
Stiefel 3203
Stiehl 580
Stieve 1227. 2084
Stigloher 1443
Stillmark 3580
Stochove 2741
Stock 286
Stöcklin V. Rottach 2920
Stölzel 431
Stoerk 197. 1396. 1973
Stötzner 1344. 1498
Stoientin 172.1288.3182
Stolberg 1334
StoU 626
Stolz 2075
Stolze 399
Stoppelaar, de 1295
Strauch 2740. 2924. 3657
Strickler 2136
Stroehlin, E. 3034
Stroehlin, P. Ch. 111
Strotkötter 2406. 2880
Stnibberg, v. 1681
Stubenrauch 797. 2597
Studien z. : Kriegs-G. u.
Taktik 2243; dt. Kuust-
G. 671. 2330
Studien - Stiftungen
(Böhmen) 2299
Stübel, B. 1242
Stübel, M. 1942
Stückelberg 2269
Stüve 1690
Stutz 2277
Suchier 2672
SüsBheim 3437
Sütterlin 691. — 3676
Suhle 3190
Sundermann 1833
Suphan 1518
Susebach 2202
Sussann 1195
Swarzenski 2713. 2789
Swoboda 2769
Sybel, V. 1652
Sjdow 907
Sz4deczky 3240
Taboumel 3313
Tack 2187
Tangl 870
Tannery 963
Tappolet 69
Taschenbuch, Goth. ge-
nealog. 1912
Techen 328
Teichmann 1639
Telting 435
Temple 1670
Tenius 619
Tergast 104
Tersch, v. 269. 2057
Tersteeg 3166
Terwelp 1218
Tetzner 2372
Teuber 2917
Teutsch, Fr. 1744. 3031
Teza 2753
Thaeter 1785
Thalhofer 1497
Thatcher 921
Thesaurus linguae la-
tinae 48. 1841
Theuner 3112
Theussl 1979
Thibault, F. 2648
i Thi^bault, de 3400
Thiele, E. 1135
Thiele, R. 313. 3516
I Thiemann 2153
I Thierbach 3187
j Thiess 1714
Thimme, F. 3599
I Thimme, K. 3019
Thissen 1713
Thomas, C. L. 2588
Thomas, E. 3611
Thomas, W. 1160
Thommen 207. 1985.
3650
Thurn u. Taxis 3592
Thumhofer 555
Thumwalder 3427
Tielo 3666
Tille, Alex. 854
Tille, Arm. 217. 368.
1793. 1993. 2174. 2901
Tischler 2599
Tobias 1641
Tobler 1010. 2828. 3410
Tode 102
Todhunter 1743 a
Toeppen 242. 1360
Toll 3352
Tollin 133. 1409. 3284
Topographie : d. hist. ii
Kunstdenkmale imKgr.
Böhmen 248; nieder-
österr. 1819
Toutey 2853
Traeger 1834
Trapp 1594
Traube 74. 875. 887
Trausch 178. 1810
Trautenberger 1489
Trautmann 3395
Trechsel 3279
Trefftz 3354
Treuer 3188
Treuenfeld, v. 1589
Triepel 3603
Tritz 482
Troeger 1456
Troll 3407
Tronchin 3264
Troschke, v. 135
Tschackert 1139. 1170.
2850. 2924. 2990. 3077.
3089. 3123. 3629
Tschirch 3181
Tschumi 3449
Tümpling, v. 143. 2013
Türk 3426
Türler 2839
Tumbült 823
Tumpach 2265
Turba 1178
Tumhofer 3066
Turquan 3488
Tuxen 3562
Tvamiek 1388
Twardowski, v. 1664
Ühde-Bemays 3206
ühlenbeck 1842
ühlirz 206. 2160. 2S90
Uhlhom 464.1169.3632
ülbrich 2274
ülmann 1031. 1588.3037.
3624
Ulrich 597
Umlauflf 269. 2057
Unbescheid 169
ürban IV. 980
Urban, M. 268
Urbare, rhein. 1994
Urkunden : Schweizer G.
1985 ; Oberlausitzer
Alphabetisches Register.
•163
Hiissitenkrieg 1016 ;
Stadt Kaaden 198i ;
St. Severinii.Köln219;
Vatikan, z. G. Lothrin-
gens 214; städt. Verf.-
G. 198. 1974
Urkunden u. Akten d.
Stadt Straasburg 213
Urkunden u. Akten -
stucke (Kurf. Friedr.
Wilh.) 1362
Urkunden u. Regesten
z. G.: d. Bened.-Stift
Göttweig 199; d. Rhein-
lande u. d. Vatikan.
Archive 2799
Urkundenbuch : Ge-
schlecht V. Alten 137;
Basel 207. 1987;
Braunschweig 228 ;
Budweis 1982; han-
sisches 2006 ; Hoch-
stift Hildesheim 2005 ;
Stadt Hildesheim 227;
hohenlohisches 210;
Eaufungen 2001; nie-
derösterr. 201; Torgau
2009; westfäl. 226;
Zürich 208
Uttendorfer 209
Tacandard 2666
Valer 1157. 2857
Valois 2927
Valvasor 2049
Vancsa 6. 880. 1794.
1819. 1879. 2044. 2046
Vanderkindere 912. 918
Vann^rus 2023
Varenbergh 361
Varrentrapp 3043. 3072
Vaulet 879
Veen, van 2903
Veit 1849
Velden. von den 132.
168. 160. 170
Velz^ 2246
Verdy du Vemois, v.
3534. 3681
Verfassung d. ev.-prot.
Kirche in Baden 3634
VeröfTentlichungen d. :
hist. Kommiss. f. Hessen
u. Waldeck 183, desgl.
f. Nassau 1969, desgl.
f.Westfalen 184 ;d. hist.
Landes -Kommiss. f.
Steiermark 1979
Verwom 1885. 2594
Verschuer, v. 1473
Verzeichnis: Ortschaf-
ten d. Prov. Hessen-
Nassau 1828
Vetter, F. 2332
Vetter, P. 3031
Vetter, Th. 631. 1318
Vigener 261
Viliaret 1409
Villari, L. 2958
Villari, P. 838
Villiers, de 3404
Vilmar 1734
Vleuten, van 107
Vlietinck 1226
Vöge 973
Vogel 3217
Vogeler 3180
Vogelstein 3621
Vogler 2332
Vogt, E. 999. 2809
Vogt, F. 604. 2325. 3657
Vogt, P. 804
Vogü^, de 1367
Voigt, H. G. 948
Voina 3466
Volkelt 1750
Volkswirtschaft 1704
Voll 1123
Vollrath 317
Voltariana 1450
Voltelini, v. 940. 2763
Volz 3319
Vom Berg 3522
Vonderau 2590
Voretzsch 2870
Voss, A. 2584
Voss, W. 1786
Vüllers 2182
Vulliety 2378
Vulturinus 1130
Wackernagel 2864
Waddington 3227
Waentig-Haugk 1945
Wäschke 2693
Wagner, E. 823
Wagner, Emil 1263
Wagner, Ernst 3214
Wagner, F. 1040. 2840
2974. 3564
Wagner, H. F. 2960
Wagner, K. 8
Wagner, P. 1618. 2813.
2913. 3662
Wahl 3439
Wahner 2388
Waitz 338
Walderdorff, v. 2615
Waldner 393
Wallner 433
Walter 2597
Walter, F. 1286. 1401.
3226. 3289
Walther, A. 2988
Walther, Th. 625
Walther, W. 2664. 8018
Waltz 1144
Wanka 2196
Wanner, G. 2678. 2624
Wanner, M. 3694
Wappenkalender 102
Wappler 2176
Warda 1501
Wamberg 3502
Warschauer 241. 3648
Watson 2854
Wattelet 3178. 3287
Weale 1124
Weber, F. 784. 822.
866. — 2200
Weber, H. 1848
Weber, Hans 2765
Weber, Hnr. 966
Weber, 0. 3649
Weber, P. 2787. 2964
Wecken 83
Weckerling 3194
Weech, v. 279. 1689.
1741. 2074. 3647 a
Weerth 1897. 2100. 2818.
2867
Wegener, Ph. 837
Wegener, W. A. 1041
Wehrhan 1862. 2305.
3291. 3611
Wehrmann 958. 1091).
1151. 1218. 1371.2124.
2873
Weicker 8046
Weigmann 3303
Weil 1593. 3474
Weiland 2804
Weimann 900
Weineck 600
Weinhold, E. 320
Weinhold, K. 2389. 2794
Weinhold, P. 1808
Weinitz 1376
Weinmeister 117. 1897
Weis-Liebersdorf 2961
Weise, 0. 1872
Weise, P. 857
Weise, W. 1690
Weiss, Th. 1035
n64
Alphabetisches Register.
Weizackcr 559
Wejle 3129
Welisch 667
Weller 210
Welti 1986
Weltrich 3389. 3659
Weld 2861
Wenck 993. 2816
Wendland 3268
Wendt 1214
Wengen 1662. 8566
Werminghoff 871
Werner, A. 1280. 1403
Werner, K. 1118
Werner, R. M. 1771
Wertner 129. 1915
Werunsky 419
Werveke,van 1964.1996
Werwach 614
Westarp, v. 2256
Wetzel 787
Weydmann 1231
Whitman 3633
Wickenhauser 2135
Wickram 3206
Widmann 690. 1980
Widmer 447
Wiechel 410. 2695
Wiedemann 1740
Wiederhold 2014
Wiegand 285
Wiegand, W. 3320
Wiegler 1749 a
Wienstein 3689
Wiese u. Eaiserswaldau,
V. 3456
Wiggers 1635
Wihan 3618
Wilbrand 805. 1747.
1926
Wild, H. 1476
Wild, P. 2363
Wildberger 2063. 2137
Wilhelm 1001. 1953
Wilhehni 1360
Wilke 793. 851
Will, C. 3396
Wille, J. 3199
Wüle, R. 1719
VVillers 813
Williams 3253
Wilm 1218
Wilmanns 966
Wilser 2711
Wiltheim 2091
Wimarson 1885
Wimpffen, de 3406
WincKelmann, 0. 1855
Wingenroth 3647 a
Winkel 2325
Winkelmann, A. 337
Winkelmann, E. 337
Winkelmann, Fr. 814
Winter, G. 929. 3369
Winter, 0. 626
Winter, Z. 1803
Wintera 968
Winterfeld, V. 945. 2715.
2717
Wintterlin 1068
Wintzer 1941
Wintzingerode 3635
Wippermann 1686. 3591
Wirtz 2814
Witt 1272
WittaU 3323
Witte, A. de 1896
Witte Hans 1299. 2166
Witte, Hnr. 126
Wittich 2649
Wittichen 8842
Wittmann 564
Woelki 3602
Wömdle, V. 1586
Wohlwill 1387
Woisin 862
Wolf 3569
Wolfart 1190. 3065
Wolff, E. 1775. 3296
Wolff, F. 262
WolfF, G. 814. 2622. 2625
Wolff, J. 2092. 2280
Wolff, P. 2924
Wolfram 1813
Wolfstieff 1161
Wolter, E. 614
Wolter, F. A. 2108
Wolter, J. 1634. 3521
Woltersdorf 2242
Wormstall 2627
Wotke 3608
Wrede, F. 803. 1844
Wretschko, v. 2239
Wüsthaas 3226
Wulfineyer 880
Wunder 2581
Wurm 308
Wurmb, v. 1899
Wurstisen 1216
Wustmann 3318
Wutke 289. 240. 160.s
Wylie 2928
Wymann 3102
Wyss, A. 1109
Wyss, Beruh. 1145. 3O(>0
183.').
Zahn, F. 1705
Zahn, W. 1005
2007
Zäk 468
Zangemeister 808
Zanutto 2841
Zedier 1107. 1800. 2i)49
3193
Zedlitz-Neukirch 1702
Zeidler, J. 548
Zeidler, W. 370
Zeiger, F. 3483
Zeiger, Th. 651
Zeller- Werdmüller 287.')
3032
Zellner 1871
Zemmrich 1822
Zenker 371. 1870
Zeumer 938. 2663
Zickel 1433
Zieglauer, v. 1477
Zieffler 1509
Ziekursch 3251
Zimmermann, E. 325
Zimmermann, F. 206
Zimmermann, F. W. K
1708
Zimmermann, P. 1906.
2171. 3216. 3298.3368.
3648. — 825
Zinck 599. 1308. 2386. —
1495
Zindel-Kressig 2379
Zingeler 593. 1348
Zivier 386. 2177
Zöckler2393. 2778. 312.V
Zöpffel 2664
Zondervan 24
Zorn 2069. 2130. 2144
2823. 2411. 3018. 332^
3463. 3552. 3605
Zub 1907
Zuchhold 1287
Züricher 2380
Zweck 1840
Zwiedineck-Südenhorst^
V. 1645. 8436. 3476
Zwingli 3032
Zycha 2175. 2650
t.
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HISTORISCHE
VIERTELJAHIiSCHßlFT
IIERAITSOKGKBKN VON
Dh. GERHARD SEELIGER
V. .IAI[llllA.Nli i;«IL>
N[;|-K B<I,'1K IrKl;
DEl'TSCHKX ZKrTsniUlFT ri'« (iK^tlllrins\\ls<i;NsriIAir
•1. II KIT
NAC II It IC UTEN IMI NCITl/KN II
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iM.T'K INI) vKi;i.\'; vi'N r.. 'i, ;i:! i:M:i;
BISTOBISCHE VIERTELJAHKSCH&IFT
srRAO&aMeBVK toh pRcr. i>». eeBflAtio BEiuaiB Dl LKinno..|
Itnink iinil Vwlag vnii B. ß. TPübner io L(>l|iti{(, fovUlr. B.
Dar PrviB llir den Jubrinng ron 4 HoA«ii im Cmfooif^ i
f mindestens je lä Bo^m bcti^ 2C' Mark.
Die IK'Tsaafriibe und die Leitung d«r Kedaktionig
I Ton Heim Prof. Seeliger gi'ftllirt, dßin •!!• SrknjtÄi
I Bfblintlirknr Dr U. Killigor in \jfipitg znr Bi<iLD «teht
Bvitrigp sllur Art, diu mit 40 Uork fOr den Bi>gea boDorieit
i verdvfi, bttben wir an iIrd Di-niui^bef (Lei|iid^-6okliB, Ktrcb-
Lwe|r 3) m riEhtsiL
Du ZuMudoDK V(iD U<!Zi>nvuto»exuiuplikri'ii wird ab dt^
I VffUgiburiihudluii)! ^^bat«lD. Im ]iit«Ttt9M> pdnktliclicr and ^
I jwuer bibUogmpLiKkcr Iloricfater^Uttung wcrdou die Horr
I Aotorea und Vtirlef^ orracht, nach kleinere Werke, I.>iai*erteÜiu
Progrunoie, Separatobxngft ran ZciUcknfii'nftufnribwo t'tc^
nicht auf »iu bcMomlcTi'« Urfcmi Aii«[inir'h nurhf<Q, eogleicJi I
ErecLfiaeii der Vcriat^Hknclili. nder derRDdoktiou zugelieti za l
Vom JalirKaDge lOui an tit iIja Abtrilani; .,ti«ot.rlnbtnn und Motu
IJor HlBUrUeb«D Vl«rti'VJ«hrsirlirirx wnEf<<itllc]i vrvaitort. noA ntu t
Iwlf rortan njeht t» tKhltglnfciri) Notltus übar »<>Mii litt«rartKhe 1
1 H)ieIiiiB£«ii, »udeni widmen Mch »Um wloktictmi VotfÄ&gu W A
I jcnittliebu Odiüit du gMBhltliWrtwwiiekiflllijmi Uluu ikM» bi
l'AoInarksuiknlt. Oni naten LeMi rsMlMr «Is Mikar n oriwUntB i
f «t«ti slatebun sBf dun Lur»d«a luütn la kviuiaa, eoadcn wir 4to|
Jedem VlBrMJalmhrrt Eebörnndea „Nubrieblni Bod TIottuB" In zir«I T
deret enter i^IntolisnJUg mit dtia Hii<i;<tknft, dor udan kb«r B]a B _
, hart In neCnnK vtm 1', Bogrn wob» Wookui luh AuBfiibe de« 1
Ljklithafts eneknlflC
Dl» Veri&gsbiuhliandliuig: Itar Henusgefaer;
B. e. Tntoor. Pnl fi. foaliter.
INHALT DES 1. HEFTES.
NACaiUCBTgN UND mitZm TS.
%J/udtntlitttt und Noiitr* .
Lmtntnt^eiL Daruala- tieiproobenv Mllwtdndijio &öirjflai:
QuelleBbaoti <ur 8cli«vu«rftMoUetili! tun <^r< Ilü - Aunajt«
Sü7t. — 8elirotiet, CubiriniDbunKen m:
dor bt)Iimi*«biiD 6«t^aioit S aTU. — )t <j
Bd. 4 S. DttiX - AiM >lGiii Hii.>tirei:bii>i< t
hcaben tob ilvniN S, iiU. — Ktinh..
deuUebvD StMliiutdttliatailti' 8 6M
lerariJdi wertoolle Feftgaben
'gefdimadiDoIler Hu;!tattung aus dem Verlage von
S.6Xeubner S in Leipzig g
llii^ 'UM. Ton C. Kiitthan. {Künllleilli^ci UondldimuA, V||I. I«tl)« Sfllt.)
■i't^hmtri II ITIork. mit Rahmen, wie (üifleHidcl, SO tllarlt. Did« Fit i
in der Kunft.
Prof. Dr. F. Rofen.
OeluriDridiett lur Seldiidile der
aV:7 I?0 :3liMIdun8en. Sehelttt
■ < ' r . [ ^it C£i| C£ir Cfät
. lU'rt bfwht auf dem
. ii Roden- und Berfl«
' :ij, am Ptiiduklloiiioite
■■.f irQtjtiidien Wledcraobe dci
- . ti lii dl« Indukirtx melliode
ufcldie auf dl« Etituildieluna!'
■K'i uiiyuuenrtct wird. Die
MiJunneii, mvlll notfi
.iIcTS, lllullilen, be.
'iie Dllnl«d?ildndl|i:hc
:i van Djdf« bi? :ui
■'lülljM und
ü
eutidies
Von Dr.
niärdienbudi.
0. DähnhartJf
niil Die1«n Zetdinutinen um! Iniblaeil Oitalnu^ (
IlttiegiDphlcn von E, Kulthan. i ßdtMdNt.
Gebunden [e ca. t UWi. C^ft Ctfit lWf> UA 1
ci<eD Dos Rudi cnitiilll hundert Dcllomilrthui. dla 1
nad) israEdltfser Uurdillclil der ^elonilen 4eutldi(K
mdrdienKIteratur ousuewdhll Ündi €t iuid ttut |
kldtv aiitgenaniinen, dl« In den SrlmmlJita Klsdtr> i
und Hauimdfdien vnluGder nbcihuuiK nidil vttt ,
dodi In utientlldi anderer Form vi.-;h[ii»iai üai i
flitiu lansc haben lle ini VeibeiocnDtt peletttn. j
ocn Ihrem Ucrie hui wohl niii der Htnav RiiÄ^I. |
Seines BeltalU dar! dtt Vnlolt« denn audi itwIkH
ieln, uenn et «« 'untetnimint, die KennliiU dWt«
nidrdifn In weitere Krelle zu Iragee, dn fflloiS
:u fllller freude, den Sun<t<n n WMIffA'<A^»m■
Die luhUeldiMi l«\<himn««n mft XwVw^i %«qi»^
koktor martin huther.
fVon 6eorg Budiioald.
Des Reformators Leben und Wirken
dem deulldien Volke erzählt. »43»4
milllSHhMld.B. l üudtttbiWnii. Reim aeb. 6 [Tili,
IW» ..&JltltePgSuIiWitJI ULit J-;i,iiil udlli-mmtfnUer
Bvtarriihuaa Sr, ;., tm' r.
idiCpRIAtn Venu i .
MelwUen Elr.-<i;.
Ufcldtfti, u(i rd.iifi'i '.„ . ..|.i
■S4rllltnWttilur.iliicriL-t(iit'JjrHb(.(i;iiii„ii,; Hau\t
hüthen-t Vit iilti da rfcr wi)^dIr^at^! menlA mir
rf«Di KlndMli*r:iin und dciri lillptnilcn Seit) unü
foßiindiinlliaiiheuiulitftii^kii ir(Fdi.;n und J.inTH'n
JitiiHcm ImwnkMinitiilK'^L/ ^ .■■:
H
■DklCD iHk- CbunHGlIlcbea. etyiinllldi
n lelan, um iiol: und uunn :u wcidfin
Itor ilMem tliblld (IfuiUier Creue und 'Icultctier
<niir. dMem emb^ ßHiiiirfi am oIImII Buicn Se-
ItnfeM S«t<» mW feinen llettcn Dtfüildn;n,'' ksss
■»aoiR:« ,lil9(f P((iml*«Ti Int {. tvantil. r«u(liliiun'l.l
immefsbild und WelN
anfdiauung im Wandel
!er Zelten. Vcn ProL Croels-bund.
Ju(öi1lierlc Übcrfeöung v. L Biodi.
. Builopc. In (iBliiwuiid (iciaimuJip, fth. 5 irb.
»„Ei U! Sdiiiuny lind Vütmt In d<f Üai«
»iiutig, und m.m tli etlraunr ab« die alDdi.
a» KOhnhtil h »|()(r WenilunnK, umIom«hr.
ff* itonurriii GcIobIb do* d«n einrttu* rt«s
^«1 und flün: natüiU* Batw.
eharabterköpFe aus dd
antiken bftterahir. s^
Von Prof. Dr. Sdiuar^ in SOItlnflet
Fdnf Piitlrdfc : t. HeDod und Pln4iu. t. dliibydl'^
uBiI Cuitfides, 3. Se*rafes und Pia». V PcIiH
und PcltldvfllDi, S. Clocfo. 5<fc, c&. S Hlh. 63 R
Cf» Dtc VcniApc wmdvB Rdi nn dn ftis^
Publlliiiin. in wvUen Knilen rlditct iU j
LfttirKIlung 6ti Elmtiuns notft ianin ntdi 1
Sonilc, dfn diu atlBnunnriReniAall raf 1
»0 Siihnot elnKnhq. D<m ^«tODu
dtGi«n Votitdgcn 4ei Virnndi ffimsdit. «B (
BHlliilelen :u itt^tn. wie uKI bctltinnra ■
ididrior das Bild 4«r anilkw Idtiemin' 4 '
winentAdllldie Hrhdl «<r tebtea 0i
ufwoTiltti llt. aiE Bcilpifk lind llaritfl
Iriill^lduamaiL-n ttriodlitl, dli Rii Fittl |H^
:u)dmeii Islkn. t^^ l^tt c^«? Ci
Dantes goliüdie KomS
Don Paul Pocfiiiamme
in dtiiliaicn Standen frei bcoiiiclW, _.._.
Idiinudt nun H. ^Baelta-Wamwede, einem t_
Hllcj notfi Sictio via C. Butnond und IQ Skia.
'jchuflBl 6 ITili., vOfnctiBi gübuitdcn 7 IRk. SO PI
t..-i( In hetTli{tten Perlen und an i
ii'.'.'l.vk'icr Spfudiff raaidil dei Iniialt der S
K.iiK^'Jti; In liretrem Strome an uns fUftibCT. 1
id iGncunen uIt «er glulditti llidGlndringe..
i^iiiialiung des OtleluuU. ... Der BaaibcIliu^M
ein Itumi liehen Daiitci. dne ElnfahniM ml
efirndiD Kanrtdie, dn Bnliotig mit aberNdrtn M
SMibUditv und 5hl;rrii :u «len '■rH Roldm I
de^etien. . . . [lat ''■*•■'•' ''■■
iitiinad(uoIlenl?iifi'i< inuKgnM
Podfliet'Woipiwi-i'L ■ ■ ^
Zlpfile bildet du.
EmpHnden neuuiii.ir 1 . ; .
Donle mm £. Biinnii;r|, . , , Dtr i^nldil/geti _
Poditiemmcn wDnldien uit die nerdltnlo etil
reiltniltuna und illv erlerin1i> Ulrbung, di« BtM
Gintt rsdil umiunyteidivn Danicaeineinde In Den
lond," b^^Ciiilii (K, Wi.lu l rl, niuHAen (UirrtUo
ante flifghieris Söttlid
Komödie d. Philalethe
niclrllth ilberlra«k:n uikI mll krlltldien u, llIlhirllAl
iTdduJemngen vnlcliL-ii. In 3 Hunden. öe&.9[|l
yvlitiinodiLi. flcti. I ■ inif. üul fi'llnpoßlvt f
Ksii Oleii Clusfiatie, diu ein BtiL._
Hombolclt nit cln«n eion^unlii tu d^^
du geililatn liobens der DvutlAen litaq
bedail kein« CtavhMan^. Sic lil Wr fL . .
Hehr In die oirSortloc SodonlicnMcIt DanrE i
dthig« wllL iiRi.-ntbElirlftli.
D
D
,ie RenaiRance in Florenz
und Rom pon C. Brandi,
ProfeUor an dci Unliieriltäi Sältlngen. i^aciss
Zweite Huflage. 6eh. S [Rk., geEdimadtv. geb. 6 lllk.
i^ir Das Budi bietet die erlte zulammcnlancnde
und cntuliiielndc Behandluni] dleiur für die 3o>
Idildite des mcnldilidicn Gciltcs lo bedeutenden
Zelt. Alle voi[fitlncn Eitdielnungcn des liebens,
Sozlalgeldildite und Polillh, KunEl und Ulllcnldiaft,
kommen flleldimd^lg zui Scilung. Die Husltattung
des Budics [[( [::i Sinne der Drudte aus der
RenallEancezeit gehalten. caSS i^EB C£i) n^B
K^st „Wir tiabcn ein yan: uortrefEIIdics Budi voi
uns, das, mit weüer Oltonomle den reidicn SlofE
befterrE(hi:nd, weiteten Kreilen der Sebildeien, die
das BcdüiEnis emptlnden, die unEterblidie Kuiilt
der itallemEdicn Elenaiiiance im ZuEaninientiaiict
mit der ZeitncEdiidile, vin der ile uhhäniita lii,
:u beflicKcn, nur IcbhaEI empEotilcn U'urden lionn."
BfiK;.v<r-ü(i<^i<i^><c^i> (KOtn. Zeitung, tfoa. Hr. Wt.k
l^it „Im cufiElen Raum Elellt Ild^ die gewaltlcifle
Zell dar, mit einer KtaEt und cedruniientieit,
Sdifntiell und Kflr:c des au^dniifc?, die liUiIili*
ilt." tHXtt<Si*ts:^ft^S=ü lUiL- n,;iJra IMC. Itr. Sl.i
Gefundtief tunci Krankheit
in der Hnfdiauung alter
Zelten. Von Croels-bund. ITlit
einem Bildnis des Verfaüers. flufo-
rlflerte QberFeljung von h. Bloch.
cL'lioitet 4 ilik., in Oritiliiuiband flobundvii i Illlt.
C^fü ,.Hii; diojk.'i;i lüii|ion und \\.\ die övEdildite
dor lldlliunli \i lv'deu!u:ii|v,\' !;,■:; ;^iif(i:::ii werden
c':.- v'*t!^irien Cpcdien iiJtuii;.|e;itii'rcu nnd mit
i'r.j .■ »V.r . iii:-l ■>i\\ \i e:'..:;'i'n,':i ^».•(..■iiHiiUHhlen
'.::; *'. ' ,:, 'liii; -;ji: dlj u::'i;.-'!i;;u licyebL-ntioiien
r:. ic,.:. :■■;■ . ;■■■ i.'ü-.'l '.ii rcdiinunu Ürii vjf
Kuuili'r; ij:;. :.■ ■':.-■.. v.:-, jt ila lieil. thaiiajiiJdi
dieidlicn C-dj;:-.;rvic;;i! ..u-l KeEluxIuncn ifnd. mit
denen Ihn eini: ul:u:iei:iiidii: re;!oiungi!n bukuiiiit
itjmudit liubon. Ilu> Kudi tiicbi uns gewüEomiunou
Ilk'mi'uibildoT uns d.-r i'Ielliuiiderljiihrliien Cnt-
widtluMii, u'iildiu die mL>'!i:in]Edie ICiiienEdiail durJi-
inudiun' muJite. um uui die Eieulige hotiu Stufe zw
fljluüiien." tiMiTi» &;■*( rü,-»* 'tiir .'-id r;;ij'j \k\.
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as moderne Italien. V<
Pjetro Orfi. SiS^s^sf
6e[dildite der legten 150 Sah
Übeifcbl von ?. 6oeS. deticEtet 5 mh. 60 I
eernehm geb. 6 IRIt. 40 PEg. R£i) ii£it K
Räit Das Budi ilt die erflc kurz zuEammenEufie
und dodi ulEfenldioEtlldie UurElellung der neue
Sefdildite Italiens uon der Itlitte des aditzehi
Sohrtiunderts an bis zur Scgenuait, der ItoII
Ichen Cinhellsbeucgung Im »eiteren Sinne. IIa
uar pen |e das band der SehnEudit uon Dcutld
das {lehvIinnKi'olle Wunderland, ooll oon Kt
Ididgen, über denen ein Etcts blauer Himmel
ladien fdiien, delien Volk abor als llatlon für
munden vorhanden uar. In eine Einzahl einzel
IdiarE fieidiicduncr Teile zi^rrilfcn, konnten Ildi
ilaliener felhlt jahMiundeitelang nidit als 6ai
iühlcn. dodi beoinni im Iiaulc des aditzcht
3ahThtindcrts ein Uinldiutmic wie überall i
mit zunehmender Bllduny und flutklärung
Streben nadi Fieiheil und Buthölltiunii leben
Einem untorirdildtcn Strome gicldi, der ob und
uu die Oberfiddte tritt, bleibt nun das Seh
nudi e'EiL'm neuen 2ul:ande Im Rieben, und Mi
na>-ljoiiiiiici n^'di i)it-.'rreidilidie? iodi hann
vio'kr l>'.-i';l:ii|Cii; es u'ddiit, durdi zeltioel
lllnderniiie iiL'iimit, um lo itürker heran, bis ita
idilieijlidi unter dur flibrung des elngobcrc
üllen Fiirlieiittuules von Saucjun das Ziel der i
tielt erreldii uml hodi^oaditut In die Reihe
nailono!) trill. Wer Italien liebt, muEj Ildi de
freuen, und flerude ulr Ueutidiun, deren Daterl
{lleldiiulls i'on idilimmlier Zi-rrlilenheil und lic:
Ernlerlrl^unii :ur erlehnton Einiielt und llnahtidn
l(dt a Hill eil ietien lii, u'iirden das am eilten wüidi
bönnen.' Der Vcriuiler Idieut iidi nIdit, den fii
üui oiiene Wunden feines Palerlandes zu lei
und ilodi lIl diu iiunze liaritoilunti von uli
ir>.'ben Zuiie di.'! Il.'iinimti dnrdiwehl, dalt Ital
riditiii tieloilot und liei er:ii;.:r ctrbeii, Indem
zutiieldi ieine oiiitieboron.' Cilditiyiteil mit
undor^r lluliouon mlJtl. einer idiönun. reidien
tfunit kiitii eilende Iren wird. d^ürrüiTßsSätt^
Das Pattios der Refonar
Von Prot. Or. Otto Ityc
6ine Philoiophie der modem
Kunit und des modernen üebei
;,i!. 3 lilli. ;o Pi^., ^,■;,;!lMck^ell iiebunden *
ViSAi „Ikr im V.rworr ausaoit'r? diene Zuedi
Budici boiieh; duiin, ,.doi Iwlien vom Ku
der l^hrüle und I<arreiloldeii:diui[, die Kunit
uetitTci;lien Sitiel zur Weit der Chatiadiun zurtid
rufen-. Sodor, du!;; die 5viie»wurl mir ihren iozi
Ctidii".iun9en wv.-\ mit iiirem Siiehea ua*. ;g
'. nidcihtnvai. nUrd>iut:UI(ilit. Itid^lE? '^" ^
(er den Coroados. s;s>
17on Dr. BlEred ?unke.
ebhldileatisRloGrandedoSul.
rclAen übbüdun^ui. S<1l ca. 3 Illuiti.
1-, Bu* l[f m crlter Ijinl« Eflt ankts
uui:i>j btitirnmi. C« lulict in die Zelt.
Iit tluueiD ^vn rtuctbiand und lile Hit
iigilijrdnile üti dnllmultgvn lleriun d»
n der Seriu y«(ul und uut den Cainpoi
ui( bntilittn, und Meict nadi Khrltrlltlisn
ungcn unt! mUnriUJisn Butlditen otlcr
r HU') CtPt":tn»t filne editti und tcAia
..i.-.i-'ii^ n.p'...i iii ,[|ic4 osnnkdcn, vas
'Uli Odium ucrlii'hen hat,
riifilt Mini muihetL iotf
!';t !l(, und du* an-
-ik'cbvRti Cti. RllAofl In
i dun dta :u Gruade
bQfpl die UnliTtiell und
I i'nillitni (iu!>!r M eben
.'i';n Erifliilunp liond und
IT Im Sutira tftlO In Rlp
rrj Buch dlilc« ßudi doxu
i i^cikldmlivll auf das fdi
:'. iH'lt'rafJllcnFTliuDlenliRi-
Ot»
Helmartri^nge aus deul-
fdien <i^^' s>g?ss
Von Dr. Oscar DfliiHliö'^*- ^^
BudiWimudi pon ICoIj\* Engels.
CrfS. I. Hus muri* und Ikidt. \"«''="'«*te
3>!d!:Iite und Drjlilan^M. e^kw^^r^ . ,
fiÄ. II f)ui «ri-fnllut iiod Woldc^grlP^U
dtfuiltfic örildil« und iiiaWunsi'n. IP*™
Cd«) III. 9ui HuiIilQnil und Sdiuvugi^blff'
deulidit Sedidita und Endtalunfcn. 4
In kOnillGrlidirm Utnl^lnp ar^'flvt Je ü j
bunden |e i mit. »0 PIg. cmaui
C«H? ,.I)al Is ein Ruuh. wut cinirn i
i^enn man dat Mst« uon buMn atthlkl,
inon'l upHulM un oil de liHtiliUvn unijL'relin
udt de gurelmlun Sufauii lell. dennlu. 'i H v ..
wehr, BCwinni man dat nDdtldi ßouk lelu
f(>ii1tn5urun<t, ... 0« Huilrand Is de Itleii.^
dar unsPlaltddtidicn fcnBauhall Idnolt Mli tidtJ
b^MkAiw»i^-.c.»c.» iQt Inina llit)[rAntf IM), Ib. If
c;tf«r ., . . . Ct ulrd einem uarm und wuhllg :_
tHul In dleiei groltcn «emelnde: die gar mondttiMl
Zunasn liaben k uie! Scmeliilamei lU loctee, ml) 1
wus tte hflnden. kltniit :nlumnien In den fteti^t^ T
kraltpi^IUn. |[rul>v)iätelcnPclh«luniE. fiilitief Kntwi
bBmmJ K-lfciiIcr? ruidirirfi :ii Islnem Riräir
nderfens märdien. Vom
Verlalfcr Eelbilbeforgter
deultrher Cexf. 3 flusflobcii. ^a^a
tiSi ' "'^-^i;.-!, 11. HiiiloB». mit
U: < .duiKien ( itUc 5C Pig.
Call. -rJMn fOt «Hg Si^biJ.
mi< I. I'Kh rdA hart. 3 mit.
. Jlldnlien tii dir Supad-
-. VJaHw Busaal>B. ^ SoF>
V: JUiMtntbDdt
lut!die69tter-u.Helden-
/fagen. Von Dr. H. bange.
dl i!en teik'ii Quellen !üi Haus unJ Sdiult düi-
;i«lll. Zueile, üertwflerl» Suflaflc, miMäKflnlllei.
:tni«lEftnun$en (Orlt|tnait1lhffgia;ti!vn) v^n Kol>.
igel«. aRJndc. Seüuniien 1« ca.2 mit. äOPI«.
rtdieint im DcMinbuT.) ta^it r,^it UH* caAt
Sr Dl« nviie Huriayi.- Hell! Ildi aü clnv U'<lntl-
^ Uiiiatlidtunii üvt Eilkn Bearbeltuny ilai
[tr BerdAftchllfluns du CrgctmlfUr der nui«i<fn
rlÄiinHen nut dniii Svbielu Ovc mrmuiilldien
Kimöfllc, IowcK dick überhaupt in einem piivulOr
dienen und im tfellere KtuIIl'. belondcrs EUi
I Sugend. bcttlmmlen Hudie iliiraeleu) werden
nnen. Sdiuit unttitdiluilen lll bei der Daiilellung
I „Säneifayen" swllctien den nordlldien ITlijilien.
t Üv In der PaelU der iildndlldiin SMden
lerllelerl Ittid, und dem, uas lldi auf deulichem
idun Qliei die anlctianunnea unleret Elhncn u«n
■ta SSOem eimiliiiln Id^l. ßlu Hai urynind laue
[ dsuiidioii rtlvtbifn llt Überall, wo [le uiuuellek
rt blar in Cuye ttlir, allgtmelnuctllllnilllcti dot<
legt watdeiu Der uenau <in die bellen Quelltn
■t eiil!t[Iluf)i:nd4in Ilniitelluna der deuildien Hcldtii'
)ea lU ein dnleltendpr Ctll dbrt BiinriH und
illlthuno dct dtulidien Heldenlaae und Aber
) iD den clnielnin tleldEnlutfcn nudi klar nudi-
'UboTcn Erlnnciunnun un hlltotlldie Perltnlldi-
lian and Cliattodiun vorduiyelundl werden. Die
ue HufiaQU !lt jnll banliletUdicn Odelnollttho-
aiihten von det Hand Koben Saaih. de> wie
um ein luellet Vünlller In dl« Welt unicm
uflilien Saae elngedrunflen 11(, ausaeitaltel. »*'
'tglsmund Rüliig, der
J Bremer Steuermann. s>
in neuer Robinion n. Kapt. fTlarrvat.
Deuüdie Heldenfageti,
Von Karl Heinr. Keck
Dem deutldien Volke und (eine
Sufiend wiedererzählt, nn^q
Zweiiv, uoiiitandiR iitngcuibeiiuK auriiijib btforg
iTun Dr. RiunoniilJe. i.Kunil. I. Cefit Sudmr
i. Cell: nihulunyen, mit Kanlllcr-SUJaifld
nui'iien (OrlHlnalllthogrutthlen} von Rab. Eng«!)
Seil. \t ca. I inif. 44 Pli). (Ctidicinl Im De«
c^it Kedft Iilunu, !ell meht ult !0 Sorrien fl.
eine der ounatiitclillun Bcarl)«i tunken unicrcr ofii
ileulldien Sopn Idr dte Suijend wohRieboitn
eilrficlnl hici in neuer Scflall, D«r FottrAilIi di
Ullliuilctiait, die tulule Umwftliuna rii^t ifi^Di
flddilditlldien uiid invtira[oy[Idu-n BnJdlaüunft
Ueiode auf yvn»un)Idiein Neblet hol eine 1
IlOridtye Uninibeltung all nvtwendlq erldiettn
lüüen. Der ßeatbellcr Imt daher leine fiulpab
bfutiliadtlldi diirlu geleiten, die nordlldiBn San»
«»'»uldielden und da; Kolcrlt dei iooraoioiti
HtnnunllEhcn Üeldenium« ati:i)ltisllcn.
dlt ,,lieldenIogtn" ]eti1 ilhurall Hai
«uulldien Soau Im U. und 13.
Die nutlUüunu Kedtt til nodt mtutlitiliell be
beliallen uortfeii, Im poeliidtcn Celle abor lll t
Stelle du eigenen Dlditungen Kudii eing Tidi ■
die mllielhDdideuildiin Orifllnatc on(diBl«tnd
frti QbenirbeliKic Übnrragunii scttelra. SM
ditfcm Werke llt eine flnioW foililger T ' "
tittiograptilen von Rsbcrt €ngclx b
Goethes Selbitzeugnlffe
üb. f. Stellung z.ReIlglon
und zu religiös -(ttrdilldion Fragen
vcn Gi?!ii.'!mrflf Prof. D. Dr. Vogel.
:nit RuiilJuniuii Viin Z. KuHhttn.
i:n Mea(. iah dte wahr« Cinlldit
:. LH iin4 Urt. ia\ ediln und tedik
f'-'^i'üulfiU Jiütru üldtieilüfdcn Inunet mehT bc
wcnaoi inil dl« Ethi-eniRH lelwr SrOge Imm«
klntr. Udum cn4 tnn'jiiir iMnic, dti wlnt u oUl
If>!iLi[tür fuLiiic t':..[iiti':.-i. dcfe dlg POtDa^endc
.i:ililui«n III- ... Ott
Lutua unler» fplkcf
'■-\Tti» TvJdiwn Cewitin
.1' (Ini freund und Vti-
. I l'it!ü',i'-T iDitv'ineinfilwBuUcunJ
.1 : ;ii viJrmlJtfm Deiilti; u*n»(llctiJp'-"
■ . :'i!y(ii( 1. niuHAen Unitn n:8, ). »«ll.l
ehrjirentum und Ffttlldi-
foziale Lebensfragen. s>
VierycIkstümlldieHodirdiuluortröge
von Poftor Carl BonhoEE. fi^tar«
■felAnieJiv»!! hott. I FTIk. cO PIp.. gib. 1 [Itb.
ri.fi ,, . üi( iTi .''HiT 'iiituJiv und edlüni Frvl-
lind ou* ItimlelB ctn
■ \..'ijast, dab dei mitnldi-
' <md riltlläic Kultui dus
.11 £i>unyi'Iivn Idilmmcit
LJiii iL.'L3L-i(. ;-,j.r iijdiiu.mimmi'ii wlril." Cafit
Prof. Dr. aibert KdHer.
SutKli Pjrlclunflm. (lllt cItici RcptJrfuiillctt Att
KadlvTEiiB ijultfiictl KcIlGrc uvn Smuni-i-Bcm In
HcHoGnwSfc &eiilimad[vcll !id>- 3 niuili. ttstf
■H«r „ . .Und El uolltv Usa Uldtiei nldil icbMhl
■OfllvKwii umI kniUkiuii. Ii>ndcrn IdiliJii eijahUn.
wie KrUu Df^'r^K" ilf "■■■! wiirum vi in und
ntdil odart bal wndcn mnlkn. Das hat ci aul
tmMna Rosin dicHii-tIiu'i gitihiin. Buta du^eilldi
pn|l an Budi :u ä. Kellvr. durA leinen lelidcn
Elaban^. telncn Ichfiiun ütudi un<l Ivino Hllltykvti,
dM Is 9nMriiifel d>rT linkgEgcbcnMi UadleruDQ ircn
SlwOn (l* Heltporoimiai auimih.- -^äSue^iiK^a
sMwsaAtoeb 10 r '-■r«'-. 1, ft [)tiitr[l.,lillt:to. IM9|
Der Städrebau nach künf^
ferifdien 6rundlätzen.
Von Reg.-Rat eamillc Sttto. Ein
Beitrag z. üOsung moderner Fragen d.
Hrdiflehtur u. mon um entölen Plaftlhi
mil t HdlBfrnvUnn onJ 104 llJiilttuÜcnen ur.d DüMH
;>lAncn, :. SiiFi. Utit. S (Ilk. M Flg.. in HR)fi. fM
7 nth. (Pulaa V. eoil Sfiufai A Co., HW
^E«t In 4la[<ni H«tke luitrralinint es dar M
laElvr, b»l oinn Rullie ttllor Pla^ osd ^«eianlMl
die üiiaäti rief ll^Encr> bTirliuiu :u ouüalS
itötfl '■■-.. . ii:* Uriuai«.
wenn I . tiel^.^ '.-■■n
Rwdi
B
[~^i rjA« ctftt
rbelt u. Rhythmus. Von
Prof. Dr. Karl BDchw
Drille, tloTk i>«rmttitlc autluftv, 6<li«J-ei 7 Wl/i
Uv->3imui)tt)oll ycbuniltin Ü ITIk. c«l* C£U oilfl
CtfST „Die ilhflge Senieinile allgvtniilii &<büti
netmc nliht blofj dlaln udis Ii:nc QnicIhoH di
(hl Batfieitdien Hibeli enltiultenuti wfiTeiJd
lldien GmingenlAoticn (nlcidfieK, («mlern die
Idr dti SBlamttielt <ie« ielbliandlgeti
wcIifliBltendon Ubetblldis niai 4ca ■
vviiäiungunen ZufammtnlisnD oBBSrl
upd Rbijrhtnus nulilditlg freuen darf, '
nicliiH Eraditent Oem bewJTitten ftntAet oa
bdondeit danttb« lein, dati et lUi einen t*
Beitrug in eln«t liehre gdlilcri hat. m
e>lulil«n •ecnOTIu In iinlrrin ormin niiuid
uennlltelt, ndmlldi lui liebt« uan der denkeii
Recüoditunii. nldil bl«ftuii)lii(fAail«[|
Ereignilie, l^ndetn oudi allldgKdicr,
SdiilCI unO Citll unf begcgncndci
ISlBhnine." (»".Bnilib .[CT Belügt DU "
P
lauderftunden pon f
öelielKI » mt. so IVg.. wra. iitk, i mk. M rf
Schaffensfreude non 1
Sansberg. s;g>Sig5g5s
t^cheltct 1 m. tO P(D.. fitb. I mii. <:ai<wbü)
Tä»* Ir tnimiJ-liivi ruFii) i.-iii'cr, ■]!( UL-ttit^eilda
£■ \
Hffhetik der deutfdien
Spradie. Sis>s{s>s>5>
, Von ProEeffor Dr. Oscar Weile.
Scbundcn ! [Rh. HO Piß. nsss tissn ti£m> tißit
C^vT mit der fllihdik der dcutidicn Spradie bc>
obridillfll dCT Vcriailcr allen ScMIdetcn, die Per-
itdndnis lür die SdiSnheilun unleier Spradie haben,
ein Budi zu hietcr, dai an llmEand, Elnlaau und
flusIlihrunH z\i iciner Sdicllt aber „Unlcic liluttcK
fpradic, ihr Werden und ihr Welcn" ein 6e(icnltildt
bildet. In beiden bctraditd ci da^ Itcuhodideutldie
als ciuas 6euordcnc;, In beiden ludil er den Zu-
lainnicnhnno zuiidien Pclh und Sprache :u crgiQnden
und Ildi mit LIebo in die Eigenart unlerer Dar-
(rellunttsmiilcl :u ivniuien. ilbcr u'ilhrend in der
„multcilpradii:" voj üilem die Prcia berüddldirist
ultd, tritt in der „^iihotih" die fdiutinfloellere
fIusdrud(>u\'iio der Peuüe In den l^erdersrund.
UnEere niut^erfprache, Ihr
Werden und Ihr Wefen.
Von ProfeHor Dr. Oscar Weife.
3., uerb. auClane. In beinw. iieti. 3 fWit. W Pffl.
c^it Dkle Sdirllt, der vom 3ll(temelnen deulidien
Spradiucrcln die liediilc bi^hoT zuerkunnte 9u^
leidinunq verlidien wurde, lif beiinderf it<-'>-'inn>:l'
die äuh'crlldic :'lu{taiiunti unJerer lllurter-
[pradie :u beltünipivn und die Kreliu der
Scblld.'tuii über ihr ICüFi-n zu untorrl.-lilen.
eut[die Sprach- und Stil'
lehre. Von Dr. 0. Weife.
Eine Ii:il^iiu;i^ z. ridi:it;>.'n l\ri;dnd]ii> ii. februudi
unleiL'r IHuiieciprudie. I:i lioini.'. tiobunden i lllk.
ta^. , :»i; Ui'-<i ii! iahvm \r.i:üw. iSiwi ü-rni.
Ih;.t .■■'■■■■■.:{ ^-'.ziR Si\iTü}i<! nudi 'liizii uii(ietl;uu,
!':..:■ ;■. i...- .'!■: '^-ii Z''-A(i i!i (:i,' F:ihtd^k'u
■■:< a\WJ-:ii ", w -.:i :\i •■.::.:i. Ijio l-:iir:iioi.1iür:rj
und beill.'niiile, j-.-ei diiii^'i ]ii.1i! uuiihoril^e Hv
der Releiiiunii, diu tteilfjii;!itlfdi fürn.'iiioi, mit dum
Kaiizcuq der gelehrten sieMuditli:hvu roridiunü zu
prunl.^n, und die dodi diu h'uhlthuende Stdierheit
Hiebt, daq man dem Führer alluk'uye vertrauen
Itann. das iii e:, ua^ Wcliu; Bfldier auszeldinet und
MOS lhn;:n io viele rrouude modir." ihiiuz. Zjitiü'a i
om papiernen Stil. Von
Prof. Dr. Otto Sdiröder.
Piurtc, dur-ijuiu::, HO Julio^e. jjhui'.'t i Ulk.,
gcfdimcd;!-!:;; iiu'<-:';:.:i i Kilt, >0 Pi^. ruT(F.;a«
t^Xi cul.'i't truu.fit da^ i^udi nidii inelir zu UMirden.
aber i;'-'>>'I>-'i^ : iiJkk^ >'.d:t i'cii j^derniann, uaiil
aber vnv, aüvin, i';j :.L'n;iu!i iiii'l, ihre Werte :u
Ü
V
Zur Einführung in die Pti
lofophle der 6egenP7a]
HditVortrage. VonProE.Dr.H.Rie
0ch. ca. 4 niarli. (Erldiclnt Im november.) Et
CsSf Von den Qblldien £lnlullun(icn In die Pli
[ophle ucldit die hier angu:ei{;tc Sdiiiil fdion di
Ihre Form ab. Uenittcr zu belehren, als viclin
anzureiten iil die Reilimmunn der Sdirllti Ile de
ildi daher audi dun üeler als llSrer. Sie ulll
Phllaiophle unter den ulifcnidiailildi Gebildt
neue Fruundü gewinnen und welleren Kreilen
Veritdndnif fdr die phllulephlldicn Beitrebun
der Senenuart i>ermltleln.
U
ntere Pflanzen. VonD
?rledrldi Sohns. &&&(
Ihre namenserkldrunfl und Ihre Stellung In
[Hythologiu und im VclksaberHlauhen. !. Hulk
eeldimodiooll gebunden 3 ulk. 40 PEg. t^gitfä
C£» „Das ilfldikln ül mit warmer klebe
nulur und zu unierer IHutterlpradic (teldirlel
Eine iirciie ^n:alil der eil uralten, llnnreld
Pllan:en'Velksniimen, über deren Urlprung n
oft vertiublldi grübelt, wird hier erkldrr, audi
Volkshülikunde, der Ptlan:en:';mliollh, der Diditi
und mijlhclogie wird an pailender SIellc godad
ru:i<r^Mr~><r..i'r-'»r_i'r~>.r_» (Pt<uii. tichr-Zro- 14
naiurgefdiichtliche Vollt
niärchenausnahu.fer
Sciammelt pon Oscar Dühnhar
mit Cilelzeidinung von 0. Sdiwlndro:lie;
c cid! III ddtvoll gebunden S Ulk. KäiiK^-AKa
c.£i) Das Ba.lilein k'.'reinltii [Hüidien, die Hu:
eridiciniingen :u deuten ludiun, diu [iiintgc i
idiauung, didiieriidius Cinpimdun und licr:lld
Humor verein ition. und diu zeigen, wie <:n(i
Haiur mil dum eumüi-.lubcn dvs Volitcs uenifod;
Ift. So h-ir1 iuder Freund der Elarur wie i!
fclkus das Ituditeln mli f;eud.-n boRriifien,
:u [Ordern geei^ne! k'in und di;:ui:[ als 3ubc
dl«ie von Eltern uii'i Itebrurn u'lllhommen
huiiien wurden. r^;v c^v r.-st v—.a V.^:sit Ca
n
I. aufi.
n
aturftudfen Im Hau[e.
Plaodereien in der Ddmmeriiunde.
J. Huri. L yi;lil>iinjir. Cily.-UwM. 3 Uli:, SO (>Ji|-
ahirftudien im Garten.
Plaudereien am Sonnrag naduniifag.
(n BttAiiioilir, Orli-LcInuandliaBtl 5 Hlk. « Pifl.
Saturftudten In Wald und
Feld. Spa:iergangsp(audere)en.
BDdicr fOr die Tugend. Von
Dr. K. Kroepelin. [Hit Zeichnungen
üon 0. SAwIntlraihclm.
K^n ..D«i tlOirUdi» Work rlanw II* iildH nur
venliiniti oIe GviitiDnJr iDt H^galiie griheru
Knalcn, laniletn tiudi alt Hlli:mltld lüi d«n
btlim lai Psibcniiruiid aul den iiatuthunillldten
Uitlin|diL"(wsrchei)ta<ivi bnuaat. ii-a*i >wii
J
Crldieinungen
^bbe und Flui, foraie oi
' T^andfe
Im Sonnenlvffem. Von G. H. DarwU]
MllUlinto auMo^e oon a, PoAeK
EliiiAhcundtuorl uoii Pnl Üt. ä. v. l
und tS Illuiü. Im Ceit. öcbunileii 6 mh. S0 |
c«i> „Ucr annuTimtifr wsllii:.
leillfttldt eine Uurlidlune ilvr Deit(}il<4eMit I
Idielnuiti^en ä<i> CBbe und flu! upd MaMi
lüOruiiBcn d«tl<lliea :u linden, wOtM Udt
iTTcn. Sllcidlngs Ut dos bttäi
iidndlia, ntlBln ts fM vtir Ober 4es II
4er obildwn &aifMlBng ier SczdfcH ti
lit vln Rudi tlndg ja ktnn Bit, d
den SeoftiqElbet tuiuhcttcl Hevec J
UfTliiiier.eln irodiberfllimtneBsllIdictlf
Hat dutdi «lal{}t Fiirliiiia||Mi dhI ir
5ttmwi\hS9Hv »lAltgo CaMediiniiiH
JJdi oul die Rellc boxlrtitn, vtfAt C
Kroll det nicndn In <lct Ur»lt der €
und »Mntllg nwdi IpMen wIn). Seil.
Ko;m9(PBl<E Intwellien. wird io 6emi
StreIfzQge durch Wald und
?lur. Von B. bandsber
Elac Snlvltunii lut BvE't'itdituna der belsüf
llului In IDsniiUbUdcm. fOi Kuus
btuibclltl. Zudle SuilaaH. mit St lll»Iirail(
nitdi OilülnaliOdmunBitn oon frau H. bitorfib^
in Original' £1nband S maitr.
rdSr „Hodi dem Qrundiatie: „Lebtn uUl Uli «
kliTBii draußen In Wald unl Fbr', hal der i
iailcr der Süßend ein iSudi gebom. dat ul« I
ein zweilcf Hctlunet eridieliil, die rodite I
und ilQE riFdiTc VerlländnU liii dai Outuitebctf
ucdieti, doi anleite), mli eignen Sugcn ra td
mit vlanem Veiliunde :u arbElien, . . . lidit
cla Budi Dvn relAun fodtlldten Inftoll, lern
uuA Ein jidrlauvalldte« Uitilrdiioi. da« hlnlldl
der Hncnlnuns und Durdiachcltunu de« Stolle; i
[eilcm Junyen tiehnn und ifJti I.lIt.ti, v i t
Wim niulerlal an die Hon^ iil.'i : u i I .' '. " ^'
[lud inull«rhab, und die sa\>:
Preli« eiiliprvihend. Xiaat P.\i^A: w ir < ■^. . 'j
lifeltunfl ;u wüniiJ'rii."
B
lütengeheimntffe. Von
Dr. Georg Worglöky.
eine BlOfcnbloIogle in £)n2elbHcleni.
[Till ?j SDhlldun^en Im Ceit. ßudildiinudt vM
V. CUlur;- Setiunden 3 niorl«. csfi^q
r._v> .xia uoriicIilidiM und rtiicnd llluMi
< -; Bcdi, ilijs ollea freuniltD der Plloo
v;ir uililianiinfn fdn^
ius Ratux u, 6eiftesi9e(]
; Sammlung colffenEdiaftlidi-gemeinperÜändlidier ti
E DaHlellungen aus allen Gebieten des WiEfensIä
[Bänridien pon 130—160 Seilen zu 1 [Hk., In gefdtmadiuollQin Elnbao^
nh. 35 P!g. Sedes Bdnddien Mt In üd\ abgeldiloüen und etnicin kaulj
Itli^ililcndiit und alldtinelnvcrliandllctici BthainHung wcrdin In abQei^lclftni-n Bilnililitnil
tnlEHaÜlldivr Qrundliru" rulicndr [lnrilvllungcn ulditlgvi Seblclu In pliuiutfllct l{«l:li)ilnhungi aits m
*itn iIk Willens acl>pt«n, dir uan dlaemcIiiiMii IntvKlIe Ilnrl und dauernden Hünen a<wBS
uerfDoIIes, nQQIIdieä 6e[chenk empfehlen fidi belondd
länddien, tiudi Wultl. ßutiuntlcn, in Huidiinüdiuolleni, duuertiuimm t5i>[dicnkkäIH|l
'■ lidi zum aulifullcn icie Bulttäitoun clgnüt, zum Prelle von 6 (Ilatk 50 Q
a»a»<a»4raB^»>« Betotiders feien empEohlen: ra^a^a^a^a»4■•
ijcügraphildic Blbliotlwft,
Vditiali, nicnlcli u. Ctdt. n Sonlcn, Hleatei:'
niing u. mtKivtlcbcR. a SOntlivr, Qtidilditc
IZdlunen der £nldvdiun«<in. a Scttviner, Der
^ des Wcirails. tS Welle, Die deulldien Vulkt-
c und liuiidltnallen- a KalUtl, Ule t'ulor'
ng. Cd«) CdSi Ks£n itt» fei« ca£«i ri£sr
CedinUdic mblloilicii.
Bl(d, Die mvlullw. ■ Ueddlnii, U» Ellen-
piinJcn. n nicrkei. tnetnleurtedinlli der
JclL a Lounhaidt. Bin luulendcn Utlilluhl
IZtll. a Vottt, Uarmektaflmaltlilnen. m
^llei, Rlikrolkapci^iunc^EitbeitiMät
Kuliurtiltlorlldic Blbllolhck.
bc, Sdiiin* und Umtiweten. a Welle. Die
■(htnVelksItammcundLandlcfiafUn. a Soden,
' I. a OllO) Oo% deiilldiv KandwMh. B
let, Die dcutldie Buukunit. m Sdiutnier,
lurotion und Keuclutlon. fWatCa^iK^fiiCtfSi
Dciilldie BlMlo Hielt.
Ple, DIedeulldiuuVolktItamflieu.UJnüirfiafIcn.a
, Diis deuDdie llandweih. B Biulnler, Dot
.tieDDlktlted.a leenlne.DlcdEUt[di<l{eldt{<
iHune, B ITIullliael, Deiiildie Bonhunll. a
Hl, Drulfdie Slddic und BOigei Im miiteloll«.
nDiuiuliienlchalilldie BlbllctM
Blcidimunn, üull. Wollec. (itAl nnd unj
SiaiQ, Hat tildil und die ferliea. a £dtJ
Komvf iwlidicn ITIenlA und Clet. ■ lleodlM
und beben de\ P«k. n Sltlenhanen.fl
wlditlalten Kullutptleiuen. a i3uerbadij|
i3tanab«;itllle d<i modernen nutmUhie. B
flDHommunaslehiD und Daiuinlsmui. f^
medlzlnlidti: Blblli^ltiek.
RltFnaArmotlFnivKeltulIignlrttatt.a B
Qeiundkdhletirc a Sadic. Der mtnMl
KSrpei. 8 Zunder, Lei betO bunten, a freill
Srndhiuoii und rolksnuhiunHi mittel c^fi a
VpIk^MlrlldioillldK: Blblloiliek.
ltlei|Bt, SmJu!« Bewetiurtiu'ti .j rii..Tk-: mi (i.
PeiSehfientwIiielunB in 'i ■ ins
Biilfloben und Zlile ä\:-^ '■ i3|
ÜOi deutidie llundwcri "'di
«erlulfune. a ^
Pddagogildii: BiMicihük.
Zlcgler. Bllttemetne ratlu^ue'^- a Uir
Iutien und Ziele du nUnldienlclteiu. a Kil
i|« lOnl Sinne des IDenlitien. n Zander, b
OhunBvn. B Relimkc, Die Seele de« ITtenlAen
K Q Ip e. Die Phlloiophle d. Senenwuit In UeiitldUe
lOldl
KrA
;r. hR
Ip] flui Wunidi üusfOlirlldii.' IHuitrmrie Ptoipukle umionll und pglltrel.
'HüHerte PHanzenornamenU. 13 farbtge Cafj
luitbultand S3 Omamente tumbelltt Im Sultrnuii de» SrutihirntiBl. Badlltticn OborlihulioM
rPn:4. Otte Hafillnfler und Slbrcdil £an«lol«r. 1 lilelerungen lum Pieile min )e I IT
i „Du« In änheltnttil der :atiircldien ;ur Heritellnny uerwendelen Furten plulUn lelii bUllfle U
1 tQi den Gebraudi an liSheien niSddfieiildtuIen uiid rrauenurbeliilfliulen peelonele Poifllder
a Ziildiennnlertlijil tut Unientflijunji des FcrtiuilInnB nutzen dlycn Olmi
brnmene, :uueriai{lflc Unlellung lum StIUilercn der Ptlunien fOr uelbllili'^ 'i'
fter lilnuus kinnen dlefe BIO der eis kdnftlerltdi umtuotl» PotblHn lilcHun'
[ Bit dienen und werden uareiiead üuI Illullerzeidiiiei wirken. Die ir
' r formen- unB FoTbctilifiJn fielt der helmllilion Feld- und !.-■]■
....,F.,,,*. n., ^. ., ,.,..,.. ]jpj nntflrndiB fHiamkiti
iiiin''^''in driiiiit
l-A^«^
s^^Qfr^a {ür Sdiule und Haus fr<3fr<3)
..Pen it» BlUcnirJEmthmanuni An k^ttn '3clin. dte der naucfl »drlicltldien Dttmianf
ItitiingeQ i>nd, btonhcn wli eint nll goiu ung«ttillifet Freudii dea „UnfltntTilmii Baaduunuk .,
Mittle und Keat", dvß rilt DcTlastbnililMndiuafl B. 6. CcuMitr In Mptig und Bvftln tienuiiiiltU..j,
Wit beben litor utritikli einmal ein aus «onna bltfee sa goKn Saihi nit näitm VgitiluidiilE Jj
rhiDdi« Bcnini« «dduillenM Unlemtlinieit vor mm — Rmm vli es. Ihm und ui» lu n
Bisher eridtlRoen u. a. folgend« Blflller:
Or« «11 - wlebtiiui Rllilci Ihd W^SO, die nlt t
1J;-53. die andtnn 100 -.-lOon irah. i
-Karl Rsüvf, CmIIiu mk.X— mb. lO.M
"Kcfl Bcu«, S*ill«
Karl ftieio. KaBoigicli ....
Kad Bleie, Si«hlwerli tt\ Kru]>ii
Unller Co«, SdtwatruaMtcnne
li JleRnasnn. Pniban-Uerh Italien
,2. Kun^aaii, tutilunil Ini
Sdinec
f E. Kbltlien. Smi« RuAt. Iiellletf
Hoi!).
m. H«Tnan. RStnlUhe SaraDogna
II. V. Pollimonn, D. Sunn'erwudil
tl,v.Vtilkitiann,UeB«nd.K{>rnlel'l
Kleine Wandbilder für das deutiche
(U*r h-^ ataea „VMnsii WdiitlblMtr" ÜnO uk die »n^^en wn den KSnlllem lefMl cul den S
leielAoi:) : ile lijul kialii'cLI In Zeidinung uaä Faitn;; an üa Wand crgdwn Ils eine für dci fa
nIdülitiD (emuliltun^. alicdtm und dekoMtinn die Ilmmcrunnd roflTcßlidi. Dobel hat-tii lle des Poni
i»<6 In dti Ddh« bvim^tilirt u«n)rn :u Irinnen, and eignen lldi datm lohi gut za ^ap»tahXilt
Bildflrt&e 41 - 30 cm, mll Poplcrrond 57 > *4 cm. — Preis eines Jeden Blattes 2]^
Seldienb'TTlfiDnp die lO Bidttcr 301-310 enihalfcnd, In itflnlllerllctier l
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»I. Lunt. Blltt Stfldtdien. SOS. u.Dsll(inaQii.Ftl1lillnyauIdetWdJe. !04. Kttl}. Hdliitet.
MS. BMe. Chrlllrnailtt. 10«. von Dolkmonn. Bbundwclkea. SlO. FUenlleier»X~ '
103. Hnofilen, Ruhe. !07. [lieber, Helderol. 311. dB Zals-tt
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Bnl Wunidi ausUlliriiihe IlluÜrlerle Kataloge unentgelHlch unif-
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3t Seilen mtt dnlato tO metll aanlelllgen Dl»n«M||en Blldein In origln. Elilnmd ! mk. Kft
Ufr ,^fl der Relgfin dts BlMeitndu (jefetUtti d<T ardit tleoli »In Ehrenplab. . . . Dte Blld«r dt
~ ^rcficn. Iivlltli, eindTuiuv}n«n S«\iea mA \» iM V.\wV«Ui ilet ZelAimas, asill In der
f Efilidttrti cieUcl<ii1 no<h flQ^e &tt\\V4A uA ftM'^tAA'oA^ 4r.\ 'UnAm Va!iui als na
Roi'lieii erschien im Verlump voll B.G.Teuliner in Leipzig:
EINLEITUNG
IN DIE PHILOSOI'HIE
VdN
HAN« COliNKMlJS.
IXIV II. 3r.7 S.| ar. s. IUI«. a,.|i. .*' 4.SII. «(.|,. .« .-..üll.
]>i.' ,\lil'a;lln', w.'li'lli' .li«'S Jlll.'h si..|i M,.|lt. i>l iIIl Kill-
rilliriiii-,' ilfs Lfsi-is in ibis V.-ist;iii.lui'^ .I.t |.liil<.^<.jilii.M-lH.ii
IViilili'iili' null iliT vvirlitigwh'ii \'t-;-..iiiln', ilii- zur Lösunj; iliuner
l'roMi'nii' inui'rii.iiiiiiii'ii norili'ii -iinl. K« N..II1 lliiii xiiL'li'irli
lii'ii Wi.ff /u wi-i-ini, Hilf Hi-l.'!ii-iii IT zur ll.riilii-.,'iiii^^ iilii-r
ilie-i- IViilili-iiii; iiiiil zu .•iii.T in sirli «i,l..i-iini.-li.l.i.-™ Wrll-
K« ^iirlil ili-ii l..-i'r llii-.'lll Zii'li- lli.-lll Hilf ll.Mll Wi-J-O
lli.l<lri,rll.'r U.'lriirllllllli;i'll. Iii.rll llUi'll dill ilrll I uli-ivil
ziizurilliri'ii. Ili.. .\l'..irl,i i.i ii..|iii..|,r. iliiii in .lir' Kiit.li'liiiii.i;
lilliT |,liil.iMl|.lii.rl,..|l Sj,|,. ..il|..|i l'.ilil.lirl, zu l ,.r,iluilV..||
durrli iluii Xu.li«,-i^ il.., rr.-|u™is< .l.-r |Jiil,.„.|.lii..-li..|i Krai;.-
i.li'lluii),'i-ii in ilrr Kiilivi.lilun^' .1.-., nirii-, lili.li.'ii li.iik.'iK ini.l
Jurrli ili« iiHunnuiii.. L'ulür.-u.-JiiiiiK J.u- ll..,liiii,.uii;.'.ui, n.ii
vr,-l,-li'.-ii ilii. .\iit.«i.rl mir .«.•»• I'iii|r.~.t..lliini."ii iiijrliial. Dii'
Aniilv-,. .!,■, Mirliiuii.iiiu», ».■j.-liiT .1 S|,i,.|,. ,1™ lli-uiiriilii-
.uuni.. iiii.l l).'riilii;,-iin:.' iin-.'ri-.< Kikruiil iiiM riulivs iilun-.
.ill zu lininilii li.'i,'!, zi.i,.'t ili,' lliinli-riiis«.'. »i'ji-li.' .Irr l^'üHi^'i-ii
lli-lririliKiiiiK iiiin-n-, Klnrlii-ilslirilürrui«» im Wrgo -li-li.-ii niiil
«.. zu ijrn'lrtzlcn l-Viiixi-ii, ilrn |.liilii.«.]ilii»rli™ l'r.ilil™ii-ii
Alllill's Killirll. Wir ilirsr Ililiilrrili.^iil ill risl rr Liliir .Inn-ll .li.l
flu-
.ir.'lisi'lini l'liiii.' .I.'i
llllll
ttii' ~ii-Ii aus i'lii-h ilii
,\n
lV..l,li-iii.' •■rgiU, «ilcli,
Ulli!
islmiv Kiitsd crsoliii'lH'ii:
'IVil
h' ill.'x-a liiiclu's di^Mi Li
■ i-Mr ■r,-il .!,■» Ill
II
BiMrriflsl.iMiiiiK.'ii des vorwissmK.-htifHiclK'u Denkens
li.-<Iiii^'l riiiL'I, wi-Ichi- iliis wiss<'iiR<-Iiiit'tli>'lie D.'iik*<ii l>t'j seiiieiii
HftriiiiM- »U •^i<r(>l>etn>ii IWitz vnrlimk't; wio elii-ii diese ,.iiuturii-
listi.-i-ln'ir' Iti'ifriti'e ht der «rsli-ii, iiu<tap)ty!4isi.-lien l'linse
der l'lMl<i?<ii|i|]it> iils Ki'lbsfverstäiulliili voriHisf^eset/.t werdoii,
lind ivii' diese Vornnsselzuiij; /.»r ('niisfriietinn *U'r iniiuitig-
fiilti«.!! duniiiiitiseluMi S.v^jtem..- führt, v..ii welelien docli
keines iirisereiii KlurlK-itslieil[ii't'iiiKSi< dniienul genCi^mi kann:
wie eiidlicli dii- IVn-jt' iiaeh ileni iTsimiiijt und der Bedeutung
jener selii'iiihar selWverstiuiiIlieheu (irundhe^ritle imsen'S Welt-
liildes ^'eMellt und in der |.>jyL-h«l<igise)i - erkennt u i s-
■ l'liili>siijiliie beaiitwiirtet wird,
>er Antwort zugleich die Lüsungr
' der doginatiselien l'liih>snphie als
- - darüber smlieu dieTorsohiedeneii
1 dein Leser Auskunft zn yehpii.
hehiiiidelt die verschiedenen
KutwiekliiugsphaseiL, welehe jene nu'ta]ihyfiischo Philu-
soiiliie dunhiiiiilt, nni .-M-Iilierslii'li in die erkeimtnisthecm-tische
l'hih.si.i.liie /.ii iiiüiiil.-n. I)er /weite Teil l.es|.nelit die Eut-
wiekliiiLt; dir erkennt Jiistheoretischen Philosophie ninl
ileri'u Ki-geliuisse: mit' der einen Ki-ite die LöHung, welehe
dii".e!l.i- für die wisseiiseh.irrli.lien I'ri.ldenie ermilglidit, auf
der iind.-reii r^eite die llreti/.en. die .sieh uns ihr Itlr <ien Fort-
sehi'itt di-r wisseiiseliaflliehen Erkenntnis ergi'lien.
Ilie liistori-iiheii l'oruien der philosophischen Be-
hlri'liiiii^'ii .-iixl diirciigiingig nur als) Beispiele zur lllustratiun
ilir saelilicheii iOntwiikluiiy verwendet worden. VoUstniidig-
keii in ilcr .ViitV.lihluiig und Darstellung dieser Formell uiul
ihres historiMhi ii Zus:iiiiTuridianges ist durduius nicht Wab-
>i(li[iü:t. liLshi-iiiiidere iiiul'steii gemills dem oben bezeiclineton
riaiie dieJL-nigiii unter den ni'uereii pliilosophischen Systemen
M>ii il'-r l!etnii)i(uiig iiusgeselihissiii bleihen, durch welche (üe
erk>ihiiliii<tlieijreli-elie Eiiisielit keine Förderung erfahren hat.
Hills das Ifaiijugewieht auf die theoretischen Fragen
gelegt isi. Iicilarf in diesem Zusaiumenbaiige wohl keiner
Ueelitrerligiing, lioeli sind mich die praktischen rrobleme
ki'iiieswegs iiubiTiieksLclitigt geblieben.
InhallKviTKuifbiiis.
KinlcitriHli! Itctrachtiin^Hii. ^,
»[] -Irs Illl.-ll.-S
1. Di-r Ituirriff der ]'bil.)Rr>|i1ii<>. riii1..sr.p].k' nU Stn>1».'i.
iiii<-]i Klnrlii-it. l'l<il<»<'i|>)iK- uln ^tn-l.i-n imcli l<-t/tt'T Klarlioit.
1,1-tKtL' IVjh«'"- TliPorotiM-hc iiml [.rahlini-lii: Pliilnsoj.lii.' , . ,
■2 l'liil»M>)il>i'"'l>'^ pTKl.lemc. Müiifjd Ava ti'n<litii>ii<-ll'>ii Kr-
kriiE]tiii«l.i--iiti.-*, - Kiinloniii-r einln.-itUchcr RrkläniiiK 'k-s \Vi-l(-
t.iiii7j-u. Mi?tik|ilivsik. ■ ■ Foi'iluriin;; der ].f>uitiiuati<iii iU-h lii'-
KiilT^iiatfrialK. Krki'unttiistlii'orif. — ViTümliTlii-hi' Heil i nun «(.i'n
■Itv |iliili>«n|i1iifi(-h'<]i ppiiken^, MilHCrfolf.'o iliT l'l)il<i^i.>| i1 lU>.
Fi<nluriiM}r iIlt Aiml.vsi- des RrkllLriiii^iiiPcliaiiismu^
:i. hiis nntilrlieii.' U'cItbiM. Siinilicln^ PiitHi, ilrKPiisUiiiili-
iiiiM-rcr l'nifjidiung. I'as Irli. I'ns k<'iriii'rliclic U-h. lias jii-istiKO
Iidi iiiiiL fnui> Bwtaiirllrili'. ■ Üi'Kii'limi'jon 'les kJiriicrlu'-Iii'n
uikI des jP'if.tiui'n l.'li. Aiillirojii.iHi.ri.lii- AutTiis-niit; dirr Et-
^rlii-iiiLni-;i-n. -- |ii>' Mitiiinixi-lioN- Triiditicni'llc KTkciinfiiissi'
t. r).T Ilrk.'lilltlli-trirl. lllld .-.-in.- l!rrri.;clif;,ii,L'. ^1r.'l..>li
iiiidi V.Tkiiii|i1'iinK. V..rwi!,-riis,-lmrtlirh,^ \WixrilT,' aU Trliffvr
.Ut V.Tkiiiiidun- HiH rtifr.rwi.lint.' ah Krkliiniiittsl.e.liirftii.'.,-*.
- Mytli.di>wi«i>-Ii'' Krk!iiriin>r. Aiitliri.|.,iiii..i|,hc jrvthi'nl.ildimg. --
\Yis«eiiB(-h:iftli.-Li! Krkliiriin^'. lii'<.-tA<- iI.t liiLm't.'id,pwi-;,iiiip-n.
Krklilriiii){ nU Vi-reiiiladniiur di-r Krki'iuitiiis. I'rim'i|) dt-r
i^konomii- di'« ]i.-iiki-ns. Wi,scu.,-ljiiriHclii> iiu.l iiatnrlk-h.:
Tht'oricii. FrDjri' tiarli il>'iii fSniiidi' .
:>. lic^'niatisniiM und Kiiiiiirixiiiiis. \V<>rlLiiili.'i-H<-bJi'.l ,h-t
Krklilriiii{.i'n. Wi='*i-iii'.-li!ifi liid.i- iiii.l inLwi,.si-i.wIiHftlii-h.' Hr-
klÜTiiii:;. liii-litun^' vutii [>>ii;i]iuti^mii:> Kinn Kiii|iiri*imii<. —
M'vüi'ti dtr inii)>iris<;1>''ii KrklÜriiiiL'. Krklüniii;; und l<<'i.-br>nl.iiii^'.
Dil- l{y,.uUi.--rri il.T Niitunu-s.>ti,.li:ift. ll.M...ti,..H.-i, »U Hi)di-r
li, hi.- Kiilwi.kluiii.' .lor nnb.s..iiliii,'. Hi-tninnii-^i' rks Furl-
-.-lii'ill«. M.-fai.hvsisrIir SyMnnl-ilduiii:. Xiitiiruli-tU.h^ It.'-rrillV.
Knhvi.'kliiti;: ii.i .'m|iiri!<tU..-lu'ii ^iiin.v - Krki-t<ti(iiisl)i.-.<r.'-
ti'i-lii- l'r..l.1.:im-. IVjkliM'liH l'i-l'K-mi'. Fonkrim:.' dt-r Auiilv^i'
d.-- \\-|.rtki"i,'riiF-
7. l,.'t-!ii- Zii>lc. r->>.-lii.li>i:i»-lj- )lf^'rniiduii^' ilrr Hrki-niitiiii,-
tlii'uri.", |{ft-..tHttiivti..ii .1.-- l'i-on-ssc-P ,Ut vurwi-i-iisi-liiHtlk-lM-n
Hi.jtrilfsl.ildiiii;,'. F.rkfmitiiUtlie.Ti-tis.'lir [..wuiitr dvr iiifta-
l.|i.v!s<-|](>i) Aiifc;.l..v Sa.lili.-lif imd lii*t,.rif:cb.> Kiawi.-kliiii;:
I. 1VI1. IMo mHntilijrsl''i-hc- l'taaüc der rhlliinnplilp,
*, l'injt iin.1 Kr^.-Iu-iniin-r. Ili'^riir 'ks ..kj.-.tth-.-ii l-asei.iH
al'' d<-:< l)aKi.'iii< umtkliilii^'i>; vnn uii^iiTL-r \Vahni''liiiiuii^'. Vcr-
ändiTlitdii: KiwlidiiiiiiK<'ii und iH'barrlirliPri Sein. Siilifi'i-tive
lllld okjiü-tivf Kxiiitcnx
Ililinlt>v>;r/.>'i>'hllis,
,. |,i,. i'i, :>>..„ .l,-r.).-;.'ii<i>tL-<'l<>.'lifliil<'-=M,,l
ii.Mi.^iiiili-ti.rh.. n:x>-. Vf\-h-in lii-r KrkKiruiii:
,i l.i.-,'tiMT, Will IHiiiti-ti-i-h,' l'hri-«
Niifür iKi.i '-.-Ut V.'uiiiIllimi.'si.r"l.U>iL.« I'r
«i.Ku.iV .I.T ..l.i.'.'lli.-ii W.'U :iii1' .In- I{.<«i!lV
.\.r !■>'.;. umiii- .l-r A'iri-Miwdl. i'r..1.lcm .Im W
IV-.l.l.Tii .l.T KriÜii'it. - l.lfiilUli.<-li.' l'liiiH-.
,.i.i.-.;;..ti \V,-lt li..-iiii.risi-liiirT.l-BlNniu-. I'nr»
.a,;..i,..i, !•
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Inhiiltsvorzeicliiiis.
§ 10. her st'n>uali;<t ihi'hc Ideal i:>nLiis. Die KrselieinunjjfrJvvelt
als unniittelliar pejjfelieneWolt. riierk.eiiul»arkeit <ler nlijectiveii
Welt. Seiisualistiselie Ski'p^is. Nejjralion der «»lijeetiven Welt.
r>ni,'iiijitisieher Ttlealisiinis. — Idealistisfrlie Mil'svrrstäiKluisse, IMo.
Well im K<»}»fV. l>ieWelt al.< Traum. l)ieW«»lt al.-* Ifalhieination.
JdentitiU von Dasein und Walirj;enomnienw«'rdiMi. Fraj^e nai'li
der Hedeuhni<j di's Heliarrliehen. Praktisohe ^(»nstvjuenyA'n des
Idealismus. - PrDtJif^uras. 13erk»'ley. Siliopenhauer. Tairie .
i$ 17. her rational ist isrlie Ideali'^nius. Wi."i,'o zur Vermeidunj*
ff • •_' <" 1
d«»rsensualistis«'lienl*arad(»xie. hus lTi:niriielieh»*nken im (.M'j^eii-
>atz zur sinnlielien W;iliru»*limun;jj. IN'jxrirt'lirlie lM»rmeu als da<
wahre Sein, iiatioiuili'^mus. .Mänpd der rationali<!isflu*uTlie«»rii'.
Dualistische Cous»'«iu«*nzeu. -- Sukrates. IMatun. [«leeuhdin*. Ari-
stoteles. • IJationalistisili«' Kthik. Tu*,'t'nd als rifhtitrt' Krk«Mnitnis
§ IH. Der nat uralistisehi' Duali.--mu<. niMÜn^unireu des lui-
turalistisclieu Dualismus. Iniien\\«-li uu<l Aulsfiiwelt. Das
l^iuis an >i»'li als rr<a<he der KrselH'imin.tr<'n. .Vusd»»hnun;r
\iiid I>i*id\»'n. IJntiomilisli?<rlie Mctaphv.-ik uarh d«'tlu<-ti\tT Me-
thode. D»'<rart.t'K. <ieuliu«'\. Spinoza. Lrüuiitz. Mah'hranrhf.
ThtM)ric lies [Hy*hoph>sis«-ln*n Taralhdisnuis. .\venariu« . . .
§ \\>. Hüekl»li<*k. DieSkrp^i»« und «las erk^'nntni^^th^*•^retis^•he Pro-
Ideni. Ski'p-^i«; als Krifeluüs der Milsi'rtoljre d«»r Pliilosojdii»». Pn-
niötrlichkeit Cün.se«jueuter Skfp.<is. Neue Praji:e.>tellung. .\usbliek
2« T<'il. IMo crkoiiiitiiisfli04n*otis(*1io IMiiiso dor IMiilosoiiliie.
§ "2'». Die. Aut'üalo« d»M- «•rki'unf nistlieor<t iseli«'n Pliilosi»pIiie.
Einseiti«,'kiut d«r idralisti-^i-lu'u Sxstenu*. V«'rmeidun«|di«^«ier Kin-
seiti*rkeit dun.h rnlersurhun^»- der Pa«'ti»ron di'< .AuHiaus un-^er^r
KrtahrtJUiT. KordiTunir psyilmht^^qscdn'r \nal_\-<e, Da> lndu«tii»n«ä-
]»rohIfm. lliudonii»*"!e ihr erkennlni'ith«M»reli<«hen Pui»Tsuehun''
§ 21. Die Kl<'m«'nte «Irr Krt'ah run^j. Kr<t»» AualN-r«- tind
(.'lassific-atinn di*r lM-\vur>t<«'iiHinhalt»\ - KiidnMt und Mi'lirhfit.
Teile und M«'rkinal«*. - Ki]idru«'k und \'«M'>ii*l]unsr. Mi'zirJiMU'jf
zwiselM'ii PiiipÜndun;^' \un\ < Ji'diH-iitui.'l'iltl. .Vul"-«'!»' und
inm'n* Wahnu-hmuiiL:-. S«'ri>ati"ii u'id l{«'ll«'.\':«»ii. Pli\.-i-;«h«'
und i»sycliis«jie Phrin«»^M«Mn;. - ^'numli« und al"«f riici«' Inhalt«-.
Alljjfrjm'in«' \'or^t^•IIu?l«J•^•n 'üMVilih' iIit Jj!>« un«! I'nju.-t.
des Stn'l.rns und A\'iii«*i-tr«'l-iMi-. I.niki- Pn'iKrli's . Ilunir
§ '2'2. Di«; .\ ssnci ji t ji.n <*])•« \ rh'»l <»'./i«' KiiiLf«- nach (i«Mtzi-M d«*.-
VurstellunLi>i«l'hiu!'-:. <n-«,i'i/. ih-r KrtahrwiiL;^- Mih'i- Ih'nihrunjTN-
assoeiation. «Ii'-n't/. th'r .\.iudiihk«'il'«a-:-«». jsiii'Ui. - MiitiL»'»'! d«T
Assoi'iationspj^yrht.'lni^de. })'u' ('rtiMl>ih'hn' drr \«->Mr!aTinns-
psyelndoi^^i«' llunu'.s li-triNh-hn-. Kin\Nii»ide. JMe natura-
liriti.selu'n l»»'ijritr»' in »h-r .V'^';(u.i;ition.-j|»svln»lMMi««. iIume.->
Tln'orie des('au>al- und Snhstan/.)'f'irritr>. Sktjptisrhe-; l\r^'**lini<.
Grümle d«*r llum»'>«.hru Skrp-i.<
V
P21
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nr
17J
1»
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N.ii..r liii.l '-..i^l \..iiilttl..i.-|.r,.Mvn:r l'r..Mfii. .l.'r Kiti-
«irkii.i- -l'-r ■■i...-.;-u-i, W.^li i.iif .bi- li.'«-iiii^t*.-iii. IV.I.|."ii.
.i. r Krk. ■...,! r,- .Lt ,\:J--..i«.'ir. lV..l.!cm .k-r \Vill,.TiMl,nii.lli..,n.
I'r..l.|.iii .I.T Vi:-\\:.-H. I.i.iili-ti.-li- l'liii-,-. Siyiiti.Hi .1.:r
..i.:..<ii'..L W.'l: l>--iii,ii^''li.Thl.'>iliMiiu.'. |-iir.i.l..].ii' .t.-M'D'.'ii.
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I.. .';,.-,-. (;mi<i.I-,i!. .i. 1' . :ul:i vl.lMrIi.'ii WilI.-li»l>i'~t;iIitIIILIi;.'.
|i. !■ .■_..: ..i.- ||,..i..n:-.iiii- K-xi-imis un-l \[tnii-'tN.i-<. Al-
r :.' l'-l;>.' [I..|->.'>imi.. l'lÜ'lNri-iiiii. intri Mitli-i.lMiir.nll. I>i.'
...-i:i:.-.,r-ii-.ii.'rn.j-i,.ll.lir.-iiti.M.-r.'i.ii-i-.,i,.-i<I.>i;u.liil.i.iiii-iii.i<
> II \<.lil<.;.'l' tiM t,l|>l>V-wrllrr Sl-t'-II.I'iMlMliT IhH -'il..
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^.!- r:- t.i-i-.- i:r!i.-iii-ir.-.l.-«..l:r.>MS.-i,i-,liir,')..Uii|i.'nki'iL. -
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l-._. ;„!.-: .■■■■■ I i-.,.li.- .i.T |l.'.M-iri.u>: l'ran,- nadi .l.'ii.
\l. ., ■-:■■.- .i.i- \l -.-li-....; jii.' .\(,.(ii.- im.l il.>r l.Tri' liiiuni.
l'v:'.a ■ ...- ! ■■ i.. .;..!.;.- \!.:.\ii-Mni-. l'i.- At.iuiMik.-i-,
Sil, :>■■■ U.:r,:,, ,1.- T:,-.i. ;.,.;-. 1.. II Niilurwi-sfii^i-bliri.
•..■.,:i.!.r .'!■,., \/:,,-.., .i,, \\.\: ,|.., iiiiv,T:ni.r.Tli.'!i.-ii kl.-m-ton
i.i. -I, ■; .. t:. ...-.i.L- .<.■(■ -i.|,Tl.iiM-iiMyss,.|.miil, k-r
'■,-•. (■ •■ !'■ '■ ■ ■> iii i\\ I ,:, :;-iT iiinl liii- Siriililniini'viirjriinjii'.
■... .:.l, ■,-,!: ■.:.!. ■ili.,;v. V,'1.i.l|.i|i|.l|M.Irlilirll.'i:ii.Tiri.-.
\-r-- 1 ■....:■■ T.:. 11. .-..:.-.- .-..-r Z.T.tr.-mm« .l.-r V-Ui-T^iv
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■ •-■ .-.■■ \.i-.r ij,;^ .i.i i.,it.;.«;-:-'.'ii-^i-liiitlli.-li.>n Tlu'ciricn.
.■.t, ■-■ i.r. :.,, \:..].\., |i,-r M..|i-ili :iK M.-<-|iam«iHU».
*1 ■'■ - i;,i.,i!;'. !i Liir kl- ili.T iiiiiti'riuliiiti-'-ljon
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aU .iMLitirif-ar C'ijt-lviieAVat rm-rk-wiLarkri! .i-r ..l.-i-.-tiiv;-.
W.-lt Sfu..:al-:*I->(li,> Sk.'|»is - X.'i:at:ii:i -irr .'..i-.iivi. W.l;
!'.'jnia:U.'!ifTM.-;i:i-iiii!*. - I.i.-iili^liMio M:i;vir^'i-;..liii*-, IV
\V..!tiiiih".-K.- I'i.-W,-lta!-Trai:m. l>:.'\Vv!i :iMI:.Il:;.i;iii:i.'ii
I.lciitit?.! v-n l'a>.>!Ti ui>i \Val!ivr,..n.iu.-iiH.Til,>ii. Krii-f kiM:
■li-r B.-.ii"^t:inir .!.■? B.!;arrli.-h.-i!. rr:iki:f,-i;f 1 ..•! ii.'!L,:.ii .i.-.
l,|.-y !■:<.>:.!-. - l'r,-.ui-..ra.. H-rk.-l-j . •;. iL-iM^-ni^an-r, Tiiin.' ,
i !7 i'.-T r:iti.Mi!lli>ti-.i-l;.' ! .Lilli-iir.:, 'WV,- :;:;r V.-nii,.;,i.i,.j.
.l.■r>.■[l-■1li^!i^I■:-.h.^lll^l^.■l.^..si.■. l'ii^K>-r-:-n:,-!..->l'.'nk.'i.!!iiii.',r.n-
i.at7. ii;r simili.L.ii \Vah!-i..'lL!i:i!H^' ]{i-irri*f :;.■!,.■ K-rni--, nl=; .l;i-
walinS.-!!!. liKtioiiati-iim,' MiinS'-l -I.t r:iti..uali>!:-.. ■i-!:T!i.-..n-
lliiiili>ti^<lH-r-n!-.iiK>ii7e!i. - Si.kra^- rliiliai. Mi->iil.-I:iv. Mi-
-i-t.-W. i;iiti.-nali>tir.Ii''i;thik nn.Tii.l rtlsrii-liiiiri-Krk-in.d.i-
i l'^. I>.T imliiralL^tis,-)!.' Mna;!-::.::-' I!r.l:>;i:i:iii.vn .Irs iia-
turaliriivlini Thiuli-iü-i-. li,ii.-!i«. :> »ü-i Au.'-'ilw.-Ii \>a^
Li-nj a:, -;■■!■ aU Ir-i;.!,- -h-r !>- :>ii;-:!:i:-ii. Ai;..lv!ii;;;ii-
liii.i l'.-;ik.-:i l;!(ti.oi.;!i-i- '•■ M.-;i;i.!;v--i. i.;fli .i-A:- :'•.■- M--
|...
Mi:
T: riv .1-- i->i'ii..t'::v-!-.l,-.| l'iiT:!]l.'l)Mii!i. Ai.uaH'i* . . .
li 111 l.-'l-.'kMi.'k. r>:.-?;k.i.v:. i;i:.l i!ii. ■■rk.-iiii;-!!-.!-:-,.r.ti..]... I'r,.-
I.Im. Sk.'ii-i- al- Kr..-".iii- .!.t Mi:-*rf,>lKr .!-v l'!!!]..-..].!:;... In-
ni.VHiiik.-it umsi-.|iKiit.-i- Sk-i«:* X.-:.' rR.i;i-.:,-Iii:iii; ,\ii;=l.Iii,'k
i. Teil. IMo ^^kl'nDtlli>tlll•nn•1i^rlM• rhiise <Iit l'hih>-oi>1ilr.
r^". I'i-- AiitVal..- ,l,.r.-rk .1,111 iLi<t! :■■ ti-rl.-i, riiK-,.i.U;<-
K!i.-.-itii;k.,nt .|.-r iiI.Mlisti-,l;i(i S^ ,,,.„„. V..rim'i.lim-.i;---.-r Kiii-
-■ili-k-il .lurrli i;,i!. r-ii.!iiiM- .Irr l-a,-..r.-ii .1,- .\ii(U,\:< mi-.-r.-r
Kifrtlinin-. K,-r.!>rii.i- ji-v lL..!,wi-, ):,.r \u-Ay: I'n- lii.lii.tj.i;-
].!■■. l.I.tii Uiii.i.i'.ii-.' •l-v .•;l,.i,ri!ui-.(l>-,.n-li-. ii.-ii ri:!.TM;.ii:,>u-
i -n ]'i- n-iii-r:!.' -l-r Kr!» li r.i ii - IV-t-- \i.al>-.' iiiul
ll;!--!^atf..i: .Irr ll..ut^!'.t-.';n.^-iilMll.- ■ lliiih.-il UM.i \l,'l!r|..il
r. ;:.■ 111..I M-rk:T:ii|.- . lvi„IriT.k .ii..i V..-'.i,-lliii!:;, M.vi.'iitmu-
.■.>iN.'l...|i Kvi";i:.iii;^ 'ii..i i;.-.l:i.!it.ii.l-il.l \<:(--..- .111.!
i!>l..-iv \Viliini..>iM,m:c -.■.,«.l!..|i lüi.l l:.-l!. vi.T i'lii -i-.i.r
lui.l i.-»,lii-.li.; rii:iii..'ii.ii.' - r.,ii.T.l.- IUI.! ai-(r,ir(,. Iiiliall.-.
Allj,-.' in- \.>r-t.'lliiMi:.-.i. - i;.-tiili]- .l.'i- l.i.-t 1111.1 I ulu-t.
.!.■< S(ivl.-ii- IUI.) \Vi.i..v-tr.'l"'ii-. I.'.ik.'. lt.Tk.-l.'>, Huiii.'
i l-l. l'i- .\--...-iati..ii<ii^\.ii..|..i.-i.' KiML'.' iiücli <:.-.-r'i'ii il'-
V.,r<Mliih--,il.liiiif-. r'...„.i/, .i.-r Krliiliniii--.- .'.l.r IS.T.-ilirmiKs-
ii-:-.-..-iilli..ii. ti.-.;r.-. .I.T :vii..li.iik..il.a"..,i,iii..i,.- - Miiiiji.-! .Ii-r
\-M.,iiili..ii-.ii^v.li,.|..-ii. |iii> [■|-i,.iUl..ln-.. .I.T .\-si-.iniiMiw-
liM-.li..|.-i:i..' 'lliiMiiv. lVt.>il-!.Mn- Kiiiwriii.l.-. l'i.- iiiiluni-
li'tiMli-ii l!.-;;rirrr in .i.T A.-...'iiiliüii-i.-.i.li..l.üi.' Hiilii.'-
■rii.'.Ti.' .I.- raii-iil- iiii.l Siil,^tilii/li.:i:riir-. Sk.-pli-i'li.-sKr-rl-ni-.
i.:ri1ii.|.- .!.■!■ Iiiiiui's.ii.'ii Sk.'ji^i-i ■ ■
Inhillt:=v.-ri!.-irhi,i«.
lliiK-i 'U'i- Krfiitirnti
: a.'r ll.'«iLlM>.'iiL!<i»liii1t<-. Dn^ <i>)i>;!<- iiii.l .11.-
'ii.ii. I>i.' I HUr-iliiiilnnj; - Dm lif.lii'littii-)
il.'K V.'r;.'uii>.-.'ii.'ii SiDi1..,li.i-]i.- I'unc-tioii <l.-r i.i.--
iii«l.il.li-r. - l>i.- Ä!Mili.'lik,-il«.Tk.-tintMi-. Wi.-.I.Tt..rk.-iiti.-ii
l>.';.Tiini<'li>' < iraiiiLM);. Wicii-tcrkciiii.'ii v..ii ('«iii)>Ii'k<>m.
.■n-rk'-imnii «.■wi-huL-r liiliiilti-. Al.Muinn^'.-i. .W Äliiiiii-li-
iir.''r>i'iv uii.l fr''fi"f-'i''"i' l!<'''liiiiintti''it i'iii.'^ Inluilli'pi.
:.'iti>- Oniil.' .]<>H ll.'wiilst>:o{iii. Knut. MhIvH.' und Form
,-r KrfHlinii.i;. AiinlytiH'ln- icii.l ^uitWlix'h.' rrtHle, S>||.
I,.'ti-,'li.- Ifti-il.' II iii-i-.ri Iti.' h.-ilii.ti..ii .K-r h'iit.-v'orii-ii , .
Alli;.'ii..-iM-ti> !..':■.'(/.' .1.'» l)>-»-iil'sts<'iii»v.-rlHul'o.
(.-iiiiitiiiliiilt 1111(1 T.'iliiiUiill.'. riit.-r=^.'li.'ii1iiitt.' cl.'L.-li/.'itij.'iT
N.l Mii'n.:.,iv.T liil!:iH.'. I'inii-r .li-r ■"■;,'.'ii»iii-t Kriniimnii; jin
Nii.'l.wirkui
ki'il.
Ali|i-i'
<l.r
.!.■:. l'l.1n,i.sl,'<'s.rl/.-S, .1.'- i;.>rt/.>- .I.T ,\llIllifllkfit-il..«.l'Uiti..ll .
.■:.. I'i.- .T^t.- Kiil.'-..Tii-. \\'ii1iriii-liiiiuiLjr«lM-i.'rifl'.; >ui,l
Wnlirnehiiniii-^'iirl.-il.v r.itiT-^li.'i.hiiiL: -/«■cW Art.'n .l.'r
1"');riirti.'li.'ii Il.'-:tiiuiiiuii<r .itis.'n-r Krl.-Uiii.'rit'. Kiilnii-kliiuK 'Iit
\VjiIini.>liiLiiiii(i*1iff.'riir<\ Killst i'lumn .I.t ».■.k-iiluiiir ^inl.U.•ll.•1■
l'riiili.-iit.'. U'iiliiii.'limuiip^iirtdl.'. A1>strai'tiini im Walir-
ii<.'lnniiiif,'fj.'i'lii.'t.'. riitiTHcli.'i.iiiiin imi Mi'rkmnl.'u. l[uiiii->i
AI. -in
ii.lli,-,
-tiilt-pinlii:it.-ii iil.-i.\a- McrkuiBl.; vrui f.implps.-ii
'r-'lu.'.l.'iili.'it .I.T <'iit~|>rt'.'lii'iiil.>n Tt-iliiihulu-. Ih'deliiin»;«-
!(■.■ I'i.. i;..iutinii-.irni.iiii-. Oiwin-iirn-iitiiimii-teii. ,,Bti>r*s
ii«-|iiHiiii.fI. Kiiihrit wiul Mi-lir-
kriii.. iilip-im.'ilic Aii~.'liaunii(;4-
t. L'.'iiritanK, Vi-rilmUTlü-likfil.
Ert'u1irnii»rel>ot;rift\- iiiiil
- .l.-i.!i-lli..ii in .l..r Kiiili.-if- iitiH..r..ft iihti-IiI-
«iirtiiiii:. Ili'^riiir iliT H.-iliii}iuüR; oiiicr Kv-
il.T Iti-t:..! i:rfnlirun;r-licjri-ilfe. \Vur/...| .U--
i.. .1.- IViik.-ijs
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'r'i-lii'iiiiini,"'n l'ii- J'iiii,' iiiflit i-iii ZurtduinitMi , M.Hid.'rii
in ZiiMimtiti'ii1.iiii>: :=...;iii<r siiiiiliclii'n <iii:il{tri1i-ti. Di..' ^p.»
i,.lri.,-lii. F.mii .I.-S Dill!,-...., Di.- >'hi'1«- iIck Dinjr.'s. Priiiüin-
Uli -.i'-'nüiiilr.' ijiicilitiil.'ii. ■ rhriii»mi'iiii uml Kouiupna. \)aa
I.-.t|.'-,.l.|.-iM .|.M [.l..iilistjiii>. I.l.'iitilül (1i>s not'L'nstiudca. Bc-
riir >I.T .•LJctivf-ii XiuliTiiiiKL'U l'liyniku lischt; fiouetzp al«
Kiiiil Iti.^rritr ili.' i'i<'^i>n)<tandei', Dan trans-
'.'[I.I...I
■ lii.,1
ti.-li .
Inhal tHvcrzi-icl in
S 2i>. rias Hing an siiL luul dio 1..u(Kmi .-rstfn Vermitt-
1ungHi>r'jl>l< HR'. I>i« Welt iin sk-h uU liegi-nstaud «W ICr-
fithrnii^. - LQhuiik (Ioh £n-<-iteii VcnuittluiiK^liiiililPinK, liöuiin);
ilü!" er>itcu VtTniittlunKsprcbliiuH. - Dio läunilichc Welt Kiil-
»tfliunfr iK'n Haiitiilii'griffs. — Der Itojfrilf des Oliji'i^tivcii. I>1.-
ji'ctivfl EitiiitiiiiK nii'lit idinili^di mit ICiuti(i.-iix iiiialiliünfrifi; vnn
unserem Willen. Has KxidlentinlurlH'il
§ -J». ]lii- Kormon dor allKt^nieinen Erki-nutiiix. Lofrii'che
Axiome, Iiiiineli.m und ('im,ial(;esutz. Fmffi' iiaeh dem
Itr.'litt' der ViTiiUiieineiiieninK von Krl'iilininjfhurti.'ileii. — He-
'IJtiKUii^'eii l'iir dii> KiitHeiiuidiin^ der Vraf^e naeli dor WaLrlitit.
Ili'JiihiinK' nnil ViTneiniiiij; vciu Einielurli'ilün, - Aimlyliitclie
[.'rteile. — Svullietiseho I'rteile illier Wuhmeliiniinji^begriire, -
[lUtfinehe Axionie, — Alltremeiue Krfalinin^urteile. InilnotinnK-
rejfeln. l)asCnnsal{^-Ketx. Alljjwiifiuttflltinkeit dt.-r Katiirgi-setne.
Natiimubveiidigkeit. Snl'ji'elive (Jnello dorsflln-n
i at. Ha» ielt. /uiiaiiimeidiitiiK il^f llewnUseiuH. IdentitJit des
Jeh. r.in,jtatde Kii.-t,.reii diT lVrs."ulii-lik,-it. rnliei.ierkl.' Ce-
diielituinlnlder. Anal.>^-ii- mit ili-ii iinl>einerkt<-ii n'.'ilUirii'ii •■\n,-i
kiMktP*. Fr.rldilu.T der nnlH.-nii'rkten liedrK-li1iii,^Uiia>'r. I'^vrlii-
Ni'hu lÜHpi Mit innen. Inli-wnliite ii^tvliiselie 'l'lint-iai'lLi-ii. - Lr'iU
und Swle. Ha» Nencnsv stein al» ll<-dinKUn^' di'r Kini>liiLdiin<;eri.
INyelioiiliyriwliPr rnnillelisniu«. - Die «-illkiirlidie Uewenniij,'.
.Vi-i-hanik der uiiwillkfirliclieii H.'tt-e^niii^-i-n. |ii-r ».■ilwl.i.'.'en,
Untwieklung lier willkiirlii-lieii ]ii'»epiiijj<'n. Li*>sinijr iles
dritten VenuittlmiK<t'r<>M'-ius. — i'ln si.dii^riKche l!i-diii(iriiii(;i'ii
V.JC^'tetllln^^sn■^lil1lrs Das riistcrl>lielikeit»pr'>1dein. -
Kr.
* He«-
U-Im-!
:i3. liiLs i-..i|iiri.iti«.-lje W.-ltl.ild. Krli-brnsse. Urdiiunt! der-
-.db,.|i. (il,j..vtivi. und sid-j.Tlive Welt, lies-t/.i- iler l-ecriir-
lii'Iieniiextalliini^di.'r !'!rkenntnJH. Kiii|iir]»tiKdii' Nainri-rklilnini;.
lii.-Aiitiii.iini.-ii. Cuu^alitritHii.l Vn-ilieit. LrisiiM-r <les letrti-n
V.-niLittlun^'siTi.ldems. 'l'ruiisi.'i.-uili-nla).-r ldeiilisiijii>i Kiint>'.
- li..r vrkemdiiistii.-.r..-ti.-eli.: Eiii|iirisnm-
:i:(, Il.-r W.-rtl.e-rilt ini.l di.- |.riik t is.-li.-n X.irnieii. l'r-
si.i'iin;; lies UVrti..-[,'rillV^,, li..c W.-iH.. j-rü!' uU Mrriilinini;--
l..-iri-ilt". Wertv-miile. i'er--.(di.;liki'il,wette. - Wi-rt ntid
Werturteil. Will.-ii^nl.rrlefrnn;:. \VillL-ns.-nt.-..,-li.-i.l. — X,.nni-ii
.l.s V.-rliaIt.-in. Iiiuii:..rdiiuiij; .I.t Wert.-. DiW Sitte utriM.-t/.
Kants knt''^'iiriselii'r riripinitti, -— Ku.liiiii'iiii»lUel)r> nnd liine-
li«.-1ie Willi<ii.l..>^Uiiilii<Mi;'. < ',.rr.!.-tiir d<<s i<ltr>iistisvlu-n Tfe.l,,-
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\ .111 .|.-ri*«"H'»'ii N'tTtji-*-«*!' ••r*il.i"»'ii im ViTlaiijp v.m l\ *i Tfiil'iii'r
rsY('IIOJ.(M;iE
ALS KUKAlIRlNdSWlSSENSriL
\nN HANS CORNELIUS.
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/• !• . • • "i;! !• i. , •. 11 •• •;• •. Mii-'isi'i! II-—;il;:iTi« ni I'! • r» iti'<tiiuiii'.i:j «i.-.i «h-n-
• •..• i .".••. «ik- i'iii.: t|.f-i.-".i-' ! • i: \i itiii \i;i A V 1* il :i r i II -> ninl M.ivli riioii«««« ••«•-
I • !• :i -.«• • .'Si ::i \ !• ■• r. l''is»J«'-'. .'• .: il« :i l'«>-iti-!ii-:\ il«T K;il»l •••h» i: lhil«i^..|!.i.-!
(IHIWDSÄTZK IM) LKHUAIFGABKN
vi'ii im:n klkmkntaukn zkicheninterrkiit.
\«»N HANS CORNELIUS.
\1 I! !«• > JT, **. I'.Hil. i;»»li. .f{.
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11
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!!l«-n:iir tl.i> im Vfi*lji«n' von
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Coriiolilis: liiil-ii 'ms- in «li»' IMiilnstiphit-. i^r. S.
l'iii«'r-««*liritt
Im Vt'rliigf von B. ii. Tonimer in LuipzlK (■rschion mu-ben:
B Y :^ AN Tl N I S C H E S AR C H [ V
'■•■' IN zwAXGi,»>si.;x iiKKTi;s rii-:iiArsiir:i{[;i;KS von
KAItL EBUHBACHEB
SAMMLUNG KX UNI) (UTALOG K
G1{IE(MLSCI[EH HANDSCHRIFTEN
IM VEHKIN MIT lAl'UiiKNOSSKX HKAHUEITKT VON
V. GARDTHAUSEN
|V[II U. lltl S.| fTT.'i. I(t0:(. jr,.l,. „. .//, li —
(Krj.Mlsi^t.r l'ii'i,- Ilii- Alu.riin- ii .l.-r lfy/ittiijiiiselii;ii Z-il-i'-brifl n. ./f I.Hil.;
Aus lirin \'nfWort.
.~-U-.: :Viili.T b.l"- ;.'li .iri1-r -[■■t.i TitrI .,|ii,- «i.litij.'..i-.-!i riiuilnp-
f;ri'''Ir •..■)..■, Ih..i.|-.|irill.'n- ir: u,-,wr r,r>.;-hi-rh,;, l'iil:i.-.,jrrii|.lii- S. -Cill-
■l;;;i „-..Lni.- .|,ii-. ll...,, <.-..vi,-ia!i.| l-kiü-l-h «!■■ in ■h<-.-m WiTlii.; iilicr
au- .; . 1" -.■■;■- -;..,. I 1'.; ..r. ^^. ■,■•{-. S:i-\i .\-r. K.-..i'l...itL.-ii m-iti.- I,.-hr-
bii.il- .:ii .1 l^r'.l ),:,-t.. ..-li :..-.: l:,h'.,. . -. -:,,,;„:.!■,. „vA .iii-= Mill.Tial
ii..!irr- ^-.Ai n.ii- .|.":ir;.- um- ■ -U : U:.-.i.y. -i:,-- ,. r.:.r ij.!, l.'iihm.Ti ■■iluT
/«.■j!...i AnHii-.- -.■-]. ,M-T l,:;ii.. h-.-l,i,!i, ,...--,.|,:. - „•], „.j-h /n -iiiiT
S..II.I. li,..-;;:,!.... .li,. Ulli' il-i- ■■;<,,. S..j., >..-■. IN.-. I|. -i;-.-li;-. h- Hii.'.l-'hriftvU
unl...ii. Iii.'i l-H.i. iiiil" i|ir ;i<i.|. ivu iiln- ii;,lii • .1,.. j.-i/:._'...i, -..n.i.-rii iim-h
dii- lV.Hi..r..ti .-..„rri.lMir-.!. !..l,iii,ii..tt.
\\i,. ...l,.- .!,..- \!i,;::...| .
11
An-« dem Vorwort
hatte b«»n*it- sein Pro^rniinni /u «*iiu*iij ähnlieht*!). aber no<b uinfänglicbi'nni
Untoriiohiiu'ii vtrötlVmliüht : um so ffrülser ist ib'r I>ank. ilfn irh ibm scbulir.
«lafs er auf viuon 'l'hi'il soines lUan«* /.u iiifint'ii «iunsien v(.'r/i«*ht»'tf' uiwl
luf^im* Arbeit mit I\atb und That unterstützte. Kbenso wie W'oinbeiyer
hatte» auch die Herren IJ. lYu>ter. H. Hniont und J-'r. I\übl «lie (lüte. mit
mir eine Corroctur jedes Hodens /u b\^en, und last j«'de Si.Mte /ei<^t, wie
viel ich ihren sarhkunditjt'n Anmerkungen verdanke: ilie umfangn-irberen
Anmerkungen der Mitarbeiter siuil dunb »'ekige Kbimmern mit den Aiitan>rs-
biK'h.stabeu d«'r Verfasser i»e/.i«iebnet. An«lere Beiträge, nv^p. IbTiolitigungen
verdanke n'b den Ht-rifn F. K»brl«*. Komi, t>. v. «n-bhardt, iL'ijixigi.
K. IIiaebl«r. Ihfsden •. .1. L. Ib'ibi'rg, '. Kn|ienhagen L K. Ki rumbachen Müiubcn».
i\, V. Liaubmanu. Miiiicben ». V. Mtadan. t>\ford'. b'. J^teck, ilbrn>, K. M.
Thompson, i London., <J. Vsitflli. Hören/, i. Kin/»dne gröisere und kUinere
Theib* habe nh den Vdr-^tändeu der tfriilseren Jb)»liotheken unterbn-itot. die
meisions fr» untllirb auf nnini; Wüiiscbe eingingen. Namentlich gilt mein
l)ank d»'n l«tii<ni der Hildiotbeki-n von ha.sel. Dresib'u, iJötling^n. Heidel-
bi-rg, .lena, KarlMub<'. Kopenhagen. London, Müncben. i)xford, l^ari«*, Kom,
Turin, Wien, W.df.'idmltel
Ijeip/.ig,
V. (iaiMlfhiinseu.
BestdbZettd
Hei
H'iii*l:iiandhii!tr iii
lii'-^i» i.i .ji r 1 Uli r-'-ii ii«{f iiieituit uU'» dem Vt-rlnire von U <i.Teul»nfr
in L:- i I» ' . ..: \?«- I •r ■;
Gardtliauscn, >ani!fihiniren mul rutalojj«.« G:rie-
• bj^eb.r Mand-seb ri h en ■ Bv/aiitiiiiselies Archiv,
il. =' •• \ MI -1 ••»; S.! ur. s. li»(»;»>. jreh. 11. A (>.—
L»'i:;i=" ::r!'r IN-i^ fir Aooninnteii di»r Bvzantinischeii
•••.»'• • ••.. riite»chritt:
Hol
Pro.
riM-r
B...... 45
•lii- Itibliolhfk lies liiiHrhio s. ». FtiTHni.
• K-niiis <. Haiul.uni: C-ntnillJ. f. ÜÜjI. 1l>. \H'J:,. -M.l.
»US. AI. ^. S.i-ai>»'uiii L', II. S. -11 u. Haiitr..!. U-< m«. ^ii-t lie
I.iilliiii. ÜwLfi-ciii'-; |"inr st-rvir Ji ITiistom- <!<• l:i Valirai»': s. Melangen
.liirc-li. H ilhiM lt. 1><^'.>. (.■ -»*—"*- *■ IViitrallil f. lül.lidtliPksw. «,
IKiH. 7l>: l:;. !>*'.'.'>, S, -ICi .\, :;. rainl.i^': .■. Viiiii-, lai, 77lil> u.
7i:i[t II. «aiLariii. XXXVIII. Uli; seino Hss. = Vai. jjr. MiM- -IWiB.
•lie Saniintiiiig iIim .latiinHli Maiiiieli li::»r. |.tr><ri s. \Vie.se-
l'm-"p|i<-. (.ifsili. a. ital. Lillt'r. (IKPn) S, i'lll. V.iiffi. Wi,.ilprli(-lebung
(i. klass. All. 1^ .-!, :i-'-J II. L'-^ S, t<0.
MassnJ ( Mar-.»ii ■ s.-h.iiktt' iHi gr. IIs^.. -. raiini. I.a Bil.Iiot.
Valii-. i>. !*(*.
,i.. tirsiiii. Mit 11-^. .1.- Mich. AlM.^I..Iiu^. s. [.vjrraa.l. lübliogr.
Ml-Wi. 1 [i. Ulli, r, K.uiIm.. Mn:j. fhrvs,.I..nis. Aii(r. (■.•hiciti,
ivriii.li> V, Aii.-..mi. IL-vaii^i s. [.pjrrari.l. mi,li.ij,T. hellf^n. 1
\: iXCV. KiiiH.lai. Itarl.ar... Fr. rilcllu ; Hililioth. .i.> l'^^-ole d.
<-liiirtH< \nsi\, 17. :;;t| I. TU. Cii.'.a is. ... NraiwI. S, lliovaiiiii i. VunsU
». -lau. La.skaris M. Mii-iir<i>. s. I,f);nnia. ItiMiotT. hAUt. 1
]., CVIII. Anfi. l'..li'i;i.i.., .-^ciiii" Iar1.-r..ma.'hiis s, Chiti. Alfr.
Sci|,i<,m' l-'...-lff«ii.Ti; 11 r;iri.T..tiiii.-.i.. riri-[,/.- i;mi-J. [>..-,» I,a hiblio-
t.-r-a .ii'l l'arln-iiiiiii.-.. i:,.~:,ui :•< </v \UAu.,i |.iiri.' :i l'iihio lli-sini. |.. CO:
\.r-:'-. ...... -.•-;;!; „:.. ,..!,■ N„ll,r..- 1,, |7^. Si rl.-l o. Ilw. Valla.
Ir.. .■,'.;■..,:: ::■■.., ..i:, Tiihii tivstui (.iillüil .l.-r .-. Vi.li..-. lal. 7(1^:».
iili>r.-ilrii.-ki i.,.i N..ll,i„. 1-, ;i:;i. :\W • U:.i ^'ri.-.-h. IU<: |>. l— I4i:
>. iir..i-l.,i-s Zl-.lii. 1 li.. ,. I'hü.ii. IM. IMHH. S. L>o;i. l'. d.- N.-Iha.-.
1.11 I.il.Ii..lli. .1,- Ki.lu.. 'i,>i„,: Itil.l. .1- r.'r.-l.. .!.- liai.l. Hii.i. tiis^'. 71.
Paris IsSii. Il,.|tr;M-i. <ii..v.. I lil.ri .ii T.ihi.. nr>iiii ii.lla liiMiol.
Viitinitm. lioii.a I f Wi. r;iriiii. I.a lliMi..! Vai. |i. 7l'.
I'ulvii Crsini .!•■ I.il.||ui|,. .'„inimiiraii... -^ Mii.I.t. H.. MMiothM-U,
ILJnisi. 17(tJ. 1- -Jl
>vn.i|.li<.-li.- I.isif .l,.r a u. i,. N... ... d,- N.,lha.-. I'iih i.. Iii-<i,ii |.. li'.". -jx,
\wl. [.. :;:i.l.
viriiii- := Mai. ^<|.i.-il..>!iiiNi roiii. :■ prai-l', |., IV hn,-„iari.. .U-' libri
.' >'..l,;.,' .Ii iVa i>ii..|'ri<i l')iti\iiii'> mtoik--»-. >. Itrliraiii. 1 lil>n di
|- "-:ipi. Ifnmii l>s,l. ,. IX l'.Tiiii. U A. n,„„vi.. l':„,viNi,.,
V.-«::, I--!I'.I. i.. ;.| r.,.ii--i l-aiuiliiiitil. V-1. I.Vi .... .1 l.|M l. 1S!M.
... I-.'-.' ].i-ii, .1..- lil.M .1, Fr n. l'ainii.L... -..;.,.. II-., k!Mi..'[i /ir
■..;.|.-r ;.. .i.- 11,-11/ .i.T Tiird .-iiiv.lh li. Kii-ilMii.-.i
ir...i:-i— -. |:;i-'-Iol. I.':.|.l.in .■ .1.- U„.<: 1 ■.,.■■■■ .,1 ;,.■ - :. Ihi-l-il.-
.1.- la Vali.-i.:.-. r;,n. |.-'.'l, <. <.. >. Ha.-ili.-: ■. -I m ..-li \ :,>'.:,,;,.
\':tu\u:^ i'..iaiin- -. \|..i:iiiiii.-..ii. i'al. lir, 1- \\il.
^a.r:, ;■,!..' .i.- liifliri,,!- II. I'i.. v. l'ari.i' kari !l..:l- ui die Vn:,
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Ni'a jM.lit .1 iiiT Ifrt«. s WiiMi: l*arls;
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N iroili'iiiUx V JiTu-^aLtMii si.
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Xiliis I»ai:ii!:i- »• «iiii atl&;i'ni riu'il «•
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N«»inti'l * Pari.»
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N"rrina 1- ii . Ü *» l'p^ala
N «»t r«' h.i »!i •• ♦^ h.Miir
Nnnr/. l «i»« «ni/iiiaii * K.-«.iivial : '^ala-
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Ort t i II :^i'ii \V;jlIir«.tiMii US.
d*<Hi\ar»- - l..-.urlal ii. >«'vi!la
<h-.5toir«' Iii*i;tutiiMi iji' l'o *». I'ari-,
NH. M.'./.arjiir \r*!«-na:
Or^iiii». I'ui^i.i • li'ui.i. Vati«ana
. <Ii«»I';.lli«i - li«»'!i '^t l*«*t»T
«i*«»r\ i 11.' »'.:;
Us>uiia . Ww •if \ '.»
ottii lli'iM!' li \ li IM'al/ ^ Va!i«aii
l'alaii- I
l*a r In-« •'. .1 \'y ^ Ma-lri«!
I*a«iii-. I .!• - «Kiiirij, iJ'-.ill Lau«!
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l'.i il U.i ^ i'.» '. r"»;ljnin''«l« au
l'a . j. - : • I \ ..', !« In; ^ u li*«»Ul
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l'ala--.-' «..' I
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I'a t in-, ■- M .i-. .i.,; s \ jiti.an (>i:i».
'»«»iiian II. '^ lla-iÜ.«.
I*atmi'S s a. <>xtur«K lii»dl»»i. <'larkt».
l'atrii'ius, Aul' 47: - I{.miii Vatican) n.
Sif'iia
l'airi/. i. I'r < l>«urial
Paul III. ;;.'. f.». \'J.
Paul V l>.
I*»*ir«'S«i u< s FiaiikriMrii: HaniUurir:
Paris u. larpfiitras; Tnurs
l*i'lii-ii'r < Pari< IT 'jn; Imtüij; llaa^:
lit'uuwariit'ii: I.«M|i/.it,'; I.»'i»l«'ii.
P«ri"/.. <iMii/ <. l'M'iirial.
I'fr«iiiii. <"ar«l •< I'.vn'ii.x.
l'»-iaviu>. Xli'x s. IjeliiiTi: K.»Tn, .Re-
l'.'tau. V i:. IT: - «l.-nf.
S. PrttT .M.
I*»»t il .» • l*rr«'s .. Paris.
P«'truf«*i. A > Pari»«. l'«>ntiiim'iileaii.
P«*vr«)ii s Turin
'/» .«i. A K. <lK
Pli ili'ninn V. rv|.i»rn :« .ItTUsalom.
Pliilipl» FI s K'^nirial.
Phillipps s <'lifltfnhani u Imtüii
Pii'rnloni in i Piu.^« 11. n. III s. Iioiii.
S \n»In.'a«l Valla: Vatican. jT u. Sit»na.
.1 Pii'M dl' Miramlnla s. Hmllt^iana,
l.aud
^ PiiTTi' tli» H«*auvais *. I^aris.
II dt' Pilar H
Piiuianii!^ <. «Jr.zinan
PiiM'lli .> Mailanii. Aniliro>iiana
Pins. .1. H. Pari^; pMiitaintdilrau.
Pin, Mb >. Kx'urial: Modi-na: Vatican -
<)tt(»lH>n ir»
, 1{»mI. s. Pl(»r»'n/. Vatirana. Vitorbo.
Pi rk iM'ini IT s. L«MidnTj. IJrit. Mus.
Pin* II. u III s. PirfMloniini.
Pius VI. ;;•.».
Pitlii»ii N. Lniidnii. M«nitjM'UitT, Paris n.
Krank riMrh St.-ldui's '1\.
'^. PI arid«» s. Mt»<.*iiia
Plat inu V\
PiMÜani. Pr s IVniuia u. Vatioaua
Pnirifjn «. I'|i»r<'n/., LauriMitiuna.
Pnlidnri. p s. Honi, Valliielliana.
P«»l i/. ia rn», .\n^'. s. Floren/.. S. Maroti
u Vjiiiran. V < h-.^ini
P'.»l l i \\.r f. Miini-bon.
P..ni«' «I«» Li'on s. Ksciirial.
P..MJ. |{., Tardinal s. Oxfor.I, kl. ßibl.
Pi'rt'iii s PsptMLsky.
P'iriuu'ai t>.
Pr«d i Lr«'rnM"»iH"lie s. L»'.i}»/.ig
Priu/rnin^eln TO.
Pr««ropiu'J V Lrslios .<. .TiTU.^'aloni.
y / HO r^ on IUI i« - Klo^t^r .s. J»»ru.'<ab*ui.
Pri»]»a;;anda 51.
Pr'iu«-t«»an, (»uil. s. <.>rU*ans
yni-rini r. Hrt^acia.
' J M i r i n i . Tliadd. g. Vt»n*?dij?, Marciana.
l?Tobö^evX.^-
Bas moöcme 3tolien
(Bcjdjidjte iet legten 150 Joljre
bis sunt (Enöe bts neunjctjnten 3ttl)tt)unöcrts
putro ffirji
(Xu. 380 S.) 8*. 1902. g<^. ^ 5.U), In Ceiins. ^k .ff &.4a
Üas DDiliegcnfrc Oiu^^ fif^on cor b!in Cifditbwn fttc
italienlfä)cn Siil^lnolausgabe ins (Ensllfftie Qbetftljt, i[t ble
«I(( (Btj jufamiHnlaltri'tw «pö i«!^ toi|TcnWjafiniS< Üorftentitie
htt nea«ften löufi^id|tc Otnlicns pon ticc TTlitt« öes oqlge^nlm
3a^if)Uii£etU an 6U jut fie^oittoiiit, btx (talleii(|<^ ^n!|<ll5>
dctüffluiia m wrilatn Sintw. Jtoliffl tum doii 1* !jb« Caitö
6n Sclfitliu^t oan D«ulid](n, ios gtfftrmtiisoine Ktimbetldnö,
t)»n pon Kuii|(f(I(ä6«i, ibfr inMii ejn (Ifti blau« fjimmri ju
Idil^rn fdiJCTi, iKfFpi Dnll (>!<« als IIiiÜcti \&z nlemitnärn diit>
Ijonftcn iDur. .1ii •nie ÜltSfO^r flli|4lliiir, jdfAll 4#|i])l<^en<i|
ir
Otfnsffrt.
Qfile jfnlflen, tonnltn fid) Me 3lalicnfr fcl^(t Jaluljtinöfrt«'
Iimg a\ä^% als Aonys tfil)ton, tiaif btginnt im Caufe bes ad)l<
jf)|nun 3al}i:t)tint)eiU ein UmtägiDUitä,- ii>i< tUwiaH mi^^ mit
autKbmmÄ« Dilfcunfi unö flaftWruug «in Smbtri nnd) 5rei>
^U uiib Bdf)£ll9ung lebenbti], lEineni unteHrMFAert Strome
«Ifidl, ba ab arA ju a» bit <J>htr^ääit litrt, blel&t nun b^
Stbnm nai) eiitem nmm duilant>( im $lie^ii. tm& tD(6»
mipatunifd]« nv^ ä|)cncfi^i|d|«s 3»^ tonn es toietsa: bb
ffltiattt; u wAUtft bunt) jcitveiKgc r)in6em!f[« geftoul um fg
päritT lietan, bli 3lalini fdillefilld} untct Ikc St^tinutg 6m
«Higthoren« alttn 5^ift^t)aiiFes Don Sapoi}cn bas Sie) her
SInlitit emic^l unb ^<^«i<l]tet in Me Heilte bet ITallonin
hltt. lD(t 3talt«i UeW, niug (idf) {wikii h«im, unN gtiobe
Dil Dcm|it)tn, AfTtn Datrdunt g)c(d}f()Ds poh {Altmmflcc
5traf|enE(v'it imb liejft« tlmliöiigmifl jur ftfelintcn dmtitH
unb Unabt>än<;tetdt aiit(i(l(lr9en ifl, inäffcn bos tofitbigen
löniien. unb mit tDnbtn {>lrtio ffVtfl tvnillwi ]t\n, bog tr
uns hlt\H ykilamiMnliM^tnit Sllb b«i neurftrn ft<i(((nift^ii
(KcF<ij1i!}le f|<|d)t>iK tyü, txii ms Dom Stanbpunne bes ^od)*
gebl[^ricn itaßttias ügs bic <&nmbluge flit bos DnltäRbiiU
6m ^(>j«nt9AElt9«n Stalin ^ItbL Dn Ovrtoffcr lif|nil jidf
nld)t, bni Singer auf ofimt tDuntxn (dites Dateilanbes ju
Uqta, un6 bod( ift bie ^an^t Daiilflturm t>on chiim ftoE}(B
duge tXT t>affnuMg bucc^nxfit, bafi Dtoltm, Tit^tig gelüld
uiib bti «TTifTtr (1rI>«JI, inbcm « jugleid) fdn« fingiboreitc
ndfiitibU mit Ott iiubct« nntiraen mi&t. einer [<lf&iitit. rtidfen
SuLinfl enl^esrfl^Hrcn vlib.
t*i( £ieb« ju Stallen unb bi,>t IDcint4i intmtr melrt Der*
fldfi«itis fdc £anb unb Dolt tnoadifm jti fc^en, finb tif DcT'
önlofiimg ju huiet Üfiöf«(jung griBcftiu St( jpciiftt Pon b«t
itallenifdjcii Autgabe nur tnfolcm «b, alt bot Itütr Uaptttl
ODtn Orild^tt Hbtt «inet ftatten Knijung imletiootfen iböiImii
Ift Die fb^ä^luita au Im VutiQOt 3talieii t^ätt^fn lEfifler
3n^tisueridtl)aiü.
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Ift fo lotfl befi^lfinft tnotbfn, ah es für bat Jutctcfl« bn
htaiiSfin Cc[<i (OünfdreitstDfrt eifditeit. Auc^ (Inb aus b<v\
GttfraturoerjeltfjfHs fcitt itallenit^^t ansgafc« öltjünfgen ffcfle
ousgefi^icticn onttitn, bie ßtf) auf bfe SpejIoIettMrlilitt tMc
«tnjdntn proDinjen Bejlelfeit; fit tomiiwn rau für i«n ^itl(>.
ritte« Sorfdift In Betto^tt luiü biet« «W h" !<*«'" 5aDe J"C
ttaücnil^cii Aes^abt greifen.
3)iI)aItsDer3ei(t}nis.
iTidu Kflitiul. 3tar)tn nul) t)nn jrncbtn 3U flo^*'^ ....
.n.'imn t!aitana
- Ort liäigntldjc
Ui -...,..,. >,..,,.,. „.. .,>...,;.||i4{ 30«: UillOli»
Rirnttn Kim'ttf. 3tol^n) nri^nh bn |iiiniä|l(4|en nraaTnHair U
j jliiHan in 3iall«n. — Dn erflt
nuu i7d:.: UifpruRo ha
Sa» fitr Hcpadllf dfntfri^,
IL uM.F.ii^^Mtii-:! tKOUblllcR^ — 31allcii Don Am
. I' ri. - fK(1M;l)annl(n D»n t7i>u nnb ^lu llultfni(d|«
Drfdit «avÜiL Sit nepoIei^tiilAt [im1M> ....-- 4<
SMt
oon tili. — Rapolwti Slurj. — XDitbct^nthnung fr«c olliR
nr^lnungnt — DU dUHMit Cufi«. ~ t>« md üTuial nlUnc
Unabtiantl^tellsf t)<4 : Oalufl bo CI|Tonu. — SdM lt||Utt}(T>
|hd) nnA ftin SiH).
Owrttx Koyitil. Sit RrltouMtio« i Ritt Ht^inruagen imb imc
D?lf<r OT
t>n tOltntt UoiigT«fe nnb tii( U}irt(Tltur(l(IIaBii 3tAlt<n:
Oiltoc Cmarnw! i.. HAnig iMn Sorbinitn- — Da» I«*ibatbif4K
mc]lunifi^ Klnigni^ D<i<n Aflrmi^. — Digi hti litn*9'
(HiMi, - ini16t bn tOifanIMicn n«glniing. — Xht t{M)cii>
(Idot — Sttb\nmk i-, KBnig btifcu Slitlittu — Ch t|«ili9(
(lllliin).
SUnftei Kopiltt. Cifl« Uninl^cn . . c?
Dil Carbontrto- — Der fluf«^ fn ntup»! dtiwi; — IH*
^n)^'*)'*'* te t|i{I)g*<i i^nionj gagtn Mt KanllttBiinnfltw
unt tV(»<)nl)ntt<([un4 ba itb|«tiilbnu. - Da (luf»^ In
ptmi>nltltifi;i: Benil)intn UatI tUbftU. — IDMct^llttlBoy
An al>rolukt) I^i^afl nnttx Kutl 5dlr. - Drt poltltf^cn
prujfjfe fn Ha DinNirb«! ucb Derujitn. — ifiTaulamTütcn
5ran|' IV. ocitlllofrniii oab ftint flbfletflen aul *U faiiuqil4*
mitonfatst- - Uongitfe ju Ontin«. - l(ai( fllbcrt tn Stanitit.
5rt|It« Kapltd, Jf^n 3o^tt N« H«a(tlon **
aidtM «0 1851-1(1.1(1 — iftroITIrnotti URtiSrotijIV. DOii
nio^fno. - Dtt RflDOIullOn bM^a^:» 1331: 0» vnrlnigtfn
!tn1icnK(i|en ptnoinjt«. - Jmwpmrion 6« ibllmcid^fT iinft
WitUn':in^U\lati% bn nirmBtsirrun^ni. ^ OatlHrMOtanAlim
b(r ndiJiit nn btn pjp(t. - Ann«|(l wix <ef(no unb 5o<H-
— tblifjKt^R mib 5tiia]o|ni t«t KltdrtnllsiiL
Shbfliiu UsplKl- lfitii(<9p( ntauini unA tu ,.JMg« 3tAtitB" M
Bft,:' ir-Tiilnti n.t Kn:t nirid), - PI. SamHic Rofnnf- -
I' ■ ■ '■>ll*|l, -
<! HMs
i ..■i.Ue. -
t KApiM. Dtt ITIn^t btt äfffnlli^rn tTIHnung . . ,
mr ir«^ («T Bid4«f BanbitTo. — (5iohrrl unb HIr PHmoL
— Uttpcung bft wmMlfl[if)«>t Porld. ~ Die Sixruicc iI'IimIü
(Qoffvttn^it 3taIUiis) von Salbo. — Dm PAntItttal firc
fun XVL — Die Ulümi Ca« ili KomsEsi (DU UVm CtfisnifTr
ntnntn Kapiltl: Oon tan Rffiimm Mi gut BoisItiHon . .
KatI rflbfrl »r.6 ftos ptrmonWtftfr' """ "- *""'■'
pUi»* tX : flinn((tif uitS üifarfitn,
D^mtfun«. — ilulläntit lit frft Ci>ntl)(nArt<D(n*]l« tinft in
fem l)n3d^tfinuTn IHofcina nnb pntna. — ^idfUic am (Intung
iMaullJölMf - auffloH&ln poltmo. - OlrKoirttitnti^r
in nrojel, IH»m5»l, loslano lUii' Haoi.
3«^iiKs Kttpilrf. D« Krlffl b« 3fl^t« löi* , .
IHt Cflnbiartci. — Dtn^ten »Uirfnb btt a\itn mannte
Ms 3<i'l*^ IMt». — Dm l^anl) ber RtrolMlIon ftuiA (EkroDO.
-PlfP'*"-'-- "-" r;-(f,.in..-.^~-ni-.it...,'. _
D«lt".
fif(fn n' .
D« ).;
DTvBbintiriL - i.
pon SultojA. - !i
«IflM Kapitri. Drr Krieg ba 3"»;'»^ i"^''
picment ntimnl b<n Kitirtcl ^i <
nit'itTfajt tn Itovoia iin'. ' '
{tlrii Ojmc -tnn Pc;--..!;.
n»op<l i-i.
cbMlIdr' r
Det ri.Lf-l.-.'lf lT1IN.li., in 3J,Mn^., f'ii.ll.l. I'1.1T1'|:
1
8iD&1(ta KitiiUd D)t iln|i)oa< &« Sqjtuunu Dlttnr dnanaeli II
t>\t Uninnftung üiTlat lEmanntb H. ni[l RnAetfi) jd Dtgvalt.
- Dl» ItBonion (Tlunipt)l«l In ganj (Europa. — inU*
SdiBbrfgTcihn &u nmui KSni^nliV — ITIilfTtB*» Q'ItstgUo
»nb bit pTwnunKiliDn von ntäiKalicrt. — DU AnfSm^ Att
Crolcx CetME! fftöurtgt «lullänbc Im Ahrigfr 3ioli««-
- QifoAjlan» ßTir)« ulirr OJc bQutfra«i|A)t Itniimii)}. —
- Die StKoibung t«i t^crjogs pon pann«.
Dntjt^nKi VtvlHl. D<c Sitm picmoHi
tTiivout JfUnWtTft&^tni. Colaildlune ha natL-inalutUblS'
Crt[iU)l)n( pttmoHU OM Hitnttifiji. — <ra)»tic tiH( örrt
P«tlf« Uen^tfl. — 3wta'<"=«*(fl''"fl ^" ^ln1(^ri'j|fn Cthent
im KSnloTtMi SoiMnint. ?: ■■■■--, ,..,| 5|„
Im in i.ambaib*i'Omiiiii' i
^«^f CoDoun. — DQnbiil. ji.. i..^
OiBi^m KoptU. Cflc Xcltg rm 3al)n IM» . .
Oocbütllnni) jum nncn Hritii«. — (TacoiiTt Bfft*. - A|lt>r<
TdAs UtiKunimi ptanef^aHon Dlltor Iniflnutlf- — Sit*
(ttmft fctr bftfitn fi*rt», — nrnnl*b*ni>. PoI»|tTO. ITTflgmIa
hifs(i)ic)K UapticL DU fipfrtlHon üa lanlmb , . . .
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-' parlni, Rl^ai, tRottti, Sottola, Bolto, taneva, ApFpianl,
AJmn«[a, PairitHo. — TlomAiilljffmui. - manjoni un*
|f ln< lta4ii}|<iet. — CMporbi — AuctirH), ItkrcUnj, Alultl.
~ D(c patri«>lt|<14tn Did|tn-. pnitl. — CoRnaft«, RMMtkl,
Aiabttti vnh Ittamiani. - EjituTtfer, - nTnfittr: UtUinl,
RDfliM. OorfjtUi ÜnrlelinJ, liaijtj, IIToto^Hli. - lleut
Rli^tung. ' ' riillnri, niaflätani. Dftftji«,
— Celdfie]!' — Prt 30DmiillimEt. —
Dt^tfi. - ' 1-, t>f[4a, Cupiiana, Strao,
Snrina, Di::!--, -_, -_, HawJla, P'flnnunjio. —
lEI)tater. <ftuuoticitii 5"t>tn, tdfla, (CoHiRoilt, t^alllna.
fti«to[a «.f w. — 3nftunB, pdij}*. Dvprt, Dclo, DIoTtUi,
montniirtt. - IKufil; Dnbi, ßon^ltni h-I-id. 3Mim
an 6» f^tbrit.
ilnt)ang ]d XmiUd tX DU ^auplaiUld bis 5l3t«t« van
KoTl ROni liO
flkiM«!»?)}^ Q«M bes Qoufo Snoiicii bs« Camuid pi|lll-
bttt m UC
Clitttami Bio
RMi4iib<li|d|e« 3iil)itll«»tt]ft4nis Sca
Beitcn=3ettd.
Sri bcc
BttdtI|«itUung In
txflcll« U) ^[frmtt «in ffiemplai twt Im Derlage uon
B. <fi. SfDbnct In Crtpaig foeien erfiliienitnrti lUfrtu |}ut
pjdro tprji, Dq! mobetne Dtalltit. <^e|<l)ldl^tr %» irf^tvn
ISU Jtabtf bü lum Cnbe fce noiniellinleii jii^tl}tinberls
nbir|<U»'win 5- *oetv (X u. .iBO S.] S". 1902. gel».
J n.üo. in £dnw. 91*, u .r e-flo.
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Zctba cn*toi:
^««■w^wu KK Dr. C. ^la
itm r«i: <!n«müi!flfti gtitdpiit^ HBJMgihmt ißt 5[ii>iftMbt. Ml I
r.'tTtg/c^svtn iiB^. Hub bai ffit» rrfic 'tiotf 1
Kt S^mmlffeK nnb M rgntut v-'- '■:■■'"■■
■::c tmn- b(i:'m rdirifmcUa, bk uoti b<m t".\ .
ilvii fjatbui BJurtw J-^in Jen Ömiiiulm ■■,' -
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n stoii« b<fiiiomt; w
I im( tvrit Bl^ MtntitiilS ^tt%
jCJdjiUltB ijt. uiiD Ciiix im,;^Liir ^raflcn iniiiiMutc U l".iit':icii 1
■ttrip ÄtfelKn. tamii kiae Srit ^unfI has <itUn«i,\. ^«x <
ftabon lun-nibJiKH'lM. Ter Vcniftoff ift in minilirfift iilHTfid)tlid)cr JviH'm in öcii fiinf
labcUiMi am 3iiiluu un'nmmciuKUcUt. Tic neuen i^oralniu fdiliencn fid) icbcm
^'cicftiiif an: auiVrbcni ift ein aliiliabotiidK»^ 4^T.v'idniiv bei* lun-fiMnmcnbcn JjJoncr
für iäniilidio ^'oicftndo am C^nbc bov "iMidilcin»? bcii]Civ*ben.
Xa cv ndi bei Dem erften 'i^erfndi im t»erfloffencn 3ommeriemcner nid)t iviii.^
beunibrt bat. Den iirammaiifdien 2toff ohne Unterbredunui hinter einanber sn bieten,
fo ift bie '4>i*ä^mration ,vim .Wnophon h'^ einiierid}tet, bat? fd)on nadi ber fediften
2tnube mit ber Xlefiiire ber XHnabafiv beiionnen nuD von ba ab reiielmiifjirt eine
ober \tuei Veftnreftnnben einjiefdioben loerben Tonnen; babnrd) loirb oermieben, baf;
bie ^ormentiiUe c\av \n oenuirrenb auf bie l'ernenben loirü, nnb ^mileid) eine
jietüiffe Ubunji nnb '^Mniiefnnii ber jebevmal befprodienen 'i^ilbnni^en ermoiilidn.
4Vi ber Xenoohonleftiire ift eine 3eite ober etioav mehr alo Stoff für eine Stnnbe
iiebadit, etuui ebenfo oiel fiir bie hänvlidie '4>räimration. xHuf biefe SinMfe ift ev bei
bem erften "^iorfudi moi^lidi iieu^efen, bei brei 3tnnben loodientlidi mit loeniiKn xHne-
laffuni^n ba^ ertte 'iMuli ber iHnabafiv \\\ erlebii^Mi. o" ber .v>omerleftiire hat e-?
fid) iKi'^Jilt. ban binnen lnr;em eine redn beträditlid)e ^Hn'^ahl uon i^erfen in einer
Stnnbe iieleuMi iiunben lann; etiim *-*.'> 'inufe unirben ohne ÄKiihe für bie hänc-tidie
^lUn*l-ereitnna nl'eruoinmen; l*.'» anbere, .Mint 2d)lnn iKtKn rii)-- 7(» anbere !onnten
anfterbem nuter rejV'r 'AKitarbeit ber 2tnbierenben nberfe^jt toerben, fo bafj ba-? ivin'^c
\). '4Mid) erlebii^t unirbe. ^'su ben 'iniüMrationen finb felbft 'iinuter, bie fdiou be
fannt fein tonnten, ofimalv loieberholt uunben, loeil fie fid) babnrd) beffer ein-
^mliKn nnb bor \U'adueil. \\\ oiel .v«t bieten, toeit n»-*i*tni]er ift alv ber, s\i \vcn\c\ ui
brinjien nnb r\:Duuh nnnnljev nnb U'iiranbenbe-^ 2ndien nadi oerc^effenen S?o!abeln
VI oeranlaiüii :>niirnnbe »leleiit jinb fiir bie 'iJJräimrationen bie Teubuerfdieu lert
anvivtben mit je.iliduMn '^\*rud)t anf eii-^ene tejrttritifdie XHrbeit.
I5v ift u'.'v eine aniienehme 'IJflid)!. meinem hodmerehrten chemaliiien xJebrer,
.\>errn (^>eh >K l^n^fefün- Tielv nnb meinem lieben Jvveunbe I>r. ^Jlavberii meinen
anfridniiiften Jiv.il für bie ^i'Ii'iüi'te -vilfe an-? uifpredien; ber crfte hat bie Cfnt-
ftehnnji ber ein;o:iiou Vefc'tncre u^ohlmollenb nberumdu nnb mir ftetv feinen betuahrten
rliat uiteil n-i-rben uvhw. ber ',meite hat fid» ber mnheooUen Morreftur be%? \'{ci\\\cn
'iM'idileiuv t«: aller Aiennbfdmfi nnterunien nnb fid) audi nm bie überfid)tlid)e "illn
orbnunii Der Veieii:i:!e nnb ber '^niU'höriiieu '-in^fabeln oerbient iiemad)t. AKir tonrbe
ev lieb fein, u'onn n:ir iv.tdi in ;)nfnnfi bicienii^en ?ou*ntcn, bie fid) be^ i^iid)lein->
bei bni i^rie:h;ü!^e:i .v^uiruMi bebienen. ihre XUnv-ftelhinnen unb ^Katfdiliiiic für ctioaiiie
*Än"bef>ernniv^'it -.iiiiiafi niit:;i(en looUten
'«iM'rlii! ;2«eiUip Vlii.;iifi IImil».
iH. ptlm.
onlMltoiHnv^cidniiö.
' • '*•'-? 3.1I' I \ • r-.., |.5ir.. I'r.it . IjhL 11. Jni]..' At't. l*jJrts. Med. ilab. Hl/'.
II -' h"i<l. ^s. :. \,.:.;, ,.,,,.. r.-.i... Cnni. Inl. ; Fut. Act. Med. iiab UV. .
^.ii'.
\ I rl.;i |nir:i Import'. Aor. A<*t. u. Med.: Opt
III. •-» hi-kf i ...tn-.. I;;
l'r:h-^ ir.i». 111.
1
7
Seite
V. 3. Dekl. (laö. I.) Aor. u. Fut. Pas«. (lab. JH.*. V>
VI. Adiectiva u. Adverlda (Xab. IT.). Pron. jinss. Vcrba ])ura i2ab. Ifl). Aug-
ment in vokal. anhiiit<*nden Verben. Particij). coniiinot 11
VII. Pronomina (Xab. II... Vorba contracta anf «cd nnd ho (Xab. iV.\ Augment
in Composita 14
VIII. Kompanition. Verba contracta auf oa (Xah. 1V.\ Uen. abßol IG
IX. Zahlwörter iZab. IL). Verba muta (XqD. IV.;. Augment statt Heduplikatiou
im Perf. Ace. cum Inf. und substant. Inf. 18
X. Unn'gelmii fs. Dekl. Verba liquida (lab. IV. ■. Partieip. bei Verben des
AtFekt.^ ^ 20
XI. Wiederholung der Dekl. l'nregelmUff*. Augment. Partieip. bei Verben der
geistigen und siuuh'chen Wahrnehmung 22
XI r. Tempora secunda (Xab. III, ^^(iiljaiifly Mo(ii im Hauptsatz 2i
XIII. Verba auf ftt Akt. ($ab. V... Aceusativ. Abhängige Siitz(!: Aussage-, Kausal-,
pRigesätze 25
XIV. Verba auf m Pass. u. Med. ("Xah. V.«. Genitiv. Ktinsekutiv-, Finalsätze . . 27
XV. Mirat, slvat^ livai, rpdvai, Uvta (Xilb. V.). Dativ. Hvpothet. Sätze .... 2*J
XVI. rnregelmäfsige Verba. Prilj»ositionen. Temporal- u. Relativsätze 31
QvL XcnopJ)ond ^^Inabafiö I.
a; iöerjcidiniö bcr ^JJamcn iiub bcr bauen abgeleiteten 'Jlbjectiön »4
b. :^cr^cid)ni!5 ber i^oeabeln 35
3GLiörtcrücr,5cidnuö 311 .vomcrö Cbt)|fee IX 5U
3SÖrtcrbcr5cid}iiii^ i^u ben lUningöftürfcn 73
Bcl!cn-3etfd.
^l^ei bcr '^iidibaitMuiu) ihmt
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bcfteüt ber lluter^oidiueic Incrniit awv bcm '^.^crlai^c t»on 'i^ (^ rciibnev in i.'eip;,in
Bplin, Wricc(iiid)cr xHiifaniv^tiiriiiv. Übuitrtvlmcli ^^iir orueii liiit .
füliniiifl (i'rumdjicncr iii-j (^h-iecliiidic. bojonbcvv: für llniDcrutiit^hinc, ■
iicbft '4>räparationcn \\\ Xcitopbun XHiialmuv I \u\\> .v>omcr Ct»nifoc IX.
Wit T) :iabcUcn. |IV 11. h.) 3.| i^r. >=. P.mh>. t^h. J/. l^4(). '
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olitisclic K<>rrf.*sp()ni.!enz dos Herzogs und Kirr-
fürslen Morit/ von Sachsen. Irrster Band: lüs
zum lüide dosjahrrs 1543. I lerausorev^t^luMi v«mi
IV»)!*. Dr. Mrirh BrandtMibiirij.
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Dl- .r. • !■' -..iil zu Iirxtiinisii'Ti :-i.i •'.•■i;ini* .n-.J i1u«m* Wi-s«» ru iir-it-ii ■»uO'cTon I!7|;i*li!i:>»cn
1 'i'i I l-.tiii !>i-}i.iii(|t>.i «lu* /fst iii» ^i^,., s'.ri ^. winl d.is Werk. a!jsiliiicl»(*ii.
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rs kiirsäclisischcn Käthes Hans von d(*r IManitz
lW*ri(*lU(* aus d(*ni Kciehsreujiment in Nürnber*'-
?• 1521 -1523. (uvsaniint^li Von iu-nst\Vülcker, nebst
rrL^än/<-nd«-n Aitt-nstiiekcu bcarbeitf-t von Hans Virck.
.V« I. ••«• :•!.! i .Ml» li'T Kl!»":;!. > i' >. Kmimm •..••• «i ii r ( io^ !iir:iti*.v 't I || -j f.,«H < ] -j^r. ^
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''•• • '. ii':.*i . •■ i'>>ii zur Ki*ii:itii:s lirink;<*n noII l>io Ktit'{;o
•.••:1 • ii' n '•••.i.iJf ».'f/'^^'i-n, weil mo in ihrrm Vfrlitul« »o viel-
■•••••.;.. ; .; 1 .• .: %.i:..»i.i":lj. j^l-mi ".rul SO iii.inohe wü hliife «och uiut-
! •• ' • •. 1- ii i»i \- 1 -i.*!-.« }.*• s-Mil iii.t i;i'iin);rn Au^iijahiiicn unk;«.<!-
» • •i"h;:.."i-i" I».; ViTi.i>*s*i !i,it AUS vii'lot» tau^cmi Schrift-
• •> . . ••": . • » '.ün' I »i":i.:^- ::u;L'i*nlii':t iimi, von roia militärisclion
« ■ ■ • '••.■••. I W I •i.:..;i'.iJi:f ij«'» Krici;(*s. iiislii'sondtfre die
•;•'■• :■ 'i> • -ni; ..• r.-i ' t-n Vori^äii)!«' ins Licht fsii»IU. VorrLiicIich
• ■•:*• ^■•- ".••:'■ .••*•: . .• ilur« !■ vi:v^* iciide Hom riwungcu gewürdigt.
J'ersoiialii'ii. Darunter Naciiriif fiir Ernst Diimiuler iVou l'iiiv.-
Prof. Dr. ItöilMilwi^,' in Kiel] und Ifir Koiira«! Mniir«r Von
l'niv.-Prof. Dr. Karl Lt^hniaiin ia Kosloi^k) ü«6
Titrlhlatt und UegUtir cu Jahnjniig V.
Bibliographie zur lUutsehen (Imthiclilr.. üearbeitet von f uivtr^itiils-
bibliothckar Dr. Uh<
r Mafalow i
, bitten »
C'at. XX: BioürBphien, Heniulmi, Städtri^dtchioLlpii.
C'at. XXIV: lleutsche (jpsehlehle.
Cat. XXV: (ieBchiihle der Läuder Eiiroputi aiirri«r KratscbUnd.
Cat. XXXII: All«- »rnvke dvti lü. und 16. Jalirhiindertit.
Hüiielieii. Oaiienefltr.S'). StWldciitst'lios Antiquariat.
^ ^ Jtji Verlag von Gnstar Fischer in Jena. ^ ^ ^ Jt
Beiträge zur Geschichte der Refoniiatioii
iii Oestorroich
Hauptsiiclillch iiai-li il(;ii bisher uubciiiit/.tßii Aktciistiicki-ii
des [{(f^isiisbLirf^er Stinitnn-hiva
D. Eduard BöhL
l'ivis; 1' .M:irk.
Eiitwerung und Eigentum im deutschon
Falirnisrecht.
Ein IJeitröff xur (liK-hiiliti- des deutselnii l'rivatretlits luul des
Dr. jur. Herbert Meyer.
l'rri-: Kl .Mark.
Verlag von B. G. Teubner in Leipzig.
^g^iiymboKi' und Wap[.n'n das all''i
^^-!J \<jn Eridi (Irit/ii'-r. Dr. [i!iil.
.. d. (:idji<td(T(i.-<rlii<hl.-.
IXiLilschcn keiches,
iL':i]i/iy;('r Sludlen
Viir. [Jand. :y\Mu
-^F Verlag von B. G. Teubner in Leipzig. '^
itlissiädtischi? 1 lau--haluin.L,'- Nürnbergs aut"
■'Öfjl Orund ihn's /iistamlcs von 14^1 bis 1441» dar-
lli.- lu jtt-r<. ifl- 1 >r.1'i><n,i. .i- -n NünilHTj -"ti jhit. ii.r
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